Issue No. 4 / JUNI/JULI 2021 / 5,95€ www.mygay-magazine.com
#aufbruch
Exklusiv Interview!
AKK GOES DIVERSITY!? AUFBRUCH IN EIN NEUES DENKEN!
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@ 2021 B-World
KOMMENTAR Die politische Intoleranz einer Community EXKLUSIV-INTERVIEW Annegret Kramp-Karrenbauer
ARTIKEL 3 Feedback
KOLUMNE Zu faul für die Demokratie?
UNTERHALTUNG Friedrichstadt-Palast: ARISE
MALEREI Martin Georg Sonnleitner
GESUNDHEIT Darmkrebsvorsorge
AUSBILDUNG Schwul auf dem Bau
FASHION Kunst auf der Haut
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POLITIK Aufbruch in eine neue Zeit
POLITIK Der Gender-Krieg*in
POLITIK Wenn eine Stiftung zum politischen Spielball wird SPORT Wo bleibt der 12te Mann?
KULTUR 3D-Künstler Adam Martinakis
FOTOGRAFIE The Body Project LIFESTYLE Von jungen Liebhabern und Sugardaddys
WIRTSCHAFT Besser qualifiziert, schlechter bezahlt REISE Ein anderes Wort für Glück? Ganz einfach: Dänemark!
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EDITORIAL
M YGAY # 4 / P O L I T I K / AUF BRUC H I N EI NE NEUE Z EI T
deren doch grundfalsch. Wir haben gelernt, dass wir die Verantwortung nicht in die Hände von Menschen legen dürfen, die nur in Wahlperioden oder bis zum eigenen Renteneintrittsalter denken wollen. Wie schnell weltweit Änderungen möglich sind, hat Covid bewiesen. Jetzt brauchen wir einen neuen Virus, einen Virus der Veränderung. Es bedürfte nicht mehr als Lust, den Mut der gegenseitigen Anfeuerung und den Willen zur Veränderung. Wie sagte es die Poetin Amanda Gorman so wunderbar bei der Amtseinführung von Josef Biden zum amerikanischen Präsidenten: „There is always a light, if only we‘re brave enough to see it, if only we‘re brave enough to be it.“ Wir müssen selbst das Licht der Veränderung sein. Oder eben auch nicht. Daher ist am Ende die Frage tatsächlich so einfach: Wollen wir überleben?
Agnés Callamard, die internationale Generalsekretärin von Amnesty International sagte dazu: „Die Pandemie hat die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass die Welt derzeit unfähig ist, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten. Umso stärker wird das Gefühl einer drohenden Gefahr, wenn wir in die Zukunft blicken, und damit auf eine Krise von weitaus größerem Ausmaß, für die es keinen Impfstoff gibt – nämlich die Klimakrise!“ Bleibt die Frage offen, wann wir dieses Problem endlich anpacken wollen?
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Das klingt natürlich ein Stück weit nach Utopie und all die müden und trägen Gesichter rufen uns zu: Was sollen wir schon tun, die Welt ist nun einmal, wie sie ist. Das stimmt zum einen und ist zum an-
Es ist an der Zeit, wahrlich, das ist es. An der Zeit, für gleiche Rechte einzutreten – in Deutschland mit der Ergänzung des Artikels 3 des Grundgesetzes um den Passus „sexuelle Identität“ (Hashtag: #zeigdie3) ebenso wie in anderen Ländern für grundsätzliche rechtliche Gleichberechtigung. Das ist der zentrale Punkt, Gleichberechtigung und Würde – für jeden Menschen. Und es ist an der Zeit, das mit Freude zu tun, nicht widerwillig mit Resignation und Pessimismus. Am Ende ist es nämlich auch Zeit für Freude, für pure Lebensfreude. Wir dürfen sie wiederentdecken, wir dürfen und sollten sie von neuem entfachen. Wir müssen versuchen, unsere Leben zu dem zu machen, was wir wollen – ganz gleich, ob das unser Privatleben, den Beruf oder unsere Umwelt betrifft. Der Sommer 2021 ist die Zeit des Aufbruchs, ein Aufbruch in eine neue Zeit der Möglichkeiten. Und es fühlt sich so an, als sei es zeitgleich unsere letzte und zugleich größte Chance, tatsächlich in eine neue Zeit aufzubrechen. In eine bessere Zeit. Eine Zeit mit fairen Chancen, mit Respekt, mit Liebe, gleichen Rechten und Würde für alle Menschen. Es ist an der Zeit.
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M YGAY # 4 / P O L I T I K / DER GENDER-K RI EG*I N
Verändert die Sprache die Gesinnung? Linguisten und die meisten Sprachwissenschaftler stimmen zwar der Aussage zu, dass die Sprache natürlich Einfluss auf unser Leben hat, allerdings nicht in dem Sinne, wie sich das Befürworter des Genderns erhoffen. So schrieb die Sprachwissenschaftlerin Ewa Trutkowski in einem Artikel für die Neue Züricher Zeitung beispielsweise: „Zu glauben, durch eine veränderte Sprachnorm politische Versäumnisse heilen und soziale Realitäten umstülpen zu können, ist eine Illusion: Es werden nicht mehr Frauen in Lastwagencockpits steigen, wenn man fortan von «Lastwagenfahrenden» oder «Lastwagenfahrerinnen und Lastwagenfahrern» spricht, solange zukünftige Kapitäninnen der Landstraße das Steuer nicht selbst in die Hand nehmen wollen.“ Eine Sprache kann also bestenfalls Impulse setzen, doch muss die eigentliche Bewegung von anderer Stelle erfolgen, anderenfalls müssten beispielsweise Länder wie die Türkei oder Ungarn mit ihrer Sprache frei von Geschlechtszuschreibungen ganz weit vorne in puncto Geschlechtergerechtigkeit sein. Das Gegenteil ist der Fall.
Problematischer könnte zudem ein weiterer Punkt sein, ein sogenannter Bumerang-Effekt: Besteht durch das Gendern nicht die Gefahr, die Lebensrealität von Frauen und Homosexuellen weiter herabzusetzen, frei nach dem Motto: „Ihr habt doch jetzt schon eure eigene Sprache mit Sternchen, jetzt reicht es doch aber mit der Gleichberechtigung.“ Das Gendern könnte zu Scheinkriegsplätzen führen und ein trügerisches Gefühl entstehen lassen, dass sich tatsächlich ein gesellschaftlicher Wandel vollziehen würde. An den harten Fakten indes ändert das wohl wenig: Frauen verdienen aktuell bei gleicher Eignung nach wie vor 21 Prozent weniger als Männer (Gender Pay Gap). Homosexuelle bekommen im Durchschnitt 12 Prozent weniger Gehalt im Vergleich zu heterosexuellen Kollegen, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Eine Schieflage, die dringend geändert gehört. Die Gefahr ist groß, dass das Gender-Sternchen als Beruhigungspille für marginalisierte Gruppen eingesetzt wird und damit genau den gegenteiligen Effekt erzielt. Wenn wir wirklich ehrlich sind, müssten wir uns zudem eingestehen, dass ganz gleich ob Sternchen, Unterstrich oder Klammer, wir selbst bei gegenderten Worten wie beispielsweise den Journalist*innen stets im besten Fall nur das männliche und das weibliche Geschlecht damit verknüpfen. Nonbinäre oder trans-Menschen sollen zwar mit einbezogen werden, doch abseits der eigenen Community und ihrer Filterblase wird sonst kaum ein Außenstehender diese Definition ähnlich sehen. Und selbst nicht wenige Verfechter des Genderns missverstehen das Sternchen selbst und sprechen dabei oftmals einseitig nur von der Sichtbarkeit von Frauen, vergessen sind alle anderen, eigentlich ebenso angesprochenen Personen aus der LGBTQ-Community. Warum diese Verwirrung zumeist entsteht, wird erklärbar, wenn man einen Blick auf die Sprache selbst wirft.
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Nun könnte man einwenden, dass vor einigen Jahrzehnten noch die Mehrheit der Bevölkerung beispielsweise auch gegen die »Ehe für alle« oder andere Errungenschaften für die LGBTQ-Community war. Eine Mehrheit an sich ist also noch kein Beleg für die richtige Herangehensweise. Um eine wirkliche Gleichberechtigung zu erreichen, sowohl für Frauen als auch für Homosexuelle und LGBTQ-Menschen im Allgemeinen, bedarf es aber der Überzeugungsarbeit, die jeder anderen positiven Veränderung vorausgegangen ist. Mit halbfertigen Ideen und Ansätzen schaffen wir das aber nicht, wir vertiefen nur die Gräben zwischen den Menschen. Das Gendern in seiner jetzigen Form und Anwendung betont Unterschiede statt Gemeinsamkeiten.
POLITIK
BUNDESSTIFTUNG MAGNUS HIRSCHFELD Wenn eine Stiftung zum politischen Spielball wird Autor: Sebastian Ahlefeld
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ie Magnus-Hirschfeld-Stiftung ist heute eine der wichtigsten Ansprechpartner in und für die LGBTQ-Community. Die Stiftung hat zum Ziel, Bildungs- und Forschungsprojekte zu fördern und einer gesellschaftlichen Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Personen in Deutschland entgegenzuwirken. Die Stiftung will dabei die Akzeptanz von Menschen mit einer nicht-heterosexuellen Orientierung in der Gesellschaft insgesamt fördern; gleiches gilt für Menschen, die sich nicht ausschließlich als Mann oder Frau definieren. Die Stiftung wurde im Oktober 2011 von der Bundesrepublik Deutschland eingerichtet und ist dem Bundesministerium für Justiz unterstellt. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Berlin und ist nach dem Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung, Magnus Hirschfeld (1868-1935), benannt.
Parteibuch oder Verdienst an der Community?
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Seit dem November 2011 ist Jörg Litwinschuh-Barthel geschäftsführender Vorstand der BMH. Er wurde im Juni 2016 für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt. Laut Satzung muss alle fünf Jahre der Vorstandsposten neu ausgeschrieben werden. Dies kann aber vom Kuratorium ausgesetzt werden, wenn man den aktuellen Vorsitzenden beibehalten will. Litwinschuh-Barthel ist das Gesicht der Stiftung und hat dafür gesorgt, dass die Stiftung ein unerlässlicher Grundpfeiler der LGBTQ-Community ist. Dabei werden eigene Forschungsprojekte aufgebaut und externe Forschungsprojekte gefördert. Ein wesentlicher
Arbeitsauftrag der Stiftung ist zudem die Beratung der Bundesregierung und des Parlaments. Litwinschuh-Barthel macht dies mit einer hohen Leistungsbereitschaft und ist in der deutschen LGBTQ-Community eine sehr geschätzte Persönlichkeit. Er ist über Parteigrenzen hinweg sehr angesehen und geht mit Tatendrang und Leidenschaft an die Arbeit heran. Sein Team hat auch an wesentlichen Gesetzesentwürfen mitgearbeitet. So hatte die Bundesstiftung Magnus-Hirschfeld auf die historische Aufarbeitung gegenüber dem Unrecht der Opfer des Paragrafen 175 StGB einen wesentlichen Einfluss. Durch die unermüdliche Forschungsarbeit von Litwinschuh-Barthel und seinen Kollegen wurden die Grundlagen für ein Gesetz zur Wiedergutmachung an verfolgten Homosexuellen gelegt. Die hohe Empathie und das Einfühlungsvermögen von Jörg Litwinschuh-Barthel für LGBTQ-Lebensweisen sind dabei wichtig - ein politischer Schreibtischbürokrat wäre hier falsch am Platz. Unter dem aktuellen Vorstand wurden des Weiteren langzeitprägende Projekte entwickelt wie beispielsweise „Fußball für Vielfalt“, mit dem in Fußballvereinen Toleranz und Vielfalt gefördert werden soll. Unterstützer dieses Projekts sind Profifußballer und Erstliga-Vereine. Mit dem „Archiv der anderen Erinnerungen“ wird ein Zeitzeugenmonument aufgebaut. Hier erzählen Betroffene, wie sie unter staatlichen Repressionen leben mussten. Ein Zeichen für Unzufriedenheit an der Arbeit von Litwinschuh-Barthel gibt es bis heute nicht. Innerhalb der Community, im Kuratorium und aus der Politik hört man nur großes Lob und ist deshalb umso mehr erschüttert, dass die SPD-Bundesjustizministerin Lambrecht ihn jetzt wohl absetzen will. Handelt es sich dabei um personalstrategische Parteispielchen?
Operation Abendsonne
Was das Ministerium verschweigt, ist das spezielle Verfahren dieser Wahl, sodass am Ende für das Kuratorium keine wirklich große Auswahl zur Verfügung steht. Durch eine Vorauswahl durch einen neunköpfigen Personalrat hat das Justizministerium bereits vorab die Möglichkeit, eigene Favoriten zu platzieren. Dieses Gremium besteht aus vier Vertretern des Kuratoriums sowie drei Vertretern aus dem Justizministerium und der Bundesjustizministerin Lambrecht sowie ihrer Stellvertreterin im Kuratorium, Frau Schröder. Somit hat das Bundesjustizministerium eine Stimme mehr als das Kuratorium. Am Ende hat das gesamte Kuratorium nur noch die Möglichkeit, die getroffene Vorauswahl mit einer 2/3-Mehrheit zu bestätigen oder abzulehnen. Wer sich im politischen Berlin auskennt, der weiß, dass solche Postenvergaben oft unter den Parteien vergeben werden. Gerade kurz vor dem Ende einer Legislaturperiode versuchen regierende Politiker gerne mal, ihre engsten Mitarbeiter oder Parteifreunde mit Posten zu versorgen. Vor allem, wenn die Gefahr besteht, dass man nach der Wahl nicht mehr in der
Jörg Litwinschuh-Barthel
Christine Lambrecht
Regierung ist. Daher ist es schon sehr auffällig, dass seitens der Bundesjustizministerin Lambrecht plötzlich so ein großes Interesse an der BMH besteht, denn die Ministerin ist dafür bekannt, dass LGBTQ-Themen sonst nicht auf ihrer Tagesordnung stehen. Die Personalie sorgt für Unruhe im politischen Berlin: Von Seiten der SPD werden der Landesvorsitzende der SPDqueer Berlin, Alfonso Pantisano, und die ehemalige Büroleiterin von SPD-Justizministerin a.D., Katharina Barley, ins Rennen geschickt. Das Posten-Monopoly wollen Grüne und CDU nicht mitmachen und haben jetzt schon eine eigene gemeinsame Kandidatin vorgestellt. Oder sieht man Gespenster, wo keine sind? So ein Posten-Monopoly musste man zuletzt bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erleben – mit dem Ergebnis, dass diese wichtige Stelle sehr lange ohne Führung geblieben ist. Die Arbeit der Bundesstiftung Magnus-Hirschfeld ist zu wichtig, um sie das gleiche Schicksal durchleben zu lassen.
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Aus dem Kuratorium hört man, dass die öffentliche Ausschreibung der Stelle ein Alleingang der Bundesjustizministerin Lambrecht war und die Kuratoriumsmitglieder, die aus Vertretern von NGOs und Bundestag bestehen, erst im Nachgang informiert wurden. Das Bundesjustizministerium begründet den Schritt so: „Nach zwei Amtszeiten des aktuellen Vorstandes ist es jedoch – wie anders auch – angezeigt, in einem offenen Wettbewerb über die weitere Besetzung des Stiftungsvorstandes zu entscheiden. Eine öffentliche Ausschreibung der Vorstandsposten verschafft dem Kuratorium der BMH die Möglichkeit, aus einem großen Kreis an Bewerberinnen und Bewerber, die für die weitere Führung der BMH geeignetste Person zu gewinnen.“
K U LT U R
SWITCHING PERSPECTIVE EIN TALK MIT DEM 3D-KÜNSTLER ADAM MARTINAKIS Autorin: Gila Paris, Culture-Inside Gallery
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dam Martinakis ist Künstler griechisch– polnischer Abstammung, der am Technological Educational Institute von Athen ein Diplom in Innenarchitektur, Dekoration und Design abgelegt hat. Seit den frühen neunziger Jahren arbeitet und experimentiert er mit computergenerierten visuellen Medien (3D Digitalbild/3D Rendering und Animation, Digitalskulpturen, digitalem Video, neuen Medien). Er thematisiert seine Gefühle und
seine Bedürfnisse in seinen digitalen Skulpturen und erzeugt so ausdrucksstark komplexe Welten mit ihren menschlichen Emotionen im 3D-Raum. Adam ist unbestritten ein Pionier auf dem Gebiet der 3D-Kunst, er wurde mit verschiedenen internationalen Kunstpreisen für sein künstlerisches Schaffen über menschliche Beziehungen und Gefühle, die in der Zeit erstarrt scheinen, ausgezeichnet.
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Foto: Kris tian Schu
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M YGAY # 4 / K U LT U R / F RI EDRI C HSTADTPAL AST: ARI SE
Kostümdesigns & Illustrationen: Stefano Canulli
aber integrieren in unseren Choreografien unterschiedlichste Tanzarten wie Contemporary, Street Dance, Hip Hop, Modern Dance und sogar Luft-Akrobatik. Diese Vielfältigkeit an tänzerischen Möglichkeiten ist weltweit einzigartig. Welche Herausforderungen gab es für die neue Grand Show ARISE und auf welche Höhepunkte können sich die Zuschauer freuen?
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Bei der Entwicklung einer neuen Produktion, so auch bei unserer neuen ARISE Grand Show, befinden wir uns auf einer permanenten Entdeckungsreise verbunden mit einem Entwicklungsprozess. Die größte Herausforderung dabei ist, das enorme Potenzial unseres Hauses, das einen unbegrenzten Raum für Kreativität bietet, auszuschöpfen. Unser Ziel ist es, das Publikum zu überraschen, es emotional zu berühren und spannende Momente zu kreieren. Nach der Show sollen unsere Gäste sagen können: Wow, so etwas in der Art haben wir noch nie zuvor erlebt. Das ist mein Traum. In der ARISE Grand Show erfüllt
es mich enorm, die Möglichkeit zu haben, mit außergewöhnlichen Choreografen/Choreografinnen wie Ohad Naharin, Ashley Wallen, Eric Gauthier, Nikeata Thompson und Douglas Lee arbeiten zu können. Es ist uns gelungen, die absoluten Koryphäen der internationalen Tanz-Welt zu gewinnen. Schon jetzt merke ich bei den Proben, dass unsere Tänzer und Tänzerinnen über die Zusammenarbeit sehr dankbar sind und unsere Company daran wächst. Das macht mich persönlich sehr glücklich. In solch außergewöhnlichen Zeiten, wie wir sie gerade erleben, haben wir noch nie eine neue Grand Show entwickelt. Die aktuellen Einschränkungen stellen uns vor Herausforderungen. Aber glücklicherweise können unsere Tänzer und Tänzerinnen unter Einhaltung strikter Hygiene-Konzepte, die unter anderem ein strenges PCR-Screening beinhalten, trainieren und sich intensiv auf die neue Show vorbereiten. Wir sind sehr dankbar, dass wir arbeiten, und die neue ARISE Grand Show entwickeln zu dürfen. Vielen Dank für das Interview
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Metro neomatik 41 Update. Das einzigartige, patentierte NOMOS-Ringdatum in Neonorange lässt sich schnell und komfortabel stellen – vorwärts wie rückwärts. Dafür sorgt das hochpräzise Manufakturkaliber DUW 6101 mit Automatikaufzug und ebenfalls patentiertem Datumsmechanismus. Im besten Fachhandel, etwa hier: Aachen: Lauscher, Lücker; Augsburg: Bauer, Hörl; Berlin: Brose, Leicht, Lorenz; Bielefeld: Böckelmann; Bochum: Mauer; Bonn: Hild, Kersting; Bremen: Meyer; Darmstadt: Techel; Dresden: Leicht; Düsseldorf: Blome; Erfurt: Jasper; Essen: Mauer; Frankfurt am Main: Pletzsch; Glashütte: NOMOS Kaufhaus; Hamburg: Cabochon, Becker, Mahlberg; Hannover: Kröner; Köln: Berghoff, Schmuck + Form; Konstanz: Baier; Lübeck: Mahlberg; Mannheim: Wenthe, München: Fridrich, Hilscher, Kiefer; Münster: Oeding-Erdel; Stuttgart: Kutter; Ulm: Scheuble. Und überall bei Brinckmann & Lange, Bucherer, Rüschenbeck und Wempe sowie hier: nomos-glashuette.com
WIRTSCHAFT
SCHWUL AUF DEM BAU
Wie klappt das mit der Ausbildung?
Autor: Sebastian Ahlefeld
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s gibt das böse Vorurteil, dass Schwule zwei linke Hände haben und handwerklich total unbegabt sind. Aus eigener Erfahrung kann ich dies zum Glück negieren. Es gibt sie, die schwulen Handwerker, Elektromeister und Kfz-Mechaniker. Die schwule Ausbildungswelt besteht nicht nur aus FriseurAzubis und zukünftigen Makeup-Artists. Dennoch ist es auch heute noch als schwuler Azubi nicht leicht, eine Ausbildung bei einem kleinen Handwerksbetrieb zu machen. Anders gesagt: Es ist schon zu machen, aber dies oftmals nicht offen schwul.
Mangelware: Handwerksbetriebe auf LGBTQ-Jobmessen Mittlerweile gibt es zahlreiche Jobbörsen und Messen, die sich an die LGBTQ-Community wenden, um damit Berufseinsteiger für Ausbildung und Lehre zu gewinnen. Dort findet man in erster Linie die großen Arbeitgeber wie SAP, Bayer oder die Deutsche Bahn. Auch staatliche Arbeitgeber wie die Bundeswehr sind vertreten und bieten nicht nur Jobs für Ausgelernte an, sondern auch zahlreiche Ausbildungsberufe. Diese Arbeitgeber gehören zu den Vorbildern in Sachen LGBTQ und Diversity, weil sie mithilfe von internen Mitarbeiter-Netzwerken und mit viel Geld Diversity professionell anpacken.
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Ressourcen, die ein Handwerksbetrieb mit fünf oder fünfzehn Angestellten nicht hat. Diese findet man auch nicht in Arbeitgebernetzwerken wie die der Stiftung „Prout at Work“. Sie tauchen auch nicht in
Ranglisten auf, wie die der UHLALA Group, wo nur börsennotierte Unternehmen nach ihrer LGBTQ-Freundlichkeit befragt werden.
Wo ist der queere Mittelstand? Deutschland ist das Land des Mittelstandes. Acht von zehn Azubis absolvieren ihre Ausbildung in kleinen und mittelständigen Unternehmen. Somit sind die meisten Auszubildenden dort zu finden, wo es kein LGBTQ-Mitarbeiternetzwerk oder einen Diversity-Beauftragten gibt. Für diese Auszubildenden sind oft der Meister oder der Chef der nächste und einzige Ansprechpartner im Betrieb. Gerade im Bau und Handwerk finden wir eine Personalstruktur, die
Unternehmen, die eine klare Null-Toleranz gegenüber jeglicher Art der Diskriminierung fahren, auch gegenüber dem schlechten Homo-Witz. Für alle anderen jungen homosexuellen Azubis braucht es allerdings oftmals externe Ansprechpartner. Die Rolle der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammern Die Industrie und Handelskammern (IHK) sind unter anderem für die berufliche Ausbildung und Weiterbildung verantwortlich. Daher muss auch jedes Unternehmen aus Industrie und Handel Mitglied der IHK sein. Dafür bieten die IHKs verschiedene Angebote für Unternehmen und Auszubildende an. Aber auf
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für homophobe und homofeindliche Äußerungen und Angriffe am empfindlichsten ist. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat in ihrer Studie „Einstellung gegenüber lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen in Deutschland“ herausgefunden, dass der Bildungsgrad in direktem Zusammenhang mit der Verbreitung von Homophobie steht. Je niedriger der Abschluss, umso höher ist zumeist ein homophobes Umfeld. Zudem ist folgerichtig auch klar, dass in Branchen, wo es weniger geoutete Mitarbeiter gibt, auch schwule Azubis zumeist von einem offenen Umgang mit ihrer Sexualität absehen. Dabei darf man natürlich nicht alle Handwerksbetriebe über einen Kamm scheren. Selbstverständlich gibt es auch die Meister und Chefs in kleinen und mittelständigen
M YGAY # 4 / W I RT SC H AFT / AUSBI L DUNG – SC HWUL AUF D EM BAU
zuschlagen“, so Jascha Habeck, Leiter der Stabsstelle Kommunikation, Marketing & Events. Unabhängig von IHK und HWK hat das Land Nordrhein-Westfalen zusätzlich die Netzwerkstelle „UNTERNEHMEN VIELFALT“ ins Leben gerufen, die unter dem Dach des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI) organisiert ist.
der IHK der Fall ist, gibt es nicht. Allerdings engagiere sich die IG Metall trotzdem für Diversity, wie die Pressesprecherin Alina Heisig explizit festhält: „Auch abseits der betrieblichen Ebene setzt sich die IG Metall als zivilgesellschaftliche Kraft für Gleichstellung, Vielfalt und Gleichberechtigung unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlecht, Herkunft oder Religion ein und beteiligt sich beispielsweise vielerorts an Veranstaltungen und Kundgebungen zum Christopher Street Day.“
Die Rolle der Gewerkschaften Wer einmal in einer betrieblichen Ausbildung war, weiß, wer in den ersten spannenden Wochen vorbeikommt, um die neuen Azubis zu begrüßen. So sind oftmals auch die Vertreter der verschiedensten Arbeitnehmergewerkschaften zu Gast, um die jungen Arbeiter als Mitglieder zu gewinnen. In einer modernen Arbeitswelt müssen auch die Gewerkschaften das Thema „Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität“ mit im Portfolio ihrer Mitgliedschaft anbieten. Die beiden größten Gewerkschaften für Bau, Handwerk und Industrie sind die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). Die IG Metall, die als einziges auf die MyGay-Anfrage geantwortet hat, sieht den Ball allerdings in erster Linie bei den Betrieben und weist auf die Betriebsräte hin. Unbeantwortet bleibt die Frage, was mit jenen Betrieben ist, in denen es keinen Betriebsrat gibt, wie es in vielen kleinen und mittelständigen Unternehmen bis heute der Fall ist.
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Es gibt bei der IG Metall mehrere Workshops beziehungsweise Seminare, die auch den Themenbereich LGBTQ und Diversity behandeln. Diese stehen auch den Jugend- und Auszubildendenvertretungen offen. Ein überregionales LGBTQ-Netzwerk gibt es nicht, kann aber in einzelnen lokalen Ebenen vorhanden sein. Anlaufstellen können die lokalen Jugendsekretäre sein, aber geschulte Diversity-Berater, wie es bei
Es braucht mehr Barrierefreiheit für queere Auszubildende Weder die Handwerkskammern, die IHK-Geschäftsstellen noch die angefragten Gewerkschaften haben direkte Anlaufstellen oder gehen in eine offensive Kommunikation, um LGBTQ-Jugendliche, die in Ausbildung sind, zu erreichen und zu informieren. Nur das Bundesland NRW hat eine eigene staatliche Stelle, wo sich Unternehmen hinwenden können, um LGBTQ-Fragen zu stellen und gemeinsame Lösungen zu finden. Die IHK-Stellen und HWK-Stellen in NRW arbeiten mit der Netzwerkstelle zusammen. Dies ist ein Leuchtturm für andere Bundesländer. So fehlt es vielerorts auch an der queeren Sichtbarkeit auf den Homepages der Kammern und Gewerkschaften, dadurch entsteht zudem eine Hürde, die es zu vermeiden gilt. Eine Hürde, die abgebaut werden muss, um Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität am Ausbildungsplatz effizienter zu bekämpfen und auch spannende Berufsfelder jenseits aller schwulen Klischees für homosexuelle Menschen attraktiver zu gestalten. Das kann und sollte gelingen – im Interesse aller Beteiligten. Gerade auch im Hinblick auf den derzeitigen Fachkräftemangel mit aktuell rund 65.000 offenen Stellen (Institut der deutschen Wirtschaft) in Deutschland, ist das Handwerk auch für LGBTQ-Arbeitnehmer ein spannendes Berufsfeld mit guten Zukunftsperspektiven.
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URLAUBSTRÄUME IN GRÜN UND BLAU
Endlich wieder Wellen rauschen hören und einen Sundowner mit Blick aufs Meer genießen... Die Sehnsucht nach Reisen ist groß. Eines der Top-Ziele für den Sommer ist Kroatien. Das Land an der Adria punktet mit guter Erreichbarkeit und jeder Menge unberührter Natur. Stolze fünf Prozent des Landes stehen als National- oder Naturpark unter Schutz. Dazu gesellen sich schmucke Städtchen und versteckte Badebuchten. Stylisches Wohngefühl und ein hervorragendes Serviceangebot vereint der kroatische Urlaubsspezialist Valamar in seinen Hotels und Resorts.
ISLAND IN THE SUN
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MODE
KUNST AUF DER HAUT Autor: Joe Heinrich
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Rene Koenig, Germens-Store Chemnitz
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ndlich Sommer! Ganz im Sinne des Aufbruchs wollen wir bunt, lebensfroh und kreativ in den Sommer 2021 starten und haben dafür die perfekte Mode gefunden. Das Kreativteam aus dem Hause GERMENS hat sich seit 2020 einen Namen für außergewöhnliche Hemden gemacht, die zumeist nicht nur auffällig, sondern auch farbenfroh und richtig cool sind. Auch Moderator Kai Ebel trug sie bei Formel 1. René König von GERMENS dazu: „GERMENS macht Männer glücklich, die Lifestyle lieben und gerne im Mittelpunkt stehen wollen. Denn wir sind keine grauen Mäuse, sondern bunte Vögel. Farben, Muster und Strukturen sind typisch für GERMENS. Gegründet von zwei Künstlern mit der Idee, außergewöhnliche Hemden anzubieten, wie es sie sonst nirgendwo gibt. Das ist uns nach jahrelanger Produktentwicklung auch gelungen. Die Produktion ist extrem aufwendig und entspricht nicht den üblichen Fertigungsweisen.“ Dabei legt das Unternehmen mit Sitz in Chemnitz nicht nur Wert auf ein sexy Outfit, sondern eben auch auf Qualität: Jedes Hemd wird einzeln gedruckt, händig ausgeschnitten und genäht. Aktuell bietet die Firma über 320 verschiedene Designs auf Langarm- und Kurzarmhemden, bald auch auf T-Shirts in 10 Größen von XS bis 6XL an. Um immer wieder neue Layouts präsentieren zu können, arbeitet GERMENS zusätzlich mit vielen renommierten Künstlern zusammen. Über fünfzig Namen finden sich auf der Liste der Kreativen, darunter „alte Hasen“ ebenso wie junge kreative Wilde aus der ganzen Welt. Für den schaffenden Künstler ist es eine spannende Aufgabe, sein persönliches Hemd zu entwerfen, sich auf die vom Viereck abweichenden Formen einzulassen und nach einiger Zeit seine Arbeit als edles dreidimensionales Produkt anziehen zu können. Und für uns entstehen so ganz nebenbei außergewöhnliche Hemden und Sammlerobjekte – perfekt für einen Sommer, in dem wir unsere Lebenslust von neuem feiern und leben wollen.
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Liebe Leser, als Reaktion auf die LGBTI-freien Zonen in Teilen Polens stimmte das Europäische Parlament über eine Resolution ab, welche Europa zu einer Freiheitszone für alle LGBTIQPersonen erklärt. Mit einer Mehrheit von 492 zu 141 Stimmen und 46 Enthaltungen stimmten die Abgeordneten in Brüssel für den Antrag. Auch ich habe selbstverständlich dafür gestimmt! Die Resolution ist ein starkes Zeichen für mehr Freiheit und Gleichberechtigung. In meiner Plenarrede hielt ich dazu fest: „Die EU steht für Liebe, Vielfalt und die Farben des Regenbogens.“ Homophobie, Transphobie oder LGBTI-
ideologiefreie Zonen wie in Polen haben in dem Europa, für das ich mich stark mache, keinen Platz. Ich setze mich weiter an Eurer Seite für Freiheit und Vielfalt in ganz Europa ein! Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr mich immer erreichen: www.moritz-koerner.eu! Viele Grüße,
Euer Moritz Körner MdEP Mitglied im Präsidium der FDP
In meinem Podcast „Europa, wir müssen reden!“ nehme ich Euch mit hinter die Kulissen der europäischen Politik. Ihr findet ihn auf Spotify.
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