Nr. 40 | August 2020
Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.
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hristian Seltmann schreibt nicht nur erfolgreich Kinderbücher, er ist auch Musiker, singt, spielt Gitarre oder Mundharmonika. Er ist einer von 18 Teilnehmern in der ersten Runde von „Coltur“, dem neuen gemeinsamen Internetauftritt der Coburger Kulturszene, die Ende Juni im Güterbahnhof in Coburg vor der Filmkamera auftraten. Mehr dazu ab Seite 16. Christian Seltmann Trio – Christian Seltmann: Acoustic Rockabilly
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COBURGER | DAS MAGAZIN
AUSGABE 40 / AUGUST 2020
Foto: Michael Selzer
AUSGABE 40 / AUGUST 2020
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INHALT
AUSGABE 40 | AUGUST 2020
6 8 10 72 81 81 88 89 90
EDITORIAL. STADTGESPRÄCHE. Schloss Hohenstein in Oberbayern? HOFBERICHT. Coburg liegt in Bayern. KULTURTIPPS. Der Kalender füllt sich. IN EIGENER SACHE. Hier wohnte als Buch. IMPRESSUM. Die waren es. MONACO FRANKE. Das Wappen ist dem Coburger sei Brezn. AUF EIN WORT. Gegen den Strom. DAS LETZTE. Zitate über Verschwörungen.
GABI ARNOLD
MICHAEL SELZER
COLTUR. 16 Fotostrecke über ein neues Projekt. SONDERTHEMA INDIVIDUALITÄT.
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WOLFRAM HEGEN
DIE INNERE STIMME. 30 Interview mit Philosophieprofessor Th omas Kriza.
WOLFRAM HEGEN PETER RIGAUD
DER WUNSCH NACH KREATIVITÄT. 34 Der Lebensweg der Kunstsammlerin Julia Stoschek.
GABI ARNOLD VAL THOERMER
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WOLFRAM HEGEN SEBASTIAN BUFF
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STEPHANIE FRÖBA, LISA OBERMÜLLER, MELANIE KREMPEL, NINA RENTH
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HEIDI SCHULZ-SCHEIDT VAL THOERMER MATTHIAS KROTH
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EIN CRASH. Und danach Pleite.
WOLFRAM HEGEN
WOLFRAM HEGEN YVES ALLOINDE
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Wie grenzen wir uns ab? Gedanken zum Einstieg.
EIGENE LEBENSWEGE. Individualisten über Individualität.
MACHER. Dieses Mal Markus Rink.
COBURGS BESTE. Die Hochschule Coburg
DER COBURGER AUF REISEN. 56 Dresden. HIER WOHN(T)EN … 62 … Coburger. GALERIE. 82 Erzählerische Malerei.
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Philip Versicherungen angeblich schon da?
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EDITORIAL
EDITORIAL WOLFRAM HEGEN Es war laut. Laute Musik. Laute Gedanken. Laute Stimmen. Lautes Lachen. Laute Gläser. Laute Nacht. Ein Anbrüllen gegen ein leises Jahr. Ein Anfesten gegen einen entfesteten Sommer. Berührungslose Umarmungen. Private Freiluftbühne eines erstickten Jahres. Besonderes Alljährliches, weil das Treffen mit Freunden bei Grillgut, Bier und Rockmusik im Jahr 2020 eben nicht nur einen unter vielen feucht- und mehroderminderfröhlichen Abenden ausfüllte, sondern einen unter nur wenigen. Oder anders gesagt: Weil es total Spaß gemacht hat, mal wieder gemeinsam zu feiern. Gemeinsamkeit, Solidarität, Gemeinsinn, Zusammenhalt. Begriffe mit Hochkonjunktur. Von Selbstverwirklichung redet kaum noch einer. Oder haben wir gerade in einem solchen Jahr mehr Zeit über uns und das eigene Leben nachzudenken und den eigenen Weg zu finden? Das jedenfalls meint einer unserer Gesprächspartner in unserem Sonderthema „Individualität – wie grenzen wir uns ab?“. Eine, die sich gefunden hat, ist die Coburgerin Julia Stoschek, die den vermeintlich vorgezeichneten Weg im Familienunternehmen verlassen und sich weltweit einen Namen als Sammlerin und Kuratorin von zeitbasierter Medienkunst gemacht hat. Aller Grund genug, uns ausgiebig mit ihr und ihrer Kunst zu beschäftigen. Ohnehin spielen besondere Menschen mit ihren besonderen Leistungen eine besondere Rolle in diesem Sommer-COBURGER 2020. Matthias Kroth aus Heldritt z.B., dessen Malerei es in viele Ausstellungen und Galerien geschafft hat, unser Macher Markus Rink, dessen Coburger Designstudio schon viele Preise errungen hat, und vor allem die vielen Künstlerinnen und Künstler in unserer Fotostrecke über das neue Projekt „COltur“, das der Coburger Kulturszene die Aufmerksamkeit verschaffen soll, die sie verdient, in Corona-Zeiten aber allzu wenig bekommen hat. So langsam beginnt das künstlerische Leben auch wieder zu sprießen. Das zeigt ein Blick in unsere Kulturtipps, die wieder mehr Seiten einnehmen als in den vergangenen zwei Ausgaben. Auch Reisen sind seit einiger Zeit wieder möglich – unter besonderen Vorzeichen: 2020 dient vielen dazu, ihr eigenes Land besser oder überhaupt kennenzulernen. So haben wir in unseren Kultouren das schöne Dresden und die skurrilen Felsen des benachbarten Elbsandsteingebirges besucht. Und natürlich findet auch die Diskussion um das Coburger Wappen den Weg in dieses Magazin: Unser Monaco Franke hat sich seine Gedanken dazu gemacht und auch unser Kommentar „Auf ein Wort“. So, jetzt sind Sie dran. P.S. Wir sind dann mal weg. Nicht weit, aber weg.
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INHALT
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28 INDIVIDUALITÄT
NEUES PROJEKT | COLTUR Fotostrecke
Wie grenzen wir uns ab?
34 DER WUNSCH NACH KREATIVITÄT … Interview mit Julia Stoschek
56 COBURGER AUF REISEN Dresden
Erleben Sie die erste Kälte-Sauna in Coburg Exklusiv im
62 HIER WOHN(T)EN … 82 MATTHIAS KROTH … Coburger
#nextlevelvitadrom
Galerie
eiszeit-coburg.de AUSGABE 40 / AUGUST 2020
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STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH... SERVUS ÖSTERREICH … Seit dem Tod von Inhaber Oskar Hacker 2016 sorgt die mit seinem Nachlass gegründete Oskar-Hacker-Stiftung für die Pflege und den Erhalt von Schloss Hohenstein und dem Park bei Ahorn im Landkreis Coburg. Der Niederbayer hatte das Anwesen 1976 gekauft, damals, so besagt es eine Anekdote, im Glauben, Schloss Hohenstein befände sich in Oberbayern, nicht in Oberfranken. Umso mehr schloss er die Anlage dann in sein Herz. So dürfte es ihn freuen, dass der Hotel- und Gastrobetrieb Schloss Hohenstein ab Oktober wieder würdig fortgesetzt wird. Andreas Rehberger, Küchenchef des Sternekochs Paco Perez in einem Berliner Luxushotel, wechselt von der Hauptstadt ins Coburger Land. Im Oktober geht es los. Und die Ankündigungen des Österreichers und seiner Frau Alexandra klingen vielversprechend „Wir entscheiden uns ganz bewusst nur für das Beste der Region. Unsere Selbstverpflichtung lautet: Respekt gegenüber Menschen, Tieren und Natur, Leidenschaft für eine spür- und sichtbare Qualität und Liebe fürs Detail.“ Für das Berliner Gastro-Unternehmerpaar ist der Schritt ins Fränkische eine Herzensangelegenheit. Das ausgemachte Ziel: Mit handverlesenen Produkten, exzellenten Speisen und ausgesuchten Weinen Genuss mit allen Sinnen erlebbar machen – besonders in seiner regional verwurzelten Ursprünglichkeit und Klarheit. Und einer Prise österreichischem Charme.
BRENNA TUATS GUT …
AKTIV …
Not macht erfinderisch … und auch vor dem Eigentum anderer manchmal keinen Halt: So musste der Alpenverein Coburg nach dem Ende des Winters feststellen, dass an der Coburger Hütte auf den Bergen über Ehrwald in Tirol einige Schindeln an der Fassade fehlten. Die Erklärung: Im ganzjährig geöffneten Winterquartier war das Brennholz ausgegangen. Das hatte unbekannte Wintergäste wohl dazu verführt, ein paar Fassadenschindeln zu verfeuern. Der Schaden ist mittlerweile behoben, mehr noch: Auf dem Dach prangt seit Juni eine große Antenne. Sie empfängt Wetterdaten von der Hütte und vom Hinteren Tajakopf auf 2408 Meter, die ab sofort unter lorawan-coburg.de abgerufen werden können.
… gegen Parkinson. Im Rahmen dieser Aktion hat der Rotary Club Coburg 10 000 Euro gespendet. Das Geld ist der erste Teil aus Spenden, die Prinz Andreas von Sachsen – Coburg und Gotha im Jahr 2019 bei einer Tour quer durchs Herzogtum von Coburg nach Gotha gemeinsam mit vielen Teilnehmern erradelt hat. Es wird am Klinikum Coburg für Projekte gegen Parkinson und ähnliche Krankheiten eingesetzt.
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Traditionell.
Modern.
Fränkisch.
Unser Restaurant bietet Gästen fränkische Gemütlichkeit und Coburger Gastlichkeit in historischem Ambiente. Traditionelle Gerichte wie Braten mit Coburger Klößen, Bratwürste und fränkische Brotzeiten werden aus frischen Zutaten hergestellt, die von heimischen Lieferanten bezogen werden. Schon 1508 wurden hier – im ältesten Haus Coburgs – Gäste mit Speisen und Getränken bewirtet. Das Team des Goldenen Kreuz knüpft an die hundertjährige Tradition an und serviert Ihnen traditionelle Speisen und hauseigenen Kreuztrunk. Das “Goldene Kreuz” zählt zu einem der 40 schönsten Gasthäuser Deutschlands.
Unsere Öffnungszeiten
Goldenes Kreuz 30
Montag bis Sonntag von 11 – 14 Uhr Montag bis Samstag von 1730 – 2200 Uhr
Herrngasse 1 96450 Coburg
Wir bitten um Reservierung.
Telefon: +49 (0)9561 513407 Fax: +49 (0)9561 513408 E-Mail: info@goldenes-kreuz-coburg.de
Sitzplätze
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Gaststube .............. 45 Plätze Innenhof ............... 45 Plätze Saal ........................... 60 Plätze Biergarten............. 40 Plätze
www.goldenes-kreuz-coburg.de
Wir freuen uns C O B auf U R G E RIhren | D A S M A GBesuch! AZIN 9
HOFBERICHT
FOTOS: VAL THOERMER
HOFBERICHT Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir
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eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal von einer kleinen Feierstunde im Riesensaal von Schloss Ehrenburg zum 100-jährigen Anschluss Coburgs an Bayern.
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VON GABI ARNOLD
Ein
Crash ... und danach pleite
Eine kleine Unaufmerksamkeit, ein falscher Blick, eine Ablenkung durch das Handy: Schon kracht es im Straßenverkehr. Ein Unfall ist oft mit Scherereien verbunden, manchmal kann der „Crash“ sogar die Existenz gefährden. Der COBURGER zeigt Fallbeispiele auf, die sich so ähnlich zugetragen haben. 12
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Es ist nur ein kurzer Klingelton auf dem Mobiltelefon, der Sabine B. völlig aus der Bahn wirft. Die selbständige Grafikdesignerin ist auf dem Weg zum Einkaufen, als eine WhatsApp-Nachricht sie ablenkt. Sie gerät auf nasser Fahrbahn ins Rutschen, verliert die Kontrolle über ihr Fahrzeug und schleudert gegen eine Leitplanke. Ein schrottreifes Auto, multiple Prellungen, zwei gebrochene Rippen und eine posttraumatische Störung sind die Folgen. Die 50-Jährige ist von einem Tag auf den anderen arbeitsunfähig. ... Forsetzung auf der nächsten Seite
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EIN CRASH …
Keine Arbeit bedeutet für das „One-Woman-Unternehmen“ keinerlei Einkünfte. Außerdem fallen die Aufträge weg und Kunden springen ab. Besonders fatal: Nach der Insolvenz ihrer früheren Firma hatte sie sich wenige Monate vor dem Unfall selbständig gemacht, ein Büro eingerichtet und neue Kunden akquiriert. Ähnlich hart trifft es Heinz K.: Der Inhaber einer kleinen Schreinerei wird in einen Auffahrunfall verwickelt und bricht sich mehrere Knochen. Nach dem Verkehrsunfall muss er wochenlang stationär behandelt werden; bis er sich erholt dauert es Monate. Eine Vertretung hat der 56-Jährige Schreinermeister nicht, sein Betrieb kommt zum Stillstand, Rechnungen und Fixkosten können nicht mehr beglichen werden. Die Schulden wachsen, schließlich müssen Mitarbeiter entlassen werden. Dem Unternehmen droht die Insolvenz. Während Angestellte sechs Wochen lang eine Lohnfortzahlung und im Anschluss ein Krankengeld der gesetzlichen Krankenkassen erhalten, stehen Selbstständige und Unternehmer nach einem Unfall oft mit leeren Taschen da. Sie müssen sich eigenverantwortlich privat absichern, um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Informationen rund um Versicherungen für das Gewerbe, für freie Berufe und auch Landwirte gibt es auf der Homepage der Versicherungskammer Bayern. „Gerade kleinere Betriebe und Kleinunternehmen unterschätzen die vielfältigen Gefahren und die Notwendigkeit der Versicherung.“ (Versicherungskammer Bayern)
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für längere Zeit ausfällt. Ihm flattert eine Kündigung ins Haus. Diese muss er akzeptieren, da er sich in der Probezeit befindet. Grundsätzlich stehen Angestellte zwar unter Kündigungsschutz, aber eben nicht immer: „Selbst das Kündigungsschutzgesetz bewahrt Arbeitnehmer nicht unbedingt davor, wegen oder während einer Krankheit gekündigt zu werden und den Job zu verlieren. Allerdings schränkt der Gesetzgeber Kündigungen wegen einer Krankheit ein“, so die Deutsche Anwaltsauskunft, das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins. Manchmal sind die Verletzungen so schwer, dass eine Invalidität eintritt und damit eine dauerhafte Beeinträchtigung. Zu den körperlichen und seelischen Problemen, zur eventuellen Erwerbs -oder Berufsunfähigkeit kommen nun finanzielle Sorgen, wie das folgende Fallbeispiel zeigt: Robert M. gerät bei dichtem Schneetreiben auf die Gegenfahrbahn und kollidiert mit einem anderen Fahrzeug. Seit dem Unfall ist der 42-Jährige halbseitig gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Sein Eigenheim, das er vor einigen Jahren errichtet hat, muss barrierefrei umgebaut werden. Das Badezimmer benötigt eine ebenerdige Dusche, das Waschbecken muss angepasst werden sowie die Arbeitsflächen in der Küche. Außerdem braucht Robert M. einen Treppenlift. Die Umbaukosten belaufen sich auf rund 60.000 Euro. Und damit nicht genug: Auch das Auto muss behindertengerecht umgerüstet werden, was sich nochmals mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlägt. Aber wer zahlt die Kosten?
Um das Schlimmste zu verhindern, hilft auch eine Checkliste: Wer übernimmt die Vertretung des Chefs? Wo sind Passwörter und Bankzugangsdaten hinterlegt und die Versicherungsdokumente aufbewahrt? Das sind einige Fragen, die aufgelistet sein sollten.
„Die Zahlungen für mehr Selbständigkeit im Haus und Mobilität werden jedoch von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht getragen. Hier zählt private Vorsorge. Ist diese nicht vorhanden, müssen Betroffene die Kosten für den Umbau eines Hauses oder dem Auto selbst tragen“, schreibt das „Ideal Versicherungsmagazin“. Dennoch: Nur jeder vierte Haushalt ist gegen Invalidität versichert. Dabei ist eine Absicherung ein wichtiger Schritt, um bei einer Invalidität hohe Kosten zu vermeiden.
Und Vorsicht! Auch Arbeitnehmer können nach einem Unfall ihren Job los werden: Volker M. arbeitet erst zwei Wochen in einem Unternehmen, als er verunglückt und schwere Verletzungen erleidet. Aufgrund der Diagnose ist klar, dass der Bürokaufmann
Sabine B. hatte übrigens Glück im Unglück, ihr Partner konnte sie finanziell auffangen. Mittlerweile kann sie wieder arbeiten, sie hat alte Kunden zurückgewonnen und neue bekommen. Vor allem aber hat sie jetzt eine private Vorsorge getroffen.
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COBURGER: Wann greift denn eine Fahrerschutzversicherung? Wolfgang Hörnlein: Eine Vollkaskoversicherung kennt praktisch jeder Kraftfahrer. Wenn das eigene Auto aus eigenem Verschulden beschädigt wird, deckt eine Vollkasko den Blechschaden ab. Sollte man sich bei dem Unfall verletzen zahlt natürlich die Krankenversicherung die Behandlungskosten. Falls eine Unfallversicherung bestehen sollte, würde diese im Falle einer Invalidität den vertraglich vereinbarten Betrag zur Verfügung stellen. Das war es dann aber auch schon. Ein Unfallverursacher hat darüber hinaus im Falle eines selbstverschuldeten Unfalles niemanden, den er in Anspruch nehmen kann. Ein klassisches Szenario wäre insoweit beispielsweise ein Glatteisunfall mit Anprall gegen einen Baum einhergehend mit schweren Verletzungen des Fahrers. Hier käme die Fahrerschutzversicherung zum Zuge. COBURGER: Was deckt eine Fahrerschutzversicherung demnach ab? Wolfgang Hörnlein: Eine Fahrerschutzversicherung reguliert in derartigen Fällen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung den eigenen Personenschaden, beispielsweise Schmerzensgeld, Verdienstausfallschäden, Haushaltsführungsschäden bis hin zum behindertengerechten Umbau des Hauses, sollte der nach einem Unfall nötig werden. Die Fahrerschutzversicherung ist also quasi die Vollkasko für den eigenen Körper, die eigene gesundheitliche Integrität. Dabei ist eine derartige Versicherung mit ca. 30 Euro jährlich sehr günstig und wird üblicherweise mit dem eigenen Kfz-Haftpflichtversicherer abgeschlossen. Zu beachten ist allerdings, dass der Deckungsumfang der Fahrerschutzversicherungen von den Kraftfahrtversicherern unterschiedlich angeboten wird und von daher zu empfehlen ist, die Angebote auch insoweit zu vergleichen.
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COBURGER: Wie sieht also in Ihren Augen das ideale Versicherungspaket für einen Autofahrer aus? Wolfgang Hörnlein: Gesetzlich verpflichtend ist natürlich die Kfz-Haftpflicht, dann eine Voll- oder Teilkaskoversicherung, je nach Alter und Wert eines Fahrzeuges. Des Weiteren eine separate Verkehrsrechtsschutzversicherung, soweit nicht bereits im Rahmen einer Familienrechtschutzversicherung eingeschlossen und eben eine Fahrerschutzversicherung. Nicht mehr unbedingt zwingend ist dagegen die Insassenunfallversicherung, Schaden kann sie allerdings auch nicht, da diese für den Fall der Fälle einen zusätzlichen Geldbetrag zur Verfügung stellt. Nachdem Fahrerschutzversicherungen bereits seit Jahren angeboten werden, hat möglicherweise manch ein Autofahrer im Rahmen seines Haftpflichtversicherungsvertrages auch eine abgeschlossen, ist sich dessen jedoch nicht bewusst. Daher am besten einen Blick auf den Versicherungsschein werfen und gegebenenfalls den Versicherungsschutz nachbessern. COBURGER: Was empfehlen Sie sonst im Falle eines (Schadens-) Falles? Wolfgang Hörnlein: Nach einem Unfall umgehend anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, zwingend geradezu, wenn ein Personenschaden eingetreten ist. Zu beachten ist dabei, dass die entstehenden Rechtsanwaltskosten jedenfalls im Rahmen der Haftung vom Schädiger zu ersetzen sind und nur der eigene Anwalt einzig und allein die Interessen des Geschädigten vertritt, was bei allen anderen an einem Unfall direkt oder indirekt Beteiligten nicht unbedingt der Fall ist.
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„COltur“
So heißt der neue gemeinsame Auftritt der Coburger Kulturszene im Netz. Das Projekt entstand durch die Folgen der Corona-Pandemie für Künstlerinnen und Künstler: Keine Auftrittsmöglichkeiten, keine Zuschauer und dadurch existenzielle Probleme. Gleichzeitig fehlte ein gemeinsames Sprachrohr, das zeigt, wie wichtig eine breitgefächerte bunte Kulturwirtschaft für die Attraktivität von Stadt und Landkreis Coburg ist. Hier setzt das Projekt „COltur“ an. Es präsentiert in Videos und Interviews verschiedenste Kulturschaffende aus Stadt und Landkreis Coburg. Es liefert Informationen und Kontakte. Es ist ein Aufruf, heimische Kulturschaffende zu unterstützen, zur nächsten Firmenfeier, zur Hochzeit, zu einem Jubiläum zu buchen, auf ihre Konzerte oder Veranstaltungen zu gehen, ihre Musik, Bücher oder Bilder zu kaufen.
Und COltur soll wachsen: Künstler, Musiker, Zauberer oder andere Kulturschaffende aus der Region können sich bewerben um einen Platz auf COltur.de: Einfach mailen an stadtmarketing@coburg.de. Die Teilnahme, die Produktion der Videos und die Werbung auf COltur.de ist kostenfrei. Ein Projekt wie COltur wäre ohne viele Partner nicht möglich: Initiator war Coburg Marketing. Gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Coburg, iTVCoburg, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg und mit Unterstützung des Landratsamtes, der SÜC, der Sparkasse Coburg – Lichtenfels und der Werbeagentur markatus ist es gelungen, das Projekt auf die Beine zu stellen. 18 Künstler oder Formationen haben bei den Aufnahmen zur ersten Staffel im Güterbahnhof in Coburg teilgenommen. Einige von Ihnen zeigen wir hier auf den kommenden Seiten. Und viele haben sich für die zweite Staffel im Herbst schon angemeldet. Katrin Lion: Jazz / Soul / Musical
Mehr unter www.coltur.de Fotos: Michael Selzer 16 COBURGER | DAS MAGAZIN
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Pubsody – SinoDee: Irish und Scottish Folk
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He Told Me To – Sandro Weich : Indie-Pop / Loopkünstler
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Maike Engel: Pop / Alternative
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Samu Neves: Rock / Pop / Brasilianische Popmusik
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Dance Affairs – Mistress Mary: Tanz / Chansons
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Lyrik auf Abwegen – Jasmin Schindler und Florian Greuling: Singer – Songwriter
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Ohlga – Komische Kunst – Gitta Hofrichter: Clownerie
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Taktlos – Nick Barton, Jan und Martin Blechschmidt: Akustik Pop/Rock
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DIE SPEZIALISTEN
LÖSUNGEN FÜR SCHWERE PHASEN Die Familien- und Erbrechtsspezialistinnen der Fachanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler
Streitigkeiten, die an den Nerven zerren, persönliche Verletzungen, die hervorbrechen, Eifersucht, Wut, Trauer, Geld, das geordnet werden muss und immer wieder Kinder, die dazwischenstehen, die sich nicht wehren können, um deren Zukunft und Wohlergehen es geht – fast die Hälfte der Ehen in Deutschland wird geschieden. Und auch, wenn es um den Nachlass eines Verstorbenen geht, kommen neben dem Schmerz über den Verlust eines nahen Angehörigen oft auch ganz handfeste Fakten auf den Tisch: Wer bekommt das Geld, ein Haus, Wertgegenstände? Fragestellungen, die sich ohne professionelle Unterstützung oft nicht sachlich klären lassen. Gut, dass es dann Fachleute gibt wie die Fachanwälte und -anwältinnen der Fachanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler in Coburg. Einige der 13 Anwältinnen und Anwälte nämlich haben sich vor allem dem Familien- und Erbrecht verschrieben, einige AnwältInnen, um es genauer zu sagen. Der COBURGER stellt sie vor und hat sich mit ihnen unterhalten.
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Allen menschlichen Problemen zum Trotz, mit denen sie täglich konfrontiert seien, „macht es auch nach 25 Jahren noch Spaß“, so Maren Feyler, Mitgründerin der Kanzlei. Probleme zu lösen, zu helfen, einen klaren Kopf zu gewinnen, einen Ausweg aus schlimmen familiären Krisen gemeinsam gestalten zu können, das sei eine anspruchsvolle, oft anstrengende, aber meistens befriedigende Aufgabe. „Es ist sozusagen voll das Leben“ sagt die gebürtige Coburgerin. Man sei immer lösungsorientiert, was machbar sei und was nicht, ergänzt Eva Grabolus. „Die Mandanten könnten erwarten, dass man Lösungen findet.“ „Es gibt kein Problem, das man nicht klären kann“, betont Karoline Rink. „Ziel ist immer eine außergerichtliche Streitschlichtung, aber es geht leider nicht immer.“ Auch Gerichte haben die Aufgabe, auf eine gütliche Einigung zu dringen. „In Coburg haben wir die gute Situation, dass viele Anwälte wirklich Interesse an fachbezogenen gütlichen Lösungen haben“, so Maren Feyler. „Wenn alle Seiten nach einer anfänglich oft sehr emotionalen Phase eine gemeinsame Perspektive erarbeiten, kann es zu sachlichen Lösungen kommen. Das gelingt uns gemeinsam mit anderen Anwälten und mit den Gerichten in Coburg im Großen und Ganzen sehr gut.“ Die Probleme bei Trennungen
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Advertorial
HÖRNLEIN & FEYLER
nämlich sind ohnehin schon groß genug: Wer zahlt Unterhalt, wer bekommt wieviel von welchem Vermögen, wie ist das Umgangs- und Sorgerecht geregelt, wie der Renten- und Versorgungsausgleich? „Oft gibt es große finanzielle Ängste, gerade bei Frauen, die das Thema Geld immer den Männern überlassen haben, und wenn diese Ängste dann überschwappen, geht es schon oft emotional zu“ erzählt die gebürtige Berlinerin Eva Grabolus aus ihrem Alltag. Als besonders belastend empfindet es die junge Kollegin Annika Deller, dass oft gerade die Kinder unter den Streitigkeiten leiden und in der anfänglich sehr emotionalen Phase sogar als Druckmittel eingesetzt werden. Doch auch die „alten Hasen“ betonen: „Immer wieder wird um die Kinder gekämpft, die beide ihre Eltern lieben, das ist schon auch als erfahrene Anwältin – bei aller notwendigen Distanz – belastend.“ Auch bei Erbrechtsthemen kommen immer wieder ganze Lebens- und Familiengeschichten hoch, Kränkungen, Bevorzugungen und natürlich vor allem die Frage nach dem Geld. „ Es spielt ja nicht nur eine Rolle, was am Ende da war, sondern auch die Zuwendungen oder Schenkungen zu Lebzeiten, welche letztlich bei einer Erbauseinandersetzung zu berücksichtigen sind. In diesem Zusammenhang ist auch die Gestaltungspraxis zu Lebzeiten ein erheblicher Aufgabenbereich: „Oft geht es aber auch ganz nüchtern um das Erarbeiten von Testamenten oder die Regelung von lebzeitigen Zuwendungen“, sagt Maren Feyler. Der Ablauf einer Beratung in der Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler stellt sich ganz auf die Bedürfnisse der Klienten ein: Zeit haben, zuhören, den Familienaufnahmebogen durchgehen, um einen Überblick zu gewinnen. Und Emotionen zulassen, gerade am Anfang. „Wir sind in so einer ersten Phase auch ein wenig Therapeuten, weil sich natürlich bei Familienangelegenheiten oft vieles angestaut hat.“ Danach versucht man gemeinsam Schritt für Schritt Lösungen zu erarbeiten. „Am Anfang sitzen die Leute vor einem Riesenberg an Problemen, den helfen wir abzutragen.“
MA REN FEYLER Fachanwältin für Familienrecht und für Erbrecht, Mediatorin , zert. Testamentsvollstreckerin Maren Feyler wurde 1962 in Coburg geboren. Nach dem Abitur 1982 studierte sie in Würzburg Rechtswissenschaften, Germanistik und politische Wissenschaften. Das erste Juristische Staatsexamen legte Maren Feyler 1989 mit Prädikat ab. Dem Referendariat in Coburg, Bamberg und Bayreuth folgte 1992 das zweite Staatsexamen. 1994 gründete Maren Feyler mit Wolfgang Hörnlein die Anwaltskanzlei Hörnlein und Feyler, der sie seither als Sozia angehört.
KA ROLINE RINK Fachanwältin für Familienrecht (derzeit im Mutterschutz) Karoline Rink wurde 1987 in Sonneberg geboren. Nach dem Abitur 2006 studierte sie Rechtswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das erste juristische Staatsexamen legte Karoline Rink 2011 ab. Dem Referendariat in Bamberg folgte 2013 das zweite Staatsexamen. Seit 2013 ist Karoline Rink Rechtsanwältin in der Anwaltskanzlei Hörnlein und Feyler.
E VA G R A B O LU S Fachanwältin für Familienrecht Eva Grabolus wurde 1951 in Berlin geboren. Von 1967 bis 1979 war sie in der Berliner Verwaltung als Beamtin tätig. 1978 legte sie das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ab. Von 1979 bis 1983 folgte das Jurastudium an der Freien Universität Berlin. Von 1983 bis 1986 absolvierte sie das Referendariat in Coburg sowie bei der Regierung von Oberfranken. Nach dem zweiten Staatsexamen 1986 wurde sie im AUSGABE 40 / AUGUST 2020
Fotos: Val Thoermer
Dezember 1986 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Seither arbeitete sie zunächst als Angestellte, später dann als selbständige Rechtsanwältin. Seit 2017 ist Eva Grabolus als Rechtsanwältin in der Kanzlei Hörnlein & Feyler tätig.
SA NDRA SCHA LLER Rechtsfachwirtin und Ausbildung zur zertifizierten Testamentsvollstreckerin, Sachbearbeiterin Familienrecht Sandra Schaller wurde 1988 in Suhl geboren. Nach dem Schulabschluss 2004 absolvierte sie die dreijährige Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten in einer Anwaltskanzlei in Suhl. Seit 2009 ist Sandra Schaller in der Anwaltskanzlei Hörnlein und Feyler tätig und absolvierte seither die Weiterbildungen zur Sachbearbeiterin Familienrecht, zur zertifizierten Testamentsvollstreckerin und zur staatlich geprüften Rechtsfachwirtin.
A NNIKA DELLER Rechtsassessorin Annika Deller wurde 1992 in Coburg geboren. Nach dem Abitur 2011 studierte sie in Würzburg Rechtswissenschaften und legte das erste juristische Staatsexamen 2017 mit Prädikat ab. Nach Absolvierung des Referendariats in Bamberg und Erlangen folgte 2020 das zweite Staatsexamen. Die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft erfolgt 2020.
Hörnlein Feyler
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Fachanwälte
Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler Kasernenstraße 14 D-96450 Coburg Tel: (09561) 80 11 0 info@hoernlein-feyler.de www.hoernlein-feyler.de COBURGER | DAS MAGAZIN
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SONDERTHEMA VON WOLF R A M H E G E N
Individualität W I E
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Der sogenannte „Slogometer“ stellt monatlich die 100 häufigsten Wörter der Werbesprache zusammen – ein perfekter Indikator für Entwicklung von Werten einer Gesellschaft: Stand in den 1990er Jahren unter den Top-Ten-Worten eines, das Individuen direkt anspricht, nämlich „Sie“, waren es in den 2000ern mit „Sie“, „Your“ und „Ihre“ schon drei, und sowohl in den 2010ern mit „Your“, „Sie“, „Du“, „Dein“ und in den angebrochenen 2020ern mit „Your“, „Ich“, „Du“ und „Dein“ schon vier. Auch „Mehr“ und „Leben“ sind seit Jahrzehnten immer unter den Top Ten.
Individualität hat heute also einen höheren Stellenwert als am Ende des 20. Jahrhunderts … könnte man daraus ableiten. Aber ist das die Individualität, die wir meinen? Das Individuum als Marktsegment? Sind „wirkliche“ Individualisten nicht eigentlich die wenig Markgerechten, die Unangepassten? Quertreiber, Unikate, Einzelgänger, Außenseiter, Paradiesvögel, Spinner? Menschen am Rand, denen im Bestfall Bewunderung, eher aber Verwunderung entgegenschlägt bis hin zu Ablehnung und Ausgrenzung? „Und wie Du wieder aussiehst, Löcher in der Hose, und ständig dieser Lärm.“ Die Konjunktur für Individualität jedenfalls war schon einmal besser, in Krisenzeiten kommt es auf den Gemeinsinn an, auf Solidarität. Ist Individualität also einfach nur ein – im wahrsten Sinn des Wortes – Modewort? Sollten wir daher nicht lieber fragen: „Individualität: Wie bringen wir unser Bestes ein?“ Hm. Und überhaupt: Sollen wir uns wirklich der Frage zuwenden, was Individualität ist, wenn schon Goethe erkannt hat, dass das Individuelle generell durch das Denken nicht erfasst werden kann? Ja, natürlich. Wollen wir uns daher drauf einigen, dass Individualität das ist, was man einem Menschen zuschreibt, der „seinen eigenen Weg“ gefunden hat? Ob Goethe sich darauf einlassen würde? Wir wissen es nicht. Übrigens: „Wir“ ist das häufigste Wort der Werbesprache. Schon lange.
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INTERVIEW VO N W OL F R A M H E GE N
Die innere Stimme EIN GESPRÄCH MIT PHILOSOPHIEPROFESSOR DR. THOMAS KRIZA
COBURGER: Goethe hat gesagt, das Individuelle könne generell durch das Denken nicht erfasst werden. Stimmen Sie dem zu? Prof. Dr. Thomas Kriza: Ja und Nein. Natürlich kann das Denken versuchen, das Individuelle einzukreisen. Aber bis zum tiefsten Innersten, bis zum sozusagen Letzten kann das eigene Denken das Individuelle sicher nicht erfassen, da stimme ich Goethe schon zu. COBURGER: Wie würden Sie Individualität definieren? Prof. Dr. Thomas Kriza: Individualität sind die Schichten der eigenen Persönlichkeit, die einem ganz selbst gehören im Unterschied zu den Einflüssen von außen. Diese nehmen wir in uns auf, verinnerlichen sie, und tun das eben auf eine sehr individuelle Weise. So entfaltet sich unsere Persönlichkeit. Wir gestalten uns also über die individuelle Aufnahme von Einflüssen von außen. Die Existenzphilosophie versucht diese Spannung so auf den Punkt zu bringen, dass wir alles von außen aufnehmen, aber es eben einen individuellen Kern gibt, der dafür sorgt, dass und wie wir es aufnehmen. Wenn wir uns dagegen von äußeren Einflüssen komplett fremdbestimmen ließen, käme unser eigenes Selbst nicht mehr zu tragen. COBURGER: Welchen evolutionären Sinn hat Individualität eigentlich für die Entwicklung der Menschheit?
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Prof. Dr. Thomas Kriza: Da fällt es mir schwer mit evolutionären Vorteilen zu argumentieren. Natürlich ging die Sicht auf den Menschen als Individuum einher mit der Entfaltung von moderner Wissenschaft und Technik. Durch Wissenschaft und Technik können wir heute die Welt beherrschen wie davor nie in der Geschichte. Insofern könnte man davon sprechen, dass Individualität der Menschheit Vorteile bringt. Aber Wissenschaft und Technik können sich auch in weniger individualistischen Gesellschaften wie z.B. China gut entfalten. Individualität ist also keine Bedingung für evolutionäre Vorteile. COBURGER: Hat Individualität in Zeiten Coronaerzwungenen Gemeinsinns noch Konjunktur? Prof. Dr. Thomas Kriza: In der Wahrnehmung aktuell natürlich ein Stück weit weniger. Die Frage nach gesellschaftlicher Solidarität ist stärker in den Mittelpunkt gerückt. Und wir sehen ja, dass gesellschaftlich solidarische Gesellschaften wie viele in Europa besser durch die Pandemie kommen als Staaten wie die USA, in denen diese Solidarität weniger ausgeprägt ist. Das ist aber nur eine Sichtweise. Auf der anderen Seite nämlich hatten viele Menschen in der Zeit der Isolation mehr Zeit über sich und das eigene Leben nachzudenken. Corona kann also auch dazu führen, dass Individualität an Bedeutung zunimmt. Außerdem war es ja auch das Ziel der Isolation, die individuelle Gesundheit jedes Einzelnen zu schützen. Wenn wir Corona mal mit der Pest vergleichen würden, dann
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SONDERTHEMA INDIVIDUALITÄT
sind bei Pest-Pandemien viel mehr Menschen gestorben als heute. Auch deshalb, weil wir heute eine sehr weitreichende Isolation eingeführt haben. Das haben wir gemacht, weil das individuelle Leben heute sehr viel mehr wert ist als früher.
COBURGER: Auch mal „Nein“ sagen: Sind „wirkliche“ Individualisten nicht eigentlich die wenig Marktgerechten, die Unangepassten, die Nicht-Mainstreamer, die Quertreiber, Unikate, Einzelgänger, Außenseiter, Paradiesvögel, Spinner?
COBURGER: Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen erlaubt eine viel zielgerichtetere, schnellere und persönlichere Kundenansprache. Ist das eine Chance für mehr Individualität oder eher eine Gefahr?
Prof. Dr. Thomas Kriza: Also zu wahrer Individualität gehört es schon, nicht alles mitzumachen, was einem die Gesellschaft als richtig und wichtig vorgibt, sondern immer kritisch zu sein, immer äußere Einflüsse individuell für sich zu bewerten. Das passiert aber im Inneren eines Menschen, das äußert sich nicht notwendigerweise in einem Erscheinungsbild. Das Äußerliche hat wenig zu sagen über den Grad der Individualität eines Menschen. Selbst ein scheinbar „langweiliger“ Mensch kann natürlich in höchstem Maße individuell sein.
Prof. Dr. Thomas Kriza: Also zunächst mal glaube ich, dass die Sicht auf den Menschen als Konsumenten zu unserem Wirtschaftssystem gehört. Da hat sich durch die Digitalisierung nicht sehr viel verändert. Aber heute gibt es natürlich digital maßgeschneiderte Werbemöglichkeiten. Diese sind besser, sind mächtiger geworden. Das bringt auch Gefahren mit sich: Wenn man persönliche Daten preisgibt, lassen sich aus bisweilen banalen Fakten sehr tiefe Einblicke in die Persönlichkeitsstruktur gewinnen, wenn man nur genug Daten hat. Facebook kennt uns möglicherweise besser als unsere Freunde und Ehepartner, dazu reichen schon ein paar hundert Facebook-Likes. Es lassen sich also auf Basis von Daten im Rahmen der Digitalisierung Aussagen über den Charakter und das individuelle Wesen einer Person treffen und daraus Strategien der Beeinflussung ableiten. Individualität hat aber auch viel mit der Möglichkeit der freien Selbstbestimmung zu tun. Wenn ich als Individuum aber permanent subtil beeinflusst werde, ohne es zu merken, spricht das einer freien Entfaltung entgegen. Das ist schon eine große Herausforderung für unsere Individualität. COBURGER: Ist Individualität in einer digitalisierten Gesellschaft auf dem Rückzug? Prof. Dr. Thomas Kriza: Nein, das würde ich nicht sagen. Die Individualität entfaltet sich immer in einem Spannungsfeld von äußeren Einflüssen und dem Inneren. Und Einflussnahme gab es schon immer. Das hat sich durch die Digitalisierung grundlegend nicht geändert. Nur die Ausprägungen der Einflussnahmen haben sich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung verändert. Da ist jedes Individuum natürlich heute mehr als früher gefordert, kritisch und vorsichtig zu sein und an einem gewissen Punkt auch mal zu sagen: Nein, da mache ich nicht mit.
COBURGER: Sie haben Wirtschaftsinformatik studiert, haben bei IBM gearbeitet als IT-Spezialist für Digitalisierungsprozesse, sind aber zur Philosophie gewechselt. Sind Sie ein Individualist? Prof. Dr. Thomas Kriza: In diesem Sinne schon. Bei IBM hätte ich damals viel Geld verdienen können, habe aber dennoch Philosophie studiert, entgegen allen Ratschlägen aus meinem Umfeld in Sachen Sicherheit und materieller Vorteile. Ich habe diesen Schritt nie bereut, ich bin dadurch innerlich gereift, und am Ende hat sich alles gefügt und ich bin jetzt auch als Professor materiell gut abgesichert. COBURGER: Was würden Sie Menschen empfehlen, die ihre Individualität finden möchten? Prof. Dr. Thomas Kriza: Ich glaube, dass man empfehlen kann, der inneren Stimme nachzugehen. Man muss das machen, was man wirklich will. Häufig stehen da natürlich äußere Zwänge dagegen, dann muss man sich diesen stellen und mutig sein, und nicht unbedingt den bequemen Weg gegen, sondern den, der den inneren Bedürfnissen entspricht. Also im Zweifel mutig sein und unangepasst, sich nicht so sehr um die Zukunft sorgen, die Rente, den Job, das eigene Auto, das eigene Haus, sondern sich bewusst die Frage stellen: Wie will ich leben?
P R O F. D R . T H O M A S K R I Z A studierte Wirtschaftsinformatik und Philosophie, Soziologie und Psychologie und promovierte 2014 in Philosophie. Parallel arbeitete er bei IBM und gestaltete als ITSpezialist Digitalisierungsprozesse von Großkunden. Seit 2015 unterrichtete Prof. Dr. Thomas Kriza Philosophie in den interdisziplinären Lehrveranstaltungen des „Coburger Wegs“ an der Hochschule Coburg. Er leitete das Philosophische Café und unterrichtete in Bachelor- und Master-Seminaren verschiedener Studiengänge. Im Januar 2018 erschien sein Buch „Die Frage nach dem Sinn des Lebens. Das zwiegespaltene Verhältnis des modernen Denkens zu den Sinnentwürfen der Vergangenheit“. Im November 2019 wurde er an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zum nebenberuflichen Professor für „Digitaler Wandel und Ethik“ am Fachbereich für Sozialpolitik und Soziale Sicherung berufen. Und zum September wechselt er an die OTH Regensburg. Dort bekommt er eine Professur für das Lehrgebiet „Digitalisierung, Technologiefolgen und angewandte Ethik“. AUSGABE 40 / AUGUST 2020
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Einen eigenen Weg finden, den individuellen Lebensweg einschlagen – vermutlich ein Unterfangen, das nicht gelingen kann,
DER
Weg
ENTSTEHT
BEIM LAUFEN
weil Wege erst beim Gehen entstehen. Oft steht man an Abzweigen, muss man sich entscheiden, läuft in Sackgassen, muss einen Schritt zurück. Jeder kennt aus seinem Leben solche Wendepunkte. Einer, der seinen individuellen Weg gefunden hat, ist Rechtsanwalt und Steuerberater Thomas Bittorf. Selbständigkeit, politisches Engagement, gesellschaftliches Einbringen, alles das gehört dazu. Wir haben uns mit ihm unterhalten.
COBURGER: Warum haben Sie sich für den Beruf Rechtsanwalt und Steuerberater entschieden? Thomas Bittorf: Gute Frage. Das hängt zum einen sicherlich mit meinem Vater zusammen, der ein sehr guter und erfolgreicher Rechtsanwalt war. Die Richtung war damit irgendwie vorgegeben. Mathematik fand ich auch immer spannend und so ergeben Recht und Mathe zusammen den Steuerberater. Recht zu erhalten bringt natürlich auch innere Bestätigung. Sich für die Interessen anderer einzusetzen, hat etwas Gutes macht und macht innerlich glücklich, zumindest meistens. COBURGER: Den eigenen Lebensweg, glauben Sie, dass man ihn wirklich selbst bestimmen kann? Thomas Bittorf: Auf jeden Fall. Natürlich spielen die eigene Gesundheit und die Lebensumstände eine Rolle, aber jeder kann frei entscheiden, welchen Weg er nimmt. Im Leben eröffnen sich immer wieder Möglichkeiten und Türen, durch die man eine andere Richtung nehmen kann. Ich habe mittlerweile gelernt, dass es in diesen Situationen besser ist, auf seinen Bauch oder sein Herz zu hören, als mit dem Kopf zu entscheiden. Man übernimmt in der Jugend oft die Ansichten und Einstellungen seiner Eltern, wie diese wiederum selbst von ihren Eltern geprägt waren. Das ist in einer Familie auf der einen Seite natürlich und per se nichts Schlechtes. Man muss nur rechtzeitig schauen, dass man trotz aller Prägungen und Ratschläge sein eigenes Leben lebt und nicht das der anderen. Das erfordert Verantwortung, Mut und Konsequenz. Weise Leute sagen ja, dass man eines Tages nicht das bereut, was man vielleicht falsch gemacht hat, sondern das, was man nicht gemacht hat. Das Leben findet nur einmal statt und das ist genau jetzt in diesem Moment. COBURGER: Sie sind schon lange in der Politik, waren im Stadtrat, was war der Antrieb? Thomas Bittorf: Lange ist relativ, es gibt Kollegen wie Herrn Dr. Eidt, die sind seit 40 Jahren im Stadtrat, und viele andere sind auch schon mehr als 20 Jahre dabei. Insofern sind 6 Jahre Stadtrat überschaubar, auch wenn ich schon seit 2008 politisch aktiv bin. Damals war ich noch idealistisch und wollte unbedingt mitreden und die Richtung mitbestimmen können. In der Coburger CSU habe ich das auch ganz gut geschafft.
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Zieleinlauf nach dem Marathon in Málaga
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Ich finde, im Gemeinwesen aktiv und auch politisch zu sein, gehört zur menschlichen Natur. Es gibt sehr viele, die sich für andere – in welcher Form auch immer – ehrenamtlich engagieren. Politik ist eine Form davon, zumindest auf kommunaler Ebene. Man kann leicht von außen Kritik üben und über den Stadtrat schimpfen, aber wenn man etwas in einer Stadt voranbringen will, ist der direkteste Weg über den Stadtrat, in dem die Weichen für eine Kommune gestellt werden. COBURGER: Warum sind Sie nicht mehr im Stadtrat, haben Sie nicht mehr kandidiert? Thomas Bittorf: Die Stadtratstätigkeit hat mir zwar Spaß gemacht, jedoch war der zeitliche Input enorm, das spürt man gerade als Selbstständiger. Der Output – was ich und andere, die ähnlich denken, am Ende erreicht haben, war hingegen übersichtlich. Jetzt sind diejenigen im Stadtrat, die dafür brennen und voller Idealismus sind. Ich unterstütze dabei natürlich weiterhin gerne. Aber ich konzentriere mich jetzt voll auf die Weiterentwicklung meiner Kanzlei und meiner Mitarbeiter. COBURGER: Und wofür brennen Sie? Thomas Bittorf: Ich bin vielseitig interessiert und will stets neue Grenzen austesten. Anderen zu helfen, macht mich glücklich, sowohl beruflich als auch im privaten Umfeld. Meine Kanzlei ist am Wachsen und soll größer und vernetzter werden. Seit ein paar Jahren laufe ich regelmäßig, dadurch wird der Kopf frei. Der NY-Marathon ist für 2021 geplant. Ich liebe Wasser und das Meer, Surfen war immer mein Traum. Vor drei Jahren habe ich mit dem Kitesurfen in Spanien angefangen, das ist echt unbeschreiblich. Meine 10-jährige Tochter findet das auch cool, und ich sie sowieso (lacht!). Mit Spanien, der Heimat meiner Frau, verbindet mich emotional sehr viel. Ich koche sehr gerne, am besten für viele, mit Familie und Freunden. Am nächsten Tag muss dann wieder Sport sein. Auch die innere Ruhe zu finden, gelingt mir noch nicht immer. Meditation und Yoga zu „lernen“ – letztendlich ist das ja auch eine Art Geisteshaltung – stehen in der Priorität daher ganz weit oben. COBURGER: Politisch interessiert sind Sie aber nach wie vor? Thomas Bittorf: Klar, das ist eine Lebenseinstellung, und wir werden ja bald den ersten bayerischen Bundeskanzler der deutschen Geschichte haben (lacht!). Vielleicht liegt es am Alter, aber mich interessieren mittlerweile mehr die großen Themen. Wieso warnen wir beim Verkauf von Zigarettenschachteln vor dem Lungenkrebs, während entsprechende Warnhinwiese und Bilder z.B. auf allen Wurstprodukten fehlen? Nicht dass ich nicht auch mal noch gerne ein Steak esse … Ich habe wahrscheinlich schon Wurst und Fleisch für drei Leben gegessen! Aber im Ernst: Die Auswirkungen der Ernährung auf die persönliche Gesundheit und die gesamte Umwelt sind für den Planeten vermutlich entscheidender als alle Dieselfahrverbote, Flugreisen und Kreuzfahrten zusammen.
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COBURGER: Welcher Themen muss sich Coburg für eine erfolgreiche Zukunft annehmen? Thomas Bittorf: Coburg muss sich entscheiden, ob es dabei bleibt, ein Rentnerparadies zu werden oder ob wir versuchen, attraktiv für Coburg-Rückkehrer und junge Leute und Familien zu werden. Wir haben hervorragend aufgestellte Unternehmen, die mit solchen in Mittel- und Großstädten um Fachpersonal konkurrieren. Das Altern gehört zum Leben, aber ich würde als Rentner lieber in einem von jungen Leuten pulsierenden Coburg leben als nur Gleichaltrige zu sehen. Dafür müssen wir mehr Politik für junge Leute machen und mehr Geld für diese Gruppe investieren, z.B. mehr Bauplätze und trendige Freizeitaktivitäten, wie einen Trampolinpark, eine stehende Welle in der Itz oder eine Wakeboardanlage. Wie viele Leute z.B. werden in 15 oder 20 Jahren noch regelmäßig ins Theater gehen? Mit dem Globe wird nun endgültig ein perfekt ausgestattetes, neues Theater entstehen, und zwar auf Dauer. Man sollte dann über eine neue Nutzung des bisherigen Landestheaters an dem schönsten Platz in Coburg nachdenken, was auch immer. Hauptsache, es hat einen Nutzen – auch tagsüber und auch für die jüngere und mittlere Generation. Wir haben mit Sebastian Straubel einen jungen Landrat und mit Dominik Sauerteig einen jungen OB. Ich wünsche Ihnen die Kraft und den Mut, mehr Politik für ihre Generation zu machen und sich zusammen zu vernetzen, auch mit der Region von Lichtenfels bis Bamberg. COBURGER: Sie engagieren sich ja schon für junge Menschen, damit die ihren individuellen Weg finden. Woher kommt der Antrieb, sich da so einzusetzen? Thomas Bittorf: Das sind persönliche Erfahrungen, die ich aus mehreren Mind-Management und Führungskräfte-Seminaren mitgenommen habe. Vereinzelte Teilnehmer hatten erstaunlicher Weise ihre pubertierenden Kinder dabei, die noch ein Jahr zuvor erhebliche Schul- oder teilweise auch Drogenprobleme hatten. Die Kinder berichteten dann voller Dankbarkeit über ihre positiven Entwicklungen im vergangenen Jahr. Das war sehr authentisch, aber auch berührend, weil man den Reifeprozess mitbekommen konnte. Ich wollte diese Erfahrung mit nach Coburg bringen und möglichst vielen Jugendlichen hier zugänglich machen. Letztendlich geht es um das Setzen von klaren und mutigen Zielen, die man alle erreichen kann, wenn man täglich in kleinen Schritten, aber konsequent über lange Zeit daran arbeitet. Man darf nicht aufhören, an sich selbst und das Ziel zu glauben, dass es irgendwann klappen wird und muss Vertrauen in das Leben haben. Zusammen mit Max Beyersdorf veranstalte ich deshalb seit 3 Jahren mit Unterstützung des Rotary Clubs und einiger Sponsoren im Kongresshaus einen Motivationsvormittag für die 9. bis 11. Klassen der Coburger Schulen. Das ist ein kritisches Alter, man steht kurz vor dem Schulabschluss und weiß manchmal vielleicht nicht weiter und alle reden auf einen ein. Es geht darum, einmal ein paar Stunden innezuhalten, sich wieder oder neu zu sortieren und dann mit hoffentlich voller Energie durchzustarten. Und selbst wenn es nur bei einigen Teilnehmern zu einer positiven Veränderung führt, hat es sich schon gelohnt.
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Das Interview führte Wolfram Hegen Fotos: Peter Rigaud
INTERVIEW JULIA STOSCHEK
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INTERVIEW
„DER WUNSCH NACH
Kreativität WA R S C H O N V O N K I N D H E I T A N W I E E I N E I N N E R E N O T W E N D I G K E I T F Ü R M I C H .“
Die Stars dieser Kunstform heißen nicht Van Gogh oder Michelangelo, sondern Nauman oder Aitken. Die Stars dieser Kunstform produzieren keine Gemälde oder Plastiken, sondern Videos, Filme, Performances: Zeitbasierte Medienkunst beschreibt Kunstformen entlang einer Zeitschiene, vor allem Video- und Filmkunst und Videoinstallationen bis hin zu Kunst auf Basis virtueller Realität. Die Coburgerin Julia Stoschek hat vor über 15 Jahren ihre Leidenschaft für diese Kunstform entdeckt und sich seitdem als Sammlerin und Kuratorin auf der ganzen Welt einen Namen gemacht. Wer ihren Erfolg auf das für eine solche Sammlung notwendige Geld verkürzen will, verkennt, dass es vor allem zweier Dinge bedarf, um erfolgreich zu sein: Großer Leidenschaft, Hingabe und Begeisterung für ein Thema, und im Vorfeld das Erkennen des richtigen individuellen Lebensweges. Der COBURGER hat sich mit der Coburgerin unterhalten.
COBURGER: Sie haben mal gesagt: „Ich sehe mich als eine philanthropische Produzentin. Und ich hoffe, langfristige kulturelle Werte zu schaffen.“ Sind Sie so eine Art Peggy Guggenheim der zeitbasierten Kunst? Julia Stoschek: Mit Vergleichen tue ich mich grundsätzlich schwer, vor allem mit Peggy Guggenheim, weil sie eine zutiefst unglückliche Persönlichkeit war. Mit ihrer mutigen Sammlung und ihrem wunderbaren Palazzo in Venedig hat sie allerdings einen einzigartigen Kunstort geschaffen. Meine Vision ist es, die Mediensammlung in der aktuellen Kulturlandschaft zu verankern und an die nächste Generation weiterzugeben. COBURGER: Blöde Frage: Was besitzt man denn, wenn man zeitbasierte Kunst sammelt? Dateien? Oder ist auch Videokunst letztlich gegenständlich? Julia Stoschek: Der von mir sehr geschätzte Ausstellungsmacher Daniel Birnbaum hat einmal gesagt: „Medienkunst zu sammeln, ist
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wie Schneebälle zu sammeln“. Ich glaube, das trifft es ganz gut. Die Auseinandersetzung mit dem Ephemeren ist doch eine Signatur unserer Zeit. Und um konkret auf Ihre Frage zu antworten: Bei den historischen Arbeiten aus den 1960er-Jahren gibt es noch haptische Hardware wie 16-mm oder 35-mm-Filme, VHS oder Digibeta-Formate. Die jüngeren Arbeiten sind digitalisiert und kommen als digitale Files zu uns. COBURGER: Ist Videokunst für die Kunstszene von morgen das, was die expressionistischen Maler für die Kunstszene von heute sind? Sowohl inhaltlich als auch in Sachen der Popularität? Julia Stoschek: Videokunst ist unkonventionell, non-konform, nicht identitätsstiftend und vor allem politisch. Der Aspekt der Zeitgenossenschaft treibt mich um. Ich kenne keine aktuellere und spannendere Kunstform als die zeitbasierte Medienkunst. Schaut man zurück in die Kunstgeschichte, so haben Künstlerinnen und Künstler immer als Seismographen politische und gesellschaftliche Entwicklungen vorweggenommen, dokumentiert und kritisiert.
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INTERVIEW
Die Medienkunst ist die Kunst unserer Gegenwart und diese bedarf wahrlich eines eindringlichen Kommentars.
lassen sich von einem Video im tiefsten Inneren berühren und begeistern, war das eine innere Seite von Ihnen, die Ihnen da bewusst geworden ist?
COBURGER: Sie haben sich einen Status in der Kunstwelt erarbeitet, sind international angesehen, sind in vielen Kunstgremien auf der ganzen Welt vertreten, macht sie das stolz, das alles alleine auf die Beine gestellt zu haben?
Julia Stoschek: Ich bin in einem äußerst strukturierten Unternehmerhaushalt aufgewachsen – extrem geprägt von unserem Familienunternehmen. Der Wunsch nach Kreativität war schon von Kindheit an wie eine innere Notwendigkeit für mich. Meine Großmutter war Schauspielerin und mein Großvater Generalmusikdirektor und Intendant. Manchmal überspringt die Auseinandersetzung mit Kunst eine Generation.
Julia Stoschek: Den Familiennamen Stoschek hat man viele Jahre mit erfolgreichem Unternehmertum und der Automobilindustrie in Verbindung gebracht. Ich freue mich, dass ich in eine spezielle Szene eintauchen durfte, in der mein Familienname bis dato völlig unbekannt war. In der Kunstwelt weiß man mittlerweile, wie man meinen komplizierten Nachnamen ausspricht und schreibt, für die Taxi- oder Restaurantreservierung benutze ich immer noch gerne geläufigere Namen. COBURGER: Sie sind selbst künstlerisch total unbegabt, haben Sie in einem Interview einmal gesagt, wären Sie gerne begabt und wenn ja für was? Julia Stoschek: Ich trage keine künstlerische Begabung in mir, bewundere aber umso mehr die der Anderen. Die Auseinandersetzung und Beschäftigung, aber vor allen Dingen auch die Diskussion mit kreativen und intellektuellen Köpfen, empfinde ich daher als großes Glück. Meine Aufgabe ist das Beschützen und Bewahren, ja auch das Ermöglichen von Kreativpotenzial. COBURGER: Wenn Sie das Jahr 2020 videokünstlerisch umsetzen müssten, was käme raus: Ein Horrorfilm? Ein science fiction? Eine Folge der Simpsons? Oder wie sähe Ihr Drehbuch aus? Julia Stoschek: Als Schlagworte fallen mir hierzu Folgende ein: Innehalten, Anhalten, Nachdenken, Infragestellen, Kontemplation … Eine erzwungene Rückbesinnung auf sich selbst. Übrigens ein Zustand, der den meisten Künstlerinnen und Künstlern überhaupt nicht fremd ist. COBURGER: Auslöser ihrer Sammlungstätigkeit war eine großformatige Videoinstallation, in der ein Elefant trainiert wird, seinen eigenen Tod zu spielen. Das habe Sie sehr berührt, sagen Sie. Sie kommen ja aus einem konservativen weltweit sehr erfolgreichen Unternehmerhaushalt und wenden sich dann so einem progressiven und gefühlsintensiven Thema wie zeitbasierter Kunst zu,
COBURGER: Sie haben BWL studiert mit Schwerpunkt auf der Automobilbranche, das lief ja klassisch auf eine operative Führungsrolle im Familienunternehmen hinaus, wann keimte die Entscheidung, einen anderen eigenen Weg zu gehen? Julia Stoschek: Die Entscheidung sich endgültig und ernsthaft der Kunst zu widmen, erfolgte direkt nach meinem BWL-Studium. Ich eröffnete zunächst und auch nur für wenige Monate – ganz unerfolgreich – eine Galerie (Ich bin eine sehr schlechte Verkäuferin – vor allem, wenn ich mich in ein Kunstwerk verliebt habe und von ihm überzeugt bin), um schnell festzustellen, dass für mich eine andere Herausforderung wartet. Die Beschäftigung mit Kunst, aber vor allem das Ausstellen, Zusammentragen und Zugänglichmachen von Kunst, sollte zu meiner Leidenschaft werden. COBURGER: Dennoch sind Sie ja im Familienunternehmen als Gesellschafterin aktiv, bringen sich ein. Sie haben einmal in einem Interview gesagt, wenn die Not groß wäre und Sie in der Geschäftsführung in Coburg gebraucht würden, würden Sie schweren Herzens die Kunst aufgeben. Das war allerdings 2010, gilt das heute noch in einer Phase großer Umbrüche in der Automobilbranche, die auch Brose vor große Herausforderungen stellt? Julia Stoschek: Ich gebe Ihnen recht, die Automobilbranche steht vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte und ich bin sehr froh und dankbar, dass durch das jahrelange, vorausschauende wirtschaftliche und solide Handeln meines Vaters und des Managements unser Unternehmen heute so gefestigt aufgestellt ist. Das operative Geschäft ist extrem komplex und global geworden. Ich verstehe meine Aufgabe als aktive Gesellschafterin, um unser Unternehmen auch langfristig als Familienunternehmen zu erhalten.
„In der Kunstwelt weiß man mittlerweile, wie man meinen komplizierten Nachnamen ausspricht und schreibt …“ 36
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„ Mit der Idee, alle Werke meiner Sammlung online zugänglich zu machen, erfüllt sich für mich ein lang ersehnter Wunsch. Diese Aktion ist meiner Meinung nach einzigartig in der Kunstgeschichte.“
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JULI A STOSCHEK … wurde 1975 in Coburg geboren. Nach dem Abitur am Casimirianum in Coburg studierte sie Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Automobilwirtschaft an der Universität Bamberg und beendete das Studium als Diplom-Kauffrau. 2003 begann sie, zeitbasierte Kunst zu sammeln. Seitdem hat sie eine der umfangreichsten Sammlungen auf diesem Gebiet zusammengetragen, die Kunstwerke aus den 1960er-Jahren bis zum heutigen Tag umfasst. 2007 eröffnete sie die JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf. 2016 folgte ein zweites Ausstellungshaus in Berlin. Neben ihrer eigenen Sammlertätigkeit und ihrer Verantwortung als Unternehmerin, engagiert sich Stoschek in einer Vielzahl von Institutionen: Sie ist Vorstandsmitglied des KW Institute for Contemporary Art, Berlin, und Mitglied des Board of Trustees am MOCA, Los Angeles. Darüber hinaus gehört sie einer Reihe von Komitees und Beiräten an, darunter das Performance Committee am Whitney Museum of American Art, New York, sowie das Ankaufkomitee der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Zudem hat sie in der Vergangenheit auch eine Reihe kleinerer Initiativen und Projekte gefördert und den deutschen Pavillon auf der 54., der 56. und der 57. Biennale di Venezia. Daneben ist Julia Stoschek Gesellschafterin des Unternehmens ihrer Familie, der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG.
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INTERVIEW
COBURGER: Sie pflegen zu vielen Künstlern, deren Werke Sie sammeln, freundschaftliche Kontakte, ist die Kunstszene ihre Zweitfamilie geworden? Julia Stoschek: Auf jeden Fall. Der Umgang mit Künstlerinnen und Künstlern ist eine große Bereicherung für mich. Die unterschiedlichsten Blickwinkel, die mannigfaltigen Ideen und Assoziationen … Durch den regelmäßigen Austausch kann im besten Fall das Denken geschult werden. Jeder Künstler, jede Künstlerin hat seine oder ihre eigene, begründete Sicht auf etwas, was wir alle vielleicht anders wahrnehmen und noch nicht mal ansatzweise teilen. Aber damit konfrontiert zu werden ist ein Gewinn. COBURGER: Sie schreiben auf Ihrer Seite, es sei Ihnen wichtig, unabhängige Sichtweisen auf die Welt zu fördern, Vielfalt und Dynamik des kulturellen und sozialen Wandels zu dokumentieren, sie haben auch angefangen, die um die 900 Werke Ihrer Sammlung online zu stellen, alles kostenlos, das sind sehr demokratische Ansätze, wie politisch sind Sie? Julia Stoschek: Die Medienkunst ist von Ihrem Ursprung her die vielleicht demokratischste Kunstform überhaupt. Zu Beginn der 1960erJahre sollte sie für alle zugänglich sein - ohne Limitierung. Die Regulierung erfolgte dann künstlich durch den Kunstmarkt, sodass die Videoarbeiten als Editionen (limitierte Werke) veräußert wurden. Mit der Idee, alle Werke meiner Sammlung online zugänglich zu machen, erfüllt sich für mich ein lang ersehnter Wunsch. Diese Aktion ist meiner Meinung nach einzigartig in der Kunstgeschichte. Übliche Onlineformate im Ausstellungskontext beinhalten Dokumentationen oder gefilmte Rundgänge durch Ausstellungen. Im Falle der Julia Stoschek Collection werden die Kunstwerke per se online gestellt, das heißt jeder Nutzer, jede Nutzerin kann das „Hauptwerk“ erleben – und das ohne zeitliche Beschränkung oder anfallende Gebühren, dafür aber mit Einwilligung der Künstlerinnen und Künstler. Die Sammlung wird also für immer und jedermann zugänglich sein, so wie es das anfängliche utopische Streben der Medienkünstler war. COBURGER: Neben Ihrem Standort in Düsseldorf gibt es auch den in Berlin. Ende 2022 ist dort aber Schluss. Sie sind damit nicht die erste renommierte Sammlung, die Berlin den Rücken zuwendet. Wo liegen die Gründe? Mangelnde Wertschätzung?
„Berlin ist eben etwas anders. Das zu verstehen ist nicht leicht.“
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Julia Stoschek: Berlin ist eben etwas anders. Das zu verstehen ist nicht leicht. Die Akzeptanz beim Publikum ist derart erfreulich, dass mich dies mit manchem, kulturpolitisch Unverständlichem versöhnt. Die Sammlung wird auch in Zukunft immer ihr Publikum finden. Wir haben Angebote aus dem In- und Ausland. COBURGER: Sie waren im letzten Jahr in Coburg, haben einen Vortrag gehalten, haben über ihre Sammeltätigkeit gesprochen, die Familie getroffen, Freunde, wie sehr fühlen Sie sich Ihrer Heimatstadt verbunden? Julia Stoschek: Ich fühle mich meiner Heimatstadt sehr verbunden und versuche so oft es geht, meine Familie zu besuchen. Mit Coburg verbinde ich so viele Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend. Besonders spüre ich dies, wenn ich mit meinem Sohn durch die Stadt spaziere. Gelegentlich werde ich dann angesprochen – die Herzlichkeit ist in Coburg etwas sehr Besonderes. Natürlich darf beim Marktplatzbesuch auch nicht die obligatorische Bratwurst fehlen. Und der „Klos mit Soß“ im Goldenen Kreuz ist der beste der Stadt. COBURGER: Nehmen wir mal an, Coburg würde an Sie herantreten und fragen, ob Sie einen Teil Ihrer Sammlung aus Berlin in einer Ausstellung in Ihrer Heimatstadt präsentieren, würde Ihnen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, käme so ein Gedanke für Sie in Frage? Julia Stoschek: Die Betrachtung eines Kunstwerks, gleich welcher Art, braucht keine vorgegebene Einwohnerzahl, hohe Podeste, auf die hinaufgeschaut wird oder ein großstädtisches Umfeld. Jede Privatsammlung hat nur dann einen museumspädagogischen Erfolg, wenn es sich „gut anfühlt“. Ich kenne so viele erfolgreiche, private Sammlungen, die abseits und fern von Metropolen liegen und die relevant und höchst beachtlich sind. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.
Die JULI A STOSCHEK COLLECTION … ist eine der weltweit größten Privatsammlungen für zeitbasierte Kunst. Ihr Anliegen ist die öffentliche Präsentation, Förderung, Konservierung sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung medialer und performativer künstlerischer Praktiken. Ausgehend von den ersten künstlerischen Experimenten mit Bewegtbild der 1960er- und 1970er-Jahre liegt der Fokus der Sammlung auf zeitgenössischen Positionen und umfasst mittlerweile über 860 Kunstwerke von 282 internationalen Künstlern und Künstlerinnen. Neben zeitbasierten Werken – Video, Film, Einkanal- und Mehrkanal-Videoinstallationen, Multimedia-Environments, Performance-, Klang- und Virtual-Reality-Arbeiten – ergänzen Fotografie, Skulptur und Malerei die Sammlung. Seit 2007 werden die Kunstwerke in Einzelund Gruppenausstellungen in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf ( JSC Düsseldorf ) präsentiert. 2016 eröffnete ein zweites Ausstellungshaus in Berlin ( JSC Berlin). Anspruch der Sammlung ist die Förderung unabhängiger Sichtweisen, um die dynamische Gesellschaft, in der wir leben, zu reflektieren und zu visualisieren. Mehr Infos und das Online-Archiv mit zahlreichen Werken der Sammlung unter www.jsc.art. COBURGER | DAS MAGAZIN
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SONDERTHEMA INDIVIDUALITÄT
Eigene Lebenswege
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Individualität? Was bedeutet das eigentlich? Irgendwie sind wir
ja alle einzigartig. Aber wie hebt man sich von der Masse ab? Wie unterscheidet man sich von anderen? Was macht uns besonders? Gabi Arnold vom COBURGER hat Menschen getroffen, die einzigartig sind, weil sie ihre Träume leben und ihren Weg konsequent gehen, und das auf eine besondere Art und Weise.
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IOANA TAUTU, OPERNSÄNGERIN
Lange dunkle Haare, stilvoll gekleidet und ein sympathisches Lächeln: Ioana Tautu fällt sofort auf. Sie hat rumänische Wurzeln, ist in München geboren und aufgewachsen und singt seit sie fünf Jahre alt ist. Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie im Kinderchor im Gärtnerplatztheater in München. „Ich bin von klein auf im Theater und gewohnt, mich schön zu kleiden“, sagt sie. Sie ist Stylistin aus voller Leidenschaft, kreiert ihre eigene Mode mit Secondhand-Kleidung oder auch Teilen aus dem Theaterfundus. Aber das ist nicht das Einzige, was sie individuell macht. „Es ist mir sehr wichtig, Menschen aus aller Welt zusammenzubringen“, sagt sie. Interkulturelles Leben liegt Ioana Tautu ganz besonders am Herzen. Die Künstlerin lebt mit ihrem Mann Marcello Mejia- Mejia in Coburg und ist ebenfalls am Coburger Landestheater engagiert.
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MARCELLO MEJIA- MEJIA, OPERNSÄNGER
Marcello singt Opern im Landestheater Coburg und hat sich damit seinen Kindheitstraum erfüllt. Das war nicht selbstverständlich für einen Jungen, der in Kolumbien in einer Großfamilie mit wenig Ressourcen aufgewachsen ist. „Es waren einfache Verhältnisse, aber ich wollte von klein an Opernsänger werden“, sagt er. Musik und Kultur – der Vater ist Salsa-Musiker – haben im Leben des heute 39-Jährigen zwar schon immer eine Rolle gespielt, aber die Musikrichtung Oper war eher ungewöhnlich. Marcello hat seinen Traum konsequent verfolgt und Musik studiert. Seit dem Jahr 2007 lebt er nun in Europa und seit dem Jahr 2011 steht er auf der Bühne des Coburger Landestheaters. Marcello ist mit Ioana Tautu verheiratet, beide haben eine Tochter. Einen Wunsch hat er: „Ich möchte meine Tochter soweit unterstützen, dass sie auch ihre Träume verwirklichen kann.“
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SOFIA FOTHY-STERN
„Eigentlich habe ich schon mein viertes Leben“, sagt Sofia Fothy-Stern. Sie ist in Argentinien mit sechs Geschwistern groß geworden und hat sowohl argentinische als auch ungarische Wurzeln. Sofia war als Stewardess mit British Airways unterwegs, sie hat Innenarchitektur studiert und Fremdsprachenkorrespondentin gelernt. Sie ist verheiratet und hat drei Jungs im Alter von 14, 11 und 10 Jahren, die trilingual aufwachsen. Im Coburger Stadtteil Cortendorf lebt sie mit ihrer Familie und verkauft im Cortendorfer Stadel Ice-Cream aus eigener Herstellung sowie Snacks und Getränke. Nebenbei vermietet Sofia Fothy-Stern Ferienwohnungen. „Meine Kraft schöpfe ich aus den Begegnungen mit Menschen“, sagt sie. Deshalb liebe sie ein volles Haus, Kinder und viele Gäste. „Sogar das Aufräumen macht Spaß, dann erinnere ich mich an die Momente“, sagt sie. Und ein Kompliment an Coburg muss sie loswerden. „In dieser Phase meines Lebens möchte ich nirgend anders wohnen.“
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AUSGABE 40 / AUGUST 2020
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Fotos von Val Thoermer AUSGABE 40 / AUGUST 2020
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ZAHLEN & FAKTEN
Individualität
G E N E R AT I O N E N V E R G L E I C H Welche Aspekte sind in Bezug auf Individualität sehr wichtig? Babyboomer
Gen X
Millenials
Gen Z
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9%
9%
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5% 0% Eigene/ individuelle Ansichten und Meinungen haben
Z A H L E N & FA K T E N
Eigenen Content erstellen (Videos, Fotos, Blog, andere Formen des Schreibens/ Kunst)
Einen einzigarten Stil haben
Ungewöhnliche Hobbys und Interessen haben
D E F I N I T I O N „ I N D I V I D U A L I TÄT “
S Y N O N Y M E F Ü R I N D I V I D U A L I TÄT
Der Begriff Individualität (lat.: Ungeteiltheit) bezeichnet im weitesten Sinne die Tatsache, dass ein Mensch oder Gegenstand einzeln ist und sich von anderen Menschen beziehungsweise Gegenständen unterscheidet. Verwendet wird der Ausdruck unter anderem in der Philosophie, Theologie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Anthropologie und Humanbiologie. Die Bedeutung des Individuums wird oft unter Gegensätzen wie Individuum und soziale Gruppe, Individuum und Staat, Individuum und Population diskutiert. Individualismus ist ein Gedanken- und Wertesystem, in dem das Individuum im Mittelpunkt der Betrachtung steht.(Wikipedia)
Natur | Eigenschaften | Mensch | Typ | Charakter | Anlage | Eigenschaf | Persönlichkeit | Typus | Beschaffenheit | Eigenart | Veranlagung | Temperament | Gemüt | Wesen | Naturell
H A U S H A LT E 17,3 Millionen Deutsche führen ihren Haushalt alleine. Seit 1991 stieg die Zahl der Einpersonenhaushalte um 46%. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2018)
IST ES IHNEN WICHTIG, SICH VON DER „GR AUEN M A SSE“ A BZUH EBEN? Rücklick ins Jahr 2008 – 20.165 Befragte ab 14 Jahren
10,2% Trifft zu
19,9% Trifft nicht zu
LEBENSSTILE IN DEUTSCHL A ND 2017 Das Zukunftsinstitut unterteilt die deutsche Gesellschaft in 18 Lebensstile: Digital Creative ..................4,2 Mio Neo-Hippie ........................12,1 Mio Self Balancer.......................8,5 Mio Vorwärtsmacher ................6,3 Mio Moderner Nomade ...........3,4 Mio Progressive Parent .............6,6 Mio Urban Matcha .................... 6,0 Mio Free Ager ...........................9,2 Mio Golden Mentor ..................9,7 Mio Proll Professional ..............6,8 Mio Party Hopper .....................3,7 Mio Mainstreamer ....................15,0 Mio Multi Performer ................9,3 Mio Neo-Biedermeier ............... 6,0 Mio Sinn Karrierist ...................6,3 Mio Gutbürger ..........................5,0 Mio Nervösbürger ....................8,3 Mio Forever Youngster .............5,5 Mio
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Eine genaue Aufschlüsselung finden Sie hier:
35,5% Trifft eher zu
34,4% Trifft eher nicht zu
„Wenn wir ständig im Netz sind, entgehen uns die Freuden des Alleinseins.“ Roger Spindler, Schule für Gestaltung Bern und Biel
AUSGABE 40 / AUGUST 2020
Gesponserter Beitrag
FINANZTIPP
Flexibles Arbeiten
Seit mehr als drei Monaten arbeitet ein Großteil zumindest teilweise von zu Hause aus. Hierfür fallen nicht nur Telefon- und Stromkosten an, oft musste das Arbeitszimmer auch erst einmal hergestellt oder eingerichtet werden. Al-
HOMEOFFICE IN CORONA ZEITEN COBURGER: Corona zwingt uns immer wieder ins Homeoffice. Kann jeder Betroffene die anteiligen Strom-, Telefon- und PC-Kosten in seiner Steuererklärung geltend machen? Thomas Bittorf: Nach der aktuellen Gesetzeslage sind die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer einschließlich der Ausstattung grundsätzlich nur in zwei Ausnahmefällen abziehbar: Zum einen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt oder wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Zumindest letzteres dürfte in der aktuellen Coronakrise der Fall sein, wenn der Arbeitgeber zum Schutz seiner Mitarbeiter vor Infektionen die bisherigen Räumlichkeiten temporär nicht mehr zur Verfügung stellt. In diesem Fall ist eine zeitanteilige Berücksichtigung der häuslichen Kosten bis zu einem Gesamtbetrag von 1250 Euro pro Jahr und pro Person möglich. Allerdings muss es sich tatsächlich um ein eigenständiges Arbeits-„Zimmer“ handeln, das fast ausschließlich beruflich genutzt wird. COBURGER: Das heißt, eine Arbeitsecke oder Gästezimmer mit Schreibtisch reichen nicht? Thomas Bittorf: Nach der Rechtsprechung ist die Definition eines häuslichen Arbeitszimmers ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten dient. Ein solcher Raum ist typischerweise mit Büromöbeln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelmäßig das zentrale Möbelstück ist. Entspricht ein Raum dem Typus des Arbeitszimmers, muss er überdies (nahezu) ausschließlich zur Erzielung von Einkünften genutzt werden. Bei einer relevanten privaten Mitbenutzung ist kein Abzug möglich, z.B. reicht ein Raumteiler zwischen Arbeits- und Wohnbereich nicht aus, ebenso wenig wie ein Flur oder ein reines Durchgangszimmer. Ein Gästezimmer muss zum Büro umgestaltet werden, das Gästebett muss jedenfalls raus. Diese strengen Voraussetzungen gelten trotz Corona nach wie vor. Wir müssen abwarten, ob der Gesetzgeber sie aufweicht. Falls diese Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht erfüllt sind, könnte der Arbeitnehmer immer noch versuchen, mit dem Arbeitgeber einen schriftlichen Mietvertrag über die für das Homeoffice genutzte Fläche abzuschließen.
lerdings sind die Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit eines häuslichen Arbeitszimmers in der Einkommensteuererklärung nicht zu unterschätzen. Eine Arbeitsecke stellt noch kein Arbeitszimmer dar. Welche Voraussetzungen ein häusliches Arbeitszimmer erfüllen muss und wie es Ihnen unter Umständen doch gelingt, die Kosten geltend zu machen, hat der COBURGER hat mit RA/ StB Thomas Bittorf von tb.legal besprochen.
COBURGER: Welche Kosten könnten denn geltend gemacht werden? Thomas Bittorf: Kosten für die Ausstattung wie z.B. PC, Schreibtisch, Lampen, Teppich, Gardinen und auch eine Renovierung sind vollständig abzugsfähig. Wenn der einzelne Gegenstand allerdings mehr als 800 Euro netto plus Mehrwertsteuer kostet, kann er nicht sofort in 2020 abgesetzt werden, sondern muss über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Bei PCs sind das z.B. 3 Jahre, bei Büromöbel sogar 13 Jahre, d.h. man sollte möglichst die Preishöchstgrenze von aktuell 928 Euro brutto beachten. Anteilig absetzbar sind alle laufenden Kosten für die Mietwohnung oder das Eigenheim, nach dem Verhältnis der Größe des Arbeitszimmers zur Gesamtwohnfläche. Bei Eigentum können statt der Miete auch die anteiligen Finanzierungskosten und die anteilige Abschreibung für das Arbeitszimmer mit geltend gemacht werden. COBURGER: Kann der Arbeitgeber auch die Kosten für Einrichtung etc. erstatten? Thomas Bittorf: Möglich ist das natürlich, allerdings liegt dann in Höhe der Erstattung oder des Zuschusses steuerpflichtiger Arbeitslohn. Steuerfrei erstatten kann der Arbeitgeber lediglich die monatlichen Telefonkosten von maximal 20 Euro. Steuerlich sinnvoll ist die leihweise Überlassung eines Handys und eines PC inklusive Drucker und Zubehör und Programmen durch den Arbeitgeber anstatt des Kaufs durch den Arbeitnehmer. Denn der Arbeitnehmer spart dadurch Geld, sowohl für die Anschaffung als auch monatlichen Gebühren. Er kann beides auch privat nutzen, ohne dass der Arbeitgeber für die private Nutzung Lohnsteuer oder Sozialversicherung abführen müsste. COBURGER: Haben Sie vielen Dank für das Gespräch!
COBURGER: Welche Empfehlungen geben Sie unseren Lesern? Thomas Bittorf: Man muss gegenüber dem Finanzamt die Voraussetzungen des Kostenabzugs für ein häusliches Arbeitszimmer sowohl dem Grunde als der Höhe nach konkret nachweisen, d.h. die Beweisvorsorge ist wichtig. Alle relevanten Belege, z.B. für die Ausstattung und die laufenden Kosten (Rechnungen für Büromöbel, Energiekosten, kommunale Abgaben, Kontoauszüge etc.) müssen aufbewahrt werden. Man sollte Fotos des Arbeitszimmers und der Ausstattung fertigen, wenn möglich auch zu verschiedenen Zeitpunkten. Hilfreich ist auch eine Bescheinigung des Arbeitgebers, dass aktuell kein anderer geeigneter Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
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Löwenstraße 27 96450 Coburg Telefon: 09561 79 42 400 Fax: 09561 79 42 402 E-Mail: info@tb.legal Internet: www.tb.legal
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KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.
MACHER Dieses Mal: Markus Rink, Gründer und Inhaber des Coburger Designbüros 8quadrat, vielfacher Preisträger von Designawards, u.a. des renommierten reddot awards.
Sind Sie ein Macher? Situationen rufen Entscheidungen hervor. Täglich automatisierte Prozesse sind aufgrund von Erfahrungen schnell zu erledigen. Andere Situationen stellen Herausforderungen dar. Hier stelle ich im Privaten und Beruflichen immer wieder fest, dass argumentiert wird, warum ein Problem so groß ist. Die Herausforderung liegt aber nicht in der Argumentation für das Problem, sondern in der analytischen Vorgehensweise, die Vergangenheit und die Gegenwart mit den Erkenntnissen zum Ist-Stand in eine Lösung zu wandeln. Warum gibt es Probleme? Wenn man sich zu intensiv fokussiert, aber in die falsche Richtung, zum Problem hin. Denken wir in eine andere Richtung, haben wir auf einmal völlige freie Gedanken. Ob ich ein Macher bin, naja das sollen andere entscheiden. Ich finde das Positive im Problem ist die Lösung.
Wie ging es los mit dem Machen? Ich denke das liegt in der Kindheit und in der Erziehung. In meinem Kindesalter hatte ich nicht viel Spielzeug. Fantasie ist der Spielraum und so fing ich an, diverse Spielzeugarten miteinander zu kombinieren, eine eigene Spielzeugwelt zu erbauen. Dann war natürlich in einer Handwerkerfamilie Tüfteln und Lösungen zu finden immer an der Tagesordnung. Ich denke, das ist der Grundstock für das kreative Schaffen, für das Machen. Was treibt Sie an? Irgendwann fiel mir ein Spruch ein, „Meine kreative Leidenschaft ist der Dirigent meiner Arbeit“. Naja, dachte ich mir, klingt plausibel. Letztendlich sind es sicherlich die Erfolge durch die Projekte, aber auch der Zuspruch der Beteiligten. Einen großen Teil bietet die Natur, diese gibt mir immer wieder die Möglichkeit, das Bestehende zu hinterfragen, das Getane zu werten und neue Pläne zu schmieden.
Warum sind Sie ein Macher? Ist die Region ein guter Standort für Macher? Ein enger Freund meinte mal, dass ich jedes Projekt mit einer Überzeugung angehe und es auch zu Ende bringe, egal auf welchem Level. Das hat mich erstmal zum Nachdenken angeregt. Dann in der Retrospektive erschien mir seine Wertung doch sehr aufschlussreich. Was macht das Machen aus? Ich denke Zufriedenheit. Nicht etwa, etwas geschafft zu haben, sondern eher eine Lösung gefunden zu haben. Eine Problematik, eine Situation, eine Fragestellung in all ihren Facetten durchleuchtet zu haben und zu einem akzeptablen Entschluss, einer finalen Entscheidung oder auch zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht zu haben. Egal ob im privaten oder beruflichen.
Coburg kam mir damals, als ich 2001 anfing zu studieren, sehr groß vor. Dann aber mit der Zeit merkte ich, dass es unglaublich kompakt ist und die Wege sehr kurz. Und das ist ein sehr gutes Argument für Coburg. Hohe Industriedichte und familiäre Verbindungen ließen meine Entscheidung schnell reifen, hier zu bleiben. Ob es ein guter Standort ist für Macher? Das entscheidet die Bereitschaft, das Potenzial für sein Vorhaben zu erkennen. Aktuell und bezüglich der Situation mit Covid19 kann ich nur erkennen, dass selbst hinter einem Geschäftsmann ein emotionaler Mensch steckt, der auf einmal über persönliches Empfinden spricht. Das spricht für die Region.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.
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Coburg, das Coburger Land und die angrenzenden Gebiete: Eine lebenswerte Region, mitten in Europa. Naturnah und doch urban, mit Sinn für Kultur, Platz für Freizeit, Raum für Bildung. Und vor allem ein idealer Ort zum Arbeiten. Das belegen viele erfolgreiche Unternehmen. Sie sind die Treiber der Region Coburg, tief verwurzelt in ihrer Heimat und weltoffen zugleich, verantwortungsbewusst, visionär.
Sie sind …
CoburgsBeste COBURGS BESTE ist des LABEL des COBURGER für die besten Unternehmen seit Ende 2018. COBURGS BESTE nennen sich heute schon viele Unternehmen der Region Nordwestoberfranken und Südthüringen. 46
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Advertorial
COBURGS BESTE
Der COBURGER wählt sie aus und stellt sie vor – Unternehmen, die sich durch die Kombination verschiedener Kriterien auszeichnen:
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Innovation Tradition Ausbildung Engagement
In Industrie, Handwerk, Handel oder Dienstleistung. Diese Unternehmen bekommen die Chance, sich im COBURGER als COBURGS BESTE zu präsentieren. In einem gemeinsamen Workshop erarbeitet der COBURGER den Wesenskern dieser Unternehmen heraus. Danach entwirft ein Team bestehend aus Redakteur, Designer und Marketingfachleuten eine ganz individuelle vierseitige Präsentation: Was treibt das Unternehmen, wo sieht es sich in Zukunft, welche Visionen tragen es.
Das waren bisher
CoburgsBeste seit Dezember 2018:
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Und auch in diesem COBURGER gibt es wieder neue COBURGS BESTE:
Mehr Informationen? Dann schreiben Sie uns. Kontakt: Melanie Krempel | mk@markatus.de und Anke Feuer | feuer@coburger-magazin.de
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CoburgsBeste
HOCHSCHULE COBURG
Mut verbindet. Mut gewinnt. Vielseitig, mutig, kreativ. Die Hochschule Coburg ist deutschlandweit bekannt als Designstandort. Viele Coburger kennen vor allem den Standort Campus Design am alten Hofbrauhaus. Innenarchitektur, Integriertes Produktdesign, Architektur und Bauingenieurwesen gehören zu den Schlagworten, wenn man von der Institution spricht. Ein aufmerksamer Blick zeigt jedoch, dass die Hochschule Coburg vor allem durch ihre Vielfalt an Disziplinen und eine hervorragende Vernetzung ihrer Teilbereiche besticht. Angekommen am Hauptstandort „oben auf dem Berg“ – am Campus Friedrich Streib – findet man ein Gelände vor, das über die Jahrzehnte sichtbar gewachsen ist. Gebäude unterschiedlichster Architektur lassen schon von außen den Fortschritt erahnen, den die Hochschule Coburg seit ihrer Gründung im Jahr 1971 gemacht hat. 20 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge verteilt auf insgesamt sechs Fakultäten sind entstanden … Angewandte Naturwissenschaften, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Automobiltechnik, Soziale Arbeit und Gesundheit sowie Wirtschaftswissenschaften. Durchschnittlich über 5.000 Studierende sind hier eingeschrieben und rund 500 davon machen pro Semester ihren Abschluss. Berufe finden die Absolventinnen und Absolventen in Großstädten in ganz Deutschland, häufig aber auch in der Region Coburg oder im restlichen Franken, wie es eine Umfrage jüngst zeigt. „Die Zahlen sprechen für das Konzept der starken Verknüpfung von Theorie und Praxis, das in Coburg schon immer hochgehalten wird“, so der Markenbeauftragte und Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Felix Weispfenning. Im Bachelorstudium ist ein Praxissemester Pflicht. Das öff net den Studierenden später Türen in die Berufswelt. Was viele aber gar nicht wissen: Die Hochschule Coburg ist über viele andere Wege eng mit Wirtschaft und Kultur in der Region vernetzt. Es wird gemeinsam mit Unternehmen – oft sogar fächerübergreifend – an Forschungsprojekten gearbeitet. Durch ein berufsbegleitendes Studium oder den Erwerb eines Zerti-
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fikats ermöglicht die Hochschule Weiterbildung von Personal. Und zahlreiche Studierende schreiben ihre Bachelor- oder Masterarbeit über ein Thema eines ansässigen Unternehmens. Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt es viele. „Von den Kooperationen profitieren alle wechselseitig. Unternehmen erhalten fundiertes Expertenwissen und Zugang zu neuesten Techniken und Forschungsmethoden, Dozierende und Studierende bekommen mehr Einblick in Praxisbeispiele und Anwendungsgebiete“, erklärt Verena Blume, die die Unternehmenskontakte managt. Dass die Verzahnung von Forschung und konkreter Anwendung einerseits und zwischen den einzelnen Fakultäten im Inneren der Bildungseinrichtung andererseits funktioniert, ist nicht selbstverständlich. „Die Hochschule Coburg hat in den vergangenen Jahren vor allem eines bewiesen …“, pointiert der Referent für Hochschulentwicklung Dr. des. Ercole Erculei: „Mut. Wir haben uns mit Mut vorwärts bewegt. Mut zu schrägen, quergedachten Formaten und ungewöhnlichen Verbindungen.“ Der im alten Schlachthof untergebrache Makerspace des CREAPOLIS-Projektes, in dem Start-Ups, Interessierte, Tüftler und alle Bürgerinnen und Bürger mit bereitgestelltem Werkzeug und frei verfügbarer Technik die Möglichkeit bekommen, kreativ und erfinderisch zu werden, ist nur ein Beispiel für so eine mutige Bewegung. Es gibt derer zahlreiche in Coburg. Und alle sind Türöff ner. „Wir haben viele Antworten und sind offen für Ideen“, so CREAPOLIS-Projektleiter Dr. Markus Neufeld, – „Man muss nur eintreten und fragen.“
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CoburgsBeste
COBURGS BESTE
MÖGLICHKEITEN MUTIGER VERBINDUNGEN. Für Unternehmen gibt es viele Möglichkeiten, selbst mutig zu sein und einen Schritt durch die offene Tür der Hochschule Coburg zu gehen. Ist der erste gemacht, eröff nen sich zahlreiche weitere Wege der Zusammenarbeit. Wie vielfältig und interaktiv eine Kooperation funktionieren kann, zeigt ein fi ktives Beispiel: Ein regionaler Mittelständler, der im Maschinenbau international tätig ist, kooperiert seit Jahren erfolgreich mit der Hochschule Coburg. Die Kooperationsformate werden mit verschiedenen Fakultäten und Hochschulprojekten umgesetzt und betreffen nahzu alle Unternehmensbereiche …
Virtual Reality
Duales Studium für Azubis
Das Unternehmen beteiligt sich an einem Forschungsprojekt mit dem mixedrealitylab der Fakultät Elektrotechnik und Informatik zur Nutzung von virtueller und erweiterter Realität (virtual / augmented reality) für die virtuelle Inbetriebnahme von Maschinen und deren Fernwartung. Das Unternehmen erwirbt durch die Beteiligung an dem Forschungsprojekt neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die für die Trainings- und Serviceabteilung relevant sind.
Das Unternehmen bietet jungen Menschen die Möglichkeit eines dualen Studiums an der Hochschule zum Bachelor of Engineering (B.Eng.). Weil die dual Studierenden nahtlos vom Studium in das Arbeitsleben übergehen, spart sich das Unternehmen eine längere Einarbeitungszeit, kostenintensive Traineeprogramme und die Kosten für das Anwerben von Absolvent*innen nach Abschluss des Studiums.
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Strömungs-Simulation
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Masterarbeit "KLR"
Zur Optimierung technischer Bauteile nutzt das Maschinenbau-Unternehmen den Strömungskanal und die dazugehörige Infrastruktur der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik.
Das Unternehmen beschäftigt eine Masterandin der Betriebswirtschaft, die ihre Masterarbeit im Bereich Kosten- und Leistungsrechnung schreibt. Außerdem bietet die Personalabteilung regelmäßig Praktika an und sucht Werkstudent*innen aus dem Studiengang Betriebswirtschaft für spannende Aufgaben in der Personalentwicklung.
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New Work Bei einer Veranstaltung der Innovations- und Vernetzungsplattform CREAPOLIS hat der Geschäftsführer einen Professor der Fakultät Design kennengelernt, der zu Kreativität und Innovation in Büros und Arbeitswelten forscht. Gemeinsam entsteht ein Studierendenprojekt zur Neugestaltung der Büroflächen des Unternehmens.
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Berufsbegleitend studieren Das Unternehmen möchte seine Mitarbeiter*innen weiterqualifizieren und ermöglicht ein berufsbegleitendes Studium. Ein Ingenieur aus der Entwicklungsabteilung des Mittelständlers studiert derzeit im zweiten Semester im Masterstudiengang ZukunftsDesign. Er speist Herausforderungen der alltäglichen Arbeit in die interdisziplinäre Studierendengruppe ein und überträgt gleichzeitig das Erlernte in sein berufliches Umfeld.
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HOCHSCHULE COBURG
Das neue MedienMe und IT-Zentrum
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Campus Friedrich Streib
Innovationsmanagement
Campus-Messe
Gemeinsam mit dem Institut für lebenslanges Lernen der Hochschule Coburg entwickelt das Maschinenbau-Unternehmen eine individuelle Weiterbildungsmaßnahme für dessen Mitarbeiter*innen im Bereich Innovationsmanagement.
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Das Unternehmen beteiligt sich seit Jahren an der Campus-Messe, der Karrieremesse der Hochschule Coburg, und nutzt diese für das Anwerben von Absolvent*innen.
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Betriebliches Gesundheitsmanagement
Makerthon Das mittelständische Unternehmen spielt mit dem Gedanken einen neuen Geschäftsbereich zu erschließen. Es veranstaltet zusammen mit CREAPOLIS einen Makerthon zur Ideengenerierung. Innerhalb von zwei Wochen erarbeiten Studierende in interdisziplinären Arbeitsgruppen Produktideen für das Unternehmen.
CREAPOLIS in der alten Schlachthofvilla
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Input von Unternehmen
Ihre Ansprechpartnerin
Die Personalleiterin des Unternehmens, die Alumna der Hochschule Coburg ist, hält einen Vortrag zur Führungskultur vor Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen der Vortragsreihe „Personalpraxis im Dialog“.
Autonome Systeme Industrie 4.0 – dieses Thema treibt das Unternehmen um. Wie können wir unsere Produktionsprozesse verändern und autonome Systeme stärker nutzen? Ein Student aus dem Maschinenbau macht im Rahmen seiner Masterarbeit dazu eine Machbarkeitsstudie. Anschließend erhält er von dem Unternehmen die Chance, in einer Festanstellung weiter an dem Thema zu arbeiten.
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Verena Blume berät Unternehmen und Institutionen, wie sie mit der Hochschule Coburg auf verschiedene Weisen gewinnbringend kooperieren können und vermittelt die Kontakte zu den entsprechenden Ansprechpartnern. Im Fokus der Kooperationen steht immer der gegenseitige Wissensaustausch auf Augenhöhe. Telefon: +49 (0)9561 317-8071 E-Mail: verena.blume@hs-coburg.de www.hs-coburg.de
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Das Maschinenbau-Unternehmen will sein Betriebliches Gesundheitsmanagement verbessern. Studierende der Integrativen Gesundheitsförderung analysieren das bestehende Angebot des Unternehmens und arbeiten Verbesserungsvorschläge heraus. Über die Implementierung der Verbesserungsvorschläge schreibt eine Studentin ihre Bachelorarbeit in Kooperation mit dem Unternehmen.
EXPTERTENTIPP
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Der Expertentipp mit Alexander J.N. Petrich, VON POLL IMMOBILIEN Coburg
gewachsen in den sozialen Medien und Online Ihre Immobilie ansprechend zu präsentieren und Preisverhandlungen zu führen? Wie verkauft man seine Immobilie zum bestmöglichen Preis? Expertentipps von Alexander J.N. Petrich im Gespräch mit dem COBURGER.
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VON POLL IMMOBILIEN
COBURGER: Was ist beim Verkauf einer Immobilie zu beachten? Alexander Petrich: Natürlich geht es vor allem um den richtigen Preis. Es ist wichtig, den richtigen Marktwert anhand der Eigenschaften und Merkmale einer Immobilie zu ermitteln. Gerechnet ist besser als geschätzt. Für den erfolgreichen Verkauf ist der Einstiegspreis entscheidend. Ist er zu hoch, geht es nach langer Verweildauer der Immobilie auf dem Markt letztlich nach hinten los. Ist der Preis zu niedrig, verschenkt der Eigentümer Geld. COBURGER: Der Preis ist das eine, aber wie wichtig ist eine professionelle Präsentation der Immobilie? Alexander Petrich: Sehr wichtig! Immobilienkauf ist ja auch eine Bauchentscheidung. Der zukünftige Käufer entscheidet im Erstkontakt, oft in den Onlinemedien, ob er die Immobilie besichtigen möchte. Überzeugende Fotoaufnahmen, aussagekräftige Grundrisse, die Erstellung eines Energieausweises, das Recherchieren in Bauakten und Grundbüchern sowie ein professionelles Exposé sind sehr aufwendig. COBURGER: Und was ist bei der Besichtigung zu beachten? Alexander Petrich: Zunächst macht es Sinn, ein Telefonat mit dem Interessenten zu führen und das tatsächliche Interesse zu prüfen. So vermeidet man typische Kaffeebesichtigungen. Für die Besichtigung selbst sollten dann circa 60 Minuten Zeit eingeplant werden. Es sollte strukturiert durch das Haus geführt werden, damit der Interessent auch viele Eindrücke und alle relevanten Informationen erhält. Gute Argumente für die Immobilie und Verhandlungssicherheit sollte man haben. Wenn es Kritik an der Immobilie seitens des Interessenten gibt, sollte man nicht emotional reagieren. Ist der Käufer dann gefunden, auf jeden Fall die schriftliche Finanzierungsbestätigung der Bank abwarten, bevor man zum Notar geht. Und für besondere Fälle ist ein guter Juriste an der Seite ratsam. COBURGER: Was ist der Vorteil, wenn man einen Immobilienmakler einsetzt? Alexander Petrich: Ein Immobilienmakler mit Ausbildung und Erfahrung spart Zeit und Energie. Er übernimmt alle Aktivitäten. Das beginnt bei einer qualifizierten Wertermittlung. Kunden werden im Vorfeld selektiert. Eine professionelle Präsentation und ein abgesprochener Marketingplan führen durch alle Phasen des Verkaufs bis zur Verhandlung. Selbstverständlich prüft er die finanzielle Situation des Käufers und begleitet bis zum Notar und oft noch im Nachgang bei Fragen, Anliegen oder Problemen. Wer sich den Privatverkauf selbst nicht zutraut, vergleicht vor Ort verschiedene Makler. Nicht scheinbare Lockangebote von Provisionsfreiheit, sondern tatsächliche Leistung, Ausbildung, Erfahrung und Referenzen sollten sehr genau unter die Lupe genommen werden. Letztlich geht es darum, eine Immobilie zum bestmöglichen Preis zu verkaufen und beide Parteien glücklich zu machen.
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REISEN
Kultouren D E R C O B U R G E R AU F R E I S E N
DRESDEN
VON WOLFRAM HEGEN FOTOS YVES ALLOINDE Reisen alleine, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen, und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.
DRESDEN
REISEN Das Jahr 2020 ist ein perfektes Jahr, um das eigene Land neu zu entdecken. Sollten Schlagbäume heruntergelassen werden, Flüge annulliert oder Quarantänen angeordnet, garantiert der „Heimaturlaub“ einen relativ sorglosen Aufenthalt samt problemloser „Heimkehr“. Vor allem aber staunt der reisefreudige und alle Ecken der Welt kennende Deutsche über die Vielfalt der Region um die Ecke. So fahren wir auch bei den Kultouren in dieser Ausgabe einfach ein wenig aus Oberfranken hinaus in Richtung Osten, lassen Plauen, Zwickau und Chemnitz und den dauerhaften Blick auf das Erzgebirge hinter uns und gelangen nach gut zweieinhalb Stunden in die zweitgrößte sächsische Stadt, nach Dresden, ins sogenannte „Elbflorenz“. Die Bezeichnung entstand vor gut zweihundert Jahren angesichts zahlreicher Gemeinsamkeiten wie der großen Liebe zur Kunst samt entsprechender Sammlungen, der barocken Architektur, der Silhouette und der ähnlichen Lage der beiden Städte zu beiden Seiten eines Flusses. Und auch in Sachen Sehenswürdigkeiten muss Dresden sich nicht hinter Florenz verstecken: Zwinger, Semperoper, das Blaue Wunder, die Brühlschen Terrassen und vieles mehr reichen locker für zwei Urlaube. Darüber hinaus sind wir auch gespannt auf die Natur gleich hinter Dresden, mit schmucken Örtchen an der Elbe und den skurrilen Steinformationen des Elbsandsteingebirges.
GESCHICHTLICH Die Frauenkirche ist natürlich ein „Muss“ für den erstmaligen Dresden-Besucher. Nicht nur wegen des Bauwerks an sich, seiner riesigen Kuppel, die weithin sichtbar das Stadtbild prägt. Sondern auch wegen der symbolischen Kraft, die von ihrem Wiederaufbau eingeht. 1945 war die Frauenkirche nach Bombenangriffen ausgebrannt und kurz danach in sich zusammengestürzt. 1994 begann der elf Jahre dauernde Wiederaufbau, finanziert vor allem aus Spendengeldern aus aller Welt. Heute ist die Frauenkirche damit ein Symbol für Frieden und Versöhnung. Aber auch der weitläufige Neumarkt um die Frauenkirche mit seinen vielen Geschäften und Restaurants erstrahlt wieder in neuem altem Glanz mit zahlreichen wiederauf- oder nachgebauten Bürgerhäusern. Einfach ein bisschen schlendern und das internationale und auch von vielen Touristen geprägte Leben dieser 500 000 – Einwohner – Stadt auf sich wirken lassen.
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DRESDEN
KÜNSTLICH Dresden ist eine der Kunstmetropolen des Landes. Da darf ein Abstecher in eines der vielen Museen natürlich nicht fehlen, auch wenn die allgegenwärtige Maske das Kunsterlebnis dieses dreistündigen Indoor-Aufenthalts etwas trübt. Ist aber halt so. Und das Gezeigte im 2010 nach umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wiedereröffneten Albertinum lässt den Betrachter ein ums andere Mal staunen: Da ist vor allem die Galerie Neue Meister mit zahlreichen Vertretern der deutschen Romantik, aus Im- und Expressionismus bis hin zur Moderne, die in ihren Bann zieht. Von Caspar David Friedrich bis zu Gerhard Richter fehlt kaum ein großer Name. Wer sich in Malereien verlieren kann, wird hier verlorengehen.
ABENTEUERLICH Man steigt ein in Auto, Bus oder Bahn (oder aufs Schiff ), und fährt keine Stunde von Dresden weiter in Richtung Osten. Dort steigt man aus in der fast märchenhaften Welt des Elbsandsteingebirges mit seinen steilaufragenden Felstürmen. Zahlreiche Wander- und Kletterwege sind hier ausgewiesen. Aber vorsichtig - auch kleine niedrige Mittelgebirge können es in sich haben oder werden unterschätzt: Immer wieder kommt es zu Todesfällen oder schweren Verletzungen bei Stürzen. Also vernünftig vorbereiten und informieren, richtig ausrüsten, eine geeignete Tour auswählen und dann steht dem Wander- oder/und Kletterspaß nichts im Wege. Wir entscheiden uns für einen Wanderweg mit ein paar wenigen machbaren Kraxelpassagen durch die „Heilige Stiege“ hinauf, die „Wilde Hölle“ hinunter, vorbei an steilen Felswänden mit vielen Kletterern, wieder hinauf auf den Frienstein und den kleinen und großen Winterberg, und dann über den berühmten Malerweg benannt nach zahlreichen Malern, die sich von der Natur hier inspirieren ließen, wieder zurück zum Ausgangsort. Puh. Fast 1000 Höhenmeter, 14 Kilometer Länge, gute fünf Stunden, das sächsische Schwarzbier schmeckt danach umso besser.
SCHNELL MAL IN DIE STADT?
GEMÜTLICH Ausgangs- und Zielort der Tour war das kleine Örtchen Schmilka direkt an der Grenze zu Tschechien. Eine Entdeckung mitten im Nationalpark, weil hier auf kleinstem Raum mit viel Engagement eine ganz besondere Idee umgesetzt wurde: Ein ganzes Dorf in Bio, viel Gemütlichkeit, Fachwerk, Biergärten, eine historische Mühle, traditionelles Handwerk und eine historische Fähre zum Übersetzen auf die andere Seite. Nicht umsonst hast sich Schmilka 2017 das Prädikat „das schönste Dorf Sachsens“ erarbeitet. An Wochenenden in der Hauptsaison wird es allerdings ganz schön voll: Jährlich besuchen 500 000 Touristen die gut 70 Einwohner zählende Gemeinde.
PARKPLATZ? – KEIN PROBLEM! OPEN-AIR-FEELING INKLUSIVE! Dann sind die Roller von Kymco eine coole und günstige Alternative zum Zweitwagen. Oder auch ein Quad – ideal vor allem für alle, die beruflich zum Beispiel als Hausmeisterservice oder für Garten und Wald eine flexible Lösung suchen. Beides gibt es jetzt bei BÄTZOLDT in Coburg. Die BÄTZOLDT oHG in der Neustadter Straße ist ab sofort der neue Kymco Händler in Coburg.
Nur vier von vielen Ideen für Ihre ganz persönliche Entdeckungsreise nach Dresden. Informationen gibt es ausführlich im Netz, in gedruckten Reiseführern bei Ihrem regionalen Buchhändler, oder fragen Sie uns. Viel Spaß beim Entdecken!
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FAMILIENBETRIEB IN DRITTER GENERATION
MOTORRAD REINHARDT IN DER NEUSTADTER STRASSE
Die Geschichte von Motorrad Reinhardt beginnt Anfang der 1970er Jahre mit einem glücklichen Zufall: Damals stand der Name „Reinhardt“ in Coburg für italienisches Lebensgefühl – und für Autos. In der Neustadter Straße hatte das Fiat-Autohaus Reinhardt sein Zuhause. Geführt vom Firmengründer und kürzlichen verstorbenen Opa der jetzigen Generation. Italien war hoch im Kurs, die Deutschen stellten sich ihr Urlaubsgefühl mit einem Fiat in die eigene Garage. Auch der Opa selbst war Italien-Fan, wollte das auch auf zwei Rädern ausleben und hielt nach einer Moto Guzzi Ausschau. Weil es damals aber in der ganzen Gegend keinen entsprechenden Händler gab, musste er sich von weither eine Maschine organisieren. Im Winter stellte er die Moto Guzzi im Autohaus ins Schaufenster, bis es eines Tages klopfte. Ein Interessent hatte Gefallen am italienischen Motorrad gefunden. So entstand die Idee, neben dem Autohaus auch ein Zweirad-Haus zu betreiben. 1972 war es soweit.
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Heute, fast fünfzig Jahre später, führt Enkel Luca Reinhardt das Geschäft in der dritten Generation, unterstützt von seinem Vater Frank Reinhardt, selbst lange Zeit Geschäftsführer. Auch Lucas Mutter Lucia hat sich zehn Jahre lang um das Motorradgeschäft gekümmert. Letztes Jahr, am 1. Januar 2019, trat Luca nach vielen Jahren in der Industrie die Nachfolge an – und machte aus dem Familienbetrieb Reinhardt ein reines Fachgeschäft für Motorräder. „Das ist einfach meine Leidenschaft, deswegen konzentrieren wir uns jetzt nur noch auf Motorräder.“ Vater Frank steht voll und ganz hinter dem Konzept, „er stand und steht immer mit Rat und Tat zur Seite.“ Gegenseitige Wertschätzung prägt das Verhältnis innerhalb des Familienbetriebs. Diese Philosophie lebt man auch mit den vielen treuen Kunden des Hauses. „Der persönliche Umgang mit unseren Kunden, ein Miteinander, intensive Beratung, das alles sind für uns entscheidende Werte.“ Reinhardts und ihre Kunden verbindet die Liebe zum Motorrad. „Motorradfahren ist eine Herzenssache, ein Gefühl, eine Leidenschaft.“ Und so bietet Motorrad Reinhardt auch ganz verschiedene Marken für ganz verschiedene Lebensphasen, für unterschiedliche Lebensstile: Angefangen hat man mit Suzuki, zuverlässigen Maschinen für den Alltag und Freizeit, seit 1996 weckt man den
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MOTORRAD REINHARDT
Italiener in den Kunden mit Zweirädern von Piaggio und den Marken Aprilia und Vespa, seit 2012 verkauft man mit Triumph „Motorräder für Gentlemen“, die seit kurzem in einem neuen Ausstellungsraum präsentiert werden, und seit Dezember ist man auch Händler für KTM mit Maschinen für sportliche Fahrer. 25 Vorführmaschinen der verschiedenen Marken hat man vor Ort. Die Ausstellungsfläche hat sich in den letzten eineinhalb Jahren verdoppelt. Ein Angebot, für das Reinhardt auf sein Personal bauen kann. „Alle sind den Schritt vom Auto- hin zum Motorradhaus mitgegangen, waren und sind voll dabei.“ Das ist auch Ausdruck der großen Bindung der Mitarbeiter: „Wir haben fast keine Fluktuation“. Und es kamen neue Mitarbeiter dazu: Vier Mitarbeiter hat man für Werkstatt und Verkauf eingestellt. Insgesamt arbeiten für Motorrad Reinhardt heute 12 Fachleute, davon sechs in der Werkstatt, „erfahrene Meister genauso wie junge Mitarbeiter.“ Das Konzept kommt an: „Wir haben viele Kunden aus der ganzen Region, viele Stammkunden, aber auch viele Neukunden, junge Leute, mehr und mehr auch Damen, die hier genau das richtige Motorrad für ihr Lebensgefühl finden.“
AUSGABE 40 / AUGUST
MOTORRAD REINHARDT GMBH Neustadter Straße 25 96450 Coburg Telefon 09561 – 63778 Fax 09561 – 60175 Email info@motorrad-reinhardt.de www.triumph-coburg.de www.ktm-coburg.de suzuki.motorrad-coburg.de
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VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT IN ZUSAMMENARBEIT MIT GABY SCHULLER
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FOTOS: VAL THOERMER
… COBURGER Kein Land der Welt wollte die 937 Passagiere der St. Louis im Frühsommer 1939 ins Land lassen. Ihnen eine Zuf lucht vor dem sicheren Tod in Deutschland gewähren, das Leben retten. 937 deutschen Juden, die dem NS Regime entkommen wollten, um in Kuba ein neues Leben zu beginnen. Ihr Schiff musste nach Europa umkehren. Ein Jahr zuvor hatte die St. Louis noch in New York anlegen dürfen. An Bord auch Horst Plessner aus der Mohrenstraße 9B in Coburg.
Die Irrfahrt des Schiffes ein Jahr nach der glücklichen Flucht von Horst Plessner sorgte mit seiner Dramatik letztes Jahr sogar für den Stoff eines Fernsehfilmes. Die jüdischen Flüchtlinge wähnten sich bereits in Sicherheit, als sie allesamt mit gültigen Papieren der US-Einwanderungsbehörden in Hamburg auf der St. Louis eincheckten. Mit dem Ziel Kuba vor Augen und der Aussicht auf ein sicheres Leben ohne Angst auf einem anderen Kontinent. Doch in der Karibik begann die Flucht zu scheitern. Das Schiff erhielt nirgends eine Anlegeerlaubnis. Der deutsche Kapitän bat sogar den amerikanischen Präsidenten Roosevelt persönlich um Hilfe. Doch auch der versagte dem Schiff auf Druck aus der eigenen Partei das Anlegen. Ebenso erging es dem Kapitän in Kanada, so dass die St. Louis im Juni 1939 wieder Richtung Europa umkehren musste. Man mag sich die Ängste und die nervenaufreibende Ungewissheit der Passagiere, die nach der Reichsprogromnacht in Deutschland den Entschluss zur Flucht aus der Heimat fassten, gar nicht vorstellen. Schließlich setzte die belgische Regierung der Irrfahrt ein Ende und ließ die Passagiere in einem Akt der Menschlichkeit in Antwerpen an Land. Leider nur das vorläufig glückliche Ende der Flucht, denn 254 der Geretteten erlebten das Kriegsende nicht mehr. Horst Plessner blieb dieses Schicksal erspart. Er erreichte mit dem Schiff den Hafen von New York. Die Eltern aber musste er in Coburg zurücklassen, nicht wissend, welches grausame Schicksal diese knapp zwei Jahre später ereilen würde. Das Leben in der Heimat wurde den Plessners, wie allen jüdischen Familien im Dritten Reich, immer unmöglicher gemacht. Geschäftsboykotte jüdischer Kaufleute waren an der Tagesordnung, ungerechtfertigte Verhaftungen und Misshandlungen, Einschränkungen im sozialen Leben der israelitischen Gemeinde bis hin zu Zwangsräumungen der Wohnungen. Die jüdischen Mitbürger mussten viel ertragen. Kurz bevor Horst Plessner von seinem Vater Alfred nach Hamburg gebracht wurde, um auf der St. Louis in Richtung neue Freiheit aufzubrechen, wurde der Familie die Wohnung in der Mohrenstraße 9B gekündigt. Schwer vorstellbar, dass die sonnendurchflutete Wohnung im 2. Stock mit dem herrlichen Erker Sitzplatz auf die Mohrenstraße hinunter damals im Mittelpunkt einer solchen Familientragödie stand. Als es Ariern und Nichtariern nicht mehr erlaubt war, in einem Haus zusammen zu leben. Die einst lebendige jüdische Gemeinde bestand nur noch aus wenigen Mitgliedern. Coburg galt im Jahr 1942 als „judenrein“. Und es kam noch schlimmer. Die letzten Mitbürger wurden ab November 1941 mit drei Transporten deportiert in den sicheren Tod. Darunter auch das Ehepaar Alfred und Marga Plessner. Ermordet in Riga am 27. November 1941. Für den Sohn Horst endete die Flucht aus Nazi-Deutschland glücklich. Er durfte in New York tatsächlich an Land gehen, denn er konnte eine Bürgschaftserklärung eines ausgewanderten Verwandten vorweisen. Wer diese nicht hatte, konnte selbst nach erfolgreicher Flucht mithilfe einer Atlantiküberquerung von der amerikanischen Einwanderungsbehörde noch ausgewiesen werden. Aus Dankbarkeit und aus Freude über die erlaubte Einwanderung in die neue Heimat änderte Horst Plessner daraufhin seinen Namen in Howard um. Er und sein Bruder Wolfgang, der die Atlantiküberquerung auf einem Öltanker geschafft hatte, haben das Grauen überlebt, ihre Eltern verloren und in den USA eigene Familien gegründet. Es gibt also Enkel und Urenkel von Alfred und Marga Plessner. In ihnen leben sie bis heute weiter. Die Coburger aus der Mohrenstraße 9b.
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Häuser, die mit Unterstützung der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. saniert worden sind. Der COBURGER stellt sie vor: 2020 in jeder Ausgabe des COBURGER eines in unserer Reihe „Hier wohnte“.
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Fairplay
auf dem Immobilienmarkt
Das Team von Engel & Vรถlkers in Coburg (von links nach rechts): Florian Diezmann, Michelle Crettaz, Niclas Erichreineke, Dieter Haimann, Nina Scherbel, Sonja Haimann und Jan Luca Erichreineke
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ENGEL & VÖLKERS
Alles neu macht der Mai. Da nämlich beschließt das Bundeskabinett: Wenn eine Immobilie verkauft wird, müssen sich Verkäufer und Käufer die Kosten für den vermittelnden Immobilienmakler zukünftig teilen. Das Gesetz tritt gegen Ende des Jahres in Kraft. Es erteilt dem bisherigen sogenannten Bestellerprinzip eine klare Absage. CDU/CSU und SPD sorgen so für mehr Fairness auf dem Immobilienmarkt. Was aber bedeutet das für den Immobilienkauf oder -verkauf? Darüber hat sich der COBURGER mit Sonja und Dieter Haimann von Engel & Völkers in Coburg unterhalten.
COBURGER: Wer musste bisher die Maklerprovision zahlen? Dieter Haimann: In den meisten Bundesländern wurde die Maklerprovision bereits vor der neuen Gesetzeslage geteilt. Allerdings existiert bis dato keine verbindliche Regelung darüber, zu welchen Anteilen sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie die Kosten für den Immobilienmakler teilen. COBURGER: Wer muss laut Gesetz künftig die Maklerprovision zahlen? Sonja Haimann: Das neue Gesetz sieht vor, dass sich Käufer und Verkäufer von Wohnungen und Einfamilienhäusern bundesweit einheitlich die Courtage hälftig teilen. Mit dieser Regelung sind beide Parteien somit gleichermaßen an den Kosten für die Vermittlung beteiligt. Eine Regelung nach dem Bestellerprinzip, nach dem immer die Partei zahlt, die den Immobilienmakler beauftragt hat, ist damit vom Tisch. Das neue Gesetz gilt übrigens ab dem 23. Dezember 2020. COBURGER: Was sind die Vorteile des neuen Gesetzes? Dieter Haimann: Die Gesetzesreform stärkt die Rolle des Immobilienberaters als neutralen und fairen Vermittler. Die Teilung der Maklercourtage spiegelt diese wechselseitige Verpflichtung wider und führt zu einer spürbaren Entlastung privater Immobilienkäufer. Die Neuentwicklung stellt eine bundesweit einheitliche und faire Regelung zur Teilung der Provision dar, um die Erwerbsnebenkosten zu senken und Immobilienkäufer zu entlasten. Durch die Regelung wird sich der Immobilienmarkt weiter professionalisieren. Engel & Völkers in Bayern hat generell mit Innen- und Außencourtage gearbeitet, Anbieter, die ihre Maklerdienste für Verkäufer bisher kostenlos anbieten, müssen sich am Markt neu positionieren. Nur seriöse Dienstleister, die gleichermaßen im Interesse von Käufer und Verkäufer agieren, werden sich behaupten können. COBURGER: Besteht nicht die Gefahr, dass Verkäufer Ihren Courtageanteil auf den Verkaufspreis aufschlagen? Sonja Haimann: In dieser Hinsicht können wir beruhigen: Als erfahrene Immobilienmakler wissen wir, dass sich dank Markttransparenz ein zu hoher Kaufpreis negativ auf die Vermarktung einer Immobilie auswirken kann, was beispielsweise in einer übermäßig langen Verweildauer auf dem Markt mündet. Je länger jedoch eine Immobilie auf dem Markt angeboten wird, desto mehr sinkt deren Wert in den Augen potenzieller Käufer. Bei Engel & Völkers zielen wir deshalb stets da-
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rauf ab, einen realistischen Kaufpreis zu erzielen, der für beide Parteien zufriedenstellend ist. Und übrigens gibt es sogar eine Ausnahmeregelung, bei der die Maklerprovision nicht geteilt wird: Wenn der Verkäufer für die Provision alleine aufkommen möchte, darf er das natürlich tun. COBURGER: Was sind die Vorteile eines professionellen Maklers? Dieter Haimann: Viele Eigentümer unterschätzen Aufwand und Risiken, die mit einem Verkauf der eigenen Immobilie einhergehen. So sind zum Beispiel zahlreiche Unterlagen wie Energieausweise, Bau-/Planungsunterlagen, Kataster oder das Grundbuch vorzulegen, um den Hausverkauf erfolgreich abzuwickeln. Eigentümer, die diese Dokumente bei der Kaufabwicklung nicht vorweisen können, riskieren einerseits den potenziellen Käufer zu verlieren und andererseits empfindlich hohe Bußgelder, z.B. bei fehlendem oder falschem Energieausweis. Die Zusammenarbeit mit einem Makler gibt hierbei Sicherheit: Zum einen bietet ein Immobilienmakler den Vorteil, einen vertrauensvollen Berater an der Seite zu haben, der alle Fragen rund um den Immobilienverkauf verständlich erklärt und die benötigten Dokumente besorgt. Zudem sollte auch die Einschätzung des Verkaufspreises einer Immobilie stets durch einen kompetenten Immobilienmakler erfolgen. Denn erst nach einer persönlichen Begehung der Immobilie und einem ausführlichen Beratungsgespräch basierend auf Erfahrung und fundierter Marktkenntnis kann der Wert einer Immobilie realistisch eingeschätzt werden.
E N G E L & V Ö L K E R S – E R FA H R U N G S E I T Ü B E R 4 0 J A H R E N Engel & Völkers steht für Tradition und hohe Dienstleistungsqualität in Sachen Immobilien. Seit über 40 Jahren ist das Unternehmen in der Vermittlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien tätig. Engel & Völkers ist mittlerweile an 790 Standorten in 33 Ländern auf vier Kontinenten mit 12.890 Mitarbeitern vertreten – damit ist Engel & Völkers ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen für private und institutionelle Kunden. Die Dienstleistungspalette umfasst die Beratung, die Vermietung, den Verkauf oder auch Bewertungen rund um Immobilien. Dieses Knowhow ist seit nun schon seit drei Jahren für die Region rund um Coburg verfügbar.
ENGEL & VÖLKERS Sonja und Dieter Haimann EV Oberfranken Immobilien e.K. Ketschengasse 41 | 96450 Coburg
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r e u e N k oo L
Fotos: Val Thoermer
JULIA GÖRING INTERCOIFFURE COBURG NACH UMBAU
Das Friseurstudio Julia Göring Intercoiffure Coburg präsentiert sich seit wenigen Wochen in völlig neuem Look: Das Team hatte schon im Januar begonnen, den eigenen Geschäftsräumen ein frisches Styling zu verpassen. Das Ergebnis: Zeitloses Design, modernste Technik und dazu „das beste Team“ Coburgs, freut sich Inhaberin Julia Göring. Das Friseurstudio in der Kasernenstraße Coburgs ist mehr denn je ein Blickfang: Neue Fenster zur Straßenseite hin, ein geradliniger urbaner Look an Formen und Materialien, eine neue Shampoo-Bar, modernste Waschsessel mit Massagefunktion, „der Porsche unter den Sesseln“, lacht Julia Göring, neue Böden, Lampen, Spiegel. Neben der Unterstützung durch heimische Handwerker entstand dabei auch vieles davon in Eigenregie gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Das war echt grandios, das hat uns allen soviel Spaß gemacht, es war so ein tolles Teamwork, so ein Zusammenhalt, ich bin wahnsinnig stolz.“ Dieser Zusammenhalt, diese Begeisterung hat das Friseurstudio auch durch die Corona-bedingte Krise getragen. „Seit Mai sind wir mit vollem Elan wieder für unsere Kunden da.“ Und das sogar länger als vorher. Das Team arbeitet im Schichtsystem, um allen Kundenanfragen unter Einhaltung der Hygienerichtlinien gerecht zu werden. „Wir haben unser Studio komplett umgebaut. Und wir schaffen es jetzt, in diesem schicken Umfeld trotz Maske und den Vorschriften eine schöne Atmosphäre zu zaubern. Unsere Kunden honorieren das mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit. Das freut uns natürlich riesig.“
Julia Göring Intercoiffure Coburg Kasernenstraße 15 Coburg Telefon: 09561 75677 Email: info@friseur-julia-goering.de www.friseur-julia-goering.de
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KULTURTIPPS
KULTUR
Wichtiger Hinweis r diese
Veranstaltungen, Konzerte, Theater, Ausstellungen, Lebensart und alles, was Freude macht.
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THEATER
LANDESTHEATER IM VORBEIGEHEN SIE SPAZIEREN – WIR SPIELEN
Komödie von Dario Fo / Ins Deutsche übertragen von Peter O. Chotjewitz
Bei einem Spaziergang durch den Hofgarten erleben die Besucher eine OpenAir-Veranstaltung vom Feinsten. An verschiedenen Stationen präsentieren sich Künstler aller drei Sparten aus dem Landestheater: Musiktheaterensemble, Tänzerinnen und Tänzer, das Orchester und Schauspielensemble geben Einblicke in die neue Spielsaison.
Ganz in der Tradition der italienischen Commedia dell‘arte werden die Figuren in eine Spirale von Ereignissen geworfen, die sich immer schneller dreht und immer absurdere Situationen hervorruft. In „Bezahlt wird nicht!“ mischen sich die Abgrenzung von Proletariat und Lumpenproletariat mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft und vermeintlichen Leichen.
Wann? 6.09.2020, 12.09.2020 und 13.09.2020, jeweils um 9 Uhr Wo? Hofgarten, Anmeldung an der Theaterkasse Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de
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BEZAHLT WIRD NICHT!
Wann? Premiere: 6.10.2020, 18 Uhr Weitere Termine: 11.10.2020, 18.00 Uhr, Freitag, 23.10.2020, 19.30 Uhr Wo? Landestheater Coburg, Großes Haus Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de
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KULTURTIPPS
LOVE OF AUTUMN – LIEDERABEND
1. SINFONIEKONZERT – BEETHOVEN TROTZ(T) CORONA
Das fünfstimmige Männer-Ensemble aus dem Opernchor des Landestheaters präsentiert die schönsten Melodien aus Filmmusik und Musical. Der kurzweilige Abend umfasst ein breites Spektrum an vielen bekannten Schlagern, zusammengefasst unter dem schönsten Thema der Welt: Liebe.
Mit Werken von Ludwig van Beethoven: Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21, Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Wann? 15.10.2020 Wo? Großes Haus, Landestheater Coburg Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de
Wann? 19.09.2020, 20 Uhr | 20.09.2020, um 11 Uhr und um 18 Uhr Wo? Großes Haus, Landestheater Coburg Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de
Wir sind weiter für Sie da! Zuverlässig, schnell, lösungsorientiert. Zu Ihrem und unserem Schutz bitten wir Sie zunächst um Vereinbarung von Telefonterminen. Auch per E-Mail erreichen Sie uns einfach und schnell. Und später bleiben Sie mit unserem prämierten WebakteService sowieso immer auf dem Laufenden, ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen. Bleiben Sie gesund! Ihre Fachanwälte der Anwaltskanzlei Hörnlein und Feyler.
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( 09561/80110
Wolfgang Hörnlein Dr. Wolfgang Hacker Julia Gremmelmaier Dr. Thomas Kunze (ADAC-Vertragsanwalt)
Maren Feyler Lutz Lindner Heidi Schüler Karoline Rink Eva Grabolus
Frank Sitte Dr. Eike Bittorf (RA i. R.) Jürgen Hopf Nadine Werner
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KULTURTIPPS
THEATER AM HEXENTURM
Happy-Kultur-Hour: Jeden Mittwoch von 18.00 – 19.15 Uhr (August bis September): Bei acht Auftritten geben 14 Künstler ihr Bestes. Infos: Hotline 09561-3517911 oder www.theater-am-hexenturm.de
KLEINKUNST-MITTWOCHS-MIX
STUNDEN-BÜHNEN-MIX AM HEXENTURM
Seelen-Klänge
Ganz in der Tradition der ausgefallenen Museumsnacht
Die lebenstiefen und lebensnahen Gedichte von Christiane Lehmann werden von der Schauspielerin Peggy Hoffmann vorgetragen und sind verwoben mit heiteren, musikalischen Live-Klavier-Klängen.
Immer zur vollen Stunde gibt es sieben Auftritte, die jeweils 30 Minuten andauern und mit Musikeinlagen, Schauspiel und einen Kurzfilm mit den Künstlern rund um das Theater am Hexenturm gespickt sind.
Wann? 19.08.2020 Wo? Theater am Hexenturm Weitere Informationen: www.theater-am-hexenturm.de
Wann? 5.09.2020, 16.00 Uhr bis 22.30 Uhr Wo? Theater am Hexenturm Weitere Informationen: www.theater-am-hexenturm.de
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KULTURTIPPS
COMEDY d– sportl an ss, macht spa f it & gesund
BEMBERS – MIT ABSTAND DAS BESTE – SOMMER SPEZIAL Das Beste aus fünf Jahren „Bembers Hardcore Comedy“: Das schwarze Schaf der deutschen Comedy-Szene präsentiert die Perlen aus seinen Soloprogrammen und diverse unveröffentlichte Geschichten. Bembers hat in der deutschen Comedyszene zu einem der ausgefallensten und ungewöhnlichsten Comedians Deutschlands entwickelt. Wann? 15.08.2020, 18 Uhr Wo? Kunstverein Coburg Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de
MÄC HÄRDER „WIR HABEN NICHT GEGOOGELT, WIR HABEN ÜBERLEGT!“ Wir hetzen durch das Leben, egal ob wir 20 oder 60 Jahre alt sind. Selbst 80-jährige hängen mittlerweile genervt am Smartphone rum. Wenn wir irgendetwas nicht wissen, schauen wir sofort im Computer oder im Handy nach. Immer liegt ein Zettel auf dem Küchenoder Schreibtisch mit Dingen, die zu erledigen sind. Das neue Programm „Wir haben nicht gegoogelt, wir haben überlegt!“ kann Spuren von Tiefsinn enthalten.
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Wann? 10.10.2020, 20.00 bis 22.30 Uhr Wo? kultur.werk.stadt, Neustadt Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de
COSAR NOSTRA – ORGANISIERTE COMEDY Die neue Show von Özcan Cosar bildet die Quadratur des Kreises, denn es ist sein viertes Programm mit dem Ziel die gesamte Menschheit zum Lachen zu bringen. In der Geschichte haben Wissenschaftler und Forscher, die bahnbrechenden Erfindungen und Entdeckungen gemacht haben, immer eine Gemeinsamkeit gehabt: Sie waren von Ihrer Idee besessen. Nur durch diesen Wahnsinn haben sie es geschafft ihren Träumen treu zu bleiben und ihre Visionen zu verwirklichen.
Wann? 14.09.2020, 20 Uhr Wo? Kongresshaus Rosengarten Weitere Informationen: www.kartenkiosk-bamberg.de
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KULTURTIPPS
MUSIKALISCHES
BEST OF MUSICALS
GALAKONZERTE DER SOMMEROPERETTE HELDRITT
Höhepunkt aus 20 Musicals Musicals begeistern schon seit Jahrzehnten die Menschen mit Melodien und leidenschaftlichen Geschichten. BEST OF MUSICALS heißt die neue Show und präsentiert die Höhepunkte aus über 20 der erfolgreichsten Musicals unserer Zeit.
Wo? Kongresshaus Rosengarten Wann? 17.09.2020, 19 Uhr Weitere Informationen: Coburg Marketing, Kongresshaus Rosengarten
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Am Wochenende von 14. – 16. August veranstaltet die Sommeroperette Heldritt unter dem Motto „GOLD und SILBER-eine Hommage an Franz Lehár zum 150. Geburtstag“ vier Konzerte auf der Waldbühne Heldritt. Anlässlich zu Franz Léhars 150. Geburtstag wurde das Programm mit bekannten Melodien von unter anderem von Strauss, Suppé, Millöcker, Heuberger sowie Franz Lehár, Leo Fall und Walter Kollo zusammengestellt. Wann? 14.08.2020, 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr | 15.08.2020 | 16.08.2020 Wo? Waldbühne Heldritt Weitere Informationen: www.sommeroperette.de
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KULTURTIPPS
MUSIKALISCHES Wichtiger Hinweis! Verschoben auf den 5. Juli 2021
„VIOLIN IMPRESSIONS“
NEU Ihre Gesundheit liegt uns sehr am Herzen. Wir haben nochmals unsere hohen Hygienestandards für Sie erweitert.
Die Schwestern Magdalena und Mariella Haubs können sowohl als Duo als auch solistisch auf unzählige internationale Erfolge zurückblicken. Mariella Haubs ist nicht nur in der Musikbranche, sondern auch im Modelbusiness erfolgreich. Von der Zeitschrift Glamour wurde sie unter die Top 10 College Women 2014 der USA gewählt. Zu den jüngsten Erfolgen der Pianistin Magdalena Haubs, seit 2010 Stipendiatin der „Deutschen Stiftung Musikleben“, zählt der 1. Preis beim Harald-Genzmer-Interpretationswettbewerb 2018. In Coburg sind beide Künstlerinnen unter anderem mit Ludwig van Beethovens „Kreutzer-sonate“ und der Violinsonate von Richard Strauss zu hören.. Wo? Foyer der HUK-Coburg Wann? 5.10.2020, 20 Uhr Weitere Infos: Verein-coburg.de
Mit der neuen Hochintensiv-Plasma Entkeimung geben wir Ihnen jetzt noch das sehr gute Gefühl sorgenfrei unser hocheffektives EMSTraining genießen zu können. Es bietet den bestmöglichsten Schutz vor Keimen, Viren und Krankheitserreger. Ein wichtiger Faktor in dieser Zeit. Natürlich pro�tieren hier auch alle Allergiker, die von Natur aus belastet sind. Wir sind stolz als Vorreiter hier in Coburg diesen besonderen Service für Sie anzubieten. Gerne laden wir Sie ein diesen besonderen Wohlfühlfaktor verbunden mit einem professionellen EMS-Personaltraining bei uns einmal zu testen. Kostenfreie Probetrainings unter coburg-heiligkreuz@bodystreet.de oder unter 09561/9734466. Lassen Sie uns gemeinsam Ihr Immunsystem stärken. Wir sind gerne für Sie da. Ihr Frank Sperschneider mit Team
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MUSIK ZUR MARKTZEIT
1. KAMMERKONZERT
Musik zum Zuhören, Nachdenken und Entspannen. Musikerinnen und Musiker aus ganz Süddeutschland laden ein, für eine halbe Stunde der Hektik des Alltags zu entfliehen und die Seele baumeln zu lassen.
Peter Maxwell Davies Piano Quartet – Ludwig van Beethoven Volksliedbearbeitungen schottischer, irischer und walisischer Lieder op. 108 und WoO 152 bis 156.
Wann? Jeweils Samstag um 11 Uhr Wo? Moritzkirche
Wo? Rathaussaal Wann? 27.09.2020 Weitere Infos: www.landestheater-coburg.de
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KULTURTIPPS
AUSSTELLUNGEN
VITTORIO ZECCHIN
GRAVUR – BACK ON TOUR.
100 JAHRE COBURG IN BAYERN
Glas für Cappellin und Venini
Eine Sonderausstellung des Glas Engraving Network
Eine Ausstellung des Staatsarchivs Coburg in Kooperation mit der Stadt Coburg
Die Hauptausstellung auf der Veste Coburg widmet sich dem Werk des Malers, Graphikers und Designers Vittorio Zecchin (1878 – 1947), der in den 1920er Jahren in Venedig für Cappellin und Venini Glasgefäße von bestechender Eleganz entworfen hat. Die Kunstsammlungen zeigen in Kooperation mit Le Stanze del Vetro knapp 90 Glasobjekte, denen historische Vergleichsstücke aus dem Bestand der Kunstsammlungen gegenübergestellt werden.
Das Europäische Museum für Modernes Glas stellt in einer Sonderausstellung aktuelle Arbeiten von über 40 in Europa tätigen Glasgraveurinnen und Glasgraveuren vor. Präsentiert wird die ganze Bandbreite an Kaltglastechniken, die einen völlig neuen, innovativen Umgang mit einem der ältesten Dekorationsverfahren offenbart. Das Ergebnis sind inspirierte, qualitativ und konzeptionell anspruchsvolle Gefäße, Objekte, Skulpturen und Installationen, die den neuen Aufschwung innerhalb der Glasgravur dokumentieren.
Wann? bis 8.11.2020 Wo? Veste Coburg Weitere Infosr: kunstsammlungen-coburg.de
Wann? bis November 2020 Wo? Europäisches Museum für Modernes Glas glasmuseum.kunstsammlungen-coburg.de
Im Sommer 1920 vereinigte sich der Freistaat Coburg mit dem Freistaat Bayern. Seit genau 100 Jahren ist Coburg ein Teil des Freistaats Bayern. Die Ausstellung möchte zeigen, welche Entwicklung das Coburger Land während der Zugehörigkeit zu Bayern genommen hat. Die ersten Stationen widmen sich der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt jedoch auf der Darstellung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Wann? bis 30.12.2020 Wo? Rückertstraße 3 E-Mail: alexander.wolz@staco.bayern.de
Kollegin oder Kollege für Rödental gesucht! Hörakustikergeselle oder -meister (m/w/d)
Coburg, Mohrenstr. 31, Tel. 0 95 61 / 98 49 Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 14.30 Uhr Rödental, Bürgerplatz 8, Tel. 0 95 63 / 26 26 Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 12.30 Uhr Bad Rodach, Markt 12, Tel. 0 95 64 /92 89 71 0 Di. − Do. 09.00 − 17.30 Uhr www.optikmueller.de/karriere
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KULTURTIPPS
BUCHEMPFEHLUNG MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN Packender Near-Future-Thriller, der beunruhigende Fragen aufwirft England in nicht ferner Zukunft. Viele Technologien, die wir heute schon kennen und teilweise auch schon nutzen, haben in den Alltag Einzug gehalten: Fahrzeuge fahren vollautonom, besitzen weder Lenkrad noch Pedalerie. Bezahlt wird nur noch bargeldlos, die Digitalisierung hat Einzug gehalten in alle Bereiche des Lebens. Das bringt viele Vorteile mit sich: Da die Autos vernetzt sind und miteinander kommunizieren, ist die Anzahl tödlicher Unfälle dramatisch gesunken. Staus gehören ebenso der Vergangenheit an wie die lästige innerstädtische Parkplatzsuche. Wenn die Passagiere aussteigen, schicken sie ihr Auto einfach zurück in die heimische Garage. Wollen sie weiter, rufen sie das Auto einfach wieder mit ihrem Smartphone. Die Menschen haben mehr Zeit, die Umwelt wird deutlich weniger belastet. Die Regierung treibt das Thema massiv voran mit dem Ziel, fahrergesteuerte Autos zeitnah zu verbieten. Doch die schöne neue Welt hat nicht nur Vorteile: Ganze Berufsgruppen werden nicht mehr benötigt, die meisten Arbeitsplätze in den Bereichen Schwerlastverkehr, Fahrschulen, Unfallinstandsetzung, Parkraumbewirtschaftung und Personenbeförderung sind weggefallen. Zudem kommt es trotz aller Technik immer wieder zu Unfällen (meist mit Fußgängern), die ethische, moralische und rechtliche Fragen aufwerfen. Klappenbroschur, 496 Seiten ISBN: 978-3-453-32072-7 14,99 Euro eBook ISBN: 978-3-641-25517-6 11,99 Euro Hörbuch Download (ungekürzte Lesung) ISBN: 978-3-8371-5212-8 25,95 Euro
Mit diesen Fragen befasst sich eine Regierungskommission, die monatlich tagt und über die Schuldfrage bei tödlichen Unfällen entscheidet. Diese Kommission ist jedoch interessengeleitet und nicht an objektiver Aufklärung interessiert. Gerade als die Kommission wieder zu einer ihrer monatlichen Sitzungen zusammenkommt, entführt ein Hacker acht Menschen, indem er die Systeme ihrer Fahrzeuge knackt und diese auf einen tödlichen Kollisionskurs schickt. Er nimmt Kontakt auf zur Kommission, und schnell wird klar, dass der Hacker nicht blufft – es geht um Leben und Tod und die Chancen der Entführten stehen wahrlich schlecht. Die Kommission rückt in den Mittelpunkt des Geschehens. Für die Regierung entwickelt sich der Vorfall zum Super-GAU. Der Täter hat nicht nur die von ihr stets als „absolut sicher“ bezeichneten Systeme der Autos gehackt, sondern entlarvt die Arbeit der Kommission als die Alibiveranstaltung, die sie ist. Zudem weiß er alles über die Kommissionsmitglieder und deckt die Schmutzereien des Finanzministers auf, der die Kommission leitet. All das geschieht öffentlich und live vor einem Millionenpublikum im Internet. Dazu zeigt sich die hässliche Fratze unkontrollierter sozialer Netzwerke in ihrer ganzen Verkommenheit: User stimmen auf Foren darüber ab, wer sterben und wer überleben soll, auf Musikportalen werden Hitlisten eingestellt mit „passenden“ Liedern für die Todesfahrt der Entführten … Dieser Thriller ist mehr als nur eine spannende Geschichte. John Marrs hat hier einen Plot geschaffen, der wichtige Fragestellungen behandelt, den Diskurs sucht und kontroverse Debatten anstößt. Dabei ist „Passengers“ fesselnd, überraschend und actionreich – ein klarer Lesetipp!
JOHN MARRS
Sie wissen alles über Dich. Alles!
… ist Schriftsteller und Journalist. Seit 25 Jahren interviewt er für verschiedene Magazine und Zeitschriften Prominente aus den Bereichen TV, Film und Musik. Mit seinem Roman „The One“ gelang ihm in England der Durchbruch, eine Verfilmung durch Netflix ist bereits in Vorbereitung. Der Autor lebt und arbeitet in London.
„Guten Morgen, Claire. Sie dürften bemerkt haben, dass sich Ihr Fahrzeug nicht mehr unter Ihrer Kontrolle befindet. Ab sofort bestimme ich, wohin Ihre Fahrt geht. Im Augenblick gibt es nur eines, das Sie wissen sollten: In zwei Stunden und dreißig Minuten sind Sie höchstwahrscheinlich tot.“ Als die hochschwangere Claire Arden diese Worte aus dem Lautsprecher ihres nagelneuen selbstfahrenden Autos vernimmt, hält sie es zunächst für einen schlechten Scherz. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sie tatsächlich in ihrem Wagen gefangen ist. Und sie ist nicht die Einzige – noch sieben weitere Passagiere sind in derselben Situation: Die Systeme ihrer Autos wurden geknackt, und nun befinden sie sich auf einem fatalen Kollisionskurs.
©Robert Gershinson
INHALTSANGABE
Doch damit nicht genug: Der Hacker streamt das ganze live im Internet, und die Zuschauer entscheiden über Leben und Tod der acht Passagiere …
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AUSGABE 40 / AUGUST 2020
IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM COBURGER – Das Magazin Ausgabe 40 / August 2020 Sechster Jahrgang Auflage 3750 Stück www.coburger-magazin.de Verlag: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Coburger Straße 7 96472 Rödental Telefon 0 95 61 / 973 45 00 www.markatus.de Herausgeber und Chefredakteur: Wolfram Hegen Telefon 01 71 / 690 52 84 hegen@coburger-magazin.de Gründungsherausgeber: Peter Einheuser Wolfram Hegen Redaktion / Autoren dieser Ausgabe: Wolfram Hegen Wolfram Porr Heidi Schulz-Scheidt Gabi Arnold Stephie Fröba Fotografen dieser Ausgabe: Sebastian Buff Val Thoermer Yves Alloinde Michael Selzer Titelbild: „Heimaturlaub“
IN EIGENER SACHE HIER WOHNTE ALS BUCH
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Es ist eine unserer beliebtesten Rubriken, seit jetzt schon 40 Ausgaben: Hier wohnte … Geschichten und Fotos von vielen sehenswerten Coburger Gebäuden. Aufgeschrieben von Heidi SchulzScheidt. Fotografiert von unseren Fotografen. Der COBURGER möchte die schönsten Geschichten und Bilder jetzt in einem Buch zusammenfassen. Sollen wir oder sollen wir nicht? Was meinen Sie? Hätten Sie Interesse an einem solchen Buch? Wäre es ein schönes Geschenk zu Weihnachten?
Sie bleiben treu an unserer Seite, in guten wie in schwierigen Zeiten: Unsere Premium-Kunden. Und wir helfen ihnen, ihre Themen, ihre Visionen, Ideen im COBURGER zu kommunizieren. Es ist ein Geben und Nehmen. Weil gerade in Krisenzeiten auch der Grundstein für den Erfolg der Zukunft gelegt werden kann. Wenn auch Sie die Vorteile als PREMIUM PARTNER genießen möchten: Infos und Kontakt unter www.coburger-magazin.de/premium-partner.
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Projektleitung Coburgs Beste: Melanie Krempel Layout / Illustrationen: Axel Straubinger Lisa Obermüller Grundlayout: Peter Einheuser Anzeigengestaltung: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Anzeigenvertrieb: Wolfram Hegen hegen@coburger-magazin.de Anke Feuer feuer@coburger-magazin.de Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2020 Druck: DCT GmbH www.dct.de
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Waren ja lange genug da. Die Redaktion gönnt sich eine Verschnaufpause vom 6. bis zum 23. August. Wohin? Wissen wir noch nicht. Ein paar Tage an einen See in Brandenburg auf jeden Fall. Dann mal schauen. Danach sind wir wieder da und freuen uns auf die Ausgaben 41 im Oktober 2020 und 42 im Dezember 2020.
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GALERIE
GALERIE M A T T H I A S
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Durch das Atmosphärische und das Einbringen der persönlichen Erfahrungswelt ist die Malerei von Matthias Kroth im weitesten Sinne erzählerisch. Sie orientiert sich aber kaum an der äußeren Realität, noch an einem bloß subjektiven Ausdruck, sondern gestaltet sich im Wesentlichen durch die Auseinandersetzung mit der bildnerischen Wirklichkeit. Dies führt zu einem hohen Grad an Abstraktion, nicht aber zur Abkehr von der menschlichen Figur. Die Andeutung von Landschaft, Innenräumen oder Dingen schafft Bezüge zu den Figuren, aber der Raum, in dem die Figuren auftauchen, bleibt doch in erster Linie das Bild. Der geborene Münchner lebt und arbeitet seit 2010 in Heldritt, seine Werke waren schon in vielen Museen und Galerien zu sehen, und er war und ist Dozent an zahlreichen Kunstakademien. www.matthias-kroth.de
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MATTHIAS KROTH
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MONACO FRANKE Für den COBURGER von Wolfram Porr
DER MONACO FRANKE auch eine Gegenpetition, die sich für den Erhalt des Stadtwappens ausspricht. Beide Parteien haben inzwischen jeweils mehr als 2.000 Unterschriften gesammelt. Der Streit um den „Coburger Mohr“ – Rassismus auf der einen oder Verehrung und Bewunderung für die Mauren auf der anderen Seite - ist in vollem Gange. Ausgang: offen. So wie die Diskussion läuft, fragt sich der Monaco schon, ob wir denn keine anderen Probleme haben. Andererseits: Wie immer die G’schicht ausgeht: Is doch gut, dass drüber g’redt wird, es auch mal ein politisch-gesellschaftliches Thema auf die Agenda schafft und dass Argumente ausgetauscht werden! Mit dem gleichen Herzblut würde in München bestenfalls diskutiert, ob’s a Oktoberfestplakat ohne Maßkrug und Brezn geben derf oder ob es die Freiheit der Bürger beeinträchtigt, wenn man im Biergarten mit Mund-Nasenschutz aufs stille Örtla gehen muss.
Eine wirklich positive Auswirkung dieser ganzen besch… Coronakrise ist, dass die Menschen mal wieder Zeit für andere, vielleicht wichtigere Dinge hatten. Viele konnten endlich mal mehr Stunden mit ihren Lieben verbringen („Schätzla, was machma’n heut‘?“). Lange haben sich so viele Menschen auch nicht mehr so liebevoll um ihren Garten gekümmert wie in den letzten Monaten. Und während sich die Einen um die Rosen, die Gemüsebeete („iech ernt fei jetz‘ mein‘ eichna Reddich, gelba Ru’m und Erpfel, gell!“) oder ihren Gartenteich hergemacht haben, entdeckten Andere den Wald und das Wandern für sich neu oder legten in Haus und Wohnung Hand an. Nicht nur einmal hat sich der Monaco bei Besuchen im Freundeskreis verwundert die Augen reiben müssen, weil ihn plötzlich eine mintgrüne Küche oder ein türkises Wohnzimmer anfunkelten. „Aamoll die Wänd‘ neu streichen woar ärschtens fällig und is zweitens gut für die Seel’n“, hat er sich dann belehren lassen und kurz – aber nur ganz kurz – überlegt, ob er seinem Schlafgemach nicht mal einen standesgemäßen fränkisch-frischen rot-weißen Anstrich verpassen sollte. Wer handwerklich nicht so begabt ist, konnte sich derweil auch mit anderen Dingen beschäftigen. Wochenlang waren zum Beispiel kaum mehr Fahrräder zu haben. Ausverkauft! Als ganz großes neues Lieblingshobby der Pandemie- und Langeweile-Geplagten hat sich aber längst das Puzzeln herauskristallisiert, und zwar ganz egal wie hässlich oder ausgelutscht die Motive auch sein mögen! Gebuzzelt hob iech des letzte Mal, als mir die Lieblingstass’n meiner Fraa runtergfall’n is! 100 Teile, brav z‘sammgsucht und widder schee verklebt! Oba an Anschiss hod’s trotzdem gee‘m! „Wohin mit der vielen Zeit“ - das haben sich vor ein paar Wochen dann wohl auch zwei Coburgerinnen gedacht. Die durch den gewaltsamen Tod von Georg Floyd in Minneapolis/USA aufgekommene Rassismusdebatte und die daraus resultierende „Black-Lives-Matter“-Bewegung – neben Corona das zweite ganz große Thema in diesem Jahr – hat Juliane Reuther und Alisha Archie dazu animiert, der Stadtspitze auf die Füße zu steigen und eine Petition zu starten. Die beiden Frauen stören sich an der stereotypen Darstellung des Heiligen Mauritius auf dem Stadtwappen, dem “Coburger Mohr“ mit seinen di-
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cken Lippen und dem überdimensionalen Ohrring. Denn: Nach allem, was man weiß, sah Mauritius wohl gar nicht so aus. Er sei nicht einmal schwarz gewesen. Sein Bildnis, so der Vorwurf, sei vielmehr das Ergebnis eines von Vorurteilen geprägten Weltbildes. OB Dominik Sauerteig forderten sie auf, sich von diesem, wie sie finden, rassistischen Überbleibsel der Kolonialzeit zu distanzieren. Die Antwort aus dem Rathaus ließ nicht lange auf sich warten: „Wenn ein farbiger Mensch der Schutzpatron einer Stadt ist, dann ist das ja eine Ehre und keine Diskriminierung“, ließ Hans-Herbert Hartan (CSU), Coburgs Zweiter Bürgermeister, verlauten und sieht sich in dem Punkt auch mit dem Kulturwissenschaftler Hubertus Habel einer Meinung, dem ehemaligen Stadtheimatpfleger. Das Ansinnen der Petitionsstellerinnen nannte er „sinnbefreit“. Ihm sei völlig schleierhaft, was man in das Wappen hineininterpretieren wolle. Ein Coburger würde eine solche Diskussion kaum führen. Da hat er seine Coburger aber mal falsch eingeschätzt. Denn seitdem wird mit allen Bandagen diskutiert und argumentiert, was das Zeug hält. Inzwischen gibt es
Wie Mauritius, der seit dem 4. Jahrhundert als Heiliger verehrt wird, überhaupt auf das Coburger Stadtwappen kam, ist interessant: Beim Transport der Reliquien von der Schweiz nach Magdeburg zwischen dem 10.- und 12. Jahrhundert wurden Mauritius‘ sterbliche Überreste in der heutigen Morizkirche zwischengelagert. Die Kirche erlangte so die Schutzherrschaft, und Mauritius wurde zum Heiligen der Coburger Bürgerschaft. Im 1354 tauchte der Kopf dann erstmals auf einer Münze in Coburg auf und wurde zum Symbol der bürgerlichen Gesellschaft. 1580 erschien der Kopf des Mauritius dann zum ersten Mal im Wappen der Stadt. Dabei ist es bis heute geblieben, sieht man mal von 1934 bis 1959 ab, als die Nazis Coburg kurzzeitig ein neues Stadtwappen verpassten. Braucht’s jetzt also wieder ein neues? Und was wäre dann darauf zu sehen? Also der Monaco wüsst‘ da scho was: Wie wär’s mit Prinz Albert und Queen Victoria mit HuK-Schutzschild und a boar Sambatrommeln vor’m Ketschentor und einem Begrüßungsschild mit Brose-Schriftzug?! Blöde Idee, ich geb’s zu! Aber des kummd davo, wenn man zu viel Zeit hat. Und weil Urlauben ja auch noch unsicher ist, bleib ich jetzt dahaam und buzzel das Schloss Neuschwanstein. Schätzla, schau wie iech schau!
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AUF EIN WORT
In jedem COBU RGER laden wir an dieser Stelle Coburger oder Nicht-Coburger ein, ihre Meinung zu sagen.
GEGEN DEN STROM … Von Gabi Arnold Die Gedanken schwirren umher, drehen Kreise, müssen sortiert werden … Sogenannte soziale Medien: Die Lauten brüllen die Leisen nieder. Bis diese sich ducken und verstummen. Wie bei der Diskussion um das Coburger Wappen. Nur ein Beispiel bei dem einige Wenige versuchen - mit Engelsgeduld - Sachlichkeit in eine emotional geführte Diskussion zu bringen. Einige Kommentare der Wappen-Verfechter erinnern mich dabei an die besserwisserischen „Alten“ aus meiner Jugend, die Sätze von sich gaben wie: „Das war schon immer so“, und die Jugend als dumm und „grün hinter den Ohren“ abtaten. Wenn aber Dinge nie hinterfragt und überdacht werden, ist das Stillstand. Ich meine, auch Traditionen sollten hin und wieder überprüft werden, ob sie noch in die Zeit passen. Ich finde es auch wichtig und richtig, dass eine Studentin eine Petition gegen das Donaulied losgetreten hat, weil Worte unsere Gedanken formen, meist unbemerkt. Mut gehört auch dazu, sich rechtem Gedankengut entgegenzustellen und sich klar zu positionieren. Springerstiefel, Bomberjacke und kahl geschorene Schädel waren gestern, die Neonazis heute sind auch mal die freundlichen und hilfsbereiten Nachbarn. Sie tarnen sich als Tier – und Naturschützer, machen sich auf dem Land breit, Wölfe im Schafspelz, mitten unter uns. Das äußere Erscheinungsbild der Rechtsextremen hat sich geändert, aber das Ziel ist das Gleiche: Es verfolgt eine zutiefst menschenverachtende und demokratiegefährdende Ideologie. Umso wichtiger ist es, Farbe zu bekennen und zu zeigen, dass rechtes Gedankengut nicht erwünscht ist und nicht ansatzweise akzeptiert wird. Ich ziehe meinen Hut vor jungen Menschen, die sich klar distanzieren, die für Demokratie und Menschenrechte eintreten, die gegen Rassismus auf die Straße gehen und die ihre Meinung sagen. Klar: Sich mit dem Strom treiben zu lassen wäre weniger anstrengend als dagegen anzuschwimmen. Und Wegducken leichter als Hingucken. Es gehört Mut dazu, die eigene Meinung ruhig und sachlich zu vertreten, nicht mit der Masse zu schwimmen und das trotz heftigem Gegenwind auch noch öffentlich zu bekunden, mehr denn je in Zeiten, in denen im Internet Menschen eben für ihren Standpunkt beleidigt, ausgelacht und verspottet werden. So, jetzt ist Sommer, Zeit die Gedanken zu ordnen, Zeit um zur Ruhe zu kommen. Abschalten. Das Leben hält sehr viel Schönes bereit, direkt vor der Haustüre und ohne sogenannte soziale Medien.
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Coburger | Das Magazin erscheint wieder am 8. Oktober 2020 Anzeigenschluss ist der 18. September 2020.
Zitate über Verschwörungen sind dieses Mal … das Letzte „Die Verschwörungstheorie ist bereits die ganze Verschwörung an sich.“ Martin Oppermann
„Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarrere und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Idee, nach der das schon passiert ist …“ Douglas Adams
„Die größte Partei ist immer eine Art Verschwörung gegen den Rest der Nation.“ Edward Frederick Lindley Wood, 1. Earl of Halifax
„Eine Verschwörung hat nie zur Freiheit geführt. Wo Wünsche und Kräfte der Mehrzahl eines Volkes für die Freiheit reif sind, da bedarf es keiner Verschwörung; wo dieses nicht ist, nützt sie nicht.“ Ludwig Börne
„Bei Verschwörungen ist zwar eine kleine Anzahl Mitwisser sehr geeignet, das Geheimnis zu wahren, aber zur Ausführung unzureichend.“ Niccolò Machiavelli
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Schon 12000 Kunden? Echt jetzt?
Echt!
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dacor.de COBURGER | DAS MAGAZIN
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