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#179 Eurominds – Zeitenwende Deutschlands

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Eine ambitionierte Wasserstoffwirtschaft ist unerlässlich, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht

Die Energiebranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel, geprägt von Unsicherheiten und sich ständig ändernden politischen Rahmenbedingungen. Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern zwingt viele Unternehmen, ihre Energieversorgung neu zu denken. Wasserstoff unterstützt die Dekarbonisierung besonders schwer elektrifizierbarer Sektoren wie Schifffahrt, Luftfahrt, Stahlund Zementindustrie sowie die Chemieindustrie. Zudem ermöglicht er die Speicherung von überschüssigem Ökostrom, der mittels Elektrolyse in Form von Wasserstoff gespeichert und später rückverstromt werden kann. Auch die effiziente Nutzung von Wasserstoff zur Wärmegewinnung – sowohl in der Industrie als auch künftig im Gebäudesektor – macht ihn unverzichtbar. Vor allem Branchen wie Stahl, Raffinerien und Chemieparks in Mitteleuropa stehen unter massivem Transformationsdruck und investieren bereits heute in großem Umfang in Wasserstoffprojekte, denn sie sind nicht nur Produzenten, sondern auch Hauptabnehmer des grünen Gases – was das wirtschaftliche Risiko für sie reduziert. Heinrich Dauer, Leiter Business Unit Energie, Dr.-Ing. Stephanie Frankl, Gruppenleiterin Green Hydrogen, und Florian Stöger, Leiter der Business Unit Industrie von Kraftanlagen Energies & Services SE sprechen im Interview über Chancen und Herausforderungen bei der Nutzung von Grünem Wasserstoff.

Kilogramm. Fast alle Projekte sind daher auf Fördermittel angewiesen, meist in Form von Investitionszuschüssen. Kunden fordern verlässliche Aussagen zur Lebensdauer und Effizienz, doch gerade bei schwankender Stromzufuhr, etwa durch Windenergie, fehlen belastbare Daten. Hersteller geben bisher, gegenüber erprobten Technologien, nur eingeschränkte Garantien, was die Wirtschaftlichkeit weiter erschwert. Die größte Herausforderung insgesamt ist die fehlende Langzeiterfahrung der eingesetzten Elektrolyseanlagen. Dazu kommen die regulatorischen Rahmenbedingungen der EU bezüglich der Produktion von renewable fuel of nonbiological origin (RFNBO), vor allem in Form der RED II, welche stark in der Kritik steht, und zusätzliche Unsicherheit bei Investoren hervorrufen.

Wie funktionieren Power-to-GasSysteme?

Ein zentrales Versprechen von Wasserstoff ist ja die langfristige Speicherung von erneuerbarer Energie. Wie gut funktioniert das heute schon und was erwarten Sie in einigen Jahren?

Ein Power-to-Gas-System zur Wasserstoffproduktion besteht aus mehreren Komponenten. Der Elektrolyseur zerlegt mithilfe von elektrischer Energie hochreines Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der so entstandene Wasserstoff enthält noch Wasserdampf und unter Umständen kleine Mengen Sauerstoff. Um beispielsweise eine Verwendung in Brennstoffzellen oder chemischen Prozessen zu ermöglichen, werden diese „Verunreinigungen“ in einer nachgeschalteten Trocknungsund Reinigungsstufe entfernt. Abschließend wird der produzierte Wasserstoff verdichtet, um entweder ins Gasnetz eingespeist oder in Transportbehälter abgefüllt zu werden. Welche Branchen zeigen das größte Interesse an Grünem Wasserstoff?

Die chemische Industrie, Raffinerien oder die Produktion von Sustainable Aviation Fuels (SAF) und grünem Ammoniak sind stark auf Wasserstoff angewiesen. Aber auch Energieversorger sehen in Wasserstoff eine Möglichkeit, Stromüberschüsse aus Windkraft zu speichern oder als Handelsgut zu nutzen.

Wasserstoff wird in Städten wie Hamburg und Berlin, wo der Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2045 geplant ist, als Möglichkeit für die Wärmeversorgung diskutiert, oft in Form „H2-ready“ vorzusehender Komponenten wie beispielsweise Gasturbinen oder Gaskessel, die später auf Wasserstoff umgestellt werden könnten. Doch die Produktionskapazitäten in Deutschland sind begrenzt, ein Hochlauf muss daher auch durch Importe von Wasserstoff gestützt werden. Wo sehen Sie denn derzeit die größten Hemmnisse für den industriellen Hochlauf von Grünem Wasserstoff?

Wasserstoffprojekte stehen vor großen finanziellen und technischen Herausforderungen. Ohne langfristige Abnahmeverträge ist die Finanzierung schwierig – Stichwort Bankability. Grünstrombasierter Wasserstoff kostet aktuell außerdem noch deutlich mehr als die angestrebten zwei bis drei Euro pro

Deutschland verfügt rein geologisch über sehr gute Voraussetzungen für die Langzeitspeicherung von Wasserstoff, insbesondere in unterirdischen Kavernenspeichern. Erste Pilotprojekte zeigen, dass Wasserstoff dort nicht nur sicher gespeichert, sondern auch in guter Qualität erhalten bleibt. Auch politisch ist das Thema im Fokus: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat ein Weißbuch zur Wasserstoffspeicherung veröffentlicht, das einen stark wachsenden Speicherbedarf prognostiziert – von etwa zwei bis sieben Terawattstunden im Jahr 2030 auf bis zu 80 Terawattstunden im Jahr 2045. Haupttreiber für diesen Bedarf ist vor allem die Industrie, aber auch die geplante Rückverstromung von Wasser-

Wir bei Kraftanlagen Energies & Services sind Experten in der Dekarbonisierung. Kraftanlagen Energies & Services SE – Ihr integraler Lösungsanbieter in der Energieund Prozessindustrie für eine nachhaltige Zukunft. www.kraftanlagen.com

Heinrich Dauer,

Leiter Business Unit Energie

Dr.-Ing. Stephanie Frankl,

Gruppenleiterin Green Hydrogen

Florian Stöger,

Leiter der Business Unit Industrie

stoff in Gaskraftwerken im Rahmen der Dual-Fuel-Strategie. In den nächsten zehn bis 20 Jahren wird Deutschland deshalb viele neue Speicheranlagen benötigen. Gleichzeitig könnten bestehende Gasspeicher, in denen bislang Methan gelagert wurde, technisch relativ unkompliziert für Wasserstoff umgerüstet werden. Wie unterstützen Sie die Kunden bei der Projektentwicklung mit Power-toGas-Lösungen?

Mit technischem Know-how, langjähriger Erfahrung und echter Überzeugung begleiten wir unsere Kunden auf ihrem Weg in eine klimafreundliche Zukunft. Unsere Mission ist mehr als technologische Transformation – sie ist ein aktiver Beitrag zur drastischen Reduktion von CO₂-Emissionen. Durch fundiertes Projektmanagement und tiefes technisches Verständnis realisieren wir schlüsselfertige Elektrolyse- und Wasserstoffanlagen aus einer Hand – effizient, nachhaltig und zukunftssicher: von der Machbarkeitsstudie bis hin zur Inbetriebnahme. Kunden können sich auf ein schlüsselfertiges Gesamtpaket verlassen, inklusive sicherer Prozesstechnik und umfassender Umsetzungskompetenz.


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