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Coburger - Das Magazin #39

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Nr. 39 | Juni 2020


„Corona hat uns alle gelehrt wie verletzlich wir letztlich sind. 2021 dürfen wir wieder Spaß produzieren – Hoffentlich!?“ Oli Schneider Agentur Streckenbach

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AUSGABE 39 / JUNI 2020


Kunst ohne Publikum Fotostrecke ab Seite 18

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INHALT

AUSGABE 39 | JUNI 2020

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EDITORIAL. Gaußsche Normalverteilung. STADTGESPRÄCHE. Tagebücher Vater und Tochter. Folge 2. HOFBERICHT. Maskenball. KULTURTIPPS. Langsam geht’s wieder los. BUCHEMPFEHLUNG. Die langen Abende. IN EIGENER SACHE. In eigener medialer Sache. MONACO FRANKE. Aufs Maul geschaut mit Maske. AUF EIN WORT. Schon wieder Neues aus Absurdistan. DAS LETZTE. Zitate über die Natur.

GABI ARNOLD OLIVER SCHNEIDER MAXIMILIAN HEEB WOLFRAM HEGEN

GABI ARNOLD

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WOLFRAM HEGEN SEBASTIAN BUFF

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WOLFRAM HEGEN HENNING ROSENBUSCH

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MELANIE KREMPEL, GABI ARNOLD VAL THOERMER

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CHRIS BÖGLE 90

COBURGER | DAS MAGAZIN

SONDERTHEMA NATUR – WIE LEBEN WIR MIT IHR? Gedanken zum Einstieg.

SCHNELLER HÖHER WEITER. 28 Interview mit Fritz Reheis. 30

HEIDI SCHULZ-SCHEIDT VAL THOERMER

VORSICHT FÄLSCHUNG. Über Fake-News und andere Betrüger.

KUNST OHNE GÄSTE. 18 Kultur in der Zwangspause.

GABI ARNOLD TOBIAS ZWIENER

WOLFRAM HEGEN YVES ALLOINDE

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DIE VERMESSUNG DER NATUR. Sensoren für die Umwelt.

MACHERIN. Melanie Feiler, Cafe Feiler.

DER AUFSTEIGER. Portrait Jan Gorr, Meistertrainer und Neu-Geschäft sführer.

COBURGS BESTE. Hörgeräte Geuter und Hein.

DER L AGO DI MOLVENO. 68 Die Kultouren. HIER WOHNTE … 76 … die Freude. GALERIE. 90 Aus Coburg für die Welt.

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Philip Versicherungen angeblich schon da?

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EDITORIAL

EDITORIAL WOLFRAM HEGEN Wenn unbedarfte Abende nicht möglich sind, launige Gespräche auf Haushalte beschränkt und zufällige Treffen maskiert ablaufen, geht der Kopf auf eine Reise nach innen: Gebogene Ellen sind die neuen Hände, gesichtslose Gesichter die neuen Gesichter, Grübeleien die neuen Gedanken. Distanz ist das neue Miteinander, Sicherheit die neue Freiheit, Vorsicht der neue Sinn. Das ist sie also, diese „neue Normalität“, denkt der Kopf so vor sich hin, die zu erklären mit der zu Schulzeiten gelernten „Gaußschen Normalverteilung“ einigermaßen gelingt, das erneute Eintreten einer Pandemie war halt irgendwann sehr wahrscheinlich und ist insofern schlichtweg „normal“, ebenso ihre gesellschaftlichen Folgen, kein Grund zur Aufregung, alles ganz „natürlich“, denkt er sich. Der Mensch lebt aber halt „unnatürlich“, findet beispielsweise Fritz Reheis, in der Region kein Unbekannter und darüber hinaus auch nicht, hat er doch mit seinem Buch über Entschleunigung schon vor vielen Jahren nachdenklich gemacht und ist insofern der ideale Gesprächspartner für ein Interview in unserem Sonderthema „Natur – wie leben wir mir ihr“? Weil aber nicht früher alles besser war und heute alles schlecht ist, finden sich im Sonderthema auch zwei Beispiele von einem nachhaltigen Zusammenwirken von Technik und Natur. Auch darüber hinaus stellt sich der COBURGER „natürlich“ der „neuen Normalität“. Das Leben geht weiter, wie für den Coburger Meistertrainer Jan Gorr, der den HSC 2000 Coburg zum zweiten Mal in die Handball-Bundesliga geführt hat, unser „Aufsteiger“ in diesem Magazin, oder wie für Melanie Feiler, die aus der Bäckerei Feiler aus Creidlitz einen angesehenen Gastronomiebetrieb gemacht hat und mit viel Ideen der aktuellen Krise trotzt, unsere „Macherin“. Wir zeigen in unserer Galerie Motive aus der Hand eines Coburger Kreativen, die weltweit bekannt sind, Chris Bögle nämlich zählt zahlreiche große Bands zu seinen Kunden. Wir geben in unserer Fotostrecke der Kultur viel Raum unter der Überschrift „Kunst ohne Zuschauer“ mit eindrucksvollen Fotos von Maximilian Heeb, zusammengestellt von Oliver Schneider, der als Veranstalter selbst unter der Krise leidet. Und natürlich haben wir auch in diesem 39. COBURGER in „Hier wohnte“ einen Blick hinter Coburger Hausmauern gewagt: Heidi Schulz-Scheidt und Fotograf Val Thoermer führen uns dieses Mal in die Untere Salvatorgasse 4. Die Kultouren haben sich nach dem Ende der Reisebeschränkungen auf den Weg nach Italien gemacht und den wunderbaren Lago di Molveno besucht, und den Hofbericht gibt es in dieser Ausgabe auch wieder: Dieses Mal von einem besonderen Maskenball im Kongresshaus Rosengarten. So, jetzt sind Sie dran. P.S. Der Monaco Franke hat übrigens festgestellt, zu lesen auf Seite 96, dass der Franke „durch sei budderweiche Ausschbroch‘ kaum Aerosole, also die Dröbfla, durch die sich des Dreggs-Coronavirus so verbreitet“ produziert. An uns liegt es also nicht. P.P.S. Die Stadtgespräche sind auch in dieser Ausgabe noch einmal „Stadtgedanken“, ganz private väterliche und töchterliche Tagebucheinträge in Zeiten von Corona.

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INHALT

26 NATUR – WIE LEBEN WIR MIT IHR? 38 JAN GORR Sonderthema

Der Aufsteiger

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VORSICHT FÄLSCHUNG Fake-News und andere Betrüger

68 DER LAGO DI MOLVENO Kultouren

62 DR. RADU & PARTNER Wie wir werden, was wir sind

„Ein großes Dankeschön von Bodystreet Coburg Heiligkreuz!“ Bodystreet Coburg Heiligkreuz

76 HIER WOHNTE … … die Freude

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Bahnhofstrasse 14 96450 Coburg Tel.: 09561 / 973 44 66 www.bodystreet.com

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STADTGESPRÄCH

STADTGESPRÄCH...

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STADTGESPRÄCH

Wolfram, Mittwoch, 15. April 2020 Corona dämpft die Stadt, kaum Motorenlärm, kein abendliches Frühjahrsgetöse, keine Gruppenmenschen. Das Brummen schweigt. „Jeder Tag ein Sonntag“ hat jemand auch mein Gefühl dieser Tage in passende Worte gepackt. Die Stille von außen schärft meine Sinne nach innen. Ich höre in mich hinein, höre eine bewegungslose auf ein lautloses Gegenüber fixierte Starre, die nach Erlösung strebt, nach Orientierung. Das tonlose Brüllen in sozialen Medien erschöpft mich. Ein Ventil unter Volldampf, ein großer Stammtisch, an dem sich Druck entlädt, laut, aggressiv. Der Mensch im Krisenmodus. Ich habe kein Ventil in diesen Tagen. Doch. Ich arbeite. Ich darf arbeiten. Es ist viel zu tun. Und es tut gut, immer häufiger auch wieder die Kollegen im Büro zu sehen, mit Abstand und Vorsicht, aber immerhin. Der Mensch ist ein animal sociale, habe ich irgendwann einmal gelernt.

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Emilia, Freitag, 17. April 2020 Langsam gewöhnt man sich an die viele freie Zeit, die man hat. Es wirkt irgendwie normal, den ganzen Tag zuhause zu sein. Für mich fühlt es sich nicht einmal an wie extrem lange Ferien oder als hätte ich gerade mein Abi in der Tasche – es ist irgendwie einfach normal, nicht in die Schule zu gehen. Natürlich vermisst man die Schulzeit in gewisser Weise, ich genieße aber die freie Zeit und die Möglichkeit, alle Aufgaben im eigenen Rhythmus bearbeiten zu können.

Wolfram, Montag, 4. Mai 2020 Geschäfte öffnen, das Leben kehrt zurück, langsam, gedämpft eben, ein anderes Leben, eine „neue Normalität“. Ich treffe mich mit Freunden. Wir diskutieren. Nein, wir streiten. Aber wir lachen auch viel, über Reptiloiden zum Beispiel. Das tut gut. Die letzten Wochen haben an den Nerven gezehrt. Die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen weicht bei manchen den Zweifeln an deren Verhältnismäßigkeit. In der Zeit der Stille haben alle argumentativ aufmunitioniert, im Netz blüht der Waffenhandel mit der Information, die große Nachfrage trifft auf ein wachsendes Angebot. Seriöse Händler tummeln sich neben Hochstaplern und Lügnern. Es lässt sich Geld verdienen. Macht ausüben. Ich werde sarkastisch gegenüber Menschen, die sich „lieber im Internet informieren“, weil „die Medien vom Staat kontrolliert werden“. „Ach“, sage ich dann, „der Staat kontrolliert die Medien, aber das Internet hat er vergessen? So was Dummes …“ Ich fühle mich angegriffen, weil ich zu „den Medien“ gehöre, rechtfertige mich. Ärgerlich.

Emilia, Montag, 4. Mai 2020 Man merkt, dass sich die Stimmung langsam lockert. Das kann man logischerweise auch als leichtsinnig empfinden, schließlich steigen die Erkrankungsfälle ja weiter. Mir ist es jedoch immer noch am liebsten einfach auf Nummer sicher zu gehen und zuhause zu bleiben; schließlich ist das nicht nur für einen selbst sinnvoller, man schützt gleichzeitig auch andere.

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Wolfram, Donnerstag, 14. Mai 2020 Masken ersticken Gespräche, alles ist dumpf, kein helles Lachen. Den ganzen Mai über ärgern mich Rückenschmerzen. „Das kommt halt mit dem Alter“, sagt die Ärztin zu mir. Danke. Ist es die Last der täglichen Gedanken? Ist es das fehlende regelmäßige Training? Ich bin einfach kein Wohnzimmersportler, der auf der Bodenmatte vor sich hinturnt. Und Coburg habe ich auch schon mehrfach abgelaufen. Gute Nachrichten dann von der Coburger Hütte bei Ehrwald in Tirol. Der Hüttenwirt bestätigt unseren Aufenthalt dort im Juni. Tradition seit vielen

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STADTGESPRÄCH

Jahren. Aber dieses Mal reagiere ich ausgesprochen emotional und dankbar auf diese Nachricht. Die Vorfreude auf die Berge lässt mich wieder in Bewegung kommen, Laufen, Radfahren und dann gegen Ende Mai auch wieder ein wenig Fitness. Komm, lach doch mal, zwinge ich mich einmal beim Einkaufen. Kann ja keiner sehen unter der Maske.

Emilia, Montag, 25. Mai 2020 Ich könnte im Prinzip jeden Tag dasselbe schreiben, es ändert sich ja grundlegend auch nicht besonders viel. Natürlich werden mal alte Beschränkungen aufgehoben oder neue festgelegt, für den Einzelnen bleibt aber vieles gleich. Klar gibt es wie immer Leute, die zu verantwortungslos sind, um einfach mal zuhause zu bleiben und die sich weiterhin in größeren Gruppen treffen. Aber sowas muss man auch nicht verstehen.

Wolfram, Dienstag, 26. Mai 2020 Lange schon habe ich mir keine Pressekonferenz von Markus Söder mehr im Livestream angeschaut, ich kann mir im Detail sowieso nicht alles merken. Ich mach das jetzt anders: Wenn ich einen Besuch plane oder einen Ausflug oder einen Termin, checke ich vorher, ob ich das darf. Ich ertappe mich dabei, dass ich das mögliche Verbot schon immer mitdenke. Als Nachbarn mich gefragt haben, ob wir zusammen grillen wollen, freue ich mich nicht gleich, sondern denke zuerst darüber nach, ob ich mich schuldig machen könnte. Vor wenigen Wochen undenkbar als freier Bürger in einem freien Land. Ich freue mich über meine Anpassungsfähigkeit an eine Ausnahmesituation, die meine Solidarität erfordert, und schäme mich gleichzeitig, wie obrigkeitshörig ich doch bin.

Emilia, Mittwoch, 3. Juni 2020 Bald beginnt die Schule wieder. Zwar im wöchentlichen Wechsel, aber immerhin. Ob ich mich darüber freue weiß ich noch nicht genau, ich denke aber schon. Wenn man so viele Jahre lang nahezu jeden Tag in die Schule geht, ist es schon seltsam, drei Monate Leerlauf zu haben. Mal sehen wie es wird, einzeln zu sitzen und immer eineinhalb Meter Abstand halten zu müssen. Darüber kann ich jetzt leider noch nichts sagen …

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STADT IM BILD

Höhenflug: Bald entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Coburg das GLOBE. Der hölzerne Rundbau ist schon jetzt weit mehr als eine Ersatzspielstätte für die Zeit der Sanierung des Landestheaters. Er ist ein Signal für den Aufbruch Coburgs in die Zukunft. Drohnenfoto: Tobias Zwiener

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HOFBERICHT

FOTOS: VAL THOERMER

HOFBERICHT Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn

Dr. Andreas Engel

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wir eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal von der zweiten Sitzung des neuformierten Stadtrates – coronabedingt im geräumigen Kongresshaus Rosengarten. Ein politischer Maskenball.

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig

Melanie Becker AUSGABE 39 / JUNI 2020


HOFBERICHT

Jessica Heß und Thomas Apfel

Alt-OB Norbert Tessmer

Jürgen Heeb

Alper Hasirci

Roland Eibl, Maximilian Forkel, Kurt Knoch, Barbara Kammerscheid, Dr. Birgit Weber, Hans-Herbert Hartan, Christina Vatke

Frank Völker, Can Aydin, Stefan Sauerteig

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4. Juli 2020

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t h c i s r Vo ! g n u h c s l ä F

VON GABI ARNOLD

VON FAKE-NEWS UND FAKE-PROFILEN

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VORSICHT FÄLSCHUNG

DIE CORONA-PANDEMIE GIBT ES NICHT. DAHINTER STECKT DIE PHARMAINDUSTRIE, BESSER GESAGT BILL GATES. DER MICROSOFTGRÜNDER UNTERSTÜTZT DIE ENTWICKLUNG EINES IMPFSTOFFES, WEIL ER UNS MIKROCHIPS IMPLANTIEREN WILL. DAMIT WILL GATES DIE VÖLLIGE KONTROLLE ÜBER UNS ERLANGEN.

FAKE? FAKE! FAKE. Sie glauben das nicht? Wir auch nicht! Dennoch verbreiten sich Meldungen wie diese rasant wie ein Lauffeuer im Netz. Fälschungen sogenannte Fakes begegnen uns in der digitalen Welt dauernd. Die User werden geradezu überflutet mit gezielten Falschinformationen, manipulierten Bildern, gefälschten Videos oder „medizinischen“ Tipps. Die Liste ist lang und reicht von Verschwörungstheorien bis zu hin zu vorbeugenden Maßnahmen, die angeblich gegen das Corona-Virus helfen. So sollen zum Beispiel Knoblauch und Zwiebeln den Sars-CoV-2 Erreger den Garaus machen. In den sozialen Netzwerken kursiert in diesen Tagen ein „Informationszettel eines Arztes“, der vor dem Tragen von Nasen-Mund-Masken warnt und erklärt, was aus „medizinischer Sicht“ beim Tragen passieren kann. Der Verein zur Aufklärung von Internetmissbrauch, kurz „Mimikama“ genannt, entlarvt das Papier als Fälschung. „Verwirrend ist bereits die Überschrift „COVID-19-LV“, da diese Abkürzung eigentlich nicht für die Erkrankung steht, sondern für die Österreichische Lockerungsverordnung bezüglich der Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19“, heißt es auf der Website. Auch ein Schreiben einer „Bundesstelle für Seuchenschutz“ geistert durch das Netz. Darin werden die Adressaten aufgefordert, sich eines Tests auf Covid-19 zu unterziehen. „Es handelt sich hierbei sich um eine besonders miese Art des Betrugs“, so „Mimikama“. Den Empfängern werde suggeriert, sie würden einer Risikogruppe angehören. Für das Test-Set sollen sie rund 110 Euro im Voraus überweisen. Betrug im Netz zielt häufig auf den Geldbeutel der Opfer ab: So schicken Cyberkriminelle in regelmäßigen Abständen Erpresser-E-Mails los, um Geld in Form von Bitcoins zu ergaunern. Die Masche ist perfide, da das Opfer mit angeblichem Videomaterial erpresst wird. Darin soll der Erpresste zu sehen sein, wie er beim Besuch von Pornoseiten sexuelle Handlungen an sich vornimmt. Die Gauner geben an, den Computer gehackt und mit der Webcam das Filmmaterial angefertigt zu haben. Bei Nichtzahlungen drohen die Erpresser die angeblichen Videos ins Netz zu stellen oder an die Familie beziehungsweise den Arbeitgeber zu senden. Wie man sich vor solchen Methoden schützt und richtig verhält, darüber klärt unter anderem die Verbraucherzentrale auf.

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VON FAKE-NEWS UND FAKE-PROFILEN Scamming-Betrug: Der Begriff leitet sich von dem englischen Wort „scam“ (Betrug) ab und bezeichnet eine Masche, mit der Cyber-Kriminelle Liebe vorgaukeln und am Ende viel Geld ergaunern. Es ist ein fieses Spiel mit Einsamkeit, Gefühlen und Wünschen von Singles. Online-Dating-Portale offenbaren eine Goldgrube für Scamming-Betrüger. Im vergangenen Jahr sorgte ein Fall eines Coburgers Unternehmers für Schlagzeilen, der auf das sogenannte Romance-Scamming hereingefallen war und über 700.000 Euro an eine Betrügerbande verloren hat. Die Masche geht so: Die Opfer werden mit gefälschten Profilen geködert, die abgebildeten Personen sind attraktiv, beruflich erfolgreich und meist US-Amerikaner. Sie arbeiten als Architekten, Anwälte, Piloten, Ärzte oder sind als US-Soldaten stationiert. Sie geben sich meist als verwitwet und alleinerziehend aus. Auf Fotos zeigen sie sich gerne auch mit einem Kind. Der Coburger Geschäftsmann fiel auf eine angebliche US-Soldatin herein, die die große Liebe vorspielte und eine gemeinsame Zukunft versprach. „Ich war auf der Suche nach einer Partnerin und fand das spannend und interessant“, so der Geschäftsmann. Nach dem ersten Kontakt bauen Betrüger zunächst Vertrauen auf: Ein Gute-Nacht-Gruß, eine Nachricht am Morgen, Komplimente zum Mittag, ein Telefonat am Nachmittag. Es folgen kitschige Liebesbekundungen und das Versprechen auf eine glückliche, gemeinsame Zukunft. Das Opfer fühlt sich geschmeichelt und gerät zunehmend in eine emotionale Abhängigkeit. Dass Skype-Anrufe ohne Bild stattfinden und reale Treffen zurzeit nicht möglich seien, dafür gibt es plausible Erklärungen und triftige Gründe. Nach monatelangen Chats und Telefonaten kommen die ersten Geldforderungen. Die können ganz unterschiedlich ausfallen, es wird von einem angeblichen

TIPPS UND INFORMATIONEN Echtes oder Fake-Profil? Speichern Sie das Profilbild mit einem Rechtsklick ab und laden Sie es anschließend in einer Bildsuchmaschine (zum Beispiel images.google.com) hoch. Das kann Ihnen anzeigen, wo das Bild noch zu sehen ist. Vielleicht finden sich hier bereits erste Hinweise auf eine Fälschung, zum Beispiel wenn ein und dasselbe Foto in verschiedenen Profilen verwendet wird. Gerade zur Corona-Krise durchforstet „Mimikama“ das Netz nach gezielten Falschinformationen nach dem Motto: „Zuerst denken, dann klicken“.

Unfall berichtet, von kranken Kindern und Krankenhauskosten. Da man momentan nicht an sein Geld komme, wird der Internet-Partner um Hilfe gebeten. Manchmal wird auch eine Geschichte von einer hohen Erbschaft aufgetischt, die man aber nur erhält, wenn man vorab Zahlungen leistet. Im Falle des Coburgers ging es um einen angeblichen Diamantenhandel, der abgewickelt werden sollte. Dabei gingen die Betrüger so geschickt vor, dass eine Anwaltskanzlei genannt und gefälschte Dokumente als Beweis vorgelegt wurden. Da eine gleichnamige Kanzlei tatsächlich existiert und die Dokumente echt aussahen, zahlte der Coburger. „Es hat sich ein Anwalt gemeldet, es gab Dokumente und Internetseiten, es war schlüssig“, so der Geschädigte. Vor dem Coburger Landesgericht wurde einem Kurierdienstfahrer der Prozess gemacht. Die eigentlichen Strippenzieher – es handelt sich laut der Kriminalpolizei um eine organisierte Bande - sind oft nicht zu fassen, da sie vermutlich von Afrika aus agieren. Eine andere Form des Missbrauchs sind geklaute Profile. Die Betrüger kopieren dabei einen Facebook-Account, versenden Freundschaftsanfragen und bitten um Handynummern. Mit den Handynummern werden Leistungen von Drittanbietern erworben, auf den Kosten bleibt der Geschädigte sitzen. Verbraucherzentralen und Polizei raten deshalb zum eigenen Schutz möglichst wenig öffentlich ins Netz zu stellen und vor allem die Freundesliste zu verbergen. Fazit: Ob Fakes-News oder Fake-Profile – ein gesundes Misstrauen schützt vor Betrug, besonders dann, wenn man im virtuellen Raum unterwegs ist. Ausführliche Hinweise zu den Themen gibt es auf den Seiten der „Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes“ unter www.polizei-beratung.de. Übrigens: Im Falle der „Bill Gates-News“ dürfte ein Fünkchen gesunder Menschenverstand ausreichen, um die Fälschung zu enttarnen.

„DIE GEZIELTE MANIPULATION“ Die ZDF-Zoom-Autoren Oliver Koytek und Maren Boje gehen in ihrem Film „Die gezielte Manipulation“ den Folgen von gezielten Falschmeldungen im Netz nach. „Mit Desinformation wird immer stärker um die öffentliche Meinung gekämpft, mit Fake News im Internet Stimmung gemacht. Längst gefährdet Meinungsmanipulation unsere Demokratie“, so die Autoren.

Die ARD-Tagesschau hat einen eigenen Faktenfinder, der umfassend über Information und Desinformation im Zusammenhang mit Corona berichtet: Von den Aussagen des US-Präsidenten Trump bis hin zu der Frage, ob man eigentlich noch an Frischetheken im Supermarkt einkaufen darf. Das Portal „So geht Medien“ des Bayerischen Rundfunks bietet weiteres umfangreiches Material und Tipps, wie man Lügen im Netz erkennt und hält auch Unterrichtsmaterial zum Thema „Fake News im Netz erkennen“ bereit. Unter anderem klärt der Ratgeber PC-Magazin über den Umgang mit Erpressung per E-Mail auf.

www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/ zdfzoom-die-gezielte-manipulation-100.html Video verfügbar bis 28.08.2020

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Gesponserter Beitrag Gespräch mit Frank Sitte von der Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Was es in der echten Welt gibt, gibt es auch in ihrem digitalen Abbild, dem Internet. Natürlich also auch alle Arten von Betrug. Und wie in der echten Welt sind krumme Geschäfte natürlich auch im Netz strafbar. Anders aber als im World Wide Web sind Betrüger

und

Betrügerinnen

oftmals

nicht so leicht greifbar, verstecken sich in unendlichen virtuellen Welten. Worauf man aufpassen sollte und welche Tricks angewendet werden, darüber hat sich der COBURGER mit Rechtsanwalt Frank Sitte von der Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein und Feyler in Coburg unterhalten.

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COBURGER: Was sind denn klassische Betrügereien im Netz?

COBURGER: Was kann man denn tun gegen Betrug im Netz?

Frank Sitte: Wie im echten Leben auch, dass jemand etwas bestellt und schon bezahlt hat, aber die Ware nie bekommt. Das können Einzelfälle sein, das kann aber auch sozusagen professionalisiert sein über Fake­-Shop-Plattformen, die aussehen wie ganz normale echte Onlineshops, die auch echte Bezahlsysteme wie PayPal hinterlegt haben, die es aber in Wirklichkeit gar nicht gibt, die keine Waren haben, nichts verkaufen, sondern einfach nur abzocken möchten.

Frank Sitte: Der erste Schutz ist der gesunde Menschenverstand. Außerdem sollte man immer mal den angeblichen Absender und die E-Mail-Adresse miteinander abgleichen. Bei seltsamen Domainendungen und bei einem unbekannten Absender sollte man immer vorsichtig sein. Natürlich gilt wie schon gesagt: Keine Bankdaten per Mail versenden, das wird auch nie von echten Banken angefragt. Bei Käufen im Internet am besten immer über PayPal, das ist relativ sicher, und vor dem Kauf Bewertungen über den Geschäftspartner abfragen, daraus können sich schon Hinweise auf die Seriosität ergeben.

COBURGER: Viel Schindluder wird im Netz ja auch mit falschen Identitäten getrieben, oder? Frank Sitte: Ja, das ist wirklich ein großes Problem. Betrüger benutzen falsche Identitäten, um sich in deren Namen Leistungen zu erschleichen oder Geld zu erschwindeln. Auch manch große Liebe aus dem Netz entpuppt sich oft als Gauner. Also auf jeden Fall niemals auf irgendwelche Aufforderungen per E-Mail reagieren, irgendwelche Bankdaten oder ähnlich sensible Informationen herausgeben. Manchmal gehen Betrüger besonders raffiniert vor, wenn sie Mailserver gehackt haben und dadurch kaum mehr erkennbar sind. Oder der aktuelle Fall aus Nordrhein-Westfalen, als Selbständige auf einer gefälschten vermeintlichen Seite eines Ministeriums Soforthilfe beantragt haben. Bis so etwas auffliegt, ist es oft schon zu spät, das Geld ist auf irgendeinem Konto irgendwo auf der Welt.

COBURGER: Was ist eigentlich mit Fake News oder mit falschen Behauptungen im Netz? Frank Sitte: Betrug ist ja definiert durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen um sich einen Vermögensvorteil zum Nachteil des anderen zu verschaffen. Fake News sind also kein Betrug. Strafrechtlich relevant können sie nur sein, wenn sie andere Tatbestände wie üble Nachrede oder Verleumdung erfüllen oder zur Störung des öffentlichen Friedens führen.

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Konzept und Text von Oli Schneider | Fotografie/Bildbearbeitung von Maximilian Heeb

Kunst ohne Publikum. Kultur in der Zwangspause.

HUK Coburg Open-Air-Sommer „Wir haben uns auf den besten, emotionalsten, intensivsten und vielfältigsten Open-Air Sommer überhaupt gefreut. Dann kam Corona …nichtsdestotrotz freuen wir uns auf 2021 …“ Wolfgang Heyder | Veranstaltungsservice Bamberg

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Schloßplatzfest Coburg „Ich vermisse meinen Beruf, der auch Berufung ist. Ich vermisse meine Arbeit, die Bühne, das Publikum, die Kolleginnen und Kollegen, diesen magischen Moment im Rampenlicht … und auch das Schloßplatzfest vermisse ich, diese zauberhaften Abende, mit den vielen tollen Kolleginnen und Kollegen das Coburger Publikum zu unterhalten. Ich freue mich zusammen mit allen, die dieses Fest gestalten, schon heute auf 2021!“ Marcus Geuß alias Marcelini mit Melanie Unger | Ballettschule Karen Spreitzer-Breyer und Agnes Mirska-Bihler | Bürglaß-Tanzstudio

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Waldbühne Heldritt „Ungewohnte Stille auf der Waldbühne in Heldritt! Aber hinter den Kulissen wird schon voller Vorfreude für die Saison im kommenden Jahr geplant und gearbeitet. Dann heißt es wieder „Vorhang auf!“ für beste Unterhaltung!“ Friedhelm Wölfert, Wolfhard Bär, Nicole Knottek-Brehm und Florian Hornung Heimatverein Heldritt e.V.

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Outside Rodeo „Bin mal gespannt, wann die Saison bei uns fortgesetzt werden kann – machen ja auch noch andere Sachen neben dem Rodeo. Wird sicher noch bissi dauern, aber wenn’s wieder geht und Sinn macht wird wieder mit vollem Herzbluteinsatz losgelegt!“ – Andi, Vereinsmitglied

„Momentan sind wir in der glücklichen Lage als Monsters of Rodeo kein Vereinsheim bespielen zu müssen. Andere haben es da ungemein schwerer.“ – Benni, Vereinsmitglied

Auf dem Bild zu sehen: Ali Thomann | Monsters of Rodeo e. V. Mike Russek | Monsters of Rodeo e. V. / Toxic Toast

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Sonderbar „Mir fehlt die Stimmung, die Bewegung, der Spaß und eben dieser prickelnde Moment des Abends. Hoffentlich geht‘s bald wieder los. Die ungewisse Stille ist nicht schön …“ Oliver Müller | Sonderbar

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Samba-Festival Coburg „Einen ICE wie die Organisation des Samba-Festivals in voller Fahrt zu stoppen ist sehr hart und tut richtig weh! Da sind viele Tränen geflossen. Die Künstlerische Leitung ist zurzeit sehr kreativ und plant so einiges für die Zukunft. Auf jeden Fall freuen wir uns schon wieder riesig darauf, im kommenden Jahr Künstler und Gäste im Juli in Coburg begrüßen zu dürfen – aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben! Danke an alle Freunde des Samba – obrigado a todos!“ Rolf „Bujus“ Beyersdorf

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Klassik Open-Air „Klassische Musik, Picknick, Lebenslust und ein lauer Abend! Lasst uns doch gemeinsam auf 2021 freuen. Jetzt wissen wir umso mehr, was wir an unserem Klassik-Open-Air haben.“ Horst Graf | Leiter des Eigenbetriebes COBURG MARKETING

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Leise am Markt „Hier kam Musik aus aller Welt, bis Corona sie stillgelegt hat. Wir alle vermissen die verschiedenen Farben des Jazz, unser tolles Publikum und hoffen, dass wir bald wieder loslegen dürfen ...“ Antoinetta Bafas | Leise am Markt

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NATUR Wie leben wir mit ihr?

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Diese Frage leitet sich aus der gebräuchlichsten Erklärung von Natur ab: „Natur ist das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde.“ Bäume, Steine, Tiere, Luft, Wasser, Erde und alles, was so kreucht und fleucht. Hier der Mensch, da die Natur. Natur war für den Menschen die längste Zeit seiner Geschichte Mysterium, allmächtiger Gott. Sie nährte den Menschen und zerstörte ihn zugleich. Hier der Mensch, da die Natur. Heute erschafft der Mensch Natur und zerstört sie zugleich. Wissenschaft hat Natur vom göttlichen Thron gestoßen und Platz für den Menschen gemacht. Hier der Mensch, da die Natur. Dabei weiß die Natur alle großen Weltreligionen auf ihrer Seite: Die Bewahrung der Schöpfung ist zentrales Motiv von Christen- und auch Judentum, auch wenn der alttestamentarische Auftrag, sich die Erde zu unterwerfen, gerne auch anders interpretiert wird. Der Islam spricht vom Gleichgewicht, das der Mensch nicht stören und Unheil anrichten solle. Im Hinduismus ist der Mensch ohnehin Teil der Welt, alles ist ein ewiger Kreislauf. Und auch Buddhisten trennen nicht zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, in der er lebt. Die menschliche Vernunft ist ohnehin auf Seiten der Natur. Und das schöne Leben auch: Keine Kultur ist möglich ohne Natur. Hier die Natur. Und der Mensch gehört dazu. Natürlich.

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SONDERTHEMA NATUR

SCHNELLER HÖHER WEITER Aber wohin? … so begrüßt Professor Dr. Fritz Reheis die Besucher seiner Homepage. Und er lädt ein: „Nehmen Sie sich Zeit für die Internetseiten von Fritz Reheis“. Reheis geht es um Entschleunigung und Nachhaltigkeit. Zahlreiche Bücher hat er zu diesen Themen publiziert. Der COBURGER hat sich mit dem promovierten Soziologen und habilitierten Erziehungswissenschaftler unterhalten.

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INTERVIEW

COBURGER: Herr Professor Reheis, verhindert unsere jetzige Wirtschaftsordnung nachhaltiges Leben? Professor Reheis: Ja, sehr. Wir haben fast ausschließlich eine Durchflusswirtschaft: schnell produzieren, schnell konsumieren, schnell wegwerfen. Nachhaltig wäre eine Kreislaufwirtschaft, die sich damit begnügt, von den Früchten der Natur zu leben, statt von der Substanz. COBURGER: Was muss sich ändern, um nachhaltig zu leben? Professor Reheis: Jedenfalls helfen Moralappelle kaum etwas, so lange die Menschen kaum Alternativen haben, die zudem bezahlbar sind. Solche Alternativen ergeben sich nicht aus dem freien Markt (wo er überhaupt existiert), denn Märkte sind nicht nur sozial, sondern auch ökologisch blind. Um nachhaltigkeitsorientiert zu leben, brauchen wir Preise, die die ökologische Wahrheit sagen. Was knapp ist, muss also teuer sein, aber sozial verträglich finanziert werden. Und wir brauchen eine Infrastruktur, die dafür sorgt, dass wir mit dem, was dauerhaft zur Verfügung steht, gut leben können. Die Energieversorgung muss zum Beispiel zu 100 Prozent autark sein, also Wind, Wasser, Bioenergie, Photovoltaik und Sonnenwärme. COBURGER: Wie nah sind Ihre Vorstellungen an der Realität? Oder sind die aufgestellten Thesen eher Utopie? Professor Reheis: Bisher sind meine Vorstellungen ziemlich weit von der Realität entfernt, siehe dazu meine erste Antwort. Es gibt also noch viel zu tun. Um die Richtung zur Nachhaltigkeit hin zu ändern, bräuchten wir allerdings einen Kompass. Den nenne ich Vision. Utopie heißt ja nur, dass es noch keinen Ort gibt, wo die Vision real geworden ist. COBURGER: Sie plädieren für einen neuen Umgang mit der Zeit, für mehr Entschleunigung. Sehen Sie in der aktuellen Corona-Krise eine Chance? Was können wir aus der Krise lernen? Werden wir Ihrer Meinung nach etwas daraus lernen? Professor Reheis: Die Corona-Krise ist in der Tat eine Zwangsbremsung, obwohl sie für nicht wenige Menschen doppelten Stress mit sich brachte. Ob wir daraus lernen, weiß ich noch nicht. Jedenfalls wird einiges deutlicher erkennbar, wie durch ein Kontrastmittel (Wolfgang Schmidbauer). Nicht zuletzt, wer in unserer Gesellschaft eigentlich systemrelevant ist – und wer nicht.

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COBURGER: Sie schreiben, Resonanz sei der Schlüssel zu einem neuen Verständnis? Wie ist das gemeint? Professor Reheis: Da müsste ich etwas ausholen. Das bisher geltende Fortschritts-Mantra lautet ja „Schneller, höher, weiter“. Wir sind uns aber mittlerweile immer unsicherer geworden, „wohin“ es dabei gehen soll. In vielen Bereichen ist „Entschleunigung“ angesagt, aber nicht überall. Energie- und Verkehrswende, Beseitigung der Armut, Abrüstung – das alles muss schneller vorangehen. Weder Schnelligkeit noch Langsamkeit sind Werte an sich. Wir müssen also nach angemessenen Geschwindigkeiten suchen. Und die finden wir, wenn wir uns genauer mit den Eigenzeiten der Natur, der Kultur und Gesellschaft und des einzelnen Menschen, mit seinem Körper, seiner Psyche und seinem Geist, befassen. Mit diesen Eigenzeiten müssen wir uns synchronisieren – und wenn uns dies gelingt, ereignet sich Resonanz. Von Resonanz ist der Mensch durch und durch abhängig, davon also, dass etwas zurückkommt, wenn er aktiv geworden ist. Dass die Natur ihn ernährt, wenn er sie pfleglich behandelt, dass Mitmenschen ihn verstehen und anerkennen, und dass er mit sich selbst im Reinen ist. COBURGER: Sie sind inspiriert von Karl Marx und dem Alten Testament. Auf den ersten Blick klingt das wie ein Widerspruch… Professor Reheis: Das ist kein Widerspruch: Marx hat den Kapitalismus in seinen Grundlagen treffend analysiert, indem er zeigt, was geschieht, wenn wir zulassen, dass das Geld die Welt regiert. Das Alte Testament – wie übrigens viele andere Dokumente der großen Religionen der Welt – warnt davor, das Geld als Götzen anzubeten. Dazwischen sind zwar mehr als 2000 Jahre, aber den Homo sapiens gibt schon mindestens hundertmal so lange. Er hätte heute mehr denn je allen Grund, sich endlich zu besinnen, ob er wirklich so weise ist. COBURGER: Eine letzte Frage, leben Sie entschleunigt? Wie sieht das aus? Professor Reheis: Ich meine schon, meine engsten Mitmenschen zweifeln eher daran. Aber das kann nicht der Maßstab dafür sein, ob meine Sicht der Dinge richtig ist oder nicht. Die Fragen stellte Gabi Arnold

Mehr Informationen unter: www.fritz-reheis.de

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Daten sammeln für die Zukunft des Waldes: Förster Wolfgang Weiß und Andreas Kücker, Digitalmanager bei süc//dacor installieren Sensoren für Temperatur und Bodenfeuchte

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SONDERTHEMA NATUR

DIE VERMESSUNG DER NATUR

Sensoren für die Umwelt

Sie sehen unspektakulär aus, haben es aber in sich: Kleine Geräte, mit einer ausgefeilten Signalübertragungstechnik versehen. Mit der sogenannten LoRaWan – Technologie werden mittels Sensoren Messwerte gesammelt, ausgewertet und Impulse gesendet. Die Sensoren erkennen und melden überflutete Keller, offene Türen, sie zählen Fahrzeuge, messen Temperatur und Bodenfeuchtigkeit und vieles mehr.

Die Städtischen Überlandwerke Coburg (SÜC) und die süc//dacor bauen zurzeit in einem Pilotversuch ein „LoRaWan-Netz“ in Coburg auf. Die Umweltsensoren sind unter anderem am Goldbergsee, Wolfgangsee, auf dem Parkhaus Post, dem Dach der süc//dacor oder auch im Tambacher Ruheforst installiert. Dort sammeln sie zunächst Daten über die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur und senden diese über den Glasfaseranschluss direkt an das Rechenzentrum der süc//dacor. „Lorawan ist ein Werkzeug, um Informationen zu sammeln, diese auszuwerten, um dann sinnvoll anzuwenden“, erklärt Andreas Kücker, Digitalmanager der süc// dacor. Zum Beispiel kann damit laut Kücker die Bodenfeuchte überprüft und bedarfsgerecht gegossen werden. „Das verhindert, dass Wasser verschwendet wird“, erklärt Kücker. In Absprache mit den Waldbesitzern sind Sensoren in Wüstenahorn, dem Callenberger Forst und auf dem Bausenberg seit kurzem installiert. „Der Wald, der im Zuge des Klimawandels extrem unter der Trockenheit leitet, könnte von der Technologie profitieren“, sagt Förster Wolfgang Weiß. Die wichtigsten natürlichen Einflussgrößen für unsere Wälder seien Temperatur und Niederschlag beziehungsweise Feuchtigkeit. Mit den LoRaWAN-Sensoren könnte man diese Daten direkt in den Wäldern ermitteln und mit den Daten von Freiland-Wetterstationen abgleichen, so Weiß. Diese ermittelten Daten wiederum könnten Förstern und Waldbauern zum Beispiel bei der Wahl der Bäume, bei der Verjüngung von Beständen oder bei Durchforstungen helfen. Auch die Wohnbau der Stadt Coburg hält die neue Technologie laut Annette Vogel von der Öffentlichkeitsarbeit für spannend. Momentan seien zwar noch keine „LoRaWan-Empfänger“ installiert, aber: „Wir schauen uns nach und nach alle Möglichkeiten an und prüfen, wo und mit welchem Nutzen die LoRaWan-Technologie bei uns eingesetzt werden kann“, sagt Vogel. Konkret denke man über die

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DIE VERMESSUNG DER NATUR

Einsatzmöglichkeit in den vier innerstädtischen Parkhäusern nach. „Wir sehen in der Verwendung dieser Messtechnik künftig Vorteile bei der Datensammlung und natürlich Wartungsvorteile, etwa bei der Überwachung des Raumklimas oder bei der Überprüfung der Auslastungsquote in den Parkhäusern“, so Vogel. Die Stadt Coburg steht bereits seit längerem mit den Projektverantwortlichen im regelmäßigen Austausch. „Digitalisierung stellt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Coburg Stadt und Land dar“, sagt Stefan Fey, stellvertretender Leiter des Amtes für Digitalisierung und Kommunikation. „Inwieweit die Stadt Coburg als Kooperationspartner bei der Erprobung bestimmter Anwendungsfelder zur Verfügung stehen kann, wird derzeit geprüft. Erste konkrete Ideen gibt es jedoch bereits“, so Fey. Im öffentlichen Bereich seien zahlreiche Anwendungsfelder denkbar, in denen Sensorik alltägliche Entscheidungs-Prozesse unterstützen könnte. Im Grünflächenamt denke man darüber nach, ob die Sensorik künftig bei der gezielten Bewässerung von Unterflurbaumquartieren in der Innenstadt, in der Rasentragschicht von Sportplätzen oder auch von Blumenbeeten helfen könne.

Ein Projekt von SÜC, süc//dacor, Zukunft.Coburg.Digital und weiteren Partnern

SMART CITY – SMART FACTORY – INTELLIGENTE VERNETZUNG Mit der LoRaWAN Technologie (Long Range Wide Area Network – ein Low-Power-Wireless-Netzprotokoll) können einfache Messwerte und Impulse von Sensoren übertragen werden. Diese Funktechnologie ist in anderen bundesdeutschen Städten und vor allem im europäischen Ausland bereits erfolgreich im Einsatz und hat den Vorteil, dass die Übertragung nur sehr wenig Energie benötigt. Daraus resultiert eine lange Batterielaufzeit der Sensoren, die bis zu zehn Jahre beträgt. Die einmal installierten, nur Zigarettenschachtel großen Sensoren übertragen also ohne Wartung jahrelang zuverlässig völlig autonom die Messdaten. Durch die niedrige Frequenz kann eine große Flächenabdeckung mit wenig Sendeantennen erreicht werden. Die Übertragung ist sehr energieeffizient und auf kurze Übertragungszeiten beschränkt, die Strahlenbelastung ist minimal und mit einem handelsüblichen WLAN-Gerät zuhause vergleichbar. Die Sensoren sind zu geringen Kosten erhältlich und messen zum Beispiel Temperatur, Feuchtigkeit, Kontakt, Bewegung, Helligkeit, Luftreinheit oder ähnliches. Es ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in vielen Bereichen des täglichen Lebens, im öffentlichen Raum und in der Industrie. Denkbar sind Parkraumüberwachung, Alarmierung bei Wassereintritt im Keller, Frequenzzählung von Fahrzeugen, Abfragen des Schließzustands von Türen/Fenstern, Messen des Füllstands von Mülltonnen, Ablesen von Verbrauchszählern… Der lokale Energieversorger SÜC in Zusammenarbeit mit süc//dacor baut derzeit ein LoRaNetz für Coburg auf, so dass diese Technologie in der Re­ gion zur Verfügung steht. Erste Pilotanwendungen wie Temperaturmessungen in der Region sind im Einsatz.

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SONDERTHEMA NATUR

Gesponserter Beitrag

GEDANKEN ZUM THEMA „NATUR“ von Max Beyersdorf von der Bauunternehmung Otto Hauch. BAUEN UND NACHHALTIGKEIT „Wir sind ja spezialisiert auf das Bauen im Bestand. Ich denke, im Bauwesen gibt es nichts Nachhaltigeres. Wir achten immer auf das bestehende Gefüge, haben immer Respekt vor der bestehenden Bausubstanz. In ihr stecken viele Gedanken der früheren Planer und viel Energie sowohl in den Materialien als auch in den Bauarbeiten an sich. Wenn ich das alles einfach abreiße, benötige ich dafür Energie, dann baue ich neu und brauche wieder Energie. Da hätte man also eine ganz schlechte Energiebilanz. Wenn man dagegen die alte Bausubstanz mit einer neuen Idee, einer neuen Nutzung, einem neuen Design in Einklang bringt, dann ist das nachhaltig, dann ist das naturnah. Das ist unser Anspruch, wann immer das möglich ist.“

BAUEN UND NATUR „Wenn wir bauen, befinden uns ja immer in der Natur. Wir greifen immer ein. Daher müssen wir beim Bau und bei der Sanierung immer einen Blick für die Natur haben. Ein Beispiel ist bei uns die Geologie, also der Zustand des Bodens. Da macht sich in den letzten Jahren die Trockenheit zunehmend bemerkbar. Der hier in der Region sehr häufige Coburger Keuper, also der typische Lehmboden, trocknet immer mehr aus. Dadurch verliert er an Tragfähigkeit. Die Folge sind Setzungsschäden an Gebäuden, die in den letzten Jahren immer mehr zunehmen. In Kooperation mit Geologen entscheiden wir dann, wie eine Sanierung erfolgen kann. Ziel muss es immer sein, die Bausubstand zu erhalten unter den natürlichen Gegebenheiten. Zum Teil bringen wir Stützen in den Boden ein bis hinunter in tragfähige Schichten. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.“

BAUEN UND ERFAHRUNG „Gerade beim Bau und vor allem bei der Sanierung von historischer Bausubstand geht es nicht nur darum, mit Hilfe eines Computerprogramms Maßnahmen zu planen, sondern darum, sich vor Ort, am Bau, an der Baustelle, einen Eindruck zu verschaffen, sich ein Bild zu machen, zu spüren, zu sehen, was geht und was nicht geht. Dazu brauchst Du einfach unheimlich viel Erfahrung. Wir können da auf viele Jahrzehnte Wissen aufbauen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.“

Die Bauunternehmung Otto Hauch: Ein Familienbetrieb in vierter Genera­ tion mit Bauprojekten in ganz Deutschland, spezialisiert auf die Sanierung von bestehenden Bauwerken und Gebäuden und die behutsame Modernisierung von historischer Bausubstanz. www.otto-hauch.com.

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ZAHLEN & FAKTEN

Anteil der Grünflächen deutscher Großstädte im Jahr 2016 Hamburg

71,4 %

Dortmund

70,7 %

Stuttgart

69,9 %

Dresden

69,4 %

Bremen

68,2 %

Essen

68,0 %

Hannover

65,2 %

Berlin

59,0 %

Köln

58,4 %

Frankfurt

58,2 %

Düsseldorf

56,7 %

München

49,9 %

Nürnberg

47,9 %

Leipzig

7 Weltwunder der Natur 1 Amazonas, Südamerika 2 Halong-Bucht, Vietnam 3 Iguazú-Wasserfälle, Argentinien und Brasilien

12.000 10.000

5 Komodo, Indonesien

6000

6 Tafelberg, Südafrika

4000

7 Puerto-Princesa-Subterranean-RiverNationalpark, Philippinen

2000

der Erde mit der Natur umgegangen wird, für äußerst problematisch.

Aber nur 39 % der Befragten sehen Probleme beim Umgang mit der Natur in ihrer Region.

34 % der Befragten messen dem weltweiten

Umweltschutz eine hohe Priorität zu.

Aber nur 26 % der Befragten geben das in Bezug auf die Natur in der Region an.

82 % der Befragten sind der Überzeugung, dass „wir

als Menschheit“ gemeinsam etwas für den Schutz der Natur auf der Welt erreichen können. Im lokalen Kontext sind es dagegen nur 67 %. Quelle: Bevölkerungsumfrage Bundesumweltministerium

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Wirbeltiere

14.000

8000

79 % der Befragten halten die Art und Weise, wie auf

Wirbellose Tiere

Anzahl der gefährdeten Tierarten auf der Roten Liste

4 Jejudo, Südkorea

Widersprüche Global – Regional

42,4 %

0

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Natur in 108 Wörtern Natur (lateinisch natura von nasci „entstehen, geboren werden“) bezeichnet in der Regel das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Die wichtigsten Bedeutungen des Naturbegriffs sind: das Sein im Ganzen, der Kosmos (Universum), ein Teil der Wirklichkeit, der mit einem nichtnatürlichen Bereich – z. B. dem Göttlichen, Geistigen, Kulturellen, Künstlichen oder Technischen – kontrastiert ist, eine Eigenschaft der Wirklichkeit bzw. eines Wirklichkeitsbereiches und das Wesen eines Gegenstandes. Man unterscheidet zwischen „belebter Natur“ („biotisch“, z. B. Pflanzen, Tiere) und „unbelebter Natur“ („abiotisch“, z. B. Steine, Flüssigkeiten, Gase). Die Begriffe „belebt“ beziehungsweise „unbelebt“ sind dabei eng mit den Begriffsklärungen von „Lebewesen“ und „Leben“ verbunden, und in den Kontext philosophischer oder weltanschaulicher Anschauungsweise eingebunden.

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Ökoflächenbestand in Bayern Oberbayern

17.210 Hektar

Niederbayern

8.046 Hektar

Mittelfranken

7.343 Hektar

Unterfranken

6.653 Hektar

Oberpfalz

6.545 Hektar

Oberfranken

5.993 Hektar

Einkauf – „Ohne Gentechnik“ „Wenn ich Milch, Eier oder Fleisch kaufe, bevorzuge ich Produkte mit einer »Ohne Gentechnik« Kennzeichnung.“ Umfrage im Juli 2019 von Civey (2500 Teilnehmer)

68,7 %

Stimme zu

10,8 % Neutral

20,5 % Stimme nicht zu

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KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

MACHERIN

Dieses Mal: Melanie Feiler, Geschäftsführerin des Café Feiler. Sie hat die traditionelle Bäckerei Feiler um einen Gastronomie- und Cateringzweig erweitert.

Sind Sie eine Macherin? Ich glaube schon, die Leute behaupten das zumindest … und ja, ich fühle mich schon so … manchmal … Manchmal? … Naja, eigentlich immer (lacht). Warum sind Sie eine Macherin? Ich gehe halt meinen Weg. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, will ich das auch umsetzen. Ich bin da schon ein echter Sturkopf. Bis jetzt hat auch immer alles funktioniert, und wenn nicht, optimiere ich es so lang, bis es funktioniert. Was macht das Machen aus? Du musst zum einen Ziele haben, Vorstellungen, Ideen, die Du unbedingt umsetzen willst. Du musst kreativ sein, Weitblick haben, und vor allem musst Du hinter Deiner Sache stehen, das ist das Wichtigste. Du musst das lieben, was du machst. Bei mir ist das so. Ich fahre immer mit Vollgas, ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit, und das auch nach 12 Jahren noch. So lange gibt es ja das Café jetzt schon. Und insgesamt bin ich jetzt schon 23 Jahre dabei in der Bäckerei. Wie ging es los mit dem Machen? Als Kind war oft bei meinen Großeltern in ihrem Steinmetzbetrieb. Wenn ich dort mit meinem Opa Waschbetonplatten gemacht habe, war das war für mich ein Wahnsinnsding. Mit den eigenen Händen etwas herzustellen, das hat mich fasziniert. Dann wollte ich zuerst Pferdewirtin werden, habe aber dann Zahntechnikerin gelernt und den Beruf wirklich geliebt. Wenn Du die Kunden gesehen

hast, wie glücklich sie nach einer Behandlung waren, dann hat auch mich das glücklich gemacht. Das ist übrigens auch heute noch ein ganz wichtiger Antrieb in der Gastronomie: Kunden glücklich machen. Ein eigenes Café habe ich mir nämlich schon damals gewünscht. Und dann habe ich ja meinen heutigen Mann kennengelernt, bin mit in die Firma eingestiegen und habe mir den Wunsch erfüllt. Erst mit dem Café in Cortendorf, dann am Theaterplatz mitten in der Stadt. Wir haben uns in der Zeit von einer Bäckerei zu einer traditionellen Bäckerei/ Konditorei mit Gastronomie & Cateringunternehmen hin entwickelt. Was treibt Sie an? Ich liebe das, etwas Neues zu machen, neue Aufgaben zu lösen, kreativ zu sein. Meine Gäste sind da ein großer Antrieb. Sie sollen glücklich sein, ein paar schöne Momente bei uns haben, sollen das genießen, was wir ihnen liefern. Daher achten wir sehr auf die Qualität der Produkte, alles ist frisch, möglichst alles aus der Region, alles selbst zubereitet. Wir sind ein regionaler Handwerksbetrieb im besten Sinne. Ist die Region ein guter Standort für Macher? Ja. Absolut. Coburg hat eine tolle Atmosphäre, ist eine wunderbare Stadt zum Leben. Viele frühere Coburgerinnen und Coburger kommen ja nach ein paar Jahren wieder zurück in ihre Heimat, das spricht für sich. Dieses Jahr ist zwar schwieriger, aber man muss nach vorne schauen. Wir hatten ja das Glück, dass wir nie ganz schließen mussten, das hat uns schon geholfen. Außerdem waren wir kreativ, haben uns neue Produkte überlegt, sind ins To-GoGeschäft eingestiegen, das ist auch sehr gut angenommen worden. Also durch die Krise kommen wir gut durch. Wir haben die Situation angenommen und das Beste draus gemacht.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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IM PORTRÄT Von Wolfram Hegen

Seit 2013 trainierte er den HSC 2000 Coburg und führte den Verein in diesem Frühjahr zum zweiten Mal in die erste Handball-Bundesliga. Dann aber wird er nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Jetzt nämlich ist er der neue Geschäftsführer des HSC 2000 Coburg. Seine Ambitionen gehen dabei über das Sportliche weit hinaus.

Der Aufsteiger. Jan Gorr im Porträt

Wir treffen uns in der HSC-Geschäftsstelle in der Seifartshofstraße in Coburg, Jan Gorr trägt eine dunkle Sporthose, eine HSC-Jacke, legeres Traineroutfit statt Businesslook, „sie erwischen mich in einer Übergangszeit“, sagt er entschuldigend, dabei ist das doch nur allzu verständlich, nach sieben Jahren am Spielfeldrand in Coburg und kurz nach dem letzten Training mit seinen Spielern, „das war schon sehr emotional“, er nimmt die Hände hinter den Kopf, lehnt sich ein wenig zurück und macht eine kurze Pause, „das Training habe ich immer genossen, das wird mir fehlen“, an den Wänden im Besprechungsraum hängen zwei Spielerplakate vom jubelnden Dominic Kelm, vom eskalierenden Florian Billek, „zwei Identifikationsfiguren des Coburger Handballs“, die Gorr selber über viele Jahre begleitet hat, es gibt Kaffee, „ich trinke mindestens vier, manchmal sechs oder sieben Tassen am Tag“, sonst habe er keine anderen Süchte, „vielleicht mal ein Bierchen, wenn man gemütlich zusammensitzt“, seine ganze Hingabe gilt eben seinem Beruf, dem Handball. Wie sollte es auch anders kommen, sein Vater war Vorsitzender des TV Hüttenberg, ein großer Name des deutschen Handballs, seine Mutter schickt ihn früh zum Mini-Handballtraining, Jans Widerstand („will aber nicht“) wird von der Mutter („doch“) schnell gebrochen. „Also bin ich zähneknirschend hin … und habe nie mehr damit aufgehört.“ Es ist wohl das, was man eine behütete Kindheit nennt im kleinen Hüttenberg im mittelhessischen Land-DillKreis im elterlichen Haus mit eigenem Garten, mit einem zwei Jahre jüngeren Bruder, mit dem er sich gut versteht, und mit einem Dorfverein auf Erstliganiveau, der alle Hüttenberger stolz macht, den er später als Trainer betreut, den er in die Bundesliga zurückführt, „ich bin schon dankbar für diese Zeit.“

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Foto: Henning Rosenbusch


JAN GORR

„Das letzte Training mit meinen Spielern war schon sehr emotional“

Nach sieben Jahren an der Seitenlinie aber kehrt Jan Gorr seiner Heimat beruflich den Rücken: Der Vf L Gummersbach macht ihm ein Angebot, er sagt zu, „das war eine richtig schwere Entscheidung damals.“ Gorr aber, der sich mittlerweile einen Namen gemacht hatte in der Branche, der kein Anfänger mehr war, zahlt zum ersten Mal in seinem Leben Lehrgeld. Der Vf L Gummersbach überlegt es sich anders, hält seine vertragliche Zusage nicht ein, Jan Gorr kann sich noch an jedes Detail des Gesprächs in einem Café erinnern, so tief sitzt die Verletzung bis heute. „Das war für mich schon brutal, wir hatten viele Vorgespräche, wir haben den Vertrag gemacht, ich hatte mich auf die Saison intensiv vorbereitet, und dann so etwas, das hat schon sehr wehgetan.“ Es war wohl die Zeit, als die heile Welt die ersten Risse bekam. „Ich versuche wirklich vieles positiv zu sehen, aber nicht für alles gibt es eine rosarote Brille.“ Gorr, der immer respektvoll mit seinem Gegenüber umgeht, kein Großsprecher, eher ein vorsichtiger Beobachter und genauer Analytiker, ein sachlicher Typ, der sich immer davor hütet, „in Extremen zu leben zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt“, geht auf Distanz, weil man „gerade im Trainerjob nie weiß, was passiert“, und achtet noch mehr als vorher auf das Miteinander mit den Menschen in seinem Umfeld. Er empfiehlt das auch seinen Spielern, sich auf die Arbeit konzentrieren, auf den Gegenüber, sich weniger von Äußerlichkeiten ablenken und von Medien nicht verrückt machen zu lassen. „Ich weiß, dass nur Erfolg, dass nur eine gewisse Liga, dass nur ein großer Name nicht die entscheidenden Parameter für mich sind, sondern die Wertschätzung für das, was man tut.“ So kommt er nach einem Übergangsjahr unter anderem auch als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft nach Coburg, obwohl der HSC damals nur in der 3. Liga spielt und er andere Angebote vorliegen hatte. „Aber ich habe in Coburg das meiste Potential gesehen, das man wecken kann, ein junger Verein mit Hunger auf Erfolg, das fand ich spannend.“ Und die Coburger werben um ihn, wollen mit einem neuen jungen Trainer einen kontinuierlichen Weg einschlagen. „Das hat menschlich schon sehr gut gepasst und tut es bis heute.“ Und er hat Erfolg, führte den HSC 2000 Coburg von der dritten Liga ganz nach oben und nach dem Abstieg wieder zurück in die stärkste Handball-Liga der Welt. Vor allem aber hat er in dieser Zeit den „Coburger Weg“ entscheidend mitgeprägt, ein Projekt, um Handball in der Region nachhaltig zu entwickeln, mit viel ganzheitlicher Jugendarbeit, mit viel gesellschaftlicher Teilhabe. Er hat

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IM PORTRÄT dem Coburger Handball in dieser Zeit seinen Stempel aufgedrückt, wieder sieben Jahre lang als Trainer, wie in Hüttenberg. Wieder geht er nach sieben Jahren einen neuen Weg, Zufall vielleicht, vielleicht aber auch wieder genau der richtige Zeitpunkt, um etwas Neues zu wagen, das so neu nicht ist, weil er im Verein bleibt, das Angebot angenommen hat, die Geschäftsführung zu übernehmen, „das ehrt mich ungemein, mich dieser neuen Aufgabe zu stellen, das ist unentdecktes Land, das ich erforsche, ein neuer Reiz, den ich brauche.“ Und klar, wenn Jan Gorr von der Zukunft redet, redet er weniger nur vom sportlichen Erfolg der ersten Mannschaft, von den Chancen, als Underdog überhaupt in der stärksten Liga der Welt zu bestehen, vom neuen Trainer, der die Spielidee eines modernen Handballs zwar fortführen soll und junge Spieler weiterentwickeln, dem er aber nichts vorsagen wird, „da wäre ich schlecht beraten“. Jan Gorr redet eher darüber, dass man als Verein zu sehr auf dieses rein Sportliche reduziert werde. „Ich möchte, dass der HSC mit all seinen Facetten gesehen wird, der Spitzensport kann so viel mehr leisten für die gesamte Region.“ Jungen Menschen eine Perspektive bieten, Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Disziplin schulen, soziale und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, Plattform sein für Unternehmen. „Ich denke, da hat dieser junge Verein noch viel mehr Potential.“ Jetzt aber hat auch Jan Gorr erst einmal ein paar Wochen Urlaub. Der wird ihn an die Ostsee führen, weniger zum Baden oder Sonnen, sondern mehr zum Angeln, seiner zweiten großen Leidenschaft. „Die Ruhe, die Natur, aber auch die Spannung, ob der Fisch anbeißt, das macht mir schon riesigen Spaß.“ Viele seiner Trainerkollegen sind Angler, „vielleicht liegt es ja daran, dass auch Angeln viel mit einer Strategie, einer Taktik zu tun hat.“ Wie beim Handball eben auch. Und wie beim Handball hat Gorr auch zum Angeln seine Liebe in frühester Kindheit entdeckt, als er oft mit seinen Eltern im Kurpark in Bad Nauheim Spazieren gehen musste, „es gab nichts Langweiligeres.“ Also bastelte sich der achtjährige Jan aus einer Gardinenstange, einer Schnur und einer umgebogenen Haarnadel eine Angel, im Kurpark gab es ja auch ein paar Karpfenteiche, und plötzlich hing am improvisierten Sportgerät „ein schöner Bursche“, lacht Gorr, als er zurückdenkt an seine Kindheit, damals in Mittelhessen, seiner Heimat. In Coburg nämlich ist er zwar nach sieben Jahren angekommen, ein Coburger aber ist er noch nicht, „das bringt denke ich auch einfach unser Beruf mit sich.“ Und so spricht aus seinen Worten die für ihn typische respektvolle Distanz und Ernsthaftigkeit, wenn er sagt: „Ich glaube schon, dass man sich hier in Coburg zu Hause fühlen kann.“

„Das ist unentdecktes Land, das ich erforsche“ Jan Gorr über seine neue Aufgabe

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Foto: Henning Rosenbusch

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Coburg, das Coburger Land und die angrenzenden Gebiete: Eine lebenswerte Region, mitten in Europa. Naturnah und doch urban, mit Sinn für Kultur, Platz für Freizeit, Raum für Bildung. Und vor allem ein idealer Ort zum Arbeiten. Das belegen viele erfolgreiche Unternehmen. Sie sind die Treiber der Region Coburg, tief verwurzelt in ihrer Heimat und weltoffen zugleich, verantwortungsbewusst, visionär. Sie sind – und das jetzt schon seit über einem Jahr …

CoburgsBeste COBURGS BESTE ist des LABEL des COBURGER für die besten Unternehmen seit Ende 2018. COBURGS BESTE nennen sich heute schon viele Unternehmen der Region Nordwestoberfranken und Südthüringen. 42

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COBURGS BESTE Der COBURGER wählt sie aus und stellt sie vor – Unternehmen, die sich durch die Kombination verschiedener Kriterien auszeichnen:

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Innovation Tradition Ausbildung Engagement

In Industrie, Handwerk, Handel oder Dienstleistung. Diese Unternehmen bekommen die Chance, sich im COBURGER als COBURGS BESTE zu präsentieren. In einem gemeinsamen Workshop erarbeitet der COBURGER mit einem Team bestehend aus Redakteur, Designer und Marketingfachleuten den Wesenskern dieser Unternehmen heraus. Im Mittelpunkt steht dabei die Antwort auf die Frage, was das Unternehmen treibt, wo es sich in der Zukunft sieht, welche Innovationen, welche Visionen es tragen. Am Ende steht eine individuelle Unternehmenspräsentation auf vier Seiten, optisch, inhaltlich, emotional aufbereitet.

Das waren bisher COBURGS BESTE seit Dezember 2018:

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Und auch in diesem COBURGER gibt es wieder neue COBURGS BESTE:

Mehr Informationen? Dann schreiben Sie uns. Kontakt: Melanie Krempel | mk@markatus.de AUSGABE 39 / JUNI 2020

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CoburgsBeste

TERZO-ZENTRUM HÖRGERÄTE GEUTER

Im Wandel vom Hörrohr zum Hightech-Minigerät Groß, trichterförmig und extrem auffällig: So sahen die Hörgeräte – auch Hörmaschinen genannt – um das Jahr 1910 aus. Der Trichter sammelte die Schallwellen und leitete sie in den äußeren Gehörgang des menschlichen Ohres weiter. Diese Zeiten sind lange vorbei: Hörgeräte im Jahr 2020 sind maß­ gefertigt, widerstandsfähig und diskret. Hörobjekte aus verschiedenen Epochen lagern im terzo-Zentrum Hörgeräte Geuter im Hauptgeschäft Coburg. Geschäftsführerin Jessica Heß hat die Apparate als Anschauungsmaterial aufbewahrt. Die Sammlung zeigt: Im Laufe der Jahre hat sich die Technik massiv gewandelt, die Geräte wurden immer raffinierter, kleiner und sind heute fast unsichtbar. „Keiner muss mehr befürchten eine auffällige Apparatur am Ohr zu tragen“, sagt Jessica Heß. Das terzo-Zentrum Hörgeräte Geuter ist der Ansprechpartner rund um das gute Hören. An allen drei Standorten – Coburg, Kronach und Lichtenfels – beraten Hörakustiker, passen die Geräte an

und b ­egleiten die Kunden im Nachgang. Für die Geschäftsführerin und ihr Team sind ein herzlicher Empfang und ein Rundum-Service selbstverständlich. Wer möchte, der kann sein Ohr sogar von innen mittels eines Video-Otoskop betrachten. Auch das ist ein besonderer Service im terzo-Zentrum Hörgeräte Geuter. Einen Hörtest sollte man laut Heß generell ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig durchführen lassen, um eine Hörminderung rechtzeitig zu erkennen. Denn je länger man warte, umso mehr nehme die Hörverarbeitung ab. Und: Hörschäden können demnach weitere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. „Schlecht hören fördert die Demenz, das Gehirn verkümmert“, nennt Heß ein Beispiel.

„Keiner muss mehr befürchten eine auffällige Apparatur am Ohr zu tragen“ Jessica Heß

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COBURGS BESTE

terzo®-Gehörtherapie Ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens ist die sogenannte terzo®-Gehörtherapie mit integriertem Gehörtraining, welches für das Hören wichtige Nervenzellen reaktiviert. Die Übungen können einfach zuhause durchgeführt werden; dazu benötigt werden ein Trainingshörgerät und ein Abspielgerät. Früher waren hierzu ein Trainingsbuch und ein CDPlayer üblich. Heute wird – mit der technischen Weiterentwicklung – meist ein einfach zu bedienendes Tablet für die Übungen verwendet. In das Training sollten täglich 30 bis 60 Minuten für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen investiert werden. „Gerade in lauter Umgebung mit vielen Geräuschen lassen sich schon nach kurzer Zeit Verbesserungen im Sprachverstehen feststellen,“ sagt Heß. Die Kombination aus wissenschaft lich fundierter Gehörtherapie und langjähriger Hörgerätekompetenz sorge für messbare Ergebnisse und zufriedene Hörsystemträger. „Die Menschen gehen entspannt nachhause“, so Heß. Eine Hörminderung beziehungsweise ein Hörverlust trifft bei Weitem nicht nur ältere Menschen, auch Kinder können, zum Beispiel aufgrund von Gehöranomalien, betroffen sein. Nach der Anpassung eines sogenannten Päd-Hörgeräts seien Kinder genau wie die Erwachsenen vom Ergebnis überrascht. „Wir freuen uns natürlich mit, wenn wir sehen, wie die Kinder strahlen, wenn sie endlich richtig hören“, sagt Heß.

Unsere Leistungen: • Reinigung der Hörsysteme • Überprüfung der Hörsysteme • Otoskopie Ihres Gehörganges • • • • • • •

(ist ihr Ohr mit Ohrenschmalz verstopft?) Verkauf von Hörgeräte-Batterien und Pflegemitteln Verkauf von Zubehör für besseres Verstehen beim Fernsehen und Telefonieren Probetragen von verschiedenen Hörgeräten Beratung und Information zu allen Fragen rund um das Thema Hören Tinnitusberatung CI-Betreuung Beratung und Verkauf von Gehörschutz

ONLINESHOP Sie möchten bequem von zu Hause aus Batterien und Pflegemittel bestellen? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch in unserem neuen Online-Shop: shop.hoergeraete-geuter.de

Jessica Heß, Geschäftsführerin Hörgeräte Geuter

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TERZO-ZENTRUM HÖRGERÄTE GEUTER

Durch das Praktikum zum Traumberuf Konstantin Schemberger hat es bei Hörgeräte Geuter zu etwas gebracht, hat sich hochgearbeitet zum Filialleiter. Dabei wusste er nach der mittleren Reife noch gar nicht, wohin ihn der berufliche Weg führen soll. Das änderte sich durch ein Praktikum bei Hörgeräte Geuter: Er absolvierte eine Ausbildung zum Hörakustiker und nutzte danach die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten im Unternehmen. So arbeitete er sich bis zum Filialleiter hoch und hat bei Hörgeräte Geuter seinen Traumberuf gefunden, abwechslungsreich, handwerklich, technisch, und viel im Kontakt im Menschen. „Das Klima passt, mir gefällt der Kontakt zu den Menschen und ich freue mich, wenn die Kunden zufrieden und glücklich sind“, sagt er.

Geschäftsstelle Coburg terzo-Zentrum.

Weitere Informationen zur Therapie erhalten Interessenten im terzo-Zentrum Hörgeräte Geuter in Coburg, Kronach und Lichtenfels Coburg Mohrenstr. 18 Telefon: 09561/95731

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Kronach Rosenau 15 Telefon: 09261/61958

Lichtenfels Bamberger Str. 16 Telefon: 09571/757901

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CoburgsBeste

HEIN LANGGUTH

Visionen verwirklichen Stillstand … ist ein Fremdwort für das Traditionsunternehmen! Die Firma Hugo Hein hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1920 kontinuierlich weiterentwickelt, ihr Sortiment erweitert und Visionen verwirklicht. Im Jahr 2008 hat das Neustadter Traditionsunternehmen „Hugo Hein“ die Firma Langguth in Coburg übernommen und seitdem ausgebaut. Hein - Langguth steht mit seinen drei Standorten Coburg, Neustadt und Mitwitz für eine immens große Produktpalette in hoher Qualität.

Am Standort Coburg findet der Kunde ein umfangreiches Angebot für die eigenen vier Wände und den Außenbereich. Ob es nun um ein neues Heim geht oder um einen Ausbau oder eine Sanierung: Auf 10 000 Quadratmeter präsentiert Langguth in Coburg in seiner GaLa-Bau- und Fliesenausstellung vielfältige Ideen, Produkte und Materialien. Ob ein neues Bad, ob Fenster oder Türen, ob ein neues Garagentor, ob ein schicker Boden, Langguth hat alles

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vor Ort. Die Auswahl ist immens: Schlicht und elegant, mondän und auffallend oder rustikal und ländlich. Ein besonderer Service: Mit einer 3D-Planung lassen sich Konzepte für Badezimmer oder Wohnräume passgenau visualisieren und zu 100 Prozent realisieren. „Mit unserem Angebot schafft man ohne Weiteres ein neues Wohngefühl“, so Christoph Kaspari, Prokurist der „Langguth Fliesen & BaustoffeGmbH“.

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COBURGS BESTE

Unsere Ausstellung in Coburg – IDEEN fürs eigene Haus

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HEIN LANGGUTH

„Im Mittelpunkt des Unternehmens steht die individuelle Beratung unserer Kunden durch rund 100 Fachmitarbeiter sowie die hohe Qualität unserer Produkte.“ Norbert Hein, Geschäftsführer

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COBURGS BESTE

Arbeiten wie die PROFIS Auch bei der Gestaltung der Außenanlagen ist der Kunde bei Hein Langguth in Coburg und in Neustadt richtig. Ein Rundgang durch die „GaLa“-Musterausstellung in Neustadt bei Coburg inspiriert und gibt Ideen für die individuelle Gestaltung der Grundstücke und Gärten. Zur Wahl stehen, je nach Geschmack, Natur-, Betonsteine, Keramikplatten, Zierkiese oder Splitt und vieles mehr – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Das Sortiment umfasst auch diverse Entwässerungssysteme und Regenwassernutzungsanlagen, Teichbaumaterialien bis hin zur Dachbegrünung, Hangbefestigungen und Einzäunungen.

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HEIN LANGGUTH

AUFSTEIGEN mit HEIN Langguth Rund 115 Mitarbeiter sind an den drei Standorten Neustadt, Coburg und Mitwitz beschäftigt, elf davon sind in Ausbildung. Hein - Langguth bildet in den Berufen Groß- und Außenhandelskaufmann, Fachkraft für Lagerlogistik und Berufs- und Kraftfahrer aus. Oft finden die künftigen Mitarbeiter durch ein Praktikum ihren Traumjob in dem Traditionsunternehmen. Das hält übrigens nicht nur ein interessantes und abwechslungsreiches Berufsfeld bereit, sondern bietet auch Aufstiegsmöglichkeiten an. Ein Beispiel ist Christoph Kaspari, er ist die Karriereleiter vom Auszubildenden bis zum Prokuristen steil emporgeklettert.

Das BESTE für Daheim Bei der Auswahl der Baustoffe sollte der Bauherr auf eine hohe Qualität achten, weiß der Fachmann. Denn: „Hochwertige Materialien sorgen später für ein angenehmes Raumklima in den eigenen vier Wänden.“ so Kaspari.

RUNDUM zufrieden In seinen Profi-Fachmärkten präsentiert das Unternehmen ausschließlich Produkte aus dem Premiumbereich, die auch für die professionelle Anwendung geeignet sind. „Wir heben uns damit bewusst von den üblichen Baumärkten ab“, sagt Kaspari.

KONTAKT Langguth GmbH Vorderer Floßanger 10 96450 Coburg Tel. 0 95 61 / 85 66 - 0

Hein Mitwitz Steinach 48 96268 Mitwitz Tel. 0 92 66 / 9 66 -0

www.baustoffe-coburg.de

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Hein Neustadt Austraße 50 96465 Neustadt b. Cbg. Tel. 0 95 68 / 92 22-0 Bild von links: Geschäftsführer Norbert Hein und Prokurist Christoph Kaspari

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Wissen, wie’s weitergeht:

Aus der Region. Für die Region. Wir beraten gern in Personal- und Restrukturierungsfragen. Telefon: 09568 89 67 114 oder E-Mail: zukunft@connect-neustadt.de 54

…für eine erfolgreiche Entwicklung und gute Zukunft.

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FINANZTIPP

Corona-Krise

Bereits im letzten COBURGER wurden die ersten Unterstützungsmaßnahmen

HISTORISCHES HILFSPAKET

wieder runter, die wirtschaftlichen Folgen des Shutdowns hingegen dauern

COBURGER: Welche neuen Unterstützungsmaßnahmen wurden aufgelegt? Thomas Bittorf: Es wurde ein Nachfolgeprogramm zu den Soforthilfen im Umfang von 25 Mrd. € für Corona-bedingten Umsatzausfall festgelegt. Antragsberechtigt sind branchenübergreifend Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge um mindestens 50 % in den Monaten Juni bis August 2020 fortdauern. Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Die Nachweise sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Hier ist allerdings Eile geboten. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31. August 2020. COBURGER: Welche weiteren Hilfen wurden beschlossen? Thomas Bittorf: Als steuerlicher Investitionsanreiz wird eine degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25% Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Jahren 2020 und 2021 eingeführt, d.h. größere Investitionen von Maschinen oder ähnlichem amortisieren sich schneller. Bei der Besteuerung von rein elektrischen Dienstwagen mit monatlich 0,25% des Bruttolistenpreises wird die Kaufpreisgrenze von 40.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht.Der Staat beteiligt sich nun auch finanziell an der Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen: Arbeitgeber, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro, die nach Ende der Probezeit ausgezahlt wird. Unternehmen, die ihr Angebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro. Hinweisen möchte ich auch nochmals auf die Möglichkeit, dass Arbeitgeber befristet bis 31.12.2020 ihren Angestellten Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren können. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Eine Entgeltumwandlung ist somit ausgeschlossen. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Diese Sonderleistungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei. Auch bleiben Aufstockungszahlungen von Arbeitgebern zum Kurzarbeitergeld, die sie zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 geleistet haben, steuerfrei. Voraussetzung ist, dass Aufstockungsbetrag und Kurzarbeitergeld zusammen 80 Prozent des ausgefallenen Arbeitsentgelts nicht übersteigen.

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in der Corona-Krise vorgestellt. Zwar gehen die Ansteckungsraten seit Wochen an. Die Bundesregierung hat nun am 03.06.2020 eine historisches Hilfspaket von weiteren 167 Milliarden Euro beschlossen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Konsumanreize in Deutschland zu schaffen. Es wurden abermals erhebliche finanzielle Direkthilfen, aber auch steuerliche Vergünstigungen beschlossen. Der COBURGER hat mit RA/StB Thomas Bittorf von tb.legal über die wichtigsten Maßnahmen gesprochen.

COBURGER: Das Thema Mehrwertsteuersenkung ging groß durch die Presse. Was ist konkret vorgesehen? Thomas Bittorf: Richtig, hier sind verschiedene Neuregelungen vorgesehen: Zur Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland wird befristet vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 für alle der Mehrwertsteuersatz von 19% auf 16 % und von 7 % auf 5 % gesenkt. Wer also gerade größere Anschaffungen beabsichtigt wie z.B. einen Hausbau oder Wohnungs- oder Autokauf, sollte dies im 2. Halbjahr unter Dach- und Fach bringen. Eine Verlängerung dieser Senkungsmaßnahme ins Jahr 2021 wurde ausgeschlossen. Für die gebeutelte Gastro- und Hotelbranche wird der Umsatzsteuersatz für zwischen dem 01.07.2020 und dem 30.06.2021 erbrachte Restaurantund Verpflegungsdienstleistungen auf 7 % abgesenkt, Getränke sind allerdings hiervon ausgenommen. Hiervon sollen auch andere Bereiche, wie Cateringunternehmen, der Lebensmitteleinzelhandel, Bäckereien und Metzgereien profitieren, soweit sie mit der Abgabe verzehrfertig zubereiteter Speisen bislang Umsätze zum normalen Umsatzsteuersatz erbracht haben. COBURGER: Familien werden ja auch nochmals entlastet, oder? Thomas Bittorf: Familien waren vom Lockdown besonders betroffen. Angesichts des höheren Betreuungsaufwand in der Corona-Krise wird befristet auf zwei Jahre der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro angehoben und damit mehr als verdoppelt. Familien erhalten zudem einen einmaligen Kinderbonus von 300 € pro Kind ausbezahlt, der mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet wird. Die Abgabe einer Steuererklärung in den Jahren 2020 und 2021 ist damit in jedem Fall sinnvoll, um davon zu profitieren zu können. COBURGER: Haben Sie vielen Dank für das Gespräch!

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Text: Wolfram Hegen

Fit

für die

Zukunft

Wie das Sportland Coburg die Krise bewältigt

Die Corona-Krise erwischte viele Unternehmen, viele Betriebe, viele Selbstständige aus dem Nichts. Ohne Vorbereitung, ohne Notfallplan, ohne eine Vorahnung. Vor allem Geschäfte und Dienstleister, die wochenlang ihre Türen schließen mussten, spüren die existenziellen Auswirkungen. Keine Kunden, keine Aufträge, keine Umsätze, keine Zukunft. Besonders hart traf es Fitnessstudios. Sie durften in Bayern erst nach 3 Monaten wieder öffnen. So wie das Sportland Coburg in Dörfles-Esbach. Und doch blickt man dort optimistisch in die Zukunft, erzählt Geschäftsführer Rainer Falch im Gespräch mit dem COBURGER.

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FIT FÜR DIE ZUKUNFT

COBURGER: Es ist ja erst ein paar Wochen her, als plötzlich fast von einem Tag auf den anderen auch alle Fitnessstudios schließen mussten. Wie war das für Sie? Rainer Falch: Das war natürlich erst einmal ein Schock, weil Du Dir so etwas nie hättest vorstellen können. Ganz im Gegenteil: 2019 war noch ein erfolgreiches Jahr und auch die Monate Januar und Februar 2020 verliefen planmäßig. Wir waren also Anfang März noch bester Dinge. Und dann wirst Du quasi von einem Tag auf den anderen von 100 auf Null heruntergebremst, wirst ausgeknockt wie ein Boxer, der nach einem heftigen Schlag zu Boden geht. So haben wir uns gefühlt.

werden. Da macht die Fachfirma Polygonvatro zwar einen super Job, aber dennoch dauert so etwas mehrere Wochen. Und das alles noch nebenher zu Bewältigung der Corona-Krise. Das war schon noch einmal ein Schlag in die Magengrube. Glück im Unglück war nur, dass der Fitnessbereich und unsere Halle mit Tennis und Badminton nicht von dem Schaden betroffen waren, so dass wir mit diesen Flächen für die Wiedereröffnung im Juni planen konnten. Und dass wir ein starkes Team sind, viele tolle Leute und Mitarbeiter, auf die man sich verlassen kann, und für die man ja auch Verantwortung hat.

COBURGER: Und wie seid ihr dann wieder auf die Beine gekommen? Rainer Falch: Wie ein Boxer auch. Der schüttelt sich, orientiert sich, steht wieder auf, analysiert mit seinem Trainer die Situation. Wir haben natürlich wie viele andere auch erst einmal reagieren müssen, haben unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und einen Notfallplan für die nächsten Wochen und Monate entwickelt. Ziemlich schnell haben wir uns aber auch vorgenommen, diese Krise als Chance zu nutzen, um uns über die Ausrichtung des Unternehmens Gedanken und es fit für die Zukunft zu machen. Dabei spielte auch bei uns sehr schnell das Thema Digitalisierung eine große Rolle. Innerhalb von Tagen haben wir zusammen auch mit dem Sportland Erlangen zwei online Fitness Plattformen ins Leben gerufen. www.sportland-coburg/staysafe und www.meinfitnessundgesundheitsclub.de. Beide Plattformen wurden super angenommen und wir haben viel positives Feedback bekommen. Wenn unsere Mitglieder nicht zu ins Sportland kommen können, dann eben wir online zu Ihnen nach Hause! All die Wochen konnten unsere Mitglieder vier mal täglich von Montag bis Sonntag per Live-Stream mit uns zusammen trainieren und mit uns in Kontakt bleiben oder sich aus den Archiven passende Kurse aussuchen. Dann aber haben wir noch einen Hieb eingefangen, der mit Corona nichts zu tun hatte. COBURGER: Was war das für ein Tiefschlag? Rainer Falch: Kurze Zeit nach dem Lockdown ist bei uns ein Wasserschaden festgestellt worden. Am Anfang dachten wir noch, das ist nur eine Kleinigkeit, aber von Woche zu Woche wurde das Ausmaß größer. Jetzt muss quasi der gesamte Gastronomiebereich trockengelegt

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COBURGER: Es hat ja dann gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert, bis auch Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, natürlich nur unter besonderen Hygienebedingungen. Wie habt ihr das bei euch umgesetzt? Rainer Falch: Seit Anfang Mai gab es ja ein Konzept der Fitnessbranche, das gemeinsam mit einer Hochschule entwickelt wurde. Also wie stellt man genug Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung, wie markiert man Wege auf dem Boden, wie werden die Mitarbeiter geschult und vor allem die Frage, wie sorgt man für genügend Abstand zwischen den Fitnessgeräten. Da haben wir natürlich das Glück, dass wir über eine große Tennis- und Badmintonhalle mit insgesamt 4 großen Feldern verfügen. Eines davon haben wir jetzt zum Fitnessstudio umfunktioniert. Dazu haben wir einen Tag lange die Hälfte der Fitnessgeräte mit einer Hebebühne aus einem großen Fenster im ersten

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INTERVIEW

Stock nach unten transportiert und dort mit dem Gabelstapler in die Badmintonhalle gefahren. Die Schreinerei Büttner aus Lautertal hat uns dabei bestens unterstützt. Jetzt haben wir für die gleiche Anzahl an Geräten sogar etwas mehr als die doppelte Fläche als vorher mit mehr als ausreichend Abstand zwischen den Geräten. Und dennoch haben wir für den Sommer ja noch 1 Tennisfeld und 4 Badmintonfelder, also auch die Ballsportler kommen auf ihre Kosten. Unsere Gastronomie- und Bowlingfreunde müssen sich allerdings auf Grund des Wasserschadens noch gedulden! COBURGER: Und wie sieht jetzt nach dieser Anpassung an die aktuellen Vorschriften und die Wiedereröffnung am 8. Juni 2020 Eure Vision für die Zukunft aus?

COBURGER: Was ist also Ihre Lehre aus dieser Krise? Was haben Sie gelernt? Rainer Falch: Wir alle hier vom Sportland sind mit der Krise im Reinen. Das war und das ist sicherlich keine leichte Zeit, aber wir haben das Beste draus gemacht. Wir haben erlebt, dass wir als Team auch eine solche Krise gemeinsam meistern können. Wir haben diese Phase gut gemanaged und uns gleichzeitig auf die Zukunft vorbereitet. Und wir freuen uns darauf, in den nächsten Jahren unsere Fitness-, Gesundheits- und Sportangebote weiterzuentwickeln – gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden, die sich in den letzten Wochen sehr verständnisvoll und solidarisch gezeigt haben. Ganz herzlichen Dank dafür.

Rainer Falch: Ich will natürlich nicht alles verraten, aber wir haben zum Beispiel sehr intensiv die Möglichkeiten der Digitalisierung weiter diskutiert. Das bleibt im Alltagsgeschäft einfach oft liegen. Wir haben uns mit Videodrehs beschäftigt, mit Livestreaming, wir haben wie schon gesagt zwei neue Online-Plattformen ins Leben gerufen. Unser Online Fitness Club www.meinfitnessundgesundheitsclub.de bietet auch eine gute Möglichkeit für Unternehmen, ihre Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung sinnvoll zu ergänzen. Schon in den letzten Wochen haben spontan drei Unternehmen aus der Region die Chance genutzt, diese Kurse und Informationen ihren Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Wir werden uns darüber hinaus auch intensiv über weitere Veränderungen Gedanken machen. Alles das wird dann in unsere Zukunfts-Vision „Sportland 2025“ einfließen. Die Welt verändert sich permanent und wir verändern uns mit ihr. So haben wir das ja in den letzten 30 Jahren auch gemacht, z.B. 2005 elektronische chipkartengesteuerte Trainingsgeräte eingeführt, 2013 das Vibrationstraining, 2016 Functional Training, und eben 2020 jetzt online-Training.

Wir waren also Anfang März noch bester Dinge. Und dann wirst Du quasi von einem Tag auf den anderen von 100 auf Null heruntergebremst, wirst ausgeknockt wie ein Boxer, der nach einem heftigen Schlag zu Boden geht. So haben wir uns gefühlt.

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Text: Wolfram Hegen | Bilder: Val Thoermer

Dr. Radu & Partner. Ästhetische und Plastische Chirurgie. Wenn Dr. Caius Radu über seinen Beruf redet, geht es weniger um die Behandlung an sich, die Operation, den Eingriff, es geht vor allem um die Würde des Menschen. „Jeder hat das Recht, so schön zu sein, wie er möchte“, sagt er, und vielleicht drückt der Titel der Broschüre seiner Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Nürnberg seine Philosophie am besten aus: „Wie wir werden, was wir sind.“ Es geht um Normalität, den Nullwert zwischen erheblichen Beeinträchtigungen auf der einen Seite und dem Optimum an körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden auf der anderen. „Jedem steht es frei, zu entscheiden, wo für ihn diese Mitte ist.“

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Es ist die Scham beim Blick in den Spiegel, ein Gefühl des Makels, der Blick auf die eigene Vergänglichkeit, der die Menschen zu Dr. Caius Radu und seiner Frau Dr. Gabriele Radu in die Praxis führt. Oft sind es Frauen, die nach einer Schwangerschaft, nach den Momenten des größten Glücks, nach der Hingabe für ihr Kind, Hilfe suchen. Schwangerschaften hinterlassen in den meisten Fällen deutliche Spuren an einem Körper, vor allem an Brust und Bauch. Das Gewebe ist überdehnt oder gerissen, kein Sport, keine Disziplin, keine Ernährung kann die Schäden reparieren, der Bauch bildet sich nicht zurück, die Brust hängt, körperliche Makel, die viele Frauen unglücklich machen. Dazu kommen Rückenprobleme, ein Hohlkreuz, Schmerzen und Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Ihnen geben die Möglichkeiten der Praxis Dr. Radu wieder ihre alte Normalität zurück. „Dass jemand nach so einer Operation glücklich ist, dass er sich in seinem Körper wohlfühlt,

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DR. RADU & PARTNER

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Dr. med Caius Radu und Dr. med. univ. Gabriele Radu, Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Hell und modern: Die Praxis Dr. Radu in Nürnberg.

Für die operative und ggf. stationäre Behandlung von ästhetischen und plastisch-chirurgischen Patienten genießen sowohl gesetzlich Versicherte als auch Privatpatienten und Selbstzahler ein hohes Maß an medizinischer Kompetenz und Sicherheit in den Kliniken der Kooperationspartner. Die Belegabteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie am St. Theresien Krankenhaus wurde 2002 gegründet. Zusätzlich bietet die Praxis Dr. Radu + Partner ihren Patienten seit 2016 die Behandlung in der Sana Klinik in

Viele Wochen Vorbereitung: Jeder Eingriff wird genau geplant

darum geht es uns“, sagt Dr. Gabriele Radu. Nicht nur Schwangere suchen Hilfe bei den beiden erfahrenen Chirurgen. Manchmal sind es auch junge Frauen mit sehr kleinen Brüsten, Menschen mit Höckernasen, Männer mit Schlupflidern, Kinder mit abstehenden Ohren. „Wenn es realistisch ist, helfen wir diesen Menschen dahin zu kommen, wo für sie ihre Normalität ist, jeder hat dazu das Recht.“ Für Modeerscheinungen wie Brustvergrößerungen extremer Art oder starre Gesichter mit „Schlauchboot“-Lippen stehen Dr. Radu und seine Frau nicht zu Verfügung. „Da geht es nicht um Normalität, da geht es oft nicht darum, sich selbst wohlzufühlen, sondern aufzufallen um jeden Preis, das ist Voyeurismus, davon halten wir nichts.“ Bei Dr. Radu & Partner geht es um den Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit. „Der größte Unterschied ist ja bei uns eben das Persönliche“, sagt Dr. Gabriele Radu. Für ein Erstberatungsgespräch nimmt man sich viel Zeit, „wir würden nie Patienten zu einem schnellen OP-Termin überreden, man muss da immer drüber schlafen und sich in Ruhe vorbereiten.“ In einer zweiten Besprechung wird dann der Ablauf des Eingriffs besprochen, Fragen werden beantwortet, Informationen ausgetauscht. „Vor allem geht es darum,

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Nürnberg an. Patienten genießen eine 24-Stunden rund um die Uhr Versorgung durch das Praxisteam, den ärztlichen Bereitschaftsdienst sowie die Schwestern auf Station. Aufgrund der langjährigen Erfahrung als Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Mitglieder der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) ist die Praxis Dr. Radu + Partner in der Lage, ein sehr breites Spektrum des Fachgebietes anzubieten.

Am Tullnaupark 8 90402 Nürnberg

Telefon: 0 911 - 519 25 19 E-Mail: dr.radu@t-online.de

Mitglied in der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen

Vertrauen zu schaffen, ein offenes Ohr für den Menschen zu haben, seine Sorgen, seine Nöte, seine Erwartungen.“ Auch nach einem Eingriff stehen sie und ihr Mann ihren Patienten zur Verfügung. „Wir sind immer erreichbar, ein Jahr lang kontrollieren wir regelmäßig, wie sich der Heilungsprozess entwickelt. Mein Wunsch ist, dass die Patientinnen und Patienten sich nach einer Behandlung wieder toll fühlen, selbstbewusst, glücklicher als vorher.“ Die Philosophie kommt an: Die Patienten kommen aus ganz Europa nach Nürnberg in die Praxis der Beiden. Die meisten sind aus Nürnberg und der Umgebung, aus ganz Nordbayern. Darüber hinaus engagieren sich Dr. Gabriele und Dr. Caius Radu in internationalen Hilfsorganisationen, z.B. in Burma, indem sie dort Patienten, vor allem Kindern und Jugendlichen, durch kostenlose Operationen zu einem normalen Aussehen verhelfen, die zum Beispiel durch Gesichtsspalten verunstaltet waren. Oder auch die Behandlung von Wangenbrand, der in vielen afrikanischen Regionen relativ weit verbreitet ist mit dramatischen Folgen, sollte er unbehandelt bleiben. „Wir leben hier auf der Sonnenseite, da können wir auch etwas zurückgeben“, ist die Überzeugung von Dr. Caius Radu.

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VOLKSBEFRAGUNG

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100 Jahre Coburg in Bayern Geschichte einer Vereinigung. Zusammengestellt von Michael Selzer.

Man mag es sich aus heutiger Sicht gar nicht vorstellen, was in der Vergangenheit alles anders gewesen wäre, hätten sich die Coburgerinnen und Coburger in der ersten freien und demokratischen Volksbefragung am 30.November 1919 anders entschieden und für einen Beitritt des damaligen Freistaats Coburg zu Thüringen gestimmt. Muss man auch nicht, denn bei einer Wahlbeteiligung von 75%, sprachen sich am Ende genau 88,11% der rund 40.000 Wahlberechtigten dagegen aus. Die Gründe für dieses Wahlergebnis sind vielfältig und die Geschichten hinter der Geschichte erzählen spannende Begebenheiten voller Intrigen, Propaganda, Geheimnissen und sehr berechnenden Politikern.

Nach dem ersten Weltkrieg war aufgrund der politischen Großwetterlage schnell klar, dass der erst vor kurzem gegründete Freistaat Coburg keinen langen Bestand haben würde. Zu klein war das Gebiet, zu schlecht die Versorgungslage und zu unsicher die Gesamtsituation in einem Deutschland, das versuchte, sich und seinen Platz in der Welt neu zu finden. Historisch bedingt war die Region des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha eher in Thüringen verwurzelt, man arbeitete in den Bereichen der Verwaltung und Justiz eng zusammen und auch konfessionelle Gründe sprachen eher für das protestantische Thüringen als für das katholische Bayern. So verwunderte es wohl keinen, dass die Coburger Unterhändler zuerst mit dem zur damaligen Zeit noch mehr oder weniger losen, aus 8 Fürstentümern bestehenden Verbund Kontakt aufnahmen, um über eine mögliche Verschmelzung zu verhandeln. Außer vagen Absichtserklärungen und Appellen war allerdings der Weimarer Seite nichts zu entlocken – konkrete Zusagen erhoffte man sich vergebens. Anders war die Situation bei den hinter verschlossenen Türen geführten Sondierungsgesprächen mit der bayerischen Seite in Bamberg. Nahezu ohne Abstriche stellte die bayerische Regierung, die wegen der unsicheren Situation in München nach Oberfranken ausgewichen war, in Aussicht, dass man die Forderungsliste der Coburger Delegation akzeptieren würde, käme es zu einer Fusion der beiden Gebiete. Das Angebot war verlockend – der Weg dahin aber noch unklar.

Auf der Bildpostkarte aus dem Jahr 1919 übergibt ein als Sozialist gekleideter Coburger dem Münchner Kindl einen Coburger Grenzpfahl. Für Aufregung und Unverständnis in den bürgerlichen Kreisen sorgte zum damaligen Zeitpunkt vor allem, dass sich die SPD nicht für den Beitritt zu Bayern ausgesprochen hatte.

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In Weimar hatten sich indes die Verhandlungspartner der ehemaligen Fürstentümer auf einen unterschriftsreifen Gemeinschaftsvertrag geeinigt, in dem auch der Freistaat Coburg berücksichtigt wurde – allerdings ohne größere Zugeständnisse. Im Coburger Rechts- und Staatsausschuss sollten dessen Mitglie-

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GESCHICHTE EINER VEREINIGUNG

Am 9. und 10. Dezember 1919 trafen sich Vertreter der bayerischen Staatsregierung mit Mitgliedern des Coburger Landtages. Mit dabei auch die für das Ergebnis maßgeblichen Coburger Verhandlungsführer, der Coburger Landtagspräsident Ehrhardt Kirchner (1. Reihe, sitzend 5. v.l.), der Neustadter Puppenfabrikant Max Oscar Arnold (1. Reihe stehend rechts außen), der damalige Schriftleiter des Coburger Volksblattes, Franz Klingler (2. Reihe 1. v. l.) und Ministerialdirektor Dr. Ernst Fritsch (2. Reihe, 3. v. l.)

der nun darüber entscheiden, ob man dem Coburger Landtag anraten solle, den wenig vielversprechenden Vertrag zu unterschreiben. Wahrscheinlich nicht zuletzt um Zeit zu gewinnen, um das noch inoffizielle Angebot aus Bayern publik zu machen, sprachen sich die Abgeordneten aber weder dafür noch dagegen aus, sondern empfahlen, dass man eine solch weitreichende Entscheidung doch den Einwohnern überlassen und eine Volksabstimmung abhalten solle. Der Landtag entschied sich, dieser Empfehlung zu folgen und legte den Abstimmungstermin auf den 30. November 1919 fest. Was folgte, war ein Kampf zwischen Bayern und Thüringen mit ungleichen Waffen. Während die Bayern sofort vom Coburger Staatsministerium gebeten wurden, Propagandamaterial nach Coburg zu senden, um dem Beitritt zu Bayern Nachdruck zu verleihen, verbot man der thüringischen Seite eine solche Einmischung explizit. Neben den großzügigen Zugeständnissen, die den Coburgern in Bamberg gemacht wurden, setzte sich auch mehr und mehr die so genannte „Magenfrage“ durch und wurde zu einem entscheidenden Kriterium bei der Entscheidung, wohin die Bevölkerung tendierte. Nach den Hungerjahren im Anschluss an den Ersten Weltkrieg glaubten viele Coburger und Coburgerinnen fest daran, dass Bayern mit seiner traditionell sehr starken Landwirtschaft die Versorgung deutlich besser gewährleisten konnte als das eher industriell geprägte Thüringen. 26.102 von 29.624 Personen, die ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machten, entschieden sich dann auch gegen den Beitritt zu Thüringen. Obwohl man noch vor der Abstimmung erklärte, dass ein „Nein“ zu Thüringen nicht automatisch ein „Ja“ zu Bayern sei, interpretierte die Coburger Staatsregierung danach das Wahlergebnis genau so. Nun wurden auch die Ergebnisse der bis dato geheimen Verhandlungen zwischen Coburg und Bayern, die man in der Hoffnung

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auf eben diesen Wahlausgang bereits getroffen hatte, offen präsentiert. Dafür, dass der Freistaat Coburg vollständig in Bayern aufgehen sollte, erhielt man eine ganze Reihe an Zugeständnissen, die bis heute Gültigkeit haben. Neben einem eigenen Landgericht, dem Erhalt der Handels- und Handwerkskammern, der 4 Gymnasien und der Coburger Landesstiftung, garantierte der Staatsvertrag auch den Fortbestand des Landestheaters, des Krankenhauses und eine deutliche Verbesserung der verkehrstechnischen Anbindung.

Franz Klingler engagierte sich während seiner Regierungszeit besonders stark und erfolgreich für die Vereinigung des Freistaates Coburg mit dem Freistaat Bayern.

Am 14. Februar 1920 schließlich setzten Franz Klingler und Dr. Ernst Fritsch für die Coburger Seite ihre Unterschriften unter den Staatsvertrag. Anfang März passierte das Vertragswerk die Landtage in München und Coburg und so wurde endgültig am 23. April von der deutschen Nationalversammlung das „Gesetz betreffend die Vereinigung Coburgs mit Bayern“ beschlossen. Reichspräsident Ebert legte daraufhin am 21. Juni 1920 den Zeitpunkt der Fusion auf den 1. Juli 1920 fest. Nachdem bereits am 24. April ein Telegramm des bayerischen Ministerpräsidenten Gustav von Kahr eingegangen war, in dem er seine neuen bayerischen Landsleute mit den Worten begrüßte: „Vernehme soeben mit großer Freude, dass Vereinigung Coburgs mit Bayern durch Nationalversammlung heute beschlossen wurde. Namens der bayerischen Regierung allen Coburger Mitbürgern herzlichen Willkommensgruß.“, repräsentierte die letzte Sitzung des Coburger Landesversammlung am 30. Juni 1920 das offizielle Ende des Freistaats Coburg. Landtagspräsident Ehrhardt Kirchner beschloss seine damalige Rede vor dem Parlament mit den feierlichen Worten: „Der Freistaat Coburg hat zu existieren aufgehört – es lebe Bayern!“

Ministerialrat Dr. Ernst Fritsch antwortete dem bayerischen Ministerpräsidenten auf dessen Glückwunschtelegramm.

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LAGO DI MOLVENO Lange waren wir davon ausgegangen, dass sich unsere kalkulierten Expeditionen in diesem Jahr auf das schöne Coburger Land, Bayern oder den Rest der Republik beschränken werden, aber wenn man uns lässt, suchen wir in dieser Geschichte natürlich gerne andere Ecken Europas auf. Unsere Kultouren also führen uns dieses Mal in Richtung Süden, an München vorbei auf die Brennerautobahn. Wir lassen den Alpenhauptkamm hinter uns und nähern uns Südtirol und dem Trentino. Wir könnten schnurstracks weiterfahren zu einem Lieblingsziel vieler Coburger, dem Gardasee, wir aber suchen ja gerne auch das Besondere. Also verlassen wir zwischen Bozen und Trient die Autobahn, schlängeln uns Kurven und Serpentinen hinauf und queren die steil ins tief untenliegende Tal abfallende Ostseite des Paganella Bergmassivs. Ein paar Kilometer weiter gelangen wir an das obere Ende eines Tales, aus dem ein uns in der Sonne liegender See anglitzert. Der Lago di Molveno, ein kleines Kleinod, von den Einheimischen ganz unbescheiden als der schönste See Italiens bezeichnet. An seinem Ufer hat sich der einzige Ort Molveno, das frühere Malfein, zu einem beachtlichen Tourismusstädtchen entwickelt.

ORIENTIERUNGSLAUF Gerade mal gut vier Kilometer lang ist der Lago di Molveno, entstanden durch einen Bergsturz etwa 1000 Jahre vor Christus. Um ihn herum schlängelt sich ein Wanderweg, der immer wieder großartige Blicke auf die Gipfel der Brenta-Dolomiten freigibt, ein schöner Auftakt für den Urlaub. Und weil es so schön ist und man auch am Wegesrand immer wieder etwas entdeckt, benötigen wir für die gut 11 Kilometer am Ende fast 3 Stunden: Mächtige Fallrohre dienen hier seit den 1950er Jahren zur Stromerzeugung, große Felsbrocken am Südende laden zum Pausieren und einem Blick über die Wasserfläche zum im Norden des Sees liegenden Molveno ein, ein früherer Karrenweg an der Westseite des Sees führt vorbei an den sogenannten Napoleonischen Schanzen, Festungsruinen aus Zeiten, als der Weg strategische Bedeutung hatte. Er endet in Molveno an einem Kiesstrand mit Liegewiesen, nobel, gepflegt, ein Örtchen für den gehobenen Sommerurlaub, immerhin liegt der See auf etwa 800 Metern Höhe.

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REISEN

BÄRENLAND Ohnehin ist die Region um Molveno in allererster Linie ein grandioses Naturschauspiel. Im und am Wasser sowieso mit vielen Wassersportmöglichkeiten, aber vor allem in den Bergen, die sich auf über 3000 Meter hochschrauben. Bizarre Felsformationen, senkrechte Türme, steile Wände, an die man sich auf zahlreichen Wanderwegen heranwagen kann. Urige Hütten gehen mit der schroffen Natur teilweise seit über 100 Jahren eine Partnerschaft ein und dienen heute zur Stärkung oder auch zum Übernachten. Besonderes Glück hat, wer auf seinem Weg einen der etwa 50 hier lebenden Braunbären zu Gesicht bekommt, natürlich nur aus gebotenem Abstand, in der Regel aber kreuzen sich die Wege der Wanderer nicht mit diesen eindrucksvollen Wildtieren. Eine größere Chance auf eine Bärensichtung hat man im Tierpark des benachbarten Spormaggiore. Dort leben Braunbären in einem ca. 7000 Quadratmeter großen Gehege, auch Wölfe und andere Tiere gibt es dort zu bewundern.

MENSCHENGEMACHT Nach soviel Natur ist es Zeit, sich der kulturellen Tradition der Region zuzuwenden. In Molveno selbst lädt vor allem die Friedhofskirche St. Vigilio dazu ein. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, gewidmet dem Bischof Vigilio von Trient. Ein wenig innehalten, die Stille wirken lassen, die siebenhundertjährige Geschichte, die jeder Stein zu erzählen weiß. Und Bewunderung für die Fresken, die in den 1990er Jahren restauriert worden sind. Auch in der Umgebung bieten sich willkommene Abwechslungen vom angestrengten Wandern. Das Castel Thun nicht weit von Molveno entfernt ist eine eindrucksvolle Burg umgeben von Türmen, Gräben und Gärten. Das Museum im Inneren des Palazzo Signorile ist voll mit historischen Möbeln und Gemälden.

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LAGO DI MOLVENO

STADTLUFT Einmal im Trentino gehört ein Besuch von Trento oder Trient natürlich dazu. Stadtluft schnuppern in diesem Schmelztiegel italienischer, österreichischer und deutscher Vergangenheit, ein Cappuccino auf dem Domplatz, staunende Blicke auf die vielen eindrucksvoll geschmückten Palazzi in den Seitenstraßen, ein wenig Shopping. Und natürlich die Fahrt von und nach Molveno über die kleine Straße am See entlang, vorbei an tiefen Tälern und anderen Seen, die alle für sich auch eine Reise wert sind.

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HIER WOHNTE …

VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT FOTOS: VAL THOERMER

HIER WOHNTE…

… DIE FREUDE Ob es Zufall ist, dass die Untere Salvatorgasse, von der Ketschengasse kommend, direkt auf den Altar der Salvatorkirche zeigt? Nur ein Zufall, dass das kleine Handwerkerhäuschen mit der Nummer 4 an die dicken Mauern des Gotteshauses angelehnt ist und man im Innenhof direkt an ihnen vorbei geht? Wer weiß. Mit Sicherheit ein Zufall ist es, dass das Häuschen in der von Einheimischen so bezeichneten Freudengasse steht. Das hängt allein damit zusammen, dass die nördlich verlaufende Obere Salvatorgasse das Gegenstück dazu war: die Totengasse. Und das nicht, weil es hier so gruselig war, sondern weil bis Ende des 19. Jahrhunderts die Leichenzüge durch dieses Nadelöhr auf den Salvatorfriedhof zogen. Die freudvollere Untere Salvatorgasse war dabei den Hochzeitsgesellschaften vorbehalten.

Irgendwann im ausgehenden 15.Jahrhundert wurde es zu eng auf dem Friedhof an der Morizkirche. Gestorben wurde schließlich immer und im Zeitalter der Pest umso häufiger. Also musste ein Neubau her. Natürlich sollte dieser vor den Toren der Stadt sein, denn mit den Toten wollte man möglichst wenig zu tun haben. So kamen die Kirchenväter auf den Standort hinter dem Ketschentor. Im Jahre 1662 kam dann noch ein kleines Kirchlein dazu, die Salvatorkirche, die die Coburger schlicht Gottesackerkirche nannten. Zur Einweihung erschien Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg höchstpersönlich. Dem Wettiner wurde schon zu Lebzeiten nachgesagt, dass ihm das Allgemeinwohl der Bürger sehr am Herzen lag. So investierte er viel Geld in den Bau von Schulen und Kirchen. Im Zuge der Anlegung des neuen Friedhofes entstand am unteren Ende Richtung Casimirstraße ein Totengräberhaus und der Totengräberturm. Den Coburgern besser bekannt als Lichtensteinturm. Dem Namen zugrunde liegt eine tragische Liebesgeschichte. Von 1597 bis zu seinem Tode 1633 büßte hier Ulrich von Lichtenstein seinen Hausarrest ab. Er hatte den schweren Fehler begangen, sich in die Frau von Herzog Johann Casimir zu verlieben und zahlte für diesen Seitensprung mit seinem Leben. Auf dem Salvatorfriedhof begraben sein soll übrigens ein berühmter Sohn der Stadt Coburg: Conrad Rüger. Der Bertelsdorfer wurde zu Zeiten des 30-jährigen Krieges zum Volkshelden, weil er mit einem gezielten Kanonenschuss den berühmten böhmischen Feldherren Wallenstein 1632 davon abgehalten haben soll, die Veste zu erobern. Auch bei der Belagerung der Stadt Kronach hatte er sich für seinen Dienstherren Herzog Johann Casimir in Lebensgefahr begeben und war dafür reich belohnt worden. Anscheinend ruhte sich der tapfere Festungsconstabel Rüger danach aber auf seinen kämpferischen Heldentaten aus. Laut Aussage seines Vorgesetzten, Hauptmann Hans Hartmann von Erffa, ließ dieser in den Folgejahren seinen Dienst schleifen, erschien unregelmäßig an seinem Dienstort der Veste und kümmerte sich auch nicht mehr um die ihm aufgetragene Instandhaltung der Waffen und Kanonen. Irgendwie geriet der ehemalige Volksheld auf Abwege. Unter nicht geklärten Umständen soll der Bertelsdorfer in der Spitalgasse vor der Gaststätte „Zum Bären“ einen Hauptmann erstochen haben. Obwohl der Constabel ein schwieriger Charakter gewesen zu sein scheint, die Coburger behielten ihn in guter Erinnerung, soll doch der von ihm abgefeuerte Schuss den großen Wallenstein in die Flucht geschlagen und die Coburger vor der Vereinnahmung bewahrt haben. Aus lauter Wut über diese Niederlage ließ der Feldherr bei seinem Rückzug allerdings viele Dörfer im Coburger Land niederbrennen. Einen Steinwurf entfernt vom Friedhof, dicht angelehnt an die Salvatorkirche steht seit über 300 Jahren das kleine Handwerkerhäuschen, das nun von Lutz Rother in fast zweijähriger Renovierung in zwei schnuckelige Ferienwohnungen umgestaltet wurde. Mit Lehm geputzte Wände, offenes Fachwerk und ölgetränkte Holzdielen schaffen Behaglichkeit. Enorme Sanierungsarbeiten waren nötig, denn das Gebälk war größtenteils morsch. In neuem Glanz erstrahlt auch die weithin sichtbare rote Eingangstür aus Holz, die den Blick frei gibt auf den Innenhof und die Außenmauern der Salvatorkirche. Ein besonderer Ort. Den Gottesacker beim Frühstück auf der überdachten Terrasse auf der einen Seite im Blick und ein Gotteshaus im wahrsten Sinne im Rücken. Ist also doch kein Zufall, das mit der Freudengasse.

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Häuser, die mit Unterstützung der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. saniert worden sind. Der COBURGER stellt sie vor: 2020 in jeder Ausgabe des COBURGER eines in unserer Reihe „Hier wohnte“.

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HIER WOHNTE …

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… DIE FREUDE

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… DIE FREUDE

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Advertorial

KULTURTIPPS

Wichtiger Hinweis r diese

KULTUR Veranstaltungen, Konzerte, Theater, Ausstellungen, Lebensart und alles, was Freude macht.

, dass fü Beachten Sie bitte ussichtlich Hygira vo Veranstaltungen egen, die beachtet enekonzepte vorli g e die Einschränkun werden müssen wi s da , m ku bli Pu an hl der maximalen Za asken, Tragen von Schutzm Alle Tipps Abstandsregeln, … tem di unter coronabe ng . alt eh Vorb

THEATER Ab September 2020 – vielleicht auch schon früher – soll der Spielbetrieb am Landestheater Coburg wieder aufgenommen werden. Allerdings läuft der Betrieb dann mit angepassten Formaten und unter Auflagen. Der neue Spielplan gilt unter Vorbehalt bis Ende des Jahres 2020. (Stand 6. Mai 2020)

DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK

COSÌ FAN TUTTE

Die Mono-Oper feierte in der Reithalle eine umjubelte Premiere. Jetzt kommt „Das Tagebuch der Anne Frank“ auf die Bühne des großen Hauses: Die 13-jährige Anne Frank versteckt sich vor den Nationalsozialisten über zwei Jahre lang mit ihrer jüdischen Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus. Ihre Gefühle, Ängste und Hoffnungen schreibt das Mädchen in sein Tagebuch. Francesca Paratore lässt die Gefühle des Mädchens mit intensivem Spiel und Klang lebendig werden.

Drama giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart (Libretto von Lorenzo Da Ponte) – Wolfgang Amadeus Mozart und sein Librettist Da Ponte sezieren in der „Schule der Liebenden“ das Phänomen der Liebe im Spannungsfeld von Verrat und Treue, von Selbstaufgabe und Freiheit. Mozarts Musik dringt dabei schonungslos unter die Oberfläche der Figuren und legt deren Gefühlsverwirrungen in diesem Spiel zwischen Wahrheit und Lüge offen.

Wo: Landestheater Coburg / Großes Haus Weitere Informationen: www. landestheater-coburg.de

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Wo: Landestheater Coburg / Großes Haus Weitere Informationen: www. landestheater-coburg.de

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KULTURTIPPS

GLOBE SONGS EPISODE I

FLY MY TO THE MOON (SINATRA IN CONCERT)

Das Landestheater lädt zu einer musikalischen Reise rund um den Globus und in viele Jahrzehnte ein. Der Abend weckt Erinnerungen an den Abschlussball, die Reise nach Italien oder den Grand Prix im elterlichen Wohnzimmer. Die musikalische Vielfalt reicht von den rockigen 1960er Jahren über den „summer of love“, den legendären ABBA-Songs bis hin zum Reggae-Jam von Bob Marley.

Nach dem rauschenden Premierenerfolg und ausverkauften Vorstellungen kommt die Show jetzt im „Großen Haus“ zur Aufführung. Die Zuschauer dürfen eintauchen in das Amerika der 1950er Jahre. Sie erleben mit Dirk Mestmacher und Amelie Elisabeth Scheer einen einmaligen Revue-Abend mit unvergesslichen Evergreens, mit viel Schwing und Jazz.

Wo: Landestheater Coburg / Großes Haus Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de

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KULTURTIPPS

AUSSTELLUNGEN

KABARETT

EINZIGARTIGES NEUSEELAND

HÖHEPUNKTE – ZWISCHEN SEX UND 60

Impressionen in Öl und Acryl von Steffi Rodigas – Neuseeland ist das Land der spektakulären Gletscher, der wunderschönen Fjorde, schneebedeckten Berge und subtropischen Wälder. Es ist das Land der Vulkanlandschaften, pittoresken Küsten und malerischer Sandstrände. Auf zahlreiche Menschen übt Neuseeland eine unwiderstehliche mystische Faszination aus, so auch auf Steffi Rodigas. Die Sonderausstellung kombiniert Kunstwerke von Rodigas mit Objekten aus den Sammlungen des Naturkunde-Museums.

Preisträgerin des Münchner Kabarettpreises. Angelika Beier spielt Fanny, eine Frau in den besten Jahren. Sie begibt sich auf eine lustige Reise, mit dabei sind ihre Freundinnen. Alle zusammen sind Angelika Beier, multiple Persönlichkeit oder humorvolle Vagabundin, auf den Spuren etlicher Ausbrüche gewürzt mit schaurig schönen Songs. Kartenvorverkauf:Bei Buchhandlung Riemann Markt 9, Coburg und an der Tageskasse im Theater am Hexenturm.

Wann: bis 26. Juli 2020 täglich von 9 bis 17 Uhr Wo: Naturkundemuseum

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Wann: 08. August 19.30 bis 21.30 Uhr Wo: Theater am Hexenturm Kontakt: 09561/3517911 oder www.theater-am-hexenturm.de

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Wieder geöffn et

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„Meine Zukunft ist angekommen. Willkommen im Team, Paul! Handwerk schafft starke Charaktere – Handwerk begeistert!“ Bernd Späth

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AUSSTELLUNG IM SEPTEMBER 2020

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KULTURTIPPS

MUSIKALISCHES

KLANGGRENZEN 2020 – BRAHMS GOES STREETART

KLANGGRENZEN 2020 – TREU SEIN DAS LIEGT MIR NICHT!

Musik und Graffiti – Schroffe Formationen, rauer Untergrund, grelle Farben, Licht und Schatten: Die Rede ist nicht von Graffiti, sondern von Musik. Musik wird an diesem Abend sichtbar auf die Leinwand gebracht. Und zwar aktuell und gesellschaftskritisch – Streetart eben.

Erleben Sie eine mondäne Großstadtunterhaltung im Stil der 1920er und 1930er Jahre. Der Abend richtet sich an Verliebte, Verlobte, Verheiratete, frisch Geschiedene – und alle, die das bald sein wollen. Mit wunderbaren Trouvaillen und berühmten Hits wird eine Geschichte über die Magie, den Wahnsinn und die Abgründe der Liebe erzählt.

Wann: 06. Juli 2020, 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr Wo: St. Augustin, Pfarr- & Dekanatszentrum, Obere Klinge 1a, Coburg Weitere Informationen: www.klanggrenzen.de/home

Wo: Leise am Markt, Herrengasse 2, Coburg Wann: 01.Juli 2020, 19.30 bis 22.30 Uhr

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KULTURTIPPS

BUCHEMPFEHLUNG MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN Ein bewegender Roman über Menschen, Menschlichkeit und das Menschsein an sich Im Mittelpunkt des Romans „Die langen Abende“ von Elizabeth Strout steht die ehemalige Lehrerin Olive Kitteridge im Spätherbst ihres Lebens. Dass nur die wenigsten Menschen sie je richtig mochten, ist ihrer sehr direkten und kauzigen Art geschuldet. Doch Olive hat auch andere Seiten … Elizabeth Strout nimmt uns mit auf eine Reise, die in dreizehn miteinander verbundenen Geschichten nicht nur Einblicke in Olives Leben gewährt, sondern auch in das weiterer Menschen, die alle ebenfalls in der Neuengland-Kleinstadt Crosby wohnen und in ihrem Leben mehr oder weniger mit Olive Kitteridge zu tun haben oder hatten. Es sind Geschichten über Partnerschaft, über Eltern-Kind-Beziehungen, über das Älterwerden, über Freundschaft, Liebe und Versöhnung. Und da Olive eben nicht nur schroff, unversöhnlich und oftmals verletzend offen ist, sondern unter ihrem Panzer auch über ein großes Maß an Mitgefühl, Empathie und Verletzlichkeit verfügt, gerät die Lektüre des Buches zu einem unterhaltsamen und berührenden Erlebnis. Viele vermeintlich banale Dialoge und Beobachtungen sind letztlich von großer Weisheit und Erkenntnis geprägt. Hardcover, 352 Seiten: ISBN: 978-3-630-87529-3 20,00 Euro

„Die langen Abende“ ist ein leiser, ein feiner Roman - lebensklug, präzise beobachtend, in einem positiven Sinne unspektakulär, ohne großes Tamtam und vielleicht gerade deshalb so berührend.

©AdobeStock / Rixie

eBook: ISBN: 978-3-641-19804-6 15,99 Euro

INHALTSANGABE

ELIZABETH STROUT

„Mir fehlt die Küste von Maine auch“, sagte Olive zu Jack. Und ab da war alles gut.

… wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. „Die Unvollkommenheit der Liebe“ wurde für den Man Booker Prize 2016 nominiert. „Alles ist möglich“ wurde 2018 mit dem Story Prize ausgezeichnet, erhielt ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten. Die Übersetzungsrechte ihres neuen Romans wurden in bisher 17 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.

In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Und doch enthalten die Geschichten über das Leben der Menschen dort die ganze Welt. Da ist Olive Kitteridge, pensionierte Lehrerin, die sich auch mit siebzig noch in alles einmischt, so barsch wie eh und je. Da ist Jack Kennison, einst Harvardprofessor, der ihre Nähe sucht. Beide vermissen ihre Kinder, die ihnen fremd geworden sind, woran Olive und Jack selbst nicht gerade unschuldig sind …

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©Leonardo Cendamo

Ein bewegender Roman, der von Liebe und Verlust erzählt, vom Altern und der Einsamkeit, von Momenten des Glücks und des Staunens.


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM COBURGER – Das Magazin Ausgabe 39 / Juni 2020 Sechster Jahrgang Auflage 3750 Stück www.coburger-magazin.de Verlag: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Coburger Straße 7 96472 Rödental Telefon 0 95 61 / 973 45 00 www.markatus.de Herausgeber und Chefredakteur: Wolfram Hegen Telefon 01 71 / 690 52 84 hegen@coburger-magazin.de Gründungsherausgeber: Peter Einheuser Wolfram Hegen Redaktion / Autoren dieser Ausgabe: Wolfram Hegen Wolfram Porr Heidi Schulz-Scheidt Gabi Arnold Oli Schneider Michael Selzer Fotografen dieser Ausgabe: Sebastian Buff Val Thoermer Yves Alloinde Maximilian Heeb Titelbild: „Masken auf Leinwand“ Projektleitung Coburgs Beste: Melanie Krempel Layout / Illustrationen: Axel Straubinger Lisa Obermüller Grundlayout: Peter Einheuser Anzeigengestaltung: MARKATUS Branding | Marketing | Digital Anzeigenvertrieb: Wolfram Hegen hegen@coburger-magazin.de Anke Feuer feuer@coburger-magazin.de Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2019 Druck: DCT GmbH www.dct.de

IN EIGENER SACHE IN EIGENER MEDIALER SACHE

PREMIUM PARTNER 2020

„Die Medien“ sind ja in den „sozialen“ „Medien“ gerne schuld an allem. Schuld am Untergang der deutschen Automobilindustrie, Schuld an DDR 2.0 unter „Merkel-muss-weg“, Schuld daran, „dass man in diesem Land nicht mehr seine Meinung sagen darf “, Schuld am Impf “zwang“ und Schuld an Corona sowieso. „Die Medien“ sind neben Politik und Virologen in den „sozialen“ „Medien“ Feindbild und Sündenbock. Auch hier in der Region gab und gibt es viele Bürgerinnen und Bürger, die dieses Narrativ weitertragen. Auch sehr namhafte ….

Auch in diesem Magazin gilt: Ganz lieben Dank an unsere Premium-Kunden. Sie stehen an unserer Seite. Oft seit vielen Jahren. Und wir haben immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen und Ihre Themen. Gerade in diesem vor allem auch für viele Unternehmen und Unternehmer so schwierigen Jahr 2020. Vor ihnen und uns liegt ein langer Weg der Krisenbewältigung. Nur miteinander wird es funktionieren, ist unsere feste Überzeugung.

Und ganz klar: Sicherlich werden in „den Medien“ Fehler gemacht, sicherlich haben „die Medien“ wirtschaftliche und publizistische Zwänge, sicherlich verstärken „die Medien“ Themen schon durch die bloße Berichterstattung, und sicherlich gibt es eine Koketterie zwischen Medien und Politik. Das soll, darf und muss gerne Gegenstand von Kritik sein. ABER: „Die Medien“ gibt es nicht, kaum eine Medienlandschaft ist so vielfältig, bunt und divers wie die deutsche – es gibt keine seriösen, relevanten und plausiblen Fakten, die sich nicht in deutschen Medien finden, es gibt keine Meinung, die unterdrückt wird, selbst sehr unserer Meinung nach krude Verschwörungstheorien finden in „den Medien“ ihren Widerhall. Auch wenn sie – unserer Meinung nach – kaum erträglich sind. ABER: Wer das Narrativ der Lügenpresse pflegt, wer von „Staatsmedien“ ähnlich einer Diktatur spricht, der weiß, mit wem er gemeinsame Sache macht, der weiß, dass dieses Narrativ Grundrechte nicht fördert, sondern beschädigt oder sogar zerstört.

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Wolfram Hegen: hegen@coburger-magazin.de AUSGABE 39 / JUNI 2020

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GALERIE

GALERIE C H R I S T I A N B Ö G L E

Der Coburger Christian Bögle war schon immer fasziniert von aufwendig gestalteten Plattencovern, in denen man sich (wie beim 90er Album Dookie der Band Green Day) lange verlieren konnte. Als Cartoonist mit Veröffentlichungen in der regionalen Presse und durch eigene Bandprojekte entstand dann bei ihm immer mehr der Drang, sich dem Thema Band-Merchandise und dem Illustrieren von Plattentiteln zu widmen. So kamen bisher ohne eigene Werbung und auch weiterhin als Autodidakt Projekte aus aller Welt zustande – entweder über Agenturen oder die Bands selbst. Viele große Namen sind dabei. In dieser Strecke geht es ausschliesslich um Motive, die Bands bei ihren Shows verkauft haben. Das gesamte Portfolio ist weitaus vielfältiger, einfach mal reinschauen: instagram.com/chriskillerartworx www.killerartworx.de

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CHRISTIAN BÖGLE

Englischer

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CHRISTIAN BÖGLE

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GALERIE

Gute Geschichten. Gute Bilder. Gut erzählt. Imagefilme. Werbespots. Eventmovies. Erklärfilme.

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MONACO FRANKE Für den COBURGER von Wolfram Porr

DER MONACO FRANKE Der Monaco hat’s fei aa ned leicht! Für seine Kolumne hier soll er den Leuten „aufs Maul schauen“. Aber erklär‘ mal einer, wie das gehen soll, wenn alle immer brav ihren Mund-Nasenschutz-Masken aufsetzen!? Am liebsten würde er zum zivilen Ungehorsam aufrufen: „Dudd die Dinger runter! Ich seh‘ nix, wenn Ihr redt!“ Zumal sogar Sprachwissenschaftler inzwischen bestätigen, dass Fränkisch momentan der wahrscheinlich „gesündeste“ aller bayerischen Dialekte ist. Warum? I s doch kloar! Durch sei budderweiche Ausschbroch‘ erzeugt ein Frangge kaum Aerosolen – des sind die Dröbfla, durch die sich des Dreggs-Coronavirus so verbreitet! Nein, das sind gerade eindeutig erschwerte Bedingungen. Und, lieber „Coburger“, wenn ich genau drüber nochdenk‘, müsst‘ da ja eigentlich sogar a Gefahrenzulooch drin saa! Dazu kommt, dass die Langeweile allmählich überhandnimmt. Immer noch kaa Fußball im Stadion, kaana Grillbaadys, ka Kino, nix! Und wenn sich der Monaco scho nach a’m oberbayerischen Mundart-Bauerntheater sehnt, nur um widder amoll in aaner sogenannten Kulduurveranstaltung zu sitzen, dann simmer weit kumma! Was also tun? Mit Humor kommt man am besten durch die größten Krisen, heißt es. Also simmer halt lusdich und nehma ned alles ganz so ernst. So wie der chinesischer Künstler Ai Weiwei. Der twitterte kürzlich: „Das Coronavirus ist wie die Pasta. Die Chinesen haben sie erfunden und die Italiener haben sie verbreitet.“ Der gute Mann lebt seit einem Jahr in Cambridge in England – man darf vermuten, dass er in der kurzen Zeit den englischen Humor verinnerlicht hat. Und die englische Lebenseinstellung. Schon der alte Charles Dickens nämlich fragte dereinst: „Gibt es schließlich eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?“ Nein. Gibt es nicht! Aber ob unsere italienischen Freunde schon wieder über solche Witze lachen können? Na ja, immerhin haben sie das wohl Schlimmste überstanden und hoffen bereits wieder auf Touristen. Mitte Juni werden die EU-Reisebeschränkungen ja aufgehoben, auch wenn die Bayern immer noch warnend den Zeigefinger heben. Also genauer gesagt der Söder. Letztin‘ hob ich ihn ja scho so g’lobt, den Maggus, gell! Und, ang‘stachelt von seinen Umfragewerten, haut der weiter eine gute Idee nach der andern raus! So

sinngemäß hat er gesagt, die Deutschen sollten dieses Jahr noch langsam tun, auf Mallorca, Ibiza und Bibione verzichten und einfach zuhause Urlaub machen. Also nicht auf Balkonien oder Terrassien – das wollte er seinen Landsleuten nach dem langen Lockout wirklich nicht mehr zumuten. Aber in Bayern! Jawoll! Niemand, so hat er’s gesagt, müsse nach Österreich fahren (woannerschhin scho glei ned!). Da sei’s in Bayern ganz genauso schön! Bombe! Den „Urlaub daheim“ möchte Söder sogar belohnen. Wie, ob mit Gutscheinen oder mit barem Geld, weiß er wohl selbst noch nicht so genau, aber die Idee ist auf jeden Fall gut und wie so oft von seinem großen Coronakrisen-Vorbild Österreich geklaut. In Wien nämlich verteilte die Stadt 50-Euro-Verzehrgutscheine an alle Haushalte, um den in der Coronakrise arg gebeutelten Gastronomen wieder auf die Beine zu helfen. Dann also Schäuferla und süße Baggers statt Wiener Schnitzel und Topfenstrudel gegen die Folgen der Coronakrise? Deal! Is doch ka Fraach‘! Wenn der Maggus des will, dann mach’ma mir halt Urlaub in Bayern! Es gibt ja auch viele schöne Flecken im Freistaat. Ganz unbestritten. Wer gerne einen Wein trinkt, der kann es sich in Unterfranken gutgehen lassen. Wer die Berge liebt, fährt ins Allgäu, ins Werdenfelser Land oder in den Chiemgau. Wer gerne auf dem Wasser ist, hat die Auswahl zwischen den vielen wunderschönen Seen. Radler können den Donauradweg nehmen oder sich durchs Altmühltal schlängeln. Na ja, und wer’s gemütlicher angehen will und lieber a wenig sei Ruh hat, der kann immer noch in den Bayerischen Wald.

machen und gleich in die Biergärten gehen: Da arbeiten fast eh nur sehr entspannte Australier! Mit etwas Glück sind aber sogar ein paar Quadratmeter Wiese im Englischen Garten frei, man sieht sogar a paar „Nackerte“ am Eisbach oder man trifft einen echten Promi, zum Beispiel bei „Käfer“ oder im berühmten „Schumann’s“! Einzicher Wermutsdrobfen: Die 50 Euro vom Söder langen in der Bar halt gerade mal für einen alkoholfreien Cocktail und im Feinkostdembl für 400 Gramm „Feinschmecker-Leberworschd“ oder um zwei Cappuccino zu trinken. Aber iech sag immer: Is in Venedig oder Florenz aa ned annersch, gell! Bleibt die Frage: Wo verbringen dann heuer die Münchner ihre Ferien? Na vielleicht fahren die ja heuer mal nach Oberfranken! Ein paar „Fremdenzimmer“ (an der Stelle an scheena Gruß an das Eich!) hamma ja und wos zu bieten sowieso. Sogar an dübbisch fränggischen Humor! Der is nuch amoll deutlich trockener als der „fränggisch Droggene“ im Bocksbeutel, gern hintergründig, kann aber auch mal derb sein. Klar ist: Laute Ausbrüche mit tränenden Augen und Schnappatmung sind seine Sache jetzt eher nicht. Der Franke lacht, wemma ehrlich is, mehr so a weng in sich nei. So a verschmitzter Humor bassd ja auch am besten zu ihm. Ned dass er sich glei verschluckt. Wär‘ ja schad ums Bier! Schätzla, schau wie iech schau!

Kleiner persönlicher Tipp übrigens für alle noch Unentschlossenen: Wenn die Münchner im August alle fort sind, ist’s auch in der Landeshauptstadt ganz schee! Über die hier schon öfters erwähnte, ganz spezielle „Herzlichkeit“ in den Geschäften muss man halt hinwegsehen. Am besten einen großen Bogen drum Manches ändert sich nicht: Karikatur aus dem Jahr 2014 ... (von Peter Einheuser)

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AUF EIN WORT

In jedem COBU RGER laden wir an dieser Stelle Coburger oder Nicht-Coburger ein, ihre Meinung zu sagen.

SCHON WIEDER MAL ABSURDISTAN Von Wolfram Hegen Es ist absurd, Fakten nicht zu glauben. Es ist absurd, dass Hautfarbe entscheidet. Es ist absurd, ein Fahrrad an der Steckdose zu laden. Es ist absurd, einen Volkssport ohne Volk fortzusetzen. Es ist absurd, in einem weltlichen Staat fast nur christliche Feiertage zu begehen. Es absurd, zu verdienen und zu glauben, das verdient zu haben. Es ist absurd, Normalität statisch zu denken. Es ist absurd, dass Laien mehr wissen können sollen als Profis. Es ist absurd, dass die Rechte und die Rechten sich ein Wort teilen. Es ist absurd, für Informationen nichts bezahlen zu wollen. Es ist absurd zu glauben, dass Natur uns nichts anhaben kann. Es ist absurd, eine Meinung zum Ende der Meinungsfreiheit äußern zu können. Es ist absurd, unsprechbare Schrift*en zu schreiben. Es ist absurd, Wissenschaft für das Wissen-Schaffen zu kritisieren. Es ist absurd, Verschwörungsgeschichten Theorien zu nennen. Es ist absurd, Gewinne zu behalten und Verluste abzugeben. Es ist absurd, Gestriges mit dem Wissen von heute zu denken. Es ist absurd, dass Rechte sich für Rechte einsetzen. Es ist absurd, Glück zu haben und das zu beklagen. Willkommen in Absurdistan, ein Land, in dem man leben kann, wie man möchte oder nicht. Das Land wird es aushalten, niemand wird es spalten. Und wenn doch? Dann fällt es in ein Loch.

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Coburger | Das Magazin erscheint wieder am 3. August 2020 Anzeigenschluss ist der 17. Juli 2020.

Zitate über Natur sind dieses Mal … das Letzte Alles, war gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand. Charles Darwin

Jedes Naturgesetz, das sich dem Beobachter offenbart, lässt auf ein höheres, noch unerkanntes schließen. Alexander von Humboldt

Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön. Vincent van Gogh

Düfte sind die Gefühle der Blumen. Heinrich Heine

Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte. Bertolt Brecht

Wir sind die neue Hochkultur, sind ‚ne Laune der Natur, überall nur uns‘re Spuren, ja wir sind, wir sind ‚ne Laune der Natur. Tote Hosen

Dummheit ist auch eine natürliche Begabung. Wilhelm Busch

Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft. Ernest Hemingway

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Gemeinsam da durch. 100.000 Euro Soforthilfe für gemeinnützige Vereine Unter dem Motto „Gemeinsam da durch!“ unterstreicht die Sparkasse ihr gesellschaftliches Engagement und die Verbundenheit zur Region. Dabei stellt das regionale Kreditinstitut insgesamt 100.000 Euro als Soforthilfe in der Corona-Pandemie für gemeinnützige Vereine zur Verfügung. Damit will das Haus die Vereine unterstützen, die mit einem Girokonto in Bankverbindung zur Sparkasse stehen und nachweislich aufgrund der Corona-Pandemie mit Einnahmeausfällen zu kämpfen haben bzw. in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die maximale Förderung pro Verein ist auf 500 Euro begrenzt.

sparkasse-co-lif.de/corona-vereine

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Weitere Informationen sowie Voraussetzungen rund um die Soforthilfe in der Corona-Pandemie sind unter www.sparkasse-co-lif.de/corona-vereine sowie www.heimat-traeume.de – der neuen Spendenplattform der Sparkasse Coburg - Lichtenfels – zu finden.

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