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Die Welt - 2014

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24. November 2011 | 22:15; Akt: 24.11.2011, 21:22 Print

20.05.14, von Claudia Brüggen-Freye

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article128208548/Kassen-nutzen-Fitness-Apps-zur-Datensammlung.html

Kassen nutzen Fitness-Apps zur Datensammlung Blutdruck, Gewicht, Ernährung und mehr – noch haben viele Menschen Spaß daran, Daten über ihre Fitness zu sammeln. Doch die Selbstvermessung freut auch andere: Krankenkassen und Unternehmen.

Foto: picture alliance / dpa Themendie Das Sammeln eigener Daten wird zum Volkssport. Erste Krankenkassen nutzen den Trend

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merikaner sind Statistikfans, und jetzt haben sie ihren eigenen Körper als Datenquelle entdeckt: Wer dem Trend „Quantified Self“, dem „gezählten Ich“ folgt, sammelt täglich alles von zurückgelegten Kilometern und Schritten über Kalorienverbrauch, Stresspegel, Stimmung, Alkohol- und Kaffeekonsum bis zur Schlafdauer. Eben alles, was smarte Armbänder und passende Apps für Fitness und Gesundheit messen und aufbereiten können. Längst werden auch in Deutschland emsig Körperdaten gesammelt – aber nicht nur von Freizeitsportlern, sondern zunehmend auch von Krankenkassen und Firmen.

Denn für viele Unternehmen sind solche verdienen kann. Daten eine Goldgrube. Doch für Datenschützer sind sie ein Albtraum. Bonuspunkte für Sportliche Gesundheit ist wichtigster Wert Den hohen Stellenwert des Themas belegt die Studie „Werte-Index 2014“. Demnach liegt Gesundheit bei deutschen Internetnutzern auf Platz eins der zentralen Werte, noch vor Freiheit und Erfolg. Trendforscher Peter Wippermann spricht sogar vom „Zeitalter der Selbstoptimierer“ und prophezeit, dass Gesundheit hierzulande zum wichtigen Branchenmotor wird. Einer, mit dem man auf Dauer Kosten einsparen, aber auch viel Geld

Erste Krankenkassen haben den Trend erkannt und bieten entsprechende Apps an. Damit kann der Kunde seine Körperdaten protokollieren und die Krankenkasse gesundheitsbewusstes Verhalten prämieren. Auf diese Weise wollen die Kassen vor allem bewegungsarme Patienten motivieren, um spätere Behandlungskosten zu sparen. So bietet die DAK Mitgliedern die kostenlose FitCheck-App fürs Smartphone an. Bislang haben sich 2948 Kunden mit Versichertennummer und Gewicht registSeite 1


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20.05.14,

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article128208548/Kassen-nutzen-Fitness-Apps-zur-Datensammlung.html

riert, um Bonuspunkte zu sammeln.

Derzeit wird die Pilotphase ausgewertet. nen Privatsphäre wichtig ist, dürfen keine Wenn sich der HealthScore der Teilneh- Nachteile haben.“ Für 30 Minuten Radfahren, Skaten, Jog- mer positiv entwickelt hat, soll der Wert gen oder 40 Minuten Walken gibt‘s je 50 in einem Prämienprogramm landen. Doch diese Freiwilligkeit sieht der HamPunkte, maximal 200 Punkte pro Monat burger Datenschützer Johannes Caspar und 2400 Punkte pro Jahr. Für die Punk- Andere Krankenversicherer halten sich gefährdet: „Sie wird zumindest dort infrate bekommt der Kunde später bis zu 150 mit Apps noch zurück und setzen stattdes- ge gestellt, wo Versicherungen durch die Euro oder Prämien. sen weiter auf die Mitgliedschaft in Ver- Überlassung der Gesundheitsdaten indivieinen oder den Besuch von Fitnesskur- duelle Risikoeinschätzungen vornehmen Versicherte der Daimler-Betriebskran- sen. Denn die Möglichkeiten, mit Apps und besondere Tarife anbieten.“ Denn kenkasse, die gesund leben, zur Vorsor- zu schummeln, sind groß: Wer kontrol- damit würden am Ende all jene belastet, ge gehen und Sport treiben, werden mit liert schon, ob Sie selbst 30 Minuten ge- die nicht in der Lage sind, positive Gebis zu 100 Euro belohnt. Die sportlichen joggt sind oder doch ein laufbegeisterter sundheitsdaten online zu liefern oder dies Anforderungen wie mindestens 100 Kilo- Freund? ablehnen, so Caspar. meter Laufen pro Jahr oder 250 Kilometer Radfahren lassen sich mit Sport-Apps wie Nachteile für Unsportliche? Handel mit eigenen Daten? Runtastic belegen. Eher träge Naturen fürchten dagegen, dass Pharmaindustrie, Arbeitgeber, VersichePortal kalkulierte einen ersten „He- ihnen der Trend zur Selbstoptimierung rungen und Banken schielen ebenfalls althScore“ Nachteile bringt. Carolin Wollschläger auf die selbst erhobenen Daten. Denn von der DAK-Pressestelle beteuert, dass damit können sie abschätzen, wie wahrDie AOK Nordost startete mit dem Sammeln der Bonuspunkte durch sportli- scheinlich es ist, dass ein Mitarbeiter oder Schweizer Fitnessportal Dacadoo das Pi- che Aktivitäten sei freiwillig, und „es ist Kunde erkrankt. Denkbar, dass Selbstlotprojekt AOK mobil vital. 730 Teilneh- nicht damit zu rechnen, dass dies einmal vermesser ihnen künftig diese Daten für mer luden dazu die Dacadoo Tracker-App zu Pflicht wird“. einen festgelegten Zeitraum gegen Bares aufs Smartphone. Aus Geschlecht, Alter, überlassen. Größe und Gewicht kalkulierte das Portal Und AOK-Nordost-Pressesprecherin einen ersten „HealthScore“. Gabriele Rähse betont, die Kasse erhalte Ermöglichen soll das die Plattform Data bei der Auswertung des Pilotprojekts kei- Fairplay, die noch 2014 Verbraucher und Dieser Wert drückt sowohl Gesundheit ne personenbezogenen Daten und somit Firmen gegen Provision zusammenbrinals auch Fitness aus. Er liegt zwischen 1 keine Kenntnis, welcher Versicherte einen gen will. Datenschützer Caspar hat auch (schlecht) und 1000 (hervorragend) und guten oder einen schlechten HealthScore gegen Data Fairplay Bedenken: „Wollen beruht auf klinischen Werten in der Da- hat. Dennoch sehen Datenschützer die wir in einer Gesellschaft leben, in der cadoo-Datenbank. Im Laufe des Projekts Sammlung von Körperdaten sehr kritisch. Menschen aus materieller Not ihre Daten konnten die Teilnehmer den Wert veran die meistbietenden Unternehmen verfeinern, indem sie regelmäßig sportliche „Wichtig ist, dass sich Verbraucher frei- kaufen?“ Leistungen sowie Angaben zu Stimmung, willig für Selftracking entscheiden und Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum, das auch wieder ausschalten können“, Stresssituationen und Schlafphasen über- fordert Marit Hansen vom Datenschutztrugen. zentrum Schleswig-Holstein. „Leute, de-

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