Nr. 44 | April 2021
Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.
Vor genau 100 Jahren ... wurde er in Betrieb genommen, Mitte der 1990er stellt er seinen Betrieb ein. Seitdem ist er dem Verfall preisgegeben: Der Lokschuppen in Coburg. Mehr Coburger Schmuddelecken in unserer Fotostrecke ab Seite 14. Orte voll wehmütiger Aura, die letzten lost places der Stadt, bevor überall die Bagger rollen.
Foto: Val Thoermer 2
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AUSGABE 44 / APRIL 2021
AUSGABE 44 / April 2021
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INHALT
AUSGABE 44 | APRIL 2021
6 8 66 71 71 80 81 82
EDITORIAL. Schwebezustand. STADTGESPRÄCHE. „Hubsi“ wirds nicht. KULTURTIPPS. Buchtipp … und ein wenig mehr. IN EIGENER SACHE. Noch mehr Print und Online. IMPRESSUM. Die waren es. MONACO FRANKE. Trennkost mit Bratwurst. AUF EIN WORT. Einatmen. Ausatmen. DAS LETZTE. Zitate aus der Kommunalpolitik.
GABI ARNOLD VAL THOERMER
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VAL THOERMER
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WOLFRAM HEGEN
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WOLFRAM HEGEN
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GABI ARNOLD
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SEBASTIAN BUFF WOLFRAM HEGEN WOLFRAM HEGEN
GABI ARNOLD HEIDI SCHULZ-SCHEIDT VAL THOERMER LISA LEUCHTMANN
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GEDÄCHTNIS VERLOREN. UND JETZT? Aus der neuen Reihe „Grenzerfahrungen“.
FOTOSTRECKE. Coburgs Schmuddelecken.
SONDERTHEMA TREUE. Was verbindet uns?
BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET? Interview mit Prof. Dr. Michael Hartmann
DURCH DICK UND DÜNN. Von inniger Freundschaft und großer Liebe.
MACHERIN. 36 Dieses Mal Barbara Fehn-Drahnsfeld. 44
NAUSWÄRTS! Das Sportjahr 2021
KULTOUREN. 48 Augsburg. HIER WOHNTEN … 52 … Schmetterlinge. GALERIE. 72 Fotos voller Phantasie.
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Möbel auf 3.000 qm im DELIFE STORE Ausstellungsware bis 50% reduziert Mo - Fr 8 - 17 Uhr | Sa 10 - 16 Uhr Ehrlicher Str. 19 | 96237 Ebersdorf WWW.DELIFE.EU AUSGABE 44 / April 2021
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EDITORIAL
EDITORIAL WOLFRAM HEGEN Bleischwer zu schweben zwischen Klartraum und vor sich hin nüchterndem Alltag in Zeiten voller eindeutiger Widersprüchlichkeiten, erfasst von zappeliger Frühjahrsmüdigkeit, den noch nicht erwachten schlaflosen Winterschlaf ablösend, voller unterschäumender sich selbst disziplinierender Vorfreude auf das dem Gestrigen und Heutigen Folgende, immer absturzgefährdet, sucht der Griff nach etwas Festem, Stabilen, Halt, Verlässlichkeit, nach etwas, das uns verbindet, Klebstoff, der dem auseinanderdriftenden Universum die Fliehkräfte nimmt. Treue zum Beispiel. Zu Menschen, Dingen, Gedanken, Marken. Bleibende Werte eben. Treue nämlich ist ja mehr als die Abwesenheit von Untreue. Eigentlich hat sie auch wenig mit menschlicher Zweisamkeit zu tun. Darum geht es im Sonderthema „Treue – was verbindet uns?“ in dieser 44. Ausgabe des COBURGER. Unter anderem in einem längeren Interview mit Prof. Michael Hartmann von der Hochschule Coburg, auf das man sich einlassen sollte, wenn man verstehen möchte, warum Menschen Marken oft treuer sind als Menschen. Und für die Seele lassen wir dann doch auch noch Paare und Befreundete zu Wort kommen, die es lange und vor allem gerne miteinander aushalten. Auch unsere Macherin in diesem Magazin ist eine treue Seele, führt Barbara Fehn-Dransfeld doch eine Familientradition fort und leitet in dritter Generation die Firma Heunec in Neustadt bei Coburg. Eine andere Frau in diesem Magazin steht am Anfang ihrer Karriere: Lisa Leuchtmann. Wir zeigen ihre Fotografien in unserer Galerie. Und unsere Bilder in unserer Fotostrecke sind auf eine ganz andere Weise „charmant“: Sie zeigen morbide Ecken in der Vestestadt, die noch nicht von Sanierung, Neu- oder Umbau, Abriss oder Gentrifizierung erfasst sind. Und wir haben ein sehr nachdenkliches Portrait im Magazin über Bobby Fischer. Er hat vor ein paar Jahren fast sein ganzes Leben verloren, sein Gedächtnis an Menschen, Namen, Gesichter. Fünf Jahrzehnte wie ausgelöscht. Dennoch kämpft er sich wieder ins Leben zurück. So, und jetzt sind Sie dran. P.S. Noch schneller: alle Geschichten aus dem COBURGER schon vor dem Druck auf www.coburger-magazin.de! P.P.S. Noch warten: Beilagen zu Sonderthemen erst dann, wenn es die Pandemie wieder zulässt. P.P.P.S.: Gehe wieder zu P.S. und fi nde den Ausgang.
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INHALT
24 SONDERTHEMA TREUE Was verbindet uns?
Dieses mal in Augsburg.
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GALERIE Lisa Leuchtmann.
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FT AU RK VE AUSGABE 44 / April 2021
FILZKRAUT Nachhaltig, praktisch und schön.
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... Schmetterlinge und Heckenvögel.
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52 HIER WOHNTEN ...
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48 KULTOUREN
AUSGELÖSCHT Aus der neuen Reihe "Grenzerfahrungen".
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STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH...
DAMIT WIR DEN DURCHBLICK BEHALTEN
DAMIT WIR GUTEN MUTES SIND
Im Frühjahr startet im Steinweg in Coburg in einem Schaufenster eine erste kleine Ausstellung mit Bildern aus dem COBURGER: Vier Werke von Coburger Künstlern, die ihr Portfolio im Laufe der letzten Jahre einmal in der Galerie im Magazin COBURGER gezeigt haben, auf Leinwand. Vier Werke im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Illusion. Es handelt sich dabei um ein Projekt im Rahmen der Aktion „Design fi ndet Stadt“ gemeinsam mit dem Coburger Designforum Oberfranken, die von vielen Partnern aus der Region und darüber hinaus unterstützt wird. Wenn das Projekt gut läuft, ist an eine größere Ausstellung gedacht.
Unsere Geschichte über sieben mutige Ideen für Coburg im letzten COBURGER hat uns ermutigt, die Ideen ab dem kommenden Magazin ausführlicher darzustellen, damit es ihnen – vielleicht – nicht so geht wie der charmanten Idee eines Lesers aus dem Jahr 2004, im Rahmen der Landestheater-Baumaßnahmen unter anderem doch vielleicht eine große Terrasse vom Foyer im 1. Obergeschoss aus auf einen begehbaren Pavillonneubau vor der Hauptfassade zu bauen, z.B. als Bühne zum Schlossplatz, geeignet für Outdoorvorstellungen, Vernissagen, Kulturbar. Klingt spannend, ist aber nie wirklich diskutiert worden. Jetzt ist es für diese Idee zu spät, für andere vielleicht nicht.
DAMIT WIR NICHT BADEN GEHEN Bisweilen geht es ja auch in den sozialen Netzwerken durchaus vergnüglich zu. So zum Beispiel, als in der Facebook-Gruppe „Pro Lehrschwimmbad Coburg“ Roland Kestel dazu aufforderte, nach einem anderen Begriff für den Begriff „Lehrschwimmbecken“ zu suchen, etwas Hippes, Cooles, um mehr Spaß und Optimismus für die Idee dieses Schwimmbades zu verbreiten. Seine zahlreichen Ideen wie „SwimGym“, „SavePool“, „Wellenbrecher“, „COSI“ (Coburger Schwimminstitut), „Hubsi“ (Hubschwimmbecken) oder „Aquarinchen“ fanden denn auch gleich viele Fans. Oliver Schmidt legte in einem Kommentar noch nach mit CSDLSB (Coburg sucht das Lehrschwimmbecken), CNLSB (Coburg next Lehrschwimbecken by Heidi Klum) oder „Badewonne“, und Franz Burdeska mit „The Ocean“. Und schon ging die Forderung nach einem solchen Schwimmbad viral, ein wenig zumindest, Ziel erreicht. Hier noch eine Idee von uns, die sich vor allem an die Jüngsten richtet: Das ItzKids.
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DIE AKUSTIKER
Ein ganzes Leben mit verminderter Hörfähigkeit Rolf Kühn ist 78 Jahre alt und leidet seit seiner Geburt an verminderter Hörfähigkeit. Diese betrifft zwar nur sein linkes Ohr – dennoch kennt er unangenehme Situationen, in denen Menschen mit ihm reden und er das Gesprochene nicht richtig wahrnehmen kann. Seit drei Jahren trägt Rolf Kühn nun ein Hörgerät von Optik Müller und Die Akustiker aus Coburg und kann endlich richtig hören.
COBURGER: Wie haben Sie die Zeit erlebt, bevor Sie ein Hörgerät getragen haben? Rolf Kühn: Ich war berufl ich immer sehr engagiert und daneben auch in Vereinen aktiv und hatte deshalb, so lange ich denken kann, immer viel Kontakt zu anderen Menschen. Da ich auf dem linken Ohr nicht richtig höre, kam es natürlich ab und an zu unangenehmen Situationen. Menschen, die links von mir saßen oder standen, habe ich zum Beispiel nicht gehört. Die haben natürlich gedacht, ich ignoriere sie, weil ich nicht geantwortet habe. COBURGER: Seit drei Jahren tragen Sie ein Hörgerät. Was hat sich seitdem verändert? Rolf Kühn: Ich war ja daran gewöhnt, dass mein linkes Ohr nicht richtig mitmacht. Aber jetzt weiß ich zum ersten Mal in meinem Leben, wie es ist, auf beiden Ohren richtig zu hören. Das ist
für mich nun auch ein bisschen sorgloser, denn jetzt muss ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob jemand etwas zu mir sagt und ich es gar nicht wahrnehme. COBURGER: Welche Erfahrung haben Sie mit der Anpassung des Hörgeräts gemacht? Rolf Kühn: Ich habe mich entschieden, neben den regelmäßigen Besuchen bei meinem Ohrenarzt Dr. Leyde in Rödental zu einem alteingesessenen Hörakustiker zu gehen und habe es nicht bereut. Bei Die Akustiker wurde ich sehr seriös beraten, man hat sich viel Zeit genommen und das Ergebnis ist einfach perfekt. Ich komme natürlich regelmäßig in den Laden, weil das Hörgerät gewartet werden muss. Besonders schön ist das gute Verhältnis zu den Mitarbeitern. Man kennt sich mit der Zeit und wird sehr herzlich begrüßt und behandelt. Für mich gibt es also keine andere Option außer Die Akustiker in Coburg.
Coburg, Mohrenstr. 31, Tel. 0 95 61 / 98 49 Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 14.30 Uhr Rödental, Bürgerplatz 8, Tel. 0 95 63 / 26 26 Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 12.30 Uhr Bad Rodach, Markt 12, Tel. 0 95 64 /92 89 71 0 Di. − Do. 09.00 − 17.30 Uhr www.optikmueller.de
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AUSGELÖSCHT Von Gabi Arnold | Fotos: Val Thoermer
GRENZERFAHRUNGEN In unserer Reihe „Grenzerfahrungen“ stellen wir Menschen vor, die trotz eines Schicksalsschlags den Mut nicht verloren und sich in das Leben zurückgekämpft haben. Dieses Mal haben wir uns mit Bobby Fischer, Geschäftsführer des IT-Unternehmens ComWer getroffen.
AUSGELÖSCHT PLÖTZLICH SIND 50 JAHRE LEBEN EINFACH WEG!
Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und können sich an nichts mehr erinnern. Sie wissen nicht, wo Sie sind, wer Sie sind, Sie kennen weder ihre Familie noch ihre Freunde. Alle Ihre Erlebnisse – schöne und weniger schöne – sind ausgelöscht. Von der Festplatte des Gehirns nicht mehr abrufbar. Genau das ist Manuel „Bobby“ Fischer passiert. Der Coburger Unternehmer stand mitten im Leben, bis ein Ereignis alles verändern sollte.
Wir treffen Bobby Fischer in seinem Unternehmen ComWer in Neustadt bei Coburg. Er begrüßt uns herzlich wie gute alte Bekannte und erzählt uns seine Geschichte. Alles, was vor dem 25. November 2018 passiert ist, kann er nur aus Erzählungen wiedergeben; er selbst erinnert sich nicht. Fischer feiert an diesem Tag seinen 51. Geburtstag. Am späten Nachmittag moderiert der damalige Manager des BBC Coburg in seiner Funktion als Hallensprecher ein Heimspiel in der HUK-COBURG arena. Noch während des Spieles verliert er scheinbar ohne Ankündigung sein Bewusstsein. „Ich bin irgendwann vor der Treppe umgekippt und war weg.“ Ein Arzt und Sanitäter, die vor Ort sind, versorgen ihn sofort und alarmieren den Rettungswagen. „Ich hatte Glück im Unglück, das hätte auch beim Spaziergehen im Wald oder während der Autofahrt passieren können“, sagt er, blickt nachdenklich und fügt hinzu: „Dann würden wir uns vermutlich heute nicht gegenübersitzen.“
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50 JAHRE LEBEN WEG
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AUSGELÖSCHT
„Die letzten 50 Jahre sind weg, ich kenne keine Namen, keine Gesichter, ich weiß gar nichts, nicht einmal, dass ich Kinder habe.“
Ein Hubschrauber bringt Fischer in die Uni-Klinik nach Erlangen mit dem Verdacht auf einen Hirnschlag. Als Fischer nach einigen Stunden aufwacht, stecken Kanülen und Kabel im Körper, durch die Medikamente fühlt er sich schläfrig. Er erinnert sich nicht, was ihn aber zunächst nicht beunruhigt. „Man kann es schwer beschreiben, mir hat ja eigentlich nichts gefehlt.“ Seine Partnerin Janine besucht ihn einen Tag später – er fragt sie, wer sie sei. Fischers Erinnerung ist ausgelöscht, 50 Jahre seines Lebens sind verschwunden, Gesichter und Namen nicht mehr vorhanden. Er weiß nicht, wer seine Partnerin ist, wer seine Eltern sind, oder dass er zwei Kinder hat. Fischer leidet an einer retrograden Amnesie. Das bedeutet, dass das autobiografische Gedächtnis nicht abrufbar ist, man sich an zurückliegende Ereignisse nicht mehr erinnern kann. Betroffen davon ist nur ein Teil des Gehirns. Alles Unbewusste, alles Alltägliche und Erlernte bleibt bestehen. Dieser Zustand kann vorübergehen, aber auch dauerhaft bleiben. Bei Fischer denken die Ärzte zunächst an eine vorübergehende Amnesie. „Ein Gedächtnisverlust sei die ersten Tage normal und nicht so schlimm“, habe es geheißen, so Fischer. Die Neurologen untersuchen Fischer in den folgenden Wochen von Kopf bis Fuß, testen und prüfen alle Funktionen. Sie schließen zum Beispiel einen Hirnschlag, einen Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen aus und finden keine plausible Erklärung für den Auslöser. „Je mehr ausgeschlossen wurde, umso mehr Fragezeichen gab es“, so Fischer. Letztlich gibt es keine eindeutige Diagnose und damit auch keine Therapie, und somit soll er eigentlich in die hausärztliche Behandlung entlassen werden. Die Ärzte überweisen ihn auf Drängen seiner Partnerin dann doch in die psychiatrische Abteilung zur weiteren Abklärung.
„Den Fuß immer voll auf dem Gaspedal“ Die Amnesie bleibt bestehen und je länger der Gedächtnisverlust anhält, umso mehr treten auch psychische Probleme auf. Der Zustand belastet Fischer zunehmend, er fällt von einem Loch in das nächste. Bis es zu einem Schlüsselerlebnis kommt: Fischer sitzt wieder einmal bei einer Psychologin, beide unterhalten sich. Plötzlich fällt ihm auf, dass sie nichts mehr notiert, sondern Striche auf ihr Blatt zeichnet. Fischer will wissen, warum sie das tut. Die Psychologin antwortet, jeder Strich stehe für das Wort „muss“ in seinen Ausführungen – es sind sehr viele Striche, die sich auf dem Blatt aneinanderreihen. Jetzt fällt es Fischer wie Schuppen von den Augen: Er hatte sich vor dem Vorfall in einem Hamsterrad bewegt, fast pausenlos funktioniert. 14, 16 und bis zu 20 Stunden am Tag Arbeit waren keine Seltenheit, an Schlaf war kaum zu denken, freie Wochenenden waren Fehlanzeige, stattdessen hatte er „den Fuß immer voll auf dem Gaspedal“. „Ich habe permanent unter Stress gestanden, unter Tinnitus gelitten und nie eine Nacht durchgeschlafen.“ Und das seit vielen Jahren – bis zum Nachmittag des 25. Novembers 2018, seinem 51. Geburtstag.
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Jetzt erscheint es logisch, ein Burn-out-Syndrom wird als Ursache vermutet. Die Signale waren da, er hatte sie im Alltagsstress verdrängt. „Du bist der Hauptprotagonist in deinem Leben, dein Körper meldet sich, du musst nur zuhören. Du musst lernen auf die Signale zu hören und damit umzugehen“, sagt er heute. Fischer beschließt die Situation anzunehmen und entwickelt Strategien, damit umzugehen. Er schaut sich Fotos an und prägt sich die Namen ein. Seine Partnerin, seine Freunde und seine Familie unterstützen ihn. Sein Bruder Michael hilft ihm im Unternehmen, die meisten Mitarbeiter bleiben ihm treu und halten die Firma in dieser Phase am Laufen. Da der Gedächtnisverlust nur einen Bereich des Gehirns betrifft, sind alle elementaren, erlernten Dinge abrufbar. „Wenn du einmal Fahrrad fahren gelernt hast, dann verlernst du es nicht“, erklärt Fischer. Das bedeutet, er verfügt weiterhin über seine handwerklichen Fertigkeiten und sein berufliches Wissen. In seinem Job ist deshalb er kaum eingeschränkt. Das erleichtert den Wiedereinstieg. Nach einer Dauerkrankschreibung arbeitet der Unternehmer seit November 2020 wieder in seiner Firma, findet Antworten und löst Probleme. Mit einem entscheidenden Unterschied zu früher: Er belastet sich nicht mehr bis an die Grenze, ein Klingelton erinnert ihn, dass es Zeit wird, zu pausieren. Wenn er abends länger im Büro über IT-Fragen brütet oder mit Geschäftspartnern verhandelt, taucht er morgens später auf. Ob jemals seine alten Erinnerungen zurückkehren werden, kann nicht beantwortet werden. „Es ist so weit, wenn es so weit ist“, habe ein Psychologe gesagt. Dieser Satz begleitet ihn und es hilft ihm, dass nichts versprochen wird, was vielleicht nicht eingehalten werden kann. Der Coburger Unternehmer Bobby Fischer steht wieder mitten im Leben, ist nach wie vor humorvoll, offen und voll Lebensfreude – trotz seiner Amnesie.
„Du bist ja der Hauptprotagonist in deinem Leben, dein Körper meldet sich, du musst nur zuhören.“
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Sie sind Zeugnisse der Geschichte, in ihnen blühte das Leben. Irgendwann aber erlosch es. Was bleibt, sind Stahl, Beton, Glas, Müll, Verfall. So dämmern sie oft Jahrzehnte vor sich hin. Bis irgendwann neues Leben einkehrt. Oder Bagger rollen und ein neues Kapitel aufschlagen.
Coburger
Fotos: Val Thoermer 14
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Schmuddelecken
Ruinen des ehemaligen Diakonisch-Sozialen-Zentrums direkt am Hofgarten.
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Altes Stellwerk am ehemaligen Güterbahnhof in Coburg
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Festungshof direkt neben der Veste Coburg.
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Dachgeschoss der Berghallen auf dem Hofbräugelände
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Auf dem ehemaligen BGS-Gelände.
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VON WOLFRAM HEGEN
Treue Sonderthema
Was verbindet uns?
Es muss Vorteile haben, einem Menschen, einer Familie, einer Stadt, aber auch einer Marke oder Organisationen wie einem Verein, treu zu bleiben. Jahre, Jahrzehnte, bis der Tod uns scheidet. Sonst blieben Menschen nicht die meiste Zeit ihres Lebens treu – trotz aller Angebote, aller Gelegenheiten, aller Verlockungen, die wir, sollten wir ihnen doch einmal erliegen, meist bereuen, zurückkehren, um Verzeihung bitten.
Was also verbindet uns? Treue muss ja mehr sein als es uns die ernüchternde Theorie einer wissenschaft lichen Studie der Universität von Waterloo in Kanada und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig glauben machen will: Treue verhindere die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten. Die hätten früher häufig zur Unfruchtbarkeit geführt und damit die Population gefährdet. So sei die Monogamie entstanden.
Das soll alles gewesen sein? Nein, natürlich nicht: Treue existiert eben nicht nur unter Paaren, sie ist ein Wert an sich: Treue gibt uns Verlässlichkeit, Sicherheit, Berechenbarkeit, Stabilität, Struktur.
Sie bringt Ordnung in unser Chaos. Wenn sie aber zum höchsten aller Maßstäbe erhoben wird, sich über Gesetz und Menschlichkeit erhebt, wenn sie zum reinen Pfl ichtgefühl verkommt, hat sie schon viel Elend angerichtet, im Privaten, im Politischen. Treue kann also auch in die Irre führen, ins Unglück. Dann verbindet sie uns nicht, dann zerstört sie uns.
Was also ist diese …
Treue?
MENSCH UND MARKEN Von Wolfram Hegen
Bis dass der Tod uns scheidet ? INTERVIEW
Über Partnerschaften zwischen Menschen und Marken
Treue Kunden, ihrer Marke zutiefst verbunden, krisenfest, kaufbereit, in guten wie in schlechten Zeiten: Ein Traum für Unternehmen, Produkte, Anbieter. Gute Kundenbeziehungen funktionieren ähnlich wie eine erfüllende Partnerschaft zwischen Menschen, eine Ehe, eine Freundschaft. Ein Gespräch über Treue in der Geschäftswelt mit Prof. Dr. Michael Hartmann. Der Wirtschaftswissenschaft ler ist Professor an der Hochschule Coburg und beschäft igt sich unter anderem mit Marketing und Fragen der Kunden- und Markentreue.
COBURGER: Warum sind Menschen zu einer Marke, zu einem Sportverein, zu einem Arbeitgeber oft über viele Jahrzehnte treu? Was verbindet Sie? Prof. Michael Hartmann: Im Kern geht es um die Identität beziehungsweise Identifi kation und dabei um gleiche Wertvorstellungen: Ein Mensch und eine Marke müssen dieselben Wertvorstellungen haben, damit sich eine Beziehung entwickeln kann. Ich fühle mich ja nur dann zu einer Marke hingezogen, wenn ich die Werte dieser Marke teile. Das gilt im Übrigen nicht nur für das Verhältnis von einem Kunden zu einem Konsumgut, sondern auch für Mitarbeiter im Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber. Gerade im Personalmarketing ist also diese „Treue“ ein wichtiger Faktor. Mitarbeiter wollen Sinn fi nden, in dem was sie tun, sie wollen sich identifizieren. Arbeit ist heute mehr als nur Geld zu verdienen. COBURGER: Der Sinn der Verbindung für die Marke liegt ja auf der Hand: Treue Kunden heißt gute Geschäfte. Worin aber liegt der Sinn dieses treuen Verhaltens für den einzelnen Menschen? Welches Bedürfnis wird befriedigt? Prof. Michael Hartmann: Marken haben verschiedene Funktionen für Verbraucher: Zum einen gibt es da eine Orientierungs- und Vertrauensfunktion. Marken helfen mir beim Unterscheiden von Angeboten und erleichtern die Suche – wenn ich auf der Suche nach einem Qualitätswerkzeug bin, weiß ich, dass ich bei einer bestimmten Marke nicht enttäuscht werde. Das ist ja auch eines der Erfolgsgeheimnisse von McDonalds. Menschen gehen dorthin, weil sie genau wissen, was sie erwartet, egal wann, egal wo. Hier wird das Bedürfnis nach effizienter Suche und Sicherheit befriedigt. Das entlastet den Einzelnen, das schafft Vertrauen, weil man genau das bekommt, was man erwartet. Außerdem haben Marken eine Symbolfunktion, d.h. mit Marken kommunizieren wir unsere Identität. Wer sich bewusst für eine bestimmte Marke entscheidet, der möchte auch so wahrgenommen werden, wie es das Markenimage suggeriert. Was sagt z.B. ihr Nachbar, wenn statt einem Porsche plötzlich ein Mercedes bei Ihnen in der Einfahrt steht? Hier geht es um das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Oder schauen wir auf Red Bull. Das ist ein Energydrink, aber die Marke steht vor allem für ein positives Lebensgefühl, für Action, Adrenalin, Abenteuer. COBURGER: Bei Menschen untereinander spricht man davon, dass sie sich treu sind. Das ist also ein Verhältnis auf Gegenseitigkeit. Ist auch eine Markentreue beidseitig? Oder anders: Der einzelne kann eine Marke vielleicht mal verlassen, ihr untreu werden, aber kann auch eine Marke ihre Kunden verlassen?
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COBURGER | DAS MAGAZIN
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INTERVIEW
„Es gibt aktuell eine Tendenz, bestehende Beziehungen zu hinterfragen.“
Prof. Michael Hartmann: Die Analogie zu einer zwischenmenschlichen Beziehung passt wunderbar. Wir sind einer Marke nur so lange treu und meinen es gut mit Ihr, d.h. wir vertrauen ihr, solange wir das Gefühl haben, dass die Marke es auch gut mit uns meint. Aber auch eine Marke kann untreu werden und sich von Kunden abwenden. Das passiert zunächst dann, wenn eine Marke nicht mehr das leistet, was sie mir eigentlich versprochen hat. Markenimage und Markenleistung passen dann nicht zusammen. Es passiert aber auch, wenn sich eine Marke neu orientiert oder re-positioniert. Da sind zum Beispiel Banken zu nennen, die mal ihren Fokus auf Privatkunden und dann wieder auf Geschäftskunden legen. Häufige Wechsel in der Strategie sind also auch schädlich für eine Marke. IBM ist auch ein schönes Beispiel. Ich selbst hatte einen IBM Think Pad. Doch die PC-Sparte wurde 2004 an Lenovo verkauft. Damit hat die Marke die Beziehung zu mir beendet. COBURGER: Eine Marke kann schwächer werden, ein Sportverein verliert, steigt ab, der Arbeitgeber kriselt, also man wird immer wieder enttäuscht wie auch in einer normalen Beziehung. Dennoch bleiben viele Menschen ihren Marken oft über Jahrzehnte treu, einem Sportverein meistens sogar ein Leben lang. Sind also Markenbindungen oft stärker als eine Bindung zu einem Menschen? Prof. Michael Hartmann: Das würde ich so nicht sagen. Hier vermischen sich viele Faktoren. Bei Arbeitgebern oder Vereinen stellt die Leistungsfähigkeit ja nur ein Kriterium dar, warum man sich verbunden fühlt. Die dahinterliegenden Werte der Gemeinschaft und die Menschen bleiben meistens gleich. Diese sind es auch, die echte Markentreue ausmachen. Der „Gelegenheitsfan“, der nur dann kommt, wenn es gut läuft, ist nicht als markentreu zu bezeichnen. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich echte Treue und Verbundenheit, wenn es eben mal nicht so gut läuft. Wenn sich aber die dahinterliegenden Werte ändern, werden auch treue Fans abwandern. In einer einzelnen zwischenmenschlichen Beziehung müssen auch erst grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen vom Zusammenleben oder den gemeinsamen Zielen vorliegen, bevor es zu einer Trennung kommt. COBURGER: Nun beschäftigen Sie sich auch mit Industriegütermarketing, also mit Geschäften zwischen Unternehmen. Das klingt so erstmal gar nicht nach Gefühlsduselei. Wie treu sind den Unternehmen untereinander oder liegt das immer an den jeweils handelnden Personen? Prof. Michael Hartmann: Hier sind zwei Aspekte wichtig: In der Theorie schreibt man Einkaufsprozessen zwischen Geschäftskunden eine größere Rationalität und Formalität zu als bei Konsumgütern. Einkaufsentscheidungen in größeren Unternehmen werden zum Beispiel nur selten von Einzelpersonen getroffen, sondern meist von mehreren, einem sogenannten Buying Center. Da geht es dann um gute Argumente, um das Buying Center zu überzeugen, warum ein Wechsel zu einem anderen Lieferanten notwendig und risikoarm ist. Dennoch erkennt die Forschung an, dass letztlich immer Menschen die Entscheidungen treffen. Diese lassen sich auch von ihren Emotionen leiten und da „menschelt“ es natürlich auch bei der Entscheidungsfindung. Und hier hat meistens niemand Lust auf Experimente, solange Vertrauen besteht und es nicht andere Zwänge gibt, einen Lieferanten zu wechseln. COBURGER: Hat also ein langjähriger Geschäftspartner also erst einmal immer einen Vorteil gegenüber einem neuen, vielleicht auch besseren Konkurrenten mit günstigeren Preisen?
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MENSCH UND MARKEN
Prof. Michael Hartmann: Treue bringt in jedem Fall Wettbewerbsvorteile, und zwar für beide Seiten. Wenn man sich gegenseitig vertraut, wird auch der Informationsfluss besser, man kennt sich genauer und wickelt Prozesse routinierter ab. Damit sind ja auch Effizienzvorteile für den Kunden verbunden. Da ein Lieferantenwechsel auch immer mit einem Risiko verbunden ist, haben es neue Anbieter, selbst mit guten Angeboten, nicht leicht. Sie müssen mit Ihrem Angebot das Wechselrisiko kompensieren. Auch ist es so, dass mit einer intakten Beziehung ein Informationsvorsprung für den langjährigen Geschäftspartner einhergeht. Darauf aufbauend lassen sich angebotene Leitungen für den Kunden mit seinen Bedürfnissen optimieren. Insofern hat ein langjähriger Geschäftspartner zunächst immer die besseren Karten. Allerdings ist dieser Vorteil kein „Freifahrtschein“ und nicht besonders groß. Wer sich nicht um seine Kunden stets auf Neue bemüht, der wird diese irgendwann verlieren. Das ist wie in einer menschlichen Beziehung. Diese will auch gepflegt werden. COBURGER: In Krisen wie der aktuellen Pandemie geraten gewachsene Strukturen ins Wanken, Unternehmen sind gefährdet, andere sehen neue Chancen. Bei Menschen sagt man „Gelegenheit macht Liebe“. Wie ist das derzeit in der Geschäftswelt aus Ihrer Sicht? Wird da viel fremdgegangen? Prof. Michael Hartmann: Es gibt zumindest eine Tendenz, bestehende Beziehungen zu hinterfragen. In der Tat sagen einige Studien, dass es eine Verschiebung im Konsum- und Kaufverhalten gibt. Einerseits liegt es an mangelnder Verfügbarkeit von bestimmten Produkten und man muss zwangsläufig auf alternative Produkte oder Marken ausweichen. Wenn diese Marken dann überzeugen, ist der Wechsel zumeist vollzogen. Andererseits ist im Konsumgüterbereich auch zu beobachten, dass Kunden die Dinge, die sie einkaufen, bewusster einkaufen. Es wird Wert auf Qualität und Regionalität gelegt. Der symbolische Nutzen einer Marke tritt etwas in den Hintergrund. Man könnte sagen, der Konsum wird nachhaltiger. Zum Beispiel hat der Anteil an Bio-Lebensmitteln im Jahr 2020 einen kleinen Sprung gemacht. Und auch zwischen Unternehmen werden Geschäftsbeziehungen hinterfragt. Teilweise berichten Studien, dass etwa 75% der befragten Unternehmen während der Pandemie Probleme mit ihren Lieferketten hatten oder haben und ca. 40% diesen Bereich daher umbauen wollen. Ein Problem ist hierbei auch die mangelnde Transparenz und Verfügbarkeit von Informationen. Hier können neue Anbieter punkten, sofern sie digital gut aufgestellt sind. Eigentlich wollen auch Unternehmen heute nämlich so einkaufen, wie sie es privat machen würden: Man schaut erst einmal online nach und informiert sich. Je mehr man da schon über ein Produkt erfahren kann, umso besser. Je mehr man als Kunde oder Einkäufer dann noch extra nachfragen muss, um Informationen bitten, umso schwerer wird es der Anbieter mit seinen Produkten haben. COBURGER: Und in Sachen Markentreue von Endkunden, geraten in einer solchen Krise langjährige Beziehungen schneller in Gefahr? Weil man gerade in einer solchen Phase als Mensch besonders sensibel ist und schneller als sonst dem geliebten Produkt den Rücken kehrt, weil es sich danebenbenommen hat, Stichwort Maskenskandal bei CDU/CSU, Stichwort Adidas und Mieterlass in der Pandemie?
„Wir erwarten gerade in einer schwierigen Zeit, dass wir auf eine Marke vertrauen können.“
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INTERVIEW
Prof. Michael Hartmann: In Krisen wie dieser spielen Emotionen eine größere Rolle und damit auch die sogenannte affektive Dimension. Wer sich als Unternehmen oder Produkt in solchen Zeiten danebenbenimmt, kann nicht glaubhaft vermitteln, dass er es gut mit seiner Umwelt und damit den Konsumenten meint. Insofern sind wir hier sensibler und erwarten gerade in der schwierigen Zeit, dass wir zurecht auf eine Marke vertrauen können. Das ist wie in einer privaten Beziehung: Wenn man gerade eine persönliche Krise hat, benötigt man umso mehr Zuwendung vom anderen, sonst wird man enttäuscht und wird die Beziehung möglicherweise dann auch in Frage stellen. COBURGER: Es heißt ja auch, solidarische Gesellschaften kommen mittelfristig besser durch solche Krisen als egoistische, Solidarität hat ja auch etwas mit Treue zu tun. Wie würden Sie die aktuelle Situation unserer Gesellschaft vor diesem Hintergrund interpretieren? Sind wir solidarisch? Sind wir uns treu? Prof. Michael Hartmann: Ich würde schon sagen, dass sich unserer Gesellschaft solidarisch zeigt. Das mache ich an verschiedenen Beobachtungen fest. Bedenkt man den Umgang mit existenziellen Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, so wird dies schnell am Beispiel der Impfpriorität klar. Impfpriorität liegt z.B. bei den besonders vulnerablen Gruppen. Auch ist für mich die Tatsache, dass fast alle Menschen in unserer Gesellschaft sich an die Corona-Auflagen halten, ein Zeichen der Solidarität. Gleiches gilt für den Zuspruch zu vielen Maßnahmen, auch wenn diese für alle mit Entbehrungen verbunden sind. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie z.B. Demonstrationen von Corona-Leugnern. Deren unsolidarisches Verhalten würde ich allerdingt nicht als Maßstab für die Bewertung unserer Gesellschaft als Ganzes heranziehen wollen. Ich denke schon, dass die Gesellschaft zusammenhält.
KURZVITA seit 09/2019
Professur für Industriegütermarketing und Technischer Vertrieb an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Coburg
09/2017 – 08/2019
Vertretung der Professur für Industriegütermarketing und Vertrieb an der German Graduate School of Management and Law, Heilbronn
04/2014 – 08/2019
Promotion / Stipendiat im Graduiertenkolleg Dynamic Capabilities and Relationships an der Europa Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
03/2010 – 03/2014
Bereichsleiter Vertrieb im Produktionsverbindungshandel
10/2005 – 02/2010
Key Account Manager in der Automobilzulieferindustrie
10/2002 – 09/2005
Studium Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Mosbach
Prof. Dr. Michael Hartmann Hochschule Coburg Lehr- und Forschungsgebiete » Industriegütermarketing » Operativer Vertrieb und Key Account Management » Organisation von Kreativität in Innovationsprozessen
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SONDERTHEMA TREUE
Durch dick
Von Gabi Arnold
Von inniger Freundschaft und großer Liebe
Menschen kommen und gehen. Einige begleiten uns eine kleine Wegstrecke, andere schauen kurz vorbei und sind wieder weg. Wege trennen sich, Menschen leben sich auseinander. Und dann gibt es diese besonderen Beziehungen, die ein Leben lang halten. Was verbindet diejenigen, die sich über viele Jahre hinweg treu bleiben, die Krisen meistern, Hürden nehmen? Die immer ein offenes Ohr für einander haben, die da sind, wenn sie gebraucht werden. Sei es in der Liebe oder in der Freundschaft .
Und es Funkt immer Noch „Ich würde ihn wieder heiraten“, sagt Andrea Mirzahossein und blickt zu ihrem Ehemann Mohammad. Andrea und Mohammad kennen sich seit 39 Jahren, seit 38 Jahren sind sie verheiratet. Die Geschichte beginnt im Jahr 1983 in der Mensa der Universität in Köln, dort begegnen sich Andrea und Mohammad zum ersten Mal. Noch am Abend desselben Tages sehen sich die beiden bei einer privaten Feier wieder. „Da hat es richtig gefunkt“, erinnern sie sich. Von dem Tag an treffen sich der junge Student aus dem Iran und die Kölnerin regelmäßig. Für Mohammad steht schnell fest: Andrea ist die richtige Frau für ihn. Rasch hält der 27-Jährige um Andreas Hand an. „Nach der ersten Woche sagte er, dass ich die Frau sei, die er heiraten möchte“, schmunzelt Andrea. Die damals 23-Jährige reagiert überrascht. „Na ja, habe ich gedacht, wie kann er das wissen, wir
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kennen uns kaum.“ Mohammad soll recht behalten, bereits ein Jahr nach dem Kennenlernen geben sich die beiden das Ja-Wort, standesamtlich und in einer Moschee in Köln. Beide lernen jeweils die Muttersprache des anderen. „Das war uns ganz wichtig, um die Kulturen besser zu verstehen.“ Überhaupt, den anderen so zu nehmen, wie er ist, das ist dem Paar ein Herzensanliegen. „Mohammad unterstützt mich immer, mental und im Haus“, sagt Andrea. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder, Navid ist 35 und Rohja 29 Jahre alt. Viele Jahre hat die Familie in Meeder gelebt, vor einiger Zeit sind Andrea und Mohammed nach Coburg umgezogen. Deutschland ist längst zu Mohammads Heimat geworden, obwohl er sich noch mit dem Iran verbunden fühlt, schon allein deshalb, weil seine Verwandtschaft dort lebt.
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FREUNDSCHAFT & LIEBE
und dünn!
„Wir wissen Dinge über uns, die wissen nicht mal unsere Männer“
Ziemlich beste Freundinnen Wir treffen Manuela Fischer und Martina Benkrama im Park in Niederfüllbach. Dort, wo sie sich vor über 40 Jahren angefreundet haben. In einem Winkel des Parks, bei der Elefantenrutsche, war der Treffpunkt der Jugendlichen. Manuela und Martina sind damals 14 und 13 Jahre alt und finden sich sofort sympathisch. Sie werden beste Freundinnen und das sind sie bis heute. Als Jugendliche verbringen sie ihre Freizeit miteinander, fahren nachmittags nach Coburg und tanzen am Wochenende in der Diskothek Sandokan. Sie sind füreinander da, hören zu und helfen sich gegenseitig. „Als unsere Väter im selben Jahr an einer Erkrankung verstorben sind, sind wir uns noch nähergekommen“, sagen sie. Beide wissen, wo sie Trost finden und sich ausweinen können, wenn sie Probleme haben. Das hat sich seit den gemeinsamen Jugendtagen
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nicht geändert. Die Freundschaft basiere auf Vertrauen, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Auch als Manuela jung heiratet, bleibt sie ihrer besten Freundin eng verbunden. „Wir wissen Dinge über uns, die wissen nicht mal unsere Männer“, schmunzeln die beiden. Auch Jahre der Entfernung haben die besten Freundinnen nicht auseinandergebracht, jetzt leben sie seit vielen Jahren mit ihren Familien wieder beieinander. Manuela ist da, wenn es Martina nicht so gut geht, die seit einigen Jahren ist an einer chronischen Krankheit leidet. „Wie soll man unsere Freundschaft erklären, es ist irgendwann wie Familie“, sagt Martina und Manuela nickt zustimmend. „In all den Jahren ist nie ein böses Wort gefallen, wir haben uns nie gestritten. Uns verbindet der gleiche Humor, wir helfen und verstehen uns ohne viel zu reden.“
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SONDERTHEMA TREUE
„Was uns zusammenhält, ist die Tatsache, dass wir gemeinsam schon viele schwierige Situationen gemeistert haben.“
Verliebt wie am ersten Tag Franziska und Andreas Lorenz sprühen vor Glück wie ein frisch verliebtes Paar. Und so sehen auch aus – dabei sind die beiden seit fast 20 Jahren zusammen. Als sie sich im September 2001 ineinander verlieben, ist Franziska 14 Jahre und Andreas 17 Jahre alt. Sie lernen sich in Gemünda bei einer kleinen Feier, bei der Jugendliche aus dem Dorf eingeladen sind, kennen. „Er ist mir sofort aufgefallen, weil er nach dem Pizzabacken die Küche so vorbildlich aufgeräumt hat. Das fand ich für einen 17-Jährigen sehr ungewöhnlich.“, schmunzelt Franziska. Nach der Feier laufen beide gemeinsam durch das Dorf an der Kirche vorbei. Andreas erzählt, dass er noch üben müsse, da eine Hochzeit anstehe. „Da war es um mich geschehen. Ich spielte ja auch Klavier und fand es toll, dass er musikalisch war“, sagt Franziska. Ein paar Tage später sind Franziska und Andreas ein Paar und seitdem nicht mehr getrennt. „Wir wussten nach einem Jahr, dass wir irgendwann heiraten werden.“ Dabei mussten die Beiden schwierige Situationen meistern. Franziska geht noch zur Schule, als sie schwanger wird. Sie ist 17 Jahre alt und besucht die 12. Klasse, die
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junge Frau möchte das Abitur machen. Beide überlegen, ob sie „die Schwangerschaft durchziehen wollen“. „Andreas war sofort dafür, ich hatte erst noch Sorgen, ob ich das mit dem Abitur und so weiter schaffe“, sagt Franziska. Die Großeltern sichern ihre Unterstützung zu und so lässt sich Franziska mit gutem Gewissen auf das „Abenteuer“ ein. Als Franziska 18 wird, zieht sie mit Andreas in eine kleine gemeinsame Wohnung nach Rossach, dort betreut Andreas Oma am Vormittag die kleine Clara bis Franziska von der Schule heimkommt. Andreas hält seiner Freundin den Rücken frei, während des Abiturs, während des Studiums und des Referendariats. Ein Jahr nach Claras Geburt, im Jahr 2006, heiraten Franziska und Andreas. Zwei Jahre später wird Sohn Paul geboren. Auch „Franzi“ unterstützt Andreas bei all seinen Plänen und Projekten zu 100 Prozent. Und bei seinem Engagement in der Gemeinde Großheirath. „Wir ergänzen uns gut und sind zusammen ein super Team, auch weil wir über alles reden können“, sagen sie. Und: „Wir sind dankbar darüber, dass wir schon seit so vielen Jahren gemeinsam durchs Leben gehen.“
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FREUNDSCHAFT & LIEBE
„Wenn es darauf ankommt, halten wir fest zusammen.“
Die Sache mit dem Hundehäufchen Pfarrer Detlev Juranek und sein Mann Mario Liedler leben im Pfarrhaus der Katharina von Bora Gemeinde in Coburg. Die beiden gehen seit 17 Jahren durch dick und dünn. Kennengelernt haben sie sich im März 2004 in Fürth. Detlev ist damals 30 Jahre alt und Vikar, Mario ist sechs Jahre älter und arbeitet in der Lebenshilfe. So beginnt ihre Liebesgeschichte: Mario ist mit einer Kollegin verabredet, als er mit seinen Profilstiefeln versehentlich in ein Hundehäufchen tritt und sich darüber ärgert. Die Kollegin beschwichtigt: „Das Treten in Hundehaufen bringt Glück.“ Eigentlich möchte Mario an diesen Tag schnell nach Hause, aber es hat sich noch eine Besuchergruppe angekündigt. Am späten Nachmittag steht ein junger Vikar – Detlev Juranek – mit seiner Konfirmandengruppe vor der Tür. „Es hat sofort gefunkt“, erinnert sich Mario. Der 36-Jährige zeigt den Besuchern alle Räume sehr genau, sogar die Abstellkammer. Er will Zeit gewinnen. Als die Gruppe geht, sagt Detlev: „Ich würde mich freuen, wenn Sie in den Gottesdienst kommen.“ Aber bereits zwei Tage nach dem ersten Treffen klingelt bei Mario das Telefon, am anderen Ende ist Detlev. „Ich habe gefragt, ob er nicht doch schon morgen zum Kaffee trinken kommen möchte“, erinnert sich Detlev. Mario möchte.
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„Da haben wir uns gegenüber gesessen in so IKEA Wipp Stühlen und sind hin und her gewippt. Plötzlich fragt mich Detlev: Hast du einen Freund? “, schmunzelt Mario. „Nee, so direkt war ich nicht“, widerspricht Detlev. Direkt hin oder her – es ist der Beginn einer großen Liebe, denn seit diesem Tag sind die beiden ein Paar. Als es Detlev im Jahr 2011 gesundheitlich schlecht geht, steht Mario an seiner Seite, umgekehrt durchlebt auch Mario eine Krise und wird von Detlev gestützt. „Nachdem wir das gemeinsam durchgestanden haben, wussten wir, wir gehören zusammen.“ Im Jahr 2013 verpartnern sich die beiden, im März 2018 wird die Partnerschaft als „Ehe für alle“ eingetragen. Eine Ehe für homosexuelle Paare ist in Deutschland erst seit Oktober 2017 möglich. Mario und Detlev sind keineswegs immer einer Meinung, die beiden kippeln sich gerne und oft. Aber: „Wenn es darauf ankommt, halten wir fest zusammen.“ Als Mario mit Anfang 50 seinen Fachlehrer für Religion gemacht, ist Detlev eine Stütze. „Er hat mir die ganze Nacht am Telefon das Händchen gehalten“, sagt Mario. Umgekehrt hört Mario zu, wenn Detlev mal wieder einen belastenden Einsatz als Notfallseelsorger hat. „Es ist Liebe“, bringen Detlev und Mario ihre Beziehung auf den Punkt.
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Gesponserter Beitrag
FINANZTIPP
Steuerliche Treuepflicht ... INTERVIEW
... auch nach der Trennung
Bekanntlich können sich Ehegatten zusammen oder einzelnen zur Einkommensteuer veranlagen lassen. Bei unterschiedlich hohen Einkommen ist wegen der Abmilderung der Steuerprogression die Zusammenveranlagung in der Regel günstiger. Sie ist allerdings nur möglich, wenn die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben und beide unbeschränkt einkommensteuerpfl ichtig sind. Es genügt, dass die Voraussetzungen zu irgendeinem Zeitpunkt innerhalb des Veranlagungszeitraums vorgelegen haben, sodass auch im Trennungsjahr die Zusammenveranlagung gewählt werden kann. Häufig verweigert ein Ehegatte nach der Trennung seine Zustimmung zur Zusammenveranlagung für das Trennungsjahr oder auch für das vorherige Kalenderjahr, falls eine Einkommensteuer noch nicht abgegeben wurde und beantragt stattdessen eine für ihn günstigere Einzelveranlagung. Ob dies zulässig ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, darüber hat der COBURGER mit Rechtsanwalt und Steuerberater Thomas Bittorf von der Kanzlei tb.legal gesprochen:
COBURGER: Muss man auch nach der Trennung einer Zusammenveranlagung zustimmen? Thomas Bittorf: Im Grundsatz ja: Es besteht die Verpfl ichtung eines Ehegatten, der steuerlichen Zusammenveranlagung zuzustimmen, wenn dadurch die Steuerschuld des anderen Ehegatten – der beispielsweise wesentlich mehr verdient hat – durch Zusammenveranlagung gemindert wird und der zustimmende Ehegatte keiner zusätzlichen Belastung ausgesetzt wird. Die aus der Ehe resultierende Pfl icht, auf die wirtschaft lichen Interessen des anderen Partners Rücksicht zu nehmen, wirkt somit über den Trennungszeitpunkt hinaus. In der Praxis wird dies dadurch umgesetzt, dass sich der die Zustimmung Verlangende in einer schrift lichen Erklärung verpfl ichtet, den anderen Ehegatten von solchen Mehrbelastungen freizustellen. Liegt eine solche Verpfl ichtungserklärung vor, muss auch die Zustimmung zur Zusammenveranlagung erteilt werden. COBURGER: Manchmal ist ja nicht genau klar, ob man schon dauernd getrennt gelebt hat oder nicht. Wie es in diesem Fall zu verfahren? Thomas Bittorf: Die Pfl icht, von dem anderen Ehegatten die gewünschte Zusammenveranlagung zuzustimmen, besteht auch dann, wenn die Voraussetzungen steuerlichen Zusammenveranlagung zweifelhaft sind. Denn dem die Zustimmung wünschenden Ehegatten darf nicht schon im Vorfeld die Möglichkeit genommen werden, dass die allein zuständigen Finanzbehörden hierüber entscheiden. Eine Zustimmungspfl icht besteht nur dann nicht, wenn eine gemeinsame Veranlagung von vornherein zweifelsfrei nicht in Betracht kommt. COBURGER: Kann der zustimmende Ehegatte eventuell eine Sicherheitsleistung verlangen?
Thomas Bittorf: Nein, selbst wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der die Zustimmung begehrende seine Verpfl ichtung zum Nachteilsausgleich nicht nachkommt, kann eine Sicherheitsleistung nicht verlangt werden. Denn derjenige, der zustimmt, kann beim Finanzamt selbst einen sogenannten Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 der Abgabenordnung stellen. Dies hat zur Folge, dass die Steuer dann im Innenverhältnis der Ehegatten so errechnet wird, wie sie bei fi ktiver getrennter Veranlagung festgesetzt würde, sodass ihm kein Schaden droht. Der zustimmende Ehegatte wird dadurch vor einer Vollstreckung durch das Finanzamt geschützt. COBURGER: Was passiert, wenn er die Erklärung nicht abgibt? Thomas Bittorf: Eine schuldhafte Verletzung durch die unberechtigte Verweigerung der Zustimmung zur Zusammenveranlagung führt zu einer Schadensersatzverpfl ichtung. Beantragt also ein Ehegatte Einzelveranlagung, obwohl er verpfl ichtet gewesen wäre, der Zusammenveranlagung zuzustimmen, kann er dem anderen Ehegatten zum Ersatz des Schadens verpfl ichtet sein, der ihm durch dessen Einzelveranlagung entsteht, wenn eine Änderung des Bescheids beim Finanzamt aufgrund Bestandskraft nicht mehr möglich ist. Die Möglichkeiten zur nachträglichen Änderung eines bestandskräft igen Steuerbescheids sind seit 2013 nur noch unter den engen Voraussetzungen des § 26 Abs. 2 EStG möglich. Der Schadensersatz beläuft sich auf den Teilbetrag, um den der die Zustimmung verlangende Ehegatte durch die Zusammenveranlagung im Ergebnis bessergestellt worden wäre. Trotz der Verlockung auf eine höhere Steuererstattung mittels der Einzelveranlagung sollte man sich wegen des nachwirkenden Gebots der gegenseitigen Rücksichtnahme vorher tunlichst abstimmen oder zumindest beraten lassen. COBURGER: Vielen Dank für das Gespräch!
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SONDERTHEMA TREUE
Zahlen& Fakten T R E U E
Untreue nach Alter 39%
25%
27%
Die längste Ehe der Welt ...
1 Thailand – 56 Prozent
... führten Karam und Kartari Chand.
2 Dänemark – 46 Prozent
33%
32% 25%
Top-Ten der Fremdgeh-Länder 3 Deutschland – 45 Prozent
30%
29%
Sie waren 90 Jahre verheiratet, bis Karam im Alter von 110 Jahren verstarb. Seine Frau war zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2016 schon 103 Jahre alt.
4 Italien – 45 Prozent 5 Frankreich – 43 Prozent 6 Belgien – 40 Prozent
23 %
7 Norwegen – 40 Prozent 8 Spanien – 39 Prozent
18 bis 29 Jahre
30 bis 39 Jahre
Frauen
40 bis 49 Jahre
50 bis 59 Jahre
Die beiden stammten aus Indien, wohnten zuletzt allerdings in England.
9 Finnland – 36 Prozent
60 bis 69 Jahre
10 Großbritannien – 36 Prozent
Männer
Was ist Markentreue?
Top-Twelve der treuesten Auswärtsfans im Deutschen Fussball
Als Markentreue wird das Kaufverhalten von Verbrauchern bezeichnet, die sich in ihren Kauf- oder Nutzungsaktivitäten im Wesentlichen von Produkten einer bestimmten Marke leiten lassen. Dabei werden Erfahrungen, Wertungen und Eigenschaften von einem ganz konkreten Produkt auf andere Produkte einer Marke übertragen. Markentreue ist damit eine Folge von Markenvertrauen und
1 Borussia Dortmund – 6350 Fans
Markenbewusstsein. (Wikipedia)
2 FC Bayern München – 5811 Fans 3 FC Schalke 04 – 5711 Fans 4 Borussia Mönchengladbach – 4889 Fans
Umfrage in Deutschland "Wenn ich mit einer Marke zufrieden bin, bleibe ich auch bei ihr"
5 Werder Bremen – 4350 Fans 6 1. FC Nürnberg – 4175 Fans 8 1. FC Köln – 3525 Fans
40
30
11 Hamburger SV – 3272 Fans
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23,44
21,69 18,77
10,76 0,08
2018
3,2
2017
0,11
8,52 3,42 2,15 0,27
2016
10,82
8,83 3,64 2,31
0
3,18
15,63
17,73
15,59
21,84
10 8,21 3,48 1,6 0,21
Während es für viele nicht problematisch ist, wenn sich der Partner Pornos ansieht oder bei einer Flirt-App anmeldet, wäre eine Aff äre für 88 Prozent der Befragten ein eindeutiger Trennungsgrund. Handelt es sich bei dem Seitensprung jedoch nur um einen einmaligen Ausrutscher, würden 36 Prozent sogar diesen verzeihen.
18,09
Affären & Seitenspprünge
16,14
20
22,08
12 TSV 1860 München – 3000 Fans
23,3
33,06
10 Fortuna Düsseldorf – 3338 Fans
33,3
9 VfB Stuttgart – 3361 Fans
2019
Trifft voll und ganz zu
Trifft zu
Trifft meist zu
Trifft etwas zu
Trifft kaum zu
Trifft überhaupt nicht zu
2020
Keine Angabe
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Personen in Millionen Basis ist die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre
7 Eintracht Frankfurt – 3933 Fans
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KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer, Frauen, Diverse.
MACHERIN
Dieses Mal: Barbara Fehn-Dransfeld, Geschäftsführende Gesellschafterin der HEUNEC Plüschspielwarenfabrik aus Neustadt bei Coburg, einem Familienbetrieb seit den 1950er Jahren, weltweit bekannt für seine Kuschel- und Plüschtiere.
Sind Sie eine Macherin? Ja, ich mache ständig irgendwas, etwas erreichen geht nicht ohne machen. Somit bin ich wohl eine Macherin, wie viele andere auch. Aber ich mach’ nix alleine, ich habe immer Unterstützung von Weggefährten und Best Buddies.
Wie ging es los mit dem Machen? Ich bin ja schon als Dreijährige in der Firma mit aufgewachsen. Das waren tolle Zeiten, immer umgeben von Plüschtieren, Puppen, Christbaumschmuck. Ich durfte auf dem LKW mitfahren zu den Heimarbeitern, um die Waren abzuholen. Also, was war schon eine tolle Kindheit, die ich eben als sehr positiv empfunden habe.
Warum sind Sie eine Macherin? Das mag die vererbte DNA sein: Familien-Unternehmen, Selbstständigkeit und Freiheit habe ich mit der Muttermilch aufgesogen. Viele Träume, die zu Zielen werden und die man dann auch gerne und unbedingt erreichen möchte oder tatsächlich erreicht, das bestärkt im Weiterträumen und Weitermachen. Und so motiviert man auch seine Mitstreiter. Nur zusammen sind wir stark, die goldene Zeit der Einzelkämpfer ist schon lange vorbei, im Team geht’s viel besser. Machen macht Spaß. Was macht das Machen aus? Für mich gehört zum Machen Herz und Leidenschaft. Nichts geht zu machen oder zu erreichen, ohne dass man es mindestens zu 125 % will. Egal was man gelernt hat oder woher man kommt, der Wille ist für mich absolute Nummer Eins. Mit einer gehörigen Portion Willen lässt sich so Vieles erreichen, geht nicht gibt’s nicht. Dann kommt noch eine gute Portion Disziplin dazu und auf alle Fälle auch Glück – dann klappt es mit dem Machen. Was gehört noch dazu? Das, was mich antreibt, ist auch unsere tolle, kleine, aber sehr wichtige Branche mit den wunderbaren Produkten Spielwaren und Kuscheltiere. Denn wir verhandeln zwar genauso hart wie in anderen Branchen üblich, aber wir haben die Besonderheit eines emotionalen Produkts: Am Ende der Wertschöpfungskette stehen leuchtende Kinderaugen. Und manchmal zaubern wir auch noch dem größten Griesgram ein Lächeln ins Gesicht.
Später durfte ich meinem Vater und gleichzeitig Chef über die Schulter schauen. Also „Junior-Chefi n“ mit süßen 16 war ich nicht für die Portokasse zuständig, sondern durfte gleich an die großen Sachen mit ran – Kunden-Besuche, Reisen in fremde Länder, um Produktionsmöglichkeiten auszuloten – und ich durfte von Anfang an meinen Senf dazu geben. Dadurch war es wohl auch möglich, dass ich nach dem frühen Tod meines Vaters 1992 die Firma übernehmen konnte und ihr dann Schritt für Schritt meinen eigenen Stempel aufgedrückt habe. Welche Ziele haben Sie noch? Wir sind Gründungsmitglied der „Fair Toys Organisation“ und auf dem Weg, für transparente, faire Arbeitsbedingungen im Ausland zu sorgen und dies am Ziel mit einem Logo an der Spielware auch zu zeigen. Das, was im neuen Lieferkettengesetz gefordert wird, wollen wir freiwillig und miteinander umsetzen, ein großes, tolles Ziel, für das es sich zu kämpfen auf alle Fälle lohnt. In der Firma werde ich mich Stück für Stück in den Hintergrund begeben. Auf der „Macher-Bühne“ war ich lange genug, ich mache jetzt im Hintergrund mein Ding und da habe ich noch viel vor. Und meine Tochter übernimmt zum 1. Mai die Geschäftsführung. Das ist wunderbar, so geht das Familienunternehmen in die vierte Generation. Ist die Region Coburg ein guter Ausgangsstandort zum Machen? „Home is where the heart is …“: Ich bin in Coburg geboren und in Neustadt aufgewachsen, ich bin eine kritische Bewohnerin des Landkreises, aber ich bin immer noch hier. Daher ja, bei aller Provinzialität ein guter Standort, um erfolgreich zu werden. Unser Lebensmittelpunkt ist hier und das ist auch gut so.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.
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HÖRNLEIN & FEYLER Von Wolfram Hegen
ES KANN DER FRÖMMSTE … Die Miet- und Wohnungseigentums-Spezialisten der Fachanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler Ein Dach über dem Kopf, die eigenen vier Wände: Das Zuhause ist mehr als nur ein Raum, in dem wir uns alleine oder mit unseren Familien aufhalten. Unser Zuhause ist unser Daheim, unser Rückzugsgebiet, unsere Privatsache. Hier wollen wir uns wohlfühlen, ausruhen, eine schöne Zeit haben, für uns sein. Oder eine Immobilie dient als Geldanlage, als Altersvorsorge. Dann wollen wir, dass sie gut behandelt wird. Doch allzu oft haben unsere Nachbarn oder andere Mieter etwas dagegen, stören oder stören sich an etwas, haben andere Vorstellungen vom Zusammenleben in einer Wohnanlage, wollen oder können nicht bezahlen oder pflegen unser Eigentum nicht so, wie wir uns das vorstellen. „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, zitiert Frank Sitte ein bekanntes Sprichwort, neben Jürgen Hopf einer der beiden Fachanwälte in der Kanzlei Hörnlein und Feyler für Miet- und Wohnungseigentumsrecht.
Frank Sitte weiß, wovon er spricht: Vor über 20 Jahren übernahm die Kanzlei die rechtliche Betreuung des Mietervereins. Sitte widmet sich dieser Aufgabe. 2005 erwirbt er den neuen Fachanwaltstitel zum Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht. Seither hat er schon so ziemlich alles erlebt, gesehen und verhandelt, was es an Mietstreitigkeiten gibt. „Hauptthema sind Betriebskostenabrechnungen, in letzter Zeit aber auch mehr und mehr Mieterhöhungen.“ Der Markt hat sich in den letzten Jahren gedreht, es gibt zu wenig Wohnraum für zu viele Menschen. „Die Vermieter können daher die Preise erhöhen, weil die Nachfrage ja da ist.“ Aber neben dem lieben Geld geht es vor allem um Mietmängel wie Schimmelbefall, um „den Dauerbrenner“ Schönheitsreparaturen, um die Haltung von Tieren („das ist laut BGH immer eine Einzelfallentscheidung, ein völliges Tierhaltungsverbot ist rechtlich nicht durchsetzbar“) oder um grundstückbezogene Streitigkeiten. „Grenzmauern zum Beispiel sind ein beliebtes Thema, oder auch der bekannte Maschendrahtzaun.“ Später kommt Jürgen Hopf als Verstärkung in die Kanzlei. „Wir haben uns davor schon öfter vor Gericht getroffen“, sagt er, der häufig Vermieter oder Eigentümer rechtlich beraten hat. „Aber weil man in Coburg ohnehin einen sehr professionellen und kollegialen Umgang miteinander hat, war es auch kein Problem, jetzt Seite an Seite in einer Kanzlei zu arbeiten.“ Man diene ja der
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Durchsetzung des Rechts und wende dieses im Sinne des jeweiligen Mandanten an. Und schwarze Schafe gibt es eben auf allen Seiten. „Natürlich haben wir es auf der einen Seite auch mit Mietnomaden zu tun, die ihre Miete schuldig bleiben, und auf der anderen Seite haben Vermieter auch mal überzogene Vorstellungen“, so Hopf. Daneben geht es immer mehr um Fragen des Wohnungseigentumsrecht, in dem sich ja einiges geändert hat. „Streitigkeiten über die Farbe des Flurs in einem Mehrfamilienhaus, ob Balkone verglast werden dürfen, wie die Außenjalousien aussehen sollen.“ Oft mals gehe es dann schon ganz schön emotional zu, sagen beide. „Aber das darf und soll bei unseren Mandanten auch so sein, dafür sind wir Rechtsberater ja auch da, um das aufzufangen, und dann sachliche Lösungen zu fi nden auf der Basis des Rechts.“ Und Corona? Das mache sich aktuell nicht so bemerkbar in Coburg. „Die erste Welle wurde gut abgefedert“, sagt Sitte. Eine spannende Frage aber sei immer noch die Diskussion, ob Geschäftsinhaber, die von den Maßnahmen betroffen sind, ihre Gewerbemiete aussetzen können und konnten oder nicht. „Irgendwann wird es da vielleicht mal ein Urteil vom BGH geben, damit die Rechtsprechung einheitlich wird.“ Es könnte sein, dass dann noch mehr Arbeit auf die beiden Fachanwälte zukommt.
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Adverorial
DIE MIET- UND WOHNUNGSEIGENTUMS-SPEZIALISTEN
„Hauptthema sind Betriebsabrechnungen, in letzter Zeit aber auch mehr und mehr Mieterhöhungen.“
Foto: Val Thoermer
Frank Sitte
v.l.n.r.: Sabine Azzali, Rechtsanwaltsfachangestellte, Tobias Kirchner, Rechtsanwaltsfachangestellter, Jürgen Hopf, Rechtsanwalt und Frank Sitte, Rechtsanwalt
Frank Sitte
Jürgen Hopf
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Frank Sitte wurde 1969 in Halle an der Saale geboren. Nach dem Abitur 1987 und dreijährigem Wehrdienst studierte er in Bayreuth Rechtswissenschaften. Das erste Juristische Staatsexamen legte Frank Sitte 1996 ab. Dem Referendariat in Coburg und bei der Regierung von Oberfranken folgte 1998 das zweite Staatsexamen. Seit 1999 ist Frank Sitte als Rechtsanwalt in der Anwaltskanzlei Hörnlein und Feyler tätig.
Jürgen Hopf wurde 1971 in Bad Hersfeld geboren. Nach dem Abitur und der Bundeswehrzeit studierte Jürgen Hopf Rechtswissenschaften in Bayreuth und erwarb als Zusatzqualifikation den Titel Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth). Nach der Ersten Juristischen Staatsprüfung schloss sich das Referendariat in Coburg an. Im Rahmen des Referendariats absolvierte Jürgen Hopf eine Wahlstation bei Duncan Grehan & Partners in Dublin. Das Zweite Juristische Staatsexamen legte Jürgen Hopf mit Prädikat ab. Er ist seit 2002 als Rechtsanwalt in Coburg tätig.
Das war Teil 3 einer Reihe über die Fachanwälte der Kanzlei Hörnlein & Feyler. Teil 1 im Frühjahr 2020 hatte schon den Bereich Familienrecht vorgestellt, Teil 2 den Bereich Schadensrechte, Teil 3 die Fachanwälte für Miet- und Wohneigentumsrecht. Teil 4 folgt in einer der nächsten Ausgaben.
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&
Hörnlein Feyler
Fachanwälte
Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler info@hoernlein-feyler.de Kasernenstraße 14 Tel: (09561) 80 11 0 Fax: (09561) 80 11 20 www.hoernlein-feyler.de 96450 Coburg
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EINE SACHE FÜR PROFIS
DEN RICHTIGEN MARKTWERT EINER IMMOBILIE ERMITTELN Der Marktwert einer Immobilie sollte immer dann neutral ermittelt werden,
Der Expertentipp mit Alexander Petrich, VON POLL IMMOBILIEN Coburg
wenn das Objekt verkauft werden soll. Der errechnete Marktwert gibt Auskunft darüber, welcher Verkaufspreis erzielt werden kann. Mitunter wird der Wert jedoch auch benötigt, um in Scheidungsverfahren oder bei Erbschaften die Immobilie korrekt einschätzen zu können.
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Adverorial
VON POLL
COBURGER: Welche Wertermittlungsverfahren gibt es? Alexander Petrich: Für die Wertermittlung gibt es, abhängig vom Immobilientyp, drei mögliche Verfahren: Vergleichswertverfahren, Sachwertverfahren und Ertragswertverfahren. Während beim direkten Vergleichswertverfahren der Wert durch Vergleich mit ähnlichen Objekten – zum Beispiel Eigentumswohnungen gleicher Größe im selben Haus oder Stadt-/ Ortsteil – bestimmt wird, kümmert sich beim indirekten Vergleichswertverfahren ein Sachverständiger um die Ermittlung des Wertes auf Basis von Verkäufen aus der Vergangenheit. Beim Sachwertverfahren ermitteln Sachverständige den Marktwert unter Berücksichtigung von Bodenwert, Gebäudesachwert und Marktanpassungsfaktor gemäß NHK2010, einer Richtlinie zur Bewertung von Wohnimmobilien. Das Ertragswertverfahren kommt bei Kapitalanlagen zum Einsatz und ermittelt den Wert anhand der zu erwarteten Rendite. Die Anwendung der Verfahren erfordert viel Erfahrung und Sachkenntnis. Schon kleine Fehler in der Ermittlung können dazu führen, dass der Wert ungenau oder falsch ermittelt wird. COBURGER: Wie gehen Sie dabei vor? Alexander Petrich: Zum einen werden wertbildende Faktoren herangezogen. Vor allem die Lage, Immobilienart und Größe, Bausubstanz und Energieeffizienz, Ausstattung, Zustand, Baujahr, Modernisierungen, Ausbaumöglichkeiten, Erschließungszustand, Nutzung, Inventar, Mietverträge und Grundbucheinträge sind wichtige Bewertungsindikatoren. Der Marktanpassungsfaktor spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Die aktuelle Marktlage haben wir seit Jahren im Blick und verfolgen stets das Ziel zum bestmöglichen Preis zu vermitteln.
Von Poll Immobilien – kompetenter Expertenservice Als freier Sachverständiger für Immobilienbewertung (PersCert®) und Geschäftsstelleninhaber mit langjähriger Erfahrung am Immobilienmarkt ermittelt Alexander Petrich den Marktwert einer Immobilie. Als kompetenter Partner bietet von Poll einen erstklassigen Service: eine individuelle Bewertung, professionelle Fotoaufnehmen, das Beschaffen sämtlicher Dokumente, das Erstellen eines exklusiven Exposés und die Vermittlung zum bestmöglichen Preis. Nach Abstimmung mit dem Kunden präsentiert von Poll die Immobilie vorgemerkten und persönlich bekannten Suchkunden im Secret Sale oder öffentlich in den führenden Verkaufsportalen.
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Nauswärts geht’s (nur). 44
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NAUSWÄRTS GEHT ’ S
Das Sportjahr 2021 Was tun in einem immer noch von einer Pandemie geprägten Jahr, um ein wenig Spaß zu haben, sich fit zu halten, und um auf andere Gedanken zu kommen? Fitnessstudios haben immer noch keine konkrete Öffnungsperspektive, schlimm genug für die Betreiber und vor allem auch für die vielen Tausend Menschen im Coburger Land, die nun schon seit Monaten auf ihr Training verzichten müssen, auf ihren Gesundheitssport, weil Fitnessstudios ja schon lange keine Muckibuden mehr sind, sondern Orte, an dem man etwas für sein Wohlergehen tut, für Herz und Kreislauf, für die Muskulatur, Sehnen und Bänder – und das in einem sozialen Umfeld, das für viele zu einem zweiten oder dritten Zuhause geworden ist. Was also tun? Im besten Fall rausgehen, gerade jetzt im Frühjahr und Sommer gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, altbekannte wie Wandern, Klettern, Radfahren oder Joggen, oder neue oder relativ neue Trends, die es sich lohnt, mal auszuprobieren. Wir haben drei Vorschläge zusammengetragen und hoffen gleichzeitig darauf, dass auch die Fitnessstudios möglichst bald wieder öffnen können. Damit sie eine Zukunft haben – und alle Kunden dort gezielt etwas für ihre Gesundheit tun können.
1 Das Training ist auch ONLINE möglich! Meine Zielgruppe sind Führungskräfte, Selbstständige, Unternehmer und Ärzte, die ihr Potenzial beruflich, privat und gesellschaftlich voll und effektiv ausschöpfen wollen. TIPP 1: Stand-Up-Paddling
Personaltrainer/Fitnessfachwirt
Frühling, Sommer, Sonne: Also raus aufs Wasser. Als hierzulande die ersten Stand-Up-Paddler mit wackligen Beinen auf ihren Boards über heimische Seen schipperten, gabs am Ufer noch den einen oder anderen Lacher. Doch wer das Paddelboard selbst für sich entdeckt hat, mit ruhigen Paddelschlägen der Sonne entgegengleitet, irgendwo ein Päuschen einlegt und die mitgenommene Brotzeit verspeist, wer ab und mal kniend oder sitzend wie in einem Boot ordentlich Tempo macht, den Main hinunter oder vielleicht sogar hinauff ährt, der wird sagen: „Ja, das war sicher nicht das letzte Mal“.
Trainingsstützpunkt
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Frank Sperschneider
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NAUSWÄRTS GEHT ’ S
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d– sportl an ss, macht spa f it & gesund
TIPP 2: Trailrunning Auf englisch klingen ja irgendwie alle Sportarten gleich ziemlich hipp … Trailrunning … letztlich ist ein Trail ja einfach nur ein Pfad, und beim Trailrunning läuft man diesen Pfad entlang. Klingt ziemlich einfach, ist es auch, und deswegen ist der Einstieg in diesen Outdoor-Sport auch schnell gemacht und das ist das Schöne: Schuhe an und los gehts. Spannend und anspruchsvoll wird es, wenn der Lauf über Stock und Stein führt, bergauf und bergab, oder eben sogar im Gebirge hinauf auf den Gipfel. Das fordert die Beine, den Oberkörper und vor allem auch die Konzentration. Und wenn die Kondition mal nicht reicht: Man wechselt beim Trailrunning zwischen Gehen und Laufen, kann auch mal Stöcke verwenden oder die Oberschenkel durch Druck der Arme unterstützen. Am Ziel sind Glücksgefühle garantiert.
3 fitness gesundheit sport 68 015 TELEFON: 09561/ COBURG .DE DW W W. SP OR TL AN
TIPP 3: Gravel-Biking Schon wieder ein neues Fahrrad? Hab doch schon alles: Trekking- und Mountainbike, eines davon als E-Bike, und vielleicht noch ein Rennrad. Ja, kann man so sehen, aber dennoch: Wer einmal „gravelt“, kommt schwer wieder davon weg: Gravel-Bikes sind aktuell schwer im Trend und werden wie andere Fahrräder auch gerade in dieser Zeit schon fast mit Gold aufgewogen: Ausverkauft, die Lager sind leer, wenn sich alle mal anders beschäftigen müssen als in „normalen“ Zeiten. Gravel-Bikes sind eine Mischung aus Rennrad und Cyclocrossern, mit denen früher die Querfeldeinrennen über Stock und Stein führten. Das Schöne: Man kann ganz ordentlich Tempo machen, aber auch mal auf einem Feldweg oder im Wald weiterschüren. Oder eben auf Schotter, der deutschen Übersetzung von „Gravel“. Das liegt vor allem an den breiteren Reifen mit mehr Profil. Man könnte auch sagen: Eigentlich ist so ein Gravelbike auch ein guter Allrounder für den Alltag oder für längere Touren.
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RECHTSTIPPS ZUM FAHRRADFAHREN
Sonne, milde Temperaturen, frische Luft – was gibt es da Schöneres als eine Radtour, ob alleine, mit der Familie, oder, wenn wieder erlaubt, mit Freunden oder im Verein. Fahrradfahren boomt. Gerade in Corona-Zeiten kommen die Hersteller mit dem Produzieren kaum hinterher, ist doch Bewegung an der frischen Luft immer erlaubt gewesen und
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eine der wenigen Möglichkeiten, sich während der Pandemie fit zu halten und Spaß zu haben – ob mit dem Mountainbike, auf dem Trekkingrad oder mit Motorunterstützung. Damit die Freude an der Bewegung auch ungetrübt bleibt, sollte man sich allerdings an ein paar Regeln halten. Der COBURGER hat sich dazu mit Wolfgang Hörnlein und Lutz Lindner von der Kanzlei Hörnlein & Feyler unterhalten, Fachanwälten unter anderem für Verkehrsrecht.
COBURGER: Was ist der Unterschied zwischen Pedelec und E-Bike? Lutz Lindner: Das Pedelec ist das, was die meisten fahren und meinen, wenn sie von E-Bike reden. Bei einem Pedelec funktioniert der Motor nur, wenn man in die Pedale tritt. Der Motor hat bis zu 250 Watt und unterstützt den Fahrer bis zu maximal 25 Stundenkilometern. Das Pedelec gilt daher rechtlich als normales Fahrrad, das jeder ohne irgendeinen Führerschein, Altersbeschränkungen oder Zulassungen fahren darf. S-Pedelecs sind dagegen keine Fahrräder, sondern sind als Kleinkrafträder einzustufen. Sie funktionieren wie ein normales Pedelec, aber der Motor schaltet erst bei 45 km/h ab. Die erlaubte Nenndauerleistung bei Motoren liegt bei 500 Watt. S-Pedelecs benötigen eine Betriebserlaubnis oder Einzelzulassung vom Kraftfahrtbundesamt. Der Fahrer muss 16 Jahre sind, eine Fahrerlaubnis AM und ein Versicherungskennzeichen haben und einen geeigneten Schutzhelm tragen. Es gibt noch E-bikes im engeren Sinne. Diese lassen sich mit Drehgriff oder Schaltknopf fahren, ohne in die Pedale zu treten. Auch hier wird eine Betriebserlaubnis, ein Kennzeichen und mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung gefordert. Und E-Scooter darf man ab 14 Jahren fahren, eine Versicherung ist zwingend, aber kein Führerschein. COBURGER: Und wer darf jetzt auf den Fahrradweg und wer nicht? Wolfgang Hörnlein: Nur das reine Pedelec ist ein Fahrrad und darf damit auch auf einen Fahrradweg. Und wenn ein mit dem blauen Kennzeichnen markierter Fahrradweg vorhanden ist, muss dieser auch benutzt werden. Wer dagegen verstößt, kann im Falle eines Unfalls eine Teilschuld haben. S-Pedelecs oder E-Bikes haben auf einem Fahrradweg dagegen AUSGABE 44 / April 2021
nichts verloren. E-Scooter dagegen sind auf Radwegen erlaubt. Nicht aber auf Gehwegen, in der Fußgängerzone oder in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung. COBURGER: Wie ist das sonst mit der Haftung, wenn man auf dem Zweirad unterwegs ist? Wolfgang Hörnlein: Bei Fahrrädern ist es ja anders als z.B. bei Autos. Bei einem Auto haftet der Fahrer schon alleine durch die Bewegung des Fahrzeugs. Unabhängig von der Schuldfrage. Bei Pedelecs und E-Bikes, aber auch bei E-Scootern, muss ein Verschulden des Fahrers dagegen nachgewiesen werden. Erst wenn dieses vorliegt, haftet der Fahrer. Und auch wenn einem Fahrradfahrer selbst etwas zustößt, sollte man sich immer rechtsanwaltlich beraten lassen. Auch wenn das ohne Einwirkung eines Dritten passiert, z.B. weil Straßenschäden zu einem Sturz geführt haben. Ob in so einem konkreten Fall die Verkehrssicherungspflicht verletzt worden ist, ist immer eine Einzelfallentscheidung. COBURGER: Jetzt kommt der Frühling, irgendwann werden auch Biergärten wieder öffnen dürfen. Klingt nach einem schönen Ausflug mit dem Rad. Aber wie sind denn die Richtlinien in Sachen Alkohol am Lenker? Lutz Lindner: Ab 1,6 Promille begehen Radfahrer auch ohne erkennbare Fahrunsicherheit eine Straftat (Trunkenheit im Verkehr). Eine Trunkenheit im Verkehr kann aber auch dann gegeben sein, wenn man einen Promillewert von 0,3 erreicht hat und einen alkoholbedingten Fahrfehler begeht.In diesen Fällen kann es zu einer Überprüfung der Fahreignung (Anordnung der Führerscheinbehörde) eine Entziehung der Fahrerlaubnis oder sogar in Extremfällen zu einem Radfahrverbot kommen. Wenn
ich noch keinen habe, weil ich z.B. noch zu jung bin, wird die Behörde angehalten, dem Fahrer erst einmal keine Fahrerlaubnis zu erteilen. Schlimmstenfalls wird ein Radfahrverbot ausgesprochen. Unabhängig davon gibt es auch eine Geldstrafe. Eine Trunkenheit im Verkehr kann aber auch dann gegeben sein, wenn man einen Promillewert von 0,3 erreicht hat und einen alkoholbedingten Fahrfehler begeht. Sanktionen können dann im Übrigen auch Fußgänger treffen. Für S-Pedelec-, E-Bike- oder E-Scooter-Fahrer gelten ohnehin die strengeren Regeln wie für Autofahrer. Am besten also nicht alkoholisiert aufs Rad, den Gehsteig oder die Straße. COBURGER: Welchen Pflichten gelten denn überhaupt für Fahrradfahrer? Wolfgang Hörnlein: Natürlich muss die Straßenverkehrssicherheit des Fahrrads gegeben sein, also Licht, Klingel, 2 Bremsen, Reflektoren in den Speichen. Beim E-Bike gilt zudem eine Helmpflicht. Beim Pedelec nicht, das wird sich aber nach unserer Einschätzung ändern, dann wird das Nichttragen eines Helmes auch bei Fahrrädern im Schadensfall immer als Mitverschulden gewertet. Und auch vom gesunden Menschenverstand her sollte man einen Helm aufsetzen, vor allem bei schnelleren Radtypen wie Rennrädern zum Beispiel. COBURGER: Und noch die aktuelle Frage, wie es sich verhält, wenn man auf einer Radtour durch unterschiedlichen Inzidenzgebiete fährt. Welche Regeln gelten dann? Lutz Lindner: Es gilt immer, den jeweiligen Wert und die Regeln zu beachten der Stadt oder des Landkreises, den ich auf meiner Strecke durchfahre. Nur die Werte und Regeln der eigenen Heimatgemeinde einzuhalten, reicht also nicht. COBURGER | DAS MAGAZIN
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REISEN
Kultouren
DER COBURGER AUF REISEN
AUGSBURG
VON GABI ARNOLD Wir sehnen uns nach Sonne, Meer und Strand, nach Reisen in ferne Länder. Aber immer noch bremst uns die Pandemie aus. Wir wissen nicht, ob und wann wir wieder unbekümmert in den Flieger steigen und zu unseren Traumzielen reisen können. Auch in dieser Ausgabe bleiben wir daher im Land und entdecken eine der ältesten Städte Deutschlands, die Renaissance – Stadt Augsburg. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt begegnen uns auch viele unterschiedliche Stilepochen. Dazu gehören das Rathaus mit dem goldenen Saal, Kirchen und Synagogen, das ehemalige Spital mit der Augsburger Puppenkiste, aber auch die zehn Stadttore, durch die man läuft, wenn man im Uhrzeigersinn der Altstadt entlang schlendert.
AUGSBURG
REISEN
EIN NAME FÜR …
Elektro-Roller
Entlang der historischen Bauten und durch den Stadtwald schlängeln sich viele Bäche und Kanäle. Überhaupt, das Wassersystem gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Entspannung und Ruhe pur finden wir an vielen Orten, zum Beispiel im Botanischen Garten oder am Stauwehr Hochablass. Es gibt viel zu entdecken in der schwäbischen Stadt, der COBURGER zeigt vier Geheimtipps.
Roller mit Benzinmotor
S C H A U E N , V E R W E I L E N U N D S TA U N E N
Quads
… DOLCE VITA.
Zu den industriellen Baudenkmälern zählt der Glaspalast im Augsburger Textilviertel. Schon die Architektur der ehemaligen Baumwollspinnerei lässt uns staunen. Das Gebäude wurde von Philipp Jakob Manz erbaut und im Jahr 1910 fertiggestellt. Es gehört zu den architektonisch bedeutsamsten Denkmälern in Europa und zeichnet sich vor allem auch durch sein Nutzungskonzept aus; Kunst, Kultur und Wirtschaft sind in dem Gebäude angesiedelt. Wir beginnen in der Halle Eins, wo uns im H2 Zentrum Gegenwartskunst begegnet, mit wechselnden Ausstellungen und Installationen vieler Kulturschaffender. Kunstinteressierte sollten unbedingt das KUNSTMUSEUM WALTER im Glaspalast besuchen und ein paar Stunden Zeit einplanen, um die Eindrücke wirken zu lassen. Auf mehreren Etagen begegnen uns Kunstwerke der verschiedenen Stilrichtungen und Epochen namhafter Künstler. Nicht umsonst wird die umfangreiche Sammlung als eines der spannendsten Kunstprojekte Deutschlands bezeichnet. Erdacht und betrieben wird das KUNSTMUSEUM WALTER von Prof. Ignaz Walter, Unternehmer und bedeutender Kunstmäzen. Walter will neue Impulse in der deutschen Kunstszene setzen und Kunst als spannende geistige Erfahrung zu vermitteln.
Mit kompetenter Beratung finden wir für jeden Fahrertyp das richtige Zweirad – ob geschäftlich oder zum privaten Vergnügen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserem Showroom.
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AUGSBURG
SCHLENDERN, PROBIEREN UND EINK AUFEN Das Augsburger Marktwesen geht auf viele Jahrhunderte zurück. Bereits zur Römerzeit boten Händler ihre Waren in einer zentral gelegenen Markthalle an, später herrschte auf den Wochenmärkten ein reges Treiben und Handeln. Seit dem Jahr 1930 kaufen die Augsburger ihre Lebensmittel auf dem heutigen Stadtmarkt. Ein Abstecher, am besten mit gut gefüllter Geldbörse, lohnt sich. Über 100 Händler und Selbstvermarkter bieten hier ihre Produkte feil. Wir schlendern durch die Obst- und Gemüsegasse, kaufen Backwaren in der Bäckergasse, wählen fangfrische Produkte in der Fischgasse aus. Das Sortiment ist reichhaltig und hält ein umfangreiches Sortiment an Regionalem wie Exotischem bereit. In der Viktualienhalle hat sich der Duft ferner Länder verbreitet. Auf über 1000 Quadratmetern werden Köstlichkeiten und Spezialitäten aus aller Welt angeboten: Oliven, Weine, Gewürze, Pasta, Käse, Salami, italienische, griechische oder asiatische Spezialitäten. Zur Mittagszeit genießen die Gäste im hinteren Teil frische Salate, Nudeln, Suppen, allerlei Spezialitäten und vegetarische Gerichte. Wer es deft ig und bodenständig mag, ist in der Fleischhalle richtig.
BUMMELN, BESICHTIGEN UND GESCHICHTE ERLEBEN In der Altstadt in der Nähe des Jakobertors sehen wir eine ganz besondere Reihenhaussiedlung. Kleine ockerfarbene Häuser reihen sich aneinander, dazwischen gepflegte Wege und Grünanlagen. Es handelt sich um die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt. Jakob Fugger hat sie im Jahr 1521 gestiftet. Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürft ige katholische Augsburger Bürger für eine Jahreskaltmiete von 0,88 Euro pro Quadratmeter. Wie diese Wohnungen eingerichtet sind, sehen die Besucher in einer modernen und einer historischen Schauwohnung. Ein Museum lässt zudem die Geschichte der Augsburger Fuggerei lebendig werden. Wir bummeln durch die mit Kopfstein gepflasterten Gassen und treffen auf einen ehemaligen Wehrmachtbunker, den die Familie Fugger im Jahr 1943 errichten ließ; im Februar 1944 fanden hier 200 Augsburger Schutz vor den Bombenangriffen. Heute ist der Bunker das einzige Museum in Schwaben, das sich ausschließlich mit der NS-Zeit und ihren Folgen auseinandersetzt. Nach so vielen Eindrücken stärken wir uns im idyllisch gelegenen Biergarten gleich am Eingang der Fuggerei.
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S PA Z I E R G E H E N , D U R C H AT M E N UND DIE SEELE BAUMELN L A SSEN Siebentischwald? Zugegeben, das ist ein ungewöhnlicher Name, aber es ist auch ein ungewöhnlich schöner Ort der puren Erholung. Gemeint ist damit der nördliche Teil des Stadtwaldes mit einer Fläche von 660 Hektar. Es handelt sich um einen Landschaftspark, der zum Spazierengehen, Sport treiben und Ausruhen und Abschalten einlädt. Durch den Park schlängeln sich Bäche, wir treffen auf Seen, überqueren Brücken und machen Rast im Biergarten. Durch den Siebentischwald führen Wege zum Stauwehr Hochablass am Kuhsee. Auch der Botanische Garten und der Zoo Augsburg liegen am Rand des Siebentischwaldes. Ein beliebtes Ausflugsziel im Siebentischwald ist das über 100 Jahre alte Parkhäusl. Seinen Namen verdankt der Wald übrigens einer Gaststätte, die im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel war. Dort soll es, der Überlieferung nach, sieben Tische gegeben haben. Die Gaststätte wurde bei dem Luftangriff auf Augsburg 1944 so schwer getroffen, dass sie abgerissen werden musste. AUSGABE 44 / April 2021
Kraftstoffverbrauch in l/100 km (NEFZ): innerorts: 7,0; außerorts: 4,7; komb.: 5,5; Kraftstoffverbrauch in l/100 km (WLTP): komb.: 5,9; CO2-Emissionen komb. in g/km: 127 (NEFZ); 134 (WLTP); Effizienzklasse (NEFZ): B; Leistung: 75 kW (101 PS); Hubraum: 1.499 cm³; Kraftstoff: Benzin Offizielle Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt und entsprechen der VO (EU) 715/2007 in der jeweils geltenden Fassung. Für die Bemessung von Steuern und anderen fahrzeugbezogenen Abgaben, die (auch) auf den CO2-Ausstoß abstellen, sowie ggf. für die Zwecke von fahrzeugspezifischen Förderungen werden WLTP-Werte verwendet.
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VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT FOTOS: VAL THOERMER
HIER WOHNTEN…
… SCHMETTERLINGE UND HECKENVÖGEL Ein Schicksal wie der Hindenburgstraße oder der Mohrenstraße wird ihr sicherlich erspart bleiben. Nichts Anrüchiges oder Inkorrektes haftet dieser Straße an. Und so darf sie bleiben, was sie ist. Eine hübsche städtische Durchgangsstraße mit vielen Einzeldenkmälern und villenartigen Bürgerhäusern.
Häuser, die mit Unterstützung der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. saniert worden sind. Der COBURGER stellt sie vor: 2021 in jeder Ausgabe des COBURGER eines in unserer Reihe „Hier wohnte“.
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Die Löwenstraße verdankt ihren Namen dem Meißener Löwen. Das Wappentier der Wettiner hat es auf viele Wappen von Städten und Gemeinden hierzulande geschafft. Gilt es doch als tatkräftiges und wehrhaftes Herrschaftssymbol. Im Zuge der westlichen Stadterweiterung in den 1890er Jahren angelegt war sie aber nicht immer eine repräsentative Prachtstraße. Eher ein ausgetretener Feldweg durch idyllisches Wiesengelände, eingerahmt von Hecken und hohen Bäumen. Eine natürliche Grünanlage mit Wasserlauf vor den Toren der Stadt. Entlang des ehemaligen Lautergrabens standen auch einzelne Mühlen. Handwerker siedelten sich an. Die Mühlgasse zeugt mit ihrem Namen noch heute von diesem Gewerk. Dort wo sich also heute die Löwenstraße erstreckt, floss einst der Lautergraben in Richtung heutige Rückertschule, bis er sich gemeinsam mit dem Hahnfluss bei der Judenbrücke in die Itz ergoss. Die letzte Müllerfamilie, die mit Hilfe dieses Wassers Getreide zu Mehl verarbeitete, waren die Roschlaus. Für 18000 Gulden verkaufte Georg Roschlau seinen Besitz im Jahre 1873 an den Magistrat der Stadt. Sah die Stadtführung in dem Gebiet am Lautergraben mit der Nähe zum Bahnhof doch einiges Entwicklungspotential. Dazu musste der Graben jedoch zugeschüttet werden. Vorbei war es mit der Wiesenidylle. Die Moderne hielt Einzug. Im Anschluss daran entstand die sogenannte Bahnhofsvorstadt – also das Gebiet Hindenburgstraße, Seifartshof- und Löwenstraße. Und erst 1925 erfolgte der Ausbau zu einer Straße, auf der man halbwegs trockenen Fußes in die Stadt gelangen konnte. Eine erwähnenswerte Geschichte findet man in der kleinen Grünanlage am Ende der Löwenstraße hinter der Löwenschule. Löwenschule? Ja, die 1890 eingeweihte Knabenschule, heute Rückertschule, hatte zu ihrer Gründung einen anderen Namen. Heute wartet neben dem ehemaligen Alexandrinenbad ein kleiner Blumengeschmückter Park auf Besucher: Die Alfred-Sauerteig-Anlage. Wenige Coburger
werden den kommissarischen Oberbürgermeister noch gekannt haben, denn er verstarb 1961. Und es liegt auch sicher nicht daran, dass Alfred Sauerteig nur ganze 32 Tage das Amt innehatte. Denn es waren sehr entscheidende Tage. Der Kommunalpolitiker unterzeichnete im April 1945 die Kapitulationsurkunde und bewahrte die Stadt damit vor einer möglichen Zerstörung durch amerikanische Truppen. Sauerteig vertrat als Stadtamtmann den damaligen NS-Oberbürgermeister Greim, der sich aufgrund der hoffnungslosen Lage der Stadt am 9. April 1945 einfach aus dem Staub gemacht hatte. Die amerikanischen Truppen waren bereits auf dem Vormarsch. Luftangriffe und Bombardements gehörten zum Alltag der letzten Kriegstage. Trotz des Führerbefehls, dass die Stadt „bis zum letzten Mann“ verteidigt werden müsste, entschloss sich Sauerteig zur Kapitulation. Und rettete seine Heimatstadt vor der Zerstörung. Daraufhin setzten ihn die Amerikaner als kommissarischen Oberbürgermeister ein. Als jedoch im Mai 1945 bekannt wurde, dass Sauerteig Mitglied der Nationalsozialisten war, endete diese kurze Amtszeit bereits nach 32 Tagen. Alfred Sauerteig wurde in den Ruhestand versetzt. Dennoch dankten die Bürger dieser Stadt einem vorausschauenden Kommunalpolitiker und errichteten ihm zu Ehren diese Grünanlage in den achtziger Jahren. Eine Anekdote am Rande ist, dass Sauerteig es auch war, der den Coburger Mohr als Stadtwappen wieder einsetzte, nachdem dieser von den Nationalsozialisten ersetzt worden war. Ersetzt durch das sogenannte „Coburger Abzeichen“, einen SADolch mit Hakenkreuz im Knauf. Ob Greim aus rassenideologischen Gründen das Stadtwappen ersetzt hatte? Oder weil er die Bedeutung der Stadt für die frühen Jahre der NS-Bewegung unterstreichen wollte? Tatsache ist, dass Entscheidungen in der Vergangenheit immer auch Konsequenzen ins Jetzt haben können. Egal, ob ein Graben zugeschüttet wurde oder ein Kommunalpolitiker einfach mal sein Herz in die Hand nahm.
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… SCHMETTERLINGE UND HECKENVÖGEL
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Adverorial
NATUR- & RECYCLINGPRODUKTE
nachhaltig | praktisch | schön
Heimtextilien & Taschen An den Kleiderständern hängen bunte Karnevalskostüme. Davor steht ein Sortiment aus gefilzten und recycelten Heimtextilien und Taschen. Maximilian Müller, Geschäftsführer der Festartikel Müller GmbH, greift hinein und hebt eine Filztasche aus schwarzer Schurwolle hervor. Die kastenförmige Tasche ist praktisch, stabil und schön. Das Beste: Sie ist nachhaltig und umweltbewusst hergestellt.
„Darin
transportiere
ich
beispielsweise
mein
Brennholz“, meint Müller. Das Produkt ist ein Beispiel für ein neues Sortiment, das das Unternehmen unter dem Label „Filzkraut“ seit dem November 2020 online und im Werkverkauf anbietet.
Die Entwicklung dieser neuen Produktlinie begann bereits vor zwei Jahren. Müller ist seit Jahrzehnten auf die Fertigung von Weihnachts- und Karnevalsartikeln spezialisiert. „Das ist eine schöne und abwechslungsreiche Branche, die uns und unseren Kunden viel Spaß bringt“, sagt er. Trotzdem hatte das im Neustadter Stadtteil Thann ansässige Unternehmen das Bedürfnis, etwas auf die Beine zu stellen, bei dem die Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. So ist die Idee zum Filzkraut entstanden. Als im vergangenen Jahr die Einnahmen weggebrochen sind, wurde die Umsetzung der Idee beschleunigt. „Bedingt durch Corona ist eine ganze Saison ausgefallen und so haben wir das Produkt im Jahr 2020 forciert.“ Dort, wo bisher Nikolausmäntel, Bienenkostüme und Clownsperücken genäht wurden, entstehen jetzt Filzkraut-Taschen und Heimtextilien. Der Kunde hat die Wahl zwischen einem reinen Naturprodukt aus Schurwolle und der veganen Variante aus recycelten PET Flaschen. Die Produktpalette wurde im Haus von der Direktrice entworfen. „Wir hatten bis dahin viel experimentiert mit verschiedenen Filzqualitäten und Designs, damit wir unseren Kunden ein hochwertiges Produkt anbieten können“, so Müller. Das Material sollte gut aussehen, haltbar sein und sich gut und wertig anfühlen. Das ist gelungen, aber nicht nur: Wer sich für ein Produkt aus Schurwolle entscheidet, bekommt alle positiven Eigenschaften des Naturproduktes mitgeliefert. Schurwolle ist wasserbeständig, geruchsneutral und isolierend. Das auf Handtaschengröße zusammenfaltbare Sitzkissen beispielsweise hält auch bei Minusgraden die Kälte fern. Überhaupt setzt das Unternehmen auf Umweltfreundlichkeit, betreibt die Nähmaschinen mit 100 Prozent Strom aus regenerativen Energien. Und verzichtet bei Fertigung und Verpackung der Filzkraut Artikel auf jegliches Plastik.
Weitere Informationen: www.fi lzkraut.com www.facebook.com/Filzkraut www.instagram.com/fi lzkraut
Taschen oder Heimtextilien aus Schurwolle oder recycelten PET-Flaschen AUSGABE 44 / April 2021
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WICHTREY HOMEWARE Von Wolfram Hegen | Fotos: Val Thoermer
Eine Reise in stilvolle
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Advertorial
STILLVOLLE WOHNWELTEN
Wohnwelten Eine Reihe im COBURGER über Wichtrey Homeware – Folge 2: Die Ausstellung
Handwerk, Kreativität, Individualität, Qualität, Exklusivität, Nachhaltigkeit, Ganzheitlichkeit. Dafür steht seit fast 30 Jahren das Coburger Familienunternehmen Wichtrey Homeware mit seinen heute zwei Standorten, dem Showroom in der Bahnhofstraße und den Werkstätten in der Mühlgasse. Die kreativen Einfälle und handgefertigten Produkte des Teams rund um Firmengründer Mathias Wichtrey sorgen für Wohnkultur in vielen Häusern, Wohnungen und Geschäftsräumen in der Region und weit darüber hinaus.
Es ist nur ein kleiner Schritt in der Bahnhofstraße in Coburg über die Schwelle der Hausnummer 5, aber ein Schritt in eine andere Welt, in viele andere Welten: Die Ausstellung von Wichtrey Homeware ist eine Entdeckungsreise auf drei Stockwerken. Aufregend, interessant, spannend und vor allem anregend: In jeder Nische, in jeder Ecke, hinter jeder Türe stößt man auf neue Ideen für Zuhause oder das Büro. Sofas, Sessel, Beistelltische, Stoffe, Lampen, Betten,Schränke und Ankleiden auf Maß, Accessoires und vieles mehr. „Bei uns kann man sich stilvoll einrichten von A bis Z, sozusagen von der Anrichte bis zum Zahnputzbecher“, schmunzelt „Reiseleiter“ und Geschäftsführer Mathias Wichtrey bei unserer Expedition vor Ort, vorbei an den führenden Marken. „Aktuell sind die Farben wieder wärmer als noch vor ein paar Jahren, die Materialien sind auch wieder wichtiger, es geht um Haptik, um ein gutes Gefühl, um Echtheit.“
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WICHTREY HOMEWARE Damit aus so vielen Möglichkeiten, soviel Buntheit, Stoffen und Materialien ein harmonisches Ganzes wird, steht Beratung bei Wichtrey ganz am Anfang der Reise. „Kunden haben gewisse Vorstellungen, wie sie sich Zuhause einrichten wollen, und wir können das dann gerne gemeinsam entwickeln.“ Das geht bis hin zur Einrichtung ganzer Büros oder Wohnungen bzw. Häuser – vom Termin vor Ort über den Entwurf am Computer bis zur Lieferung und Einrichtung. Und mit den Werkstätten in der Mühlgasse (siehe Coburger 43) verfügt man vor allem auch über alle handwerklichen Fähigkeiten, die notwendig sind – wenn man möchte. Man kann sich aber einfach auch nur von den vielen Ideen vor Ort inspirieren lassen um sich mit dem Team sich seine eigenen vier Wände zu gestalten.
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STILLVOLLE WOHNWELTEN Die Expertise von Wichtrey Homeware ist weit über die Region Coburg hinaus gefragt. „Wir haben in Spanien, England und am Comer See Häuser, wie auch für das Kanzleramt in Berlin eingerichtet“, ist Mathias Wichtrey mit Recht stolz auf das Erreichte, das in der Bahnhofstraße 5 im ehemaligen Papier Wittmann in den 1990ern seinen Anfang nahm. „Damals war hier alles voller Wände und zugebaut, wir haben das dann Schritt für Schritt entkernt und saniert.“ So eröffnen sich in der Ausstellung von Wichtrey Homeware heute neue Horizonte für die eigenen vier Wände.
Einrichtungshaus für exklusive Möbel, Textilien, Beleuchtungen und Wohnaccessoires mit Planungsbüro in der Bahnhofstraße 5 in Coburg.
Marken:
Stoffe:
» Artemide » Baxter » Raumplus » Flexform » Occhio » Schramm Betten » Thonet » Riva » Baobab » Lambert » Tribu » Weißhäupl Gartenmöbel » Kröncke » Flamant » Dibbern » Royal Botania » USM » Vispring » Vitra
» Andrew Martin » Dedar » Designers Guild » Pierre Frey » Cole&Son » Osborne&Little » Zimmer&Rohde » Luiz » Christian Fischbacher » Sahco » JAB » Ralph Lauren
... und viele mehr!
Öffnungszeiten / Termine ... nach Vereinbarung (abhängig von aktuellen Corona-Regelungen): » Donnerstag und Freitag von 930 bis 18 Uhr » Samstag von 10 bis 14 Uhr
Wichtrey Homeware Werkstätten in der Mühlgasse Coburg » Polsterei » Wand und Boden » Näherei Bahnhofstraße 5 96450 Coburg Telefon 09561 / 871 00-3 Fax 09561 / 871 00-4 E-Mail hallo@wichtrey.de AUSGABE 44 / April 2021
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Nur wir sind von hier!
Wir bringen
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zu Ihren Kunden! Infos zu Radiowerbung unter: AUSGABE 44 / April 2021
09561 87 33 0 .com COBURGER | DAS MAGAZIN
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KULTURTIPPS
KULTUR Veranstaltungen, Konzerte, Theater, Ausstellungen, Lebensart und alles, was Freude macht.
LANDESTHEATER Alle kulturellen Einrichtungen sind immer noch geschlossen, Veranstaltungen abgesagt oder auf Eis gelegt. Das Landestheater Coburg geht weiter online.
„FÜR EUCH“
KLASSIK AM SONNTAG
„Wir tanzen wieder für euch! Wir singen wieder für euch! Aus der Trübsal von heute zaubern wir wieder Freude für euch!“ Mit diesem Song will das Ensemble des Landestheaters Coburg Hoffnung geben und daran erinnern, dass es weitergeht. Der Text und die Musik sprechen aus der Seele. „Der Song ist eine Hymne von uns an unser Publikum“, erklärt Schauspieldirektor Matthias Straub, Verfasser des Textes. Bereits am 24. Februar 2021 feierte der Song „Für Euch“ seine Weltpremiere auf dem Radio-Sender RadioEINS als krönender Abschluss der Sendung „Live aus der Reithalle“ und begeisterte ein breites Publikum. Der Song ist ein gemeinsames Projekt der verschiedenen Sparten des Landestheaters.
Am 14. Februar startete die neue Auflage von „Klassik am Sonntag" mit Generalmusikdirektor (GMD) Daniel Carter. Auch der neugierige Theaterkater Linus hat seine Schnauze schon in verschiedene Abteilungen des Landestheaters gesteckt. Noch mehr abwechslungsreiche Formate gibt es auf dem YouTube-Kanal und der Website des Landestheaters Coburg. Alle Videos können auch nachträglich angesehen werden.
Wo? Ab 15. März 2021 auf dem YouTube-Kanal des Landestheater Coburg
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Weitere Infos unter: www.landestheater-coburg.de
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KULTURTIPPS
PODCAST
FILMTIPP
ENTFÜHRT – DER FALL URSULA HERRMANN
NEUN TAGE IM WINTER – ANKUNFT IN DER VERGANGENHEIT
Im Jahr 1981 verschwindet die zehnjährige Ursula Herrmann auf dem Nachhauseweg spurlos. Sie wird Wochen später in einer Kiste im Wald tot aufgefunden. Der Fall gilt 30 Jahre als „cold case“, bis schließlich ein Verdächtiger verurteilt wird. Doch Ursulas Bruder Michael ist bis heute fest überzeugt, dass ein Falscher im Gefängnis sitzt. Die Spuren seiner eigenen Ermittlungen führen ihn in ein nahe gelegenes Elite Internat. Die Journalistin Katja Paysen-Petersen hat den Fall aufwendig bis ins Detail recherchiert, Gerichtsakten durchforstet und Zeugen befragt. Entstanden ist ein „True Crime Podcast“ in sieben Episoden, die hoch spannend sind. Vermutlich ist das letzte Kapital noch nicht geschrieben.
Der Schriftsteller Aurélien erfährt während eines Krankenhausaufenthaltes, dass seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Als er in die Bretagne fahren muss, um den Verkauf des Hauses seiner Eltern zu regeln, wird er mit den Erinnerungen seiner Jugend konfrontiert. Mit den Eltern hat er sich nie sonderlich gut verstanden, seinem älteren, erfolgreichen Bruder Cyril gegenüber hat er sich immer unterlegen gefühlt. Die vergangenen Jahre hat Aurélien als Autor reüssiert und seine Familiengeschichte in mehreren Romanen verarbeitet. Neun Tage verbringt Aurélien im Haus seiner verstorbenen Eltern. Neun Tage, die ihn sein ganzes Leben in einem neuen Licht sehen lassen.
Wo? www.br.de/mediathek/podcast/ entfuehrt-der-fall-ursula-herrmann/846
Wo? Arte Mediathek bis 19. Juni 2021
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KULTURTIPPS
AUSSTELLUNGEN SCHICKSALSSCHLAG UND KUNST Werke des Heilpraktikers Helmut Brühl Sonderausstellung – Terminvereinbarung kurzfr istig vor Ort möglich (ohne Gewähr) Die erste Ausstellung der Horst-Ludwig-Weingarth-Stift ung im Raum „Rückert“ präsentiert das künstlerische Werk des Coburger Heilpraktikers Helmut Brühl und seine Malerei vor und nach einem Schlaganfall. Eine Ausstellung, die gerade jetzt auch geeignet ist, Mut und Zuversicht zu schöpfen. Die „Horst Ludwig Weingarth Stift ung“ widmet sich – neben vielen weiteren sozialen und ökologischen Themen – vor allem dem Bereich der Kunstwelt. Mit einer Kunstsammlung von bereits über tausend gesammelten Gemälden, ist es ihr ein großes Anliegen, Werke von weniger populären oder unbekannten Maler in den Vordergrund zu rücken. Dabei legt die Stift ung besonderes Augenmerk auf regionale Künstler aus Coburg und dem Umland. Die Datierung der facettenreichen Sammlung reicht hierbei vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Wo? Puppenmuseum, Rückert 3 Wann? Ab März 2021 Weitere Informationen: Telefon 09561 / 891480
Coburg
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Kronach
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Lichtenfels
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facebook.com/hoergeraetegeuter AUSGABE 44 / APRIL 2021
KULTURTIPPS
GLASS WORKS European glass lives in craft, art and industry Neue Perspektiven im Glas! Neun internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten haben sich unter der Leitung des BildWerk Frauenau in den letzten Monaten mit Erzeugnissen aus den traditionellen Glaszentren im Bayerischen Wald, in der Tschechischen Republik, in der Steiermark in Österreich, in Elsass-Lothringen und in Dänemark auseinandergesetzt. Dabei wurde mit unterschiedlichen Techniken experimentiert. Nun sind die neuen Arbeiten fertig und werden zusammen mit einer Einführung in die europäischen Glaszentren und ausgewählten historischen Glasobjekten in einer Wanderausstellung präsentiert Das Projekt wurde vom Creative Europe Programm der Europäischen Union gefördert.
Wo? Im Labor auf der Veste Coburg Wann? 30.April bis 12.September 2021 Weitere Infos? Kunstsammlungen Veste Coburg Telefon: 09561 / 8790
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Advertorial
KULTURTIPPS
BUCHEMPFEHLUNG MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN Ein hinreißendes (Un-)Sittengemälde Der neue Roman des begnadeten und vielfach preisgekrönten Erzählers James McBride beginnt mit einem ungewöhnlichen Mordversuch, der ein ganzes Viertel aus dem Gleichgewicht bringt. Die Frage, warum der alte Sportcoat im Suff auf den jungen Dealer Deems schoss, beschäftigt fortan die Bewohnerinnen und Bewohner des „Cause“, eines sozialen Wohnprojekts in New York. Dieses befindet sich in einem Viertel Brooklyns, in dem Schwarze, Latinos, Iren und Italiener nebeneinander leben. Es herrscht also Unruhe in der Community des Cause, und leider kann Sportcoat selbst zur Klärung dieses Rätsels nichts beitragen, da er vor der Tat reichlich dem titelgebenden „King Kong“ zugesprochen hat, dem von seinem Kumpel Rufus schwarzgebrannten Schnaps. Die Frage, was Sportcoat zu seiner Tat bewog, ist jedoch nur eines der Rätsel dieses herrlich vielschichtigen Romans. So ist beispielsweise ungeklärt, wo Sportcoats verstorbene Frau Hettie das Geld der Kirchengemeinde Five Ends versteckt hat, dass sie regelmäßig für Weihnachtsgeschenke einsammelte und verwaltete. Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten: ISBN: 978-3-442-75924-8 22,00 Euro
Ein weiteres Rätsel ist der Verbleib der Venus von Willendorf. Diese kostbare Statue wird von Tommy Elefante gesucht, dem Mafioso des Viertels. Die Statue, die sein Vater vor Jahren für einen Freund versteckte, könnte für ihn das Ticket in ein besseres Leben sein. Elefante, ein einsamer Mann mit harter Schale, sehnt sich nach Liebe und Normalität.
eBook: ISBN: 978-3-641-26675-2 17,99 Euro
Apropos Liebe. Zu lesen, wie diese den ermittelnden Cop Sergeant Mullen und Schwester Gee, die Frau des Gemeindepfarrers, ereilt, ist ein wahrlich außerordentliches Vergnügen. Wie überhaupt die Lektüre dieses amerikanischen Sittengemäldes aus dem New York der späten 1960erJahre ein ganz großer Genuss ist. James McBride reichert seine Geschichte mit soviel Herz und Liebe an, dass es eine wahre Freude ist. Ich habe lange nicht mehr eine so wunderschön geschriebene Geschichte von tiefer Menschlichkeit gelesen.
INHALTSANGABE
JAMCES MCBRIDE
Die ruhigen Tage scheinen gezählt in der kleinen Baptistengemeinde „Five Ends“ im Süden Brooklyns. An einem warmen Septembertag im Jahr 1969 tritt der alte Diakon Cuffy Lampkin, genannt „Sportcoat“, mit einer Waffe auf den zentralen Platz seines Sozialbauviertels, hält sie vor aller Augen dem hiesigen Drogendealer vors Gesicht - und drückt ab. Ausgerechnet Sportcoat, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann.
Autor, Musiker, Drehbuchschreiber, Journalist – wurde weltberühmt durch seinen autobiografischen Roman „Die Farbe von Wasser“. Das Buch gilt inzwischen als Klassiker in den Vereinigten Staaten, es stand zwei Jahre lang auf der New York Times Bestsellerliste. McBrides Debüt „Das Wunder von St. Anna“ wurde vom amerikanischen Kultregisseur Spike Lee verfilmt. Für „Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford“ erhielt McBride den renommierten National Book Award. 2015 wurde James McBride von Barack Obama mit der National Humanities Medal ausgezeichnet.
Wie konnte es dazu kommen? Schnell zeigt sich, dass sich die Schicksale aller Gemeindemitglieder – der Afroamerikaner wie der Latinos, der abgehalfterten Mafiosi wie der ermittelnden Cops – in dieser unvorstellbaren Tat überkreuzen. Und dass himmlische Gerechtigkeit und Strafe manchmal eine ziemlich irdische Angelegenheit sind ...
Foto ©Chia Messina
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IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin Ausgabe 44 / April 2021 Sechster Jahrgang Auflage 3750 Stück www.coburger-magazin.de Verlag: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Coburger Straße 7 96472 Rödental Telefon 0 95 61 / 973 45 00 www.markatus.de Herausgeber und Chefredakteur: Wolfram Hegen Telefon 01 71 / 690 52 84 hegen@coburger-magazin.de Gründungsherausgeber: Peter Einheuser Wolfram Hegen Redaktion / Autoren dieser Ausgabe: Wolfram Hegen Wolfram Porr Heidi Schulz-Scheidt Gabi Arnold Fotografen dieser Ausgabe: Sebastian Buff Val Thoermer Lisa Leuchtmann Titelbild: „Grauer Frühling“ Layout / Illustrationen: Axel Straubinger
IN EIGENER SACHE MUTIGE IDEEN
PREMIUM PARTNER 2021
Unsere Geschichte über vielleicht ungewöhnliche, aber gerade deswegen mutige Ideen für Coburgs Zukunft (Einbahnring Innenstadt / Begrenzung Amtszeit / Einhausung Stadtautobahn / Regionalwährung / Rathausneubau / Stadtmuseum / Kunstmuseum) hat uns einige Rückmeldungen eingebracht. Meist positiv, und wenn kritisch, dann vor allem, dass die eine oder andere Idee nicht größer präsentiert, gedacht, erläutert worden ist, sondern durch die Aufzählung auf vier Seiten fast ein wenig unterging. Wir werden diese Ideen daher in den kommenden Ausgaben aufgreifen und ihnen den Platz geben, den sie in den Augen unserer Leser verdient haben. Danke.
Der feine Club an PREMIUM PARTNERN hat Anfang des Jahres wieder Zuwachs bekommen. Premium Partner schätzen den COBURGER als ideales Umfeld für ihre Werbebotschaft und sind regelmäßig mit im Magazin. Dafür bedankt sich der COBURGER mit der einen oder anderen Geschichte mehr. Stabile Partnerschaften, auf die sich beide Seiten verlassen können. Mehr Informationen unter www.coburger-magazin.de/Premium-Partner. Im Jahr 2021 danke bisher an:
UND POSITIVE KRITIK
Grundlayout: Peter Einheuser Anzeigengestaltung: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Anzeigenvertrieb: Wolfram Hegen hegen@coburger-magazin.de Anke Feuer feuer@coburger-magazin.de Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2021 Druck: DCT GmbH www.dct.de Preis: kostenlos Vertrieb: über 200 Verteilstellen in Coburg Stadt und Land Bestellung: Online über www.coburger-magazin.de Preis inkl. Verpackung und Versand innerhalb Deutschlands 5 Euro inkl. MwSt.
IM NÄCHSTEN COBURGER AUSGABE 45
… widmen wir uns dem Sonderthema „Mobilität – was bewegt uns?“. Wie kommen wir vorwärts, mit welchen Technologien, welchen Energien? Aber auch: Was treibt uns an? Was motiviert uns? … führen uns die Kultouren an die Dänische Nordseeküste. Warum nicht wieder von anderen Ländern träumen? Vielleicht klappt es ja 2021 mit dem Sommerurlaub. … erzählen wir in unserer Reihe „Grenzerfahrung“ Geschichten von Menschen, die weiterleben können, weil andere ihnen Organe gespendet haben. … freuen wir uns im COBURGER SPECIAL „Freizeit und Gastro“ auf den Sommer – wenn uns die Pandemie lässt. Das Special „Haus und Garten“ für dieses Magazin mussten wir leider verschieben. … und vieles mehr.
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GALERIE
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GALERIE
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MONACO FRANKE Für den COBURGER von Wolfram Porr
DER MONACO FRANKE Es spricht schon eine gehörige Portion Hochachtung und Bewunderung aus seinen Worten, wenn ein Münchner einen Satz sagt wie: „Die Hund‘ sind scho‘ grod überoi dabei, wo die Musi spuit!“ Aber genauso ist es. Die in Oberbayern häufig belächelten Franken sind gerade in aller Munde und omnipräsent. Ob in der Politik, im Sport oder als Angriff sfläche von Satirikern. Letzteres war schon immer ein untrügliches Zeichen für die Bedeutung einer Person. Höchstwahrscheinlich hätte Brose-Chef Michael Stoschek auf die Art von „Publicity“ aber gerne verzichtet, die ihm Jan Böhmermann seit Monaten in seinem „ZDF Magazin Royale“ angedeihen lässt. Aber mit einer eigenen Rubrik und eigenem Jingle fester Bestandteil einer hippen Satire-Unterhaltungsshow im ZDF-Hauptprogramm zu werden, da gehört schon auch etwas dazu – und wenn‘s a Bedongschädel und boliddische Dreistichkeit sind. Da gradulierma recht herzlich! Coburg und sein in besagtem Jingle bestens in Szene gesetztes Stadtwappen jedenfalls dürfte nun endgültig auch der letzte Influencer in Deutschland kennen – genauso wie die Max-Brose-Straße oder Stoscheks verzweifelte Versuche, zum Wohle des eigenen Unternehmens (oder hob iech jetzt wen vergess’n?) Druck auf die Stadtspitze auszuüben – und wenn das nicht gelingt: auf die Landesregierung. Fortsetzung folgt? Des is so sicher wie der Coburcher Rutscher zum Sonntagsbraten! Denn wenn sich Medien oder Satiriker erstmal auf jemanden eingeschossen haben, dann geht’s fröhlich immer weiter zur Sache. Erst wenn der Gaul tot ist, auf dem man reitet, ist vielleicht mal Schluss, wie ein altes Indianer-Sprichwort besagt. Dafür müsste Stoschek aber auch mal Ruhe geben und ein bisschen Einsicht zeigen oder vielleicht sogar Humor beweisen. Beides eher unwahrscheinlich, wie sein Austritt aus der CSU zeigt. Das bringt uns zum zweiten Franken, der momentan mit an den Hebeln der Macht sitzt und vielleicht sogar bald noch wichtiger werden könnte. In der Coronakrise präsentiert sich unser bayerischer Ministerpräsident Maggus Söder bei den ja nun regelmäßig stattfi ndenden Kanzler-Ministerrunden in vorderster Front und sehr überzeugend als Macher und Krisenmanager, auch wenn nicht mal er das Desaster mit den Osterruhetagen verhindern konnte, die die Kanzlerin nach gerade mal 24 Stunden selbst wieder kassierte. Wenn Söder das Kanzleramt irgendwann nicht mehr nur als Gast durch den Nebeneingang betreten will, dann muss
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(und wird) er jetzt den ihm eigenen Machtinstinkt nutzen und in Anbetracht der noch ausstehenden „K-Frage“ in der Union eine möglichst gute Figur abgeben und sich für den Posten in Stellung bringen. Freilich, des is jetzt bei der Konkurrenz aus der Reihenhaussiedlung in Aachen-Burtscheid ned so wahnsinnig schwer. Weil neba dem „Zaunkönich“ aus Nordrhein-Westfalen wirkt der Söder mit seiner beeindruckenden Statur ja geradezu wie a majesdädischer, stolzer Albadross („Gockel“ ham Sie jetzt gedocht!)! Kei‘ Ahnung wieso, aber der Monaco muss, wenn er den Armin Laschet sieht, immer an so a‘ Gaddenzwärchversammlung im Vorbeet denken …! Humor hat der „MP“ übrigens auch! Einerseits hat er bei den zwei, pardon: drei, oder waren’s vier Fällen in der Maskenaff äre echt streng durchgegriffen. Andererseits heißt sein großes Vorbild Franz Josef Strauß. Und der hätt‘ nie und nimmer … also irgendwos mit Geld … undenkbar sowas! Aber is auch völlig wurschd! Schon Konrad Adenauer hat gesagt, „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, und da ist der Maggus ein gelehriger Schüler!
Ja, der Söder könnte der wichtigste fränkische Staatsmann seit Henry Kissinger (!) werden. Innerhalb der Union, und sogar außerhalb Bayerns, trauen ihm deutlich mehr Leute die Kanzlerschaft zu als seinem Konkurrenten. Wer hätte das vor Kurzem noch gedacht?! Aber ehrgeizig war der Nürnberger bekanntlich ja schon immer. Und alle Beteuerungen, der Job als bayerischer Landesvater sei der schönste, den er sich vorstellen könne, greifen nur bedingt, denn: Wenn das Volk ihn ruft, dann wird der Maggus Verantwortung übernehmen, ist doch klar! Zum
Üben hat er sogar schon ein paar Flirtversuche mit den Grünen unternommen. Sollte die bemitleidenswerte SPD tatsächlich nur dritt- oder gar viertstärkste Kraft im Land werden, wäre Schwarz-Grün im Bund geradezu geboten. In Berlin könnte es dann noch dieses Jahr die Troika Söder-Laschet-Bärbock geben … fei ned lachen! Ich erinnere Euch im Herbst nochamal dran! Dann dürfte längst feststehen, wer als Bundestrainer unserer Fußball-Nationalmannschaft die Nachfolge von Jogi Löw antritt. Und simmer ehrlich, wer könnte diese Rolle besser ausfüllen, als DER fränkische Fußballexperte und Mann von Welt, unser Lothar Matthäus?! „Wäre wäre Fahrradkette“? Die Chancen, dass er’s wird, stehen in der Tat gar nicht so schlecht! Erstens will der DFB keinen Trainer aus einem bestehenden Vertrag herauskaufen, was einen Bundestrainer Flick oder Klopp (der ohnehin schon abgesagt hat) ausschließt. Und zweitens mehren sich die Stimmen, die dem Loddar diese Aufgabe zutrauen würden. Selbst Uli Hoeneß, der ihn einst nach diversen internen Skandälchen und Undiszipliniertheiten nicht mal mehr als „Greenkeeper“ hatte verpfl ichten wollen, hat jetzt gesagt, Matthäus wäre eine gute Wahl! Sagen wir mal so: Als Rekordnationalspieler hat er auf jeden Fall genügend Erfahrung und Sachverstand. Seine Einstellung stimmt immer – nie würde er den Sand in den Kopf stecken, von Löw aussortierte Spieler hätten bei ihm eine faire Chance („I look not back, I look in front!“) und alle hätten viel Spaß. Auf der internationalen Bühne ist der gebürtige Mittelfranke sowieso zuhause wie kaum ein zweiter: Sein „Fränglisch“ ist international, und alleine seine fünf Ehen haben ihn zu einem echten „Globetrotter“ werden lassen, der in ganz Europa zuhause ist – mit Wohnsitzen in München und Budapest, Kindern in Deutschland, der Schweiz und Ungarn, dazu hat der Loddar einen Koffer in Italien, Russland, der Ukraine, Serbien und in Herzogenaurach. Und noch ein wichtiger Punkt, der für Matthäus als Bundestrainer spricht: Nach dem penibel genau auf sein Äußeres achtenden und stets elegant gekleideten Joachim Löw würde Deutschland einen würdigen, stilsicheren Nachfolger bekommen. Denn wie antwortete Lothar Matthäus einst auf die Frage, was er in seiner Zeit in Mailand fürs Leben gelernt habe? „Die Grawatte muss zum Gürdel bass’n!“ Schätzla, schau wie iech schau!
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AUF EIN WORT
In jedem COBU RGER laden wir an dieser Stelle Coburger oder Nicht-Coburger ein, ihre Meinung zu sagen.
EINATMEN. AUSATMEN. Über was man sich nicht alles aufregen könnte.
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Einatmen. Ausatmen.
Einatmen. Ausatmen.
Über das generische Femininum zum Beispiel: Leser*innen, Bürger*innen, Stadträte*innen. Das Sternchen spricht man nicht, der gut gemeinte und alle nicht der Zweigeschlechtlichkeit Zugehörigen umfassende Gap verkommt im Sprachmodus zum würdelosen Schluckauf.
Über Ewiggestrige im Coburger Stadtrat zum Beispiel: Anstatt ihre Erfahrung, Reife und im besten Fall Weisheit moderierend, beratend, mäßigend einzubringen und so Coburg in eine moderne Zukunft zu führen, klammern sie, paktieren, grenzen aus, wiegeln ab.
Solche Sprache nimmt nicht alle mit, sondern lässt viele zurück. Schade.
Solches Verhalten nimmt viele nicht mit, viele Bürger vor allem. Schade? Sehr schade!
Einatmen. Ausatmen.
Einatmen. Ausatmen.
Über die rasante Polverschiebung zum Beispiel: Während Europa sich gegen alle Widerstände und trotz alles Versagens um eine gerechte Impfstoff verteilung bemüht, während Gefährdete zuerst geimpft werden und die Anderen hintenanstehen, während also Solidarität gepredigt und geübt wird, deren verbindende und die Gemeinschaft stärkende Wirkung sich in den Jahren nach der Pandemie entfalten wird, entsolidarisieren sich ausgerechnet gewählte Volksvertretende, deren moralischer Kompass nur das eigene Bankkonto kennt. Schade? Nein. Schämt Euch!
Über Anspruchsdenken, Hobby-Virologen, asoziale Medien, darüber, dass wir jetzt auch noch das Fußballspielen verlernt haben. Und natürlich vor allem über mich selbst, dass ich mich darüber aufrege. Schade? Nein. Selbst schuld! Einatmen. Ausatmen.
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Coburger | Das Magazin erscheint wieder am 7. Juni 2021. Anzeigenschluss ist der 21. Mai 2021.
Zitate
über die Kommunalpolitik sind dieses Mal …
das Letzte
„Wirklich, er war unentbehrlich! Überall, wo was geschah, zu dem Wohle der Gemeinde, er war tätig, er war da. Schützenfest, Kasinobälle, Pferderennen, Preisgericht. Liedertafel, Spritzenprobe, ohne ihn, da ging es nicht. Ohne ihn war nichts zumachen, keine Stunde hatt‘er frei. Gestern, als sie ihn begruben, war er richtig auch dabei.“ Wilhelm Busch
„Was hat ein Fahrradweg mit Parteipolitik zu tun?“ Paul Bauwens-Adenauer, Präsident in der IHK Köln, 1953
„Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.“ Perikles, Staatsmann, 5 Jhd. v. Chr.
„Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.“ Bertold Brecht
„Nein, er gefällt mir nicht, der neue Bürgermeister! Nun, da er es ist, wird er nur täglich dreister.“ Johann Wolfgang von Goethe
„Die Verwaltung darf man nicht unter die Lupe nehmen, weil sie sonst noch größer wird.“ Wolfram Weidner, deutscher Journalist
„Das Leben an einem Ort ist erst dann schön, wenn die Menschen ein gutes Verhältnis zueinander haben.“ Konfuzius
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