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Interview Prof Eugenio Pedullà: Endodontic files: parameters for selection and reuse (DE)

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IM FOKUS

Endodontische Feilen: Kriterien für die Auswahl und Wiederverwendung Eugenio Pedullà, Mitentwickler eines neuen endodontischen Feilensystems, plädiert für die Verwendung von flexiblen, vorbiegbaren Instrumenten und gibt Empfehlungen für die Wiederverwendung der Feilen In den letzten Jahren ist das Angebot an Instrumenten zur Wurzelkanalaufbereitung stetig gewachsen, sodass sich die Auswahl welches Instrument für den jeweiligen klinischen Fall am besten geeignet ist, zunehmend schwierig gestaltet. „Selbstverständlich sind nicht alle endodontischen Feilen gleich“, erklärt Eugenio Pedullà, Associate Professor an der italienischen Universität Catania, der an der Entwicklung eines neuen Systems für HyFlex EDM Endo-Feilen von COLTENE beteiligt war. „Wir sind jetzt bei der siebten Generation von Endodontie Instrumenten aus Titan angelangt, wie in einer kürzlich erschienenen Übersichtsarbeit in der Zeitschrift der Europäischen Gesellschaft für Endodontie berichtet wurde." Für Zahnärzte ist es unerlässlich, dass sie bestenfalls alle, zumindest aber die wichtigsten Möglichkeiten und Eigenschaften dieser Feilen kennen, damit sie das gewählte Instrument fachgerecht und optimal einsetzen können.“

Herr Professor Pedullà, welche Kriterien sind bei der Auswahl von endodontischen Feilen zu beachten?

Es gibt viele Faktoren, die die Eigenschaften, insbesondere die mechanischen, von endodontischen Nickel-Titan-Instrumenten beeinflussen. Die beiden wichtigsten Faktoren sind dabei die Abmessungen des Instruments (insbesondere der Taper) und die Wärmebehandlung der NiTi-Legierung. Diese beiden Parameter haben einen erheblichen Einfluss auf die Flexibilität von endodontischen Instrumenten. Ein wärmebehandeltes NiTi-Instrument weist eine höhere Flexibilität auf als ein nicht wärmebehandeltes NiTi-Instrument. Wie hoch die Flexibilität ist, hängt wiederum von der Art der Wärmebehandlung ab. Laut Fachliteratur wird durch die Controlled Memory- (CM = Kontrolliertes Gedächtnis) Wärmebehandlung die größte Flexibilität erzielt. Für die Abmessungen gilt: Je kleiner die Feilen, desto flexibler sind sie, was auf den geringeren Metallanteil zurückzuführen ist. Von den beiden Hauptparametern für die Abmessungen von endodontischen Feilen, dem Spitzendurchmesser und dem Taper hat letzterer den größten Einfluss, da er sich auf die Größe des gesamten Arbeitsteils der Feile und nicht nur auf ihre Spitze auswirkt. Aus diesem Grund ist ein Instrument mit ISO 30.04 flexibler als ein identisches Instrument mit ISO 25.06.

Welche Materialien wurden in der Vergangenheit verwendet?

Eugenio Pedullà

AUSWAHLKRITERIEN FÜR ENDODONTISCHE FEILEN • Vorzugsweise flexible oder vorbiegbare Instrumente bei Fällen mit gekrümmter Kanalanatomie und ein etwas weniger flexibles Instrument sowie ein zumindest leicht vorbiegbares Instrument für engere Kanäle. • In jedem Fall sollten vorbiegbare Instrumente bereitgehalten werden, und sei es nur, um den Zugang bei komplexer Anatomie oder eingeschränkter Mundöffnung zu erleichtern. • Die Kronenverlängerung ist stets frühzeitig durchzuführen (in geeigneter Technik, d.h. ohne eine Verlängerung über die ersten 5 mm hinaus und mit einer etwas geringeren Zugangsgröße als am Ende der Aufbereitung), und die Gleitpfaderstellung sollte vor der eigentlichen, mit größeren NiTiInstrumenten durchgeführten Kanalausformung erfolgen. • Anstreben einer konservativen Formgebung mit einer Feile mit .04 Taper, wobei die Spitzengröße bei Abschluss der Aufbereitung mindestens ISO 30 betragen sollte. Darüber hinaus ermöglicht die Verwendung eines wärmebehandelten CM-Instruments mit .04 Taper ein reibungsloseres und komfortableres apikales Vordringen. • Wenn möglich, sollten die Feilen eines Endodontie-Systems wiederverwendet werden; unter Berücksichtigung verschiedener Variablen empfehle ich im Allgemeinen die Wiederverwendung von Feilen (vorher auf Unversehrtheit und Verformung prüfen) für höchstens zwei Molaren (ca. 6 Wurzelkanäle) bzw. gegebenenfalls nur für einen Molaren (3 bis 4 Wurzelkanäle), insbesondere bei dünneren Instrumenten wie Gleitpfadfeilen.

Lange Zeit wurden für die Wurzelkanalaufbereitung Stahlinstrumente eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein äußerst steifes Metall, das der oftmals gekrümmten Kanalanatomie nur schwer folgen konnte, was häufig zu einer Verlagerung des Kanalzentrums geführt hat. Mit der Einführung von NiTi in den 1990er-Jahren standen Instrumente mit größeren Abmessungen aber hoher Flexibilität zur Verfügung, die sich besser an die ursprüngliche Anatomie anpassten und es gleichzeitig ermöglichten, mit einer geringeren Anzahl von Instrumenten eine adäquate dimensionale Aufbereitung zu erzielen, was die endodontische Behandlung insgesamt beschleunigte. Die ca. 2007 eingeführte NiTi-Wärmebehandlung verbesserte die Flexibilität der endodontischen Instrumente und ermöglichte eine bessere Anpassung an die Wurzelkanalanatomie. Interview Prof. Eugenio Pedullà,Dental Journal Italia, 01. Juli 2024 (File endodontici, parametri per la scelta e per il riutilizzo (dentaljournal.it)


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