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2017, Jan. 26-28. LUDWIGSBURG (Germany), Forum am Schlosspark. CND PROGRAM: Carmen

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ORUM AM SCHLOSSPARK

Compañía Nacional de Danza

Carmen Ballett von Johan Inger


PROGRAMM | DO 26. | FR 27. | SA 28. Januar 2017

TanzForum | KlassikForum 2 Carmen Choreografie Johan Inger Choreografie-Assistenz Urtzi Aranburu Musik Marc Álvarez, Rodion Schtschedrin und Georges Bizet Eingespielt von: Chamber Orchestra Kremlin | Charles Dutoit & Orchestre de Montreal | Marc Álvarez | Moscow Virtuosi Chamber Orchestra | Orchestre National du Capitole de Toulouse | Slowak Philarmonic Orchestra Bühnenbild Curt Allen Wilmer (AAPEE) Assistentin Bühnenbild Isabel Ferrández Barrios Licht Tom Visser Kostüme David Delfín Dramaturgie Gregor Acuña-Pohl Uraufführung Teatro de la Zarzuela, Madrid, 9. April 2015

Dauer 1,5 Stunden. In zwei Akten ohne Pause

»Meine Carmen basiert nicht nur auf der weiblichen Protagonistin der Geschichte. Mein Ballett fokussiert – wie Mérimée in seiner Novelle – Don Josés Liebeskummer. Unfähig den Freiheitsdrang seiner Geliebten zu akzeptieren, beschreitet er den Weg zur Hölle, angetrieben von primitiven Instinkten: Leidenschaft und Rache.« Johan Inger

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COMPAÑÍA NACIONAL DE DANZA Künstlerischer Leiter José Carlos Martínez Co-Leiter Pino Alosa Geschäftsführer Daniel Pascual Hauptsolisten Seh Yun Kim, Alessandro Riga Erste Solisten Kayoko Everhart, Esteban Berlanga, Moisés Martín, Isaac Montllor, Anthony Pina Solisten Aída Badía, Lucie Barthélémy, Elisabet Biosca, Cristina Casa, Natalia Muñoz, YaeGee Park, Antonio De Rosa, Yanier Gómez, Toby William Mallit, Aleix Mañé, Daan Vervoort Corps de Ballet Mar Aguiló, Helena Balla, Rebecca Connor, Sara Fernández, Sara Khatiboun, Agnés López, Sara Lorés, Clara Maroto, María Muñoz, Haruhi Otani, Giulia Paris, Shani Peretz, Ana Pérez-Nievas, Pauline Perraut, Giada Rossi, Nandita Shankardass, Leona Sivoš, Irene Ureña, Ion Agirretxe, Nicolò Balossini, Juan José Carazo, Ángel García Molinero, Erez Ilan, Jesse Inglis, Álvaro Madrigal, Marcos Montes, Benjamin Poirier, Mattia Russo, Iván Sánchez, Roberto Sánchez, Rodrigo Sanz Ballettmeister Cati Arteaga, Anael Martín, Elna Matamoros, Yoko Taira Künstlerisches Betriebsbüro Jesús Florencio Pianisten Carlos Faxas, Viktoria Glushchenko Physiotherapeuten José Ignacio Pérez, Sara Álvarez Masseur Mateo Martín Pressesprecher Maite Villanueva Pressereferent José Antonio Beguiristain Produktionsleiter Luis Martín Oya Produktion Javier Serrano Verwaltung Susana Sánchez-Redondo Organisation Sonia Sánchez Assistentin der Geschäftsführung Amanda Pérez Vega Personal Rosa González Hausmeister Miguel Ángel Cruz, Teresa Morató Technischer Direktor Luis Martínez Assistenten Technischer Direktor Luis Rivero, Eduardo Castro Inspizienz José Álvaro Cotillo Bühnenhelfer Francisco Padilla Elektriker Lucas González, Juan Carlos Gallardo, José Manuel Román Video & Ton Jesús Santos, Pedro Álvaro, Rafa Giménez Garderobiere Ana Guerrero, Madel Carmen Ortega, Mar Aguado Kostümarchiv Luisa Ramos Requisiten José Luis Mora Lager Reyes Sánchez 3


ZUM STÜCK

JOHAN INGER UND CARMEN Dass ein Schwede ein derart originär spanisches Werk wie Carmen inszeniert, ist ungewöhnlich. Johan Inger empfand es als riesige Herausforderung und als große Chance, als ihn die Compañía Nacional de Danza beauftragte, dies zu tun. Inger wollte aus dem universalen Mythos Neues schaffen. Also näherte er sich der Gewalt mit dem Blick eines Kindes ... rein und unverdorben. Inger schuf so eine Carmen, durch deren Augen der Zuschauer das gesamte Geschehen verfolgt mit unschuldigem Blick, während er gleichzeitig Zeuge wird, wie sich die Figur verwandelt. »In ihrem Charakter liegt etwas Rätselhaftes. Sie könnte ein beliebiges Kind sein, Don José als Knabe, Michaela als junges Mädchen, oder das ungeborene Kind von Carmen und José. Es könnten sogar wir selbst sein, deren angeborene Herzenswärme durch die Erfahrung der Gewalt verletzt wird. Ein kurzes Erlebnis kann so unser Leben und unsere Beziehungsfähigkeit für immer negativ beeinflussen.« Johan Inger

MUSIK Marc Álvarez schreibt Musik für Theater, Tanz, Film und viele andere Bereiche. Zu seinen Auftraggebern gehören die freie Szene, staatliche oder städtische Theater sowie kommerzielle Unternehmen. Sein musikalisches Spektrum reicht von Kompositionen für Plataforma, dem iberoamerikanischen Festival für junge Kunst, bis zum Stück »El arte de la entrevista« des vielfach ausgezeichneten Autors Juan Mayorga, von Adaptionen für »Peer Gynt« bis zur Inszenierung des Musicals »Jesus Christ Superstar«. Álvarez arbeitete mit Regisseuren wie Calixto Bieito, Víctor Conde, Juan José Afonso, Carlos Atanes oder Juanjo Villanueva, komponierte Tanzstücke wie »Der Salto von Nijinsky« oder »La niña farola para el Ballet« – sowie Johan Ingers neue Version von »Carmen« angeregt von Georges Bizet. »Es war eine echte Herausforderung, diese Suite zu ›vollenden‹, die so perfekt ist, wie es nur sein kann. Die Musik musste auch den anderen Teil beschreiben, jenen kaum Sichtbaren, den Geist der Figuren, die das Drama spiegeln. Ich musste begreifen, wie Carmen, Don José oder andere denken und fühlen, es war der einzige Weg, um bei der Komposition zum Ziel zu kommen.«

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ZUM STÜCK

BÜHNENBILD Offen und klar, geprägt von schlichten, geradlinigen Formen und Materialien, spiegelt Curt Allens Bühnenbild jenseits jeder romantisierenden Ästhetik die Atmosphären von Prosper Mérimées Novelle. Sevilla könnte jeder Ort sein, die Tabakfabrik ist austauschbar, die Berge um Ronda stehen für geistige Grenzerfahrung, düster, zwielichtig und unsicher wie manche Stadtteile. Aus Beton, Spiegel und schwarzen Wellplatten entstehen gleichseitige Dreiecke, die instinktiv und assoziativ das Universum Carmens verkörpern. Drei, das ist einer zu viel, das schürt die Eifersucht, die sich in Gewalt Bahn bricht. Und dreimal drei, das ergibt neun Prismen. Aus solchen besteht die Kulisse, verschiebbar, mit je drei unterschiedlichen Seiten. Die Tänzer stellen sie um, kreieren so verschiedene Schauplätze und Gemütszustände. Dabei verändert sich der Boden sukzessive von Hell zu Dunkel, die Leuchten akzentuieren das Fest, die Fabrik, die Berglandschaft. Es sind die einzigen Farbtupfer neben den Kostümen. So entsteht Dynamik, die das universelle Werk aus der Perspektive eines Kindes erleben lassen – auch die Folgen von Gewalt.

KOSTÜME Nüchtern, zeitlos, zeitgenössisch, subtil auf die 60er Jahre anspielend, mit Symbolik und Metaphern – wie die Persönlichkeiten im Stück: Inger wollte auch bei den Kostümen von David Delfín eine neue Carmen, die – jenseits der Stereotypen des Werks und seiner Zeit – in der Gegenwart spielt. Die Ästhetik der Soldaten entspricht einer zeitgenössischen Form der Macht: die der Führungskräfte. Die Heldenfigur des Toreros ist ein Kino- oder Rockstar. Metaphorisch verstärkend wirken die Zigeuner. Den Reizen der Zigarrendreherinnen erliegend, folgen sie animalischen Trieben fast wie sexwütige Hunde. Aufrichtigkeit, Reinheit, Herzensgüte und das Geheimnis des Menschseins verkörpert ein Kind, dessen androgyne Präsenz zunehmend finster wird. Gewalt und Frustration zeigen sich als »Schatten« vor allem im zweiten Akt. Im ersten noch mondän feiernd steht die Putzfrau für den Boden der Tatsachen. Startet der erste Akt hell und farbig, ist der zweite von Grau- und Schwarztönen dominiert. Und Carmen? Sie ist frei, mutig und modern, womöglich apokalyptisch in kraftvollen Kostümen, Identität vermittelnd – und ästhetische Ambivalenz. 7


CHOREOGRAF

Johan Inger, 1967 in Stockholm geboren, besuchte die Königlich Schwedische Ballettschule und die Schule des kanadischen Staatsballetts. Von 1985 bis 1990 tanzte er beim Königlich Schwedischen Ballett in Stockholm, zuletzt als Solist. Die Begeisterung für Jirí Kyliáns Werk brachte ihn 1990 zum Nederlands Dans Theater 1, wo er bis 2002 einer der profiliertesten Tänzer war. In den Choreografie-Workshops des NDT entdeckte Kylián sein Talent, 1995 schuf er für das NDT 2 sein erstes Ballett »Mellantid«. Es wurde mehrfach ausgezeichnet. Auch einige der vielen folgenden Choreografien für das NDT, etwa »Dream Play« und »Walking Mad«, erhielten Preise. 2003 übernahm Johan Inger die künstlerische Leitung des Cullberg Ballets Stockholm und kreierte bis 2008 zahlreiche Stücke für diese Kompanie. Zu deren 40. Geburtstag 2007 schuf er »Point of Eclipse«. Seit 2008 widmet er sich ausschließlich dem Choreografieren, seit 2009 ist er assoziierter Choreograf des NDT. Auch für andere Kompanien choreografiert er. So entstand 2010 für das Göteborg Ballet »Falter«, 2011 für das Ballett des Theaters Basel »Rain Dogs« zur Musik von Tom Waits. Inger erhielt 2016 den »Benois de la Danse« für seine Choreografie »Carmen«, geschaffen für die Compañía Nacional de Danza. 8

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KOMPANIE

Die Compañía Nacional de Danza wurde 1979 unter dem Namen Ballet Nacional de España Clásico gegründet und zunächst geleitet von Víctor Ullate. 1983 übernahm María de Ávila die Gesamtleitung beider Ensembles des Nationalballetts, dem Ballet Nacional Español und dem Ballet Nacional Clásico. Sie erweiterte das Repertoire, etwa mit Choreografien von George Balanchine oder Anthony Tudor. Als Gastchoreografen holte sie den Tänzer und Choreografen Ray Barra, einst Solist beim American Ballet Theatre und dem Stuttgarter Ballett. Er sollte die Kompanie bis 1990 leiten. Ab 1987 bekam die russische Ballettlegende Maya Plisetskaya das Ruder in die Hand, bevor 1990 Nacho Duato die Kompanie für 20 Jahre übernehmen sollte. Er öffnete das Profil der Compañía Nacional de Danza mit eigenen Werken und denen renommierter Choreografen. 2010 steuerte Hervé Palito das CND für ein Jahr, bevor das Kulturministerium José Carlos Martínez anfragte, der am 1. September 2011 die künstlerische Leitung übernahm. Er zeigt nicht nur große Choreografen der Gegenwart, sondern fördert auch Neuproduktionen spanischer Choreografen. Die Mission des CND: die Vielfalt der Stile und choreografischen Sprachen von klassisch bis Avantgarde zu erforschen und zu zeigen.

KÜNSTLERISCHER LEITER

José Carlos Martinez begann in Cartagena bei Pilar Molina, bevor er 1984 in Cannes am Centre de Danse International Rosella Hightower seine Tanzstudien fortführte. 1987 gewann er den Prix de Lausanne und ging zum Pariser Opernballett, wo er vom Ersten Solist zum »Etoile« aufstieg, die höchste Position eines Tänzers. Während seiner Karriere wurde Martinez mit unzähligen internationalen Preisen ausgezeichnet, gab alle wichtigen klassischen und neoklassischen Rollen und arbeitete mit den wichtigsten Choreografen des 20. Jahrhunderts wie Maurice Béjart, Pina Bausch, Mats Ek oder William Forsythe, die speziell für ihn Stücke schufen. Martínez selbst choreografiert seit 2002 für die Studierenden der Ballettschule des Pariser Opernballetts, das Pariser Opernballett selbst, das Shanghai Ballet, das Boston Ballet und vielfach für die Compañía Nacional de Danza de España, deren künstlerischer Leiter er seit September 2011 ist.

Infos, Bilder, Kritiken, Diskussion facebook.com/forum.am.schlosspark.ludwigsburg Management in Deutschland Pilar Garcia de Yzaguirre, 2 YSARCA ART PROMOTIONS Herausgeberin: Forum am Schlosspark, Stadt Ludwigsburg, Fachbereich Kunst und Kultur, Mathildenstraße 29, 71638 Ludwigsburg, Telefon (07141) 910 3918 | Leitung Fachbereich Kunst und Kultur: Wiebke Richert | Künstlerische Leitung: Lucas Reuter | Redaktion: Alexander Frey | Fotos: Jesús Vallinas (Titel, S. 5, 6, 9), Urban Jören (S. 8) | Druck: flyeralarm GmbH, Auflage 1000, 12 / 2016 | Gestaltung: Langenstein Communication GmbH, Ludwigsburg

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ORUM AM SCHLOSSPARK

São Paulo Companhia de Dança Choreografien von Édouard Lock und Jomar Mesquita Impulsiv und mit einer aus der Gruppe heraus entwickelten Virtuosität zieht ihr Tanz das Interesse der internationalen Tanzwelt an. So hat Édouard Lock, Leiter der kanadischen Kultkompanie La La La Human Steps, für São Paulo Companhia de Dança »The Seasons« choreografiert: Spitzentanz zwischen extremer Beschleunigung und konzentrationsfordernder Verzögerung. Von unerfüllten Sehnsüchten erzählt sein brasilianischer Kollege Jomar Mesquita in »Mamihlapinatapai«: Das Wort aus einer Indio-Sprache beschreibt einen schwierigen Zustand – Mesquita löst ihn einfach in Tanz auf.

FR 17. | SA 18. März 2017 Karten 39 | 33 | 27 | 21 | 15 € Junge Besucher 8 € (07141) 910 3918 oder (0711) 2 555 555 sowie bei allen Easy Ticket Vorverkaufsstellen

www.forum.ludwigsburg.de


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