Der Kuss der Musen. Festspiele göttlicher Inspiration bis 11. Juli 2021, Residenzgalerie www.domquartier.at
Natur wird Bild. Österreichische Barocklandschaften 30. Juli 2021– 31. Jänner 2022, Residenzgalerie
Überall Musik! Salzburg als ein Zentrum europäischer Musikkultur 1587–1803 bis 2. Jänner 2022, Prunkräume der Residenz, Nordoratorium, Lange Galerie und Museum St. Peter (Musikraum)
Anton Faistenberger (1663–1708), Fischer am Bergbach, Residenzgalerie Salzburg c 2021 RGS/U. Ghezzi
Sonderausstellungen
VO ORWOR RT
SEHR GEEHRTE LESERIN! SEHR GEEHRTER LESER!
Fotos: VÖZ/Titz, Stock Adobe
Vor einem Jahr wusste niemand, ob das 100-Jahre-Jubiläum der Salzburger Festspiele wegen Corona überhaupt stattfinden kann. Doch in ihrem Jubiläumsjahr trotzten die Festspiele der Krise – und wurden zum gefeierten kulturellen Herz Europas. Das Programm konnte allerdings nur eingeschränkt gespielt werden – und daher gehen die Feierlichkeiten in diesem Sommer nun in die Verlängerung. Ein mehr als guter Grund, die Salzburger Festspiele zu ihrem „100+1-Jahre-Jubiläum“ in diesem „Krone“-Magazin gebührend hochleben zu lassen. Und nicht nur die Festspiele – sondern das gesamte SalzburgerLand als Gastgeber für glückliche Kultur- und Sommerfrischeliebhaber aus ganz Österreich (und wenn die Pandemie vorbei ist, dann auch wieder aus der ganzen Welt). Begleiten Sie uns auf einen Rundgang durch die Ausstellung „Großes Welttheater“, entdecken Sie die kulturellen Höhepunkte des diesjährigen Programms, lesen Sie, wie Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler zur „Mutmacherin“ wurde, was für die neue „Buhlschaft“ Verena Altenberger Magie ausmacht, und wie Star-Dirigent Riccardo Muti sein ganz persönliches Jubiläum in Salzburg feiert. Begleiten Sie uns auf Festspielspuren durch die Mozartstadt und quer durch die schillernde Geschichte der buntesten „Adabei-Papagenos“. Lassen Sie sich von den kulinarischen Köstlichkeiten des SalzburgerLands verführen, und erforschen Sie wunderschöne Ausflugsziele im ganzen Land. Ob Kultur, Geschichte, Tradition, Kulinarik, Natur und Freizeit – die Stadt und das Land Salzburg haben für jeden Geschmack so viel zu bieten! Und als abschließender Höhepunkt erwartet Sie dann noch ein Gewinnspiel für eine Auszeit der besonderen Art im Gasteinertal.
Viel Vergnügen in der Welt der iele Salzburger Festsp
Franziska Trost REDAKTION „KRONE“-MUSIK
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KRONE SALZBURGER FESTSPIELE
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INHALTSVERZEICHNIS
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SALZBURG & SEINE FESTSPIELE IN ZAHLEN Zum Auftakt ein paar kuriose Zahlen und Fakten
100 JAHRE SALZBURGER FESTSPIELE Rundgang durch die Ausstellung „Großes Welttheater“
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DIE MUTMACHERIN
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DAS JUBILÄUM GEHT WEITER
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MICHAEL HELTAUS FESTSPIELE
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100 JAHRE ADABEI IN SALZBURG
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DIE NEUE BUHLSCHAFT
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Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler über die Corona-Krise
Das Jubiläumsprogramm 2021 im Überblick
Persönliche Erinnerungen des Publikumslieblings
Bühne frei für Politiker, Stars und Sternchen
Porträt der Salzburger Schauspielerin Verena Altenberger
MODE UND ACCESSOIRES Worauf man bei der Festspiel-Tracht achten muss
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SALZBURGER KULINARIK
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VIA CULINARIA
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Die köstliche Geschichte der Landesküche
Die besten Genussadressen in einem eigenen Guide
AUF FESTSPIELSPUREN Ein historischer Stadtspaziergang durch Salzburg
IMPRESSUM: Medieninhaber & Herausgeber Krone-Verlag GmbH & Co KG, 1190 Wien, Muthgasse 2 (Verlagsort und Redaktionsadresse) Gesamtleitung Gerhard Valeskini Produktionsleitung Robert Loy Redaktionsleitung FranziskaTrost Redaktion Lisa Bachmann,Thomas Manhart, Elisabeth Patsios, Karl-Heinz Roschitz, StefanWeinberger Gastautorin KatharinaTrost, Franziska Lipp Artdirection Barbara Mungenast Grafik Nina Regel, Jacqueline Smith Fotoredaktion NataschaTrimmel Bildbearbeitung Krone KREATIV Qualitätssicherung Gerhard Mischling Lektorat M. Fatoba, M. Hengl, M. Moser, G. Seiberl, U. Sonnleitner Hersteller Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn. Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung 1/2021
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INHALTSVERZEICHNIS
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50 JAHRE RICCARDO MUTI Der Stardirigent im Gespräch über sein Jubiläum
HINTER DEN KULISSEN Ein Blick in die Werkstätten der Festspiele
EINE BESONDERE BEZIEHUNG Die Wiener Philharmoniker und Salzburg
FESTSPIELERINNEN Frauen, die ihre Spuren in Salzburg hinterließen
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ERINNERUNGEN . . .
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AUSFLUGSZIELE IM SOMMER
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VERANSTALTUNGEN
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JEDERMANNS JUDEN
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GESPRÄCH ÜBER DAS KRISENJAHR
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PROGRAMMPLAN
Die schönsten Seiten des SalzburgerLands
Kulturtipps abseits der Salzburger Festspiele
Ausstellung im Jüdischen Museum Wien
Helga Rabl-Stadler interviewt Daniel Barenboim
Die Salzburger Festspiele auf einen Blick
GEWINNSPIEL Mit der „Krone“ zur „Wald:Klassik“ in Gastein
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Fotos:Andreas Tröster, Picturedesk, Salzburger Festspiele/Bernd Uhlig, SalzburgerLand Tourismus, Kitzsteinhorn
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. . . von „Krone“-Kulturredakteur Karl-Heinz-Roschitz
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ZAHLEN & FAKTEN
Zum
Auftakt 4000 DIE FESTSPIELE ALS ARBEITGEBER Bei den Salzburger Festspielen arbeiten GANZJÄHRIG ETWA 250 PERSONEN. In den Sommermonaten Juli und August wächst diese Zahl auf über 4000 an.
– kuriose Fakten und Zahlen rund um Salzburg und seine Festspiele
120 DEZIBEL – über dieses opulente Stimmvolumen (ohne Lautsprecher) muss derjenige verfügen, der den berühmten „Jedermann“-Ruf von der Festung erschallen lässt. Das entspricht in etwa der Lautstärke eines Presslufthammers.
Wie viele Schrauben sind beim „Jedermann“ gar nicht locker, und wie oft rollt die Mozartkugel im Hause Fürst? Hier erfahren Sie Interessantes und Amüsantes aus der Festspielstadt. Text: Franziska Trost
800 HERBERT VON KARAJAN MIT MEHR ALS 800 AUFNAHMEN hat es Herbert von Karajan als produktivster Dirigent der Geschichte ins „Guinnessbuch der Rekorde“ geschafft. Er spielte auch eine wichtige Rolle dabei, dass Sony seine CD-Werke im Bundesland Salzburg eröffnete.
112 DIE BÜHNE FÜR DEN JEDERMANN IN ZWÖLF TAGEN AUFBAUZEIT werden insgesamt 112 Tonnen Material verbaut. Die „Jedermann“- Tribüne wird von 5500 Schrauben zusammengehalten. Das für den Bau der traditionellen „Jedermann“- Bänke verwendete Holz hat aneinandergereiht eine Länge von etwa sechs Kilometern. Die Gäste müssen übrigens durchaus hitzeresistent sein: Die Temperatur auf dem Domplatz kann bei praller Sonne auf über 60 Grad steigen.
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ZAHLEN & FAKTEN
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EURO GIBT DER FESTSPIELBESUCHER im Schnitt pro Tag aus – und da sind die Tickets noch gar nicht eingerechnet.
Fotos:Picturedesk, Adobe Stock
BUHLSCHAFTEN
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IN DEN VERGANGENEN 100 JAHREN gab es fast doppelt so viele Buhlschaften wie Jedermänner auf dem Salzburger Domplatz – immerhin 35 Buhlschaften verführten da lediglich 18 Jedermänner. Von der „treuesten“ Geliebten Dagny Servaes (12-mal), über Nadja Tiller, Christiane Hörbiger, Senta Berger, Sunnyi Melles, Sophie Rois, Veronika Ferres, Marie Bäumer bis hin zu Caroline Peters (im Jahr 2020, Foto). Verena Altenberger folgt ihr in diesem Jahr als Nummer 36.
EURO KOSTET DIE TEUERSTE KARTE bei den Festspielen, 5 Euro die preiswerteste.
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Platz 1
SALZBURG IN ZAHLEN
BELEGTE SALZBURG 2020 IM BEST-TRAVEL-RANKING von Lonely Planet. Die Touristen blieben wegen der Corona-Krise allerdings in diesem Jahr ausnahmsweise aus.
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so heißt es, MUSS SICH DER BART VON KAISER KARL DEM GROSSEN um einen Marmortisch schlängeln. Der Kaiser liegt zwar in Aachen begraben, in einer bekannten Sage heißt es jedoch, dass er im Untersberg auf seine Auferstehung wartet. Dafür muss der Bart eben lang genug sein. Bis jetzt hat er es aber angeblich erst auf zwei Umrundungen gebracht.
3,5Mio. UNGEFÄHR 3,5 MILLIONEN STÜCK DER „ORIGINAL SALZBURGER MOZARTKUGEL“ werden im Hause Fürst in guten Jahren produziert – das sind 10.000 pro Tag. 1890 wurde die weltberühmte Köstlichkeit vom Salzburger Konditor Paul Fürst erfunden. Die Mitarbeiter mussten bei der Produktion übrigens pfeifen – damit sie nicht heimlich von der teuren Schokolade naschen konnten. Insgesamt gibt es mittlerweile 13 verschiedene Mozartkugeln, zu den berühmtesten zählt die rot-goldene Kugel von Mirabell. Die hat es sogar schon ins Weltall geschafft – der österreichische Astronaut Franz Viehböck nahm sie als Gastgeschenk auf die Raumstation MIR mit. „Original“ darf sich aber nur die Kugel in der silber-blauen Stanniolverpackung aus dem Hause Fürst nennen.
PROST! Mit 11 Brauereien hat Salzburg die meisten Bierbrauer pro Einwohner in Österreich. Die bekanntesten sind das Augustiner Bräu sowie Stiegl – übrigens die einzige Brauerei des Landes, die noch mit historischen Pferdekutschen ausliefert.
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ZAHLEN & FAKTEN
350 Jahre SEIT MEHR ALS 350 JAHREN SORGT DIE BERUFSGRUPPE DER BERGPUTZER für die Sicherheit der Bewohner von Salzburg. Nach einem Felssturz im Jahr 1669 kamen 230 Menschen ums Leben. Heute überprüfen zwölf Bergputzer mehr als 300.000 m² am Mönchsberg, Kapuzinerberg, Nonnberg, Festungsberg, Rainberg und Hellbrunnerberg auf loses Gestein, das eine Gefahr darstellen könnte.
184 – AUF DIESE STATTLICHE ANZAHL AN REGENTAGEN bringt es das Land Salzburg im Durchschnitt pro Jahr. Der berühmt-berüchtigte Salzburger Schnürlregen könnte fast schon als Wahrzeichen der Stadt durchgehen.
65 Jahre JAHRE ALT IST DER Ä FLAMINGO aus der ros des Tierliebhabers Robe im Park von Schloss Leo
Fotos:Adobe Stock, Picturedesk
1965 WURDE SOUND OF MUSIC IN DEN USA DAS ERSTE MAL AUSGESTRAHLT – und sorgt bis heute dafür, dass Menschen aus aller Welt nach Salzburg kommen. In Österreich wurde der Blockbuster erst 35 Jahre später im Fernsehen gezeigt. Der Film erhielt damals schlechte Kritiken im deutschsprachigen Raum, hatte niedrige Zuschauerzahlen und war generell ein Misserfolg.
Mehr amüsante Fakkten und Zahlen über Salzburrg finden Sie m unterübrigens auch in dem n „UNNÜTZES haltsamen Büchlein SALZBURG WISSEN“, das im Holzbaum Verlag errschienen ist.
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Vorhang auf für das große
Welttheater Die großartige Landesausstellung über 100 Jahre Salzburger Festspiele geht – wie das Jubiläum selbst – auch in dieser Saison in die Verlängerung. Text: Franziska Trost
Schriftsteller Hermann Bahr beschrieb in einem Brief seine Überlegungen zu Theaterfestspielen in Salzburg. Die Sopranistin Lilli Lehmann, wichtige Förderin des Mozarteums, erhob zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Mozartfeste zu neuer Größe – und fachte damit die Festspielidee erneut an. Erst nach diesem Labyrinth an Stimmen und Visionen landet man schließlich bei ihm: Max Reinhardt. „Sein Diktum ,Die Salzburger Festspiel habe ich gegründet, ist, wie man sieht, nicht ganz richtig. Er war derjenige, der sich durchgesetzt hat. Aber viele haben ihm diesen Weg bereitet“, betont Kuratorin Margarethe Lasinger.
Kuratorin Margarethe Lasinger in der Nachbildung von Max Reinhardts (li.) Lieblingsort Schloss Leopoldskron.
ZU HAUSE BEI MAX REINHARDT
Bei Max Reinhardt kommt man in der Ausstellung nun auch im wortwörtlichen Sinn an: auf Schloss Leopoldskron. In einem eigenen Raum wurde der Blick vom Schloss auf den
Untersberg als opulente Kulisse nachempfunden. Hier ließ sich Reinhardt 1918 nieder, er renovierte das Schloss und errichtete im Garten sogar ein kleines Freilufttheater. In Leo-
Fotos:Archiv der Salzburger Festspiele/Ellinger, Andreas Tröster
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beginnt, wie man meint, dass es beginnen sollte: mit dem „Jedermann“. Direkt vor dem Eingang zur Ausstellung „Großes Welttheater“ im Salzburg Museum steht ein Nachbau der allerersten Bühne, die vor hundertundeinem Jahr auf dem Domplatz errichtet wurde. In der Säulenhalle taucht man dann mitten hinein in diesen Auftakt der Salzburger Festspiele, in die „Jedermann“-Premiere am 22. August 1920, und wird selbst Teil des Publikums vor der Kulisse alter Schwarz-Weiß-Bilder. Doch die wirklichen Anfänge der Salzburger Festspiele reichen in Wahrheit viel weiter zurück. Ein Stimmengewirr empfängt einen im Raum der „Frühen Visionen“, ein Labyrinth aus Textfahnen, die an die ersten Ideengeber erinnern. „Es gab nicht nur einen Gründer der Festspiele, sie sind aus vielen Ideen entstanden“, so Martin Hochleitner, Direktor des Museums. Und die gehen bereits auf das Jahr 1842 zurück. Damals wurde in Salzburg das Denkmal für Wolfgang Amadeus Mozart enthüllt – und die Stadt besann sich auf ihren berühmten Sohn und ihr kulturelles Erbe. In den 1870er-Jahren fanden die ersten Salzburger Mozartfeste statt. „Schon damals zog das viele internationale Gäste an. Der Reiseveranstalter Thomas Cook bot in Großbritannien bereits eigene Packages mit einem Rundumprogramm für die Mozartfeste an“, erzählt Hochleitner. Einige Salzburger Initiativen träumten von Mozartfestivals als Gegenstück zu Bayreuth, auch der
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ŷ Im Museum wurde die erste Aufführung des „Jedermann“ 1920 nachempfunden – der Besucher wird Teil des Publikums ỳ.
poldskron schmiedete er mit Freunden und Wegbegleitern die maßgeblichen Ideen der Salzburger Festspiele, hier traf sich in der Festspielzeit die Hautevolee, hier wurde gefei-
ert, geplant und Großes erdacht. Zwei Jahrzehnte lang war ihm das Schloss der liebste Lebensort. „Es galt als seine schönste Inszenierung“, so Lasinger.
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Die verträumte Kulisse steht im harten Kontrast zu dem dunklen Kapitel in Max Reinhardts Leben, das in diesem Raum aufgeschlagen wird: Schon früh war in Salzburg die antisemitische Stimmung spürbar, ab 1934 kam Reinhardt kaum mehr in die Stadt. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland verlor er sein Eigentum und seine künstlerische Heimat. Reinhardt flüchtet vor den Nazis in die USA. Hier liegt er auch begraben, in einem Mausoleum auf dem jüdischen Westchester Hills Cemetry in Hastings-on-Hudson – ein kleiner Ort im Norden New Yorks. Das bemalte Glasfenster, das sein Grab schmückt, wurde extra für die Ausstellung nachge-
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In der „Goldegger Stube“ wird die Geschichte des Trachtenhypes in Salzburg nacherzählt – u. a. ist Marlene Dietrichs Kostüm zu bewundern.
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baut – es zeigt den Blick von Schloss Leopoldskron auf den Untersberg. Wie eine ewige Sehnsucht Reinhardts . . . GESCHICHTE ALS GROSSE INSZENIERUNG
Die theatralische Inszenierung der Landesausstellung hätte Max Reinhardt wohl gefallen. Wie hier hundert Jahre Festspiele opulent in Szene gesetzt werden. Und man so dem Ausstellungstitel gerecht wird, der sich eben nicht nur auf Hugo von Hofmannsthals Schauspiel „Das Salzburger Große Welttheater“ (Uraufführung 1922) bezieht, sondern auch auf die Geschichte der Salzburger Festspiele an sich, die eben ganz großes Theater ist. „Die Ausstellung ist in einem engen Dialog mit den Festspielen und anderen Institutionen entstanden“, erklärt Direktor Hochleitner. „Die verschiedenen Erzählungen von u. a. Wiener Philharmonikern, dem Jüdischen und dem Theater-Mu-
Kuratorin Margarethe Lasinger und Museumsdirektor Martin Hochleitner. seum in Wien verschmelzen hier zu einer Geschichte. Jedem Thema, jeder Institution ist ein Raum gewidmet.“ So zum Beispiel auch dem Thema Mode – und die ist in den Festspielsommern natürlich geprägt von der Tracht. IN DIRNDL UND LEDERHOSE
Wie der Trachtenhype in Salzburg seinen Anfang nahm, lässt man passend in der holzvertäfelten „Goldegger Stube“ Revue passieren. Bereits in den 1920er-Jahren entwarf Carl Mayr elegante Trachtenmode – und machte aus der
traditionellen Kleidung Haute Couture. Sein Bruder, der berühmte Opernsänger Richard Mayr, der viele Jahre lang in Salzburg im Rampenlicht stand, sorgte dafür, dass Carls Mode bekannt wurde. Schon in den 30er-Jahren trugen die meisten Besucher der Festspiele mit Begeisterung Dirndl, Trachtenanzug und Lederhose. Darunter auch Marlene Dietrich, deren zeitlos schönes Trachtenkostüm von Carl Mayr hier ausgestellt ist. „Das vermittelte dieses gewisse Sommerfrische-Flair, das in
Fotos:Luigi Caputo, Andreas Tröster, beigestellt
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Salzburg auch so wichtig ist. Die Tracht war dafür ein Schlüsselmotiv“, erklärt Kuratorin Lasinger. „Oft führte der erste Weg in Salzburg zum Trachtenschneider Lanz, um sich seine Lederhose anpassen zu lassen. Auch Werner Krauß, der im ersten „Jedermann“ den Tod verkörperte, soll sich als Honorar eine Lederhose ausgehandelt haben.“ Mit der Tracht wurden auch die Zuseher Teil der großen Salzburger Inszenierung – ganz im Sinne von Max Reinhardts Idee, der die ganze „Stadt als Bühne“ sah. Ein Schatten legte sich über das fröhliche Trachtentreiben, als die „Gebirgs- und Volks-Trachten-Zeitung“ 1938 den Erlass der Polizeidirektion Salzburg veröffentlichte, dass „Juden im Bereiche der Polizeidirektion Salzburg das öffentliche Tragen von alpenländischen (echten oder unechten) Trachten wie Lederhosen, Joppen, Dirndkleidern, wei-
Verschiedene Objekte und Kunstinstallationen wie die „Jedermann“Requisite (li. o.) und der Vogelhändler (li.) gehören zur gelungenen Inszenierung der Ausstellung.
Jahre
ßen Wadenstutzen, Tirolerhüten usw.“ verboten sei. Der ganz große Hype wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erreicht, dennoch gehören Dirndln und Trachtenanzüge bis heute ganz selbstverständlich zum Bild der Salzburger Festspiele.
100 Objekte erzählen die Geschichte von 100 Jahren Salzburger Festspiele nach. Als Symbol für das schwierige Jubiläumsjahr 2020 könnte wohl die eigene „Festspiel“Maske in dieses Archiv wandern.
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100 OBJEKTE ERINNERN AN 100 JAHRE FESTSPIELE
Die gesamten 100 Jahre Festspiele quasi auf einen Blick breiten sich in der prunkvollen Max-Gandolph-Bibliothek vor den Besuchern aus. Hier wird nicht nur die Geschichte chronologisch von einem Jahrzehnt ins nächste aufgerollt, Kuratorin Margarethe Lasinger hat auch in penibler Recherche-Arbeit 100 Objekte zusammengetragen, die symbolisch für jeden einzelnen Festspielsommer stehen. Das beginnt – natürlich – mit Max
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Reinhardt und seinem Regiebuch für „Jedermann“ mit Anmerkungen in der für ihn typischen violetten Tinte. Die Schellackplatte der ersten Aufzeichnung der Festspiele, Mozarts „Requiem“, steht für das Jahr 1927. Ein Skizzenbuch von Richard Strauss ist aus dem Jahr 1932 von der Erstaufführung der „Frau ohne Schatten“ erhalten. An 1938 erinnert das Telegramm Arturo Toscaninis mit seiner endgültigen Absage – er hatte die Hoffnung auf ein freies Österreich verloren. Nach dem Attentat auf Hitler wurden die Festspiele 1944 abgesagt , die Generalprobe zu Strauss’ „Die Liebe der Danae“ fand jedoch noch statt – ein grauer Stoffballen symbolisiert dieses Jahr. Der Vertrag mit Herbert von Karajan von 1957 liegt hier ebenso wie sein Kondolenzbuch aus dem Jahr 1989. Große Aufreger der Festspiele dürfen natürlich auch nicht fehlen – wie etwa Thomas Bernhards Stück „Der Ignorant und der Wahnsinnige“, bei dessen Pre-
miere das nun in der Vitrine liegende Notlicht nicht – wie mit dem Regieteam ausgemacht – abgedreht wurde. Es kam zu Handgreiflichkeiten,
Herbert von Karajan prägte die Festspiele als künstlerischer Leiter über viele Jahrzehnte hinweg.
die restlichen Vorstellungen wurden abgesagt. Ein schwarzer Flügel ruft die Erinnerungen an die Skandal-„Fledermaus“ wach, mit der sich Gerard Mortier 2001 aus Salzburg verabschiedete. Und dann gibt es natürlich all die Kostüme großer Künstler und Stars, die bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne standen: Attila Hörbigers Jedermann-Robe, der Mantel, den Helmut Qualtinger 1959 als Wondrak trug, Hamlets Krone, die Oskar Werners Haupt 1970 zierte, und natürlich das legendäre rote La-Traviata-Kleid, in dem sich Anna Netrebko 2005 endgültig in den Opernolymp sang. ZUM ABSCHLUSS DIE EIGENEN ERINNERUNGEN
„Der Rosenkavalier“ in der Inszenierung aus dem Jahr 1960.
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Auch nach dieser Zeitreise gibt es im großen Welttheater noch viel zu entdecken. Kunstinstallationen wie den „Vogelfänger“ des britisch-nigeriani-
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Der Namensgeber für diese Landesausstellung: Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel „Das Salzburger Große Welttheater“, das im Jahr 1922 in der Kollegienkirche uraufgeführt wurde.
Fotos:Picturedesk, Archiv der Salzburger Festspiele/Ellinger, Luigi Caputo
An legendäre Inszenierungen erinnern viele Bilder in der Ausstellung – ŷ die Fauststadt von Clemens Holzmeister, ỳ „Die Zauberflöte“ (1978).
schen Künstlers Yinka Shonibare, der von seinem Raum aus direkt auf Mozarts Denkmal blickt, oder das inszenierte Durcheinander von John Bocks „Jedermann“-Requisite. Man kann in einem technisch perfekt ausgestatteten Hörraum in den fantastischen Klangwelten der Wiener Philharmoniker versinken oder in
Auch die Felsenreitschule wurde extra nachgebaut – mit unvergesslichen Originalkostümen in den Arkaden.
der zur Bühne umgestalteten Kunsthalle alte Inszenierungen auf Leinwand verfolgen. Bewegend ist die Videoinstallation von Mats Staub, der mit Darstellern und Mitarbeitern der Festspiele im Bezug auf den „Jedermann“ über Erfahrungen mit Geburt und Tod sprach. Und schließlich kann man sich in einer riesigen Fotowand verlieren, die die nachgebaute Felsenreitschule flankiert – mit Bildern aller Neuinszenierungen aus 100 Jahren. Mehr als 600 Produktionen, ein gigantischer kultureller Schatz. Und für viele treue SalzburgBesucher zum Abschluss wohl eine spannende Entdeckungsreise durch die eigenen Festspiel-Erinnerungen . . .
Die Jubiläums-Ausstellung „Großes Welttheater“ im Salzburg Museum wurde bis zum 31. 10. verlängert.
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INTERVIEW
rühjahr 2021. Während die Kultur im ganzen Land schon so lange still steht, wird in den Räumen des Salzburger Festspielhauses bereits wieder geprobt, als wir die Festspiel-Präsidentin für dieses Magazin besuchen. Was die nächsten Monate in dieser endlosen Pandemie bringen werden, weiß noch keiner – und dennoch ist Helga Rabl-Stadler hier erneut der unerschütterliche Fels in der Brandung. „Es reicht nicht, eine Optimistin zu sein. Wir wollen Possibilisten sein.“ Mit diesen motivierenden Worten macht die Festspiel-Präsidentin ihren Mitarbeitern Mut. Nicht einfach nur darauf hoffen, dass es möglich sein wird – sondern es möglich machen. Das war und ist ihr Motto. Mit diesem unerschütterlichen Willen, mit diesem „Glauben an die Kraft der Kunst in düsteren Zeiten, dem die Festspiele ihre Gründung verdanken“, hat sie auch im vergangenen Sommer dafür gesorgt, dass Salzburg zum schlagenden Herz der Kulturwelt wurde – während es in den anderen großen Festspielstätten rund um den Globus still blieb. „Gerade zum 100-JahreJubiläum kam eine vorschnelle Absage nicht infrage, wir hätten uns ob unseres Kleinmuts vor den Gründungsvätern geniert – und auch vor jenen, die 25 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, das Festival aus den Trümmern wiederbelebten“, erklärt Helga Rabl-Stadler im „Krone“Interview. In seinen Gründungsgedanken schrieb Max Reinhardt
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Die Mutmacherin von Salzburg Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler sprach mit der „Krone“ über die Herausforderungen der Corona-Krise und ein etwas anderes Jubiläum, das nun in die zweite Runde geht. Text: Franziska Trost
» Gerade zum 100-JahreJubiläum kam eine vorschnelle Absage nicht infrage, wir hätten uns ob unseres Kleinmuts vor den Gründungsvätern geniert – und auch vor jenen, die 25 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, das Festival aus den Trümmern wiederbelebten.
1917: „Die Kunst, insbesondere die Kunst des Theaters hat sich in den Stürmen dieses Krieges nicht nur behauptet, sondern ihr Bestehen und ihre Pflege geradezu als unumgängliche Notwendigkeit erwiesen.“ Und die „Possibilisten“ unserer Zeit folgten diesem Gedanken. „Die Pandemie war eine große Unbekannte für uns alle, aber wir wollten
Fotos:Andreas Tröster, Picturedesk
INTERVIEW
besonnen darauf reagieren, nichts absagen, bevor es nicht zwingend notwendig war. Darin waren wir uns im Direktorium einig. Dass wir spielen, war allerdings nur möglich durch die schnelle Programmadaption von Intendant Markus Hinterhäuser.“ Und durch das Sicherheitskonzept des Kaufmännischen Direktors Lukas Crepaz, auf das die ganze Welt gespannt blickte: Laufende Testungen, Masken bei Mitarbeitern und Besuchern, Kontakttagebücher, reduzierte Sitzplatzkapazitäten, keine Pausen, keine Gastronomie und viele, viele Vorsichtsmaßnahmen mehr – so gelang es, dass es bei 110 Aufführungen und mehr als 76.500 Besuchern zu keinem Covid-19Cluster kam. „Die Festspiele 2020 hatten etwas sehr Inniges. Aber ich freue mich schon darauf, wenn die Menschen irgendwann danach auch wieder in den Gasthäusern und Restaurants zusammenkommen und über die Aufführungen sprechen und diskutieren können. Die „Elektra“ ist nicht einfach eine Oper aus einer anderen Zeit – es ist eine Geschichte über Liebe und Hass sowie über Rache und Vergeltung, die auch heute noch Aktualität besitzt – und die Menschen zum Denken und Diskutieren anregt. Darum geht es in der Kunst.“ Helga Rabl-Stadler und ihre Direktoriumskollegen kämpften und kämpfen immer noch dafür, dass Kultur ein Lebensmittel ist, wie schon Max Reinhardt feststellte – auch in einer Pandemie. Und dass sie nicht nur für die Seele systemrelevant ist. „Die Kultur, und das
muss man wirklich immer wieder betonen, ist ja auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in diesem Land. Wofür ist denn Österreich immer noch weltberühmt? Für die Kultur.“ Als „Mut- und Muntermacherin“ in der Krise wurde Helga Rabl-Stadler vom Magazin „Trend“ zur „Frau des Jahres 2020“ gekürt. Auch 2021 muss sie nun noch einmal die Mutmacherin für einen Sommer sein, der „sicher schwer und eine große Herausforderung werden wird“. Doch dann soll wirklich Schluss sein. „Ich habe meine Amtszeit nur um dieses eine Jahr verlängert, weil
» Die Pandemie war eine große Unbekannte für uns alle, aber wir wollten besonnen darauf reagieren, nichts absagen, bevor es nicht zwingend notwendig war.
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mich Markus Hinterhäuser gebeten hat – und um das Jubiläum abzuschließen.“ Als sie einst 1995 in die Direktion der Festspiele einzog, da meinte sie im Fernsehen: „Außer dem Amt des Bundespräsidenten gibt es kein Amt, das ich lieber antreten würde als das Amt des Präsidenten der Salzburger Festspiele.“ Und während sich ihre Ära in Salzburg dem Ende zuneigt, ist sie nun tatsächlich immer öfter als künftige Bundespräsidentin im Gespräch. „Das war damals als Scherz gemeint“, lacht sie über diese Gerüchte. „Heute kann ich erst recht ausschließen, dass ich in die Politik zurückkehren werde.“ Wohin es sie stattdessen führen wird, das weiß sie noch nicht. „Ich habe meine Aufgaben nie gesucht, irgendwie haben sie mich immer gefunden. Mal sehen, was auf mich zukommt.“
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DAS PROGRAMM
ahre J Das Jubiläum geht weiter Text: Thomas Manhart
Die Salzburger Festspiele haben 2020 gewagt und gewonnen. Sie setzten mit der Kraft der Kunst ein Zeichen gegen die Beklemmung und die Angst. Österreichs größtes Kulturfestival trotzte zum 100-Jahre-Jubiläum mit Teilen des Programms der Corona-Pandemie. Was nicht aufgeführt werden konnte, wird heuer großteils nachgeholt – denn das Jubiläum geht weiter. Mit Intendant Markus Hinterhäuser blättert die „Krone“ im Festspielprogramm 2021.
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DAS PROGRAMM
Oper
Ewig junger
Mozart Die Festspiel-Opern sind stets auch ein Spiegel der Zeit. Kein Wunder, dass sie den Bogen heuer von rücksichtslosem Individualismus bis zur Macht des Kollektivs spannen.
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Üblicherweise haben Festspiel-Opern einen Vorlauf von zweieinhalb bis drei Jahren – nicht so die „Così fan tutte“ des Jahres 2020 unter der Regie von Christof Loy. Mitten in der Pandemie kam eine gekürzte, minimalistische Fassung der Mozart-Oper auf die Bühne – und wurde zu einem von Publikum und Kritik umjubelten Erfolg. „Das war unvergleichlich, die größte Überraschung, die ich je als Intendant erlebt habe“, erinnert sich Markus Hinterhäuser, „in einer atemlos kurzen Zeit entstand eine Produktion von überwältigender musikalischer und szenischer Schönheit. Diese ,Così‘ ist wie eine unerwartete frische Brise ins Festspiel-Programm hineingeweht – mit einer Leichtigkeit und Eleganz, wie man es wohl kein zweites Mal erleben wird.“ Die Wiederaufnahme für 2021 war da nur die logische Konsequenz.
Fotos:Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus
ehr Mozart bei den Salzburger Festspielen – das wünscht sich vor allem jener Teil des Publikums, der es bei der Musik und den Inszenierungen eher klassisch statt avantgardistisch, traditionell statt zu modern liebt. Von Kriti-
COSÍ FAN TUTTE
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DAS PROGRAMM
kern dieser verständlichen Sehnsucht wird dabei eines gerne vergessen: Die Klassiker – zum Beispiel jene des Opernprogramms – sind vor allem deshalb viel bejubelte Klassiker, weil sich in ihnen zeitlose Themen um nicht minder zeitlose, ewig junge Kompositionen ranken. Wer beim rücksichtslos zur Schau gestellten männlichen Egoismus in Mozarts „Don Giovanni“ und den weiblichen Rachegelüsten der Strauss’schen „Elektra“ spontan an den Umgang zwischen der österreichischer Regierung und der Opposition denkt, liegt also nicht ganz falsch – aber auch nicht hun-
ELEKTRA / DON GIOVANNI Entfesselter Individualismus, ohne Rücksicht auf Verluste – dafür stehen im Festspiel-Programm vor allem zwei Opern: die Neuinszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ und die Wiederaufnahme der „Elektra“ von Richard Strauss. Die Figur des Don Giovanni irrt mit einer fast schon erschreckenden Rücksichtslosigkeit durch das Leben, bis ihn sein Handeln in den eigenen Untergang führt. Bei Elektra (im Bild die hochgelobte Aušrinė Stundytė) zeigt sich eine anders geartete, aber in der Auswirkung nicht ganz unähnliche Selbstbezogenheit: jene einer nach Rache sinnenden Frau, die nicht vergessen kann.
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Wir machen bei den Festspielen keine Anlass-Programmierung im Sinne der Tagespolitik. Die Aktualität der Themen besteht schlicht und ergreifend darin, dass wir Hunderte Jahre alte Stoffe ständig neu befragen und beleuchten. MARKUS HINTERHÄUSER INTENDANT DER SALZBURGER FESTSPIELE
dertprozentig richtig. „Wir machen bei den Salzburger Festspielen ja keine Anlass-Programmierung im Sinne der Tagespolitik“, verwehrt sich Intendant Markus Hinterhäuser gegen zu kurz gedachte Interpretationen der Opern- und
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Schauspiel-Inszenierungen als „Spiegel der Zeit“. Tatsache sei vielmehr: „Die Dimensionen dieser fantastischen Kunstwerke sind unendlich größer, reicher und wesentlicher als das, was wir täglich in der Politik zu erleben und
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INTOLLERANZA zu erleiden haben. Es geht um grundsätzliche Fragen wie den vollkommen schrankenlosen und ungebremsten Individualismus beim ,Don Giovanni‘
Fotos:Marco Riebler, Salzburger Festspiele/Bernd Uhlig, Sergey Misenko, Deutsche Grammophon/Holger Hage, beigestellt
FAUST ALS OPER Hier entsteht das Bühnenbild im Kopf statt im Theaterraum. Nicht nur weil „La Damnation de Faust“ bei den Salzburger Festspielen konzertant aufgeführt wird, sondern auch, weil Komponist Hector Berlioz für die „Konzertoper“ nie eine szenische Umsetzung im Sinn hatte. Für ihn war die Adaption von Goethes Faust-Stoff stets „ein Drama, das durch die Musik in der Fantasie des Zuhörers entsteht“. Und es war wohl auch eine Art selbst verordnete Therapiesitzung. Faust erscheint nicht wie in der literarischen Vorlage als der Erkenntnissucher, sondern als romantischmelancholische, von Einsamkeit ergriffene Figur, in deren Leiden und Sehnsüchten Berlioz sich selbst wiedererkannte. Das großartige Werk ist bei den Festspielen auch großartig besetzt, u. a. mit Elīna Garanča und Ildar Abdrazakov.
oder der ,Elektra‘, aber auch wie bei Luigi Nono um das Kollektiv bzw. eine große Einheit von Menschen, die den Lauf der Welt bestimmt. Was bedeutet das für das Miteinander in einer Gesellschaft, etwa im Hinblick auf Rassismus und Intoleranz? Das ist es, was die Kunst generell bietet. Dass wir darüber nachdenken und uns selbst darin erkennen. In Zeiten der Krise mag das aktueller, deutlicher spürbar sein, aber wie gesagt: Wenn unsere Kunst politisch ist, dann nicht als Überstrapazierung einer Tagesaktualität, sondern weil wir Hunderte Jahre alte Stoffe, diese großen Geschenke an die Menschheit, ständig neu befragen und beleuchten.“
Er ist seit Jahrzehnten ein Liebling der Salzburger Festspiele: der 1990 in Venedig verstorbene Komponist und Klassenkämpfer Luigi Nono. Mit der Aufführung seiner „Intolleranza 1960“ will Intendant Markus Hinterhäuser eine politische Botschaft gegen Rassismus und Intoleranz senden. Denn auch Nono selbst verstand seine radikal-experimentelle Musik stets als kraftvollen Ausdruck seiner politischen Gesinnung – als Aufschrei gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalt. Dieses Gefühl gipfelte in „Intolleranza“, dem ersten Musiktheaterwerk des italienischen Komponisten und Mitglieds der Kommunistischen Partei. Das Resultat ist ein ebenso musikalisch komplexes wie politisches Werk, das sich für manchen auch als schwere Kost erweisen wird. Es spielen die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Ingo Metzmacher.
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DAS PROGRAMM
l e i p s u a h Sc
Premieren
Fieber 100 Jahre Salzburger Festspiele, aber erstmals mit den Klassikern „Richard III.“ und „Maria Stuart“.
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an mag es kaum glauben, aber zum ersten Mal in hundert Jahren Festspielgeschichte schaffen es heuer William Shakespeares „Richard III.“ und Friedrich Schillers „Maria Stuart“ auf die Bühnen des Salzburger Festivals. Die Frage, wie das „passieren“ konnte, beantwortet Intendant Markus Hinterhäuser mit Humor: „Ich bin ja nicht für die Jahrzehnte davor verantwortlich, also drehen wir den Spieß um und sagen lieber: Endlich! Es war Zeit, dass diese beiden Klassiker der Weltliteratur aufgeführt werden.“ Shakespeare sei in der Festspielgeschichte eine der wesentlichen Säulen des Schauspielprogramms und auch für den Gründer Max Reinhardt eine der zentralen Figuren gewesen. „Und Schiller wird im Moment überhaupt nicht mehr häufig aufgeführt. Insofern könnte es auch eine Großtat werden, dass wir mit den Festspielen einem seiner zentralen und wesentlichen Werke noch einmal etwas Schubkraft verleihen“, ergänzt Markus Hinterhäuser.
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HUGO VON HOFMANNSTHAL Zweimal Hugo von Hofmannsthal (li. o.) – die Salzburger Festspiele erweisen zum Jubiläum ihrem Mitbegründer eine besondere Ehre. Regisseur Jossi Wieler inszeniert die lose, auf einer wahren Begebenheit basierende Rarität „Das Bergwerk zu Falun“ (eine düstere Suche nach dem Sinn des Lebens). Sie gesellt sich zum Dauerbrenner des Festivals, dem heuer neu besetzten „Jedermann“ mit Lars Eidinger (o.) in der Hauptrolle.
FRIEDRICH SCHILLER Wie Shakespeare war auch Friedrich Schiller einer der Lieblingsautoren von FestspielGründer Max Reinhardt, dennoch wurde sein Werk „Maria Stuart“ noch nie beim Salzburger Festival gezeigt. Die Inszenierung auf der Halleiner PernerInsel ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater – unter der Regie von Martin Kušej. Birgit Minichmayr ist in der Titelrolle zu sehen, Bibiana Beglau als ihre Gegenspielerin Elisabeth.
WILLIAM SHAKESPEARE Gleich zwei Dramen von Shakespeare werden in der Inszenierung „Richard the Kid & the King“ von Karin Henkel zu einem Stück verknüpft: Heinrich VI. und Richard III. Dafür führt Tom Lanoye, der Autor der legendären „Schlachten“Aufführung bei den Festspielen 1999, Texte der beiden ShakespeareVorlagen zusammen. Im ersten Teil richtet sich der Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, der zweite Teil befasst sich mit dem politischen Umfeld des berüchtigten Königs.
DAS PROGRAMM
Konzerte KlavierFest Das Konzertprogramm gleicht einer Entdeckungsreise: von der „Ouverture spirituelle“ bis zu den Starsolisten, von Bach bis Feldman.
ANDRIS NELSONS
IGOR LEVIT Für die Salzburger Festspiele nimmt Igor Levit „eine immer zentralere Rolle“ in der Pianistenwelt ein: „Er ist einer jener Künstler, mit denen wir eine langjährige Beziehung aufgebaut haben und stets sehr individuelle Programme für die Festspiele formen.“
Fotos:Picturedesk, Nils Müller, Marco- Borggreve, Salzburger Festspiele/Marco Borrelli, Adriano Heitmann, Michael Poehn, Felix Broede/Sony Classical
Er zählt zu den Stars einer vergleichsweise noch jungen, neuen Dirigentengeneration: Andris Nelsons (42), Chef in Boston und beim GewandhausOrchester in Leipzig, führt mit den Wiener Philharmonikern die 3. Sinfonie in d-Moll von Gustav Mahler auf.
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iel intensiver und aussagekräftiger als mit einer „Ouverture spirituelle“ unter dem Motto „Pax – Friede“ könnte das Konzertprogramm der Salzburger Festspiele heuer kaum beginnen. Schon das erste von mehr als 90 Konzerten lotet am 18. Juli mit Schönbergs „Friede auf Erden“ und Brittens „War Requiem“ die menschlichen Extreme aus – der Beginn einer abwechslungsreichen
Entdeckungsreise mit herausragenden Orchestern, Dirigenten und Solisten. Mit Stars ihrer Zunft wie Levit, Argerich, Sokolov, Volodos, Kissin, Schiff oder Trifonov gibt es fast so etwas wie ein „Klavierfestival“ inmitten der Salzburger Festspiele. Konzert-Geheimtipps, nicht nur für Kenner, sind die beiden Schwerpunkte „Himmelwärts – Zeit mit Bach“ und „Still life – Zeit mit Morton Feldman“.
RICCARDO MUTI Bei den fünf Konzerten der Wiener Philharmoniker sticht jenes unter Riccardo Muti hervor. Erstmals in seiner langen, erfolgreichen Karriere wird er Beethovens „Missa solemnis“ dirigieren.
MARTHA ARGERICH Für Intendant Markus Hinterhäuser bieten die Festspiele heuer „wirklich alles, was man sich an großer Klavierkunst erträumen kann“. Pianistin Martha Argerich interpretiert mit Geiger Renaud Capuçon Sonaten für Violine und Klavier.
FRANZ WELSER MÖST Ehre, wem Ehre gebührt: Mit Franz Welser-Möst am Pult werden die Wiener Philharmoniker nicht nur die Oper „Elektra“ begleiten, sondern am 25. und 28. Juli auch den Konzertreigen im Großen Festspielhaus eröffnen (u. a. mit der Rosenkavalier-Suite).
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DAS PROGRAMM
JOANA MALLWITZ Auf dem Weg nach oben: Joana Mallwitz, Dirigentin der „Così fan tutte“, steht für den Generationenwechsel unter den Festspielstars. „Ein echtes Juwel, das wir hier hoffentlich klug einsetzen“, freut man sich bei der Festspielleitung.
t l u K r a t S
Verdienter
Ruhm ANNA NETREBKO Puccinis „Tosca“ mit Anna Netrebko zählt zu den Highlights der Festspiele. Intendant Markus Hinterhäuser sieht in dem Starkult auch keinen Grund für eine Neiddebatte: „Es wird ja niemand zufällig zum Star. Anna Netrebko singt einfach vergleichslos gut und bereitet damit vielen Menschen Freude – was soll man dagegen haben? Auch ich freue mich, sie zu hören.“
ELINA GARANCA Sie wurde als eine der jüngsten Kammersängerinnen aller Zeiten von der Wiener Staatsoper geehrt und bringt auch sonst alles mit, was einen Star ausmacht. Elīna Garanča ist in Salzburg in der BerliozKonzertoper „La Damnation de Faust“ und mit Liedern von Richard Strauss zu erleben.
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Erfolg ist alles, nur kein Zufall. Die Festspiele präsentieren Stars und machen Stars.
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enn Künstler zu Stars werden, ist dies selten bis nie einem Zufall geschuldet. Behalten sie diesen Status über viele Jahre bei oder bauen ihn sogar aus, ist es schon gar kein Zufall mehr. „Man muss die Dinge in eine richtige Ordnung bringen. Den Starkult von außen mit einer gewissen Hochnäsigkeit zu kritisieren, ist leicht. Aber die so genannten Stars der Szene sind alle wirklich sehr gut, und ich verstehe das Bedürfnis, das Interesse und schlussendlich die Freude, diesen Menschen zuzuhören. Ich teile diese Emotionen des Publikums und hätte nur dann ein Problem damit, wenn wir die Salzburger Festspiele lediglich als eine numerische Aneinanderreihung von Star-Veranstaltungen sehen würden. Das wäre mir zu wenig“, erklärt Intendant Markus Hinterhäuser. Man präsentiere aber gerne Stars und „mache“ diese letztlich auch. So werde man die hochinteressante junge Dirigentin Joana Mallwitz in den nächsten Jahren nicht nur bei den Festspielen wiedersehen, und auch eine Starsängerin wie Asmik Grigorian habe erstmals in Salzburg die Welt in Staunen versetzt.
DAS PROGRAMM
KINDEROPER Einige Programmpunkte mussten wegen der CoronaMaßnahmen abgesagt werden, für die Uraufführung der Kinderoper „Vom Stern, der nicht leuchten konnte“ (Ela Baumann und Elisabeth Naske) stehen die Zeichen aber gut.
Fotos:Kirk Edwards, Deutsche Grammophon/Holger Hage, Lutz Edelhoff, Andreas Tröster, sSalzburger Festspiele/Marco Borrelli
end JugJung& Jeder
Die Kinder- und Jugendschiene des Festivals ist ambitioniert wie nie zuvor. Doch nicht alle 62 Vorstellungen können stattfinden.
MUSIZIEREN Der Festspiel-Nachwuchs hat im Vorfeld bereits seine Kreativität unter Beweis gestellt. Für die Musiktheaterproduktion „Gold“, die auf dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ basiert, haben die Kinder und Jugendlichen ein spezielles Musikinstrument aus Flaschen konstruiert.
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in Feuerwerk an Ideen für die nächste Generation haben die Salzburger Festspiele für ihr Kinder- und Jugendprogramm „Jung&Jeder“ entwickelt, doch gerade in diesem Bereich sind coronabedingt nicht alle Pläne umsetzbar. Mehrere Schulprojekte im Mai und die Wiederaufnahme der Musiktheaterproduktion „1000 Kraniche“ mussten abgesagt werden, da den Schulen Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen untersagt wurden. Im Spielplan enthalten bleiben aber vorerst die Uraufführung der Kinderoper
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„Vom Stern, der nicht leuchten konnte“ und die Musiktheater-Produktion „Gold!“ nach dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ist noch zuversichtlich: „Wenn wir flexibel bleiben, bin ich sicher, dass wir noch viel von unserem Jugendprogramm verwirklichen werden. Auf die Kinderoper können sich alle jedenfalls schon jetzt freuen.“
Änderungen im Programm sind je nach aktueller Covid-Situation möglich.
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ERINNERUNGEN
Michael Heltau: Meine Festspiel-Erinnerungen ann sich heute überhaupt noch je Zehn Jahre nach dem Furtwängler-Giovanni mand vorstellen, dass die „Salzburger war ich zum ersten Mal selbst dabei. Da war ich Festspiele“ an irgend einem anderen der Gute Gesell vom Walther Reyer im „JederPlatz stattfinden könnten als in Salzburg? Und mann“. Und schon im Jahr drauf (1965): Giorgio doch ist das vor hundert Jahren keineswegs Strehler! Er hatte mich als Troilus in „Troilus ausgemachte Sache gewesen. Helene Thimig und Cressida“ gesehen und wollte mich für seihat mir erzählt, wie lange Max Reinhardt über ne Inszenierung der „Entführung aus dem Seeinen geeigneten Ort nachgedacht hat. Reinrail “ als Bassa Selim haben. Ich war erstaunt, hardt war als junger Schauspieich dachte an eine Verwechsler in Salzburg im Engagement. lung. Weil in meiner Erinnerung Und er hatte Erfolg! Das ist nicht diese Rolle immer von gesetzten zu unterschätzen! Diese ErinneSängern mit großer Vergangenrungen! Die Freunde: Bahr, Hofheit gespielt wurde – und ich war mannsthal, Richard Strauss, Alfnicht ganz 32! Aber Strehler war red Roller, Franz Schalk, der sehr überzeugend mit seiner ErSalzburger Erzbischof Ignaz Rieklärung, für ihn sei der Bassa der (ganz wichtig!). Und Salzeine Mischung aus einem jungen burg, verträumt, verschlafen, Othello und einem jungen Naeher arm, ahnte noch nichts von than dem Weisen. Damit hat er seinem Glück. mich natürlich sofort verführt. 100 Jahre! Zwei Drittel davon Bernhard Paumgartner und Zu100 Jahre Festspiele, habe ich miterlebt, zuschauend bin Mehta waren bei allen ProPublikumsliebling Michael und mitwirkend. Leidenschaftben dabei. Ich glaube, wirklich Heltau erlebte zwei Drittel lich miterlebt. 1954 die Generalbei allen! Nicht, weil sie mussten. davon mit – als Zuschauer probe „Don Giovanni“ in der FelDas war zum ersten Mal, dass senreitschule. Dirigent Wilhelm meine Kollegen Sänger waren. und Darsteller. Eine ganz Furtwängler, Regie Herbert Im Nachhinein wundert es persönliche Liebeserklärung. Graf. Giovanni Cesare Siepi, mich nicht, dass in dieser AtmoDonna Anna Elisabeth Grümmer sphäre Bernhard Paumgartner Text: Michael Heltau und, und, und . . .Das volle Maß! ganz unvermittelt, aus heiterem Das reine Glück! Man kann es sich gar nicht Himmel, einmal zu mir sagte: „Heltau, Sie müsvorstellen, so etwas noch einmal zu erleben. sen die Mozartbriefe lesen!“ „Ich kenne die MoAber wenn man ein Glückskind ist und das Lezartbriefe!“, sagte ich, „ich liebe die Mozartbrieben großzügig, dann kommt die Karajan-Zeit fe“ „Im Rundfunk müssen Sie sie lesen!“, sagte und wieder ein Giovanni, mit Leontyne Price als er. Und ich habe die Mozartbriefe gelesen, viele Donna Anna . . . und, und, und. Und dann, nach Jahre hindurch, in den Pausen der Mozart-MatiJahren, wie es sich in Salzburg gehört, wieder neen am Sonntag. Das ist alles lange her. Aber, ein Giovanni, wieder eine Generalprobe. In der wie gesagt: nachzuhören und sogar nachzuseReihe vor mir sitzt Gerd Bacher, Sena Jurinac hen! Um die halbe Welt ist diese „Entführung“ neben mir, und die Donna Anna ist das Debüt gegangen. Lange genau so, wie sie zum ersten der Anna Netrebko . . . und, und, und. FestspielMal in Salzburg war. Nie habe ich das Gefühl gegeschichte! Ich bin ein Zuschauer, den sich die habt, dass meine Sprechrolle den Sängern Theaterleute nur wünschen können. Ich bin ein untergeordnet war. Bei Mozart steht sie ja auch genialer Zuschauer! an erster Stelle.
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Eine Handbreit über dem Boden
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Fotos: Privat
ERINNERUNGEN
Das wäre eigentlich schon reich genug. Aber wie gesagt, wenn man Glück hat, dann geht es so weiter! Dann spielt man den Ferdinand in Shakespeares „Sturm“ in der Regie von Oskar Fritz Schuh mit Will Quadflieg, Valter Taub, Hans Putz; den Jaromir in Hofmannsthals „Unbestechlichem“ (Regie: Gustav Manker, mit Helene Thimig als Baronin, mit Johanna Matz und Blanche Aubry). Und dann das Abenteuer. Der Kilimandscharo. Shakespeares Königsdramen, die Collage von Giorgio Strehler und Loek Huisman, „Das Spiel der Mächtigen“. Sechs Wochen Proben, zwei große Abende in der Felsenreitschule. Mein täglicher Weg zur Probe führte mich durch den Petersfriedhof, und ich bekam von der Stadt in dieser Zeit gar nichts mit, lebte wie in einer Klausur. Wer saß da aller in den Proben? (In den langen Proben, die wie bei Reinhardt bis tief in die Nacht dauerten.) Ich denke an Herbert von Karajan, Svjatoslav Richter, Gerd Bacher, Elisabeth Schwarzkopf und Walter Legge. Es hatte sich herumgesprochen, dass da etwas Aufregendes im Gang war. Paula Wessely fühlte sich an die Faust-Stadt, an die Arbeit mit Reinhardt erinnert. „Aber ist es jetzt nicht schöner, Wessely“, sagte Helene Thimig, „die Felsenreitschule ohne Dekorationen?“ Im selben Jahr, in dem
Michael Heltau zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen – der Beginn einer langen Beziehung.
ich Heinrich VI. gespielt habe, war ich auch der Spielansager im „Jedermann“: „Jetzt habet allesamt Achtung, Leut!“ Das hab ich auf dem Domplatz gerne gesagt! Aus tiefster Lust und Freude. Als die Freunde der Salzburger Festspiele – wirkliche Freunde! – voriges Jahr wollten, dass ich aus den Gründungsdokumenten der Festspiele lese, überraschte Helga RablStadler das Publikum (und mich!) mit der Feststellung, dass ich 119 Mal in Salzburg aufgetreten sei. Die Texte, die ich bei dieser Feier gelesen habe, riefen in Erinnerung, was für ein mutiges Projekt von Reinhardt, Hofmannsthal, Richard Strauss, Alfred Roller und Franz Schalk nach dem Ersten Weltkrieg wahrgemacht wurde. Wie es Hofmannsthal formulierte: „Von allem das Höchste!“ Ich freue mich sehr, dass der Stafettenlauf durch Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser mit Leidenschaft fortgeführt wird. Dafür bejuble ich Helga Rabl-Stadler nicht erst, wenn ihre Präsidentschaft vorüber ist, ich bejuble sie jetzt schon. Immer wieder Jahre, in denen ich nicht dort war. Aber wenn man sich einmal angesteckt hat mit diesem Salzburg, dann lässt es einen nicht los!
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ADABEI
LILIAN GISH
SARA ROOSEVELT
Bereits in den 1920er-Jahren zogen die Salzburger Festspiele prominente Gäste an. So war etwa die US-Filmschauspielerin Lilian Gish, einer der größten weiblichen Stars der Stummfilmära Hollywoods (links im Bild mit der britischen Malerin Iris Tree), zu Besuch bei Max Reinhardt auf Schloss Leopoldskron.
Sara Roosevelt, die Mutter des US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt, besuchte die Eröffnungsvorstellung von Beethovens Oper „Fidelio“ – rechts im Bild vor dem Festspielhaus in Begleitung ihrer Enkelin Donner-Roosevelt. Sie wohnten auf einem Landgut in Salzburg-Parsch.
1928
i e r f e Bühn
für Politiker
Stars & Sternchen Vorfahrt in der Hofstallgasse: Staatsgäste und Prominente aus der Wirtschafts- und Kulturwelt sorgten seit Anbeginn für Glanz und Glamour rund um das Kulturprogramm. Text: Stefan Weinberger
KÖNIGIN BEATRIX Ab 1993 lud Bundespräsident Thomas Klestil alljährlich zum Treffen mitteleuropäischer Präsidenten nach Salzburg. Die niederländische Königin Beatrix machte 1994 Salzburg zum Teil einer dreitägigen offiziellen Österreich-Visite und besuchte mit Prinzgemahl Claus die Mozart-Oper „Don Giovanni“ .
1994 28 ŝ
1937 PEREZ DE CUELLAR UNO-Generalsekretär Perez de Cuellar sorgte für Schlagzeilen, als er lieber die Salzburger Festspiele besuchte, als die gleichzeitig stattfindende UNO-Weltbevölkerungskonferenz in Mexiko-Stadt zu eröffnen.
1984
ADABEI
NIKITA CHRUSCHTSCHOW Für weltweites Aufsehen sorgte der Besuch des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Chruschtschow mitten im Kalten Krieg. Er ließ sich u. a. das neue Festspielhaus zeigen: „Dieses Theater hat mir so gut gefallen, dass ich sowjetische Baufachleute herschicken werde, damit sie es studieren“, soll er gesagt haben.
1960 RICHARD VON WEIZSÄCKER UND VACLAV HAVEL „PRIVAT“ BEI WALDHEIM
DALAI LAMA Der Dalai Lama zu Besuch an der Salzach: Bundespräsident Thomas Klestil erinnerte in seiner Rede überraschend deutlich an die chinesische Unterdrückung Tibets und an ein Volk, „dessen Schicksal wir nicht vergessen dürfen“.
Der eben zum tschechischen Staatsoberhaupt gewählte Autor Vaclav Havel hielt zum 70-Jahre-Jubiläum die Festrede und wurde von seinem deutschen Amtskollegen Richard von Weizsäcker begleitet. Im Rahmen der Eröffnung trafen sie „privat“ Bundespräsident Kurt Waldheim, der nach seiner Wahl 1986 wegen seiner umstrittenen Nazi-Vergangenheit von westlichen Politikern gemieden wurde. Das Foto ging um die Welt. Im Foyer wurden protestierende Aktivisten verhaftet.
1990
1992
Fotos:Picturedesk, beigestellt, Getty Images
SALMAN RUSHDIE
JACQUELINE BISSET Die britische Schauspielerin Jacqueline Bisset („Wilde Orchidee“) zog bei der Nachmittags-Vorstellung von „Don Giovanni“ alle Augen auf sich: „Ich wollte nicht schon nachmittags ein Abendkleid anziehen, deshalb habe ich ein Dirndl probiert. Aber leider musste ich feststellen, dass mir so was nicht passt.“
Schriftsteller Salman Rushdie kam als Überraschungsgast von Minister Rudolf Scholten. Er besuchte die Alban-Berg-Oper „Lulu“ und die Geburtstagsparty von Christian Ludwig Attersee.
1995
2001 ŝ
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ADABEI
KÖNIG CARL GUSTAF UND SILVIA
2002
Das schwedische Königspaar zählt zu den treuesten royalen Besuchern. Abgestiegen wird im Schlosshotel Fuschl, gespeist im „Hirschen“. 2016 kamen sie für „Manon Lescault“, 2019 besuchte Silvia „Orphée aux enfers“.
HERBERT UND ELIETTE VON KARAJAN
PRINZ CHARLES
2003
Der britische Thronfolger kam mit seiner Camilla auf Einladung des Kulturmäzens Donald Kahn, nahm an einem Gala-Diner teil, besuchte eine Aufführung des Requiems von Hector Berlioz und die Premiere der Mozart-Oper „Entführung aus dem Serail“.
MARLENE DIETRICH as wäre Salzburg ohne sie? Die Papagenos der High Society, die alljährlich die verwinkelten Gässchen, einladenden Schlossterrassen und schillernden Vernissagen der Mozartstadt zum Showauftritt nutzen. Ein Tummelplatz der Eitelkeiten, wo neidische Seitenblicke ins Dirndl-Dekolleté geworfen werden und Trachtenroben um den Sprung auf die Modeseiten der Klatschblätter buhlen. Zu den jährlichen Fixstartern zählen dabei
W EMMANUEL MACRON UND THERESA MAY
2017 2018 30 ŝ
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sorgte mit seiner Frau Brigitte für Trauben an Schaulustigen, beim Besuch des Klavierkonzerts mit Martha Argerich. 2018 kamen anlässlich des österreichischen EU-Vorsitzes u. a. Premierministerin Theresa May und Kanzlerin Angela Merkel.
PRINZ SCHAUMBURG-LIPPE
BIANCA JAGGER
Fotos:Picturedesk, Imago, Imagecollect, Adobe Stock, Archiv der Salzburger Festspiele/Ferdinand Schreiber & Ellinger
Stars abseits der Bühne „Vorhang auf!“ heißt es für Stars und Sternchen zu Festspielzeiten abseits der Hochkultur: Galerien, Partys und Lokale schmücken sich nur allzu gerne alle Jahre mit den bunten Vögeln aus der Society. Text: Stefan Weinberger
Thomas Gottschalk, Partycrasher Prinz SchaumburgLippe, Mörtel Lugner samt Streichelzoo oder Bianca Jagger in Dauer-Begleitung von Galerist Thaddäus Ropac. Auch ein Hauch Hollywood weht immer wieder durch die Getreidegasse, etwa 2012, als sich „Desperate Housewife“ Teri Hatcher ein Edeldirndl von Anna Tostmann schenken ließ oder ein Jahr darauf, als sich Jane Seymour noch einmal im Glanz vergangener Bond-Girl-Zeiten sonnte.
Auch Herbert von Karajan nutzte gekonnt das Bussi-Bussi-Parkett, um sein Image des mondänen Maestros zu pflegen. Dabei hasste er Menschenansammlungen und urbanes Gedränge, selbst Aufzüge benutzte er nicht, aus Angst, fremden Menschen zu nahe zu kommen. Den Massen zu entfliehen versuchte auch Marlene Dietrich, wurde bei ihrem Salzburgbesuch 1937 jedoch von der Presse verfolgt. Mehr Glück hatte Großbritanniens Edward VIII., dem man
JANE SEYMOUR
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ADABEI
ANNA NETREBKO UND YUSIF EYVAZOV
THOMAS GOTTSCHALK
TERI HATCHER
auf Schloss Leopoldskron ein gut gehütetes Hideaway für seine damals noch unbekannte Geliebte Wallis Simpson bot. Andere nutzten wiederum die Festspiele, um ihre Romanzen publik zu machen: Operndiva und Salzburgs Liebkind Anna Netrebko, fuhr 2014 im Blitzlichtgewitter mit Herzens-Tenor Yusif Eyvazov in einer weißen Kutsche vor den St. Peter Stiftskeller – um dort Verlobung zu feiern. Oder Schauspieler Ben Becker, der 2012 den „Tod“ beim „Jedermann“ gab und in ebendiesem Festspielsommer auf einem Steg beim Goldegger See „Ja , ich will“ zu seiner Anna sagte. Seinem Ruf als „Enfant terrible“ blieb er jedoch gerecht: An seinem Polterabend begrüßte er die Paparazzi mit Stinkefinger und musste den Festspielball verlassen, nachdem er die Rede des damaligen Intendanten Alexander Pereira mit „Buh“Rufen kommentiert hatte.
urstig ist er, der Jedermann, nachdem er zuvor den Erlösungstod auf dem Domplatz sterben musste. Aber ehe der Gerstensaft bei der Premierenfeier im Stieglkeller fließt, muss erst vom Hauptdarsteller
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TOBIAS MORETTI
ADABEI
BRIGITTE HOBMEIER UND CORNELIUS OBONYA
Fotos:Picturedesk
in traditioneller Manier das Bierfass angestochen werden. Und da gilt es zu zeigen, ob dieser auch ein richtiger „Jeder-Mann“ ist und mit nur wenigen gekonnt platzierten Hieben den Zapfhahn ins Holzfass treiben kann. Beim ersten Mal geht das regelmäßig daneben. „Beim nächsten Anstich nehme ich mir ein zweites Hemd mit“, wusste auch Peter Simonischek, nachdem er das Künstlerfest in eine Schaum-
PETER SIMONISCHEK UND ANETT FRITSCH
Der tich s n a r e i B Keine Premiere des „Jedermann“ ohne das anschließende Anstechen des Fasses – ein gefundenes Paparazzi-Fressen!
CURD JÜRGENS, MAXIMILIAN SCHELL, WALTHER REYER
party verwandelt hatte. Tobias Moretti, der den Jedermann von 2017 bis 2020 gab, hatte über die Jahre dazugelernt – und schaffte bereits 2019 mit tatkräftiger Unterstützung seiner Buhlschaft Valery Tscheplanowa, dass die Schläge genau passten und (fast) nichts danebenspritzte. Als FestspielSpezi weiß man jedoch eines: Bei einem „Jedermann“-Bieranstich steht man niemals in der ersten Reihe.
BIRGIT MINICHMAYR
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INTERVIEW
on der verzweifelten alleinerziehenden Drogensüchtigen in „Die beste aller Welten“ bis zur lebensbejahenden polnischen Altenpflegerin in „Magda macht das schon!“ – Verena Altenberger ist ein darstellerisches Allroundtalent. In ihrer professionellen Einstellung zum Schauspielberuf macht sie keinen Unterschied zwischen Burgtheater und TV-Comedy, Festspielbühne oder Filmdreh. Entsprechend hoch sind die Beliebtheitswerte der 33-Jährigen, die heuer – man mag es kaum glauben – nach 100 Jahren „Jedermann“ als erste Salzburgerin in der Geschichte der Festspiele die Buhlschaft verkörpern wird. Sie kehrt damit in einer völlig anderen Rolle an den Ort ihres bislang größten Erfolges zurück. Denn in Salzburg wurde 2017 auch das eingangs erwähnte Spielfilm-Drama „Die beste aller Welten“ gedreht, für das Regisseur Adrian Goiginger und seine Hauptdarstellerin Verena Altenberger mit Preisen überhäuft wurden. Sie sind in Schwarzach im Pongau geboren und an verschiedenen Salzburger Orten aufgewachsen. Wo kommen bei Ihnen die stärksten heimatlichen Gefühle auf? Verena Altenberger: Das ist am ehesten Dorfgastein. Wenn ich dort mit dem Zug oder dem Auto reinfahre, kenne ich ab einem gewissen Punkt jede Silhouette. Da fällt einem sofort auf, ob ein Baum gefällt wurde oder das Haus des Nachbarn neu gestrichen ist. Auch die Gerüche. Ich weiß genau, wie dort der Sommer riecht, aber auch der Frühling , der Herbst und der Winter.
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Wenn alles passt, entsteht Magie Mit der Rolle der „Buhlschaft“ im „Jedermann“ geht für die Salzburger Schauspielerin Verena Altenberger ein Kindheitstraum in Erfüllung. Das Gastspiel in der Heimat ist auch eine Rückkehr an den Ort ihres größten Erfolges. Text: Thomas Manhart
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Ich habe das Stück schon immer geliebt. Allein diese unbeschreibliche Atmosphäre, wenn man durch die Straßen von Salzburg geht und den „Jedermann“Ruf hört; das ist ein Moment, der die ganze Stadt verzaubert.
Das klingt nach einer sehr starken Naturverbundenheit . . . Auf jeden Fall, die habe ich von zu Hause mitbekommen. Meine Mutter hatte ja eine Zeit lang einen Bauernhof, und bei
den Familienwurzeln in Dorfgastein lernt man Skifahren und Wandern, bevor man gescheit gehen kann. Den ersten Dreitausender habe ich in der Rückentrage erklommen.
Foto:Teresa Marenzi
INTERVIEW
Nun wartet, bildlich gesprochen, ein Dreitausender der Kultur: die Salzburger Festspiele. Wie haben Sie diese bislang wahrgenommen? Wenn man in Salzburg aufwächst und Schauspielerin
oder Schauspieler werden will, hat man die Festspiele und den „Jedermann“ natürlich immer auf dem Schirm. Das ist so ein großes Ding und ein Ansporn wie die berühmte Karot-
te vor der Nase. Jeder Kulturinteressierte in Österreich weiß, wer den Jedermann und die Buhlschaft spielt. Diese Rolle ist definitiv ein Kindheitstraum von mir.
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INTERVIEW
Was ist aus Ihrer Sicht die große Faszination am „Jedermann“? Ich habe das Stück schon immer geliebt. Allein diese unbeschreibliche Atmosphäre, wenn man durch die Straßen von Salzburg geht und den „Jedermann“-Ruf hört – das ist ein Moment, der die ganze Stadt verzaubert. Stimmt es eigentlich, dass Sie Publizistik studiert und sogar als Journalistin für die „Krone“ von den Festspielen berichtet haben? Ja, damals konnte ich noch nicht einmal annähernd von der Schauspielerei leben. Ich
» Mein erfolgreichster Film ,Die beste aller Welten‘ ist im Kopf nicht im Bereich der restlichen Arbeitsprojekte abgespeichert, sondern eher unter ,persönliche schönste Erinnerungen‘ – so wie ein schöner Urlaub oder ein Weihnachtsfest mit der Familie. schrieb für die „Krone“ über die Festspiele, aber auch „weltbewegende“ Geschichten über die besten Badeplätze
Vor der Schauspielkarriere hat Verena Altenberger Publizistik studiert und auch als Journalistin gearbeitet. Für die „Krone“ tauchte sie schon damals in die Welt der Festspiele ein.
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Salzburgs oder „Kuh greift Wanderer an“. Es war eine schöne Zeit, aber ich wollte nie den Journalismus vollends zu meinem Beruf machen. Zurück zum Schauspiel: Mit welcher Rolle verbinden Sie die positivsten Erlebnisse Ihrer Karriere? Das war tatsächlich „Die beste aller Welten“, an die ich nach wie vor am liebsten zurückdenke. Da hat für mich so viel, um nicht zu sagen alles gepasst. Ich liebe das Schauspiel, aber in meinem Kopf ist dieser Film nicht im Bereich der restlichen Arbeitsprojekte abgespeichert, sondern eher unter „persönliche schönste Erinnerungen“ – so wie ein schöner Urlaub oder ein Weihnachtsfest mit der Familie. Stehen Sie eigentlich lieber vor der Kamera oder auf der Bühne? Das richtet sich bei mir grundsätzlich nicht nach dem Medium, sondern nur nach dem Inhalt – ob mich eine Geschichte interessiert und mit wem ich zusammenarbeite. Ob Kinofilm, Serie, StreamingProjekt oder Theaterstück, ist für mich total nebensächlich.
Fotos:Picturedesk, Polyfilm, Krone Archiv, ORF/Epo Film/Hendrik Heiden
INTERVIEW
Und Sie vermissen bei Filmaufnahmen auch nicht das Publikum? Nein, denn ich spiele ja auch vor der Kamera für ein Publikum und nicht allein im stillen Kämmerlein. Dieses Bewusstsein trägt man als Schauspielerin in sich. Die Live-Atmosphäre am Theater ist sicher reizvoll und lässt eine ganz andere Art von Energie entstehen, aber diese Momente gibt es beim Film genauso. Entweder die Magie passiert, oder sie passiert nicht. Und den letzten Rest Magie, der immer noch ein kleines Mysterium ist, kann man ohnehin nicht erzwingen – weder auf der Bühne noch vor der Kamera. Dafür muss einfach alles passen. Wir haben über positive Erinnerungen gesprochen, was war umgekehrt die größte Herausforderung? Das ist jeweils das nächste Projekt, und es läuft auch immer gleich ab. Kurz bevor es mit den Dreharbeiten oder den Proben losgeht, komme ich in eine Panikphase. Ich bin dann wahnsinnig aufgeregt und denke jedes Mal wieder: „Oh Gott, ich habe alles verlernt!“
Serien- und Filmhighlights, in denen Schauspielerin Verena Altenberger ihre Vielseitigkeit bereits eindrucksvoll unter Beweis stellte (von links): „Magda macht das schon!“ – „Das Wunder von Wörgl“ – „Die beste aller Welten“ – „Polizeiruf 110“.
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Tracht Spiele „Mit einem Dirndl ist man in Österreich immer gut angezogen“ – Trachtenexpertin Anna Tostmann erklärt, worauf man beim Festspiel-Besuch achten sollte, und stellt einige simple Regeln für einen besonders stilsicheren Auftritt auf. Text: Lisa Bachmann
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Trachtenexpertin Anna Tostmann-Grosser ist Geschäftsführerin von Tostmann Trachten. In dem österreichischen Familienunternehmen geben sich Qualität und Tradition die Hand.
ie schön es doch ist, dass man sich als Frau auf eine Dresscode-Regel in Österreich verlassen kann: „Mit einem Dirndlkleid bist du immer gut angezogen.“ „So einfach ist es dann auch wieder nicht“, lächelt unsere Trachtenexpertin Anna Tostmann. Und sie muss es wissen.
Auf die gleiche
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Wenn die Wahl auf ein festliches Dirndl fällt, so ist die Seidenschürze selbstverständlich – ein schlichteres Dirndl lässt sich damit auch festlicher gestalten. Dass alles perfekt gebügelt ist, versteht sich natürlich von selbst.
Masche setzen Zweimal dasselbe Kleidungsstück tragen? Das stößt der Salzburger-FestspieleFashionista auf. Die will mit ihrem Outfit glänzen. Nicht aber Angela Merkel, warum auch? Bei den Spielen wehrt sie sich traditionell gegen das modische Diktat – ihr persönliches Statement gegen Fast Fashion. Würde ein männlicher Regierungschef irgendwo zweimal im selben Anzug auftauchen, wäre es ja auch keine Schlagzeile wert? Eben. Daher setzt Merkel konsequent auf dieselbe Masche und macht dabei immer dieselbe, modisch nicht aufgeregte Figur. Die kulturbegeisterte Kanzlerin hat den perfekten Schnitt für sich gefunden und kombiniert ihren Blazer mit Röcken und Anzughosen. Oder setzt auf ihren geliebten Kimono, den sie schon oft bei den Spielen ausgeführt hat.
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Als Geschäftsführerin des Traditionsunternehmens Tostmann Trachten weiß sie, wie man dieses Mode-Gesetz interpretieren darf und sollte. „Die
Fotos: Tostmann Trachten, Picturedesk, Brauer Photos
MODE
Salzburger Festspiele und Tracht gehören seit jeher zusammen“, erklärt Tostmann. So sollte das Outfit immer zur Veranstaltungsart und Spielstätte passen. Für eine Nachmittagsvorstellung von „Jedermann“ kann frau ein Alltagsdirndl ausführen, nicht aber zu einer Opern-Premiere. „In einem Abendkleid darf man Haut zeigen, beim Dirndl jedoch die Bluse wegzulassen wäre ein absolutes No-Go“, so Tostmann. Auch sollte man bei der Wahl der Bluse unbedingt auf Schnitt und Länge der Ärmel Wert legen: „Nicht jeder Dame stehen kurze zierliche Ärmelchen, und auch beim Dekolleté darf gerne etwas im Verborgenen bleiben – weniger ist da mehr.“ Die strenge Regel, dass der Dirndlrock für eine Abendveranstaltung bodenlang sein muss, findet Tostmann veraltet und unpraktisch – aber sie hält fest: „Ab dem Knie ist Schluss, und wenn die Wahl auf ein festliches Dirndl fällt, ist die Seidenschürze selbstverständlich – ein schlichteres Dirndl lässt sich damit übrigens auch festlicher gestalten. Dass alles perfekt gebügelt ist, versteht sich von selbst.“ Trachtenschuhe oder High Heels? „Man darf ruhig einen modischen Touch einbringen. Elegant sollte es aber allemal sein – und farblich passend. Eine hübsche Frisur gibt noch einen entsprechenden Glanz und beweist auch Respekt vor den Künstlern.“ Und die Herren? „Die sind auch willkommen (lacht). Sie müssen bedenken, dass eine Lederhose nicht gleich Bierzelt bedeutet. Geschoppte
Weniger ist oft mehr. Ein tiefer BlusenAusschnitt passt vielleicht auf die Wiesn, aber beim FestspielBesuch punktet man umso mehr mit raffinierter Zurückhaltung.
Mit modernen Accessoires machen Sie Ihren Auftritt in Tracht rund: Ein hochwertiger Schal, der schön über die Schultern fällt, wärmt stilvoll nach dem Sommergewitter.
Für eine FestspielPremiere empfiehlt die Expertin, zu wertigen Materialien zu greifen. Bei Damen gilt in Sachen Rocklänge:„Ab dem Knie ist Schluss.“ Beim Mann: „Keine Experimente! Ein Trachtenanzug mit weißem Hemd ist richtig.“
Detailverliebt! Bei einem hochwertigen Dirndl bilden perfekt gesetzte Rüschen den Abschluss. Was für Tostmann nicht geht? „Ein Reißverschluss beim Dirndl!“ Stutzen und klobige Schuhe mit Holzfällerhemd aber schon. Mit einem klassischen Trachtenanzug, weißem Hemd und Krawatte liegen sie immer richtig.“
SHOPPINGTIPP FÜR KURZENTSCHLOSSENE: Wer sich spontan in Salzburg die passende Tracht für die Jedermann-Aufführung besorgen möchten, findet bei Trachten Gössl im schönen Gwandhaus eine reiche Auswahl an festlichem „Gwand“. Infos unter www.gwandhaus.com
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KULINARIK
Sanfte Lämmer, wilde Seen und verwöhnte Höflinge
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erade einmal zwei Stunden dauert die Fahrt mit dem Auto von Salzburg nach Villach. Man durchquert dabei eine beeindruckend alpine Landschaft voller hoher Berge und tiefer Schluchten, die allerdings durch lange Tunnel und kühne Brücken reisefreundlich gezähmt wurden. In früheren Jahrhunderten war der Weg weitaus beschwerlicher – doch er wurde deshalb nicht weniger fleißig begangen und befahren. Tatsächlich führt eine der ältesten und wichtigsten NordSüd-Verbindungen Europas über die Alpen bis an die Adria, und diese Tatsache hat die Kulinarik des Landes ganz wesentlich geprägt. Schon zur
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Was hat die Salzburger Kulinarik geprägt? Karge Alpentäler mit hoch gelegenen Almen, fischreiche Flüsse und Seen, und ein fürstlicher Erzbischof, der üppig Hof hielt. Text: Karin Schnegdar
Zeit der Römer, als die Stadt an der Salzach noch Iuvavum hieß, war die sogenannte Via Iulia Augusta eine viel befahrene Handelsstraße. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kamen auf diesem Weg erlesene Güter aus den italienischen Häfen nach Salzburg. Dort regierten selbstbewusste Fürsterzbischöfe, die aus ihrer Residenz ein höfisches Zentrum machten. Vor allem in der Zeit der Renaissance und des Barock standen Kunst und
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Der alte Handelsweg über die Alpen bis an die Adria hat die Entwicklung der Salzburger Kulinarik im Laufe der Jahrhunderte wesentlich beeinflusst.
Kultur in hoher Blüte. Und natürlich lebten die reichen Adeligen ihren Hang zu verfeinerten Genüssen auch an der täglichen Tafel aus. Händler brachten ständig Nachschub aus Aquileia und Venedig, von dem auch die Marktstädte und Gemeinden entlang der Route profitierten, wie Radstadt, Bischofshofen, Werfen und Hallein. Reiche Bürger und Adelige bemühten sich, es dem Hof in Salzburg gleich zu tun, man tischte erlesene Gerichte auf, versuchte einander mit kunstvollen Pasteten, gefüllten Pfauen und kostbaren Zuckerspeisen zu übertrumpfen. Aber natürlich lebten nicht alle im Land so üppig. In den entlegenen Alpentälern des
Fotos:Picturedesk, österreich Werbung/AMA/Christian Kremser, SalzburgerLand Tourismus
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Pinzgau, im Gasteinertal oder im Lungau herrschten weit kargere Bedingungen. Ein großer Teil des Landes war bis weit ins 19. Jahrhundert überwiegend auf Almwirtschaft angewiesen. Milch und Milchprodukte wie Butter, Käse oder Schotten (eine Art Sauermilchtopfen) standen regelmäßig auf dem Speisezettel der Bevölkerung. Wenn Tiere geschlachtet wurden, achtete man sorgsam darauf, möglichst viel an kostbarem Fleisch für den Winter haltbar zu machen, weshalb geräucherter Speck und Hartwürste in allerlei Rezepturen erfunden wurden. Das ist die zweite tragende Säule der Salzburger Kulinarik: Gerichte aus der Tradition von Almbauern, die uns heute raffiniert erscheinen, damals aber eher aus den Zwängen einer kargen Lebenssituation erdacht wurden, wie Schottensuppe, Lungauer Speckknödel, Pinzgauer Kasnocken. In vielen Almhütten und Bergrestaurants ist diese Küche – meist in verfeinerter Form – weiter lebendig, etwa im Winterstellgut im Lammertal (Pongau) oder im Forsthaus Wartenfels hoch über dem Fuschlsee. Eine dritte Besonderheit der Salzburger Landschaft ist ihr Wasserreichtum, der auch eine üppig sprudelnde Quelle an Fischen darstellt. Die Seen – vor allem im Salzkammergut und im Flachgau – waren von alters her ebenso ergiebige Nahrungsbecken wie die zahlreichen Flüsse. Heute sind es vor allem Forellen, Saiblinge und Reinanken, die von den Fischern aus dem Wasser geholt (und sehr oft auch vorher
dort gezüchtet) werden. Früher kamen zu den Fischen auch noch Krebse als bedeutender Schatz der alpinen Gewässer hinzu. Edelkrebse von bis zu 20 Zentimeter Länge tummelten sich zu Tausenden in den heimischen Gewässern und galten als billige Volksnahrung, ehe im 19. Jahrhundert eine eingeschleppte Pilzkrankheit nahezu die gesamte Population ausrottete. Heute werden sie vereinzelt wieder gezüchtet, doch damals waren sie so zahlreich, dass sich die Fürsterzbischöfe Sigismund und Hieronymus jährlich 14.000 Stück aus dem Zeller See liefern ließen, wie alte Abrechnungen zeigen. Wer den Reichtum der kulinarischen Traditionen Salz-
PINZGAUER KASNOCKEN Zutaten • 400 g Mehl • ¼ l Wasser • 3 Eier • Salz • 200 g Bergkäse • 1 Zwiebel • 2 El Butter • 2 El Schnittlauch, fein geschnitten
Zubereitung Die Eier in einer Schüssel mit 1 Tl Salz kräftig verrühren. Dann nach und nach das Mehl einstreuen sowie das Wasser dazugießen und alles gut vermischen. So lange rühren, bis ein geschmeidiger weicher Teig entsteht. Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Den Teig durch ein
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Spätzlesieb drücken. Aufkochen lassen. Sobald die Nocken alle oben schwimmen, durch ein großes Sieb abgießen und abtropfen lassen. Währenddessen den Bergkäse grob reiben. Die Zwiebel schälen, halbieren und in Streifen hobeln. Butter in einer großen Pfanne heiß werden lassen. Die Zwiebel darin bräunen. Die Nocken zufügen, gut umrühren und anbraten. Dabei mehrmals wenden. Den geriebenen Käse unter die Nocken mengen, bis er Fäden zieht. Mit Schnittlauch bestreuen und servieren. TIPP: Man kann die Kasnocken zusätzlich mit Röstzwiebeln bestreuen. Dazu passt auch grüner Salat.
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burgs verstehen will, muss also diese drei historischen Voraussetzungen im Auge behalten: Es handelt sich erstens um ein Land der Flüsse und Seen, zweitens aber auch um eine Hochgebirgsregion mit vielen früher schwer zugänglichen Tälern und hoch gelegenen Almen. Drittens aber war die Hauptstadt höfisches Zentrum, das vor allem im 16. und 17. Jahrhundert dem Prunk von Städten wie Wien oder Florenz in nichts nachstand. Der durchaus weltlichen Lebenslust der geistlichen Herren ist es zu verdanken, dass uns heute beim Gedanken an Salzburger Kulinarik hauptsächlich Gerichte von barocker Üppigkeit einfallen. Die Salzburger Nockerln zum Beispiel, die einer Laune von Salome Alt entsprangen, ihres Zeichens Lebensgefährtin von Fürsterzbischof Wolf Dietrich, der von 1587 bis 1612 als Landesherr regierte. Ja genau, Lebensgefährtin. Die Gottesmänner durften zwar wegen des Zölibats nicht heiraten, das Gebot der Keuschheit nahmen sie aber nicht so wörtlich. Wolf Dietrich und Salome hatten nicht weniger als 14 Kinder. Von ihrer herrschaftlichen Wohnung in der SigmundHaffner-Gasse aus konnte Simone Alt den Mönchsberg, den Gaisberg und den Kapuzinerberg sehen, und diesen Anblick wünschte sie sich auch auf ihrem Dessertteller. So soll jene aus drei Eischnee-Hügeln bestehende Süßspeise entstanden sein, die – mehr noch als die Mozartkugeln – zum Wahrzeichen der SalzachMetropole aufgestiegen ist. Auch den Salzburger Braten
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FORSTHAUS WARTENFELS
WINTERSTELLGUT
kann nur ein Koch erfunden haben, der sich bei den Zutaten keinerlei Beschränkung auferlegen musste. Saftige Schweinsbrust wird mit Wurstbrät, Schinken und Speck gefüllt und beim langsamen Schmoren im Rohr immer wieder mit Bier aufgegossen. Das Brauen war nämlich ebenso eine Leidenschaft der Salzburger, auch wenn an der höfischen Tafel „welscher“ (also italienischer) Wein aufge-
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Den Salzburger Braten kann nur ein Koch erfunden haben, der sich bei den Zutaten keine Beschränkungen auferlegen musste.
tischt zu werden pflegte. Die Brautradition ist bis heute quicklebendig. Das SalzburgerLand darf sich rühmen, Heimat einiger exzellenter Brauereien zu sein, die auf ihre regionalen Traditionen Wert legen. Zwei Braustätten, deren Geschichte mindestens 400 Jahre zurückreicht, seien stellvertretend für viele genannt: die Trumer Privatbrauerei und die Stiegl-Brauerei mit ihrer nicht minder geschichtsträchtigen Tochter, dem Augustiner Bräu Kloster Mülln. Einen schönen Einblick in die Schlemmereien dieser Zeit gibt das „Saltzburgische Kochbuch für hochfürstliche und andere vornehme Höfe“, verfasst 1719 von Conrad Hagger, der unter mehreren Fürsterzbischöfen als Leibkoch diente. Über 2500 Rezepte versammelt er in diesem Werk, darunter so bodenständige wie geräucherte Ochsenzungen („Man haengt sie so auff, daß sie von dem Rauch und nicht von der
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Fotos:beigestellt
SENNS RESTAURANT
Hitz gar werden. So seynd sie in 3. biß 4. Wochen fertig.“), aber auch französisch inspirierte Gerichte wie „Godiveau vom Kalbs-Stängel“ (Godiveaux sind Nockerln aus Fleischoder Fisch-Farce) oder mit Austern gefüllte Kapaunen. Berühmt wurde sein Rat, ein zerteiltes Huhn in Semmelbröseln zu wälzen und dann in Butter zu braten – eine Frühform des Backhendls und ein Beweis, wie weit zurück die Tradition des Panierens hierzulande reicht. Und sie hat immer noch Bestand. Über die beste Adresse für paniertes Huhn in der Mozartstadt und ihrer Umgebung lässt sich deshalb auch trefflich streiten. Unzweifelhaft liegt wohl der Gasthof Brandstätter im Spitzenfeld, ein prachtvoller weiß getünchter alter Bau mit hölzernen Balkonen und sonnigem Garten. Der Bärenwirt in der Müllner Hauptstraße, eher ein Hort der deftigen Küche, behauptet von
sich selbst, das „beste Backhendl Österreichs“ zu servieren – und viele Gäste sind geneigt, ihm da zuzustimmen. Immer noch als Geheimtipp gilt ein Standl mit dem Namen „Mag. Gurtner's Backhendl“: Jeden Samstag kann man auf dem Grünmarkt im Stehen unverschämt knuspriges Geflügel vom Papierteller verzehren. Wer will, holt sich ein Glas Champagner von der Delikatessenhandlung Azwanger . . .
» Alpine Kost mit viel Speck und Käse ist ebenso typisch für das Land wie die Fische aus Flüssen und Seen.
Nach den modernen Erben der verfeinerten Küchentradition muss man nicht lange suchen, denn im ganzen Bundesland ist die Dichte an Spitzenrestaurants beeindruckend. Das Haus der Brüder Rudi und Karl Obauer in Werfen gehört seit mittlerweile 30 Jahren zu Europas Top-Adressen. In Golling verfolgt Andreas Döllerer das ehrgeizige Ziel, eine alpine Regionalküche auf internationalem Niveau zu kreieren. Andreas Senn hat sich einem modern-kreativen Stil verschrieben, passend für das jugendlich-schicke Publikum, das den GusswerkKomplex im Norden der Stadt außerhalb von PandemieZeiten frequentiert. Und natürlich gibt es da auch noch das Ausnahmeprojekt Ikarus, wo monatlich ein anderer Starkoch aus den unterschiedlichsten Winkeln der Welt gastiert. Wer Appetit auf Fisch kriegt, fährt am besten zu einem der Seen im Umland. Der Wolfgangsee liegt nahe, Mattsee und Obertrumer See ebenfalls. Der Winkler in Neumarkt am Wallersee genießt beinahe
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Kultstatus mit seinen Forellen, Zandern und Reinanken, die größtenteils direkt aus dem See vor der Tür kommen und puristisch in Butter gebraten mit Petersilerdäpfeln auf den Tisch kommen. Ganz ohne Naturgewässer kommt Walter Grüll in Grödig aus, das liegt gleich im Süden der Stadt hinter Anif. Grüll war weltweit einer der ersten, der es schaffte, Störe in großen Becken zu züchten und auf diese Weise Kaviar zu produzieren, der in der Qualität dem Beluga aus dem Kaspischen Meer in nichts nachsteht. Fische gibt es natürlich auch im Hochgebirge, oder zumindest am Fuß der Berge. Davon kann man sich rund um den Zeller See ein Bild machen, zum Beispiel in Restaurants wie dem Erlhof, dem Restaurant Seensucht im Hotel Bellevue oder in Mayers Restaurant im Schloss Prielau. Aber eigentlich befinden wir uns hier bereits im Herzen des Pinzgau, gleichsam in Sichtweite des Großglockners, also in einer Region der langen, kalten Winter, wo es auch früher kaum Felder für Getreide- oder Gemüseanbau gab, dafür aber viele Almen und Viehweiden. So ziemlich das einzige Grundprodukt, das stets in ausreichender Menge zur Verfügung stand, war die Milch von Kühen, Schafen und Ziegen – und das, was die Senner und Bäuerinnen daraus machten, nämlich Butter, Topfen und Käse. Oder auch der bereits erwähnte Schotten, eine intelligente Restlverwertung aus Molke (die beim Käsemachen anfällt) und der Buttermilch, die zurückbleibt, wenn der
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SCHOTTENSUPPE Zutaten • 1 l Gemüsesuppe • 150 g hartes Schwarzbrot • 250 g Schotten • 150 ml Sauerrahm
• Salz • Pfeffer aus der Mühle • Kümmel, gemahlen
Zubereitung Schwarzbrot grob zerbrechen, in der Gemüsesuppe weich kochen. Dann mit dem Mixstab pürieren und erneut aufkochen. Die Schotten mit dem Sauerrahm verrühren und in die heiße Suppe einrühren. Nicht mehr aufkochen! Mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken. Eventuell mit Kräutern und Brotwürfeln garnieren. TIPP: Schotten sind außerhalb Salzburgs schwer erhältlich. Man kann sie durch Topfen ersetzen.
Süßrahm abgeschöpft und zu Butter gerührt wird. Die einstige Arme-Leute-Speise wird heute als Pinzgauer Rarität geschätzt. Man kann sie als Reibkäse verwenden oder daraus die traditionelle Schottensuppe herstellen, die dereinst vielen Milchbauern an langen Winterabenden den Leib wärmte. Dem Prinzip, dass nichts weggeworfen werden darf, folgen auch die im gan-
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Fische gibt es natürlich auch im Hochgebirge, oder zumindest am Fuß der Berge.
zen Land verbreiteten Bauernkrapfen, die aus Germteig oder auch aus Roggensauerteig hergestellt und vor dem Backen in Schmalz so geformt werden, dass sich oben eine Mulde bildet. Die wird dann mit dem gefüllt, was gerade da ist: Sauerkraut, Erdäpfelgröstl, Schwammerln – oder aber Marmelade, Apfelmus und Beerenkoch. Kasnocken und Kaspressknödel, zwei andere Erben des Einfallsreichtums eines nicht mit Reichtum gesegneten Bergvolks, gehören heute zu den Standards auf jeder Skihütte. Im Lungau am östlichen Rand des SalzburgerLandes gibt es für Liebhaber von Raritäten immer noch viel zu entdecken. Eine lokale Spezialität nennt sich Hasenöhrl. Es handelt sich um Fleckerln aus Nudel- oder Kartoffelteig, die nicht gekocht, sondern in Fett schwimmend gebacken werden. Man serviert sie pikant mit Sauerkraut oder süß mit Staubzucker. Eachtlinge sind eine nur hier wachsende, besonders feine Sorte Kartoffeln. Sie werden unter anderem mit Wurzelgemüse, Zwiebeln und Lammfleisch zu einem Ragout geschmort – dem berühmten Lungauer Schöpsernen. Um die besten Schafe dafür zu finden, lohnt es sich, wieder in den Pinzgau zu fahren, wo auf den Almen des Nationalparks die Tauernlämmer grasen. Der Name ist als Marke geschützt, das Fleisch weit über Salzburg hinaus begehrt. Die Lieferung von den alpinen Höhen in alle Welt stellt kein Problem dar. Mit Handelswegen hat man ja in Salzburg seit 2000 Jahren Erfahrung.
Fotos:Stockfood
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Das kann nur Salzburg! Eine romantisch schöne Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Mozart und die Salzburger Festspiele, die jedes Jahr aufs Neue die ganze Stadt zur Bühne und somit zur Musikstadt von Weltformat machen. Malerische Gassen, in denen legendäre Kaffeehäuser und altes Handwerk zuhause sind. Das ist die eine Seite der Mozartstadt. Aber es wäre nicht Salzburg, wenn es nicht auch seine andere, moderne Seite genauso stolz herzeigen würde. Zum Beispiel den „Walk of Modern Art“, zeitgenössische Kunst auf den schönsten Plätzen. Und zwischen die Traditionsgeschäfte für Trachten, Lederwaren und den Konditor mit den feinen Salzburger Mozartkugeln mischen sich modernes Design und lässige Bars. Geniale Kompositionen leben eben von Gegensätzen. Das kann nur Salzburg!
TOURISMUS SALZBURG GMBH Salzburg Information · 5020 Salzburg · Austria Tel. +43/662/88987-0 · tourist@salzburg.info · www.salzburg.info
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Saibling
··········································································································· ··· ··· ··· ··· ··· ··· ··· ··· Zutaten ··· ··· für 4 Personen mit ···· ···· ··· ··· Schnittlauchschmarren Schnittlauchschmarren: ··· ··· • 4 Eier und glasierten Karotten ··· ···· ··· • 400 ml Milch ··· · • 100 ml Sodawasser ··· Zubereitungszeit: ···· ··· • 320 g universal Weizenmehl etwa 60 Minuten ···· ···· • ½ Tl Backpulver ··· ··· ··· • 2 Bund Schnittlauch, fein ··· ··· geschnitten ···· ··· • 60 g Butter ··· ··· • 50 g Butter Saibling: ··· ··· ··· • 4 x 120 g Bluntau-Saiblingsfi- • 8 Karotten, zugeputzt und in ···· ··· ··· dünne Scheiben geschnitten lets, entgrätet ··· ··· • 1 El Kristallzucker • 2 El glattes Weizenmehl ··· ···· • 100 ml Gemüsesuppe (Wür• 50 g Butter ··· ··· ··· fel) Karotten: ··· ··· • Salz • 1 kleine Zwiebel, geschält ···· ··· • Pfeffer aus der Mühle und fein gewürfelt ··· ··· ··· ··· ·· ···· ········································································································· Ă
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Zubereitung Zunächst die Eier trennen. Dann die Dotter mit Milch, dem Sodawasser, etwas Salz und Pfeffer glatt rühren, das Eiweiß beiseitestellen. Langsam das Mehl und das Backpulver einarbeiten, bis ein homogener Teig entsteht. Den geschnittenen Schnittlauch einrühren. Das Eiweiß in einer sauberen Schüssel zu Schnee schlagen und unterheben.
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30 g Butter in einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, die Hälfte des Teiges dazugeben, mit einem Deckel abdecken. 5 Minuten anbacken, danach wenden und mit zwei Holzlöffeln grob zerteilen. Mit der restlichen Butter und dem Teig so weiter verfahren. Den fertigen Schmarren warm stellen.
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Für die Karotten zuerst die Zwiebelwürfel in der Butter kurz anschwitzen. Anschließend die Karottenscheiben, ein wenig Salz und Pfeffer sowie die Gemüsesuppe dazugeben. Unter gelegentlichem Rühren die Karotten bissfest garen.
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Die Hautseite des Saiblings mit Mehl bestäuben. Die Butter in einer Pfanne aufschäumen und alle Saiblingsfilets zuerst auf der Hautseite 3 Minuten anbraten. Pfanne vom Herd nehmen und den Saibling auf die Fleischseite drehen, ebenfalls anbraten.
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Anschließend die Karotten und den Schnittlauchschmarren auf Tellern anrichten. Die Saiblingsfilets zum Schluss darüberlegen.
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Foto:Ulrike Köb
Tipp
Sie können den Schnittlauchschmarren auch mit noch mehr Kräutern zubereiten, etwa mit Estragon, Kerbel oder Petersilie.
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Tipp
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Statt Rosenwasser kann man auch Fruchtschnaps wie etwa Kirschwasser, Himbeer- oder Marillengeist verwenden.
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Mozartkugeln Zubereitungszeit: etwa 90 Minuten
······························································ ··· ··· ··· ··· ··· Zutaten ···· ···· ··· für 30 Stück ··· ··· ··· ···· • 200 g Nussnougat ··· ··· (schnittfeste Masse) ··· ···· ··· • 200 g Marzipanrohmasse ··· ··· • 125 g Staubzucker ··· ··· • 50 g Pistazien, fein gerieben ··· ···· • 1 Tl Rosenwasser ··· ··· ··· ··· • ca. 100 g Zartbitterkuvertüre ··· ···· • 2 El Pistazien, grob gehackt ··· ··· zur Dekoration ··· ···· ··· ··· ··· Weiters: ··· ··· Backpapier ··· ···· ··· ··· ·· ··· ··························································· Zubereitung Nussnougat in 30 kleine Würfel schneiden. Danach rasch zu kleinen Kugeln (ø ca. 1 cm) rollen. Diese Nougatkugeln bis zum weiteren Gebrauch kalt stellen.
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Die Marzipanrohmasse mit dem Staubzucker, den geriebenen Pistazien und dem Rosenwasser zu einer glatten Masse verkneten. Die Pistazien-Marzipanmasse zu einer Rolle formen und zu 30 gleich großen Stücken portionieren.
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Nun die Nougatkugeln aus dem Kühlschrank nehmen. Je ein Marzipanstück flach drücken, eine Nougatkugel hineingeben und diese mit dem Marzipan umschließen. Mit den Handinnenflächen zügig zu möglichst gleichmäßig runden Kugeln formen.
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Zartbitterkuvertüre fein hacken. Etwa die Hälfte in einer Metallschüssel über dem Wasserbad (ca. 40° C) schmelzen. Schüssel vom Dampf nehmen, die restliche Schokolade dazugeben und darin auflösen. Gut verrühren, bis die Schokolade komplett geschmolzen ist und eine Temperatur von 30–32° C hat.
Foto:Ulrike Köb
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Mozartkugeln nacheinander in den Handinnenflächen mit Schokolade ummanteln (wer möchte, kann dabei Einweghandschuhe tragen). Diese Kugeln anschließend auf Backpapier legen und die noch feuchte Oberfläche mit gehackten Pistazien bestreuen.
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Zubereitungszeit: etwa 40 Minuten
······················································ ··· ··· ···· ···· Zutaten ··· ··· für 4 Personen ··· ··· ··· ···· • 10 Eiweiß, gekühlt ··· ··· • 1 Prise Salz ··· ··· • 70 g Kristallzucker ··· ···· • 1 Pkg. Vanillezucker ··· ··· ··· ··· • 6 Eigelb ··· ··· ···· • 50 g Mehl, glatt ··· ··· • 20 g Kartoffelstärke ··· ··· (Maizena) ··· ···· • Staubzucker zum Bestreuen ··· ··· • Butter und Kristallzucker ··· ··· ··· ···· für die Form ························································ Zubereitung Das Backrohr auf 180° C (Umluft) vorheizen. Eine feuerfeste Form (oval) sehr gut mit Butter einstreichen und dann mit Kristallzucker ausstreuen.
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Das gekühlte Eiweiß mit einer Prise Salz und 35 g Kristallzucker zu Schnee schlagen. Wenn er cremig ist, die restlichen 35 g Kristallzucker und den Vanillezucker einrieseln lassen. So lange weiterschlagen, bis er fest ist.
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Nun das verrührte Eigelb und die versiebte MehlMaizena-Mischung nur kurz dazumischen, da sonst der Eischnee wieder zusammenfällt.
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Mit einer Teigkarte etwa 3 bis 4 pyramidenförmige Nockerln in die vorbereitete ovale Form geben.
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Im Backrohr ca. 20 Minuten lang goldbraun backen. Mit Staubzucker bestreuen und schnell servieren.
r e g r u Salzb erln Nock
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FotoUlrike Köb:
Tipp
Der Teig ist sehr sensibel, Sie müssen ihn behutsam behandeln, indem Sie das Mehl und das Eigelb sehr sanft unterheben. Das ist wichtig, damit die Salzburger Nockerln schön luftig werden.
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VIA CULINARIA
Kultur und Kulinarik gehen zur Festspielzeit Hand in Hand: Wo sich Gäste und Künstler, Sommerfrischler und Gourmets treffen, um das Leben zu genießen? Wir verraten es!
n e ß ie n e G zur Festspielzeit
Schirmherr Eckart Witzigmann
Text: Franziska Lipp
in Gläschen Winzersekt im Triangel oder ein kühles Bier im Stieglkeller? Ein edler Hirschrücken aus dem Salzkammergut unter schattigen Bäumen oder ein Paar frisch gebrühte Frankfurter auf dem Grünmarkt? Bluntau-Saibling am fein gedeckten Tisch in Golling oder über Holz geräucherte Fuschlsee-Reinanke mit Blick aufs Wasser? Zur Festspielzeit wird das Leben auch zu einem kulinarischen Fest, und erlaubt ist, was schmeckt. In den Kaffeehäusern, Restaurants und Brauereigastgärten sitzen Festspielgäste neben Schauspielern, Orchestermitglieder neben Konzertgehern, OpernStars neben ihren größten Fans. Die angesagtesten Adressen sind jene, an denen die Wünsche der Gäste an oberster Stelle stehen, wo man unerkannt bleiben darf und wo der Genuss nachhaltige Wirkung zeigt. Denn eines gilt für die Kulinarik in Salzburg ebenso wie für die Kultur: Alle Zutaten müssen von erlesenster Qualität sein, und das Handwerk will beherrscht werden.
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VIA–CULINARIA-GENUSSADRESSEN Diese Voraussetzungen werden in der Stadt Salzburg und im SalzburgerLand an so vielen wunderbaren Genuss-Adressen erfüllt, dass sie schon vor 12 Jahren erstmals gesammelt und zusammengefasst wurden. Seither gilt der Via-Culinaria-Guide als unverzichtbarer Reisebegleiter für alle Gourmets und Genießer, die im SalzburgerLand unterwegs sind: Er umfasst Gault-Millau-gekrönte Restaurants ebenso wie Wirtshäuser und Cafés, Genusshandwerker wie Imker und Edelbrenner, Almhütten ebenso wie Kräutergärten und Hofläden. Zum zweiten Jubiläumssommer der Salzburger Festspiele erscheint der Via-Culinaria-Guide in seiner siebten Auflage mit mehr als
330 Adressen und erstmals mit zehn Genusswegen. Als neuer Weg ist der „Genussweg für Salzburger Wirtshäuser“ hinzugekommen. Elisabeth und Martin Tritscher vom Wirt am Gries in St. Gilgen am Wolfgangsee sind dessen Genussbotschafter. Auch bei ihnen kehren Festspielgäste und Sommerfrischler gerne ein: Diskretion ist eine Selbstverständlichkeit, aber da ist noch etwas, das Gäste besonders lieben. „Kreativität, Saisonalität und Regionalität sind bei uns so selbstverständlich wie das freundliche Du, mit dem wir unsere Gäste ansprechen: Im Wirtshaus ist jeder gleich, und das ist es, was wirklich geschätzt wird“, sagt Martin Tritscher.
VIA CULINARIA
Feinste Produkte der Region, gemütliche Wirtshäuser und die passenden Adressen für Käsefans & Co. finden Sie im neuen Via-Culinaria-Guide.
Fotos:Adobe Stock, SalzburgerLand Tourismus, beigestellt
ALPINE KÜCHE IST HEIMATLIEBE Geschätzt werden im SalzburgerLand auch die heimischen Zutaten, ihre Qualität und Frische, die regionale Herkunft, der jeweiligen Saison entsprechend. Für Jahrhundertkoch Prof. Eckart Witzigmann, Schirmherr der Via Culinaria, ist das eine wahre Wonne: „Beim Genießen geht es darum, mit der Natur zu arbeiten und niemals gegen sie. Noch nie war es so wichtig wie heute, sich auf die guten heimischen Lebensmittel zu besinnen.“ Der lange in Bad Gastein wirkende Kochvirtuose, der in diesem Sommer seinen 80. Geburtstag feiert, spricht den Via-
Culinaria-Gastgebern aus dem Herzen. Die Wertschätzung der „Alpinen Küche“ – die Rückbesinnung auf das Gute und Altüberlieferte in Kombination mit dem Neuen und Modernen – ist eine Philosophie, wie sie von den Brüdern Obauer in
Werfen, von Andreas Döllerer in Golling, von Richard Brunnauer im Restaurant Brunnauer in Salzburg-Leopoldskron und vielen weiteren Küchenchefs der Via Culinaria tagtäglich und aus vollster Überzeugung gelebt wird.
Der neue Via-Culinaria-Guide umfasst über 330 handverlesene Genussadressen, an denen nach den Grundsätzen der „Alpinen Küche“ gekocht wird. Er gilt als Standardwerk für hervorragende Gastgeber und Produzenten. Die zehn Genusswege für Feinspitze, Naschkatzen, Fischfans, Fleischtiger, (Ski-)Hüttenhocker, Käsefreaks, Kräuterliebhaber, Bierverkoster & Schnapsfreunde, Bio-Genießer und Wirtshausliebhaber führen durch alle Salzburger Ferienregionen und die Stadt Salzburg. Der Guide kann kostenlos unter www.via-culinaria.com bestellt werden.
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STADTSPAZIERGANG
Auf
Festspiel-Spuren durch die
Stadt
„Salzburg – Die Bühne der Welt“, so lautet der offizielle Werbeslogan der Stadt, und tatsächlich findet man hier fast überall Plätze, die mit den Salzburger Festspielen eng verbunden sind. Eine Spurensuche . . . Text: Katharina Trost
Auf dem Rosenhügel im barocken Mirabellgarten plante 1950 Clemens Holzmeister, der wichtigste Architekt der Salzburger Festspiele, einen mächtigen Theaterbau. Die Rückwand der Bühne sollte überwiegend aus Glas sein, um für das Publikum den beeindruckenden Blick auf die Altstadt und die Festung Hohensalzburg zu ermöglichen – eine Betonung der „Stadt als Bühne“ durch die Verschmelzung von Architektur und Natur. An dieses nie realisierte Projekt erinnert noch bis Ende des Sommers eine Arbeit der Künstlerin Isa Rosenberger: Ein dreiteiliges goldlackiertes Metallgestell zeigt 1:1 das Bühnenportal des geplanten Festspielhauses und bietet nun den perfekten Fotorahmen für die wunderbare Aussicht. Unter dem Motto „Der Traum von einem Feentempel“ werden auf dem Mönchs- und Kapuzinerberg auch andere nie verwirklichte Theaterprojekte durch Kunst-Installationen im öffentlichen Raum ins Bewusstsein gerückt.
Fotos:SalzburgerLand Tourismus, Adobe Stock, Salzburger Festspiele/Lukas Pilz
Mirabellgarten
Bühnenportal als Kunstinstallation
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Aufführungen haben im Mirabellgarten eine lange Tradition. Im südlichen Teil versteckt sich ein barockes Heckentheater, bis heute finden hier Konzerte unter freiem Himmel statt. Außerdem schließen an den Garten weitere wichtige Kulturinstitutionen an: Das Landestheater ist seit Beginn regelmäßiger Aufführungsort der Salzburger Festspiele. Hier hatte einst der junge Max Reinhardt eines seiner ersten festen Engagements: Allerdings spielte er alle Rollen mit den gleichen Schuhen, weil er nur ein Paar besaß und Schauspieler damals noch selbst für ihre Garderobe aufkommen mussten. Eine Tafel erinnert an Thomas Bernhard und seine fünf (teils) skandalumwitterten Urauf-
führungen im Rahmen des Festivals, z. B. „Der Theatermacher“ (1985). Zwischen Bernhard und seiner Heimatstadt, die er einmal als „Todeskrankheit“ bezeichnete, bestand eine Hassliebe, die für viele Kontroversen sorgte. Als junger Mann studierte Bernhard am nahen Mozarteum, der renommierten Universität für Musik, Theater und Bildende Kunst. Mit der 1841 gegründeten Institution sind viele berühmte Namen wie Bernhard Paumgartner, Clemens Krauss, Nikolaus Harnoncourt und Carl Orff verbunden, sie alle haben auch die Salzburger Festspiele geprägt. Naturgemäß befinden sich hier auch viele Bühnen, auf denen die Studenten aus der ganzen Welt ihr Talent zeigen können. Karajan-Statue
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Eine ebenfalls wichtige Institution ist die Stiftung Mozarteum Salzburg, die bereits 1877 das erste mehrtägige Salzburger Musikfest veranstaltete. Die Aufgabe der Non-ProfitOrganisation ist die Pflege von Mozarts Erbe. Das umfasst den Betrieb der Mozart-Museen, die Forschung – das Gebäude in der Schwarzstraße 26 beherbergt die
größte Mozart-Bibliothek der Welt – sowie natürlich Konzerte. Höhepunkt ist die jährlich rund um des Maestros Geburtstag am 27. Jänner stattfindende Mozartwoche (Intendant Rolando Villazón). Im prächtigen Großen Saal werden im Sommer auch Konzerte der Salzburger Festspiele aufgeführt – und zwar schon seit 1921.
Die Stiftung Mozarteum
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Rechte Salzachseite Ă Ă Ă
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Fotos:Picturedesk, Stiftung Mozarteum/Christian Schneider, Tourismus Salzburg GmbH, Breitegger G., Wolfgang Lienbacher, Andreas Tröster, beigestellt
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und blieb seiner Heimatstadt trotz internationaler Verpflichtungen bis zu seinem Tode eng verbunden. Kein anderer hat die Salzburger Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg so geprägt und für so viele Sternstunden und Kontroversen gesorgt wie er. Auf seine Initiative entstanden das Große Festspielhaus (1960), außerdem gründete er die Oster- (1967) sowie die Pfingstfestspiele (1973). Bei vielen Produktionen kümmerte Karajan sich nicht nur um sein Orchester und die Sänger, sondern um jedes kleinste künstlerische Detail, was ihm auch Kritik einbrachte. Neben der Musik galt Karajans
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Neben dem Hotel Sacher Salzburg, vormals Österreichischer Hof, wo die Festspielprominenz seit jeher gerne einkehrte, steht ein orientalisch anmutender Bau: „Die Salzburger Festspiele sind der Umweg – das Bazar ist der Zweck“, sinnierte der Schriftsteller Anton Kuh 1928 und unterstrich damit die Bedeutung des Cafés Bazar. Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal, Marlene Dietrich, Oskar Werner, Cäcilia Bartoli, Klaus Maria Brandauer und viele andere genossen hier direkt am Salzachufer die besondere KaffeehausAtmosphäre und eindrucksvolle Aussicht auf die Altstadt.
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„Wer all seine Ziele erreicht, hat sie wahrscheinlich zu niedrig gewählt.“ Herbert von Karajan (1908–1989) war lange Zeit das Gesicht der Salzburger Festspiele. Anders als die Gedenktafel an dem Gebäude in der Hummel-Straße 1 beschreibt, wurde Karajan nicht hier geboren, sondern in einem Sanatorium, aber er verbrachte seine Kindheit in dem Haus. Eine Statue im Garten erinnert an das Ausnahmetalent, das mit 20 Jahren erstmals als Dirigent des Mozarteum Orchesters öffentlich in Salzburg auftrat und im Dritten Reich eine steile Karriere machte. 1956 wurde Karajan künstlerischer Leiter des Festivals
Liebe der Technik – in jungen Jahren hatte er sogar kurz Maschinenbau studiert. Schnelle Autos, Flugzeuge, Jachten, aber auch die Entwicklung neuer Technologien faszinierten den Jetsetter. In den 80er-Jahren war er wesentlich beteiligt an der Erfindung des „Compact Disc Digital Audio System“, kurz CD. Die enge, wenn auch nicht immer konfliktfreie Beziehung zu seinen beiden Lieblingsorchestern zeigt folgende Geschichte: Die Patenschaft für seine 1960 geborene Tochter Isabel übernahmen die Wiener Philharmoniker und jene für Tochter Arabel (geb. 1964) die Berliner Philharmoniker.
Vor dem Bazar begegnet man zeitgenössischer Kunst: Marina Abramovic gestaltete ein Ensemble aus neun Sesseln, von denen einer weit erhöht ist und den „Spirit of Mozart“ symbolisiert. Während diese interaktive Skulptur zur Meditation einlädt, ist die nächste eine Mahnung gegen das Vergessen: Auf den vier Köpfen der Staatsbrücke erkennt man – am besten bei Dunkelheit – in halbdurchsichtigen Spiegelwürfeln Lichtinstallationen von Brigitte Kowanz. Die Intervention mit dem Titel „Beyond Recall“ („Unwiderruflich“) erinnert an die Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg die wichtige Verbindung zwischen der Alt- und der Neustadt unter größten Opfern bauen mussten. Zeitgenössische Kunstwerke wie diese finden sich dank der Salzburg Foundation/Sammlung Würth in der gesamten Altstadt und zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt auch die bildende Kunst unserer Tage nicht zu kurz kommt. Auf dem „Walk of Modern Art“ entdeckt man ganz unterschiedliche Skulpturen von Künstlern wie Erwin Wurm, Anselm Kiefer und vielen anderen. In Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen bat man zeitgenössische Komponisten musikalische Antworten auf die Kunst im öffentlichen Raum zu geben, die zwölf Uraufführungen erfolgten im August 2013 im Rahmen der Konzert„Beyond Recall“ schiene „Salzburg Contemporary“.
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Geburtshaus
WOLFGANG AMADEUS MOZART (GETREIDEGASSE 9) Auf der anderen Seite der Brücke, parallel zur Salzach, ist die pittoreske Getreidegasse. Im „Hagenauer Haus“ kam am 27. Jänner 1756 ein Bub auf die Welt, der einen Tag später im Salzburger Dom auf den Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft wurde. „Wolferl“, wie ihn bald alle nannten, verbrachte hier seine von Musik geprägte Kindheit und Jugend. Als Wolfgang Amadeus Mozart wurde er zu einem der berühmtesten Komponisten aller Zeiten. Für Millionen Fans aus der ganzen Welt ist das Museum mit vielen originalen Erinnerungsstücken daher eine regelrechte Pilgerstätte. Salzburg verdankt seine internationale Bekanntheit in erster Linie dem großen Genie. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Überlegungen und auch erste Ansätze, Mozart ein Musikfest zu widmen, ähnlich wie man in Bayreuth Richard Wagner feierte. Bei den Salzburger Festspielen ist Mozarts Werk, darunter natürlich seine Opern wie „Die Zauberflöte“ oder „Don Giovanni“, fixer Bestandteil des Programms.
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Kollegienkirche UNIVERSITÄTSKIRCHE & ALTE AULA UNIVERSITÄT (UNIVERSITÄTSPLATZ 1) Wenn man durch das Mozart-Haus durchgeht, gelangt man auf den Universitätsplatz mit seinem charmanten Grünmarkt und der eleganten Kollegienkirche von Johann Bernhard Fischer von Erlach. Überraschenderweise ist das Innere des Barockjuwels überwiegend in Weiß und eher schlicht gehalten. Diese ganz besondere Wirkung schien Max Reinhardt ideal für Kunstdarbietungen, allerdings stellte die Kirche als Bedingung die Restaurierung. Reinhardt und Hofmannsthal brachten, mit Unterstützung und indem sie auf ihr eigenes Honorar verzichteten, die Geldmittel dafür auf, sodass am 12. August 1922 hier das Schauspiel „Das Salzburger Große Welttheater“ uraufgeführt wurde. Mit dieser „Allegorie auf das Leben“ hätten die Salzburger Festspiele eigentlich schon zwei Jahre zuvor eröffnet werden sollen. Doch Hugo von Hofmannsthal war mit der Bearbeitung von Pedro Calderons Mysterienspiel nicht rechtzeitig fertig geworden.
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Bilder der Uraufführung von „Das Salzburger Große Welttheater“.
Festspielbezirk Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă
Fotos:SalzburgerLand Tourismus/Plangwallner, Tourismus Salzburg GmbH, Kerstin Joensson, Picturedesk
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Neben Alexander Moissi als „Bettler“ trat Anna Bahr-Mildenburg als „Frau Welt“ auf. Die berühmte Opernsängerin setzte sich mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Hermann Bahr, schon vor dem Ersten Weltkrieg für die Durchführung eines Kulturfestivals ein. Obwohl das Stück eigens für Salzburg geschrieben wurde, konnte es sich letztlich nicht gegen den „Jedermann“ durchsetzen. Für einen Skandal sorgte 1987 George Taboris provokante Inszenierung von Franz Schmidts „Das Buch mit sieben Siegeln“, die Produktion fand nach Protesten nur noch konzertant statt. Die Kollegien- oder auch Universitätskirche ist bis heute eine wichtige Aufführungsstätte der Festspiele, im Besonderen der Reihe „Kontinente“ von Intendant Markus Hinterhäuser. Auch in der daneben liegenden, 1622 gegründeten Alten Universität befindet sich eine traditionsreiche Spielstätte: Die Alte Universitätsaula diente von Anfang an als beliebter Theater- und Konzertsaal. Auch Mozart ist in dem schönen Saal mehrmals aufgetreten, unter anderem mit seiner mit elf Jahren komponierten Oper „Apollo und Hyazinthus“ – und auch heute organisieren nicht nur die Salzburger Festspiele hier Veranstaltungen.
Geht man durch den Hof der Alten Universität, kommt man in den Wilhelm-Furtwängler-Park und erreicht so den Festspielbezirk. In der Hofstallgasse, wo einst die Pferde des Fürsterzbischofs ihre Heimat hatten, reiht sich entlang des Mönchsbergs ein Festspielhaus an das andere. Von außen kann man nur schwer erahnen, welche Welten sich hinter der Fassade verbergen. Am außergewöhnlichsten ist sicherlich die barocke Felsenreitschule mit ihren in den Berg geschlagenen Arkaden. 1926 nutzte Max Reinhardt die ehemalige Sommerreitschule zum ersten Mal für eine Freiluftaufführung, das Publikum saß damals noch in den dreistöckigen Arkaden. Mittlerweile verfügt das Theater über einen Zuschauerraum mit 1437 Plätzen sowie eine flexible Dachkonstruktion, dank der bei jedem Wetter gespielt werden kann. Legendär wurde die Inszenierung von Goethes „Faust“ im Jahr 1933. Architekt Clemens Holzmeister baute in die Arkaden eine Faust-Stadt, die an das mittelalterliche Salzburg angelehnt war. Der Tiroler entwarf 1925 auch das Kleine Festspielhaus, dessen
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Bühne dem Maßstab der Wiener Staatsoper entspricht, sodass Produktionen von Anfang an 1:1 übernommen werden konnten. Im Laufe der Jahre kam es zu mehreren Adaptierungen, zuletzt anlässlich Mozarts 250. Geburtstags im Jahr 2006. Nach einer umfassenden Modernisierung unter der Leitung von Wilhelm Holzbauer, einem Schüler Holzmeisters, wurde das Festspielhaus als „Haus für Mozart“ feierlich mit „Le nozze di Figaro“ wiedereröffnet. Die Produktion mit Anna Netrebko und Ronaldo Villazón war das kulturelle Medienereignis der Saison. Beide Aufführungsstätten kann man über das Faistauer-Foyer erreichen. Die Original-Fresken des Salzburger Künstlers wurden 1939 von den Nazis entfernt und nach dem Krieg rekonstruiert.
Haus für Mozart
Felsenreitschule
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Faistauer-Foyer
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In den Pausen erholt man sich (wenn keine Corona-Einschränkungen herrschen) in der barocken Winterreitschule, dem heutigen Karl-Böhm-Saal. Im Großen Festspielhaus dient dafür der barocke Hofmarstall mit seinen außergewöhnlichen Kunstwerken. Mit einer Bühnenbreite von mehr als hundert Metern zählt das Große Festspielhaus zu den größten Konzertsälen weltweit. Es entstand auf Initiative von Herbert von Karajan, Architekt war wieder einmal Clemens Holzmeister. Spöttische Stimmen meinten bei der Eröffnung 1960 zum mit viel Holz ausgekleideten Auditorium: „Viel Holz, wenig Meister.“ Damit tut man dem Festspiel- Architekten aber unrecht, denn das Projekt war gigantisch. Mehr als 55.000 Kubikmeter Gestein trug man aus dem Mönchsberg ab, um Raum zu schaffen. Auch dank des Einsatzes von Karajan baute man die damals modernste Ton- und Lichtanlagen ein, die immerhin auch mehr als ein halbes Jahrhundert später noch immer zum Einsatz kommen.
Vor dem Haus für Mozart, auf dem MaxReinhardt-Platz erinnern 28 Stolpersteine an die von den Nazis vertriebenen oder ermordeten Mitwirkenden der Festspiele. Im KZ umgekommen ist die Violinistin Alma Rosé, Leiterin des Mädchenorchesters in Auschwitz. Festspielgründer Max Reinhardt ergriff schon 1937 die Flucht und starb 1943 in den USA. Jüdische Künstler erhielten Auftrittsverbot bzw. durften deren Werke ab 1938 nicht mehr aufgeführt werden, wie auch der „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. Empfehlenswert ist eine Führung durch alle Festspielhäuser, sobald es die Corona-Situation wieder erlaubt.
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Biegt man beim Haus für Mozart ums Eck, steht man im Toscanini-Hof. Der berühmte italienische Dirigent feierte Mitte der 30er-Jahre große Erfolge in Salzburg. Als Anti-Faschist weigerte er sich, unter dem nationalsozialistischen Regime aufzutreten, sagte 1938 seine Teilnahme an den Festspielen ab und emigrierte in die USA. Über den temperamentvollen Maestro gibt es viele Anekdoten: Der Perfektionist konnte bei Proben sehr wütend werden, es flogen Partituren, Taktstöcke und andere Gegenstände durch die Luft, und er schimpfte immer wieder: „No, no, no!“ Daher erhielt er von den Musikern den Spitznamen „Toscanono“. Weiter geht es durch den Torbogen in die Höfe des St. Peter Stifts.
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Fotos:Salzburger Festspiele/Andreas Kolarik, Picturedesk
STIFT ST. PETER UND FRIEDHOF ST. PETER
Petersfriedhof
Kirchenmusik hatte in Salzburg schon immer Tradition, natürlich auch im ältesten Kloster im deutschen Sprachraum, Stift St. Peter (Gründung 696). Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart haben hier musiziert. In der Stiftskirche hat Mozart vermutlich 1783 seine Große c-Moll Messe erstmals selbst aufgeführt, er schrieb sie unmittelbar nach seiner Hochzeit mit Constanze – für deren Sopranstimme. Das Monumentalwerk blieb rätselhafterweise unvollendet, es fehlen das Credo und das Agnus Dei. Dennoch erklingt die Messe seit 1927 als fixer Bestandteil der Salzburger Festspiele im Gotteshaus von St. Peter. Einer der schönsten Plätze in Salzburg ist der Petersfriedhof mitten in der Altstadt. Die mit schmiedeeisernen Kreuzen und bunten Blumen verzierten Gräber erzeugen eine ganz besondere Atmosphäre, in der Besucher gerne still verweilen. Wer sich ein wenig umschaut, kann das Grab von Architekt Clemens Holzmeister entdecken oder jenes von Bernhard Paumgartner (1887–1971). Auch er prägte die Festspiele seit den Anfängen als Gründungsmitglied, Dirigent, Komponist und deren Präsident. Vor genau 60 Jahren rief er den Verein „Freunde der Salzburger Festspiele“ ins Leben. Die Initiative mit Kultur-Fans aus der ganzen Welt ist der größte private Geldgeber des Festivals, immerhin fünf Prozent des Gesamtbudgets. In einer Gruft ruht die Familie Mayr, ein Name, der ebenfalls eng mit den Festspielen verbunden ist. Richard Mayr, 1877 im Gablerbräu in der Linzer Gasse geboren, verkörperte unzählige Male in seiner unvergleichlichen Art den Baron Ochs auf Lerchenau in Richard Strauss’ „Rosenkavalier“, es war die Rolle seines Lebens. Sein Bruder Carl entwarf viele (Leinen-)Trachten, die Stars und Gästen der Festspiele wie Marlene Dietrich weit über die Grenzen hinaus populär machten.
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Kapitelplatz
Verlässt man den Friedhof, kommt man auf den Kapitelplatz. Hier neben dem Dom finden im Sommer die kostenlosen Siemens Fest>Spiel> Nächte statt. Frei zugänglich für alle Einheimischen, aber auch Gäste, die keine Karte ergattern konnten, kann man unter dem Sternenhimmel in einer unverwechselbaren Kulisse auf einer LED- Wand aktuelle und vergangene Inszenierungen der Festspiele genießen und sich gleichzeitig durch das gastronomische Angebot durchkosten. Ein Public Viewing der anderen Art, wenn etwaige Covid-19-Maßnahmen keinen Strich durch die Rechnung machen . . .
Am Domplatz fand am 22. August 1920 die erste Vorstellung des „Jedermann“ statt, für viele die eigentliche Geburtsstunde der Salzburger Festspiele. Regie führte natürlich Max Reinhardt, für den es keinen besseren Platz für das Stück gab: „Wie ein Selbstverständliches wirkten die marmornen fünf Meter hohen Heiligen, zwischen denen die Schauspieler hervortraten und wieder verschwanden, wie ein Selbstverständliches die Rufe „Jedermann“ von den Türmen der nahen Kirche, von der Festung herab, vom Petersfriedhof herüber, wie ein Selbstverständliches das Dröhnen der großen Glocken zum Ende des Spiels, das Hineinschreiten der sechs Engel ins dämmernde Portal, die Franziskanermönche, die von ihrem Turm herunter zusahen, die Kleriker in den hundert Fenstern des Petersstiftes, wie ein Selbstverständliches das Sinnbildliche, das Tragische, das Lustige, die Musik.“ Dabei ist es fast absurd. Jahrzehntelang hatte man über ein Mozart-Fest diskutiert, und dann wird das lang ersehnte Festival mit einem Theaterstück eröffnet, das noch dazu seine
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Domplatz
Uraufführung bereits neun Jahre zuvor in Berlin gefeiert hatte. Aus Ermangelung eines Festspielhauses spielte man noch dazu im Freien. Aber gerade die wunderbare Kulisse des Doms macht den Salzburger Jedermann so einzigartig. Der von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau um 1600 in Auftrag gegebene Domplatz verwandelt sich allabendlich in eine der schönsten Freiluftbühnen der Welt – für mehr als 2500 Zuschauer. „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ ist der Festspiel-Klassiker. Die Verkörperung der Titelrolle gilt als Ehre, die schon vielen berühmten Namen wie Alexander Moissi (bei der Uraufführung), Attila Hörbiger, Curd Jürgens, Klaus Maria Brandauer und Tobias Moretti zuteil wurde. In die Rolle der Buhlschaft schlüpften unter anderem die Schauspielerinnen Dagny Servaes, Senta Berger, Veronica Ferres und Birgit Minichmayr. Und was passiert, wenn der berühmte Salzburger Schnürlregen einsetzt? Dann übersiedeln Ensemble und Publikum in das nahe Große Festspielhaus, was aber für alle Beteiligten nur das halbe Vergnügen ist . . .
AUSFLUGSTIPP AUSSERHALB DES STADTZENTRUMS
n o r k s d l o p o e L s s o l h c S Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă
Shakespeares „Sommernachtstraum“, aber auch für Konzerte im Freien. 1937 emigrierte Reinhardt in die USA, sein Besitz wurde enteignet. Internationale Bekanntheit erlangte Schloss Leopoldskron als Trapp-Villa in der Musical-Verfilmung „The Sound of Music“. Schon seit 1947 logiert hier auf Betreiben von Reinhardts Witwe Helene Thimig das Salzburg Global Seminar, eine amerikanische NGO, die Intellektuelle aus aller Welt zum geistigen Austausch zusammenbringt. Das Schloss und der Park können leider nur von der Ferne bestaunt werden, außer man ist Gast im mehrfach ausgezeichneten Hotel Schloss Leopoldskron, in dem auch immer wieder Events stattfinden. 2021 sind in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Landestheater auch Aufführungen inklusive Picknick im Garten geplant – das wäre bestimmt im Sinne Reinhardts. In einem seiner letzten Briefe schrieb er an seine Frau: „Ich habe achtzehn Jahre in Leopoldskron gelebt, wirklich gelebt , und ich habe es lebendig gemacht. [...] Ich habe es immer feiertäglich geliebt; nie als etwas Alltägliches. Es waren meine schönsten, reichsten und reifsten Jahre. [...] Ich habe es verloren, ohne zu jammern. Ich habe alles verloren, was ich hineingetragen habe. Es war der Ertrag meiner Lebensarbeit.“
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Eigentlich ein Muss, wenn man auf den Spuren der Salzburger Festspiele wandeln möchte, denn hier im Roten Salon von Schloss Leopoldskron wurden sie 1919 vom Hausherrn Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss offiziell gegründet. Reinhardt hatte das heruntergekommene Bauwerk mit dem romantischen Weiher, das einst im 18. Jahrhundert als Sommersitz für Fürsterzbischof Leopold Anton von Firmian errichtet worden war, schon 1918 gekauft und ließ das Haus und den Park über Jahre liebevoll und opulent renovieren. Das Barockschloss Leopoldskron wurde daraufhin zum Treffpunkt für Kunst, Politik und Wirtschaft bei märchenhaften Festen. Dazu eine Anekdote: Bei einer Premierenfeier meinte der Schauspieler Max Pallenberg zu dem Schriftsteller Egon Friedell: „Findest du es notwendig, dass Reinhardt ein Schloss mit Kerzenbeleuchtung, livrierten Dienern, ja sogar einen eigenen Teich mit zwanzig weißen und schwarzen Schwänen hat?“ Daraufhin Friedell: „Also, ich habe den Reinhardt schon gekannt, als er noch in Wien wohnte, völlig mittellos war und nichts anderes hatte als ein möbliertes Zimmer, ein Bett, einen alten Tisch, einen wackligen Sessel – und höchstens zwei bis drei Schwäne.“ 1923 fand, in Ermangelung finanzieller Mittel für andere Aufführungen, eine ganz besondere Vorstellung von Molières „Der eingebildete Kranke“ statt. Die Zuschauer wurden Teil des Spiels und wanderten dabei von Zimmer zu Zimmer. Auch den Park, samt Weiher und Untersberg als Kulisse, nutzte der Theatermagier als Bühne, etwa für
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Fotos:Tourismus Salzburg GmbH, Guenter Breitegger, Picturedesk, Archiv der Salzburger Festspiele/Ellinger
IM STADTTEIL RIEDENBURG, CA. 2 KM VOM DOMPLATZ ENTFERNT
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meiner Träume Am 28. Juli feiert Stardirigent Riccardo Muti in Salzburg seinen 80. Geburtstag. Mit Beethovens Missa solemnis gedenkt er nun seiner Hunderten bejubelten Auftritte in 50 Jahren Salzburger Festspiele. Text: Kar-Heinz Roschitz
August 1971. Bei den Salzburger Festspielen tritt ein junger Italiener ans Pult der Wiener Philharmoniker. Alle schwärmen von dem wenige Tage vorher dreißig Gewordenen, der 1969 nach einem Konzert mit der Pianistenlegende Swjatoslaw Richter sofort zum Chefdirigenten des Maggio Musicale Fiorent-
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ino bestellt wurde: Riccardo Muti. Der attraktive junge Mann begeistert alle, ist musikalisch höchst kompetent, mit Gespür für Brillanz, geistreich, voll neapolitanischem Charme. Und er trägt – neben Herbert von Karajan – den bestgeschnittenen, elegantesten Frack, wie das Publikum bemerkt! Die Philharmoniker sind von ihm begeistert und
werden in ihm einen ihrer allerbesten Freunde finden. Bis heute. Herbert von Karajan selbst hatte Muti nach Salzburg eingeladen. Und sorgte dafür, dass er zu einem der wichtigsten Stammgäste der Festspiele wurde. Muti erinnert sich lachend: „Als diese Einladung kam, dachte ich, dem Salzburger Besetzungsbüro wäre ein Irrtum passiert.
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Fotos:Picturedesk, Todd Rosenberg by courtesy of www.riccardomuti.com
Riccardo Muti, heuer 80, feiert seine 50 Jahre in Salzburg: „Don Pasquale“Partitur und Taktstock (li. o.), bei der Probe mit den „Wienern“ (li. u.).
Salzburg war damals Treffpunkt der Berühmtesten. Eine Zeit der Giganten! Auch meine Frau – Cristina MazzavillaniMuti ist seit über 20 Jahren Intendantin des Festivals von Ravenna – konnte es kaum glauben.“ Doch es stimmte alles. „Nach Probentagen mit dem Orchester in den Wiener Sofiensälen fuhr ich Ende Juli nach Salzburg. Im Festspiel-
» Bevor ich sterbe, versuche ich’s: Ich wage mich heuer in Salzburg an Beethovens Missa solemnis, mit der ich seit 1972 lebe. Covid hat mir die Zeit gegeben, mich ausschließlich diesem kolossalen Werk zu widmen. Beethoven ist da ein Gigant wie Michelangelo. haus angekommen, sah ich im Foyer einen Riesen: Bernhard Paumgartner, damals 83, le-
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gendäres Gründungsmitglied und Präsident der Salzburger Festspiele, der vor Beginn dieser Festspiele starb. Ich hatte die Courage, ihn anzusprechen. Und er wusste, wer ich war. Ich werde ganz nostalgisch, wen ich aller in diesen Tagen traf: Karajan, Swjatoslaw Richter, David Oistrach, Mstislaw Rostropowitsch, den großartigsten Cellisten dieser Zeit . . . Ich fühlte mich wie im Traum. Karajan besuchte meine Proben und lud mich ein, in Hinkunft jedes Jahr nach Salzburg zu kommen. Seither dirigiere ich die Wiener Philharmoniker. Seit 50 Jahren. Ich habe drei Generationen von Orchestermusikern dirigiert, viele wurden gute Freunde. Und selbst viele der dritten Generation haben heute schon weiße Haare. Und immer spürte ich hier das Erbe eines Toscanini, Furtwängler, Bruno Walter.“ Karajan war für Muti eine Art Mentor. „Als ich ihn 1982 vor meiner Mozart-,Così fan tutte‘ fragte, wie er mich denn ,gefunden‘ habe, knurrte er nur: ,Wenn ich jemanden finden will, finde ich ihn auch!‘“ Schon die ersten Erfolge wurden zum „turning point“ in Mutis Karriere. „Ich bin stolz, wie sehr Karajan mich schätzte. Und dass er sich auch für meine Erfolge interessierte. Als ich 1979 die ,Wiener‘ auf einer USTournee leitete, rief er mich an. Um sieben Uhr früh! Ich wollte zuerst schon fragen, wer der Verrückte da am Telefon sei . . . “ Seit 1971 hat Muti, der am 28. Juli seinen 80. Geburtstag feiert, in Salzburg sieben Opernproduktionen in dreizehn Jahren herausgebracht
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und – neben seinen traditionellen Konzerten rund um den Mariä Himmelfahrtstag – an rund 70 Abenden dirigiert. Wobei er sich besonders gern Mozart widmete: so „Don Giovanni“ in der Regie von Michael Hampe als Übernahme von Herbert von Karajan, „Così fan tutte“, vier Saisonen lang in der luxuriös-fulminanten Inszenierung Hampes, „Die Zauberflöte“ in zwei verschiedenen Produktionen von Graham Vick und Pierre Audi, mit spektakulären Bühnenbildern des Malers Karel Appel, und einmal für „Clemenza di Tito“. Erfolg hatte er aber auch mit Gaetano Donizettis „Don Pasquale“ und – zuletzt – 2017 mit Giuseppe Verdis „Aida“. Herbert von Karajans Tod zu Festspielbeginn 1989 empfand Muti als Zäsur. Er dirigierte zum Abschied im Salzburger Dom das Mozart-Requiem und Verdis Messa da Requiem, lehnte es aber ab, Karajans geplanten „Maskenball“ zu übernehmen. „Ich war schockiert, dass man
das einfach, pietätlos, irgendeinem Dirigenten übertrug.“ Ab 1991 musste er sich mit Gerard Mortier, dem neuen Salzburg-Intendanten, über eine „Clemenza di Tito“ und eine „Traviata“ auseinandersetzen. „Mortiers schräge, modernistische Ideen konnte ich nicht
In Salzburg feierte Muti Triumphe bei seinen 50 Festspielen – hier: „Aida“ mit der gefeierten Anna Netrebko in der Titelrolle als äthiopische Sklavin.
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akzeptieren. Ich mag es nicht, wenn man ,Rigoletto‘ in einer Wäscherei spielt. Da mache ich Oper lieber konzertant – wie Verdis ,Ernani‘ 2015 in Salzburg. Da stört mich dann nicht irgendein Idiot mit Unpassendem !“ 2016 folgte Markus Hinterhäuser als Intendant. Muti dirigierte im Großen Festspielhaus Verdis „Aida“ in einer Inszenierung Shirin Neshats mit Anna Netrebko, danach beschloss er, in Hinkunft sich vor allem Konzerten zu widmen. Nun dirigiert er nach Beethovens 9. Symphonie im Corona-Jahr 2020 (mit den Wiener Philharmonikern) Beethovens Missa solemnis. Muti: „Seit Jahren lebe ich mit den fünf verschiedenen Ausgaben. Aber der große Carlos Kleiber sagte mir einmal, das sei Musik, die besser auf dem Papier bleibt. Für den Menschen sei sie zu groß. Beethoven ist da ein Gigant wie Michelangelo.“
Fotos:Picturedesk
GEBURTSTAG
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Im Musikverein dirigierte er, der beste Freund der ,Wiener‘, sechsmal das Neujahrskonzert, u. a. auch den emotionalen Jahresauftakt 2021 inmitten der Corona-Krise.
INTENDANT ROL ANDO VILL A ZÓN
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
MOZARTWOCHE 2022 DO 27. JÄNNER – SO 6. FEBRUAR
ARGERICH BARENBOIM BATIASHVILI BEZUIDENHOUT BOLTON HONECK JANSEN
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SEILER
TICCIATI TJEKNAVORIAN UCHIDA VILLAZÓN WIENER PHILHARMONIKER … und viele mehr:
www.mozartwoche.at
BLICK IN DI WERKSTÄTTEN
Hinter den Kulissen Alle Kostüme, Bühnenbilder und Dekorationen werden von den Salzburger Festspielen im eigenen Haus gefertigt – und dabei wird in der spielfreien Zeit wirklich jeder Zentimeter an Platz genutzt. Helga Rabl-Stadler führte uns durch die verschiedenen Werkstätten. Text: Franziska Trost
IN LETZTER MINUTE Hinter der Bühne ist vor allem zu Festspielzeiten alles ganz genau getaktet. Für den engen Zeitplan gibt es einen motivierenden Spruch.
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RIESIGE HINTERBÜHNE Schon die Bühne des Großen Festspielhauses ist eine der größten der Welt – doch dahinter tut sich noch einmal ein riesiges Reich auf. Teilweise wurde die Hinterbühne weit in den angrenzenden Mönchsberg hineingebaut. Als wir zu Besuch sind, wird gerade am Bühnenbild für „Don Giovanni“ gearbeitet. Das wird „groß, richtig groß – auch für diesen Raum“, verrät Christian Müller, Leiter der Dekorationswerkstätten. „Vor allem hoch.“ Und zwar beeindruckende 12 Meter! „Regisseur Romeo Castellucci geht immer an Limits“, so Müller, dessen Team sich gerne diesen Herausforderungen stellt. Auch die Tischlerei ist mit einigen Arbeiten auf die Hinterbühne ausgewandert. „Trotz der gewaltigen Dimensionen wird der Platz dann doch immer knapp“, seufzt Rabl-Stadler.
BLICK IN DIE WERKSTÄTTEN
BUNTE WELT DER KOSTÜMABTEILUNG Im bis unter das Dach vollgestopften Stofflager der Kostümabteilung fühlt sich Rabl-Stadler an ihre Zeit als Miteigentümerin des Modehauses Resmann erinnert. „Meine Mutter meinte bei den Bestellungen immer: Kauf nicht zu viel ein, was ein Blöder zu viel kauft, können zehn Gscheite nicht verkaufen“, lacht sie. Ziemlich groß sind allerdings die Stoffbestellungen der Salzburger Festspiele – alleine in diesem Jahr werden von Kostüm-Direktor Jan Meier und seinem Team ca. 3000 Meter für rund 1200 Kostüme verarbeitet.
„UNMÖGLICHES“ IM MALSAAL
Fotos: Andreas Tröster
Im sogenannten „Malsaal“ entstehen die Bühnenteile für sämtliche Aufführungen – Gemälde und Bilder, aber auch einzelne Bühnendetails werden hier hergestellt. „Wir machen auch Unmögliches möglich“, lacht der Leiter Horst Junger über die gigantischen Wunderwelten, die sie entstehen lassen. Für die Bühnenmöbel gibt es nebenan eine eigene Tapeziererei.
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GESCHICHTE
Wie eine glückliche Ehe Salzburg und die Wiener Philharmoniker – eine wunderbare Symbiose, die seit mehr als 100 Jahren Bestand hat. Vorstand Daniel Froschauer hat der „Krone“ aus der langen, gemeinsamen Geschichte erzählt. Text: Franziska Trost
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war im Jahr 1877, als die Wiener Philharmoniker ihre Koffer packten, um zu ihrem ersten Gastspiel außerhalb Wiens aufzubrechen. „Die Mitglieder des Orchesters reisten damals mit einem eigenen Zug. Und bei jeder Station wartete die Musikkapelle des Ortes auf sie, um einen musikalischen Gruß zu spielen“, erzählt Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer. „Was für eine schöne Idee, das könnte man eigentlich wieder einführen“, schmunzelt er. Ziel war damals – und ist es seitdem so unzählige Male ge-
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Die Philharmoniker und Salzburg – das ist wie eine Ehe. Wir brauchen einander. Die Festspiele und wir bereichern uns gegenseitig. Gemeinsam lassen wir großartige Dinge in der Kunst entstehen.“
wesen: Salzburg. Hier gastierten sie beim Salzburger Musikfest, mit dem der große Sohn der Stadt, Wolfgang Amadeus Mozart, geehrt wurde. Die folgenden sieben Mozartfeste galten als eine Art Vorläufer der Salzburger Festspiele. Ende der 1910er-Jahre, als die Festspiel-Idee immer konkretere Formen annahm, da gehörten auch Richard Strauss und Franz Schalk dem Kunstrat Max Reinhardts an – beides Dirigenten, die den Philharmonikern sehr verbunden waren. „Bei den ersten Salzburger Festspielen 1920 gab es noch kaum Musik im Pro-
gramm“, so Froschauer. „Aber 1922 spielten die Philharmoniker dann schon vier Opern, darunter ,Don Giovanni.‘“ Seitdem sind die Philharmoniker aus Salzburg nicht mehr wegzudenken, alljährlich beziehen sie ihre Sommerresidenz in der Mozartstadt. Sie spielten mit Arturo Toscanini, Bruno Walter, Wilhelm Furtwängler, Hans Knappertsbusch, Clemens Krauss, Karl Böhm – mit allen großen Dirigenten ihrer Zeit. Sie spielten sogar 1944, in diesem schrecklichen Kriegssommer, in dem die Festspiele abgesagt wurden. Doch die Generalprobe
Fotos:Salzburger Festspiele/Anne Zeuner, Julia Wesely
INTERVIEW
von „Die Liebe der Danae“ zu Ehren von Richard Strauss konnte noch stattfinden. „Damals verabschiedete er sich vom Orchester mit den berühmten berührenden Worten: ,Ich hoffe, wir werden einander in einer besseren Welt wiedersehen.‘“ Erst als Herbert von Karajan 1956 künstlerischer Leiter in Salzburg wird, bricht er mit der Tradition, nur mit den Wiener Philharmonikern zu spielen, und bringt auch seine „Berliner“ mit. Wer aber dennoch in Salzburg eindeutig den Ton angibt, das wird spätestens 1968 besiegelt: In Anerkennung um deren Verdienste und aus Anlass ihres 125-jährigen Bestandsjubiläums wird in der Altstadt die Wiener-Philharmoniker-Gasse eingeweiht. „Es macht einen schon jedes Mal stolz, hier durchzugehen“,
gesteht Froschauer. Und er schwärmt von der „glücklichen Liebesbeziehung“, die hier verewigt wurde. „Die Philharmoniker und Salzburg – das ist wie eine Ehe. Wir brauchen einander. Die Festspiele und wir bereichern uns gegenseitig. Gemeinsam lassen wir großartige Dinge in der Kunst entstehen.“ Nur in den Jahren des, nun sagen wir, streitlustigen Festspielleiters Gerard Mortier kracht es in dieser Ehe, da war die „Zusammenarbeit nicht ganz so leicht“, wie es Froschauer diplomatisch formuliert. „Aber in einer Ehe kommt man auch aus einer Krise gemeinsam heraus.“ Gemeinsam durch die Krise gingen sie auch im vergangenen Jahr – und sorgten trotz Corona für kulturelle Höhepunkte. „Das waren ganz be-
sondere Momente. Man hat gemerkt, wie die Menschen nach Musik lechzen und wie dankbar sie dafür sind.“ Auch dieser Sommer wird wieder eine Herausforderung in der Pandemie – eine, der sie mit musikalischen Sternstunden trotzen wollen: u. a. Konzerte mit Muti, Nelsons, Thielemann und Welser-Möst, die „Cosi fan tutte“ und „Elektra“. Und wenn doch einmal eine Pause bleibt, dann werden die „Wiener“ ihre zweite Heimat genießen – eine, die ohne sie nicht wäre, was sie ist. Denn wie Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler einmal so treffend meinte: „Man kann ohne Übertreibung behaupten, ohne die Wiener Philharmoniker gäbe es zwar Festspiele in Salzburg, aber es wären nicht die Salzburger Festspiele“.
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Die Wiener Philharmoniker in ihrer zweiten Heimat.
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GESCHICHTE
Festspielerinnen Immer ist von den Gründervätern die Rede, dabei gab es einige Frauen, die mit einem entscheidenden Beitrag die Salzburger Festspiele auf ihre Art prägten. Bis heute. Text: Franziska Trost
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ls Helga Rabl-Stadler 1995 ihr Büro in der Festspieldirektion bezog, da prangte in Messinglettern der Titel „Präsident“ an ihrer Tür. Als sie darum bat, das Schild um ein „in“ zu erweitern, ließ man ihr ausrichten, das zahle sich nicht aus für die kurze Zeit, die sie da sein werde. Mehr als 25 Jahre später hat kaum eine andere Frau die Salzburger Festspiele so geprägt wie ihre Präsidentin – und natürlich steht das auch längst auf ihrer Tür. Aber es gab noch einige andere Frauen, die den Festspielen auf die eine oder andere Art ihren Stempel aufgedrückt haben. Hier einige Beispiele.
ANNA BAHR-MILDENBURG (1872-1947) Die gefeierte Opernsängerin zog 1912 mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Hermann Bahr (Foto), in das Salzburger Schloss Arenberg. Sie gilt als Mitbegründerin der Salzburger Festspiele und spielte auf Einladung vom Max Reinhardt 1922 und 1925 die Rolle der „Welt“ in Hugo von Hofmannsthals „Großem Salzburger Welttheater“.
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LILI LEHMANN (1848–1929): Die deutsche Starsopranistin war eine der bedeutendsten Mozart- und WagnerInterpretinnen ihrer Zeit mit Engagements u. a. in Prag, Berlin, London, Paris, Stockholm, Wien und New York. Aber vor allem in Salzburg hinterließ sie bleibende Spuren. Die Salzburger Mozartfeste, die heute als Vorläufer der Festspiele gelten, fanden dank ihrer Initiative statt. Als wichtige Gönnerin des Mozarteums nahm sie im August 1910 die Grundsteinlegung vor. Pläne eines eigenen Festspielhauses sah sie allerdings als Konkurrenz für „ihr“ Mozarteum. Für ihre Verdienste bekam sie 1920 als erste Frau überhaupt die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg überreicht.
GESCHICHTE
HELENE THIMIG (1889-1974) Die Schauspielerin und Tochter des BurgtheaterDirektors Hugo Thimig war nicht nur aufgrund ihrer Beziehung mit ihrem späteren Ehemann Max Reinhardt von Anfang an eng mit der Gründungsgeschichte der Salzburger Festspiele verbunden, sie spielte auch im ersten „Jedermann“ die Rolle der „Guten Werke“. 1937 folgte sie Reinhardt ins amerikanische Exil und wirkte in einigen Hollywoodfilmen mit. Nach dessen Tod kehrte sie aus der Emigration zurück und inszenierte von 1947 bis 1951 den „Jedermann“ ganz im Sinne Max Reinhardts.
Fotos:Salzburger Festspiele, Picturedesk, Decca/Uli Weber, Adobe Stock
LEOPOLDINE „POLDI“ WOJTEK Die Künstlerin, Keramikerin und Grafikerin entwarf 1928 das Logo der Salzburger Festspiele – eine Wort-Bild-Marke, bei der die schwarze Maske auf rot-goldenem Hintergrund mit der Festung verschmilzt. Die zeitlose Kraft des Logos ist unumstritten, seine Künstlerin aufgrund ihres Mitläufertums in der NS-Zeit allerdings nicht. Die Initiative „Memory Gaps“ listet u. a. einige Aufträge auf, die Wojtek durch ihren Ehemann, den erst illegalen, dann führenden Nationalsozialisten Kajetan Mühlmann bekommen hat, etwa den eisernen Vorhang für das 1939 umgebaute Akademietheater in Wien. 1938 gestaltete sie für das Ärztehaus in Linz einen Gobelin mit Adler, Hakenkreuz und HitlerZitat. Außerdem soll sie schon 1936, als die NSDAP nach vielen Terrorangriffen in Österreich verboten war, das in Stuttgart publizierte Kinderbuch „Eine wahre Geschichte“ über das Leben Adolf Hitlers illustriert haben. Sie zog auch – mit Hilfe ihres Vaters Josef Wojtek – nach ihrer Scheidung in das „arisierte“ Haus der Künstlerin Helene von Taussig, die 1942 deportiert und in einem Vernichtungslager ermordet wurde. Ansonsten gilt sie als politisch eher belanglos – und vor allem das Logo war während der NS-Zeit nicht in Verwendung.
CECILIA BARTOLI Stellvertretend für die vielen großartigen Frauen, die die Salzburger Festspiele heute prägen, für all jene vor und hinter dem Vorhang, sei hier die wunderbare Opernsängerin Cecilia Bartoli genannt. Seit 2012 ist sie als Intendantin die Stimme, das Herz und die Seele der Pfingstfestspiele und hat diese dank der Vielfalt und Qualität von einem „Nebenprodukt“ zu einem ebenso geliebten und gefragten Festspielereignis gemacht. Ihren heuer auslaufenden Vertrag hat sie bis 2026 verlängert.
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ERINNERUNGEN
Karl-Heinz Roschitz: Paradies der Erinnerung Opernproduktionen, Sprechcorpo“, ein vom Duo Veniero Colasanti & John theaterinszenierungen, die Moore in märchenhafter Pracht ausgestattetes Theatergeschichte machten, Mysterienspiel, das zum Kultstück der Festan die 500 Konzerte. Ich erlebte sechs Intendanspiele wurde. Eine Produktion, die auf die Inten, von Herbert von Karajan szenierungen großer Barocküber Peter Ruzicka, Alexander opern in den 70er- und 80er-JahPereira bis Markus Hinterhäuren großen Einfluss ausübte. ser, und fünf Präsidenten. Das Man denke nur an Nikolaus Harist die Bilanz, wenn ich die Bünoncourts & Jean Pierre Ponnelcherregale mit Festspiel-Almales legendäre Monteverdi-Trilonachen und Klangdokumenten gie „L’Orfeo“, „Ritorno d’Ulisse auf CD betrachte: Meine verganin patria“ und „Incoronazio di genen 50 Festspieljahre. Ein Poppea“, die 2018 von Jan LauKosmos, in dem die Größten der wers und William Christie wieder Großen der Welt der Oper und zu triumphalem Erfolg geführt des Schauspiels wie Fixsterne wurde. aufleuchten, wo aber auch vielAufregende Gespräche über Theater: StarDas Faszinierende an Salzburg duo Andrea Jonasson,Giorgio Strehler. versprechende Junge von Salzwar, dass da stets alle dabei waburg aus – etwa Anna Netrebko ren: Herbert von Karajan, Dr. mit ihrer „Traviata“ oder ihrer Karl Böhm, Leonard Bernstein, Ein Blick zurück auf „Donna Anna“ – in die WeltkarRiccardo Muti, Claudio Abbado, 50 Jahre, ohne Zorn! riere starteten. Zubin Mehta, Lorin Maazel, späSalzburgs Festspiele waren Oscar Wilde mahnte einmal, ter Nikolaus Harnoncourt und für mich jedes Jahr als man sollte „sich nie erinnern“, es Mariss Jansons, unter den RegisKritiker wieder ein Ereignis. zeige nur „den Abstand, den man seuren Giorgio Strehler, Peter gewonnen“ habe. Stein, Claus Peymann, Otto Selbst wenn einmal Dennoch: Im Rückblick stanSchenk, um nur die wichtigsten etwas danebenging. den da nebeneinander überwältiNamen zu nennen. Und ich hatte gende neben bloß interessanten, das Glück, die meisten von ihnen Text: Karl-Heinz Roschitz aber auch enttäuschenden Einkennenzulernen. Etwa Giorgio drücken. Strehler, den Star, von dem alle schmunzelnd Sommer 1971: Da erlebte ich Giorgio Strehsagten: „Wo eine TV-Lampe aufleuchtet, ist solers 1965 herausgebrachte, für uns Junge unverfort der Strehler da.“ Mit ihm saß ich – wie auch gleichliche Inszenierung von Mozarts „Entfühmit Thomas Hampson, den Philharmonikern – rung aus dem Serail“ mit der Idealbesetzung meist im kleinen Kaffeepavillon, gegenüber Michael Heltau als Bassa Selim. Da startete der dem Bühneneingang des Festspielhauses. Wundamals 30-jährige Riccardo Muti bei Donizettis derbare Gespräche, bei denen ich über Oper „Don Pasquale“ in seine Weltkarriere, da stand und Theater, Dirigieren und Inszenieren viel Dr. Karl Böhm bei Mozarts „Così fan tutte“ und gelernt habe. Gelegentlich wurde der GlückszuAlban Bergs „Wozzeck“ am Pult – mit der granstand auch getrübt. Nicht nur durch danebengediosen 31-jährigen Anja Silja als Marie – und gangene Produktionen, die von der gesamten Herbert von Karajan bei dem von ihm inszenierKritik verrissen wurden. Als ich etwa die „Firma ten Verdi-„Otello“. Und erstmals sah ich Emilio Karajan“ in zwei Storys, „Das Geschäft drückt de Cavalieris „Rappresentatione di anima e di auf Niveau“ und „Das Geschäft verdirbt die
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Fotos:Picturedesk, Salzburger Festspiele Archiv
ERINNERUNGEN
Kunst“, attackierte, drohte Emil Jucker, damals allmächtiger Manager hinter Salzburgs Kulissen, zu klagen. Doch Karajan-Freund und Burgtheaterdirektor Professor Ernst Haeusserman glättete die Wogen und arrangierte, dass Karajan mich für einige Tage nach Berlin für eine Reportage holte. Wobei der Maestro am liebsten übers Fliegen und Segeln sprach. Schlimmer war ein Streit mit Dr. Otto Sertl, unter Karajan Generalsekretär der Festspiele, der zwischen 1979 und 1986 u. a. die Uraufführungen von Cerhas „Baal“, Berios „Un re in ascolto“ oder Pendereckis „Schwarzer Maske“ herausbrachte . In einer Auseinandersetzung mit einem Sänger hatte er diesen geohrfeigt. Die Wogen gingen hoch. In einer Kolumne nannte ich Sertl „Häuptling Lockere Hand“. Worüber viele lachten. Als ich Sertl später auf der Straße traf, zischte er mich an: „Die Watschen hätten Sie verdient.“ Festspiele und gesellschaftliches Leben! Sie gehören zusammen. Ein Treff, den keiner vergisst, war der Gasthof Zum weißen Schwanen, das Müllner Wirtshaus des „Krimpelstätters“ Günther Essl. Er bescherte hier allabendlich ein
ŷ Ein Kultstück, das viele den „neuen Jedermann“ nannten: Cavalieris „Rappresentatione“ 1968 bis 1973 . ỳ Kultfigur: Anna Netrebko als Violetta in „La traviata“.
„Festl“: mit Philharmonikerbläsern, Schauspielchef Peter Steins „Jedermann“-Tafel, jeder Menge Stars. Nach Essls Tod hat das Triangel diese Aufgabe übernommen, wo man auch Salzburgs Festspielintendant Markus Hinterhäuser zu spannenden Gesprächen treffen kann. Salzburger Festspiele – eine Flut von Eindrücken. Überwältigend schöne, komische, unangenehme. Da halte ich es statt mit Oscar Wilde doch lieber mit dem deutschen Dichter Jean Paul und seinem Satz: Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können . . .
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SALZBURGERLAND
Die schönsten
e l ie z s g u l f s u A Wer nach Salzburg zu den weltberühmten Festspielen kommt, sollte etwas mehr Zeit einplanen, um die Stadt und auch das Land rundum zu entdecken – es zahlt sich aus! In lediglich zwei Autostunden erreicht man fast jeden Punkt im SalzburgerLand. Es locken majestätische Berge, saftige Almen, idyllische Seen, einzigartige Erlebnisse und Top-Sehenswürdigkeiten! Text: Andrea Thomas
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GUT AIDERBICHL Henndorf am Wallersee ist idyllisch, ländlich ruhig, hier trifft man sich zum Wandern, Radfahren, Schwimmen, einfach zur Erholung oder um das Gut Aiderbichl, ein Paradies für alle Tierfreunde, zu besuchen. Der Gnadenhof, wo Tieren in Not geholfen wird, ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel nahe der Festspielstadt Salzburg. Die Botschaft von Michael Aufhauser, der 2001 das 1. „Tierparadies“ eröffnet hat, hat für den Tierschutz mehr Aufmerksamkeit erwirkt; viele Menschen stehen den Themen Tiertransporte, Pelzzucht, Artenschutz oder vernachlässigte Tiere kritischer gegenüber. www.gut-aiderbichl.com
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Fotos:SalzburgerLand Tourismus, Getty Images, Salzburger Seenland/Gut Aiderbichl, Eisriesenwelt GesmbH, Adobe Stock
SALZBURGERLAND
WERFEN Der alte Salzburger Markt Werfen liegt etwa 34 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt und wartet mit zwei überaus sehenswerten Attraktionen auf. Die eine – die 900 Jahre alte Burg Hohenwerfen – thront weithin sichtbar auf einem bewaldeten Felsen und macht ihrem Namen als Erlebnisburg alle Ehre. Im schattigen Wald führt der Weg nach oben, wer es bequemer bevorzugt, dem steht ein Personenaufzug zur Verfügung, durch den man in den oberen Burghof gelangt. Burgführung inklusive Waffenausstellung, Ritterladen und der historische Landesfalkenhof mit täglichen Flugvorführungen der Falken ergeben einen absoluten Besuchermagneten. www.burg-hohenwerfen.at
PONGAU Die andere – die Eisriesenwelt – erfordert eine gewisse Fitness, um sie für sich zu erschließen, braucht es doch eine gute Kondition, schließlich sind etwa 134 Höhenmeter während des Besuches zu überwinden, was in etwa dem Fußmarsch durch das Treppenhaus eines Hochhauses entspricht. Wer diese Mühen auf sich nimmt, wird mehr als belohnt, denn die größte Eishöhle der Welt mit ihren imposanten Eisgebilden ist ein ganz besonderer Ort, der laut dem renommierten britischen Natur- und Tierfilmer David Attenborough zu den 30 größten Naturwundern der Welt zählt. Ein unterirdischer Fluss schuf die Eisriesenwelt im Tertiär, 1879 wurde sie entdeckt. Nach Tausenden Jahren der Entstehung zeigt sich das eisige Höhlenlabyrinth in seiner ganzen kristallklaren Schönheit in 75-minütigen Führungen. Diese Top-Natur-Sehenswürdigkeit ist nur in den Sommermonaten zugänglich; warme Kleidung und festes Schuhwerk sind empfehlenswert. www.eisriesenwelt.at
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SALZBURGERLAND
STILLE-NACHT-KAPELLE OBERNDORF
Fotos:TBV Oberndorf/Hermeter, Salzburger Freilichtmuseum, hellbrunn.at, Großglockner Hochalpenstraßen AG
Das bekannteste Weihnachtslied der Welt erlebte seine Uraufführung im Jahr 1818 in der Oberndorfer Pfarrkirche. Heute erinnert die Gedächtniskapelle am Standort der alten Kirche an diese Melodie. Mehr über die Entstehungsgeschichte des Liedes erfahren Besucher gleich nebenan im „Stille Nacht und Heimatmuseum Oberndorf“. www.stillenacht.com
G UMGEBUN G R SALZBU FREILICHTMUSEUM SALZBURG 15 Kilometer südwestlich von Salzburg Stadt auf dem Gemeindegebiet von Großgmain, unweit der deutsch-österreichischen Grenze, finden Besucher eine Vielzahl an wiedererrichteten Originalbauten aus Landwirtschaft, Handwerk, ländlichem Gewerbe und Industrie, so zum Beispiel auch das Salettl, das im Frühjahr 1929 beim Jägerwirt in Kasern errichtet wurde. Im Freilichtmuseum wurde es zu einer Gaststätte adaptiert und der ehemalige Bierkeller zu einem Kellerstüberl umgebaut. Die alten Gebäude wurden im Gelände des Freilichtmuseums nach ihrer Herkunft geordnet, das heißt, es gibt auch hier Flachgau, Tennengau, Pongau, Lungau und Pinzgau. Auf etwa 50 Hektar Fläche verteilen sich die stummen Zeitzeugen – die Heustadl, Mühlen, stattlichen Höfe und sogar eine Kapelle stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Die Naturlandschaft mit Wiesen und Wäldern, idyllischen Lichtungen, schön gelegenen Teichen und plätschernden Bächlein bildet den Rahmen für das größte Museum des Salzburger Landes. www.freilichtmuseum.com
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GROSSGLOCKNER HOCHALPENSTRASSE SCHLOSS HELLBRUNN Ein schöner, etwa vier Kilometer langer Spaziergang entlang der Schlösser, die der Salzburger Adel an der Hellbrunner Allee errichtet hat, führt vom Zentrum in das von Fürsterzbischof Markus Sittikus erdachte Schloss Hellbrunn, das Anfang des 17. Jahrhunderts von Hofbaumeister Santino Solari geplant und gebaut wurde. Die weitläufigen Parkanlagen mit den herrlichen Wasserspielen zählen zu den bedeutendsten gartenarchitektonischen Denkmälern Österreichs. Mystische Grotten, wasserbetriebene Figuren und Spritzbrunnen machen den Besuch zu einem fantastischen Abenteuer. Schloss und Wasserspiele sind nur im Rahmen einer Führung zugänglich. www.hellbrunn.at
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In gut erreichbarer Nähe befindet sich auch die Großglockner Hochalpenstraße, die zu den großartigsten und landschaftlich eindrucksvollsten Hochgebirgsstraßen Europas zählt. Kurvenund aussichtsreich verbindet sie Salzburg mit Kärnten, ist eine Nord-Süd-Verkehrsverbindung über die Alpen. Sie beginnt in Bruck im Pinzgau und endet in Heiligenblut am Fuße des Großglockners, ist eine beispiellose Panoramafahrt, die viele landschaftliche Höhepunkte birgt, wie zum Beispiel bei gutem Wetter 37 Dreitausender (!) von der Edelweißspitze. Die 47,8 Kilometer lange Strecke ist vom Schneefall abhängig und normalerweise von Ende Oktober bis Anfang Mai gesperrt. www.grossglockner.at
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KRIMMLER WASSERFÄLLE
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LIECHTENSTEINKLAMM Eine der größten und imposantesten Felsschluchten der Alpen liegt in der Nähe von St. Johann im Pongau und trägt den Namen des Fürsten zu Liechtenstein, der 1876 durch eine Geldspende die Erschließung ermöglichte. Tosende Wasserfälle und reißende Wassermassen haben sich über Jahrtausende immer tiefer in den Berg geschnitten, bieten grandiose Ein- und Ausblicke. Die Felsen stehen stellenweise so eng, dass der Himmel nur noch als kleiner Streifen zu erkennen ist. Der Weg führt über begehbare Brücken, Stiegen und durch Tunnels etwa einen Kilometer durch die faszinierende Bergwelt, 2020 ist noch eine neue, imposant angelegte Treppenanlage mit dem Namen „Helix“ dazugekommen, die das alpine Naturschauspiel erlebbar macht. www.liechtensteinklamm.at
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Spektakuläre Naturschönheit erwartet Besucher auch bei den höchsten Wasserfällen Mitteleuropas. Vom Parkplatz führt ein Wanderweg hinauf bis zur obersten Fallstufe, immer wieder unterbrochen von Aussichtskanzeln. Gespeist von zwölf Gletschern, stürzt sich die Krimmler Arche über drei gewaltige Fallstufen 380 Meter in die Tiefe. Der ständige Sprühnebel soll einen positiven Heileffekt bei Atemwegserkrankungen ergeben, die hohe Luftfeuchtigkeit schafft ein günstiges Klima für seltene Moosarten, darunter das faszinierende Leuchtmoos, das über reflektierende Zellen verfügt und je nach Lichteinfall golden schimmert. Wer mehr Zeit hat, dem sei eine Wanderung durch die herrliche Bergwelt zum Krimmler Tauernhaus auf 1631 Meter Seehöhe empfohlen. Idealer Ausgangspunkt für alle Aktivitäten rund um die Krimmler Wasserfälle sind die modernen WasserWelten Krimmel. Dieses innovative Erlebniszentrum ist eine Kombination von Edutainment, sinnlichem Erleben und aktivem Mitmachen. www.wasserfaelle-krimml.at
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ERLEBNISSCHLUCHT SALZACHÖFEN
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Fotos:Picturedes, Tourismusverband St. Johann in Salzburg, Tourismusverband Golling, Salzwelten, Foto Sulzer, Salzburg Museum/Bianca Würger
Dort, wo die Salzach durch die nördlichen Kalkhochalpen zwischen Hagen- und Tennengebirge durchbricht, ist es nicht nur landschaftlich sehr schön – die Klamm ist teilweise sogar als Naturdenkmal ausgewiesen – hier finden Familien auch ein spannendes Erlebnisparadies vor. Bei einer Expedition erklären Ranger die Flora und Fauna, zeigen etwa eine Felskathedrale, die in Jahrtausenden durch die Wasserkraft geschliffen wurde. Mit dem 800 Meter langen Mega Flying Fox geht es rasant über die Schlucht, aber die Salzachöfen sind auch ein wahres Eldorado zum Canyoning. www.golling.info, www.erlebnisschlucht.at
HALLEIN In der uralten Salinen- und Keltenstadt wurde über Jahrtausende hinweg das „weiße Gold“ abgebaut. Ein Besuch ist aus mehrerlei Gründen lohnend: Die historische Altstadt steht unter Denkmalschutz, schmucke Bürgerhäuser in bunten Farben belegen den einstigen Reichtum. Auf dem Platz neben der Kirche wurde 1863 der Stadtpfarrer und Organist Franz Xaver Gruber bestattet, der Komponist von „Stille Nacht, heilige Nacht“. Im Ortsteil Dürrnberg befinden sich die Salzwelten Hallein, ein Schaubergwerk, in dem wirklichkeitsnah die alte Wirtschaftstradition der Salinen dokumentiert ist, sowie das Keltendorf Salina, in dem ein spannender Einblick in das Alltagsleben der prähistorischen Bergleute geboten wird. www.hallein.com, www.salzwelten.at, www.keltenmuseum.at
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ST. GILGEN
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Idyllisch am Wolfgangsee gelegen, punktet das Mozartdorf nicht nur mit der zauberhaften Lage am Wolfgangsee und Wassersport, sondern auch als Ausgangsort für Wanderungen am Zwölferhorn. Mozarts Mutter wurde hier geboren, seine Schwester Nannerl lebte mit ihrem Mann bis 1801 in der Gemeinde. Jahrzehntelang kam der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl auf Sommerfrische. Überhaupt ist das Salzkammergut, das sich die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich und die Steiermark teilen, eine überaus reizvolle Ferienregion zwischen Berg und See, fast schon ein Synonym für Österreich-Urlaub. www.salzkammergut.at www.wolfgangsee.salzkammergut.at
HANGAR-7 Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă Ă
In einer ehemaligen Wartungshalle am Salzburger Flughafen locken nun eine Ausstellung historischer Flugzeuge und ausgedienter Formel-1-Boliden, die Red-BullKonzernchef Dietrich Mateschitz sammelt und hier der Öffentlichkeit zugänglich macht. Neben dem Kunstraum
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gibt es ein Gourmetrestaurant mit einem einzigartigen Gastkoch-Konzept sowie eine Lounge-Bar. Unter der Leitung von Executive Chef Martin Klein und Patron Eckart Witzigmann werden im Monatsrhythmus die kreativsten und erfolgreichsten Spitzenköche der Welt nach Salzburg eingeladen, was kulinarische Abwechslung garantiert. Ein Gesamtkunstwerk für alle, die sich für Kunst, Kulinarik und Fliegerei interessieren! www.hangar-7.com
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Fotos:Salzkammergut Stmg., Picturedesk, Helge Kirchberger/Red Bull Hangar-7, Kitzsteinhorn, saalbach.com/Mirja Geh
KAPRUN/KITZSTEINHORN An die Anfänge des Ortes erinnert die Burg Kaprun, nun die größte Ruine des Pinzgaus. Das Bergbauerndorf erlebte mit dem Bau der Tauernkraftwerke 1955 einen enormen Aufschwung. Hoch über dem Tal entstand in der Nachkriegszeit eine Wunderwelt der Technik. Im Gebirge auf 2040 m Seehöhe wird Strom erzeugt, die beiden Hochgebirgsstauseen zwischen den Dreitausendergipfeln wirken fast wie Fjorde. Das Besucherzentrum „Erlebniswelt Strom und Eis“ informiert über die Geschichte des Wasserkraftwerks und über das einzigartige Naturphänomen Gletscher. Auch Führungen durch das Innere der Staumauer werden angeboten. Das Kitzsteinhorn ist aus vielen Perspektiven erlebbar: Natürlich vom Tal aus, zum Gletscher-Skifahren, auf der Plattform „Top of Salzburg“ mit einem Wahnsinns-Rundumblick, zusammen mit einem Ranger in der NationalparkGallery oder im Cinema 3000, wo eindrucksvolle Naturstimmungen und scheinbar grenzenlose Panoramabilder gezeigt werden. www.zellamsee-karprun.com www.verbund.com/tourismus www.kitzsteinhorn.at
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TIPP Mit der SalzburgerLand Card – ab sofort auch in digitaler Form – steht Gästen fast alles offen. Rund 180 Sehenswürdigkeiten, Burgen, Ausflugsziele, Museen, öffentliche Verkehrsmittel u. s. w. können mit der SalzburgerLand Card kostenlos besucht bzw. benutzt werden. Der neue Urlaubsplaner „Make my stay“ unterstützt bei der Planung. www.salzburgerlandcard.com
GOLDEN GATE BRÜCKE DER ALPEN & BAUMZIPFELWEG IN SAALBACH HINTERGLEMM
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Im Talschluss von Saalbach Hinterglemm befindet sich der höchstgelegene Wipfelwanderweg Europas. Der naturnahe Rundweg beginnt am Talschluss-Parkplatz und führt über zwei Kilometer durch Almen, Wiesen und Wälder. Mitten in den Baumkronen warten tolle Spielstationen rund um die Themen Geschicklichkeit, Wissen und Natur auf kleine und große Entdecker. Start des Baumzipfelweges ist die 200 Meter lange „Golden Gate Brücke der Alpen“, welche bis zu 42 Meter hoch ist und den Talschluss am Ursprung der Saalach überspannt. Der Hin- und Rückweg kann im Sommer auch mit dem Talschlusszug zurückgelegt werden. www.saalbach.com
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VERANSTALTUNGEN
13. JUNI 2021
OFFIZIELLE ALMSOMMERERÖFFNUNG IN DER ALMENWELT LOFER Die offizielle Landeseröffnung des Salzburger Almsommers wird auf der Kechtalm auf 1530 m Seehöhe in der Almenwelt Lofer gefeiert. Die Besucher erwartet eine geführte Wanderung und selbst gemachte Köstlichkeiten aus dem Salzburger Saalachtal, volksmusikalische Klänge, Themenwanderungen für Familien, Heilsames von der TEH Unken, heimisches Handwerk, Köstlichkeiten von der Confiserie Berger und eine geführte E-Bike-Tour. www.almsommer.com
25. JUNI BIS 26. AUGUST 2021:
FESTSPIELE BURG GOLLING Ganz nach dem Motto „Bewegungen“ steht bei den 20. Festspielen auf der Burg Golling auch heuer wieder eine gelungene Melange aus Kunst und Kulinarik auf dem Programm: Peter Simonischek, Brigitte Karner, Heinz Marecek, Patrick Hahn, Peter Havliceks Schrammeln, Tini Kainrath, Christoph Wagner-Trenkwitz, Karl Markovics, Florian Teichtmeister und Erwin Steinhauer sind nur einige der klangvollen Namen, die sich auf der Burg ein Stelldichein geben. www.festspielegolling.at
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VERANSTALTUNGEN
22. JULI BIS 31. AUGUST 2021:
SOMMER.FRISCHE.KUNST. IN BAD GASTEIN Das internationale Festival für zeitgenössische Kunst „sommer.frische.kunst.“ unter der Leitung von Andrea von Goetz schafft in Bad Gastein überraschende Begegnungen für alle Besucher. Im Kraftwerk am Wasserfall werden auf drei Etagen verschiedene künstlerische Positionen zu den Themen zeitgenössische Fotografie, Malerei und Zeichnung präsentiert. Vielfältige Ausstellungen können auf der Kaiser-Wilhelm-Promenade besucht werden. Ein Highlight ist die Ausstellung von Lars Eidinger, dem diesjährigen „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen, der im Hotel Astoria seine Fotografieund Video-Werke zeigt. www.artbadgastein.com
s s u n e g r u t l u K im Fotos:Salzburger Saalachtal Tourismus, SalzburgerLand Tourismus, Marc Stickler, Adobe Stock, Saalfelden Leogang Touristik GmbH/Fotograf Foto Jelinek, Widrich
SalzburgerLand Tolle Events abseits der Festspiele von der Mozartstadt bis ins Innergebirge 19. JULI BIS 2. JÄNNER 2022:
AUSSTELLUNG „ÜBERALL MUSIK!“ IM DOMQUARTIER SALZBURG Das DomQuartier widmet sich mit der Ausstellung „Überall Musik!“ der großen musikalischen Tradition Salzburgs, die untrennbar mit der Geschichte und den Räumen des Residenz- und Dombereichs verbunden ist. Glanzvolle Zeiten, illustre Gäste, prachtvolle Feste und bedeutende Premieren gab es schon unter den Fürsterzbischöfen. Deren Fest-Spiele fanden im 17. und 18. Jahrhundert z. B. in der Residenz, dem Dom und eigens dafür gebauten öffentlichen Plätzen statt. www.domquartier.at
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VERANSTALTUNGEN
24. JULI BIS 29. AUGUST 2021:
SIEMENS FEST>SPIEL>NÄCHTE Während der Festspielzeit heißt es täglich ab 18 Uhr bzw. 20 Uhr auf dem Kapitelplatz in der Salzburger Altstadt „Vorhang auf“ für die beliebten Siemens Fest>Spiel>Nächte. Auf dem Programm stehen Audiopräsentationen von Konzerten und Aufzeichnungen von Opernund „Jedermann“-Produktionen aus vergangenen Festspieljahren ebenso wie aktuelle Neuinszenierungen, darunter Live-Übertragungen von Premieren aus den Festspielhäusern. www.siemens.at/ festspielnaechte
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16. BIS 22. AUGUST 2021:
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INTERNATIONALES JAZZFESTIVAL SAALFELDEN
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Zeitgenössische, experimentelle und bekannte Saxofon-, Klavier- und Klarinetten-Töne erfüllen beim Internationalen Jazzfestival Saalfelden die Luft. Die Auswahl an Jazz-Stilrichtungen ist breit. Die Musiker treten sowohl indoor auf, zum Beispiel im Congress Haus, im Kunsthaus Nexus und in diversen anderen Locations der Stadt, als auch auf Open-Air-Bühnen: auf dem Stadtplatz, im Stadtpark und auf den umliegenden Almhütten. www.jazzsaalfelden.com
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21. AUGUST 2021:
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OFFIZIELLE BAUERNHERBSTERÖFFNUNG IN TAMSWEG IM SALZBURGER LUNGAU
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Der Salzburger Bauernherbst wird am 21. August 2021 feierlich mit großem Festumzug, Samsonfiguren, Handwerk und kulinarischen Lungauer Schmankerln eröffnet. Der Tamsweger Marktbereich wird an diesem Tag in eine große Bühne voller Musik, Tanz, Traditionen und Brauchtum verwandelt. Zudem findet im Heimatmuseum Tamsweg eine Sonderausstellung anlässlich des Jubiläums „300 Jahre Tamsweger Samson“ statt. www.bauernherbst.com
VERANSTALTUNGEN
26. SEPTEMBER BIS 19. OKTOBER 2021:
SALZBURGER KULTURTAGE
Fotos:Tourismus Salzburg/Foto Breitegger Günter, Manuel Treffer, Ferienregion Salzburger Lungau, Richard Schabetsberger, Picturedesk, Andreas Kolarik
21. BIS 26. SEPTEMBER 2021:
VERSTÖRUNGEN – EIN FEST FÜR THOMAS BERNHARD IN GOLDEGG
Jedes Jahr im Oktober veranstaltet die Salzburger Kulturvereinigung die Kulturtage und verbindet über den Zeitraum von 14 Tagen mehrere Kulturinstitutionen. Dieses Musikfestival scheut auch nicht zurück vor spannenden Mischungen oder vor ernsten Themen. So tanzen Hip-Hop-Tänzer zu den größten Musical-Hits am Broadway oder geben bekannte Schauspieler musikalisch unterlegte Lesungen. www.kulturvereinigung.com/de/ Konzerte/Salzburger-Kulturtage
Thomas Bernhard (1931–1989) zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern. Unter anderem wurde er 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Beim „Ein Fest für Thomas Bernhard“ im Hotel Der Seehof in Goldegg werden sich im kleinen Kreis großartige Autoren und Schauspieler ganz der Literatur widmen und dabei aus Bernhards Werken lesen und über ihn diskutieren. www.verstörungen.at
Aufgrund aktueller Covid19Maßnahmen kann es jederzeit zu Änderungen kommen.
14. BIS 17. OKTOBER 2021:
JAZZ & THE CITY Bei Jazz & The City wird ganz Salzburg zur Bühne: Aus jeder Ecke klingt Musik, auf dem Programm stehen Weltmusik, Jazz und elektronische Musik, internationale Größen ebenso wie Newcomer. Musiker und Musikbegeisterte ziehen durch Salzburgs Gassen und genießen die Mischung aus Musik, Kulinarik und den ungezwungenen Begegnungen. Als Bühnen dienen sowohl berühmte Bauten wie das Mozarteum, als auch Kirchen, Hotels oder Handwerksbetriebe. www.salzburgjazz.com
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AUSSTELLUNG
Jedermanns Juden S
chüler mit Trompeten rotten sich in der Altstadt zusammen. Ihr Ansinnen ist der lautstarke Protest. Gegen das jüdische Element und die neu bearbeitete Jedermann-Produktion, mit der soeben die ersten Salzburger Festspiele auf dem Domplatz eröffnet werden. Man schreibt den 22. August 1920. Die Polizei ist rasch zur Stelle und verhindert die Aktion. Es ist die Zwischenkriegszeit, die speziell in Salzburg zerrissen ist zwischen Katholizismus und Deutschnationalismus. Unter diesen Rahmenbedingungen finden die ersten Salzburger Festspiele als katholisch-neobarockes Spektakel statt. Getragen von den Gründervätern, dem jüdischen Visionär Max Reinhardt und dem jüdisch abstammenden Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal, der trotz seiner tiefen Verwurzelung in der katholischen Kultur zur Zielscheibe antisemitischer Angriffe wird. Ebenso wie der erste Jedermann-Darsteller Alexander Moissi, der kein Jude ist, dessen Name aber als hebräisch eingeordnet wird. Oder der Dirigent Bruno Walter, der als einer der wenigen jüdischen Künstler nach dem Krieg wieder bei den Salzburger Festspielen in Erscheinung tritt. Im Spannungsfeld von jüdischer Prägung, katholischer Tradition und antisemitischen Attacken spannt die Ausstellung den Bogen von der Gründung der Salzburger
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Den Spuren der Salzburger Festspiele kann man in diesem Sommer auch in Wien folgen: Das Jüdische Museum zeigt die Ausstellung „Jedermanns Juden“ u. a. mit noch nie gezeigten Objekten aus dem Nachlass von Max Reinhardt. Text: Elisabeth Patsios
Festspiele bis in die Nachkriegszeit. „Es war die Vision des brillanten Max Reinhardt, die Stadt als Kulisse zu verwenden. Eine geniale Idee, die auch hundert Jahre später genauso frisch geblieben ist“, sagt Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien. Ein spannendes Expo-
Szene aus dem „Jedermann“ im Jahr 1929: Alexander Moissi und Luis Rainer in seiner Paraderolle als „Tod“.
nat der Ausstellung ist für sie Reinhardts persönliches Reisegepäck. „Seine Koffer sind ein starkes Symbol für das Weggehen-Müssen.“ SALZBURG VERSUS BAYREUTH
Salzburg stand von Anfang an in Konkurrenz zu Bayreuth. Die weltoffene, süddeutschkatholische Note gegen den preußischen Protestantismus. „Es musste erst die Monarchie untergehen, bevor sie auf der Bühne wieder auferstehen konnte“, sagt Ausstellungskurator Marcus Patka. Die Kirche als Ort der Inszenierung hat man in katholisch-konservativen Kreisen schwer übelgenommen. Die Antisemiten reizte besonders, dass jüdische Künstler mit christlichen Themen Geschäfte machten. Wohlhabende Touristen der frühen 1920er-Jahre standen unter Generalverdacht, „jüdisch“ zu sein. Man sprach vom „verjudeten Fremdenverkehr“. Dazu kam die Diskrepanz, dass man zwar für die Bevölkerung spielen wollte, diese sich die teuren Eintrittskarten aber gar nicht leisten konnte. Mitte der 1920er-Jahre erweiterten Opern den Spielplan. Mozart in Salzburg gegen Wagner in Bayreuth. Salzburg war nun offizielle Kulturhochburg. In den 30er-Jahren florierten die Festspiele dann unter dem Stardirigenten Arturo Toscanini. Er hatte sich geweigert, in Bayreuth unter Hitler zu dirigieren, und wechselte nach Salzburg, wo man
Fotos:Archiv der Salzburger Festspiele/Ellinger
AUSSTELLUNG
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AUSSTELLUNG
die bis dahin geltende stille Übereinkunft brach, keine Wagner-Opern zu spielen. Nun hieß es: „Jetzt erst recht Wagner!“ Die Inszenierungen sorgten für ausverkaufte Vorstellungen vor internationalem Publikum. Die Gäste kokettierten mit lokalen Lebensgewohnheiten, trugen Dirndl und Lederhosen. Max Reinhardt hielt regelmäßig Hof auf seinem Schloss Leopoldskron. Das hatte Bayreuth nicht zu bieten. „Es war optisch mickrig im Vergleich zu Salzburg, und die Bayreuther Festspiele waren kein gesellschaftliches Event. Dort hat man die verstaubten Kulissen ewig nicht gewechselt“, sagt Patka. HITLER AN DER MACHT
Nach Hitlers Machtübernahme in Deutschland folgte ein Auftrittsverbot für jüdische Künstler. Es kam zu einem fliegenden Künstlerwechsel
» Es war die Vision des brillianten Max Reinhardt, die Stadt als Kulisse zu verwenden. Eine geniale Idee, die auch hundert Jahre später genauso frisch geblieben ist“, sagt Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien zwischen Salzburg und Bayreuth. Hitler verhängte zudem die 1000-Mark-Sperre mit dem Ziel, den Tourismus aus Deutschland zu stoppen und auch den Salzburger Festspielen massiv zu schaden. Ein Sprengsatz zerstörte im Frühjahr 1934 Teile des Festspiel-
Bruno Walter, Thomas Mann und Arturo Toscanini (o.). Max Reinhardt und seine Ehefrau Helene Thimig mit Bruder und Vater (li.): Szene aus „Der Diener zweier Herren“ 1926 (re.).
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hauses, kurze Zeit später warfen Nationalsozialisten einen Böller in das Foyer von Schloss Leopoldskron. Max Reinhardt suchte daraufhin einen neuen Lebensmittelpunkt. 1937 ging er für ein Theaterprojekt in die USA. Eine Rückkehr sollte ihm nicht mehr möglich sein.
Museumsdirektorin Danielle Spera, (li. o.) und der Kurator der Ausstellung, Marcus Patka. (o.).
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Szene aus „Das jüngste Gericht“, aufgeführt im Jahr 1932.
Nach dem Anschluss 1938 wurde Schloss Leopoldskron beschlagnahmt. Auch Bruno Walter und Arturo Toscanini emigrierten in die USA. Juden durften in Salzburg keine Trachten mehr tragen. Die Festspiele wurden im Handumdrehen „arisiert“. Die Na-
tionalsozialisten standen dabei vor einem Problem: Sie hatten die Salzburger Festspiele ideologisch bekämpft, mussten aber nun ihre Fortführung sichern. Jüdische und internationale Gäste gab es nicht mehr, stattdessen rollten Kraft-durch-Freude-Reisebusse an.
Fotos:Picturedesk, Sebastian Gansriegler, Archiv der Salzburger Festspiele/Ellinger
DIE NACHKRIEGSZEIT
Bereits im Herbst 1945 ließen die US-Besatzer die weltbekannten Salzburger Festspiele wieder auferstehen. So signalisierte man im Ausland ein funktionierendes, ziviles Leben dank amerikanischer Unterstützung. Doch latenter Antisemitismus brodelte allerorts. Ernst Lothar führte die Salzburger Festspiele von 1952-1958 fort. Es gab jedoch nicht mehr so viele jüdische Künstler. Die Überlebenden waren entweder ausgewandert, zu mutlos oder zu alt. Trotzdem versuchte man die Kultur neu zu etablieren und so die Nazikultur aus den Köpfen der Menschen verschwinden zu lassen. Ein Prozess, der sich nur langsam in Gang setz-
te. Was von den Anfängen der Salzburger Festspiele bis heute erhalten geblieben ist, beantwortet Danielle Spera: „Die Idee der Gründerväter, Salzburg auf die internationale Bühne zu heben und hier ein erstklassig besetztes Festival zu etablieren. Das zieht sich bis ins Heute. Das ist das Jüdische, das immer bleiben wird. Und daran gilt es zu erinnern.“
Theaterbild „Die grüne Flöte“ mit Maria Solveg, Katta Sterna, Albert Victor Blum und Tilly Losch 1925.
„Jedermanns Juden“, Juli-November 2021, Jüdisches Museum Wien
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INTERVIEW
Die Musik als Ausdruck der Menschlichkeit hat gelitten Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler im Gespräch mit Star-Dirigent Daniel Barenboim über ein schweres Jahr – und die große Kraft der Kunst.
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elga Rabl-Stadler: Daniel Barenboim, welchen Rückblick geben Sie uns von Ihrer Seite auf das Jahr 2020? Daniel Barenboim: Ich glaube, es war ein besonders schweres Jahr. Es gab noch nie ein weltweites Problem dieser Dimension. Selbst im 2. Weltkrieg gab es Orte, zu denen man fliehen konnte. Heute sind wir alle Sklaven dieser Pandemie. Man muss hier sehr verschiedene Probleme bedenken: Selbstverständlich muss der erste Gedanke der Gesundheit in
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der ganzen Welt und für alle Menschen gelten. Der zweite Gedanke muss den riesigen wirtschaftlichen Problemen gelten. Es gibt schrecklicherweise so viele Menschen, die die Pandemie wirtschaftlich in die Armut getrieben hat. Und drittens darf man nicht vergessen, dass uns alle diese Pandemie attackiert hat. Wir können nicht entspannt denken. Es hat eine große Nervosität alle unsere menschlichen und beruflichen Beziehungen weltweit ergriffen. Es gibt Menschen, die ängstlicher sind, an-
dere weniger. Aber wir stehen alle unter Druck. Helga Rabl-Stadler: Was ist die Rolle der Kultur in unserer Welt heute? Wie konnten Kunst und Kultur Kraft in dieser so kraftraubenden Zeit geben? Daniel Barenboim: Wir müssen einbekennen, dass wir in den letzten Jahren nicht vorwärts denkend mit Kunst und Kultur umgegangen sind. Die Bildung sowohl der jungen Musiker als auch des Publikums hat nachgelassen. Das muss man in aller Ehrlichkeit sagen. Die musikalische Ausbildung der jun-
Foto:Picturedesk
INTERVIEW
gen Musiker ist da. Sie werden Spezialisten, zum Beispiel wunderbare Geiger oder Oboisten, auf einem Instrument, aber die Ausbildung ihres Wissens, ihre Gesamtkultur wurde oft vernachlässigt. Wenn man aber Beethoven spielt, der besonders 2020 viel gespielt wurde, dann muss man wissen, wer Goethe war, wer Schiller war, und deren Ideen kennen, denn diese sind auch Inhalt seiner Musik. Die andere Seite ist das Publikum: ein Großteil des Publikums hat weniger musikalische Bildung
als früher. Arthur Rubinstein hat mir in den 1970er-Jahren gesagt, dass sein Publikum Anfang des 20. Jahrhunderts am Wochenende selber zu Hause am Klavier Chopin gespielt hat. Heute hätten sie bestenfalls Chopin-Walzer auf Platte. Das ist seither noch dramatischer geworden. Rabl-Stadler: Welche Rolle kann die Musik spielen, welche spielt sie heute noch? Barenboim: Musik als Ausdruck der Menschlichkeit hat gelitten, und dagegen müssen wir kämpfen. Der Mensch hat die
Möglichkeit, das Beste aus einer Situation wie zum Beispiel der Pandemie herauszuholen, aber auch das Schlechteste. Rabl-Stadler: Das heißt, dass die Menschen für sich und für andere Verantwortung übernehmen mussten? Barenboim: Ja, es geht um die Menschenrechte, aber es geht auch um die Menschenverantwortung, aber darüber spricht niemand. Die positive Haltung wäre: Ja, Corona attackiert uns alle, alle gleich, Frauen wie Männer, ältere wie junge Men-
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INTERVIEW
Daniel Barenboim ist bis dato in über 55 Jahren 87mal bei den Salzburger Festspielen aufgetreten.
Langjährige Freunde: Pianistin Martha Argerich und Daniel Barenboim sind in Salzburg schon oft zusammengetroffen.
schen, unabhängig von jedem Status. Die Folge daraus wäre: Wir müssen gemeinsam denken und agieren. Aber das ist sehr schwierig, weil das Gefühl für die Verantwortung füreinander verloren ging. Vielleicht haben wir die Politiker auch gezwungen, einen harten Kurs zu gehen, weil die Menschen von Anfang an nicht genug Verantwortungsbewusstsein gezeigt haben, wie man miteinander umgehen soll. Der Mensch ist generell ein Genie im Erfinden, aber dann weiß er nicht, was seine ethische Verantwortung dafür bedeutet; für das, was er entdeckt hat.
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Rabl-Stadler: Sind Sie optimistisch, dass die Menschen auch nach dem Lockdown Sehnsucht nach Live-Erlebnissen haben?Wie kommt die Kunst wieder auf die Bühne? Barenboim: Ich teile Ihre Sorge. Man darf aber nicht vergessen, dass Musik im Raum entsteht, das heißt live auf der Bühne mit Publikum. So haben wir die Musik genossen, viel gelernt von ihr. Es gibt keinen Ersatz für dieses Gemeinschafts-
Musik als Ausdruck der Menschlichkeit hat gelitten, und dagegen müssen wir kämpfen. Der Mensch hat die Möglichkeit, das Beste aus einer Situation wie zum Beispiel der Pandemie herauszuholen, aber auch das Schlechteste.
erlebnis. Streaming ist gut, ist wichtig, aber es ist kein Ersatz für Livekonzerte und LiveOpernaufführungen. Rabl-Stadler: Wie können wir die Politik davon überzeugen, dass Musik, dass Kunst und Kultur eine besondere Kraft für die Gesellschaft entwickeln? Barenboim: Ein Großteil der Politik ist nicht interessiert an Musik, das akzeptiere ich auch. Aber ein Politiker, der eine Rolle in der Gesellschaft spielt, muss die Musik, die Kunst, behandeln wie einen Schatz. Ob sie ihn persönlich interessiert, ist zweitrangig, aber die Musik ist wichtig für die Gesellschaft. Rabl-Stadler: Sie haben eine sehr politische Tat gesetzt, als sie 1999 das WEDO, das West-Eastern Divan Orchestra gegründet haben. Barenboim: Die Gründung des WEDO war kein politischer, sondern ein humanistischer Akt. Ich wollte zeigen, dass junge Menschen aus unterschiedlichen politischen Welten Kontakt haben und gemeinsam musizieren können. Ich bin von ganzem Herzen dankbar, wie sich das Orchester über 20 Jahre musikalisch entwickelt hat. Aber ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass es in der Region ein größeres Echo finden würde. Das ist leider nicht der Fall. Andernteils: Wir haben ungefähr gleich viele Menschen, die uns bewundern, in Palästina, Israel und in arabischen Ländern wie Menschen, die uns nicht akzeptieren. Das heißt, es muss etwas richtig sein an dem, was wir tun. Es ist nicht einseitig, es ist ein Projekt, das zeigt, dass Menschen, wenn sie es nur wollen, eine gemeinsame Sprache finden können.
INTERVIEW
Fotos:Picturedesk
Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler freut sich, dass Daniel Barenboim auch 2021 in Salzburg mit dabei ist.
Rabl-Stadler: Das West-Eastern Divan Orchestra ist jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Dieses Jahr wieder mit 2 Konzerten. Barenboim: Es ist für mich persönlich eine besondere Freude und Ehre, dass die Salzburger Festspiele uns so unterstützen und dass wir jährlich in Salzburg spielen können. Das ist mir sehr wichtig. Rabl-Stadler: Was schätzen Sie an Lahav Shani als jungem Dirigenten besonders, der in diesem Sommer mit dem WEDO sein Debüt in Salzburg geben wird? Barenboim: Er ist außergewöhnlich begabt und bereits Chef von zwei Orchestern, er macht seinen Weg, hat auch bereits bei der Mozartwoche dirigiert. Rabl-Stadler: Was geben Sie einem jungen Dirigenten in dieser turbulenten Zeit mit? Barenboim: Begabung allein genügt nicht: Partitur lesen ist schwieriger als ein Buch lesen. Wenn man einen Satz nicht
versteht, kann man ihn in einem Buch nochmals lesen. Der Dirigent muss verstehen, dass Begabung wie ein Garten ist, der Wasser braucht. Man muss in und mit der Musik denken, es reicht nicht, Hunderte von Konzerten zu spielen. Man muss im Kopf behalten, was in der Vergangenheit war, gleichzeitig in der Gegenwart bleiben, weil es das ist, was erklingt, und an die Zukunft denken; was passiert dynamisch, harmonisch, melodisch in den nächsten Takten? Rabl-Stadler: Wie entstanden die Programme der beiden Konzerte, die am 11. und 12. August in Salzburg zu hören sein werden? Barenboim: Michael Barenboim und Kian Soltani spielen am ersten Konzertabend das Doppelkonzert von Brahms. Sie treten solistisch wie auch als Musiker des WEDO auf. Die Symphonie von César Franck liebe ich, aber man hört sie sel-
ten, beginnen werden wir mit Beethovens „Prometheus-Ouvertüre“. Am zweiten Abend dirigiert Lahav Shani zwei Stücke des 20. Jahrhunderts, Bartóks „Divertimento“ und Prokofjews erste Symphonie. Und ich werde das Klavierkonzert Nr. 2 von Brahms spielen. Rabl-Stadler: Sie spielen gerne mit Familie und Freunden. Im Sommer wird Ihre musikalische Freundin Martha Argerich mit Renaud Capuçon in Salzburg auftreten, die im Juni ihren 80. Geburtstag feiern wird. Woher kennen sie einander eigentlich? Barenboim: Ich habe Martha 1949 im Haus des Herrn Rosenthal, eines österreichischstämmigen Juden, in Buenos Aires kennengelernt, der jeden Freitag zur Hausmusik geladen hat, und da habe ich mich musikalisch in sie verliebt. Sie repräsentiert nur das Beste von allem, was man sich vorstellen kann.
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SALZBURGER FESTSPIELE DOMPLATZ [D] HAUS FÜR MOZART
GROSSES FESTSPIELHAUS
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19. Così fan tutte 20.
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Jedermann
Wiener Philharmoniker Welser-Möst Don Giovanni
Jedermann 21:00 Jedermann • 18:00
Wiener Philharmoniker Welser-Möst Don Giovanni
Don Giovanni
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27. Tosca
15:00
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28. Wiener Philharmoniker Blomstedt SK Mutter · Orkis 29. Wiener Philharmoniker Blomstedt CL Flórez · Scalera Berliner Philharmoniker 1 Petrenko 30. Berliner Philharmoniker 2 Petrenko 31. Tosca
11:00 20:00 11:00 15:00 21:00 19:30 15:00
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KARTENBÜRO der SALZBURGER FESTSPIELE Postfach 140 · 5010 Salzburg T +43-662-8045-500 info@salzburgfestival.at
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21:00
War Requiem – City of Birmingham Symphony 19:00 Orchestra & Chorus Gražinytė-Tyla
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L’homme armé – The Tallis Scholars Phillips · Meta4 Officium defunctorum – Capella Reial · Hespèrion XXI Savall · Klangforum Wien Heras-Casado Lux aeterna – musicAeterna byzantina · musicAeterna Choir Currentzis Madrigali – Capella Reial · Concert des Nations Savall · Cantando Admont · Klangforum Wien Heras-Casado Quod est pax? – Neue Vocalsolisten · Bachchor Salzburg · SWR Symphonieorchester Pascal
Symphonie de Psaumes – Collegium Vocale Gent · [D] 21:00 Orchestre des Champs-Élysées Herreweghe 18:00 Inori — Le Balcon Pascal [D] 17:00 La lontananza – Kopatchinskaja · Richard Elektra • 20:00 [D] 17:00 Dies irae – Kopatchinskaja c-Moll-Messe – Pygmalion Choir & Orchestra Pichon [D] 21:00 c-Moll-Messe – Pygmalion Choir & Orchestra Pichon Elektra 20:00 [D] 17:00
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Elektra
Intolleranza 1960
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22:00 [SP] 19:00 [SP] 19:00
YSP Meisterklasse Martineau 20:00 Cantando Admont · Klangforum Wien Pomàrico (ZmF 3)
20:00
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Elektra
musicAeterna Orchestra & Choir 2 Currentzis
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Klangforum Wien Pomàrico (ZmF 1) KK Wiesner · Grubinger · Hinterhäuser (ZmF 2) ORF Radio-Symphonieorchester Wien Metzmacher
20:30
[U] 17:00 20:30
20:30 Neither — ORF Radio-Symphonieorchester Volkov (ZmF 4) YSP Meisterklasse Finley [U] 15:00
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Jedermann 19:00 Camerata 1 Gardiner
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21:00 Jedermann 19:30 Jedermann SK Levit 19:00 Jedermann Wiener Philharmoniker Thielemann 21:00 Jedermann [D] 17:00 musicAeterna 1 Currentzis 21:00 LA Goerne · Hinterhäuser 20:00 Wiener Philharmoniker Thielemann 19:30 SK R. Capuçon · Argerich 20:30 Don Giovanni 19:00 Il trionfo del Tempo … • 20:00 SK Sokolov 21:00 Così fan tutte • 19:00 CL Pluhar · L’Arpeggiata 20:00 Wiener Philharmoniker Nelsons 11:00 Don Giovanni 18:30 Wiener Philharmoniker Nelsons 11:00 Il trionfo del Tempo … 15:00 Jedermann [D] 21:00 Così fan tutte 19:30 LA Grigorian · Hinterhäuser 20:30 Don Giovanni 18:30 SK Volodos 20:00 West-Eastern Divan Orchestra 1 Barenboim 19:30 West-Eastern Divan Orchestra 2 Shani 20:30 Il trionfo del Tempo … 19:30 Jedermann [D] 17:00 Wiener Philharmoniker Muti 21:00 CL Yoncheva & Ensemble 19:30 SK Kissin 17:00 Il trionfo del Tempo … 15:00 Jedermann [D] 21:00 Wiener Philharmoniker Muti 11:00 Così fan tutte 16:00 LA Bernheim · Matheson 17:00 Wiener Philharmoniker Muti 21:00 SK Pollini 20:00 Il trionfo del Tempo … 19:00
Tosca 22. Blasmusikkonzert * La Damnation de Faust (konzertant) 23. SK Trifonov (ZmB 6) 24. Tosca 25. 26.
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KOLLEGIENKIRCHE UNIVERSITÄTSAULA [U] STIFTSKIRCHE ST. PETER [SP]
FELSENREITSCHULE SZENE SALZBURG [SZ]
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20:00 11:30 19:00 21:00 19:00
[D] 21:00 Elektra 20:00 20:00 Mitten wir im Leben sind – De Keersmaeker · Angelika-Prokopp-Sommerakademie der [SZ] 20:00 Wiener Philharmoniker Abschlusskonzert Rosas · Queyras (ZmB 5) 20:30 Intolleranza 1960 Mitten wir im Leben sind – De Keersmaeker · YSP Meisterklasse Baumgartner Camerata 2 Gardiner 17:00 Rosas · Queyras (ZmB 5) [SZ] 20:00 KK Grubinger · 20:00 The Percussive Planet Ensemble · Nigl Jedermann [D] 17:00 Elektra 20:00 Gustav Mahler Jugendorchester Honeck 20:00 LA/KK Gerhaher & Friends 19:00 Jedermann [D] 17:00 Intolleranza 1960 18:00 CL DiDonato · il pomo d’oro 21:00 SK Uchida
20:00 Elektra
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Intolleranza 1960
18:00
SHOP · KARTEN / TICKETS Hofstallgasse 1 · 5020 Salzburg Öffnungszeiten: ab 10. Mai 2021: MO – FR 9:30 –15:00 Uhr ab 1. Juli 2021: MO – SA 9:30 –17:00 Uhr ab 17. Juli 2021: täglich 9:30 – 20:00 Uhr
[U] 15:00/17:30 [U] 15:00
17. JULI — 31. AUGUST 2021 LANDESTHEATER PERNER-INSEL, HALLEIN [P]
STIFTUNG MOZARTEUM — GROSSER SAAL SA SO
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19. 20. Quatuor pour la fin du temps – KK Meta4 · Ibragimova · Widmann · C. Hagen · Lonquich 21. Passacaglia on DSCH – Levit 22.
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11:00 Richard the Kid & the King
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21. Mozart-Matinee Widmann
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28. YSP Abschlusskonzert – Mozarteumorchester Salzburg Kelly 8.
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Missa in tempore belli – Mozart-Matinee Minasi
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Gold!
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TiK Reinhardt I/1 16:00 Richard the Kid & the King [P] 19:00 TiK Reinhardt I/2 16:00 Richard the Kid & the King [P] 19:00 TiK Reinhardt I/3 16:00 16:00 LE Les Fleurs du Mal (Baudelaire) 20:00 TiK Reinhardt I/4 Bach Sonaten & Partiten – Zehetmair (ZmB 1) 19:30 Richard the Kid & the King [P] 19:00 Mozart-Matinee Manacorda 11:00 Richard the Kid & the King [P] 19:00 Mozart-Matinee Manacorda 11:00 KK Kremer · Dirvanauskaitė · G. Osokins 19:30 TiK Reinhardt II/1 16:00 Richard the Kid & the King [P] 19:00 TiK Reinhardt II/2 16:00 Richard the Kid & the King [P] 19:00 TiK Reinhardt II/3 16:00 16:00 Bach privat – Nigl · Richter (ZmB 2) 19:30 Richard the Kid & the King [P] 19:00 TiK Reinhardt II/4 RE Manifeste I [S] 18:30/20:30 Mozart-Matinee Bolton 11:00 YCA Award Concert Weekend 1 • 19:30 15:00 Das Bergwerk zu Falun Mozart-Matinee Bolton 11:00 RE Manifeste II 15:00 YCA Award Concert Weekend 2 [S] 18:30/20:30 YCA Award Concert Weekend 3 15:00 Das Bergwerk zu Falun 19:30 TiK Reinhardt III/1 16:00 TiK Reinhardt III/2 KK R. Capuçon & Friends 19:30 16:00 SK Schiff (ZmB 3) 19:30 Das Bergwerk zu Falun 19:30 TiK Reinhardt III/3 16:00 20:00 TiK Reinhardt III/4 KK Kopatchinskaja & Friends 19:30 LE Maria Stuart (Zweig) 16:00 TiK Thimig I/1 · I/2 16:00/18:00 Das Bergwerk zu Falun 19:30 TiK Thimig I/3 · I/4 16:00/18:00 Mozart-Matinee Manze 11:00 Maria Stuart • [P] 19:30 Mozart-Matinee Manze 11:00 LE Die Bergwerke zu Falun (Hoffmann) 20:00 LA Finley · Drake 19:30 Maria Stuart [P] 19:30 TiK Reinhardt IV/1 16:00 16:00 KK Faust · Schreiber · Tamestit · Queyras · Melnikov 19:30 Das Bergwerk zu Falun 19:30 TiK Reinhardt IV/2 TiK Reinhardt IV/3 16:00/18:00 Brandenburgische Konzerte – Freiburger Barockorchester · von der Goltz · Bezuidenhout (ZmB 4) 19:30 Maria Stuart [P] 19:30 Das Bergwerk zu Falun 19:30 TiK Reinhardt IV/4 16:00 TiK Thimig II/1 16:00 TiK Thimig II/2 18:00 KK Wiener Philharmoniker 19:30 Maria Stuart [P] 19:30
Premiere Zeit mit FELDMAN Zeit mit BACH Young Singers Project Young Conductors Award Kammerkonzert Solistenkonzert
Gold! Gold!
Das Bergwerk zu Falun
TiK Thimig II/3 19:30 TiK Thimig II/4
Maria Stuart Maria Stuart
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Oper für Kinder · Vom Stern … • [U] 15:00 Abschluss Jedermann-Camp [SZ] 16:00 Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 15:00
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Abschluss Così fan tutte-Camp [MS] 16:00 schräg/strich
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Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 15:00 schräg/strich 15:00 Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 15:00 Abschluss Intolleranza-Camp [MS] 16:00 Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 15:00 schräg/strich 15:00 Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 15:00
16:00 Abschluss Tosca-Camp [ARGEkultur] 15:00/17:00 18:00 Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 15:00 schräg/strich 15:00
18:00 Oper für Kinder · Vom Stern … [U] 17:00
CL LA LE RE TiK
Canto lirico Liederabend Lesung Schauspiel-Recherchen Theater im Kino Karten über daskino.at T +43-662-87 31 00-15
* Mit jungen Blasmusiktalenten unter Mitwirkung der Wiener Philharmoniker Karten: www.ticket.re-creation.at
Stand: 6. Mai 2021
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BÜHNE IM SALZBURG MUSEUM SZENE SALZBURG [SZ] · MAX SCHLERETH SAAL [MS] der UNI MOZARTEUM · UNIVERSITÄTSAULA [U]
DAS KINO · SOLITÄR [S] der UNI MOZARTEUM
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KRONE SALZBURGER FESTSPIELE
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GEWINNSPIEL
in Gastein Gewinnen Sie eine Auszeit der besonderen Art diesem Sommer sind die Wälder in Gastein nicht nur wohltuender Rückzugsort in der heißen Jahreszeit, sie wirken auch als einzigartige Kulisse ganz besonderer musikalischer Veranstaltungen. In allen drei Orten des Tales werden von Musikern der Philharmonie Salzburg Waldkonzerte aufgeführt. Die Veranstaltungen finden unter dem Titel „Wald:Klassik“ statt und werden als Matinee inszeniert.Das Ensemble ist dabei bewusst klein gehalten, es umfasst maximal sechs Musiker. Anspruchsvoller Musikgenuss und eine belebende Atmosphäre stehen beim Konzert-Erlebnis im Vordergrund. Die Wald:Klassik besticht aber auch durch den exklusiven Rahmen, höchstens 30–40 Personen sollen zwischen den Bäumen Platz finden.
In
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GEWINNSPIEL Wir verlosen eine ganz besonders stimmungsvolle Auszeit in Gastein: Gewinnen Sie einen Aufenthalt für 2 Personen inklusive zwei Übernachtungen mit Halbpension, den Besuch eines Wald:Klassik- Konzerts sowie einen einmaligen Eintritt in die Alpentherme Bad Hofgastein oder Felsentherme Bad Gastein. Alle genauen Infos zum Gewinnspiel unter www.krone.at/gewinnspiel Die Termine für die Konzerte sind aufgrund der aktuellen CoronaLage noch nicht endgültig fixiert – finden aber jeweils an einem Donnerstag statt. Der genaue Termin des Aufenthalts wird dann mit dem Gewinner direkt vereinbart.
Einsendeschluss ist der 8. 7. 2021, 12 Uhr, der Gewinner wird aus sämtlichen bis zum Einsendeschluss eingelangten Einsendungen ermittelt und schriftlich per Mail verständigt. Eine Barablöse ist nicht möglich. Mindestalter 18 Jahre, mit Wohnsitz in Österreich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahme nur für Verbraucher im Sinn des KSchG.
Fotos: Gasteinertal Tourismus Gmbh/Marktl Photography
Wald:Klassik
DAFÜR LEBEN WIR.
SOMMER IM SALZBURGERLAND. SOMMER.SALZBURGERLAND.COM | #SALZBURGERLAND