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2017, Mar. 25. SANKT PÖLTENS (Austria). CND PROGRAM: Carmen

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FEST/SPIEL/HAUS/ ST/POELTEN/ JOHAN INGER/COMPAÑÍA NACIONAL DE DANZA DE ESPAÑA: CARMEN 25 MAERZ 2017 www.festspielhaus.at


Programm / Carmen 3

Johan Inger . Compañía Nacional de Danza de España Carmen

Samstag, 25. März 2017, 19.30 Uhr Festspielhaus St. Pölten, Großer Saal Österreich-Premiere Dauer: ca. 1 Std. 45 Min. (inkl. Pause) Einführung mit Susanne Zellinger 18.30 Uhr, Kleiner Saal

„In ihrer Provokation ist Carmen ein sehr aktueller Charakter. Weil Carmen aber eine Frau ist, fasziniert uns ihr Verhalten, das bei einem Mann ganz normal wäre. So jedoch wird Carmen zum Auslöser für männliche Gewalt.“ Johan Inger

Künstlerische Leiterin Festspielhaus St. Pölten: Brigitte Fürle


Besetzung und Programm / Carmen 5

Johan Inger . Compañía Nacional de Danza de España Carmen

Johan Inger Choreografie Urtzi Aranburu Choreografie-Assistenz

David Delfín Kostüme Gregor Acuña-Pohl Dramaturgie Curt Allen Wilmer (AAPEE) Bühnenbild Isabel Ferrández Barrios Assistentin Bühnenbild Tom Visser Licht

Emilia Gisladöttir und Daan Vervoort

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich Manuel Coves Dirigent

Georges Bizet Prélude zur Oper „Carmen“ Rodion Schtschedrin Carmen-Suite für Streichorchester und Schlaginstrumente (nach Georges Bizet), Auszüge Zusätzliche Einspielungen: Kompositionen von Marc Álvarez


6 Carmen / Besetzung

Kayoko Everhart Carmen Daan Vervoort Don José Leona Sivôs Knabe Isaac Montllor Escamillo Toby William Mallitt Zúñiga Álvaro Madrigal, Antonio De Rosa, Niccolò Balossini, Mattia Russo Hunde Antonio De Rosa, Mattia Russo Zwei Schatten Aleix Mañé, Benjamin Poirier Soldaten Rebecca Connor, Elisabet Biosca, Mar Aguiló, Agnès López, Sara Fernández, Aída Badía, Helena Balla Frauen Rebecca Connor, Elisabet Biosca, Mar Aguiló, Agnès López, Sara Fernández, Aída Badía, Helena Balla, Álvaro Madrigal, Antonio De Rosa, Niccolò Balossini, Mattia Russo, Aleix Mañé, Benjamin Poirier Schatten Compañía Nacional de Danza de España José Carlos Martínez Künstlerischer Leiter|Pino Alosa Co-Leiter|Daniel Pascual Geschäftsführer|Sonia Sánchez Organisationsleitung|Jesús Florencio Künstlerisches Betriebsbüro|Luis Martínez Technischer Direktor|Maite Villanueva Marketing & Kommunikation|Luis Martín Oya Produktion|Cati Arteaga, Anael Martín, Elna Matamoros, Yoko Taira BallettmeisterInnen| Pilar de Yzaguirre – YSARCA ART PROMOTIONS Manager in Österreich Uraufgeführt am 9. April 2015 im Teatro de la Zarzuela in Madrid. Entstanden in Zusammenarbeit mit INAEM – Ministerium für Bildung, Kultur und Sport. Mit Unterstützung von Loewe Foundation.

„Ich hörte gestern – werden Sie es glauben? Zum zwanzigsten Male Bizets Meisterstück. (...) Diese Musik scheint mir vollkommen. Sie kommt leicht, biegsam, mit Höflichkeit daher. Sie istBiografien liebenswürdig, sie ‚schwitzt‘ nicht. (....) Sie ist so unaffektiert und aufrichtig, dass ich sie praktisch ganz auswendig gelernt habe, von Anfang an.“ – Friedrich Nietzsche über Georges Bizets „Carmen“


8 Carmen / Einführung

Carmen – von der Novelle zur Oper von Susanne Zellinger

Prosper Mérimée wurde 1803 als Sohn eines bekannten Kunstkritikers in Paris geboren, der sehr auf Bildung bedacht war und dafür sorgte, dass sein Sohn die besten Schulen besuchen konnte und eine umfassende Ausbildung erhielt. Schon als Student verkehrte er in den besten Kreisen, besuchte die Salons, in denen er mit berühmten Schriftstellern über Politik und Kunst debattierte. Er reiste viel, unter anderem auch nach Spanien, wo er sich besonders für die spanische Lebensart und den Lokalkolorit interessierte. Auch andere Schriftsteller wie George Borrow waren davon fasziniert und beschäftigten sich intensiv mit der Lebensweise der spanischen Roma. Angereichert mit Wissen und eigenen Erfahrungen schrieb Mérimée die Novelle „Carmen“ schließlich in nur acht Tagen, wobei die Haupterzählung, die auch die Grundlage für die Oper bildet, in eine Rahmenerzählung eingebettet ist, die ich hier jedoch beiseite lassen möchte. Interessant ist aber ein der Novelle vorangestelltes, nicht übersetztes Zitat des griechischen Skeptikers Palladas, weist es doch schon auf den schlechten Charakter der Hauptperson hin: „Das Weib ist bitter wie Galle; doch gibt es zwei Gelegenheiten, wo es angenehm ist: im Bett und auf der Bahre.“ In der Novelle ist Carmen eine Femme fatale, die die Männer mit all den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verführt, bis sie ihr unentrinnbar verfallen sind, nur um sie nachher zu vernichten. Im Gegensatz

Emilia Gisladöttir und Daan Vervoort

Nach einem spanischen Frauennamen befragt, fällt meist als erster der Vorname Carmen. Der Grund dafür liegt natürlich in der Assoziation zur bekannten Oper von Georges Bizet, die wiederum die Novelle von Prosper Mérimée als Vorlage hatte. Interessant dabei ist, dass beide Werke keineswegs von Spaniern, sondern von Franzosen geschaffen wurden.


Einführung / Carmen 10

zum damals herrschenden Frauenbild ist sie egoistisch, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und selbstbestimmt, aber gleichzeitig schön, leidenschaftlich und frei. Lieber will sie sterben, als ihre Freiheit aufzugeben. Mérimée zeigt sie aber auch, und das ist vielleicht ihr größtes Vergehen, als Frau, die eher männlich als weiblich handelt. Das wird ihr zum Verhängnis. Don José tötet sie, weil er sie nicht besitzen kann, aber auch, weil sie ihm überlegen ist. Die Oper in vier Akten wurde eigentlich als Opéra comique konzipiert, mit der jedoch die realistische Milieuschilderung und das tragische Ende in krassem Widerspruch standen. Schon in den Generalproben soll sich der Misserfolg angekündigt haben und Bizet, verzweifelt ob der anstrengenden Probenarbeit, war kurz davor, den tödlichen Schluss in ein glückliches Ende abzumildern, was jedoch nicht geschah. Als dann bei der Premiere am 03. März 1875 Carmen tatsächlich auf der Bühne erstochen wurde, reagierte das Publikum empört und betroffen, die Kritiker fielen über das Stück her und es gab nur wenige positive Stimmen. Dass Bizet kurz darauf ob dieser Enttäuschung an gebrochenem Herzen gestorben sein soll, gehört jedoch in den Bereich der Legende. Noch im gleichen Jahr jedoch wurde die Oper bei ihrer Premiere in Wien begeistert aufgenommen und begann einen Siegeszug, der bis heute andauert. „Carmen“ ist eine der am häufigsten aufgeführten Opern an den großen Häusern der Welt. Einer der ersten Anhänger, der dies öffentlich bekannte, war übrigens Friedrich Nietzsche, er sah die Oper zwanzigmal und sagte über sie: „Ich weiß keinen Fall, wo der tragische Witz, der das Wesen der Liebe

Einführung / Carmen 11

macht, so streng sich ausdrückte, so schrecklich zur Formel würde, wie im letzten Schrei Don Josés, mit dem das Werk schließt: Ja! Ich habe sie getötet, ich –meine angebetete Carmen!“ In der Oper wurden einige Veränderungen vorgenommen, es fand eine Romantisierung statt, die die Aufnahme erleichterte. Die einschneidendste Neuerung ist die Einführung der Figur der Micaela, die in der Novelle nicht vorkommt. Sie ist die gute, die auf Don José warten wird, egal was geschieht. Sie ist nicht nur charakterlich sondern auch musikalisch das Gegenstück zu Carmen, obwohl sie die Sopranstimme hat, die normalerweise über den Mezzosopran dominiert. Ein interessanter Schachzug, der auf verschiedenste Weise interpretiert wurde. Durch Micaela wird auch die Figur des Don José sympathischer und es wird ihm mehr Verständnis entgegen gebracht, er kann so schlecht nicht sein, wenn diese Frau ihn liebt. Und in den Arien der Carmen wird offensichtlich, welch böses Spiel sie mit ihm getrieben hat, wenn sie singt „Si tu ne m’aimes pas, je t’aime“ und ihn gleich darauf warnt „Mais si je t’aime, prends garde à toi“. Ausgehend von der Oper wurde das Ballett zur Musik von Rodion Schtschedrin von dem kubanischen Komponisten Alberto Alonso für die russische Ballerina Maya Plissezkaya kreiert. Die Premiere fand 1967 im Bolschoi Theater in Moskau statt. Auch dem Ballett wurde ein frühes Ende prophezeit, doch Maya Plissezkaya tanzte sie 350 mal, zum letzten mal im Alter von 65 Jahren. Hier schließt sich auch der Kreis zum heutigen Abend: Maya Plissezkaya leitete von 1987 bis 1990 die Compañía Nacional de Danza de España , die die „Carmen“ heute in Johan Ingers preisgekrönter Version zum Besten gibt.


Compañía Nacional de Danza de España


14 Carmen / Stücktext

Stücktext / Carmen 15

In schwedischen Händen „Carmen“ in der Interpretation von Johan Inger

Dass ein Schwede ein derart originär spanisches Werk wie „Carmen“ inszeniert, ist ungewöhnlich. Johan Inger empfand es als Herausforderung und als große Chance, als ihn die Compañía Nacional de Danza de España damit beauftragte. Inger wollte aus dem universalen Mythos Neues schaffen. Also näherte er sich der Gewalt mit dem Blick eines Kindes ... rein und unverdorben. Inger schuf so eine „Carmen“, durch deren Augen die Zuseherinnen und Zuseher das gesamte Geschehen mit unschuldigem Blick verfolgen, während sie gleichzeitig Zeugen davon werden, wie sich die Figur verwandelt. „In ihrem Charakter liegt etwas Rätselhaftes. Sie könnte ein beliebiges Kind sein, Don José als Knabe, die junge Micaela oder das ungeborene Kind von Carmen und José. Es könnten sogar wir selbst sein, deren angeborene Herzenswärme durch die Erfahrung der Gewalt verletzt wird. Ein kurzes Erlebnis kann so unser Leben und unsere Beziehungsfähigkeit für immer negativ beeinflussen“, sagt Johan Inger. Bühnenbild Offen und klar, geprägt von schlichten, geradlinigen Formen und Materialien, spiegelt Curt Allens Bühnenbild jenseits jeder romantisierenden Ästhetik die Atmosphären von Prosper Mérimées Novelle. Sevilla könnte jeder Ort sein, die Tabakfabrik ist austauschbar, die Berge um Ronda stehen für geistige Grenzerfahrung, düster, zwielichtig und unsicher wie manche Stadtteile. Aus Beton, Spiegel und schwarzen Wellplatten entstehen gleichseitige Dreiecke, die instinktiv und assoziativ das Universum Carmens verkörpern. Drei, das ist einer zu viel, das schürt die Eifersucht. Und dreimal drei, das ergibt neun Prismen.

Aus solchen besteht die Kulisse, verschiebbar, mit je drei unterschiedlichen Seiten. Die Tänzer stellen sie um, kreieren so verschiedene Schauplätze und Gemütszustände. Dabei verändert sich der Boden sukzessive von Hell zu Dunkel, die Leuchten akzentuieren das Fest, die Fabrik, die Berglandschaft. Es sind die einzigen Farbtupfer neben den Kostümen. So entsteht eine Dynamik, die das universelle Werk aus der Perspektive eines Kindes erleben lassen – auch die Folgen von Gewalt. Kostüme Nüchtern, zeitlos, zeitgenössisch, subtil auf die 1960er Jahre anspielend, mit Symbolik und Metapher – wie die Persönlichkeiten im Stück: Inger wollte auch bei den Kostümen von David Delfín eine neue „Carmen“, die – jenseits der Stereotypen des Werks und seiner Zeit – in der Gegenwart spielt. Die Ästhetik der Soldaten entspricht einer zeitgenössischen Form der Macht: die der Führungskräfte. Die Heldenfigur des Toreros ist ein Kino- oder Rockstar. Metaphorisch verstärkend wirken die Gitanos. Den Reizen der Zigarrendreherinnen erliegend, folgen sie animalischen Trieben. Aufrichtigkeit, Reinheit, Herzensgüte und das Geheimnis des Menschseins verkörpert ein Kind, dessen androgyne Präsenz zunehmend finsterer wird. Gewalt und Frustration zeigen sich als „Schatten“ vor allem im zweiten Akt. Im ersten noch mondän feiernd steht die Putzfrau für den Boden der Tatsachen. Startet der erste Akt hell und farbig, ist der zweite von Grau- und Schwarztönen dominiert. Und Carmen? Sie ist frei, mutig und modern, womöglich apokalyptisch in kraftvollen Kostümen, Identität vermittelnd – und ästhetische Ambivalenz.


Daan Vervoort

Biografien


18 Carmen / Biografien

Johan Inger Johan Inger, in Stockholm geboren, erhielt seine Ausbildung an der Royal Swedish Ballet School und der National Ballet School in Toronto, Kanada. Der Schwede begann seine Laufbahn 1985 im Ensemble des Royal Swedish Ballet, wo er 1989 zum Solisten avancierte. Inger folgte ein Jahr später dem Ruf Jiří Kyliáns ans Nederlands Dans Theater und entwickelte sich dort zu einem der profiliertesten Tänzer. Nach ersten Choreografien im Rahmen von Workshops des NDT kreierte Inger für das Holland Dance Festival sein erstes eigenes Stück „Mellantid“, das ihm im Jahr 1996 den Philip Morris Finest Selection Award in der Kategorie „Zeitgenössischer Tanz“ einbrachte. Auf „Mellantid“ folgten viele weitere Choreografien wie „Sammanfall“, „Couple of Moments“, „Round Corners“ und „Out of breath“. Für seine Ballette „Dream Play“ und „Walking Mad“ erhielt Inger im Jahr 2001 den Lucas Hoving Production Award. „Walking Mad“ – später getanzt vom schwedischen Cullberg Ballett – wurde zudem mit dem Danza & Danza’s Award 2005 ausgezeichnet. Im Jahr 2003 verließ Johan Inger das Nederlands Dans Theater, um die Künstlerische Leitung des Cullberg Balletts zu übernehmen. In den folgenden Jahren schuf er eine Vielzahl von Choreografien für diese Compagnie, u. a. „Home and Home“, „Phases“, „In Two Within Now“, „As if“, „Negro con Flores“ und „Blanco“. Zum 40. Geburtstag des Cullberg Balletts kreierte er das Stück „Points of eclipse“ (2007). Im Jahr 2009 schuf er die Stücke „Position of Elsewhere“ für das Cullberg Ballett und „dissolve in this“ für das Nederlands Dans Theater 1 & 2. Johan Ingers vielfach ausgezeichnetes Stück „Walking Mad“ wurde 2001 mit dem NDT 1 uraufgeführt. 2016 erhielt Johan Inger den „Benois de la Danse“ für seine Choreografie „Carmen“, geschaffen für die Compañía Nacional de Danza de España.

Biografien / Carmen 19

Compañía Nacional de Danza de España Die Compañía Nacional de Danza de España wurde 1979 unter dem Namen Ballet Nacional de España Clásico gegründet und zunächst von Víctor Ullate geleitet. 1983 übernahm María de Ávila die Gesamtleitung beider Ensembles des Nationalballetts, dem Ballet Nacional Español und dem Ballet Nacional Clásico. Ab 1987 bekam die russische Ballettlegende Maya Plissezkaya das Ruder in die Hand, bevor 1990 Nacho Duato die Künstlerische Leitung für 20 Jahre übernehmen sollte. Er öffnete das Profil der Compañía Nacional de Danza de España mit eigenen Werken und denen renommierter Choreografinnen und Choreografen. 2010 steuerte Hervé Palito das CND für ein Jahr, bevor das Kulturministerium José Carlos Martínez anfragte, der am 1. September 2011 die Künstlerische Leitung übernahm. José Carlos Martínez begann in Cartagena bei Pilar Molina, bevor er 1984 in Cannes am Centre de Danse International Rosella Hightower seine Tanzstudien fortführte. 1987 gewann er den Prix de Lausanne und ging zum Pariser Opernballett, wo er vom Ersten Solist zum Etoile aufstieg, der höchstem Position eines Tänzers. Während seiner Karriere wurde Martínez mit unzähligen internationalen Preisen ausgezeichnet, gab alle wichtigen klassischen und neoklassischen Rollen und arbeitete mit den wichtigsten Choreografinnen und Choreografen des 20. Jahrhunderts wie Maurice Béjart, Pina Bausch, Mats Ek oder William Forsythe, die speziell für ihn Stücke schufen. Martínez selbst choreografiert seit 2002 für die Studierenden der Ballettschule des Pariser Opernballetts, das Pariser Opernballett selbst, das Shanghai Ballet, das Boston Ballet und vielfach für die Compañía Nacional de Danza de España, deren Künstlerische Leitung er seit September 2011 innhat.


20 Carmen / Biografien

Manuel Coves Durch seine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Teatros del Canal in Madrid, hat Manuel Coves bereits Werke wie „Rigoletto“, „Don Carlo“, „Otello“, „Carmen“, „La Bohème“, „Candide“, „Pepita Jiménez“, „El Caballero de la Triste Figura“, „The Threepenny Opera“, „Luisa Fernanda“ und „Entre Sevilla y Triana“ dirigiert. Er dirigierte „Viva Madrid. Eine Zarzuela Anthologie“, Guridi’s „El Caserío“, „Sorolla“ (Spanisches Nationalballett) und eine Hommage an Antonio Ruiz Soler sowie „Messiah“, „Carmen“ und „Don Quijote“ mit der Compañía Nacional de Danza de España. Zu den Konzerthallen, an denen Manuel Coves bereits dirigierte, zählen das Teatros del Canal (Madrid), das Gran Teatre del Liceu (Barcelona), das Teatro de la Zarzuela (Madrid), das Palau de Les Arts (Valencia), das Teatro Arriaga (Bilbao), das königliche Opernhaus Muscat (Oman), das Campoamor (Oviedo), das Baluarte (Pamplona), das Principal de Palma sowie das Teatro Lirico (Cagliari). Er arbeitete mit Orchestern wie dem Madrid Symphony Orchestra, dem Valencia Community Orchestra, dem Orquesta of the Teatro Lírico of Cagliari, dem Symphony Orchestra of the Gran Teatre del Liceu, dem National Symphony Orchestra of Ecuador, dem National Symphony Orchestra of Colombia, dem Extremadura Symphony Orchestra, dem Loja Symphony Orchestra, dem Oviedo Philharmonic Orchestra, dem Málaga Philharmonic Orchestra, dem Bilbao Symphony Orchestra, dem Orchestra of the Teatro Argentino de la Plata, dem Balearic Symphony Orchestra, dem Orquesta de la Comunidad de Madrid, dem Brasilia National Orchestra und dem Real Filharmonía de Galicia. In der aktuellen Saison dirigiert Manuel Coves am Teatro Real (Madrid), im Gran Teatre del Liceu (Barcelona), im Teatro Carlo Felice (Genua), im Teatro Lirico Giuseppe Verdi (Triest), im Festspielhaus St. Pölten und im Teatro de la Zarzuela (Madrid).

Biografien / Carmen 21

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich ist mit seinen drei Residenzen im Wiener Musikverein, im Festspielhaus St. Pölten und in Grafenegg eine der wichtigsten Institutionen der österreichischen Musikkultur und pflegt das Konzertrepertoire von der Wiener Klassik über die Romantik bis ins 21. Jahrhundert. Chefdirigent ist seit der Saison 2015/2016 Yutaka Sado, einer der bedeutendsten japanischen Dirigenten unserer Zeit. Die Tonkünstler musizieren mit Gastdirigenten wie Michael Schønwandt, Jun Märkl, Kent Nagano, Andrey Boreyko, Simone Young und Krzysztof Urbański. Zu den solistischen PartnerInnen zählen neben vielen anderen Renée Fleming, Joyce DiDonato, Angelika Kirchschlager, Lisa Batiashvili, Sol Gabetta, Michael Schade, Julia Fischer sowie die Pianisten Rudolf Buchbinder, Fazıl Say, Kit Armstrong und Lang Lang. Tourneen führen das Orchester in mehrere Länder Europas und nach Japan. Mit Programmierungen von Werken der Gegenwart, darunter Auftragskompositionen von Kurt Schwertsik, Friedrich Cerha und Bernd Richard Deutsch, und mit der Einbeziehung von Genres wie Jazz und Weltmusik im Rahmen der Reihe „Plugged-In“ agieren die Tonkünstler am Puls der Zeit. Als erstes österreichisches Orchester richteten sie 2003 eine Abteilung für Musikvermittlung ein. Die „Tonspiele“ sind heute eines der größten Musikvermittlungsprogramme Österreichs. Zahlreiche CDAufnahmen spiegeln das künstlerische Profil des Orchesters wider. Im neu gegründeten Eigenlabel legten die Tonkünstler und Yutaka Sado Aufnahmen mit Werken von Richard Strauss, Joseph Haydn, Anton Bruckner und Jean Sibelius vor. Mehr Informationen auf www.tonkuenstler.at.


22 Carmen / Medienecho

Kalendarium / Festspielhaus St. Pölten 23

„Fern aller Folklore“

Vorschau: April/Mai 2017

Andrea Kachelrieß, Stuttgarter Zeitung, Jänner 2017 Fern aller Folklore beamt Inger den spanischen Mythos in die Gegenwart - und hält trotz zeitgemäßer Klarheit, die die Optik bestimmt, den Vorgaben von Bizet und Prosper Mérimée die Treue. (...) Keine getanzte Abhandlung über die zunehmende Gewaltbereitschaft unserer Zeit habe er mit „Carmen“ im Sinn gehabt, so der Choreograf. Und dennoch nimmt diese „Carmen“ klar Stellung zu Gewalt, ihrer Genese und ihren Konsequenzen.

April 2017

Gunild Lohmann, General-Anzeiger Bonn, Juni 2015 Inger fasst die verspielte Erotik in unverbrauchte moderne Ausdrucksmittel und Reminiszenzen ans klassische Ballett, die harmonisch zu einer Tanzsprache voller Tempo und Originalität ineinanderfließen. Doch in jedem Flirt, in jedem ernsthaften Pas de deux bleibt die unterschwellige Androhung von Gewalt präsent.

sa 01 19.30 Uhr Großer Saal

Volkskultur Österreich Ehrentanz, Brautwalzer & Tonipolka Musik/Volksmusik

mo 03 19.30 Uhr Großer Saal

Tonkünstler-Orchester Schostakowitsch/Lutosławski/Glasunow Musik/Klassik

fr

07

so

09

18.00 Uhr C!RCA Karneval der Tiere Großer Saal Circus/Akrobatik 18.00 Uhr Domkantorei St. Pölten Johannes-Passion Großer Saal Musik/Barock/Vokal

mo 10 19.30 Uhr Tonkünstler-Orchester Beethoven/Schubert Großer Saal Musik/Klassik fr

21

fr

21

18.00 Uhr Programmpräsentation Saison 2017/2018 Kleiner Saal Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail an karten@festspielhaus.at 19.30 Uhr Dominique Horwitz singt Jacques Brel! Großer Saal Musik/Chanson

Mai 2017

Julio Bravo, ABC, April 2015 In der Besetzung dieser „Carmen“ der Compañía Nacional de Danza spiegelt sich die Multikulturalität des Ganzen wider. Tänzer mit 13 verschiedenen Nationalitäten aus vier Kontinenten, drei Frauen, die sich als Carmen abwechseln: Die Isländerin Emilia Gisladöttir, die Japanerin Kayoko Everhart und die Spanierin Elisabet Biosca. Don José wird abwechselnd von dem Belgier Daan Vervoort, dem Italiener Antonio de Rosa und dem Spanier Isaac Montllor interpretiert. Und wiederum drei andere Frauen verkörpern das Kind: Jessica Lyall aus Australien, Allie Papazian aus den USA und Yae Gee Park aus Korea.

mi 03 19.00 Uhr Krems sa 06 19.30 Uhr Großer Saal

Programmpräsentation Saison 2017/2018 Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail an karten@festspielhaus.at

mo 08 19.30 Uhr Großer Saal

Tonkünstler-Orchester Haydn/Schostakowitsch/Tschaikowski Musik/Klassik

Israel Galván LA FIESTA / Das Fest Tanz/Flamenco

mi

10

Festspielhaus-Communities Yes.We.Share. Tanz/Musik/Performance

do

11

Schmieds Puls Musik/Grunge-Pop

18.00 Uhr Bühne 20.30 Uhr Bühne


Tipp / Festspielhaus St. Pölten 25

Israel Galván: LA FIESTA / Das Fest

Der Mai der Weltpremieren!

ISRAEL GALVÁN: LA FIESTA / DAS FEST

LEMI PONIFASIO/MAU WAHINE: STANDING IN TIME

Israel Galván gilt als die Ikone des zeitgenössischen Flamenco. Er dekonstruiert und erweitert den typisch spanischen Tanz um eigenwillige Elemente und entwickelt ihn zu seinem einzigartigen Stil – majestätisch, geschmeidig und prägnant. In seiner neuen Kreation, die im Festspielhaus im Rahmen einer Arbeitsresidenz zur Weltpremiere gelangen wird, geben sich sieben tanzende Stimmen und singende Körper in hohen Tönen den unermesslichen Energien ihrer Zusammenkunft hin. Ein krönendes Fest zum Abschluss des FlamencoSchwerpunkts im Festspielhaus!

Vor 20 Jahren gründete der international renommierte Choreograf und Regisseur Lemi Ponifasio MAU als transformative Kraft – eine Zusammenarbeit mit Communities und KünstlerInnen aus aller Welt. Schon im Mai 2016 hat Lemi Ponifasio mit einer ausschließlich weiblichen Gruppe – MAU Wahine – in St. Pölten gearbeitet und mit den Stimm- und Tanzkünsten seines Ensembles überzeugt. In der Weltpremiere von „Standing In Time“ brillieren die jungen Maori-Frauen in einer künstlerischen Zeremonie mit Gesang, Ritual und Bewegung: betörend schön und bildgewaltig!

Samstag, 06. Mai 2017, 19.30 Uhr, Großer Saal Karten EUR 42, 38, 33, 26, 12 Weltpremiere

Samstag, 20. Mai 2017, 19.30 Uhr, Großer Saal Karten EUR 39, 35, 30, 24, 12 Weltpremiere

Einführung 18.30 Uhr, Kleiner Saal

Einführung 18.30 Uhr, Kleiner Saal


Inserat Standard, anbei

Inserat Theater an der Wien, anbei


Inserat NĂ–N, anbei

Inserat Grafenegg, anbei


Inserat Ö1 (anbei)

IMPRESSUM Herausgeber, Verleger und Medieninhaber NÖ Kulturszene Betriebs GmbH, Festspielhaus St. Pölten, Kultur­be­zirk 2, 3100 St. Pölten, T: +43 (0) 2742/90 80 80, F: +43 (0) 2742/90 80 81, www.festspielhaus.at. Für den Inhalt verantwortlich Thomas Gludovatz, Johannes Sterkl. Künstlerische Leiterin Brigitte Fürle. Redaktion Julia Dorninger. Fotos Jesús Vallinas (alle Produktionsfotos „Carmen“), Rubén Camacho (S. 28), alle anderen unbenannt. Umschlagbild (Emilia Gisladöttir, Isaac Montllor) Jesús Vallinas. Produktion Walla Druck Wien. Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen ­vorbehalten. Fotografieren, Ton- und Videoaufzeichnungen nicht gestattet. Preis des Programmheftes: Euro 2,70

Karten & Info: +43 (0) 2742/90 80 80 600 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at


Karten & Information +43 (0) 2742/90 80 80 600 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at


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