Nr.19 | Februar 2017
Magazin fĂźr Gesellschaft. Lifestyle. Politik.
Zum Mitnehmen
kinder muss man schĂźtzen. vor gewalt. vor armut.
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AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
unterstützen sie den kinderschutzbund coburg mit einer spende. Sparkasse Coburg-Lichtenfels Konto 17566 BLZ 783 500 00 IBAN: DE41 7835 0000 0000 0175 66 BIC: BYLADEM1COB) AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
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INHALT
AUSGABE 19. FEBRUAR 2017 8 10 12 72 73 74 78 80 81 82
BENEDIKT DELLERT SEBASTIAN BUFF
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DREIGESTIRN STADTGESPRÄCH DER HOFBERICHT BUCHEMPFEHLUNG THEATERVORSCHAU SCHATZSUCHE IN EIGENER SACHE MONACO FRANKE AUF EIN WORT DAS LETZTE
ÄRZTEPFUSCH Geld heilt keine Wunden
COBURG VON OBEN 20 Was das ZDF so möglich macht JETZT KANN MARTIN KOMMEN
WOLFRAM HEGEN
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WOLFRAM HEGEN
POSTFAKTISCH 28 Ein großer Irrtum
WOLFRAM HEGEN
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HEIDI SCHULZ-SCHEIDT VAL THOERMER WOLFRAM HEGEN SEBASTIAN RÜGER WOLFRAM HEGEN
Vorschau auf die Landesausstellung
SONDERTHEMA WISSEN Fakten Fakten Fakten
HIER WOHNTE … 42 … Coburgs erster Immobilienspekulant MULTITALENT 46 Robin Höhn im Portrait ABENDESSEN IM COPYSHOP? 50 Foodprinter – Die Revolution der Nahrungsmittelindustrie
BENEDIKT DELLERT
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BENEDIKT DELLERT SEBASTIAN BUFF
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WOLFRAM HEGEN
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ULRIKE ANNUSZIES
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FERNWEH Der seltsame Schmerz
BILLARD Die stärkste Liga der Welt in Coburg
LOSLASSEN VOM JOB Das Beispiel Bernd Gehrlicher
GALERIE Models im Winter
TITEL-ILLUSTRATION. „Coburg aus dem All“
einheuser.ardis&friends
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AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
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INHALT
14 ÄRZTEPFUSCH Geld heilt keine Wunden
62 LOSLASSEN VOM JOB Das Beispiel Bernd Gehrlicher
34 SONDERTHEMA WISSEN Fakten Fakten Fakten
28 POSTFAKTISCH Ein großer Irrtum
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AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
INHALT
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BILLARD Die stärkste Liga der Welt in Coburg
EDITORIAL
WOLFRAM HEGEN Der COBURGER geht mit dieser Ausgabe in sein fünftes Jahr. Ist das schon ein Jubiläum? Nein. Ein runder Geburtstag? Auch nicht. Ein Grund, ein wenig stolz zu sein? Ja. Aber nur ganz kurz ... reicht. Vor allem nämlich ist das fünfte Jahr Anlass, sich weiterzuentwickeln. So setzen wir ab dieser Ausgabe immer einen kleinen Schwerpunkt. Ein Thema der Zeit, über das es sich zu diskutieren lohnt. Auf der Basis von Fakten.
So widmen wir den ersten Schwerpunkt dem Thema „Wissen“. Aktuelle Erkenntnisse, eine Infografik, weiterführende Informationen kompakt zusammengefasst in der Mitte dieses COBURGERs. Und einen Leitartikel zu einem angeblich so neuen Phänomen, das mit dem unsäglichen Adjektiv „postfaktisch“ beschrieben wird, was impliziert, dass es schon einmal anders war. Unsinn. Auch der Monaco Franke, unser grantelnder Exilfranke, schimpft. Alles das in diesem Magazin. Und Weiterführendes zum Thema „Wissen“ auf unserer Homepage www.coburger-magazin.de. In Zukunft auch gerne mit Ihrer Meinung zum Thema. Daneben stellen wir Ihnen Menschen aus der Region vor, wie das Multitalent Robin Höhn oder den „Loslasser“ Bernd Gehrlicher, staunen über kugelrunden Spitzensport aus Coburg, fragen uns, ob wir kleingeistig sind, weil wir uns ein gedrucktes Steak nicht vorstellen wollen, oder/und übermäßig schmerzempfindlich, weil wir im nordbayerischen Winter 2017 an Fernweh leiden. Und wir freuen uns auf ein Jahr crossmediale Schatzsuche mit iTV Coburg, auf lustige Cartoons, Witze, Klatsch und Tratsch und tolle Fotos – wie die kleinen Kinder. Wir werden ja auch erst fünf… So, jetzt sind Sie dran.
O P T I K M Ü L L E R | Meine Nummer eins für Auge und Ohr.
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DREIGESTIRN
DREIGESTIRN Kultur, Sport, Konzert, Kabarett, Vorträge. Viele Events buhlen um die Gunst ihrer Gäste. Da verliert man leicht den Überblick: Wo lohnt es sich wirklich hinzugehen? Was sind ganz besondere Veranstaltungen? Was sollte man sich nicht entgehen lassen?
Die Redaktion vom COBURGER empfiehlt daher in jeder Ausgabe DREI Events für die nächsten Wochen, die man – unserer Meinung nach – auf jeden Fall besuchen sollte, wenn man Tickets bekommt.
LET’S GROOVE TONIGHT
FAVO FEAT. SANDER DE WINNE
Sopransaxofonist Volker Schlott und Bassklarinettist Falk Breitkreuz betreiben unter dem Namen FAVO die kleinste, aber voll funktionsfähige Groove-Einheit Berlins. Die Absolventen der renommierten Musikhochschule Hanns Eisler und gefragten Mitmusiker von Prominenten wie Mikis Theodorakis, Chaka Kahn oder Udo Lindenberg sind erprobt in ernsthaften Musik-Formationen von Big Band bis Symphonieorchester. Durch den jungen Mann aus Belgien wird ihr Sound komplett: Sander de Winne studierte an den Konservatorien Gent, Antwerpen und dem renommierten Jazz-Institut Berlin. Mit seinem warmen Baritonklang, seiner stimmlichen Flexibilität und großen künstlerischen Bandbreite kann er ohne Zweifel zu den aufsteigenden Talenten der Jazz-und Improszene gezählt werden. Transparenter kammermusikalischer Sound mit unglaublicher Wirkung. Im Programm haben sie u.a. Bearbeitungen von Piazolla, Beatles sowie eigene Kompositionen.
Wann Wo Wie: Sonntag, 12.März 2017 um 18 Uhr, Leise am Markt Tickets 20,- €; Karten telefonisch unter 09561/ 90856 www.leise-am-markt.de/anfrage/kartenreservierung oder per E-Mail: kultur@leise-am-markt.de
Quelle: www.facebook.com/events/356713281376455/
Wer bei der Museumsnacht im vergangenen Jahr war, der weiß, warum wir FAVO empfehlen. Das war Exstase pur, lässig, treibend, groovig, und von einer unglaublichen Qualität. Schön, dass sie schon wieder in Coburg zu Gast sind. Am Sonntag, den 12. März 2017 um 18 Uhr bei Leise am Markt in der Herrngasse.
ZWISCHEN DEN WELTEN RHAPSODY THREE
Drei Echo-Klassik Awards, zwei charmante Damen, eine Geige von Antonio Stradivari, ein Flügel und ein Baritonsaxophonist – das ist die erfrischende Rezeptur für dieses umwerfende Kammermusikformat. Margarita Oganesjan, Rebekka Hartmann und Markus Maier sind anerkannte Solisten und Kammermusiker in ihren angestammten Genres. Hier bieten die drei Musiker mit Spielfreude und enthusiastischem Zusammenspiel neuartige Klänge in außergewöhnlicher Instrumentenkombination. Die mitreißende Fassung von George Gershwins „Rhapsody in Blue“ bildet einen reizvollen Kontrast zu Kompositionen aus der Türkei und Armenien. Lassen Sie sich überraschen und schenken Sie dem Motto „Rhapsody Three“ augenzwinkerndes Vertrauen.
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Wann Wo Wie: Montag, 3. April 2017 um 20 Uhr im Foyer der HUK-Coburg Willi-Hussong-Straße 2 (Bertelsdorfer Höhe) Tickets 20,- €, Buchhandlung Riemann am Markt www.verein-coburg.de
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Quelle: www.shutterstock.de
Seit 140 Jahren sorgt „Der Verein e.V. Coburg“ immer wieder für besondere kulturelle Höhepunkte in Coburg. So auch in diesem Jahr. Zum Beispiel Anfang April, wenn drei ganz besondere Meister ihrer Instrumente in das Foyer der HUK-Coburg auf die Bertelsdorfer Höhe kommen:
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FÜR DIE BÜHNEN DER WELT
TIPPS DER ANDEREN ART
BRÜCKNERS THEATERKULISSEN
Exportschlager aus Coburg: Sind das nicht Autoteile, Maschinen, Versicherungsverträge? Ja, aber schon lange vorher sorgten Coburger schon dafür, dass Theaterstücke und Opern auf der ganzen Welt einen prächtigen Rahmen bekommen: Die Theaterfamilie Brückner aus Coburg nämlich war jahrzehntelang weltberühmt. Jetzt würdigt eine Ausstellung das Schaffen der Brückners. Mit einem Schwerpunkt auf Parsifal-Bühnenbildern.
09.03.2017 MÜNCHNER HOFBRÄU, COBURG
FRANK FISCHER „GEWÖHNLICH SEIN KANN JEDER“
„Sachsen-Coburg-Gotha lieferte nicht nur die meisten Medaillen für Kunst und Wissenschaft (…), sondern auch die besten und künstlerisch wertvollsten Theaterdekorationen in ganz Deutschland, ja vielleicht in ganz Europa.“ Dieses Zitat aus dem Jahr 1892 verdeutlicht wohl am ehesten, welchen Rang die Theatermalerfamilie Brückner für Coburg und weit darüber hinaus hatte. Dabei zeichnen sich die von heroischen Landschaften geprägten Entwürfe für Theaterkulissen durch eine realistische Naturwiedergabe aus. Gerade diese Eigenschaft veranlasste nicht nur Herzog Georg II. von Meiningen dazu, die Brüder zu engagieren, sondern auch Richard Wagner, der sie für die Ausfertigung von Theaterkulissen für den Ring des Nibelungen im Jahr 1876 beschäftigte. Auch an der Inszenierung des Parsifal im Jahr 1882 war die Werkstatt Brückner beteiligt. Parsifal – das letzte Meisterwerk Wagners – wird im Zeitraum vom 09. April bis 25. Juni 2017 im Landestheater Coburg gezeigt. Dies nehmen sich das Coburger Puppenmuseum und die Städtischen Sammlungen zum Anlass, bisher noch nicht gezeigte und bereits bekannte Arbeiten der Werkstatt Brückner auszustellen. Dabei soll ein Aspekt auf den Parsifal–Bühnenbildern liegen. Aber auch der Herstellungs- und Entwicklungsprozess der Kulissen vom Kleinen ins Große – vom Papiertheater bis hin zum Gemälde – soll verdeutlicht werden.
Stand-Up Comedy im Rahmen von Coburg lacht
06.04.2017 MÜNCHNER HOFBRÄU, COBURG 07.04.2017 PÖRTNERHOF, SESSLACH
BADEMEISTER SCHALUPPKE „10 JAHRE UNTERM ZEHNER“
Comedy nicht nur für Wasserratten im Rahmen von Coburg lacht
29.04.2017 KONGRESSHAUS, COBURG
DER TOD „HAPPY ENDSTATION – EIN LAST-MINUTE-REISEFÜHRER“
Death Comedy, regional bekannt durch die Coburger Comedy Gala Endlich! Der Tod kommt nach Coburg Er wurde mehrfach ausgezeichnet, hat ein eigenes Buch geschrieben, eine DVD veröffentlicht und kommt jetzt ins Kongresshaus Rosengarten nach Coburg: Der Tod! In der Vestestadt ist der Sensenmann mit der einprägsamen Stimme nicht zum ersten Mal. Bereits bei der Comedy-Gala hat er das Publikum begeistert.
Wann Wo Wie: Eröffnung im Coburger Puppenmuseum in der Rückertstraße Sonntag, den 26. März 2017 von 13 bis 16 Uhr Ausstellung geöffnet bis Sonntag, den 25. Juni Tickets Erwachsene 4,- €; Kinder 1,50 € Wenn Sie sich von unserer Auswahl nicht angesprochen oder Sie sich mit drei Veranstaltungen in knapp zwei Monaten bei weitem nicht ausgelastet fühlen, wofür wir natürlich vollstes Verständnis haben, dann gibt es unter folgenden Seiten viele hundert weiterer Events. ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶
www.coburg.de/veranstaltungen www.landestheater-coburg.de www.coburg-kongress.de/de/besucher/veranstaltungskalender www.leise-am-markt.de www.gocoburg.de/veranstaltungen www.huk-coburg-arena.de/veranstaltungen u.v.m.
Viel Freude beim sinnvollen Verbringen Ihrer Freizeit.
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Quelle: www.wikipedia.de
Guten Tag Herr Tod. Wie spricht man Sie eigentlich am besten an? Darf man den Tod duzen? Wir können uns ruhig duzen. Wir sehen uns ja eh nochmal wieder. Dann haben wir Förmlichkeiten bereits hinter uns. Du hast eine außergewöhnliche Stimme. Wie bekommt man die? Diese hohe süße Stimme habe ich mir für meine Image-Kampagne auf der Bühne zugelegt. Es wäre sicher kontraproduktiv, wenn ich mit dunkler Gruselstimme, die das Blut in den Adern gefrieren lässt, dem Publikum erkläre, dass ich ja doch eigentlich ein netter Kerl bin. Das würde nicht funktionieren. Man lockt Mäuse ja auch mit Käse. Und nicht mit Katzen. In Coburg warst du bereits. Wie würdest du das Publikum beschreiben? Ja, ich wurde bereits zweimal bei der Comedy-Gala eingeladen und war jedes Mal wieder überrascht wieviele begeisterungsfähige Seelen hier Stimmung bis zum Umfallen machen können. Eine Mordsgaudi und ich freue mich, dass es zumindest mit meinem zweiten Solo-Programm mit einem Termin geklappt hat.
Karten zu den Events gibt es an allen bekannten VVK-Stellen oder online unter www.eventim.de, www.reservix.de oder www.okticket.de Veranstalter www.agentur-streckenbach.de / Tel.: 09562-7844025
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STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH... VOLL DRAUF Der vor über 25 Jahren verstorbene „Meister der politischen Ordnungswidrigkeit“ Herbert Wehner macht Schule im Coburger Stadtrat, wenn auch auf einem kleinerer Flamme. Einen Satz, der sich anhörte wie „Halt die Fresse“, soll ein Stadtratsmitglied einem anderen entgegengeschleudert haben, als das um etwas Ruhe bei einem eigenen Redebeitrag gebeten hatte. Auch sonst rumort es kräftig hinter den Mauern des Rathauses. Es muss mehr Geld in die Kassen, um neben den laufenden Verwaltungskosten auch die vielen mittelfristigen Projekte wie Landestheater oder Bildungshaus stemmen zu können. Ob da eine Straßenausbaubeitragssatzung hilfreich ist? Die würde Anlieger bei Baumaßnahmen anteilig zur Kasse bitten – populär ist das nicht: Eine solche Satzung hat schon dem früheren Weitramsdorfer Bürgermeister Gunsenheimer das politische Kreuz gebrochen.
©Peter Einheuser
VOLLE AUSWAHL Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat fleißig Arbeitsplatzvermittlung betrieben bei seinem Besuch zum Neujahrsempfang der CSU. Zum einen versprach Volker Kauder einer jungen Pianistin der Musikschule Coburg, die mit ihrem auswendig vorgetragenen Stück von Franz Schubert wie auch zwei ihrer Kollegen für Begeisterung unter den Gästen im Auditorium im Gemeindezentrum St. Augustin sorgte, leichtfertig eine Ausbildung an der Musikhochschule Trossingen in seinem Wahlkreis in Baden-Württemberg. Zum anderen merkte mit einem Seitenblick auf Dr. Birgit Weber an, dass man in Coburg ja zwar Ärztemangel haben, sich es ja aber wohl dennoch leisten könne, eine Ärztin als Bürgermeisterin einzusetzen. Die Lacher waren ihm sicher, auch wenn im nüchternen Gemeinsaal ansonsten nur wenig neujahrstypische Stimmung aufkam. Es gab ja auch kein Bier.
©Peter Einheuser
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STADTGESPRÄCH VOLLMUNDIG Nach den Bundestagswahlen im September dieses Jahres stehen in Bayern 2018 wieder Landtagswahlen an. Und so langsam werden Gesichter in Position gebracht: Der Neustadter Noch-Landtagsabgeordneter Jürgen W. Heike sähe gerne seinen politischen Neustadter Ziehsohn Frank Altrichter in der Erbfolge, derzeit Fraktionsvorsitzender der CSU im Neustadter Stadtrat und mit Wahlkampferfahrung aus Kommunalwahlkämpfen ausgestattet. In CSU-Kreisen wer-
den dagegen andere Namen gehandelt wie der des Seßlacher Bürgermeisters Martin Mittag, der sich gegen Altrichter schon bei der Wahl zum Vorsitzenden der CSU Coburg-Land durchgesetzt hatte, oder der des Lautertaler Gemeindeoberhaupts Sebastian Straubel. Und in SPD-Kreisen munkelt man, dass doch der Neustadter Oberbürgermeister Frank Rebhan die Nachfolge von Susann Biedefeld antreten könnte.
Warum ständig trainieren, wenn 20 Minuten locker reichen?
©Peter Einheuser
VOLL SEXY Und dann noch drei nackte Tatsachen am Stück: Unbekannte „schenkten“ der Coburger Polizei eine lebensgroße Schaufensterpuppe. Das unbekleidete Exemplar nämlich fanden die Beamten auf der Treppe der Polizeiinspektion in der Neustadter Straße. Natürlich nahmen die Beamten die Puppe gleich mit zu sich ins Warme … natürlich um sich auf die Suche nach dem wahren Eigentümer zu machen. Um andere nackte Tatsachen ging es bei Radio EINS: Ein
Ex-Praktikant des Coburger Radiosenders, David Goller aus Bad Staffelstein, berichtete on-air von seiner aktuellen Tätigkeit. Er arbeitet nämlich mittlerweile beim Playboy. Und schließlich ist da noch die neue Beschäftigung der bisher für die Region Coburg zuständigen ehemaligen Kundenberaterin des Hofer Lokalfernsehsenders TVOberfranken: Sie arbeitet jetzt als Sexualberaterin.
Uwe Meyer, trainiert seit 2 Jahren
Seit ich hier einmal pro Woche trainiere, fühle ich mich wesentlich besser als vorher. Meine Muskulatur hat zugelegt, meine Haltung, meine Körperwahrnehmung ist wesentlich besser als vor zwei Jahren. Und das mit 20 Minuten in der Woche. Und immer mit einem persönlichen Trainer. Das ist klasse.
Bodystreet Coburg Heiligkreuz Bahnhofstrasse 14 96450 Coburg Tel.: 09561 / 973 44 66 www.bodystreet.com ©Peter Einheuser
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DER HOFBERICHT
FOTOS: CHRISTIAN GUBERT WWW.GUBERT.DE
HOFBERICHT Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große Partys. Wir
vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen wir Ihnen. In unserem neuen Hofbericht. Dieses Mal von der Prunksitzung der Coburger Narrhalla im Januar.
Festnahme: Louis des Funes alias Martin Kuhlenkamp verhaftet Bürgermeisterin Birgit Weber
Flotter Dreier: Waldemar Grosch, Ex-Faschingsprinzessin Szilvia Elfinger und Horst Benthien
Narrhalla-Präsident Thomas Eck zwischen neuem Coburger Prinzenpaar Ralf und Mathias Kühne
„Ein“ Bierchen aufs Männerballett: Nobert Tessmer und Thomas Apfel
Idis Ahoi: Bis tief in die Nacht
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DER HOFBERICHT
Närrisches Treiben: Aufmarsch im Kongresshaus
Mehr muss man nicht anhaben: Arthur Dewitz
Karneval gibts nicht nur in Brasilien: Rolf und Nini Beyersdorf
Blickfang: Die Röttenbacher Besenbinder
Gut behütet: Doreen Walther
Ausgezeichnetes Kongresshaus Bayerns Wirtschafts- und Tourismusstaatssekretär Franz Josef Pschierer und die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, Angela Inselkammer, haben dem Kongresshaus Rosengarten erneut das Zertifikat der ServiceQualität Deutschland in Bayern verliehen. Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde das Kongresshaus Rosengarten für weitere drei Jahre mit einem hervorragenden Ergebnis ausgezeichnet. Das gesamte Kongresshaus Rosengarten-Team freut sich über die erneute Auszeichnung und wird auch weiterhin daran arbeiten, den Servicegedanken stetig zu optimieren und so die Kundenzufriedenheit im Veranstaltungsbereich weiter zu erhöhen.
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Kongresshaus Rosengarten Berliner Platz 1 ∤ 96450 Coburg Tel.: +49 (0) 9561 8283-0 Fax: +49 (0) 9561 8283-84 info@kongress.coburg.de www.coburg-kongress.de
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ÄRZTEPFUSCH
VON BENEDIKT DELLERT
Das falsche Bein amputiert, einen Schlaganfall übersehen – wenn Ärzte einen Fehler machen, kann der für den Patienten zum Horror werden. Aus Gesunden werden Kranke, Behinderte, Tote. Und jährlich melden sich mehr Menschen bei den Krankenkassen mit dem Verdacht: „Ich bin falsch behandelt worden.“
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Beispiele gibt es viele, so wie das einer 49-jährigen Krankenschwester, die seit 2008 nach einer RückenOP ab dem dritten Halswirbel abwärts gelähmt ist. Oder das einer heute 29-jährigen PR-Fachfrau aus Nürnberg, die nach einer 15-stündigen Kopfoperation als schwerbehindert gilt: Nervenschäden durch falsche Lagerung, Schmerzen in den Beinen, Geruchssinn verloren. Dabei war die Operation sogar noch erfolglos: Der Tumor im Kopf war nach dem Marathoneingriff immer noch fast so groß wie vorher. Doch auch wenn sich bei den Krankenkassen immer mehr Betroffene melden: Auf einen tatsächlichen Anstieg der Zahl von Behandlungsfehlern lässt sich dadurch noch nicht schließen. Auch über die Behandlungsqualität sagen die Zahlen nichts aus. Sie steigen schlichtweg, weil Patienten sensibler, mutiger, kritischer geworden sind. Sie sagen, wenn ihnen etwas nicht passt. Den Halbgott in Weiß himmelt keiner mehr an.
ÄRZTE SIND HANDWERKER Ärztepfusch, das hören Mediziner nicht gerne. Sie bezeichnen ärztliche Behandlungs- lieber als Kunstfehler. Zumindest der Bundesgerichtshof aber sieht das anders: Ein Arzt ist eher ein Handwerker, aber sicher kein Künstler, urteilten die Richter. Das erwarten auch Patienten: Sie brauchen keinen Künstler, der seine Kreativität am Patienten auslebt. Wohl aber einen Fachmann, der sein Handwerk versteht. Doch das ist viel zu oft nicht der Fall. Jährlich werden nach Schätzung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit etwa 600.000 Patienten Opfer eines Behandlungsfehlers. Andere Schätzungen liegen noch höher.
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ÄRZTE SIND MENSCHEN Jeder Mensch macht Fehler. Jeder muss dafür die Verantwortung übernehmen. Auch Ärzte. Im Falle von Behandlungsfehlern sind Mediziner in der Regel ja auch versichert. Manchmal aber würde es sogar schon helfen, sich aufrichtig bei dem Patienten zu entschuldigen, ihn als vollwertigen Menschen zu behandeln. Und eben nicht als missglücktes Werk. Wie bei so manchem Fall.
ÄRZTE IN DER PFLICHT Liegt ein Behandlungsfehler vor, beginnt der Kampf mit der Justiz. Grundsätzlich müssen Patienten bei einem Verdacht nicht nur ihrem Arzt den Fehler nachweisen und den Schaden belegen, sondern sie müssen vor allem auch beweisen, dass der Arztfehler tatsächlich die Ursache für ihren Schaden ist. Das gilt im Falle eines sogenannten leichten Behandlungsfehlers. Nur wenn ein grober Fehler vorliegt und dieser eine Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit herbeiführt, gilt eine umgekehrte Beweislage. Dann muss der Arzt belegen, dass der Schaden auch ohne seinen Fehler entstanden wäre. Dieser Nachweis ist für den Arzt äußerst schwierig oder überhaupt nicht zu führen, so dass bei Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers in den allermeisten Fällen der behandelnde Arzt bzw. das Krankenhaus zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz verurteilt wird. Der Behandlungsfehler muss nämlich nur grundsätzlich geeignet sein, eine Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit herbeizuführen – eine gewisse Wahrscheinlichkeit für den Schadenseintritt wird nicht verlangt.
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Jeder Mensch macht Fehler. Jeder muss dafür die Verantwortung übernehmen. Auch Ärzte.
PATIENTEN BEKOMMEN HILFE Ein wichtiger Ansprechpartner bei einem Verdacht eines Behandlungsfehles ist die eigene Krankenkasse. Eine weitere Möglichkeit ist die unabhängige Patientenberatung. Hier kann sich jeder Bürger kostenlos und anonym am kostenfreien Beratungstelefon oder online von unabhängigen Fachleuten beraten lassen, insbesondere von Medizinern sowie Juristen. Ist der Behandlungsfehler im Krankenhaus entstanden, kann man sich zudem an die Klinikleitung oder die Patientenbeschwerdestelle des Klinikums wenden. Nach dem Patientenrechtegesetz sind Krankenhäuser bundesweit zur Einrichtung eines patientenorientierten Beschwerdemanagements verpflichtet. Die Aufsicht über die Ärzte üben die jeweils zuständigen Landesärzte- und die Landeszahnärztekammern aus. Diese unterliegen wiederum der Rechtsaufsicht durch das zuständige Landesministerium. Schadenersatzansprüche können Patienten gerichtlich oder außergerichtlich geltend machen. Die Ärzte- und Zahnärztekammern haben Gutachter- und Schlichtungsstellen eingerichtet, um Meinungsverschiedenheiten zwischen Arzt und Patient außergerichtlich zu klären.
GELD HEILT KEINE WUNDEN Gerichtliche Auseinandersetzungen nehmen viel Zeit in Anspruch. Bei der 49-jährigen Krankenschwester dauerte es acht Jahre bis ein Urteil gefällt war. Aufgrund des medizinischen Sachverständigengutachtens stand fest, dass in dem Krankenhaus unvollständige Befunde erhoben worden seien, wie aus Zeitungsmeldungen hervorgeht. Eine MRTUntersuchung? Fehlanzeige. Eine OP? Hätte nicht sein müssen. Alternativen wurden nicht abgeklärt. Dazu kamen „Schlampereien“ bei der OP selbst. Das Gericht verurteilte die Klinik zu einer Zahlung von 400 000 Euro. Geld, das der 49-jährigen zwar hilft, aber nur ein kleiner Trost sein kann. Auf einen Rollstuhl und auf fremde Hilfe wird sie ihr Leben lang angewiesen sein. Wie der Fall der 29-jährigen PR-Fachfrau aus Nürnberg ausgeht, ist dagegen noch unklar. Auch sie kämpft wenigstens um ein paar Euro als Entschädigung. Die Gesundheit kann der jungen Frau keiner zurückgeben.
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FALSCH BEHANDELT 500 000 Behandlungsfehler gibt es jährlich in Deutschland. Andere Schätzungen gehen noch von weit höheren Zahlen aus. Irren ist menschlich, Fehler passieren, auch Ärzten. Ihre Fehler aber haben oft dramatische Folgen für die Betroffenen – die Gesundheit ist ein hohes Gut. Schadensersatz und Schmerzensgeld können das Leid wenigstens etwas lindern. Wir haben uns dazu mit Dr. Wolfgang Hacker unterhalten, er ist Fachanwalt für Medizinrecht. Wann ein Behandlungsfehler überhaupt vorliegt, ist nämlich gar nicht so einfach zu klären. Das bloße Gefühl, falsch behandelt worden zu sein, weil es einem nach einer Behandlung nicht besser oder sogar schlechter geht, bedeutet noch nichts. Selbst ganz konkrete negative gesundheitliche Folgen müssen noch nicht auf einen Behandlungsfehler hindeuten. Manchmal handelt es sich ganz einfach nur um Schicksal. Kein medizinischer Eingriff ist ohne Risiko. Darüber wird man als Patient vorab auch aufgeklärt. Wenn aber eine Arzt die notwendige Sorgfalt vermissen lässt, wenn er sich an standardisierte Verfahren nicht hält, von vorgeschriebenen Leitlinien unbegründet abweicht und es deswegen zu gesundheitlichen Folgen kommt, kann es sich um einen Fehler handeln. Dr. Wolfgang Hacker hat in seiner Zeit als Fachanwalt dabei schon einiges erlebt: Vor allem übersehene Schlaganfälle kommen sehr häufig vor. Wenn deutliche Anzeichen für einen Schlaganfall vorgelegen haben und keine entsprechende Behandlung vorgenommen worden ist, dann handelt es sich dabei um einen Behandlungsfehler. Auch in der Chirurgie gibt es viele Fehlerquellen: übersehene Brüche, falschbehandelte Bandscheibenvorfälle, nichterkannte Entzündungen, falsch gezogene Zähne. Und es kommen auch immer wieder Patienten zu ihm, die an den Folgen einer bakteriellen Infektion leiden, die einen Krankenhauskeim dahinter vermuten. „Aber Bakterien sind überall, und oft ist es schwer nachzuweisen, dass die aus dem Krankenhaus kommen.“ Die Beispiele zeigen, es gibt ganz unterschiedliche Arten von Behandlungsfehlern: Das geht schon bei der Aufklärung vor einer medizinischen Maßnahme los. Klärt ein Arzt nicht über die wichtigsten Punkte und auch Risiken der geplanten Behandlung auf, kann ein Aufklärungsfehler vorliegen. Wenn er dagegen ein Krankheitsbild falsch beurteilt, nicht die richtige Untersuchungsmethode anwendet oder Befunde wie einen Bruch auf einem Röntgenbild übersieht, kann es sich um einen Diagnosefehler handeln. Im nächsten Schritt kann dann ein sogenannter Therapiefehler vorliegen, das sind die Fälle, die am meisten für Aufsehen sorgen: Eine falsche Operation, ein durchtrennter Nerv, eine vergessene Schere, aber auch falsche Medikamente. Und letztendlich können auch in der Organisation des Krankenhauses oder der Praxis Fehler vorliegen, die zu einer Haftung des Arztes führen können, wie zum Beispiel hygienische Mängel.
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UND JETZT? In jedem Fall ist es für einen Patienten wichtig, sofort ein Gedächtnisprotokoll zu verfassen. Allzu schnell sind wichtige Details nämlich vergessen. Zudem sollte man sich schnell bei seiner Krankenkasse melden. Gesetzliche Krankenkassen haben die Pflicht, Patienten beim Verdacht auf Behandlungsfehler zu unterstützen. Auch der Gang zum Anwalt sollte unbedingt in Erwägung gezogen werden. Wer sich nämlich ohne anwaltliche Unterstützung um die Abwicklung eines medizinischen Schadens kümmert, kommt oft schlechter weg, weil zum Beispiel das geforderte Schmerzensgeld zu niedrig ausfällt oder weil berechtigte Ansprüche schlicht vergessen werden. Anwälte kümmern sich um die Patientenakte, sprechen mit der Krankenkasse, kümmern sich um mögliche Gutachten, geben eventuell notwendige weitere fachliche Expertisen in Auftrag, kümmern sich um eine Stellungnahme des Arztes und führen am Ende auch die Verhandlungen mit der Gegenseite, vor der Schlichtungsstelle oder in letzter Konsequenz auch vor Gericht. Wenn ein Behandlungsfehler vorliegt, stehen dem Patienten Ansprüche auf Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld zu. Der Schadensersatz umfasst dabei alle materiellen Schäden auf Grund der Fehlbehandlung wie zum Beispiel Verdienstausfall oder Fahrtkosten. Das Schmerzensgeld wiederum soll die gesundheitlichen Folgen materiell kompensieren und auch so etwas wie eine Wiedergutmachung sein. Die Höhe hängt vor allem von Ausmaß und Dauer der Beeinträchtigungen ab. Bis zu 500 000 Euro hat Hacker schon einmal für einen Patienten erstritten, meistens enden die Verfahren in einem Vergleich und vierstelligen Summen, erzählt er. Aber, fügt er auch hinzu, manchmal würde es den betroffenen Patienten schon reichen, wenn ein Arzt sich bei Ihnen entschuldigt, einen Fehler persönlich eingesteht. „Leider treffen sie hier oft auf eine Mauer des Schweigens.“
Dr. Wolfgang Hacker ist Fachanwalt für Medizinrecht in der Kanzlei Hörnlein & Feyler in Coburg. Er hat neben seiner juristischen Ausbildung auch die medizinische Zusatzausbildung „Master in Health and Medical Management“ absolviert. Gerne steht er für Auskünfte oder zur Beratung zu Verfügung.
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ÜBER DEN DÄCHERN DER NÄCHTLICHEN STADT FOTOS: SEBASTIAN BUFF
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arbeit + freizeit
leben willkommen
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Coburg feiert Luther 2017 JÄHRT SICH DER ANSCHLAG DER 95 THESEN LUTHERS ZUM 500. MAL. EIN HERAUSRAGENDER ANLASS FÜR DIE EVANGELISCHE KIRCHE DEUTSCHLANDS. COBURG SPIELT DABEI EINE GROSSE ROLLE.
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Begleitend zur Bayerischen Landes-ausstellung lässt eine Ausstellung im Staatsarchiv Coburg den Besucher anhand ausgewählter historischer Dokumente aus dem Archiv in die Welt um die Amtsstadt Coburg im Jahr 1517 eintauchen. Was beschäftigte die Menschen damals in der südlichsten „Pflege“, wie es damals hieß, des Kürfürstentums Sachsen? Die Dokumente führen das Bild einer gewachsenen historischen Landschaft rund um den kursächsischen Verwaltungssitz Coburg an der Schnittstelle zum fränkischen Raum vor Augen.
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Coburg lag an der südlichen Grenze des Kurfürstentums Sachsen, dessen Zentrum damals Wittenberg war. 1530 zog Kurfürst Johann (der Beständige) mit großem Gefolge nach Augsburg, um dort auf dem Reichstag für die Reformation einzustehen. Martin Luther ließ er für fast sechs Monate in Coburg und damit innerhalb des für ihn sicheren kursächsischen Machtbereichs zurück. Als Luther den Festungsberg zu Fuß hinaufging, fasst er seinen ersten Eindruck in diese Worte: „Es ist ein überaus reizender und für Studien geeigneter Ort.“ Hier verfasste er zahlreiche Bekenntnis- und Streitschriften und widmete sich Übersetzungsarbeiten. Er schrieb mehr als 120 Briefe in 172 Tagen an seine Freunde in Augsburg und auch an seine Familie in Wittenberg. Viele bekannte Schriften sind hier entstanden wie der „Sendbrief vom Dolmetschen“, Beiträge zur Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache, die zum Teil bis heute Gültigkeit besitzen.
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Genau an dieser historischen Stätte des Wirkens von Martin Luther, auf der Veste Coburg, findet vom 9. Mai bis zum 5. November 2017 die Bayerische Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ statt. Diese erzählt von der Wendezeit um 1500 mit vielen kostbaren internationalen Exponaten und multimedial aufbereiteten Geschichten. Es war eine aufregende Zeit: Die Ritter kämpfen ihren letzten Kampf, die Bauern stehen auf und in den Städten gärt es. Buchdruck, Flugschriften und Kampflieder bringen neue Ideen unter die Leute, jahrhundertealte Gewissheiten geraten ins Wanken. Vor allem in Süddeutschland, in Franken, Schwaben und Altbayern, entscheidet sich Erfolg oder Misserfolg der evangelischen Bewegung. Von der Veste Coburg aus verfolgt Martin Luther den Augsburger Reichstag von 1530, von dem sich alle eine Lösung der Konfessionsfrage erhoffen.
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Fabelhaft! Tiere, Natur und Schöpfung bei Martin Luther – so heißt eine Sonderausstellung vom 9. April bis 29. Oktober 2017 im Naturkundemuseum Coburg. Mit Luther nämlich begann auch ein neues Denken: Neben die religiöse Deutung der Welt trat die Wissenschaft, die das Alte hinterfragte und neu erklärte. Im Einklang mit der Bibel war für Martin Luther jedoch klar, dass die Welt und alles, was sie enthält, das Resultat des Schöpfungshandelns Gottes ist. Und Luther selbst war auch ein Naturfreund: In seiner freien Zeit hielt er sich gern in Gärten auf und erfreute sich an Bäumen und Blumen.
Zum Chorfest des Fränkischen Sängerbundes werden ca. 100 Chöre mit über 2500 Sängerinnen und Sängern erwartet. Coburg als Gründungsstadt des Deutschen Sängerbundes steht damit ein weiteres Mal im Mittelpunkt der Chorbewegung. In diesem Rahmen wird Martin Luther in der einzigen Lutherstadt Bayerns im Rahmen des Luther-Jubiläums als großer Förderer und geistiger Vater der Kirchenmusik gewürdigt. Eröffnet wird das zweitägige Chorfest am Abend des 8. Juli. Geplant ist auch ein öffentliches Singen mit allen Besucherinnen und Besuchern auf dem Coburger Marktplatz.
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Ende Oktober wird das Jubiläumsjahr in der Lutherstadt Coburg feierlich beendet mit dem Kirchenkreis-Kirchentag am 30. und 31. Oktober – mit einem großen Fest, mit Kabarett, einem ökumenischen Gottesdienst in der Morizkirche, einem Luthermusical, Gospelchören, einem Markt der Möglichkeiten und vielen Angeboten mehr. Weitere Informationen und Veranstaltungen hier: www.coburg.de/veranstaltungen, www.luther2017.de www.hdbg.de/reformation/luther_ausstellungsorte_veste-coburg.php
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VON WOLFRAM HEGEN
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POSTFAKTISCH. DER GROSSE IRRTUM.
Nun ist es also da: das postfaktische Zeitalter. Es ist plötzlich über uns hereingebrochen. Über Nacht. Fakten interessieren nicht mehr. Wir glauben ab sofort nur noch das, was wir glauben wollen. Der Verstand ist am Ende, es lebe der Bauch. Was für eine Erkenntnis – und was für ein Quatsch. Noch nie hat der Mensch sein Handeln rein vernunft- und faktenorientiert ausgerichtet. Noch nie gab es ein „faktisches“ Zeitalter. Das ist ja das Problem – und auch wieder nicht. Eine Verwirrung von Wolfram Hegen.
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POSTFAKTISCH
„Siehst du, hab ich es doch gewusst.“
POSTFAKTISCH WAR IMMER
DAS FAULE GEHIRN
Man kann angesichts der aktuellen welt- und bundespolitischen Lage ja schon den Eindruck bekommen, das postfaktische Zeitalter sei hereingebrochen: Die einen wählen einen Präsidenten, der weniger mit Inhalten, wohl aber mit derber Rhetorik punktet, andere lassen sich von der europäischen Familie scheiden, obwohl die seit Jahrzehnten so friedlich zusammenlebt, wie es der mit Abstand kleinste und engste Kontinent der Welt in seiner Geschichte nie geschafft hat, Deutsche wählen in Bundesländern die Af D ganz weit nach vorne, obwohl es bei ihnen kaum Ausländer gibt, die ihren Wohlstand bedrohen. Es ist die schiere Fülle an Entscheidungen von – nur gefühlt – historischen Ausmaßen, und das in kurzer Zeit, und noch dazu in unserem Erfahrungsbereich, die uns Menschen glauben machen, es gebe auf einmal kein „vernünftiges“ Maß mehr für das, was sich auf unserer Welt abspielt, es sei plötzlich alles unberechenbar geworden. Dabei war es doch in Politik und Gesellschaft noch nie anders, schon immer spielen Entscheidungsträger mit dem Bauchgefühl ihres Volkes, treffen wichtige Entscheidungen dann, „wenn die Zeit reif ist“. Und wenn die Zeit noch nicht soweit ist, wird nachgeholfen. Denn ob die zur Legitimation angeführten Fakten wirklich stimmen oder nicht, war schon immer sekundär. Und der Faktencheck dauert und dauert. Bis es soweit ist, kann der gewiefte Stratege schon einmal neue wirkliche Realitäten schaffen. Der Krieg gegen den Irak: falsche Fakten. Aber Angst vor Saddam. Die schleichende Privatisierung der Renten: Falsche Fakten. Aber Angst vor Altersarmut. Der deutsche Dämmzwang von Häusern: Viele Fakten sprechen eine andere Sprache (siehe COBURGER 06 vom Frühjahr 2014). Aber ein furchtbar schlechtes Gewissen. Der Atomausstieg: Folge von Fukushima. Aber Angst vor einem deutschen Super-Gau. Die Dusel-Bayern: Falsche Fakten. Aber Wut auf den Liga-Primus. (Gut, ein profanes Beispiel, und der Autor ist auch kein Bayern-Fan, und der Begriff „Dusel-Bayern“ ist ja auch nur eine abschätzige Bemerkung, aber keine Entscheidung, aber wenn jemand auf die Idee käme, die Mannschaft mit den meisten Toren in den Schlussminuten von Gesetzes wegen aus der Liga auszuschließen, wer weiß, wer weiß ….). Ob Krieg, Geld oder Umwelt – oder Sport: ein passendes Gefühl muss her, am besten Angst oder Hass. Erzeugt mit irgendwelchen Fakten, wenn man so will „alternativen Fakten“. Man muss sie nur oft genug erzählen, damit sie wirken. Und das tun sie.
Man hält es halt als Mensch einfach nicht lange aus, wenn man mit sich nicht im Reinen ist. Einstellungen, Gedanken, Gefühle, Handeln, alles das sollte schon im Einklang sein. Ansonsten wird man krank, aggressiv, gestresst, muss sich anstrengen. Das möchte unser faules Gehirn natürlich vermeiden: Und so saugt es fleißig alle Informationen auf, die es im eigenen Ich bestärken. Oder man vermeidet Informationen oder blendet sie aus, wenn sie nicht hineinpassen ins eigene Weltbild, wenn sie dem eigenen Handeln zuwiderlaufen. Vermeintliche Argumente für selektive Wahrnehmung von Informationen gibt es ja genug: Im einen Fall „Die lügen ja sowieso“, „Denen kann man nichts glauben“, „Das habe ich aber auch schon ganz anders gehört“, im anderen Fall: „Siehst du, hab ich es doch gewusst“, „Habe ich mir gleich gedacht“ oder „Sag ich doch.“ Am Ende hat man sich die Welt gebaut, wie sie einem gefällt. Und wenn man plötzlich doch mit Informationen versorgt wird, die einem zuwiderlaufen? Dann verschiebt man einfach den Blickwinkel: Auto gekauft und danach gemerkt, dass man doch gerne ein paar mehr PS unter der Haube gehabt hätte? Kein Problem: Dafür braucht der Neue viel weniger Sprit. Und hat eine so schöne Farbe … und eine Vorbereitung für Kindersitze (falls man jemals Kinder haben sollte). Einen Job gewählt, der langweilt, und das Tag für Tag? Kein Problem: Dafür verdient man ja ganz gut, hat ein schönes Büro mit Blick ins Grüne, einen netten Chef, und überhaupt … „alles kann man ja auch nicht haben“. Wer ändert schon wirklich seine Meinung oder gar sein Reden und Handeln? Es muss schon sehr viel glaubwürdige, eindeutige und immer wiederkehrende gegenläufige Information auf einen einprasseln, damit das passiert. Wenn das alles mit „postfaktisch“ gemeint ist, dass wir also menschentypisch gefühlsorientiert leben und handeln und uns die entsprechenden Informationen passend zusammenklauben, um mit uns im Reinen zu sein, dann leben wir eben schon immer in postfaktischen Zeiten. Und weil Politik auch menschengemacht ist, verhält es sich dort nicht anders. Und weil dort aber Politiker sitzen, die in der Regel um diese Möglichkeiten zur Steuerung der Massen wissen, dann ist Politik wie sie ist. Politik versorgt uns letztlich mit Rechtfertigungsgründen für unser Leben. Das ist irgendwie gut so, weil das ja auch Ordnung schafft, Stabilität, Sicherheit. Darauf möchte kaum ein Wohlstandsmensch gerne verzichten, der nichts mehr zu gewinnen, aber viel zu verlieren hat.
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DER GROSSE IRRTUM
"Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen." Bundeskanzlerin Angela Merkel September 2016
DAS RISIKO Dennoch oder gerade deswegen sollte man allerdings nicht aufhören, dem dauerhaft politischen „Postfaktizismus“ immer auf den Grund zu gehen, Fakten zu checken, auch wenn das natürlich alles andere als bequem, sondern richtig anstrengend ist, und richtige Fakten unterzugehen drohen in der aktuellen Informationsflut. Das nämlich ist der große Unterschied zu früher, und das macht das Postfaktische heute gefährlicher als früher: Wir leben in einer digitalen Welt. Soziale Medien machen zwar vieles möglich, aber auch vieles unmöglich: Sie sind Informationsturbolader, die uns so sehr beschleunigen, dass die Umgebung nur noch verschwommen an uns vorüberfliegt. Sie versorgen uns so schnell mit vermeintlichen oder tatsächlichen Fakten, dass eine Überprüfung, ein Abgleich mit eigenen Erfahrungen, ein kritisches Hinterfragen manchmal gar nicht möglich erscheint. So laufen wir Gefahr, doch in eine „Demokratie der Nichtwissenwollenschaft“ hineinzulaufen, wie sie der Schweizer Physiker und Philosoph Eduard Kaeser heraufziehen sieht. Die nämlich öffnet Populisten den Weg, welcher Couleur auch immer. Und dann kann man nur hoffen, dass diese den Populismus nur als Werkzeug nutzen, um mit der Mehrheit im Volke die Demokratie zu bewahren. So wie man es von der neuen SPD-Lichtgestalt Martin Schulz erwarten sollte, der immer und immer und immer wieder von den „hart arbeitenden Menschen“ schwadroniert. Das wirkt, weil sich viele in ihrer Eigenwahrnehmung als „hart arbeitender Mensch“ nicht mehr angesprochen fühlten. Mit Fakten hat das erst einmal nichts zu tun. Horst Seehofers Brechmittel „Obergrenze“ wiederum versorgt den rechten Rand seiner Partei mit dem guten Gefühl, dass da einer weiß, dass das Boot voll ist. Mit Fakten hat auch das nichts zu tun. Aber auch ihm sollte man nicht unterstellen, dass er die Demokratie zu Fall bringen möchte. Die nämlich ist immer noch die beste aller Gesellschaftsformen, ist sie doch keine Unterdrückungsideologie, sondern eine Organisationsform, die um Wohl, die Freiheit, das Recht des Einzelnen bemüht ist. So eine Gesellschaft aber braucht Platz für Vielfalt, für Wettstreit um die beste Lösung, für eine Diskussion um Fakten und nicht nur für die markigsten Sprüche. Demokratie ist gerade deswegen so anstrengend, weil sie harte Arbeit ist. Natürlich wäre es bequemer, wenn einer sagt, so ist es jetzt. Schluss. Aus. Basta. Aber wie heißt es doch: Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.
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POSTFAKTISCH
DIE SCHÖNHEIT DES „POSTFAKTISCHEN“ Wenn wir im übrigens wollten, dass nur noch auf Basis von Fakten Entscheidungen getroffen werden, wäre eine Robotergesellschaft die einzige denkbare Lösung, die aber keiner wollen dürfte (mal abgesehen davon, dass Teilbereiche unseres Lebens schon auf besten Wege dorthin sind und auch einmal abgesehen von der Ethikund Machtfrage, wer diese Maschinen mit welchen Parametern füllen würde, die letztlich zu den Entscheidungen führen): Was dürften und würden wir alles nicht mehr tun, wenn nur ein absolut kalt und nüchtern vorgehender Computer auf der Basis aller vorliegender Daten und Informationen, Messwerten und Fakten Gesetze schreiben, Steuern eintreiben, Kriminelle einlochen und unseren
Tagesablauf minutiös planen würde: Wir würden keine Coburger Bratwurst mehr essen und das abendliche Bierchen dazu natürlich auch nicht zu uns nehmen. Wir würden uns nicht mehr verlieben, wir würden nicht fremdgehen. Wir würden keiner Fuß- oder Handballmannschaft zujubeln. Wir würden nicht verschlafen, nicht blau machen, keine mehr oder weniger schlauen Gespräche führen, uns nicht in die Sonne setzen, am Sonntag nicht in die Kirche gehen. Die Faktenlage würde immer dagegen sprechen: riskant, ungesund, unsinnig, unproduktiv. Also sollten wir einfach akzeptieren, dass wir schon immer postfaktisch leben. Und das ist auch gut so. Aber wir sollten uns nicht davon beherrschen lassen.
"Wir sollten einfach akzeptieren, dass wir schon immer postfaktisch leben."
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Was hat Kronach, was Coburg nicht hat?
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Wenn man die Deutschen befragt, welcher Begriff die gesellschaftliche Situation am besten beschreibt, landet der Begriff „Wissensgesellschaft“ auf Platz 14. Ganz vorne sind Klassen-, Leistungs- und Mediengesellschaft. Aber auch Anspruchs-, Freizeit- oder Dienstleistungsgesellschaft landen noch vor dem Wissen. Um die Wahrnehmung von Wissen als wichtigem Faktor einer modernen Marktwirtschaft ist es also nicht so weit her – ganz im Widerspruch zu seiner gesellschaftlichen Bedeutung. Wissen gilt als vierter Produktionsfaktor, neben den alten fast aus der Zeit gefallenen Begriffen wie Arbeit, Boden und Kapital. In jedes Produkt, jede Dienstleistung, jede Innovation wird Wissen investiert. Wissen, Wachstum und Wohlstand hängen zusammen. Wissen also ist Macht – schon Francis Bacon wusste um den Zusammenhang. Auch das geflügelte Wort „Gewusst wie“ zeigt in seiner ganzen Kürze, wie sehr Wissen Türöffner sein kann, um Probleme zu lösen, erfolgreich zu sein.
Was ist das eigentlich - Wissen? Wissen – ein schwer greifbarer Begriff. Vielleicht überhöht, auf jeden Fall faszinierend genug, dass sich schon seit Jahrtausenden Gelehrte darüber streiten, was Wissen eigentlich ist. Bücher und mit ihnen ganze Bibliotheken lassen sich füllen mit Abhandlungen über Wissen. Klar ist, wenn wir über Wissen reden, reden wir eben nicht nur über Fakten, Daten, Informationen, einzelne Tatsachen. Die sind allenfalls die Grundlage von Wissen. Wissen produzieren heißt Zusammenhänge herzustellen, Informationen zu bewerten, einzuordnen, zu reflektieren und daraus eine Erkenntnis zu gewinnen. Wissen ist ein Lernprozess, entsteht durch Kopfarbeit. Wissen aber ist immer relativ, nie absolut. Wahrheit gibt es eben nicht. Das Wissen sollte zwar eine größtmögliche Gewissheit in sich tragen, möglichst nahe an eine wenn auch unmögliche Wahrheit herankommen. Schaffen wird es das nie. Ob richtig oder falsch, das nämlich unterliegt dem Lauf der Dinge, neuen Informationen, Fakten, Daten, die das soeben noch für richtig gehaltene Wissensgebäude
„Wissen ist immer relativ, nie absolut. Wahrheit gibt es nicht.“
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zum Einsturz bringen. Man bezeichnet Wissen daher auch gerne als „wahre und gerechtfertigte Meinung.“ Da schwingt ein gutes Stück Subjektivität mit, eigene Wahrnehmung mit all ihren Möglichkeiten, aber auch Beschränkungen: Ob wir wollen oder nicht, wir filtern Informationen, bewerten sie, interpretieren sie. Eigentlich also, könnte mal folgern, ist alles Wissen nur Halbwissen. Aber immer noch besser als überhaupt kein Wissen. Und auch dieses Halbwissen kann ja lange Bestand haben, ein ganzes Leben lang. Unbewusst abrufbares Wissen nämlich, das man einmal erlernt hat, fürs Auto- oder Fahrradfahren, Schreiben, Malen, Musizieren, für Handwerk und Dienstleistung. Da wird in unserem Gehirn immerzu erlerntes Wissen mit der Wahrnehmung abgeglichen, wir nutzen es also permanent, wenden es an, ohne uns darüber überhaupt noch bewusst zu werden.
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Leben wir in einer Wissensgesellschaft? Wissen sei der vierte Produktionsfaktor, wird behauptet. Wir leben also in einer Wissensgesellschaft. Aber ist das so? Dem Wirtschaftslexikon zufolge zeichnet sich eine Wissensgesellschaft dadurch aus, das möglichst viele Bürger über „Voraussetzungen verfügen, die es ihnen erlauben, das Angebot an Informationen kritisch und uneingeschränkt nutzen zu können, um sich ein eigenes Urteil im Sinne eines vernünftigen Arguments bilden zu können.“ Es geht also um den Zugang zu Bildung. Lesen können, Urteilsfähigkeit lernen, freien Zugang zu haben zu Bildungseinrichtungen, Bibliotheken, Medien, Internet, Vorträgen. Bildung für alle ist Auftrag an die Politik, um eine Wissensgesellschaft leben zu können. Die nämlich ist in einer (immer noch) globalisierten Wirtschaft bedeutend für Wohlstand, für Wachstum. Werte werden geschöpft, indem Wissen kapitalisiert wird. Ausgaben für Forschung, Entwicklung, Bildung sind Investitionen in die wirtschaftliche Prosperität eines Landes. Im Mittelpunkt
dieser Investitionen steht der Mensch. Ihn zu befähigen, Wissen zu produzieren und anzuwenden, ist Kennzeichen einer funktionierenden Wissensgesellschaft. Nicht das bloße Vermitteln von Fakten, Daten, Informationen. Die kleinste digitale Informationseinheit, ein Bit, ist wertlos. Erst ihr Zusammenspiel mit anderen Informationseinheiten und ihre Interpretation führen zu Wissen, zu einem konkreten Nutzen, einem Erkenntnisgewinn, einem Geschäftsmodell. Gerade Unternehmen setzen auf den Faktor Wissen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Für die Gesamtwertschöpfung eines Unternehmens ist zu 60% die Ressource Wissen verantwortlich, so Schätzungen. Aber auch Demokratien benötigen mehr denn je Wissen, um sich behaupten zu können. Bildung, freier Zugang zur freien Informationen, kritische Bewertung, Kriterien einer Wissensgesellschaft also, sind auch Indikatoren für eine Demokratie.
Explodiert das Wissen? „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“, sagt Albert Einstein. Man möchte dem großen Vordenker auch nicht widersprechen, alleine schon weil man seine Relativitätstheorie immer noch nicht durchdrungen hat, weil der eigene Verstand begrenzt erscheint. Vielleicht meint er ja das, dass nämlich im eigenen Verstand immer die Grenze des Wissens liegt. Und in der Tat kommt es auch bei noch so viel verfügbarem Wissen letztlich immer darauf an, was man daraus macht. Da kommen dann Intuition, Kreativität, Phantasie mit ins Spiel. Die Menge an grundsätzlich verfügbaren, gespeicherten und jedermann zugänglichen Informationen jedenfalls ist groß wie selten zuvor. Wir hüten uns davor, „nie zuvor“ zu sagen, das würden wir ja meinen, über alle grundlegenden Informationen zu verfügen, um zu dieser „wahren oder gerechtfertigten Meinung“ zu gelangen. Aber es ist auch weiterverbreitete Meinung, dass nicht nur die Informations-, sondern auch die Wissensmenge überproportional zunimmt. Und zwar in gleichem Maße, wie Datenträger in der Lage sind, Informationen zu speichern, also exponentiell. Es sei weit weniger, beschwichtigen Skeptiker, wobei ihre Schätzungen keine klare Sprache sprechen. Aber das Wissen wächst auf jeden Fall, und auch schnell, sagen sie immer noch. Falsch, sagen die Kritiker: Gespeichert werden vor allem Daten, Fakten, Messwerte: Eine Informationsflut, die uns überrollt, wenn wir ihr keine Dämme entgegenstellen, sie nicht kanalisieren. Eine Welle an Daten, die die Produktion von Wissen eher behindern kann, weil wir die in immer schnellerer Geschwindigkeit
eintreffenden und immer zahlreicheren Informationen nicht mehr bewältigen, strukturieren, vernetzen und letztlich bewerten können, um daraus wirklich neues Wissen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und im Bestfall Handeln abzuleiten. Beispiele gibt es genug: Wenn Geheimdienste immer mehr Informationen über gefährliche Personen sammeln, diese aber nicht in das Wissen münden, dass ein Terrorakt unmittelbar bevorsteht. Wenn wir über das Klima so viele Daten sammeln, dass uns die schiere Informationsmenge handlungsunfähig macht. Das Bild von einer Situation, von einem Menschen, einem Problem wird immer unübersichtlicher, je mehr Einzelheiten man von ihm kennt. Wir haben immer mehr Informationen, aber nicht unbedingt mehr Wissen. Werden wir als Gesellschaft daher sogar eher dümmer als schlauer, wissen wir eigentlich weniger als früher, weil das Missverhältnis zwischen zugrunde liegender Datenlage und daraus abgeleitetem Wissen immer größer wird? Ein Puzzle mit fünf Teilen ist nun einmal leichter als eines aus 1000 Teilen. Der Überflutung mit Informationen versucht jeder Einzelne, jede Organisation Herr zu werden mit dem Auslagern von Daten auf Digitale Helfer. Doch wenn ich eine Information auslagere, griffbereit habe, aber nicht gedanklich verfügbar oder im Gehirn fest verankert, kann ich sie in einem Denkprozess eben auch nicht nutzen, kann aus ihnen kein Wissen generieren. (Das ist so, wie wenn man zwar weiß, dass es Mehl gibt und wo man es bekommt. Aber wozu man es braucht, weiß man nicht. So kann man auch nicht backen.) .
„Wir haben immer mehr Informationen, aber immer weniger Wissen.“
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„Wer kennt sie nicht, die Vorgesetzten oder Kollegen, die ihr Wissen zur Machtausübung missbrauchen.“
Kann man Wissen managen? Diese Frage meint wohl eher, kann man Informationen managen. Ziel ist es, aus ihnen nutzbares Wissen zu gewinnen. Das entsprechende „Wissensmanagement“ ist entscheidend für den Erfolg von Unternehmen und einer modernen Gesellschaft. Schwierig in einer Zeit, in der Wissen zunehmend schnell verfällt. Man geht davon aus, dass Schulwissen nach gerade mal 20 Jahren zur Hälfte verfallen ist. Spezialwissen aus Hochschule und Beruf sind sogar schon nach viel weniger Jahren nur noch die Hälfte wert. Und wie man das Wissen managt, ist auch keine leichte Aufgabe: Das reine technische Abspeichern und ZurVerfügung-Stellen aller relevanter Informationen, Daten und Fakten reicht ja nicht aus. Es geht um den Menschen, um seine Fähigkeit und vor allem seine Motivation, diese Informationen zu bewerten, Wissen aus ihm abzuleiten und letztlich, es der Gesellschaft, dem Unternehmen und seinem Umfeld zur Verfügung zu stellen. Doch wer kennt sie nicht, die Vorgesetzten, Kollegen oder Bekannte, die ihr Wissen zur Machtausübung missbrauchen, es für sich behalten, um ihre Position zu stärken. Letztlich schwächen sie sich in ihrer Position, weil ihr Verhalten bremst. Ob es sich nun um ein Unternehmen oder eine Demokratie handelt. Auch die lebt ja von dem Austausch an Informationen, damit Wissen produziert werden kann, auf dessen Basis man sich auf die jeweils aktuell beste Lösung für eine Gemeinschaft einigen kann. Es gibt also wohl kaum einen Zweifel, dass man für eine offene Diskussionskultur, für Teilhabe, Kooperation, Freiheit und eine Fehlerkultur streiten muss, um aus der Unmenge an heute verfügbaren Informationen neues Wissen generieren zu können.
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DER FAKTOR MENSCH Fakten, Formeln und Funktionen – Wissen wird heute so professionell vermittelt wie nie zuvor, sagt Elke Gillardon, die sich seit vielen Jahren mit der Jugendbildung und Berufsorientierung an der Schnittstelle von der Schule zum Beruf beschäftigt. Aber eben auch, dass dabei ein wichtiger Faktor immer mehr verloren geht: der Mensch und sein Potential. Wir haben uns mit ihr unterhalten.
Frau Gillardon, was meinen Sie mit „der Mensch und sein Potential“?
Was bedeutet das konkret?
Das heutige System reduziert den Menschen auf seine Funktion, Rolle oder Aufgabe. Darüber wird man identifiziert. „Schüler“, „Lehrer“, „Eltern“ zum Beispiel. Damit ist keine wertfreie Sicht mehr möglich. Genau das müssen wir aber tun: Den Menschen in seiner Ganzheit in den Mittelpunkt stellen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen müssen wir Begabungen, Talente, Qualitäten erkennen und entwickeln. Potentiale hat jeder, sie verkümmern aber in einer reinen Wissensgesellschaft. Wissen kann man ja lernen, Fakten recherchieren. Aber emotionale Intelligenz, Problemlösungskompetenz, Selbstreflexion sind für den persönlichen Erfolg und letztlich auch für die Wirtschaft 4.0 doch wichtiger denn je. Das wird uns niemals ein Roboter abnehmen können. Wo beobachten Sie das in ihrer täglichen Arbeit? Das lässt sich an vielen Schulen und Bildungseinrichtungen erkennen: Da wird ganz hervorragend Wissen vermittelt. Hochprofessionell, mit Einsatz neuer Ressourcen, modernen Medien. Die Schulen machen wirklich einen guten Job. Was dabei aber auf der Strecke bleibt, ist die Fähigkeit, dieses Wissen auch zu vernetzen, anzuwenden, zu transferieren auf konkrete Sachverhalte, zur Problemlösung einzusetzen. Das Denken in Zusammenhängen, das strategische Durchspielen von Vorgängen gehen zunehmend verloren. Dabei hat jeder diese Potentiale grundsätzlich in sich, sie bleiben eben aber auf der Strecke. Wenn man so will, haben viele junge Menschen heute perfektes Wissen über alle Zutaten für ein leckeres 3-Gänge-Menü, aber keine Idee, was sie damit anfangen sollen.
Bei Schülern merken wir sehr oft, dass sie Situationen oder Menschen perfekt beschreiben können, ein Thema professionell aufarbeiten, aber demgegenüber wenig Fähigkeiten zur Analyse haben, zur Erklärung oder Begründung, warum etwas oder jemand so ist wie er ist, was die Hintergründe sind, die Zusammenhänge, die Querverbindungen. Dabei käme es genau auf diese Mehrdimensionalität an. Wo sehen Sie die Gründe? Das ist natürlich schon auch eine Zeiterscheinung. Zum einen gibt es heute viele elektronische Hilfsmittel, die einem das Leben leicht machen. Das ist gut, hilft natürlich immens bei der schnellen Wissensvermittlung, auf der anderen Seite neigt man dann natürlich eher dazu, weniger nachzufragen, stimmt das wirklich, woher stammt die Information, ist das wirklich wahr. Zum anderen arbeiten junge Menschen heute oft im Team, denken wenig hierarchisch, funktionieren, ordnen sich unter, fallen nicht auf, das wird ja auch gefordert. Viele hängen dadurch aber in so einer Art Komfortzonenschleife drin. Wirkliche Individualität, Persönlichkeit, Qualität, Verantwortungsbereitschaft aber gehen dabei leider oft verloren, Lösungen erarbeiten jenseits der Standards, Querdenken. Aber gerade das ist in einer Wissensgesellschaft ja wichtiger denn je. Was sollte also das Ziel sein nach ihrer Meinung? Wir sollten an einer kooperativen Beziehungs- und Beteiligungskultur arbeiten, nicht nur an einer reinen Wissensgesellschaft. Wir sollten den Menschen in den Mittelpunkt stellen, wertfrei, nicht seine Rolle, seine Funktion oder Aufgabe.
Elke Gillardon: Elke Gillardon ist Initiatorin und Vorstand der Stiftung Lebenspfad. Seit sieben Jahren beschäftigt sie sich mit Jugendbildung und Berufsorientierung an der Schnittstelle Schule zum Beruf, hat verschiedene Formate für Schulen in ganz Oberfranken entwickelt, unter anderem das Projekt „Der Business-Führerschein“, ein Schülercoaching und Kompetenztraining, das vor allem einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Sie ist seit über 25 Jahren selbständig im Bereich Strategieberatung. www.stiftung-lebenspfad.de | www.gillardon.org
Gesponserter 38 C OBeitrag B U R G E R | D A S M A G A Z I N
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Inwiefern stimmen Sie der Aussage zu, dass der Nutzen der Wissenschaft ihre möglichen negativen Folgen überwiegt?
WISSEN IN ZAHLEN
20%
37% Weder noch: 35% Weiß nicht: 2%
Meistgenutzte Informationsquellen der Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2016:
Stimme nicht zu
43%
Stimme zu
Fragen Verwandte, Freunde und Bekannte
79,0%
68,2%
Suchen im Internet
Achten auf Berichte im Fernsehen
58,5%
43,8%
Lesen Berichte in einer Zeitung
33,2%
Lesen Bericht in Zeitschriften
28,7% Besorgen sich eine Fachzeitschrift
16,0%
Achten auf Berichte im Radio
18,8% Besorgen sich ein Fachbuch zum Thema
Welches Wissen sollten die Schulen ihren Schülern mehr vermitteln:
93%
81%
71%
69%
Rechtschreibung und Grammatik
Gute Allgemeinbildung
Gute Englischkenntnisse
Gute Mathematikkenntnisse
Ausgaben des Bundes für Bildungswesen, Wissenschaft, Forschung und kulturelle Angelegenheiten im Jahr 2016:
21.961.000.000 In Worten: 21 Milliarden 961 Millionen
Viel zu viel.
Zu viel.
48%
30% Was, meinen Sie, weiß der Internet-Konzern Google über Ihre Internet-Aktivitäten?
Erwartungen an die Zusatzqualifikationen von Unternehmen an Hochschulbewerber: Englischkenntnisse 74% Praktika 73% Berufserfahrung 67% Betriebswirt. Verständnis 64% Außeruniversitäre Erfahrungen 59% Betriebswirt. Kenntnisse 52% Auslandserfahrungen 52% AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017 Quelle: Statista
EURO
3% Weiß nicht / Keine Angabe
13%
7%
Nur so viel wie ich möchte.
So gut wie gar nichts. C O B U R G E R | D A S M A G A Z I N
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GEWUSST WO WISSEN IN COBURG
Praxisnah studieren Theorie und Praxis miteinander verbinden – Wer das will, ist an der Hochschule Coburg genau richtig. Die Professorinnen und Professoren haben Erfahrungen aus Unternehmen und Institutionen. Führungskräfte aus der Praxis bringen Know-how als Lehrbeauftragte ein. Und die anwendungsbezogene Forschung liefert Lösungen und initiiert Innovationen in der Region und darüber hinaus.
Studienangebot: • •
20 Bachelor-Studiengänge 15 Master-Studiengänge
Bauen und Design Technik, Informatik und Naturwissenschaften Soziale Arbeit und Gesundheit Wirtschaft
Ausgewählte Aus- und Weiterbildungseinrichtungen:
ASCO Sprachenschule BDP Institut für berufliche Bildung Lohwasser Berufliches Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft bfz BWV Coburg-Thüringen (Berufsbildungswerk der Versicherungswirtschaft Coburg-Thüringen e. V.) connect Telezentrum Neustadt GmbH & Co. KG Evangelisches Bildungswerk Fachakademie für Sozialpädagogik Coburg Hochschule Coburg Industrie- und Handelskammer zu Coburg Medau-Schule Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Nürnberg Zweigakademie Coburg Volkshochschule Coburg Stadt und Land
Weiterführende und Berufsschulen: Gymnasium Albertinum Gymnasium Alexandrinum Gymnasium Casimirianum Gymnasium Ernestinum Staatliche Realschule I Staatliche Realschule II Fachakademie für Sozialpädagogik Coburg Fachschule für Maschinenbautechnik (Technikerschule) Medau-Schule Staatliche Berufsfachschulen für Hauswirtschaft und für Kinderpflege Staatliche Fachoberschule (FOS) und Staatliche Berufsoberschule (BOS) Staatliche Wirtschaftsschule Staatliches Berufliches Schulzentrum I Staatliches Berufliches Schulzentrum II Coburg
Bibliotheken in Coburg:
www.hochschule-coburg.de
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Landesbibliothek Coburg Schlossplatz 1 www.landesbibliothek-coburg.de Bibliothek der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg Friedrich-Streib-Straße 2/1-U07 www.hs-coburg.de Stadtbücherei Coburg Öffentliche Bücherei Herrngasse 17 www.coburg.de/Subportale/stadtbuecherei.aspx AUSGABE 18 / DEZEMBER 2016
Wissen wie. Wissen was.
Bild: www.wikipedia.de | Störfix
Wissen warum.
Aus- und Weiterbildung vor allem für Unternehmen: die IHK zu Coburg
Volks hoch schule!
Bild: Klappan Gruppe
www.vhs-coburg.de Löwenstraße 12, 96450 Coburg 09561/88250
Coburgs größte Wissenseinrichtung: die Hochschule
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HIER WOHNTE …
Für alle, die es verpasst haben: Unser „Hier wohnte…“ aus dem Frühjahr 2014
HIER WOHNTE…
VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT FOTOS: VAL THOERMER
…COBURGS ERSTER IMMOBILIENSPEKULANT Ohne ihn wäre Coburg um ein paar imposante Villen ärmer. Und wirklich jeder kennt sie, seine eindrucksvollen Gebäude. Sie entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert an vielen prominenten Knotenpunkten bürgerlichen Lebens vom Jugendstil beeinflusste Bauten aus Backstein und Sandstein. So wie das in der Bahnhofstraße 17 in Coburg.
D
ie Rede ist von Carlo Otto Leheis. Er schwang Zeichenstift und Mörtelkelle gleichzeitig und erschuf dabei Villen, die wortwörtlich die Bedeutung des aufkommenden Bürgertums in der Vestestadt in Stein meißelten. Und er war ausgesprochen fleißig. In den Jahren von 1896 bis 1904 ließ er an die 30 Häuser im gesamten Stadtgebiet errichten. Von der Alexandrinenstraße über die Marienstraße bis hin zur Lossaustraße, der Löwenstraße und dem Weichengereuth. Seine Villen prägen bis heute das Stadtbild und sind allesamt denkmalgeschützt. Obwohl: Villen im engeren Sinne waren die meisten Bauten gar nicht. Der Eigentümer selbst wohnte nicht darin. Leheis konzipierte seine Objekte von Anfang an als Mietshäuser für gehobene Ansprüche. Seine Idee war es, durch den Verkauf dieser villenähnlichen Gebäude das nächste zu finanzieren.
merkenswert. Ein so üppiges Gebäude mit einer Grundfläche von fast 200 Quadratmetern zielgenau einzupassen zwischen vorbei fließender Itz und belebter Bahnhofsstraße. Damit machte der Bauherr auf sich aufmerksam und ganz nebenbei noch ein bisschen Werbung für sein Architekturbüro. Dazu passte dann auch der städtische Auftrag zum Neubau der Hohenlohebrücke in der Bahnhofstraße – direkt vor der neu gebauten Villa. Weil die Verbreiterung und Verstärkung der ehemaligen Holzbrücke durch den aufkommenden Verkehr notwendig wurde, bekam die Überfahrt über die Itz ein Korsett aus Eisenträgern. Die Steinarbeiten führte die Firma Leheis aus. Praktisch. Und bei der feierlichen Einweihung der Brücke im Oktober 1901 standen die Coburger allesamt vor dem eben erst errichteten Mietshaus mit dem herrschaftlichen Antlitz. Auch von Marketing verstand er etwas, dieser Carl Otto Leheis.
Mit Ausnahme der Bahnhofstraße 17. Hier richtete sich der Architekt im Erdgeschoss sein Büro und seine Wohnung ein. Damals war es schick, an einer belebten Straße zu wohnen. Man sah gerne auf vorbei Flanierende und konnte hin und wieder einen Blick auf die Gäste des Herzogshauses - vom Bahnhof kommend – erhaschen. Dumm nur für Leheis, dass auf dem damaligen Grundstück auch die wenig glanzvollen Lager für sein Baugeschäft Platz haben mussten. Aber selbst dafür hatte Leheis eine Lösung parat: Das Haus wurde so geplant, dass es das unschöne Hintergebäude verdecken würde. Und das alles auf sage und schreibe nur knapp 740 Quadratmetern Grundstück. Be-
Er kaufte weitere Grundstücke. Er baute weitere Häuser. Große, herrschaftliche Gebäude. Mit Details aus den verschiedensten Bauepochen. Baumeister Leheis rühmte sich damit, Bauten in jeder Stilrichtung planen zu können. Hier ein bisschen Gotik, da ein bisschen Renaissance – zusammen ergab das wunderbare Fassaden mit hübschen Details. Verstreut über das ganze Stadtgebiet hat der gebürtige Plauener gewerkelt. Und das nicht allein. Man kann davon ausgehen, dass Leheis sehr modern – schon zahlreiche Subunternehmer beschäftigt hatte, die sich auf die verschiedenen Baustile spezialisiert hatten. Nur so kann man die enorme Bautätigkeit dieser Jahre erklären. Und es waren ja allesamt weder kleine noch unaufwändige Bauten. Bis hin zum einzigen wirklichen Jugendstilgebäude Coburgs in der Alexandrinen-
Die frühere Lehais-Villa in der Bahnhofstraße AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
straße – die Coburger nennen es aufgrund des einladenden Gestirns unterm Westgiebel schlicht „Sonnenhaus“. Aber auch hier trügt der Schein. Denn alles Jugendstilhafte beschränkte sich allein auf die Fassade. Innen ist das Haus konventionell aufgeteilt. Zweckdienlich. Schließlich sollte auch dieses Prachtstück ehedem wieder verkauft werden. So der Plan. Doch die Investition ging nicht auf. Otto Leheis baute und baute. Aber es fanden sich nicht schnell genug Käufer mit entsprechend großen Geldbeuteln. So geriet der schöne Plan ins Wanken, mit dem Erlös aus dem Verkauf des einen Hauses das nächste zu finanzieren. Schließlich deckten die Miteinnahmen bei weitem nicht die Summen, die er investiert hatte. Es kam wie es kommen musste: Otto Leheis ging pleite. Sein ganzer Besitz musste zwangsversteigert werden. Selbst sein Sägewerk im Hahnweg und der Steinbruch in Weißenbrunn am Forst. Alles verlor der geniale Planer und Architekt, der den Anblick Coburgs mit seinen Fassaden nachhaltig prägte und bis heute prägt. Nach und nach ging sein Besitz verloren und als im Jahre 1907 auch noch sein Wohnhaus in der Bahnhofsstraße unter den Hammer musste, hielt ihn nichts mehr. Mittellos verließ er mit seiner Familie im September die Stadt. Nie mehr fasste er geschäftlich Fuß. Er zog als Arbeiter und Zeichner rastlos durch Deutschland und verstarb schließlich im November 1921 in der Nähe von Schleiz auf einem Bahnhof. Vermutlich an Herzversagen. Schön zu wissen, dass die meisten seiner Villen bis heute in guten Händen sind. Liebevoll saniert und: egal ob als Mietwohnungen oder Geschäftsetagen: voller Leben. Mitten in Coburg.
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…COBURGS ERSTER IMMOBILIENSPEKULANT
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ROBIN HÖHN IM PORTRAIT
VON WOLFRAM HEGEN
Höhn
ROBIN Ist er ein Multitalent? Model, Tänzer, Choreograph, Musiker, Filmemacher? Und das mit gerade einmal Anfang 20? Ein Gesamtkunstwerk? Scheint so, auf jeden Fall sind Körper, Bewegung und Musik seine Sprache, auf jeden Fall ist er authentisch, auf jeden Fall bringt er
eine eigene persönliche Story mit, die überhaupt nicht witzig ist, sondern sehr zum Nachdenken anregt, und auf jeden Fall bleibt er immer Coburger, auch wenn Berlin mittlerweile seine Welt ist, er dort vor allem als Model arbeitet: Robin Höhn. Eine Abfrage.
Die Anfänge? Die No Angels fand ich als Kind ganz toll, die tanzen, singen, sehen toll aus, machen tolle Fotos, das hat mich fasziniert. Gerade das Tanzen auf der Bühne, dieses ganze Feeling. Ich habe das immer nachgetanzt, hatte dafür eine Begeisterung. So und dann habe ich gesagt, das probiere ich jetzt auch und es ist echt mein Leben geworden. Mit 14 hatte ich das erste Casting. In Coburg war das damals, da wurde ich dann genommen. Bei „Du bist Coburg“ habe ich mitgewirkt, 2006 war das. Und je mehr ich gemacht habe, desto mehr habe ich gespürt, dass das mein Leben ist.
Die Choreographie?
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Foto: Sebastian Rüger
Ich saß oft in der Schule, habe auf die Uhr gekuckt und habe mir im Kopf irgendeine Choreografie ausgedacht. Dann wusste ich, das ist nicht nur ein Spaß oder Hobby, das ist mehr. Mit 18 habe ich das Musical für Coburg choreographiert, das war eine Riesen-Herausforderung: Live-Band, 100 Leute. Erst habe ich gesagt, das mach ich, kein Ding. Und dann habe ich die Setlist bekommen. Es war ja auch nicht ein Genre von Musik, das war Funk, Soul, Pop, Rock, Klassik. Und ich hatte so Millionen Ideen in meinem Kopf, die ich erst einmal gar nicht auf Papier gekriegt habe. Da habe ich gedacht, meine Güte, wie soll ich das schaffen? Natürlich hat man immer mal Zweifel, habe ich auch heute noch. Und es war auch harte Arbeit. Viel Arbeit, die ich trotzdem genossen und ganz viel gelernt habe. Ich bin superselbstbewusst und erfahren aus der ganzen Produktion rausgegangen.
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MULTITALENT
Das Vorbild? Ich habe zwar viele Vorbilder, gerade in der Musik oder im Tanz und natürlich wird man inspiriert, aber ich habe eben nicht den klassischen Weg gewählt über eine Schauspielschule. Ich mache das eher learning-by-doing. Das war schon immer meins, mit dem Modeln, mit dem Tanzen. Ich habe geübt, vor dem Spiegel, Sachen ausprobiert, und habe dann gespürt, klappt das, funktioniert das, fühle ich mich dabei gut, sieht das gut aus? Wenn nicht, habe ich es anders probiert.
Die Bewerbung um den Oskar? Ich habe die Filmproduktion Park Avenue 3D auf der Veste kennengelernt. Dann haben wir gesagt, lass uns etwas zusammen machen. Der Dreh war dann irgendwie magisch: Es war im Herbst im Hofgarten. Die Tage davor hatte es nur geregnet. Und als wir gedreht haben, war strahlender Sonnenschein. Wir haben dann gedacht, lass es uns probieren, den Film zu den Oscars zu schicken, weil Park Avenue 3D war ein Vorreiter in 3D. Natürlich ist es schwer, einen Film überhaupt einzureichen. Es gibt eine Jury, ein Auswahlverfahren, der Film muss auf Filmfestspielen gezeigt werden, damit er überhaupt eingereicht werden kann. Wir haben es probiert, und es hat nicht geklappt … und dann kam das Nächste. Ich habe mit Park Avenue 3D einen zweiten Film gedreht, das war ein Fashion Film und der ist in Los Angeles gelaufen. Das alles war ein super Lernprozess.
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Die Bezahlung? Die Industrie hat sich verändert. Das Geld fließt nicht mehr so wie es einmal geflossen ist. Gerade durch die vielen Blogs und You-Tube-Stars wird viel irgendwie produziert und umsonst gepostet und jeder kann es sich anschauen. Modemagazine zahlen nicht mehr, was sie einmal gezahlt haben, wenn sie überhaupt bezahlen. Man muss für das gleiche Geld mehr arbeiten.
Die Musik? Mein Elektro-Funk-Duo „Fair Enuff!“ gibt es seit 2012. Ich mache das gemeinsam mit Elisabeth Funk. Wir kommen beide aus der Show-Welt, wollen tanzen, sexy sein und geile Fotos machen. Wir treten überall auf. Zum Beispiel beim Christopher Street Day, auch bei der Fashion Week. Unsere Texte gehen über Umwelt, Menschenrechte, Alkoholmissbrauch.
Der Alkohol? Meine Mama war alkoholkrank, sie ist seit 2003 trockene Alkoholikerin. Ich habe null Angst, dass sie rückfällig wird. Sie geht sehr offen damit um, engagiert sich auch heute noch im Blauen Kreuz. Aber Alkohol war ein großer Bestandteil von meinem Leben. Ich weiß, was er anrichtet, was er einer Familie antut. Ich war ja auch betroffen, ich war co-abhängig. Ich habe mitbekommen, ab einer gewissen Uhrzeit verändert sich meine Mama.
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ROBIN HÖHN IM PORTRAIT
Coburg oder Berlin? Ich bin Coburger und ich bin gerne hier, laufe gerne ungestylt herum und esse eine Wurstsemmel. Meine Familie ist hier, die ich oft besuche. Und dann bin ich wieder in Berlin, bin gestylt, arbeite mit Top-Designern, sehe mich auf Covern oder in irgendeiner Modezeitschrift, wo vor mir Beyonce ist und hinter mir Lady Gaga und ich bin in der Mitte, das ist schon verrückt. Ich probiere es immer meine sozialen Projekte mit in meine Arbeit einfließen zu lassen und stelle mich auch gerne für meine Heimat zur Verfügung. So mache ich jetzt zum Beispiel eine Kampagne mit Coburg zusammen.
Kirchhof 2 | D-96450 Coburg
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Das hat mir Angst gemacht. Ich hatte noch eine kleine Schwester, und ich habe gesagt, ich muss das unter Kontrolle und im Griff haben. Da habe ich mir mit neun Jahren großen Druck aufgebaut. Deswegen setze ich mich heute gerne und viel gegen Alkoholmissbrauch ein. Es ist ein Tabuthema, aber so präsent in der ganzen Welt. Gerade im Entertainment-Bereich steht er an jeder Ecke. Ich habe oft Gespräche mit Kollegen in der Modelwelt, die sich mir anvertrauen, die ohne Alkohol nicht feiern können. Deswegen versuche ich zu zeigen, dass man selbst in einem so gefährlichen Umfeld wie der Modelwelt arbeiten kann, ohne dem zu verfallen. Ich habe mein Ziel klar vor Augen, aber auf einer sauberen Basis, ich brauche diese ganzen Substanzen nicht. Viele aber kommen mit dem Druck nicht klar, lassen sich verleiten, man ist viel schneller abhängig, als man denkt. Aber es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen. Jeder kann mal abrutschen.
www.itv-coburg.de
Fotos: Robin Höhn
Das Gespräch führte Wolfram Hegen. Das komplette Interview als Podcast zum Download bei iTVCoburg: www.itv-coburg.de/robin-hoehn-2017. Und ein Beitrag über Robin Höhn: www.itv-coburg.de/robin-hoehn.
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Kirchhof 2 | D-96450 Coburg
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ABENDESSEN IM COPYSHOP
Quelle: www.twitter.com
VON WOLFRAM HEGEN
Echtes Fleisch, das nie gelebt hat
Quelle: www.bocusini.com
Quelle: www.independent.co.uk
Barilla testet den Nudeldruck
Der "Bocusini" aus Bayern druckt Marzipan
FOODPRINTER DIE REVOLUTION DER NAHRUNGSMITTELINDUSTRIE
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DIE REVOLUTION DER NAHRUNGSMITTELINDUSTRIE
Das Handy? Kein Mensch will immer erreichbar sein. Das Internet? Wird sich nicht durchsetzen. Das Auto? Ist nur laut und stinkt. Alltagsprodukte von heute waren früher Spinnereien. Und so behaupten wir: Der Lebensmitteldrucker der Gegenwart wird in der Zukunft in Restaurants und in der ein oder anderen Küche dazugehören wie Backofen, Herd und Mikrowelle. Vielleicht wird er sogar dafür sorgen, dass immer mehr Menschen überhaupt genug zu essen haben.
ZWEI MINUTEN FÜR EINE NUDEL Die Anfänge jedenfalls sind gemacht. Es gibt Foodprinter, die Essbares ausspucken. Keine kompletten Menüs, keine komplizierten Gerichte, aber immerhin: Bedrucktes Esspapier zum Beispiel gehört schon zur Tagesordnung, kleine Verzierungen, Figürchen, Dekorationen oder Formen aus einer Masse wie Marzipan, Zucker oder Kartoffelbrei. Aber auch leckere Pfannkuchen. Den „PancakeBot“ kann man sich schon für knapp 300 Dollar bestellen. Die Druckerpatronen dazu kosten noch einmal 30 Dollar. Auch Nudeln werden
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schon gedruckt. Dauert allerdings, daher ist der „Pasta-Printer“ von Barilla auch noch nicht käuflich zu erwerben: Wenn man auf eine einzige Nudel zwei Minuten wartet, kann einem schon fast der Appetit vergehen. Ein Pizzadrucker aus dem Jahr 2013 hat es bisher auch noch nicht zur Serienreife geschafft, weil die NASA die Fördergelder für das Forschungsprojekt abzog. Eigentlich nämlich waren die gedruckten Pizzas für Astronauten gedacht. 2015 gab es das erste Kunstfleisch aus dem Drucker. Google Gründer Sergey Brin leistete sich den 300 000 Euro teuren Spaß. Er möchte den Hackdrucker zum Geschäft machen. Ein paar Jahre aber soll es noch dauern.
PROTEINE AUS DER KARTUSCHE Das mag alles wie Spielerei klingen, aber klar ist: Wo sich so viel Geld verdienen lässt wie in der Lebensmittelbranche, da gibt es auch ausreichend wirtschaftliches Interesse an Innovationen, mit denen sich Unternehmen ein großes Stück vom Kuchen sichern. Alleine in den beiden größten Lebensmittelmärkten weltweit, China und den USA,
lag das Marktvolumen im vergangenen Jahr nach einer Schätzung bei etwa 2,7 Billionen US-Dollar, in Deutschland bei 300 Milliarden. Gegessen wird immer. Nahrungsmittel sind krisensicher, solange es die Menschheit gibt. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, welches Potential und welche Sprengkraft hinter diesen Zahlen steckt: Milliarden Haushalte weltweit, die sich zwar einen Drucker, aber keine Küche mehr kaufen. Das Ende der großen Supermärkte, weil künstlich hergestellte Nahrungsmittelbausteine wie Proteine, Kohlehydrate, Ballaststoffe, Fett, Vitamine und Mineralstoffe jetzt als Druckerkartuschen frei Haus geliefert werden. Arbeitslose Köche, weil ihre Jobs jetzt von Robotern erledigt werden. Das Ende der Massentierhaltung, weil Fleisch nicht mehr gelebt haben muss, bevor man es verzehrt. Spinnerei? Vielleicht. Aber fährt heute noch jemand Kutsche? Schreibt noch jemand Schreibmaschine? Übermittelt heute noch jemand seine Nachrichten mit dem Morsealphabet? Und wer geht noch in die Bibliothek, wo man doch alles im Netz bekommt?
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DIE REVOLUTION DER NAHRUNGSMITTELINDUSTRIE
AUTOMATISIERTE SPRITZBEUTEL Freilich, noch lassen die großen Player aus der Nahrungsmittel- und Druckindustrie die Arbeit vor allem die kleinen machen: Einzelne Entwicklerteams rund um den Globus, Start-Up-Unternehmen, die an der Zukunft des Essens basteln. So wie das Freisinger Unternehmen „Print2Taste“ aus Freising, eine Ausgründung aus der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, finanziert über Crowdfunding. Das junge Team hat hierzulande in den letzten Monaten am meisten auf sich aufmerksam gemacht und ist wild entschlossen, aus dem Druck von Nahrungsmitteln ein Geschäft zu machen. Das Motto „Wir bringen Lebensmittel in Form … und machen natürliche Lebensmittel druckbar“ deutet allerdings schon darauf hin, dass es sich aktuell noch mehr um automatisierte Spritzbeutel handelt als um ein Gerät, das vollwertige Mahlzeiten serviert. Es geht denn auch mehr um „das kreative und personalisierte Gestalten von Lebensmitteln in Profiküche, Catering, Konditorei und Bäckerei.“ Zurzeit aus Marzipan oder aus Choco. Die nächsten Lebensmittel sind schon angekündigt: Cassis und Nougat. Bis zu 40 Lebensmittel sind vorgesehen. Auch Wurst oder Milch seien möglich, heißt es. Zukunftsmusik. Ein Anfang aber ist gemacht. Und vor allem hat das junge Team aus Freising ein Gesamtpaket geschnürt, das bisher einmalig ist: So rühmt man sich für seine ganzheitliche Plug & Play Lösung aus Drucker mit browserbasiertem intuitiven Userinterface und der weltweit ersten voll integrierten 3D Food Printing Webplattform. Den kompletten Herstellungsprozess und nicht nur den Drucker alleine im Auge zu haben, ist für den Erfolg auf dem Markt auf jeden Fall von Vorteil. Und so lobt zum Beispiel Karl Eisenrieder von der Conditorei Münchner Freiheit: „3D Food Printing ist die natürliche Weiterentwicklung des Handwerks.“ Der personalisierte Gruß aus der Küche, der Bräutigam in Marzipan auf der Hochzeitstorte, süße Firmenlogos, dafür muss sich keiner mehr die Hände schmutzig machen.
ZEHN MILLIARDEN HABEN HUNGER Visionäre aber erhoffen sich vom Foodprinter weit mehr als ein Gadget für Besserverdienende: Es gibt zwar immer mehr Menschen auf der Erde, aber gleichzeitig immer weniger Flächen zum Anbau von Lebensmitteln. Wie also sollen die im Jahr 2050 bis zu zehn Milliarden Menschen ernährt werden? Schon heute leiden viele hundert Millionen an Hunger. Die neue Technologie könnte dieses Problem lösen helfen, so hoffen Befürworter. Nicht umsonst haben sich auch auf der Expo 2015 in Mailand über 100 Fachleute mit den Chancen von Lebensmitteldruckern zur Versorgung der Erdbevölkerung mit Nahrungsmitteln beschäftigt. Aber auch kranken Menschen oder Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien könnten Foodprinter helfen, sie gezielt mit Nährstoffen versorgen, leicht kau- und schluckbare Nahrungsmittel herstellen für die 30 Millionen Menschen, die alleine in Europa an Kau- und Schluckstörungen leiden. Doch noch ist es bis dahin ein weiter Weg. Aktuell sind die meisten Drucker zu aufwändig in der Herstellung und zu langsam. Sie scheitern an kompletten Gerichten, sind allenfalls in der Lage, einzelne Zutaten getrennt zu drucken. Auch die Festigkeit der gedruckten Lebensmittel ist eine Herausforderung. Damit eine Masse in eine Form gedruckt wird, muss sie weich sein. Damit sie danach nicht in sich zusammenfällt, aber auch hart genug. Dazu braucht es Zusatzstoffe. Viele kleine Probleme. Wie bei allen Innovationen. Doch die Anfänge sind gemacht. Ob einem das schmeckt, ist eine andere Frage.
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FERNWEH
VON BENEDIKT DELLERT
Der seltsame Schmerz Einen Grund zu verreisen findet man eigentlich zu jeder Jahreszeit: Meistens haben aber das durchwachsene deutsche Wetter und der triste Alltag seine Finger im Spiel. Wenn dann auch noch der Frühling seine Anlaufschwierigkeiten hat und das Thermometer im Februar und März selten die 5-Grad-Hürde knackt, quält einen das Fernweh und das kann schon ganz schön frustrierend sein. Wäre es doch so schön, mal wieder einen lauen Tag am See zu verbringen, im Hofgarten zu picknicken, bis spät in die Nacht bei einem Cocktail auf der Terrasse zu sitzen. Die Liste an Aktivitäten bei Wärme und Sonnenschein scheint unendlich, die bei Schlechtwetter eher mager. Spätestens dann, wenn man sogar noch im April bei Nieselregen mit Omas selbstgestrickten Socken und dem dicken Pullover in seiner Wohnung vor sich hin grübelt, ist es so weit. Man schaut sich um, wo man den wohlverdienten Urlaub verbringen mag.
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DER SELTSAME SCHMERZ
Kolumbien: Neues Traumziel in Mittelamerika
Sehnsucht nach Wärme ist aber natürlich nicht alleiniger Grund für das Fernweh. Sie ist eher ein Auslöser und verstärkt nochmals das Verlangen. Der wahre Hintergrund ist, dass man schon nahezu süchtig danach ist, fremde Länder und Kulturen kennenzulernen. Mit dem Rucksack durch Indonesien, Badeurlaub auf Mallorca oder Wandern durch Schweden. Der aktuelle Trend geht weg vom Pauschalurlaub und hin zum individuellen Trip, bei dem man noch ungebundener, flexibler, ja freier ist. So kommt man auch direkt mit Einheimischen in Kontakt, sieht wie diese leben, und hat die
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Gelegenheit, sich mit ihnen zu unterhalten und noch ein paar tolle Insider-Tipps zu ergattern. Das gibt einem das Gefühl, die fremden Kulturen nicht nur zu sehen, sondern in fremde Welten einzutauchen. Einen essenziellen Bestandteil dieses Kulturerlebnisses stellt auch die landestypische Küche dar – also Geschmack, Gewürze und Gerüche. Alleine der Gedanke daran, bald wieder über einen asiatischen Markt schlendern zu können und ein paar Leckereien mit nach Hause zu bringen, lässt einen Luftsprünge machen – Urlaub mit allen Sinnen sozusagen.
“Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse nichts außer Fußspuren.“ Chief Seattle
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FERNWEH
Bei all den vielen Reisezielen die es auf unseren schönen Planeten gibt fragt man sich wohin zieht es die meisten Menschen und was sind die Top-Reiseziele 2017? Jedes Jahr ein neues absolutes Top-Reiseziel zu finden, ist nicht einfach. Die Welt hat nun einmal nur offizielle 193 Staaten und viel mehr werden es auch nicht. In diesem Jahr stehen, wenn es um Länder geht, laut Lonely Planet ganz oben auf der Liste: Kanada, mit seiner tollen Natur, Kolumbien, das Land zwischen Anden und Karibik und Finnland, das für seine wunderschönen Nordlichter bekannt ist. Auch bei Städten gibt Lonley Planet Tipps. Hier heißen die Top 3: Bordeaux, Kapstadt und Los Angeles. Ganz schön international. Vielleicht aber wissen die britischen Verleger von Lonely Planet gar nicht, wie schön es auch in Deutschland ist. Denn neben dem Fernreisetrend gibt es einen weiteren Trend. Urlaub quasi vor der eigenen Haustür, in Deutschland. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.“ Schon Johann Wolfgang von Goethe war die Schönheit des eigenen Landes bekannt und tolle Ecken findet man in allen Teilen von Deutschland. Man braucht also nicht weit zu reisen, um das Fernweh zu lindern.
Doch warum haben wir überhaupt Fernweh? Diese Lust, diese Sehnsucht, das Gefühl zu reisen wird zusätzlich von vielen Einflüssen angeheizt, die allgegenwärtig sind. Wo man auch hinschaut, ob YouTube, Instagram oder Pinterest, in verschiedenen Lifestyle-Magazinen oder im Fernseher – überall umströmt er uns der Traum vom Reisen, vom kurzzeitigen Verlassen des doch so langweiligen Alltags, vom weißen Traumstrand, von der absoluten Freiheit und fremden Kulturen. Ein Begriff, der einen in diesem Konsens immer wieder begegnet ist „wanderlust“, heutzutage vorzugsweise als Hashtag – #wanderlust. Das Wörtchen ist nichts anderes als die Übersetzung von Fernweh ins Englische und kommt auch aus dem Deutschen. Ob auf T-Shirts oder Caps, das Wörtchen hat mittlerweile weltweiten Ruhm erlangt und manch einer lässt es sich sogar unter die Haut stechen. Eine Lust gilt es zu stillen. Doch wie stillt man die Wanderlust? Da fällt einem nur eines ein: Mit Reisen – egal ob Kurztrip oder Weltreise, ob Bayerischer Wald oder Bora Bora, ob mit dem Rucksack oder mit dem Koffer, es muss zum jeweiligen Menschen und dessen Geldbeutel passen. Es gibt so viele tolle Ziele, die nah oder fern liegen, tolle Erinnerungen lassen sich überall finden.
Unendliche Weiten: Sehnsuchtsort Kanada
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BILLARD
VON BENEDIKT DELLERT FOTOS: SEBASTIAN BUFF
Die stärkste Liga der Welt in Coburg
Wenn man an Bundesliga und Coburg denkt, kommen einem zuerst die Handballer in den Sinn. Vielleicht noch die im letzten Jahr finanziell gescheiterten Volleyballer. Natürlich die Schützen, die immerhin schon Deutscher Meister gewesen sind. Wie auch die Kanupolo Damen. Viele aber wissen gar nicht, dass aktuell noch eine Mannschaft in einer höchsten Spielklasse des Landes ihren Sport betreibt. Noch dazu einen, der noch vor geraumer Zeit als reiner Kneipensport galt – Billard.
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Ein lauter Knall. Wie eine Explosion. Die bunten Kugeln schießen über den Tisch. Gleich mehrere treffen eine der sechs Taschen. Die anderen kommen langsam zu Ruhe. Der Spieler analysiert die Situation, legt sich einen Schlachtplan zurecht. Dann versenkt er die restlichen Kugeln. Präzise. Eine nach der anderen. Am Ende locht er auch noch die schwarze Kugel ein. Der Gegner hat keine Chance, kommt überhaupt nicht an den Tisch. So oder so ähnlich stellt man sich eine Partie Billard vor. Doch dass Billard nicht gleich Billard ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben: Es gibt mehrere unterschiedliche Spielformen. Pool Billard, Snooker oder Carambolage zum Beispiel. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Als Spieler muss mit dem Queue die Kugeln treffen. Präzise. Mit dem richtigen Tempo. Klingt einfach, ist es aber nicht. Der genaue Ursprung dieses Spiels ist bis heute nicht bekannt - es gibt mehrere Theorien, die deutlich voneinander abweichen. Engländer und Franzosen streiten sich darüber, wer das Spiel im 13. Jahrhundert erfunden hat. Billard, das klang lange vor allem nach Kneipensport und Hollywood. Filmszenen mit Zigarrenrauch und Whiskey. Heute dagegen hat sich Billard zum Leistungssport in schicken Westen entwickelt. Von Rauch und Whiskey nämlich gibt es im Billardzentrum Creidlitz nichts zu sehen. „Wir waren einer der ersten Vereine in Coburg, die das Rauchen im Vereinsheim verboten haben“, so Folker Koch, der seit 51 Jahren Carambolage spielt. Dazu gekommen ist er durch seinen Vater, der den Verein mitgegründet hat. Das „Carambolage-Fieber“ hat die Familie fest im Griff, denn auch Kochs Frau und die beiden Kinder spielen diese Art des Billardspiels. Carambolage – das sind keine sechs Löcher am Tisch, wie vom Pool Billard bekannt, das sind keine vielen bunten Kugeln, sondern nur drei. Carambolage unterscheidet sich somit sehr von den anderen Spielweisen im Billardsport. Jeder Spieler spielt über die gesamte Partie mit seinem eigenen Ball, so nämlich heißen die „Kugeln“ bei Carambolage. Er muss versuchen, diesen so zu stoßen, dass er die beiden anderen Bälle berührt. Gelingt dies, zählt das einen Punkt, und der Spieler darf weiter machen. Aufgeschrieben werden sowohl die erzielten Punkte als auch die Aufnahmen. Die besagen, wie oft jeder Spieler an den Tisch kommt. Die Partie endet, wenn einer der Spieler die festgelegte Punktzahl oder die Anzahl der Aufnahmen erreicht hat. Die richtet sich nach der Stärke der Liga. Präzision, Taktik und Disziplin sind nur drei Eigenschaften eines guten Spielers. Ein anderer wichtiger Faktor ist die Psychologie. „Wenn man mal einen schlechten Tag hat und nicht gut spielt, dann muss man eben dafür sorgen, dass der Gegner noch schlechter spielt“, so Koch. „Es ist einfacher, gegen Gegner zu spielen, die man kennt. Da weiß ich, wie die ticken.“ Psychologie hat einen hohen Stellenwert im Billard, und das in zweierlei Hinsicht. Da ist der Kampf gegen sich selbst. Konzentrationsschwächen, Nervosität, Selbstzweifel und Selbstkritik. Alles das gilt es zu überwinden, damit man sich nicht selbst blockiert. Daneben gibt es natürlich auch noch den
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DIE STÄRKSTE LIGA DER WELT IN COBURG Kampf gegen den Gegner, gespickt mit Kniffen und Tricks. „Wenn man in der Aufnahme keinen Punkt mehr machen kann, muss man dem Gegner einen schwer zu bespielbaren Tisch hinterlassen.“ Natürlich klappt das nicht immer reibungslos, aber Übung macht auch hier den Meister. Das gilt vor allem wenn man in der höchsten Spielklasse Deutschlands den Queue schwingt. Seit dieser Saison spielt Folker Koch mit seinen drei Teamkollegen Christian Dressel, Franzl Simon und Manuel Ortmann in der 1. Bundesliga, die wie im Handball auch als stärkste Liga der Welt gilt. Den Aufstieg hatten die Coburger schon in den vergangen drei Jahren sportlich geschafft, jedoch verzichtete man jeweils. Im vergangen Jahr war das dann anders. „Nachdem unser befreundeter Billardverein aus Neustadt/Orla sich aus der 1. Liga
zurückzog und zwei Spieler aus Neustadt zu uns wechselten, war der Weg für uns frei.“ Ein Weg, der vor allen finanziell nicht einfach ist für den kleinen Verein mit seinen 50 Mitgliedern. „Besonders die weiten Entfernungen zu den anderen Bundesligisten machen es schwierig für uns. Wir verbringen in einer Saison mehr als 4000 Kilometer auf der Straße und reisen, um die Kosten zu verringern, erst immer am Spieltag an“, so Koch, der die Kosten für eine Saison in der Belletage des Billards auf circa 6000 Euro beziffert. Dennoch ist sich Folker sicher, dass man es irgendwie stemmen wird, um damit auch in der nächsten Saison erstklassig zu spielen. Sportlich ist man in Creidlitz auf jeden Fall auf einem guten Weg, die Liga zu halten.
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4. März 2017 14:00 Uhr gegen BSF Goch 5. März 2017 11:00 Uhr gegen BR RW Krefeld 1. April 2017 14:00 Uhr gegen TuS Kaltehardt
Folker Koch in seinem "Stadion" AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
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VON WOLFRAM HEGEN FOTOS: SEBASTIAN BUFF
Ein Leben lang einem Unternehmen gedient. Erfolge und Misserfolge zusammen gelebt. Gelernt, geackert, geredet. Freunde gewonnen, Sinn erlebt, Verantwortung übernommen, Anerkennung bekommen. Dann aber kommt die Zeit des Aufhörens. Der Schritt in ein unbekanntes Leben, ohne Wecker, Kollegen, Kunden, eine Aufgabe. Vor allem für Führungskräfte oft ein schwerer Moment. Doch er kann gelingen, wenn man ihn bewusst gestaltet. So wie es Bernd Gehrlicher gemacht hat.
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„Es sitzen manchmal Leute da, die weinen, weil sie plötzlich wieder Vögel zwitschern hören können.“ Fast fünfzig Jahre lang war er bei Optik Müller beschäftigt. Bernd Gehrlicher und die Inhaberfamilie Hieber, das war schon immer mehr als ein Beschäftigungsverhältnis, Bernd gehörte schon früh zur Familie. Kindheitsfotos zeigen ihn mit Werner Hieber fröhlich im Garten spielend. Gehrlichers und Hiebers, das ist ein vertrauensvolles Miteinander, beruflich und privat. Klar, dass auch der kleine Bernd 1968 Lehrling bei Optik Müller wird. Allerdings wählt er nicht den Optikerberuf wie sein Vater, sondern beginnt eine Ausbildung zum Hörgeräteakustiker. Das Berufsbild war damals gerade entstanden, Bernd Gehrlicher ist der einzige Auszubildende in ganz Oberfranken. Und kommt, wie er erzählt, „in den besonderen Genuss, meine theoretische Ausbildung direkt vom frisch gebackenen Meister Horst Hieber zu erhalten.“ Das Wissen wird damals „im ersten Stock in der Mohrenstraße in Coburg, im Wohnzimmer über dem Geschäft“ weitergegeben. Bande fürs Leben. Nach drei Jahren schließt Gehrlicher seine Lehre planmäßig ab. Gleichzeitig beginnt er auch noch die Ausbildung als Augenoptiker. Schon bald steht er Optik Müller mit beiden Qualifikationen zur Verfügung. „In jeder Hinsicht war diese Kombination ein Glücksfall.“ Für das Unternehmen, für die Kunden, und natürlich vor allem für ihn selbst. Gehrlicher ist motiviert, übernimmt Verantwortung, bildet sich weiter. 1989 legt er seine Meisterprüfung als Hörgeräteakustiker ab. „Der Meistertitel war eine Anstrengung, die sich in jeder Beziehung gelohnt hat
und zu der ich den Nachwuchs in unserer Branche nur ermutigen kann“, sagt er rückblickend. Sein Arbeitgeber fördert sein Engagement, Qualität, Ausund Fortbildung stehen bei Hiebers ganz weit oben. Gehrlicher liebt seinen Beruf, steht zu seinem Unternehmen, lobt noch heute rückblickend das „super Betriebsklima“. „Wir haben immer sehr gute Chefs gehabt, aber man war auch immer sein eigener Chef. Das heißt viel Verantwortung, aber eben auch viele Freiheit, selbst etwas aus seiner Aufgabe zu machen.“ So hat Gehrlicher über die Jahre viele vertrauensvolle Kundenverhältnisse aufgebaut. „Ich kenne Kunden, die waren als Kinder schon bei mir, die sind jetzt erwachsen und fragen immer noch nach einem Termin mit dem Herrn Gehrlicher.“ Hörgeräteakustiker, das ist für ihn ein Dienst am Menschen, das sind immer moderne, immer kleinere, immer leistungsfähigere Hilfen, die Nebengeräusche reduzieren, Sprache herausfiltern, akustische Situationen erkennen und mit automatischen Programmen darauf reagieren können, alles, um besser oder überhaupt wieder etwas zu hören: „Es sitzen manchmal Leute da, die weinen, weil sie plötzlich wieder Vögel zwitschern hören können.“ Doch bei aller innigen und über das rein berufliche hinausgehenden Verbundenheit zu seinen Kunden und seinem Arbeitgeber ist für Gehrlicher immer klar: „Wenn man 45 Jahre gearbeitet hat, kann
man mit 63 Jahren aus dem Beruf ausscheiden.“ So macht er es auch. Am 1. September 2015 tritt er in den Ruhestand ein. „Loslassen war für mich kein Problem, ich empfehle es jedem, der die Möglichkeit hat, sich anderen Themen zuzuwenden. Auch der frühe Tod meines Vaters mit 64 kurz nach der Rente war ein Schlüsselerlebnis. Ich weiß ja nicht, wie lange ich mein Leben habe.“ Langweilig wird ihm nicht. Er hat Haus und Garten, geht gerne wandern, fährt viel Fahrrad. „Die meisten der Kunden, die ich hatte, waren schon immer Rentner, die haben immer gesagt, wenn Sie mal Rentner sind, haben sie keine Zeit. Das habe ich nie geglaubt, aber es ist wirklich so, das ist das Schöne an der Geschichte.“ Auch die Frau freut sich, dass sie jetzt mehr von ihrem Mann hat – bis auf zwei Tage in der Woche. Denn es dürfte nicht wundern, dass Bernd Gehrlicher nach fast fünf Jahrzehnten nicht so ganz ohne Optik Müller kann. Ein Abschied auf Raten, ein langsames Loslassen, auch das macht es einfacher: Gehrlicher steht seinen Kunden an zwei Tagen zur Verfügung. „Ich kann es jedem nur empfehlen, ein bisschen im Beruf zu bleiben, ein, zwei Tage, das macht viel Spaß.“ So kann er sich weiter an jungen Kolleginnen und Kollegen freuen, an ihrem Engagement, an den vielen neuen Produkten für besseres Hören und Sehen, und an unvergesslichen Momenten mit seinem Team. Einer davon steht schon fest: 2018, 50 Jahre nach seinem Eintritt in die Firma.
„Loslassen war für mich kein Problem, ich empfehle es jedem, der die Möglichkeit hat, sich anderen Themen zuzuwenden. Auch der frühe Tod meines Vaters mit 64 kurz nach der Rente war ein Schlüsselerlebnis. Ich weiß ja nicht, wie lange ich mein Leben habe.“
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DER SCHLOSSPLATZ RUFT HUK-COBURG OPEN-AIR-SOMMER
Noch weht ein kühler, bisweilen kalter Wind über den Coburger Schlossplatz. Aber in weniger als einem halben Jahr wird es dort wieder heiß hergehen. Zum HUK-COBURG Open Air Sommer kommen im August drei absolute Top Acts in die Vestestadt.
SÖHNE MANNHEIMS
25. AUGUST 2017 I 20 UHR Den Auftakt machen „Die Söhne Mannheims“. Sie haben für ihre Open-Airs 2017 nur die angesagtesten Freiluftbühnen des Landes sowie der Schweiz ausgewählt – darunter auch den Schlossplatz Coburg. 1995 gegründet, haben sich die Söhne Mannheims mit bisher fünf Studio-Alben, zahlreichen Hits und mit ausverkauften Tourneen seit über 20 Jahren zur absoluten Kultband entwickelt. Das ist nicht zuletzt dem unvergleichlichen Live-Feeling zu verdanken, das die Band und ihre Fans stets vom ersten bis zum letzten Beat verbindet. Freuen kann man sich auch auf Wegbegleiter der ersten Stunde wie Rolf Stahlhofen und Xavier Naidoo.
ANDREAS BOURANI
26. AUGUST 2017 I 20 UHR Nach seiner überaus erfolgreichen Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz kommt Andreas Bourani im Sommer auf die Freiluftbühne nach Coburg. Nach zwei Studio- und einem Livealbum, diversen Single-Hits wie der Überhymne ‚Auf Uns’ und zahlreichen Auszeichnungen wie dem Echo, der 1Live Krone oder dem Bambi ist Andreas Bourani in der Liga der großen deutschen Singer-/Songwriter angekommen. Zusammen mit viel Humor, einer perfekt eingespielten Band und einer grandiosen Lichtshow wird jedes Konzert von Andreas Bourani zu einem Erlebnis.
MARIUS MÜLLER-WESTERNHAGEN 27. AUGUST 2017 I 20 UHR
Ein weiterer Hochkaräter der deutschen Musikszene kommt auch zum HUKCOBURG open-air-sommer 2017: Marius Müller-Westernhagen wird mit seiner MTV Unplugged Tour vor der traumhaften Kulisse in Coburg zu sehen sein. Im Sitzen, mit Gästen und akustischen Instrumenten – so simpel ist das Konzept von „MTV Unplugged“. Und so wirkungsvoll, wenn die Musik eines Künstlers ganz speziell zu leuchten beginnt. „Wir haben ‚Unplugged‘ als künstlerische Herausforderung gesehen“, sagt Marius Müller-Westernhagen über die Show. „Wir wollten uns nicht einfach nur akustische Gitarren umhängen und die originalen Arrangements als verkapptes Best of runterspielen.“ Man darf gespannt sein, was der Altmeister präsentiert.
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Infos und Eintrittskarten gibt es unter www.vs-bamberg.de C O B U R G E R | D A S M A G A Z I N oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
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GALERIE | ULRIKE ANNUSZIES
G A L E R I E U L R I K E
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„Menschenphotographie“ ist ihre Leidenschaft: Die Coburger Fotografin Ulrike Annuszies holt seit Jahren namhafte und ganz normale Menschen vor die Linse. Zum Beispiel drei junge Frauen – ein Shooting in der der Coburger Winterkälte 2017. Rein. Klar. Hell.
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GALERIE | ULRIKE ANNUSZIES
LANDESTHEATER
COBURG
Das schlaue Füchslein
Oper von Leoš Janáček
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PSYCHO -TH RILLER�STATT�MÄRCH ENIDYLLE
DAS�SCH LAU E�FÜCH SLEIN Oper von Leoš Janáček Empfohlen für Menschen ab 16 Jahren Musikalische Leitung Roland Kluttig Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka Nächste Vorstellungen Sonntag, 19. Februar 2017 Dienstag, 21. Februar 2017 Freitag, 24. Februar 2017 Freitag, 3. März 2017 Mittwoch, 8. März 2017 Samstag, 11. März 2017 Mittwoch, 15. März 2017 Samstag, 29. April 2017 Sonntag, 7. Mai 2017
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BERNHARD AICHNER – TOTENRAUSCH
Buchempfehlung Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN Brünhilde Blum ist zurück – ein letztes Mal muss sich die toughe Bestatterin auf der Flucht ihrer Widersacher erwehren, damit sie endlich zur Ruhe kommen kann. Und dieses letzte Mal hat es in sich: Über Norwegen führt sie ihre Flucht nach Hamburg, wo sie auf einen Neuanfang für sich und ihre Töchter hofft. Dafür geht sie einen verhängnisvollen Pakt mit Egon Schiele ein, dem Zuhälterkönig der Stadt, der den Sumpf jenseits der Hochglanzfassaden der Elbphilharmonie regiert. Der Deal ist teuflisch: Er besorgt ihrer Familie eine neue Identität, sie bringt im Gegenzug jemanden für ihn um… Und tatsächlich: Es gelingt ihr, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie wohnt in einem schönen Haus in Blankenese, findet Arbeit bei einem Bestatter, die Kinder gehen zur Schule und sind glücklich. Doch das Glück steht auf tönernen Füßen, denn es ist von Schieles Gnaden. Wie ein Damokles-Schwert schwebt das Unheil über der kleinen Familie, denn für Schiele ist nichts im Leben umsonst…. Eines Tages fordert er ein, was sie ihm versprochen hat, und eine unheilvolle Spirale der Gewalt beginnt sich zu drehen… Mit Schiele hat Brünhilde Blum, die mich im Übrigen an Stieg Larssons Kultfigur Lisbeth Salander erinnert, einen gefährlichen Gegner: Charmant, gut aussehend, knallhart. Katz und Maus spielen die beiden miteinander, nur dass es kein Spiel ist, sondern tödlicher Ernst. Totenrausch ist das furiose Finale der Toten-Trilogie um Brünhilde Blum, das man auch sehr gut ohne Kenntnisse der Vorgänger-Bände lesen kann. Der gewohnt prägnante Schreibstil Aichners mit knackigen Dialogen der ungewöhnlichen Hauptfiguren treibt das Tempo dieses Thrillers voran und führt dazu, dass man das Buch nicht mehr weglegen mag.
Wird wirklich alles gut?
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten: ISBN: 978-3-442-75637-7 19,99 Euro eBook: ISBN: 978-3-641-16456-0 15,99 Euro Hörbuch: MP3-CD, 1 CD, Laufzeit: 7h 42m ISBN: 978-3-8445-2468-0 19,99 Euro
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Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück verdankt, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten…
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© Ursula Aichner
Die Frau, die in das Büro eines Hamburger Zuhälters stürmt, ist verzweifelt. „Ich brauche Pässe für mich und meine zwei Kinder“, sagt sie. Und: „Wenn du mir hilfst, werde ich jemanden für dich töten.“ Es wäre nicht das erste Mal ...
Bernhard Aichner Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. „Totenrausch“ ist nach „Totenfrau“ und „Totenhaus“ das große Finale der Trilogie, in deren Mittelpunkt die Bestatterin Brünhilde Blum steht. Die Bücher wurden weltweit verkauft, eine mehrteilige internationale Fernsehserie ist in Vorbereitung.
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VORSCHAU
THEATERVORSCHAU PRÄSENTIERT VON DER
DEMNÄCHST IM LANDESTHEATER TRAUMHAFTES BALLETT
WENN SCHAUSPIELER HITLER SPIELEN
ALICE IM WUNDERLAND
EIN BISSCHEN RUHE VOR DEM STURM
Ballett von Rosemary Halliwell, Musik von Roland Fister
Theaterstück von Theresia Walser
A
DARUM GEHT ES
Es ist eines der erfolgreichsten Kinderbücher aller Zeiten, im angloamerikanischen Sprachraum kommt jedes Kind mit ihm hörend, lesend und vielleicht bei einer Schul-Theateraufführung in Berührung: Alice im Wunderland von Lewis Carroll, 1865 veröffentlicht. Es erzählt die Erlebnisse der Titelheldin Alice, die an einem Sommertag einem sprechenden Kaninchen begegnet. Sie folgt ihm, springt ihm in einen Brunnen nach, der in eine geheimnisvolle Welt führt. Das Stück ist eine Reise. Eine Reise in einer andere Welt: Alice begegnet in ihrer Traumwelt seltsamen Gestalten wie tanzenden Spielkarten, dem weißen Kaninchen, dem verrückten Hutmacher und stürzt sich im wahrsten Sinne kopfüber in ein verrücktes Abenteuer. Im Wunderland gelten keine Regeln mehr. Die Welt wird bestimmt durch Nonsens. Ständig verändert Alice ihre Größe, wächst und schrumpft. Raum und Zeit geraten ins Wanken. Höhepunkt dieser absurden Ereignisse bildet das Krocketspiel der Herzkönigin mit Igeln als Bällen. Die Geschichte gipfelt in einer Gerichtsverhandlung, bei der der Herzbube angeklagt wird, weil er der Herzkönigin Kuchen gestohlen hat. Nach dem Urteilsspruch will die Herzkönigin alle hinrichten lassen, die Spielkarten stürzen herab und Alice erwacht – in einer neuen Welt: Sie ist erwachsen. B
WO UND WANN SPIELT ES
Alice im Wunderland ist eine Ballett nach dem Buch von Lewis Carroll. Die Idee zu Alice im Wunderland kam Carroll während eines Bootsausfluges mit den drei Liddell-Mädchen Alice, Lorina und Edith. Besonders Alice mit ihrem Wortwitz und Charme hatte es Carroll angetan. Das Ballettstück wurde 2011 als Explosion von Farbe, Bühnenmagie und choreographischem Einfallsreichtum in London uraufgeführt. Als erstes abendfüllendes Werk beim Royal Ballet nach fast 20 Jahren, wurde es sofort ein Hit, der bis heute das Haus zum Toben bringt– das Musical unter den Balletten. C
WAS ERWARTET MICH
Alice im Wunderland ist mit seinen Rätseln, seiner psychologisierenden Vielschichtigkeit, seinem Verwirrspiel um Realität und Phantasie, um Identität und Selbstbild eine Geschichte für Kinder und Erwachsene zugleich. Der perfekte Familienausflug führt also demnächst ins Landestheater. D
WANN
A
DARUM GEHT ES
Während der Theaterschauspieler und Hitlerdarsteller Franz Prächtel selbstverliebt von sich und seiner hohen Kunst als Schauspieler schwärmt, setzt sich der junge Fernsehschauspieler und Goebbelsdarsteller Ulli Lerch mit feurigem Eifer dafür ein, dass das Theater von heute zeitgemäß multimedial sein soll. Er ist davon überzeugt, dass historische Stücke mit Blick auf die aktuellen, brennenden Themen der Zeit wie Tod, Terror oder die Komplexität menschlicher Persönlichkeit interpretiert werden sollen. Dazwischen der Hitlerdarsteller mittleren Alters Peter Söst, der einerseits den alten Theaterstar hochleben lässt und gleichzeitig ihn zu verachten scheint. Am Ende sind alle Disputanten erschöpft, ohne sich einen Schritt nähergekommen zu sein. Eitelkeit, Konkurrenzdruck und Festhalten an liebgewordenen Grundsätzen verführen dazu, der Selbstbestätigung willen Kollegen gnadenlos herabzuwürdigen. Wie im richtigen Leben. Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm ist gewürzt mit einer wohl dosierten Prise Komik, doch dahinter schimmert auch der tragische Ernst menschlicher Schwächen. B
WO UND WANN SPIELT ES
Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm ist ein Theaterstück mit Tiefgang, das sämtliche Gehirnzellen in Schwingung bringt. Machtkämpfe, Konkurrenzspiele und Imponiergehabe zwischen Männern kennt man. Quer durch alle sozialen Schichten und Altersstufen. Die Schauspieler lassen sich sogar Spielchen hinreißen, wenn noch gar keiner zuguckt, bevor die Kamera der Talkshow, zu der sie eingeladen sind, überhaupt läuft. C
WAS ERWARTET MICH
Drei Schauspieler geraden ganz schön in Rage, wenn es um ihren Beruf geht. In einer Talkshow sollen sie darüber reden, ob Hitler überhaupt dargestellt werden kann. Doch während sie auf ihren Auftritt warten, verwickeln sie sich in eine turbulente Auseinandersetzung ob der Frage, warum sie auf der Bühne stehen. Ein Generationenkonflikt bricht auf, der komische wie ernste Züge trägt. D
WANN
Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm startet mit der Premiere am 7. April. Weitere Aufführungen finden am 9., 11., 12. und 30. April statt.
Die Soiree findet am 7. März statt. Es folgt die Premiere am 18. März und weitere Vorstellungen im März (24., 31.), April (2., 5., 7. und 12.) und Mai (18., 28., 30.). Die vorerst letzten Vorstellungen sind für den 21. Juni und den 6. Juli terminiert. AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
Foto: www.wikipedia.de Mike aus dem Bayerwald
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SCHATZSUCHE
SCHATZSUCHE RÜCKBLICK Die Schatzsuche ist zurück. Das Rätsel für die Region. Anspruchsvoll, multimedial, lukrativ. In diesem Jahr sechsmal in Kooperation mit iTVCoburg und mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Coburg – Lichtenfels. Jedes Mal gibt es Gutscheine lokaler Partner im Wert von 1000 Euro zu gewinnen! Jedes Mal
gehen diese Gutscheine an einen Gewinner ganz alleine! Und jedes Mal kommen nur die Besten durch. Querdenken, Recherchieren, Kombinieren. Online, im COBURGER, auf iTVCoburg, vor Ort in der Region Coburg – Lichtenfels. Wir fordern Sie heraus: Lösen Sie unsere Rätsel. Es ist nicht nur eine Frage der Ehre.
DIE GEWINNER
DARUM GING ES
Zunächst ein Blick zurück auf die letzte Schatzsuche im Dezember, unser Weihnachtsgewinnspiel – quasi zum Aufwärmen für den Rätselmarathon in diesem Jahr: Sieben Tage lang jeden Tag eine Frage. Jeden Tag ein Buchstabe als Lösung. Am Ende sieben Buchstaben, die richtig zusammengestellt zu einem Datum führten: den 15.4.1530. Der Tag, an dem Martin Luther nach Coburg kam. Das war auch die richtige Antwort. Und weil Weihnachten war, haben wir elf Gutscheine im Gesamtwert von 2000 Euro verlost unter denen, die diese Frage richtig beantwortet haben:
Kurz zusammengefasst: Es waren viele Fragen zur Geschichte der Vestestadt, zu einem schlimmen Winter zum Beispiel, vor dem sich Politiker in Coburg trafen, um eine Parteigründung vorzubereiten, zur Verbindung der knallbunten Bilder eines international renommierten Künstlers zu einem Unternehmen in der Region, zu einem speziellen Fortbewegungsmittel, das in einem in Coburg spielenden Roman eine große Rolle spielt, zu einer Prinzessin, die später Herzogin wurde, zu einem Straßenschild in einem historischen Film über die Vestestadt, zu einer Parkanlage, an die heute nur noch Überbleibsel erinnern.
Benedikt Stadter aus Grub am Forst 135 Euro von Art9 Interactive. Paul Schmidtfall aus Coburg 195 Euro von Lebkuchen Feyler. Christine Schrenker aus Weitramsdorf 135 Euro von Frind Mode. Adem Bätz aus Coburg 150 Euro von der Glaserei Fischer. Michael Geppert aus Rödental 135 Euro von der Goldenen Traube. Dieter Schöpf aus Weitramsdorf 150 Euro vom Golfclub Hauptsmoorwald Bamberg. Sonja Feiler aus Coburg 100 Euro von Juwelier Stahl. Florian Ennisch aus Lautertal 215 Euro vom Landestheater Coburg. Angela Leib aus Neuhaus 2x2 Konzertkarten von Semmel Concerts. Anne Gundel aus Lichteneiche 150 Euro von der ThermeNatur. Herbert Peter aus Hildburghausen 215 Euro von Zentrum Coburg.
Herzlichen Glückwunsch noch einmal an alle Gewinner und danke an die Sponsoren für die Gutscheine.
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SCHATZSUCHE
DER WEG ZUM ZIEL
Fragen und Antworten vom Weihnachtsgewinnspiel im Dezember 2016
Die Fragen: Das große Weihnachtsgewinnspiel, Frage 1: Auf Seite 47 im COBURGER 18 findet Ihr die Geschichte "Ein Stück Kindheit" über ein Haus in der Seifartshofstraße. Darin ist auch die Rede von einem schlimmen Winter. Einen Monat vor dem kalendarischen Beginn dieses Winters trafen sich in Coburg Politiker. Sie bereiteten eine Partei vor, die kurz darauf gegründet wurde, aber nicht lange Bestand hatte. Wie heißt der erste Buchstabe dieser Partei? Das große Weihnachtsgewinnspiel, Frage 2: Im aktuellen COBURGER 18 sind auch viele knallbunte Bilder eines Künstlers abgebildet, der in diesem Jahr in Coburg zu Gast war. Seinem Kunststil fühlt sich auch ein Unternehmen aus der Region verbunden, das man vor allem mit Porzellan in Verbindung bringt. Merkt Euch den vierten Buchstaben dieses Unternehmens. Das COBURGER Weihnachtsgewinnspiel, 3. Frage: Auf zwei verschiedenen Seiten im aktuellen COBURGER geht es um ein spezielles Fortbewegungsmittel. Die Fahrversuche auf einer speziellen Art solcher Geräte sorgen in einem in Coburg spielenden Roman für Aufregung. Der Autor dieses Romans hat eine Verbindung zur Vestestadt, lebt aber in zwei anderen deutschen Städten. Notiert den ersten Buchstaben der größeren dieser beiden Städte. Das große Weihnachtsgewinnspiel, Teil 4: In Windsor erstrahlt derzeit ein Weihnachtsbaum aus Coburg - dieses Mitbringsel aus der Vestestadt für die Queen ist so etwas wie eine alte Tradition, die jetzt wiederbelebt wurde. Die Idee dazu kam den Machern der Aktion auf Grund eines über 150 Jahre alten Bildes. Wenige Wochen vor der Veröffentlichung dieses Bildes wurde in Coburg eine Prinzessin geboren, die später Herzogin wurde. Sie hatte vier Vornamen. Notiert den ersten Buchstaben des dritten Vornamens und merkt ihn Euch gut. Nr.15
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Juni 2016 Nr.16 | Juli/August 2016
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Das COBURGER Weihnachtsgewinnspiel 2017, 5. und ganz einfache Frage: Im aktuellen COBURGER 18 findet Ihr einen Hinweis auf alle früheren Ausgaben des COBURGER, die es jetzt zum Nachbestellen gibt. Alle diese Ausgabe hat der Gründungsherausgeber des COBURGER entscheidend mitgeprägt, der jetzt aus dem Unternehmen aus Altergründen ausgeschieden ist. Notiert den ersten Buchstaben des Nachnamens.
Das COBURGER Weihnachtsgewinnspiel, letzte Frage: Im aktuellen COBURGER haben wir uns für ein Interview im Regen an einem schönen Ort in Coburg getroffen. Ziemlich genau in entgegengesetzter Himmelsrichtung der Innenstadt gab es viele Jahrzehnte ab der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts auch eine ähnliche, wenn auch viel kleinere Anlage, in der man sich gerne traf. Diese Anlage wurde zwischendurch nach politischen Unruhen auch mal für ein paar Monate geschlossen. Heute erinnern noch ein paar Überbleibsel an die Anlage, der Name aber ist auch als Straßennamen erhalten geblieben. Notiert den ersten Buchstaben.
Die Lösungen: Antwort auf Frage 1 war die "Demokratische Partei Deutschlands", der erste Buchstabe also das "D". Antwort auf Frage 2 war "Goebel", der vierte Buchstabe also das "B". Antwort auf Frage 3 war "Berlin", der erste Buchstabe also auch das "B" . Antwort auf Frage 4 war "Prinzessin Marie Luise Franziska Amalie von SachsenCoburg und Gotha", der erste Buchstabe des dritten Vornamens also das "F". Antwort auf Frage 5 war "Einheuser", der erste Buchstabe also das "E". Antwort auf Frage 6 war "Erfurt und Eisfeld", der dritte und vierte Buchstabe also das "F". Antwort auf Frage 7 war "Adamiberg", der erste Buchstabe also das "A". Ergibt also die Buchstabenfolge "DBBFEFA". Setzt die Buchstaben jetzt nach folgendem Schema in eine neue Reihenfolge: Der 1. wird 6., Nummer 2 wird 1, 3 wird 4, 4 wird 2, 5 wird 3, 6 wird 5, 7 bleibt 7. Jetzt habt Ihr eine neue Reihenfolge der sieben Buchstaben. Diese musste gemäß der genannten Regel „BFEBFDA“ ergeben. Jetzt ermittelt ihr ein Datum: Jeder Buchstabe steht für eine Zahl. Ein Tipp: Das „A“ steht für die „0“. Daher bedeutet B „1“, usw … Also wird aus der Buchstabenfolge der 1541530, der 15.4.1530. Was geschah an diesem Datum in Coburg? An diesem Tag kam Luther nach Coburg. Das ist die richtige Lösung gewesen.
Das COBURGER Weihnachtsgewinnspiel 2017, Frage 6: In einem unserer Stadtgespräche im COBURGER 18 geht es um ein Coburger Unternehmen. Einer der aktuellen Coburg-Kronacher Bundestagskandidaten hat einmal dort gearbeitet. Im Jahr vor seiner Geburt gab es in Coburg kein besonders fröhliches Weihnachtsfest. Der Grund dafür ist in einem historischen Film eindrucksvoll zu sehen. Überlegt Euch, wo Ihr diesen Film sehen könntet ... an einer Stelle in diesem Film ist ein Straßenschild mit zwei Städten zu erkennen. Der dritte der einen und der vierte Buchstabe der anderen Stadt sind identisch. Notiert diesen Buchstaben.
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DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION
SCHATZSUCHE 2017 DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION PRÄSENTIERT VON
WIE GEHT‘S Sie wollen uns beweisen, dass Sie schlauer sind als wir? Dass Sie unsere Rätsel der Region lösen? Und vielleicht wollen Sie sogar jeweils Preise im Wert von 1000 Euro gewinnen? Dann schauen Sie rein: Immer am ersten Tag der Schatzsuche auf www.itv-coburg. de, www.coburger-magazin.de, unter facebook.com/ itvcoburg oder facebook.com/coburgermagazin. Dann heben Sie sich den COBURGER immer gut auf! Den brauchen Sie! Dann schauen Sie sich
die Filme auf itv-coburg.de gut an! Sie werden sie benötigen. Wenn Sie meinen, nur mit google können Sie gewinnen, haben Sie sich getäuscht! Sie müssen querdenken, recherchieren, kombinieren. Und vielleicht auch mal mobil sein. Im Team arbeiten. Sieben Tage, sieben Fragen, eine Lösung. Wir freuen uns schon und wünschen Ihnen schon jetzt viel Spaß, gute Nerven, Glück und Erfolg.
TERMINE SCHATZSUCHE 2017: Schon jetzt rot markieren: 11. bis 20. März 29. April bis 8. Mai 17. bis 26. Juni 12. bis 21. August 14. bis 23. Oktober 9. bis 18. Dezember
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IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin Ausgabe 19 / Februar 2017 Vierter Jahrgang Auflage 3500 Stück www.coburger-magazin.de Verlag: markatus | markantes marketing Mohrenstr. 31 96450 Coburg Telefon 0 95 61 / 973 45 00 www.markatus.de Herausgeber und Chefredakteur: Wolfram Hegen Telefon 01 71 / 690 52 84 hegen@coburger-magazin.de
IN EIGENER SACHE NEUE BEIM COBURGER
Gründungsherausgeber: Peter Einheuser
ZWEIMAL HALLO IM TEAM
Autoren dieser Ausgabe: Heidi Schulz-Scheidt Benedikt Dellert Wolfram Porr
Im letzten Magazin hatten wir es ja schon angekündigt: Nach dem altersbedingten Rückzug von Gründungsherausgeber Peter Einheuser aus dem Management und dem Verlag hat die Werbeagentur markatus seit 1. Januar 2017 den Verlag des Magazins
übernommen. Damit können wir auch einige neue im Team begrüßen: Axel Straubinger und Aryna Stark zum Beispiel, die sich in dieser Ausgabe kurz selbst vorstellen möchten (nein, möchten sie nicht, müssen sie aber):
AXEL STRAUBINGER Es ist natürlich eine kleine Herausforderung, in die Fußstapfen von Peter Einheuser zu treten, der den COBURGER bis dato mit seinen kreativen und originellen Ideen entscheidend geprägt hat. Seit 2008 bin ich in der Werbeagentur markatus tätig, seitdem habe ich mich auch dazu entschlossen, Kulmbacher Bratwürste gegen Coburger zu tauschen und bin in die Vestestadt gezogen. Bis heute kann ich auf zahlreiche Projekte quer durch alle Branchen der Stadt zurückblicken und freue mich sehr, zusammen mit Wolfram Hegen das neue Projekt „COBURGER Das Magazin“ in Angriff nehmen zu dürfen.
ARYNA STARK Bevor ich bei markatus gelandet bin, arbeitete ich bereits mit Wolfram Hegen zusammen, deshalb trifft es sich jetzt natürlich ganz gut, dass ich wieder am COBURGER mitarbeiten darf und wir uns nicht erst aufeinander einschießen müssen, sondern gleich mit dem gewohnten Workflow fortfahren können. Für den COBURGER gestalte ich vorrangig die Anzeigen der Kunden.
Fotografen dieser Ausgabe: Sebastian Buff Christian Gubert Val Thoermer Sebastian Rüger Titel/ Karikaturen/ Cartoons: Peter Einheuser Layout/ Illustrationen: Axel Straubinger Grundlayout: Peter Einheuser Anzeigengestaltung: markatus | markantes marketing Anzeigenvertrieb: Wolfram Hegen Telefon 01 71 / 690 52 84 hegen@coburger-magazin.de Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2017 Druck: DCT GmbH www.dct.de Preis: kostenlos Vertrieb: über 200 Verteilstellen in Coburg Stadt und Land Bestellung: Online über www.coburger-magazin.de Preis inkl. Verpackung und Versand innerhalb Deutschlands 5 Euro inkl. MwSt.
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Außerhalb des COBURGER habe ich das Privileg für markatus auch noch bei vielen anderen Projekten meinen kreativen Senf dazu geben zu können.
AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
IN EIGENER SACHE
PREMIUM PARTNER BESONDERE KUNDEN DES COBURGER Ab diesem Jahr bietet der COBURGER seinen Werbekunden eine sogenannte PREMIUM-Partnerschaft an. Dieser Status eröffnet einige Vorteile: Priorität bei der Verteilung des aktuellen COBURGER, besondere Anzeigenkonditionen, Nennung als PREMIUM-Partner und vieles mehr. Und so sagen wir danke für das gegenseitige Vertrauen und begrüßen als erste PREMIUM-Partner des COBURGER im Jahr 2017 (in alphabetischer Reihenfolge): Agentur Streckenbach Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler Autohaus Willy Ernst Baugesellschaft Otto Hauch Bodystreet Buchhandlung Riemann Coburg Stadt und Land aktiv IHK zu Coburg iTVCoburg Kongresshaus Rosengarten Landestheater Coburg Lasco Umformtechnik Optik Müller Romantik Hotel Goldene Traube Sparkasse Coburg – Lichtenfels Tourismus & Stadtmarketing / Citymanagement Coburg SÜC süc//dacor Veranstaltungsservice Bamberg Vitadrom VR-Bank Coburg Und wenn auch Sie mit Ihrem Unternehmen für das Jahr 2017 noch PREMIUMPartner werden möchten, setzen Sie sich bis spätestens 12. Mai 2017 mit uns in Verbindung: hegen@coburger-magazin.de oder 0171/ 6905284. Weitere Informationen unter: www.coburger-magazin.de/premium-partner
COBURGER IM NETZ NEUE HOMEPAGE MIT VIELEN FUNKTIONEN Klar, ausgedruckt gefällt er uns am besten – der COBURGER. Und wir hoffen, Ihnen auch. Aber er ist halt auch sehr schnell vergriffen. Dann gibt es zum Glück das Netz. Unter www.coburger-magazin.de finden Sie alle Geschichten und Fotos zum Nachlesen und Anschauen. Und viel Service. So kann man seit diesem Jahr den COBURGER wieder im Abo bestellen. Sechs Ausgaben jährlich für 30 Euro inkl. Lieferung innerhalb Deutschlands. Für alle Exilcoburger, für alle, die auf jeden Fall ein Exemplar besitzen möchten, ohne dafür den Weg in Coburgs City auf sich nehmen zu müssen. Wer das Getümmel liebt: Auch die über 200 Verteilstellen gibt es auf der Homepage. Nach Straßen geordnet. Außerdem kann man sich unter www.coburger-magazin.de auch frühere Exemplare bestellen. Natürlich nur solange Vorrat reicht. Viel Spaß beim Shoppen.
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MONACO FRANKE
DER MONACO FRANKE Horchd amoll, geht’s Eich aa so? Also iech kenn mich nimmer aus! Des ganze Gewirr aus „Fake News“, „alternativen Fakten“ und „Postfaktischem“ macht mich fuchsnarrisch. Aber man muss man ja auch den Überblick verlieren. Irgendwie tun sich die Leute immer schwerer, Wahres von Unwahrem zu unterscheiden, echte Fakten von unterschwellig als Tatsachen getarnten Beeinflussungsversuchen oder ganz bewusstem Belügen. Dass sich jeder schon mal selbst „bescheißt“, das kennt der Monaco von sich selbst – zum Beispiel wenn er einmal pro Jahr versucht, seine FdH- (also nur zwei Klöß zum Bradn) oder LCHF-Diät (also scho Brodwerschd, aber ohne Brot, nur mit Kraut!) durchzuziehen. Momentan aber geht’s ans Eingemachte.
man sich fragen: Stimmt das jetzt oder will uns da wieder jemand nur seine „Wahrheit“ unterjubeln, um irgendein ganz anderes Ziel zu erreichen? Schwierig! Kein Wunder, dass in diesem Jahr „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gewählt und „Fake News“ zum Anglizismus des Jahres gekürt wurde. Dabei sind Fake News ja nun wirklich kein neues Phänomen! Im Geschichtsbuch vo di Gunga könnt‘ Ihr’s nachlesen! Vor 100 Jahren kam die sogenannte Dolchstoßlegende auf, die den Deutschen weismachen sollte, dass der Erste Weltkrieg gar nicht auf den Schlachtfeldern verloren wurde, sondern dass linke Oppositionelle dem Heer einen „Dolchstoß“ von hinten versetzt hätten. Eine klassische Verschwörungstheorie, getarnt als vermeintliche Tatsache.
Nicht mehr nur Lobbyisten und Interessengruppen versuchen die Menschen in die Irre zu führen, nicht mehr nur Diktatoren und demokratiefeindliche Gruppierungen versuchen so ihr Tun zu rechtfertigen. Bei jeder noch so harmlos scheinenden Meldung muss
Fake News und „alternative Fakten“ , wie sie gerade von Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway so schön verniedlichend genannt wurden, ziehen sich durch die Politik des 20. und 21. Jahrhunderts. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“?
Klar. Das war ja auch keine Mauer, sondern nur ein antiimperialistischer Schutzwall. „Die Rente ist sicher“? Hm, Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm hat damals nur nicht gesagt, auf welchem Niveau. Und Herr Bush: Der Irak verfügte also über funktionierende Massenvernichtungswaffen? Ach so. Bei der neuen US-Regierung ließ es sich ja erst noch harmlos an: Wie viele Menschen am 20. Januar der Inauguration von Trump als Präsident beiwohnten? Eigentlich doch so was von egal. Schwieriger wird‘s, wenn Unwahrheiten als „alternative Fakten“ bezeichnet und als Rechtfertigung für die eigene Politik eingesetzt werden. Und das scheint Methode zu haben: Jetzt hat Conway sogar einen Terroranschlag erfunden: „das Bowling-Green-Massaker“. Noch nie davon gehört? Logisch. Es hat ja auch nie stattgefunden. Ihre Behauptung, zwei irakische Einwanderer hätten einen Anschlag im Bundesstaat Kentucky verübt, sollten einzig und allein dazu dienen, die von Trump verhängten Einreiseverbote
Undenkbar, Winterurlaub ohne Berge. Undenkbar, Winterurlaub ohne Berge.
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COBURGER | DAS MAGAZIN
© Peter Einheuser
AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
AUF EIN WORT
zu rechtfertigen. Im Kleinen findet solch manipulative Desinformation ja auch hierzulande längst statt. Wenn etwa Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth die Pkw-Maut preist und behauptet, Deutschland werde damit Abermillionen einnehmen. Echt jetzt? Neutrale Experten sagen da etwas ganz anderes. Oder wenn wieder steif und fest behauptet wird, Großprojekt XY werde keinesfalls teurer, als die ursprüngliche Kalkulation ergeben hat. Die Erfahrung lehrt etwas anderes. Ja, der Spruch „Traue nur der Statistik, die du selber gefälscht hast“ ist zwar schon alt. Er kommt einem da aber unweigerlich in den Sinn. Und die Medien leisten ihren Beitrag zur Verunsicherung. Jeder sendet, schreibt und postet, und jeder will dabei noch der schnellste sein. Da passieren Fehler. Gespannt darf man auch sein, wie sich Horst Seehofer aus dem Dilemma herauswindet, das er sich selbst eingebrockt hat. Einen Koalitionsvertrag, in dem keine Obergrenze für Flüchtlinge festgeschrieben ist, werde er auf keinen Fall unterzeichnen, hat er versprochen. Sieht derzeit nicht so aus, als käme er damit durch. Damit’s nicht auffällt, wenn er am Ende doch umfällt, sollte er vielleicht eine Abordnung nach Washington schicken und sich mal erklären lassen, wie das genau funktioniert mit den alternativen Fakten. Der Monaco überlegt, ob er deshalb schon Karl-Theodor zu Guttenberg als Berater in sein Wahlkampfteam geholt hat. Der lebt ja inzwischen in den USA und hat selbst schon Erfahrungen mit – wie soch ich’s am charmantesten – alternativen Methoden beim Erstellen von Doktorarbeiten gemacht. Die Leute scheinen mehr denn je auf ihr Bauchgefühl zu hören und nichts mehr wirklich zu hinterfragen (genau das meint der Ausdruck „postfaktisch“!). „Des glabbst ja selber ned“ – das sagt man nur noch bei Meldungen, die nicht ins eigene Weltbild passen. Lieber mol schaua, ob’s ned a alternative Wahrheit irgendwo annersch gibt! Apropos: Kein Bier vor vier? Na ja. Ich bin eh dafür, dass die Uhren dauerhaft auf Sommerzeit umgestellt werden. Halb fünf AMEZ (alternative mitteleuropäische Zeit) - ich mach ma jetz a Seidla auf! Schätzla, schau wie iech schau!
AUSGABE 19 / FEBRUAR 2017
Der Bauch irrt - zum Sonderthema WISSEN Lebensmittelvergiftung oder Blitzschlag? Unfälle jeder Art oder Diabetes? Was glauben Sie? Woran sterben mehr Menschen? An Lebensmittelvergiftung und Unfällen? So antworten die meisten. Richtig ist aber genau das Gegenteil: Blitzschlag und Diabetes. Und zwar jeweils um ein Vielfaches mehr. Woher kommen die krassen Fehlurteile? Sie beruhen auf Informationen, die schneller verfügbar und emotionaler besetzt sind. Unser Gehirn interpretiert solche Informationen als wahrscheinlicher. Fehleinschätzungen entstehen. Das berühmte Bauchgefühl führt nicht immer, aber häufig in die Irre. Die schnelle Antwort stimmt nun mal häufig nicht mit der Wahrheit überein. Gerade aktuell gibt es dafür viele Beispiele: „Die Märkte haben versagt“ ist eine einfache Antwort auf weltweite Krisen, ein politisch korrektes Statement. Märkte aber sind die beste Lösung, sie sind die Plattform für Wettbewerb, fördern Vielfalt und Qualität, senken die Preise. Wenn sie funktionieren. Dazu gibt es Regeln und Gesetze. Diese festzulegen und zu kontrollieren ist Aufgabe der Politik. Sie hat dafür zu sorgen, dass sich das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage frei entfalten kann, aber auch, dass zu viel Marktmacht den Wettbewerb nicht aushebelt. Auch der Glaube an die „Grenzen des Wachstums“ ist ein Irrglaube, immer und immer wieder gepredigt. Doch der Club of Rome selbst hat das Zukunftsszenario schon korrigiert. Es ist ja auch eine wahrhaft postmaterielle Diskussion, die man sich erst einmal leisten können muss. Der Großteil der Menschheit nämlich sitzt nicht an vollen Fleischtöpfen. Wollen wir ihm verbieten, dahin zu wollen, wo wir schon lange sind? Dazu aber braucht es Wachstum. Wachstum ist die Grundlage des Lebens, das belegt schon die simpelste Zellteilung. Wachstum ist ein Naturgesetz. Und das „Ende der Ressourcen“? Steht das so fest, wie einem Glauben gemacht wird? Nein, zu Ende geht gar nichts. Außer, jemand knipst die Sonne aus. Durch die steigt der Energielevel weltweit von Tag zu Tag. Ein effizienterer Umgang mit den Ressourcen, das Denken in Kreisläufen, die dezentrale Nutzung von Sonne, Wind, Wasser als neue Energieträger erschließt sogar mehr Ressourcen als bisher möglich. Märkte versagen nicht, Wachstum hat keine Grenzen und Ressourcen sind da. Doch weil das Bauchgefühl stärker ist als der Verstand, der Mensch zwar rational begabt, aber emotional gesteuert ist, fühlen wir uns immer wie kurz vor dem Abgrund. Leiten lassen sollten wir uns bei unserem Lebensentwurf aber doch nicht von diesem dumpfen Gefühl, oder? Kehren wir also schnellen einfachen, oftmals aber düsteren Erklärungsmustern ganz einfach den Rücken zu und denken wir nach, was wir besser tun können.
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Coburger | Das Magazin erscheint wieder im April 2017 Anzeigenschluss ist der 24.03.2017
„Vegan und gesund abnehmen… Wie zum Teufel kommt das hier her?“ ©Randy McIlwaine
POLITISCHE WITZE SIND HIER DAS LETZTE Bayern 2017. Auf einem Bauernhof liegt der Landwirt im Sterben. Sein letzter Wunsch: in die Af D eintreten. Die Familie ist entsetzt: „Du warst doch immer bei der CSU!“. Er: „Ja, aber lieber stirbt einer von denen.“ Donald Trump geht mit seiner Frau in die Oper. Vor ihnen steht ein Paar an der Kasse. „Zwei Karten für Tristan und Isolde bitte.“ Dann kommt Trump an die Reihe: „Bitte zwei Karten. Für Donald und Melania.“
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Donald Trump und Theresa May treffen sich zum Essen mit Gästen im Weißen Haus. Fragt einer: „Mister President, worüber unterhalten Sie sich denn den ganzen Tag?“ Sagt der: „Wir planen gerade den 3. Weltkrieg.“ „Und wie sieht der aus?“ Trump: „Wir töten alle Moslems und einen Zahnarzt.“ Der Gast verwirrt: „Oh, warum denn einen Zahnarzt?“ Trump triumphierend zu May: „Siehst Du, keiner fragt nach den Moslems.“
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Bundestagswahl 2017. Martin Schulz ist Bundeskanzler einer Rot-rot-grünen Regierung. Zwei Geschäftsleute treffen sich auf der Straße. Sagt der eine: „Ich habe auch mal wieder SPD gewählt.“ Der andere entsetzt: „Wieso das denn?“. Der Erste: „Das ist gut fürs Geschäft, überleg doch mal: Zu Kohls Zeiten hatte ich 15 Konkurrenten, unter Schröder waren es nur noch fünf.“
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