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MYGAY No. 5

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Issue No. 5 / AUGUST/SEPTEMBER 2021 / 5,95€ www.mygay-magazine.com

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IMPRESSUM HERAUSGEBER

B-World Media & Marketing GmbH Kurfürstenstraße 33 D-10785 Berlin Tel. +49-30-68 91 71 - 92 www.mygay-magazine.com

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VERLEGER

Christian Sommer, Michael Schmucker

MYGAY MAGAZINE KOSTET

5,95 Euro

@ 2021 B-World

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KULTUR 44 David Farquhar 54 Humboldt Forum 60 Galerien in Tel Aviv

POLITIK 06 Bundestagswahl 21 – Wahlanalyse 16 USA & LGBTQ – Kann eine Wahl etwas verändern? 22 Gewalt – Es beschädigt Deine Seele 30 Der Pride heute und damals – Eine stolze Geschichte!

LIFESTYLE

GESUNDHEIT

66 Depeche Mode

70 Schwule Familienväter 76 MYGAY Serie

82 Zukunftsangst einer Generation

WIRTSCHAFT

REISE

MODE

88 Der öffentliche Dienst 92 Ein Anwaltsteam nur für LGBTQ

98 Schweiz Küsse, Käse & Kultur 102 Dänemark & LGBTQ

106 Öko-Look war gestern

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MUSIK

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POLITIK

Ist die CDU/CSU eine Partei für die LGBTQ-Community? Gerne hätten wir diese und weitere Fragen mit einem Vertreter der Parteien besprochen. Wie wollen die zwei Parteien die Vielfalt beispielsweise fördern, die Diskriminierung von LGBTQ-Menschen abbauen oder sich für europäische

BUNDESTAGSWAHL 2021 DIE CDU/CSU – WAHLANALYSE

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Wird es Zeit für die Opposition? Da nach 16 Jahren die Kanzlerschaft von Angela Merkel zu Ende geht, hoffen gerade SPD und Grüne auf ihre große Chance. Eine Chance, die der CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet verhindern will. Und Laschet kann gewinnen. Er hat schon einmal SPD und Grüne auf die Oppositionsbank geschickt und in NRW eine Regierung mit der FDP gebildet. Allerdings müsste ihm inhaltlich mehr einfallen als die Aussage: Wir sind nicht Die Grünen.

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ei der CDU und der CSU kann man eins sagen: Wer nichts verspricht, der kann am Ende des Tages auch keinen Wähler enttäuschen. In keiner anderen Partei ist Politik und Religion so verankert wie bei der konservativen Volkspartei mit dem C im Namen. Daher braucht man sich nicht wundern, dass die Partei in vielen Fragen altbacken ist und der modernen Gesellschaft hinterherläuft. Die Union stellt seit 1950 die meiste Zeit den Bundeskanzler beziehungsweise die Bundeskanzlerin. Mit 54 Jahren Kanzlerschaft hat keine andere Partei Deutschland so geprägt wie die CDU, zusammen mit der kleinen bayrischen Schwester CSU.

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LGBTQ-Grundwerte einsetzen? Leider war bis Redaktionsschluss kein Vertreter der CDU/CSU als einzige große Partei für ein Interview bereit. Bleibt die abschließende Frage: Ist die Community der CDU/CSU so egal?

LGBTQ-Politik

Was will die CDU/CDU im Wahlprogramm?

Man müsste meinen, dass dieses Feld weiß bleiben müsste. Was macht die CDU/CSU für die Community? Sie hat in der letzten Legislaturperiode sehr viel blockiert, weil man vorher nichts versprochen hat. Dennoch ist die CDU/CSU bei einigen in der Community beliebt und die zwei Parteien haben in den Pride-Monaten plötzlich die Community für sich entdeckt. Selbst ein Markus Söder war beispielsweise für die Regenbogen-Beleuchtung der Allianz-Arena beim viel diskutierten Fußballspiel Deutschland gegen Ungarn und posierte mit Regenbogen-Schutzmaske. Kanzlerin Merkel hat das homophobe Gesetz der ungarischen Regierung in einer Sitzung des Deutschen Bundestages ebenso klar verurteilt. Schöne Worte ist man von der Union gewohnt. Bei der Ergänzung des Artikels 3 Grundgesetz wurden in der ersten Lesung und in der Expertenbefragung von der Unions-Fraktion positive Signale gesetzt. Am Ende kam es aber leider so, wie es oft kommt - es wurde blockiert. Beim Transsexuellengesetz wollte man der SPD einen aufgeweichten Entwurf unterjubeln. Die SPD hat diesen diskriminierenden Kompromiss abgelehnt. Nach dem Motto: Ganz oder gar nicht. Kleine Schritte machte die CDU beim Verbot der Konversionstherapie. Hier hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Verbot durchsetzen können, aber nur für Kinder und Jugendliche. Ebenfalls auf Spahns queerer Erfolgsliste steht die Finanzierung der PrEP durch die Krankenkassen. Ganz erstaunt waren viele dann auch bei der CDU-Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die sich nicht nur für das angetane Leid und Unrecht homosexueller Soldaten entschuldigte, sondern ein Rehabilitierungs- und Entschädigungsgesetz vom Bundestag abstimmen ließ.

„Dort, wo in unserer Gesellschaft Abschottung und Intoleranz um sich greifen, entsteht der Nährboden für Radikalisierungen. Vorbeugende Maßnahmen müssen daher möglichst früh und im unmittelbaren persönlichen Umfeld ansetzen.“

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Im Wahlprogramm der Union erfahren LGBTQ-Menschen mit diesem einen Satz genau diese Abschottung, da nichts Wesentliches zum Thema drinsteht. Wie vor vier Jahren gilt erneut: Wo man nichts verspricht, kann man die Wähler scheinbar nicht enttäuschen. Nicht einmal etwas Konservatives oder LGBTQ-Negatives - wie ein starres Bekenntnis zur Familie aus Mann, Frau und Kindern - ist dort mehr zu finden. Im Wahlprogramm ist einfach nichts.

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POLITIK

KANN EINE WAHL WIRKLICH ETWAS VERÄNDERN FÜR DIE LGBTQ-COMMUNITY? Wie schnell sind Veränderungen am Beispiel USA möglich? Autor: USA-Korrespondent Derek Meyer

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enn Ende September 2021 die Bundestagswahl in Deutschland stattfindet, wird dies in der deutschen LGBTQ-Community wahrscheinlich weniger Beachtung finden als die Wahl des US-Präsidenten im vergangenen November 2020. Denn während in den deutschen Medien immer wieder von den Spitzenkandidaten der Parteien gesprochen wird, vermissen viele von uns Agenden, die auf die Bedürfnisse der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transund intergeschlechtlichen Menschen eingehen.

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Und so haben es Armin Laschet (CDU), Markus Söder (CSU), Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Die Grünen) oder Christian Lindner (FDP) bisher versäumt, ihren Wählern abseits von beinahe lautlosen und vereinzelten Pressemeldungen mitzuteilen, wie sie das Leben der Schwulen in Deutschland verbessern möchten. Somit bekommt der schwule Mann in Deutschland von dieser Thematik nicht viel oder gar nichts mit und zeigt dementsprechend wenig Interesse an den Kandidaten, die die „eiserne“ Kanzlerin Angela Merkel beerben wollen.

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Ein Staatenlenker beim Pride – warum nicht in Deutschland? In den USA ist das eine ganz andere Geschichte, wo der amerikanische Präsident Joe Biden vor ein paar Wochen den Pride Monat Juni würdigte, und den queeren Pulse-Nachtclub in Orlando, in dem vor fünf Jahren 49 Menschen erschossen wurden, zum „National Memorial“ erklärte. Und die Vize-Präsidentin Kamala Harris besuchte indes mit ihrem Ehemann die Capital Pride in Washington D.C. im Juni 2021. Mrs. Harris trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Love is Love“ und wünschte gutgelaunt Mitgliedern der Community „Happy Pride“, während es Angela Merkel in den 16 Jahren ihrer Amtszeit bis heute versäumt hat, einen der zahlreichen Christopher Street Days in Deutschland zu besuchen oder großes Engagement gegenüber der LGBTQ-Community zu zeigen.

Eine politikverdrossene LGBTQ-Community in Deutschland? Woher mag das kommen? Während in Deutschland aufgrund fehlender Gesetze Mitglieder der LGBTQ-Community immer wieder Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Bevormundungen erleben und sich von den Politikern im Stich gelassen fühlen, geht die breite Bevölkerung davon aus, dass wir von der Gesellschaft akzeptiert werden, und es für uns seit der Abschaffung des Paragrafen 175 keinen Grund mehr zum Beschweren gibt.

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Sicherlich hatte Frau Merkel 2017 das Thema „Ehe für alle“ in die Diskussion gebracht, dann aber doch gegen den Antrag gestimmt, den die SPD gestellt hatte. Und sicherlich beschloss die deutsche Regierung 2020 ein international beachtetes Teilverbot der „Homo-Heilung“ und arbeitete an einem Rehabilitierungsgesetz für diskriminierte Soldaten in der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee mit einer symbolischen Entschädigung. Aber als sich Sven Lehmann, der Sprecher für Queerpolitik der

grünen Bundestagsfraktion, 2020 an die Regierung wandte, taten sich Abgründe auf. Die Grünenfraktion hatte der schwarz-roten Bundesregierung eine Anfrage bezüglich der sozialen und gesundheitlichen Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und intergeschlechtlichen Menschen geschickt und musste dann mehr als ein Jahr auf eine Antwort der Bundesregierung warten, die sich als eher desinteressiert herausstellte. Der großen Koalition waren damals „keine diskriminierenden Regelungen“ im deutschen Recht bekannt, was aufgrund des verfassungswidrigen Transsexuellen-Gesetzes und diskriminierender Prüfungsverfahren privater Krankenversicherer bei der Kostenübernahme geschlechtsangleichender Maßnahmen mehr als fraglich erscheint. Und so erhielten nicht nur die Grünen den Eindruck, dass sich die aktuelle Bundesregierung nicht für uns Menschen vom anderen Ufer interessiert, was auch die fehlende Unterstützung von Laschet & Co erklären würde.

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POLITIK

„ES BESCHÄDIGT DEINE SEELE!“ Wie geht es Opfern von homophober Gewalt Jahre nach der Tat? Autor: Michael Soze

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u schwule Sau!“ – drei kleine Wörter, die bis heute noch immer Alltag auf deutschen Schulhöfen sind. Ein anderes Mal werden mitten am Tag auf der Straße Homosexuelle geschupst oder geschlagen, aber oftmals hören die Opfer nach wie vor nur den immer gleichen Rat, sie mögen sich doch nicht so anstellen. Verständlich, dass die Dunkelziffer der Übergriffe gegenüber Schwule und Lesben geschätzt bei rund 90 Prozent liegt. Offiziell gab es 2020 bundesweit laut dem Innenministerium 782 registrierte Straftaten von Hasskriminalität gegenüber LGBTQ-Menschen, darunter 154 Gewalttaten. Ein Anstieg von 36 Prozent – und das in einem Jahr, in dem viele Menschen pandemiebedingt deutlich weniger soziale Kontakte hatten. Der Lesben- und Schwulenverband LSVD attestiert der aktuellen Koalition einen „Totalausfall“, obwohl diese eigentlich medial in Szene gesetzt damals versprach, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit deutlich entgegenzuwirken.

Und trotz alledem bleibt dieser eine Satz noch immer in viel zu vielen Köpfen haften, der die Taten bis heute selbst negiert. Einer jener Opfer war vor genau zwei Jahren der beliebte Journalist und Fernsehmoderator Michael Flotho. Der sympathische seriöse Mann arbeitete für verschiedene Radio- und Fernsehsender und war jahrelang das Gesicht der Sendung rbb aktuell und der Abendschau. Im August vor zwei Jahren war Flotho zusammen mit seinem Hund Hero vom Fitnessstudio auf dem Heimweg. Knapp hundert Meter vor seiner Wohnung kam es vor einer Eckkneipe in Berlin-Wilmersdorf zu einer kurzen Diskussion mit dem Wirt des Lokals. Der Betreiber beschwerte sich pöbelnd, dass Flothos Hund öfter vor das Lokal pinkeln würde. Als Flotho dem widersprach, schlug der Kellner der Kneipe auf Befehl des Wirts ohne Vorwarnung dem Moderator mit der Faust ins Gesicht. Dabei beschimpfte er ihn wüst mit den Worten: „Verpiss dich, du Schwuchtel. Solche Schwulis wie dich wollen wir hier nicht sehen!“

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In diesem August jährt sich der Zwischenfall zum zweiten Mal, der Wirt ist inzwischen verstorben, der Kellner kam mit einer vergleichsweise sehr milden Geldstrafe vor Gericht davon und arbeitet bis heute in der Eckkneipe. Alles also vergessen und vorbei? So wie die anderen fast 800 Straftaten gegenüber Homosexuellen? Die nüchternen Zahlen können nicht wirklich wiedergeben, wie sich die einzelnen Opfer fühlen und wie ihr Leben auch manchmal Jahre nach dem Angriff noch immer ein anderes ist als zuvor. Rechnet man die nicht publik gemachten Taten dazu, kommt es im Schnitt zu etwa 22 solcher Übergriffe auf LGBTQ-Menschen jeden Tag. Das MyGay Magazine sprach mit Michael Flotho darüber, was so ein Erlebnis mit einem Menschen anstellen kann.

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„Du fragst dich selbst jeden Tag: Was ist, wenn der wieder auftaucht? Ziehst du das durch oder nicht? Kannst du das? Ich kann es bis heute nicht beantworten.“

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POLITIK

DER PRIDE HEUTE UND DAMALS – EINE STOLZE GESCHICHTE! Autor: Michael Soze

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ach einem pandemiebedingten trostlosen Sommer 2020 dürfen wir in diesem Jahr endlich wieder auf die Straßen gehen und unseren Kampf für Gleichberechtigung sowie unseren Stolz und unsere Lebensfreude in die Welt hinaustragen. Zwar ist noch nicht alles wie immer, dennoch haben die ersten Sommermonate gezeigt, dass die LGBTQ-Community gerade in diesem Wahljahr Lust auf Veränderung hat und mehr denn je zeigen will, wie wichtig Sichtbarkeit für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung für alle Menschen unterm Regenbogen ist. Wir wollen feiern, wir wollen uns umarmen und küssen und wir wollen auch stolz Flagge zeigen und klarmachen: Kein Schritt zurück! Die Bilder von den ersten großen deutschen Prides 2021 auf den kommenden Seiten demonstrieren das eindrucksvoll.

Ein paar hundert Mutige auf der Straße In Berlin kamen 1979 rund 450 Demonstranten zusammen, auf deren Transparenten die ersatzlose Streichung des Paragraphen 175 eingefordert wurde und auf denen die unterschiedlichen Mottos zu lesen waren: „Mach Dein Schwulsein öffentlich“ sowie „Lesben erhebt Euch und die Welt erlebt Euch!“ Ein Jahr später gingen dann erstmals rund 1.500 Menschen beim allerersten Pride in Hamburg auf die Straße.

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Die Älteren und Geschichts-Interessierten werden noch wissen, dass die Ursprünge aller weltweiten Paraden, wie wir sie heute kennen, in der New Yorker Christopher Street liegen. Dort, wo sich einst Schwule, Lesben, transsexuelle und queere Menschen sowie Drag-Queens im Juni 1969 gegen polizeiliche Willkür und Gewalt zur Wehr setzten und erstmals Gleichberechtigung einforderten. Dreh- und Angelpunkt war die bis heute berühmte Bar Stonewall Inn. Bereits ein Jahr später gab es den allerersten Christopher Street Liberation Day, um an die Aufstände in New York zu erinnern.

Es dauerte acht Jahre, bis es in Europa zum ersten Vorläufer der heutigen Prides kam. Rund 400 Demonstranten feierten 1977 in Stockholm den „Befreiungstag der Schwulen und Lesben“. In der Schweiz kam es 1978 in Zürich zum allerersten Christopher Street Day. Die Bezeichnung selbst hat sich bis heute nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehalten, weltweit spricht man zumeist einfach nur noch von den Gay Prides. Ein Jahr später kam es dann 1979 zu den ersten CSDs in Deutschland – die ersten mutigen Homosexuellen und queeren Menschen gingen in Bremen, Köln, Stuttgart und dem damaligen West-Berlin auf die Straße, um sich gegen Diskriminierung einzusetzen. Noch etwas unsicher war man sich zu dieser Zeit, welchen Namen man der Demonstration denn nun schlussendlich geben sollte. Vom „Gay Pride“ über den „Gay Freedom Day“ bis zum „Schwulen Karneval“ war alles mit dabei.

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NEW YORK

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Fotos Berlin (C) HECTOR NAVARRO

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KUNST

DAVID FARQUHAR Die Sinnlichkeit der Schotten Autor: Michael Soze

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avid Farquhar ist kein normaler Zeichner – und nein, das liegt nicht daran, dass der Mann ein waschechter Schotte ist, sondern an der Tatsache, dass er es vermag, das innerste Selbst eines Menschen in seinen Bildern einzufangen. Zudem begeistert uns seine Detailtreue und sein Handwerk – selten schaffen es Maler, so explizit Gesichter, Blicke und flüchtige Momente für die Ewigkeit festzuhalten. David wurde 1977 im schottischen Paisley geboren. Seine Leidenschaft für Kunst zeigte sich bereits in seiner frühen Kindheit, als man ihn oft in einer Ecke sitzend und malend vorfand. Er studierte Illustration und Druckgrafik und arbeitet heute als freiberuflicher Illustrator, Porträtkünstler und auch als Dozent für Make-up-Artistik in Glasgow. In seinen persönlichen Werken widmet er sich gerne menschlichen Beziehungen und der LGBTQ-Community. Seine Arbeiten kann man auch in den Bildbänden „In Shadows“ und „Chiaroscuro“ bewundern.

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davidfarquhardesigns.com etsy.com/uk/shop/DavidFarquharDesigns twitter.com/farquhardesigns instagram.com/davidfarquhardesigns

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K U LT U R

DAS NEUE BERLINER SCHLOSS UND DAS HUMBOLDT FORUM Deutschlands neue historische Mitte und ein Platz auch für die LGBTQ-Community Autor: Sebastian Ahlefeld

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Vom kaiserlichen Palast zum sozialistischen Palast Das Schloss wurde 1443 als feste Residenz der Hohenzollern gegründet und wurde vom Kaiser mit der Kurfürstenwürde der Mark Brandenburg belehnt. Was gerade den Gegnern des Bauprojektes ein Dorn im Auge war, weil sie es als ein Symbol von Herrschaft und Krieg ansehen. Dabei war es nach dem Ersten Weltkrieg und dem Abdanken der Hohenzollern auch ein Ort der Bürger als Sitz von Behörden, Kunst- und Wissenschaftseinrichtungen. Auch eine Suppenküche und ein Studentenwohnheim waren im Schloss untergebracht. Somit war ab den 1920er Jahren das Berliner Schloss ein Ort der Begegnung, der Lehre und des Volkes.

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erlin liegt geografisch zwar nicht in der Mitte Deutschlands, aber als Bundeshauptstadt versteht sich Berlin dennoch als das Zentrum der Republik. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), hat beim Richtfest des Berliner Schlosses / Humboldt Forums 2015 in seiner Rede betont, dass so manches historisches Ereignis von Berlin ausging. Eine Äußerung, die bei den geladenen Gästen für Schmunzeln gesorgt hat, wenn man bedenkt, dass die zwei Weltkriege nun einmal von Berlin ausgingen und viel Leid über Deutschland, Europa und die Welt gebracht haben. Eine Historie, die gerade Gegner eine lange Zeit genutzt haben, um das größte Kulturprojekt unserer Zeit zu verhindern: Die Wiederauferstehung des Berliner Schlosses mit dem Humboldt Forum.

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„Ziel ist es, komplexe Dinge verständlich zu machen und das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken. Aktuell besonders wichtig, wo Fake News und Verschwörungstheorien gerade Hochkonjunktur haben.“

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KUNST

MIT KUNST MAUERN EINREISSEN Schwule Kunst mitten im Nahen Osten Zwischen Kulturhochburg und Kriegsgebiet Autor: Sebastian Ahlefeld

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ass Israel und insbesondere Tel Aviv der Place to be für schwule Männer im Nahen Osten ist, ist kein Geheimnis. Kaum ein schwuler Mann, der gerne auf Reisen geht, kommt an Israel mit seiner Metropole Tel Aviv vorbei. Kaum dass die hohen Inzidenzwerte in der Corona-Pandemie überstanden waren, keimte der alte und ewig andauernde Konflikt zwischen Israel und der Hamas erneut auf. Immer wieder kam es in den letzten Wochen zu Raketenabschüssen und so befindet sich das kulturreiche Land abermals im Ausnahmezustand. Sei es Corona oder ein Krieg – die Kunst und das kulturelle Leben leiden immer am meisten darunter. Wer kann schon entspannt Kultur genießen oder durch eine Galerie schlendern, wenn man um sein Leben fürchten muss? Israel wäre allerdings nicht Israel, wenn die Menschen nicht nach vorne blicken und stetig weitermachen würden.

Tel Aviv, die Stadt der Kunst Kultur ist in ganz Israel ein Lebensgefühl. Historische Orte, religiöse Pilgerstätten, die berühmte Bauhaus-Architektur und die zahlreichen Museen und Galerien lassen das Land zu einem kulturellen Juwel erleuchten. Selbst die kleinen Souvenirläden in den historischen Gassen in Jerusalem haben etwas magisch Kulturelles. Für die weltweite Kunst-Szene ist Tel Aviv und das angrenzende Jaffa ein Schmelztiegel der modernen Art. Hier treffen sich junge Kreative in kleinen Galerien. Vom multidisziplinären Lagerraum, wie die Almacén-Galerie, bis hin zur noblen Litvak-Galerie , die sich in einer der oberen Etagen eines Hochhauses auf Glaskunst spezialisiert hat. Es gibt kaum einen Straßenzug, in dem nicht eine Galerie zu finden ist. In den engen Gassen der schönen Altstadt von Jaffa reihen sich die kleinen und feinen Galerie-Geschäfte wie eine Perlenkette aneinander. Wie in Deutschland, wird vor allem die Kunst der zeitgenössischen Moderne von den Galerien ausgestellt.

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Galerien, die nun wieder ihre Türen öffnen können. Einheimische und Touristen schlendern vergnügt und voller kultureller Sehnsucht von Galerie zu Galerie. Durch die große Vielfalt ist für fast jeden etwas dabei. Aber nur fast. Denn in der schwulen Hochburg Israels war Kunst, die sich mit Homosexualität und Männerkörpern befasst, bis vor kurzen noch eine kulturelle Rarität.

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LIFEST YLE

MYGAY-SERIE DER KAMPF ZWISCHEN RELIGIÖSER UND SEXUELLER IDENTITÄT Teil 1: Jüdisch und Homosexuell Autor: Sebastian Ahlefeld

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ie geschlechtliche Orientierung und die sexuelle Identität sind Gefühle von Zugehörigkeiten mit denen wir geboren werden. Sie liegen in unserer DNA. Wir können und sollten uns nicht dagegen wehren. In eine Religion werden wir dagegen hineingeboren und hineinerzogen. Diese können wir jederzeit ablegen und wieder annehmen. Wir können selbst bestimmen, wann wir an eine Gottheit glauben wollen und wann nicht. „Stopp mal“, würden manche aufschreien, denn ganz so einfach ist es nicht immer. Auch der religiöse Glaube ist in vielen Menschen so stark verwurzelt, dass sie die Religion nicht so leicht abschütteln können. Für viele ist die Religion ein Stück ihrer Identität, beinahe ähnlich, wie es die sexuelle Identität ist. Für viele Menschen ist oft sogar das Verleugnen der persönlichen Religion schwieriger als das Verstecken der eigenen sexuellen Identität, wenigstens dann, wenn diese von der eigenen Religion als schwere Sünde stigmatisiert wird.

Religion oder Identität – was wiegt schwerer?

Seit vielen Jahren wird in Deutschland und Europa über die Kirche und ihr Verhältnis zur Homosexualität diskutiert. Sei es in Bezug auf das Verbot der homosexuellen Ehe oder das Verweigern der Segnung für homosexuelle Paare. Zuletzt machte der Vatikan in Rom Schlagzeilen, als er sich mit einer diplomatischen Verbalnote – dem politisch schärfsten Schwert in einem solchen Fall – gegen ein Gesetz zum Schutz von Homosexuellen in Italien aussprach. In diesem Artikel wollen wir uns das Verhältnis zwischen Homosexualität und den führenden Religionen etwas genauer ansehen und starten in dieser Ausgabe mit dem Judentum.

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Auch wenn die Konversionstherapie in Deutschland mittlerweile (nur) bei Kindern verboten ist, ist diese dennoch weltweit nach wie vor eine gängige Praxis innerhalb religiöser Gemeinschaften. Diese sind der Ansicht, dass man die Homosexualität wie den Sata-

nismus austreiben könne, weshalb sich auch weiterhin religiös erzogene Menschen in diese pseudowissenschaftliche und häufig religiös beeinflusste Therapie begeben. Gezwungen wie auch freiwillig. Für einen nicht-religiösen Menschen ist es schwer nachzuvollziehen, welchen inneren Kampf viele dabei führen, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu verändern. Es ist nicht unbedingt immer die Religion, die homosexuelle Menschen aus ihrer Gemeinschaft ausschließt und verurteilt, es sind vor allem auch die religiösen Führer und Vertreter, die eine uralte Glaubenskultur nicht reformieren wollen und sich verweigern, in unserer aufgeklärten Welt zu leben.

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Die Tora-Stelle Levitikus, Kapitel 20,13 wird von liberalen Rabbinern dahingehend interpretiert, dass Homosexualität so weit erlaubt ist, wenn die Partnerschaft oder der Sexualkontakt gleichwertig ist und keiner in der Partnerschaft dem anderen unterwürfig ist – so wie es einst gegenüber der Frau innerhalb einer heterosexuellen Ehe der Fall war.

Nicoleta Mena Keshet Deutschland

Jüdisch und Homosexuell Zu den ältesten Welt-Religionen gehört das Judentum. Und so sind auch die Gebote und Verbote zu Sex, Liebe und Ehe ein in Teilen veraltetes Regelwerk: „Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen.“ So steht es in der Tora unter Levitikus, Kapitel 20, 13.

Es bedarf mehr Kommunikation Auch im Judentum in Deutschland fehlt es an einer breiten Diskussion zur gleichgeschlechtlichen Eheschließung vor einem Rabbiner in einer Synagoge. Es gibt die Rabbiner, die auch gleichgeschlechtliche Paare in die Ehe einführen, aber diese sind eine

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Da es beim Judentum nicht den einen obersten Glaubensführer gibt, wie in der katholischen Kirche den Papst, gibt es in Sachen Homosexualität auch keine klare Linie. Dies führt dazu, dass sich eine der ältesten Religionen in einem ständigen Erneuerungsprozess befindet. Es werden verschiedene Diskussionen zugelassen und dabei die Bedeutung der Texte in der Tora stetig neu diskutiert und versucht, diese zeitgemäß zu interpretieren. Somit auch die Textstellen von Levitikus.

Welche Rolle spielt die Homosexualität in der jüdischen Religion heute? Wer sich damit ausführlich beschäftigt, ist der Verein Keshet Deutschland. Keshet will die Rechte von und den Umgang mit LGBTQ-Jüdinnen und Juden in Deutschland fördern. Ihre Vision ist es, ein offenes queeres Leben und queere Familien in jüdischen Gemeinden selbstverständlich zu machen. Sie veranstalten dabei Schabbatot (Tage des Schabbats), Seminare und Shiurim (Lesungen aus der Tora) sowie spezielle Veranstaltungen an den Feiertagen. Gerade für junge LGBTQ-Menschen ist Keshet ein wichtiger Anlaufpunkt und bietet einen sicheren Raum, um die eigene Identität zu finden. Nicoleta Mena ist Mitglied des Vorstandes und hilft dabei, die Zusammenhänge zwischen jüdisch und homosexuell besser zu verstehen: „Im Judentum kann man den Umgang mit Homosexualität nicht pauschalisieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass manche konservative Synagogen offener sind, mit uns Veranstaltungen zu machen, als welche, die sich als liberal bezeichnen. LGBTQ-Personen werden in den jüdischen Gemeinden in Deutschland nicht die Türen verschlossen, allerdings werden wir auch nicht gerade mit offenen Armen empfangen.“

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WIRTSCHAFT

EIN ANWALTSTEAM NUR FÜR LGBTQ-MENSCHEN?! Autor: Michael Soze

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Warum ist es Ihrer Ansicht nach wichtig, eine Anwaltskanzlei nur für die LGBTQ-Community und für Frauen anzubieten? Wir sind der Ansicht, dass es einen „Safe Space“ auch im Rechtswesen geben sollte. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem sich unsere Fokusgruppe ohne Zweifel und Einschränkungen verstanden, gehört und repräsentiert fühlt. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass queere Menschen in einzelnen Anwaltskanzleien nicht willkommen waren. Solche Hindernisse haben andere gesellschaftliche Gruppen vielleicht weniger. Daher unsere Kanzlei, die versucht, allen Menschen einen Zugang zum Recht zu geben.

Wie sind Sie beide auf die Idee dazu gekommen? In unserer Berufslaufbahn haben wir beide festgestellt, dass immer noch patriarchale, recht konservative Strukturen die Anwaltschaft durchziehen. Teilweise waren wir selbst als queere Frauen mit Sexismus konfrontiert und fühlten uns nicht immer respektiert und gewertschätzt. Dazu kommen unflexible Arbeitszeiten und wenig Gestaltungsspielraum. Frauen und queere Menschen sind dazu auch immer noch in Führungspositionen unterrepräsentiert. Wir versuchen diese Strukturen zu brechen; andere Arbeitgeberinnen zu sein. Hinzu kommt, dass wir uns unsere Mandate gerne selber aussuchen wollten, um Menschen und Vorhaben zu unterstützen, die dieselben Werte haben wie wir oder diese ausdrücken.

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ie Rechte der LGBTQ-Community wurden in den vergangenen Jahren immer mehr gestärkt – vor dem Gesetz sind auch Menschen jenseits der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft weitestgehend gleichgestellt. Man könnte also durchaus den Eindruck gewinnen, es sei alles wunderbar im Jahr 2021. Ein Trugschluss, denn die Zahl der Übergriffe auf homosexuelle Menschen nimmt seit Jahren stetig zu. Viele Opfer trauen sich erst gar nicht, ihre Erfahrungen publik zu machen. Dabei geht es nicht immer nur um Gewalttaten, sondern oftmals auch um scheinbar banale Dinge – vom Mietrecht bis zum Datenschutz. Immer steht für LGBTQ-Menschen die eine Frage im Raum, ob ihr Gegenüber sie und ihre Belange auch wirklich ernst nimmt. Bis heute kennen auch viele Frauen ein ähnliches Schicksal, auch hier schweigen noch immer viel zu viele aus Angst, vorverurteilt zu werden. In Berlin haben nun die zwei Anwältinnen Katja Dunkel und Rebecca Richter die deutschlandweit erste Anwaltspraxis nur für LGBTQ-Menschen und Frauen eröffnet. Das MyGay Magazine traf die beiden spannenden Frauen zum Gespräch.

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Katja Dunkel und Rebecca Richter

Ich kann mir vorstellen, dass man als Anwältin wahrscheinlich stets versucht, sachlich mit einer Anfrage und der Situation umzugehen. Auf der anderen Seite kann ich mir denken, dass oftmals hoch emotionale Geschichten im Hintergrund eine Rolle spielen, wenn gerade Menschen aus der LGBTQ-Community zu Ihnen kommen. Wie gehen Sie damit um? Viele Mandanten und Mandantinnen kommen zu uns, weil sie sich einen empathischen und sensiblen Umgang mit ihnen und ihren Angelegenheiten wünschen, und sich dessen bei uns sicher sein können. Es geht dann oft um Themen wie sexualisierte Gewalt oder Diskriminierung, was uns an Stellen natürlich auch nahe geht. Als Anwältinnen können wir uns jedoch auch im notwendigen Maße abgrenzen. Für uns sind das gleichzeitige Einfühlen und das emotionale Abgrenzen kein Widerspruch, sondern ein Zeichen für eine gute Anwältin oder einen guten Anwalt.

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Sie bieten in Ihrer Kanzlei Beratungen zu diversen Themen an, von Medienrecht über Wirtschaft bis hin zum Datenschutz oder zum allgemeinen Zivilrecht. Welche Punkte werden am meisten von Mitgliedern der LGBTQ-Community in Anspruch genommen? Was speziell die queere Community beschäftigt, sind Themen wie Hasskommentare im Netz, Diskriminierungen und andere Benachteiligungen im Alltag. Hier beraten wir zu den rechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, und den Erfolgschancen im Gespräch. Es geht den meisten um eine Art Genugtuung und teils auch mal um Schmerzensgeld, welches man von den Tätern fordern könnte. Auch sexualisierte Gewalt und da dann die Frage, inwieweit man sich über seine persönlichen Erfahrungen öffentlich äußern darf. Hier haben wir ja auch die aktuellen Fälle in den Medien. Da kann man auch in den öffentlich geteilten Meinungen von Menschen erkennen, wie brisant das Thema auch im Rechtlichen ist. Wir beraten auch viele weibliche und queere Kreative, Filmemacher und Filmemacherinnen, Soloselbstständige zu sämtlichen Fragen in Vertragswerken oder Vertragsverhandlungen.

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REISE

WORLD PRIDE UND EURO GAMES IN DÄNEMARK 5 Must-See-Events in Kopenhagen 2021

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021 ist ein großes Jahr für Kopenhagen, denn die dänische Hauptstadt wird zusammen mit ihrer Schwesterstadt Malmø in Schweden die WorldPride und Euro Games unter dem Namen „Copenhagen 2021“ ausrichten. Es ist das erste Mal, dass der WorldPride und die Euro Games kombiniert werden und das erste Mal, dass zwei Länder die Veranstaltungen gemeinsam ausrichten. Es werden zehn Tage sein, in denen Vielfalt und Inklusion mit Aktivismus, Sportturnieren, Kunst- und Kulturveranstaltungen und dem weltweit größten LGBTI+ Menschenrechtsforum gefeiert werden.

Steve Taylor, Director of Communications bei Copenhagen 2021, blickt voraus: „Während sich die Welt nervös von der Pandemie erholt, sind die Herausforderungen für die LGBTI+ Gleichberechtigung noch dringlicher. Obwohl wir einige unserer Pläne ändern mussten, freuen wir uns auf die Gelegenheit, Dänemark auf die Landkarte zu setzen und der Welt zu zeigen, dass Kopenhagen 2021 ehrgeizige Ziele für die globale Gleichberechtigung setzt, während wir gleichzeitig Spaß haben, Sport treiben und das Zusammensein wieder genießen können.“

Bereits 1989 schrieb Dänemark Geschichte, indem es als erstes Land der Welt gleichgeschlechtliche Ehen gesetzlich anerkannte. Bis heute zählt Dänemark zu den LGBTI+-freundlichsten Ländern der Welt. Kopenhagen feiert den Pride bereits seit 1996 und die Stadt bietet alles auf, von einem der ältesten LGBTI+-Treffpunkte der Welt bis hin zu gemeinschaftlich geführten Räumen in einer ehemaligen Militärbasis. Als Besucher muss man erst gar nicht danach Ausschau halten, ob etwas LGBTI+-freundlich ist, denn Kopenhagens Nachtleben ist genauso aufgeschlossen wie alles andere in der Stadt. Wenn Besucher jedoch Lust haben, mit der LGBTI+-Community zu feiern, ist die Gegend um Studiestrædet voll mit LGBTI+-Bars und Nachtclubs. „Copenhagen 2021“ ist die weltweit bedeutendste LGBTI+-Veranstaltung, die im Jahr 2021 stattfindet. Mehr als 250.000 Menschen werden erwartet, um die Veranstaltung zu feiern, die um das Thema #YouAreIncluded herum aufgebaut ist.

Die Öresund-Deklaration wird ein zentrales Vermächtnis von Kopenhagen 2021 sein, ein Manifest auf mehreren Ebenen für eine globale LGBTI+-Gleichstellung bis 2030, zu dessen Unterzeichnung Parlamentarier, globale Führungspersönlichkeiten und Influencer eingeladen werden, um ihr Engagement für ein weltweites Ende der Kriminalisierung von LGBTI+-Menschen zu zeigen. Da die globale Pandemie immer noch andauert, streben die Organisatoren eine möglichst breite Beteiligung aus der ganzen Welt an, auch für diejenigen, die nicht physisch teilnehmen können – deswegen werden digitale Kanäle die Veranstaltung unterstützen.

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Also Lust auf einen Besuch in Kopenhagen? Steve Taylor stellt uns seine fünf „Must-Sees“ in Kopenhagen 2021 vor:

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@Kim Wyon

1. Das 1:1-Demokratie-Festival in den Øksnehallen. Hier wird es vom 16. bis 21. August jeden Tag 16 Stunden lang Debatten und Diskussionen sowie informelle Veranstaltungen geben. 2. Das Fluid Festival bietet Programm von und für Frauen, nicht-binäre und trans Menschen. Es wird Bühnen, Bars und Orte zum Entspannen geben.

4. Die World Pride Walks ersetzen die bekannte Parade aufgrund der COVID19-Beschränkungen, stellen aber sicher, dass die LGBTI+ Sichtbarkeit auf den Straßen immer noch ein zentrales Merkmal von „Copenhagen 2021“ ist. Sie werden an mehreren Tagen während der Veranstaltung stattfinden. 5. Zu guter Letzt finden vom 18. bis 21. August die World Pride-Konzerte statt, die per Livestream zu unserem Zuschauerbereich in einem der wunderschönen Parks Kopenhagens übertragen werden. Sie stehen alle unter einem bestimmten Motto und enden mit einer spektakulären Abschlusszeremonie mit internationalen Künstlern am Samstag, den 21. August.

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3. Auf Islands Brygge wird das Sports Village mit Bereichen zum Entspannen und Beobachten der Euro Games-Turniere auf großen Bildschirmen, zum Baden im Hafen, zum Entspannen mit Freunden und zum Genießen der Szene einladen.

@Daniel Rasmussen

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Lust auf noch mehr lokale LGBTI+-Veranstaltungen?

Fakten über Dänemark und LGBTQ:

Dann empfehlen wir die Pride und Diversity-Feiern in Aarhus, Fanø und Aalborg:

Dänemark ist seit Jahrzehnten eine fortschrittliche Nation, wenn es um die Gleichstellung von LGBTI+ geht. Homosexualität wurde 1933 entkriminalisiert. Geschlechtsangleichende Operationen fanden erstmals 1951 statt. Dänemark führte 1987 ein Antidiskriminierungsgesetz ein und legalisierte zwei Jahre später gleichgeschlechtliche Partnerschaften. In jüngerer Zeit, im Jahr 2014, war Dänemark das erste Land, das eine legale Änderung des Geschlechts ohne vorherige medizinische Genehmigung erlaubte, und im Jahr 2017 waren sie die ersten in der Welt, die das Transgender-Sein von der Liste der psychischen Krankheiten entfernten.

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Aabenraa Pride: 24-30. Juni Aarhus Stolz: 3. Juli Aalborg Pride: 10. Juli Kolding Pride: 7. August West Coast Pride: 2.-11. August World Pride: 12.-22. August Viborg Pride: Datum bei Druckschluss noch nicht fest

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LIEBE UND TOLERANZ: LGBTI+ IN DÄNEMARK

Schon mal den Namen Axgil gehört? 1989 schrieb unser kleines Land Geschichte, als es als Erstes die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare einführte – und das erste Paar war Axel und Eigil, Axgil also! Wir sind stolz auf unsere Werte, die auf Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung beruhen. Doch Dänemark bietet noch so viel mehr!

Nicht nur die Natur selbst beruhigt unser Gemüt, auch die Unterkünfte sind einfach wunderbar: Es gibt zahlreiche traditionelle Ferienhäuser in allen Größen, unter anderem mit Swimmingpool, Whirlpool und Sauna und traumhafte Domizile mit Kamin und Meerblick. Ideal für jede Jahreszeit! Oder wie wäre es mit einem spannenden Camping-Urlaub direkt am Meer? In Dänemark ist alles möglich! Dabei sollte eines fest eingeplant sein – ein Besuch in Kopenhagen, der vielleicht lebenswertesten Stadt der Welt. Gerade in diesem Sommer, denn Kopenhagen feiert World Pride und Euro Games! Also, worauf noch warten?

HANDY AUS, HYGGE AN!

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Wie wäre es mit der dänischen Nordseeküste? Weitläufig und der Inbegriff von Freiheit. Hier, wo man den Horizont stets vor Augen hat und der Wind den Alltagsstress in die Ferne pustet, kann man den Gedanken freien Lauf lassen. Einfach tief einatmen, den Wellen lauschen und genießen! Oder wie wäre es mit der Ostseeküste Dänemarks? Hier laden entspannte Strände, magische Moore und aufregende Steilküsten zum Träumen und Entspannen ein. Gleichzeitig durchziehen beeindruckende UNESCO-Weltkulturstätten das Landschaftsbild. Bedeutende Wikingerstätten, romantische Schlösser und faszinierende gegenwärtige Kunst runden das Bild an Nord- und Ostseeküste ab. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise in die dänische Vergangenheit oder lassen Sie sich von der Kreativität bekannter Künstler inspirieren. Richtig lecker wird es übrigens auch, denn egal ob

Sternerestaurant oder Hotdog-Bude: In Dänemark kann man sich den Urlaub auf der Zunge zergehen lassen. Köstliche Delikatessen aus dem Meer sorgen dabei für ganz besonders großen Genuss!

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