PRA XISRATGEBER FÜR BESSERES HÖREN & VERSTEHEN
Wie bitte? So erkennen Sie eine beginnende Hörschwäche
Akustiker Wie kommt man zum perfekten Hörgerät?
Hörgeräte Die populärsten Vorurteile und was wirklich dran ist
www.vitakustik.de
T h e m e n
Inhalt 3 E d ito ria l 4 C O C K TA I L
Neuigkeiten aus der Welt des Hörens 6 HÖRMINDERUNG
Gut hören und schlecht verstehen – geht das? So erkennen Sie eine beginnende Hörschwäche 8 E XPERTEN-INTERVIEW
Auf diese Mythen können Sie pfeifen 10 H Ö R G E R ÄT E T Y P E N
E X PE RTE N - I NTE RV I E W Man hört allerhand über Hörgeräte: Sie pfeifen im Ohr. Sie sind klobig, kompliziert und teuer obendrein. Was ist dran an diesen Behauptungen? Das wollten wir von Hörgeräteakustik meisterin Anja Parschauer von Vitakustik Hörgeräte in Bonn wissen. A B S eite 8
Welches Hörsystem passt zu mir? Was gute Hörgeräte unterscheidet Hörsysteme für jeden Anspruch 14 AU F B AU VO N H Ö R SYS T E M E N
High-Tech auf kleinstem Raum 16 B E I M A K U S T I K E R
Wieder gut hören ist Teamwork Hören ist Kopfsache 2 0 B E T R O F F E N E E R Z Ä H L E N
Meine unsichtbare Premiere 22 GESUNDHEIT
Die große Heilerin 2 4 Ko sten ü bernahme
Das ist Musik in Ihren Ohren 2 5 H I L F S P R O J E K T H E A R V I E T N A M
Klatschen, stampfen, freuen 2 6 H Ö R G E R ÄT E H erste l l er
Hersteller im Überblick
2 — Ganz Ohr
E D I T O R I A L
B E I M A KU S TI K E R Es gibt hunderte Hörsysteme, die einen Hochtonabfall oder eine Schallleitungsstörung technisch gut ausgleichen. Die Kunst besteht darin, das für Ihr Hörempfinden richtige System zu finden. Doch wie gelingt das am besten? A B S eite 16
Liebe Leserinnen und Leser, Tasten, Schmecken, Riechen, Sehen und Hören – unsere fünf Sinne sorgen dafür, dass wir mitten im Leben stehen. Das Gehör spielt dabei eine ganz besondere Rolle. Beethovens „Mondscheinsonate“ jagt uns eine Gänsehaut über den Rücken, das Lachen unseres Enkelkindes macht uns glücklich und das Zwitschern der Vögel zeigt uns, dass der Frühling endlich da ist. Das Wichtigste aber: Durch unser Gehör kommunizieren wir mit unserer Familie, unseren Freunden und Bekannten.
I mpressum Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Vitakustik GmbH Vitakustik GmbH Ungererstraße 175, 80805 München Geschäftsführer: Wilhelm Evers Telefon + 49 (0) 89 / 3 27 29 65-10 Telefax + 49 (0) 89 / 3 27 29 65-19 info@vitakustik.de www.vitakustik.de Redaktion: Tina Löhr Gestaltung: d-signbureau Druck: Kastner & Callwey Medien GmbH B i l d nachweise Andreas Huber Fotografie; S.: 1, 12, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21 Ralf Bauer Fotografie; S.: 2, 8 Oticon, Vitakustik; S.: 3, 9, 14 Getty Images; S.: 4, 5, 10 F1online/Fancy; S.: 7, 13, 15, 21, 24, 27, 28 Phonak; S.: 11 F1online/Stock4B; S.: 21 Depositphotos; S.: 23 Julian Monatzeder; S.: 25
Gut hören ist für viele von uns selbstverständlich. Allerdings nimmt unsere Hörleistung im Laufe unseres Lebens ab – und das ist völlig normal. Das Thema Hörm inderung betrifft immer mehr Menschen: 14 bis 16 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Hörminderung und etwa 3 Millionen leiden unter ständigen Ohrgeräuschen, dem Tinnitus. In den letzten Jahren hat sich die Hörtechnologie rasant weiterentwickelt. Hörsysteme der neuen Generation sind High-Tech-Geräte, die extrem unauffällig sind und die eine Hörminderung nahezu vergessen machen. Daneben gibt es viele wissenschaftliche Erkenntnisse, die e ine frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten empfehlen. Unser Gehirn verlernt nach einigen Jahren schlechten Hörens das Entschlüsseln bestimmter Geräusche. Umso wichtiger ist es, eine beginnende Hörminderung ernst zu nehmen. Denn dann tritt das ein, was sich jeder wünscht: wieder ganz mit seinen Mitmenschen und der Welt verbunden zu sein.
Ihr Wilhelm Evers Geschäftsführer Ganz Ohr — 3
C oc k tail
Aus der Studie
„Hören ist Leben“
81% 78% 52%
… sagen: „Ich finde es gut, dass mein Partner ein Hörgerät trägt.“
… haben wieder mehr Spaß an gemeinsamen Aktivitäten mit Freunden, seit sie das Hörgerät tragen.
… der Hörgeräteträger fällt es leicht, neue Bekanntschaften zu schließen – das sind genau so viele wie in der Bevölkerung insgesamt.
Quelle: „Hear the World“, eine Initiative von Phonak, 2011
4 — Ganz Ohr
Gut hören hält geistig fit Neue Studien zeigen: Wer schlecht hört, hat ein wesentlich höheres Risiko an Demenz zu erkranken. Die Erklärung der Wissenschaftler: Durch das einge schränkte Sprachverstehen reduziert sich der aktive Wortschatz. Dadurch degenerieren die nicht benutzten Anteile im Gehirn. Hinzu kommen die fehlenden sozialen Kontakte. An einem Gespräch teilnehmen ist ja nicht nur zuhören. Es ist auch mitdenken und im Kopf vorformulieren, was man demnächst sagen will. Kurz, wenn durch eine Hörminderung weniger Reize auf das Gehirn einwirken, kommt es aus der Übung. Die Betroffenen bauen geistig schneller ab.
Je öfter, desto lieber
24/7 auf Empfang
Rund drei Viertel aller Hörgeräteträger sind zufrieden mit ihrem Hörsystem. Dabei steigt die Zufriedenheit mit der Nutzungsdauer. Wer seine Hörgeräte täglich mehr als acht Stunden trägt, ist zufrie dener als jemand, der sie nur für vier Stunden am Tag einsetzt.
Unser Gehör ist 24 Stunden täglich hellwach – auch wenn wir schlafen. Ob weinendes Baby oder Feueralarm, wir reagieren sofort. Unser Hörsinn ist von allen fünf Sinnen der differenzierteste. Er kann 400.000 Töne unterscheiden und verarbeitet 50 Eindrücke pro Sekunde, doppelt so viele wie das Auge.
Baby hört mit! Schon ab der 22. Schwangerschaftswoche können Babys h ören. Nach der Geburt erkennen sie i hre Mutter allein an der Stimme. Im letzten Teil der Schwangerschaft lernen sie sogar schon Melodien. Das Schlaflied, das die Mutter i hrem Ungeborenen abends vorsingt, erkennt das Baby nach der Geburt wieder. Mit diesem Ritual kann man es auch später leichter beruhigen.
Ganz Ohr — 5
H Ö R M I N D E R U N G
Gut hören und schlecht verstehen – geht das? Wer gut hört, der muss auch gut verstehen. So denken viele, die keine anderen Erfahrungen gemacht haben. Doch so einfach ist das in Wirklichkeit nicht. „Muss der Fernseher immer so laut sein?“ Wer so gerüffelt wird, reagiert verständlicherweise gereizt. Die Betroffenen hören ja noch gut. Es ist nur das Verstehen, das in bestimmten Situationen Schwierigkeiten bereitet. Vor allem bei Nebengeräuschen. Etwa wenn zu den Dialogen im Fernsehen noch Hintergrundmusik dazukommt. Oder wenn im Restaurant alle durcheinander reden. Was sind die Ursachen? Häufig steckt eine Hörminderung im Bereich der hohen Töne dahinter. Das betrifft vor allem die leisen Konsonanten d, t, s, f und sch. In lauter Umgebung, zum Beispiel in einem Café, werden diese von Nebengeräuschen übertönt. Von der Frage „Möchtest du etwas essen?“ versteht man nur noch „Möch e u ewa e en?“ Für die Betroffenen bedeutet das geistige Höchstleistung. Wie bei einem Puzzle müssen sie ständig im Kopf die fehlenden Teile ergänzen.
im Alter ist oft die Summe dessen, was unsere Ohren bis dahin alles ertragen mussten. Auslöser Medikamente Lange bekannt ist auch, dass Medikamente die Nervenzellen im Innenohr schädigen können. Zum Beispiel bestimmte Antibiotika und Krebsmedikamente. Selbst vermeintlich harmlose Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) können in höherer Dosis das Hörvermögen vorübergehend beeinträchtigen.
Krankheiten mit Folgen Zum Glück immer seltener: bleibende Hörschäden durch Kinderkrankheiten wie Masern oder Mumps. Erwachsenen droht eine Hörminderung heute eher durch einen Hörsturz. Auch wer unter Bluthochdruck, einem zu hohen Cholesterinspiegel oder Diabetes leidet, läuft statistisch eher Gefahr, einen Ohrinfarkt zu erleiden. Eine weitere Krankheit, die das Haarsinneszellen im Ihnnenohr Wenn die „Verstärkerzellen“ streiken Hörvermögen beeinträchtigt, ist die Oto Dieser so genannte Hochtonverlust tritt typischerweise bei sklerose. Dabei versteifen die Gehörknöchelchen so, dass der älteren Menschen auf. Dabei handelt es sich um eine SchädiSchall nicht mehr richtig ins Innenohr weitergeleitet wird. gung der mikroskopisch kleinen Haarsinneszellen im Innenohr. Man kann sich diese wie Verstärker im Ohr vorstellen. Genetische Schwerhörigkeit Nimmt ihre Empfindlichkeit ab, werden bestimmte Töne Ganz der Opa – in rund einem Viertel der Fälle ist Schwerleiser übertragen – oder gar nicht mehr. Das betrifft vor allem hörigkeit vererbt. Die verminderte Hörfähigkeit kann sich die hohen Frequenzen, die für das Sprachverstehen nötig sind. schon beim Baby oder erst in späteren Jahren zeigen. Gibt oder gab es in Ihrer Familie bereits Fälle einer frühen Das Gehör vergisst nichts Hörminderung, kann sich dies auf die nächste Generation Dass die Haarsinneszellen im Innenohr ihre Empfindlichkeit übertragen. verlieren, kann verschiedene Ursachen haben. Die wichtigste ist Lärm. Das beginnt schon bei einer Belastung mit 85 Dezibel. Was kann man dagegen tun? Dies entspricht einer Hauptverkehrsstraße. Auch Hobbies Die gute Nachricht: Innenohr-Hörschäden lassen sich zwar wie Heimwerken oder in einer Band spielen können das Gehör nicht heilen, aber mit modernen Hörsystemen sehr gut ausstark belasten. Ein weiterer Gehörkiller sind Konzerte: Wer gleichen. Mit einem exakt angepassten Hörgerät sind Sie sich neben den Lautsprecher stellt, wird mit bis zu 120 Dezischnell wieder mit dem Leben verbunden. Und das selbst in bel beschallt. Je mehr Lärm wir uns zumuten, desto schnelUmgebungen mit vielen Nebengeräuschen, sei es auf einer ler nutzen sich die Haarsinneszellen ab. Eine Hörschwäche Familienfeier oder auf dem Bahnsteig. GO 6 — Ganz Ohr
So erkennen Sie eine beginnende Hörschwäche Jeder Dritte über 50 hat Probleme mit dem Hören. Viele sind sich dessen gar nicht bewusst. Denn eine Hörschwäche stellt sich oft schleichend ein. Doch es gibt erste Anzeichen, die man ernst nehmen sollte: 1
Sie haben oft das Gefühl, dass Ihre Gesprächspartner undeutlich sprechen.
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Unterhaltungen müssen Sie öfter nachfragen, In weil Sie etwas nicht verstanden haben.
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Sie wurden schon mehrmals darauf hingewiesen, dass Ihr Fernseher zu laut ist.
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Das Türklingeln oder Telefonläuten haben Sie letzter Zeit immer öfter überhört.
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Das Zwitschern der Vögel oder das Zirpen der Grillen vernehmen Sie kaum mehr.
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Frauen- und Kinderstimmen sind für Sie besonders schwer zu verstehen.
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Auf lauten Familienfeiern oder Partys kostet es Sie zunehmend Mühe, dem Gespräch zu folgen.
Treffen mindestens zwei Punkte auf Sie zu: Lassen Sie eine professionelle Höranalyse machen! Zum Beispiel in einem der über 60 Vitakustik-Fachgeschäfte in Deutschland. Terminvereinbarung im Internet unter: www.vitakustik.de
Ganz Ohr — 7
E x perten - I nterview
Auf diese Mythen können Sie pfeifen Man hört allerhand über Hörgeräte: Sie pfeifen im Ohr. Sie sind klobig, kompliziert und teuer obendrein. Was ist dran an diesen Behauptungen? Das wollten wir von Akustikmeisterin Anja Parschauer von Vitakustik Hörgeräte in Bonn wissen. Ganz Ohr
Frau Parschauer, fallen moderne Hörgeräte heute eigentlich noch auf?
Anja Parschauer
Das tun sie nicht. Dank Miniaturisierung sind die Hörgeräte heute sehr klein geworden. Das gilt nicht nur für die Im-Ohr-Geräte, die fast unsichtbar sind. Auch die Hinter-dem-Ohr-Geräte lassen sich sehr gut hinter der Ohrmuschel verstecken. Zusätzlich passt man die Hörgeräte heute entsprechend der Haarfarbe oder des Brillenbügels farblich an.
Ganz Ohr „Meine
Nachbarin trägt zwar Hörgeräte, versteht aber trotzdem nichts“ – solche Sätze hört man immer wieder. Kann das sein?
Anja Parschauer
Durchaus. Häufig liegt das daran, dass die Betroffenen ihre Hörgeräte nicht regelmäßig tragen, sondern nur bei Bedarf. Dann ist das Gehör nicht geschult. Vor allem, wenn es darum geht, Sprache aus einer Geräusch kulisse herauszuhören.
Ganz Ohr
Hörgeräte sollte man also regelmäßig tragen, wenn man gut hören will?
Anja Parschauer
Richtig. Wenn jemand länger schlecht hört, hat er das Überhören oder Ignorieren von Neben geräuschen verlernt – weil er sie nur noch leiser oder gar nicht mehr wahrgenommen hat. Diese Fähigkeit muss erst wieder trainiert werden.
8 — Ganz Ohr
Ganz Ohr
Ist es immer noch so, dass Hörgeräte pfeifen?
Anja Parschauer Heute haben alle Hörgeräte eine Rück kopplungsunterdrückung, auch die zuzahlungsfreien. Wenn es im Ohr pfeift, dann liegt es zum Beispiel daran, dass das Ohrstück nicht mehr passt. Das kann vorkommen, wenn jemand stark an Gewicht verloren hat. Manchmal wurde auch ganz einfach das Ohrstück falsch eingesetzt. Ganz Ohr
Viele fürchten, dass sie sich nie an Hörgeräte gewöhnen. Was sind Ihre Erfahrungen?
Anja Parschauer
Man muss sich darauf einlassen. Wenn Sie wieder ins Theater gehen oder in größerer Runde mitreden wollen, dann klappt auch die Eingewöhnung gut. Denn dann setzen Sie sich aktiv mit Ihrem „neuen Hören“ auseinander. Schwieriger sind die Fälle, die von der Familie oder vom Arzt geschickt werden. Wer eigentlich gar keine Hörgeräte möchte, der trägt sie auch nicht regelmäßig – und gewöhnt sich entsprechend wenig daran.
Ganz Ohr
Worin unterscheiden sich die Kassenmodelle von zuzahlungspflichtigen Modellen?
Anja Parschauer
Beim wesentlichen Merkmal – der S prachverständlichkeit – gibt es kaum mehr Unterschiede. Dafür bieten sehr gut ausgestattete Hörsysteme mehr Hörkomfort. Sie verfügen über mehr Automatiken und lassen sich für akustisch anspruchsvolle Situationen noch feiner justieren. Die Höranstrengung ist somit geringer. Weitere Aspekte sind der Bedienkomfort und die Baug röße der Hörgeräte.
„Im November 2013 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Festbeträge deutlich erhöht. Damit stehen heute viele gut ausgestattete zuzahlungsfreie Hörsysteme zur Wahl.“ Anja Parschauer
Ganz Ohr
Mit welchem Zeithorizont muss man bei der Eingewöhnung rechnen?
Anja Parschauer
Je nach Hörverlust kann das mehrere Wochen bis Monate dauern. Im Schnitt kommen die Menschen erst zu uns, wenn sie schon acht bis zehn Jahre schlecht hören. Was Ihr Gehör in dieser Zeit verlernt hat, holen Sie nicht in ein paar Tagen auf. Oft hilft ein professionelles Hörtraining. Wir hier bei Vitakustik in Bonn bieten das als Gruppen- und Einzeltraining an.
Ganz Ohr
Es heißt, nur wer ordentlich zuzahlt, bekommt auch ein gutes Hörgerät.
Ganz Ohr
Stimmt es, dass moderne Hörsysteme zwar viel können, aber auch kompliziert zu bedienen sind?
Anja Parschauer Im Gegenteil. Die meisten Kunden wollen die Hörgeräte einsetzen und dann vergessen. Dement sprechend verfügen die Hörsysteme heute über viele Automatiken. Sie erkennen selbstständig die jeweilige Hörsituation, aktivieren das passende Programm und passen sich so der Hörsituation automatisch an. GO Frau Parschauer, 46 Jahre, kennt die Vorbehalte gegenüber Hörg eräten nur zu gut. Die Akustikermeisterin arbeitet bei
Anja Parschauer
Das ist inzwischen anders. Im November 2013 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Fest beträge deutlich erhöht. Damit stehen heute viele gut ausgestattete zuzahlungsfreie Hörsysteme zur Wahl.
Vitakustik Hörgeräte in Bonn und berät dort jeden Tag Menschen mit Hörproblemen.
Ganz Ohr — 9
H Ö R G E R Ä T E T Y P E N
Welches Hörsystem passt zu mir?
10 — Ganz Ohr
Hörgeräte sind in drei Bauformen erhältlich. Welche für Sie die beste ist, hängt von Ihrem Hörverlust, der Größe Ihres Gehörgangs und Ihren Ansprüchen an den Hörkomfort ab.
HdO
HdO mit Ex-Hörer
IdO
Hinter-dem-Ohr-Geräte HdO (Hinter dem Ohr)-Hörhilfen sind der Klassiker unter den Hörgeräten. Sie sind besonders vielseitig einsetzbar, sitzen unauffällig hinter der Ohrmuschel und bieten einen ausgezeichneten Tragekomfort.
Hinter-dem-Ohr-Geräte mit Ex-Hörer Die Ex-Hörer-Geräte sind ähnlich geformt wie die Hinter-dem-OhrGeräte, unterscheiden sich jedoch durch einen aus dem Gehäuse ausgelagerten Hörer. Dieser befindet sich am Ende einer dünnen Kabelleitung direkt im Gehörgang. Sie sind vor allem für Menschen mit geringem Hörverlust geeignet, die großen Wert auf Unauffälligkeit legen.
In-dem-Ohr-Geräte IdO (In dem Ohr)-Hörhilfen sind maßgefertigte Unikate und trotz ihrer kleinen und äußerst unauffälligen Bauform sehr leistungsstark. Sie sitzen direkt im Ohr, so dass die Geräte kaum zu sehen sind. Die kleineren Modelle der IdO-Hörgeräte, wie z. B. das Lyric, können sogar komplett im Gehörgang platziert werden und erfüllen so den Wunsch vom unsichtbaren Hörgerät.
Eigenschaften im Überblick
Eigenschaften im Überblick
· Sehr guter Tragekomfort
· Guter Tragekomfort
· Unzählige technische und optische Ausführungen
· Individuell angefertigte Unikate
· Eigene Stimme klingt natürlicher
· Nahezu bis komplett unsichtbar
Eigenschaften im Überblick · Guter Tragekomfort · Unzählige technische und optische Ausführungen · Lange Batterielaufzeiten · Einfache Bedienung und Reinigung · Einfacher Batteriewechsel · Für jeden Hörverlust geeignet · Hohe Flexibilität
· Sehr deutlicher Klang · Kaum sichtbar · Der Lautsprecher ist direkt im Ohr · Hohe Flexibilität · Hohe Frequenzbandbreite
HdO — der Klassiker
Ex-Hörer — die unauffällige Lösung
· Extrem kleine Bauform · Eignung abhängig von Gehörgang und Hörverlust · Gut geeignet für Brillenträger, da das Hörgerät hinter dem Ohr nicht mit dem Brillenbügel kollidiert
IdO — die fast unsichtbare Lösung
Ganz Ohr — 11
H Ö R G E R Ä T E T Y P E N
Was gute Hörsysteme unterscheidet Entspanntes Sprachverstehen Unser Gehör ist auf Sprache spezialisiert. Ob im Restaurant oder am Telefon: Nebengeräusche blendet es einfach aus. So können wir auf einer Party die Gastgeberin trotz lauter Musik verstehen. Ähnlich arbeiten hochwertige IdO-und HdO-Hörsysteme. Sie unterdrücken Hintergrundgeräusche, verstärken Frequenzen selektiv und fokussieren auf die Richtung des Gesprächspartners. Damit Sie dem Gespräch unangestrengt folgen können. Perfektes Richtungshören Räumliches Hören ist enorm wichtig, etwa um die Richtung eines herannahenden Autos zu bestimmen. Wie macht unser Gehör das? Nehmen wir zum Beispiel ein Motor geräusch wahr, erreicht es das näher liegende Ohr um Millisekunden früher. Aus der zeitlichen Differenz errechnet unser Gehirn die Richtung des Fahrzeugs. Gute HdO- Hörsysteme machen es genau so. Winzige Richtmikrofone registrieren, aus welcher Richtung der Schall kommt. Die eingehenden Informationen gleichen die Geräte am rechten und linken Ohr ständig untereinander ab. Ein räumlicher Höreindruck entsteht.
12 — Ganz Ohr
Natürliches Klangerlebnis Wie sich die Welt anhört, hängt stark von der Ohrmuschel ab. Sie nimmt den Schall aus allen Richtungen auf und leitet ihn zum Trommelfell weiter. IdO-Hörgeräte kommen dem natürlichen Hören am nächsten. Sie sitzen kurz vor dem Trommelfell und verstärken dort die gewünschten Frequen zen. Auch Ex-Hörer-Geräte bieten durch die direkte Schall abgabe nahe dem Trommelfell ein natürliches Klangbild. Drahtlos verbunden Gut ausgestattete Hörsysteme können mit anderen Audio geräten gekoppelt werden. Sei es mit dem Fernseher, der Musikanlage oder dem Telefon. Ihr Hörsystem wird so zu einem kabellosen Kopfhörer. GO
Hörsysteme für jeden Anspruch Hörbedürfnisse sind verschieden. Das spiegelt sich in der Geräteausstattung wider. Beurteilen Sie selbst, was Ihnen wichtig ist.
Premium Premium-Ausstattung · Hören ohne störende Pfeifgeräusche
Komfort Mittlere Ausstattung · Hören ohne störende Pfeifgeräusche
Basis Basisausstattung · Hören ohne störende Pfeifgeräusche · Schwächt laute, unerwünschte Nebengeräusche sofort ab · Klares Hören in sämtlichen Situationen · Manuelle Programmauswahl
· Schwächt laute, unerwünschte Geräusche sofort ab · Klares Hören in sämtlichen Situationen · Automatische Programmanpassung für müheloses Hören · Sie hören beim Telefonieren mit beiden Ohren · Natürliches Hören
· Schwächt laute, unerwünschte Geräusche sofort ab · Klares Hören in sämtlichen Situationen · Automatische Programmanpassung für müheloses Hören · Sie hören beim Telefonieren mit beiden Ohren · Natürliches Hören · Lernt von den Änderungen, die Sie vornehmen · Fokussierung auf Sprache, selbst in schwierigen Hörsituationen · Erkennt Musik automatisch
· Lernt von den Änderungen, die Sie vornehmen
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A ufbau
von
H örsystemen
High-Tech auf kleinstem Raum Die Hörgeräte der neuen Generation sind klein, leicht und extrem leistungsfähig. Im Kern bestehen sie immer aus drei Komponenten: Mikrofon, Mikroprozessor und einem Lautsprecher, der das verbesserte Klangbild ans Trommelfell überträgt.
HdO mit Ex-Hörer Hinter-dem-Ohr-Geräte mit Ex-Hörer Vier von fünf Hörgeräteträger in Deutschland vertrauen auf Hinter-dem-Ohr-Geräte. Besonders beliebt: die Ex-Hörer-Geräte. Sie sind so klein, dass man sie kaum wahrnimmt. Wie ein solches ExHörer-Gerät aufgebaut ist, zeigt Ihnen unsere Grafik.
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14 — Ganz Ohr
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Mikrofon Verwandelt die ankommenden Schallwellen in elektrische Signale.
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Programmwahlschalter Hier können Sie bei Bedarf zwischen verschiedenen Programmen wählen. Viele Hörsysteme erkennen selbstständig die jeweilige Hörsituation und stellen automatisch das richtige Programm ein.
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Telefonspule Telefonieren in bester Klangqualität: Damit werden Telefongespräche direkt vom Telefon auf Ihr Hörsystem übertragen.
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Buchse zum Programmieren Damit p rogrammiert Ihr Akustiker das Gerät.
5
Batteriefach Extrem kleine und leichte Batterie mit hoher Energiedichte.
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Ohrpassstück Garantiert, dass Ihr Hörsystem perfekt sitzt und somit der Klang optimal bei Ihnen ankommt. Je nach Modell in verschiedenen Größen oder als Sonderanfertigung verfügbar.
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Lautsprecher Verwandelt die elektrischen Signale, die vom Mikroprozessor kommen, wieder zurück in Schallwellen und gibt diese an Ihr Ohr weiter.
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Bluetooth-Schnittstelle Ihre direkte Verbindung zu Smartphone, Stereoanlage, TV-Gerät und Computer. Ihr Hörsystem wird so zum kabellosen Kopfhörer.
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Mikroprozessor Das Herz Ihres Hörsystems: Der Mikroprozessor verarbeitet die eingehenden akustischen Informationen so, dass Sie wieder gut hören. Das Ergebnis wird per Verbindungskabel an den Lautsprecher in Ihrem Ohr weitergeleitet.
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V erbindungskabel Verbindet Mikroprozessor und Lautsprecher – für Außenstehende kaum wahrnehmbar.
49%
… sagen: „Ich hätte mich viel eher für ein Hörgerät entscheiden sollen.“
Ganz Ohr — 15
B E I m
A K U S T I K E R
Wieder gut hören ist Teamwork 16 — Ganz Ohr
Es gibt hunderte Hörsysteme, die einen Hochtonabfall oder eine Schallleitungsstörung technisch gut ausgleichen. Die Kunst besteht darin, das für Ihr Hörempfinden richtige System zu finden. Damit ein Hörgerät seine volle Wirkung entfalten kann, muss es exakt angepasst sein. Das ist ein gegenseitiger Prozess. Gemeinsam mit der Akustikerin oder dem Akustiker tasten Sie sich in sechs Schritten an das optimale Hör system heran. Rechnen Sie mit drei bis fünf Terminen. Als Gegenleistung erhalten Sie etwas Unschätzbares zurück: wieder mit dem Leben verbunden zu sein.
Erstberatung und Hörtest Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen Ihr Akustiker zunächst viele Fragen stellt. Zum Beispiel: Wann haben Sie bemerkt, dass Sie nicht mehr so gut hören? Welche Situationen bereiten Ihnen besondere Schwierigkeiten? Gehen Sie gerne in die Oper oder lieber mit Freunden ins Restaurant? Welche Sportarten betreiben Sie? Ziel ist es, Ihren individuellen Hörbedarf zu ermitteln. Um Ihre Hörleistung zu messen, werden Ihnen über Kopfhörer hohe und tiefe Töne vorgespielt. Sie sagen einfach nur, wann Sie etwas wahrnehmen. Damit will Ihr Akustiker Ihre persönliche Hörschwelle feststellen. Die Messergebnisse werden in einem so genannten Audiogramm festgehalten. Ein weiterer Test prüft das Sprachverstehen. Hier hören Sie Alltagswörter in verschiedenen Lautstärken, mit und ohne Hintergrundgeräusche. Nach jedem Wort wiederholen Sie, was Sie gehört haben. Das gibt dem
kustiker zusätzlich Aufschluss über die Art Ihrer HörA schwäche. Schließlich wird Ihr Akustiker noch einen Blick in Ihre Ohren werfen. Mit Hilfe einer Lupe kontrolliert er, ob Gehörgang und Trommelfell in Ordnung sind. Diese Untersuchung ist völlig schmerzfrei.
Vorauswahl Im nächsten Schritt treffen Sie mit dem Akustiker eine Vorauswahl. Er erklärt Ihnen, warum welches Modell für Ihren Hörverlust geeignet ist. Sie können ein Muster in die Hand nehmen und am Ohr vergleichen. Zugleich legen Sie fest, ob es ein zuzahlungsfreies Gerät sein soll oder ob Sie bereit sind, für mehr Komfort einen Eigenanteil zu leisten.
Ohrabformung Im-Ohr-Geräte werden für Sie maßgefertigt. Dazu muss der Akustiker einen Abdruck von Ihrem Gehörgang machen. Das Gleiche gilt für viele Hinter-dem-Ohr-Geräte. Ein so genanntes Ohrpassstück verhindert zum Beispiel, dass Rückkopplungen entstehen. Der dazu nötige Abdruck ist vollkommen schmerzfrei. Bis daraus ihr individuelles Ohrpassstück (Otoplastik) gefertigt wird, können zwei Wochen vergehen. Ganz Ohr — 17
B E I m
A K U S T I K E R
Probetragen
Feinanpassung
Ist Ihr Ohrpassstück fertig, probieren Sie die ausgewählten Hörsysteme. Die Hörgeräte, mit denen Sie am besten verstehen, können Sie nun zwei Wochen kostenlos testen. Jetzt gilt es herauszufinden, ob die Hörgeräte wirklich zu Ihnen passen. Tragen Sie die Geräte in verschiedenen Alltagssituationen. Zum Beispiel bei Unterhaltungen, beim Fernsehen oder Telefonieren. Konzentrieren Sie sich bewusst auf leise Geräusche wie das Rascheln der Zeitung oder das Zwitschern der Vögel. Hilfreich ist auch, sich Notizen zu machen. Dann fällt es Ihnen nachher leichter, dem A kustiker Ihre Eindrücke zu schildern.
Vielleicht spüren Sie schon während des Probetragens, dass noch eine Feinabstimmung nötig ist. Das ist normal. Zum einen beeinflusst die individuelle Krümmung, Weite, Länge und Gewebebeschaffenheit des Gehörgangs die Hörqualität. Zum anderen hat jeder Mensch ein anderes Klangempfinden. Um die Hörgeräte entsprechend einzustellen, müssen Sie diese eine Weile getragen haben. Beim nächsten Termin kann Ihr Akustiker dann störende Geräusche abdämpfen und Töne, die Sie nicht gut hören, verstärken. Sollten Sie mit dem Testsystem auf keinen grünen Zweig kommen, wird Ihnen ein guter Akustiker eine Alternative empfehlen. Natürlich sollten Sie auch diese kostenlos ausprobieren können.
76,5%
… sagen: „Die Reaktionen von anderen auf mein Hörgerät sind in der Regel positiv.“
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Abschlusstest und HNO-Arzt Wenn Sie das passende Hörsystem gefunden haben und mit den Einstellungen zufrieden sind, folgt ein abschließender Hörtest. Den benötigen Sie für die Kostenerstattung der Krankenkasse. Zusätzlich verlangen viele Kassen eine ärztliche Verordnung. Ihr Akustikfachgeschäft übernimmt die Abwicklung mit der Krankenkasse gerne für Sie. GO
Hören ist Kopfsache „Warum höre ich nicht sofort gut mit meinem neuen Hörgerät?“, fragen viele. Die Antwort: Ihr Gehirn hat sich daran gewöhnt, Vieles nicht mehr zu hören. Treten nun dank Hörgerät längst vergessene Laute wieder in Ihr Leben, ist das Gehirn irritiert. Ein an sich harmloses Zeitungsrascheln wird als störend empfunden. Ihr Gehirn muss wieder neu lernen, diese Nebeng eräusche zu ignorieren. Tipps für die Anfangszeit: 1
M eiden Sie in den ersten Tagen Lärm und sprechen Sie immer nur mit einer Person.
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Stellen Sie Fernseher und Radio auf normale Lautstärke. Versuchen Sie nicht jedes Wort zu verstehen, sondern konzentrieren Sie sich auf den Zusammenhang.
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Wenn Sie sich mit dem neuen Hörsystem in ruhiger Umgebung sicher fühlen, wagen Sie sich hinaus ins Leben. Gewöhnen Sie Ohren und Gehirn langsam an Gespräche mit mehreren Leuten und an laute Umgebungen wie Straßenkreuzungen.
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Wenn Sie die anfängliche Geräuschü ber empfindl ichkeit als zu störend empfinden: Fragen Sie Ihren Akustiker nach einem s peziellen Hörtraining.
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U nd das Wichtigste: Haben Sie Geduld. Nach einigen Wochen hat sich Ihr Gehör meist wieder ganz an die neuen Töne gewöhnt.
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B E T R O F F E N E
E R Z Ä H L E N
Meine unsichtbare Premiere Im Dezember 2014 ist eingetreten, was ich lange befürchtet hatte. 17 Jahre bin ich schon Bassist in unserer Bigband. Doch beim Adventskonzert habe ich erstmals zwei Mal hintereinander meinen Einsatz verpasst. „Alles in Ordnung?“, fragte unser Dirigent später. Ich habe was von Erkältung gemurmelt. In Wahrheit war mir schon länger klar, dass mein Gehör nachlässt. Doch mit Hörgeräten vor die Kollegen treten? Ausgeschlossen! Es war meine Frau Hanna, die mich zum Hörtest drängte. Schon nach dem ersten Termin beim Akustiker fasste ich wieder Mut. Zwar hatte der einen Hochtonverlust fest gestellt. An einem Hörgerät käme ich wohl nicht vorbei, meinte er. Doch die Mini-Hörgeräte, die er mir zeigte, waren von außen kaum sichtbar. Ich bekam ein Paar zum Probetragen mit. Die Eingewöhnungszeit dauerte ein paar Wochen. Auch für Hanna. Sie musste lernen, wieder in normaler Lautstärke mit mir zu sprechen. Dann kam der Tag der Premiere: die erste Orchesterprobe mit den neuen Hörhilfen. Meine Hände zitterten, als ich hinter meinem Notenständer Platz nahm. Dann überließ ich mich dem Fluss der Musik. Alles lief glatt. Mein Einsatz war punktgenau. Der Dirigent nickte mir zu. Ich nickte zurück. Mein neues Leben hatte begonnen. Die Hörgeräte waren keinem aufgefallen. GO
„Als Klangenthusiast habe ich mich zusätzlich für einen tragbaren Bluetooth-Streamer entschieden. Das Gerät koppelt meine Hörsysteme direkt mit Fernseher, Smartphone oder Musikanlage. Eine super Sache. So brillant habe ich lange nicht mehr Musik gehört!“ Matthias Siebert, 53, Musiker aus München
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Ich glaube, ich hör’ nicht recht!
14 Mio 7Jahre 40%
… Deutsche sind schwerhörig. Diesen stehen nur etwa 2,5 Millionen Hörgeräteträger gegenüber.
… und länger warten die Deutschen in der Regel, bis sie sich für Hörgeräte entscheiden.
… der Deutschen haben ihr Gehör noch nie von einem Spezialisten untersuchen lassen.
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G E S U N D H E I T
Die große Heilerin Schon unsere Vorfahren schrieben der Musik magische Kräfte zu. Jetzt entdeckt auch die Medizin die heilende Wirkung der Töne – mit erstaunlichen Ergebnissen. Manchmal möchte sie sich nur noch die Ohren zuhalten. Aber das hilft ja nichts. Karin Frohberg, 67, leidet unter Ohrgeräuschen. Seit vier Jahren verfolgt die pensionierte Gastwirtin ein hohes Pfeifen. Am schlimmsten ist es, wenn es still wird. Etwa wenn sie sich abends zum Lesen in den Sessel setzt. Dann fiept es oft so laut, dass sie sich nicht mehr auf den Text konzentrieren kann. Wie Karin Frohberg leiden 2,7 Millionen in Deutschland an Tinnitus. Ohne äußere Geräuschquelle hören sie ein Pfeifen oder Rauschen. Die Ursachen sind größtenteils nicht b ekannt. Was man allerdings weiß: Die Geräusche entstehen nicht im Ohr, sondern im Gehirn. Die Behandlung bestand bisher darin, mit den Störgeräuschen leben zu lernen. Neuro-Musiktherapie Neue Wege beschreiten die Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg. Seit gut einem Jahrzehnt beschwichtigen sie den Feind im Ohr – mit Musik. Die Erfolgsquote ihrer so genannten NeuroMusiktherapie liegt laut eigenen Angaben bei 80 Prozent. Ihr Ansatz: Heilung statt Bewältigung. Die Therapie richtet sich an die neuronalen Ursachen im Gehirn, nicht nur an die psychologischen Symptome. Dazu wird zu Beginn der Behandlung für jeden Patienten mittels Synthesizer ein indiv idueller tinnitusähnlicher Klang erstellt. Mit diesem Ton muss sich der Patient aktiv auseinandersetzen. Zusammen mit musikalischen Hörübungen soll der Tinnitus-Reiz im Gehirn dann „dekonditioniert“ werden – vergleicht man das Gehirn mit einem Computer, könnte man sagen: wieder auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden. 22 — Ganz Ohr
Glücksdroge Musik Der Einfluss von Musik auf das Gehirn ist schon länger Gegenstand der Forschung. Musik dockt an den Stellen im Kopf an, die für Gefühle zuständig sind. Das kennt jeder aus eigener Erfahrung. Legt man seine Lieblings-CD ein, hellt sich die Laune schlagartig auf. Alles Einbildung? Im Gegenteil, biochemische Prozesse. Die Wissenschaft erklärt das so: Angenehme Musik reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen. Zusätzlich steigert sie die Ausschüttung von körpereigenen Opiaten. Gute Musik macht also nicht nur subjektiv high. Untersuchungen haben sogar gezeigt, dass ein fröhliches Allegro von Bach bei Operationen d azu führt, dass die Patienten weniger Schmerz- und Beruhigungsm ittel benötigen. Zahnärzte nutzen dieses Erfahrungswissen schon länger, indem sie ihren Patienten Musik über Kopfhörer anbieten. Das dämpft nicht nur die hässlichen Bohrgeräusche, sondern auch das Schmerzempfinden. Am besten wirkt die Methode übrigens, wenn man sich die Musik selbst aussuchen kann. Mozart im Brutkasten Neue Untersuchungen zeigen, dass Musik auch einen messbaren Einfluss auf Herzschlag, Blutdruck und Atmung hat. Heißt das für Herzkranke künftig also Bach statt Betablocker? Viele Experten sind skeptisch. Die Musikgeschmäcker sind von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich. Was dem einen Gänsehaut über den R ücken jagt, lässt die andere kalt. Eine Konstante scheint aber für alle Menschen zu gelten: Ein Musiktempo von weniger als 72 Schlägen pro Minute beruhigt. Das entspricht dem normalen Puls eines Erwachsenen im Ruhezustand.
Auch Frühgeborenen tut es gut, wenn man ihnen ruhige Musik vorspielt. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass sie dadurch besser gedeihen. Hatten die Kleinen im Brutkasten Mozart gelauscht, wurde ihr Herzschlag gleich mäßiger – und sie verbrauchten deutlich weniger Energie. Für Frühchen, bei denen es darauf ankommt, wie schnell sie an Gewicht zulegen, ein überlebenswichtiger Faktor. Ein Freund, ein guter Freund … Den Stresspegel senken ist auch ein Ziel der Demenz therapie. Wer nicht mehr weiß, wo er wohnt, erlebt die Welt als bedrohlich. Musik ist für viele demente Menschen ein Fels in der Brandung des Vergessens. Während die jetzige Generation einen eher passiven Zugang zu Musik hat, stand bei den heute über 80-jährigen früher das gemeinsame Musizieren hoch im Kurs. Mögen die Namen der Ange hörigen aus dem Gedächtnis gelöscht sein – die Lieder aus der Jugend sind noch präsent.
Über diese tief eingegrabenen Erinnerungen versuchen Therapeuten, den Erkrankten Lebensqualität zurückzu geben. Viele Demenzkranke sind unruhig oder ständig auf der Suche nach etwas. Das gemeinsame Singen vertrauter Lieder beschert ihnen angstfreie Momente, in denen sie ganz bei sich sind. Menschen, deren Sprachfähigkeit nachlässt, profitieren besonders von der magischen Kraft der Musik. Jeder sehnt sich nach Gemeinschaft. Doch wer sich verbal nicht mehr ausdrücken kann, bleibt außen vor. Musik ist Kommunik ation ohne Worte. Durch das gemeinsame Musizieren finden Demenzkranke eine Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken – und einen Weg zurück in die Gemeinschaft. GO
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K O S T E N Ü B E R N A H M E
Das ist Musik in Ihren Ohren 2013 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Festbeträge für Hörgeräte nahezu verdoppelt. Erstmals stehen eine Reihe hochwertiger Hörsysteme zum Nulltarif zur Wahl. Bei einer ärztlichen Verordnung zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen sogenannten Festbetrag. Die Höhe des Festbetrages variiert je nach Krankenkasse. Neben der gestiegenen Zuzahlung durch die gesetzlichen Krankenkassen wurden 2013 auch die Mindestanforderungen für Hörgeräte angehoben. Dadurch erhalten Menschen mit einer Hörminderung hochwertige Geräte mit moderner Digitaltechnologie bereits ab der gesetzlichen Pauschale von 10 Euro pro Ohr. Sie haben besondere Anforderung an Hörkomfort, Funk tionsvielfalt oder Design? Dann zahlen Sie jetzt deutlich weniger für leistungsfähige Hörprogramme oder besonders kleine Bauformen dazu.
* Beiträge können nach Krankenkasse variieren.
420,– €
784,94* €
Anders sieht es bei den privaten Krankenkassen aus. Hier schwanken die Zuschüsse je nach Vertrag stark. Tendenziell zahlen die privaten Krankenversicherungen qualitativ höherwertige Geräte als die gesetzlichen. Das muss aber nicht sein. Am besten, erkunden Sie sich vorher bei Ihrer Kasse, welche Erstattung Sie erwarten können. GO
bisher seit 1. 11. 2013
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Nachsorge inklusive? In den Hörgerätefachgeschäften sind für die gesamte Tragedauer kostenlose Inspektionen, Hör-Kontrollen und Nacheinstellungen im Gerätepreis enthalten. Die Fachgeschäfte von Vitakustik Hörgeräte bieten für fast alle Hörsysteme sogar ein Rundum-Sorglos-Paket. Es umfasst unter anderem kostenlose Batterien, Reinigung, Wartung und eine Absicherung gegen Verlust und Totalschaden. Mehr Infos lesen Sie im Internet unter: www.vitakustik.de
Klatschen, stampfen, freuen Der kleine vietnamesische Junge ist vielleicht vier und erlebt sein erstes Wunder. Zum ersten Mal hört er das Klatschen der eigenen Hände. Zum ersten Mal nimmt er wahr, welchen Wumms sein Fuß macht, wenn er damit auf den Boden stampft. Es sind Szenen wie diese, die Miron Suschko und seinen Kollegen Benno Wagner mit Zufriedenheit erfüllen. Die beiden jungen Akustikermeister aus München waren w ieder für zwei Wochen in Vietnam, um hörgeschädigten Kindern Hörgeräte anzupassen. Angefangen hat alles damit, dass Herr Phu Tho in ihr Akustik fachgeschäft in München-Trudering kam. Er bat um eine Spende von Hörschläuchen. Die wollte er zusammen mit persönlich gesammelten Hörgeräten an eine Gehörlosenschule in Rach Gia in Vietnam schicken. Kurz darauf kam ein offizielles Dankesschreiben von Herrn Phu Tho. Das weckte bei den zwei jungen Akustikern den Wunsch, nicht nur materiell, sondern auch vor Ort zu helfen. Schnell gründeten sie das Vitakustik-Hilfsprojekt Hear Vietnam. 2013 flogen sie das erste Mal nach Rach Gia, dann 2014 und im Mai 2015 zum dritten Mal. Die Bilanz kann sich hören lassen: über 300 Audiotests, wie am Fließband Otoplastiken von Hand gefräst, mehr als 180 Hörgeräte angepasst.
Manchmal können sie es selbst kaum glauben, was sie bewirken. „Besonders bewegend war der Fall des 16-jährigen Mädchens, das seit seinem vierten Lebensjahr hochgradig schwerhörig ist. Durch die Versorgung mit einem leistungsstarken HdO-System konnte sie sofort den Sprachtest in normaler Lautstärke nachsprechen und ein Diktat fehlerfrei schreiben“, erzählt Benno Wagner. 2016 steht die nächste Reise nach Rach Gia an. Dazu brauchen Miron Suschko und Benno Wagner möglichst viele funktionstüchtige Hörgeräte. Wenn Sie dazu beitragen wollen, dass mehr schwerhörige vietnamesische Kinder das Klatschen der eigenen Hände hören können, dann schicken Sie gut erhaltene Hörgeräte an: Vitakustik Hörgeräte, Truderinger Straße 300, 81825 München. GO
Das Tagebuch des letzten Vitakustik Hilfseinsatzes finden Sie im Internet unter: www.facebook.de/hearvietnam
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hörgeräte H ersteller
Hersteller im Überblick In Deutschland bieten verschiedene Hersteller modernste Hörtechnologie in unterschiedlichen Klassen an. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über die renommiertesten Hörgerätehersteller.
Phonak
Audio Service
Das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Stäfa wurde 1947 gegründet und beschäftigt weltweit ca. 4.700 Mitarbeiter. Seit jeher setzt Phonak neue Maßstäbe in der Entwick lung innovativer und moderner Hörgeräte. Der Schweizer Marktführer kann auf über 60 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Immer im Vordergrund der von Phonak entwickelten Hörgeräte stehen dabei der Kunde und seine individuellen Bedürfnisse und Wünsche.
Serviceorientierung, Unternehmergeist und Innovations kraft, das sind die zentralen Erfolgsfaktoren des in Herford ansässigen Hörsystemherstellers Audio Service. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 1977 bis heute dieselbe Zielsetzung: Menschen mit Hörminderung mit qualitativ hochwertigen Hörsystemen zu helfen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen und ihnen damit ein Stück Lebensfreude zurückzugeben.
Unitron
Siemens
Gegründet 1964 beschäftigt das kanadische Unternehmen mit Firmensitz in Ontario ca. 600 Mitarbeiter. Mit modernen Hörgeräten gibt der kanadische Hersteller Unitron Menschen mit Hörminderungen ein Stück Lebensqualität zurück. Ziel ist es, Sprachverständlichkeit und natürliches Hören ohne Kompromisse in Einklang zu bringen.
Schon Werner von Siemens war es ein Anliegen, schwer hörigen Menschen die Kommunikation zu erleichtern. 1878 erfand er ein Telefon für Schwerhörige und legte damit den Grundstein für eine über 130-jährige Erfolgs geschichte. In über 100 Ländern weltweit hilft Siemens mit modernster Hörtechnologie, das Menschen wieder aktiv am Leben teilnehmen können.
Hansaton
Oticon
Das Familienunternehmen in Hamburg wurde 1957 gegründet und hat ca. 210 Mitarbeiter. Beflügelt durch Leidenschaft, kombiniert mit persönlichem Engagement, widmet sich Hansaton dem Ziel, innovative Hörtech nologie zu entwickeln. Bis heute ist das Hamburger Unternehmen führend in der Akkutechnologie.
Seit 1904 entwickelt das dänische Unternehmen Oticon mit Sitz in Smorum individuelle und hochwertige Hör geräte. „People first“ ist dabei die Maxime, nach der das Unternehmen entwickelt und handelt. Der dänische Hersteller beeindruckt durch optisch unauffällige und technologisch fortschrittliche Hörgeräte.
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Starkey Starkey Hearing Technologies wurde 1967 von William F. Austin gegründet und hat seinen Hauptsitz in Eden Prairie. Das US-amerikanische Unternehmen betreibt weltweit 21 Fertigungsstätten, beschäftigt rund 3.600 Mit arbeiter und ist in 72 Ländern vertreten. Starkey gehört international zu den fünf größten Hörgeräte-Herstellern. Die deutsche Tochtergesellschaft – Starkey Laboratories GmbH – wurde 1981 in Hamburg gegründet.
Resound Gegründet 1943 bietet der dänische Hörgerätehersteller ReSound moderne Hörsysteme für jeden Hörraum und Lifestyle und gehört zu den größten Herstellern weltweit. Vom ersten digitalen Hörgerät bis zum ersten Hörgerät Made for iPhone® kann ReSound auf viele Durchbrüche zurückblicken, die die Lebensqualität für Hörgeräteträger, deren Freunde und Familien verbessert haben.
Widex Innovative Produkte zu entwickeln, die durch ihre audiologische Präzision überzeugen und Meilensteine in Forschung und Entwicklung setzen, bilden das Fundament des dänischen Unternehmens. Widex bietet eine Vielzahl von Technologien, die entspanntes Hören, eine natürliche Orientierung und klares Sprachverstehen auf höchstem Niveau ermöglichen.
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Schon gehört?
14 Mio
… Deutsche sind schwerhörig. Diesen stehen nur etwa 2,5 Millionen Hörgeräteträger gegenüber.
78 % 7Jahre
… haben wieder mehr Spaß an gemeinsamen Aktivitäten mit Freunden, seit sie das Hörgerät tragen.
… und länger warten die Deutschen in der Regel, bis sie sich für Hörgeräte entscheiden.
www.vitakustik.de