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Dabuka Travel Magazine Issue #13 - Deutsch

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DABUKA TRAVEL VISIONS

Magazin Nr. 13

Mai – Juli 2026

30 JAHRE DABUKA

Sonderausgabe

Liebe Reisefreunde,

Wir feiern 30 Jahre unserer Firma – und wir haben uns entschieden, diesen Moment bewusst zu begehen. Drei Jahrzehnte bedeuten Veränderung. Menschen kommen und gehen, Perspektiven verschieben sich, Wege entstehen oft anders als geplant. Und doch bleibt etwas bestehen, das sich durch all diese Jahre zieht.

Dieses Magazin ist kein klassischer Rückblick und kein Katalog unserer Arbeit. Es ist ein Versuch, innezuhalten – und unterschiedliche Facetten dieser Zeit sichtbar zu machen: Erfahrungen, Brüche, Begegnungen und Entwicklungen.

Übrigens – woher kommt unser Name? ‚Dabuka‘ steht für eine ziehende Kamelkarawane, ein Wort aus dem Arabischen. Es symbolisiert die Bewegung durch die Natur, für die wir stehen.

Wir laden euch nun ein, uns auf diesen Seiten zu begleiten – ob aus der Nähe oder aus der Ferne.

Mit herzlichen Grüßen

Dorothee und Tarek Kairo, Mai 2026

Inhalt –

30 Jahre Dabuka Sonderausgabe

Impressum

DABUKA TRAVEL VISIONS AUSGABE 13

Herausgeber: Dorothee Rieche

I. Einleitung

Vorwort3

Inhaltsverzeichnis, Impressum, Kontakt4

II. Unterwegs 5

Layout: Andreas Klostermaier

Versand: Shada Mamdouh

Vermarktung: M. Ibrahim

Kontakt (Magazin): magazine@dabuka.de

Kontakt (Reiseplanung): +20 101 506 9061

III. Abweichungen – Geschichten, die das Leben schrieb 14

Als das GPS plötzlich versagte15

Gestrandet im Ubari Sandmeer (Libyen)16

Mein Pass war plötzlich weg18

Der Stempel, der nie existierte19

Der Wagen, der fast gestohlen worden wäre20

Der Bruch: Eine Geschichte von Idealismus, Vertrauen und Enttäuschung21

Das ORF und die Spur von Purzel25

30 Jahre Tailor Made Expedtions und Special Projects26

IV. Perspektiven 28

Blick von außen29

Email: service@dabuka.de

Homepage: www.dabuka.com

Spezialreisen: www.eclipse-2027.com

Alle Texte und Abbildungen dieses Magazins sind urheberrechtlich geschützt. Fotos: Andreas Klostermaier, Steffen Kirchner, Tarek El Mahdi, Dorothee Rieche, u.a.

Unterwegs

Ankommen

Die Luft verändert sich, lange bevor man etwas sieht. Es ist nicht mehr nur warm – es ist trocken, weit, still.

Der Moment, in dem der Motor ausgeht, ist immer derselbe. Als würde die Welt kurz nachziehen, bevor sie stehen bleibt.

Dann nichts.

Nur Licht, das anders fällt.

Und dieser erste Eindruck, dass Zeit hier langsamer wird.

Bewegung

Der Motor wird angeworfen und beginnt regelmäßig zu brummen. Ein Rucken geht durch das Boot und es sucht seinen Weg vom Ufer hinaus in den offenen See.

Ein kleiner Windzug zerzaust die Haare des Reisenden, der sich der Bewegung der Wellen anpasst, seine Augen schweifen lässt und dem Horizont entgegengetragen wird.

Es ist dieser besondere Moment, wo man sich fallen lassen kann, Vertrauen hat in die Reise, wohin der Weg auch führt.

Nacht

Gerade eben war es noch hell – nun breitet sich die Nacht bereits aus.

Vertraute Formen verändern ihr Gesicht und der Wind legt sich.

Plötzlich ist alles gleichzeitig nah und unendlich weit weg. Gespräche werden leiser, ohne dass jemand es entscheidet. Und der Blick geht immer wieder gen Himmel zu den verschiedenen Konstellationen der Sterne.

Das Lagerfeuer als Licht- und Wäremquelle zieht die Menschen magisch an, um sich in seinem Schein geborgen zu fühlen.

Morgen

Jeder Morgen bietet eine neue Chance, die diesem Tag die Möglichkeit bietet, der Beste zu sein.

Langsam gleitet man zwischen Schlaf und Wachen dahin, bis Sonnenstrahlen so sehr kitzeln, dass man die Augen öffnen muss.

Geruch von Kaffee und Frühstück liegt in der Luft und das gewisse Kribbeln im Bauch kündigt alle Wunder an, die heute vielleicht noch passieren können.

Abweichungen Geschichten, die das Leben schrieb

Jede Reisefirma – eigentlich jeder, der plant – kennt diesen Moment: Man glaubt, alles sei durchdacht, vorbereitet, abgesichert.

Und genau dann beginnt die Reise erst wirklich.

Denn gerade unterwegs zeigt sich, was sich nicht planen lässt.

Menschen, Situationen, Entscheidungen – und Dinge, die einfach passieren.

Über 30 Jahre ist da einiges zusammengekommen.

Ein paar dieser Momente wollen wir hier erzählen.

Als das GPS plötzlich versagte

Zwischen 1993 und 2011 führte Dabuka regelmäßig Reisen nach Libyen – oft durch abgelegene Wüstengebiete, fernab fester Routen. Orientierung war dabei immer eine Mischung aus Technik und Erfahrung.

Auch auf dieser Tour verließ sich Tarek auf beides. Das GPS lief – bis es plötzlich ausfiel. Ohne Vorwarnung.

Ein zweites Gerät war vorhanden. Während der Fahrt gab er die Koordinaten neu ein. Ein kleiner Fehler genügte: eine falsche Zahl, kaum bemerkbar, aber mit Wirkung.

Was war genau passiert: Um eine grosse Strecke von Fishfish (feiner, staubiger Sand, der Motoren schnell an ihre Grenzen bringt; eigentlich ein Gebiet, das man umgeht, wenn man kann) zu umgehen, plante Tarek einen beliebigen Punkt südlich von Wau en Namus ein, welchen er ins GPS tippte. Als ihm die Gegend vertraut vorkam schaute Tarek aufs GPS: Noch 115 km – also schnell weiter um vor dem Dunkelwerden anzukommen.

Das war der Fehler, denn bei der Gradzahl war sein Finger um eine Ziffer verrutscht (ca. 110km).

Tarek spürte zwar, dass etwas nicht stimmte. Und folgte dennoch zunächst den angezeigten Daten. Am Ende bedeutete das dann einen Umweg von 110 Kilometern.

Für die Gruppe blieb es bei Zeitverlust. Für ihn war es mehr als das: eine Erinnerung daran, dass Technik hilfreich ist – aber Erfahrung nicht ersetzen kann. �

Gestrandet im UbariSandmeer

(Libyen)

Im Süden Libyens, im Ubari-Sandmeer, blieb eines der Fahrzeuge plötzlich stehen. Die Dieselpumpe war ausgefallen – mitten in einer der unwirtlichsten Gegenden der Reise. Zwei Fahrzeuge waren unterwegs gewesen. Nun blieb nur noch eines, um Hilfe zu holen.

Tarek entschied sich, mit der Gruppe zur nächsten Oase zu fahren. Von dort aus organisierte er Unterstützung: Ein Taxifahrer wurde zusammen mit einem Dabuka Fahrer losgeschickt, ausgestattet mit Geld und klaren Anweisungen, eine neue Pumpe vom 1200 km entfernten Tripolis zu besorgen. Sie fuhren los, der Kontakt riss ab. Niemand in Tripolis wusste, wo sie waren oder ob sie zurückkommen würden.

Also suchte Tarek nach einer zweiten Lösung. Über Ägypten wurde eine weitere Pumpe organisiert, zusammen mit einem Mechaniker, und einem weiteren Dabuka-Fahrer, die extra mit dem Flugzeug nach Tripolis eingeflogen wurden. An alles war gedacht, in Tripolis war ein weiterer Fahrer mit sei-

nem Privatauto hinbeordert, sie abzuholen und über Nacht nach Ubari zu bringen.

Als diese Hilfe schließlich fast da war geschah das Unerwartete: Plötzlich hatte Tarek zu beiden Teams Kontakt. Sie erreichten ihn beide in weniger als einer Stunde, jeder von Ihnen hatte eine Dieselpumpe dabei!

Mit beiden Mechanikern und beiden Ersatzteilen ging es zurück zum liegengebliebenen Fahrzeug. Die Strecke dorthin war mühsam. Düne für Düne. Der Mechaniker aus Ägypten war das Fahren im Sand nicht gewohnt und musste immer wieder aussteigen und zu Fuß weitergehen.

Vor Ort begann die Reparatur. Der marokkanische Mechaniker, der in Libyen lebte, übernahm den Einbau, kam jedoch beim letzten Schritt nicht weiter. Die Motor Einstellung musste der ägyptische Mechaniker machen. Dieser hätte fast den ganzen Motor dabei kaputt gemacht. Das Fahrzeug lief wieder. Die Reise konnte fortgesetzt werden.

Im Rückblick eine Geschichte, die man erzählt. In diesem Moment vor allem eine, die Nerven kostet. �

Mein Pass war plötzlich weg

Die Reise war eigentlich gut verlaufen. Die Gruppe befand sich im Sudan, die Tour war abgeschlossen – nur die Formalitäten standen noch an.

Da die Aufenthaltsdauer das Visum überschritten hatte, mussten alle Pässe bei der sudanesischen Mogamma in Khartum verlängert werden. Ein Routinevorgang, eigentlich.

Am Abend lud der ägyptische Militärattaché die Gruppe zum Essen ein. Dabei wurden die bearbeiteten Pässe zurückgegeben – bis auf einen.

Tarek erhielt einen fremden ägyptischen Pass. Die Situation war heikel. Es war Donnerstag Abend und nach dem Abendessen sollte die Gruppe ausreisen, danach war die Weiterfahrt mit den Fahrzeugen zurück nach Ägypten geplant. Ein enger Zeitplan – und plötzlich fehlte das wichtigste Dokument. An diesem Abend wurde jemand zur Mogamma geschickt um nach den Pass zu suchen. Alle Pässe wurden durchgeguckt aber Tarek’s Pass war nirgends zu finden. Ein Mitarbeiter konnte einspringen und ein Fahrzeug übernehmen. Tarek blieb zurück, um an neue Papiere zu bekommen.

Mit Unterstützung des Militärattachés erhielt er zunächst ein vorläufiges Dokument – doch der eigentliche Pass blieb verschwunden. Mit dem Dokument konnte Tarek am gleichen Tag einen Flug am

Samstag mittag mit der Kenya Arways nach Kairo buchen. Dies war wichtig, da am Sonntag schon die nächste Tour in Aswan starten sollte.

Auch am Freitag wurde in der Mogamma gesucht, vergebens. Antworten blieben unklar. Am Samstag früh, dem ersten offiziellen Arbeitstag der Mogamma bestand er darauf, dass weitergesucht wurde – und weigerte sich, den falschen Pass herauszugeben, bevor sein eigener wieder auftauchte.

Erst als der Vorgesetzte der Angestellten hinzukam, änderte sich etwas. Kurz darauf wurde der Pass gefunden. Unter einer Schublade eines Schreibtisches, war es Absicht gewesen??

Wie er dorthin gelangt war, blieb ungeklärt. Doch die Situation war noch nicht vorbei.

Zwei Männer des sudanesischen Geheimdienstes erschienen und baten Tarek sowie den 1. Sekretär des ägyptischen Militärattachés in einen separaten Raum im ersten Stock. Ein Moment, in dem klar wurde, wie wenig Kontrolle man in solchen Situationen hat.

Dann, ohne weitere Erklärung, wurde ihm der Pass zurückgegeben. Er konnte ausreisen. Und saß dann tatsächlich am Sonntag morgen mit seiner nächsten Gruppe im selben Flieger von Kairo nach Asswan.

Was bleibt, ist weniger die konkrete Abfolge der Ereignisse – als das Gefühl, wie schnell sich eine scheinbar geordnete Situation in etwas völlig Unkalkulierbares verwandeln kann. �

Der Stempel, der nie existierte

Die Revolution in Ägypten brach für Außenstehende so überraschend aus, dass auch Tarek mit einer Reisegruppe davon teilweise überrascht bzw. eingeholt wurde. Er war mit einer Gruppe wieder einmal in Libyen gewesen, gestartet von Ägypten aus, und eigentlich sollte die Reise auch dort enden. Durch die politischen Wirren und vor allem die Tatsache, dass man noch nicht absehen konnte, wie sich die Situation weiterentwickeln würde, flogen die Touristen von Tripolis aus zurück. Tarek und ein deutscher Reiseleiter mussten die Autos jedoch trotzdem zurück nach Ägypten bringen.

Es war der 10.02.2011, die Nacht, in der Präsident Mubarak zurücktrat. Spannung lag überall in der Luft.

Man war es zwar gewohnt, dass die Grenzformalitäten in Sallum lange dauerten, aber diesmal war ohnehin alles anders. Aus Sicherheitsgründen war beschlossen worden, die Visa an einen sicheren Ort zu bringen und dort in einem Banktresor zu lagern.. Dies war in Marsa Matruh, über 200 km entfernt. Erschwerend kam hinzu, dass der deutsche Reiseleiter ein Visum aus Afghanistan in seinem Pass hatte – für die Behörden höchst verdächtig.

Man wurde aufgefordert, die zuständige Sicherheitspolizei zu kontaktieren, doch diese war zunächst nirgends zu finden. Gleichzeitig drängte die Zeit, da in Kairo ab 22 Uhr Ausgangssperre herrschte und man sich nicht mehr frei bewegen konnte. Tarek ließ sich nicht abspeisen, suchte weiter und fand die sogenannte Security etwas abseits in einem Kleinbus wartend. Tatsächlich waren sie bereit, ihre Genehmigungen zu geben, damit der Einreisestempel erteilt werden durfte. Es konnte weitergehen.

Die Erleichterung währte jedoch nicht lange. Ca. 350 km später gerieten sie in eine Kontrolle. Beduinen waren vom Militär eingesetzt worden, um in diesen unsicheren Zeiten die Lage zu überwachen. Sie verlangten die Pässe, man zeigte sie – und wurde sofort scharf angefahren. Es gab keinen Einreisestempel nach Ägypten für den 10.02., stattdessen einen für den 01.02.

Für die Kontrolleure war klar: Diese beiden Reisenden waren verdächtig. Wo hatten sie sich aufgehalten? Was hatten sie vor?

Tarek behielt die Nerven. Er wusste, dass er den richtigen Stempel erst kurz zuvor erhalten hatte. Nach einiger Überlegung und Suchen zeigte er den Ausreisestempel aus Libyen, der zum Glück das korrekte Datum trug. Und wer am 10.02. aus Libyen ausgereist war, musste zwangsläufig auch am selben Tag wieder in Aegypten eingereist sein, wo man sich aktuell befand.

Die Beduinen ließen sich überzeugen – aus Misstrauen wurde schließlich sogar so etwas wie Entspannung. Wahrscheinlich hatte die Security an der Grenze in den letzten 10 Tagen den Einreisestempel nicht aktualisiert, um auf das richtige Datum zu achten.

Die beiden schafften es an diesem Tag noch nach Kairo, da sich niemand an die Ausgangssperre hielt. �

Der Wagen, der fast gestohlen worden

wäre

Diese Geschichte spielt vor 20 Jahren, in den „goldenen Zeiten“, als man noch die gesamte westliche Wüste inklusive des Gilf El Kebir bereisen konnte. Tarek hatte viele Touren dorthin und ein entsprechend großes Fahrerteam – er konnte nicht mehr überall selbst dabei sein.

So auch bei dieser Tour: Eine österreichische Gruppe war mit fünf Autos Richtung Gilf unterwegs, begleitet von einem Offizier. Sicherheitshalber schickte Tarek seinen Mitarbeiter Sameh nach Bahareya, um alles zu überprüfen. Zudem hatte er Zweifel an einem seiner engsten Mitarbeiter, Mohamed Abd El Fattah, genannt „Lushi“.

Zunächst verlief alles problemlos, doch am ersten Abend erreichte die Gruppe per Satellitentelefon die Nachricht, wegen eines Fehlers zurückzukehren. Auf dem Rückweg blieb ein Auto im Sand stecken – eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch die anderen Fahrer, aus Lushis Umfeld, „halfen“ so lange, bis die Kupplung zerstört war. Im Nachhinein wirkte dies wie Sabotage.

Das Auto war nicht mehr fahrbereit – ausgerechnet ein besonders seltenes und wüstentaugliches Modell. Man versuchte zunächst, es zu ziehen, während ein fremder Geländewagen ohne Nummernschild in der Ferne auftauchte und die Gruppe beobachtete.

Wegen Zeitdruck beschloss man schließlich, das Auto zurückzulassen und später Hilfe zu schicken. Doch ein neuer Fahrer im Team weigerte sich, das Fahrzeug allein zu lassen, und blieb zurück. Die anderen ließen ihm nur wenig Wasser da. Kurz darauf erschien erneut der verdächtige Wagen. Gleichzeitig tauchte ein Bautrupp auf, woraufhin das Fahrzeug verschwand. Dieses Spiel wiederholte sich –ein Wettlauf mit der Zeit. Schließlich kehrte der Bautrupp rechtzeitig zurück und brachte das Auto in sein Camp nahe eines Militärpostens. Dort stellte sich heraus, dass nie Hilfe organisiert worden war. Der Fahrer blieb dennoch beim Auto. Selbst als ein Mann aus Bahareya ihn einlud, lehnte er ab. Erst nachdem er Dabuka kontaktierte, kam Unterstützung aus Kairo, und das Fahrzeug konnte gesichert werden.

Später wurde klar: Es handelte sich um ein geplantes Komplott, um das Auto zu stehlen und für Drogenschmuggel zu nutzen – ein lukratives Nebengeschäft von Lushi. �

Der Bruch: Eine Geschichte von Idealismus,

Vertrauen und Enttäuschung

Manche Geschichten liegen jahrelang verborgen, warten darauf erzählt zu werden, geraten ein wenig in Vergessenheit und kapseln sich quasi ein. Diese hier wartet seit mehr als 20 Jahren, zu viel Verletzung und Unglaublichkeit musste erst verarbeitet werden. Nun soll sie ins Licht der Öffentlichkeit, denn auch sie gehört wesentlich zur Geschichte Dabukas, Tareks. Sie hat ein immer noch offenes Ende, abgesehen von der vagen Hoffnung, dass ausgleichende Gerechtigkeit vielleicht eines Tages vom Schicksal vorgesehen ist.

Wir gehen zurück in die 1980iger Jahre, lange bevor Dabuka überhaupt gegründet wurde. Damals unterstützte Tarek seinen Bruder Karim bei dessen Motoradtouren durch die Wüste. Als treuer Bruder sorgte er u.a. dafür, dass kaputte Motorradreifen in die Oase Bahareya zur Reparatur gebracht wurden. Ein häufiger Prozess, kaputte Reifen gibt es bei solchen Touren immer. In der Oase Bahareya

gab es einen jungen Mann, der – wie so viele damals – in einer Hütte mit seinen Brüdern von seinem Vater angestellt war und dort von frühster Kindheit arbeitete und Innenschläuche flickte.

Sein Name war wieder Mohamed Abdel Fatah, bekannt als Lushi. Man begegnete sich, kannte sich, unterhielt sich, lud sich zum Essen ein. Positiv für beide Seiten.

So vergingen die Jahre bis Tarek 1996 seine eigene Firma gründete, aus dem Schatten seines Bruders und eines anderen Mentors heraustrat und endlich sein eigenes Geschäft aufzog.

Dabuka wurde zunächst für Wüstenexpeditionen gegründet und dafür braucht man neben guten Geländewagen auch ebensolche Fahrer, welche aus dem Freundeskreis kamen. Aber es wurde schwieriger, als die Touren zunahmen. Seine ersten Autos hatte Tarek sich zusammengespart, sein Wissen über Offraodfahren war groß – also schien es wohl nahezuliegen, dass Lushi eines Tages fragte, ob er nicht auch einmal mitfahren könne. Lushi hatte überhaupt keine Ahnung von der Wüste und seine Kenntnisse beim Autofahren bezogen sich auf gelegentliche Touren mit einem heruntergekommenen PKW seines Vaters. Damit konnte man höchstens innerhalb der Oase kurze Strecken bewältigen.

Und bereits hier wurde eine entscheidende Weiche gestellt. Tarek war – wie gesagt – jung, unternehmungslustig, aber auch schon immer mit einem guten Herzen ausgestattet und Großzügigkeit. So entstand bei ihm schnell der Gedanke, dass es für Lushi sicher eine positive Fortentwicklung seines eigenen Lebens war, wenn er lernen würden. Lernen wir man navigiert, einen Wagen durch die Wüste und über Dünen steuert, ihn technisch betreuen kann aber auch wie man mit Kunden umgeht.

Sowohl Tarek als auch Lushi stürzten sich mit Feuereifer hinein. Dabuka lief noch nicht gut, aber man investierte in Fahrzeuge und Fahrer um in Zukunft zu expandieren. Lushis Verwandtschaft wurde ebenfalls angestellt, im Büro, als weitere Fahrer. Tareks soziale Ader war geweckt. Er war dankbar für jeden Teilerfolg und teilte ihn gern und mit offenem Herzen. Natürlich kostete diese sog. Ausbildung von Lushi auch viel Geld und Zeit. Als er begann, allein Touren zu begleiten, mussten am Anfang besondere Reiseleiter finanziert werden, um ihn zu unterstützen. Hierfür wurden auch deutsche Reiseleiter extra eingeflogen. Wenn mehrere Touren gleichzeitig liefen, übernahm Tarek die „Schwierigeren“, Lushi bekam die Anderen. Ein Zeit lang vermehrte sich so die Arbeit, nicht aber die Einnahmen. Doch das schien durchaus im Rahmen.

Dann wurde eine weitere Weiche gestellt, deren Ausmaß man erst viel später verstand. Tareks Privatleben entwickelte sich ganz anders als geplant. Damals gab es keine Dorothee in seinem Leben, sondern eine andere Partnerin. Aus einem Lebensmittelpunkt in Ägypten wurde so plötzlich einer in Deutschland – und Tareks Aufenthaltszeiten dort verlängerten sich zwangsläufig.

Jeder, der allerdings schon einmal selbständig eine Firma geleitet hat weiß, dass Kontrolle wichtig ist, besonders bei einer Firma im Aufbau, man aber nicht überall gleichzeitig sein kann.

Um seinem Privateben noch eine Chance zu geben, brauchte er mehr Unterstützung in der Firma in Ägypten. Ergo erteilte er Lushi, der ihm inzwischen wie ein Sohn erschien, eine Vollmacht, unter der Aufsicht vom Firmen-Manager Sameh Taman, um unabhängiger agieren zu können.

Die Firma fing an auf Hochtouren zu laufen, expandierte nach dem Luxorattentat nach Libyen und in den Sudan. Auch unabhängig vom Privatleben konnte Tarek nicht mehr auf allen Touren dabei sein, hatte viele verschiedene Fahrer. Um Lushi etwas zu fördern, bekam dieser zuerst die Aufgaben der Einteilung der Wüstenfahrer und etwas Wartung an den Fahrzeugen zugeteilt.

Trotzdem wurde Tarek nach einem Jahr ein wenig hellhörig. Manchmal ist es ja zunächst nur ein diffuses Misstrauen, das man sich selbst nicht eingestehen möchte. Vermeintlich fehlte dann erstmal die Zeit, Dinge vertieft zu hinterfragen, bis es zu folgender Situation kam: Tarek wollte 2 neue Autos im Sommer kaufen, hatte Geld dafür an Lushi überwiesen, der sie kaufen und auch zulassen sollte. Die Autos wurden zwar gekauft, aber – wie sich herausstellte – nicht ordnugungemäß auf neue Besitzer zugelassen, sondern blieben offiziell beim alten Besitzer. Ganz klar eine Geldquelle, die an den offiziellen Einnahmen Dabukas vorbei funtkionierte.

Das Misstrauen einmal geweckt musste Tarek feststellen, dass auch Werkzeug und Ausrüstungsgegenstände, die in Bahareya nach Touren zwischengelagert werden sollten, plötzlich nicht mehr vorhanden waren. Vor allem immer dann, wenn Tarek selbst auf Tour war, blieben auch andere seiner Autos in der Oase, hatten beim nächsten Einsatz plötzlich technische Problem. Also musst wieder Geld in vermeintliche Reparaturen gesteckt werden. In Wirklichkeit hatte Lushi sich von veruntreuten Geldern bereits ein eigenes Haus in der Oase gebaut, mit mehren Stockwerken. Geschickterweise stellt Lushi jedoch die komplett untere Etage für Dabuka zur Verfügung. Hier wurden Ersatzteile im Wert von mehreren Millionen Ägypti-

schen Pfund gelagert. Auch die Geschichte mit dem fast gestohlenen Auto, ging letztlich auf seine Kappe (dies passierte direkt nachdem Tarek sich offiziell schon von Lushi getrennt hatte).

Fazit zunächst: Tarek zog Lushi von den Touren ab – immer aber vor dem Hintergrund von laufenden Touren, Zeitmangel und der Tatsache, dass Sameh sich zwar gut im klassischen Tourismus auskannte und dort auch für Genehmigungen beste Beziehungen hatte, aber nicht in der Wüste und den Oasen. Hinzu kamen seine gesundheitlichen Probleme. Im Folgenden wird im Zeitraffer berichtet. Wenn man gedacht hätte, Lushi hätte ein schlechtes Gewissen – weit gefehlt. Er ging Tarek nun zwar aus dem Weg, arbeitete aber mehr denn je gegen ihn. Er behauptete Kunden gegenüber, dass Tarek sich zur Ruhe gesetzt habe und er – Lushi – nun der alleinige Ansprechpartner sei. Er ging sogar soweit zu behaupten, er hätte Dabuka gegründet und Tarek sei sein angestellter Reiseleiter! Und so konnte er mit gestohlenen Autos und Kontakten noch eine Weile quasi als Konkurrenz weitermachen. Viele Konkurenten aus der Oase wollten über Lushi’s Wissen an Dabuka’s Plätze gelangen. Damit nicht genug: Seine Haupteinnahmequelle waren längst Schmuggel und Rauschgifthandel geworden – streng verfolgt und bestraft in Ägypten.

Und da dies mit Dabuka-Autos geschah, schien es leicht, im Falle eines Falles Tarek als Verantwortlichen zu erklären. Auch war Lushi soweit gegangen, dass Geländewagen, mit denen Tarek große Expeditionen ins Gilf el Kebir mit Kunden unternahm, so sabotiert waren, dass sie unterwegs „den Geist aufgaben“. In the middle of nowhere, wo so rasch keine Hilfe zu erwarten war. Dies passierte noch kurz nach dem offiziellen Bruch, aber erst danach, wurde das eigentliche Ausmaß sichtbar. Leicht hätte ein Wagen sich auch überschlagen können, ein solches Verhalten seitens eines angeblichen Mechanikers gleicht einem Mordanschlag!

Tarek steckte privat und beruflich in einer furchtbaren Sackgasse, deren menschliche Enttäuschung vielleicht noch das Schlimmste an allem war. Natürlich fragt an dieser Stelle jeder: Warum hat er das nicht früher bemerkt? Warum wurde Lushi letztlich nie zur Rechenschaft gezogen??

Der erste Teil der Frage ist nicht so leicht zu beantworten, außer dass man sagen kann, hinterher ist man immer schlauer. Und wenn man selbst fest an das Gute glaubt und keinen bösen Willen dahinter vermutet. Tarek dachte, es sei wie Erziehungsarbeit bei einem Sohn. Diese ist zwar schwer, aber mit Geduld kann man etwas erreichen. Man gibt nicht gleich alle Hoffnung auf. Tarek war damals noch kinderlos und er konnte sich manche Abgründe einfach gar nicht vorstellen.

Der zweite Teil der Frage ist klar und erschütternd: Tarek hatte eine Rechtsanwältin und auch einen Geschäftsführer, Sameh, eingeschaltet, der durchaus gute Beziehungen zu oberen Stellen hatte. An die Mafiastruktur der Oase kam niemand heran. Lushis Spinnennetz funktionierte, er wurde dort schlussendlich als Held gefeiert. ER hatte es geschafft, einen dummen, gutgläubigen Menschen so auszunehmen, dass er selbst dadurch reich geworden war. Die Goldgrube, welche Lushi mit den neuen Ersatzteilen hatte, die er weit unter Wert verjubelte, kam allen Oasenbewohner zu Gute. Durch seine halb deutsche Abstammung wird Tarek in diesen Kreisen ohnehin als Ausländer gesehen, und diese auszunehmen, ist dort mehr als beliebt. Außerdem wurde Tarek sein Erfolg natürlich geneidet, da Dabuka eben auch immer anders als andere Reiseunternehmen war. Man verstand nicht so richtig warum, wollte aber natürlich nacheifern – bloß nicht auf legalem Wege. Lushi hätte diese Chance ohne weiteres gehabt, aber dazu waren Gier und Dummheit zu groß. Polizei? Fehl-

anzeige – tief mitverstrickt saß immer an der passenden Stelle ein Verwandter oder Bekannter. An die Gesetze der Oase kommt man von außen nicht heran.

Im Dezember 2005 kam es mit Lushi zum endgülitgen Bruch, aber noch danach ereignete sich die Geschichte mit dem fast gestohlenen Autor, wurden neue Fahrer von Tarek seitens Lushis bedroht, wenn sie in der Oase auftauchten.

Dabuka erlebte ein Tief ungeahnten Ausmaßes, mit gestohlenem Material, abgworbenen Kunden, menschlicher Enttäuschung auf vielen Ebenen. Nur Tarek selbst weiß, wie er sich damals gefühlt haben muss. Aber auch das zeichnet ihn und damit Dabuka aus: Er gibt nicht so schnell auf. Und das Schicksal schickte ihm selbst in diesen dunklen Stunden auch wieder neue Helfer. Nicht alle Menschen aus der Oase waren auf Lushis Linie, zwei besondere Wegstreiter, Rayes und Sebeca, beide selbst eine Geschichte wert und inwischen verstorben, kamen, Tarek zu unterstützen. Und daraus wurde eine lebenslange Freundschaft und Arbeitspartnerschaft, die Tarek beim Wiederaufbau entscheidend half. Tarek kannte die beiden seit Jahren flüchtig, aber diese kannten die Umstände und wussten genau wer Lushi eigentlich war!

Als ich ihn fragte, wie es ihm nun heute gehe, meinte er, er sei zufrieden und im Frieden. Er hat es nie bereut, die Firma gegründet und durch alle Untiefen gesteuert zu haben. Was er gelernt hat?

Nimm den großen Begriff „Vertrauen“ sehr ernst und verschenke dein Vertrauen nicht vorschnell. Und tatsächlich – ohne arrogant klingen zu wollen – sieh dir an, woher deine sog. Freunde stammen. Gerade in einem Land wie Ägypten gibt es dabei Grenzen, die man bei allem Enthusiasmus besser nicht überschreitet.

Trotzdem – wie zu Anfang gesagt – durfte diese Geschichte auch nicht verborgen bleiben. Denn manchmal genügt es schon, Menschen und Dinge beim Namen zu nennen, um das Schicksal daran zu erinnern, dass hier noch eine Rechnung offen ist. Lushi läuft immer noch in Bahareya herum und betreibt krumme Geschäfte. Wenn er Tarek begegnet, schaut er in die andere Richtung.

Tarek – wie gesagt – hat sich nicht unterkriegen lassen. Gemeinsam haben wir seither viele neue Projekte begonnen und gemeistert. Dabuka wird 30 Jahre alt und die Zukunft gehört uns. �

Das ORF und die Spur von „Purzel“

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an den alten Film „Foxhole in Cairo“ – eine Spionagegeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, in der zwei deutsche Agenten quer durch die Wüste von Libyen Richtung Kairo geschleust werden. Entscheidend unterstützt werden sie dabei von einer der schillerndsten Figuren jener Zeit: László Almásy. Almásy – ungarischer Aristokrat, Wüstenpilot, Forscher, Abenteurer und Legendenfigur – war schon zu Lebzeiten ein Mann, um den sich Geschichten wie Sandstürme bildeten. Später diente er sogar als Inspiration für den Roman und Film „Der englische Patient“.

Während einer dieser gefährlichen Wüstenmissionen geschieht etwas, das sich zunächst unspektakulär anhört – und doch den Beginn einer kleinen Legende markiert: Der Treibstoff geht aus. Inmitten der Wüste im Gilf Kebir, ohne Aussicht auf Hilfe, tief hinter feindlicher Line trifft Almásy eine Entscheidung. Ein Fahrzeug muss zurückbleiben. Sein Name: Purzel. Wie alle seine Autos trug auch dieses einen eigenen Namen – fast wie ein treuer Gefährte, der in der Wüste zurückgelassen wird. Jahrzehnte vergehen. Sand, Wind und Zeit legen sich über die Geschichte, bis sie fast vollständig verschwunden ist. Fast. Im Jahr 1996 taucht plötzlich ein neues Puzzlestück auf: Der Schriftsteller und Verleger Raoul Schrott entdeckt Almásys Tagebuch und beginnt es zu übersetzen. Zwischen den Zeilen entsteht etwas, das wie ein Ruf aus der Vergangenheit wirkt – und eine alte Legende wieder zum Leben erweckt.

Denn plötzlich beginnt eine Suche. Nicht nach Gold, nicht nach Öl – sondern nach einem Auto, das längst verschwunden sein sollte: Purzel. Was folgt, ist mehr als Recherche. Es ist eine Spurensuche mit archäologischem Eifer und fast abenteuerlichem Ehrgeiz. Der ORF wird auf die Geschichte aufmerksam und entscheidet sich, sie filmisch zu

begleiten. Ein Dokumentarfilm entsteht. Dabuka übernimmt 2008 die Logistik – und plötzlich stehen alle selbst in der Wüste: das ORF-Team, Raoul Schrott und Tarek. Zwischen Fels und Hitze, Karten und Koordinaten, wächst eine Frage immer stärker: Gibt es Purzel noch?

Gefunden wird am Ende kein Auto. Aber etwas, das fast noch eindrücklicher ist. Der Ort. Auch diesen hatte Almasy damals benannt: „das Räuberlager“. Die Spuren. Das stille Echo dessen, was einmal dort stand. Reifen, Batterie, Uniformfragmente, Kanister (Wehrmacht – 1942), Konservendosen– verstreut im Sand, als hätte die Wüste nur kurz gelüftet, was sie Jahrzehnte lang bewahrt hatte. Purzel selbst bleibt verschwunden. Doch seine Existenz ist plötzlich wieder greifbar – als wäre er nie ganz gegangen. Später greift das ORF die Geschichte erneut auf und verarbeitet sie in der Serie „Gipfelstürmer“ – und aus einer vergessenen Wüstenspur wird endgültig eine kleine Legende. �

30 Jahre Tailor-Made

Expeditions & Special Projects

Seit 30 Jahren realisiert Dabuka maßgeschneiderte Projekte in sehr unterschiedlichen Kontexten – von Expeditionen über Film- und Forschungsprojekte bis zu kulturellen Sonderformaten. Im Mittelpunkt steht immer die Umsetzung unter realen Bedingungen: oft komplex, manchmal unplanbar, immer projektbezogen.

2025 – Musik in der Landschaft

In der Nähe von Ain Sokhna entstand ein besonderes Abendformat: ein Konzert in abgelegener Land-

wurde von Dabuka in Ägypten unterstützt, als er als erster Mensch versuchte, den gesamten Nil zu Fuß zu durchqueren. Die Route begann in Ruanda und führte über 4.000 Meilen durch sechs Länder bis nach Ägypten. Das Projekt wurde von Channel 4 / BBC dokumentiert und zählt zu den international meistbeachteten Expeditionsprojekten der letzten Jahrzehnte.

2014 – Once-in-a-Lifetime Expedition: KamalExpedition

Die Kamal-Expedition 2014 war einem besonderen Jubiläum gewidmet: der Gedenktafel für Prinz Kamal el-Din Hussein, der 1925 das Gilf-Kebir-Plateau in der ägyptischen Westlichen Wüste entdeckte und damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung dieser Region leistete. Ein besonderes Merkmal dieser Expedition war ihre außergewöhn-

schaft mit Live-Piano und kulinarischem Konzept eines Nubischen Teams. Martin (Pianist) spielte live vor Ort. Die Verbindung aus Musik, Essen und Ort machte das Projekt zu einem einmaligen Ereignis.

2024 – Neue Routen auf dem Lake Nasser

Mit der Dabuka Blue wurde ein neues Projekt auf dem Lake Nasser gestartet. Das Schiff fährt zwischen Aswan und Abu Simbel und wird für Reisen, Dokumentationen und Sonderprogramme genutzt. Die erste Saison wurde u. a. von einem ägyptischen Filmteam begleitet.

2023 – Austausch & Formate

Mit Dabuka Travel Visions entstand ein Magazin, das regelmäßig Perspektiven auf Reisen, Forschung und Kultur zusammenführt. Ergänzt wurde es durch Filmabende und Gesprächsformate in Kairo.

2015–2017 – Forschung & Pyramidenprojekt

Dabuka unterstützte das internationale PyramidenScan-Projekt mit französisch-kanadischen Forschungsteams. Schwerpunkt war die logistische Umsetzung unter komplexen Bedingungen rund um die Pyramiden von Gizeh und Dashur.

2014 – Walking the Nile

Eines der bekanntesten Projekte: Levison Wood

liche Dimension: Unter der Leitung von Dabuka wurde sie mit über 100 Teilnehmern und mehr als 30 Fahrzeugen durchgeführt. Damit zählte sie zu den bislang größten und eindrucksvollsten Unternehmungen dieser Art in der Region und verband historische Erinnerung mit moderner Expeditionslogistik in der Wüste.

2013–2012 – Film & internationale Projekte

■ „Rowing on the Nile“ (internationale Kooperation, Luxor–Kairo)

■ ORF-Produktion „Gipfelstürmer“

■ Rallye London–Cape Town (logistische Unterstützung in Ägypten)

1996–2011 – Expeditionen, Forschung, Film

In diesen Jahren entstanden zahlreiche Projekte in Nordafrika und darüber hinaus:

■ Expeditionen in Libyen, Sudan, Jordanien und der Sahara

■ Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen (u. a. Freie Universität Berlin, Desert Research Centre)

■ NASA-nahe Feldarbeit (2006 & 2009)

■ Meteoritenkrater-Forschung im Südwesten Ägyptens

■ Logistik für internationale Filmproduktionen und Dokumentationen

Perspektiven

Blick von außen

Was Andere mit Dabuka verbinden

Anlässlich unseres Jubiläums haben wir verschiedene Weggefährten um ein paar Gedanken zu Dabuka gebeten. Hier ein Ausschnitt:

Hans-JörgHaber(ehem.Dt.BotschafterinKairo): „Wow –30 Jahre Dabuka! Ich erinnere mich an fantastische Ausflüge in die westliche und östliche Wüste bis zum Sudan. Es sind meine schönsten Erinnerungen. Ich wünsche euch alles Gute für die nächsten 30 Jahre.“ �

Krisztina (Ungarn): „Dabuka – was fällt mir dazu ein? Zuallererst ein einzigartiges Wüstenkonzert. Elegant gekleidete Menschen saßen zwischen Sanddünen und sahen klassisches Ballett, hörten klassische Musik auf der Querflöte. Ein prägendes Erlebnis für mich, zusammen mit meiner allerersten Übernachtung in der Wüste. Allein im Zelt unter dem Sternenhimmel – die Gefühle kann ich gar nicht beschreiben. Und rein praktisch gesehen, habe ich dabei außerdem gelernt, dass man mit Sand wunderbar Sneakers glatt polieren kann ). Alles Gute für Dabuka zum Geburtstag!“ �

Mahmoud Kaissouny (Ägypten, former advisor to the Minister of Tourism and Minister of Environment): „Eine der besten Reiseagenturen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, war Dabuka mit seinen fantastischen Programmen. Herausragend bleibt im Jahr 2014 die große Prinz Kamal El Din Expedition auf den Spuren von Laszlo Almasy. Über 20 internationale Journalisten waren dabei und schrieben hinterher weltweit über diese Reise. Mit 34 Geländewagen fuhren über 100 Menschen ins Gilf el Kebir. Ein Meilenstein in der Geschichte der Wüstenexpeditionen. Und nun kam kürzlich auch noch das Safariboot auf dem Nassersee hinzu, das die Palette von Dabuka wunderbar erweitert.“ �

Mara Oser-Fischer (Deutschland): „Innerhalb von 25 Jahren haben wir viele schöne Touren mit Dabuka gemacht. Erinnerungen, von denen ich bis heute zehre. Wir sahen Höhlenmalereien, fuhren mit Jeeps auf Dünenkämmen und genossen den Sternenhimmel. Nicht nur Ägypten, auch Sudan und Niger waren das Ziel. Vor 2 Jahren habe ich meine Enkel und meinen Sohn zu einer weiteren Ägyptenreise mitgenommen, um ihnen meine Erinnerungen zu zeigen. Und ganz aktuell – auf meine alten Tage –durfte ich noch eine besondere Seniorenreise auf der Dabuka Blue genießen. Das Safariboot, das seit Neuestem zu Dabuka gehört und auf dem Nassersee fährt hat meinen Freunden und mir wunderbare Tage beschert. Wir waren rundherum behütet und glücklich. Dabuka war und ist ein Schatz für mich.“ �

Isabelle and Pierre (Frankreich): „Zwischen 2002 und 2008 haben wir 5 wunderschöne Reisen mit Dabuka nach Ägypten und Libyen gemacht. Fantastische Landschaften, unendliche Dünen, Spuren unserer Vorfahren – und das Vergnügen Autos zu schieben, die sich im Sand festgefahren haben –unvergessliche Erinnerungen. Danke für alles –und jetzt freuen wir uns auf neue Pläne mit Yoga auf dem Nassersee.“ �

Georg Bittner-Buddenbrock (ehem. österreichischer Konsul, aktuell in Amman): „Ich kam 1998 nach Ägypten und verliebte mich in die Wüste. 1999 fragte Tarek mich, ob ich mit ihm in die Wüste fahren, wollte, worüber ich mich sehr freute. Funny situation: Mein Arabisch ist nicht so gut, mein Auto bekam einen Platten. Während der Reparaturarbeiten tauchten plötzlich verschiedene Autos auf. Wie wir herausfanden, waren es Libyer (Militär und Polizei), die dachten, wir seien Schmuggler. Tarek war erst etwas nervös, eine deutsche Mitreisende und ich eher weniger. Nachdem die Libyer uns als Ausländer gesehen hatten, waren sie sowieso beruhigt. Allerdings hatte ich bei der Gelegenheit bemerkt, dass Tarek gar kein GPS dabei hatte. Ich fragte ihn und er meinte nur: Alles in meinem Kopf. �

15 Jahre später war ich auch bei großen Kamal Expedition dabei, die nahezu derselben Route wie damals folgte. Auch dies war nur möglich durch Tareks Kenntnisse. Wenn irgend jemand in die Wüste möchte kann ich nach wie vor nur empfehlen, dies mit Tarek zu tun. Es gibt einfach Niemand Besseren. Danke, Tarek. �

Alessandro Menardi Noguera (Italien: er hat u.a. zu Felskunst in Eastern Desert publiziert: Fields: Geology, archaeology, cultural heritage; Research focus: Saharan and Central African rock art):

„Liebe Dabuka Freunde: 30 Jahre Reiseabenteuer –das ist eine große Leistung. Ich wünsche euch noch viele neue Abenteuer und alle Glück im Leben. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“ �

Bernard De Jonghe (Frankeich): „Im Jahr 1990 fand meine erste Reise in die Sahara in Algerien statt, in der Region Ahnet, wo ich Théodore Monod begleitete. Für ihn war es eine Pilgerreise, für mich eine

Initiation. Von diesem Moment an verbrachte ich jedes Jahr etwa einen Monat in einer Region der Sahara oder in anderen Wüsten.

Meine zweite Reise mit Théodore fand 1991 statt, entlang einer Route in Mauretanien zwischen Cap Blanc und Guelb el Richat.

Der Führer dieser mauretanischen Reise war Samir Lama, begleitet von seiner Frau Wally. Samir war ein harter Mann und ein großer Kenner der Wüste. Es gab auch einen Fahrer, der die Dünen mit bemerkenswerter Geschicklichkeit meisterte – eher ruhig und unabhängig. Er schien perfekt für das harte

Leben in der Wüste geschaffen zu sein, schlief am Fuß seines Fahrzeugs mit nichts weiter als einer einfachen Decke. Das war Tarek. Später unternahm ich mehrere Reisen mit Samir Lama in der Libyschen Wüste. Danach konnte ich mit Tarek und Dabuka Expedition weiterhin durch die Regionen des Gilf Kebir, des Uweinat und des nördlichen Sudan reisen. Gemeinsam mit meiner Partnerin Ginette organisierten wir stets kleine Gruppen von Künstlern und Wissenschaftlern. Die abseits der Wege geführten Expeditionen, zu denen Tarek fähig ist, entsprachen genau dem, was ich suchte, und nährten sowie inspirierten meine Arbeit als bildender Künstler auf tiefgreifende Weise. Danke, Tarek…“ �

Haltung

Haltung zeigt sich nicht nur in Konzepten, sondern in Begegnungen, Entscheidungen und Momenten, die in Erinnerung bleiben.

Reisen bedeutet für uns immer mehr als Organisation. Es bedeutet, Menschen miteinander zu verbinden, Räume zu öffnen und Verantwortung für Erfahrungen zu übernehmen, die persönlich und oft sehr intensiv sind.

Respekt ist dabei der Ausgangspunkt – gegenüber den Menschen, denen wir begegnen, den Kulturen, die wir erleben dürfen, und der Natur, die diese Reisen prägt. Diese Haltung begleitet jede Entscheidung, auch wenn sie im Alltag oft leise bleibt.

Gleichzeitig braucht gute Arbeit Verlässlichkeit. Hinter jeder Reise stehen klare Strukturen, eingespielte Abläufe und viel Erfahrung. Sie geben Sicherheit und ermöglichen genau die Freiheit, in besonderen Momenten richtig zu reagieren.

So entsteht unser Verständnis von Qualität: nicht als starres System, sondern als Zusammenspiel aus Sorgfalt, Verantwortung und Aufmerksamkeit für das, was eine Reise wirklich ausmacht.

Haltung zeigt sich am Ende in den Details – in der Art, wie wir zuhören, wie wir planen und wie wir handeln, wenn aus einem Auftrag ein persönliches Erlebnis wird. �

Heute

Heute wird die Firma von drei Menschen getragen, die unterschiedliche Rollen übernommen haben, aber in eine gemeinsame Richtung arbeiten. Das Ziel: Dabuka soll seinem Anspruch auf außergewöhnliche Reisen mit dem gewissen Extra weiterhin gerecht werden können.

Tarek – hat die Firma gegründet und prägt ihre Grundausrichtung seit Beginn. Man kann mit Fug und Recht behaupten, er ‚ist‘ Dabuka. Ich erinnere mich, als wir uns kennenlernten. Ich speicherte den Kontakt von Anfang an unter dem Namen‘ Dabuka‘ auf meinem Handy – und das ist bis heute so geblieben.

Dorothee – verbindet operative Struktur mit Kreativität; Schreiben und Kundenkontakt sind ihre Schwerpunkte. Von Anfang an begleitete sie die Firmengeschehnisse, seit 2024 ist sie Vollzeit eingestiegen.

Ausblick

In den kommenden Monaten erweitern wir unsere Aktivitäten um mehrere konkrete Projekte und neue Einsatzbereiche.

Ein zentraler Schritt ist der Einsatz unseres neuen 4x4-Busses, der derzeit noch in Dubai im Zoll steht. Er wird künftig zusätzliche Möglichkeiten für Transporte und Produktionen in schwer zugänglichen Regionen Ägyptens eröffnen.

Im Bereich Reisen und Produktion stehen unter anderem folgende Projekte im Fokus: Yoga-Reisen, die Vorbereitung auf die Sonnenfinsternis 2027, sowie der Ausbau von Glamping-Angeboten.

Mit „Dabuka Premium“ entwickeln wir zudem ein Segment für ausgewählte, hochwertigere Reiseund Produktionsformate. Es sind „Once in a lifetime erlebnisse“.

Es geht dabei nicht um Hierarchie, sondern um Ergänzung. Dabei haben wir außerdem im Blick, die Zukunft der Firma insofern zu sichern, als wir immer wieder neue Mitarbeiter suchen, die das Staffelholz übernehmen können und möchten. �

Amr – bereichert die Firma durch seine Kontakte in jeder Richtung. Er ist quasi die HR-Abteilung und als Rechtsanwalt für die legale Seite der Firma zuständig. Er fungiert außerdem als ‚Problemlöser‘“ Mission Impossiple“. Wenn es nicht mehr weiterzugehen scheint, wird er gefragt. Auch er ist seit 2024 Vollzeit dabei.

Parallel dazu bleibt unser Kernbereich bestehen: die Organisation und Umsetzung von Produktionen und Spezialprojekten, die besondere Genehmigungen, lokale Koordination und flexible Logistik erfordern – etwa Flüge über die Pyramiden oder die Erschließung von Wüstenrouten. Auch unsere

Touren außerhalb Ägyptens erweitern sich langsam aber stetig. �

Abschluss

Unsere Arbeit entsteht aus konkreten Projekten ebenso wie aus eigenen Ideen und Entwicklungen, die sich aus Erfahrung und Umfeld ergeben.

Der Ablauf einzelner Vorhaben ist dabei selten vollständig planbar. Neben klar definierten Strukturen spielen äußere Rahmenbedingungen, lokale Gegebenheiten und kurzfristige Veränderungen eine wichtige Rolle. Flexibilität und die Fähigkeit, auf Situationen vor Ort zu reagieren, gehören deshalb fest zu unserer Arbeitsweise.

Gleichzeitig entstehen aus dieser Dynamik oft neue Ansätze, die über den ursprünglichen Rahmen hinausgehen und sich im Verlauf weiterentwickeln.

Entscheidend bleibt dabei die enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort und internationalen Teams, ohne die weder Planung noch Umsetzung in dieser Form möglich wären.

Wir bedanken uns bei allen Weggefährten, die nah und fern Teil der ‚Dabuka-Familie‘ sind. Gemeinsam sind wir stark und freuen uns auf weitere produktive Jahre. �

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Dabuka Travel Magazine Issue #13 - Deutsch by Dabuka - Issuu