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Coburger - Das Magazin #43

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Nr. 43 | Februar 2021

Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.


Liebesbünde

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trotzen Corona

Viele haben sich nicht getraut, im Corona-Jahr 2020. Einige aber eben doch. Bilder von Val Thoermer und Sebastian Buff von Hochzeitspaaren und ihre kurzen Geschichten in unserer Fotostrecke ab Seite 14.

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AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021


AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021

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INHALT

AUSGABE 43 | FEBRUAR 2021

6 8 66 73 73 80 81 82

EDITORIAL. Wenn nicht jetzt. STADTGESPRÄCHE. Handgeschriebene Visitenkarte. KULTURTIPPS. Was Corona übrigließ. IN EIGENER SACHE. Noch mehr Print und Online. IMPRESSUM. Die waren es. MONACO FRANKE. Trennkost mit Bratwurst. AUF EIN WORT. Coburg wird beschimpft. DAS LETZTE. Zitate über Demokratie.

GABI ARNOLD VAL THOERMER VAL THOERMER SEBASTIAN BUFF

FOTOSTRECKE. 14 Liebesbünde trotzen Corona. SONDERTHEMA MUT.

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WOLFRAM HEGEN

SIEBEN IDEEN FÜR COBURG. 26 Das wäre mutig.

SEBASTIAN BUFF WOLFRAM HEGEN GABI ARNOLD, SIG SIMON UND WOLFGANG WEISS GABI ARNOLD HEIDI SCHULZ-SCHEIDT VAL THOERMER MICHAEL VON AICHBERGER

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AUFGEBEN IST KEINE OPTION. Aus der neuen Reihe „Grenzerfahrungen“.

WOLFRAM HEGEN

GABI ARNOLD

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Wenn nicht jetzt, wann dann?

UND TSCHÜSS! One Way Tickets nach Paraguay.

MACHER. 36 Dieses Mal Kevin Krawietz. 44

DER BAUM. Mein Baum. Dein Baum. Unser Baum.

KULTOUREN. 54 Trier. HIER WOHNTE … 60 … die Muse. GALERIE. 74 Hoch über der Stadt.

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Advertorial

Wohnen und Einrichten Dafür steht Wichtrey Homeware seit fast 30 Jahren. In einer neuen Reihe stellt der COBURGER das Unternehmen vor. Kapitel 1 – die Werkstätten ab Seite 46.

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EDITORIAL

EDITORIAL WOLFRAM HEGEN Das Jammern bringt ja nix, außer einem kurzzeitigen Spannungsabgleich zwischen Außen- und Innenwelt, einer Entladung, schuldzuweisend, selbstentlastend, im besten Fall identitätsstiftend, weil in allgemeine Klagen mit einstimmend, ohne aber die Kraft zur Veränderung, reine Frustrationsonanie, Selbstzweck, rückwärtsbezogen. Leben aber passt sich an, um zu überleben. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein zum Beispiel hatte einen Bruder, Paul Wittgenstein, einen hochtalentierten jungen Pianisten, der, noch nicht 30-jährig, im 1. Weltkrieg seinen rechten Arm verlor. Tragisch. Wittgenstein aber spielte weiter. Und so gibt es heute ein großes Repertoire an Klavierwerken für die linke Hand, die er in Auftrag gegeben hatte, die er bei großen Konzerten interpretierte und die noch heute gespielt werden. Mut – wenn nicht jetzt, wann dann? So heißt unser Sonderthema in diesem Magazin. Es hilft ja nichts. Gerade jetzt ist auch die Zeit für Veränderungen, für den Blick nach vorne, für Chancen. Wir erzählen das Beispiel einer Familie, die sich vor einigen Jahren mutig auf den Weg gemacht hat in ein neues Leben, wir spinnen ein wenig herum, ob es abseits ausgetretener Pfade neue Wege für Coburgs Zukunft geben könnte, wir waren bei einer jungen Frau zu Gast, die ganz in Wittgensteins Tradition den Verlust eines Körperteils in neuen Lebensmut transformiert hat. Mutmacher auch darüber hinaus in dieser 43. Ausgabe des COBURGER, den Titelmacher Kevin Krawietz, die Familie Wichtrey in unserer neuen Reihe Einrichten und Wohnen, die Geschichte eines exponierten Gebäudes über den Dächern und mit wundervollem Blick auf die Stadt, wie man auf unserer Titelseite sieht, und einen Neu-Coburger in unserer Galerie mit neuen Blicken auf die so schöne Stadt. So, und jetzt sind Sie dran. P.S. Gemein: Coburg-Beschimpfung in „Auf ein Wort“ (nur für Humoristen)

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INHALT

10 AUFGEBEN IST KEINE OPTION Aus der neuen Reihe „Grenzerfahrungen“.

52 MAKING OF MACHER Hinter den Kulissen.

24 SONDERTHEMA MUT Wenn nicht jetzt, wann dann?

14 FOTOSTRECKE

Liebesbünde trotzen Corona.

60 HIER WOHNTE … … die Muse.

44 DER BAUM Geknickt.

54 KULTOUREN Trier.

74 GALERIE

Hoch über der Stadt.

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STADTGESPRÄCH

STADTGESPRÄCH...

AUSGEWANDERT

ABGETAUCHT

Nachdem die traditionelle Prunksitzung der Coburger Narrhalla in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfi nden durfte, luden die Coburger Närrinnen und Narren stattdessen in die Faschingshochburg Suhl ein. Dort wurde die erste Ausgabe Narrhalla-TV „Coburg wie es impft und lacht“ aufgezeichnet, unterstützt von Thüringer Kollegen vor und hinter der Kamera. Den Corona-Karneval mit Interviews, Zuspielern, Onlinegästen und Rückblicken auf rauschende Partynächte im Kongresshaus Coburg feierten viele hundert Faschingsnarren online live via Facebook und YouTube mit.

Coburg befi ndet sich zunehmend im Vorwahlkampf vor den Bundestagswahlen: Bei der CSU tobt der allerdings vor allem hinter den Kulissen: Der eigentlich als Nachfolger für den nicht mehr antretenden Hans Michelbach vorgesehene Michelbach-Büroleiter Rene Boldt hat Konkurrenz vom Coburger Sportverbandschef Michael Schulz bekommen. Seither ist Boldt in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung getreten, ganz im Gegensatz zu seinem vor allem durch seine Arbeit als Sportfunktionär präsenten Kontrahenten. Eine Entscheidung wird wohl im Rahmen der Kreisdelegiertenversammlung der CSU fallen, die in den nächsten Wochen stattfi nden soll. Die vorgesehene SPD-Kandidatin Ramona Brehm dagegen rührt in der Öffentlichkeit schon kräft ig die Werbetrommel in eigener Sache. Als Stadträtin, Miss Handwerk und Botschafterin des Coburger Landes hat die gebürtige Sonnebergerin dafür auch genügend Möglichkeiten.

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DIE AKUSTIKER

Im Alter fällt das Hören oft schwer Georg Wahner ist 85 Jahre alt, fühlt sich allerdings viel jünger. Dennoch wurde seine Hörfähigkeit mit zunehmendem Alter schlechter. So schlecht, bis der Gang zum Hörakustiker unumgänglich war. Heute ist Georg Wahner mit einem perfekt angepassten Hörgerät des Traditionsbetriebs Optik Müller und Die Akustiker ausgestattet und hört wieder wie damals, als seine Ohren noch gut funktionierten.

COBURGER: Wann war für Sie der Zeitpunkt gekommen, über ein Hörgerät nachzudenken? Georg Wahner: Ich habe zwar bemerkt, dass meine Hörfähigkeit nachließ, aber im Grunde war für mich noch alles in Ordnung. Als meine Frau Erika mich allerdings darauf hingewiesen hat, dass der Fernseher in unserem Wohnzimmer eigentlich viel zu laut eingestellt ist, bin ich ins Grübeln gekommen. COBURGER: Wie sind Sie die Sache anschließend angegangen? Georg Wahner: Wir waren bereits seit etlichen Jahren Stammkundschaft bei Optik Müller in Coburg, da meine Frau eine Brille trägt. Wir wussten: Die machen auch Hörgeräte, und so sind wir einfach mal hingefahren und haben nachgefragt. Ich habe drei Jahre lang ein Hörgerät mit Batterie getragen und nun seit zwei Jahren ein Hörgerät, dass man täglich aufladen

muss. Damit bin ich wirklich sehr zufrieden, und unser Fernseher hat jetzt auch wieder normale Lautstärke. COBURGER: Wie wichtig ist Ihnen eine gute Betreuung durch den Hörakustikerbetrieb? Georg Wahner: Sehr wichtig, denn das Hörgerät muss ja auch in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Außerdem kann es ja sein, dass sich an meinen Ohren im Laufe der Zeit noch etwas verändert. Ohrenärztlich werde ich in Coburg von Frau Dr. med. Gewalt sehr gut betreut – in Kombination mit den Besuchen bei Optik Müller kann meinen Ohren eigentlich nichts mehr passieren. Vor allem Laura Pietz, die zuständige Hörakustikerin bei Optik Müller, ist ein Goldstück. Eine freundlichere und kompetentere Hörakustikerin fi ndet man im ganzen Coburger Umkreis nicht – da bin ich mir sicher. Meine Frau und ich werden also noch viele Jahre zu Optik Müller und Die Akustiker kommen.

Coburg, Mohrenstr. 31, Tel. 0 95 61 / 98 49 Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 14.30 Uhr Rödental, Bürgerplatz 8, Tel. 0 95 63 / 26 26 Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 12.30 Uhr Bad Rodach, Markt 12, Tel. 0 95 64 /92 89 71 0 Di. − Do. 09.00 − 17.30 Uhr www.optikmueller.de

Georg Wahner und seine Frau in entspannter Atmosphäre im Hörakustik-Anpassraum

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Von Gabi Arnold | Fotos: Val Thoermer


ZURÜCK INS LEBEN

GRENZERFAHRUNGEN heißt eine neue Reihe vom COBURGER. Menschen erzählen Geschichten ihrer Niederlagen, von Krankheit und Gefahr – und wie sie damit umgehen, wie sie den Weg zurück ins Leben geschafft haben.

AUFGEBEN IST KEINE OPTION …

Monika Schmidt ist eine fröhliche und selbstbewusste Frau. Wir treffen sie zu Hause im Untersiemauer Gemeindeteil Weißenbrunn. Die 39-Jährige erwartet uns bereits an der Haustüre, am linken Oberschenkel trägt sie eine Prothese – das Bein hat sie infolge einer Krebserkrankung verloren.

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ezember 2008: Monika Schmidt ist zum dritten Mal Mutter geworden. Die kleine Louise ist erst vier Wochen alt, als ihre Mutter hohes Fieber und geschwollene Mandeln bekommt. „Das war wie eine heft ige Grippe, mit dem Stillen war es dann erst einmal vorbei“, erinnert sich Monika Schmidt. Plötzlich bemerkt die junge Mutter auch eine Schwellung im linken Knie. Die Ärzte denken zunächst an eine Schleimbeutelentzündung und behandeln dementsprechend. Aber das Knie wird immer dicker, es kommen massive Schmerzen hinzu, die mit Morphin behandelt werden müssen. Es dauert ein halbes Jahr, bis das Knie mittels einer Kernspintomografie (MRT) untersucht wird. „Danach hat mich ein Arzt angerufen und gesagt, so was habe er noch nie gesehen.“ Monika Schmidt holt ein Album mit Fotos hervor – sie und ihr Mann Werner haben den Krankheitsverlauf dokumentiert. Die Bilder zeigen eine riesige Wucherung, die sich über die gesamte Kniescheibe ausgebreitet hat. „Zunächst dachte man, es handele sich um eine gutartige Fettgeschwulst, an einen bösartigen Tumor haben die Ärzte noch nicht geglaubt“, erzählt sie.

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GRENZERFAHRUNGEN

In der Uni-Klinik in Erlangen werden schließlich mehrere Stanzbiopsien durchgeführt und Gewebeproben entnommen. „Mein Bauchgefühl hat mir da schon gesagt, dass es etwas Gravierendes sein muss“, erinnert sich Monika Schmidt. Drei Wochen muss die Familie auf das Ergebnis warten, dann erhält sie die Hiobsbotschaft. Es handelt sich um ein Sarkom, eine der schlimmsten Krebsarten überhaupt. „Da ist eine Welt in mir zusammengebrochen.“ Jetzt geht es schnell, Monika Schmidt erhält zeitnah einen Operationstermin. Zu diesem Zeitpunkt ist es ungewiss, wie die Operation verläuft, ob das Bein gerettet werden kann, ob Monika Schmidt den Eingriff überlebt. Als sie nach der 16-stündigen Operation aufwacht, ist sie erleichtert. „Mein Bein war noch da, und damit hatte ich den Hoffnungsschimmer, dass das wohl doch nicht so schlimm ist“, sagt sie. Vier Wochen nach der Operation kommt der nächste Schlag: Die Schmidts erfahren, dass die Operationsräder nicht ganz erfasst wurden und weitere Therapien notwendig sind. Es folgen Chemotherapie, Bestrahlungen und Hyperthermie – die Operationsnarbe am Knie öffnet sich, das Bein schmerzt massiv und ist nicht mehr beweglich. Monika Schmidt kann sich ab diesem Zeitpunkt nur im Rollstuhl oder mit viel Mühe auf Gehstützen bewegen. Hinzu kommen die Sorgen um die drei kleinen Kinder. Die Jüngste, Louise, ist erst wenige Monate alt, ihre Brüder Louis und Andreas sind drei und fünf. Ehemann Werner betreut die Kinder und versorgt seine Frau, so gut es geht. Dabei kommt ihm zugute, dass er bei der Bundeswehr als Sanitäter gearbeitet hat. „Wir haben natürlich versucht, die Kinder zu beschützen und das Ausmaß der Erkrankung, so gut es eben geht, von ihnen fernzuhalten,“ sagen die Beiden. Eine Haushaltshilfe bekommen die Schmidts nur für 12 Stunden in der Woche zur Verfügung gestellt. Monika Schmidt nimmt in der Folge ihrer Erkrankung stark zu, der Zeiger der Waage klettert auf 130 Kilogramm. Sie bewegt sich fast ausschließlich im Rollstuhl, fühlt sich nicht mehr wohl in ihrer Haut. Doch sie fasst einen Entschluss, sie will wieder am Leben teilhaben und für ihre Familie da sein. „Irgendwann hat sich ein Schalter umgelegt. Ich habe erlebt, wie meine Mutter an Krebs gestorben ist und das wollte ich nicht“, sagt sie. Monika Schmidt möchte zurück ins Leben, sie möchte vor allem wieder aufrecht stehen und gehen. Sie entscheidet sich für eine Amputation des Beines mit anschließender prothetischer Versorgung. „Mein Bein war ja nutzlos, nicht mehr zu gebrauchen, deshalb habe ich mich für eine Amputation entschieden.“ Monika Schmidt erkundigt sich noch vor der Amputation über Beinprothesen, und sie entschließt sich, ihr Gewicht radikal zu reduzieren. Mit Intervallfasten verliert sie 60 Kilogramm und kämpft sich willensstark zurück ins Leben. Nach zweieinhalb Jahren im Rollstuhl läuft sie wieder aufrecht auf zwei Beinen und kann mit ihren Kindern spazieren

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oder zum Schwimmen gehen. „Ich habe mich nach der Amputation gefühlt wie neu geboren“, sagt sie und fügt hinzu: „Für viele ist das Ersatzbein wie ein Fremdkörper, für mich war das nicht so.“ Monika Schmidt erlebt immer wieder Achterbahnfahrten der Gefühle, aber Aufgeben ist für die junge Frau keine Option. Auch nicht, als im März 2016 bei einer Nachuntersuchung Metastasen in der Lunge festgestellt und operativ entfernt werden. Monika Schmidt ist an ihrer Geschichte nicht zerbrochen, sie hat gelernt damit zu leben. Da es für ihre Diagnose keine zuverlässigen Prognosen gebe, plane sie ihre Zukunft und die ihrer Familie nur in kleinen Schritten und lebe jeden Moment intensiv, sagt sie. Monika Schmidt hilft anderen Betroffenen, sie leitet die Selbsthilfegruppe für Bein- und Armamputierte in Coburg.

„Ich habe mich nach der Amputation gefühlt wie neu geboren … Für viele ist das Ersatzbein wie ein Fremdkörper, für mich war das nicht so.“

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AUFGEBEN IST KEINE OPTION

Selbsthilfegruppe für Bein- und Armamputierte Monika Schmidt leitet die Selbsthilfegruppe für Bein- und Armamputierte in Coburg. Das ist ein Zusammenschluss von betroffenen Amputierten, Angehörigen, Ärzten, Therapeuten und Sozialarbeitern. Die Gruppe organisiert Besuchsdienste in Krankenhäusern, leistet Aufklärungsarbeit und hilft sich gegenseitig im Alltag, sowie bei Behördengängen und in Notsituationen.

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Liebesbünde

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trotzen Corona

„2020 hattet Ihr Hochzeit? Was da nicht diese Pandemie?“ werden die Enkel vielleicht mal fragen. „Ja und?“ werden die Paare unserer Fotostrecke in diesem COBURGER dann sagen. „Deswegen konnte man doch trotzdem heiraten.“ Stimmt. Hochzeitspaare 2020 mit langen und kurzen Geschichten über ihre Hochzeit.

Polina und Maxim Danilejko 16. Dezember 2020

Noch vor Weihnachten 2020 haben sich Polina und Maxim ihr schönstes Geschenk gemacht. Die Trauung in Rödental musste zwar coronabedingt ohne offiziellen Fotografen stattfinden, dafür gab es ein umso schöneres Fotoshooting auf Schloss Hohenstein. Weil viele Gäste aus Moskau angereist waren, haben übrigens alle vorher einen Corona-Test gemacht.

Foto: Sebastian Buff

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Margarita und Jakob Wagner 12. September 2020

Wir haben uns Anfang 2016 durch Freunde kennengelernt. Am 1. Mai 2019 kam der Antrag und da begann auch schon die Hochzeitsplanung. Das Datum stand schon sehr schnell fest, doch als das mit Corona anfing, bangten wir jeden Tag ob wir etwas ändern oder komplett verschieben müssen. Alles war fertig geplant, wir wollten ganz oder gar nicht. Das Abwarten und Hoffen hat sich mehr als gelohnt.

Foto: VAL THOERMER

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Julia und Patrick Langner 10. Juni 2020

Als wir im Herbst 2018 mit der Hochzeitsplanung starteten, haben wir uns bewusst genug Vorlaufzeit gelassen, um alles nach unseren Wünschen umsetzen zu können. Wir haben uns für Juni 2020 entschieden – wir hatten ja nicht ahnen können, was das Jahr 2020 mit sich bringt. Trotzdem haben wir die Hoffnung nie aufgegeben und bis zuletzt an unserer Traumhochzeit festgehalten. Es war alles vorbereitet, alle Dienstleister waren engagiert, die Deko war fertiggebastelt, alle Absprachen waren getroffen und wir haben so sehr gehofft. Als uns jedoch in der Endphase der Vorbereitung noch ein persönlicher Schicksalsschlag aufgrund der Pandemie getroffen hat, war für uns klar, dass das große Fest dieses Jahr nicht stattfinden wird. Umso dankbarer sind wir, dass unsere Familien uns so großartig unterstützt haben und wir trotz allem eine unvergessliche standesamtliche Trauung im engsten Kreis feiern durften. Auch unsere Freunde des Tanzsportvereins „Effect’s 2012 Coburg e.V.“, in welchem wir beide langjährige Mitglieder sind und Julia Tänzerin sowie Trainerin ist, haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht und uns mit einem Autokorso überrascht, Wahnsinn! Die Erinnerung an diesen Tag wird für immer bleiben und wir hätten es uns nicht schöner vorstellen können. Nun hoffen wir, dass wir das große Hochzeitsfest mit all unseren Freunden und Familienangehörigen bald nachholen werden – und dann lassen wir es umso mehr krachen!

Foto: VAL THOERMER

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Maria und Patrick Lorenz 1. Februar 2020

Maria, genannt „Mascha“ und Patrick lernten sich 2017 bei Dreharbeiten von iTVCoburg kennen und lieben. Am 1.2.2020 haben sie sich das JA-Wort gegeben. „Zum Glück war diese Hochzeit noch nicht von den Einschränkungen der Pandemie betroffen“ freuen sich beide riesig.

Foto: VAL THOERMER

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Denis und Chris 6. Juni 2020

Die beiden haben in Würzburg und Dittelbrunn geheiratet.

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Foto: Sebastian Buff

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Von Wolfram Hegen

MUT Sonderthema

Wenn nicht jetzt, wann dann?


Wie geht es hinter der Türe weiter, wenn ich sie öffne? Endet der Flirtversuch in einer Watschn? Überfällt mich ein wildes Tier? Stürze ich in die Tiefe? Lacht man mich aus? Schaff ich das alles überhaupt? Kann mir das jemand garantieren? Nicht? Dann lass ich lieber zu … Der Mensch ist nur ein Haufen Blut, Wasser, Knochen, Fleisch und Nerven, zusammengehalten von einer Hülle aus Haut. Eigentlich. Einmalig macht ihn nur die Fähigkeit, über sich zu reflektieren. Zum Nachdenken aber muss er seine Welt erfahren, innen wie außen. Mutige stellen sich neuen Erfahrungen. Ein neues Land, ein neuer Mensch, eine neue Aufgabe. Der Mutige weiß nicht genau, was kommt. Und doch hat der Mutige Kontrolle über sein Leben. Weil er die Türe öffnet. Er. Selbst. Wer mutig ist, macht eine neue Erfahrung, lernt oder erlebt etwas, vielleicht scheitert er auch – egal. Na denn. Mut – wenn nicht jetzt, wann dann?


SONDERTHEMA MUT

Sieben für

Nehmen wir mal an, der COBURGER würde als Partei zur nächsten Kommunalwahl antreten. Nur mal angenommen. Wie könnte er schnell Aufmerksamkeit

erringen? Mit prominentem Personal sicherlich.

Aber vor allem auch mit Ideen. Ideen, die erstaunen oder begeistern, verwirren oder entsetzen. Ideen, die auffallen, über die Stadt spricht. Ideen, die in neue Richtungen führen. Vielleicht auf Abwege, vielleicht auch zu neuen Horizonten. Keine Ideen mit dem Anspruch auf Mach- oder Finanzierbarkeit oder Originalität. Sicherlich ist das reine Publizieren solcher Ideen nicht mutig. Papiertiger, nicht mehr. Aber immerhin werden Ideen durch das Publizieren manifest. Und verfangen vielleicht bei denen, die aus Ideen Taten ableiten. Das wäre dann mutig.

IDEE 1 Zweispuriger Einbahnring um die Innenstadt Warum: Besserer Verkehrsfluss und mehr Platz fürs Fahrrad.

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IDEEN FÜR COBURG

Ideen Coburg

Von Wolfram Hegen

IDEE 2

IDEE 3

Amtszeit Stadtrat und Bürgermeister auf zwei Wahlperioden begrenzen.

Grüne Einhausung B4 im Stadtbereich Warum: Innerstädtische Narbe schließen und Wohnwert erhöhen.

Warum: Vermeidung verfestigter Strukturen und mehr Erneuerung möglich. AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021

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SONDERTHEMA MUT

IDEE 4

IDEE 5

Regionalwährung Coburg und Coburger Land

Rathausneubau auf dem Ketschenanger

Warum: Lokale Wirtschaftskreisläufe unterstützen und Identität stiften.

Warum: Kürzere Wege durch Zusammenlegung der Verwaltung und mehr Energieeffizienz.

Coburg

-

Kronach

-

Lichtenfels

Den nahenden Frühling mit allen Sinnen genießen! terzo Zentrum Coburg Mohrenstr. 18 96450 Coburg Tel. (0 95 61) 9 57 31 coburg@hoergeraete-geuter.de www.hoergeraete-geuter.de 28

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facebook.com/hoergeraetegeuter AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021


IDEEN FÜR COBURG

IDEE 6

IDEE 7

Stadtmuseum ins dann leere Coburger Rathaus

Internationales Kunstmuseum im Bahnhofs-Leerstand

Warum: Coburgs für viele Episoden Europas exemplarische Geschichte

Warum: Imagewerbung für Coburg direkt am ICE-Halt

erlebbar machen.

Könnte. Sollte. Müsste.

WIR MACHEN ES EINFACH. DU AUCH? Wir versorgen unsere Kunden ab 2021 mit klimaneutralem Strom aus bayerischer Wasserkraft.

www.suec.de AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021

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SONDERTHEMA MUT

… und

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AUSWANDERN NACH PARAGUAY

Von Gabi Arnold

Tschüss One-Way-Tickets nach Paraguay

Einfach alles hinter sich lassen, dem Alltagsstress entkommen, die Koffer packen und abhauen. Dorthin, wo die Sonne immer scheint. Nein, nicht nur für ein paar Wochen, sondern für immer. Davon träumen viele, aber nur wenige haben den Mut dazu. Anette und Reiner Arnold aus Neustadt bei Coburg haben es gewagt und sind in ein völlig neues Leben gestartet – das Ehepaar lebt seit sechs Jahren in Paraguay. Bereut haben die beiden diesen Schritt bis heute nicht eine Sekunde.

Es ist 14 Uhr in Deutschland, als wir bei Anette und Reiner Arnold anrufen. In Paraguay klingelt – mit vier Stunden Zeitverschiebung – um zehn Uhr morgens das Mobiltelefon. Während bei uns das Thermometer um die Null Grad Celsius anzeigt, es nasskalt und ungemütlich ist, strahlt in Paraguay die Sonne vom Himmel. „Heute ist es etwas kühler, nur 30 Grad und Sonnenschein“, lacht Anette am anderen Ende der Leitung. Vor sechs Jahren haben sie und ihr Mann Reiner einen kompletten Neuanfang gewagt und sind nach Südamerika ausgewandert. Damit haben sie sich einen jahrelangen Traum erfüllt. „Ich wollte schon immer in ein warmes Land auswandern, seit meinem 25. Lebensjahr“, sagt Anette. Aber es ziehen noch einige Jahre ins Land, bis dieser Traum zur Realität wird. Anette und Reiner wohnen in dem Neustadter Stadtteil Unterwasungen. Reiner hat ein Malergeschäft und zudem einen Groß- und Einzelhandel. Anette betreibt einen Hundesalon, eine Hundepension und züchtet Pudel und Doggen. Als bei Reiner mit Mitte 50 gesundheitliche Probleme auftreten, werden die Pläne konkret: Anette und Reiner wollen auswandern, irgendwo hin, wo die Sonne das ganze Jahr über scheint. In welches Land wissen die Arnolds zu diesem Zeitpunkt noch nicht, Anette recherchiert deshalb die Einwanderungsbedingungen der verschiedenen Länder gründlich.

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AUSWANDERN NACH PARAGUAY

„Seit 30 Jahren hatten wir darauf hingearbeitet, mit 55 in den Ruhestand zu gehen und das Alter in einem warmen Land zu verbringen.“

In viele Länder, die in Frage gekommen, kann man aber nicht so ohne Weiteres einwandern. Teilweise müssen enorme Summen bei der Einreise hinterlegt, ein Investoren-Visum vorgelegt oder eine regelmäßige Rente vorgewiesen werden. All diese Bedingungen schließt das Ehepaar aus. „Da fallen viele Länder erst einmal durch das Raster“, sagt Anette Arnold. Schließlich fällt die Wahl auf den Binnenstaat Paraguay in Südamerika. Das Land liegt zwar nicht direkt am Meer, aber das Klima ist angenehm warm, die Lebenshaltungs- und Steuerkosten niedrig, vor allem gibt es kaum Hürden, die einer Einwanderung im Wege stehen. Paraguay verfügt mit 406.752 Quadratmetern über eine Fläche wie Deutschland und die Schweiz, ist aber mit nur 6,5 Millionen Einwohnern schwach besiedelt, Platz ist also ausreichend vorhanden. Im Januar 2014 verbringen Anette und Reiner zunächst ihren Urlaub in Paraguay – es gefällt ihnen auf Anhieb. „Wir haben die Eindrücke erst einmal sacken lassen und eigentlich gedacht, bis zur unserer Ausreise dauert es noch ein paar Jahre, aber dann ging alles sehr schnell.“ Bereits wenige Monate später, im Mai 2014, steht fest, dass die Arnolds nach Paraguay auswandern werden. Sie bieten ihr Haus zum Verkauf an und finden tatsächlich sehr schnell einen Käufer. Anette und Reiner trennen

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SONDERTHEMA MUT

Leben im grünen Herzen Südamerikas Paraguay ist kein Strandparadies. Doch es gewinnt die Herzen von Einwohnern und Einwanderern durch seine eigene Schönheit: Weite Sumpflandschaften und subtropische Wälder prägen das Bild. Von Norden nach Süden fließt der Río Paraguay und über mehr als die Hälfte des Landes dehnt sich im Westen der Gran Chaco aus, eine Wildnis aus Savanne und Buschland. So vielfältig wie das Land ist, so bewegt ist auch seine Geschichte. Erst seit 1992 ist es ein demokratischer Staat, zuvor herrschte Diktatur. Heute ist Paraguay beliebtes Ziel von Selbstversorgern und Rentnern – darunter auch viele deutsche Auswanderer. Fünf bis sieben Prozent der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer aus Deutschland.

Fakten und Zahlen

sich von Dingen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, vieles landet in der Müllverbrennung, einiges wird verkauft, der Rest verschenkt. Als der Notartermin ansteht, bestellen sie ihre Flugtickets, diesmal sind es „one way tickets“. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf: Es ist der 1. Oktober 2014, als Anette und Reiner Arnold Deutschland endgültig „ade“ sagen. Sie fahren mit einem Leihauto nach Frankfurt zum Flughafen, im Gepäck haben sie nur das Allernötigste. „Wir haben unsere Kleidungsstücke mitgenommen und unsere Hunde.“ Ein mulmiges Gefühl oder Angst, dass die Pläne scheitern könnten, haben die beiden nicht. „Die Vorfreude auf unser neues Leben hat überwogen,“ sagt Anette. Nach gut 23 Stunden Reise kommt das Paar am 3. Oktober 2014 morgens um acht Uhr in seinem neuen Leben an. In der Ferienanlage Granja Don Ernesto in Villeta werden sie von den Vermietern Mirtha und Ernst Verweyen erwartet. „Wir stiegen aus und waren von Anfang an glücklich, in unserer neuen Heimat angekommen zu sein.“ In Paraguay beträgt das Durchschnittseinkommen knapp 300 Euro im Monat, also 10 Euro am Tag. Dennoch seien die Menschen zufrieden mit dem, was sie haben und hilfsbereit, erzählen die Ex-Neustadter. „Wenn ein älterer Mensch, eine Schwangere oder eine Mutter mit Baby in einen Bus einsteigt, wird sofort Platz gemacht“, nennt Reiner Arnold ein Beispiel. Nicht nur das macht die Eingewöhnung in das fremde Land leicht. „Paraguay wird auch die grüne Lunge Südamerikas genannt“, sagt Anette. In dem tropischen bis subtropischen Klima wachsen Bananenbäume, Zitronen-, Apfelsinen- und Mangobäume. Anette und Reiner wohnen mittlerweile mit ihren Hunden und Pferden auf der Rancho Stefano bei Caacupe (Hauptstadt des Departamentos Cordillera des Staates Paraguay). Seit ihrer Ausreise vor sechs Jahren waren sie nicht mehr in Deutschland, verfolgen aber das Leben in der alten Heimat im Internet und in den sozialen Medien. Bereut haben sie den Schritt noch nie, obwohl das Leben jetzt ganz anders ist, nämlich viel einfacher, bescheidener, weniger konsumorientiert, dafür aber viel ruhiger: Bürokratie, Alltagsstress, Termindruck, all das fällt weg. „Das Einzige, was ich ein bisschen vermisse, ist eine gedruckte Tageszeitung am Morgen“, sagt Reiner Arnold. Und vielleicht die deutsche Marmelade, ergänzt seine Frau. „Ansonsten sind wir sehr glücklich hier zu leben und freuen uns auf jeden neuen Tag. “

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Paraguay liegt im Herzen Südamerikas, umgeben von Brasilien, Bolivien und Argentinien. Auf rund 407.000 Quadratkilometern – einer Landesfläche etwas größer als Deutschland und die Schweiz zusammen – leben gerade einmal circa sieben Millionen Menschen. Rund drei Millionen davon in der Hauptstadt Asunción. Die Regierungsform ist seit 1992 eine Präsidentielle Demokratie, mit Verfassung und Gewaltenteilung. Offizielle Landessprachen sind Guaraní und Spanisch, daneben gibt es aber noch über 20 weitere Sprachen, die gesprochen werden. Auch Deutsch ist darunter, denn eine Minderheit deutscher Auswanderer und Mennoniten spricht bis heute den niederdeutschen Dialekt Plautdietsch. Die Landeswährung heißt Guaraní (PYG). Der Wechselkurs von Euro zu Guaraní liegt bei rund eins zu sieben. Das Klima ist subtropisch, weshalb Paraguay auch die grüne Lunge Südamerikas genannt wird. Der Río Paraguay durchfließt das Land von Norden nach Süden. Rund 60 Prozent der Landesfläche nimmt der Gran Chaco im Westen ein, fast die ganze Bevölkerung lebt dagegen in der Ostregion. Östlich des Flusses erstreckt sich ein 700 Meter hohes subtropisches Tafel- und Bergland, die Cordillera de Caaguazú. COBURGER | DAS MAGAZIN 33


gesponserter Beitrag

IM GESPRÄCH

Chance

Eine einmalige

Ein Gespräch mit Max Beyersdorf über MUT in Zeiten von Corona. Und nicht nur dann.

COBURGER: Was ist für Sie Mut? Max Beyersdorf: Mutig sein heißt für mich, zu sich selbst zu stehen – gegen äußere Widerstände. COBURGER: Ist Mut gerade in krisenhaften Zeiten wie aktuell besonders wichtig? Max Beyersdorf: Auf jeden Fall. In solchen Phasen kommen wahre Charaktere ja erst zum Vorschein. Die Gesellschaft braucht Vorreiter, die das Heft in die Hand nehmen, die sich nicht unterkriegen lassen. Das fehlt mir an der großen Politik, dieses Mutmachen, Zuversicht geben, motivieren für neue Wege. COBURGER: Warum gerade jetzt mutig sein? Max Beyersdorf: Auch wenn der Bewegungsradius und das soziale Leben eingeengt sind, ist der Geist doch frei. Das gibt einem die Chance, darüber nachzudenken, wo steht man, wo will man hin, was sind Ziele und Möglichkeiten, was will man ändern. Das gilt für jeden Einzelnen, aber vor allem auch für die Gesellschaft. Das ist doch eine einmalige Chance, die wir derzeit haben. Ich finde, das muss doch die Aufgabenstellung derzeit sein: Den Lockdown nutzen, um unsere Lebensweise, unser Konsumverhalten, unseren gesellschaftlichen Beitrag zu überdenken. Wir haben hier zum Beispiel für die Mitarbeiter einen Fragebogen gemacht, um uns gemeinsam zu entwickeln, neue Möglichkeiten zu erschließen. So ein Lockdown ist dafür ein genialer Moment. COBURGER: Für viele aber geht es aktuell ja um die Existenz, da herrscht die blanke Angst, wie soll man da mutig sein? Max Beyersdorf: Klar, wenn es um Schicksale geht, gerade die kleinen Betriebe existenziell massiv bedroht sind, muss die Gesellschaft solidarisch sein und helfen. Meiner Meinung nach aber gezielter und effizienter, als durch zu starke Hilfsmaßnahmen die positiven Effekte so einer Krise zu blockieren. Wenn

der Staat im Falle des Falles immer hilft, bleibt die Eigenverantwortung auf der Strecke, Kreativität, Lösungen, Mut. Beispiel Impfen: Warum soll nicht ein Großteil der Bevölkerung seine Impfung selbst bezahlen? Das wäre für die meisten überhaupt kein Problem. Wenn Gesundheit umsonst ist, tut man nichts dafür, diesen Gesundheitssozialismus halte ich für problematisch. COBURGER: Kann man Mut lernen? Max Beyersdorf: Man kann an den eigenen Aufgaben wachsen, immer in kleinen Schritten. Es ist dabei hilfreich, jemanden in seinem Umfeld zu haben, der einen bestärkt, der an der Seite ist, der mit einem redet, der an einen glaubt. Aus sich selbst heraus ganz ohne Umfeld diese Schritte zu gehen, das ist schwer, glaube ich. COBURGER: Mut oder Leichtsinn? Was unterscheidet beides? Max Beyersdorf: Der Mutige geht mit viel Energie in eine Entscheidung. Auch mit der Überzeugung, sie korrigieren zu können. Der Leichtsinnige hat nicht diese Energie. Leichtsinn ist oberflächlich. Mut ist reflektierter, tiefgründiger. COBURGER: Wann benötigt man besonderen Mut? Max Beyersdorf: Besonderen Mut brauchst Du, wenn Du Nein sagen musst. Zustimmen oder sich zu einem besonderen Projekt verführen zu lassen, ist dagegen einfach, da gehört kein Mut dazu. COBURGER: Wie kann man in einem Unternehmen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter keine Angst davor haben, mutig zu sein? Max Beyersdorf: Sie müssen Vertrauen bekommen, dann können sie auch mutig sein, können nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Und wenn die Entscheidung falsch war, muss man die Konsequenzen dann auch gemeinsam tragen.

Max Beyersdorf ist Geschäftsführer des Familienbetriebs Bauunternehmung Otto Hauch. www.otto-hauch.com

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Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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ZAHLEN & FAKTEN

Zahlen & Fakten Die gefährlichsten Jobs der Welt Bombenentschärfer Fensterputzer Ice-Truck Fahrer Feuerwehrmann Pilot Dachdecker Soldat Hochseefischer Polizist Zirkusartist Holzfäller Stuntman Quelle: Berufsunfähigkeitsversicherungen-heute.de

Die zehn gefährlichsten Straßen der Welt 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

El Camino de la Muerte, Bolivien Skippers Road, New Zealand Guoliang-Tunnel, China James Dalton Highway, Alaska Kleiner St. Bernhard, Italien & Frankreich Ruta 5, Chile Rodovia da Morte, Brasilien Passage de Gois, Frankreich Halsema Highway, Philippinen Atlantikstraße, Norwegen

Testen Sie gerne Ihre Grenzen?

Google Bei der bekannten Suchmaschine überwiegt die ANGST mit ca. 85.800.000 Ergebnissen nur knapp.

35 % 30 %

31,8 %

31,7 % 28 %

25 % 20 %

MUT kommt auf ca. 81.700.000 Ergebnisse.

15 % 10 %

0%

Mut wächst beim TUN

8,5 %

5% Trifft überhaupt nicht zu

Trifft eher nicht zu

Trifft eher zu

Trifft ganz genau zu

Mut in 80 Wörtern Mut, auch Wagemut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich beispielsweise in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben. Diese kann eine aktivierende Herausforderung darstellen wie der Sprung von einem Fünfmeterturm ins Wasser oder die Bereitschaft zu einer schwierigen beruflichen Prüfung (individueller Hintergrund). Sie kann aber auch in der Verweigerung einer unzumutbaren oder schändlichen Tat bestehen wie einer Ablehnung von Drogenkonsum oder einer Sachbeschädigung unter Gruppenzwang (sozialer Hintergrund einer Mutprobe).

Mut entsteht beim Tun – Eine Studie, bei der sich Menschen selbst dazu brachten eine Angst zu überwinden zeigte, dass der Bereich im Gehirn aktiviert wird, der für Mut zuständig ist. Wer also Mut zeigt, wird quasi von selbst mutiger.

Keine Männersache Eine Untersuchung der University of Chicago belegt, dass es tatsächlich mehr mutige Frauen als Männer gibt.

Quelle: Continental

Die zehn Mutigsten Nichtschweizer 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Nelson Mandela Mahatma Gandhi Mike Horn (Extremsportler) Martin Luther King Mutter Teresa Christoph Kolumbus Jesus Christus Jeanne d’Arc Barack Obama Winston Churchill

Quelle: Umfrage unter 12000 Schweizern des Magazins „Blick“ im Jahr 2018

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Inwieweit stimmen Sie der Aussage zu, dass Deutsche endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben sollten?

33,3 %

33,2 %

18,6 %

5,6 % Stimme überhaupt nicht zu

6,6 %

Stimme eher nicht zu

Weder noch

Weitere Quellen: Statista.de / wikipedia.de

Stimme eher zu

Stimme voll und ganz zu

1,3 %

1,5 %

Weiß nicht

Keine Angabe

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KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

MACHER

Dieses Mal: Kevin Krawietz. Der Coburger machte es möglich: Mit ihm an der Seite seines Doppelpartners Andreas Mies holte Deutschland zweimal hintereinander den Doppeltitel bei den French-Open in Paris, einem der bedeutendsten Tennis-Turniere der Welt.

Sind Sie ein Macher? Ja, auf eine gewisse Art und Weise auf jeden Fall. Warum sind Sie ein Macher? Ich glaube, die Selbstinitiative zu ergreifen, selbst in die Hand zu nehmen, was man machen will, selbst zu entscheiden, wo der Weg hinführen soll, mit Selbstvertrauen an Sachen heranzugehen, nur so kommt man zum Erfolg. Was macht das Machen aus? Das Wichtigste ist der Glauben an sich selbst. Ich hatte ja auch schwierige Jahre, eine lange Durststrecke, habe mich oft gefragt, ob sich das alles lohnt. Ich habe aber immer weiter hart gearbeitet und immer das Maximale aus mir herausgeholt, damit ich mir nicht vorwerfen muss, nicht alles probiert zu haben. Natürlich gehört dann auch ein wenig Glück dazu. Und wenn Du dann solche Titel holst wie jetzt die zwei in Paris, wenn man sich so belohnt, dann ist das ein unglaubliches Gefühl. Was gehört noch dazu? Wichtig ist meiner Meinung nach, immer authentisch zu bleiben, immer bei sich zu sein, sich nicht zu verstellen, nicht zu versuchen, ein anderer Typ zu sein, ein anderes Leben zu leben, nur weil das jemand von Dir erwartet. Wenn Du Dich verstellst, vorgibst, ein anderer zu sein, dann passt das ja nicht zu dir. Das merkt dein Umfeld dann auch, deine Familie, Freunde, Deine Fans. Von

mir erwartet man zum Beispiel, dass ich in den sozialen Medien aktiver bin, mehr poste, offensiver vorgehe. Aber das bin ich nicht, deswegen bin ich da eher zurückhaltend und konzentriere mich auf meinen Sport und die Menschen, die mir wichtig sind. Wie ging es los mit dem Machen? Die Familie hat da natürlich eine große Rolle gespielt. Ich habe ja auch Fußball gespielt, Tennis aber besser, und irgendwann haben die Eltern gemeint, und auch meine Schwester und andere in der Familie, ich soll was draus machen, aber nicht den Spaß dabei verlieren. Und mit viel Unterstützung von Trainern und von Sponsoren habe ich dann die Chance genutzt. Welche Ziele hast Du? Also sollten die olympischen Spiele stattfi nden, wäre es natürlich mein Ziel, dabei zu sein und vielleicht auch eine Medaille zu holen. Das wäre ein Riesending. Und ich denke, wir hätten ganz gute Chancen. War die Region Coburg ein guter Ausgangsstandort, um so erfolgreich zu werden? Auf jeden Fall. Ich bin ja eher der familiäre Typ und fi nde es immer ganz angenehm, ab und zu wieder nach Hause zurückzukommen. Gerade, wenn man das ganze Jahr auf der Welt unterwegs ist, tut es gut, zu wissen, dass man eine Heimat hat mit einer Familie, mit vielen Freunden, in der man sich wohlfühlt.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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WEG-GESETZ | WAS ÄNDERT SICH?

Die eigenen vier Wände, eine Wohnung, nur für sich und die Familie oder auch als Vermögensanlage, als Altersvorsorge, diesen Wunsch haben sich viele Menschen schon erfüllt. Bei anderen steht er in der Lebensplanung ganz weit vorne auf der Liste. Doch so eine Wohnung ist auch mit Verpfl ichtungen verbunden. Immerhin gibt es auch andere Wohnungseigentümer in einem Gebäude. Damit Rechte und Pfl ichten zwischen allen geregelt sind, gibt es das sogenannte Wohnungseigentumsgesetz, das WEG. Seit dem 1. Dezember 2020 ist dieses Gesetz in

COBURGER: Warum wurde das WEG-Gesetz jetzt geändert? Frank Sitte: Das WEG-Gesetz wurde den Herausforderungen der Zeit nicht mehr gerecht, dem demographischen Wandel unserer Gesellschaft und dem Erreichen von Klimazielen, welchen sich die Bundesregierung verpfl ichtet hat. Daher sah es der Gesetzgeber für erforderlich an, es den Wohnungseigentümern zu erleichtern, z. B. Maßnahmen zum barrierefreien oder energetischen Umbau von Eigentumswohnungen und dem Gemeinschaftseigentum verlangen und somit auch vor Gericht einfordern zu können. Zudem wurden unter anderem Änderungen betreffend die Anforderungen an einen qualifizierten Verwalter, dessen Befugnissen, aber auch dessen Abwahl beschlossen. COBURGER: Wie vereinfacht das geänderte Gesetz jetzt Umbauten oder Modernisierungen?

vielen Punkten geändert worden. Der

COBURGER: Und wenn dennoch Wohneigentümer den Maßnahmen nicht zustimmen? Frank Sitte: Das geht dann, wenn die Maßnahmen zu einer grundlegenden Umgestaltung der Wohnanlage führen oder einzelne Wohnungseigentümer gegenüber anderen unbillig benachteiligen. COBURGER: Wer bezahlt eigentlich diese Maßnahmen? Frank Sitte: Grundsätzlich tragen nur die zustimmenden Eigentümer die Kosten der Maßnahme. Anders verhält es sich, wenn die Maßnahme mit mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und mehr als der Hälfte der Miteigentumsanteile beschlossen worden ist. Dann haben alle Wohnungseigentümer die Kosten entsprechend ihrem Miteigentumsanteil zu tragen bis auf wenige Ausnahmefälle wie unverhältnismäßige Kosten oder bei einem angemessenen Zeitraum für die Amortisierung der Maßnahmen.

Frank Sitte: Künft ig sind bauliche Veränderungen am Gemeinschaftseigentum ohne die COBURGER hat sich dazu mit Frank Sitte Zustimmung aller von einer Maßnahme beeinunterhalten. Er ist Fachanwalt für Mietträchtigten Eigentümer möglich. Alle Woh- COBURGER: Und welche wichtigen nungseigentümer dürfen eine Lademöglichkeit Veränderungen beinhaltet das neue Gesetz noch? und Wohnungseigentumsrecht bei der für ein Elektrofahrzeug einbauen, barrierefrei Kanzlei Hörnlein & Feyler und ist somit Frank Sitte: Eigentümer können beispielsweise um- und ausbauen, oder in einen Einbruchig online an Eigentümerversammlungen schutz oder Glasfaseranschluss investieren. Dieauf Probleme rund um unserem das WohnungseiZu Ihrem und Schutz bitten wir Sie zunächst um Vereinbarungzukünft von Telefonterminen. Auch per teilnehmen. Außerdem sollen die Versammlunse Rechtsansprüche sollen auch für Mieter von E-Mail erreichen Sie uns einfach und schnell. Und später bleiben Sie mitgenunserem prämierten gentum spezialisiert. künft ig unabhängig von der WebakteAnzahl der anEigentumswohnungen gelten, ausgenommen Service sowieso immer auf dem Laufenden, einen Fuß vor die Türwesenden setzenbzw. zuauch müssen. vertretenen Eigentümer beder Anspruch ohne auf einen schnellen Internetanschlussfähig sein. Es gibt Änderungen in Sachen schluss. Bisher waren derartige bauliche VeränBleiben Sie gesund! Ihre Fachanwälte der Anwaltskanzlei Hörnlein und Form Feyler. und Fristen der Einladungen, die verländerungen an einem Wohnungseigentumsobjekt gert und vereinfacht wurde. Eigentümer haben nur möglich, wenn alle Eigentümer ausnahmslos Wolfgang Hörnlein Maren Frank Sitte Verwalter und das Recht Feyler auf einen zertifi zierten eine solchen Maßnahme zugestimmten, was in Dr. Wolfgang Hacker Lutz Lindner Dr. Eike Bittorfabberufen. (RA i. R.) können ihn auch jederzeit grundlos der Praxis häufig zu Problemen führte und zu Julia Gremmelmaier Heidi Schüler Jürgen Hopf Auch in Sachen Rechte des Hausverwalters, daraus resultierenden Streitigkeiten der WohDr. Thomas Kunze Karoline Rink Nadine Werner Vereinfachung der Jahresrechnung, Pfl ichtvernungseigentümer vor Gericht. (ADAC-Vertragsanwalt) letzungen Eva Grabolus des Wohnungseigentümers und bei vielen Details mehr sieht das Gesetz geänderte info@hoernlein-feyler.de Regelungen vor.

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Advertorial

DIE BÄTZOLDT OHG

Im Wandel Vom Start mit einer „Moll bzw. Bosch Batterieladestation“ hin zu einem modern aufgestellten Familienunternehmen im Bereich Kfz-Werkstatt, Zweirad – Verkauf mit Reparatur und einem gutsortierten Verkaufs- und Ausstellungraum für Gartentechnik mit angeschlossener Werkstatt. Das ist die BÄTZOLDT oHG in der Neustadter Straße in Coburg. Erik Bätzoldt leitet zusammen mit seinem Vater Rainer Bätzoldt das familiengeführte Unternehmen bereits in der dritten Generation. Im Gespräch erzählten uns beide, wie das Unternehmen entstanden ist und welcher Wandel sich seit der Entstehung vollzogen hat. COBURGER: Rainer, viele kennen euch unter dem Namen „Zünd-Licht Bätzoldt“, wie kommt es dazu? Rainer Bätzoldt: Es hat mit dem Entstehen der Firma zu tun. Mein Vater, Erich Bätzoldt, hat damals erst mit einer Moll-Batterie Ladestation und dann mit einer Bosch-Batterie-Ladestation in der Walkmühlgasse in der alten Posthalterei begonnen. Als die Nachfrage größer wurde und dann auch die ersten PKW und LKW mitrepariert werden konnten, vor allem Lichtmaschinen, Zündkerzen und Anlasser, zog das Unternehmen in die Sally-Ehrlich-Straße Nummer 13. Durch unsere Tätigkeit und vor allem auch die Lichttesttage auf dem Anger hat sich der Name Zünd – Licht Bätzoldt über die Jahre entwickelt. COBURGER: Rainer, stand es von Anfang fest, dass du in das väterliche Geschäft mit einsteigen würdest? Rainer Bätzoldt: Ja, erst habe ich eine Lehre zum KFZ-Mechaniker bei der Firma Schamberger & Co. absolviert und fing dann in der Werkstatt in der SallyEhrlich-Straße an. Zu dieser Zeit hatten wir nur die Möglichkeit PKW in der Halle zu reparieren, LKW wurden damals noch auf dem Hof beziehungsweise Straße repariert, was im Winter eine frostige Tätigkeit war. Nach der Lehre kam der KFZ-Meister und eine Fortbildung über Einspritzanlagen. Zusammen mit meiner Schwester, die damals die Buchhaltung mit Prokura übernahm, leiteten wir das Familienunternehmen zu dritt. Ich war für die Werkstatt zuständig und meine Schwester Heidi und mein Vater für die kaufmännischen Tätigkeiten. COBURGER: Wie ging es dann bei euch weiter? Rainer Bätzoldt: Als auch in der Sally-Ehrlich-Straße der Platz zu knapp wurde, zogen wir mit dem Unternehmen 1969 in die Neustadter Straße 10-12. Hier konnten wir das Areal von der Firma Omnibus-Fischer erwerben, es gab ausreichend Platz und vor allem die LKW konnten in Werkstatthallen repariert werden. Doch bald reichten die Hallen nicht mehr aus, es musste umgebaut, angebaut und neugebaut werden. Zu diesem Zeitpunkt reparierten wir mehr PKW als LKW. Ab Mitte der 80ziger Jahre nahm der Einbau von Standheizungen in LKW erheblich zu, es waren zeitweise bis zu 15 Mechaniker beschäftigt. Da sind wir platztechnisch oft an unsere Grenzen gestoßen. COBURGER: Erik, war es für dich von Anfang an klar, dass du ins Familienunternehmen einsteigst?

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IM WANDEL DER ZEIT

der Zeit … Erik Bätzoldt: Ja, das war es. Ich habe schon relativ früh mit dem Motorsport begonnen und da gehört es auch dazu sich mit der Materie auseinander zu setzten. Nach der Ausbildung zum KFZMechaniker machte ich im Anschluss danach meinen Meister und dann den Betriebswirt. Anfang der 90ziger Jahre stieg ich ins Geschäft mit ein. Zu der Zeit waren drei Generationen Bätzoldt im Geschäft. Damals hatten wir neben der Kfz-Werkstatt einen Handy- und Autoradioverkauf, das Einbauen der Standheizungen ließ langsam nach, wir legten den Fokus wieder mehr auf die Reparatur von PKW. Seit Anfang 2000 haben wir uns dem KFZ Meisterhaft-Konzept angeschlossen und damit gute Erfahrungen gemacht. Zur etwa der gleichen Zeit baute mein Vater den Bereich der Gartentechnik auf und zog sich somit aus dem KFZ-Bereich komplett heraus. Seitdem klappt es zwischen uns gut, jeder hat seinen Führungsbereich. Rainer leitet den Bereich der Gartentechnik mit zwei Mitarbeitern in der Gartenwerkstatt und ich die Kfz-Werkstatt mit drei Mechanikern. Seit Mitte letzten Jahres haben wir unser drittes Standbein eröffnet und sind ins Zweiradgeschäft eingestiegen. Wir sind Ansprechpartner für die Firmen Super Soco und Kymco. COBURGER: Rainer, was würdest du aus heutiger Sicht über dein Berufsleben sagen? Rainer Bätzoldt: Rückblickend auf die knapp 60 Jahre war es eine turbulente Zeit, ein ständiger Wandel, aber eine schöne Zeit, mit vielen Herausforderungen. Ich bin Erik sehr dankbar, dass er den Schritt damals mitgegangen ist und mit mir zusammen das Unternehmen zu dem gemacht hat, was es heute ist. Auch für die Zukunft sind wir gut aufgestellt. Seit Mitte letzten Jahres unterstützt mich meine Schwiegertochter, Natalie Bätzoldt, tatkräftig mit viel Engagement. Sie wird die Abteilung weiterführen und ermöglicht mir jetzt schon, mich zweitweise aus dem täglichen Geschäftsleben herauszunehmen. COBURGER: Erik, abschließend noch eine Frage, wie würdest du euer Unternehmen mit wenigen Worten beschreiben und wie sehen die Zukunftspläne aus? Erik Bätzoldt: Drei Abteilungen ein Team. Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter, die sich in den Abteilungen untereinander aushelfen, dem Kunden gegenüber freundlich und mit Fachwissen auftreten und dem Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Um das Unternehmen zukunftsfähig machen, investierten wir im letzten halben Jahr in ein modernes Kassensystem sowie eine leistungsstarke Zeiterfassung für eine effiziente Personalverwaltung, erstellten ein einheitliches Werbekonzept und aktualisierten die Außenwerbung. Was das Thema 4.0 in der KFZAbteilung betrifft, sind wir bereits gut aufgestellt, das wird nun auch im Bereich der Gartentechnik vorangetrieben. Wir wollen für unsere Kunden in allen drei Bereichen weiterhin einen guten Service und Unterstützung anbieten und sind da zukunftsfähig aufgestellt.

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Von Gabi Arnold

Mein Baum. Dein Baum. Unser Baum.

Der Baum! Viele Jahre stand er in der Flur, nicht unbedingt eine Schönheit, aber doch markant mit einem Knick im Stamm und störrischem Geäst. Der Apfelbaum zwischen Großgarnstadt und Ebersdorf war landschaftsprägend und charakteristisch. Irgendwann erweckte er die Aufmerksamkeit von Wolfgang Weiß und Sig Simon. Die Männer griffen zur Kamera und drückten fortan auf den Auslöser. So entstanden viele hunderte Bilder, die die Männer seit dem Jahr 2014 in dem sozialen Medium Facebook posteten. Die Fotos zeigen den Baum aus der Nähe, aus der Ferne, am Morgen, am Abend, im Sonnenlicht, im Nebelschein, solo oder in Begleitung. Die Fangemeinde wuchs an und bewunderte den Baum im weißen Winterkleid, mit zarten Blüten, im satten Grün oder mit Herbstlaub. Der Baum avancierte zum meist fotografierten Baum im Landkreis und vermutlich weit darüber hinaus. Am 8. Januar sollte Sig Simon den Baum ein letztes Mal stolz aufrechtstehend ablichten. Nur einen Tag später lag der Baum am Boden, rabiat abgeschnitten von einem Unbekannten. Der Täter und sein Motiv sind unbekannt, die Fangemeinde ist betrübt. Inzwischen wurde eine Facebook-Seite „Der Baum–Malus Domestica“ erstellt und ein Spendenkonto eingerichtet. Mit dem Geld sollen viele neue Bäume gepflanzt werden. Damit der Baum nicht umsonst gestorben ist.

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Werkstätten u

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Advertorial

WICHTREY HOMEWARE

Von Wolfram Hegen Fotos: Val Thoermer

und Einrichten Eine Reihe im COBURGER über Wichtrey Homeware – Folge 1: Die Werkstätten

Handwerk, Kreativität, Individualität, Qualität, Exklusivität, Nachhaltigkeit Ganzheitlichkeit. Dafür steht seit fast 30 Jahren das Coburger Familienunternehmen Wichtrey Homeware mit seinen heute zwei Standorten, dem Showroom in der Bahnhofstraße und den Werkstätten in der Mühlgasse. Die kreativen Einfälle und handgefertigten Produkte des Teams rund um Firmengründer Mathias Wichtrey sorgen für Wohnkultur in vielen Häusern, Wohnungen und Geschäftsräumen in der Region und weit darüber hinaus.

Ein großer Ohrensessel trohnt auf einem Tisch, über der einen Lehne weißer Stoff, die Sitzfläche bunt gestreift, darunter das blanke Holz, an einzelnen Klammern hängen noch ein paar Fäden, darauf wartend, ein neues Kleid zu bekommen, einen neuen Bezug, neues Leben für einen Sessel, der viel erlebt hat. Gegenüber an der Wand ein dunkelbrauner Schrank, viele kleine Fächer für viele kleine Teile, Zubehör, Federn, Klammern, Ringe. Eine Nähmaschine surrt vor sich hin. Bettina Zier näht gerade ein Nackenpolster für Gartenmöbel, „weil der nächste Sommer kommt bestimmt“, schmunzelt sie. Gardinen, Sonnenschutz, Raff rollos, Vorhänge, Kissen nach Bedarf – seit fünf Jahren arbeitet sie in der Werkstatt von Wichtrey Homeware hier in den Räumen der ehemaligen Glaserei Carl in der Mühlgasse in Coburg, die seit ihrer Sanierung vor ein paar Jahren als Nähstudio und Polsterei wiederauflebt.

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Die eigene geräumige Werkstatt ist der nächste Entwicklungsschritt von Mathias Wichtrey und seinem Familienunternehmen Wichtrey Homeware. Vorher war die Werkstatt über ihrem Showroom in der Bahnhofstraße untergebracht, nur schwer über eine enge Treppe erreichbar. In der Mühlgasse ist mehr Platz und die Werkstatt fällt auf. „Oft schauen Passanten hier ganz interessiert durch die Fenster rein, wenn es dunkel wird, viele finden es interessant, dass solches Handwerk hier noch ausgeübt wird.“ Fünf Mitarbeiter sind in der Werkstatt beschäftigt, Raumausstatter, Näherinnen, Maler, Trockenbauer. Mathias Wichtrey selbst ist Raumausstatter-Meister. Ein Handwerk, das ihn vor 30 Jahren so in seinen Bann gezogen hat, dass er sein Maschinenbaustudium hinschmiss. „Man sieht, was man gemacht hat, hier bist Du jeden Tag kreativ, jeder Tag ist anders, Du hast viel mit Menschen zu tun.“ Wichtrey legt viel Wert auf Qualität, gute Stoffe und vor allem nachhaltige Materialien. „Viele alte Polstermöbel sind unheimlich haltbar, die halten leicht viele Jahrzehnte durch.“ Erst kürzlich hat sein Team eine 25 Jahre alte Garnitur wiederaufbereitet. „Die ist schon zum zweiten Mal bezogen worden und sieht jetzt wieder ganz modern aus.“ Oft sind es Einzelstücke, liebgewordene Möbel, oft auch Erbstücke, die in der Werkstatt bei den Fachleuten von Wichtrey landen und dort fachmännisch mit viel Liebe zum Detail und großer Erfahrung saniert werden. Darüber hinaus entstehen in der Werkstatt von Wichtrey oft auch neue Lebensräume mit neuen Böden, neuen Vorhängen, neuen Möbel, und vor allem mit einem ganzheitlichen Gesamtkonzept. „Wenn jemand zu uns kommt und hat den Wunsch, einen Raum, eine Wohnung/Büro oder ein ganzes Hause neu zu gestalten, dann schauen wir uns das Objekt vor Ort an, oder die entstehenden Pläne, suchen oder entwerfen dann passendes Mobiliar, Stoffe und Beleuchtung oder einzelne Objekte aus und in der Werkstatt machen wir dann alles fertig und kümmern uns natürlich auch um Lieferung und Montage.“ Ein Rundumservice, zu dem auch Marco Präcklein einen wichtigen Teil beiträgt. Der gelernte Raumausstattermeister restauriert gerade einen Sessel, dem Gegenstück einer Recamiere, die schon im Showroom im Eingangsbereich als Blickfang dient. Das Gestell aus Buche, Gurte, Federn, Africa und Roßhaar, der Aufbau aus verschiedenen Materialien, der Bezug, so ein Sessel ist ein kleines Kunstwerk. So wie viele Lösungen, die aus der Werkstatt von Wichtrey Homeware den Weg zu den Kunden finden, stilvoll, handwerklich, detailverliebt, kreativ und nachhaltig.

„Viele alte Polstermöbel sind unheimlich haltbar, die halten leicht viele Jahrzehnte durch.“ Mathias Wichtrey

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Werkstätten in der Mühlgasse in Coburg Polsterei » Aufpolsterung / Neuanfertigungen auf Maß » Neubezug von antiken und modernen Polstermöbeln, und Stühlen » Polstern von Polsterbetten und Kopfteilen und Sonderanfertigungen

Wand und Boden » Böden (Teppichboden verlegen und verspannen, Naturholzböden, Parkett, Vinyl) » Malerarbeiten und Wandgestaltungen (Wandbespannungen, Spachteloberflächen, hochwertige Tapeten) » Montagen und Lieferungen mit eigenem qualifiziertem Montageteam » Reinigung und Pflege » Anbringen von Sicht u. Sonnenschutzsystemen für Innen und Außen

Näherei » Vorhä nge, Faltstores, Kissen Auflagen » Dekorationen aller Art mit Einfassungen, Blenden, Keder und Borten » Wandbespannungen

Wichtrey Homeware Showroom für exklusive Einrichtungen, Möbel, Textilien, Beleuchtungen und Wohnaccessoires mit Planungsbüro. Bahnhofstraße 5 96450 Coburg Telefon 09561 / 871 00-3 Fax 09561 / 871 00-4 E-Mail hallo@wichtrey.de


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MAKING OF

F O G N I K A M

Seit drei Jahren präsentiert der COBURGER in seiner Reihe „MACHER“ Menschen aus der Region, die

MACHER

etwas aufgebaut, neu angefangen, Widerständen ge-

Der Blick hinter die Kulissen – so entsteht der MACHER

geistern, sich nicht beirren lassen. Ihnen allen gebührt

trotzt, ihr Ding durchgezogen, eben etwas „gemacht“ haben. Das freilich gilt für viele Menschen, die im Kleinen, Verborgenen, der Familie, der Firma, dem Verein, der Politik, etwas machen, etwas in Bewegung bringen, eine Vision, ein Ziel haben, andere dafür be-

besonderer Dank, dass sie sich Verantwortung stellen, Treiber sind, Wegbereiter, Umsetzer, Vorbilder.

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MACHER

Aus ihnen aber eine Auswahl zu treffen, wer nun in unserem Sinne ein Macher oder eine Macherin ist, fällt oft schwer. Es gibt keine klare Definition, keinen eindeutigen Kriterienkatalog, eine Checkliste zum Abhaken, wer nun in unserem Sinne macht und wer nicht. Wichtig aber ist für den COBURGER neben einem schwer zu beschreibenden „Macher-Gen“ vor allem der Grad der gesellschaftlichen und öffentlichen Wirkung der portraitierten Personen. Und so haben wir viele vor die Kamera und um ein Interview gebeten. Wirtschaftsbosse und Unternehmerinnen, sozial engagierte Macher und Macherinnen, Visionäre und Visionärinnen. Die Idee der Serie stammt von Sebastian Buff, der sich dafür eine Bildsprache überlegt hat, die den Fokus ganz auf den Menschen legt, um den es geht. Immer vor einem schwarzen Hintergrund, immer mit einem Bildausschnitt bis zu den Händen, deren Gestik, Haltung viel aussagt, immer mit dem Blick in die Kamera, immer so gekleidet, wie Macher und Macherinnen sich wohl fühlen, damit schon aus dem Bild alleine ein möglichst umfänglicher Eindruck davon entsteht, wie jemand wirklich ist, wenn er oder sie macht.

von Axel Straubinger fügt beides dann zu einem eindrücklichen, ganz auf den Menschen fokussierten Gesamtbild zusammen. So hat sich der / die Macher / Macherin zu einer vielbeachteten Reihe entwickelt. Und der COBURGER freut sich auf zahlreiche weitere Menschen aus der Region, die etwas machen, die etwas nach vorne bringen.

Kevin Krawietz, unser Macher in diesem Magazin, beim Fotoshooting mit Sebastian Buff und dem Interview mit Wolfram Hegen.

Dazu stellt Wolfram Hegen jedes Mal fast identische Fragen, aufs Wesentliche reduziert, auf das Warum und Wie des Machens. Und das Layout

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REISEN

Kultouren

DER COBURGER AUF REISEN


TRIER

VON GABI ARNOLD Auch das neue Jahr steht noch unter dem Einfluss der Pandemie, wir verzichten deshalb auf Fernreisen und bleiben im Land. Unsere Reise führt uns in die älteste Stadt Deutschlands, nach Trier. Die 110.000 Einwohner zählende Stadt liegt direkt an der Grenze zu Luxemburg und quillt geradezu über von Kultur und Geschichte. Wer sich mit dem Zug auf die Reise begibt, blickt auf Flusstäler, auf steile mit Weinreben bewachsene Hügel und malerische Landschaften. In der Nähe des Bahnhofes befinden sich Hotels und von dort aus lässt sich die Stadt gut zu Fuß erkunden. Allerdings sollte der Kulturinteressierte ein paar Tage oder eine Woche einplanen, um in die Geschichte einzutauchen. Trier wurde vor mehr als 2000 Jahren von den Römern unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet; die römische Vergangenheit begegnet uns überall in der Stadt. Seit dem Jahr 1986 gehören die römischen Bauwerke zum Weltkulturerbe. Die an der Mosel gelegene Stadt bietet aber auch zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten und Erholung pur.

TRIER


REISEN

P O R TA N I G R A Wir begeben uns auf die Spuren der einst römischen Herrschaft in der deutschen Stadt. Wir laufen vom Bahnhof aus durch die Bahnhofstraße und die TheodorHeuss-Allee entlang zur Porta Nigra. Nach circa zehn Minuten sehen wir das 26 Meter hohe Fragment des antiken Stadttores, das im Jahr 170 nach Christus errichtet wurde. Die Porta Nigra hat ihren Namen wohl den Witterungseinflüssen zu verdanken; Wetter und Stadtbrände sollen das Gebäude dunkel gefärbt haben. Zahlreiche Steinmetzzeichen liefern Hinweise auf die Bauphasen, Archäologen schließen daraus, dass das Tor wohl eher zu Repräsentationszwecken als zur Abwehr errichtet wurde. Die Porta Nigra ist für Besucher geöffnet, ein besonderer Tipp sind die Führungen mit einem Schauspieler, der in die Rolle des Zenturios schlüpft und in die Vergangenheit entführt.

DOMKIRCHE Wir laufen weiter in Richtung Innenstadt und stoßen auf ein weiteres imposantes Bauwerk. Die hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche in Deutschland und vereint gleich mehrere Epochen der Bau- und Kulturgeschichte in sich, was sie in vielerlei Hinsicht interessant macht. Im Innenraum sieht man unter anderem die Heilig-Rock-Kapelle. Hier befindet sich in einem kostbaren Holzschrein die Tunika, die Jesus Christi getragen haben soll. Alle paar Jahre wird die Reliquie ausgestellt. Der Legende nach hat die heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, den Heiligen Rock nach Trier gebracht. Der Heilige Rock ist ein Symbol für das gesamte Leben und die Menschheit Jesu. Die Echtheit des Rockes ist jedoch bis heute umstritten.

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REISEN

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Von der Innenstadt sind es nur wenige Gehminuten bis zur Römerbrücke. Das auffallende Backsteinbauwerk ist die älteste Brücke Deutschlands und immer noch in Betrieb. Autos, Radfahrer und Fußgänger überqueren auf der historischen Brücke die Mosel. Nicht weit entfernt von der Römerbrücke treffen wir auf die Reste der Barbarathermen. Die Ausgrabungen geben faszinierende Einblicke in das Leben der alten Römer. Überreste der Baderäume wie Becken und Ruheräume, Gänge und Säulenreste des einst monumentalen Badetempels lassen den Glanz der vergangenen Zeiten erahnen. Auf 42.000 Quadratmetern erstreckt sich die größte Thermenanlage des römischen Reiches – außerhalb Roms. Auf dem Ausstellungsgelände kann ein Drittel der ursprünglichen Anlage erkundet werden.

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TRIER

Falls man mehrere Tage verweilt, sollte man unbedingt die Moselregion erkunden. Das geht zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit dem Schiff. Die malerische Umgebung rings um Trier ist nämlich wie geschaffen für Erholungssuchende. So führen uns Wandertouren entlang des Flusses, über Höhen und Täler durch malerische Landschaften. Wer lieber radelt, der leiht sich ein Trekking- oder Tourenrad aus, auch E-Bikes stehen zur Verfügung. Die idyllische Landschaft lässt sich auch besonders gut bei einer der Schiff sfahrten auf der Mosel entdecken. Jachten, Kanus, Paddelboote und sogar der Nachbau eines römischen Weinschiffes sind auf der Mosel anzutreffen.

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HIER WOHNTE …

VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT FOTOS: VAL THOERMER

HIER WOHNTE…

… DIE MUSE Allein die Verkaufssumme von 20 000 Goldmark – umgerechnet rund 200 000 Euro – lässt erahnen, welchen Wert das Grundstück bereits im Jahre 1889 hatte. Ein Paradies ist es gewesen, ein dreifacher Garten Eden, wie ein Zeitzeuge berichtet. Mit unverbaubarem Vesteblick noch dazu. Der Schnürsgarten mit dem weithin sichtbaren Pavillon am Adamiberg.

Der Coburger Theatermaler Professor Lütkemeyer erwarb das Gartengrundstück von der Erbengemeinschaft Schnür und verbrachte hier in der Abgeschiedenheit die Wochenenden in seinem Tusculum, wie er seinen Landsitz nannte. Zahlreiche Feste, über die sogar im Coburger Tageblatt berichtet wurde, fanden hier statt. So ist das Anwesen den Coburgern Jahrzehnte lang in guter Erinnerung geblieben. Denn es war öffentlich zugänglich. Ganz im Gegensatz zum Hofgarten, welcher der herzöglichen Familie vorbehalten war. Von prächtigen Illuminationen und einer magischen Beleuchtung des Gartens durch Grün- und Rotfeuer ist da die Rede. Von romantischen Sitznischen, Aussichtsplattformen und Treppchen zwischen alten Kastanien und in Form geschnittenen Hecken. Und manches Mal war in den Sommermonaten auch eine Kapelle bis in die Stadt hinunter zu hören. Ein Garten zum Verlieben. Lütkemeyer erwarb Anfang des 20. Jahrhunderts noch weitere Grundstücke, baute das Wegenetz weiter aus und errichtete zusätzlich ein Gewächshaus. Auch Engelsfiguren, Steinstatuen und lebensgroße Holzskultpuren bereicherten das Anwesen. Bis heute zieren uralte Eichen das Gelände. An manchen Stellen lassen sich die einst geschaffenen Grotten noch erahnen. Das Prunkstück aber war, damals wie heute, der Pavillon. 1862 ließ sich Albert Schnür vom Baumeister Paul Gehrlicher sein Sommerschlösschen bauen. Großzügig ist die Raumaufteilung. Denn es gibt, wie in den gehobenen Bürgerhäusern dieser Zeit, eine Bel Etage mit großem Salon und einem wunderbaren Blick über die Stadt bis hinauf zur Veste. Und zwei Eingänge. Bemerkenswert, gingen in diesem kleinen Gartenhäuschen die Dienstboten zur jetzigen Eingangstür hinein. Die „hohe Gesellschaft“ jedoch nahm den repräsentativen Zugang von der Südseite aus. Dieser ist im übrigen erst bei der letzten

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Sanierung wieder zum Vorschein gekommen. Die Vormieter hatten die schwere doppelflügelige Eichentüre – wahrscheinlich weil es durch die Ritzen zog – kurzerhand zugemauert. Das Untergeschoss bestand aus einer offenen Terrasse mit Rundbogenarkaden. Im Original waren die Wände grün gestrichen. Man saß ja passenderweise inmitten der Natur und konnte bei einem Gläschen Wein die Aussicht auf das Coburger Land genießen. Aber nicht nur seine Liebe zu gepflegten Gärten hinterließ Spuren am Adamiberg. Albert Schnür war auch anderen Musen zugetan und renovierte das von Schriftsteller Jean Paul so geliebte Gartenhäuschen in der Nähe seines Pavillons. Später ließ er sogar eine Büste des Schriftstellers am Haus anbringen. Auch Jean Paul war von der Schönheit des Gartens hoch oben auf dem Berg begeistert und zog sich als Mieter immer öfter hierher zum Schreiben zurück. Er selbst nannte den Adamiberg seinen „Verklärungs- und Arbeitsberg“ und den einzigen Ort, „der nicht mit dem Paradies versank“. Wichtige Schriften beendete der Schriftsteller hier, nachdem er aus der ehelichen Wohnung, in der bereits zwei Kinder herumtobten, zum Schreiben auf den Berg fliehen musste. Wie es leider oft so ist, was die Vorfahren aufbauen und erschaffen, zerfällt mit den Kindern. Weil sie sich um das Erbe stritten, verwilderte die prächtige Gartenanlage und wurde verkauft. Der Rasen wurde nicht mehr gemäht und die Hecken nicht mehr gestutzt. Im Jahre 1919 baute die Stadt Coburg den Pavillon notdürftig um und machte daraus Sozialwohnungen. Weil das Gebäude aber nur als Wochenendhäuschen erdacht war, fehlten ein Wasserund Kanalanschluss. Die Mieter mussten viele Meter laufen, um an einer Pumpe Wasser zu holen. Eine gemauerte Grube wurde zum Ersatz für die fehlende Kanalisation. Jahrzehnte lang verwilderte das Anwesen immer mehr und auch baulich investierte

die Stadt nichts weiter. 1964 kam für die Bewohner der Sozialwohnungen die erste Erleichterung mit dem Bau einer Minigolfanlage auf dem oberen Teil des Schnürsgartens. Fortan durften diese die öffentlichen Toiletten mitnutzen. Während seit den siebziger Jahren das Jean-Paul-Häuschen einer Pfadfindergruppe als Versammlungsort dient, diskutierte man im Gegenzug sogar über den Abriss des benachbarten Pavillons. Welch ein Glück, dass eine Studentenverbindung sich des Schmuckstücks annahm, die notwendigen Wasser- und Kanalisationsarbeiten als Mieter übernahm und den Salon auf der Bel Etage wiederherrichtete. Eine weitere glückliche Fügung folgte 2004, als die Schülerverbindung Ernesto-Albertina zu Coburg das Haus für sich entdeckte und weitere Renovierungsarbeiten durchführte. Mittlerweile gehört das Gebäude einem Mitglied dieser Verbindung, der weitere Sanierungsarbeiten veranlasste. Heute erstrahlt der Pavillon mit neuer Fassade weithin über die Stadt und ist wieder zu dem geworden, was er einst war: Ein kleines Paradies auf dem Berg.

Häuser, die mit Unterstützung der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. saniert worden sind. Der COBURGER stellt sie vor: 2021 in jeder Ausgabe des COBURGER eines in unserer Reihe „Hier wohnte“.

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KULTURTIPPS

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KULTURTIPPS DIE SUPPE DER SUPPE Heitere Erzählungen aus dem Morgenland in Nasreddin Hodscha Manier Wer Nasreddin Hodscha nicht kennt, wird ihn an diesem Abend lieben lernen. Hodscha Nasreddin ist der Name des prominentesten Protagonisten humoristischer prosaischer Geschichten im gesamten türkisch-islamisch beeinflussten Raum vom Balkan bis zu den Turkvölkern Zentralasiens. Seine historische Existenz ist zwar nicht gesichert, aber es wird angenommen, dass er im 13./14. Jahrhundert in Akşehir im südwestlichen Anatolien gelebt hat. Er wird auch als der „weise Narr“ aus dem Morgenland bezeichnet, der Wahrheit kundtut und sie gelungen verpackt. Peggy Hoffmann hat circa 30 seiner Erzählungen im Repertoire, die Hälfte davon trägt sie vor. Wo? neugestimmt.ecosero.de Wann? Samstag, 27. Februar 2021 | 18 bis 19 Uhr Preis? 9 Euro

„DIE QUELLE DER WAHRHEIT“ Erzählkunst mit Peggy Hoffmann aus dem leeren Theater am Hexenturm Peggy Hoffmann erzählt orientalische Liebeslist-Geschichten immer mit einem (Frauen)- Happy End. Wo? neugestimmt.ecosero.de Wann? Samstag, 13. März 2021 | 18 bis 19 Uhr Preis? 9 Euro

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JORINDE UND JORINGEL Weltgeschichtentag für die ganze Familie mit Grimms und Peggy Exklusiv für den Weltgeschichtentag wird diese Veranstaltung dargeboten. Es werden nur wenige Requisiten benötigt, um die Geschichte von Jorinde und Joringel zu erzählen. Das Märchen ist geeignet für Kinder für die ganze Familie, auch ältere Märchen-Fans kommen auf ihre Kosten. Wo? neugestimmt.ecosero.de Wann? Samstag, 20. März | 17 Uhr bis 17.45 Uhr Preis? 9 Euro

GRIMMS MÄRCHENQUIZ Weltgeschichtentag für die ganze Familie mit Grimms und Peggy

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Bei dieser Veranstaltung wird ein Märchen schauspielhaft erzählt. Um welches Märchen es sich dabei handelt, das müssen die Zuschauer erraten und beantworten. Der Erzählkoffer samt Inhalt hilft die Lösung zu finden. Peggy Hoffmann freut sich auf viele Teilnehmer aller Generationen. Wo? neugestimmt.ecosero.de Wann? Samstag, 20. März | 16 Uhr bis 16.45 Uhr Preis? 9 Euro

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KULTURTIPPS

LANDESTHEATER COBURG

DIGITAL GENIESSEN Auch für die Kleinen gibt es ein neues Format, das Abwechslung in das Homeschooling bringt: Ein Kater hat sich in das Landestheater geschlichen und klärt nun hinter den Kulissen einige Mythen und Geheimnisse auf. Die fünfteilige Reihe „Linus entdeckt das Theater“ wird ab dem 21. Februar jeden Sonntag um 10.00 Uhr ausgestrahlt. Außerdem können sich die NachwuchsTheaterbegeisterten über die digitale Version des Kinderkonzerts „Bone und Beethoven“ freuen – das Hörspiel wird in der Woche vor den Osterferien veröffentlicht. Doch das ist noch nicht alles: Ende März haben Theaterfreunde die Möglichkeit, eine komplette Vorstellung online zu sehen. Mit Shakespeares „Hamlet“ unter der Regie von Matthias Straub möchte sich das Landestheater für das Durchhaltevermögen seiner Zuschauer bedanken. Der genaue Sendetermin wird noch bekannt gegeben. Kurz vor Weihnachten hatte die Regieassistentin Sirin Reinhold für „Singbar! Das Leben ist ein Wunschkonzert“ einen Aufruf an alle Theaterbegeisterten gestartet. Es sind etliche Wünsche eingegangen, aber es geht auch noch mehr.

Das Landestheater Coburg möchte auch zukünft ig Zuschauer begeistern und geht weiter online. Los geht das digitale Theater mit der Wiederaufnahme von „Klassik am Sonntag“ am 14. Februar um 18.00 Uhr. Im Rahmen dieses Formats wird sich der neue Generalmusikdirektor Daniel Carter dem Coburger Publikum vorstellen und die erfolgreiche Konzertreihe aus dem Frühjahr 2020 weiterführen. Die Musiker des Philharmonischen Orchesters proben bereits kammermusikalische Stücke von Vivaldi, Donizetti, Bruch, Walton, Piazzolla und einigen mehr – ein buntes Programm, das mit viel Abwechslung in Besetzung und Musikepoche einige musikalische Schmankerl bereithält.

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Musikwünsche, egal ob Rock, Pop, Musical oder Rap, können per E-Mail an singbar@coburg.de gesendet werden. Mitglieder des Hauses – vom Mitarbeiter der Werkstatt bis hin zu den Schauspielern und Sängern – werden diese Wünsche neu interpretieren. Ausgestrahlt werden die Wünsche und Geschichten unter anderem im Rahmen eines weiteren neuen Formats: „Live aus der Reithalle“ in Zusammenarbeit mit RadioEINS. Alle Formate sind ab 14. Februar online auf dem YouTube-Kanal und der Website des Landestheaters Coburg verfügbar. „Live aus der Reithalle“ startet am 24. Februar auf dem regionalen Radiosender RadioEINS. Weitere Informationen unter www.landestheater-coburg.de

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KULTURTIPPS

PODCAST

Die Kulturszene ist seit Monaten auf Eis gelegt. Das heißt aber nicht, dass wir auf Kultur verzichten müssen. Machen Sie es sich doch mit einer guten Flasche Wein zu Hause gemütlich und lauschen Sie einer Kriminalgeschichte.

VERBRECHEN VON NEBENAN

MORDLUST

Aus Ostwestfalen zu einem der bekanntesten Podcasts der Republik. Der Radiomoderator Philipp Fleiter steht hauptberufl ich bei Radio Gütersloh am Mikrofon. Nebenbei ermittelt er in den wildesten Kriminalfällen. Denn schreckliche Verbrechen geschehen nicht nur in unseren Großstädten, sondern oft in der Nachbarschaft. Der Nachbar war schon lange nicht mehr im Garten. Vielleicht liegt er auch einbetoniert unter dem Garagenboden. Oder ein kleines Mädchen ist spurlos vom elterlichen Bauernhof verschwunden. Durch die Nähe zur Nachbarschaft gehen diese Fälle dem Hörer ganz besonders nah. Oft kommen Gäste und Experten zu Wort und auch bei Instagram nimmt Fleiter seine Hörer mit.

Im True Crime-Podcast „Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe“ sprechen Paulina und Laura über wahre Kriminalfälle aus Deutschland. In jeder Folge widmen sich die Reporterinnen zwei Fällen zu einem spezifischen Thema und diskutieren strafrechtliche und psychologische Aspekte. Dabei gehen sie Fragen nach wie: Was sind die Schwierigkeiten bei einem Indizienprozess? Wie überredet man einen Unschuldigen zu einem falschen Geständnis? Und wie hätte die Tat verhindern werden können? Mord aus Habgier, niedrigen Beweggründen oder Mordlust – für die meisten Verbrechen gibt es eine Erklärung. Außerdem diskutieren die Freundinnen über beliebte True Crime-Formate, begleiten Gerichtsprozesse und führen Interviews mit Experten.

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Was? Kriminalfälle Wie lange? Circa 60 Minuten Wo? Spotify, iTunes

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Was? Kriminalfälle Wie lange? Circa 50 Minuten Wo? AudioNow

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KULTURTIPPS

COMEDY UND KABARETT AGENTUR STRECKENBACK BLICKT IN DIE ZUKUNFT – EINE VORSCHAU AUF DEN SOMMER Ja, auch das neue Jahr steht noch unter dem Einfluss der Pandemie, und vieles lässt sich daher nicht realisieren. Allerdings heißt das nicht, dass sich nichts bewegt. Die Agentur Streckenbach hat nämlich den ersten „Rödentaler Kultursommer“ aus der Taufe gehoben. Die Agentur präsentiert vier spannende Comedy- und Kabarettthemen – unter Corona-Auflagen versteht sich. Regionale Künstler werden bedacht, auch überregional bekannte Künstler sind dabei.

ÄUSSERST EICH-HALTIG! Fast zwölf Jahre steht „Das Eich“ nun auf der Bühne, fünf abendfüllende Showprogramme hat Stefan Eichner in dieser Zeit gebastelt, immer mit neuen Liedern, Geschichten und Parodien. Bevor 2021 das neue Bühnenprogramm Premiere feiert, gibt es noch einmal eine bunte Mischung aus allen fünf Programmen – mit der Gitarre, einer Handvoll Requisiten und jeder Menge Spontanität. Das Prinzip ist klar: Was machbar ist, wird gespielt, kein Abend ist wie der andere, aber jede Show wird auf jeden Fall „Äußerst Eich-haltig!“ Wann? Donnerstag, 29. Juli 2021 Wo? Domäne Rödental, Kronacher Straße 4 | 96472 Rödental Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de

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Wolfgang Hörnlein Dr. Wolfgang Hacker Julia Gremmelmaier Dr. Thomas Kunze (ADAC-Vertragsanwalt)

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Frank Sitte Dr. Eike Bittorf (RA i. R.) Jürgen Hopf Nadine Werner

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KULTURTIPPS MAXI SCHAFROTH | FASZINATION BAYERN Nach seinem ersten Soloprogramm „Faszination Allgäu“ setzt der Kabarettist Maxi Schafroth seine bizarre Beobachtungsreise nahtlos fort. „In „Faszination Bayern“ geht die Reise heraus aus dem strukturschwachen Allgäuer Raum, über den Lech, bis in die Universitätsstadt München. Dort begegnet Maxi Schafroth Münchner Bildungsbürgern in senfgelben Cordhosen und hippen Szene-Pärchen mit Holz-Look-Brillen. Von der BayWa Ottobeuren bis zum Manufactum Gummistiefel-Regal am Münchner Marienplatz – Maxi Schafroth bringt uns die Vielseitigkeit des flächenmäßig größten Bundeslandes näher und tritt als bundesweit agierender Kulturcoach für Toleranz und Miteinander ein. Begleitet wird er von seinem Gitarristen und Hofnachbarn Markus Schalk. Wann? Freitag, 30. Juli 2021 Wo? Domäne Rödental, Kronacher Straße 4 | 96472 Rödental Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de

WOLFGANG KREBS | VERGELT’S GOTT Nach Jahrzehnten der Stille wird der direkte Draht der bayerischen Staatsregierung vom Himmel ins Hofbräuhaus reaktiviert, König Ludwig bittet einzelne Kandidaten zum Rapport. Diese informieren die himmlischen Mächte über die Situation in Bayern. Dabei halten sie die ein oder andere Bewerbungsrede für ihre Parteimitglieder und lassen auch durchaus irdische Interessen mit einfl ießen. Das Ende vom Lied: wir kommen alle in den Himmel. Wolfgang Krebs schlüpft erneut virtuos in die Erscheinungsbilder und Stimmbänder aktueller Politiker und Zeitgenossen. Und er zeigt, dass wir alle arme Sünder sind, auch und gerade unsere weißblaue Führungselite.

Wann? Samstag, 31. Juli 2021 Wo? Domäne Rödental, Kronacher Straße 4 | 96472 Rödental Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de

SEBASTIAN REICH | GLÜCKSKEKS Die Nilpferddame Amanda hat ein besonderes Ziel: Glücklich machen, glücklich sein. Ob Sebastian ihr dabei eine große Hilfe ist, stellt sie einmal mehr infrage. Bauchredner Sebastian Reich stellt sein Soloprogramm vor. Hierbei wird sich zeigen, dass die smarte Nilpferddame Amanda reifer geworden ist. Ganz gleich, ob sie nun den Führerschein machen möchte oder ihr eigenes Handy bekommt, Amanda steht mit beiden Beinen voll im Leben. Bleiben nur noch die zwei großen Rätsel, warum Amanda demnächst wohl sehr viel in England unterwegs sein wird und wer der Glückskeks des Abends ist? Neben Amanda wird es auch zwei neue Figuren auf der Bühne geben, die jede Menge Glücksmomente, Überraschungen und ein musikalisches Highlight versprechen. Wann? Sonntag, 01. August 2021 Wo? Domäne Rödental, Kronacher Straße 4 | 96472 Rödental Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de

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Advertorial

KULTURTIPPS

BUCHEMPFEHLUNG MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN „Ich habe mal gelesen, dass es Löcher im Universum gibt, die alles Licht und alle Himmelskörper verschlucken. St. Jerome’s nahm alles Licht aus meinem Leben.“ „Der gefrorene Himmel“ erzählt die Geschichte von Saul Indian Horse. Saul ist Angehöriger der Ojibwe, einem Volk, das zu den Ureinwohnern Kanadas zählt. Gods Lake im Norden Kanadas, 1961: Sauls Eltern lassen diesen bei der Großmutter zurück, um seinen an Tuberkulose gestorbenen Bruder kirchlich zu bestatten. Sie scheiden im Streit, da die Großmutter den Jungen traditionell bestatten will, während seine Eltern auf eine Beerdigung mit priesterlichem Segen bestehen. Als der Winter hereinbricht und Sauls Eltern noch immer nicht zurückgekehrt sind, bricht die Großmutter mit Saul auf, um in der nächstgelegenen Stadt Zuflucht zu suchen. Doch die beiden erreichen ihr Ziel nicht, und Saul kommt in die Obhut des Staates. Er wird in die St. Jerome’s Indian Residential School gebracht. St. Jerome’s ist ein katholisches Heim für „Indianerkinder“ unter der Führung von Priestern und Nonnen. Das Leben im Heim ist für die Kinder ein Martyrium. Mit gnadenloser physischer und psychischer Gewalt wird ihnen alles vermeintlich Heidnische auszutreiben versucht. Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten: ISBN: 978-3-89667-667-2 22,00 Euro

Nach einigen Jahren im Heim eröffnet sein außergewöhnliches Talent im Eishockey Saul eine überraschende Perspektive: Er kann das Heim verlassen, um bei der Familie von Martha und Fred zu leben, die früher selbst Heimkinder in St. Jerome’s waren. Fred trainiert „The Moose“, ein sogenanntes Reservat-Team, und sieht das unglaubliche Potenzial, das in Saul steckt.

eBook: ISBN: 978-3-641-26289-1 17,99 Euro

So rettet das Eishockey Saul vor dem Heim und bietet ihm eine einzigartige Chance. Sein Talent, sein Ehrgeiz und seine beinahe magische Fähigkeit, das Spiel zu lesen, tragen ihn schließlich in ungeahnte sportliche Höhen. Doch egal wie gut er ist, wie sehr er sich anstrengt oder sich anzupassen versucht, aufgrund seiner indianischen Herkunft bleibt er immer ein Außenseiter, von dem die weißen Kanadier sich „ihr“ Spiel nicht klauen lassen wollen. Je besser er wird, desto mehr wird er abgelehnt. Daran und an seiner persönlichen Geschichte droht Saul zu zerbrechen, und er begibt sich auf einen langen, einsamen und steinigen Weg, um sich dem Trauma seiner Zeit in St. Jerome’s zu stellen und seinen Platz in der Welt zu finden. Ihm dabei zu folgen, ist dank der kraftvollen, poetischen Sprache Wagameses ein ganz besonderer (Lese-)Genuss. „Der gefrorene Himmel“ ist ein fesselnder, tief bewegender Roman über eine nicht allzu ferne Vergangenheit, der an ein Trauma der kanadischen Gesellschaft rührt und mich sehr berührt hat.

INHALTSANGABE

RICHARD WAGAMESE

Kanada in den 1960er-Jahren: Als kleiner Junge wird Saul von den Behörden seinen Eltern entrissen und auf eine Residential School geschickt, wo ausschließlich Kinder leben, die den kanadischen First Nations entstammen. Diese Schulen sollen die Kinder von ihren Eltern und von deren kulturellem Einfluss fernhalten. Als großes Eishockeytalent kann sich Saul etwas Anerkennung und Würde erkämpfen, doch selbst dieser urkanadische sportliche Erfolg bewahrt ihn nicht vor rassistischer Demütigung und kultureller Entwurzelung. Erst als er die Gabe der Vision, die schon sein Urgroßvater besaß, in sich entdeckt, und er sich auf den Weg in seine ursprüngliche Heimat macht, lernt Saul die allgegenwärtige Magie kennen, die auch sein Leben durchwirkt.

… geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman „Der gefrorene Himmel“, dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017. Foto ©Linda McRae

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AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin Ausgabe 43 / Februar 2021 Sechster Jahrgang Auflage 3750 Stück www.coburger-magazin.de Verlag: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Coburger Straße 7 96472 Rödental Telefon 0 95 61 / 973 45 00 www.markatus.de Herausgeber und Chefredakteur: Wolfram Hegen Telefon 01 71 / 690 52 84 hegen@coburger-magazin.de Gründungsherausgeber: Peter Einheuser Wolfram Hegen Redaktion / Autoren dieser Ausgabe: Wolfram Hegen Wolfram Porr Heidi Schulz-Scheidt Gabi Arnold Fotografen dieser Ausgabe: Sebastian Buff Val Thoermer Michael von Aichberger Titelbild: „Mit Vesteblick“

IN EIGENER SACHE NOCH MEHR PRINT UND ONLINE

PREMIUM PARTNER 2021

Der COBURGER setzt auch 2021 seine Entwicklung vom führenden Print- zum Print- und Onlinemagazin für Coburg Stadt und Land fort. Jede Geschichte, redaktionelle genauso wie werbliche, erscheint sowohl in der gedruckten Ausgabe als auch auf coburger-magazin.de. Jeweils individuell und hochwertig aufbereitet. Außerdem wird jede Geschichte über unsere sozialen Plattformen auf Facebook und Instagram direkt verlinkt. Das ist Mehrwert für unsere Leser und für unsere Kunden. Schon 2020 haben wir über unsere digitalen Kanäle über 20 000 Nutzer, Fans und Freunde erreicht. Und es werden täglich mehr.

Der COBURGER freut sich auch 2021 wieder auf die Zusammenarbeit mit seinen Werbepartnern. Jeder einzelne ist herzlich Willkommen. Das COBURGER-Team garantiert neben der individuellen Platzierung im gedruckten Magazin und in unserer digitalen Ausgabe www.coburger-magazin.de vor allem größte Wertschätzung. Ganz besonders freuen wir uns natürlich wieder auf viele PREMIUM-PARTNER, die uns regelmäßig ihr Vertrauen schenken. Wir bedanken uns dafür mit besonderen Geschichten zu besonderen Preisen. Das sind bisher unsere PREMIUM-PARTNER 2021.

FÜR STADT UND LAND

Layout / Illustrationen: Axel Straubinger Grundlayout: Peter Einheuser Anzeigengestaltung: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Anzeigenvertrieb: Wolfram Hegen hegen@coburger-magazin.de Anke Feuer feuer@coburger-magazin.de Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2021 Druck: DCT GmbH www.dct.de Preis: kostenlos Vertrieb: über 200 Verteilstellen in Coburg Stadt und Land Bestellung: Online über www.coburger-magazin.de Preis inkl. Verpackung und Versand innerhalb Deutschlands 5 Euro inkl. MwSt.

IM NÄCHSTEN COBURGER AUSGABE 44

…widmen wir uns dem Sonderthema Treue. Was verbindet uns? Können wir uns aufeinander verlassen? Im Liebes-, Freundes-, Kollegen-, öffentlichen Leben? Was ist der Preis? Was sind die Bedingungen? …erzählen wir die Lebensgeschichte des WahlCoburgers Herbert Werner Neitzel, eines Chronisten der Geschichte der Bundesrepublik, dessen Werbegrafi ken von den 1950ern bis heute wir schon im Coburger 42 bewundern durften. …blicken wir in einem Schwerpunktthema voraus auf das Sportjahr 2021. …freuen wir uns im ersten neuen COBURGER SPECIAL auf das Frühjahr. Die Beilage „Haus und Garten“ trägt Ideen und Angebote aus dem Coburger Land zusammen.

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MICHAEL VON AICHBERGER

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MICHAEL VON AICHBERGER Michael von Aichberger studierte Fotoingenieurwesen an der FH Köln und ist seitdem in den Bereichen Fotografie, Videoproduktion, Bildpersonalisierung und EventProgrammierung tätig. Er ist Geschäftsführer der Firmen von Aichberger & Roenneke Neue Medien GmbH mit Sitz in Köln sowie der AlphaPicture GmbH mit Sitz in Erlangen. Seit April 2020 lebt und arbeitet er in Coburg und hat seine neue Heimatstadt schon auf sehr eindrucksvolle Art und Weise portraitiert: So zeigt ein hochaufgelöstes Kugelpanorama vom Roten Turm der Veste Coburg aus einer sehr exklusiven Perspektive. Ein wegen Sanierungsarbeiten aufgebautes Gerüst bot dazu eine nahezu einmalige Gelegenheit. Am selben Tag nahm von Aichberger auch ein noch höher aufgelöstes Teilpanorama in Gigapixeltechnik auf. www.supergigapixel.de www.va-r.de www.alphapicture.com

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Zum Kugelpanorama: eckardtsberg.coburg.photo

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MICHAEL VON AICHBERGER

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MONACO FRANKE Für den COBURGER von Wolfram Porr

DER MONACO FRANKE „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Kennt man, den Spruch. Aber wissen Sie eigentlich, wo der herkommt? Aus den 1980er Jahren, genau! Damals wurden gleich zweimal sogenannte Fettecken des Aktionskünstlers Joseph Beuys mehr oder weniger versehentlich entfernt – einmal von einer Putzfrau und einmal vom Hausmeister der Kunstakademie Düsseldorf. Ein Skandal. Aber ja irgendwie auch lustig. Im Sinne der Kunst könnte man sagen: Wer würde sich heute noch an die schmierig-klebrigen Kunstwerke erinnern, hätte es nicht deren öffentlichkeitswirksame Beseitigung gegeben?! Eben. Und genauso verhält es sich mit 2020. Nur Wenige werden dem alten Jahr eine Träne nachweinen. Nun ist es entsorgt – quasi als Sondermüll auf dem Wertstoffhof unserer Zeit. Klar ist aber auch: Wir werden uns noch sehr lange daran zurückerinnern. Auf ein Neues also, auch wenn sich 2021 leider erstmal genauso anlässt wie 2020 zu Ende gegangen ist. Deshalb: Bitte bloß keine unrealistischen Vorsätze fürs neue Jahr! Wegen der bisher einfach nicht einzudämmenden Pandemie müssen wir uns ja sowieso schon alle weiter einschränken und bei allem kürzertreten. Was soll es da noch, sich Dinge vorzunehmen, die man sowieso nach spätestens sechs Wochen wieder über den Haufen wirft?! Also was weiß ich: mit dem Saufen aufhören („ich trink fei jetzt Malzbier“), freundlicher mit seinen Mitmenschen sein („Gudn Moing hob iech g‘soochd!“), gelassener auf alle Gnalldüd‘n und superwichtigen i-Düpferlasscheißer reagieren („Du mich aa“), vielleicht mal loben („goar ned schlecht, bassd scho“) und lächeln anstatt immer nur zu meckern oder ein griesgrämiges Gesicht zu ziehen. Denn sind wir ehrlich: Das alles sind Dinge, die einen Franken mal komplett überfordern. Weil er dafür aber a heller Kopf (um nicht zu sagen: neunmalgscheid) ist, kann er sich ja ein paar kleine Dinge vornehmen, deren Einhaltung realistisch ist und die er praktischerweise bequem in seinen Alltag integrieren kann. A Stund‘ länger schlafen und aus dem Elfer- einfach a Zwölfer-Seidla machen, zum Beispiel. Die Politiker gehen da ja wie fast immer mit gutem Beispiel voran. (Ex-)Gesundheitsministerin Melanie

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Huml etwa kann sogar jetzt schon einen Haken unter ihren Neujahrs-Vorsatz machen, auch wenn sie „Glück“ hatte, dass unser Landesvater da ordentlich mitgeholfen hat. Weil ohne Ministeramt lebt sich’s garantiert gsünder, gell! Also danke, Maggus! Innenminister Joachim Herrmann hat sich fest vorgenommen, nicht mehr zu reden wie ein Wasserfall – einfach damit ihn seine Wähler besser verstehen. Sehr löblich! Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger möchte in diesen Zeiten Vorbild sein und immer nur noch einen Kumpel treffen. Na ja, und Kultusminister Michael Piazolo hat sich auf die Fahnen und in sein Hausaufgabenheft la gschriem, jetzt endlich und endgültig dafür zu sorgen, dass die Schulen für digitales Lernen und Homeschooling richtig ausgestat-

tet werden, also spätestens bis zu den Faschingsferien … na gut, weil die ausfallen dann eben bis zu den Osterferien oder sagen wir lieber bis zu den Pfi ngstoder nach den Sommerferien. Ist sicherer! Ob sich Markus Söders Vorsatz wirklich in die Tat umsetzen lässt, wird sich wahrscheinlich erst im April entscheiden, wenn die Union ihren Kanzlerkandidaten bestimmt. Sicher ist nur eins: Auch wenn sie sich sonst in allen maßgeblichen Punkten und Charaktereigenschaften teils diametral voneinander unterscheiden, Armin Laschet hat sich exakt das Gleiche vorgenommen für 2021 ... Nochmal anders verhält es sich bei unserem Berliner Lieblings-Kabinettsmitglied. Bei dem bekommt das Wort „Vorsatz“ gleich mal eine justiziable Bedeutung. Aber weil es sich halt in all den Jahren so gut bewährt hat, bleibt sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer treu, was seine Vorhaben für 2021 angeht: Alle Vorwürfe wenn möglich ignorieren und nötigenfalls dementieren, alles möglichst lange aus-

sitzen, niemals die Daten seines Dienst-Handys für diesen ausschließlich parteipolitisch motivierten Untersuchungsausschuss freigeben und – am allerwichtigsten – auf gar keinen Fall seinen Stuhl räumen! Warum ist ja so klar wie seine geplante Autobahnmaut gegen EU-Recht verstößt: Je länger er im Amt bleibt desto üppiger fallen Ministerrente und Diäten aus. Apropos (was für a Hammer-Übergang!): Der Monaco hat sich für 2021 weiter nix vorgenommen, nur was ganz „Leichtes“ – eine Diät nämlich. Bald zehn Monate Corona und dann die Weihnachtszeit mit Blädzla, Stollen und buntem Teller haben die Wampn ganz schön … na ja, Sie ahnen es schon. Ich will jetz auch goar ned näher ausführen, wo’s überall spannt. Man könnte zwar argumentieren: Is doch worschd, die Schbäggrollen und den breiten Schoaßer (die Romantiker unter uns nennen es etwas beschönigend „Hüftgold“) sieht doch momentan eh niemand, wenn man kaum jemanden treffen darf. Aber weise ist, wer vorausschaut – des hat scho dieser Philosoph, Wittgenhauer oder so ähnlich, gsochd. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt. Und dann will man ja ned wie so a Buddhamännla am See hocken und gschamig an sich runterschauen! Na dann! So schwer kann es ja nicht sein, sagen wir fünf bis zehn Kilo abzunehmen. Schließlich gibt es so viele verschiedene Diäten, da wird schon eine dabei sein, die zu mir passt und nach der nicht sofort der Jo-Jo-Effekt eintritt! Also, was gibt’s da? Kohlsuppendiät gäbert’s – oba da muss ich im Gästebett schlofn, weil da macht mei Frau ned mit! Eierdiät? Geht aa ned, ich muss ja auf mei Cholesterin aufbassn. Außerdem: Wie soll ich ohne Eier die Schnitzel baniern? Eine „Paläo-Diät“? Des Fleisch wär scho recht, oba so viel Wurzlgmüs‘? Des konn fei ned gsund saa! Low Carb wär a Möglichkeit! Notfalls kamma des Schäuferla auch amaal ohne Klöß essen. Ich könnt auch öfters mal an Vedschi-Day einlegen! Des hältst bloß ned lang durch! Jetzt weiß ich’s! Ich mach Trennkost. Mit Brodwürschd! Erst fress ich die groben zsamm und dann die feinen! Auf dass die Fettecken so schnell verschwinden wie damals die vom Beuys! Schätzla, schau wie iech schau!

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AUF EIN WORT

COBURG WIRD BESCHIMPFT Auszüge aus der Büttenrede 2021 der Kunstfigur Resa Scharf, ins Hochdeutsche übersetzt, Kraftausdrücke entschärft … Humor habt Ihr nicht, das habe ich gelernt, Ihr, die ihr gerne von Euch schwärmt, Euch aneinander lobend wärmt Gefühlte Großstadt nennt Ihr Euch? Erzählt nicht so ein blödes Zeug! … Der Convent ist abgesagt, auch in Hannover fortgejagt. Deutschlands Elite soll das sein? Hackestrack und nie daheim? Deutschland über alles singen, glasig um die Worte ringen, kot…. auf der Bierbank sitzen, unterm Tisch ins Bierglas spritzeln? Doch Coburg würde Euch wieder nehmen, Geldgeilheit ist nix zum Schämen. Coburg schei.. auf die Moral, die Geschichte beweist es ganz brutal. … Der Stoschek ist ein guter Mann aber bald schon nicht mehr da, weil die Stadt die baut ja lieber Fahrradstraßen den Schlossplatz hinüber Als eine Straße für den Meikel, weil das ist ihnen zu heikel. Dabei würde es doch gar nichts kosten, Ihr 40 Stadtrats Straßenpf…...! Der Name ist auch kein Problem, B4 wird auf den Schildern stehen. Und kommt mir jetzt nicht mit Moral, die geht euch doch sonst auch a…! … AUSGABE 43 / FEBRUAR 2021

Beispiele gibt es genug für Coburgs ethischen Entzug: E-Bikes sind ein rechter Flop, sauschwer voll Elektroschrott, bergauf bergab bei jedem Tritt, helfen Kinderhände mit. Doch Ihr – Ihr feiert Euch fürs Fahren, Job Bike hilft Euch Euros sparen. Vom Klimaschutz könnt Ihr nur schwafeln, doch Coburger Bratwürste fleißig tafeln. Dabei weiß doch jedes Kind, dass Fleischesser die Bösen sind. … Schau den Stadtrat Dir nur an, eine echte Geisterbahn. Und der grusligste der Geister ist der zweite Bürgermeister, der auf Anstand richtig schei.., dem Tessmer an den Hals sich schmeißt, der beim Abstimmen gern schweigt, Flüchtlingen den Rücken zeigt SP oder AF-D, CS-, ÖD-, FDP, ProCoburg, CSU und Grüne, so viel wie nie haben ihre Bühne. CL, JC und auch ein Linker, fertig sind die die Dünnbiertrinker.

Die komplette Büttenrede finden sie hier:

Könnte man die nicht alle impfen, dann würde ich wirklich nicht mehr schimpfen Gegen Hybris und Geschacher, Eitelkeit und Wichtigmacher. …

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Coburger | Das Magazin erscheint wieder am 9. April 2021. Anzeigenschluss ist der der 22. März 2021.

Zitate

über Demokratie sind dieses Mal …

das Letzte

„Man muss das als gegeben hinnehmen: Demokratie ist nie bequem.“ Theodor Heuss

„Demokratie ist ein Mechanismus, der sicherstellt, dass wir genau so regiert werden, wie wir es verdienen. George Bernhard Shaw, irischer Schriftsteller

„Eines großen und glorreichen Tages wird sich der Herzenswunsch der einfachen Leute erfüllen und das Weiße Haus mit einem wahren Idioten verziert sein.“ Henry Mencken, 1920!

„Die demokratischen Einrichtungen sind Quarantäne-Anstalten gegen die alte Pest tyrannenhafter Gelüste: als solche sehr nützlich und sehr langweilig.“ Friedrich Nietzsche

„Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“ Winston Churchill

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“ Evelyn Beatrice Hall

Das Wesen der Demokratie ist der Kompromiss. Willy Brandt

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