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TYPOLOGISCHE ANALYSE MOBIL IT-GESTÜTZTER ARBEIT ZUR ABLEITUNG VON HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN


Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd University of Applied Sciences Product Planning and Design smartoffice Typologische Analyse mobil IT-gestützter Arbeit zur Ableitung von Handlungsempfehlungen Vorgelegt von Daniele Greco zur Erlangung des akademischen Grades Master of Arts Schwäbisch Gmünd, 01.09.2012 Betreut von: Prof. Dr. habil Angelika Karger Prof. Dr. Susanne Schade


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Ich erkläre, dass ich die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten habe und die vorliegende Masterthesis von mir selbstständig verfasst wurde. Zur Erstellung wurden von mir keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet. Schwäbisch Gmünd, den 01.09.2012 Daniele Greco

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird innerhalb dieser Arbeit in der Regel die männliche Schreibweise verwendet. Ich möchte deshalb darauf hinweisen, dass diese Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.


iNHALTSVERZEICHNIS . Einf체hrung

1.1 Einleitung

1.1.1 1.1.2 1.1.3

Problemstellung Zielsetzung Aufbau der Arbeit

: Struktureller Wandel 2.1 Wandel der Erwerbsarbeit

2.2

Wandel der Mobilit채t

2.3

Wandel der Organisationsformen

2.4

Wandel der Technologie

2.5

Wandel der Altersstrukturen

2.6

Wandel der B체rokonzepte

2.7

Wandel der Arbeitsformen

2.8

Wandel der Arbeitszeiten

2.9

Arbeitschutzbedingungen

:. Begriffsdefinition und Methodik 3.1 Typologische Analyse

3.1.1

Ziel der Methodik

3.1.2

Definition Typus

3.1.4

Fallkontrastierung

3.1.5

Minimale und maximal Fallkontrastierung

3.1.6

Theoretical sampling

3.1.7

Erarbeitung relevanter Vergleichsdimensionen


7

:: Konstruktion und Deskription der Basistypiken

4.1 Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

4.1.1

Explikation theoretisch abgeleiteter Begriffe

4.1.2

Dimensionalisierung der Subkategorien

4.1.3

Determinierung der Merkmalsausprägung

4.1.3

Theoretical sampling, maximale Fallkontrastierung

4.1.4

Festlegung der Merkmalsausprägung

4.1.5

Deskription der Basistypiken durch die Merkmalsausprägung

4.1.6

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

::. Erarbeitung relevanter Vergleichsdimensionen und Deskription zweiter Ordnung 5.1 Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

5.1.1

Explikation dienstleistungsorientierter und wissenintensiver Merkmale

5.1.2

Ergebnisspezifikation der Merkmalsausprägung

5.1.3

Evaluirung der Berufsschematas

5.1.4

Typendeskription zweiter Ordnung

::: Erweiterung der Merkmalsausprägung

6.1 Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

6.1.1

Explikation kommunikativer und informativer Prozesse

6.1.2

Kommunikationsarten und Dimensionen kommunikativer medialer Prozesse

6.1.3

Subkategorien von Situation- und Kontextmerkmale

6.1.4

Verhaltensweisen in Kommunikationsumgebung

6.1.5

Medieneigenschaften von Clar und Brennan

6.1.6

Anforderung durch Interaktion von Medien

6.1.7

Theorie der Media Richness

6.1.8

Informationsaufnahme und -verarbeitung

6.1.9

Grundanforderungen an Kommunikationsbeziehungen


:::. Kodierung mobiler IKTs 7.1 Kodierung mobiler Endgeräte

7.1.1

Klassifikation mobiler Endgeräte

7.1.2

Definition Notebook, Smartphone, Tablet-PC

7.1.3

Cloud-Dienste und Apps

7.1.4

Alternative Eingabemöglichkeiten

7.1.5

Anforderungen mobiler Informations- und Kommunikationsmittel

7.1.5

Dimensionalisierung der Anforderungen

:::: Theoretical Sampling der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen 8.1 Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

8.1.1

Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissa

8.1.2

kognitiven Fähigkeiten

8.1.3

Affektiven Merkmale

8.1.4

Qualifikation und Kompetenzen

8.1.5

Kompetenzdimensionen und Anforderungsprofile

8.1.6

Deskription dritter Ordnung

::::. Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung 9.1 Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

9.1.1

Mobilitätsarten

9.1.2

Identifizierung und Explikation mobile Typen

9.1.3

Ergebnisspezifikation der Merkmalsausprägung

9.1.4

Dimensionalisierung der Subkategorien

9.1.5

Deskription vierter Ordnung

9.1.6

Handlungsempfehlungen


9

::::: Fazit und Ausblick :::::. Quellen

11.1

Abk端rzungsverzeichnis

11.2

Abbildungsverzeichnis

10.3

Literaturverzeichnis

10.4

Literaturverzeichnis - Internetquellen

10.5

Anhang


..Zielsetzung eINFÜHRUNG


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EINFÜHRUNG :: Problemstellung

. Problemstellung/ Motivation

Der in den letzten Jahren vollzogene Paradigmenwechsel in der Arbeitswelt lässt insbesondere im Bezug auf die Nutzung mobiler Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Integration in geschäftlichen Arbeitsumgebung neue Möglichkeiten, aber auch Risiken entstehen. Die zeitliche und räumliche Flexibilisierung, ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit, häufige Überstunden, wechselnde Arbeitsorte und lange Anfahrtswege zur Arbeit, führen zunehmend zu psychische und körperliche Erkrankungen der Beschäftigten. Das belegt das „Fehlzeiten-Report 2012“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) [vgl. Badura, 2012, S.7] Konventionelle Büroarbeit wird sukzessiv, durch ortsunabhängiges Arbeiten abgelöst. Dabei verschwimmen allmählich die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben. Das Arbeiten mit zu kleinen Bildschirmen, unangepasster Eingabemöglichkeit und ständig wechselden Umwelteinflüsse sind unter anderem Ursachen für die wachsende Zahl an psychischen und physischen Erkrankungen. Aufgrund zunehmneden Belastungen, im Spannungsfeld flexibler Arbeitszeiten und immer kürzer werdenden Innovationszyklen mobiler Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), soll im Rahmen dieser Arbeit Aufschluss über Anforderungen mobiler Arbeit gegeben werden. Sie soll jedoch insgesamt kein Versuch sein, alle für die weitere Entwicklung der mobilen Arbeit relevanten Aspekte, umfangreich auszuarbeiten und darzustellen. Und obwohl gemeinhin davon ausgegangen werden kann, dass ergonomische Aspekte für die benutzerfreundliche Gestaltung mobiler Endgeräte als bestimmend gesehen wird, konzentriert sich diese Arbeit im Wesentlichen auf soziale Prozesse, die mit dem Umgang dieser Endgeräte zusammenhängen. Es fehlen Erkenntnisse, die die mobile Beschäftigte, die mit IKTs arbeiten, sowohl in ihren Tätigkeiten und Fähigkeiten beschreiben, als auch in ihrer Mobilitätsform. Nur durch eine zusammenhängende und umfassende Beschreibung, können Rückschlüsse über die Anforderungen der mobilen Arbeit gegeben werden und infolge dessen Gestaltungs- und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Meine Untersuchung geht im Gegensatz dazu davon aus, dass hinter den ergonomischen Aspekten gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse stehen und diese wesentlich die Veränderungen der kontraproduktiven Arbeitsweise bedingen.


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EINFÜHRUNG :: Zielsetzung

. Zielsetzung und

AUFBAU der arbeit

Die inhaltsanalytische Untersuchung richtet sich auf die Konstruktion einzelner Tätigkeitsfelder der mobilen Arbeit. Zu betonen ist, dass spezifisch ergonomische Problemstellungen nicht per se Gegenstand dieser Arbeit sind. Es soll den rein ergonomischen Standpunkt verlassen und gleichzeitig erlauben, das Wesen mobiler Arbeit differenzierter zu beschreiben und zu analysieren. Dazu werden zunächst die Strukturelemente der mobilen Arbeit, in der Analyse in ihren Komponenten zerlegt und in der Auswertung wieder zusammengesetzt. Dabei sollen Tätigkeiten identifiziert werden, die aller Wahrscheinlichkeit nach, die mobile IT-gestüzte Arbeit in Zukunft verstärkt beeinflussen werden und daher für die weitere Gestaltung der mobilen Arbeit maßgebliche Rahmenbedingungen setzt. Gesucht wird demnach ein Ansatz, der die Anforderungen bündelt und gegebenenfalls kategorisiert, um dieses Wissen für nutzerorientierte Anwendungen und kontextgerechte Gestaltung mobiler Geräte, zur Verfügung zu stellen. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist somit eine ganzheitliche Beschreibung der mobilen IT-gestützen Arbeit, im Hinblick auf Mobilität und Technologie und die Herleitung einer Methodik, die die mobile IT-gestüzte Arbeit analysiert und beschreibt, um gegebenenfals Anforderungskriterien ableiten zu können. Es geht dabei vor allem darum, eine einfache und kompatible Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Nutzer herzustellen. Folgende Forschungsfragen sollen demnach bearbeitet werden: :: :: ::

Welche beruflichen Schemata liegen den Tätigkeiten, die mobil tätig sind zu Grunde? Zu welchen Tätigkeits- und Qualifikationsmuster strukturiert sich die mobile Arbeit? Inwieweit unterscheiden sich Arbeitsinhalte und Mobilitätsanforderung dieser Tätigkeitsfelder?

Anforderungen werden demzufolge in vier Bereiche gegliedert: :: Physische Anforderungen :: Psychische Anforderungen :: Organisatorische Anforderungen :: Soziale Anforderungen Der hier skizzierte Gedankengang wird in den folgenden Kapiteln ausgearbeitet.


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Die vorliegende Arbeit gliedert sich in sechs Teilen. Aufbauend auf die Fragestellungen, sowie der Festlegung der Typisierungsdimensionen und -kriterien, wird im ersten Teil, das Datenmaterial auf der Grundlage dieser theoretischen Erörterung erschlossen. Dabei wird die Entwicklung der Arbeit durch den strukturellen Wandel und den Zusammenhang zwischen Technologieentwicklung und dienstleistungs- und wissenbasierte Tätigkeiten beschrieben. Darüber hinaus werden derzeitige Entwicklungspfade neuer Arbeitsformen aus entsprechend veränderten Organisationsformen der Unternehmen aufgezeigt. Im zweiten Teil erfolgt der Materialdurchgang und die Konstruktion und Deskription der Basistypen. Die Analyse erfolgt durch eine Komponentenzerlegung der Unterscheidungsmerkmale: Arbeit, Büroarbeit und mobile Arbeit. Im weiteren wird auf die unterschiedlichen Beschreibungen der Wissensarbeit eingegangen. Im dritten Teil werden die im Untersuchungsfeld konstruierten Typen mit tatsächlich bestehenden „Prototypen“ analysiert und darauf aufbauend die zweite Deskiption der Typen durchgeführt. Im vierten Teil werden die Unterschiede in den Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen analysiert und nochmals charakterisiert. Parallel dazu werden die mobile Endbenutzergeräte im Bezug auf die Wissenserarbeitung, den Informationsbedarf und -suche, sowie der Art der Kommunikation hin untersucht und klassifiziert. Dabei sollen Erkenntnisse über unterschiedliche Anforderungsprofile in der Nutzung derzeitiger IKTs, im Tätigkeitsspektrum der mobilen Arbeit indentifiziert werden. Die Auseinandersetzung soll hierbei helfen die Thematik aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Im fünften Teil werden die Mobilitätmodalitäten dimensionalisiert und den Typen zugeordnet. Darauf folgt die vierte und letzte Deskription, sowie die Rücküberprüfung der Verallgemeinerbarkeit der Typen anhand des quantitativ erschlossenen. Im sechsten Teil erfolgt die Beschreibung und Ableitung der Anforderungskriterien bzw. Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen. Methodisch wird mit der Arbeit somit ein heuristischen Ansatz verfolgt, der auf einer Analyse der grundlegenden Bedingungen der mobilen Arbeit aufbaut und dies durch eine rückblickende Betrachtung auf die Erwerbsarbeit und vor allem im Hinblick auf den technologischen Wandel hin konkretisiert.


: Kapitel

struktureller wandel


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Struktureller Wandel :: Wandel der Erwerbsarbeit

2.1 Wandel der erwerbsarbeit

Neue Formen der Arbeits- und Betriebsorganisation

:

Wandel der Erwerbsarbeit

Ziel der nachfolgenden Betrachtungen ist eine Bestandsaufnahme mobiler und mediengestützter Arbeit im Zusammenhang des strukturellen Wandels. Dabei sollen die Treiber, heutiger Auswirkungen und Chancen zukünftiger Arbeit aufgezeigt werden. Darüber hinaus werden derzeitige Entwicklungspfade neuer Arbeitsformen aus entsprechend veränderten Organisationsformen der Unternehmen beschrieben. Globale, wirtschaftliche, demographische, sowie technologische Entwicklungen, verändern seit Jahren die Erwerbssphäre und damit auch die Gesellschaft. Die anfänglich fordistisch-tayloristischen und durch die Industrie geprägte Arbeitswelt löst sich nach und nach auf, dabei entstehen neue Formen der Arbeits- und Betriebsorganisation. [vgl. Badura, 2012, S.1] „Der französische Ökonom Jean Fourastie stellte 1954 erstmals das Drei-Sektoren-Modell vor, in dem Landwirtschaft und Bergbau als primärer Sektor, Produktion als sekundärer Sektor und Dienstleistungen als tertiärer Sektor firmierten und mit dem bis heute die Veränderungen volkswirtschaftlicher Strukturen beschrieben werden.“ [Wilke 1998, S.23]; [Bpb, 2012] Seit Mitte des 20. Jahrhundert ist eine sektorale Verschiebung der Erwerbsarbeit zu erkennen. 1960 waren im primären Sektor 13,7% der Erwerbstätigen beschäftigt. Im sekundären sank die Beschäftigung auf 47,9% und im tertiären stieg die Zahl auf 38,3%. Diese Entwicklung nahm im Laufe der Zeit eine stärkere Dynamik an, so dass schon im Jahr 1999, im primären Sektor die Zahl auf 2% sank, während im sekundären nur auf 38% sank, stieg die Zahl jedoch im tertiären Sektor auf 60%. Heute liegt der primäre Sektor gegen null während der sekundäre Sektor weiter stagniert und der tertiäre weiter ansteigt. Bestimmte Branchen und Berufe aus der Fertigung verschwanden und wurden durch Dienstleistungsberufe ersetzt. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wandelte sich somit auch der Arbeitsbegriff. Arbeit wurde zu Erwerbsarbeit und zum Mittelpunkt der Gesellschaft. [vgl.: Raffeiner, 2008, S.17] Unter Erwerbsarbeit versteht man die bezahle Arbeitsleistung im Gegensatz zur unentgeltlichen Arbeit. [vgl.: Baukrowitz, 2004, S.3] Dieser Umbruch der Erwerbsarbeitssituation, wird anhand der Jahresarbeitszeit ebenso deutlich. Im Jahre 1970 beispielsweise betrug die Jahresarbeitszeit etwa 1885 Stunden. Sie verringerte sich bis ins Jahr 1995 auf 1500 Stunden. Die Effektive Arbeitszeit betrug 1970 36,3 Stunden, so waren es 1995 nur noch 28,9 Stunden. [vgl.: Wilke, 1998, S.90] Die Zunahme der Lebenserwartung beeinflusste diesen Umbruch zusätzlich. Die Erwerbstätigen waren um die Jahrhundertwende zwischen 15 und 70 Jahre alt, heute zwischen 15 und 58 Jahren. [vgl.: Wilke 1998, S.215]


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Durch den technischen Fortschritt und damit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnete sich der Durchbruch der Informatisierung - neue Arbeitsplätze und Tätigkeiten wurden erschaffen.

1981 entwickelte die OECD erstmalig ein Vier-Sektoren-Modell, dass durch die „Information“ erweitert wurde. Die Erwerbsstruktur zeigte starke Entwicklungen zur Informationsgesellschaft. Mit der Entwicklung der Globalisierung in den achtziger und Neunziger Jahren und der parallel laufenden technischen Fortschritt eröffnete sich der Durchbruch der Informatisierung. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien schafften neue Arbeitsplätze und Tätigkeiten. [vgl.: Baukrowitz, 2001, S.220] Erwerbstätige wurden nicht mehr nach ihrer Zugehörigkeit zu traditionellen Wirtschaftssektoren eingeteilt, sondern auch nach ihrer dort vorrangig ausgeübte Tätigkeit. [vgl. Wilke 1998, S.23] Gleichzeitig nahm die “Kopfarbeit” gegenüber der “Handarbeit” eine immer größer werdende Rolle ein. Die Informationssysteme und Informationen als Arbeitsmittel wurden immer mehr Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit. [vgl. Baukrowitz, 2001, S.220] Aufgrund der Verwissenschaftlichung der Industrie und die zunehmende Bedeutung der “Kopfarbeit” gegenüber der “Handarbeit”, welche eine anwachsende Komplexität in der Verarbeitung der Informationen nach sich zog, nahm die Entwicklung der Informatisierung einen enormen Entwicklungsprung ein. [vgl. Baukrowitz, 2001, S.220] Heute arbeiten 50 Prozent aller Erwerbstätigen in Informationsberufen, unabhängig davon, ob sie in der Landwirtschaft, der Produktion oder in der Dienstleistung tätig sind. Arbeitskräfte, die hauptsächlich in „Informationsberufen“ arbeiten, gehören damit zur größten Gruppe der Berufstätigen. [vgl. Enquete-Kommission, 2002, S. 260]

Vier-Sektoren-Modell

Neue Arbeitsplätze durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien

Heute arbeiten 50 Prozent aller Erwerbstätigen in Informationsberufen.

50

[01]

information

landwirtschaft

Abb.: Erwerbsarbeit nach vier Wirtschaftssektoren 1882-2010 Quelle Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB)

40 30

produktion

20

Dienstleistungen

10

1882

1902

1921

1941

1961

1981

2001

2010


Struktureller Wandel :: Wandel der Mobilität

2.2 wandel der mobilität

Erst durch Goethe und Humboldt wurden Reisen als eine Möglichkeit für die Erweiterung von sozialen Fähigkeiten und Wissen angesehen.

Veränderung und Entwicklung der Berufsstrukturen im Zusammenhan sozialer und geographischer Mobilität

Bis ins 18. Jahrhundert wurde Mobilität im Sinne von Reisen und Ortswechsel als etwas gefährliches angesehen. Nur wenige Berufsgruppen, wie Händler und Soldaten verließen in dieser Zeit ihren heimischen Ort. Erst durch Goethe und Humboldt wurden Reisen als eine Möglichkeit für die Erweiterung von sozialen Fähigkeiten und Wissen angesehen. Ende des 19. Jahrhunderts wanderten in diesem Zusammenhang tausende von Menschen in andere Länder aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. [vgl. Schneider 2008, S.17] Somit wurde durch die Industrialisierung tägliches Pendeln in die Stadt zum Massenphänomen. „Unter soziale Mobilität wird die Bewegungen oder der Wechsel zwischen beruflichen Positionen (berufliche Mobilität) bzw. zwischen sozialen Lagen, Schichten oder Klassen (Schichten- oder Klassenmobilität) verstanden.“ [Berger, 2000, S.1] “Mobil zu sein heißt, im engsten Sinn des Wortes, beweglich sein, sich räumlich und sozial nicht immer am gleichen Ort aufzuhalten.” [Schneider 2008, S19] Berufliche Mobilität bietet heute die Chance des beruflichen und sozialen Aufstiegs. Das Thema mobile Arbeit kam in den 1990er Jahren in die Diskussion als “mobile Telearbeit”. Erst seit wenigen Jahren wurde der Begriff “mobile Arbeit” als Tätigkeit definiert, „die regelmäßig außerhalb oder ständig außerhalb der betriebliche Arbeitsstätte verrichtet wird, entweder vor Ort beim Kunden oder unterwegs auf Reißen, verbunden mit langen Anwesenheitszeiten vom Betrieb.” [Brandt, 2010, S.9] In der Vergangenheit war die Berufsmobilität vornehmlich auf die Chefetagen beschränkt, heute ist sie zu einer ständigen Herausforderung für viele geworden.[vgl. Schneider 2008, S.16] So sind heute Dienstreisen zunehmend als ein integrativer Bestandteil vieler Tätigkeiten geworden. Die damit verbundenen Belastungen bleiben oftmals unberücksichtigt, da Mobilität nach wie vor mit Freiheit und einem hohen Maß an Autonomie gleichgesetzt wird. [vgl.Brandt, 2010, S.8]


21

„new work“ :: :: :: :: :: :: :: :: ::

ort mobil

flexible Hierachien flexible interdisziplinäre Teams Prozess- und Projekt arbeit Ad hoc Arbeit Zielvereinbarung Selbstverantwortung für komplexe Aufgaben Einzelanweisung von Arbeit Digitalisierung Zusammenwachsen von Arbeit und Freizeit

Struktur dezentral

zeit flexibel

„old work“ :: hierarchische Unternehmen :: starre Abteilungsstruckturen :: fachlich orientierte Einzelarbeit :: starre Arbeitszeiten :: Anwesenheitskontrolle :: Einzelanweisung von Arbeit :: Papierflug :: Trennung von Arbeit und Freizeit

[02] Abb.: Koordinaten der Bürowelt Spath/Bauer 2006: S.:11


e

Struktureller Wandel :: Wandel der Technologie

2.4 wandel der technologie

Im 17. Jahrhundert wurde durch die Verbreitung des Briefes, das erste mal, eine Möglichkeit geschaffen, eine Nachricht und deren Inhalt vom Übermittler zu entkoppeln.

Im 17. Jahrhundert wurde durch die Verbreitung des Briefes, das erste mal, eine Möglichkeit geschaffen, eine Nachricht und deren Inhalt vom Übermittler zu entkoppeln. [vgl. Höflich, 1996, S.10] Mit der Entwicklung der elektrischen Telegraphie im 19. Jahrhundert und deren Weiterentwicklung in Form des Telefon im 20. Jahrhundert war es erstmals möglich große Distanzen quasi in Echtzeit zu überwinden. Während bei der Verwendung des Telegraphen die Interaktivität der Kommunikation noch durch das sequenzielle Übertragen der einzelnen Textnachrichten beschränkt war, ermöglichte das Telefon eine synchrone Übermittlung von Sprache und damit eine deutlich reichhaltigere Form der Kommunikation. Die Evolution der Telekommunikation betraf nicht nur allein das Telefon in seiner Wandlung zur multimedialen Videotelefonie oder zum ortsunabhängigen Mobiltelefon, sondern auch die Weiterentwicklung der ursprünglichen textbasierten Nachrichtenübertragung vom Telegraphen zum Telefax hin zur e-Mail. [vgl. Höflich, 1996, S.10] Die Einführung und Einsatz des ersten Personal Computers (PC) der Firma IBM 1980, wurde eine breite Vielfalt an synchronen und asynchronen Kommunikationsformen eröffnet. Gerade drei Jahrzehnte ist es her, dass der Computer in Privathaushalte und Unternehmen integriert worden ist, mit dem die verschiedensten Zwecke und Aufgaben verbunden werden konnten. Die ersten Technologien nahmen zunächst im Finanzwesen eine entscheidende Rolle ein und weniger in Produktion und Verwaltung. [vgl. Baukrowitz, 2001, S.21] Durch die Entwicklung des Internets und den daraus resultierenden Möglichkeiten entwickelte sich zunächst, die e-Mail. Die verhältnismäßig einfache Nutzung, sowie die von der Briefkommunikation übernommenen Gewohnheiten ermöglichten eine schnelle Verbreitung der e-Mail. Die massenhafte Verbreitung der E-Mail, als asynchrones, textbasierendes Medium, stellte gewissermaßen die Weiterentwicklung des klassischen Briefes dar. [vgl. Schaefer, 2010, S.3]; [vgl. Wermuth, 2005]


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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten sich langsam entsprechende informations- und prozessbezogene Organisationsformen von Märkten und Unternehmen und Techniken im Bereich des Management. Die Informations- und Kommunikationstechnologien waren nicht nur Werkzeug für Aufgaben und Tätigkeiten, sondern Teil eines Gesamtprozesses. [vgl. Baukrowitz, 2001, S.21] Dadurch konnten im gleichen Zug betriebliche Arbeitsprozesse rationalisiert werden.[vgl. Baukrowitz, 2001, S.220] Einseitig verarbeitete Informationen konnten dann durch die Kommunikationsprozesse auf ganz neue Weise interpretiert, erzeugt und eingesetzt werden. [vgl. Baukrowitz, 2001, S.220] Als dann neue grafische Betriebssystemumgebungen entwickelt wurden, entstanden auch neue Formen der Informationserzeugung durch die wachsende Entwicklung der Softwareentwicklung. Das Internet wurde erst 1992 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Internet ist heute für viele Menschen zum wichtigsten Lieferanten und Hilfsmittel geworden, wenn es um Informationssuche, Wissensbereicherung, Kommunikationsmöglichkeiten oder Unterhaltung geht. Zugleich wird die neue Medientechnik für die Gestaltung des Alltags vieler Menschen immer wichtiger und nimmt in Bezug auf die Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen eine essenzielle Rolle ein. [vgl. ITMedia, 2011, S.279] Die mobile Telefonie ist erst seit einem Jahrzehnt allgemein verbreitet. Im wirtschaftlichen als auch im privaten Umfeld ist ein Leben ohne diese Technologie unvorstellbar geworden. Unzählige Anwendungen hinsichtlich der IKT-Infrastruktur wurden seit Mitte der 1990er entwickelt. Diese Entwicklung hat grundlegende Prozesse im privaten als auch im geschäftlichen Sekment beeinflusst. Die Art und Weise der Kommunikation, die Informationsbeschaffung, die Unterhaltung, sogar die Organisation und Durchführung der Arbeit und die Funktionsweise von Unternehmen und Märkten wurden grundlegend verändert. Durch die Durchdringung der IKTs in allen Lebensbereichen bildete sich die postmoderne Informationsgesellschaft auch als Wissengesellschaft bezeichnet, heraus. Dieser Prozess wird als Informationalisierung bezeichnet.

Die Arbeitwelt ist heute überwiegend durch digitalen Arbeitsmittel geprägt. Nichts hat in den letzten zwanzig Jahren die Arbeitswelt so stark verändert, wie die Informations- und Kommunikationstechnologien und damit die fortschreitende digitale Vernetzung. Nach einer von Bitkom 2010 durchgeführten Studie wachsen Organisationstechnik und der Unterhaltungselektronik mehr und mehr zusammen. Dabei wird von Medienkonvergenz gesprochen. Verschiedene Dienstleistungsmärkte, wie Zeitungswesen, Rundfunk, Film- und Telefondienste, Kabelfernsehen, wachsen immer stärker zusammen. Gründungen in den Branchen des ITK-Sektors befassen sich nach der Studie überdurchschnittlich häufig mit Forschung und Entwicklung. Informations- und Kommunikationsstechnologien gelten als wesentlicher Treiber für Produktivitätssteigerungen und Wachstum in heutigen Wirtschaft. [Vgl. Bitkom, 2010]


e

Struktureller Wandel :: Wandel der Altersstrukturen

2.5 wandel der altersstrukturen

Digitale Spaltung

Die Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen verläuft sehr dynamisch und man kann davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren noch verstärken wird und zunehmend ein zentrales Thema in der Gesellschaft einehmen wird. Dabei entstehen in immer kürzeren Abständen kontinuierlich neue Technologien. [Vgl. Bitkom 2010, IT-Media, 2011, S.279] Nichts hat in den letzten zwanzig Jahren die Arbeitswelt so stark verändert wie die Informations- und Kommunikationstechnologien und damit die fortschreitende digitale Vernetzung, Arbeitsteilung und Bürokratisierung der Gesellschaft. [vgl. Schwemmle, 2012, S.7] ;[vgl. Baukrowitz, 2001, S.220] Nicht einzig der wirtschaftliche Strukturwandel und die rasante technologische Entwicklung beeinflusst und verändert die Erwerbsarbeit. Der demographische Wandel und die damit einhergehende „digitale Spaltung“ führen zu Unterschiede in der Medienpräferenz und -nutzung. Während ältere Menschen auf konventionellen Kommunikationsmittel, wie e-Mail und Telefon zurückgreifen, tendieren jüngere Menschen zu netzwerkartigen Kommunikationsformen, wie social Media. Aktuelle Untersuchungen verdeutlichen, dass ältere Menschen generell eine andere Medienpräferenz und Mediennutzung haben als jüngere Menschen. Der Anteil der älteren Menschen, die das Internet nutzen, ist jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Diese Entwicklung vollzog sich jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau und auch langsamer als bei den jüngeren Altersgruppen. Dabei enstehen zunehmend unterschiedliche Kommunikationskonstellationen. Je älter eine Person ist, desto geringer ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass die Person das Internet nutzt. Neben dem Alter beeinflussen auch der Bildungsstand und der soziale Status die Wahrscheinlichkeit der Internetnutzung. Diese kurze Übersicht macht deutlich, dass in einer Kommunikationssituation das Alter ein kommunikations bestimmender Aspekt sein kann. Ob das Alter in einer Situation relevant oder irrelevant ist, hängt nicht nur von äußeren Umständen, sondern auch vom kommunikativen Verhalten der beteiligten Personen ab. [vgl. Kruse, Andreas, 2010, S.283]


25

30

[03]

25

Abb.: Entwicklung der Erwerbsbevรถlkerung in Deutschland nach Altersgruppen, in Mio. PersonenQuelle: Prognos AG

20

45-64

15

25-44

10 15-24

0 1960

1980

2000

2020


Struktureller Wandel :: Wandel der Bürokonzepte

2.6 wandel der bürokonzepte

Klassische Bürokonzepte

Alle klassische Bürokonzepte, die in den 1950er Jahren entstanden sind wurden aufgrund veränderter Arbeitsweisen angepasst bzw. erweitert. Primäres Unterscheidungsmerkmal ist die Grösse eines Raumes in Verbindung mit der Nutzungsart. Bis Anfang der 1990er-Jahre basierten alle Bürokonzepte auf der Annahme, dass jeder Mitarbeiter seinen eigenen, fest zugeordneten Arbeitsplatz hat. Die Bürokonzepte wurden den veränderten Arbeitsstilen schrittweise angepasst. Die Bürokonzepte konnten allerdings, nie alle Branchenübergreifend Bedürfnisse decken. [vgl. Spath/Kern 2003, S.130-134]

[04] Abb.: Abbildung: Zeitübersicht Bürokonzepte [Spath, Kern,2003), S.127]

zellenbüro groSSraumbüro gruppenbüro kombibüro

1950

Grossraumbüro

1955

1960

1965

1970

1975

1980

1985

Grossraum-Büros oder Open-Space-Büro, sind Räume die eine größere Arbeitsfläche bieten. Dadurch lassen sich einzelne Arbeitsplätze „individuell“, durch Stellwände, Schränke oder Raumin-Raum-Systeme separieren. Besonders für Unternehmen mit sporadischen Projekten gut geeignet. Inwieweit die Arbeitsplätze für konzentriertes Arbeiten oder kommunikative Aktivitäten nutzbar sind ist je nach Unternehmen und Mitarbeiter unterschiedlich. Die akustischen Qualität sowie der Licht- und Klimaplanung Aktivitäten müssen aufwendig und kostenspielig abgestimmt werden. [vgl. Goetz/Rundnagel, 2011] Gerade für die Teamarbeit in größeren Arbeitsgruppen, bietet diese Lösung einen guten Kommunikationsraum. Somit haben unterschiedliche Teams die Möglichkeit interdisziplinär zu arbeiten. Jedoch ist es nicht möglich ein vollkommen störungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Ebenso müssen im zentralen Bereich der Bürofläche zusätzliche Leuchten angebracht werden, da hier das Tageslicht nicht reicht. Ebenso kostspielig sind individuelle Klimatisierung- und Lichtsteuerrung. [vgl. Goetz/Rundnagel, 2011]


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Gruppenbüros sind vor allem für Kleinunternehmen sinnvoll, die durch eine gesamte organisatorische Einheit zusammenwirken. Somit sind die Mitarbeiter in der Lage im Arbeitsprozess schnell Informationen einzuholen. Ähnlich wie beim Grossraum-Büro sind individuelle Bedürfnis in Hinsicht auf Raumklima, Lichtregulierung und Geräuschpegel nur bedingt zu beeinflussen. [vgl. Goetz, 2011]

Gruppenbüro

Ein Kombi-Büro ist die Kombination von individuellen Einzel-Arbeitsraum mit zusätzlichen Multifunktionszone, die zur informellen Kommunikation und Besprechungen dient. Meistens stehen die Einzel-Arbeitsplätze entlang einer Fensterfront, während die Multifunktionszone sich in der Raummitte befindet. Je nach Unternehmen sind die Einzelarbeitsplätze unterschiedlich gut von Lärm geschützt. Somit sind die Mitarbeiter in der Lage relativ störungsfreie und vertraulich zu Arbeiten. Daraus ergibt sich ebenfalls eine individuelle Regelung von Klima und Licht. Die Multifunktionszone dient infolge der Platzsparenden Einzel-Räume für die Archevierung von Arbeitsmaterialien. [vgl. Spath/Kern 2003, S.130-134]

Kombi-Büro

Stationäre Raumkonzepte sind demnach für unterschiedliche Arbeitsprozesse und Unternehmensorganisationen, individuell anpassbar. Je nach Unternehmensstruktur, -größe und verfügbaren Budget, lassen sich diverse Raumkonzepte, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, erstellen. Die Hauptfunktionen dieser unterschiedlich konstruierten Büro-Räume betreffen die kommunikative, teamfähige, vertrauliche, Konzentrierte und kreative Aspekte der unterschiedlichen Arbeitsformen. [vgl. Spath/Kern 2003, S.130-134]

Wohlbefindlichkeits-Index

0,8

Büro-Attraktivitäts-Index

0,6

[05] Abb.: [Spath, Kern,2003), S.127]

0,4 0,2 0 -0,2 -0,4 -0,6

Kombi-Büro

Büroformenmix

Einzelbüro

Doppel-Kombi-Büro

2-Personen-Büro

Großraumbüro

Gruppenbüro

Mehrpersonen-Büro

-0,8


Struktureller Wandel :: Wandel der Arbeitsformen

2.7 wandel der arbeitsformen

Flexible Arbeitszeitmodelle

Lebensarbeitszeitkonto

Traditionellen Formen der Arbeitszeitflexibilisierung sind Schicht-, Wochenend-, Überstunden-, Gleit- oder Teilzeitarbeit. Neuere Modelle sind Lebensarbeitszeitkonten, die Vertrauensarbeitszeit und die Telearbeit. Flexible Arbeitszeitmodelle unterscheiden sich hinsichtlich herkömmliche Arbeitsmodelle durch die Gestaltungsparameter Dauer, Lage und Verteilung, wie auch anhand der betrieblichen Arbeitsorganisation. Wird einer dieser Parameter verändert spricht man von einen flexiblen Arbeitszeitmodell. [vgl. Linne, 2004] Beim Lebensarbeitszeitkonto handelt es sich um eine Form der Arbeitszeitflexibilisierung bei der die „geleistete Arbeitszeit in einem besonderen Wertguthaben [...] und zu einem künftigen Zeitpunkt zur kurz-, mittel- aber auch längerfristigen Freistellung von der Arbeit“ ermöglicht. Vertrauensarbeitszeit sind Mitarbeiter selbst für die Einhaltung und aufgabengerechte Verteilung der Arbeitszeit verantwortlich, lediglich das Volumen der zu erbringenden Arbeitszeit wird vom Arbeitgeber festgelegt. „Die Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder zeitweise an einem außerhalb der zentralen Betriebsstätte liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird.“ Arbeitnehmer können ihre Arbeit, mit mobilen Geräte, wie Notebooks, Smartphones oder Tablet-PCs außerhalb der Bürogebäude und Arbeitszeiten verrichten. „Durch fortlaufende Innovationen in Bezug auf die Arbeit- und Organisationsmittel verändern sich somit Arbeitsformen und -anforderungen.“ Hierbei haben sich unterschiedliche Formen der Telearbeit ergeben. Sie lassen sich zunächst in zeitliche und räumliche Dimensionen einteilen. Bei der zeitlichen Dimension haben sich zwei verschiedene Grundtypen herausgebildet: :: ::

reine Telearbeit alternierende Telearbeit

Bei der reinen Telearbeit handelt es sich um ein dezentralen Bildschirmarbeitsplatz, während der Telearbeiter die gesamte Arbeitszeit ausserhalb vom Arbeitsplatz des Arbeitsgebers arbeitet. Hierbei handelt es sich um die heimbasierte Telearbeit und die Arbeit in Telecentren. [vgl. Linne, 2004] Die alternierende Telearbeit stellt eine Mischform aus der Tätigkeit am Telearbeitsplatz und dem betrieblichen Arbeitsplatz dar. Der Beschäftigte wechselt zeitweise zwischen den beiden Arbeitsorten. In der Typologie, die Telearbeit nach dem Merkmal der räumlichen Verteilung des Telearbeitsortes klassifiziert, werden vier Formen der Telearbeit unterschieden: :: :: :: :: :: :: ::

reine Telearbeit alternierende Telearbeit virtuelle Telearbeit mobile Telearbeit - temporär oder beweglicher Arbeitsplatz Projektbasierte Telearbeit Telehaus virtuelle Unternehmen


29

Bei einem Satellitenbüro handelt es sich um wohnungsnahe Büroräume von Unternehmen, die sich nicht im Betriebsgelände befinden. Die fehlende Kommunikation wie beim einzelnen Telearbeitsplatz zu Hause, wird hierbei kompensiert. Ähnlich wie bei Satellitenbüros befinden sich Nachbarschaftsbüros in räumlicher Nähe zu den Wohnorten der Telearbeiter. Jedoch arbeiten hier, im Gegensatz zu Satellitenbüros, Mitarbeitern mehrerer Unternehmen. On-Site-Telearbeit bezeichnet die Ausführung von Telearbeit am Ort des Wertschöpfungspartners oder -prozesses, wobei die Telearbeitsplätze stationär eingerichtet sind.

Auslagerung von...

zeitlich

Arbeitsort

Desk-sharing

Satellitenbüro Nachbarschaftsbüros On-Site-Telearbeit

[06] Abbildung: eigene Darstellung in Anlehnung an [TA 1997, S.13]

Teleheimarbeit

einzelnen Arbeitsplätzen

permanent

zu Hause

alternierende Telearbeit

einzelnen Arbeitsplätzen

teilweise

zu Hause und im Büro

Satelitenbüro

mehrere Arbeitsplätzen

teilweise oder permanent

wohnortnah

Telecenter

Dienstleistungsangebot an Büroräumen mit Telearbeitsplätzen

Teleservicecenter

Angebot von Dienstleistungen für dezentrale wohnortnah Unternehmen

mobile Telearbeit

einzelnen / mehrere Arbeitsplätzen

teilweise oder permanent

wohnortnah

an beliebigen Orten


Struktureller Wandel :: Wandel der Arbeitszeiten

2.8 wandel der arbeitszeiten

Business Center sind temporäre Büros mit Dienstleistungs-Funktionen. Diese können vollständig ausgestattet gemietet werden. Diese Räumlichkeiten werden häufig von Mitarbeitern unterschiedlicher Unternehmen für gemeinsame Projekte genutzt. Da diese temporäre Bereitstellung von Arbeitsfläche zusammen mit diversen Geräten und Dienstleistungen vermietet werden, wird auch in diesem Zusammenhang von „Hoteling“ gesprochen. [vgl. Martin, 2006, S.65] Als Call Center werden Arbeitsplätze bezeichnet, die aufgrund wechselnden zeit- und schichtabhängiges Personal, „leicht“ an den persönlichen Bedürfnisse anpassen werden können. [vgl. Martin, 2006, S.47] Beim Desk Sharing werden Arbeitsplätze nicht einzeln für Beschäftigte persönlich bereitgestellt, sondern werden mit Kollegen geteilt. Die Bürofläche wird dadurch reduziert. Fachliche und persönliche Unterlagen werden separat in Containern (Caddies)gelagert. [vgl. Martin, 2006, S.62] Coworking Spaces werden genutzt, um jenseits des Home Office zu arbeiten sowie von dem produktiven Klima und dem Experten-Netzwerk zu profitieren. Business Center stellen einen Schreib-, Sekretariats- oder Telefondienste für Coworker übernehmen oder eine Geschäftsadresse zur Verfügung stellen. [vgl. Coworker, 2011]

NORMALARBEITSVERHÄLTNIS

[07] Abb.: eigene Darstellung

MOBILES ARBEITENSVERHÄLTNIS

ort

Betrieblicher Arbeitsplatz

wechselnd (B/SOHO/mobil)

zeit

geregelte Arbeitszeiten

flexibel / asynchron

status

abhängige Beschäftigung

Tendenz zur Selbstständigkeit

lohn / gehalt

nach Stunden

auftragsbezogen, ,m-b-o‘

arbeitskultur

nach Vorgabe

eigenständig, selbstgesteuert

hierarchie

top-down

netzwerkartig, delegativ


31

Mobile Arbeitsbedingungen Mobile Arbeit wird unterschiedlich definiert. Schwemmer beschreibt die mobile Arbeit als „digitale Arbeit“, die sich einerseits am Nutzungsgrad entsprechender informations- und kommunikationstechnischer Arbeitsmittel orientiert und andererseits an der Verbreitung von Arbeitsplätzen, bei denen als Arbeitsgegenstände überwiegend (digitalisierbare) Informationen verarbeitet werden. [vgl. Schwemmle, 2012, S.23] Arbeit ist nach Brandt nur dann mobil, wenn über 20% der Arbeitszeit außerhalb des Firmenbüros, mit neuen Informationstechnologien gearbeitet wird. [vgl.Brandt, 2010, S.10] Bretschneider/ Kohn bennenen jede ortsunabhängige Form von Informationstechnologien gestützter Arbeit, als IT-gestützter Arbeit. [vgl. Bretschneider/Kohn, 2010, S.35]

Begriffsklärung „mobiler Arbeit“

“Mobile IT-gestützte Arbeit ist eine der dynamischsten und herausfordernsten der derzeit existierenden Arbeitsformen. Mobile IT-gestützte Arbeit ist jedoch alles andere als bloßes Arbeiten mit mobiler Informationstechnologie. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein von einer Vielzahl von Einflussfaktoren bestimmtes mehrdimensionales komplexes System.” [Kohn/Bretschneider, 2010, S.35] Mobile Arbeitsbedingungen unterscheiden sich hinsichtlich konventionellen Ach-StundenTag, von Montag-Freitag, durch Arbeitzeit und Arbeitsort ist im ständigen Wechsel, bieten also oft hohe Vielfalt und Abwechslung, fordern aber auch hohe Flexibilität, Qualifikation und Kompetenz. Diese neue Form der Arbeitsorganisation muss erst gelernt werden, noch können nicht alle mit dieser neuen Freiheit umgehen. Viele Beschäftigte fällt die Trennung zwischen Freizeit und Arbeit schwer. Die Problematik der Entgrenzung, wird gleichzeitig durch die Nutzung eigener Geräte für Beruf- und Privatleben, potensiert. Auf der einen Seite kann man überall arbeiten und auf der anderen Seite muss man dann auch überall arbeiten. [vgl.Kohn/Bretschneider, 2010, S.35] Gerade in der New Economy, also dem Teil der Wirtschaft, der nichts Materielles, sondern virtuelles produziert, ist Mobilität und Veränderungen zum Wert erhoben.” [Schneider 2008, S. 20] Bei mobiler Arbeit sind die Arbeitsumgebungen und Kommunikationspartner jeweils unterschiedlich. Mobiles Arbeiten findet an unterschiedlichen Arbeitsorten statt und ist verbunden mit häufigen Reisen und dem Wechsel der Kooperationspartner. Die Kommunikation erfolgt virtuell per Handy, und E-Mail. Mit dem Notebook als persönliche Grundausstattung werden das Auto, oder der Zug, Bahnhöfe, Flughäfen, Rastplätze, Hotels zu “flüchtigen” Arbeitsplätzen, neben den Arbeitsplätzen bei diversen Kunden, im Büro und dem Home-Office. [vgl.Böhne, 2012, S. 23] “Die daraus resultierende Vermischung zwischen Arbeit und Freizeit wird deshalb immer mehr Menschen Wirklichkeit. Die herausfordernde Abgrenzung beider Bereiche birgt nach Meinung einiger Experten besondere Gesundheitsrisiken, die aus einer gestörten Work-Life-Balance erwachsen.” [Böhne, 2012, S. 24] “Wege zum Arbeitsplatz entfallen und Dienstreisen werden reduziert. Frei Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort ist bereits heute aufgrund der hohen Nachfrage nach diesen Arbeitsplätzen Teil des Employer-Brandings von Unternehmen.” [Böhne, 2012, S.25]

Arbeitsrecht


Struktureller Wandel :: Wandel der Arbeitsschutzbedingungen

2.9 wandel der arbeitsschutz-bedingungen

Bildschirmarbeitsschutzverordnung Die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten, gibt allgemeine Hinweise zum Arbeitsschutz zu Bildschirmen, Tastaturen, sonstige Arbeitsmittel. (BildscharbV) Dabei werden auch Aussagen über die Gestaltung und Anwendung von Software getroffen. “Zusammenwirken Mensch - Arbeitsmittel 20. Die Grundsätze der Ergonomie sind insbesondere auf die Verarbeitung von Informationen durch den Menschen anzuwenden. 21. Bei Entwicklung, Auswahl, Erwerb und Änderung von Software sowie bei der Gestaltung der Tätigkeit an Bildschirmgeräten hat der Arbeitgeber den folgenden Grundsätzen insbesondere im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit Rechnung zu tragen: 21.1 Die Software muß an die auszuführende Aufgabe angepaßt sein. 21.2 Die Systeme müssen den Benutzern Angaben über die jeweiligen Dialogabläufe unmittelbar oder auf Verlangen machen. 21.3 Die Systeme müssen den Benutzern die Beeinflussung der jeweiligen Dialogabläufe ermöglichen sowie eventuelle Fehler bei der Handhabung beschreiben und deren Beseitigung mit begrenztem Arbeitsaufwand erlauben. 21.4 Die Software muß entsprechend den Kenntnissen und Erfahrungen der Benutzer im Hinblick auf die auszuführende Aufgabe angepaßt werden können. 22. Ohne Wissen der Benutzer darf keine Vorrichtung zur qualitativen oder quantitativen Kontrolle verwendet werden.” Bei der Bearbeitung von Aufgaben entstehen durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationssystemen vielfältige körperliche und psychische Belastungen, die im folgenden genauer erläutert werden. Psychische Belastung beschreibt die „individuelle, zeitlich unmittelbare und nicht langfristige Auswirkung der psychischen Belastungen im Menschen, in Abhängigkeit von seinen „Die Anfor derungen, die sich aus den Arbeitsaufgaben ergeben, kennzeichnen die Schwere und Schwierigkeit einer Arbeit“. [Bokranz, 2000, S.47]. Unmittelbaren Auswirkung sind je nach Verhalten der Person sehr unterschiedlich, und haben demzufolge auch unterschiedlich Folgen. [Vgl. BGW-Stresskonzept] Belastungen psychischer Art sind zu nennen: :: Beanspruchungen des Gedächtnisses :: hohe Anforderungen der Aufmerksamkeit und Konzentration durch andauernde Tätätigkeit :: Neuorientierung durch geänderte oder unklare Informations-und Funktionsstrukturen. :: ständig veränderte Lösungen neuer Aufgaben


33

Beanspruchung, Belastungen und Anforderungen Jedoch sind gewisse Beanspruchungen wichtig und lebensnotwendig, da sie Geist und Körper in bestimmten Situationen anregen. [Vgl.Herczeg, 2011, S.26] Somit ergeben sich dabei positive Wirkungen wie:

:: :: :: ::

Freude Motivation Leistungssteigerung und Kompetenzerwerb und Qualifikationen

Sind Beanspruchungen nicht zu regulieren werden diese bemerkbar durch:

::

Ermüdung

Die Anforderungsanalyse bildet die Grundlage jeglicher Bewertung. Das Genfer Schema von 1950 legte vier Kriterien fest: : : : :

Können, Belastung, Verantwortung und Arbeitsumgebungsbedingungen.

Ähnlich verwendet werden die Begriffe Tätigkeitsanforderungen und Leistungsvoraussetzungen. Die Aufgabe und die Umgebungsbedingungen, unter denen sie zu erbringen ist, kennzeichnen die Anforderungen. Richtlinien und Normen sind ebenfalls in der ISO 9241 beschrieben. Dabei spielen soziale Gegebenheiten wie der Kontakt zu Kunden oder Kollegen ebenfalls eine Rolle, welche die Arbeitsabläufe direkt oder indirekt beeinflussen können. So können beispielweise Telefonate mit Kunden oder Gespräche mit Kollegen den Arbeitsfluss stören. Hacker beschreibt in diesem Zusammenhang zwei unterschiedliche Arbeitsbedingungen die Einfluss auf die Tätigkeit haben: [Hacker, 1986, S.34] auf den Arbeitenden einwirkende Arbeitsbedingungen : allgemeine, gesellschaftlich-ökonomische und raum-zeitliche Arbeitsbedingungen und : arbeitspezifische Arbeitsbedingungen : Arbeitsbedingungen hinsichtlich für die Tätigkeit relevanten Arbeitsmittel, zeitliche Vorgaben, und Kooperationsformen. personale Bedingungen der Leistungsvoraussetzung der Arbeit : habituelle Leistungsvoraussetzungen wie körperliche und pychische Leistungsvoraussetzungen : aktuelle Leistungsvoraussetzungen die während der Tätigkeit entstehen.


Struktureller Wandel :: Zielsetzung

Körperliche Belastungen durch die Computerarbeit sind zu nennen: :: die jeweilige Körperhaltung an Nacken, Schultern und Rücken entstehen :: intensives Benutzen von Eingabegeräte an Hände und Arme :: permanente Betrachtung von Bildschirmen und vorallem zu kleinen Bildschirmen des Sehvermögens :: Störgeräusche und akustische Ausgaben des Hörvermögens :: elektromagnetischer Felder und Strahlungen Das Arbeitssystem dient der Erfüllung einer Arbeitsaufgabe. [vgl.: REFA 2002 S. 64-68] In der arbeitspsychologischen und -wissenschaftlichen Literatur werden folgende Gegenstandsbereiche genannt [vgl.: Schlick, 2010 S.36-38]: Arbeitssystem

Das Arbeitssystem nach Martin :: :: :: :: :: :: ::

Arbeitsaufgabe, definiert den Zweck des Arbeitsystems Eingabe, Arbeitsgegenstände in Form von Informationen oder Energie Arbeitsperson, als Aufgabenträger Arbeitsmittel, für die Bewältigung der Arbeitsaufgabe Arbeitsablauf, in Verbindung zeitlicher und räumlicher Faktoren in Zusammen hang der Eingabe und Arbeitsperson und des Arbeitsmittel Arbeitsumwelt, direkte und undirekte, physikalische, organisatorische und so ziale Einflüss auf den Arbeitsplatz Ausgabe, als Ergebniss des Arbeitsprozesses

Büroarbeitsplätze werden im Allgemeinen als Computer- oder Bildschirmarbeitsplätze bezeichnet. Konventionelle Arbeitsplätze sind stationäre Arbeitsräume in Unternehmen. Sie bestehen meist aus Arbeitstisch, Arbeitsstuhl, Bildschirm, Tastatur, Maus und den Computer. Je nach Tätigkeit und Arbeitstil verfügen die Beschäftigte über weitere Hilfsmittel. Unter Arbeitsumgebungen sind räumlich Einflüsse auf den Arbeitsplatz gemeint. Diese sind beispielweise Größe des Raumes, Klima, Lichtverhältnisse und die Umgebungslautstärke. Diese Beide Arbeitsbedingungen beeinflussen sich gegenseitig. Einflüsse die durch die Veränderlichkeit der Ausübung der Tätigkeit in Abhängigkeit von Lernprozesse, Leistungsfähigkeit, Bildungs- und Persönlichkeitsentwicklung kommen hierbei ebenfalls hinzu. Sowie ungeplante und temporäre Einflüsse auf die Arbeit. Die Enstehenden Arbeitsergebnisse im Arbeitsprozess können ebenfalls neue Arbeitsbedingungen hervorbringen [vgl. Hacker, 1986, S.41] „Der Begriff „Arbeitsgestaltung“ steht für die systematische Veränderung technischer, organisatorischer und (oder) sozialer Arbeitsbedingungen mit dem Ziel, diese an die Leistungsvoraussetzungen des arbeitenden Menschen anzupassen, sodass sie der Erhaltung und Entwicklung der Persönlichkeit sowie der Gesundheit der arbeitenden Menschen im Rahmen effizienter und produktiver Arbeitsprozesse dienen.“ [Dunkel & Volpert, 1997, z.a. Nerdinger, 2011, S.350]


35

Bestehende Arbeitsschutzgesetze und Verordnungen sind für mobile IT-gestützte Arbeit, wie im dagestellten Tabelle, entweder zu allgemein, aber dafür anwendbar oder zu detailliert definiert und dadurch nicht mehr anwendbar. Das Arbeitsschutzgesetz, das Arbeitszeitgesetz und das Arbeitssicherheitsgesetz sind allgemein definiert und daher anwendbar. Bei der Arbeitsstättenverordnung und die Bildschirmarbeitsverordnung, sind jeweils die Arbeitsorte Variablen und keine Invarianten und daher nicht anwendbar. Dennoch geben sie Aufschluss über eine Vielzahl grundlegender und pragmatischer Anforderungen an einen Arbeitsplatz, die auch für die mobile Arbeit sinvoll sind. So fordert die Arbeitsstättenverordnung beispielsweise möglichst kurze Wege ins Freie, ausreichendes Tageslicht und gesundheitlich zuträgliche Atemluft. Bei der Bildschirmarbeitsverordnung werden beispielsweise, reflexions- und blendungsfreie Bildschirme, ergonomische und deutlich beschriftete Tastatur, ausreichenden Raum für wechselnde Arbeitshaltungen, niedrige elektromagnetische Strahlung der Geräte, ergonomische Informationsdarstellung und an die Aufgabe angepasste Software als Anforderungen an den Arbeitsplatz und dessen Ausstattung aufgeführt. [vgl.Kohn/ Bretschneider, 2010, S.38]

Ansatz

ABSTRAKTIONSGRAD

ANWENDBARKEIT

ArbSchG

allgemein

anwendbar

AsiG

allgemein

anwendbar

ArbZG

allgemein

anwendbar

ArbStättV

konkret

nicht anwendbar (teilweise Übertragungspotenzial)

BildschArbV

konkret

nicht anwendbar (teilweise Übertragungspotenzial)

Normen (z. B. DIN EN ISO 9241)

konkret

teilweise anwendbar

[08] Tabelle: Anwendbarkeit und Potenzial statischer Ansätze auf mobile gestütze Arbeit [Kohn/ Bretschneider, 2010, S.38]


Struktureller Wandel :: Zielsetzung

Folgen mobiler Arbeit In der Vergangenheit wurden Arbeitsplätze durch Richtlinien und Normen für ergonomischen Anforderungen angepasst. Dabei haben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Raumkonzepte entwickelt, die je nach der Anforderung der Tätigkeit, Branche oder Arbeitsstil, den bestmöglichen Nutzen erbringen konnte. Die ergonomischen Defizite ortsflexibler, digitaler Arbeit resultieren aus dem Umstand, dass bestimmte Normen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die für ortsfeste Arbeitsplätze gelten, hier nicht zur Anwendung gelangen, weil die „zugrunde liegenden Invarianten bei mobiler IT-gestützter Arbeit variabel sind“ [Bretschneider-Hagemes/Kohn 2010, S. 38]. Dies trifft insbesondere auf die Arbeitsstättenverordnung und die Bildschirmarbeitsverordnung zu. Letztere hat ausweislich ihres § 1 Abs. 2 ausdrücklich keine Geltung „für die Arbeit an Bildschirmgeräten für den ortsveränderlichen Gebrauch, sofern sie nicht regelmäßig an einem Arbeitsplatz eingesetzt werden“. Zum Problem fehlender Schutznormen tritt zusätzlich ein strukturelles Kontrollproblem bei „entbetrieblichter“ Mobilarbeit: Anders als gängige kollektive Regulierungen lassen sich Rahmensetzungen für digitalisierte mobile Arbeit vielfach nicht mehr auf klar definierte, stabile Örtlichkeiten und daran gekoppelte Verantwortlichkeiten – z. B. von Vorgesetzten, Betriebsräten, Arbeits-, Gesundheits- und Datenschützern – im Rahmen betrieblicharbeitsteiliger Strukturen beziehen. Solche Arbeitsformen liegen damit zwar nicht außerhalb des Zuständigkeits-, aber doch außerhalb des klassischen „Zugriffsbereichs“ der genannten Akteure. [Schwemmle, 2012, S.57] Die wichtigste Norm für die Bildschirmarbeit und Eingabegeräte sind die ISO 9241-5 zu nennen, sowie weitere Ausführungen der ISO 9241. Aufgrund der räumlichen Flexibilisierung, der Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien entstehen neue Situationen und Arbeitsformen und damit neue Anforderungen. Bei der Bearbeitung von Aufgaben entstehen durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationssystemen vielfältige körperliche und psychische Belastungen, die im folgenden genauer erläutert werden. Psychische Belastung beschreibt die „individuelle, zeitlich unmittelbare und nicht langfristige Auswirkung der psychischen Belastungen im Menschen, in Abhängigkeit von seinen „Die Anforderungen, die sich aus den Arbeitsaufgaben ergeben, kennzeichnen die Schwere und Schwierigkeit einer Arbeit“. [Bokranz, 2000, S.47]. Wer über längere Zeiträume ständig mit dem Notebook auf den Knien arbeiten, kleine SmartphoneTastaturen bedienen und spiegelnde Monitore in schummriger Beleuchtung ablesen muss, hat ein vergleichsweise hohes Risiko, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erleiden. [vgl. Schwemmle, 2012, S.57] Der Verband der Berufsgenossenschaften nennt als typische Folgen mobiler Arbeit unter ungünstigen Bedingungen Schulter- und Nackenprobleme, Schmerzen der Halswirbelsäule und tränende, brennende Augen [o.V. Sicherheitsreport 2012], [Schwemmle, 2012, S.57] Die Krankheitstage wegen psychischer Beschwerden sind nach Berechnungen der DAK, von 2009 auf 2010, um über 13 Prozent angestiegen. Seit 2008 sind die psychischen Erkrankungen in Deutschland um 50 Prozent gestiegen. http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/152915/index. html


37

Arbeitsunterbrechungen und Multitasking “Arbeitsunterbrechungen haben in den letzten Jahren als Stressoren an Bedeutung gewonnen.” [Rigotti/Baethge, 2012, S.61] Die Nutzung sogenannter “Work extending technology” (WET), also mobile Endgeräte wie Smartphone, Tablet-PC und Notebook, mit denen Arbeitsinhalte ortsunabhängig bearbeitet werden können, verlängerten Arbeitszeiten außerhalb des Büros. Dies zeigt eine Kanadische Studie bei Büroangestellten im öffentlichen Dienst und Wissensarbeitern in einem Unternehmen. [vgl.Duxbury, LE et al., 2006, 305] “Eine Unterbrechung ist die kurzzeitige Aussetzung einer menschlichen Handlung, welche durch eine externe Quelle verursacht ist (also nicht durch den Unterbrochenen selbst). Sie führt zu einem Aufschub der eigentlichen Handlung, da eine ungeplante Aufgabe angefangen wird. Dies geschieht mit der Absicht, die eigentliche Handlung später fortzusetzen.” [Baethge/Rigotti, 2011, S.6] “Arbeitsunterbrechungen und Multitasking-Anforderungen entstehen aus der Notwendigkeit, verschiedenen Projekte gleichzeitig zu bearbeiten, die ständige Erreichbarkeit durch IKTs, aber auch fortlaufenden Veränderungen der Arbeitsinhalte, der Arbeitsorte und Arbeitszeit.“ [vgl. Rigotti/Mohr, 2011, S.61] In diesem Zusammenhang meint Arbeitsunterbrechungen, Unterbrechungen externer Quellen. Gerade die mobile Arbeit, die sich durch mobile Kommunikationsmittel und ortsunabhänige dezentrale Strukturen auszeichnet, ergeben sich diese Probleme. “Wer mediengestützt Multitasking betreibt tut sich nicht nur Online schwer, sondern lässt sich von Aufgaben ablenken.” [Paridon/Hupke, 2010, 65-80] “Zweitens werden solche ergonomisch suboptimalen Arbeitsmittel vielfach in wechselnden Umgebungen genutzt, die – aus der Perspektive von Arbeits- und Gesundheitsschutz – oft gleichfalls alles andere als ideal beschaffen sind: Züge, Autos, Hotelzimmer, Gaststätten, Wartebereiche in Bahnhöfen und Flughäfen sind hinsichtlich des Mobiliars, der Lichtverhältnisse, der Geräuscheinwirkungen und weiterer Umgebungsfaktoren häufig weit ungünstigere Arbeitsorte als das klassische Büro.“ [Schwemmle, 2012, S.57] “Ein erhöhtes Risiko besteht bei digitaler Arbeit auch im Bereich des allgemeinen Datenschutzes. Beschäftigte trifft insbesondere bei mobiler Arbeit oder bei Telearbeit eine erhöhte Verantwortung dafür, dass die ihnen übergebenen Daten und Informationen gegen unberechtigte Zugriffe hinreichend geschützt sind. Kommen sie dieser Verpflichtung schuldhaft nicht nach, trifft sie im Verlustfall möglicherweise eine persönliche Haftung.” [Schwemmle, 2012, S.79]


Struktureller Wandel :: Zielsetzung

Zusammenfassung Durch den strukturellen Wandel verschwanden in den 1960er Berufe aus der Fertigung und wurden durch Dienstleistungsberufe ersetzt. Ungefähr zwanizig Jahre später zeigte die Erwerbsstruktur starke Entwicklungen zur Informationsgesellschaft. Mit der Entwicklung der Globalisierung in den achtziger und Neunziger Jahren und der parallel laufenden technischen Fortschritts eröffnete sich der Durchbruch der Informatisierung. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien schafften neue Arbeitsplätze und Tätigkeiten. Gleichzeitig nahm die “Kopfarbeit” gegenüber der “Handarbeit” eine immer größer werdende Rolle ein. Die Informationssysteme und Informationen als Arbeitsmittel wurden immer mehr Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit. Heute arbeiten 50 Prozent aller Erwerbstätigen in Informationsberufen, unabhängig davon, ob sie in der Landwirtschaft, der Produktion oder in der Dienstleistung tätig sind. Arbeitskräfte, die hauptsächlich in „Informationsberufen“ arbeiten, gehören damit zur größten Gruppe der Berufstätigen. Das Thema mobile Arbeit kam in den 1990er Jahren in die Diskussion als “mobile Telearbeit”. Erst seit wenigen Jahren wurde der Begriff “mobile Arbeit” als Tätigkeit definiert. In der Vergangenheit war die Berufsmobilität vornehmlich auf die Chefetagen beschränkt, heute sind Dienstreisen zunehmend zum integrativen Bestandteil vieler Tätigkeiten geworden, die zu einer ständigen Herausforderung für viele geworden ist. Mit steigender Flexibilisierung der Arbeit und zunehmender Mobilität, durch flexible Arbeitszeitmodelle nimmt die Selbststeuerung von Arbeitsprozesse, Arbeitsinhalte, Arbeitszeit und Arbeitsorte, vorallem im Dienstleistungssektor, erheblich zu. Informations- und Kommunikationsstechnologien (IKT) gelten als wesentlicher Treiber für Produktivitätssteigerungen und Wachstum in der heutigen Wirtschaft. Die Arbeit in Deutschland ist heute überwiegend durch digitalen Arbeitsmitteln geprägt. Nichts hat in den letzten zwanzig Jahren die Arbeitswelt so stark verändert, wie Informations- und Kommunikationstechnologien und damit die fortschreitende digitale Vernetzung. Die Art und Weise der Kommunikation, die Informationsbeschaffung, die Unterhaltung, sogar die Organisation und Durchführung der Arbeit und Funktionsweise von Unternehmen und Märkte wurden grundlegend verändert. Unternehmensbereiche werden durch überbetriebliche Netzwerktrukturen auslagert, welche zu virtuellen Kooperationen, digitalisierte und virtualisierte Arbeitsprozesse führen, dabei werden neue Kompetenzen benötigt. Dies betrifft die fachlichen Kompetenzen und vor allem die Schlüsselqualifikationen wie Lernfähigkeit, Selbstorganisations- und Selbstmanagementkompetenz, Flexibilität und Anpassungsbereitschaft. Sowie interkulturelle Kompetenzen und zum anderen Fähigkeiten zum Management von kultureller und sozialer Diversität, in global agierenden virtuellen Unternehmen. Für Freelancer und freischaffende mediengestützte Beschäftigte, die in virtualisierten Arbeitsstrukturen arbeiten sind diese Qualifikationen und Kompetenzen unentbehrlich. Bis 2020 werden deutschlandweit 46% der Angestellten nicht mehr in herkömmlichen Büroräume arbeiten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeiten in Deutschland derzeit mit atypischen Arbeitszeiten (Schicht-, Wochenendoder Nachtarbeit), der „Normalarbeitstag schwindet langsam. Doch nicht nur Lage und Dauer der Arbeitszeit werden zunehmend flexibler, sondern auch deren Verteilung. Alle klassische Bürokonzepte, die in den 1950er Jahren entstanden sind wurden aufgrund veränderter Arbeitsweisen angepasst bzw. erweitert. Die Büroarbeit hat sich lange Zeit nicht groß verändert. Bürotätigkeiten wurden meist mittels Windows-basierten Computern erledigt. Im Gegensatz zur klassischen,


39

ortsgebundenen Telearbeit, arbeiten mobile Beschäftigte nicht nur zu Hause an einem eigenen Schreibtisch, sondern von fast überall: Im Zug, im Hotel, am Flughafens, beim Kunden, im Café, aber auch unteranderem am Büroarbeitsplatz im Betrieb. Während heute die unterschiedlichsten Arbeitsformen und Raumkonzepte aber auch Informations- und Kommunikationsmittel sich fast explosionsartig ausbreiten. Im Gegensatz zur räumlich und zeitlich konkreter Arbeit ist die mobile Arbeit somit ein räumlich und zeitlich ungleichmäßiges Strukturprinzip. Gearbeitet wird nicht ausschließlich mit dem Notebook, sondern auch zunehmend mit dem Tablett-PC und dem Smartphone. Die mobile Arbeit gewinnt aufgrund rasanter Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien immer mehr an Bedeutung. Mit zunehmender Flexibilität steigen auch die Anforderungen, während Arbeitsschutzbedingungen aufgrund der Dynamik und der Vielfalt an Möglichkeiten nicht mehr so schnell angesetzt werden können. Die Bildschirmarbeit in ortsgebundenen Telearbeitsplätzen haben mittlerweile, die gleichen Regelungen, wie die in betrieblichen Arbeitsplätzen. Die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) findet auf mobile ITArbeitsplätze nicht direkt die nötige Anwendung. Nicht nur ergonomische Aspekte sind bislang unberücksichtigt geblieben, sondern in gleichermaßen psychische Belastungen. Pychosomatische Beschwerden nehmen infolge dessen in den letzten Jahren rasant zu. Das alltägliche Zusammenleben erfordert mehr und mehr eine systematische Organisation, um den Anforderungen der Entgrenzung von Arbeit und Leben gerecht zu werden. Die Entwicklung von IKTs und deren Anwendungen verläuft sehr dynamisch, so dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren verstärken wird. Der demographische Wandel und die damit einhergehende „digitale Spaltung“ führen zu Unterschiede in der Medienpräferenz und -nutzung. Ältere Menschen greifen auf konventionellen Kommunikationsmittel, wie E-Mail und Telefon zurück, jüngere Menschen tendieren zu netzwerkartigen Kommunikationsformen, wie social Media. Die Kristallisation von Wissen im Alter, also die Entwicklung von Expertenwissen, basiert auf ein langwierigen Prozess der Ansammlung von Erfahrungen, das ältere Personen heute nicht mehr können. Die statistische Wahrscheinlichkeit zeigt, je älter eine Person ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit dass die Person das Internet nutzt. Globalisierung :: Zunahme der internationalen Konkurrenz verkürzten Produktzyklen

DemograFIscher Wandel :: Alterung und den Rückgang der Erwerbsbevölkerung :: Verlängerung der Lebensarbeitszeit

„mobile Arbeit“ Wirtschaftlichen Strukturwandel :: wissensbasierte Dienstleistungsgesellschaft :: Anstieg des Qualifikationsniveaus befördert

neue Technologien :: Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort durch mobile IKTs

[09] ?


60

50

landwirtschaft

40

30

20

10

produktion

Dienstleistungen

information

1880

1890

1900

1910

1920

1930

1940

1950

1960

1980

1970

Lupe geboren traditionalisten Büroräume

boomer

generation x

generation y / „millenials“

einzelbüro zellen-/ einzelbüro groSSraumbüro gruppenbüro kombibüro

Technologie

1977

1982

Apple II

CD

1979

1983

Camcorder erstes Mobilfunknetz

1984

erstes Mobil telefon

[10] Eigene Darstellung


amcorder

4

erstes obiltelefon

41 prognose

2000

1990

2010

2020

open-space-konzept business club

1989

1992

1997

2001

2004

2007

2010

2014

erster laptop

sms

prepaidkarten

gprs

umts

iphone

tablet

1997

2001

2008

2012

internetzugang in ice

ipod

apps

joyn

1992 D-Netz

1993

dvd

intel pentium microprocessor

1999

2002

2010

blackberry

lte

1998 imac

2012

2009

mobiles internet

2016 connected car

lte

2002

cloud computing

e-mail f端r das handy

2009

Zukunftsvisionen

android

2003

2011

tv f端r das handy

106 mio. handys 114 mio. mobilfunkteilnehmer

:: Mobile Payment :: Eye Control :: Connected Home


:.

Kapitel

bEGRIFFSDEFINITION UND METHODIK


43


Begriffsdefinition und Methodik :: Typologische Analye

3.1 Typologische Analyse

:. Theoretische Grundbegriffe und Methodik

3.1.1 Ziel der Methodik

Das generelle Ziel dieser Methodik ist es, sowohl die Thematik kompakt zu veranschaulichen, als auch die beteiligten Akteure auf typische Merkmale und wesentlicher Gesichtspunkte zu identifizieren und zu reduzieren, um die untersuchten Handlungen und Situationen der Akteure auch theoretisch zu verstehen. Die Typiesierungsdimensionen werden dabei, ähnlich wie bei der Kurvendiskussion, durch wiederholte Durchgänge präzisiert, so dass man sich dem Idealtypus annähert. Die Erkenntnisse dienen der Erschließung eines Forschungsfeldes, dass für zukünftige Theoriemodelle und Konzeptionen zur Verfügung steht. Die Typenlehre ist somit ein methodisches Hilfsmiitel, dass komplexe Erscheinungen strukturiert und überschaubar macht. Dabei werden alle wesentliche, für die Thematik relevanten, Aspekte in Form eines Typus, der eine Vielzahl von Erscheinungen representiert, indetifiziert. Dadurch können Sinnzusammenhänge innerhalb dieser Typen herausgefiltert werden. Als heuristische Denkmodelle ermöglichen sie ein besseres Verständnis des Nutzungsverhaltens. „Typen- und Eigenschaftstheorien machen Annahmen über grundlegende und allgemeine Eigenschaften, welche das Verhalten determinieren. Sie versuchen, mit quantitativen Methoden diese grundlegenden Dimensionen zu ermitteln.“ [Asanger/Wenninger, 1980, S.326]. Die Methode bietet die Chance, komplexe Alltagsbeobachtungen überschaubar zu machen und zu strukturieren. Die Typologie reagiert somit auf die neue organisatorische Notwendigkeiten und Veränderungen im Arbeitsmarkt.

3.1.2 definition Typus

„Typus ist die Bezeichnung für eine Verbindung von Merkmalen, die einer Gruppe von Individuen gemeinsam sind, bzw. für ein Individuum, welches alle Merkmale der Gruppe in optimaler oder maximaler Ausprägung aufweist […]“ [Asanger/Wenninger, 1980, S.326] Wenn mehrere Typen auf den gleichen Merkmalen beruhen, die die gleichen Merkmalsausprägungen haben, dann handelt es sich um eine Typologie.


45

Dieser Prozess der Typenbildung lässt sich in vier Teilschritte einteilen:

3.1.3 Der Prozess der Typenbildung

Hierbei geht es darum, jene Kategorien bzw. Merkmale zu erarbeiten und zu definieren, mit Hilfe Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede zwischen den Fällen [...] angemessen erfasst und anhand derer die ermittelten Gruppen und Typen charakterisiert werden können

1. Erarbeitung relevanter Vergleichsdimenionen

Hierbei werden Fälle anhand der definierten Vergleichsdimesionen (bzw. Kategorien) und ihrer Ausprägung (bzw. Subkategorien) gruppiert und die ermittelten Gruppen hinsichtlich empirischer Regelmäßigkeiten untersucht. Verwendet man hierzu das Konzept des Merkmalsraums, so kann man einen Überblick sowohl über alle potentiellen Kombinationsmöglichkeiten als auch über die konkrete empirische Verteilung der Fälle auf die Merkmalskombination erhalten. Auch geht es bei einer Auswertungsstufe wierum um Fallkontrastierung: Fälle die einer Merkmalskombination zugeordnet werden, müssen miteinander verglichen werden, um die interne Homogenität der gebildeten Gruppen(die die Grundlage für die späteren Typen bilden) zu überprüfen, denn auf der „Ebene des Typus“ müssen sich die Fälle weitgehend ähneln. Des Weiteren müssen die Gruppen untereinander verglichen werden, um zu überprüfen, ob auf der „Ebene der Typologie“ eine genügend hohe externe Heterogenität herrscht, d.h. ob die entstehende Typologie genügend Varianz im Datenmaterial abbildet.

2. Gruppierungen der Fälle und Analyse empirischer Regelmäßigkeiten

Die konstruierten Typen werden nicht einfach gruppiert, sondern müssen auf ihre Ursachen der gemeinsamen Merkmale hin überprüft werden. Auf Grundlage des Datenmaterials, von konkreten Textstellen, werden in diesem Schritt die Ursachen und Auswirkungen des Zusammentreffens, untersucht, begründet oder widerlegt. Dabei sollten auch widersprechende und abweichende Fälle, untersucht werden, die vorher nicht sichtbar waren.

3. Analyse inhaltlicher Sinnzusammenhänge

Die Charakterisierung der Typen erfolgt durch die Rekonstruktion der inhaltlichen Sinnzusammenhänge und den relevanten Vergleichdimensionen. Um eine umfassende und präzise Beschreibung der Ähnlichkeiten bzw. Gemeinsamkeiten der Fälle zu erhalten, da nicht alle Merkmale auf gleicherweise den Typen zugeordet sind, werden Prototypen, also reale Fälle ausgewählt bzw. untersucht. Dabei werden sowohl die Gemeinsamkeiten, als auch Charakteristiken ausgewählt die am besten die erstellten Typologien repräsentieren. [vgl. Kluge,1999, S.281] Natürlich unter Berücksichtigung der zuvor erstellte Forschungsfrage. Die Typologien werden schließlich hinsichtlich ihrer Unterschiede, sowie aufgrund der individuellen besonderheit beschrieben oder dargestellt. [vgl. Kuckartz, 1988, S.222] Kluge betohnt aber dabei, dass sich es bei diesem Modell, um kein starres und lineares Auswertungsschemahandelt.

4. Charakterisierung der gebildeten Typen


Begriffsdefinition und Methodik :: Typologische Analye

3.1.4 Fallkontrastierung

Fallkontrastierungen dienen dazu, „das soziale Feld, das untersucht werden soll, moglichst umfassend zu erschließen. Dabei wird so vorgegangen, daß auf der Basis ¨einer Fallstrukturhypothese gedankenexperimentell ein Fall entworfen wird, der zu dem gerade untersuchten Fall maximal kontrastiert. Auf Basis dieses Entwurfs wird ein entsprechender Fall ausgewahlt und nach der Logik der Fallrekonstruktion untersucht. Daraufhin werden die nunmehr vorliegenden zwei Fallstrukturhypothesen miteinander verglichen. Dieses Verfahren wird solange fortgesetzt, bis die sich im Rahmen dieses Verfahrens entwickelnde Theorie als hinreichend gesattigt erscheint.“ [Flick et al. 1995, ¨S.260]

3.1.5 Minimale und maximal Fallkontrastierung

„Fälle, die große Ähnlichkeiten aufweisen, werden in der minimalen Kontrastierung gefasst, diejenigen mit großen Unterschieden in der maximalen. Die maximale Kontrastierung dient dazu, einen Überblick über den durch das Untersuchungssample abgesteckten Möglichkeitsraum zu schaffen. Mit der minimalen Kontrastierung werden die Dimensionen der Erfahrungsverarbeitung ausdifferenziert und gegebenenfalls modifiziert. Das bedeutet: Bei der maximalen Kontrastierung wird das Feld möglicher Erfahrungs- und Verarbeitungsspielräume in seiner Breite erschlossen. Bei der minimalen Kontrastierung erfolgt eine Differenzierung der durch die maximale Kontrastierung gewonnenen Dimensionen im Sinne einer Vertiefung der Erkenntnisse.“ [Hummrich, 2009, S.149]

3.1.6 Theoretical sampling

„theoretical sampling“ bzw. Theoretisches Sampling, „meint den auf die Generierung von Theorie ziehlenden Prozess der Datenerhebung, währenddessen der Forscher seine Daten parallel erhebt, kodiert und analysiert sowie darüber entscheidet, welche Daten als nächste erhoben werden sollen und wo sie zu finden sind“ [Glaser/Strauss 1967/1998, S. 53; z.a. Kluge/Kelle, 2010, S.48]


47

Bei der expliziten Typlologiebildung werden zunächt Merkmale (Vergleichsdimesionen) indentifiziert, welche später die Basistypologie darstellt. Dabei ist darauf zu achten nur Merkmalskombinationen zu dimensionalisieren, dass sich die Merkmalskombinationen möglichst ähnlich sind, jedoch einen Maximalen Unterschied aufweisen. Sie müssen somit auf der Ebene der Typen maximal „intern“ heterogen und auf der Ebene der Typologien maximal „extern“ homogen. Dabei müssen Kategorien und Subkategorien indentifiziert werden, die im Untersuchungsfeld tatsächlich bestehende Ähnlichkeit (interne Homogenität) und Unterschiede (externe Heterogenität) zwischen den Untersuchungselementen möglichst gut beschrieben werden und später charakterisiert werden können. Dabei werden die Vergleichdimensionen in deduktiv, induktiv und aduktiv konstruiert. Deduktiv meint die Konstruktion anhand von bestehenden und bekannten Kategorien. Durch den induktiven Weg werden Merkmale die nicht durch verfügbaren theoretisch oder Alltagsbegriffe definiert werden können neu interpretiert. Durch das Aduktive Verfahren werden auf Basis eines einzelnen Typs Merkmale abgeleitet. Subkategorien können durch begriffliches Vorwissen expliziert werden oder durch vergleichende Analysen, zu den Kategorien zugehörigen Textpassagen erarbeitet werden. Die synoptische Analyse von Textsegmenten gefundenen Subkategorien, bilden oft die ersten Typen und damit die ersten Einfachen (eindimensionalen) Typologien. [vgl.: Kelle/Kluge, 2010, 95-96]

3.1.7 Erarbeitung relevanter Vergleichsdimensionen


:: Kapitel

Konstruktion und Deskription der Basistypiken


49


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

4.1.1 Explikation theoretisch abgeleiteter Begriffe

::

identifizierung und explikation von vergleichsdimensionen

Die bisherigen Erkenntnisse lassen vermuten, dass Beschäftigte durch flexible Arbeitszeiten einen Wandlungsprozess durchlaufen, der verstärkt durch eine Eigendynamik charakterisiert wird. Im Gegensatz zu konventionellen Beschäftigten, nehmen mobile Arbeiter die Verwendung ihrer Geräte, wie auch den Arbeitsort selbst in die Hand. Somit kann angenommen werden, dass dadurch die Gestaltung dieser Arbeitsabläufe unvorhersehbar ist. Generell handelt es sich bei der mobil IT-gestützten Arbeit, um wissensbasierte bzw. -intensive Dienstleistungstätigkeiten, die meistens durch asynchrone und atypische Arbeitsverhältnisse geprägt, zeitlich flexibel und räumlich mobil an unterschiedlichen Projekten, mit mobilen Endgeräten, verrichtet wird. Um ein ganzheitliches Bild unterschiedlicher Verhaltensmöglichkeiten bzw. Arbeitsweisen zu erhalten, soll die Vernetztheit verschiedener Aspekte der Arbeit untersucht werden. Die Identifizierung der Ausprägungen hat eine Eingrenzung bzw. eine Ausgrenzung von Merkmalskombinationen zur Folge. Es muss schließlich ein Modell entwickelt werden, dass die verschiedenen Tätigkeiten der Büroarbeit, unterschiedlich gewichtet. Die Merkmalskombinationen müssen deratig dimensionalisiert werden können, das sich die Merkmalskombinationen möglichst ähnlich sind, jedoch einen Maximalen Unterschied aufweisen. Sie müssen somit auf der Ebene der Typen maximal intern heterogen und auf der Ebene der Typologien maximal extern homogen sein. Dabei müssen Kategorien und Subkategorien indentifiziert werden, die im Untersuchungsfeld tatsächlich bestehende Ähnlichkeit und Unterschiede zwischen den Untersuchungselementen möglichst gut beschrieben und später charakterisiert werden können. 4.1.2 D imensionalisierung der Subkategorien

Damit sind drei für die Dimensionalisierung wesentliche Begriffe zu klären: Der, der „Arbeit“ im Allgemeinen der, der „Büroarbeit“ und der, der „mobilen Arbeit“ im Speziellen. Im Anschluss daran werden die zentralen Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen, für diese Arbeit relevanten Typen und Arten der Arbeit gegenübergestellt, so dass aus den indentifizierten Kategorien und Subkategorien Grundtypologien erstellt werden können.

Definition Arbeit

Die geläufigste Typenbildung menschlicher Arbeit ist die Unterscheidung zwischen geistiger und körperlicher Arbeit auch Kopf- und Handarbeit genannt. In der Arbeits- und Organisationspsychologie wird nach Schaper die Arbeit als „planmäßige Handlungen, die auf die Erfüllung von Aufgaben im Rahmen wirtschaftlicher oder organisationaler Prozesse unter bestimmten Bedingungen und unter Nutzung unterschiedlicher Ressourcen (insbesondere Werkzeuge bzw. technische Mittel sowie menschliche Fähigkeiten und Leistungen) gerichtet sind.“ [Schaper, 2011, S.224] beschrieben.


51

Folglich kann angenommen werden, dass die Gestaltung der Arbeitsabläufe unvorhersehbar ist. Generell handelt es sich bei der mobil IT-gestützten Arbeit, um wissensbasierte bzw. -intensive Dienstleistungstätigkeiten, die meistens durch asynchrone und atypische Arbeitsverhältnisse geprägt sind. Des Weiteren zeitlich flexibel, sowie räumlich mobil, an unterschiedlichen Projekten, mit mobilen Endgeräten, verrichtet wird.


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Energetische und informatorische Arbeit nach Luczak

Luczak (2010) unterteilt in Anlehnung an Rohmert die Arbeit, in energetische und informatorische Arbeit. Allerdings ist damit eine stärkere Dominanz beider Aspekte gemeint, da es keine Arbeitstätigkeit gibt, die ausschließlich geistig vollbracht wird noch körperlich. Da jede geistige Arbeit früher oder später in eine körperliche Arbeit überführt wird. Und umgekehrt sind für jede körperlichen Arbeiten geistige Prozesse von Nöten.[vgl.Schlick, 2010, S.224]

geistige produktive und geistige Routinetätigkeiten nach Hacker

Hacker beschreibt in ähnlicher Weise die Arbeit in, geistige produktive Tätigkeiten und geistige Routinetätigkeiten. Unter geistige Tätigkeit wird dabei, das Aufnehmen, Verarbeiten und Übertragen von Informationen, verstanden. So sind diese Tätigkeiten entweder durch nichtalgorithmischen Denkanforderungen oder durch streng algorithmischer Vorschriften gekennzeichnet. Die Tätigkeit beansprucht somit in Abhängigkeit der Komplexität der Aufgabe unterschiedlich große Denkanforderungen. Geistige Routinetätigkeiten sind beispielsweise Buchungs- und einfache Sachbearbeitertätigkeiten. Produktive geistige Tätigkeiten sind Entwurfstätigkeiten Konstruktion und Entwicklungsaufgaben. [vgl. Hacker, 1998, S. 473]

Unterscheidung und Entwicklung der Tätigkeitsniveaus

Die Tabelle zeigt eine allgemeine Darstellung energetischer und informatiorischer Arbeit. Die Gliederung der Tätigkeitsniveaus lässt sich grob gefasst in drei Stufen aufteilen: ::

Anspruchsvolle Tätigkeiten (hier ist mit einer Steigerung auf rund 40% der Arbeitskräfte in 2010 - 1995 waren es noch 35% - zur rechnen)

::

Tätigkeiten mit mittlerem Anforderungsprofil (hier ist eine leichte Abnahme von 46% auf 44% gegenüber 1995 zu vermerken)

Einfache Tätigkeiten (auch im Jahr 2010 werden noch 16% aller Arbeitskräfte

::


53

[10] Tabelle: Verschiedene Arbeitsformen als Kombination der Grundtypen energetische und informatorische Arbeit (Schlick, 2010, S.224


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

KommunikationsInformations- und Wissensarbeit nach Braun-Tührmann

Braun-Tührmann et al. differenzieren ähnlich wie Luczak und Hacker zwischen geistiger und körperlicher Arbeit. Dabei beschreiben sie eine zunehmende Verschmelzung geistiger und körperlicher Arbeit in verschiedenen Branchen. So unterteilen sie aufgrund der zunehmenden Beschäftigung mit Informationen und der Entwicklung der Informationsgesellschaft bzw. Wissengesellschaft die geistige Arbeit in Kommunikationsarbeit, Informationsarbeit und Wissensarbeit. In diesem Zusammenhang nehmen für diese Tätigkeiten die Kooperation und Kommunikation eine ausschlaggebende Determinante ein. Da in der heutigen Informationsgesellschaft durch die Kommunikationsarbeit Wissen und Fähigkeiten durch die Kommunikationsarbeit erst wirksam werden. Die Informationsarbeit bezieht sich dabei allein auf die Verarbeitung von Daten mittels Computer. Erst wenn diese verarbeiteten Daten bzw. Informationen durch die Kommunikation interpretiert werden und in einem bestimmten Kontext gebracht werden, handelt es sich um Wissensarbeit. [Vgl.Braun-Tührmann, et al. 2000, S. 30]

Wissensarbeit nach Hube

„Während Wissensarbeit früher nur einzelne Berufsgruppen, Gesellschaftsschichten und Gelehrte ausübten, entsteht nun ein breites Arbeitsumfeld von vielen spezialisierten Fachaufgaben bzw. einzigartigen Projekten in komplexen und vernetzten Organisationen und Strukturen.“ [Hube, 2005, S.20] „Über Art und Inhalt der Arbeitsttätigkeiten entscheiden die Wissensarbeiter häufig selbst, weshalb Impulse zur Verbesserung der Arbeitsprozesse und zur Steigerung der Produktivität auch bei Ihnen initiiert werden müssen. Dabei steht der Wissensarbeiter in einem engen und stark vernetzten Geflecht von Kommunikationsbeziehungen. Zur Erarbeitung der Lösungen und Ergebnisse arbeitet er stets in Teams und befindet sich im Austausch mit zahlreichen Beteiligten, denn der Einzelne ist nicht mehr in der Lage, das in einer Fachdisziplin akkumulierte Wissen zu kennen bzw. die komplexen Zusammenhänge alleine zu durchschauen und zu beherrschen.“ [Hube, 2005, S.21]

„Knowledge Worker“ nach Kidd

Kidd unterscheidet „Knowledge Worker“, anhand Sachbearbeitertätigkeiten, welche konträre Merkmale zwischen den Tätigkeiten beinhaltet. Knowledge work ist weniger an festen Vorgaben gebunden, vielmehr entstehen fortwährend neue Lösungswege durch Individuelle Arbeitsweisen. In diesem Zusammenhang werden immer neue Informationen erarbeitet. Während Sachbearbeiter an Informationen gebunden sind und diese weiterleiten. Knowledge Worker sind spontan, sie verfolgen selten eine routinierte Arbeitsweise, vielmehr suchen und bearbeiten sie neue Informationen, die der ständigen Dynamik der Arbeitswelt und einhergehenden variierenden Aufgaben, ausgesetzt sind. Sachbearbeiter sind vergleichsweise nach eher mit routinierte Tätigkeiten beschäftigt, mit meist gleichbleibender Arbeitsweise. So sind Knowledge Workers weniger abhängig von abgelegte Informationen, sie generieren vielmehr Informationen bzw. Wissen. Darüber hinaus arbeiten Knowledge Workers in dynamischen Organisationsstrukturen, während Sachbearbeiter mit festgelegten Strukturen, vorgegebenen Aufgaben und festen Kooperationspartner arbeiten. [Vgl. Kidd, 1994, S.186-191]

„Gold Collar Worker“ nach Kelley

Kelley klassifiziert in Anlehnung den von Drucker geprägten Begriff des „Knowledge Worker“ drei unterschiedliche Typen der Arbeit. „Blue Collar Workers“ (Fabrikarbeiter), „White Collar Workers“ (Dienstleistungsarbeiter) und „Gold Collar Workers“ (Wissensarbeiter), Dieser Typ wird zudem als kreativ und unabhängig beschrieben. Darüber hinaus verfügt dieser an unfangreies Wissen. Die


55

Arbeit ist komplex und schwer vorhersehbar. Sie arbeiten in Bildungseinrichtungen, in Medien-, oder Softwareunternehmen. Aber auch als Manager, Forscher oder unabhängige Berufstätige. [Vgl.Kelley, 1985, S.7 z.a. Hube, 2005, S.28] Goesmann entwickelt einen Ansatz zur Unterstützung von wissensintensiven Prozessen durch Workflow-Management-Systeme. Wissensintensive Prozesse sind dabei Prozesse, die eine oder mehrere wissensintensive Aktivitäten enthalten und durch die Eigenschaften des hohen Wissenstransfers sowohl innerhalb von Geschäftsfällen als auch zwischen unterschiedlichen Geschäftsfällen durch häufige Ausführung und geringe bis mittlere Durchlaufzeit charakterisiert sind. Wissensintensive Aktivitäten als Bestandteil dieser Prozesse sind durch flexible, nicht planbare Wissensbedarfe, unterschiedliche Ergebnisse und einen überdurchschnittlich hohen Kommunikations- und Kooperationsbedarf gekennzeichnet. [Vgl.Goesmann, 2002, S. 70]

wissensintensive Prozesse

Eine weitere Definition zur Klassifizierung von Büroarbeit bezieht sich auf unterschiedliche Aufgabentypen. In diesem Kontext unterscheiden Szypersky et al. zwischen vier Aufgabentypen, die unterschiedliche Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung, sowie die Nutzung von Informations- und Kommunikationssysteme stellen. Bei Führungsaufgaben handelt es sich um, schwer strukturierte und nicht formalisierbare Problemstellungen, die mit gewissen Risikofaktoren verbunden sind. Akteure die mit diesen Aufgaben konfrontiert sind, haben ein hohen Verantwortungsgrad und sind meist unter Zeitdruck. Aufgrund der Zeitknappheit müssen Informationen schnell Verfügbar sein. Der Informationsbedarf ist je nach Kontext unterschiedlich. Dadurch erhöht sich die Kooperationsanforderung hinsichtlich den beteiligten Personen. Führungsaufgaben erfordern in diesem Zusammenhang persönliche und elektronisch gestützte Kommunikation, für ein optimalen Arbeitsablauf. Fachaufgaben sind teilweise formalisierte Aufgaben. Zur Lösung von Probleme werden fachspeziefische Informationsquellen benötigt. Informationsbestände und Kooperationspartner sind meist bekannt. Zur Erledigung der Aufgaben sind Eigeninitiative und Kreativität notwendig. Die Rahmenbedingungen der Aufgaben sind jedoch meistens bekannt. Persönliche und elektronische Kommunikation und Kooperation sind für die Erledigung der Aufgaben notwendig. Sachbearbeitungsaufgaben sind formalisierbar, routinemäßig und mit vorgegeben Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Kooperations- und Kooperationspartnerpartner sind hierbei bekannt. Der Informationsbedarf ist bestimmt, die Aufgaben werden routiniert abgearbeitet. Unterstützungsaufgaben sind durch ausführende Tätigkeiten gekennzeichnet. Diese Akteure unterstützen die zuvor genannten Typen, mit Tätigkeiten wie Recherchearbeiten, Bearbeitung von Dokumenten, sowie die Weiterleitung von Informationen. Kooperationsbeziehungen sind hierbei gleichbleibend, die mit einer gleichbleibenden Kommunikationsart erfolgt. [Vgl.Szyperski, 1982, S.17]

Klassifikation von Aufgabentypen nach Szypersky

Führungsaufgaben

Fachaufgaben

Sachbearbeitungsaufgaben


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Aufgabentypen nach Picot/Reichwald

Picot/Reichwald verfolgen einen ganz anderen Ansatz zur Klassifizierung der Büroarbeit. Sie unterscheiden Aufgabentypen nach dem Formalisierungsgrads, dabei enstehen un-, teil- oder strukturierte Vorgänge. Picot/Reichwald differenzieren drei Aufgabentypen der Büroarbeit im Hinblick neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Dies wird in der folgenden Tabelle deutlich: Die Typen der Büroarbeit werden in ::

einzelfallorientierte, nicht formalisierbare Aufgabenabwicklung,

::

sachfallorientierte, teilweise formalisierbare Aufgabenabwicklung und

::

routinefallorientierte, vollständig formalisierbare deterministische Aufgabenabwicklung unterteilt. [vgl. Picot/Reichwald, 1985 S.70]

[11]

aufgabentyp

Abb.:: Typisierung der Büroaufgaben in Anlehnung an Picot/Reichwald

merkmale der aufgabenerfüllung

routinefall

einzelfall

sachbezogener fall

komplexität

niedrig

mittel

hoch

planbarkeit

hoch

mittel

niedrig

informationsbedarf

bestimmt

problematisch, unbestimmt

unbestimmt

Kommunikationsintensität

niedrig

unterschiedlich

sehr hoch

Kooperationspartner

gleichbleibend, festgelegt

wechselnd, festgelegt

wechselnd, nicht festgelegt

Hilfsmittel

sehr viele

mittel

wenig

Lösungsweg

festgelegt

geregelt bis offen

offen

Dokumentenorientiertheit

festgelegt

geregelt bis offen

niedrig


57

Der deutsche Sekretsriatsservice beschreibt die Büroarbeit aufgrund „Tätigkeiten im Bürobereich, die größtenteils durch Handhabung von Informationen (Erzeugung, Bearbeitung, Übermittlung u.a.) gekennzeichnet sind. Büroarbeit besteht vorwiegend aus Kommunikationsvorgängen.“ [Heuer, 2011, S.3] “Büroarbeit ist heute Wissensarbeit. Hier werden Informationen erstellt, bewertet und weiterverarbeitet, hier wird Wissen und Erfahrung benötigt. Die Aufgaben im Büro werden anspruchsvoller. Nur 15 Prozent der Bürobeschäftigten verrichten noch einfache Tätigkeiten, 1979 waren es noch fast 30 Prozent. Dafür sind mittlerweile über 37 Prozent in gehobener und leitender Stellung tätig und haben qualifizierte Bildungsabschlüsse, so zeigen es die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg aus dem Jahr 1999.” [Heuer, 2011, S.3] Wie Kuhlen (1995, S. 82) beschreibt, entstehen Informationen dadurch, „dass aus vorhandenen Wissensbeständen der Teilbereich erarbeitet wird, der in kritischen Handlungs- bzw. Entscheidungssituationen benötigt wird und aktuell nicht vorhanden ist“. Dieser Prozess wird als Informationsarbeit bezeichnet. Die Mobile Arbeit ist geprägt durch wissensbasierte Dienstleistungstätigkeiten, demnach ist eine rein energetische Arbeit für diese Tätigkeiten auszuschließen. Da jedoch keine geistige Arbeit ohne motorischen Handlungen existieren, beschränkt sich die mobile Arbeit auf teilweise motorische, reaktive, kombinative und kreativen Tätigkeiten. Somit ergibt sich folgendes Schaubild für die IT-gestützte Arbeit.

Definitionen: Büroarbeit


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

4.1.3 Theoretical sampling, maximale Fallkontrastierung

HACKER

SZYERSKI

NONAKAS UND TAKEUCHIS/ staehle

BRAUNTHÜRMANN

geistige tätigkeit

Büroarbeit

Büroarbeit

Arbeit

geistige Routinetätigkeiten

reaktiv

kombinativ

kreativ

Sachbearbeitungstätigkeiten Ausführung von Tätigkeiten mit wenig Fachkenntnissen, strukturierte, wiederrkehrende, ereignis- und vorgangsorientierte Tätigkeiten

vollständig formalisierbare Büroarbeit

Wissensbasierte Fachtätigkeit Ausführung von Fachtätigkeiten, Selbstorganisation, Eigeninitiative, Aufgabenorientierung

teilweise formalisierbare Büroarbeit

kognitiv

produktiven geistigen Tätigkeiten

Planbarkeit

Komplexität

Kommunikationsarbeit

hoch

niedrig

Informationsarbeit

Mittel

Mittel

Wissensarbeit

niedrige

hoch

explizites Wissen

implizites Wissen

Führungs- und EntscheidungsfunktionLeitung, Motivation, Repräsentation, Kommunikation, Problemlösung

Nicht-formalisierbare Büroarbeit


59

LUCZAK

LUCZAK/ PICOT/ REICHWALD

LUCZAK/ PICOT/ REICHWALD

PICOT/ REICHWALD

informatorische Arbeit

Informationsbedarf

Kooperationspartner

Hilfsmittel

Dokumentenorientietheit

Kommunikationsintensität

Informationen aufnehmen und darauf reagieren

Bestimmt

Gleichbleibend, festgelegt

wenig

festgelegt

niedrig

Verknüpfen von Informationen zu „neuen“ Informationen

Problemabhängig (un-) bestimmt

wechselnd, festgelegt

mittel

geregelt bis offen

unterschiedlich

Informationen mit Gedächtnisinhalt verknüpfen

Unbestimmt

Wechselnd nicht festgelegt

sehr viele

niedrig

sehr hoch

[12] Abb.: eigene Darstellung


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

4.1.4 Festlegung der Merkmalsausprägung

[12] Wissensarbeit

Abb.: eigene Darstellung Modell der Merkmalsauspregung der Arbeitsdimensionen Typ 2

Typ 1 Typ 3

Informationsarbeit

Kommunikationsarbeit Typ 4

Fazit und Schlussfolgerung Die Vielfalt an Formen mobiler Arbeit sind erheblich, je nach Branche können diese Formen eher der geistigen Tätigkeit zugeordnet werden und andere der körperlichen. Oder Tätigkeiten mit dem Schwerpunkt auf kommunikative und andere auf informatorische Arbeitsprozesse. Diese Arbeit konzetriert sich auf Tätigkeiten der Büroarbeit. „Büroarbeit ist Arbeit mit immateriellen Produkten, mit Informationen und Daten, es ist geistige Arbeit. Beschäftigte in Büros schreiben, berechnen, buchen, zeichnen, konzipieren, planen, entwickeln, skizzieren, forschen, vermitteln, leiten, informieren, prüfen, beraten, verwalten. Die Tätigkeit, die heute in den Büros verrichtet wird, ist überwiegend Wissensarbeit. Informationen werden aufgenommen, auf der Grundlage von Erfahrungen bewertet und verarbeitet und das dabei entstehende Wissen in Planungs- und Entscheidungsprozessen angewendet.“[Martin/Rundnagel, 2004, S.4] Daher begrenzt sich der Merkmalsraum auf die Wissensarbeit, die Dienstleitungs- und Informationsarbeit, anhand des abgebildeteten Modells können die möglichen Typen abgeleitet werden. Auf dieser Basis werden die Schnittstellen zwischen Mobilität und Technolgie herausgearbeitet.


61

Die folgenden Darstellungen enthalten neben der Beschreibung der abhängigen Variable insbesondere eine Erläuterung der Subkategorien, sowie einer Beschreibung der Tätigkeiten dieser vier Basistypiken:

4.1.5 Deskription der Basistypiken durch die Merkmalsausprägung

Der Basistypus von Typ 1 wird geistig beansprucht durch seine geistige Tätigkeit, er ist also kognitiv-kreativ. Seine Tätigkeiten sind hauptsächlich Führungs- und Entscheidungsfunktionen, Leitung, Motivation, Repräsentation, Kommunikation und Problemlösung. Da es sich hierbei um Kommunikations- und Wissensarbeit handelt, ist diese nicht formalisierbar, wenig planbar und sehr komplex. Es gibt immer neue Problemstellungen, die bearbeitet werden müssen. Um diese Arbeit verrichten zu können braucht man keine große Dokumentenorientiertheit, die meisten Informationen stammen aus dem Gedächtnis. Der Output besteht aus neuem Wissen, das während der Arbeit generiert wird. Daher ist die Kommunikationsintensität sehr hoch und wird mit stetig wechselnden Gesprächspartnern vollzogen. Die häufigsten Kommunikationsmittel sind das Smartphone und die klassische E-Mail (über Tablet-PC und Notebook), teilweise werden diese Medien auch zur Wissensverarbeitung verwendet Die geistige Tätigkeit des Typus 2 ist im Bereich kreativ-kognitiv angesiedelt, da die Tätigkeit zwar geistig anspruchsvoll ist, Lösungswege meist jedoch bereits bekannt sind. Die Haupttätigkeiten sind auf Wissen gestützte Fachtätigkeit, die Ausführung dieser sowie Aufgabenorientie

3

Tätigkeit / Arbeit :: typ1 / variabel 4

Planbarkeit :: gering Komplexität :: sehr hoch Informationsbedarf :: gering Dokumentenorientiertheit :: sehr hoch Kommunikationsintensität :: sehr hoch

2

[13]

1

Abb.: eigene Darstellung Modell der Merkmalsauspregung Typ 1


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Die geistige Tätigkeit des Typus 2 ist im Bereich kreativ-kognitiv angesiedelt, da die Tätigkeit zwar geistig anspruchsvoll ist, Lösungswege meist jedoch bereits bekannt sind. Die Haupttätigkeiten sind auf Wissen gestützte Fachtätigkeit, die Ausführung dieser sowie Aufgabenorientierung. Hauptsächlich besteht die Arbeit aus Informations- und Wissensarbeit, Problemstellungen sind nicht immer bekannt. Daher ist die Arbeit teilweise formalisierbar, Planbarkeit und Komplexität sind mäßig. Der Input besteht sowohl aus implizitem wie auch explizitem Wissen. Aus bestehenden Informationen werden neue Informationen herausgeholt, die Arbeitsaufträge sind dabei gegeben. Da Informationen je nach Problemstellung notwendig sind herrscht eine geregelte bis offene Dokumentenorientiertheit notwendig. Der Output besteht aus neuen Informationen, die aus recherchierten und vorhandenen Informationen erstellt werden. Kommuniziert wird meist mit Vorgesetzten und teilweise mit unterschiedlichen Kunden, Kommunikationsintensität und Kooperationspartner sind also nicht festgelegt sondern wechselnd. Für die Informationssuche und -verarbeitung sind technische Hilfsmittel von sehr großer Bedeutung. Neben dem Smartphone und der klassischen E-Mail werden auch soziale Netzwerke, Tablet-PC und Notebook verwendet.

3

Tätigkeit / Arbeit :: typ 2 / mobil

4

Planbarkeit :: hoch Komplexität :: mittel Informationsbedarf :: hoch Dokumentenorientiertheit :: hoch Kommunikationsintensität :: mittel

2

[13] Abb.: eigene Darstellung Modell der Merkmalsauspregung Typ 2

1


63

3

Tätigkeit / Arbeit :: typ 3 / fexibel 4

Planbarkeit :: mittel Komplexität :: hoch Informationsbedarf :: mittel Dokumentenorientiertheit :: mittel Kommunikationsintensität :: hoch

2

[14]

1

Die Tätigkeit ist geistig anspruchsvoll, Lösungswege sind zwar teilweise bekannt, jedoch aufgrund der Selbstständigkeit des Arbeitenden ist er immer auf der Suche nach Neuem. Zusammenfassend kann man die geistige Tätigkeit als kognitiv-kreativ-kombinativ beschreiben. Neben der wissensintensiven Fachtätigkeit die dieser Typus ausführt ist Selbstorganisation, Eigeninitiative, Kommunikation und Problemlösung wichtig. Es werden alle Arbeitsdimensionen berührt (Informations-, Kommunikations-, Wissensarbeit), da ständig neues Wissen generiert wird. Desweiteren ist die Arbeit sehr Informationsabhängig aufgrund der Wirtschaft- und Kooperationsteams. Immer neue Problemstellungen sind die tägliche Arbeit; somit ist diese sehr komplex und nur teilweise bis überhaupt nicht formalisierbar oder planbar. Arbeitsaufträge sind geben, daher werden zur Erledigung der Arbeit Informationen benötigt. Der Input besteht sowohl aus implizitem, wie auch explizitem Wissen. Eine geregelte bis offene Dokumentenorientiertheit ist notwendig, um je nach Problemstellung aus Informationen neues Wissen erstellen zu können. Aus den recherchierten und vorhandenen Informationen entsteht der Output in Form von neuen Informationen und neuem Wissen. Daraus folgt eine sehr hohe Kommunikationsintensität bei der Arbeit, die mit ständig wechselnden, nicht festgelegten Kooperationspartnern stattfindet. Der Einsatz technischer Hilfsmittel ist unumgänglich, da sowohl Informationssuche und -verarbeitung, sowie die Kommunikation und Zusammenarbeit über Smartphone, Tablet-PC und Notebook erfolgt.

Abb.: eigene Darstellung Modell der Merkmalsauspregung Typ 3


Konstruktion und Deskription der Basistypen :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Arbeitsaufträge und Lösungswege sind bekannt, die Tätigkeit an sich ist nicht anspruchsvoll, die geistige Tätigkeit ist somit als reaktiv-kombinativ zu beschreiben. Es sind keine bis wenig großen Fachkenntnisse notwendig, um diese Arbeit erledigen zu können, sie ist wiederkehrend und strukturiert. Überwiegend Sachbearbeitungstätigkeiten, sowie ereignis- und vorgangsorientierte Tätigkeiten. Die Arbeitsdimension besteht aus Kommunikations- und Informationsarbeit, da bei der Sachbearbeitung Informationen überwiegend kommuniziert und verarbeitet werden. Daher kann die Arbeit auch vollständig formalisiert werden, die Planbarkeit ist hoch und wenig komplex aufgrund immer wiederkehrender Aufgaben. Der Input besteht aus explizitem Wissen, Informationen werden aufgenommen und entsprechend darauf reagiert. Hierbei handelt es sich um eine festgelegte Dokumentenorientiertheit, da der Informationsbedarf bestimmt ist. Kommuniziert wird überwiegend mit Vorgesetzten und festgelegten Kunden. Der Output dieser Arbeit sind verarbeitete Informationen die weitergegeben werden. Kooperationspartner sind festgelegt, mit diesen wird allerdings sehr viel kommuniziert. Dies Geschieht überwiegen über Telefon (Smartphone) und E-Mail, der PC wird natürlich auch zur Informationsverarbeitung benötigt.

3

Tätigkeit / Arbeit :: typ 4 / stationär

4

Planbarkeit :: sehr hoch Komplexität :: gering Informationsbedarf :: sehr hoch Dokumentenorientiertheit :: gering Kommunikationsintensität :: gering

2

[15] Abb.: eigene Darstellung Modell der Merkmalsauspregung Typ 4

1


65

Die so skizzierten Typologien lassen sich nicht unmittelbar auf die mobile Arbeit anwenden. Die Notwendigkeit, über das Wissen der spezifischen Rahmenbedingungen der jeweiligen Mobilitätsartart zu verfügen, ist ebenso unerlässlich, wie weitere Typologien und Tätigkeitsmerkmale unterschiedlicher Branchen. Dies trifft speziell auf IT-gestützter Arbeit zu, die zur Gruppe der kreativ-kognitiven Tätigkeiten gehören, so z. B. das Management. Beim Management geht es um kreativ-kognitiven Handlungen, die besonders hohe physische und mentale Anforderungen an die Arbeit stellt. Daher sind unterschiedliche berufliche Strukturen zu untersuchen, die sich einerseits aus der erwerbsorientierten Kommunikationsarbeit, der Informationarbeit, sowie der Wissensarbeit ergeben. Welche Kompetenzen und Qualifikationen sich aufgrund unterschiedlichen Arbeitsprozesse entwickelt haben und wie diese in Zusammenhang mediengestützter Arbeit zusammenhängen. Individuelle und organisatorische Arbeitsprozesse der jeweiligen Tätigkeitsfelder spielen ebenso eine genauso große Rolle, wie der zunehmende Altersunterschied der Koopertationspartner und somit die spezielle Anwendung mobiler IKTs. Auf Grundlage, der bisher abgeleiteten Kriterien, werden die Typologien in einem weiteren Schritt detaillierter, durch Variablen in Anbetracht geforderter Kompetenzen und Qualifikationen erweitert. Jedoch kann im Rahmen dieser Arbeit diese Thematik nur kurz angeschnitten werden.

4.1.6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung


::. Kapitel

Erarbeitung relevanter Vergleichsdimensionen und Deskription zweiter Ordnung


67


Erarbeitung relevanter Vergleichsdimensionen und Deskription zweiter Ordnung :: Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

::.

Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

5.1.1 Explikation dienstleistungsorientierter und wissensintensiver Merkmale

Die nachfolgende Untersuchung zielt darauf ab, die verschiedenen Handlungsfelder in den Blick zu nehmen und zugleich die erarbeiteten Basistypiken einzuordnen. Eine Studie der Prognos AG 2010 indentifizierte 2,5 Millionen Beschäftigte die derzeit wissensintensive Dienstleistungen erstellen, aus den Branchen: Architektur- und Ingenieurbüros, Softwarehäusern, Datenverarbeitungsdiensten, Rechts- und Unternehmensberatungen, Werbeagenturen sowie private Forschungsinstitute. Wissensintensive Dienstleistungen sind nach Angaben der Studie, durch folgende Elemente geprägt: Innovativität, Kundeninteraktion, Wissensintensität sowie Immaterialität. [vgl. Arndt/Hennchen, 2010, S.10] „Wissensintensive Dienstleistungen, sind Dienstleistungen, bei denen die Erzeugung oder Nutzung neuen Wissens im Vordergrund steht. Die Bedeutung technischer, koordinierender und managementbezogener Funktionen ist hier entsprechend hoch. Wissensintensive Dienstleistungen sorgen dafür, dass Wissen schneller geschaffen, verbreitet und genutzt werden kann (EnablerFunktion). Basis hierfür ist einerseits das spezifische Know-how von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, andererseits sind entsprechende Technologien die Grundlage und Voraussetzung, um neue und innovative Dienstleistungen entwickeln zu können.“ [Prognos AG, 2012] Man kann davon ausgehen, dass sie die folgenden Bereiche umfassen und die gemeinsamen Charakteristiken haben: [vgl.Strombach, 1999] :: :: :: ::

Wirtschaftsdienste, Steuerberatung, Unternehmensberatung Technische Dienste, technische Beratung, Ingeneuredienste Datenverarbeitung, Software Entwicklung, Hardware-Beratung Werbung, Marketing, Kommunikationsdienste

Aus den benannten Erkenntnissen können folgende Berufsgruppen für eine weitere Betrachtung benannt werden: :: :: ::

Werbung, Marketing, Kommunikationsdienste, Softwareentwicklung, neue Selbständige, Soloselbstständigkeit Kultur- und Kreativwirtschaft


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„Immer mehr Unternehmen lagern Spezialwissen aus und kaufen bei Bedarf wissensintensive Dienstleistungen bei Freelancern ein. Viele dieser hochflexiblen Mitarbeiter auf Zeit arbeiten an den Grenzen zwischen Selbständigkeit uns abhängiger Beschäftigung, zwischen Autonomie und Abhängigkeit.“ [Badura, et al., 2012, S.96] „Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistung befassen.“ [z.a. Schäffer, 2012, S.62] „In der Literatur werden diese Personen häufig als „Neue Selbständige“ oder als Freelancer“ bezeichnet. Seit Mitte er neunziger Jahre bis ins Jahr 2003 nahm die Anzahl soloselbständiger Existenzen im Bereich des Informattoins- und Kommunikationssektors um 65 Prozent zu.“ [Badura, et al., 2012, S.96] „Besonders dynamisch entwickelten sich sich die Unternehmensbereiche kulturelle und unterhaltende Dienstleistungen, Korrespondez- und Nachrichtenbüros, selbständige Journalisten, Erwchsenenbildung, Rundfunkveranstalter, Herstellung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen.“ [Badura, et al., 2012, S.97] „Die Gründe für die zunehmende Verbreitung von Freelancern seit Mitte der neunziger Jahre sind vielfälltige: Computer und Internet für jedermann ermöglichen seit den neuniziger Jahren dezentrale Arbeitsformen, staatlich Förderprogramme, veränderte Unternehmenstrategien (Outsourcing von wissensintensiven Dienstleistungen, Flexibilisierung, Dezentralisierung), „Freelancer erbringen typischerweise wissensintensive Dienstleistungen für Unternehmenin Projekten von unterschiedlicher Dauer. Mit der Dauer der Projekte und der Anzahl der Auftrageber variiert auch der Grad unternehmerischer Freiheit. Die Grenzen zwischen Selbständigkeit und ns abhängiger Beschäftigung droht bisweilen zu verschwimmen.“ [Badura, et al., 2012, S.98] „Anforderung von Freelancer beinhalten hohe Selbstregulationserfordernisse, Abwechslungsreiche Aufgaben und hohe Komplexität, planen und organisieren teilweise selbstständige Aufträge und Projekte. Als Stressoren wurden dabei, Einkommensunsicherheit, Unsicherheit bei Arbeitsplanung und -ausführung, Arbeitsextensivierung, Zeitdruck und auftragsbezogene Stressoren genannt.“ [Badura, et al., 2012, S.100]


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5.1.2 Ergebnisspezifikation der Merkmalsausprägung

In Anbetracht der asynchronen und atypischen Arbeit von Freelancer, sowie durch die mediengestützte Tätigkeit, aus der Kultur- und Kreativwirtschaft mit hoher Autonomie, werden diese Berufsgruppen in aller Wahrscheinlichkeit zukünftig zunehmend beeinflussen. Auf Grundlage der Deskription der Basistypiken werden im nachfolgenden logische Zusammenhänge von, wissensintensive Dienstleistungstätigkeiten mit ähnlichen Anforderungen determinieren. Dabei werden zunächst bereits charackterisierte Typologien der Arbeitswelt untersucht. Durch die Ergebnisspezifikation werden die Beziehungen zwischen den Merkmalen bestimmt. Dabei werden die zuvor festgelegten Merkmalsausprägungen, der nachfolgenden Beschreibungen schrittweise in Bezug gesetzt, bis die zu erfüllenden Randbedingungen erreicht sind. In der Literatur finden sich unzählige Klassifizierungen von Arbeitstypen, die aufgrund unterschiedlicher Kontexte definiert wurden. Im nachfolgenden werden einige davon erläutert.

Elf Typen der Arbeit nach dem Zukunfstinstitut

Typ 1 Knowledge Worker Werden als Wissensträger, Wissenvermittler und Wissenverbreiter beschrieben und sind meist in Wissenschaft und Wirtschaft tätig. Arbeiten größtenteils im Angestelltenstatus in großen Unternehmen, aber auch als Selbständige oder Gründer. Dabei verrichten sie kreative und kognitive Tätigkeiten und sind leistungsorientiert. Dieser Typus wird schließlich in zwei Varianten unterschieden. Einerseits als “Nerd”, der selbständig und isoliert arbeitet und anderseits kooperativ in sozialen Netzwerken in Teams, Wissen vernetzt und verknüpft. Typ 2 Corporate High Flyers Auch “Orgianization Man” genannt wird als den typischen Karrieristen beschrieben, der in großen Unternehmen tätig ist, statushungrig, aggressiv und machtorientiert und überwiegend männlich. Da Unternehmen immer weniger nach leitende Mentalitäten suchen, wird dieser als typischer Burnout-Kandidat beschrieben. Typ 3 Intermediäre Intermediäre, auch Chefsekrtärin genannt, werden mit dem Hauptmerkmal der kommunikativen Kompetenz typisiert, da sie Mittler zwischen Führung und den operativen Ebenen sind. Durch die zunehmende Projektifizierung übernehmen diese neue Aufgabenbereiche und mehr Verantwortung. Typ 4 Kreative Downshifter Dieser Typ wird als burnoutgeprägt beschrieben und legt deshalb viel Wert auf Privatleben. Aufgrund dessen übt dieser hauptsächlich Teilzeit- und Freelance-Tätigkeiten aus und ist engagiert und verlässlich. Meistens Frauen, die ehrenamtlich oder in Crowdsourcing- und DIY-Plattformen im Netz, tätig sind. Typ 5 Loyale Störer Lyoyale Störer werden werden als “Revoluzzer” tituliert, sind sozial, loyal, kreativ und optimistisch ambitioniert. Sie sind interessiert an unternehmensinterne Optimierungen. Sie bringen sich kreativ ins Unternehmen ein, ohne Karrieregedanken. Sie gelten als leicht verletzlich, aber auch kritisch und geraten leicht in Resignation.


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Typ 6 Job Hopper Sie werden als Individualisten oder Job-Nomaden beschrieben, die Schwierigkeiten haben Berufsund Privatleben zu unterscheiden. Sie gelten als “Selbstverwirklicher”, Neigungen und Talente werden oftmals im Privatleben realisiert und haben aufgrund dessen unruhige Beruf-Biographien. Sie werden als störrisch, kritisch und renitent beschrieben. Nur selten erledigt dieser Typus intensiv und engagiert Aufgaben. Sind aber trotzedem in mittleren Positionen anzutreffen. Typ 7 Working Middle Working Middle werden als ordentlich, fleißig und mäßig negativ eingestellt beschrieben. Dieser Typ ist sicherheitsorientiert und unterscheidet Berufs- und Privatleben strikt. Nach dem Zukunftsinstitut entsprechen diese Typen 20 - 30 % aller Mitarbeiter. Typ 8 Passivisten Passivisten sind nach den Autoren unkreative Befehlsempfänger. Sie streben ebenso wie die Working Middle nach Sicherheit im Beruf und haben Angst vor dem Verlust von Status und Geld, durch Outsourcing, Offshoring und Automatisierungen. Typ 9 Neue Spezialisten Diese Typen sind in unterschiedlichen Arbeitsbereichen, hauptsächlich in technischen und Forschungssektor anzutreffen. Aufgrund der “Nischenfähigkeiten” arbeiten diese Typen meist in weltweiten Outsourcing-Märkte. Sie sind meist längere Zeit im Ausland als Saisonarbeiter tätig. Berufsbilder sind hierbei genannt: Programmierspezialisten und Systemspezialisten. Typ 10 Prekaristen Dieser Typ wird als unterprivilegiert, mit fehlender Ausbildung und Qualifikationen beschrieben, ist unkreativ und unsicher. Arbeiten meist als Zeitarbeitnehmer, Aufstocker, Mini- und Mehrfachjobber. Typ 11 Digitale Bohème Dieser Typus wird als Avantgarde der Netzwerkwirschaft bezeichnet, arbeitet in sozialen Netzwerken und ist selten im Angestelltenverhältnis. Sie arbeiten meist projektorientiert in Bürogemeinschaften oder “Coworking Spaces” und organisieren sich ihre Arbeit selbst und gelten kreativ. [ggl. diesen Abschnitt ZT]


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Hier zeigt sich an allen Typen der Arbeit, aber auch in Anbetracht der Tätigkeit eine Beschreibung von Charktereigenschaften. Betrachtet man die Präsenz der mediengestützten Tätigkeiten, so wird deutlich, dass der Hauptteil der Typen in irgendeiner Weise mit IKTs arbeitet. Für genauere Aussagen müsste zumindest noch eine konkretere Beschreibung des Tätigkeitsniveau ersichtlicher werden. Das zetrale Merkmal mobiler IT-gestützter Arbeit ist die Arbeit mit immateriellen Gütern. Diese Typen sind aufgrund der Faktoren Status, Sicherheit, Autonomie und Flexibilität klassifiziert und beziehen sich nicht immer auf einen speziellen Arbeitsbereich. Einige Typen werden spezifisch definiert wie beispielsweise der “Knowledge Worker” und der “Digitale Bohème” und andere eher allgemein. Dennoch können folgende Typologien in einem weiteren Schritt intensiever untersucht werden; :: „Digitale Bohème“, aufgrund ihrer Tätigkeit mit digitalen Netzwerken.

Digital Bohème

::

„Knowledge Worker“, da sie durch spezifisches Wissen und mit Informationen arbeiten und dementsprechen mit Hilfe von IKTs verarbeiten und kommunizieren.

::

„kreative Downshifter“, welche durch Teilzeit- und Freelance-Tätigkeiten gekennzeichnet, die in Crowdsourcingbereichen tätig sind ebenfalls Teil mobiler Arbeit, sowie die

::

„Intermediäre“, die durch vermittelnden Tätigkeiten mit mobilen Beschäftigten zusammenarbeiten

Die “Digital Bohème” im deutschen Szenensprachwörterbuch werden diese Arbeitertypen als die “neue kreative Klasse, die sich durch eine starke Affinität zu den digitalen Medien bei meist prekären Arbeitsverhältnissen auszeichnet.” beschrieben. [Landrock, 2009] Geprägt wurde der Begriff von der Frankfurter Künstlergruppe Station Rose. Bis in den siebziger Jahren galten Künstler, Musiker, Maler oder Autoren als die letzten unerschlossenen Berufsgruppe des deutschen Sozialstaats. Ein Künstler war war abhängig von seiner Kreativität und den Aufträgen der Auftraggeber. [vgl..Lübberding, 2012] Hierbei handelt es sich um Personen, die zwischen dem Dasein als Künstler, Medienarbeiter und Unternehmer leben. Arbeiten meist in Coworking-Spaces mit anderen kreativen “Selbständigen” zusammen. Es handelt sich also hierbei um kreative Freiberufler, kleinere Startups oder digitale Nomaden, die unabhängig voneinander arbeiten, in unterschiedlichen Firmen oder an Projekten kollaborieren.

Vier grundverschiedene Generationen

Denn Traditionalisten, Boomer, GenerationX und Millennials stammen aus vier grundverschiedenen Generationen

Traditionalisten (1928 und 1945)

Die älteren Mitarbeiter (Traditionalisten) legen großen Wert auf klare Hierarchien und einen persönlichen, klar abgegrenzten Arbeitsraum (61 Prozent). Er eignet sich perfekt für Einzelarbeit und symbolisiert berufliche Identität, also den erreichten Status. Bei den teamgeprägten Boomern, die Zusammenarbeit in Gruppenbereichen schätzen, halten lediglich 42 Prozent am eigenen Schreibtisch fest, bei der Generation X nur noch 35 Prozent.


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Beide Altersgruppen sind klassische „Teamleader“ und fühlen sich in flachen Hierarchien wohl. Insgesamt 50 Prozent der Boomer fühlt sich am Arbeitsplatz massiv durch Lärm aller Art belästigt. Die GenerationX arbeitet auch gern im Home-Office, vor allem aber in ästhetischen, qualitativ hochwertigen Räumlichkeiten. Im Gegensatz zu den funktional orientierten, jungen Kollegen aus der GenerationY: Sie passen sich den bestehenden Hierarchien flexibel an und arbeiten gern überall an ihrem Rechner sowie mit anderen zusammen. Ihr Favorit: wechselnde Orte mit informellem Charakter, die von den älteren Kollegen eher abgelehnt werden. (offene Räume und „In-Between-Bereiche“ wie Kaffe-Ecken (20 Prozent) oder Terrassen (17 Prozent)). Lediglich 27 Prozent der „Millennials“ wünschen sich einen persönlichen Schreibtisch. Boomer ärgert der Lärm – Millennials stört das Klima Ein Drittel der jungen Kollegen stört sich dagegen an ungeeigneten Raumtemperaturen, während Geräusche oder Ergonomie keine Rolle spielen. Jeder Dritte Kollege aus der GenerationX kann sich wegen mangelnder Rückzugsmöglichkeiten schlecht konzentrieren. Grundsätzlich sieht sich jede Generation eher zu den jüngeren als zu den älteren Generationen in Konkurrenz. Weder Traditionalisten, noch Boomer oder GenerationX-Mitarbeiter glauben, von Kollegen der GenerationY („ehrgeizig“, „opportunistisch“) lernen zu können. Dagegen wird die GenerationX in den Augen der anderen Altersgruppen als besonders freundlich, kooperativ und effizient wahrgenommen. Boomer gelten zwar als autoritär, aber auch als vorbildhaft und erfahren. Sie geben ihr Know-how an die anderen weiter. Traditionalisten haftet ein recht vages Image im Sinne von „weniger freundlich bzw. kooperativ“ und „weniger ehrgeizig“ an.

„Shareconomy“ beschreibt die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben zum Teilen. Pörschmann sieht darin mehrere Dimensionen: „Zunächst hat die Shareconomy entscheidenden Einfluss auf Prozesse in Unternehmen, da Social-Media-Instrumente immer populärer werden. Zweitens ist das Netz der Ort des Teamworks, innerhalb des Unternehmens und darüber hinaus. Partner, Berater, Lieferanten und Kunden werden intensiver eingebunden und Teil eines vernetzten Prozesses. Die Grenzen zwischen Unternehmen und Organisationen werden immer durchlässiger. Dazu müssen auch Mitarbeiter und Manager umdenken und bereit sein, Wissen, Kontakte und Ressourcen zu teilen.“ In erfolgreichen Unternehmen gehören moderne Instrumente, die ein schnelles und umfassendes Teilen von Wissen ermöglichen, bereits jetzt zur Realität. Blogs, Wikis, Collaboration, Votings und weitere Software-Lösungen werden die Arbeitswelt in den kommenden Jahren sehr dynamisch verändern. Die Kommunikation wird sich ändern; die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden; die Rolle des Managements dabei ebenso wie die Ansprüche der Mitarbeiter an Ihre zukünftigen Arbeitgeber.

Boomer (1946 bis 1964)

Generation X (1965 bis 1977)

Generation Y (1978 bis 2000)

Shareconomy


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Vier Arten von Wissensarbeit

Das Fraunhofer IAO unterscheidet vier Arten von Wissensarbeit, die im Folgenden kurz beschrieben werden: Typ A :: Dieser Typ verrichtet hauptsächlich klassische Routine- und Sachbearbeitungstätigkeiten aus. Zwar spielen Erfahrung und Wissen eine große Rolle, die Anforderungen dieser Wissensarbeit sind jedoch mit geringer Komplexität und Neuartigkeit behaftet. Darüber hinaus sind sie nur durchschnittlich selbstständig. Typ B :: Zu dieser Gruppe zählen Personen, die mit einer hohen Autonomie überdurchschnittliche Aufgaben verrichten. Sie besitzen ein hohes Maß an Kenntnissen und Erfahrung. Verrichtende Tätigkeiten sind im Hinblick auf die Neuartigkeit eher im durchschnittlichen Bereich. Typ C :: Die Arbeitsaufgaben dieses Typs sind durch eine überdurchschnittliche Komplexität und einen überdurchschnittlichen Grad an Neuartigkeit geprägt. Die Arbeit kennzeichnet sich durch einen hohen Schwierigkeitsgrad und erfordert ein hohes Maß an Kenntnissen und Erfahrungen. Aufgrund äußerer Umstände sind selbständige Gestaltungsspielräume begrenzt. Typische Vertreter dieses Typs sind Mitarbeiter in Laboren oder anderen Forschungseinrichtungen. Typ D :: Diese Gruppe kennzeichnet Personen, deren Aufgaben extrem komplex sind und einen hohen Grad an Neurartigkeit aufweisen. Ihre Arbeit gestalten diese Personen fast vollständig autonom. An Wissen und Erfahrung werden extrem hohe Anforderungen gestellt. Typische Beispiele sind Berater und Wissenschaftler. [vgl.Spath, 2009] Diese Typen wurden aufgrund der Autonomie, der Komplexität und der Neuartigkeit, sowie durch Kenntnissen und Erfahrungen unterschieden. Auch diese Typologie gibt keine konkreten Aussagen über die IT-gestützte Arbeit wieder. Diese Typen zeigen, die unterschiedliche kognitive Anforderungen bezüglich der Neuartigkeit und Komplexität der Tätigkeit. Aus einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts wurden unterschiedliche mobile Arbeitstypen differenziert: stationär, wechselnd, mobil und variabel. [vgl.Spath/Kern, 2003]

Drei mobile Arbeitstypen

:: stationärer Typ A (arbeitet überwiegend an „seinem“ Schreibtisch) - 39,4%; :: Wechsel-Typ B (arbeitet überwiegend »im Hause«, dort aber an wechselnden Orten) - 37,9%; :: mobiler und variabler Typ C (arbeitet an unterschiedlichen Orten und Arbeitsplätzen) - 22,7%. Auf Basis einer solchen Beschreibung, kommt zum Ausdruck, dass die zuvor vorgestellten Arbeitsbegriffe und Beschreibungen hier durchwegs das Bild, einer wissensbasierten komplexitätsbedingte Tätigkeitsabstufung wiederspiegelt. Bei dieser Betrachtung zeigt sich jedoch lediglich eine Konzentration auf die Wissensarbeit.


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Dostal identifizierte, im Zusammenhang der Informatisierung drei Gruppen neue Berufsfelder:

::

Die Gruppe der Multimedia-Spezialisten rekrutieren sich aus benachbarten Berufen. Sie besitzen kein einheitliches Qualifikationsmuster, zeigen aber, dass eine neue Qualifikationsstruktur notwendig ist, um in diesem Bereich erfolgreich zu arbeiten. Der vorwiegende Teil ihrer Arbeit besteht im Forschen, Entwickeln und Warten von Soft- und Hardware.

::

Als zweite neue Berufsgruppe sind Infrastrukturberufe im Umfeld von Multimedia zu nennen, d.h. traditionelle Berufe wie Sekretärin, Schauspieler, Redakteur oder Produzenten, die in den noch jungen Multimedia-Branchen benötigt werden.

::

Multimedia-Nutzer sind als dritte Gruppe zu nennen, die einerseits am Arbeitsplatz in traditionellen Branchen und natürlich in neuen Branchen die entwickelte Technik anwenden. [vgl.Dostal, 1995, S.531]

Neue Berufsfelder durch die Informatisierung

Der Manager ist nach Wolf geprägt von einerseits offiziellen Terminen und geplanten Aufgaben und andererseits von unterschiedlicher ungeplanter Einzelaktivitäten. Der größte Teil der Arbeitzeit arbeiten Manager nicht am Arbeitsplatz, infolge dessen sind sie abhängig von der Informationsverwaltung und -vorselektion von Sekretären. Sie verbringen allerdings auch selbst Informationsdienstleistungen für Vorgesetzte oder Kooperationspartner. So nehmen Tätigkeiten der Informationsaufnahme, meist mündlich, und ein gewisser Anteil an Informationsverarbeitung eine große Rolle, in der Arbeit des Manager ein. [vgl.Wolf, 2007, S.102] Staehle beschreibt die Aufgaben und Tätigkeiten des Manager ähnlich. Der Manager ist nach Staehle mehr als ein Führer, der an unterschiedlichen Orten arbeitet und hauptsächlich mündlich kommuniziert. Er ist demnach weniger als ein fünftel der Arbeitszeit alleine, lebt demnach von sozialen Kontakten. Dabei dominieren Kontakte zu Untergegebenen (Sekretär). Der Arbeitsalttag des Managers ist häufig zerstückelt und folglich mit vielen Arbeitsunterbrechungen verbunden. [vgl. Staehle, 1989, S81] Die Arbeitsanforderungen setzten sich aus Fachkenntnissen, körperlich Anforderungen durch häufige Ortswechsel, Konzentration, Planung und Denken zusammen. [vgl.: Staehle, 1989, S.84] Das wesentliche Merkmal des Managers ist der hohe kommunikative Anteil, sowie häufige Ortswechsel. Ein weiteres Merkmal sind kooperative Prozesse mit technischen Komponenten.

Managertätigkeiten nach Wolf und Staehle

„Das Tätigkeitsfeld Medienmanagement umfasst im Wesentlichen die Bereiche medienbezogene Vermarktungsorganisation und Verhandlung über Rechte und Lizenzen mit folgenden Aufgaben: Entwicklung und Vermarktung von Medien wie Filmen, Büchern, Tonträgern, interaktiven Multimedia-Anwendungen etc. bzw. von Medieninhalten planen, organisieren und umsetzen urheberrechtliche Fragen klären, Verhandlungen zum Kauf bzw. Verkauf von Rechten und Lizenzen zur

Medienmanagement


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Nutzung von Inhalten führen (auch als Vermittler z.B. für Autoren und Autorinnen) Finanz- und Personalplanung durchführen; Kosten kalkulieren, Einhaltung von Zeit- und Kostenrahmen sicherstellen Mitarbeiter/innen betreuen und anleiten; Zusammenarbeit, auch mit anderen am Produktions- und Vermarktungsprozess beteiligten Abteilungen und Betrieben, koordinieren. An der Schnittstelle zwischen kreativer Gestaltung, wirtschaftlicher Realisierung und technischer Umsetzung entwickeln Medienmanager/innen Konzepte, z.B. zur medialen Vermarktung eines Produktes, und setzen sie um. Sie organisieren Projekte wie die Herstellung von Filmen, CDROMs, Hörfunkbeiträgen, Websites und multimedialen Dienstleistungen. Beispielsweise beraten sie in der Medienberatung Kunden, die an einem werblichen Auftritt in einem speziellen Medium oder an einem Medienmix interessiert sind, betreuen die mediale Vermarktung eines Sportlers, der mit einem Sportartikelhersteller einen Werbevertrag hat, oder koordinieren die Produktion von Lernsoftware. Zunehmend planen und konzipieren sie auch Aktivitäten in Blogs, Foren oder Social-Media-Diensten im Internet, um zielgruppen- und produktgerechte Marketing- oder Imagekampagnen durchzuführen. Um erfolgreiche Strategien zu entwickeln und zielgruppengerecht umzusetzen, führen Medienmanager/innen Analysen und Markterhebungen durch oder geben diese in Auftrag, recherchieren Informationen und bereiten sie als Entscheidungsgrundlage auf. Ihren Überblick über Medienformate und Marktgeschehen setzen sie in wirtschaftlich erfolgreiche Medienprojekte um. Sie schätzen die technischen, finanziellen und personellen Möglichkeiten sowie die Chancen und Risiken eines Projektes genau ab, organisieren die Zusammenarbeit aller Spezialisten und übernehmen ggf. selbst Teilaufgaben der Realisierung. Dabei achten sie darauf, dass der vorgegebene Zeit- und Kostenrahmen eingehalten wird und Medienprodukte entstehen, die Kunden und Rezipienten gleichermaßen ansprechen.“ [Ladendorff et al, 2012, S.179] PR-Manager

„PR-Berater auch PR-Manager oder Kommunikationsberater, sind für Unternehmen und Organisationen — aber auch für Einzelpersonen — in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Sie überlegen sich geeignete Kommunikationsstrategien und Konzepte, um das Firmenimage zu entwickeln. Dabei geht ihre Arbeit längst über die reine Pressearbeit hinaus; sie entwickelt sich vielmehr in Richtung Consulting. Sie erstellen oder beauftragen einschlägige Situations- und Meinungsanalysen sowie Stärken- und Schwächen-Profile des Unternehmens. Auf dieser Grundlage planen sie PRAktivitäten wie den Versand von Mailings oder Pressegespräche und bauen relevante Journalistenverteiler auf, die sie auch pflegen. PR-Berater müssen überdies gut und kreativ schreiben können, denn sie texten und gestalten die Website des Unternehmens, die Newsletter und Kundenzeitungen, nd zwar oft in Deutsch und Englisch. Außerdem erstellen und bearbeiten sie Marketingunterlagen, Flyer, Produktbroschüren, Präsentationen, Anzeigen, Bilder und Animationen. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, einschlägige Maßnahmen zu dokumentieren, Kosten zu kalkulieren, Zeitpläne zu erstellen, die Durchführung von Veranstaltungen und Projekten sowie die aktive Pressearbeit und den Versand von Werbematerial zu überwachen. Schließlich kontrollieren sie den Erfolg der getroffenen Maßnahmen. Wenn nötig, greifen sie korrigierend ein. Oft kontaktieren sie auch persönlich Marktpartner und gesellschaftlichrelevante Gruppen aus Politik oder Medien.“ [Ladendorff et al, 2012, S.179]


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“Open-Source-Software-Projekte stellen eine Organisationstruktur dar, die eng mit dem Verbreitungsmedium Internet verbunden ist. In diesen Projekten schließen sich Softwareentwickler aus der ganzen Welt zusammen, um Software zu entwickeln, die meist kostenlos zur Verfügung gestellt wird und die auf dem Softwaremarkt mit Produkten etablierter Hersteller konkurriert. Ein Beispiel für solche Software ist der Webbrowser Firefox” [Schrader/Fleischhacker, 2012, S.7] Wie letztlich kommuniziert wird ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. “Alle Medien, die zur Kommunikation in den Projekten verwendet werden, sind Massenmedien. Der Kreis der Empfänger kann in diesen Medien nicht vorherbestimmt werden. Stattdessen richtet sich jeder Kommunikationsakt an die ganze Welt. Diese Art der Kommunikation stellt gleichzeitig eine wichtige Funktion dar. Die durch die Malliste archivierten Diskussionen bieten letztlich zur Orientierung, so kann man zur jeder Zeit feststellen, wer was und wann gemacht hat.Diese Art der Arbeit ist im Gegensatz zu Coworking-Spaces “welche immer auch einen räumliche Bezug in der realen Welt haben (Produktionsanlagen, Büroräume, das Treffen in der Kneipe etc.) fehlt ein solcher Bezug in Open-SourceProjekten vollständig. Der Zugang zum Interaktionsraum der Projekte ist nicht von einem physischen Zugang abhängig, sondern setzt lediglich entsprechende technische Ausrüstung – Internetanschluss und Computer – voraus. So wird es möglich, räumlich und auch zeitlich weit voneinander entfernte Akteure in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.” [Heuer, 2012, S.13] Open-SourceProjekte unterliegen einen ständigen Wandel und sind dadurch innovativ und neu. “Jede Information ist für jeden einsehbar. Informationsbedürfnisse sind daher immer an eine proaktive Suche nach eben jenen Informationen gebunden.” [Heuer, 2012, S.30]

Coworking-Spaces, Open-SourceProjekten, Crowdsourcing

Bürokräfte bzw. kaufmännische Fachkräfte unterstützen das mittlere Management und erledigen selbstständig alle klassischen administrativen bzw. organisatorischen Büroaufgaben wie Büroorganisation, Terminabwicklung, Sachbearbeitung oder Korrespondenz. Bürokräfte bzw. kaufmännische Fachkräfte sind in Unternehmen aller Wirtschaftszweige tätig. Sie arbeiten in Industrie-, Handels- und größeren Handwerksbetrieben, im Dienstleistungsbereich oder bei Interessenvertretungen, Verbänden und Organisationen. Die Aufgaben von Bürokräften bzw. kaufmännischen Fachkräften hängen von der Abteilung ab, in der sie arbeiten. In der Regel erledigen sie die anfallende Korrespondenz - gelegentlich nach Phonodiktat oder auch in englischer Sprache -, erstellen Statistiken, Protokolle und Präsentationsunterlagen. Kunden und Ratsuchenden geben sie telefonisch Auskünfte. Sie leiten Kundenanfragen weiter, erledigen die Ablage im Sekretariat, bereiten Dienstreisen und Besprechungen vor und führen Urlaubs- und Anwesenheitslisten. Außerdem planen, koordinieren und überwachen sie Termine, stellen Rechnungsunterlagen zusammen, versenden diese, prüfen Zahlungsein- und -ausgänge, klären Differenzen ab und verschicken bei Zahlungsverzug Mahnungen. Die eingehende Post sichten sie, leiten sie an die entsprechenden Sachbearbeiter/innen weiter und bringen ausgehende Sendungen termingerecht zur Poststelle. Daneben kopieren Bürokräfte bzw. kaufmännische Fachkräfte Unterlagen und stellen diese in vorgegebener Reihenfolge etwa für Besprechungen zusammen. Sie helfen bei der Pflege von Datenbanken oder aktualisieren die betriebseigenen Websites. Zudem assistieren sie bei der Organisation und Betreuung von Veranstaltungen. Je nach Erfahrung und Einsatz führen sie auch - entsprechend der Vorgaben ihrer Vorgesetzten - Verhandlungen mit Kunden, Lieferanten und Antragstellern. [Ladendorff et al, 2012, S.179]

Bürokräfte


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5.1.3 Evaluierung der Berufsschematas

Die folgenden Typen wurde unteranderem, aus Informationen des „BERUFENET – das Netzwerk für Berufe“ verglichen und generiert. Die Bundesagentur für Arbeit stellt ein Online-Angebot zur Verfügung, das einheitliche aufbereitete und regelmäßig aktualisierte Beschreibungen von diversen Berufen bietet. Informationen liegen unter anderem zu Tätigkeiten und den geforderten Kompetenzen vor. Die für die Basistypen relevanten Tätigkeitsmerkmale liegen auf verschiedenen Ebenen vor: Die Mehrzahl der Ansätze beschäftigt sich entweder mit der Tätigkeit oder der Branche selbst, mit dem der Tätigkeitsniveau beschrieben wird. Wirklich aussagekräftig werden die Typologien bzw. Beschreibungen jedoch erst, wenn sie auf die verschiedenen Subkategorien hin betrachtet werden. Hierbei gibt es relative große Unterschiede in der Hierachien und kognitiven Beanspruchungen. Ein weiteres Merkmal sind kooperative Prozesse mit den technischen Komponenten. Im besonderen Maße zeigen die Eigenschaften der Wissensarbeiter Ähnlichkeiten zu den Grundtypologien. Neben den definierten Basiselementen, wie Arbeitsaufgaben und Tätigkeit sind Parallelen in der Planbarkeit und der Formalisierbarkeit zu erkennen. Sowie die eingeschränkten Entscheidungsspielräume der Sachbearbeiter. Die meisten der hier dargestellten Aspekte betreffen die Wissensarbeit. Außerdem wurden im gleichen Zusammenhang Arbeitsprozesse gezeigt, die auserhalb der Betriebsstätte stattfinden. Des Weiteren gibt es ein Spektrum, der sich durch technik-unterstützten und kooperativen Tätigkeiten auszeichnet. Darüber hinaus wurde kenntlich, dass Personen in Führungspositionen zwar eine höhere Kommunikationsintensität aufweisen, jedoch durch konvenzionellen Kommunikationskanälen.


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5.1.4 Typendeskription zweiter Ordnung

Tätigkeit / Arbeit :: typ 1 / variabel

Typ 1 findet man in der Wissenschaft, Wirtschaft, Softwareentwicklung, Werbung oder im Bereich der Public Relation. In Positionen als Gründer, Angestellter in großen Unternehmen oder Selbstständiger sieht man diesen Typus. Wichtig ist, er ist neben Wissensträger auch Wissensvermittler und –verbreiter. Daher gibt es zwei Seiten dieses Typus: Zum Einen den selbstständigen „Wissensarbeiter“, der isoliert arbeitet und zum Anderen den „Manager“ der das Wissen vernetzt und verknüpft und sehr kooperativ ist. Unterschiedliche Problemstellungen, Anforderungen und Ansprechpartner sind der Alltag für Typ 1 innerhalb der unterschiedlichsten Projekte. Hauptaufgaben sind: leiten, organisieren, steuern von notwendiger innerbetrieblicher Zusammenarbeit. Sowie Planung, Vorbereitung, Realisierung und Nachbereitung von Projekten, meist im Bereich der Forschung, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Unternehmenskommunikation oder im Marketing. Typus 1 ist Ansprechpartner für Kunden und anderen Kooperationspartnern. Ihm unterliegt die Leitung und Koordination der Tätigkeiten der einzelnen Projektteams.


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Tätigkeit / Arbeit :: typ 2 / mobil

Diesen Typ 2 findet man in allen Bereichen der Gestaltung, egal ob Text, Bild oder Grafik, er ist hauptsächlich für den visuellen Teil eines Konzeptes zuständig. Er integriert sich in bestehende Hierarchien und hat eigene, spezielle Aufgaben, jedoch kann ein Ergebnis nur durch Zusammenarbeit mit allen anderen herbei geführt werden. Gestalterische und technische Fähigkeiten sind ebenso wichtig wie eine journalistische Denk- und Arbeitsweise um kreative Ideen zu entwickeln und die täglichen internetbasierten Recherchearbeiten zu vollziehen. Auf der einen Seite müssen Evaluationen und Präsentationen von Entwürfen nach Anweisung erstellt werden, auf der anderen Seite produzieren, kommunizieren, gestalten, recherchieren und transportieren sie Informationen. Daher ist das Endprodukt meist informell. Arbeitgeber sind meist Softwareunternehmen, Werbe- und Multimedia-Agenturen, Provider und sonstige Dienstleister. Dort sind Sie als Freelancer, Selbständige für Crowedsourcing-Projekte oder Softwareforscher, die hauptsächlich mit professionellen Grafik- oder Layoutprogrammen arbeiten . So unterschiedlich wie die Einsatzformen sind auch die Projekte, Gruppen- und auch Einzelarbeiten. Das ermöglicht ein Arbeiten überall dort, wo Informationen klar, übersichtlich und optisch attraktiv vermittelt werden.


Erarbeitung relevanter Vergleichsdimensionen und Deskription zweiter Ordnung :: Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

Tätigkeit / Arbeit :: typ 3 / fexibel

Zu den Branchen in denen Typus 3 tätig ist zählt die Netzwerkwirtschaft mit Crowedsourcing, DIY-Plattformen, Webanwendungen, Social Commerce und Entwicklungsbranchen. Kreative und kognitive-organisatorische Planung und Realisation von Projektideen ist die tägliche Arbeit. Softwareinhalte werden konzipiert, weiterentwickelt und produziert. Dafür ist es wichtig, neue Trends zu entdecken, das Wissen stetig erweitern und diese dann in aktuellen und zukünftigen Projekten einzusetzen. Unternehmensmedien werden konzipiert, gestaltet und vermarktet. Ein klassisches Angestelltenverhältnis ist hier selten, da meistens projektbezogen in Bürogemeinschaften oder „Coworking Spaces“ in Teilzeit- sowie Freelancetätigkeit gearbeitet wird. Dieser Typus gilt als kreativ, er organisiert seine Arbeit selbst und arbeitet viel in sozialen Netzwerken. Face-to-Face Interaktionen sind eher selten, obwohl Lösungen durch Kommunikation und Zusammenarbeit in Teams und Projektgruppen herbeigeführt werden. Es wird in hohem Maße auf die technische Infrastruktur des Internets zurückgegriffen, so dass eine schriftliche Kommunikation über Mailinglisten, Foren, Blogs und Chats stattfindet. Aufgrund dessen ist ein gewisses Maß an Fachkenntnissen im Umgang mit dem Computer, Peripheriegeräten und anderer moderner Software notwendig. Die erforderlichen notwendigen Kompetenzen eignet sich der Typus 3 autodidaktisch an, er verfügt weiterhin über ein hohes Kooperationsvermögen und kann sich schnell in die verschiedensten Themen einarbeiten.


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Tätigkeit / Arbeit :: typ 4 / stationär

Typus 4 findet man in der Arbeitswelt in der Verwaltung, meist als Sachbearbeiter in größeren Unternehmen. Es ist eine Schnittstellenposition zwischen Unternehmensführung, Marketing, Management und Vertrieb. Administrative Tätigkeiten wie Verwaltungsaufgaben, Betriebsorganisation und Kommunikation zwischen den unterschiedlichsten Positionen sind das tägliche Brot und es wird sich an bestehende Hierarchien angepasst. Darüber hinaus werden die Beziehungen zwischen Partnern kontrolliert und gesteuert, Inforationen übernommen und weitergeleitet, sowie organisatorische Sachen überwacht. Weitere Aufgaben sind die Unterstützung der Geschäftsleitung ebenso wie die Regelung des Informationsfluss zwischen Außen- und Innenbereich des Unternehmens. Die Vorgaben der Auftraggeber müssen natürlich stets beachtet werden. Das Arbeitsergebnis besteht aus Entscheidungen, die auf der Grundlage der verarbeiteten und weitergeleiteten Informationen gefällt werden. Diese Entscheidungen werden in Form von Dokumenten festgehalten, wobei diese wiederum als Werkzeug für weitere Entscheidungen dienen.


::: Kapitel

Erweiterung der Merkmalsauspr채gung


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erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

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6.1.1 Explikation informativer und kommunikativer Prozesse

identifizierung und explikation von vergleichsdimensionen

Im nächsten Typisierungsschritt werden informative und kommunikative Prozesse in Bezug auf mobile Arbeitsprozesse eingeordnet, sowie Anforderungen für mobile IKTs abgeleitet. Dabei geht es vor allem um den Wissensaustausch, den Informationsbedarf, der Informationssuche und Anforderungen unterschiedlicher Kommunikationsarten. Desweiteren ergeben sich Merkmale der über eine Differenzierung individueller Qualifikationen und Kompetenzen im Bezug auf die Nutzung der verschiedenen IKTs. Bisher ist noch unklar, wie sich die Mediennutzung, in der Kommunikations- und Informationsbedarf in den verschiedenen Tätigkeitsbereiche strukturiert ist. Unternehmen arbeiten mit unterschiedliche Kommunikationssysteme und -kulturen. Immer mehr Endgeräte werden in Geschäftsprozessen unterschiedlicher Tätigkeitsfelder integriert. Unterschiede in der Medienkompetenz und Altersstrukturen, mit verschiedenen Technikvorlieben treffen aufeinander. Klar ist, dass heutige Tätigkeitsfelder zunehmend mit IKTs arbeiten und in Zukunft immer mehr. Steigende zeitlich, räumlich und virtuelle Mobilitätsanforderung der Beschäftigten, sowie vielfältige Nutzerkontexte. Psychosomatische Belastungen, aufgrund Stressoren durch den zunehmenden Informationsund Kommunikationsüberfluss, immer kürzer werdende Arbeitsprozesse, Multitaskinganforderungen, mobilitätsbedingte Arbeitsunterbrechungen und der zunehmende Verschmelzung von Beruf- und Privatleben. Private Technologien werden in Unternehmen integriert, ohne Rücksicht auf Bedürfnisse und Ziele der Unternehmenskultur zu nehmen. Auf der Grundlage der Kommunikationspsychologie werden nicht nur die Unterschiede zwischen Kommunikationsarten vorgestellt, sondern auch die Betrachtung, unterschiedlicher Informationsarten. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden anschließen im Zusammenhang der verwendeten Endgeräte betrachtet. Parallel dazu werden Einblicke in die Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen der mobilen Beschäftigte gegeben.


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„Durch die hohe Spezialisierung der einzelnen Wissensarbeiter, die große Anzahl beteiligter Personen und die einfache Vervielfältigung und Verbreitung durch die modernen Technologien besteht die Gefahr eines Kommunikationsüberflusses. Erschwert wird dies durch die unterschiedlichen „Sprachen“, die sich in den verschiedenen Fachdisziplinen entwickelt und kultiviert haben.“ [Senge, 1990, S. 267] Darüber hinaus ist hierbei von großer Wichtigkeit, wie sich diese Tätigkeitsfelder mit den unterschiedlichen IKTs und deren Anwendungen umgehen, sowie die Zusammenarbeit funktioniert. Neben diesen Phasen hochkonzentrierter und stiller Arbeit spielt die Kommunikation in der Wissensarbeit eine weitere entscheidende Rolle. Zum einen ist die Anzahl der beteiligten Personen und Gruppen groß und zum anderen müssen unterschiedlichste Disziplinen und Spezialisten über Kommunikation eine gemeinsame Ebene finden. In der „Wissensarbeitsanalyse 2004“ liegt der Anteil kommunikativer Tätigkeiten für Wissensarbeiter bei 61 Prozent. [vgl, Hube, 2010, S.24] Aufgrund der Tatsache, dass im Geschäftsprozess mobiler Arbeit und durch divergenter Nutzung mobiler IKTs, vielfältige Kommunikationskonstelationen gebildet werden, ist die Auseinandersetzung verschiedener Kommunikationsarten notwendig. Die daraus resultierenden Kommunikationsproblematiken und Erkenntnisse werden anschließend in Bezug mobiler Geschäftsprozesse gesetzt. Unterschiede in der Kommunikationsart, Informationsaufnahme und -verarbeitung werden hierbei veranschaulicht. Dabei soll einerseits Problematiken aufgezeigt werden, die sich durch die mediale Kommunikation und Informationsverarbeitung ergeben und andererseits Rahmenbedingungen für die Typisierung definiert werden.


erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

6.1.2 Kommunikationsarten und Dimensionen kommunikativer medialer Prozesse

Die Nutzung und Anwendung mobiler Arbeitsmittel werden durch unterschiedliche Beweggründe und Motivationen begleitet. Unterschiede der Personen sind wichtige Einflussfaktoren für den Arbeitsprozess. Dabei unterscheiden sich beispielsweise, die Sprache bei internationalen Kooperationen, Verwendung von fachliche Begriffe durch unterschiedliche Tätigkeitsbereiche, Unterschiede im Arbeitsstil, Unterschiede in der Medienkompetenz, Motivation mit der Applikation bzw. der virtuellen Arbeitsplattform. Während eines Arbeitsprozess laufen vielfältige Kommunikationsprozesse ab. (Lesen, schreiben, bearbeiten, organisieren, einrichten, modifizieren, terminieren, koordinieren) Welche mit unterschiedlichen kognitiven Prozesse verbunden sind. Darüber hinaus findet die mediale Kommunikation auf unterschiedliche Weise statt. Entweder synchron (Telefon) oder zeitversetzt (e-Mail), sowie in Verbindung der Mensch-Maschiene-Interaktion. Kommunikationsmedien müssen demnach den Zweck angepasst werden. Kommunikationsanwendung und -geräte bestimmen auf welcher Art miteinander kommuniziert wird oder gearbeitet wird. Dabei spielen nicht nur Faktoren wie Benutzerfreundlichkeit, Eignung für bestimmte Kommunikationsaufgaben und die Möglichkeit der Anpassung an den eigenen Arbeits- und Kommunikationsstil eine Rolle:

Kommunikationsarten

In der Kommunikationspsychologie werden folgende Kommunikationsarten unterschieden: :: direkte, persönliche Kommunikation,

::

Massenkommunikation,

::

computervermittelte Kommunikation

Mediale Kommunikation erfordert von den Akteuren:

Dimensionen kommunikativer medialer Prozesse

::

Kodierungs- und Dekodierungsprozesse

:: Verstehen und Bewerten von Kommunikationsinhalten Um Ergebnisse und Folgen individueller Verhalten und Handeln in Kommunikationsumgebungen zu analysieren, müssen vielfältige Einflussfaktoren und Bedingungen berücksichtigt werden. Six (2007) unterteilt diese in drei Kategorien: Bei den Überdauerden und aktuten Merkmale: :: Mediensystem und Kommunikationskultur auf makro- und mikro sozialer Ebene einschließlich der Rahmenbedingungen (Kommunikationskultur und -klima z. B. in einer Organisation); ::

individuell verfügbare Kommunikationsnetwerke, -strukturen, -wege und -angebote für direkte und mediale Kommunikation.

::

direkt oder medial übermittelt Kommunikationsinhalte bzw. Botschaften mit ihren jeweiligen formalen und inhaltlichen Qualitäten.


89

Auf seitens der Situation- und Kontextmerkmale, sind folgende Unterkategorien zu berücksichtigen [vgl.Six, 2007, S.24]: ::

überdauernde und aktuelle Situationsmerkmale wie etwa die Beziehungsqualität und gemeinsame Basis zwischen Interaktionspartner, der Kommunikationsort, die Anwesenheit anderer Personen, sowie der Kommunikationsanlass bzw -ziel

::

Kontextbedingungen wie z. B. Informations-, Anregungs,. und Unterstüzungspotenzial aufseitens des sozialen und nichtsozialen Umfelds sowie Werte und Normen im sozialen Umfeld.

Wesentliche Faktoren für unterschiedliche Handlungs- und Verhaltensweisen in der Kommunikationsumgebung sind: psychische Prozesse, Unterschiede in den Altersstrukturen und der Medienkompetenz, sowie der Kontext einer Kommunikationssituation. Darüber hinaus sind überdauernde Muster von Kommunikationssituationen ebenfalls von Großer Bedeutung. Die Kommunikationssituation wird komplizierter wenn, die durch die Orientierung, Bewertung und Selektionsmuster getroffene Auswahl, aus dem Spektrum der Kommunkationswege und -angebote auf unterschiedlichen Präferenzen stoßen. Die Einen bevorzugen die face-to-face Kommunikationen,die anderen tendiern zur nonverval-textuell-Kommunikation. Somit ergeben sich nach Six folgende Kategorien: ::

aktuelle Wahl und Nutzung von Kommunikationswegen bzw. -angeboten und -inhalten;

::

Kommunikatoraktivitäten wie Selektion, Gestaltung und Übermittlung von Kommunikationsinhalten, Interpretation der Situation und der Interessen des Gegenübers, Zielreflexion etc., gegebenenfalls mit anschließendem Rollenwechsel vom Kommunikator zum Rezipienten;

::

Rezipientenaktivitäten, deren Spektrum ebenfalls sowohl interne als auch von außen beobachtbare Aktivitäten und Reaktionen umfasst. Hierbei sind zu nennen. [Six, 2007, S.22]

Unterschiedliche Kommunikationskonstellationen fordern unterschiedliche Anforderungen. In diesen Teil soll der Frage nachgegangen werden, welche Faktoren für diese Art von Unterschiede, relevant sind.

6.1.3 Subkategorien von Situation- und Kontextmerkmale

6.1.4 Verhaltensweisen in Kommunikationsumgebung Individualkommunikation

direkte, personelle Kommunikation


erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

6.1.5 Medieneigenschaften von Clar und Brennan

Durch die mediale vermittelte interpersonale Kommunikation ergeben sich im Vergleich zu Faceto-Face-Interaktionen gewisse Einschränkungen. Im nachfolgenden werden die acht Medieneigenschaften von Clark und Brennan kurz beschrieben: Kopräsenz

Bedingungen und Einflussfaktoren

gibt an inwieweit die wahrgenommene Umgebung sich wechselseitig überlappt. Durch Face-toface-Kommunikationen oder virtuelle Realitäten können durch den gemeinsamen Bezugsrahmen beispielsweise non-verbale Zeichen oder durch Zeigegesten interpretiert werden. Sichtbarkeit meint die zeitnahe Sichtbarkeit der Gesprächspartner, welche soziale Hinweise über Alter, Status und Geschlecht gibt. Hörbarkeit

Überdauernde und akute Merkmale der Kommunikationsumgebung

setzt vorraus das die Kommunikationspartner mündlich und nicht schriftlich kommunizieren. Durch die mündliche Kommunikation können Informationen schneller vermittelt werden. Die mündliche Kommunikation ist jedoch für Wissenserwerbprozesse meist von nachteil, weil sie weniger elaboriert und reflektiert ist. Kontemporalität Die Informationsverarbeitung ist effektiver, wenn sich die Kontexte zeitlich nicht überschneiden. Der Kontext ist zum Zeitpunkt des Sendens einer E-Mail beispielsweise nicht mehr derselbe wie beim Empfang. Sequenzialität meint die geregelte Abfolge des Informationsaustauschs (Turn-taking), wie es bei der FTF bekannt ist. Simultanität zeitgleich zur Informationsaufnahme nonverbale oder paraverbale des Empfängers. So können Uneinigkeiten sofort beseitigt werden. Vorbereitbarkeit Mitteilungen genauer planen, um elaborierte und argumentative geschlossene Mitteilungen zu vermitteln.

Situation und Kontextmerkmale

Speicherung Das gesprochene Wort ist flüchtig. Geschrieben Inhalte können Zeitunabhängig aufgenommen werden, sodass die Information durch wiederholtes lesen verständlicher wird.


91

FTF

Telefon

E-Mail

Chat

Kollaboration

Blog/Wiki

Kopräsenz

Merkmale der beteiligten Individuen

Sichtbarkeit Hörbarkeit Kotempoalität Sequenzialität Simultanität Vorbereitbarkeit Speicherung

Individualkommunikation, meint die direkte und über Medien vermittelte interpersonale Kommunikation einschließlich der Gruppenkommunikation sowie der Mensch-Maschiene-Kommunikation. [vgl.: Six, 2007, S.22] Bei der direkten, persönlichen Kommunikation handelt es sich um eine interaktive Verständigung, bei der Sender und Empfänger durch Rollenwechsel interagieren, dabei sind beispielsweise nonverbale Gestiken beobachtbar. Bei der Massenkommunikation ist ein solcher Rollenwechsel nur begrenzt möglich. Das gleiche gilt bei medialer interpersonaler Kommunikation, bei der die Akteure nicht gleichzeitig eine e-Mail verschicken und empfangen können. „Die Medienkommunikation wird nach Six, als eine Kommunikationsart beschrieben, “bei der Inhalte direkt, bei räumlicher und /oder zeitlicher Unabhängigkeit zwischen den Beteiligten per Medien vermittelt bzw. abgerufen werden.” [Six, 2007, S.23] Massenkommunikation wird nach Six als “jene Form der Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich (ohne begrenzte Empfängerschaft) durch Verbreitungsmittel (Medien) indirekt (durch räumlicher und zeitlicher Distanz der Kommunikationspartner) und einseitig (ohne Rollenwechsel) an ein disperes Publikum vermittelt werden.” [Six, 2007, S.23] Wie bereits schon im zweiten Kapitel beschrieben, werden bestimmte Arbeitsprozesse in (Open-...-Projekt), beispielsweise, durch Foren oder Blogs, delegiert bzw. kommentiert. Im nachfolgenden werden die durch Massenkommunikation auftretenden (kognitiven/medialen) Anforderungen/Kompetenzen aufgeführt, bewertet und gegebenenfals erweitert. Um diese letztlich den erstellten Typen zuzuordnen. So ist es von großer Bedeutung, das jene Kommunikationsart gewählt wird, die auch für die jeweilge Situation von Nutzen bzw. sich nicht negativ auswirkt. Kommunikation ist somit ein mehr oder weniger “transaktionaler” und interaktiver Prozess. Da Kommunikation immer aus bewusste und unbewusste, geplante oder ritalisiert Prozesse oder automatisiert ablaufen. [vgl.Six, 2007, S.22]

[16] Abb.: Die acht Medieneigenschaften von Clark und Brennan (1991) am Beispiel der Face-to-face-Kommunikation, Telefons, der E-Mail und des Chat. [Six, 2007, S.60]


erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

6.1.6 Anforderung durch Interaktion von Medien

Folgende Kriterien haben Einfluss auf die Interaktion von Medien und stellen dabei höhre Anforderungen: Ausmaß der Interaktivität

Massenkommunikation

::

Möglichkeit von Rollenwechsel und Reziprozität;

::

Aktivitätsmöglichkeiten der Nutzer (comptergestützte asynchrone oder synchronen Selektion, Rezeption und Interaktion z.B. Newsgroups, Chat)

::

Eingriffs- bzw. Steuerungsmöglichkeiten (direkte Steuerung formaler und/oder inhaltlicher Merkmale vorhandener Medienangebote/ Mediengestaltung.

Unterstützende Aktivitätsmöglichkeiten

Ausmaß der Anforderungen durch Art und Spektrum angesprochener Sinneskanäle und Anzahl der Beteiligten: (Folgende Kriterien haben Einfluss auf die Interaktion von Medien und stellen dabei höhre Anforderungen) niedrige Anforderung

::

one-to-one - Kommunikation zwischen je zwei Beteiligten : Telefon, Internettelefonie, e-Mail

hohe Anforderung

::

many-to-many - Gruppenkommunikation : Videokonferenzen, Newsgroups

mittlere Anforderung

::

one-to-many - Massenkommunikation Fernsehen : Online-Zeitungen, Webseite

mittler - hohe Anforderung

::

Synchronizität - gleichzeitiges Kommunizieren : Chat

niedrige Anforderung

::

Asynchronizität - zeitversetzte Kommunizieren : e-Mail

niedrige Anforderung

::

Realitätsnähe und Präsenzerleben : Medialitätsbewusstsein

mittlere Anforderung mittlere (niedrige) Anforderung hohe Anforderung hohe Anforderung

:: Anforderungen an kognitive Aktivitäten und Medienkompetenz : Multimedialität (viele Sinne werden angesprochen) : Linearität (Hypertext oder Zeitsprüngen) : Zielkomplexität und genutzte Anwendungsart (bei Navigationen zur Umsetzung komplexer Vorhaben); ::

Spektrum der Kommunikationsteilnehmer und -inhalte (Spektrum und höherer Individualität). [vgl: Six, 2007, S.24]


93

Die Theorie der Media-Richness, gibt eine einfache Erklärung über „reiche“ und „arme“ Kommunikatikonsformen. Es werden technische und nicht-technische Kommunikationsformen vereinfacht in ihren unterschiedlichen Kapazitäten zur authentischen Übertragung von analoger und digitaler Information. Die Face-to-Face Kommunikation ist in diesem Fall eine „reiche“ Kommunikationsform, da durch die persönliche Interaktion eine Vielzahl an Informationen weitergegeben werden können, ohne es bewusst zu wollen. Dabei sind die Interaktionspartner in der Lage, non-verbale Kommunikation beispielsweise, direkt zu interpretiert und zu reagieren. Nicht nur Gestik, sondern, Sprache, Tonfall und Mimiken, stellen ein reiches Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten dar. Dagegen stellt der Austausch von Dokumenten, z. B. per e-Mail, eine „arme“ Kommunikationsform mit sehr niedrigem MediaRichness-Grad dar.

[17]

Media Richness

Medium

hoch Face-to-face Videokommunikation

Abb. 4: Das Media-RichnessModell nach Daft & Lengel (nach Rice 1992) in [Reichwald/Möslein 1998, S.16]

Overcomplication (Mehrdeutigkeit, zu viele Nebeninformationen)

io

n

Telefon/Telekonferenz

m

un

ik

at

Voice Mail

i ve

rK om

Computerkonferenz

ef

fe

kt

Telefax

ic re

niedrig

Oversimplification (unpersönlich, kein Feedback)

Be

Briefpost/ Dokumentation

he

E-Mail

niedrig

6.1.7 Theorie der Media Richness

hoch Komplexität der Kommunikationsaufgabe


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6.1.8 Informationsaufnahme und -verarbeitung Informationsaufnahme und -verarbeitung

In diesem Abschnitt wird aus Sicht der Kommunikationspsychologie, die Informationsaufnahme und -verarbeitung erläutert. “Informationen sind dabei zu verstehen als die in den Kontext eines Zusammenhangs gestellten Daten, die dazu dienen, Wissen bei dem Informationsempfänger zu generieren.” [Six, 2006] Informationen sind Daten, die in einem kotextuellen Problemzusammeng stehen. Erst wenn Daten in einen Problembezug eingeordnet und für ein bestimmtes Ziel verwendet werden handelt es sich um Informationen. Informationen können somit als Kenntnisse betrachtet werden, die für Entscheidung bestimmter Sachverhalte und zur Erreichung eines Ziels dienen. [vgl.Rehäuser, 1996, S.5] Wissen sowie Information sind immer an einen physischen Träger gebunden, somit ist die Infrastruktur der Wissens- und Informationsverarbeitung und der Kommunikation enorm wichtig im Arbeitsprozess. Es genügt nicht, sich allein mit dem informatorischen Aspekt von Wissen zu befassen, da die personelle, organisatorische und technologische Infrastruktur zu beachten ist. [vgl. Rehäuser, 1996, S.24] Informatorische bzw. kommunikative Prozesse sind somit so zu vernetzen und zu organisieren, dass sie trotz der Dynamik und ständiger Veränderung der Umgebung den Arbeitsprozess aufrecht erhalten wird. Da aber die Anzahl der Möglichkeiten menschlichen Handelns prinzipiell unendlich groß ist etwas bestimmtes zu tun und etwas anderes nicht zu tun, sollte dieses Handeln in gewissermaßen reguliert werden, Die Informationsaufnahme ist keine liniare Reizübertragung. Informationen werden meist gezielt für die weitere Verarbeitung ausgewählt. Informationen werden zum Teil durch unterschiedliche Verhaltensmuster aufgenommen und verarbeitet. Sensorische Reize werden dabei nicht mit festgelegte Reaktionsmuster ausgelöst. So werden Informationen mit höhrer Wichtigkeit, situationsbedingt zuerst beachtet und verarbeitet. Die Informationsverarbeitung ist abhängig von der Informationseigenschaft und vom Vorwissen des Informationsinhaltes, die wahrgenommen wird. Das Vorwissen wird in diesem Zusammenhang als Common Graund „gemeinsamer Wissenshintergrund“ zwischen zwei Interaktionspartner beschrieben. So wird davon ausgegangen, dass Kommunikationspartner die einen gemeinsamen Wissenshintergrund und -stand besitzen, besser kommunizieren. [vgl. Six, 2007, S.22] Dabei werden drei Unterschidliche Heuristiken genannt: Bei der Heuristik der physikalischen Kopräsenz, werden alle wahrgenommenen und zugänglichen Informationen oder Objekte Bestandteil der Common Ground sind. So gehören beispielsweise gleiche Funktionen einer Software, mit denen die Kommunikationspartner kommunizieren zu diesem gemeinsammen Wissen. Alle zuvor gesprochenen Gespräche, gehören zur Heuristik der linguistischen Kopräsenz, dabei werden Kommunikationsstile einander angeglichen. So könnte beispielsweise eine Merkfunktion, über ein E-Kollaborationstool hilfreich, damit können Kommunikationsprozesse effektifer gestaltet werden. Heuristik der „Community Membership“ besagt, dass der Interaktionspartner über ein bestimmtes Allgemeinwissen verfügt, um bestimmte Fachtermini ausdrücken zu können. Handelt es sich etwa um einen Kfz-Elektriker, dann kann der Gegenüber davon ausgehen, dass dieser weiß was eine Anlasser ist.


95

Diese Heuristiken sind in persönliche Gesprächen einfacher, da die Interaktionspartner verbal oder nonverbal Signale senden und empfangen können, um die spezielle Thematik auf einen gemeinsame verständliche Basis zu bringen. Ob die Kommunikation zwischen Gruppen funktioniert hängt von gewissen Randbedingungen ab. Erkenntnisse aus der Kognitionswissenschaft besagen, dass durch große Unterschiede in der kognitiver Hinsicht, zwischen den Kommunikationspartner trägt dieser Unterschied zum positiven Kommunikationsverlauf bei, da sie über Unterschiedliche Wissenstände und Perspektiven verfügen und die Kommunikationspartner sich deshalb auf den Gegenüber einstelle. Andere Ansichten besagen, dass ähnliche Sichtweisen in der Denkweise für einen reibungslosen Kommunikationsverlauf sorgen. Im folgenden sollen heterogene und homogene Gruppenkonstellationen für das weitere Verständnis erläutert werden. Eine der wichtigsten Funktion der Kommunikation ist der Informationsaustausch um damit Wissen zu erwerben. Das Brainstorming-Verfahren ist hierbei ein gutes Beispiel. Die Ergebnisse sind umso besser, desto verschiedener die teilnehmende Personen, da dadurch Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen kommen. Die verzerrte Informationsverarbeitung besagt allerdings, dass Gruppen die Entscheidungen fällen sich tendenziell auf eine gemeinsame Information hinarbeiten, sodass die Heterogenität nicht ausgenützt wird. [Six, 2007, S.51] Kommunikation findet immer in einem bestimmten Kontext statt. Für Kommunikationsprozesse sind Rahmenbedingungen hinsichtlich des Kontextes, von großer Wichtigkeit. Etwa die der Kommunikationsstruckturen, -regeln und -klima, aber auch die der personalen Bedingungen. Eine Vielzahl von Aktivitäten sind mit der Kommunikation verbunden, die nur teilweise Beobachtbar sind. Nicht Beobachtbare Aktivitäten sind beispielsweise Motivation oder Interpretation einer Nachricht. [vgl. Six, 2007, S.22] Der Informationsbedarf umfasst nach Reichwald und Möslein den Informationsinhalt, die Art der Information und das Medium der Informationen, die zur Erfüllung einer Aufgabe in einem bestimmten Arbeitsprozess benötigt werden. [vgl.Reichwald/Möslein, 1998]

6.1.9 Grundanforderungen an Kommunikationsbeziehungen


erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Informationsaufnahme und -verarbeitung

Reichwald und Möslein gliedern vier Grundanforderungen von geschäftlichen Kommunikationsbeziehungen, die zur einer effektive Aufgabenerfüllung und ungestörter Verständigung zwischen den Kommunikationspartnern führen. Diese Anforderungen verlaufen in Abhängigkeit vom Typ der Aufgabe, des Kommunikationsmediums und der Einstellung gegenüber des Kommunikationspartner. [vgl. Reichwald,Möslein 1998, S.16]

Genauigkeit

Genauigkeit der Kommunikation hat als Grundmerkmal beispielsweise in bürokratischen Führungsprozessen, aber auch in Abstimmungsprozessen für technische Fachaufgaben eine entscheidende Bedeutung. Bei derartigen Kommunikationsprozessen kommt es auf administrative Exaktheit, auf Dokumentationsfähigkeit und Weiterbearbeitungsmöglichkeit der ausgetauschten Informationen an. Die formale Genehmigung von Investitionsvorhaben ist ein Beispiel für Kooperationsprozesse im Führungsbereich, bei denen es auf besondere „Genauigkeit“, also inhaltliche Aspekte der Kommunikation, ankommt.

Schnelligkeit und Bequemlichkeit

Schnelligkeit und Bequemlichkeit der Kommunikation stehen dann im Vordergrund, wenn Informationen in möglichst kurzer Zeit und ohne größeren Aufwand ausgetauscht werden müssen. Erfordern Kommunikationsprozesse z.B. schnelle Dispositionen oder die sofortige Reaktion auf unerwartete Ereignisse, dann ist schnelle und bequeme Kommunikation besonders wichtig. TYP3

Vertraulichkeit

Vertraulichkeit als Anforderung an einen Kommunikationsprozeß spielt vor allem dann eine Rolle, wenn es um die Erzielung einer wertorientierten Übereinkunft zwischen Kooperationspartnern geht und den Schutz vor unberechtigtem Zugriffen, Verfälschungen und Identifizierbarkeit des Absenders der Nachricht.

Komplexität

Kommunikationsaufgaben, bei denen es um die Kommunikation schwieriger Inhalte oder komplizierte sachliche und personenbezogene Fragen, die wechselseitig verstanden werden müssen. Komplexität stellt besondere Anforderungen an die Direktheit des Dialogs, erfordert unmittelbare Rückkopplung sowie das Wechselspiel zwischen verbaler und non-verbaler Kommunikation. [vgl. Reichwald,Möslein 1998, S.16]


97

[18] Abb.: Das aufgabenorientierte Kommunikationsmodell nach [Reichwald,Möslein 1998, S.15]

Bedarf nach sozialer Präsenz

Grad der Aufgabenstrukturiertheit Genauigkeit

Schnelligkeit/ Bequemlichkeit

Vertraulichkeit

Komplexität

Übertragung des exakten Wortlautes

Kurze Übermittlungszeit

Übertragung vertrauliche Inhalte

Bedürfnis nach eindeutigem Verstehen des Inhalts

Dokumentierbarkeit der Information

Schnelle Rückantwort

Schutz vor Verfälschungen

Übermittlung schwieriger Sachzusammenhänge

Einfache Weiterverarbeitung

Einfachheit des Kommunikations-vorgangs

Identifizierbarkeit des Absenders

Austragen von Kontroversen

Überprüfbarkeit der Information

Übertragung kurzer Nachrichten

Interpersonelle Vertrauensbindung

Lösung komplexer Probleme

„Die Tabelle zeigt die vier Grundanforderungen und die damit verbundenen geschäftliche Kommunikationsprozesse. Diese Anforderungen sind je nach Aufgabeninhalt und Einschätzung der Aufgabenträger von unterschiedlichem Gewicht für die Aufgabenerfüllung“ [vgl.ReichwaldMöslein, 1998, S.15]


erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Zusammenfassend lässt sich feststhalten, dass gemeinsame Bezugspunkte der Medien und Wissen, effektiver kommuniziert werden können. Somit ist es wichtig welche Art von Zusammenarbeit in heterogene Gruppen stattfindet. Homogenen Interaktionen sind vorallem dann von Vorteil, wenn die Kommunikation über Medien stattfindet, da der Interaktionspartner nicht auf nonverbale Zeichen reagieren kann. Daher ist es in solchen Situationen wichtig, dass die Kommunikationspartner die gleiche Sprache sprechen. “Kooperieren setzt kommunizieren voraus. Humane Kommunikation erhält auf diesem Hintergrund die Funktion, die Verständigung der Gesellschaftsmitglieder, auf ein gemeinsames Ziel, das sie durch Zusammenarbeit erreichen können, zu ermöglichen.” „Unter Kognition werden jene psychischen Funktionsbereiche verstanden, die in ihrer Gesamtheit das menschliche Denken ausmachen. Sie umfasssen unter anderem Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Problemlösung und Schlussfolgern.“ [Neisser, 1976, zitiert aus Six S.51] “Die kollaborative Erarbeitung von Wissen und kollektive Erstellung von Texten erfordern ein hohes Maß an Kommunikationskompetenz – weniger für die Handhabung der neuen Tools als vielmehr aufgrund der Notwendigkeit, sich selbst in Beschränkung zu üben.” [Weishaupt, 2008, S.6]


99

Eine besondere Klasse von Geschäftsprozessen sind Prozesse mit einem hohen Anteil informationsverarbeitender Tätigkeiten, bei denen nicht planbare Informationsbedarfe auftreten und häufig neue Informationen generiert werden. Diese Prozesse werden als wissensintensive Geschäftsprozesse beschrieben. Weitere Kennzeichen dieser Prozessklasse sind Varianz und dynamische Entwicklung der Prozessorganisation in allen Bestandteilen, häufige Anpassungserfordernisse und hohe Entscheidungsspielräume der Mitarbeiter Wissensprozesse sind Abfolgen von Aktivitäten, durch die Wissen entwickelt, genutzt, verteilt, gesichert, wiederverwendet oder evaluiert wird. Wissensprozesse erzeugen genauso wie Geschäftsprozesse Zwischenergebnisse und können in Teilaktivitäten zerlegt werden. [vgl. Hoffmann, 2009, S.30]


erweiterung der merkmalsausprägung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Technologien sind meist in Unternehmen ungleichmäßig verteilt. Diese digitale Spaltung lässt sich auch in der Verbreitung neuer Technologien in der Bevölkerung untersuchen. Besser gebildete Personen nutzen das Internet beispielsweise häufiger als weniger gebildete Nutzergruppen. Festzuhalten bleibt, dass der Arbeitsprozess, durch die herkömmliche Büroarbeit konstituiert wird. In herkömmlichen Arbeitsprozessen sind Arbeitsgeräte der jeweiligen Aufgabe abgestimmt, die sich zudem in ihrer Gestaltung an die Büroform und der persönlichen Arbeitsweise angepasst wurde. :: Kognition umschreibt das komplexe Wechselspiel von datengesteuerten und konzeptgsteuerten Prozessen, die mit begrenzten Kapazitäten ein temporäres Abbild relevanter Umwelteigenschaften im Arbeitsgedächtnis entstehen lassen. Ähnlich wie bei der Informationsverarbeitung in Computern können Inhalte des Arbeitsgedächtnisses in Formen der Langzeit»speichemng dureh elaborierende Verknüpfungen überführt werden. [vgl. Reichwald/Möslein,1998, S.15-16] :: Kommunikation- und Medien, also die zwischenmenschliche Verständigung durch Sprache und die Fixierung von Informationen und Inhalten durch Texte, Bilder oder andere Formen der Aufzeichnungbewirken eine substanzielle Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Sprache erlaubt die Weitergabe von Erfahrung und Wissen,I ermöglicht den gegenseitigen Informationsaustausch; in Gruppen und übt auch einen Einfluss auf die kognitive Organisation des mentalen Apparats aus.[vgl. Reichwald/Möslein,1998, S.15-16] :: Medien lassen sich als externe Informations-­repräsentationen nutzen, die das Arbeitsgedächtnis bei der Informationsverarbeitung entlasten und Zudem als externe Gedächtnisspeicher dienen. [vgl. Reichwald/Möslein,1998, S.15-16] :: Interpersonaler Informationsaustausch setzt voraus, dass -die Kommunikationspartner über einen gemeinsamen Wissenshintergrund verfügen oder diesen aktiv entwickeln, um die Äußerungen angemessen verstehen und interpretieren zu können. Dabei spielen sowohl personale Charakteristiken als auch Eigenschaften verwendetetden Kommunikationsmedien eine wesentliche Rolle. [vgl. Reichwald/Möslein,1998, S.15-16] :: Massenmedien richten sich an ein größeres, heterogenes und unspazifisches Publikum. Die mit ihnen übermittelten Inhalte entfalten deshalb eine gleichzeitig auf einem anderen gemeinsamen Wissenshintergrund und führen, damit sie der Rezipient mit einem vertretbaren mentalen Aufwand verarbeiten und verstehen kann, zu höheren kognitiven Produktions- und Gestaltungprinzipien nicht berücksichtigt, kann es zu kognitiven Überlastungen kommen, die der weiteren Informationsverarbeitung abträglich ist. [vgl. Reichwald/Möslein,1998, S.15-16]


101

Hochkomplexe Aufgaben, hohe Kommunikationsintensität und großer Zeitdruck an bestimmten Arbeitsplätzen stellen hohe Anforderungen an die ergonomische Gestaltung der Software. Die Integration der Beschäftigten, die Einbeziehung ihres Wissens und ihrer Erfahrungen sind bei der Entwicklung von Software-Hilfsmitteln erforderlich. Die Transparenz betrieblicher Arbeitsprozesse sollte vor der Software-Entwicklung gegeben sein. Die Veränderungen, die mit dem Einsatz neuer Anwendungsformen der IKT verbunden sind, erfordern vielfach weitreichende qualifikatorische Anpassungen. Dies betrifft zum einen die fachlichen Qualifikationen, die zu erwartenden Auswirkungen von Nutzung unterschiedlicher IKTs auf Tätigkeitsprofile und Kompetenzanforderungen werden wahrscheinlich von gegenläufigen Entwicklungen geprägt sein. Einerseits ist zu vermuten, dass bestimmte Tätigkeiten in Medienberufen sich intensiver mit IKTs beschäftigen und somit auch erfahrener sind, als in anderen Berufszweige. Deshalb ist es wichtig, gerade in diesem Bereich durch unterschiedliche Wertschöpfungsstufen in in die Gestaltung einzubeziehen. Auch bei der Altersstruktur zeigen sich deutliche Unterschiede in der Nutzung der ITKs. Je nach Ausprägung der Aufgabenmerkmale ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die IKTs. Für Arbeitsprozesse, die hoch-strukturiert sind, etwa Routinetätigkeiten, Informationsbedarf objektiv bestimmbar, die Informationsbearbeitung ist einfach. Kooperationspartner sowie Kommunikationsbedarf sind bekannt. Komplexe, niedrig strukturierte und schwer planbare Aufgaben mit Informationsbedarf subjektiv bestimmbar. die Informationsverarbeitung ist komplex und der Kommunikationsbedarf ist hoch mit vielen und wechselnden Kooperationspartnern. Deshalb ist der Flexibilitätsbedarf ebenfalls hoch. Halbstrukturierte Aufgaben bewegen sich zwischen den beiden beschriebenen Aufgabentypen. Kommunikation muss weiterhin so gestaltet sein, dass der Empfänger die Inhalte tatsächlich empfängt. Um das zu erreichen muss über die Variation von Art der Kommunikation (schriftlich, mündlich), Quantität der Kommunikation (knapp, ausführlich) und Gestaltung der Kommunikation (bildhaft oder formal) individuell auf die Empfänger reagiert werden. Während der eine Empfänger schriftliche Ausformulierungen benötigt, können andere mit Grafiken und Tabellen besser umgehen. Dasselbe gilt für Erklärungen, die weit ausholen und gründlich herleiten oder schnell und gezielt auf den Punkt kommen. Deshalb muss für die Vorbereitung und Gestaltung der Kommunikation genügend Zeit verwendet werden. Wissen und Kommunikation hängen somit zusammen. Hierbei resultieren Anforderungen aufgrund der Kommunikationskanäle die des “Senders” und die des “Empfänger” eine Große Rolle. Nicht nur der Wissensstand des Empfängers unterscheidet sich hierbei, sondern auch die differenzierte Nutzung der IKTs. [vgl:Reichwald/Möslein,1998, S.8 ]


:::. Kapitel

Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien


103


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

:::.

7.1.1 Klassifikation mobiler Endgeräte

Kodierung mobiler IKTs

Bei jeder Form mobiler Arbeit werden verschiedene Informations- und Kommunikationstechnologien verwendet die, die Arbeit unterstützen oder vielmehr erst ermöglichen. Mobilität ist daher im Zusammenhang mit der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien zu betrachten. Allerdings steigen durch die fast schon explosionsartig ausbreitende IKTs auch Anforderungen und Belastungen. Im nachfolgenden werden die gemeinsamkeiten und Unterschiede der mobilen IKTs untersucht und kodiert. Im folgenden Kapitel werden einzelne mobile IKTs beschrieben und näher für den jeweiligen Einsatz klassifiziert. Dabei wird unter anderen den Fragen nachgegangen, inwieweit sich diese klassifizieren lassen und in welchem Beziehungsgeflecht sie stehen. Ein weiteres Kriterium spiegelt sich in der Nutzung dieser Geräte in Abhängigkeit der Tätigkeiten wider. Die resultierenden Unterschiede, der verschieden verwendeten mobilen Geräte, hinsichtlich der Usability (Benutzbarkeit) und der Ultility (Nützlichkeit), werden später in eine Matrix festgehalten.

Definition „mobiles Endgerät“

Es existieren viele Zwischenformen mobiler Geräte im Folgenden soll eine Übersicht über das breite Produktangebot dargestellt werden. Übliche Gerätekategorien in Handys, Smartphones und Tablets hat sich als zu starr erwiesen. Die hier verwendete Kategorisierung ist ausschließlich auf Smartphone, Tablet und Notebook begrenzt, da diese die am häufigsten verwendeten Geräte darstellen. Darüber hinaus werden, zunächst unterschiedliche Betriebssysteme nicht unterschieden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreiben mobile Endgeräte als „leistungsfähige“ Computer, dessen Struktur eines herkömmlichen Arbeitsplatzrechners entspricht. Die Hartwarekomponenten sind auf niedrigen Stromverbrauch ausgerichtet. Die Hardware ist meist nicht veränderbar.“ [BSI, 2009] Nach Krannich ist ein mobiles Endgerät „ein singuläres mit Prozessoren ausgestattetes elektronisches Gerät das a) drahtlos und mittels Batterie(n) an jeden beliebigen Ort transportiert werden kann, b) während des Transports (ohne zusätzliche Stützfläche) benutzt werden kann c) über integrierte Ein- und Ausgabemodalitäten (z.B Bildschirm, Tastatur ect.) verfügt und d) alle Komponenten in einem Gehäuse vereint.“ [Krannich, 2010, S.36] Unter Mobilgeräte sind alle elektronischen Geräte für die mobile, netzunabhängige Daten-, Sprachund Bildkommunikation, Navigation, Datenspeicherung und das Mobile Computing zu verstehen. Einige Mobilgeräte integrieren verschiedene Funktionalitäten in einem Gerät. So gibt es Smartphones, die swohl die Navigation, als auch die Videotelefonie und das Mobilfernsehen unterstützen. Die bekanntesten Mobilgeräte sind Handys und Smartphones für die Sprach- und


105

Bildkommunikation. Für sie wurden ständig neue Dienste entwickelt, wodurch die Funktionalität der Handys um Daten-, Text- und Streaming-Dienste bereichert wurde. Mit den Kamera-Handys kam dann die Videotelefonie und mit den TV-Handys das Mobilfernsehen, für das speziell die portablen Medienplayer (PMP)entwickelt wurden. Weitere Entwicklungsrichtungen für die mobile Sprachkommunikation sind die Smartphones und Mobilgeräte, die Datendienste unterstützen. (www.It-Wissen.info) Hinsichtlich der technologischen Entwicklung werden zunehmend Funktionalisierungen und Schnittstellen in einem Gerät vereint. Beispielsweise wurden Mobiltelefone und das PDAs in ihren Funktionen kombiniert. Daraus hat sich im späteren Verlauf das Smartphone entwickelt. Darüber hinaus werden die Geräte immer leistungsfähiger und der Grad der Vernetzung wächst sowohl quantitativ durch die Anzahl zur Verfügung stehender Kommunikationskanäle als auch qualitativ durch gesteigerte Übertragungsraten oder andere Übertragungsformen wie Ad Hoc Vernetzung. [vgl.: www.bsi.bund.de] Mobile Endgeräte könnten auf unterschiedliche Art und Weise klassifiziert werden. Etwa durch die Größe, der Ausstattung oder aufgrund des Nutzens. Mobile Endgeräte werden nach Tschersich anhand drei Attributen unterschieden:

::

Lokalisierbarkeit

::

Erreichbarkeit

::

und Ortsunabhängigkeit


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

7.1.2 Definition Notebook, Smartphone, Tablet-PC

Ein Notebook ist ein kompakter und tragbarer Computer, der einen aufklappbaren Bildschirm besitzt. Mithilfe von Akkus kann dieser zeitweise unabhängig externer Stromversorgung betrieben werden. Im Gegensatz zum Laptop ist der Notebook etwas kleiner und besitzen meistens TFT-Displays oder OLED-Displays mit einer Größe von 12“ oder 16“ und eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Darunter gibt es kleinere Ausführungen die dann als Subnotebooks und die noch kleineren als Netbooks bezeichnet werden. Die Displays von Subnotebooks haben eine Größe von etwa 10“ bis 13“, die von Netbooks liegen unter 10“. Das Notebook ist zudem auch mit einem externen Bildschirm, Tastatur und Maus bedienbar. Dockingstationen oder Portreplikatoren stellen Notebooks über Anschlüsse separate Peripheriegeräte wie Maus, Drucker, USB-Port, Monitor etc.) zur Verfügung, wie auch meist eine höheneinstellbare Unterlage. Grundsätzlich sind Notebooks nicht für langes arbeiten ausgelegt. Nur durch unterschiedliche zusätzliche Komponenten, kann dies an einem stationären Schreibtisch ermöglicht werden. [vgl. Lipinski, 2008] Smartphones sind mobile Telefone mit größeren Displays als Handys. Sie vereinen darüber hinaus unterschiedliche Funktionen, wie Media Player, MP3-Player, Personal Information Manager (PIM), Digitalkamera, Smartphone-Browser, E-Mail-System, GPR-System und mehr in einem Gehäuse. Durch einen direkten Zugang zum mobilen Internet, Suchfunktion, Mailfunktion und OrgernizerFunktion können diese persönliche Informationsysteme mit Adressverwaltung, Kalenderfunktion und einfacher Textverarbeitung, können sie für das mobile Arbeiten als Arbeitsmittel dienen. Durch das WLAN nach 802.11 und Bluetooth ausgestattete Smartphone ist somit ebenfalls möglich, über das Internet mit Servern und anderen Computern kommunizieren. Zudem können Smartphons mittels Apps, kleine Zusatzprogramme, die mobile Arbeit unterstützen. Die Displays von Smartphones sind Touchschreens, die eine Bilddiagonale von bis zu 10 cm haben. Die Navigation erfolgt mit dem Berühren des Displays durch den Finger. Für Texteingabe erscheint ein Buchstabenfeld. Ein Gyrosensor ermöglicht die Darstellung des Displayinhalts durch Drehung in Hoch- oder Querformat. [vgl. Lipinski, 2008] Tablet-PCs, kurz Tablets, sind äußerst flache, in der Form und Größe, drahtlos, batteriebetrieben und über WLANs oder UMTS mit dem Internet verbundene mobile Geräte. Da sie keine Maus und Tastatur haben, erfolgt die Bedienung über das Display, das ein Touchscreen oder Multitouchscreen ist. Bei LCD- oder OLED-Displays erfolgt die Eingabe über einen drahtlosen Eingabestift, bei Touchscreens und Multitouchscreens mit den Fingern. Die Displays von Tablets haben etwa eine Größe von einer DIN-A4-Seite, die Auflösungen liegt bei 1.400 x 1.050 Pixel und höher, die Punktauflösung bei 100 dpi und mehr. Tablet-PCs sind mit Slots für Speicherkarten,Flashspeicher mit 10 GB bis 100 GB und einen Akku für einen Dauerbetrieb von mehreren Stunden, ausgestattet. An Prozessoren kommen stromsparende Prozessoren wie der Atom-Prozessor oder ARM-Prozessoren zum Einsatz. [vgl. Lipinski, 2008]


107

Im Kontext der Informationstechnik und dem Internet ist eine Cloud ein virtueller Bereich in dem Daten, Dateien und Programme abgelegt und von mehreren Benutzern mit entsprechender Autorisierung bearbeitet werden können. Clouds sind virtuelle Ablagen deren Bestimmungsort nicht identifizierbar ist. Die in den Clouds abgelegten Dateien und Programme können mittels Cloud-Computing ausgeführt und deren Ergebnisse wiederum in der Cloud abgelegt werden. Je nach Anbieter und Konstellation der Cloud-Dienste unterscheidet man zwischen Private Clouds für unternehmensspezifische Anwendungen, Public Clouds, die von verschiedenen öffentlichen Dienstanbietern angeboten werden, und Hybrid Clouds, einer Kombination der Konstellation von Private und Public. In der Cloud selbst befinden sich die Programme und auch die Hardware für das Cloud-Computing in Form von Cloud-Servern.“ Der Anteil mobiler Endgeräte, die sich intuitiv per Touchscreen bedienen lassen, ist sowohl im privaten Umfeld als auch in Unternehmen stark angestiegen. [Becker/Korfant/Yildirim, 2012]

7.1.3 Cloud-dienste und Apps

[19] Abb.: eigene Darstellung

APPS 89%

social media funktionen 58% e-mail- client 75%

touchscreen 72%

mobiles internet 93%


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

[20] Abb.: eigene Darstellung

„Nutzen Sie für die einzelnen Internetangebote über Ihr Smartphone(Tablet) schwerpunktmäßig mobile Apps oder Ihren mobilen Internetbrowser?“ (in%), Basis: n=321, fehlende Werte zu 100% rundungsbedingt.

7.1.4 Alternative Eingabemöglichkeiten

„Das Wort App ist eine Abkürzung für Application. Dabei handelt es sich im Falle von Android um herunterladbare Programme, die besten Tastendruck gestartet werden und die Nutzung unterschiedlicher Funktionen ermöglichen. Bezogen werden Apps über App-Marktplätze, wie z. B. der Android Market.“ Zusätzlich zu den im Betriebssystem enthaltenen Diensten und Applikationen kann der Benutzer den Funktionsumfang seines mobilen Endgerätes nach seinen Bedürfnissen mit weiteren Applikationen und Diensten von Drittanbietern erweitern, die nachfolgend allgemein als BenutzerDienste bezeichnet werden sollen. Aus der Sicht der Nutzer kann generell unterschieden werden zwischen OnboardBenutzer-Diensten (Ausführung des Dienstes auf dem Endgerät), Online-Benutzer-Diensten (Verbindung zu einem Server erforderlich), browserbasierten Benutzer-Diensten (Internet Browser mit Internetverbindung erforderlich) und (Mobilfunk-) kommunikationsbasierten Benutzer-Diensten (SMS/MMS Kommunikation erforderlich). Diese Benutzer-Dienste unterscheiden sich mithin hinsichtlich ihrer Realisierung auf dem mobilen Endgerät (Client) und der ggf. nötigen Kommunikation mit einem Server. Auch Hardwareerweiterungen können meist nur durch zusätzlich installierte Onboard-Dienste oder Erweiterung der vorhandenen Dienste dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden. Dabei werden unterschiedliche Applikationen differenziert


109

Die Weiterentwicklung der Technologie und ihrer Anwendungsformen wirkt sich in erheblichem Maße auf die Betriebs- und Arbeitsorganisation aus. Grundsätzlich sind dabei folgende Zusammenhänge zwischen Technologie und Organisation zu berücksichtigen: Die Informationstechnologie stellt Arbeitsmittel zur Verfügung, mit denen Arbeitsprozesse beschrieben und analysiert werden können. Die Planung und Veränderungen der Arbeitsorganisation erfolgt also interaktiv. Die Verteilung von Information und der Unterstützung von Kommunikation eröffnen neue Möglichkeiten der Arbeitsteilung, der Zusammenarbeit und der Verteilung von Verantwortlichkeit. IKT erleichtern die zentrale Steuerung und Überwachung von Abläufen in dezentral organisierten Unternehmen, indem sie die Grundlagen und Instrumente für eine betriebswirtschaftliche Durchleuchtung aller Betriebe und Arbeitsplätze erlauben. Einführung neuer Standardsoftware, gesamtbetriebliche Informationssysteme oder Workflowsysteme, werden zum. Veränderungen der Arbeitsorganisation im Zusammenhang mit der Anwendung von Informationsund Kommunikationstechnologien stellen neue Anforderungen und in Informationsräumen zusammenzuarbeiten, und insbesondere die technische Unterstützung der Kommunikation.

[21] Abb.: eigene Darstellung

Mittelwerte der Aspekte, die sich signifikant unterscheiden abhängig davon, ob man sich von den Geräten „getrieben“ fühlt oder ob man die Nutzung eher selbst steuert. 1,0 1,5

2,0

2,5

3,0

3,5

4,0


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

7.1.5 Anforderungen mobiler Informations- und Kommunikationsmittel

Die Bedienung durch Touchsreen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Einschränkungen ergeben sich, durch Unterschiede der: Kompatibilität der Ladegeräte, limitierten Batterieladepotentioal Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, daß die elektronische Kommunikation in der Zusammenarbeit in komplexen Projekten die unmittelbare, persönliche Kommunikation nicht ersetzen kann “Die virtuelle Kommunikation ermöglicht ortsungebundene Begegnungen von Menschen, die gemeinsame Interessen, Ziele und Lebensentwürfe haben.” [Ducki, 2012, S.2] und der Betriebssoftware. Die kompakten Beschaffenheit hat zur Folge, dass die kleinen Displaygrößen zu unangenehmen Körperhaltungen zwingen. Die untersuchten Geräte besitzen unterschiedliche interne Speicherkapazitäten, welche jedoch durch meist vorhandene Internetanbindung und somit der Zugriff, auf die Daten-Wolke möglich ist dieser Faktor kein echter Nachteil. Die Eingabe und Navigation dieser Geräte variiert hinsichtlich der physischen Eingabemöglichkeit nach Verwendungstyp. Dazu sind bestimmte Fachspezifische Programme nicht mit allen Geräten möglich und ergeben zusätzlich durch die jeweilige Bedienung, Einschränkungen im Arbeitsprozess. Die traditionelle Kombination aus Maus und Tastatur ist für viele Situationen im mobilen Bereich jedoch ungeeignet. Seit ungefähr 30 Jahren zählt die Tastatur zu den wichtigsten Eingabegeräten eines Computers.[vgl.Mehler-Bicher/Steiger, 2012, S.24] Eine 2008 des Pew Internet and American Life Project durchgeführte Studie ergab, dass 2020 die Eingabe mittels Sprache und Touchscreens erfolge. [vgl. Quitney Anderson, 2008, S.39] Anwendern müssen somit intuitive Bedienungsmöglichkeiten geboten werden, wenn die klassischen Elemente Maus und Tastatur nicht verwendet werden können. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Tatsache, dass die Orientierung durch den Cursor entfällt.


111

Aufgrund der vorgestellten Daten, können folgende Aussagen über die jeweilige Gerätenutzung getroffen werden: Wie zuvor bereits kenntlich geworden ist, unterscheiden sich die erstellten Typologien in ihrem Informationsbedarf und ihrer Anbindung an die IKTs und Anwendungen. Die Unterschiede der Informationsbedürfnisse haben direkten Einfluss auf die Funktionalität der benötigten IKTs und Anwendungen. Notebooks, Tablet-PCs und Smartphone werden vordergründig für die mobile Arbeit verwendet, mit unterschiedlichen Aufgaben- und Tätigkeitsschwerpunkte. Allerdings konnten überschneidende Verwendungen von Funktionen der Geräte beobachtet werden. Dabei konnte ebenfalls festgestellt werden, dass die Geräte- und Applikationsnutzung, von Faktoren wie Tätigkeit, Ort und Technikaffinität der Nutzer abhängig ist. Das Notebook wurde in diesem Zusammenhang hauptsächlich für die Datenverarbeitung und Recherche verwendet, wohingegen das Tablet für Recherchearbeiten, sowie Präsentationen beim Kunden, aber auch für kommunikativen Tätigkeiten via E-Mail, SMS oder Sprachtelefonie zum Einsatz kam. Der Anteil mobiler Endgeräte, die sich intuitiv per Touchscreen bedienen lassen, ist sowohl im privaten Umfeld als auch in Unternehmen stark angestiegen. Es ist also festzuhalten, dass diese drei Geräte zusammen verwendet werden und allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkte. Jedes Geräte weist daher bestimmte Haupt- und Nebenfunktion auf.


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

[22] Abb.: eigene Darstellung

Deutschland; Experten; 50 Fachund Führungskräfte aus der mobilen Branche; eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.; Februar 2011

60% 50% 70%

40%

18,60% Entertainment (z.B. Games) 30,20% Mobiler Zugang zu Content (Nachrichten etc.) 41,90% Mobile Nutzung von Social Media

30%

44,20% Mobiles Arbeiten (E-Mail, internet) 65,10% Praktische Alltagshilfe (GPS, Wetter, Mobile Payment)

20%

0%

10%

Durch die Flut an digitalen Informationen gewinnt Time-to-Content, also der schnelle Zugriff auf die richtigen Informationen zur richtigen Zeit und ihre effiziente Darstellung zunehmend an Relevanz. Durch die rapide Entwicklung der Hardwareleistung, gerade im Grafikkartenbereich, ist es möglich, auf nahezu jedem Endgerät auch komplexe und rechenintensive Anwendungen auszuführen. Viele Anwender stehen vor Herausforderungen, die durch das dynamische und rasant Anwachsen der Angebote von Anwendungen und Geräte, eine Auswahl zu treffen.


113

Somit ergeben sich folgnede Anforderung technischer Geräte für die mobile Arbeit: : : : : : :

einfache und ergonomische Bedienbarkeit Funktionalität (Funktionsvielfalt) Datensicherheit Gewicht, Größe, transportabel (leicht, tragbar, handlich) Kompatibilität und Assimilation von Software und Hardware Blendfrei und Stoßfest

Wie bereits Eingangs beschrieben handelt es sich bei der IT-gestützten und mobilen Arbeit, um ein unkontrolliertes, dynamisches und komplexes System, dass in vielfältiger Hinsicht Handlungsund Getaltungsbedarf besteht. Anforderungskriterien mobiler IKTs sind nicht ausschließlich im technischen Bereich zu sehen, sondern auch soziale und organisatorische Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Während stationäres Arbeiten im Zusammenhang mobiler Geräte sich anpassen lässt, ist es im Zusammenhang mobiler Geräte in mobilen Orten nicht möglich. Sie definieren die Zwecke und damit die Anforderung. Derzeit kristallisiert sich noch keine marktübergreifende und richtungsweisende Lösung heraus. Es wird jedoch deutlich, dass eine Kombination aus Software und Hardware den besten Lösungsweg bietet. Die richtige Software beispielsweise kann für einen besseren Workflow, wie auch einen schnellen Zugriff auf die richtigen Informationen dienen. Die Hardware ist abhängig von Faktoren wie Ort, Tätigkeit und Arbeitstiel. Aufgrund unterschiedlicher Nutzerkontexte, Nutzungsweisen und Umwelteinflüsse jeglicher Art, ist eine intuitive und einfache Bedienung unerlässlich, da in diesem Zusammenhang nicht immer mit externen Peripheriegeräte n aus organisatorischen und logistischen Sicht gearbeitet werden kann. Faktoren im Hinblick auf Komfort und Einfachheit, zeigen sich in der Größe und im Gewicht, sowie in der (intuitiven), nutzergerechten Eingabemöglichkeit. Für einen effektiven Arbeitsablauf ist die Möglicheit mobiler IKTs mit dem gleichen Funktionsumfag auszustatten, wie die der stationären Geräte. Bei Verlust der mobilen Geräte muss der Datenschutz gewehrleistet sein. Eine weitere elementare Anforderung, ist in der Verzahnung und Assimilierung divergierender Bedienoberflächen, mobiler und stationärer IKTs zu sehen. Unvorhersehbare Umwelteinflüsse müssen durch die Geräte kompensiert werden können, so beispielsweise ungewollte Reflexionen unterschiedlicher Lichtquellen. Die Kontroverse der multilateralen Möglichkeiten an Hard- und Softwarelösungen erfordern, in diesem Zusammenhang, eine einheitliche Sprache, wie beispielsweise mit dem neuen Betriebssystem Windows 8 (2012) von Mircosoft, lanciert wird. Beim herkömmliche Arbeitsprozess sind die Arbeitsgeräte bereits der jeweiligen Aufgabe abgestimmt, die sich zudem in ihrer Gestaltung an die Büroform und der persönlichen Arbeitsweise angepasst wurde. Festzuhalten bleibt, dass der Arbeitsprozess, durch die herkömmliche Büroarbeit konstituiert wird. Ergonomie der Hardware und die Usability der Software halten längst nicht mehr mit der Dyna mit der technischen Entwicklung Schritt. Nicht nur Ergonomie und Usability, sondern letztlich auch die Nutzungsweisen der Technik selbst sind kaum Gegenstand einer benutzerzentrierten Gestaltung. Da für viele Beschäftigte und Unternehmen schon die erste Hürde in der Auswahl der IKTs besteht, müssen IKTs durch eine Modularisierung der Hartware und Software, im Hinblick der unterschiedlichen Tätigkeitsfelder und Nutzerkontexte erleichtert werden.


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

Bei der Nutzung von mobilen Endgeräten spielen vier kontextuelle Gegebenheiten eine besondere Rolle. Dabei handelt es sich um die Arbeitsperson, das Gerät/Medium selbst sowie die Tätigkeit und Aufgabentyp. Die unterschiedlichen Arbeitsdimensionen sind durch unterschiedlichen Arbeitsprozesse und Tätigkeiten gekennzeichnet, welche in diesem Zusammenhang mit unterschiedlichen IKTs verrichtet werden. Dabei können die zuvor genannten Endgeräte in Primär- und Sekundärfunktion kategorisieren werden, um dadurch die Vielzahl an Möglichkeiten einzugrenzen. Dabei konnten die nachfolgenden Kriterien identifiziert werden: Die Fülle und Vielfalt an Geräte und Möglichkeiten sind immens. Mobile Endgeräte werden dabei, sowohl im Privat-, als auch im Berufsleben meist gemeinsam und mit unterschiedlichen Apps verwendet. Die zuvor beschriebenen Erketnnisse, geben dennoch Aufschluss über Schwerpunkte in der Nutzung. Für die weitere Betrachtung, im Zusammenhang der nachfolgenden Analyse, das nebenstehnde Schaubild gibt Auskunft über Kontextmerkmale der Arbeitsdimensionen, aufgeteilt in Promär- und Sekundäürfunktion. Entscheidend für ein optimalen Arbeitsablauf in der Informationsarbeit ist, dass die geeigneten und verfügbaren Kommunikationswege und Geräte kombiniert werden können, um alle unterschiedlichen Akteure zu erreichen. Kommunikationskultur und -klima (Beziehungsqualität) gemeinsamer Wissenshintergrund (Common Ground) Kommunikationsort die Anwesenheit anderer Personen verfügbare Kommunikationsnetwerke, -strukturen, -wege und -angebote Kommunikationsinhalte (formal oder inhaltliche) Kontextmerkmale der Wissensarbeit: kodiertes Wissen

dokumentierbar, verborgenes Wissen, schwer artikulierbar

Prozesswissen

Allgemeines Wissen über Prozesse,

Produktwissen

kondiert oder unkodiertes Wissen, über Produkte

Expertenwissen

kodiertes und

unkodiertes Wissen

Inhaltswissen

Faktenwissen, Theoriewissen

Handlungswissen

Erfahrungswissen, praktisches Wissen


115

Tätigkeit

kognitive Beanspruchung

Informationsgenerierung

schreiben bearbeiten einrichten modifizieren dekodieren bewerten

Informationsbearbeitung/-verarbeitung

schreiben bearbeiten einrichten modifizieren dekodieren kodieren organisieren bewerten

Informationsspeicherung

einrichten dekodieren kodieren schreiben verstehen

Informationskommunikation

terminieren organisieren koordinieren dekodieren verstehen bewerten

Informationsbeschaffung

verstehen dekodieren bewerten

Situation- und Kontextmerkmale: organisatorisch: Kommunikatiosnetzwerke Kommunikationsstrukturen Kommunikationswege Kommunikationsangebote Kommunikationsumgebung Kommunikationsregeln -klima -ort -anlass -ziel

Medieneigenschaften

Kontemporalität Sequenzialität Vorbereitbarkeit Speicherung

personel: internationale Kooperation, Arbeitstil Medienkompetenz Motivation Fähikeiten/Fertigkeiten Kooperationspartner: Beziehungsqualität gemeinsame Basis (Common Ground) Altersstruckturen psychische Porozesse Preferenzen Qualifikationdefizite fehlendes Vertrauen wiedersprüchliche Erwartungen

Kopräsenz Sichtbarkeit Hörbarkeit


Kodierung mobiler Kommunikations- und Informationstechnologien :: Kodierung mobiler IKTS

Primärfunktion synchrone Informationskommunikation

Primärfunktionen Informationsgenerierung, -verarbeitung, -speicherung

Sekundärfunktion asynchrone Informationskommunikation

Sekundärfunktion Informationsbeschaffung

[23]

Sekundärfunktion asynchrone Informationskommunikation

Abb.: eigene Darstellung

Primärfunktion Informationsbeschaffung

Kommunikationsarbeit

Informationsarbeit

Wissensarbeit

terminieren organisieren koordinieren dekodieren verstehen bewerten

schreiben bearbeiten einrichten modifizieren dekodieren kodieren organisieren bewerten

Problembearbeitung schreiben bearbeiten einrichten modifizieren dekodieren bewerten


117

Eigenschaften Arbeitsumfeld /-ort :: :: :: :: :: ::

Lichtqualität Lärmsituation Raumgröße Privatsphäre Ergonomie Strom- und Internetanbindung

Geräteigenschaften :: ::

Gerätearten der Interaktionspartner Zusatzgeräte: Stift- oder Sprachbedienung, Touch screen, Tastatur, umfangreiche Multimediafähigkeiten und -erweiterungen

Arbeitsperson :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::

Aufmerksamkeit des Benutzers auf die Information fokussiert/nebenbei Kompentenzen Qualifikationen Tätigkeit Zeitdruck Interessen Einstellungen Vorlieben/Geschmack Gewohnheiten

Soziales Umfeld ::

Interaktion mit Kooperationspartner

Tätigkeit ::

Aufgaben, die der Benutzer ausübt/ausüben möchte

7.1.6 Dimensionalisierung der Anforderungen


:::: Kapitel

Theoretical Sampling der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen


119


Theoretical Sampling der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen :: Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

::::

Definition Qualifikation

8.1.1 Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissa

Definition Qualifikation Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse

8.1.2 kognitiven Fähigkeiten

Qualifikationen und Kompetenzen

Das Theoretische Vorwissen, wurde im ersten Teil des vorliegenden Kapitels dargestellt. Ausgehend hiervon sollen die Kompetenz- und Qualifikationsnforderungen der mobilen Arbeit auf die zuvor erarbeiteten Typologien übertragen werden. Durch den strukturellen Wandel und vorallem aufgrund technologischer Entwicklungen, änderten sich im gleichem Verhältnis Arbeitsorganisationen. Luczak unterscheidet in Anlehnung von Schleucher und Maslow kognitive Fähigkeiten in Kenntnisse und formale Fähigkeiten. Da zertifizierte Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse zur Ausführung von Arbeitsaufgaben, ohne Berücksichtigung der Arbeitsorganisation und Arbeitssystemgestaltung unzureichend ist. Qualifikationen werden nach Luczak als Lernresultate der Arbeitsperson gesehen, die bewusst oder unbewusst in Lernprozessen erworben werden. Während die Verwertbarkeit und Anwendbarkeit von Qualifikationen, nicht auf abstraktes und theoretisches Wissen beschränken ist, sondern das Ausführen von Handlungen in konkreten Situationen ermöglicht. Somit erweitert er den Qualifikationsbegriff mit affektiven Merkmalen wie Einstellung und Wertehaltung. In Anlehnung an Dauenhauer beschreibt Luczak Qualifikationsdimsionen unter Berücksichtigung von kognitiven, affektiven und sensumotorischen Dimensionen. [vgl:Schlick, 2010, S.173] „Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen die Fähigkeiten, die die Wiedergabe von Wissen, das Verstehen von Sachverhalten oder das Bearbeiten von Problemen fordern.“ [Schlick, 2010, S.173] „Kenntnisse bilden die Summe aus dem Wissen und Verstehen von Sachverhalten. Sie werden durch das geistige Können bestimmt, das auf Ausbildung und Erfahrung sowie auf Denkfähigkeit beruht, soweit diese zur Erfüllung der Arbeitsaufgabe benötigt werden.“ [Schlick, 2010, S.173] „Qualifikationen und Kompetenzen gelten als Lernresultate der Arbeitsperson. Diese resultieren aus der Bereitschaft in bestimmten Situationen mit angepassten Verhaltensweisen zu reagieren. Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten werden aufgrund der Interaktion mit ihrer Umwelt erlernt.“ [Schlick, 2010, S.88] Staehle versteht unter Qualifikationen einer Person „die Gesamtheit an individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen im Berufsleben [...], die zur Erledigung arbeitsplatzspezifischer Tätigkeiten befähigt.“ [Staehle, 1986, S.161] „Fähigkeiten des selbständigen Denkens und Handelns, Lernens und Entscheidens. Den formalen Fähigkeiten können weiterhin zugeordnet werden: Beurteilungsvermögen, Dekodierfähigkeit, Disponibilität, Flexibilität, Formen- und Zahlengedächtnis, Improvisationsfähigkeit, Koordinationsfähigkeit, Kreativität, Organisationstalent, Planungsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen,


121

Sprachkompetenz und technisches Verständnis.“ [Schlick, 2010, S.173] Affektiven Merkmale beziehen sich auf Eigenschaften wie: Empfindungen, Gefühle, Interessen und Werthaltungen. Beispiele für affektive Persönlichkeitsmerkmale sind Arbeitseifer, Arbeitsfreude, Entscheidungsbereitschaft, Gewissenhaftigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Mobilität (gesellschaftlich und beruflich), Nachahmungsfähigkeit, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, psychische Belastbarkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Selbständigkeit, Selbstkritik, Selbstvertrauen, Sicherheitsbewusstsein, Sorgfältigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Wettbewerbsbereitschaft, Zähigkeit, Zielstrebigkeit und Zuverlässigkeit. [Vgl.Schlick, 2010, S.173] In den mobilen Arbeitswelten rücken Qualifikationsanforderungen in den Vordergrund, die mit „Online-Kompetenz“, sowie „Medienkompetenz“ beschrieben werden können. Sie umfassen nicht nur softwaretechnische Kenntnisse, sondern auch die Fähigkeiten, sich in virtuellen Arbeitsabläufen eigenständig orientieren zu können. Das Verständnis von digitalisierten Prozessen und integrierten Abläufen setzt ein deutlich höheres Abstraktionsvermögen, ein höheres Maß an Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit und Schnelligkeit voraus als das Arbeiten in festen „realen“ Kooperationbeziehungen.

8.1.3 Affektiven Merkmale

8.1.4 Qualifikation und Kompetenzen


Theoretical Sampling der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen :: Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

„Zur persönlichen Weiterbildung sind vor allem die Bereiche „Schlüsselqualifikationen“ wie ,Kommunikationsfähigkeit, effektive Planung und Organisation sowie Gesundheit und Erholung hilfreich.”[Brandt 2010] Schlüsselqualifikationen, Medienkompetenz und kognitive Fähigkeiten die zum Fachwissen hinzukommen, werden von zunehmender Bedeutung und sind insbesondere in mobilen und virtuellen Arbeitsumgebungen Voraussetzung. Deshalb ist der Umgang mit IKTs neben technologischen Eigenschaften auch in hohem Maße, die Integration persönlicher Einstellungen, Fähigkeiten und Kompetenzen elementar. Daher sind in Geschäfts- bzw. Arbeitsprozesse, die mobil unterstützt werden müssen, die Verzahnung von Softwaretools/Applikationen, Endbenutzergeräte, Datenübertragungstechnologien und persönliche Fähhigkeiten und Fertigkeiten Voraussetzung für effizientes und gesundes Arbeiten. Mertens (1974) unterscheidet innerhalb des Konzepts der Schlüsselqualifikationen zwischen Basis- und Horizontqualifikationen, Breitenelementen und Vintage-Faktoren. „Basisqualifikationen sind Qualifikationen höherer Ordnung oder „gemeinsame Dritte“ von Einzelfähigkeiten. Dazu zählen logisches Denken, analytisches Vorgehen, kritisches Denken, strukturierendes Denken, dispositives Denken, kooperatives Vorgehen, konzeptionelles Denken, dezisionistisches Denken, kreatives Vorgehen, kontextuelles Vorgehen.“ [Mertens, 1974] “Horizontalqualifikationen sollen eine möglichst effiziente Nutzung der Informationshorizonte der Gesellschaft für den einzelnen gewährleisten”. Die Horizontalqualifikationen beinhalten das Wissen um die Informationsbeschaffung und deren Nutzung. Mertens nennt hier vier “konkrete Dimensionen:

8.1.5 Kompetenzdimensionen und Anforderungsprofile

:: Wissen über das Wesen von Informationen

:: Gewinnung von Informationen

:: Verstehen von Informationen

:: Verarbeiten von Informationen

Fachliche Kompetenz „Bewältigung der sich ständig ändernden fachlichen Aufgaben und hohen Komplexität: Grundlagenwissen, Spezialwissen fachübergreifendes Wissen, hinreichende Erfahrung Hinsch und Pfingsten verstehen unter soziale Kompetenz “die Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen verhaltenes von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen” [Pfingsten, 2007, S. 4]


123

Soziale Kompetenz Team- und Projektarbeit, Arbeit in Zirkeln, Pilotgruppen und immer wieder neuen Organisationszuschnitten: Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktlösefähigkeit, Rollenflexibilität, Selbstaktivierung/Selbstverantwortung, Überzeugungsfähigkeit. „Weinert (2001) definiert Kompetenzen einer Person als „verfügbare oder erlernbare Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zur Lösung bestimmter Probleme eingesetzt werden. Darüber hinaus schließt der Begriff die motivationale, volitionalen (d.h. willentlichen) und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten mit ein, um die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten verantwortungsvoll sowie erfolgreich auf andere Herausforderungen zu übertragen“. [z.a. Schlick, 2010, S.171] Methodische Kompetenz „Arbeit in Projekten, mit Kunden, in Teams, Umgang mit Informationsflut, Komplexität und Technik: Kombinations- und Abstraktionsfähigkeit, Strukturierung, Präsentation, Problemlösungs- und Entscheidungsfindungstechniken, Zeitmanagement, Kreativitätstechniken, effiziente Nutzung der IuK-Technologien, Planungs- und Controllingmethoden.“ [Rundnagel, 2006] Personale Kompetenz „Selbstmanagement in offenen, flexiblen, entgrenzten Strukturen, Erhalt langfristiger Leistungsfähigkeit und Gesundheit: Mitgestaltungsbereitschaft, Fähigkeit der Organisation der Arbeit, Verantwortungsbereitschaft, kritische Selbstreflexion über eigene Stärken und Schwächen, Veränderungsinteresse, Selbstvertrauen/Selbstwertgefühl, Selbstdisziplin/Zielstrebigkeit, Tatkraft, Begeisterung, Ehrgeiz, Risikobereitschaft, Kompetenz zum gesundheitsgerechten Verhalten (persönliches Ressourcen-/Kräftemanagement)“[Rundnagel, 2006]


Theoretical Sampling der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen :: Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

Kompetenz

Anforderungsprofil Management- und Stabsfunktionen nach, Profil III (FS 13) 6013-13

wissenschaftliche Funktionen nach, Profil III (FS 9) 1023-09

Führung / Führungsunterstützung

Leitung eines mittleren, heterogenen, fachübergreifenden Bereichs mit Experten/Expertinnen resp. Führungspersonen. Führungsunterstützung auf konzeptionellem Führungslevel mit Einflussnahme auf alle Organisationseinheiten zuhanden eines Gremiums mit sehr grosser Interessenvielfalt. Strategische Beratungsfunktion auf höchster Führungsebene. Ausarbeitung von Entscheidungsgrundlagen (z.B. im Bereich Organisation und Planung, Forschung.

Führung von multidisziplinären wissenschaftlichen Projekten mit einer kleinen Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gleichartigen Funktionen einschliesslich Ergebnis- und Budgetverantwortung.

Selbstkompetenz

Wahrnehmung von Tätigkeiten mit konzeptionellen Vorgaben mit grossem Handlungs- und Entscheidungsfreiraum. Die Aufgaben sind von unterschiedlichem Inhalt und geringem Bekanntheitsgrad und erfolgen unter häufigen zeitlichen Wechseln.

Wahrnehmung von kreativen Tätigkeiten mit mehrheitlich konzeptionellen Vorgaben mit grösserem Handlungs- und Entscheidungsfreiraum. Die Aufgaben sind von mehrheitlich unterschiedlichem Inhalt und mittlerem Bekanntheitsgrad und erfolgen unter relativ häufigen zeitlichen Wechseln. Selbständige Planung und Bearbeitung eigener Forschungsarbeiten. Verfassen von Projektanträgen. Mitwirkung bei der Akquisition von Drittmitteln.

Sozialkompetenz

Übermittlung von komplexen Inhalten an einen grossen und heterogenen Empfängerkreis. Erarbeitung von Lösungen für übergeordnete sehr komplexe Problemstellungen in einer eher grossen Gruppe mit Partnern mit überwiegend konträren Standpunkten.

Übermittlung von teilweise komplexen Inhalten an einen grösseren und homogenen Empfängerkreis. Erarbeitung von Lö-sungen für komplexe Problemstellungen in einer eher mittleren Gruppe mit Partnern mit unterschiedlichen Standpunkten im Rahmen übergeordneter, grösserer Forschungsprojekte (Arbeitsprogramme). Präsentation von Forschungsergebnissen in Form von Publikationen, Übersichtsartikeln, Berichten und Vorträgen an wiss. Symposien und Fachveranstaltungen

Fachkompetenz

Erforderliches Wissen auf Niveau Hochschule mit Weiterbildung in Projektleitung, Personalführung, Management und fachlicher Weiterbildung Hohe bis sehr hohe Praxis- und Umsetzungskenntnisse vorwiegend innerhalb eines Fachbereichs (bestens ausgewiesene/r Experte/Expertin mit langjähriger, breiter Erfahrung) Hohe Kenntnisse der Prozesse und Abläufe über mehrere Bereiche hinaus

Erforderliches Wissen auf Niveau Hochschule mit Dissertation Erhebliche Praxis- und Umsetzungskenntnisse vorwiegend innerhalb eines Fachbereichs Leicht erhöhte Kenntnisse der Prozesse und Abläufe innerhalb einer Organisationseinheit Hohe Wissensaktualisierung notwendig (neuste Forschungsresultate und Forschungstrends auf nationaler und internationaleEbene)


125

wissenschaftliche Funktionen nach Profil I (FS 7) 1021-07

administrative Funktionen Profil III (FS 3) 2013-03

Führung von internen wissenschaftlichen Projekten mit einer sehr kleinen Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gleichen Funktionen einschliesslich Ergebnisund Budgetverantwortung.

Wahrnehmung von kreativen Tätigkeiten mit dispositiven Vorgaben mit mittlerem Handlungs- und Entscheidungsfreiraum. Die Aufgaben sind von teilweise unterschiedlichem Inhalt und mittlerem Bekanntheitsgrad und erfolgen unter normalen zeitlichen Wechseln. Bearbeitung eigener Forschungsarbeiten.

Wahrnehmung von administrativen Tätigkeiten mit teilweise dispositiven Vorgaben mit kleinem Handlungsund Entscheidungsfreiraum. Die Aufgaben sind von teilweise unterschiedlichem Inhalt und sehr hohem Bekanntheitsgrad und erfolgen unter relativ häufigen zeitlichen Wechsel.

Übermittlung von anspruchsvollen Inhalten an einen grösseren und homogenen Empfägerkreis. Bearbeitung einfacherer Problemstellungen in einer kleinen bis mittleren Gruppe mit Partnern mit eher unterschiedlichen Standpunkten im Rahmen übergeordnerter, grösserer Forschungsprojekte (Arbeitsprogramme). Präsentation von Forschungsergebnissen in Form von Publikationen, Übersichtsartikeln, Berichten und Vorträgen an wiss. Symposien und Fachveranstaltungen

Übermittlung von einfachen Inhalten an einen kleinen und homogenen Empfängerkreis Bearbeitung übergeordneter, einfacher Aufgaben in einer sehr kleinen Gruppe mit Partnern mit ähnlichen Standpunkten. Erledigung von Korrespondenz Bearbeitung anspruchsvollerer Anfragen sowie telefonischer Auskünfte.

Erforderliches Wissen auf Niveau Hochschule mit Dissertation Erhöhte Praxis- und Umsetzungskenntnisse vorwiegend innerhalb eines Fachbereichs Hohe Wissensaktualisierung notwendig neuste Forschungsresultate und Forschungstrends

Wissen auf Niveau einer 2-jährigen, kaufmännischen Berufslehre Erhebliche Praxis- und Umsetzungskenntnisse vorwiegend auf einzelne Tätigkeiten bezogen Erhöhte Kenntnisse der Prozesse und Abläufe innerhalb einer Abteilung“

Tabelle: [o.V. ,2005, S.14 -28]


Theoretical Sampling der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen :: Kriteriengeleitete Fallauswahl durch minimale Fallkontrastierung

8.1.6 Deskription dritter Ordnung

Die Anforderungsprofile haben einerseits die erarbeieten Typologien bestätigt und andererseits in ihren Kompetenzen und Qualifikationsanforderungen erweitert. Daher können die Typologien folgendermaßen charakterisiert werden:

typ 1

Neben Schlüsselqualifikationen und Grundkompetenzen sind folgende Stärken notwendig: Fachliche Kompetenz. Aufgrund der ständig ändernden Aufgaben und erhöhten Komplexität wird ein hohes Maß an fachübergreifendem und Spezialwisssen, sowie umfangreiche Erfahrung benötigt. Soziale Kompetenzen wie Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Rollenflexibilität, Selbstaktivierung/Selbstverantwortung, Überzeugungs-, Team- und Konfliktlösefähigkeit sind notwendig, da die Organisationen immer wieder neu zusammengestellt werden. Methodische Kompetenz ist bei der Arbeit mit Kunden und im Umgang mit der Informationsflut sehr wichtig. Kombinations- und Abstraktionsfähigkeit muss ebenso beherrscht werden wie die Fähigkeit zur Strukturierung und Präsentation. Problemlösungs- und Entscheidungsfindungstechniken sind genauso wichtig wie Zeitmanagement, Planungs- und Controllingmethoden. Personale Kompetenz. Damit ist die Fähigkeit zum Selbstmanagement in offenen, flexiblen und entgrenzten Strukturen gemeint. Eine Mitgestaltungsbereitschaft muss ebenso vorhanden sein, wie Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zur Arbeitsorganisation.

typ 2

Neben den Schlüssel- und Grundkompetenzen sind hier folgende Kompetenzen in stärkerem Maße wichtig: Innerhalb der fachlichen Kompetenz ist neben Grundlagenwissen, Spezial- und fachübergreifendes Wissen notwendig. Da die Arbeit aus Projekt- und Teamarbeit in Pilotgruppen besteht ist eine hohe soziale Kompetenz in Form von Kooperations-, Kommunikations- und Teamfähigkeit notwendig. Desweiteren wird Konfliktlöse- und Überzeugungsfähigkeit ebenso benötigt wie Rollenflexibilität und Selbstaktivierung/-verantwortung. Aufgrund der Arbeit in Projekten mit unterschiedlichen Kunden und Teams ist der Umgang mit der Informationsflut, Kombinations- und Abstraktionsfähigkeiten wichtig. Weitere Methodische Kompetenzen sind Strukturierung, Präsentation, Problemlösungs-, Kreativitäts- und Entscheidungstechniken, Zeitmanagement, effiziente Nutzung der Informations- und Kommunikationsmittel sowie Planungs- und Controllingarbeiten. Im Bereich der personalen Kompetenz ist vor allem das Selbstmanagement in offenen, flexiblen und entgrenzten Strukturen, Mitgestaltungs- und Verantwortungsbereitschaft und zuletzt die Fähigkeit zur Organisation der Arbeit notwendig. Zu den Medienkompetenzen gehört neben softwaretechnischen Kenntnissen auch die Fähigkeit sich in virtuellen Arbeitsabläufen eigenständig und selbstgesteuert zu orientieren und zu bewegen. Zuletzt wird auch das Verständnis von digitalisierten Prozessen und integrierten Abläufen durch höheres Abstraktionsvermögen benötigt.


127

Neben den Schlüsselqualifikationen und Grundkompetenzen sind folgende Anforderungen stärker von Nöten:

typ 3

Im fachlichen Bereich ist vor allem Spezial- und fachübergreifendes Wissen, sowie Erfahrung sehr wichtig. Die hohe Komplexität und die stetig wechselnden Aufgaben müssen bewältigt werden. Bei Team- und Projektarbeit - unter anderem in Pilotgruppen - sind folgende Sozialkompetenzen erforderlich: Kooperations-, Kommunikations-, Konfliktlösungs- und Teamfähigkeit. Weiterhin muss eine Rollenflexibilität, Selbstaktivierung/-verantwortung und Überzeugungsfähigkeit vorhanden sei. Die methodischen Kompetenzen setzen sich aus Fähigkeit zum Umgang mit der Informationsflut, Kombinations-, Abstraktions-, Problemlösungs- und Entscheidungsfähigkeit zusammen. Weiterhin ist die Fähigkeit zur Arbeit in Projekten mit unterschiedlichen Kunden und Teams genauso wichtig wie Strukturierung, Präsentation, Zeitmanagement, Kreativitätstechniken und eine effiziente Nutzung der Informations- und Kommunikationsmittel. Abschließend sind noch Planungs- und Controllingmethoden zu nennen. In diesen Branchen herrschen offene, flexible und entgrenzte Strukturen, welche ein gutes Selbstmanagement, Mitgestaltungs- und Verantwortungsbereitschaft und die Fähigkeit zur Organisation der Arbeit erfordern. Die Medienkompetenz beinhaltet softwaretechnische Kenntnisse, die Fähigkeit sich in virtuelle Arbeitsabläufe selbstständig zu orientieren und selbstgesteuert zu bewegen. Weiterhin ist das Verständnis von digitalisierten Prozessen und integrierten Abläufen durch ein höheres Abstraktionsniveau erforderlich. Zusätzlich zu den Schlüsselqualifikationen und Grundkompetenzen sind folgende Anforderungen stärker erforderlich: Zu den fachlichen Kompetenzen zählen Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick, sowie etwas journalistisches Geschick um die Informationen zu suchen, abzurufen und für die weitere Verarbeitung vorzubereiten. Weiterhin sind soziale Kompetenzen wie Kooperations-, Kommunikations-, Konfliktlöse- und Teamfähigkeit. Strukturierung, Präsentation, Problemlösungs- und Entscheidungsfähigkeit sind neben einem guten Zeitmanagement die wichtigsten methodischen Kompetenzen. Zuletzt ist die personale Kompetenz in Form von der Organisationsfähigkeit der Arbeit zu nennen.

typ 4


:::::. Kapitel

Erweiterung der Merkmalsauspr채gung der Mobilit채tmodalit채ten und Deskription vierter Ordnung


129


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

::::.

9.1.1 Mobilitätsarten

mobilitätsmodolität

In der heutigen Arbeitswelt gibt es eine Reihe von Mobilitätsarten, die durch verschiedene Arbeitstypen angestrebt werden. Dabei wird die Idee der konventionellen Arbeitsweise mit dem Arbeitsort verbunden. So stellt sich die Frage, ob es hierfür eine Typologie verschiedener mobiler Arbeitsweisen gibt? Und wird das Begriffspaar „mobile Arbeit“ einheitlich verwendet? In der Beantwortung dieser beiden Fragen ist die zentrale Zielsetzung dieses Kapitels zu sehen. Dabei stehen nicht die Aspekte des Arbeitsort und der Tätigkeit im Mittelpunkt der Analyse, sondern die strukturellen Gegebenheiten der Mobilität, die orts- und zeitinvarianten Muster, unter denen sich die mobile Arbeit speziell im unternehmerischen Geschäftsprozess entfaltet. In diesem Sinne soll der Versuch unternommen werden, die Basis für eine Klassifikation der Mobilitätsmodalitäten zu legen und im Hinblick auf mobile Arbeitstypen zu spezifizieren. Der Begriff Mobilität wird in den einzelnen Wissenschaftsbereichen sehr unterschiedlich verwendet. Im Allgemeinen stammt der Begriff Mobilität aus dem lateinischen Wort „mobilitas“ und wird als Beweglichkeit oder Bewegung beschrieben. Das zusammengesetzte Wort „Mobil-ität“ beinhaltet zum Einen die Fähigkeit zur Bewegung und zum anderen Bewegung an sich. In der allgemeinen Soziologie wird Mobilität als „Beweglichkeit, Bewegungsvorgänge von Einzelpersonen, Gruppen und Kollektiven innerhalb einer Gesellschaft in sozialer und regionaler Hinsicht“ beschrieben [Hillmann 1994, S. 565] Insgesamt ergeben sich 16 unterschiedliche Arten, die der geographische, horizontale, individuelle, intergenerationelle, intragenerationelle, kollektive, konnubiale, kulturelle, migratorische, räumliche, regionale, scheinbare, soziale, totale, unechte und vertikale Mobilität. Im Allgemeinen wird Mobilität in soziale und räumlich Mobilität unterteilt. Die soziale Mobilität meint den Wechsel sozialer Positionen in horizontaler und vertikaler Richtung. Die Vertikale Mobilität bezeichnet den Auf- und Abstieg der beruflichen Position oder Bildungsgrad. Mit der horizontalen Mobilität ist ein Berufswechsel in die gleiche Position gemeint. Schneider (2008) klassifiziert räumliche Mobilität anhand der Dauer und der Art der Mobilität. Er differenziert fünf Arten mobiler Lebensformen die sich aus privaten und beruflichen Umständen unterschiedlich ausgeprägt haben. Limmer (2008) unterscheidet in Anlehnung von Schneider zwischen „zirkuläre“ und „residentielle“ Mobilität. Residentielle Mobilität meint einen Wohnungssitzwechsel innerhalb eines Landes oder ein Berufswechsel im Ausland. Zirkuläre Mobilität meint dagegen ein regelmäßiges arbeitsbedingtes Bewegen, bei der man wieder nach einer bestimmten Zeit nach Hause zurückkehrt.


131

Die zirkuläre Mobilität wird demnach unterteilt in:

::

„Fernpendler“ (tägliches pendeln mindestens eine Stunde pro Strecke),

::

„Shuttels“ Wochenendpendeln / Fernbeziehungen, (wöchentliches Pendeln)

::

„Varimobile“ unregelmäßige Pendlerrhythmen an unterschiedlichen Orten

::

zikuläre Mobilität

“multimobile Lebensformen” gemischte Mobilitätsform innerhalb einer Part nerschaft

Die residentielle Mobilität:

::

Umzugsmobile

Schröter (2003) differenziert mit dem Begriff „Electronic Mobility“ fünf unterschiedliche Formen netzgestützter oder IT-begleiteter Arbeit bzw. Arbeitsmodule als „personale“ und „nicht-personale Mobilität.“

::

die Mobilität der Person

::

die Mobilität der Arbeitsinhalte

::

die Mobilität technischer Werkzeuge,

::

die Mobilität von Arbeitsbeziehungen

::

die virtuelle Mobilität in parallelen Umgebungen.

Unter Mobilität der Person versteht Schröter, den Ortswechsel der handelnden Person zur Erledigung ihrer beruflichen Aufgaben. Mit Mobilität der Arbeitsinhalte ist gemeint, dass ausschließlich die Arbeitsinhalte mobil sind unabhängig von Bearbeiter. Also der Zugriff von Informationen ortsunabhängig zugegriffen werden kann. Dabei können diese Personen am selben Ort arbeiten, die Informationen oder Daten aber von Ort zu Ort wandern. Um den Arbeitsinhalt zu transportieren werden technische Geräte benötigt, die selbst mobil sind. Darunter sind z. B. mobile Endgeräte wie Notebook, Smartphone oder Tablet-PCs zu verstehen. Durch die Mobilität der Arbeitsbeziehungen werden Arbeitsprozesse temporär mit Projektpartner oder Kunden gemeinsam bearbeitet. Virtuellen Arbeitsumgebungen ermöglicht die Berufstätigen, sich in verschiedenen virtuellen Orten und Tätigkeitsszenarien gleichzeitig zu bewegen. Virtuelle Mobilität meint hierbei, dass Beschäftigte nicht nur vor den Handlungsschritten „real-zu-virtuell“ sondern zunehmend auch parallel „virtuell-zu-virtuell“ stehen. [vgl. Schröter 2003, S.3]

residentielle Mobilität


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Im weiteren unterscheidet Scherz vier unterschiedliche Typen der mobilen Arbeit: :: stationärer :: wanderer :: besuchender :: reisender 9.1.2 Identifizierung und Explikation mobile Typen

Ein stationärer Arbeiter zeichnet sich durch eine geringe Mobilität an einem bekannten und festen Aufenthaltsort, z.B. einem Büro, aus. Ein wandernder Arbeiter bewegt sich unbestimmt innerhalb eines festgelegten Areals oder Geländes, etwa einem Betriebsgelände. Ein besuchender Arbeiter befindet sich jeweils auf dem Weg zu verschieden Orten, an denen er Arbeit verrichten wird. Hier ist sowohl die Mobilität als auch die Ortsbestimmtheit von mittlerer Ausprägung. Ein reisender Arbeiter bewegt sich zu meist unbestimmten Orten bei einer geringen Eigenmobilität, da er meist Transportmittel, wie Bahn oder Flugzeug, verwendet. [vgl. Scherz, 2008, S.108] Je nach Mobilitätsart eines Arbeiters bestehen andere Potenziale einer mobilen Unterstützung. Der reisende benötigt zum arbeiten mehr ruhe, die er auch durch die Mobilitätsart bekommt. Ein wandernder Arbeiter ist dagegen oft abgelenkt. Ein wandernder Arbeiter, der kollaborative und kommunikative Arbeiten erledigen muss, wird diese trotz mobiler Unterstützung nicht viel besser erledigen können, da er während der Bewegung z.B. schwer an mobilen Video-Konferenzen oder mobile Instant Messaging teilnehmen kann. Muss er dagegen unabhängig vom Ort nur kurz info miert werden, steigt das Mobilisierungspotenzial. [vgl. Scherz, 2008, S.108] Der reisende Arbeiter, kann durch mobile Instant Messaging oder mobilen Video-Konferenzen produktiver Arbeiten. “Die Bereitschaft zum Fernpendeln sinkt mit zunehmenden Alter: 42% der unter 30-Jährigen und 26% der über 30-Jährigen bekunden eine entsprechende Bereitschaft. Die Umzugsbereitschaft sinkt zudem mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit: 42% der Beschäftigten mit bis zu zehnjährigen und 28% mit mehr als zehnjährigen Betriebszugehörigkeit zeigten sich umzugsbereit.” [Schneider, 2008 S.48]


133

Grad der ausführenden mobilen Tätigkeiten in der Mobilitätsform

„Fernpendler“ (tägliches pendeln mindestens eine Stunde pro Strecke)

„Shuttels“ Wochenendpendeln personale Mobilität „Varimobile“ unregelmäßige Pendlerrhythmen an unterschiedlichen Orten

Eine Betrachtung der Mobilitätsform, die durch das Pendeln, einen direkten Einfluss auf den Arbeitsaltag haben , sind somit der „Fernpendler“, die „Shuttels“ und die „Varimobile“ Werden hierbei ausschließlich Mobilitätsformen betrachtet, die durch das Pedeln einen direkten Einfluss auf den Arbeitsprozess haben. Bezogen auf die mobile Arbeit, bei der Tätigkeiten ausgeführt werden, treffen folglich die genannten Typen am ehesten zu. Multimobile und Umzugsmobile arbeiten in diesem speziellen Zusammenhang nicht mobil. Die Unterschiede in der Mobilität geben keinen genauen Aufschluss über die Anforderungen. Der „Fernpendler“ arbeitet während der Fahr zur Arbeit. Dabei wird ausgegangen, dass diese Pendler pro Fahrt maximal 1,5 Stunden fahren. Also 3 Stunden für die Hin- und Rückfahrt. Übertragen auf die mobile Arbeit, ist davon auszugehen, das diese Tätigkeiten nur in Zügen ausgeübt werden können. Die „Shuttels“ arbeiten entweder aufgrund von längeren Dienstreisen oder zu langen Pendlerwegen in Hotels oder anderen dritten Orten, wie Flughäfen oder bei Kunden. „Varimobile“ sind unregelmäßig an untreschiedlichen Orten, aufgrund ihres Berufsbildes tätig. Es stellt sich die Frage welche Arten der räumlichen Mobilität für die mobile Arbeit überhaupt relevant ist?

[24] Abb.: eigene Darstellung


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Mobile Arbeit kann und ist aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Mobile Arbeit äusßert sich auf der einen Seite aus dem Umstand räumlicher Distanzen, die durch das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsstätte überbrückt wird, während beispielweise im Zug e-Mails beantwortet und Präsentationen vorbereitet werden. Auf der anderen Seite gehören punktuelle Meetings mit dem Notebook und mobile Internetanbindung im Betriebsgelände ebenso zur mobilen Arbeit, wie virtuelle Arbeitsprozesse mit Kooperationspartner ohne räumliche Veränderungen in unterschiedlichen Zeitzonen. Es wird deutlich, dass die mobile Arbeit keine stringent lineare Ordnung folgt. Demzufolge sind diese Dimensionen zunächst auf einem bestimmten Merkmalsraum zu konkretisieren. Die mobile Arbeit stellt demnach eine Arbeitsform dar, bei der Arbeitspersonen zeit- und ortunabhängig, unterschiedlicher sozialer Klassen, Arbeitsaufgaben mit Hilfe tragbarer Arbeitsmittel und -inhalte, in virtuellen flexiblen, prozessorientierten und koolaborativ geleiteten Projekte, immaterielle Güter entwickeln. Die nebenstehende Abbildung gibt, ein Überblick über Mobilitätsformen mobiler Arbeit. Zeitliche Mobilität meint hierbei die Flexibilisierung der Arbeit. Alle Mobilitätsarten bauen aufeinander auf, so dass beispielsweise die Mobilität der Arbeitsbeziehungen nur aufgrund der virtuellen Mobilität möglich ist. Dieses Beziehungsgeflecht steigt mit den Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechnologien. Daraus lässt sich ebenfalls ableiten, dass mit zunehmenden Einsatz mobiler IKTs infolge, virtuell und zeitlich entkoppelten Geschäftsabwicklungen, die räumliche Mobilität sich graduell mit verändert. Gleichzeitig sind Beschäftigte in Führungspositionen, also Personen in höheren sozialen Klassen, weniger zirkulär mobil. So ist davon auszugehen, dass die virtuelle Mobilität umgegehrt proportional zur sozial-vertikalen Mobilität steht. Das Schaubild zeigt auch, dass Beschäftigte in höheren Positionen weniger mit mobilen IKTs in virtuellen Arbeitsbeziehungen arbeiten. Interessant ist hierbei die räumliche und die daraus resultierende zirkuläre Mobilität, die je nach Mobilitätsform unterschiedliche Auswirkungen auf die mobilen Arbeit hat. In der folgenden Matrix werden die vorgestellten Definitionsansätze für die Mobilitätsmodalität definierten Anforderungen zusammenfassend bewertet. Die Autoren liefern mit dieser Einteilung zwar ein Klassifikationsschema und Mobilitätsdefinitionen, jedoch für eine entsprechende Dimensionalisierung erfordert es in diesem Fall eine differenziertere Betrachtung.


135

Mobilität der Arbeit Mobilität der Arbeitsbeziehungen virtuelle Mobilität Mobilität der technischen Werkzeuge

räumliche :: zirkulär :: resistentiell : Umzugsmobile

berufliche mobilität

soziale :: horizontale Mobilität :: vertikale Mobilität

zeitliche

multimobile, Fernpendler, Shuttle, varimobile

[25] Abb.: eigene Darstellung


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Tagesablauf

stark mobil ausserhalb

Fernpendler/ Wanderer/Wechsel-Typ Varimobile/ Besuchender/ mobiler und variabler

mobil im Unternehmen

Shuttels

stationär

stationär

[26] Abb.: eigene Darstellung

9.1.3 Ergebnisspezifikation der Merkmalsausprägung

Welche Merkmale sind vor dem Hintergrund der untersuchten Rahmenbedingungen veränderbar und welche nicht? Die strukturellen Gegebenheiten der vorgestellten Mobilitätarten, die sich unter der mobilen Arbeit speziell im unternehmerischen Geschäftsprozess entfalten, zeigen bisher keine relevanten Merkmalsausprägungen. Daher müssen orts- und zeitinvariante Muster, durch eine Änderung oder Ergänzug der ausdifferenzierten Merkmalsausprägungen betrachtet werden. Die Merkmalsausprägungen können hinsichtlich der Mobilitätsart und den unterschiedlichen Tätigkeiten und Aufgaben, sowie anhand der Arbeitsorte und Arbeitsmittel oder bezüglich der Kooperationspartner hin untersucht werden. Viel wichtiger erscheint hierbei jedoch, die für die mobile Arbeit relevanten Anforderung, die sich aus den auftretenden Arbeitsunterbrechungen, verschiedenen Pedlerrytmen zutragen. Die Art und die Häufigkeit von Arbeitsunterbrechung, die durch die unterschiedlichen Mobilitätsarten zurückzuführen sind. Somit können die unterschiedlichen Mobilitätsformen anhand der auftretenden Arbeitsunterbrechung, wie in der dagestellten Abbildung kodiert werden. Die Häufigkeit der Arbeitsunterbrechungen ist abhängig von dem Verteilungsgrad der Zwischenstops, die dem Arbeitsprozess zugrunde liegen sowie von der allgemeinenen Nutzungsdauer und Anzahl der verwendeten Arbeitsmittel. Dabei ist die Häufigkeit der Arbeitsunterbrechungen um so höher, je kleiner der Verteilungssgrad und je kürzer die Nutzungsdauer der Geräte ist.


137

Die interessierende abhängige Variable ist somit die Arbeitsunterbrechung, die durch die Änderung der Merkmalsausprägungen in rhythmische vorhersehbare und unrhytmische unvorhersehbare Unterbrechungen kodiert wurde. Mobilitätsanforderungen hinsichtlich des Work-Flows werden somit überschaubarer. Das dargestellte Schaubild zeigt das Ausmaß der Arbeitsunterbrechung in Abhängigkeit der Mobilitätsform, welche mit den Ausprägungen stationär, mobil, variabel und flexibel dargestellt wird. Mobil meint hierbei Beschäftigte, die nicht unbedingt an einem festen Standort /Arbeitsplatz gebunden sind. In Abhängigkeit des jeweiligen Auftrags arbeiten sie zeitlich beschränkt an einen festen Ort. Flexible Arbeitspersonen passen sich an veränderte Umstände an, sie arbeiten selten an einem Standort und dies mit unterschiedlichen Kooperationspartner. Variabel sind jene, die nicht auf nur eine Möglichkeit beschränkt sind, sie haben zwar einen festen Arbeitsplatz, sind aber nicht daran gebunden. Stationär sind Personen, die örtlich und zeitlich gebunden sind. Im Unternehmen sind sie jedoch nicht fortlaufend an einem Schreibtisch tätig.

9.1.4 Dimensionalisierung der Subkategorien

[27]

viele Arbeitsunterbrechungen

Abb.: eigene Darstellung flexibler Typ 3

variabeler Typ 1

mobiler Typ 2 stationärer Typ 4

stationär

mobil


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

9.1.5 Deskription vierter Ordnung

Durch die Integration der modifizierten und dimensionalisierten Mobilitätsmodalitäten, können die Typen, wie in den nachfolgenden Schaubildern kenntlich wird, präzisiert und charakterisiert werden. Die Abbildungen geben einen Überblick, über die unterschiedlichen Mobilitätsverhalten, der einzelnen Typen, aufgrund der Art der Arbeit.

Mobilitätsmodalität :: typ1 / variabel

3 4

geographisch :: hoch virtuell :: mittel zeitlich :: hoch Hilfsmittel :: mittel Arbeitsinhalte :: mittel soziale/vertikale :: sehr hoch

2

1

gering :: 1

mittel :: 2

hoch :: 3

sehr hoch :: 4

Aufgrund der anfallenden Tätigkeiten ist der variable Typus 1 nicht oft an seinem Schreibtisch. Die räumliche Mobilität ist sehr hoch innerhalb sowie außerhalb des Unternehmensgeländes. Da hauptsächlich mündlich und über klassische Wege kommuniziert wird, ist die virtuelle Mobilität niedrig. Im Hinblick auf die soziale/vertikale Mobilität ist er hoch einzuordnen, meistens in hohen Positionen und demnach auch mit einem hohen Status und in einer hohen Klasse einzuordnen. Eine große zeitliche Mobilität und Flexibilität wird aufgrund von internationalen Kooperationspartnern vorausgesetzt. Strikte Arbeitszeiten sind durch die Management- und Forschungsaufgaben nicht möglich.


139

Mobilit채tsmodalit채t :: typ 2 / mobil

3 4

geographisch :: mittel virtuell :: hoch zeitlich :: mittel Hilfsmittel :: hoch Arbeitsinhalte :: hoch soziale/vertikale :: mittel

2

1

gering :: 1

mittel :: 2

hoch :: 3

sehr hoch :: 4


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

Dieser Flexible Typus bewegt sich in der Mittelschicht, daher ist die soziale/vertikale Mobilität als mittel-hoch anzusiedeln. Eine hohe zeitliche Mobilität ist aufgrund der Selbstständigkeit und Abhängigkeit von Kooperationspartnern unumgänglich. Ebenso hoch ist die virtuelle Mobilität, da hauptsächlich über virtuelle Netzwerke kommuniziert und kooperiert wird. Räumlich gesehen ist er nur mittelmäßig Mobil, er arbeitet meist an einem festen Arbeitsplatz, wenn auch eine gewisse ziruläre räumliche Mobilität gegeben ist.

Mobilitätsmodalität :: typ 3 / flexibel 3 4

geographisch :: sehr hoch virtuell :: sehr hoch zeitlich :: sehr hoch Hilfsmittel :: sehr hoch Arbeitsinhalte :: sehr hoch soziale/vertikale :: hoch

2

1

gering :: 1

mittel :: 2

hoch :: 3

sehr hoch :: 4


141

Mobilitätsmodalität :: typ 4 / stationär 3 4

geographisch :: gering virtuell :: gering zeitlich :: gering Hilfsmittel :: gering Arbeitsinhalte :: gering soziale/vertikale :: mittel

2

1 gering :: 1

mittel :: 2

hoch :: 3

sehr hoch :: 4

Der stationäre Typ4 ist räumlich und virtuell wie auch die zeitlich weniger mobil. Auf der einen Seite ist dies auf einen festen Arbeitsplatz meist ein Büroraum und auf feste Arbeitszeiten zurückzuführen, auf der anderen Seite kommuniziert dieser Typus hauptsächlich über das Telefon, EMail-Programme oder Face-to-Face. Die soziale/vertikale Mobilität ist gering-mittelmäßig, dieser Arbeitstyp gehört zu der unteren Mittelschicht.


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

gering :: 1 mittel :: 2 hoch :: 3 sehr hoch :: 4

Mobilitätsmodalität geographisch virtuell zeitlich Hilfsmittel Arbeitsinhalte soziale/vertikale Tätigkeit/Arbeit Planbarkeit Komplexität Informationsbedarf Dokumentenorientiertheit Kommunikationsintensität Kompetenzen

typ 1 / variabel

typ 2 / mobil


143

typ 3 / fexibel

typ 4 / station채r


Erweiterung der Merkmalsausprägung der Mobilitätmodalitäten und Deskription vierter Ordnung :: Identifizierung und Explikation von Vergleichsdimensionen

9.1.6 Handlungsempfehlungen

Mobile Arbeit ist ein komplexes und vielschichtiges Geflecht vieler Personen eingebunden. Aus den unterschiedlichen Beziehungen und Tätigkeitsbereichen resultieren unterschiedliche, unter Umständen widersprüchliche Ansprüche und Bedürfnisse. Digitale Medien fördern den weltweiten interdisziplinären Austausch von Informationen und Wissen. Dadurch eröffnen sich völlig neue Arbeitsweisen. Es sind aber nicht nur die Technologien, die angepasst werden müssen, sondern es ist auch ein Arbeitsstil notwendig, der sich von der Arbeitsweise ohne IKTs unterscheidet. Nicht so sehr die Vorgesetzten, sondern das eigene Selbst verlangt Rechtfertigung, ob lange genug und gut genug gearbeitet wurde. Diese Verlagerung in die eigene Psyche ist für viele eine neue Belastung, mit der erst gelernt werden muss damit umzugehen. Die größte Disziplin erfordert das “Ausschalten”. Technische Mittel können hierbei evtl. eine Hilfe bieten, aber niemals diese Entscheidung nehmen oder treffen. Es stellt sich hierbei die Frage, inwieweit können technische Hilfsmittel hinsichtlich dieser Problematik eine Hilfestellung bieten? Infolge diverser Entwicklungen wurde deutlich, dass die mobile Intensität in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern variiert. Dadurch konnten Anforderungen unterschiedlicher Tätigkeitsfelder in der Mobilität differenziert werden. Darüber hinaus zeigten sich unterschiedliche Bedürfnisse, Kompetenzen und Qualifikationen der Typen. Aus diesen unterschiedlichen Anforderungen ergaben sich somit auch unterschiedliche Handlungs- und Gestaltungsanforderungen. Es kann der Schluss gezogen werden, dass entweder aufgrund unterschiedliche Arbeitsprozesse und Arbeitsmittel eine gemeinsame Ausrichtung von Gestaltungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden muss, die ein Großteil der Geschäftsprozesse und damit die unterschiedliche Anforderungen gerecht wird. Oder die Konzentration der Gestaltungsmaßnahmen auf bestimmte Arbeitsweisen, die in gewisser Weise kompatibel sind. Eine andere Sichtweise dieser Problematik ergibt sich aus der derzeitigen Entwicklung der Kosumerisierung und der unzureichenden Kompensation hinsichtlich der Unternehmenspolitik. Da Unternehmen weniger schnell auf technische Entwicklungen reagieren bzw. agieren können wie im privaten Sektor. So stellt sich die Frage, ob nicht schon bei der Gestaltung privater Geräte Geschäftsprozesse mit einbezogen werden müssen. Ein weiterer Aspekt konzentriert sich auf den gemeinsamen Pfad der Technologieentwicklung, da aufgrund mobiler Endgeräte, die hauptsächlich mit Applikationen funktionieren und weniger mit lokal installierten Software zusammengeführt werden können. Dadurch werden unterschiedliche Kontexte in der Verwendung divergierender Programme auf vielfältigen Geräten vereinheitlicht, um somit einen optimalen Workflow zu garantieren, ohne die Auseinandersetzung unterschiedlicher Software und Applikationen. Bisher ist noch kein effektives Zusammenspiel der verschiedenen Geräte zu erkennen. Mobile Arbeit steht jedoch vor großen Herausforderungen, die sich in der Zukunft noch verstärken werden. Nicht zuletzt durch den demografischen Wandel und den fortschreitenden Fachkräftemangel. Mobile Geräte werden immer wieder neu erfunden und greifen immer auf die selben Infrastrukturen zurück. Somit erhalten die Geräte nach und nach neuere Funktionen, die auf der einen Seite zu Inkompatibilitäten führen können, auf der anderen Seite aber auch den Anspruch des Benutzers wecken, diese neue Funktion auch nutzen zu können. Vielmehr wird deutlich, dass heutige wie auch zukünftige Anforderungen entgegen der technologischen Entwicklung eine Kombination aus Software, Hardware, Disziplin, Organisation und Adaption von Arbeitsstile, Kompetenzen und Qualifikationen einen zukunftweisenden Lösungsweg bietet.


145

[28] Abb.: eigene Darstellung

mobilit채t

1995

Typ 3

2010

Generation 2020

tablet

2008

Typ 2

apps

2007 iphone

1992 Das erste Handy das SMS senden und empfangen kann

2002 1999

Typ 1

blackberry Generation Y

mobiles internet

Generation X Baby Boomer

Typ 4

1990

2000

2010

2020

2030


::::: Kapitel

Fazit und Ausblick


147


Fazit und Ausblick

Den Möglichkeitsraum, für die mobile Arbeit in einen „sinnvollen“ Anwendungsbezug herzustellen, determiniert die Voraussetzungen und Bedingungen, unter dem die mobile Arbeit etabliert ist. Aufgrund der inneren Struktur der Mobilitätsmodalitäten und dem permanent fortschreitenden technischen Fortschritts erschließen sich keine spezifischen Rahmenbedingungen, inmitten dieser metamorphe Entwicklung. Dennoch ist außer Zweifel, dass mithilfe der typologischen Analyse die Komplexität dieser Thematik in eine überschaubare Ebene projiziert werden kann, dabei bietet sich die Möglichkeit, spezifische Lösungsansätze zu generieren. Der Typisierungsprozess ermöglicht einerseits eine übersichtliche Betrachtung der Thematik und betont andererseits die Vielschichtigkeit der mobilen Arbeit die sich in den konstruierten Typologien wiederspiegelt. Die Erkenntnisse dienen der Erschließung eines Forschungsfeldes, dass für zukünftige Theoriemodelle und Konzeptionen zur Verfügung steht.


149


:::::. Kapitel

quellen


151


quellen

Literaturverzeichnis


153

Abk端rzungsverzeichnis

Abb.

Abbildung

Aufl.

Auflage

bspw.

beispielsweise

bzw.

beziehungsweise

u. a.

unter anderem

et al.

et alii/et aliae

etc.

et cetera

Hrsg.

Herausgeber

i.d.R.

in der Regel

IKT

Informations- und Kommunikationstechnologien

Jg.

Jahrgang

n

Anzahl

Nr.

Nummer

p.

page

pp.

pages

S.

Seite

Vgl.

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Vol.

Volume

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z. B.

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quellen

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