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#224 – Transformation in Mittelstand & Industrie

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Welt | September 2026

Eine unabhängige Kampagne von Contentway

TRANSFORMATION IN MITTELSTAND & INDUSTRIE Wie Deutschlands Unternehmen ihre Zukunft sichern

Partner Content | Continentale Versicherung

GESUNDHEIT WIRD ZUM ARBEITGEBERTHEMA

Die GKV-Reform erhöht für viele Versicherte die Eigenbelastung. Betriebliche Gesundheitsleistungen werden deshalb für Beschäftigte immer wichtiger.

Partner Content | Fidelity International

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ARBEITSZEIT NEU GEDACHT

Flexible Erwerbsbiografien werden wichtiger. Zeitwertkonten können Beschäftigten Freiräume schaffen und Unternehmen bei der Personalbindung helfen.

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Großes Interview

MATTHIAS HORX & TRISTAN HORX

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Partner Content | Auxil Management

„WIR BRAUCHEN MEHR MUT UND TEMPO“

In der Krise benötigen Unternehmen oft eine Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells. Es hapert meist nicht an der Erkenntnis, sondern an der Umsetzung.

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Circular Week 2026 Kreislaufwirtschaft in Unternehmen, Städten und Politik

→

Co-hosted von:

Registe r now!

26. – 31. Oktober 2026

Events in NRW, Deutschland, Europa und online

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M I T T E L S TA N D & I N D U S T R I E

TRANSFORMATION IN MITTELSTAND & INDUSTRIE

AUSGABE #224 Account Manager: Lena Kähler, Alicia Wintruff Geschäftsführung: Jonathan Andersson, Fredrik Thorsson Creative Director: Franziska Bredehorn Redaktion und Grafik: Franziska Bredehorn, Julia Schmidt, Negin Tayari Text: Thomas Soltau, Kirsten Schwieger, Armin Fuhrer, Chan Sidki-Lundius, Julia Butz, Christian Kolb, Katja Deutsch Coverfoto: Klaus Vyhnalek, Presse, Thommy Mardo Distribution & Druck: Die Welt, 2026, Axel Springer SE Contentway Wir erstellen Online- und Printkampagnen mit wertvollen und interessanten Inhalten, die an relevante Zielgruppen verteilt werden. Unser Partner Content und Native Advertising stellt Ihre Geschichte in den Vordergrund. Die Inhalte des „Partner Content“ und „Hotspot Highlight“ in dieser Kampagne wurden in Zusammenarbeit mit unseren Kunden erstellt und sind Anzeigen. Für die Lesbarkeit verwenden wir das generische Maskulinum. Die Formulierungen sprechen alle Geschlechter gleichberechtigt an. Herausgegeben von: Contentway GmbH Neue Burg 1 DE-20457 Hamburg Tel.: +49 40 85 539 750 E-Mail: info@contentway.de Web: www.contentway.de

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WEITERE INHALTE Mittelstand 4. Prof. Dr. Veronika Grimm 5. Dr. Christoph Wiedenroth 6. Dr. Hubertus Porschen 8. Laura Bornmann

Industrie 22. Prof. Henrik von Scheel 24. Prof. Dr. Dr. h.c. Detlef Zühlke 26. Prof. Dr.-Ing. Dietmar Drummer

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Hinter jedem erfolgreichen Startup stehen Menschen mit Mut, Leidenschaft und Durchhaltevermögen.

Nachhilfe als Business Case: Mit seinen knackigen Mathematik-Lernvideos auf YouTube ist Daniel Jung schon als junger Mensch unternehmerisch aktiv geworden.

Können, Bodenhaftung und Resilienz: die DNA erfolgreicher Startups

Gründergeist wecken

Mittelstand zwischen Krisenbewältigung und Zukunftsgestaltung EINLEITUNG

Die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zählt weiterhin zu den zentralen Herausforderungen von mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

G

Foto: Presse

eopolitische Spannungen, handelspolitische Unsicherheiten, Risiken für internationale Lieferketten sowie hohe Energiepreise und Bürokratieanforderungen prägen derzeit das wirtschaftliche Umfeld des Mittelstands. Aus Sicht der im Rahmen der IfM-Studie „Die Zukunft des Mittelstands 2026 – Update der Experten- und Expertinnenbefragung zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen“ befragten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Politik kommt daher der Ausgestaltung verlässlicher und innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen eine Schlüsselrolle zu. Zugleich sehen sie die Unternehmen in der Pflicht, die Arbeitsproduktivität zu steigern und digitale Technologien – insbesondere Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) – verstärkt in den Unternehmen zu integrieren.

Modernisierungsagenda. Auf europäischer Ebene verfolgt die Europäische Kommission mit den sogenannten „Omnibuspaketen“ das Ziel, Bürokratie und Berichtspflichten abzubauen.

Es bedarf jedoch nicht nur der Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit; es gilt zugleich auch beispielsweise die Bürokratiebelastung zu senken. Sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene wurden hierfür jüngst Reforminitiativen angestoßen: Dazu zählt die von der Bundesregierung geplante Beweislastumkehr bei den Berichtspflichten sowie die gemeinsam mit den Bundesländern initiierte

Darüber hinaus stehen die mittelständischen Unternehmen vor der Aufgabe, ihre IT-Sicherheit auszubauen, sich vor Cyberangriffen zu schützen und ihre digitale Datensouveränität zu bewahren bzw. zurückzugewinnen. Eine Kurzbefragung des IfM Bonn, die Ende 2025 durchgeführt wurde, verdeutlichte, wie verwundbar die deutsche Wirtschaft aktuell ist: Die Mehrheit der Unternehmen gab an, auf zentrale

Ein weiteres zentrales Thema für die Zukunft bleibt für den Mittelstand die Fachkräftesicherung. Der demografische Wandel und insbesondere das altersbedingte Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge verschärfen den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Beschäftigten, die neben fachlichen Qualifikationen auch über digitale Kompetenzen verfügen. Angesichts der raschen Weiterentwicklung digitaler Technologien und des zunehmenden Einsatzes von KI gewinnt daher die kontinuierliche Weiterentwicklung von Beschäftigten und Führungskräften an Bedeutung.

Wir bringen Ihre Marke zur relevanten Zielgruppe. Sie möchten mit den richtigen Inhalten Ihre Markenbekanntheit erhöhen und mehr potenzielle Kunden erreichen? Kontaktieren Sie uns! www.contentway.de | info@contentway.de | +49 (0)40 855 397 50

Dr. Siegrun Brink, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Mittelstandsforschung Bonn

digitale Infrastrukturen, Softwarelösungen und Plattformdienste von US-amerikanischen Anbietern angewiesen zu sein. Die aktuellen Ergebnisse der Expertenund Expertinnenbefragung zeigen auch, dass langfristig bedeutsame Themen wie „Grüne Transformation gestalten“, „Arbeit zukunftsfähig gestalten“, „Finanzierung sichern“ und „Internationale Beziehungen gestalten“ gegenüber den derzeit drängenden Herausforderungen an Priorität verloren haben. Offenkundig werden sie von aktuelleren Herausforderungen überlagert, die sich aus wirtschaftlichen, technologischen und geopolitischen Veränderungen ergeben. Die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands wird letztlich aber auch davon abhängen, inwieweit es gelingt, die drängenden Herausforderungen zu bewältigen – und gleichzeitig die langfristigen Transformationsaufgaben erfolgreich umzusetzen.


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Bonpago GmbH – Partner Content

M I T T E L S TA N D

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Digitalisierung im Mittelstand: Wenn mit der E-Rechnung Daten & Liquidität �ießen

Von der Steintafel über das Papier bis zum PDF stand die Rechnung als Dokument im Mittelpunkt. Der Empfänger musste sie lesen, prüfen und in seine Bücher oder Systeme übertragen. Das PDF hat an dieser Dokumentlogik wenig geändert. Oft wurde es erst einmal ausgedruckt.

S

eit meiner Diplomarbeit vor über 28 Jahren beschäftigt mich die Frage, wie sich Informationen und Finanzströme besser verbinden lassen. Heute ist die Chance, diese alte Logik zu überwinden: Mit der E-Rechnung löst sich die Rechnung als Dokument auf. Ihre Daten können in den Systemen weiterarbeiten, Prüfungen anstoßen, Buchungen vorbereiten und Zahlungen steuern. Die Rechnung muss nicht mehr von Hand zu Hand wandern, um etwas auszulösen. Die Daten �ießen. Wenn die Voraussetzungen stimmen

Dafür müssen wir in den Keller der Prozesse steigen. Denn dort liegen die Sonderfälle, Behelfslösungen und ExcelListen, die in keinem Hochglanz-Prozessmodell auftauchen. Die Bestellung passt nicht zur Rechnung, eine Anzahlung ist zu berücksichtigen, der Leistungsnachweis fehlt, Stammdaten sind fehlerhaft. Was auf dem Papier einfach aussieht, hält die Buchhaltung auf Trab. Ein elektroni-

sches Format räumt diesen Keller nicht auf. Digital fallen Fehler ohne Rücksicht auf. Der E-Mail-Eingang von Rechnungen hat keine Zukunft. Wir erleben gerade, dass die Automatisierungsquote in der Buchhaltung von 55 auf unter zehn Prozent gefallen ist, weil die Datentiefe auf Rechnungen nachgelassen hat. Menschen müssen wieder erledigen, was bereits automatisch lief. Wir müssen Sonderprozesse verstehen, Datenqualität verbessern und Verantwortlichkeiten klären. Auch die Vorbereitung auf ein künftiges Meldesystem, das ab 01.07.2030 eingeführt wird, beginnt jetzt.

Aus Rechnungsdaten wird �nanzieller Spielraum

Die Rechnung kann viel mehr, sie liefert Liquidität. Auf der Eingangsseite geht es um Zahlungsziele und Skonto. Auf der Ausgangsseite darum, dass eine korrekte Rechnung zügig verarbeitet und bezahlt werden kann. Verlässliche Daten zeigen, welche Zahlungen anstehen und wann Geld zu erwarten ist. So wachsen Einkauf, Buchhaltung, Zahlungsverkehr und Finanzierung zusammen. Dafür brauchen wir die Menschen, die diese Abläufe kennen, ebenso wie die Lieferanten, deren Daten bei uns ankommen. Kommunikation und Qualifi zierung gehören zur Digitalisierung dazu.

Dann kann Künstliche Intelligenz Abweichungen erkennen, Buchungen vorbereiten und Liquidität prognostizieren. Sie braucht verlässliche Daten und klare Prozesse. Aber nicht die Frage „Welche KI kaufen wir?“ sollte am Anfang stehen, sondern: Wie soll unser Unternehmen in fünf Jahren arbeiten? Welche Prozesse laufen automatisch mit KI? Und wo brauchen wir weiterhin Menschen? Daraus entsteht das fi nanzielle Betriebssystem des Unternehmens: Prozesse, Daten und Geld greifen ineinander. Die E-Rechnung ist der Anfang. Die eigentliche Chance für den Mittelstand liegt darin, aus einer gesetzlichen Pfl icht mehr Transparenz, weniger Handarbeit und bessere fi nanzielle Steuerung zu machen. Italien hat es uns vorgemacht: Mit der Einführung der E-Rechnung erging ein Digitalisierungsschub bei

Dr. Donovan Pfa�,

Geschäftsführer der Bonpago GmbH

den Unternehmen. Die E-Rechnung wird, richtig gemacht, von der Pfl icht zur Chance. Viele mittelständische Unternehmen berichten uns, dass sie im Wirrwarr aus gesetzlichen Anforderungen, technischen Möglichkeiten und gewachsenen Prozessen vor allem eine initiale Zündung und klare Weichenstellung für ihre Transformation benötigen. Dafür sind wir da.

Mehr Informationen über die Bonpago GmbH unter: www.bonpago.de

ADVERTORIAL

„Tradition hat erst dann einen Wert, wenn aus ihr Zukunft entsteht“ Der Kölner Berufsbekleidungshersteller BP – Bierbaum-Proenen wurde in die Liste der

auch gar nicht anders sein, wenn man in

Zeit für Aufgaben, bei denen der persön-

50 ältesten Familienunternehmen Deutschlands aufgenommen. Im Interview spricht

den unterschiedlichen Epochen die richtigen

liche Kontakt und die individuelle Beratung

Geschäftsführer Harald Goost, der das 1788 gegründete und in siebter Generation inhaber-

Antworten für die Märkte seiner Zeit geben

entscheidend sind. Zugleich fragen wir

geführte Unternehmen leitet, über Tradition und Transformation.

möchte. Deswegen ist Anpassungsfähigkeit

uns natürlich auch, wie eine zunehmende

von herausragender Bedeutung. Jede neue

Robotisierung unsere Märkte verändern wird.

BP entwickelt und produziert Berufsbeklei-

nehmen haben eine besondere Bedeutung

Zeit braucht auch neue Antworten.

Roboter tragen keine Berufsbekleidung.

dung. Die spielt zwar im Alltag von Millionen

für den Wirtschaftsstandort Deutschland:

Menschen eine zentrale Rolle, dennoch steht

Sie denken in Generationen, investieren

Welche Themen treiben Sie als Unternehmen

Wir beschäftigen uns intensiv und permanent

die Branche selten im Fokus der öffentlichen

langfristig, bewahren Wissen und schaffen

aktuell besonders um?

mit solchen Zukunftsszenarien. Es ist wichtig,

Wahrnehmung. Warum ist das so?

verlässliche Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Transformation ist ein großes Thema bei uns.

Entwicklungen proaktiv anzugehen und recht-

Digitalisierung und KI sind große Themen-

zeitig Antworten zu finden.

Berufsbekleidung hat sicherlich nicht den Glamour der Modebranche und das Aben-

Aber wir wissen auch: Der Blick darf nur kurz

felder, die viele Chancen bieten. KI gestaltet

teuerimage, das man lange mit der Outdoor-

im Rückspiegel verweilen, er gehört immer

unseren Arbeitsalltag und unsere Prozesse

branche verband. Dennoch hat die Branche in

nach vorne. In die Zukunft. Denn Tradition

bereits jetzt effizienter und produktiver. Da-

den vergangenen 20 Jahren eine bedeutende

hat erst dann einen Wert, wenn aus ihr

durch gewinnen unsere Mitarbeitenden mehr

Aufwertung erfahren. Bei Berufsbekleidung

Zukunft entsteht.

www.bp-online.com

wird heute nicht nur die funktionale, sondern auch die emotionale Komponente gesehen.

Welche Werte sind über die gesamte

Das Produkt gilt als authentisch und ehrlich.

Unternehmensgeschichte hinweg

Gerade deshalb spricht es viele Menschen

unverändert geblieben und was musste sich

emotional an.

immer wieder verändern? ein roter Faden durch die Unternehmens-

unternehmen Deutschlands aufgenommen

geschichte. Und wir sind dem Produkt im

worden. Was bedeutet die Aufnahme für Sie

Großen und Ganzen treu geblieben. Es ging

persönlich und für die BP-Familie?

immer um Textilien und Bekleidung. Aber

Das freut uns sehr. Wir sind stolz, zu diesem

darüber hinaus hat sich im Laufe der Zeit

Kreis gehören zu dürfen. Alte Familienunter-

alles immer wieder verändert. Und es kann

Harald Goost ist geschäftsführender Gesellschafter von BP – Bierbaum-Proenen. Er leitet das Kölner Familienunternehmen in siebter Generation.

© BP – Bierbaum-Proenen

Das Qualitätsversprechen zieht sich wie BP ist in die Liste der 50 ältesten Familien-


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M I T T E L S TA N D

„Der Staat schränkt die Innovationskraft ein“ WIRTSCHAFT

Prof. Dr. Veronika Grimm gehört seit 2020 dem Sachverständigenrat Wirtschaft an und zählt zu Deutschlands profiliertesten Ökonominnen. Die „Wirtschaftsweise“ über Standortprobleme, eine verfehlte Energiepolitik und darüber, weshalb zu viel Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands gefährdet. Text: Thomas Soltau Foto: Sachverständigenrat Wirtschaft

Der Mittelstand soll Klimaziele erreichen, geopolitische Risiken abfedern und international wettbewerbsfähig bleiben. Ist diese Dreifachbelastung überhaupt noch realistisch?

Die Standortattraktivität ist niedrig. Das liegt daran, dass die Politik Ziele festlegt und sie mit fragwürdigen Methoden durchsetzt. Das Regulierungsdickicht schränkt den Handlungsspielraum der Unternehmen so stark ein, dass wir bei vielen technologischen Entwicklungen nicht mehr mithalten können. International aufgestellte Mittelständler machen vieles im Ausland. Wo liegt derzeit der Konstruktionsfehler: bei den Energiepreisen, den politischen Rahmenbedingungen oder den Investitionsanreizen?

Der Staat muss seine Rolle wiederfinden. Bildung, innere und äußere Sicherheit, das Justizwesen, die soziale Absicherung – darauf sollte der Fokus liegen. Der Staat mischt aber fast überall mit: über 500 Sozialleistungen werden ausgegeben. Viele Unternehmen hängen von Subventionsprogrammen ab. Entsprechend groß und träge ist die Verwaltung. Unternehmen sprechen häufiger über Resilienz als über Nachhaltigkeit. Hat sich der Begriff Nachhaltigkeit durch die geopolitischen Krisen verändert?

Unternehmen stellen sich heute anders auf. Zum Beispiel wird die Beschaffung diversifiziert, zugleich produziert man

Prof. Dr. Veronika Grimm, Ökonomin und Mitglied des Sachverständigenrats Wirtschaft

Man braucht keine Verhaltensökonomie, um zu verstehen, dass die Attraktivität des Standorts abnimmt, wenn die Politik immer mehr reguliert und die Steuerbelastung hoch ist. mehr „local for local“, damit die Lieferketten bei geopolitischen Verwerfungen nicht abreißen. Deutschland diskutiert über die Energiewende. Geht dabei die Frage verloren, wie Unternehmen bezahlbare und verlässliche Energie sichern können?

Eine günstige und verlässliche Energieversorgung ist zentral für einen Wirtschaftsstandort. Wir sind hier schlecht aufgestellt, da wir flexible Erzeugungskapazitäten und die Netze nicht ambitioniert genug ausgebaut und die AKWs zu früh abgeschaltet haben. Allein der Ausbau von Erneuerbaren und Batterien reicht nicht. Künstliche Intelligenz bringt noch mehr Druck ins System. Unterschätzt die Politik, wie Unternehmen Entscheidungen treffen, wenn wirtschaftlicher Druck und politische Erwartungen aufeinandertreffen?

Man braucht keine Verhaltensökonomie,

um zu verstehen, dass die Attraktivität des Standorts abnimmt, wenn die Politik immer mehr reguliert und die Steuerbelastung hoch ist. Die Unternehmen verlagern Aktivitäten ins Ausland. Diese Prozesse sind im Gange. Immer mehr junge Leistungsträger verlassen das Land. Es ist ein großer Irrtum der linken Parteien, dass es den Schwächeren in der Gesellschaft nützt, wenn man bei den Reichen ordentlich zugreift. Viele entziehen sich dem Zugriff – zurück bleiben diejenigen, die nicht mobil sind und für die die Rahmenbedingungen ungemütlicher werden. Wenn Krisen zum Normalzustand werden, welche Fähigkeit wird für den Mittelstand zum Wettbewerbsvorteil?

Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit sind entscheidend – aber sie werden durch den Staat eingeschränkt. Datenschutz oder AI-Act bremsen Innovationen im Bereich Digitalisierung, die Regulierung von Gentechnik oder anderen zukunftsweisenden Technologien macht es schwer, sich an die Spitze von Entwicklungen zu setzen. Der restriktive Kündigungsschutz erhöht die Kosten des Scheiterns bei innovativen Vorhaben erheblich – was im Hightech-Bereich ein erheblicher Nachteil ist. Dort scheitern viele Projekte und man muss die Experten wieder freisetzen können, auch wenn das Unternehmen in anderen Bereichen einstellt. Das ist in Deutschland schwierig.

Circular Week 2026 – Wie Städte und Unternehmen resilienter und zukunftsfähiger werden

Für Mittelstand und Industrie wird Kreislaufwirtschaft mehr und mehr zu einem Wettbewerbs- und Resilienzfaktor. Text: Jakob Bratsch Fotos: Presse

Die Circular Week 2026 will vom 26. bis 31. Oktober zeigen, wie sich zirkuläre Ansätze in Unternehmen, Kommunen und Politik in konkrete Lösungen übersetzen lassen. Im Mittelpunkt stehen Fragen, die für die Transformation zentral sind: Wie lassen sich Lieferketten robuster aufstellen? Wie gelingt die Umsetzung neuer EU-Vorgaben in der Praxis? Und welchen Beitrag leisten Digitalisierung, belastbare Infrastrukturen und Qualifizierung? Höhepunkt ist die Online-Konferenz am 27. Oktober mit Expert:innen und Praktiker:innen aus Deutschland und Europa. Ergänzend setzen lokale Veranstaltungen und ein Reparatur-Weltrekord ein Zeichen für mehr Wiederverwendung und Reparaturkultur. Weitere Informationen unter: www.circularweek.com

BVGE Consulting GmbH – Partner Content

Energie planen statt nur einkaufen Energiekosten entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Wer seine Bescha�ung strategisch aufstellt, macht Kosten planbar.

E

nergiekosten sind seit der Krise 2022 zu einem harten Standortfaktor geworden. Schon 0,25 Cent je Kilowattstunde machen bei einem Verbrauch von mehreren Millionen Kilowattstunden im Jahr einen erheblichen Unterschied. „Energie ist im Mittelstand zur Chefsache geworden. Wer sie strategisch plant, statt sie nur einkauft, sichert seine Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Julian Rosenthal, Geschäftsführer der BVGE Consulting GmbH, die über 4.000 Unternehmen beim Energieeinkauf beraten hat.

Herr Rosenthal, raten Sie den Unternehmen eher zu einer langfristigen

Stromsteuerentlastung nach Paragraf 9b oder die Besondere Ausgleichsregelung. Dort verschenken viele Betriebe Geld, ohne es zu wissen. Im dritten Schritt entsteht daraus eine Beschaff ungsstrategie, auf Wunsch mit Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement.

Lösung mit Blick auf die Stromverträge?

Das kommt auf die Situation an, aber die entscheidende Frage ist nicht unbedingt die Laufzeit, sondern wie man einkauft.

Der größte Fehler ist die Stichtagsbeschaffung: an einem einzigen Tag den gesamten Bedarf fi xieren und hoffen, dass es der richtige war. Wir verteilen den Einkauf stattdessen in mehreren Tranchen über einen längeren Zeitraum, so wie man beim Sparen auch nicht alles an einem Tag anlegt. Das glättet Preisspitzen und macht die Kosten planbar. Den Markt exakt vorhersagen kann niemand, deshalb setzen wir auf Struktur statt auf Prognosen.

Weitere Informationen über die BVGE Consulting GmbH unter: www.bvge.com

Julian Rosenthal,

Geschäftsführer der BVGE Consulting GmbH

Wie gehen Sie bei der Beratung vor?

Wir arbeiten in drei Schritten. Zuerst schaffen wir Transparenz: Verbrauch, Lastgang, Vertragslaufzeiten. Dann geht es in die Tiefe und über den reinen Strompreis hinaus. Wir prüfen Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen, etwa die

Wie arbeiten Sie mit den Versorgern zusammen?

Wir arbeiten versorgerübergreifend und schreiben für jedes Mitglied breit am Markt aus. Welcher Anbieter den Zuschlag bekommt, entscheidet allein das Unternehmen, wir schaffen die Orientierung dafür. Ein Mittelstand, der seine Energiekosten im Griff hat, sichert Arbeitsplätze und stärkt am Ende den Standort Deutschland.


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M I T T E L S TA N D

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Der Mittelstand zwischen Bürokratieaufwuchs in Brüssel und Gold-Plating in Berlin G O L D - P L AT I N G

Ein besseres Zusammenspiel zwischen Brüssel und Berlin ist entscheidend für mehr Bürokratieabbau im Mittelstand. Text: Jakob Bratsch, Der Mittelstand. BVMW Fotos: Presse, Getty Images/unsplash+

K

aum ein Thema treibt den Mittelstand so um wie der Bürokratieabbau. Spricht man mit Mittelständlern, wird die hohe bürokratische Belastung häufig noch vor den Energiepreisen oder Personalkosten als derzeit größte Herausforderung beschrieben. Laut dem Normenkontrollrat (NKR) belaufen sich die Bürokratiekosten für die deutsche Wirtschaft auf rund 64 Milliarden Euro jährlich. Allein im Zeitraum 2022 bis 2025 wurden nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 325.000 Arbeitsplätze in der Wirtschaft neu geschaffen, um bürokratische Anforderungen zu bewältigen. Der Bürokratieaufwuchs trifft dabei besonders kleine Unternehmen und verhindert genau das, was die Wirtschaft aktuell dringend braucht: weniger Belastung für mehr Wettbewerb. Der notwendige Bürokratieabbau kann nur erfolgreich sein, wenn alle Akteure das gleiche Ziel verfolgen. Eine entscheidende Stellschraube hierfür ist das Zusammenspiel zwischen europäischer und bundesdeutscher Gesetzgebung. Leider entsteht aktuell der Eindruck, dass gerade hier in gegensätzliche Richtungen gearbeitet wird. So wurden allein im Berichtsjahr 2025 durch die EU-Kommission 1.456 Rechtsakte auf den Weg gebracht, ein Höchstwert der letzten Jahre. Zwar versucht auch Brüssel hier gegenzusteuern, doch der Nutzen dieser Reformbemühungen wird zunehmend kritisch hinterfragt. Auf Bundesebene scheinen

Dr. Christoph Wiedenroth, Referent für Europäische Angelegenheiten bei Der Mittelstand. BVMW

Weniger Bürokratie muss zum Wettbewerbsvorteil für den Mittelstand werden. hingegen erste Reformbemühungen zu greifen. So ist der Erfüllungsaufwand im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 laut NKR leicht um 1 Milliarde Euro gesunken, auch wenn das für viele Unternehmen vor Ort kaum spürbar ist. Soll der Bürokratieabbau in Deutschland jedoch weiter an Fahrt aufnehmen, wird es ohne Brüssel nicht gehen, denn ein hoher Anteil der bürokratischen Mehrbelastung findet dort seinen Ursprung. Gleichzeitig muss auch die Bundesregierung bei der Umsetzung europäischer Gesetze dringend nachsteuern. Zu häufig werden europäische Gesetze in Deutschland besonders streng ausgelegt. Dieses sogenannte Gold-Plating bedeutet für Unternehmen nicht nur einen höheren

Erfüllungsaufwand, sondern auch einen Wettbewerbsverlust gegenüber europäischen Konkurrenten und eine weitere Fragmentierung des europäischen Binnenmarkts. Untersuchungen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft zeigen, dass Gold-Plating häufig nicht zu höheren Schutzstandards führt, sondern die dazugehörigen Umsetzungsverfahren lediglich komplexer macht. Ein Beispiel hierfür ist das „Elektrogesetz“, welches die Inverkehrbringung, Rücknahme und Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten in Unternehmen regelt. Obwohl die EU-Richtlinie nur eine regelmäßige, weit gefasste Berichtspflicht vorsieht, greifen in Deutschland strenge monatliche Berichtsvorgaben. Eine effiziente Verwaltung war früher ein Garant für Wirtschaftswachstum in Deutschland. Damit dies wieder gelingt, muss der Bürokratieabbau für die Unternehmen endlich spürbar werden und beson-

ders kleine Unternehmen stärker entlasten. Es reicht nicht, sich auf den Abbau einzelner bürokratischer Wildwüchse zu konzentrieren, sondern die darunterliegenden Prozesse sind systematisch neu auszurichten. Im Zusammenspiel zwischen Brüssel und Berlin braucht es Reformen, die ineinandergreifen, konsequent auf Digitalisierung setzen und Bürokratie als Dienstleistung für Unternehmen verstehen. Fakten • Spürbarer Bürokratieabbau ist besonders für kleine Unternehmen dringend notwendig. • Während in Brüssel eine weitere Überregulierung droht, greifen in Deutschland erste Reformbemühungen. • Das Gold-Plating von europäischen Gesetzen muss in Deutschland konsequent auf ein Minimum zurückgefahren werden.

Ignite Group – Partner Content verfahren selbst zu arbeiten und lassen so beim sogenannten Gold Plating, Förderung trotz Bürokratie sichern Gerade der überschießenden deutschen Umsetzung Chancen liegen, die insbesondere im interBürokratie ist der stille Fördermittel-Killer im Mittelstand. Doch Unternehmen können den Aufwand reduzieren und sich trotzdem Zugang zu Fördermitteln sichern.

J

edes Jahr verzichten deutsche Mittelständler auf Fördermittel, die ihnen bereits zustehen, weil der

bürokratische Aufwand bis zur Bewilligung mehr Kapazitäten kostet, als das Tagesgeschäft erlaubt. Das ist kein Randproblem.

von EU-Vorgaben, entscheidet oft nicht die Idee über Erfolg oder Misserfolg eines Antrags, sondern die Kenntnis der Verfahrenswege und die internen Aufwände.

Die Ignite Group übernimmt genau den Teil, an dem viele Unternehmen scheitern: die Identifi kation passender Fördermöglichkeiten, die strukturierte Antragstellung und die vollständige Dokumentation, damit Unternehmen bei Betriebsprüfungen nicht nachträglich belegen müssen, was von Anfang an hätte dokumentiert sein sollen. Mit mehr als 300 Fördermittelexpert:innen erfolgt das vollständig erfolgsbasiert, bei 99 Prozent Compliance bei Behördenprüfungen. „Mittelständische Unternehmen haben sehr häufig Innovationskraft, aber selten die Kapazität, sich durch jedes Förder-

Mehr Informationen über die Ignite Group unter: www.ignite-group.com

nationalen Wettbewerb ein erheblicher Nachteil sind“, sagt Dr. Benjamin Hötzer, Geschäftsführer der Ignite Group. „Genau das ist unsere Aufgabe: Wir entlasten Firmen maximal und sorgen dafür, dass Bürokratie nicht länger der Grund ist, warum Fördermittel ungenutzt bleiben.“ Wer wissen will, welche Programme infrage kommen, fi ndet mit dem kostenfreien Fördercheck von Ignite Group in wenigen Minuten eine erste Einschätzung: ignite-group.com Fördermittel sind kein Zufallsgewinn, sondern ein Kapitalbaustein, den Unternehmen durch eigene Innovationsleistung bereits verdient haben und der strategisch genutzt werden sollte, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.


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M I T T E L S TA N D

Wer bei KI auf Perfektion wartet, verliert den Wettbewerb KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Dr. Hubertus Porschen ist Unternehmer, promovierter Volkswirt und elffacher Unternehmensgründer. Er führt die Dr. Hubertus Porschen GmbH sowie die KI-Beratung AI Transformation Partners (AITP) und begleitet mittelständische Unternehmen bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz. Warum Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit weniger von der Technologie selbst als von klaren Prozessen, konsequenter Umsetzung und unternehmerischem Mut abhängt, erklärt er im Interview. Text: Thomas Soltau Foto: Presse

Der Mittelstand fordert seit Jahren weniger Bürokratie. KI kann heute viele Verwaltungsaufgaben automatisieren. Warum klagen viele Unternehmen trotzdem noch über dieselben Prozesse wie vor fünf Jahren?

Weil viele ihre eigenen Prozesse nicht genau genug kennen. Wer einen schlechten Prozess mit KI unterstützt, beschleunigt nur das Chaos. Die Technologie ist da. Neue Prozesse entstehen erst aus Prozesskenntnis,

Ein internationaler Investor analysiert tausend mittelständische Unternehmen. Woran würde er sofort erkennen, dass sie aus Deutschland stammen?

Technologieverständnis, geschulten Mitarbeitenden und klarer Strategie.

Deutschland blickt häufig ins Silicon Valley oder nach China. Von welchem Land könnten sich familiengeführte Unternehmen hierzulande derzeit am meisten abschauen – und weshalb gerade dort?

Singapur. Dort ist KI kein Showthema, sondern wird systematisch in Prozesse übersetzt – mit klaren Verantwortlichkeiten, Qualifizierung und messbaren Ergebnissen. Das passt zu Familienunternehmen: langfristig denken, pragmatisch testen, konsequent skalieren. Nicht das zentralistische Modell kopieren, sondern die Umsetzungshaltung: weniger Piloten, mehr produktiver Einsatz. Auch Estland, Südkorea und die VAE lohnen den Blick. Von welcher derzeit gefeierten KIEntscheidung würden Sie einem mittelständischen Unternehmer heute ausdrücklich abraten?

Vom flächendeckenden Ausrollen von KI-Agenten, bevor die Basis steht. Die Reihenfolge: Prozesse analysieren, Use Cases identifizieren, Mitarbeitende schulen, KI-Strategie entwickeln – dann mit hoher Geschwindigkeit umsetzen. Wer sie umdreht, kauft teures Spielzeug.

Daran, dass die erste Frage den Risiken gilt und die zweite dem Datenschutz – bevor jemand über Chancen spricht. Dr. Hubertus Porschen, Unternehmer, promovierter Volkswirt, Unternehmensgründer

Wer einen schlechten Prozess mit KI unterstützt, beschleunigt nur das Chaos. Viele Geschäftsführer sagen, ihre Mitarbeitenden hätten Angst vor KI. Liegt das eigentliche Problem nicht häufig in der Chefetage?

Ja. Mitarbeitende haben keine Angst vor KI, sondern vor Unsicherheit und Unwissenheit. Dagegen helfen Plan, Strategie, verständliche Compliance-Regeln und breite Befähigung – und eine Geschäftsführung, die selbst Ahnung hat: Work like you talk, vorleben statt verordnen. Auffällig: Wer gute Kultur und gute Prozesse hat, kommt auch bei KI am schnellsten voran.

Sie sprechen jedes Jahr mit Hunderten Unternehmerinnen und Unternehmern. Bei welcher Aussage denken Sie inzwischen innerlich: Genau deshalb kommen wir beim Thema KI nicht voran?

„Wir warten, bis die Technologie ausgereift ist.“ Oder: „KI ist wie ein Messer – hat Vorund Nachteile.“ Bei elf Gründungen, einige davon gescheitert, habe ich am schnellsten aus Fehlern und dem Machen gelernt, nie aus dem Warten. Weg von der Perfektion, rein ins Doing, mit Strategie: KI ist vor allem ein Transformationsprojekt. Angenommen, morgen wären alle Beschäftigten souverän im Umgang mit KI: Welche Fähigkeit würde am Ende den Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Mittelständlern ausmachen?

Urteilskraft. Wenn alle die Werkzeuge beherrschen, gewinnt, wer die richtigen Fragen stellt, schnell entscheidet und Verantwortung übernimmt. Das, was gute Unternehmer schon immer ausgezeichnet hat – nur ohne Ausreden.

Epic Fusion – Partner Content

KI gehört in die Mitte des Unternehmens

Bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz gilt es eines zu beachten: Wer jetzt nicht handelt, verliert. Wer falsch handelt, verschwendet den Vorsprung.

K

ünstliche Intelligenz wird für mittelständische Unternehmen immer wichtiger. Wer die mit ihr verbundenen technischen Möglichkeiten ignoriert, wird schon bald im Konkurrenzkampf nicht mehr mithalten können. Und wer nicht rechtzeitig investiert, sondern zu lange wartet, der droht so weit zurückzufallen, dass der Rückstand nicht mehr aufzuholen ist. Andererseits gilt aber auch, dass die Anschaffung von KI im Unternehmen wohl durchdacht sein sollte, denn sonst droht die Gefahr, dass Lösungen für viel Geld gekauft werden, die das Unternehmen gar nicht benötigt. „Viele Unternehmen kaufen sich derzeit eine große Lösung und kleben sich dann den Button ‚KI‘ drauf, weil sie glauben, ihr Produkt sei dann mehr wert. Das ist aber der falsche Weg“, sagt Jannik Reinhard, Head of AI beim IT-Dienstleister Epic Fusion.

Herr Reinhard, wie sieht denn der richtige Weg aus, wenn ein Unternehmen

darüber nachdenkt, KI anzuscha�en?

Nicht mit dem Tool anfangen, sondern mit der Business-Analyse. Wir bei Epic Fusion wollen zuerst verstehen, wie gearbeitet wird, welche Tools bereits im Einsatz sind und wo KI tatsächlich einen Mehrwert bringt. KI muss in die bestehende Arbeitsumgebung integriert werden. So vermeiden wir neue Insellösungen und platzieren KI dort, wo sie wirklich Wirkung entfaltet. Unser Ziel ist es, KI in die Mitte des Unternehmens zu stellen und Prozesse effi zienter zu gestalten. Und wenn diese Fragen beantwortet sind?

Dann geht es um drei Dinge: Governance, Zielbild und Umsetzung. Governance steht dabei ganz am Anfang. Wer KI einfach einkauft, ohne zu wissen, was mit den eigenen Daten passiert, geht ein unnötiges Risiko ein und riskiert, seine Daten an amerikanische und chinesische Anbieter zu überführen. Wir müssen deshalb früh klären, welche Daten ver-

Weitere Informationen über Epic Fusion unter: www.epicfusion.com

arbeitet werden, wo sie liegen und welche Anbieter wir einsetzen. Und die anderen beiden Punkte?

Es braucht, zweitens, ein genaues Zielbild: Was soll KI konkret verbessern? Erst danach geht es an die Umsetzung. Nicht jede KI-Anwendung ist automatisch sinnvoll – sie muss einen messbaren Mehrwert für das Unternehmen liefern.

Jannik Reinhard,

Head of AI bei Epic Fusion

Ist es ratsam, in Schritten zu arbeiten oder besser, alles auf einmal umzusetzen?

Es ist besser, schrittweise zu starten. Wir picken zunächst einige Bereiche heraus, und schauen, wie die KI-Lösung funktioniert. In diesem Stadium sind Fragen wichtig wie: Wird sie von Mitarbeitenden genutzt? Spart sie Zeit? Wo hat es Potential? Diese Ergebnisse können wir dann hochskalieren und für den weiteren Prozess nutzen. So setzen wir die Lösung nach und nach um. Wie wichtig ist es, die Angestellten einzubeziehen?

Sehr wichtig. KI verändert die Art, wie Menschen arbeiten. Deshalb müssen Mitarbeitende verstehen, was sich verändert, was ihnen KI bringt und wo weiterhin der Mensch entscheidet. Denn nur wenn die Mitarbeitende mitziehen, kann KI zum Erfolg für das Unternehmen werden. Und weil sich KI ständig weiterentwickelt, gehört auch eine kontinuierliche Weiterbildung dazu.

Wer KI einfach einkauft, ohne zu wissen, was mit den eigenen Daten passiert, geht ein unnötiges Risiko ein. Wie lange dauert es, bis sich die Kosten amortisieren?

Produktivität und Effi zienz steigen, sobald die erste Teillösung implementiert ist. Und schon bald kann das Unternehmen das Produkt breiter aufbauen, Mitarbeitende stärker entlasten sowie erheblich effi zienter arbeiten. Zudem muss es weniger externe Experten, zum Beispiel für Vertragsprüfung, beziehen – das alles spart Kosten. Entscheidend ist, KI nicht als einzelnes Tool zu sehen, sondern als Hebel für effi zientere Arbeitsweisen.


Emrich Business Consulting – Partner Content

contentway.de

M I T T E L S TA N D

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Wettbewerbsfähigkeit erhalten, aber wie? Upgrade: Moderne cloudbasierte ERP-Lösungen sind benutzerfreundlich, individuell anpassbar und bieten genau die Power, die KMU brauchen.

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achkräftemangel, explodierende Kosten, globaler Wettbewerb, regulatorische Anforderungen und anspruchsvolle Kunden: Herausforderungen, mit denen Unternehmen aus dem Mittelstand konfrontiert sind. Auch die Themen Digitalisierung und KI als wichtigste Quellen für Neuerungen dominieren die Agenda. Eine aktuelle Studie von Kf W Research zeigt jedoch, dass lediglich 20 % der Mittelständler bereits KI nutzen. Statt im digitalen Zeit-

alter Fuß zu fassen, arbeiten folglich viele Unternehmen weiter mit veralteten, kostenintensiven ERP-Systemen, on-premise statt in der Cloud. „Ein täglicher Kampf mit Excel-Tabellen, Insellösungen und manueller Datenübertragung zwischen Outlook, Lagerlisten und Buchhaltung ist da vorprogrammiert. Da passt nichts richtig zusammen. Prozesse laufen nicht optimal, kosten wertvolle Zeit und Nerven“, weiß Michael Emrich, Geschäftsführer von Emrich Business Consulting. Mit seinem Team hilft er Firmen, Abläufe zu vereinfachen, Systeme zu verbinden und Routineaufgaben zu automatisieren, damit seine Kunden sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

haltung, Lager und Einkauf in einem System. Zudem integriert sie sich nahtlos in Microsoft 365, Excel, Outlook und Teams. Weiterer Vorteil: Automatisierte Prozesse sparen Zeit, reduzieren Fehler und steigern die Effizienz. Echtzeitdaten ermöglichen bessere Transparenz und schnellere Entscheidungen. Ferner ist die Plattform sicher, skalierbar, flexibel und an individuelle Anforderungen anpassbar. „Bevor es an die Planung und Implementierung geht, bedarf es jedoch einer sauberen Analyse der Anforderungen und vorhandenen Schnittstellen sowie einer realistischen Bestandsaufnahme der Datenqualität. Außerdem sind klare Zieldefinitionen vor Projektstart nötig“, so Emrich.

„Viele Unternehmen scheuen sich immer noch davor, ihre ERP-Prozesse zu hinterfragen und neu auszurichten“, so Emrichs Erfahrung. „Dabei ist der Wechsel in die digitale Welt Voraussetzung, um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. So werden die KI-Nutzung und die digitale Zusammenarbeit, etwa mit Steuerberatung oder Vertriebspartnern, sowie das Arbeiten im Home-Office unterstützt.“ Eine cloudbasierte ERP-Lösung, die Emrich empfiehlt, ist Microsoft Dynamics 365 Business Central. Sie vereint wichtige Unternehmensbereiche wie Finanzbuch-

Um Unternehmen die Scheu zu nehmen, in puncto cloudbasierter Prozessoptimierung mutig voranzuschreiten, empfiehlt er: „Es muss nicht immer gleich der ‚Big Bang‘ sein, auch ein ERP-Umstieg in Phasen ist möglich. Entscheidend ist allerdings, den richtigen Partner an seiner Seite zu haben und die eigenen Leute im digitalen Transformationsprozess mitzunehmen. Veränderungsbereitschaft, klare Führung und eine stimmige Unternehmenskultur sind die Basis für Akzeptanz auf ganzer Linie.“ Noch ein wichtiger Punkt zum Schluss: Unternehmen, die mit

Michael Emrich,

Geschäftsführer von Emrich Business Consulting

Unternehmen, die jetzt nicht agieren, droht die komplette Abkopplung vom Thema Innovation. veralteten ERP-Versionen wie Navision 2018 arbeiten, sollten beachten, dass der „Extended Support“ durch Microsoft nur noch bis Januar 2028 läuft. „Als Planungspuffer taugt das, als Ausrede fürs Aufschieben nicht“, sagt Michael Emrich. „Die Migration braucht Mut und Vorlauf. Unternehmen, die jetzt nicht agieren, droht die komplette Abkopplung vom Thema Innovation.“

EBC

Mehr Informationen über Emrich Business Consulting: www.emrich-bc.com Simreka – Partner Content

Wissen, das bleibt

Beim Generationswechsel droht Unternehmen mehr verloren zu gehen als Personal. KI kann helfen, wertvolles Erfahrungswissen für die Zukunft zu sichern.

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enn erfahrene Fachkräfte gehen, nehmen sie oft etwas mit, das in keiner Stellenbeschreibung steht: das Wissen darüber, was in der Praxis funktioniert. Gerade für mittelständische Unternehmen kann das zum Problem werden. Wertvolles Knowhow steckt häufig in Köpfen, alten Versuchsreihen oder verstreuten Daten. Für Nachfolger bedeutet das im schlechtesten Fall, Erfahrungen mühsam neu sammeln zu müssen.

solange die Menschen noch im Unternehmen sind. Erfahrene Mitarbeitende wissen etwa, warum sich bestimmte Materialien oder Rezepturen unter veränderten Bedingungen anders verhalten oder welche Anpassungen im Prozess nötig sind. Solches Wissen steckt häufig in Köpfen, Berichten, historischen Versuchen oder Labordaten. KI kann diese Informationen zusammenführen, durchsuchbar und für künftige Entscheidungen nutzbar machen. So bleibt Erfahrungswissen im Unternehmen.

Gleichzeitig wächst der Druck, schneller neue Produkte und Materialien zu entwickeln. KI kann dabei helfen, vorhandenes Wissen besser zu nutzen. Wie das funktioniert, zeigt Dr. Akshay Patel, Co-Founder von Simreka. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Software für virtuelle Experimente und das Datenmanagement bei Simulationen in Forschung und Entwicklung.

Wie hilft Simreka dabei konkret?

Wenn erfahrene Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen, droht jahrzehntelanges Wissen verloren zu gehen. Wie lässt es sich bewahren?

Wichtig ist, dieses Wissen zu sichern,

Mehr Informationen über Simreka unter: www.simreka.com

Unsere KI-gestützten Simulationen lernen aus früheren Experimenten, Dokumenten und Daten und erkennen Zusammenhänge zwischen Materialien, Rezepturen, Produktionsprozessen und Ergebnissen. Daraus entsteht eine Art digitales Gedächtnis für Forschung und Entwicklung. Neue Mitarbeitende müssen sich nicht monatelang durch Berichte, Tabellen und Datenbanken arbeiten, sondern erhalten einen gezielteren Ausgangspunkt für neue Versuche. So können sie auf vorhandenem Wissen aufbauen und es weiterentwickeln.

Viele Beschäftigte fürchten, dass KI ihre Arbeit ersetzt. Wo bleibt der Mensch unverzichtbar?

KI ersetzt vor allem Aufgaben, nicht Menschen. Sie kann große Informationsmengen verarbeiten, Zusammenhänge erkennen und Vorschläge machen. Ob ein Vorschlag wissenschaftlich sinnvoll, tatsächlich produzierbar oder für den Kunden passend ist, müssen Menschen beurteilen. Dafür braucht es Erfahrung, Kontext und Urteilsvermögen. KI nimmt zeitaufwendige Grundlagenarbeit ab und schaff t mehr Raum für anspruchsvollere Entscheidungen. Was verändert sich dadurch für die Arbeit in Forschung und Entwicklung?

Mitarbeitende können sich stärker darauf konzentrieren, welches Problem gelöst werden muss und wie unter Unsicherheit entschieden werden sollte. Dabei kann KI die Erfahrungen früherer Generationen nutzbar machen. Neue Erfahrung ersetzt das jedoch nicht: Menschen müssen weiterhin experimentieren, Ergebnisse hinterfragen und daraus

Dr. Akshay Patel,

Co-Founder von Simreka

KI ersetzt vor allem Aufgaben, nicht Menschen. Sie kann große Informationsmengen verarbeiten, Zusammenhänge erkennen und Vorschläge machen. neues Wissen entwickeln. Die Chance liegt darin, vorhandenes Wissen schneller verfügbar zu machen und mehr Zeit für die bahnbrechenden Innovationen von morgen zu gewinnen.


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Fachkräftemangel im Mittelstand Auch weil niemand genau weiß, wie die Arbeitswelt in fünf Jahren aussehen wird?

FA C H K R Ä F T E M A N G E L

Im Gespräch mit Laura Bornmann, HR-Expertin und eine der führenden Stimmen in Deutschland für New Leadership und New Work. Text: Julia Butz Foto: Farina Deutschmann

Frau Bornmann, wo liegen die Ursachen für den Fachkräftemangel?

Seit Jahren ist klar, dass zu wenig Nachwuchs nachkommt, und mit dem Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand verschärft sich die Situation weiter. Das war lange absehbar, konsequent gegengesteuert wurde jedoch kaum. Zudem erleben wir einen massiven Qualifikations-Mismatch. Gut ausgebildete Menschen finden keine passende Stelle, auch weil aufgrund der wirtschaftlichen Lage derzeit viele vorsichtig sind, neue Leute einzustellen. In anderen Bereichen fehlen dringend erforderliche Kompetenzen und Unternehmen schaffen es nicht, Menschen schneller für neue Aufgaben zu qualifizieren. Der Arbeitsmarkt hat sich einfach fundamental verändert. Damit müssen sich auch unsere Prozesse verändern. Was bedeutet das konkret für die HR-Abteilung?

Unternehmen müssen im Recruiting grundlegend umdenken. Statt weiter nach

Laura Bornmann, HR-Expertin und eine der führenden Stimmen für New Leadership und New Work

Wer gute Fachkräfte gewinnen will, muss schneller entscheiden. dem perfekten Kandidaten mit passender Branchenerfahrung zu suchen, sollten sie stärker auf Potenzial und Lernbereitschaft setzen. Auch die langen Bewerbungsprozesse, monatelangen Assessment-Center, … all das können wir uns heute nicht mehr leisten. Wer gute Fachkräfte gewinnen will, muss schneller entscheiden, offen für Quereinsteiger und neue Perspektiven sein und vor allem den Fokus stärker auf Entwicklungspotenzial und Lernbereitschaft legen. Das sind die Anforderungen, die wir heute brauchen.

Ja, insbesondere da sich KI rasant weiterentwickelt und zunehmend Aufgaben übernimmt, die bisher menschliches Wissen erfordert haben. Ich finde, auch heute dürfen wir Leistung nicht an der Arbeitszeit messen bzw. sie ist längst kein Indikator mehr für Leistung. Entscheidend sind vielmehr Fähigkeiten wie die genannte Lernbereitschaft, aber auch Begeisterungsfähigkeit, Empathie, Netzwerkfähigkeit, Mut zu Entscheidungen. Welche Rolle spielt dabei die Führungskraft?

Führung ist ein zentraler Hebel für Fachkräftesicherung. Natürlich spielt eine faire Bezahlung eine wichtige Rolle, aber Menschen bleiben vor allem dort, wo sie sich wertgeschätzt und gesehen fühlen. Führungskräfte, die Vertrauen schaffen, zuhören und auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden eingehen, machen einen entscheidenden Unterschied. Dabei glaube ich nicht, dass wir einen grundsätzlichen Generationenkonflikt haben. Denn wir alle wollen Wertschätzung, Sinn in unserer Arbeit, Entwicklungsmöglichkeiten und ein gewisses Maß an Flexibilität. Der Unterschied ist eher, dass Jüngere diese Themen stärker einfordern. Und gerade für den Mittelstand birgt dies große Chancen: kurze Entscheidungswe-

Arbeitszeit ist längst kein Indikator mehr für Leistung. ge, Verantwortung übernehmen, Dinge bewirken und wirklich mitgestalten – das kann ich im Mittelstand oftmals sehr viel besser als in einem Konzern. In den vergangenen Jahren lag der Fokus häufig auf den Bedürfnissen jüngerer Generationen. Dabei haben sich manche Ältere weniger gesehen gefühlt. Unternehmen sollten anerkennen: Der Erfolg von heute basiert auch auf der Leistung und dem Engagement der erfahrenen Generationen. Und gute Führung sorgt dafür, dass sich auch gemischte Teams mit einer gemeinsamen Mission, auf gleicher Wertebasis und mit Verständnis füreinander entwickeln. Fakten Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass bis 2028 rund 768.000 Fachkräfte fehlen könnten, wenn keine wirksamen Gegenmaßnahmen greifen. 2025 waren kleine und mittlere Unternehmen besonders vom Fachkräftemangel betroffen. Quelle: IW-Meldung vom 25.03.26

Continentale Versicherung – Partner Content Foto: © Dragana Gordic / Adobe Stock

Gesundheit wird zum Arbeitgeberthema Foto: © Thommy Mardo

Die GKV-Reform erhöht für viele Versicherte die Eigenbelastung. Betriebliche Gesundheitsleistungen werden deshalb für Beschäftigte immer wichtiger.

Eva-Maria Donzelli,

Leiterin Firmen- und Verbandskunden Kranken

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as GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren, bringt für Versicherte aber spürbare Veränderungen. Seit Ende Juli sind zum Beispiel homöopathische Arzneimittel grundsätzlich aus dem Leistungskatalog gestrichen. Ab 2027 steigen gesetzliche Zuzahlungen um 50 Prozent, zugleich sinken die Festzuschüsse für Zahnersatz um zehn Prozentpunkte. Zusätzliche Gesundheitsleistungen können damit an Wert gewinnen.

Eine geeignete Option für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber ist dabei die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Sie ist jedoch längst kein Standard: Nach Angaben des PKV-Verbands bieten nur zwölf Prozent der Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten eine bKV an. Eine aktuelle Studie der Continentale unterstreicht ebenfalls die Bedeutung betrieblicher Krankenversicherung. Für Unternehmen ist das auch eine Personalfrage. Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, konkurriert längst nicht mehr allein über das Gehalt. Eine bKV kann die Mitarbeiterbindung stärken und dazu beitragen, krankheitsbedingte Kosten zu reduzieren. Hier setzt die Continentale mit bKV ConCEPT an. Das modular aufgebaute Angebot umfasst ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen. Die drei Tariflinien Choose, Save und Smile lassen sich entsprechend dem Bedarf der Belegschaft kombinieren. Bei den Budgettarifen entscheiden Beschäftigte innerhalb des ver-

Mehr Informationen über die Continentale Versicherung unter: www.continentale.de

einbarten Budgets selbst, welche Leistungen sie nutzen. Die bKV ConCEPT kann dabei bereits ab zehn zu versichernden Beschäftigten eingerichtet werden, für Mitarbeiter ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten. „Mit der GKV-Reform dürfte die betriebliche Krankenversicherung weiter an Bedeutung gewinnen. Wenn gesetzlich Versicherte bei Medikamenten und Zahnersatz höhere Eigenanteile tragen müssen und Leistungen eingeschränkt werden, wird die zusätzliche Absicherung über den Arbeitgeber noch attraktiver“, sagt Eva-Maria Donzelli, Leiterin Firmenund Verbandskunden Kranken bei der Continentale Versicherung. Zu ConCEPT gehören auch AssistanceLeistungen, die im Alltag unmittelbar unterstützen. Dazu zählen ein Facharztterminservice, eine Videoberatung mit

Ärzten verschiedener Fachrichtungen und ein 24/7-Gesundheitsservice. Besonders hilfreich sind auch die Angebote für Pflege und mentale Gesundheit. Versicherte können sich etwa telefonisch oder per Video von Psychologen und Psychotherapeuten beraten lassen. Die Pflege-Assistance unterstützt unter anderem bei Anträgen und bei der Suche nach Pflegediensten oder einem Heimplatz. Über ConCORP, das Kundenportal, sind die Services zentral erreichbar. Für Arbeitgeber zählt neben den Leistungen auch die Kalkulierbarkeit. Die Continentale garantiert ihren Firmenkunden bis Ende 2027 konstante bKV-Beiträge – und damit im achten Jahr in Folge Beitragsstabilität. „Damit profitieren unsere Firmenkunden nicht nur von Beitragsstabilität, sondern vor allem auch von Planungssicherheit“, betont Eva-Maria Donzelli.


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Arbeitszeit neu gedacht Fidelity International – Partner Content

Flexible Erwerbsbiografien werden wichtiger. Zeitwertkonten können Beschäftigten Freiräume schaffen und Unternehmen bei der Personalbindung helfen.

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lexibilität ist für viele Beschäftigte zu einem wichtigen Kriterium bei der Gestaltung ihres Berufslebens geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes konnten 2024 knapp 50 Prozent der Erwerbstätigen ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise flexibel gestalten. Doch während Gleitzeit und Arbeitszeitkonten längst etabliert sind, geht es zunehmend auch um längere Freiräume: ein Sabbatical, Zeit für Weiterbildung oder einen gleitenden Übergang in den Ruhestand. Zeitwertkonten können solche Phasen finanzieren, indem Beschäftigte Entgelt oder Arbeitszeit ansparen und später für eine bezahlte Freistellung einsetzen. Für Arbeitgeber kann daraus zugleich ein Instrument für Mitarbeiterbindung und langfristige Personalplanung werden. Trotzdem sind Zeitwertkonten bislang kein Standard: Nur 29,6 Prozent der befragten Organisationen mit mehr als 300 Beschäftigten bieten sie an. Fidelity International hat gemeinsam mit der Universität Hamburg untersucht, woran das liegt und welches Potenzial noch besteht. Die Investmentgesellschaft verwaltet Vermögen, bietet Lösungen für die betriebliche Altersversorgung und Zeitwertkonten an. Christof Quiring, Head of Workplace Investing bei Fidelity International, ordnet die Studienergebnisse ein und zeigt, wie Unternehmen Zeitwertkonten praktikabel umsetzen können.

ihre Arbeitszeit schrittweise reduzieren. Dadurch bleibt Wissen länger im Unternehmen und kann an jüngere Kollegen weitergegeben werden.

Knapp 30 Prozent der größeren Organisationen bieten Zeitwertkonten an. Warum ist die Verbreitung noch so gering?

Ein wesentlicher Grund ist die Komplexität. Unternehmen müssen Insolvenzschutz, Bilanzierung, Administration und Sozialversicherungsbeiträge organisieren. Hinzu kommt die Werterhaltgarantie. Das Potenzial bleibt sehr groß. Im Mittelstand fehlen häufig die Spezialisten, die große Unternehmen dafür einsetzen können. Wie lässt sich diese Hürde senken?

Indem Einführung und Verwaltung möglichst einfach und standardisiert gestaltet werden. Wir begleiten Unternehmen bei der Ausgestaltung: Wer kann teilnehmen, wofür soll das Konto genutzt werden und wie wird das Guthaben angelegt? Mit Musterzusagen und standardisierten Folgeprozessen lässt sich der interne Aufwand deutlich reduzieren. Mittelständler sollen dafür keine zusätzlichen Spezialisten einstellen müssen. Lange galt das Zeitwertkonto vor allem als Instrument für den Vorruhestand. Das verändert sich.

Der Vorruhestand ist mit knapp 37 Prozent weiterhin der häufigste Nutzungszweck, danach folgen bereits Sabbaticals. Jüngere Beschäftigte wollen eher zeitweise aus-

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Christof Quiring,

Head of Workplace Investing bei Fidelity International

Ein Zeitwertkonto entfaltet seinen Nutzen erst, wenn die Beschäftigten verstehen, welche Möglichkeiten es ihnen bietet. steigen oder Freiräume für Weiterbildung schaffen. Für ältere Mitarbeiter ist dagegen der gleitende Übergang in den Ruhestand interessant. Zeitwertkonten können so sehr unterschiedliche Lebensphasen abbilden. Welche Bedeutung bekommt diese Flexibilität im Wettbewerb um Fachkräfte?

Zeit wird zunehmend zu einem wichtigen Benefit. Unternehmen können Beschäftigten mehr Flexibilität ermöglichen und sie damit stärker binden. Gleichzeitig lässt sich der Übergang in den Ruhestand so gestalten, dass erfahrene Mitarbeiter

Bei der Anlage der Wertguthaben dominieren Versicherungslösungen. Was spricht für investmentbasierte Modelle?

Die gesetzliche Werterhaltungsgarantie führt dazu, dass viele Unternehmen sehr konservativ anlegen und damit auf Renditechancen verzichten. Fidelity verwaltet inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Euro an Wertguthaben in Fonds. Dabei geht es nicht um maximale Rendite, sondern um ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Ertrag. Über längere Ansparzeiträume kann der Kapitalmarkt das Wertguthaben erhöhen – und zusätzliche Freistellungszeit ermöglichen. Was bietet Fidelity Unternehmen, die ein Zeitwertkonto einführen oder ein bestehendes Modell besser nutzen wollen?

Wir begleiten sie von der Konzeption bis zur Umsetzung und können Insolvenzschutz, Kontenadministration und Kapitalanlage aus einer Hand übernehmen. Ebenso wichtig ist die Mitarbeiterkommunikation. Unsere Studie zeigt, dass fehlende Informationen eine wesentliche Hürde sind. Deshalb setzen wir auf Veranstaltungen, individuelle Betreuung, Webinare und Erklärvideos. Ein Zeitwertkonto entfaltet seinen Nutzen erst, wenn die Beschäftigten verstehen, welche Möglichkeiten es ihnen bietet.


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„Wir brauchen mehr Mut und Tempo“

In der Krise benötigen Unternehmen oft eine Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells. Es hapert meist nicht an der Erkenntnis, sondern an der Umsetzung.

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s ist offensichtlich, dass die deutsche Wirtschaft sich in einer konjunkturellen Schwächephase befindet. Der Markt steht insgesamt unter erheblichem Druck. Die Wettbewerbsintensität im internationalen Umfeld, insbesondere aus Asien, hat massiv zugenommen. Gleichzeitig gerät der Produktionsstandort Deutschland kostenseitig massiv ins Hintertreffen. Das betrifft Kernbranchen wie die Automobilindustrie und den Maschinenbau, aber mittlerweile auch die gesamte Konsumgüterindustrie. Deutschland ist mit vielen verschiedenen Krisen in den vergangenen Jahren wie Corona, Engpässen in den Lieferketten, dem Ukraine- und dem Iran-Krieg mit der Sperrung der für den Welthandel so wichtigen Straße von Hormus konfrontiert. Das bringt eine Reihe von Problemen mit sich wie einen erhöhten Kostendruck, da die hiesige Wirtschaft, vor allem was Arbeitnehmerkosten und die Kosten für Infrastruktur und Energie betrifft, international nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Das hat deutliche Nachteile gegenüber dem Wettbewerb außerhalb Europas zur Folge.

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Herr Schlarmann, Unternehmen geraten oft schleichend in eine Krise. Was sind aus Ihrer Sicht die klassischen Frühwarnsignale für Unternehmen?

Dirk Schlarmann,

Gründer und CEO von AUXIL

Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Allerdings: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Das Grundproblem ist hausgemacht, denn die Kostennachteile der deutschen Wirtschaft sind seit Jahren bekannt. Früher konnte das durch technologische Überlegenheit „wegoptimiert werden“. Heute sind Produkte aus Asien technologisch mindestens gleichwertig, aber deutlich kosteneffizienter. „Wir haben zu lange zugewartet, uns auf die Zukunft auszurichten. Wir müssen hierzulande die Wettbewerbsfähigkeit von Geschäftsmodellen wieder stärken“, sagt Dirk Schlarmann, Gründer und CEO von AUXIL.

Richtig, die Krise eines Unternehmens wächst oft leise und gefährlich. Wenn man die verschiedenen Stadien durchläuft, beginnt es meist mit einer Stakeholderkrise, gefolgt von einer Strategiekrise. Dann kommen die Produktabsatz- und Ertragskrise, bis es zur Liquiditätskrise und schließlich zur Insolvenz führt. Das Problem ist: Viele Unternehmen kommen erst zu uns, wenn sie Liquiditätsprobleme haben. Dabei sind dem meist jahrelange Ertrags- und Strategiefehler vorausgegangen. Ein Warnsignal ist fehlendes „Fleisch am Knochen“ – also zu wenig Ertragskraft, fehlende Liquidität und letztlich zu geringes Eigenkapital, um Innovationen aus eigener Kraft zu finanzieren. In Zeiten steigender Zinsen und restriktiver Kreditvergabe wird das zum existenziellen Risiko. Ist eine Neuausrichtung der rettende Ausweg für strauchelnde Betriebe?

Man muss hier zwischen Restrukturierung und Transformation unterscheiden. Restrukturierung ist reaktiv. Sie beseitigt Probleme, die bereits sichtbar sind, korrigiert Fehlentwicklungen der Vergangenheit und findet unter Druck und mit deutlich weniger Freiheitsgraden

statt. Transformation setzt früher an. Sie nutzt vorhandene Ertragskraft und den verfügbaren Handlungsspielraum, um das Geschäftsmodell aktiv nach vorn zu entwickeln. Die Methoden und Werkzeuge können sich dabei überschneiden. Der entscheidende Unterschied liegt in der Blickrichtung und in der Position, aus der heraus ein Unternehmen handelt: aus eigener Kraft und mit Optionen oder unter zunehmendem äußeren Druck. Erfolgreiche Unternehmen berücksichtigen zudem immer auch das Scheitern. Sie fragen sich schon während es ihnen gut geht: Was müssen wir verändern, damit wir morgen nicht scheitern? Diejenigen, die bereits hart in der Krise stecken, haben diese Möglichkeit des Scheiterns über Jahre missachtet, weil die Ergebnisse noch halbwegs stimmten. Wie gehen Sie denn methodisch vor, wenn ein Geschäftsführer Sie um Hilfe bittet?

Das hängt tatsächlich vom Krisenstadium ab, in dem sich das Unternehmen befindet. Bei gesunden Unternehmen entwickeln wir Transformationskonzepte für die Zukunft. Gibt es bereits Krisenindikatoren, nutzen wir Business Reviews oder Sanierungsgutachten nach rechtlichen Standards, um die nachhaltige Sanierungsfähigkeit und die dafür


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notwendigen Bedingungen zu prüfen. Mit welchen Kunden und Produkten verdient das Unternehmen Geld? Was sind die Werterzeuger und wer die Wertvernichter im Portfolio? Gibt es Controlling-Instrumente und Frühwarnsysteme? Wie sieht die Abhängigkeit von einzelnen Banken und Kunden aus? Wir schauen uns auch die Managementstrukturen an: Gibt es klare Verantwortlichkeiten? Eine Erfahrung, die wir während dieses Prozesses immer wieder machen, ist: Viele Geschäftsführer und Führungskräfte wissen genau, was schiefl äuft, scheitern aber an der Initialisierung und Umsetzung der Veränderungsmaßnahmen. Veränderung ist schwer, weil jeder sie zwar möchte – aber sie soll doch bitte beim Nachbarn anfangen und nicht bei einem selbst. Ist es also grundsätzlich besser, so früh wie möglich externe Partner einzubinden?

Absolut. Es ist am sinnvollsten, wenn wir so früh wie möglich involviert werden, also, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wenn wir in ein hochgradig krisenbehaftetes Unternehmen kommen, agieren wir wie Notärzte. Dann geht es in den ersten Monaten zunächst oft nur um die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und Durchfi nanzierung, gefolgt von teils einschneidenden Personal- und Strukturmaßnahmen, Produktbereinigungen etc. In Transformationen hingegen haben wir deutlich mehr Handlungsspielraum. Erfolgreiche Unternehmen haben Frühwarnsysteme, in denen sie ihr Scheitern planen, um genau selbiges gezielt zu vermeiden, eine diversifi zierte Kapitalstruktur und eine fortlaufende Ausrichtung aller Unternehmensprozesse entlang sich stetig verändernder Kundenbedarfe.

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Transformation braucht Geschwindigkeit. Wir müssen aufhören, uns als Opfer der Umstände zu sehen, und wieder in die Täterrolle kommen – im Sinne von Machen. Tun kommt von Machen und nicht von Warten. Wir brauchen wieder mehr Fleiß, Disziplin und Mut zur Veränderung. Wir brauchen wieder mehr Fleiß, Disziplin und Mut zur Veränderung.

Es scheint so, als gehe es also auch um eine Mentalitätsfrage. Was muss sich in der Mentalität des deutschen Mittelstands ändern?

In volatilen Zeiten und Märkten greift eine reine Bankenfi nanzierung von Geschäftsmodellen oft zu kurz. Es braucht mehr strategische Partnerschaften und alternatives Wachstumskapital im Startup-Character. Dies wiederum funktioniert aber nur, wenn Unternehmen nachweislich belastbare Geschäftsmodelle haben oder entwickeln. Und wir brauchen Tempo. Transformation braucht Geschwindigkeit. Wir müssen aufhören, uns als Opfer der Umstände zu sehen, und wieder in die Täterrolle kommen – im Sinne von Machen. Tun kommt von Machen und nicht von Warten. Wir brauchen wieder mehr Fleiß, Disziplin und Mut zur Veränderung. Wir müssen auch mal darüber diskutieren, dass Menschen, die Lust darauf haben, auch mal zehn oder zwölf Stunden arbeiten dürfen, ohne durch Bürokratie reglementiert zu werden. Nicht für jeden bedeutet viel Arbeit Zumutung.

bereiten, statt nur auf Forderungen von Gläubigern zu reagieren. Unser Credo ist: Transformation ist unternehmerische Neuausrichtung und damit der Weg zur Unabhängigkeit.

Gibt es spezi�sche Kompetenzfelder, die Sie für den Erfolg als essenziell erachten?

Lassen Sie uns zum Abschluss den Bogen zurück zur allgemeinen Lage schlagen. Trotz aller Warnungen: Sind Sie grundsätzlich optimistisch für den Standort Deutschland?

Es gibt fünf und wir nennen sie unsere fünf Kernkompetenzen: „Turn“ steht für die kurzfristige Stabilisierung. „Asset“ bedeutet das Herausschälen von Kernkompetenzen. „Skills“ ist die Befähigung der Mitarbeiter. „Digit“ meint gezielte Digitalisierung und KI-Einsatz dort, wo sie wirklich Nutzen bringen – nicht einfach nur Schlagworte nachplappern. Und schließlich „Next“, also das zukünftige Geschäftsmodell. Die Kombination dieser Felder führt zum „Next Level of Market Competition“. Tatsache ist: Man braucht heute mehr als nur eine Kompetenz, um erfolgreich zu sein. Ein zentraler Begri� für Sie ist die „unternehmerische Unabhängigkeit“. Warum ist diese so wichtig?

Das ist die Glocke über allem. Wer unternehmerisch unabhängig ist, kann frei über seine Strategie und seine Investitionen entscheiden. Er kann sein Unternehmen aktiv auf die Zukunft vor-

Ja, ich glaube fest daran, dass der deutsche Mittelstand die Power für diese Transformation hat. Wir haben hervorragende Ansätze in Bereichen wie Quantencomputing und eine enorme Engineering-Vielfalt. Wir werden also in den kommenden Jahren weiterhin einen Shift von Qualifi kationen sehen, weg von klassischen Funktionen in der Produktion hin zu eher daten- und softwaregetriebene Qualifi kationen. Wir wurden jahrzehntelang für „Made in Germany“ gelobt, aber inzwischen müssen wir uns das neu verdienen. Wenn wir den Leuten, die etwas bewegen wollen, die Möglichkeit dazu geben, und uns auf unsere Tugenden wie Innovationshunger und Disziplin besinnen, dann können wir wieder führend werden. Wir müssen jetzt die Energie auf bringen, um in erfolgreiche Geschäftsmodelle zu transformieren.


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tionsbereich wird das mit diesem alten, industriellen Lohnarbeitsmodell scheitern: nicht auf technologischer Ebene, sondern auf kultureller. Weil es keine Incentivestruktur dafür gibt, wenn jemand seine Arbeit dreimal so schnell schafft. Er wird dann mit mehr Arbeit bestraft. Und alle Einsteigerjobs von KI machen zu lassen, wäre ein ziemliches Leben auf Pump. In vier, fünf Jahren hätte man dann ein Loch im Unternehmen. Darüber wird noch ein ziemlicher Generationenkonflikt entstehen.

MATTHIAS HORX

MH: Ja, die KI ist ein zweischneidiges Schwert, das wir noch nicht zu führen gelernt haben. Einerseits kann sie Effizienzen beschleunigen, während gleichzeitig das ganze Organisationsgefüge auseinanderbrechen kann. KI ist ein gigantischer Hype und ein riesiges Versprechen, dass alles extrem viel produktiver wird und dass es uns dabei besser geht. Aber das ist mit Sicherheit nicht die Wahrheit. Die Implementierung von KI erfordert ein tiefgründiges Nachdenken darüber, wo das wie sinnvoll ist. In der Produktion mit Sicherheit, in der Kommunikation generiert sie unfassbare Schnittstellenprobleme. Menschen durch KI zu ersetzen, ist eine der Märchenwolken unserer Zeit. Wo ist die Politik gefragt? MH: Ich finde, dass die Regierung das

Komplexitätsüberladener Optimismus GROSSES INTERVIEW

Die Zukunftsforscher Matthias und Tristan Horx im generationsübergreifenden Interview über die Transformation des deutschen Mittelstands.

ganz gut macht in den einzelnen Feinjustierungen, die man als Staat machen kann. Aber der Staat ist nicht dafür da, neues Wirtschaftswachstum zu erzeugen. TH: Aus der jungen Perspektive finde ich, dass der Staat jetzt mal eine wirtschaftliche Zukunftsvision zeigen sollte. Und: Wenn nur Politik für Rentner gemacht wird, dann werdet ihr die Jungen verlieren. Was bereits passiert. Aber wenn die alle nur Af D und Linke wählen, dann

können wir das Land wirtschaftlich in der Pfeife rauchen. Auch die Lüge des Bürokratieabbaus sollte man mal beiseitelassen. Man wird die Bürokratie nicht abgebaut bekommen – die Welt, die Wirtschaft wird immer komplexer. Wie sieht der deutsche Mittelstand 2040 aus? MH: Ich glaube, der Mittelstand wird

das bleiben, was er immer war, nämlich eine große Mischung unterschiedlicher Lebens- und Unternehmenskonzepte, die mit der Gesellschaft, mit sich selbst und mit der Umwelt interagieren. Dabei wird es immer einen Anteil geben, der zurückbleibt, weil er in alten Konzepten und Modellen verhaftet ist. Und es wird immer einen Teil geben, der diese Adaptionsleistung vollbringt. TH: Ich bin optimistisch oder wütend genug und sage: Bis 2040 wird die Generationsübergabe sehr wahrscheinlich funktioniert haben. Der Mittelstand wird auch wesentlich digitaler sein und postfossil. Wenn man die kommunikative Barriere überkommt, dann läuft‘s. Oft ist es nur ein Übersetzungsproblem – Generationsklischees, die sich überwinden lassen. Und dann wird das Ding schon laufen. Ich bin da wirklich optimistisch. Fakten Die Familie Horx wohnt in einem raumschiffähnlichen Gebäudeensemble am Stadtrand von Wien, dem Future Evolution House, das die Familie mit zwei Söhnen selbst entworfen hat. Inklusive Haushund SPUD, einer hyperaktiven Welpin, die auf dem Rasen des Anwesens genüsslich Kleidungsstücke und Pappkartons zerlegt.

Text: Kirsten Schwieger Fotos: Presse

Worauf muss der Mittelstand reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Matthias Horx (MH): Wir leben in einer

Transformationszeit, in der viele Geschäftsmodelle schlichtweg nicht mehr funktionieren. Man muss sich mit der Frage konfrontieren: Ist mein Geschäft so, wie es in den letzten 20 bis 40 Jahren gewachsen ist, eigentlich noch sinnvoll? Hat es noch seinen Platz in einer völlig veränderten Umwelt? Denn diese wird technologisch, soziologisch und auf vielen anderen Ebenen momentan eklatant umgekrempelt.

Wie sehen Sie das, Tristan: Hat der Mittelstand den gesellschaftlichen Wandel verschlafen? Tristan Horx (TH): Also das würde

ich auch nicht so schwarzmalen. Es ist momentan nur diese schwierige Phase der Generationsübergabe plus das langsame Verlassen des fossilen, industriellen Zeitalters, die das Ganze ein bisschen schwierig machen – eine Komplexitätsüberladung. Jetzt muss man sich eben anpassen. Wenn man allerdings alle Ansprüche und Veränderungswünsche der jungen Generation als Faulheit oder Sonstiges abtut, wird sich da nichts ändern. Die Balance zu finden aus dem Alten, das sinnvoll war, und dem Neuen, das gut ist: das sollte der Mittelstand eigentlich können. Er hat zumindest den Vorteil,

dass er ein bisschen agiler ist als die größeren Tanker. Es gibt viele Beispiele, wo ein strategischer Wechsel gut gelaufen ist. Nicht ganz zu Unrecht ist Deutschland noch immer die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Womit beginnt echte Transformation? MH: Damit, dass man aufhört, die Welt,

die Regierung, die Bürokratie zu beklagen. Wenn man das loslässt und sich der Zukunft zuwendet und diese als eine Dimension in sein Denken und Handeln einbezieht. Ich kenne mittelständische Unternehmen, die einmal im Jahr Visionstage machen: Wie könnte unser Geschäft ganz anders aussehen? Wie wäre es dann erfolgreich? Was ist unser Purpose? Diese gedankliche Arbeit – die Herstellung des Neuen – ist ja eigentlich der Kern der Unternehmerarbeit. Und das hat eben sehr viele Dimensionen – und beginnt im Verhältnis zu den Mitarbeitenden. Ein Unternehmen muss eine gewisse Aura entwickeln, eine Faszination, ein Narrativ. Und dafür muss man in Zukunft, wenn die Arbeitskräfte immer knapper werden, eine Sprache finden. Apropos Fachkräftemangel: Welche Rolle spielt die KI dabei? TH: Eine bedingte. Um die Bürokratie zu

verschlanken, lässt sich KI sehr sinnvoll nutzen, denn Bürokratie ist ein datengetriebenes Business. Im Kommunika-

TRISTAN HORX


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„Transformation beginnt nicht im Organigramm, sondern im Kopf“

Warum gelingt Veränderung so vielen Unternehmen nicht? Wir haben mit Jan Welke (51) gesprochen. Er ist auf die Transformation mittelständischer Unternehmen spezialisiert und begleitet seit mehr als 30 Jahren Unternehmen im Wandel. Seine Erfahrung: Erfolgreiche Transformation beginnt nicht mit Prozessen, sondern mit den Menschen. Herr Welke, warum scheitern so viele Transformationsprozesse?

Die meisten Unternehmen scheitern nicht an ihrer Strategie oder an fehlender Technologie. Was häufig unterschätzt wird, ist der Faktor Mensch. Viele Organisationen investieren in neue Prozesse, Software oder Geschäftsmodelle, nehmen ihre Mitarbeitenden aber nicht ausreichend mit. Wenn Führungskräfte Veränderungen nicht verständlich machen und Beteiligung ermöglichen, bleibt Transformation oft ein Projekt auf dem Papier. Studien sprechen seit Jahren davon, dass bis zu 70 Prozent aller Transformationsprojekte ihre Ziele verfehlen. Warum?

Die Erkenntnisse sind seit Langem bekannt, trotzdem wiederholen sich dieselben Muster. Unternehmen konzentrieren sich auf wirtschaftliche und technologische Herausforderungen. Der kulturelle Wandel wird häufi g unterschätzt. Tatsächlich entscheidet er oft darüber, ob eine Transformation gelingt. Strategie, Führung und Unternehmenskultur müssen zusammenwirken. Der Veränderungsdruck auf den Mittelstand ist enorm. Was beobachten Sie?

Viele Unternehmen stehen gleichzeitig vor Digitalisierung, Fachkräftemangel,

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steigenden Kosten, geopolitischen Unsicherheiten und einer schwachen Konjunktur. Gleichzeitig müssen Geschäftsmodelle immer schneller angepasst werden. Transformation ist deshalb keine einmalige Initiative mehr, sondern eine dauerhafte Managementaufgabe. Was unterscheidet erfolgreiche von weniger erfolgreichen Transformationsprojekten?

Erfolgreiche Unternehmen schaffen zunächst ein gemeinsames Verständnis dafür, warum Veränderung notwendig ist. Mitarbeitende werden frühzeitig eingebunden und erhalten Verantwortung. Transformation gelingt dort, wo Menschen Veränderungen aktiv mitgestalten – nicht dort, wo sie lediglich Anweisungen erhalten. Viele Unternehmen investieren massiv in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Reicht das aus?

Nein. Technologie ist ein wichtiger Hebel, ersetzt aber keine Führung. Künstliche Intelligenz entfaltet ihren Nutzen nur, wenn Organisationen bereit sind, neue Arbeitsweisen anzunehmen. Transformation beginnt deshalb nicht mit einer Softwareeinführung, sondern mit der Bereitschaft der Menschen, Verantwortung zu übernehmen.

jedoch deutlich mehr. Werden Widerstände erst während der Umsetzung sichtbar, verzögern sich Projekte erheblich. Frühzeitige Einbindung beschleunigt den Veränderungsprozess langfristig.

Jan Welke,

Inhaber der WCG

Erfolgreiche Unternehmen scha�en zunächst ein gemeinsames Verständnis dafür, warum Veränderung notwendig ist.

Sie sprechen häu�g von Empowerment. Was bedeutet das konkret?

Empowerment heißt, Mitarbeitende aktiv an Veränderungen zu beteiligen. Wer Verantwortung übernimmt, entwickelt auch ein größeres Verständnis für die Unternehmensziele. Das erhöht Akzeptanz, Geschwindigkeit und Qualität der Umsetzung. Gerade in dynamischen Märkten wird diese Anpassungsfähigkeit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Viele Führungskräfte befürchten, dass mehr Beteiligung Entscheidungen verlangsamt. Ist diese Sorge berechtigt?

Nein, im Gegenteil. Beteiligung kostet zunächst Zeit, fehlende Akzeptanz später

Sie begleiten Unternehmen seit mehr als 30 Jahren. Haben sich die Anforderungen verändert?

Ja, deutlich. Früher standen einzelne Reorganisationen im Mittelpunkt. Heute befinden sich Unternehmen in einem permanenten Wandel. Märkte verändern sich schneller, Innovationszyklen werden kürzer und Unsicherheit gehört zum Alltag. Unternehmen müssen deshalb Veränderung als dauerhafte Fähigkeit entwickeln. Wo sehen Sie die größten Chancen für den deutschen Mittelstand?

Der Mittelstand bringt immer noch hervorragende Voraussetzungen mit: kurze Entscheidungswege, große Kundennähe und starke Unternehmenskulturen. Entscheidend ist, diese Stärken konsequent zu nutzen und Transformation als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu verstehen. Wenn Sie erfolgreiche Transformation auf einen Satz reduzieren müssten?

Transformation beginnt nicht im Organigramm, sondern im Kopf. Unternehmen werden dauerhaft nur dann erfolgreich sein, wenn sie Menschen befähigen, Veränderungen zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft aktiv mitzugestalten.


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Der Nächste bitte! N A C H FO LG E

Dem deutschen Mittelstand fehlt es in allen Branchen an nachrückenden Existenzgründern, die eine qualifizierte Nachfolge antreten können – oder wollen. Text: Kirsten Schwieger Foto: Curated Lifestyle/unsplash+

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edes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägt, nach dem Ausscheiden der jetzigen Führungsgeneration zeitnah oder perspektivisch zu schließen. Nach den Gründen gefragt, gaben 47 Prozent mangelndes Fortführungsinteresse der Kinder an und fast ebenso viele nannten zu viel Bürokratie. Betrachtet man nur die Unternehmer, die ihren Rückzug aus der Firma bis Ende 2029 planen, sind das 569.000. Diese Zahl prognostiziert das Kf W Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025, das erstmals einen kleinen Überhang aufgabewilliger Unternehmen feststellte. Denn demgegenüber stehen „nur“ 545.000 mittelständische Unternehmen, die bis Ende 2029 eine Nachfolge finden wollen. Der anstehende Generationenwechsel stellt viele Mittelständler vor Probleme. Auf die geburtenstarken Jahrgänge folgen deutlich kleinere Generationen. So steht in den kommenden Jahren ein besonders großer Generationenwechsel an: Die Babyboomer verabschieden sich und damit viele Unternehmer gleichzeitig. Ein

Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägt, nach dem Ausscheiden der jetzigen Führungsgeneration zeitnah oder perspektivisch zu schließen. weiteres Problem: Die klassische Familiennachfolge funktioniert immer seltener, da die Nachkommen häufiger andere berufliche Wege einschlagen. Laut If M Bonn stehen in Deutschland im Zeitraum 2026 bis 2030 rund 186.000 übergabereife wie -würdige Familienunternehmen zur Nachfolge an. Die Prognose: Rund 50 Prozent davon werden mit Familienmitgliedern weitergeführt, 20 Prozent von Mitarbeitenden übernommen, und weitere 30 Prozent extern verkauft. Auch wenn konkrete Zah-

len je nach Quelle abweichen: Es besteht kein Zweifel an einer großen Nachfolgelücke. Dem deutschen Mittelstand fehlt es in allen Branchen an nachrückenden Existenzgründern, die eine qualifizierte Nachfolge antreten können – oder wollen. Die demografische Alterung verschärft das Nachfolgeproblem im Mittelstand gleich doppelt: Während immer mehr Inhaber in höherem Alter als früher eine Nachfolge suchen, wird das Gründungsgeschehen in Deutschland ausgebremst – und lässt damit die Zahl an potenziellen Übernehmenden überdurchschnittlich sinken. Denn wie Daten der Kf W zeigen, bevorzugen Jüngere oft die Übernahme eines Betriebes, während Ältere eher neu gründen. So sind die meisten Existenzgründungen dann auch Neugründungen. Davon abgesehen ist die Zahl der Gründungswilligen seit Jahren generell rückläufig. Dabei können Unternehmensübernahmen für Existenzgründer sowohl aus beruflicher als auch wirtschaftlicher Sicht sehr interessant sein. So sind bei der Übernahme

ein bewährtes Geschäftsmodell, betriebliche Strukturen sowie am Markt bekannte Produkte und Dienstleistungen von Anfang an vorhanden, genauso wie qualifizierte Mitarbeitende, Beziehungen zu Zulieferunternehmen und eine zufriedene Kundschaft.

Der anstehende Generationenwechsel stellt viele Mittelständler vor Probleme. Auf die geburtenstarken Jahrgänge folgen deutlich kleinere Generationen. So steht in den kommenden Jahren ein besonders großer Generationenwechsel an: Die Babyboomer verabschieden sich und damit viele Unternehmer gleichzeitig.


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Generationenwechsel im Mittelstand Die nächste Generation bitte: Wie Aufmerksamkeit gebündelt wird, damit Nachfolge im Mittelstand gelingt.

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nsider wissen es längst: Das Thema Unternehmensnachfolge erlebt derzeit sehr viel Aufmerksamkeit. Damit der Generationenwechsel in mehr mittelständischen Betrieben gelingt, bieten wirtschaftsfördernde Einrichtungen auf den Ebenen von Bund, Ländern, Kreisen und Kommunen ihren Unternehmen vielfältige und oft kostenfreie Unterstützung. Aber auch Hochschulen, Initiativen und Projekte machen sich für Nachfolgelösungen im Mittelstand stark. Hinzu kommt eine Vielzahl kommerzieller Angebote auf dem Beratungs- und Coachingmarkt – bis hin zu provisionsbasierten Mergers- & Akquisitions-Unternehmen (M&A). Strategische Beteiligungen sind dabei nicht selten die Folge. So kaufen Wettbewerber kleinere Unternehmen auf, um den Markt neu zu strukturieren oder hochspezialisierte Fachkräfte zu gewinnen. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat das RKW Kompetenzzentrum 2019 im Rahmen der fachlichen Begleitung für die Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie begonnen, die Lösungsangebote für die vielfältigen und komplexen Herausforderungen im Nachfolgeprozess zu sammeln und thematisch zu bündeln. Das Ergebnis: Rund 30 geförderte Modellprojekte haben bis 2024 das Thema Nachfolge neu gedacht. Viele von ihnen haben neue Wege ausprobiert, um die nächste Generation – und insbesondere potenziel-

le Gründer:innen – dafür zu gewinnen, eine Nachfolgegründung in Erwägung zu ziehen. Nach dem Motto: „Es muss nicht immer ein Start-up sein.“

Die wertvollen Ergebnisse aus den Modellprojekten hat das RKW Kompetenzzentrum auf der Website www.chanceunternehmensnachfolge.de auf bereitet. Ziel: Die erprobten Unterstützungsansätze in breiten Kreisen wirtschaftsfördernder Einrichtungen bekannt zu machen. „Transparenz unter den Akteuren zu schaffen, hilft allen weiter“, ist Stefanie Bechert überzeugt und fasst es so zusammen: „Nachahmen erlaubt – damit Nachfolge gelingt!“ Mittlerweile bereichern noch viele weitere Praxisbeispiele aus der Nachfolgeunterstützung die Website, die zu einer echten, interdisziplinären Plattform wurde. Durch Experimentierfelder entstandene Matchingformate zwischen übergabewilligen Unternehmen und potenziellen Nachfolger:innen nehmen dabei den Wertekanon beider Generationen in den Fokus. Denn Übernahmen scheitern nicht nur an harten Fakten wie Finanzierung und Verträgen. Sehr häufig sind es die unausgesprochenen Zwischentöne, die Vertrauen aufbauen oder eben Motivation (zer)stören. „Unser Verständnis vom Generationenwechsel basiert auf Gesprächen und Interviews mit vielen mittelständischen Betrieben in Nachfolgesituationen“, konstatiert Juliane Kummer und ergänzt: „Daraus nehmen wir mit, dass übergabewillige Inhaber:innen mit ihren Nachfolger:innen um die besten Lösungen für beide Generationen ringen. Denn den einen richtigen

Weg gibt es nicht. Es braucht individuelle Lösungen und oftmals viele Kompromisse, um gut zu werden.“ Genau hier liegt die Abgrenzung zum rein marktgetriebenen M&A-Geschäft: Den Mittelstand als inhabergeführte Wirtschaftseinheit, auch „Familienunternehmen“ genannt, zu erhalten, bedeutet nicht, an überholten Strukturen festzuhalten. In der aktuellen demografischen Situation ist es aber nicht egal, ob ein Unternehmen schließt oder weitergeführt wird. Gerade in eher ländlich geprägten Regionen fallen Arbeitsplätze weg oder es fehlt die wohnungsnahe Versorgung, wenn Produktionsunternehmen, Handwerksbetriebe oder Einzelhändler aus Altersgründen ohne Nachfolgelösung die Tore schließen.

Ergänzend zur Website macht das RKW Kompetenzzentrum das Thema im eigenen Podcast „Chance Unternehmensnachfolge“ hörbar. In persönlichen Gesprächen teilen Übergeber:innen und Nachfolger:innen ihre unternehmerischen Erfahrungen. Zudem erläutern gemeinnützige Wirtschaftsorganisationen ihre Unterstützung und die politische Relevanz der Nachfolge findet Gehör. Auch in der Gründungswoche Deutschland – einer vom RKW koordinierten Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie – hat das Thema Unternehmensnachfolge in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Die mehr als 1.300 Partnerorganisationen haben unter dem Dach der bundesweiten Aktion verstärkt kostenfreie Veranstal-

Stefanie Bechert,

Programmbereichsleiterin „Gründungskultur“

Juliane Kummer, Nachfolge-Team

Stephanie Kropf,

Leiterin Koordinierungsstelle Gründungswoche Deutschland

tungsangebote für Nachfolgeinteressierte entwickelt. „Rund 23 Prozent der jährlich bis zu 1.700 Veranstaltungen der Gründungswoche Deutschland richten sich inzwischen u. a. an Nachfolgeinteressierte“, stellt Stephanie Kropf fest. Was aus all diesen Initiativen folgen wird: Zukunft im Mittelstand.

Das RKW Kompetenzzentrum ist ein neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand. Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, Zukunftsthemen zu erkennen und ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu stärken. Zu den Schwerpunktthemen „Gründung und Nachfolge“, „Fachkräftesicherung“, „Digitalisierung und Innovation“ bietet das RKW Kompetenzzentrum praxisnahe, branchenübergreifende Informationen und Handlungshilfen. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Weitere Informationen: www.rkw-kompetenzzentrum.de


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Viel Innovationskraft I N N O V AT I O N

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen viele mittelständische Unternehmen vor der Herausforderung, Innovationen zu entwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben – oder sogar einen Vorsprung vor den Wettbewerbern zu erlangen. Große Unternehmen haben einen scheinbaren Vorteil, denn oft verfügen sie über eigene Forschungsabteilungen, die die Produktpalette erweitern oder neu aufstellen. Deutschlands Wirtschaft aber basiert in erster Linie auf einem breiten Mittelstand, der solche Abteilungen nicht hat. Text: Armin Fuhrer Foto: Curated Lifestyle/unsplash+

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as muss kein Nachteil sein. Denn während große Unternehmen oft wie schwere Tanker auf hoher See agieren, also schwerfällig und langsam, sind mittelständische Unternehmen wie Schnellboote: flexibel und rasch in der Lage, sich auf eine neue Situation einzustellen und neue Ideen zügig umzusetzen. Allerdings müssen auch sie wissen, wie. Wichtig ist stets, die Mitarbeitenden einzubinden, denn gute Ideen kommen oft direkt aus der Belegschaft. Kurze Wege zum Chef erleichtern den Austausch. Ebenso sollten Firmen ihre Kunden fragen, was sie sich wünschen. Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit einer Hochschule oder jungen Start-ups mit frischen Ideen. Auf diese Weise können neue Ideen und neues Wissen eingekauft werden. Mittelständische Firmen sind viel besser als große Unternehmen in der Lage,

solche neuen Ideen in kleinen Schritten zu testen, statt jahrelang im Stillen zu planen. Wenn etwas nicht klappt, können sie den Plan relativ unkompliziert ändern. Bei all diesen Schritten konzentrieren sie sich voll auf ihre Kernkompetenzen und verbessern diese ständig. Nach potenziellen Innovationsmöglichkeiten sollte man schon dann Ausschau halten, wenn sich die wirtschaftliche Lage gerade gut darstellt, denn dann kann frei von Zeitdruck gehandelt werden.

für die Zukunft. Der innovationsfreudige Mittelstands ist für die deutsche Wirtschaft insgesamt von großer Bedeutung. Denn er ist ein Katalysator für den technologischen Fortschritt und sichert als Treiber der Transformation die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Viele deutsche Mittelständler sind Hidden Champions, die durch ständige Innovationen ihre weltweite Marktführerschaft in Nischen behaupten und so den Exporterfolg sichern. Nicht zuletzt bringen sie Hightech-Arbeitsplätze und modernes Know-how in ländliche Räume, was die regionale Wirtschaft stärkt und Disbalancen ausgleicht. Somit stabilisieren sie

die Wirtschaft hierzulande – gerade auch in herausfordernden Zeiten.

Nach potenziellen Innovationsmöglichkeiten sollte man schon dann Ausschau halten, wenn sich die wirtschaftliche Lage gerade gut darstellt, denn dann kann frei von Zeitdruck gehandelt werden.

Allerdings kann es auch sein, dass ein Mittelständler zu dem Schluss kommt, dass es besser ist, einen radikalen Schnitt zu machen statt kleiner Schritte. In diesem Fall können radikale Innovationen infrage kommen, die das Unternehmen gänzlich neu aufstellen. Statt bestehende Produkte nur schrittweise zu verbessern, lösen Unternehmen sich von der Gegenwart und entwickeln disruptive Geschäftsmodelle

hannoverimpuls GmbH – Partner Content

Transformation braucht Räume und Netzwerke Innovationen entstehen dort, wo Unternehmen, Wissenschaft, Startups und Talente aufeinandertreffen. Hannover setzt deshalb auf ein Zusammenspiel aus konkreten Innovationsräumen, starken Netzwerken und gezieltem Wissenstransfer – und schafft damit Voraussetzungen, von denen auch der Mittelstand profitiert.

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igitalisierung, Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel, neue Geschäftsmodelle oder der Übergang zu einer nachhaltigeren Produktion: Die Herausforderungen für Unternehmen sind vielfältig. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen stellt sich dabei die Frage, wie Transformation neben dem laufenden Geschäft gelingen kann. Eine Antwort liegt in starken regionalen Ökosystemen und Netzwerken. Denn Innovation muss nicht immer im eigenen Unternehmen entstehen. Entscheidend ist vielmehr der Zugang zu Wissen, Forschung, neuen Technologien, Startups, Fachkräften und Kooperationspartnerinnen – und die Vernetzung dieser Akteurinnen untereinander. In Hannover wird dieser Ansatz auch räumlich sichtbar. Mit den Technologiezentren TECH1 und TECH2 in der SCIENCE AREA 30X bietet hannoverimpuls technologieorientierten Startups und Unter-

nehmen Büro-, Labor-, Fertigungs- und Werkstattflächen in unmittelbarer Nähe zu Wissenschaft und Wirtschaft. Entscheidend ist dabei nicht allein die Infrastruktur: Beratung, Vernetzung sowie der Zugang zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten ergänzen das Angebot. So entstehen Orte, an denen aus technologischen Entwicklungen neue Geschäftsmodelle und Kooperationen wachsen können. Gleichzeitig braucht Transformation Begegnung. Formate wie die „UNLEASH meets KnowledgeMove“ bringen in Hannover Startups, Mittelstand, Wissenschaft, Investor:innen und weitere Akteur:innen des Innovationsökosystems zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Gamification, DeepTech, Cybersecurity oder Circular Economy, sondern vor allem die Frage, wie aus neuen Ideen

Mehr Informationen über die hannoverimpuls GmbH unter: www.wirtschaftsfoerderung-hannover.de

konkrete Anwendungen und Partnerschaften entstehen.

Wie dieser Ansatz auch branchenspezifisch funktionieren kann, zeigt die Health Innovation Hannover Region. Die von hannoverimpuls initiierte und koordinierte Plattform verbindet Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Forschung, Versorgung und weiteren Bereichen, um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen. „Transformation entsteht nicht im Alleingang. Gerade für den Mittelstand wird es immer wichtiger, schnell Zugang zu Forschung, Technologien, Talenten und neuen Partner:innen zu bekommen. Die Stärke eines Wirtschaftsstandorts zeigt sich deshalb auch darin, wie gut er diese unterschiedlichen Akteur:innen miteinander verbindet“, sagt Doris Petersen, Geschäftsführerin der hannoverimpuls GmbH. Für hannoverimpuls bedeutet Wirtschaftsförderung deshalb zunehmend, nicht nur einzelne Unternehmen zu unterstützen, sondern Räume, Netzwerke und Schnittstellen für Innovation zu schaffen und vorhandene auszubauen. Denn regionale Verwurzelung und Transformation sind

Doris Petersen,

Geschäftsführerin der hannoverimpuls GmbH

Für hannoverimpuls bedeutet Wirtschaftsförderung deshalb zunehmend, nicht nur einzelne Unternehmen zu unterstützen, sondern Räume, Netzwerke und Schnittstellen für Innovation zu schaffen und vorhandene auszubauen. kein Gegensatz: Ein funktionierendes Ökosystem kann gerade für mittelständische Unternehmen zum Ausgangspunkt für neue Ideen, Kooperationen und Wachstum werden.


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NOI Techpark – Partner Content

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Mut zu radikalen Veränderungen

Foto: ©Luca Guadagnini

Wie lernen Unternehmen, vorauszudenken und so zukunftsfit zu bleiben?

Lieferketten im Umbruch, neue Technologien, steigender Druck durch Nachhaltigkeitsanforderungen und internationale Konkurrenz: Viele Unternehmen, die sich auf ihren Erfolgen ausruhen oder ausschließlich auf inkrementelle, also schrittweise Innovation setzen, gefährden langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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Frau Seppi, wenn Sie von radikaler Innovation sprechen: Worum geht es dabei genau?

Viele verwechseln Innovation mit kon­ tinuierlicher Verbesserung – also mit dem nächsten Update, dem effizienteren Prozess oder dem nachhaltigeren Produkt. Das ist wichtig, aber es ist nicht genug. Radikale Innovation bedeutet, sich von dem zu lösen, was heute als sicher gilt, und konsequent in möglichen Zukunftsszena­ rien zu denken. Nicht: „Wie machen wir unser Produkt besser?“ – sondern: „Welche Bedürfnisse, Technologien und Rahmen­ bedingungen werden unser Geschäft in Zukunft prägen – und welche Lösungen müsste es dafür geben?“ Was muss ein Unternehmen, das vorausschauend handelt und radikal innoviert, mental mitbringen?

Wer sich radikal ändern will, braucht dafür die richtige Einstellung. Sie ist fundamental und zunächst Chefsache. Neben der Führungsebene sollen aber auch operative Teams Bestehendes hinterfragen und Ideen schärfen, um neue Lösungen zu entwickeln. Wie kann ein Unternehmen den Sprung von inkrementeller zu radikaler Innovation meistern?

Petra Seppi,

Head of Unit Innovation Management im NOI Techpark

Radikale Innovation bedeutet, sich von dem zu lösen, was heute als sicher gilt, und konsequent in möglichen Zukunftsszenarien zu denken. Branchen, andere Märkte, andere Denk­ weisen zulassen. Genau hier setzt Alpha In­ novation an – eine Methode, die Unterneh­ men dabei unterstützt, radikale Innovation umzusetzen und die in drei Schritten von unbekannten Möglichkeiten zu validierten radikalen Innovationskonzepten führt. Alpha Innovation wirkt, weil die Schritte aufeinander aufbauen und gezielt das Wis­ sen eines ganzen Ökosystems der Innova­ tion integriert und die Moderatoren gezielt Impulse zum Umdenken setzen. Und die Methode wirkt sowohl bei deutschen Fa­ milienunternehmen wie etwa der Böllhoff Gruppe als auch bei ein multinationalen Konzernen wie Fujifilm Healthcare. Wie funktioniert die Methode?

Alpha Innovation ist ein Prozess, der aus drei Schritten besteht: In „Discover

opportunities“ starten wir mit einem Blick nach außen und nach innen: Welche technologischen Chancen zeichnen sich ab – und wo treffen sie auf zukünftige Be­ dürfnisse von Menschen und Natur sowie auf die Stärken und Herausforderungen des Unternehmens? Daraus entsteht der „Alpha Innovation Radar“, der konkrete Innovationsfelder und neue strategische Richtungen sichtbar macht. Im zweiten Schritt, „Create ideas“, ent­ wickeln wir zunächst unvoreingenom­ men Ideen, um dann zu fokussieren und Konzepte sowie Prototypen zu bauen, die Foto: ©Luca Guadagnini

Zunächst ist es wichtig, Distanz zu ge­ winnen: Wir gehen gedanklich weit nach vorn, um nicht im Tagesgeschäft stecken zu bleiben. Distanz im Räumlichen bedeutet: Wir öffnen Perspektiven, indem wir andere

Foto: ©Ivo Corrà

m Interview mit Petra Seppi sprechen wir darüber, warum radikale Innovation heute notwendig ist und wie eine speziell entwickelte Methode dabei helfen kann.

als Grundlage für die Validierung dienen. In Schritt drei mit dem Titel „Make decisions“ wird das ausgewählte Konzept entlang zentraler Kriterien geprüft und anschließend in eine datenbasierte Road­ map übersetzt. Unternehmen haben die Möglichkeit, diese Methode beim Alpha Innovation Retreat in Bozen gezielt an­ zuwenden. Dieses bewusste Herauslösen aus dem gewohnten Umfeld schafft die räumliche und mentale Distanz, die für zukunftsweisendes Denken unerlässlich ist. Sie ist der entscheidende Hebel, um den Kopf für wirklich außergewöhnliche Gedanken freizubekommen.

Radikale Innovation ist kein Zufall. Aber sie braucht Mut – und den Raum, wirklich weit zu denken. Was gewinnen Unternehmen durch Alpha Innovation?

Ein klares Zukunftsbild – und konkrete Konzepte für neue Produkte, Services oder Geschäftsmodelle. Teams verlassen das Programm mit einem Konzept, das sie vorher so nicht gesehen hätten, plus konkreten nächsten Schritten bis hin zur Umsetzung. Und es entsteht das, was man im Alltag selten erlebt: dieses „Wow – das ist es. Das ist die Richtung, in die wir ge­ hen wollen.“ Radikale Innovation ist kein Zufall. Aber sie braucht Mut – und den Raum, wirklich weit zu denken.

Mehr Informationen über den NOI Techpark unter: www.noi.bz.it


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INDUSTRIE

PROF. HENRIK VON SCHEEL

Nichts ist verloren, wenn Hoffnung lebt. GROSSES INTERVIEW

Prof. Henrik von Scheel, Zukunftsforscher, über den Strukturwandel der deutschen Industrie, strategische Möglichkeiten – und was KI nicht verändert. Text: Christian Kolb Fotos: Prof. Henrik von Scheel

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m Interview erklärt Prof. Henrik von Scheel, Vordenker im Bereich Strategie, die verborgenen Stärken der deutschen Industrie, die strategischen Möglichkeiten des Wandels – und auch, warum die entscheidende Kraft für die Zukunft nicht eine Maschine ist, sondern der Mensch.

Wo steht die deutsche Industrie heute im internationalen Wettbewerb?

Die deutsche Industrie ist immer noch eine der stärksten der Welt. Aber das ist kein Trost mehr – es ist ein Vermächtnis, das gerade verspielt wird. Seit 2022 haben sich drei Säulen der Weltwirtschaft gleichzeitig verschoben: die Nachfrage aus China bricht ein, der Zugang zu günstiger russischer Energie ist abgeschnitten, und das geopolitische Gleichgewicht mit Amerika ist instabil. Das sind

keine externen Schocks, die man aussitzt. Das ist eine strukturelle Neuordnung – und mit ihr verschwinden die Wettbewerbsgrundlagen, auf denen der deutsche Exporterfolg jahrzehntelang ruhte. Warum ist die Erfolgsgeschichte nun in Gefahr?

Die Stärke der deutschen Wirtschaft hatte drei Säulen. Die erste war das Mittelstandsmandat der Regionalbanken. Sparkassen und Volksbanken hatten einen Auftrag: Unternehmen mit Betriebskapital zu versorgen. Das war die Finanzierungsarchitektur hinter dem Wirtschaftswunder. Heute schwindet diese Bereitschaft – ersetzt durch Risikoaversion, Regulierung und Renditedenken. Die zweite Säule war die Ingenieursspezialisierung. Der deutsche Ingenieur galt weltweit als Maßstab, nicht weil er viel wusste, sondern weil er eine Sache besser kannte als jeder andere auf der Welt. Diese Tiefe war der Ursprung von Qualität, von Verlässlichkeit, von Präzision. Heute werden Ingenieure als Generalisten ausgebildet. Das klingt modern – und es ist ein strategischer Rückschritt. Die dritte Säule war günstige Energie. Günstige Energie bedeutete: Stahl, Chemie, Glas, Papier, Keramik – produziert in Deutschland zu

Kosten, die international konkurrenzfähig waren. Günstige Energie ist die unsichtbare Grundlage, auf der Millionen von Arbeitsplätzen, Familienunternehmen und Exporterfolgen ruhen. Wer die Energie verteuert, verteuert alles: Produktion, Lagerung, Transport, Wettbewerbsfähigkeit. Was heißt das für die deutsche Energiewende?

Das Fundament des Mittelstands wurde der Klimapolitik geopfert. Nicht weil Klimaschutz falsch ist. Sondern weil der eingeschlagene Weg die Kosten einseitig auf die Industrie abgewälzt hat – ohne Ausgleich, ohne Übergangsstrategie, ohne die ehrliche Frage: Was zerstören wir gerade, und zu welchem Preis? Das ist das eigentliche Versäumnis. Nicht die Energiewende selbst. Sondern die Weigerung, ihren industriellen Preis offen zu benennen und zu tragen. Welche strategischen Möglichkeiten sehen Sie für die deutsche Industrie?

Nichts jedoch ist verloren – die größte Möglichkeit liegt genau dort, wo Deutschland am stärksten ist: in der Verbindung von tiefem Ingenieurswissen im Mittelstand mit dem Zugang zu Kapital.

Deutschland muss sein Differenzierungsmerkmal neu erfinden – wenn alle mit dem Strom treiben, liegt das Schicksal flussaufwärts. Das bedeutet zweierlei: die bestehende Fertigungsbasis verteidigen und gleichzeitig eine neue Leitindustrie auf bauen – die Bio-Revolution. Hier liegt Deutschlands eigentliche Chance. Die eigentliche KI-Revolution findet nicht im Silicon Valley statt – sie findet in der Bio-Revolution statt. Und dort, an der Schnittstelle von Ingenieurspräzision, Lebenswissenschaften und digitaler Intelligenz, kann Deutschland die Welt führen. Das ist die Bio-Revolution – die vierte Evolution der Industrie 4.0. Industrie 4.0 ist die Kollision von 98 Megatrends, die sich in acht evolutionären Stufen bis mindestens 2050 entfalten. Was muss die Politik tun, damit die Industrie in Zukunft erfolgreich sein kann?

Deutschland braucht einen Wachstumsplan. Der heutige Wachstumsplan ist wie der König ohne Kleider, alle sehen es, aber niemand spricht es aus. Ein Wachstumsplan braucht drei Dinge und alle drei sind machbar, wenn der politische Wille da ist. Erstens: Energiekosten markant senken. Zweitens: Der Mittelstand braucht Zugang zu Kapital. Drittens braucht Deutschland eine klare Antwort auf die Frage, in welchen Bereichen wir 2035 Weltmarktführer sein wollen. Ein Wunsch wäre noch: Die Genehmigungsverfahren müssen radikal verkürzt werden. Fakten Prof. Henrik von Scheel (56) stammt aus dem Königreich Dänemark. Als er lernte, mit einer schweren Form der Doppeldefizit-Legasthenie und dem Stottern zu leben, verwandelte er die Behinderung unwissentlich in eine Gabe. Die Fähigkeit Muster zu erkennen, nutzt er zur wissenschaftlichen Erforschung von Strategie.


ADVERTORIAL

Industrie ohne KI? Bald kaum noch vorstellbar Foto: Fraunhofer IEM

von Roman Dumitrescu,

Direktor Fraunhofer IEM und Geschäftsführer it‘s OWL

In fünf Jahren brauchen wir eine

eigene Produktion zu erschließen.

Prozessschritte und handelt zuneh-

Perspektivisch geht es aber um mehr:

Genau darin liegt unsere Chance.

IT. Deshalb müssen wir uns jetzt

zehntelange Erfahrung mit kom-

wickeln wir eigene KI oder setzen wir auf Modelle großer Anbieter?

Wo brauchen wir eigene Technolo-

gien und Recheninfrastruktur? Und

welche Abhängigkeiten können wir

uns leisten? Abschließende Antworten hat heute niemand. Das ist aber kein Grund, abzuwarten. Souveränität wird zur Standortfrage

Wir erzählen uns in Europa gern:

Wir haben die Daten, das industrielle Know-how und starke Unterneh-

plexen technischen Systemen und Wertschöpfungsketten. Künftig müssen wir nicht nur hervorra-

gende Maschinen, Fahrzeuge und

Fall Fable 5, bei dem der Zugang

zu einem US-KI-Modell in Europa

gekappt wurde, hat gezeigt: Unser

industrielles Know-how hilft uns wenig, wenn andere über den Zugang

zur Technologie entscheiden. Ob KI-

Modell oder Rechenzentrum: Europa muss entscheiden, welche Technolo-

Das zeigt Prometheus: Das erst 2025 gegründete US-Start-up

warb 2026 12 Milliarden US-Dollar Wagniskapital ein. Sein Ziel ist ein „Artificial General Engineer“, der

komplexe Ingenieuraufgaben übernimmt und physische Produkte entwickelt. Doch: Die physische Welt ist kompliziert. Mit Rechenpower

allein ist es nicht getan. Einen Bol-

zen zu konstruieren und zu simulieren, ist das eine. In der Fabrik muss er im richtigen Moment mit der

richtigen Kraft eingesetzt werden.

In solchen Details steckt tiefes Wis-

sen über Materialien, Konstruktion, Produktion und Betrieb.

die heute für viele Unternehmen zugänglich ist. Für unsere Industrie kommt es darauf an, sie für die

eigenen Stärken zu nutzen und dabei technologische Souveränität zu bewahren. Unsere größte Gefahr ist,

dass wir anderen dabei zuschauen.

sich messen lassen, ob wir unsere

industrielle Stärke ins KI-Zeitalter übertragen können.

für die Praxis

am Fraunhofer IEM gemeinsam mit

Backwaren die jeder kennt: Für Großbäckereien sind Ressourceneffizienz und Qualität in der Produktion wichtig.

Unternehmen im Innovationsnetz-

werk it’s OWL. Im vom Bundesministerium für Forschung, Technologie

und Raumfahrt geförderten Projekt ENGAGE-KI entstehen in KI-Sprints konkrete Anwendungen. Im Leis-

tungszentrum Engineering Automation führen wir diese Ansätze weiter in die industrielle Praxis.

im Engineering leisten kann. Das

wo KI auf die physische Welt triff t.

genter Robotik nutzbar machen.

er jetzt. KI ist eine Hochtechnologie,

teil. Gerade am Engineering wird

KI trifft Engineering: eine Chance

wicklung vor allem dort interessant,

für die nächste Generation intelli-

punkt gibt, groß zu denken, dann ist

entscheidender Wettbewerbsvor-

Beim Maschinenbauer WP Kemper

Für unsere Industrie wird die Ent-

langfristig auch eigenes Know-how

können. Wenn es also einen Zeit-

Wissen mit KI, entsteht daraus ein

gien es selbst beherrschen will.

für Deutschland

Automatisierung nutzen, sondern

nehmen jetzt Erfahrungen sammeln

entstehen. Verbinden wir dieses

Wie das gelingen kann, erproben wir

über weniger als fünf Prozent. Der

de Roboter nicht nur für die eigene

fähige Lösungen, mit denen Unter-

mit denen intelligente Produkte

verfügen über rund 75 Prozent der kapazität für moderne KI. Die EU

werden. So kann Böllhoff humanoi-

sie einsetzen. Wir brauchen lauf-

die Methoden und Technologien,

So entstehen Lösungen

weltweiten Hochleistungs-Rechen-

sogenannte Roboterskills überführt

über KI sprechen, während andere

Anlagen entwickeln, sondern auch

men, also sind wir auf der sicheren

Seite. Das ist ein Irrglaube. Die USA

in der Verbindungstechnik könnte in

nicht dazu führen, dass wir jahrelang

Foto: Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk

unbequeme Fragen stellen: Ent-

Deutschland verfügt über jahr-

Das jahrzehntelange Prozesswissen

Regulierung, Datenschutz und Si-

Foto: Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk

Roman Dumitrescu

KI wird für Industrieunternehmen so grundlegend wie Strom oder

cherheit sind wichtig. Sie dürfen aber

Traditionsunternehmen beschäftigt

zu sammeln und Potenziale für die

übernimmt bereits heute ganze

le Wertschöpfung künftig aufbaut.

in die physische Welt. Das Bielefelder

Erfahrungen mit der Technologie

wir wahrscheinlich keine mehr. KI

zur Infrastruktur, auf der industriel-

Jetzt ist die Zeit, groß zu denken

spezialisten Böllhoff bringen wir KI

sich mit humanoider Robotik, um

KI-gestützte Industrie, sonst haben

mend eigenständig. Damit wird sie

Mit dem Verbindungstechnik-

in Rietberg wird konkret, was KI

Unternehmen entwickelt Maschinen und Produktionsanlagen für Brot,

Brötchen oder Donuts. Dazu gehört

anspruchsvolle Technik, die kundenindividuell zugeschnitten werden muss. Anforderungen müssen

ausgewertet, geeignete Maschinen

ausgewählt und individuelle Anpassungen kalkuliert werden. Bislang

hängt dabei viel vom Erfahrungswissen der Beschäftigten ab, zahlreiche Arbeitsschritte erfolgen manuell.

Hier setzt einer unserer KI-Sprints an: Ein erster KI-Prototyp strukturiert

Anfragen, gleicht Kundenwünsche

mit verfügbaren Maschinen ab und

unterstützt bei der Bewertung mög-

licher Lösungen. So soll vorhandenes Erfahrungswissen künftig schneller

und systematischer in neue Angebote einfließen.

Hochspezialisierte Maschinen kundenindividuell fertigen: Wie KI hier

künftig die Wettbewerbsfähigkeit erhöht, zeigt ein aktuelles Projekt des Maschinenbauers WP Kemper.

Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu beschäftigt sich mit einer der

entscheidenden Fragen für den Industriestandort Deutschland: Wie sieht das Engineering der Zukunft aus? Als Direktor am Fraunhofer

IEM, Professor für Advanced Systems Engineering an der Universität

Paderborn und Geschäftsführer im Spitzencluster it’s OWL verbindet

er wissenschaftliche Forschung mit industrieller Umsetzung. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung komplexer technischer Systeme und darauf, Künstliche Intelligenz zum produktiven Bestandteil des Engineerings zu machen.

Was treibt die Industrie um? Roman Dumitrescu lädt zu

dieser Frage regelmäßig Unternehmensvertreter:innen in sein YouTube-Format Prof. Dumitrescu Tech Talk ein: Mehr Informationen zum Fraunhofer IEM: www.iem.fraunhofer.de


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INDUSTRIE

Nur die smarte Fabrik hat eine Zukunft S M A R T FA C T O R Y

Im internationalen Wettbewerb kann die deutsche Industrie nur überleben, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnt und auf smarte Innovation setzt. Text: Christian Kolb Fotos: Presse, Simon Kadula/unsplash

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m Interview erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Detlef Zühlke, Gründer und Ehrenmitglied des Vorstandes der Technologie-Initiative SmartFactoryKL, wie die Fabrik der Zukunft aussieht und was Innovation für die Zukunft der deutschen Industrie bedeutet. Was muss die deutsche Industrie tun, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein?

Eine effiziente Produktion von Gütern braucht in einem Hochlohnland wie Deutschland eine Automatisierungstechnik auf Weltniveau. Bei der IT-getriebenen Automatisierung, die gerne mit dem Wort „smart“ umschrieben wird, haben wir die Nase noch vorn. Industrie 4.0 ist hier entstanden und hat die Welt erobert. Letztlich müssen gute Ideen in erfolgreiche Produkte münden, um damit Geld zu verdienen. Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung der Produktion?

In den 70er-Jahren gab es eine lokale Digitalisierung in den Maschinen und Anlagen. Das Internet hat die Automatisierungstechnik globalisiert. Deutschland ist hier gut aufgestellt und weiterhin führend. Aber es gibt noch viel zu tun. Während die großen Unternehmen weit voran sind, hinken viele KMU noch deutlich hinterher. Hier bedarf es noch großer Anstrengungen in Ausbildung und Anwendung. Welche Rolle spielt das Industrial Internet of Things?

Das Internet ermöglicht uns den Zugriff auf nahezu unbeschränkte Datenbestände. Daten sind allerdings zunächst wertlos. Erst wenn wir daraus Informationen und daraus Entscheidungen ableiten, bekommen sie einen Wert. Neue datengetriebene

Prof. Dr. Dr. h.c. Detlef Zühlke, Gründer und Ehrenmitglied des Vorstandes der Technologie-Initiative SmartFactory-KL

Geschäftsmodelle wie Pay-per-Use entstehen. Da die gigantischen Datenmengen von Menschen nicht mehr handhabbar sind, übernimmt jetzt die KI die Aufgabe der Auswertung und Aufbereitung. Wie sieht die Smart Factory der Zukunft aus?

Als ich 2005 die erste Smart Factory in Kaiserslautern gründete, wollten wir genau das erkunden. Wir haben mit smarten Maschinen angefangen, dann eine smarte vernetzte modulare Fabrik aufgebaut und beschäftigen uns heute mit verteilten autonom agierenden Einheiten. Die Zukunft wird durch globale Netzwerke aus (teil)autonom arbeitenden Produktionsanlagen gekennzeichnet sein. Welche Hürden bremsen die Einführung von Smart Factory-Konzepten?

Smart Factories sind geprägt durch ein Zusammenwirken von Maschinenbau, E-Technik und Informatik. Deswegen brauchen wir auch eine stärker interdisziplinäre Ausbildung der Ingenieure und Facharbeiter. Aber auch die Fabrik- und Produktionsplaner müssen neu denken. Wir sollten uns auch an die Grundprinzipien der Lean Automation erinnern,

Eine effiziente Produktion von Gütern braucht in einem Hochlohnland wie Deutschland eine Automatisierungstechnik auf Weltniveau. d. h. all unsere Bemühungen strikt auf Wertschöpfung auszurichten. Wie schon Albert Einstein sagte: Mache es so einfach wie möglich, aber nicht einfacher! Welche Entwicklungen werden die Produktion in den nächsten zehn Jahren am stärksten verändern?

Zum einen ist dies sicher die schnell fortschreitende Entwicklung in Mikroelektronik und Softwareengineering. Aber

auch das Kundenverhalten wird uns neue Herausforderungen bringen. Was ich heute per Mausklick bestelle, will ich möglichst schnell bekommen. Das wird die Produktstrukturen, die Lieferketten und auch die Märkte verändern. Zum anderen werden wir uns immer schneller an unvorhersehbare geopolitische Veränderungen in unseren Lieferketten anpassen müssen. Fakten Prof. Dr. Detlef Zühlke (76) stammt aus Bad Pyrmont. Als er an der RWTH Aachen über Roboterprogrammierung promovierte, wusste er noch nicht, dass er mal von einem Roboter operiert werden würde. In seiner Freizeit schraubt er gerne an alten Autos oder Kameras herum. Seine liebste Innovation ist das Internet. ADVERTORIAL


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Im Industriepark Höchst wird Zukunft gemacht Chemie- und Pharmastandort setzt auf effiziente Strukturen und innovative Technologielösungen

I

m Industriepark Höchst hat Transformation Tradi-

bereitstellt. So werden die Vorteile der Kraft-Wärme-

tion. In den mehr als 160 Jahren seines Bestehens

Kopplung konsequent genutzt, um den Verbrauch

hat sich der Standort von einer kleinen Teerfarben-

fossiler Brennstoffe zu reduzieren und somit CO2-Emis-

fabrik – sozusagen einem Start-up des Industria-

sionen, aber auch Energiekosten zu sparen.

lisierungszeitalters – zu einem der größten Chemiekonzerne der Welt, bis hin zum heutigen modernen

Die Abwärme aus Produktions- und Entsorgungs-

Industriepark entwickelt. Und die Transformation

anlagen wird in das Versorgungsnetz des Standortes

schreitet voran, aktuell mit den Themen „Künst-

eingespeist, im Rahmen des waste-to-energy-Kon-

liche Intelligenz“ und „Automatisierung“, aber auch

zeptes nutzt Infraserv auch heizwertreiche Abfälle

„Dekarbonisierung“, „Nachhaltigkeit“ und vor allem

und organische Materialien für die Energieversorgung.

„Effizienzsteigerung“. Denn der internationale Wett-

Hinzu kommt ein breites Portfolio an unterschiedlichs-

bewerbsdruck zwingt Unternehmen und Produktions-

ten Dienstleistungen, von Umweltschutz über Facility

standorte in energieintensiven Branchen permanent

Management und Logistik bis hin zu Prozesstechnik,

zur Optimierung von Kostenstrukturen.

Arbeitsschutz und Ausbildung, so dass sich die forschenden und produzierenden Unternehmen voll auf

Chemie liefert Lösungen

ihr jeweiliges Kerngeschäft konzentrieren können.

Hat die „old economy“, zu der auch die traditionsreiche Chemieindustrie zu zählen ist, in Deutschland noch

Kostenreduzierung mit KI

eine Zukunft? Mit Blick auf den Industriepark Höchst

Effizienzsteigerung als Teil des Tagesgeschäfts:

kann man diese Frage mit „Ja“ beantworten.

Infraserv Höchst optimiert mit der Qualität der eigenen

Hier wird Zukunft gemacht – bei den forschenden und produzierenden Chemie- und Pharmaunternehmen, die innovative Produkte wie Arzneimittel, Lebens-

Infraserv Höchst setzt bei den Standortservices und Industrie-Dienstleistungen auf KI und neue technologische Lösungen.

mittelzusatzstoffe, Hochleistungskunststoffe oder

Leistungen stets auch im Interesse der Kunden die Kostenstrukturen, auch mit Hilfe von KI-Lösungen und innovativen Automatisierungsprojekten. So praktiziert das 3.000 Beschäftigte zählende Unternehmen in vielen Bereichen „Predictive Maintenance“: Die konti-

Pflanzenschutzmittel entwickeln und herstellen. Die

nuierliche Erfassung und Auswertung von Daten aus

Chemieindustrie liefert die Lösungen, ohne die bei-

synthetische Kraftstoffe mit einer Jahreskapazität von

dem Betrieb von Anlagenkomponenten ermöglicht die

spielsweise die Energie- und Mobilitätswende nicht

2.500 Tonnen errichtet. Ausgangsstoffe für die e-Fuels

zielgerichtete Steuerung von Wartungs- und Instand-

gelingen können oder die Ernährung der wachsenden

sind CO2 und Wasserstoff – das Kohlendioxid stammt

haltungsmaßnahmen – nicht erst nach einem Ausfall,

Weltbevölkerung nicht sichergestellt werden kann.

aus der Biogasanlage des Standortbetreibers Infraserv

aber auch nicht im Rahmen starrer Wartungsrhyth-

Höchst, deutschlandweit eine der größten Anlagen

men, bei denen auch intakte Anlagenteile ausgetauscht

Umweltfreundliche e-Fuels made in Höchst

dieser Art. Der Wasserstoff fällt im Industriepark

werden. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, wie

Beispiel Mobilität: Im 4,6 Quadratkilometer großen

Höchst als Koppelprodukt der Chemieproduktion an.

Infraserv Höchst KI und neue Technologien nutzt, um

Industriepark Höchst, Sitz von mehr als 90 Firmen

Der Industriepark Höchst ist ein optimaler Standort

die Standort-Infrastruktur und Industrie-Dienstleistun-

mit rund 20.000 Beschäftigten, produzieren mit den

für die Produktion nachhaltiger Technologielösungen.

gen zu optimieren, auch unter Kostengesichtspunkten.

Unternehmen Ineratec und Caphenia gleich zwei

Die Erfolgsgeschichte der „e-Fuels made in Höchst“

innovative Clean-Tech-Unternehmen umweltfreund-

ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Chemieindustrie

liche e-Fuels. Ineratec hat 2025 im Industriepark

wertvolle Beiträge zum Klimaschutz leisten kann.

Höchst die weltweit größte Produktionsanlage für

Milliardenprojekt für die Batterieproduktion

Industrie braucht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen Und dennoch stehen selbst hocheffiziente und leistungsfähige Verbundstandorte wie der Industriepark

Ein weiterer Beleg für die Zukunftsfähigkeit des

unter enormen Druck: Die Kostennachteile, die energie-

Industrieparks Höchst und die Rolle der Chemie bei

intensive Branchen in Deutschland gegenüber der

der Transformation in Richtung Nachhaltigkeit: Vulcan

Konkurrenz in Asien oder den USA belasten, können

Energy errichtet in Höchst eine Lithiumanlage – der

auf Dauer nicht mehr durch Effizienz oder qualifizier-

Bau ist Teil eines Großvorhabens mit einem Gesamtvo-

tes Personal ausgeglichen werden. Selbst Maßnahmen

lumen von 2,2 Milliarden Euro, aktuell eine der größten

wie die Einführung eines Industriestrompreises oder

Investitionen in der deutschen Chemieindustrie. Die

Veränderungen der Regularien beim Zertifikatehandel

Anlage wird ab 2028 nachhaltiges und in Deutsch-

verringern die großen Wettbewerbsnachteile deut-

land gewonnenes Lithiumhydroxid-Monohydrat im

scher Industrieunternehmen nur marginal.

kommerziellen Maßstab für die europäische Batterieund Automobilbranche herstellen. Das Projekt gilt als

Wie alle Schlüsselindustrien Deutschlands braucht

wichtiger Schritt, um Europa bei der Batterieproduktion

auch die Chemie- und Pharmabranche Rahmenbe-

unabhängiger von globalen Lieferketten zu machen.

dingungen, mit denen sich Unternehmen im inter-

Mit Effizienzsteigerung gegen den Wettbewerbsdruck

nationalen Wettbewerb behaupten können. Dann – nur dann – kann und wird die Chemieindustrie die Transformation des Wirtschaftsstandortes Deutsch-

Großinvestitionen der Chemieindustrie sind in

land in Richtung Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung

Deutschland eher selten geworden, aufgrund des

vorantreiben und maßgeblich zum Erreichen von

enormen Wettbewerbsdrucks, dem sich die vor allem

Klimaschutzzielen beitragen, die ambitioniert, aber

durch hohe Energiekosten belastete Branche im

realistisch sein müssen.

internationalen Vergleich ausgesetzt sieht. Dass sich Als Standortbetreibergesellschaft ist

der Industriepark Höchst aktuell im globalen Stand-

Infraserv Höchst für die hocheffiziente

ortvergleich behaupten kann, liegt nicht zuletzt an den

Infrastruktur des Industrieparks verantwortlich.

hocheffizienten Ver- und Entsorgungsstrukturen, die Infraserv Höchst als Standortbetreibergesellschaft

www.infraserv.com/de/


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INDUSTRIE

Additive Fertigung ist eine wichtige Schlüsseltechnologie für Deutschland ADDITIVE FERTIGUNG

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Drummer leitet den Lehrstuhl für Kunststofftechnik der Universität Erlangen-Nürnberg und kennt alle Facetten additiver Fertigungstechnologien. Er rechnet mit einem deutlichen Wachstum der additiven Fertigung in Deutschland. Text: Katja Deutsch Fotos: Presse, Jakub Żerdzicki/unsplash

medizinische Anwendungen. Darüber hinaus ermöglichen hybride Werkstoffe auch ganz neue Anwendungen, beispielsweise für biokompatible Bauteile oder Drug-Delivery-Systeme.

Herr Professor Dr. Drummer, wie ist der Stand der additiven Fertigung in Deutschland?

Die additive Fertigung umfasst so viele unterschiedliche Verfahren, Werkstoffe und Anwendungen, dass ihr Entwicklungsstand nicht pauschal bewertet werden kann. Sie hat sich in dieser Breite aber inzwischen von einer vorwiegend forschungsgetriebenen Technologie zu einer zunehmend industriell eingesetzten Technologie entwickelt. Besonders erfolgreich ist sie bei komplexen und hochqualitativen Bauteilen, die mit klassischen Verfahren kaum herstellbar sind, wie in der Luft- und Raumfahrt oder Energietechnik. Für Anwendungen mit hohen Stückzahlen sind dagegen vor allem Kosten eine wichtige Herausforderung. In welchen Bereichen hat sie sich bereits zu einem festen Bestandteil der industriellen Serienproduktion entwickelt?

Die additive Fertigung ist heute schon in vielen Branchen recht gut etabliert. Besonders häufig wird sie im Energie-, Automobil-, Maschinen-, Luft- und Raumfahrtbereich eingesetzt, da sich damit sowohl komplexe und leichte Bauteile als auch individuelle Lösungen herstellen lassen. Auch in der Medizin sind 3D-gedruckte Implantate bereits verbreitet. Weitere Anwendungen finden sich in der Elektronik, zum Beispiel bei individuellen Antennen, und auch im Bauwesen.

Insgesamt rechne ich mit einem deutlichen Wachstum der additiven Fertigung.

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Drummer, Leiter des Lehrstuhls für Kunststofftechnik der Universität Erlangen-Nürnberg

Im Bereich des Bioprintings wird weiterhin intensiv geforscht, beispielsweise an der Herstellung von Gewebestrukturen und zukünftig möglicherweise Organen.

Berlin möchte bis 2030 Hauptstadt des 3D-Drucks in Europa werden. Und inwiefern profitieren Fertigungsunternehmen von den bereits hier ansässigen Unternehmen?

Berlin punktet vor allem durch seine Universitäten, Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer und BAM sowie eine aktive Gründerszene. Gleichzeitig besteht im Maschinen- und Anlagenbau noch

Nachholbedarf. Ausschlaggebend für den Erfolg wird daher die Zusammenarbeit zwischen Forschung, etablierten Unternehmen und Start-ups sein. So können Innovationen schneller umgesetzt und neue Wertschöpfungsketten geschaffen werden. Städte wie Aachen, Erlangen und München sind starke Wettbewerber. Welche Entwicklung erwarten Sie für die nächsten Jahre?

Die Vorteile additiver Fertigung liegen vor allem in komplexen Geometrien, neuen Werkstoffstrukturen und der wirtschaftlichen Fertigung individueller Bauteile bis hin zu Einzelstücken. Für Deutschland ist sie eine wichtige Schlüsseltechnologie. In Zukunft werden außerdem Kreislaufwirtschaft, Materialeffizienz und resiliente Lieferketten an Bedeutung gewinnen. Insgesamt rechne ich mit einem deutlichen Wachstum der additiven Fertigung.

Welche Rolle spielen neue KunststoffMaterialien dabei?

Werkstoffliche Innovationen entstehen vor allem durch neue Funktionen, Qualitätssicherung und Kostenreduktion. Dabei spielen jedoch nicht nur neue Materialien eine Rolle, sondern Temperatur und Energieeintrag – denn damit kann man auch bei bekannten Werkstoffen unterschiedliche Materialstrukturen und damit neue Bauteileigenschaften erzeugen. Die Palette verfügbarer Kunststoffe vergrößert sich zunehmend für alle unterschiedlichen 3D-Druckverfahren. Vielfach sind dies Hochtemperaturkunststoffe wie PEI und PEEK, aber auch z. B. biobasierte und flammgeschützte Kunststoffe sowie speziell angepasste Materialien für Durch Denken Vorne Consult GmbH – Partner Content

Es geht um nicht weniger als Ihre Zukunft Wie Sie die Performance im Einkauf steigern und zur erfolgreichen Transformation beitragen

D

ie deutsche Industrie befindet sich am Scheideweg. Chinesische Unternehmen sind uns kostenseitig seit Jahren überlegen und haben uns auch in Sachen Innovation überholt. Am deutlichsten wird dies aktuell in der Automobilindustrie. Wer jetzt nicht als Unternehmen selbst das Heft in die Hand nimmt und die Performance steigert, der wird die Transformation der deutschen Wirtschaft nicht überleben. Sich auf die Politik zu verlassen und strukturelle Veränderungen abzuwarten war noch nie eine gute

Strategie. Dies gilt auch für den Einkauf. Denn auf diesen kommt es wesentlich an. Auch dort gibt es Möglichkeiten, die Performance zu steigern. Hierzu drei Beispiele:

die niemanden interessieren. Formulare, die immer noch per Hand auszufüllen sind. Hier liegt so viel Potenzial, dass auch im Einkauf viel unnötiger Ballast abgeschüttelt werden kann.

1. Automatisierung Dies fängt schon bei der Autodisposition an. Ein einfaches Instrument im ERPSystem, aber mit großer Wirkung. Sind die Parameter korrekt gepflegt, kann auch ohne menschliches Zutun disponiert werden. Und das ganz ohne KI.

3. Einkaufsbereiche zusammenlegen Kleinstaaterei wie in der EU kann es auch in Unternehmensgruppen geben. Jede Gesellschaft hat ihren eigenen operativen und ihren eigenen strategischen Einkauf. Warum? Die Effizienzvorteile und Auslastungsaspekte beim Zusammenlegen von Bereichen liegen auf der Hand. Also rangehen, bevor es nur Verlierer gibt.

2. Bürokratieabbau Was für die Politik gilt, trifft man auch im Unternehmen an. Freigaberegeln und -stufen, die vor 20 Jahren festgelegt worden sind. Kennzahlenreports,

Mehr Informationen über die Durch Denken Vorne Consult GmbH unter: www.durchdenkenvorne.de oder info@durchdenkenvorne.de

Wir von Durch Denken Vorne Consult begleiten Sie in der Performancesteige-

Frank Sundermann,

Geschäftsführer der Durch Denken Vorne Consult GmbH

rung des Einkaufs. Dies kann von Vorteil sein, da Anstöße manchmal von außen benötigt werden und jemand dranbleiben muss, bis die Veränderung wirklich umgesetzt ist. Denn es geht um nicht weniger als Ihre Zukunft.


Wert schlägt Wartezeit cbs Corporate Business Solutions – Partner Content

Bei der digitalen Transformation zählt nicht nur das Ziel. Für Unternehmen wird immer wichtiger, wie schnell sich Investitionen tatsächlich auszahlen.

J

ahrelang umbauen und erst am Ende auf den Nutzen hoffen? Dieses Modell gerät unter Druck. Unternehmen brauchen eine IT, die Veränderungen schneller möglich macht und dabei Komplexität abbaut. Gerade ERP-Systeme spielen dabei eine Schlüsselrolle. Eine klare Datenbasis schafft zudem die Voraussetzung, KI dort einzusetzen, wo sie tatsächlich etwas bewirkt. Wie sich Transformation früher in Wettbewerbsvorteil übersetzen lässt, darüber spricht Holger Scheel, Geschäftsführer bei cbs Corporate Business Solutions. Die Unternehmensberatung begleitet produzierende Industrieunternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Geschäftsprozesse und SAP-Systemlandschaften rund um den Globus.

Was bedeutet „Fast Value Business Transformation“ für die Industrie?

Für Industrieunternehmen ist das eine Überlebensfrage. Wer heute eine mehrjährige Transformation startet, ohne früh belastbare Ergebnisse zu liefern, riskiert

dreierlei: Das Management verliert das Vertrauen, Innovationschancen verpuffen und der Wettbewerb zieht davon. Deshalb arbeiten wir mit einem Plateau-Modell. Wir schneiden große Programme in klar abgegrenzte Etappen mit eigenem Business Case. So entscheiden Vorstände über überschaubare Investitionsschritte mit belastbarem Ergebnisnachweis. Komplexe ERP-Landschaften gelten oft als Bremsklotz. Warum muss die Industrie dennoch handeln?

Das eigentliche Problem ist selten die Technologie selbst, sondern die Komplexität, die über Jahre durch Sonderlösungen und gewachsene Systeme entstanden ist. Wer Prozesse und Daten konsequent auf einer gemeinsamen Plattform harmonisiert, schafft ein einheitliches Modell, das lokale Besonderheiten dort erlaubt, wo sie gebraucht werden, und sonst standardisiert.

Entscheidend ist, wie schnell die Umsetzung in der Fläche wirkt. Eine standardisierte, harmonisierte und konsolidierte

contentway.de

INDUSTRIE

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ERP-Landschaft ist ein UnternehmensAsset für die Wertschöpfung durch KI.

Verlässliche Daten werden mit zunehmendem KI-Einsatz wichtiger. Warum entscheiden sie über die Wettbewerbsfähigkeit?

KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie arbeitet. In einer harmonisierten Unternehmensplattform mit einheitlichen Prozessen liefert KI schnell belastbare Ergebnisse. Bei fragmentierten Daten und Systemen ist der Weg zu einer wertschöpfenden KI-Nutzung deutlich weiter. Unternehmen, die in Datenqualität und Prozessintegration investieren, können KI schneller und breiter einsetzen als Wettbewerber mit fragmentierten Landschaften. Unternehmen müssen schneller auf Veränderungen reagieren. Wie kann eine moderne Unternehmensplattform dabei unterstützen?

Eine moderne Plattform macht Unternehmen steuerungsfähig, erhöht die Wirkung und vereinfacht das operative Geschäft. Innovationen wie KI werden schneller nutzbar. Sind Unternehmenskennzahlen in Echtzeit verfügbar, lassen sich Entscheidungen deutlich schneller treffen. Das

Holger Scheel,

Geschäftsführer cbs Corporate Business Solutions

Wer heute eine mehrjährige Transformation startet, ohne früh belastbare Ergebnisse zu liefern, riskiert dreierlei: das Management verliert das Vertrauen, Innovationschancen verpu�en und der Wettbewerb zieht davon. zahlt sich besonders in volatilen Märkten aus. So erhöhen Unternehmen ihre Anpassungsfähigkeit und gewinnen Agilität.

Mehr Informationen über cbs Corporate Business Solutions unter: www.cbs-consulting.com FOBA – Partner Content

Der Laser trennt Original und Fälschung Die Kennzeichnung von Originalprodukten erhöht die Produktsicherheit. Eine dauerhafte Nachverfolgbarkeit macht Fälschern das Leben schwer.

P

roduktfälschungen sind gerade bei hochwertigen Industrieprodukten ein Thema geworden. Was auf den ersten Blick wie ein Original aussieht, versagt in der Anwendung den Dienst und stellt Markenhersteller vor ein Image- und Haftungsproblem. Regulierungsbehörden wie die amerikanische FDA haben deshalb die Anforderungen an die Produktsicherheit erhöht und umfangreiche Kennzeichnungspflichten beschlossen. Doch wie kann man ein Produkt hygienisch, umweltschonend und dauerhaft kennzeichnen? Klebeetiketten und Aufdrucke scheiden gerade in sensiblen Bereichen aus, denn sie lassen sich einfach manipulieren und bleiben nicht dauerhaft erhalten. Eine international bewährte Lösung ist die Lasermarkierung. Die laserbasierte Kennzeichnung unterliegt keinem klassischen Verschleiß. Mit einer Geschwindigkeit von über zweitausend Zeichen pro Sekunde kann sie auch in schnelle Produktionslinien integriert werden und ermöglicht die in der Medizintechnik erforderliche „Unique Device Identifika-

Weitere Informationen über FOBA unter: www.fobalaser.com/de/

tion“, bei der jedes einzelne Produkt eine individuelle und nachvollziehbare Kennzeichnung bekommt. Das Unternehmen ALLTEC Angewandte Laserlicht Technologie GmbH aus Nordwestmecklenburg, in der Branche bekannt mit seiner Marke „FOBA“, setzt bei seinen modernen Beschriftungslasern auf die Verbindung von präzisen Lasern mit modernster Kameratechnologie. „Die Produktkennzeichnung ist keine lästige Pflicht, sie ist Teil der Wertschöpfung“, so Damian Zawadzki, Product and Application Manager bei FOBA. Das Unternehmen verbindet langjährige Praxiserfahrung mit neuesten Innovationen und ist so für Kunden, zum Beispiel aus der Medizintechnik, der Automobilindustrie oder der Elektronikbranche ein Komplettlösungsanbieter für die industrielle Produktkennzeichnung. Das integrierte Kamerasystem erkennt die exakte Bauteilposition, richtet Markierinhalte automatisch aus und überprüft das Ergebnis unmittelbar nach dem Markiervorgang. Die gewonnenen Daten werden über stan-

dardisierte Schnittstellen bereitgestellt und können von den Anwendern später zur Identifikation der Produkte und im Haftungsfall zur Abwehr unberechtigter Ansprüche z. B. bei Produktfälschungen genutzt werden. Dass bei Anwendung der Laser weder Verbrauchsmaterial noch Abfall anfällt, zeigt die Nachhaltigkeit des Verfahrens. Die Haltbarkeit der Kennzeichnung über den ganzen Lebenszyklus, auch bei Belastungen der Teile in der Anwendung oder herausfordernden Reinigungsprozessen, macht die Laserkennzeichnung auch für die Kunden zu einer sicheren Sache.

Damian Zawadzki,

Product and Application Manager bei FOBA

Die Produktkennzeichnung ist keine lästige Pflicht, sie ist Teil der Wertschöpfung. Auch nach Jahren kann man beim Blick auf die Lasermarkierung noch ganz genau nachvollziehen, wo und wann das Bauteil gefertigt wurde. Damit alles so reibungslos funktioniert, arbeitet FOBA intensiv mit den Kunden zusammen. Hier wird nicht einfach eine Maschine in die Halle gestellt – hier wird partnerschaftlich eine Lösung entwickelt, die sich an den Anforderungen des Kunden und seiner Branche orientiert.


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