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chilli-Themenheft

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Themenheft

jugend & Beruf

Juni 2014 Ausgabe Nr. 21 gratis

Kampagne

Handwerkre se

» Nicht ohne un Meister«

Schule aus, und dann? Erfolgsstory der Modedesigner

Duales Studium

Individuelle Förderung statt Massenabfertigung


Weichensteller

Baumeister Naturbursche

Kein Job wie jeder andere: Azubi (w/m) mit Übernahmegarantie. Wegbereiter für täglich 39.000 Züge sein und gemeinsam mit Kollegen Städte und Dörfer zusammenschweißen: Azubi (w/m) zum Tiefbaufacharbeiter/Gleisbauer bei der DB – einer von 50 spannenden Ausbildungsberufen, für die wir jährlich mehr als 3.000 begeisterte Azubis suchen. Werde Teil einer der größten Familien Deutschlands. Finde raus, was zu dir passt: deutschebahn.com/schueler

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r Jetzt noch fü en! 2014 bewerb

20.05.14 14:30


Editorial

Schule aus, und dann? E ine langjährige Erfolgsstory: Das Freiwillige Soziale Jahr wird seit fünfzig Jahren in Deutschland angeboten. Neben Tätigkeiten im sozialen Bereich können sich die Freiwilligen unter anderem in der Denkmalpflege, der Kultur oder im Friedensdienst engagieren. Gewachsen ist daraus eine „Engagementlandschaft“, die heute – vor allem jungen Leuten – die Möglichkeit bietet, vielfältige Freiwilligendienste

zu leisten. Ein stiller, aber eindrucksvoller Rekord: In den drei Diensten „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ), „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ) und „Bundesfreiwilligendienst“ (BFD) engagieren sich heute immerhin 100.000 Freiwillige. Ob in Sportvereinen, in Pflegestationen, in einem Museum oder in einer Kindereinrichtung: Dass junge Menschen hierzulande so gern Freiwilligendienste absolvieren, hat viele Gründe. Die meisten wollen sich gesellschaftlich

engagieren. Sie wollen besondere Erfahrungen sammeln und vielleicht auch die Gelegenheit nutzen, sich beruflich zu orientieren. 1964 trat das „Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres“ in Kraft. Mit der Einführung des Freiwilligen Ökologischen Jahres im Jahr 1993 und des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) 2011 wurden weitere Programme geschaffen, die vor allem Schulabgänger gerne nutzen. chilli 5

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chilli | jugend & beruf | 06.2014 | 3

Foto: © fotolia.com

100.000 dienen freiwillig


ausbildung

Spektakulärer Auftritt I

Nachwuchsdesigner der Modeschule Kehrer begeistern ihr Publikum ten Mitte Mai wieder einmal 70 Jungdesigner im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Modeschau unter Beweis, die dieses Mal auch eine Hommage an den King of

Pop war. Wer sich für eine Ausbildung an der Einrichtung interessiert, hat auch die Möglichkeit, im Vorfeld ein Praktikum zu machen. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Foto: © Modeschule Kehrer

n der Stuttgarter Modeschule von Brigitte Kehrer werden aus jungen Menschen innerhalb von zweieinhalb Jahren ausgebildete Modedesigner. Das stell-

Großer Applaus würdigte die Leistungen der Modeschule Kehrer und ihrer Jungdesigner an diesem Abend im Stuttgarter Römerkastell. „Experience“ (zu deutsch: Erfahrung) lautete das Motto der Leistungsschau. Dabei ging es in erster Linie um Erfahrungen, die der kreative Nachwuchs für die Modebranche in der Ausbildungszeit gesammelt hat. Gezeigt wurde ein hohes Maß an Kreativität und handwerklichem Geschick. Mit Themen wie „Structures“, „Sporty Couture“ „Fantasy“ oder „Serenade“ wurden glamouröse Abendroben, sportlich elegante Freizeitmode, kunstvolle Fantasiemodelle und avantgardistische Designermoden präsentiert. Im Mittelpunkt der Show stand eine Hommage an Michael Jackson, den legendären King of Pop. Mit einer stilechten Dance-Show-Action wurde sein Moonwalk völlig neu interpretiert und von dem Stuttgarter Tänzer Michael Buchner dabei auf das aktionsgeladene Thema „Tribute to Michael Jackson“ eingestimmt, das die Bühne zum Beben brachte. 4 | chilli | jugend & beruf | 06.2014

Gleich zweimal startete die sehenswerte und vielbesuchte Schau, die sich als Gesamtkunstwerk versteht. Zu manchen Themen wurden bis zu 70 Schüler und Jungdesigner der Modeschule dabei in einer großartigen Inszenierung gleichzeitig in Szene gesetzt. Die Jungdesigner überzeugten mit Qualität und Vielfalt der präsentierten Modelle auf breiter Front. Manch einer der Besucher konnte es kaum glauben, was die Schüler in Vorbereitung für den internationalen Modemarkt in der nur rund zweieinhalbjährigen Ausbildungszeit zum staatlich anerkannten Modedesigner in der Designerschmiede an künstlerischen und handwerklich-technischen Leistungen alles gelernt haben. Vor einer professionellen Umsetzung bedarf es in der Modebranche stets auch vielseitiger Kreativität und damit verbunden auch immer wieder Mut, Neues zu wagen und zu gestalten. Die Modebranche lebt von der Erneuerung, und neue Ideen sind stets gefragt. In diesem Sinn eröffnete Brigitte Kehrer die große Ab-


Modedesign schlussmodenschau 2014 ihrer seit über 30 Jahren bewährten Talentschmiede für Modedesigner auch mit einem Zitat des international erfolgreichen Designers Stefano Gabbana vom Label „Dolce & Gabbana“. Er hat einmal gesagt: „Man muss im Leben was riskieren und neue Wege gehen.“ Die Veranstaltung kam an. „Sensationell“, lobte Albert Grube, Organisator des großen Volkswagen Lichterfestes in Stuttgart, den Auftritt der Modeschule Kehrer. Er freut sich schon auf den 12. Juli, denn auch beim diesjährigen Großereignis im Höhenpark Killesberg werden zahlreiche Jungdesigner der Schule ein Highlight in Sachen Modedesign setzen.

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Kostenlose Schnupperpraktika möglich Wer einmal einen Blick in die Kreativräume der Modeschule Kehrer in Stuttgart oder Mannheim werfen möchte, ist herzlich willkommen. Wöchentlich lädt die Einrichtung zu kostenlosen Infotagen ein. Auch ein kostenloses Schnupperpraktikum bis zu einer Woche ist für Schüler in der Berufsorientierung nach Terminabsprache möglich. Nach wie vor gilt der Beruf des Modedesigners als zukunftsreich. Berührungsängste braucht niemand zu haben. In den seit vielen Jahren bewährten Ausbildungsstätten von Brigitte Kehrer im Mannheimer Stadtzentrum und im Stuttgarter Gerberviertel wird alles von Grund auf praxisorientiert erlernt. Eine Schneiderlehre oder fachliche Vorkenntnisse werden nicht benötigt. Die wichtigste Zugangsvoraussetzung ist neben dem Abschluss an einer allgemeinbildenden Schule und dem Mindestalter von 16 Jahren vor allem das persönliche Interesse und Engagement. Brigitte Kehrer ist sich sicher: „Engagement und Kreativität sind neben einer qualifizierten Ausbildung auch der größte Erfolgsgarant für einen nachhaltigen Erfolg in der internationalen Modebranche. Denn Erfolg wird in der Regel stets durch Leistung erworben.“ Wer engagiert ist, setzt sich durch, und die Kreativität sorgt dabei für die stete Erneuerung in dem sich laufend wandelnden Modemarkt. Die Modenschau Experience 2014 hat deutlich gemacht, dass die Jungdesigner aus Stuttgart und Mannheim mit viel handwerklichem Geschick, Engagement und Kreativität für die internationale Modewelt gerüstet sind. Die Modebranche kann sich freuen, an engagiertem, kreativem Nachwuchs fehlt es nicht. chilli www.modeschule-kehrer.de chilli | jugend & beruf | 06.2014 | 5


UNI

(Stereo)typisch Student?!

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Welcher Kopf gehört zu welchem Text?

Fotos: © Ingo Albert, istockphoto.com

irgendwo in Freiburg findet man an einem Ort so viele unterschiedliche Persönlichkeiten wie an der Universität. Ob des Aussehens, Verhaltens und Lebensstils maßen sich ja manche an, die Studenten bestimmten Fachrichtungen

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zuzuordnen. Juristen mit Schlips, Naturwissenschaftler ohne Witz – gibt es diese Stereotypen wirklich? chilli-Autor Ingo Albert hat sich mit Studierenden unterhalten. Wer am Text erkennt, welches Bild dazu passt, kann was gewinnen (siehe Infobox).


UNI

Fragen: 1) Wie viel Zeit ver- bringst du pro Woche mit dem Studium? 2) Was machst du sonst? 3) Wo machst du Party?

Antonia Becher, 21 Psychologie, 6. Semester 1)

Dieses Semester habe mit Veranstaltungen nur vier Stunden. Allerdings arbeite ich auch gerade an meiner Abschlussarbeit, das sind 25 Stunden. Bis vor Kurzem habe ich noch als wissenschaftliche Hilfskraft gearbeitet. Als Ausgleich spiele ich Tennis. Am liebsten gehe ich ins josfritzcafé, Schmitz Katze oder White Rabbit.

2)

3)

Thorsten Gspandl, 24 Christopher Herrmann, 23 Jura, 10. Semester Geschichte, 6. Semester 1) Momentan bin ich in einer heißen Lernphase Meis- 1) Für Vorlesungen und Seminare sind’s 12 Stunden.

tens lerne ich auch samstags noch. Ich schätze, 48 Stunden. Fußball spielen. Absolut empfehlenswert ist die Schlagerschicht! Heißt die überhaupt noch so?

2) 3)

Stefan Decker, 21 Chemie, 3. Semester 1)

Vormittags sind Vorlesungen, nachmittags muss ich auch in die Uni. Dann müssen noch Protokolle geschrieben und für Klausuren gelernt werden. Da geht oft auch ein Teil des Wochenendes drauf. Zweimal pro Woche Handballtraining und während der Saison noch ein Spiel. Wenn da neben Studium, Freundin und Sport noch Zeit übrig bleibt, lese ich gerne ein gutes Buch. Meistens im Cheers oder im Tacheles.

2)

Fürs Lernen 20. Ich reise sehr gerne, aber leider habe ich momentan praktisch keine Zeit mehr hierfür. In meiner Freizeit lese ich gerne außeruniversitäre Literatur. Der Schlappen ist für ein Bier immer eine gute Adresse.

2)

3)

Marina Schwär, 21 Deutsch, Französisch (je 6. Sem.), Theologie (1. Sem.) auf Lehramt 1) Für Vorlesungen und Seminare etwa 25. Zum Ler

nen komme ich leider nicht so häufig, vielleicht fünf Stunden. Ich arbeite nebenher in einem Café und gebe Nachhilfe. Für den sportlichen Ausgleich gehe ich Laufen. Ich gehe gerne in die Maria Bar oder ins Jazzhaus.

3)

2)

Johanna Berger, 19 FrankoMedia, 2. Semester 1) Für Veranstaltungen 9 Stunden, fürs Lernen

3)

noch mal zehn. Ich arbeite im Kastaniengarten und gehe gern Joggen. Ich mag vor allem ELPI und Jazzhaus.

2)

3)

Elisabeth Hampel, 19 Umwelt-Naturwissenschaften, 2. Semester 1) Nur die Veranstaltungen bringen 28 Stunden.

Und zehn Stunden fürs Lernen. Ich spiele Kanu-Polo beim Uni-Sport und mache im Winter Skitouren. Der Schlappen ist eine gute Adresse. Außerdem Schmitz Katze.

2) Infos: Teilnahme Schickt eure Antworten an: redaktion@chilli-freiburg Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir 10 Preise.

3)

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Foto: © DHBW

STUDIUM

Und nach dem Abi ... … dual studieren an der DHBW Lörrach: Drei von vielen guten Gründen dafür

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eorg Büchner oder Max Frisch, Analytische Geometrie oder Stochastik – mit diesen Themen haben sich im März die Schüler der badenwürttembergischen Abiturklassen in den schriftlichen Prüfungen auseinandergesetzt. Nun stehen noch die mündlichen Prüfungen an. Und dann? Nach dem Abitur entscheiden sich immer mehr

junge Menschen für ein duales Studium; viele davon an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach. Mit 2100 Studierenden, 650 Dualen Partnern und mehr als 20 berufsintegrierenden Bachelor- und Masterstudiengängen in den Fakultäten Wirtschaft und Technik ist die DHBW ein Aushängeschild der Wirtschaftsregion Südwest.

1. Praxisnähe im Studium

erhalten mehr als 80 Prozent der Absolventen schon vor dem Ende ihres Studiums einen festen Arbeitsvertrag.

Die Studenten schließen an der DHBW ihr Studium nach drei Jahren mit dem Bachelor ab und sammeln dabei gleichzeitig anderthalb Jahre Berufserfahrung im Unternehmen. Dort übernehmen sie Verantwortung und wenden das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis an.

2. Finanziertes Studium, hohe Übernahmequote & Karriereoptionen

Die Studenten erhalten während der gesamten Studienzeit eine monatliche Vergütung durch ihr Unternehmen. Sie sind dadurch früh finanziell unabhängig und können sich auf das Studium konzentrieren. Die optimale Qualifizierung für das Berufsleben durch das Bachelor-Studium an der DHBW zeigt sich an der einzigartigen Übernahmequote ins Unternehmen: Im Durchschnitt 8 | chilli | jugend & beruf | 06.2014

3. Individuelle Förderung statt Massenabfertigung

Neben den hervorragenden Jobaussichten wird von den Studenten vor allem auch das individuelle Betreuungsverhältnis geschätzt. Kleine Gruppengrößen von 30 ermöglichen eine intensive Betreuung durch die Professoren und schaffen eine persönliche Studienatmosphäre, in der Anonymität und überfüllte Hörsäle echte Fremdwörter sind. chilli

INFOS

Studium an der DHBW Lörrach Ansprechpartner: Jan Christoph Bodenbender Mail: bodenbender@dhbw-loerrach.de Telefon: 0 76 21 / 20 71-191 Adresse: Hangstr. 46-50, 79539 Lörrach

www.dhbw-loerrach.de


Verbunden mit der Zukunft

LifeSciences: Forschen und von den Besten lernen an der FHNW in Muttenz

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ie Hochschule für Life Sciences FHNW (steht für: Fachhochschule Nordwestschweiz) in Muttenz bei Basel bildet sogenannte LifeSciences-Spezialisten aus. Diese Fachkräfte entwickeln neue diagnostische Methoden und helfen mit, Medikamente und medizintechnische Produkte herzustellen und einzuführen. Die umweltgerechte Herstellung solcher Produkte ist ein weiterer Schwerpunkt des Studiums. Unterrichtet werden die Studenten an der FHNW aus erster Hand: Viele der Dozierenden sind in Life-Sciences-Unternehmen tätig, die zur Weltspitze gehören. Sie forschen und entwickeln da, wo Zukunft erst entsteht. Die Studierenden haben daran teil und bearbeiten bereits während des Studiums konkrete Projekte aus Industrie und Praxis.

Bachelor- Studium

Im Bachelor-Studium beschäftigen sich die Studierenden mit der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse der modernen Biologie, Chemie, Humanmedizin und technischer Gebiete. Zudem bereiten sie sich auf Leitungsfunktionen mit Personal- und Budgetverantwortung vor. Angeboten werden zwei Studiengänge mit sechs Vertiefungen.

Master- Studium

Im Master-Studium werden Kompetenzen entwickelt, welche zur erweiterten Wahrnehmung von Verantwortung befähigen – dies nicht nur im technisch-wissenschaftlichen Bereich, sondern auch in Belangen des Managements. Mit dem erfolgreichen Abschluss qualifizieren sich die Fachkräfte zu wissenschaftlichen Tätigkeiten und verantwortungsvollen Führungsaufgaben. Den Master kann man in drei sogenannten Majors absolvieren: Molecular Technologies (Biowissenschaften, Chemie), Therapeutic Technologies (Pharma-, Medizintechnik) und Environmental Technologies. chilli

INFOS

… und Daten zu den Info-Veranstaltungen 2014/15 auf: www.fhnw.ch/lifesciences


Handwerkskampagne

Gut ausgebildet, nachhaltig erfolgreich

Handwerk geht mit der Kampagne „Nicht ohne unsere Meister“ in die Offensive

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Foto: ©BZ

nter dem Motto „Nicht ohne unsere Meister“ startet die Handwerkskammer Freiburg (HWK) in diesem Jahr eine neue Kampagne. „Wir sind stolz auf unser Handwerk. Wir müssen uns nicht verstecken“, erklärt HWK-Präsident Paul Baier, „unser stärkstes Pfund ist die duale Ausbildung, die im Meister gipfelt.“ Mit ihrem Jahresmotto setzt sich die HWK zum Ziel, die Betriebe darin zu unterstützen, die populären Aspekte ihres täglichen Tuns nachhaltig im Bewusstsein der Menschen zu verankern und das Handwerk noch deutlicher als Garant für Regionalität und Qualität in der Öffentlichkeit zu positionieren. „Um diese Garantie aufrechterhalten zu können, brauchen wir aber bestimmte Voraussetzungen und Regeln“, betont Baier. Dazu gehöre der Meister als bewährtes Rüstzeug für Selbstständigkeit und Unternehmertum. Die Meisterqualifikation biete eine exzellente Basis für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Die Debatte um Zugangsbeschränkungen auf europäischer Ebene ist der Handwerkskammer Freiburg eine Warnung. Zehn Jahre nach der Novellierung der Handwerksordnung (damals wurde im Rahmen der Agenda 2010 die Anzahl der meisterpflichtigen Handwerke von 94 auf 41 Handwerke reduziert), gerät die IMPRESSUM – Themenheft 06-2014 Das „Jugend & Beruf“-Themenheft erscheint im Freiburger Stadtmagazin chilli

Herausgeber: chilli Freiburg GmbH, Neunlindenstr. 35, 79106 Freiburg, www.chilli-freiburg.de Geschäftsführung: Michaela Moser (ViSdP) Chefredaktion: Lars Bargmann

Redaktion: Felix Holm, Tanja Bruckert

Freie Autoren: Ingo Albert, Volker Huber / BZ Titelbild: clipdealer.com Grafik: Anke Huber

Lektorat: Beate Vogt

Anzeigen: Uwe Bernhardt, Alexandra Huber, Jonas Stratz, Cornelia Brändle Druck: Freiburger Druck GmbH & Co. KG

10 | chilli | jugend & beruf | 06.2014

Meisterpflicht erneut in Bedrängnis. „Es ist absurd, dass aktuell Debatten zur Vereinheitlichung europäischer Ausbildungsstandards geführt werden, was zwangsläufig zu einer Absenkung des Niveaus auf deutscher Seite führen würde“, ärgert sich Kammerhauptgeschäftsführer Johannes Burger. Neben der Qualität der Ausbildung ist auch die Ansprache neuer Zielgruppen für das Handwerk ein Thema. Seit Jahren steigt im Handwerk die Quote der Auszubildenden mit Abitur, aktuell liegt sie bei rund zehn Prozent. Auch für die wachsende Gruppe der Studienabbrecher bietet das Handwerk mit seinen über 130 Ausbildungsberufen attraktive Perspektiven. Gleichzeitig zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Die Grenzen zwischen akademischer und beruflicher Bildung werden durchlässiger.

Prominente Unterstützer

Die HWK Freiburg hat jetzt eine Resolution zur Stärkung der dualen Ausbildung und des Meisters auf den Weg gebracht. Hierfür hat die Kammer die Unterstützung der Politik organisiert: 26 von 28 Bundes- und Landtagsabgeordneten aus Südbaden haben die Resolution unterschrieben und damit ein starkes Signal aus Südbaden für den Meistertitel gesendet. „Die Politik steht hinter uns“, freut sich Burger. Die Kammer sucht aber auch die Rückendeckung Südbadens in Form einer Testimonial-Kampagne. Persönlichkeiten aus der Region bekennen sich dabei zum Meister. „Wir sind stolz, dass wir als erste Unterstützer den Vorsitzenden des SC Freiburg, Fritz Keller, und den Direktor des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme, Prof. Dr. Eicke Weber, gewinnen konnten“, so Burger. chilli www.hwk-freiburg.de


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neue ausbildung

Alles Vanille

Fachkraft für Speiseeis wird neuer Handwerksberuf

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ereits ein einziger Löffel Eis genügt, um Glücksgefühle im Gehirn auszulösen – das wollen britische Hirnforscher herausgefunden haben. Was aber ist bei der handwerklichen Herstellung von Speiseeis oder Speiseeiserzeugnissen und im Umgang mit Gästen alles zu berücksichtigen, damit diese Glücksgefühle beim Kunden eintreten können? Das weiß in Zukunft die „Fachkraft für Speiseeis“. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis eine neue dreijährige Berufsausbildung entwickelt.

In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden die Auszubildenden gemeinsam mit dem Ausbildungsberuf „Fachkraft im Gastgewerbe“ beschult. Gegenstand des dritten Ausbildungsjahres sind dann Tätigkeiten rund um die handwerkliche Herstellung von Speiseeis. Die Kompetenzen der Fachkraft für Speiseeis verknüpfen die Speiseeisherstellung mit dem professionellen Umgang mit Gästen. Die Zubereitung und Verarbeitung von Eismixturen unter Berücksichtigung hygienischer und lebensmittelrechtlicher Anforderungen sowie das Gestalten von Eistorten, Eisdesserts oder Eisbechern sind ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit.

Fachkräfte können zudem kleine Gerichte zubereiten, Verkaufsräume herrichten und sind für die Beratung von Gästen qualifiziert. Warenwirtschaft sowie Werbung und Verkaufsförderung runden die Ausbildung ab. Im Hinblick auf eine mögliche Existenzgründung werden außerdem kaufmännische Grundlagen zur Führung eines Eiscafés vermittelt. Fachkräfte für Speiseeis arbeiten in Betrieben, die handwerklich Speiseeis herstellen, in Eiscafés, Eisdielen und Konditoreien. Die modernisierte Ausbildungsordnung löst zum 1. August 2014 die bisherige Erprobungsverordnung „Speiseeishersteller und Speiseeisherstellerin“ ab. BZ

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STUDIUM

Neue Fachbereiche ergänzen die Klassiker Foto: © BWV Bildungsverband

Duale Studiengänge verzeichnen stetige Zuwachsraten

Die Theorie-Praxis-Verschränkung ist die Stärke dualer Studiengänge. Das sehen auch immer mehr Interessenten so.

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ie Dynamik dualer Studiengänge ist ungebrochen: Die Ausbildung-Plus-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verzeichnete im Jahr 2013 mit 11,4 Prozent eine zweistellige Zuwachsrate bei der Anzahl dualer Studiengänge für die Erstausbildung. Die Datenbank erfasst damit aktuell 1014 duale Studiengänge mit einer gleichzeitigen Ausbildung im Betrieb und an einer (Fach-) Hochschule beziehungsweise Berufsakademie. Hinzu kommen inzwischen weitere 447 Studiengänge für die Weiterbildung. Die Zahl der bei Ausbildung-Plus registrierten Studierenden stieg von rund 41.000 im Jahr 2004 auf rund 64.400 im Jahr 2013. Vor allem die Universitäten erweiterten im vergangenen Jahr ihre dualen Angebote von 30 auf 57 Studiengänge – ein auffälliger Anstieg, da hier in den Vorjahren kaum Veränderungen festgestellt werden konnten. Traditionell sind duale Studiengänge vor allem in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften oder in der Informatik zu finden. Dieses Angebot wurde durch neue Fachbereiche weiter ausdifferenziert. Die größte Entwicklung vollzog sich aber im Sozialwesen: Hier wuchs das Angebot um fast ein Drittel auf aktuell 41 in der Datenbank eingetragene Studiengänge. Als eine Erklärung kann der demografisch bedingte Fachkräftebedarf im Gesundheits- und Pflegewesen genannt werden. Außerdem fallen in diese Fachbereiche duale Studiengänge wie Soziale Arbeit und Sozialpädagogik, die auf wachsendes Interesse stoßen.

Auch im kreativen Bereich entstehen vermehrt Angebote dieser Studienform: Dazu zählt zum Beispiel der Studiengang Designmanagement, der im Studienjahr 2012/2013 erstmalig angeboten wurde. Duale Studiengänge greifen mit der Kooperation mindestens zweier Lernorte ein zentrales Prinzip der beruflichen Bildung auf. Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung berät, stellt in seinem Positionspapier zu dualen Studiengängen vom Oktober 2013 die Bedeutung dieser Theorie-Praxis-Verschränkung heraus. Er definiert die Verzahnung zwischen betrieblichem und hochschulischem Lernort durch entsprechende curriculare und organisatorische Ausgestaltung als zentrales Qualitätskriterium bei der Kategorisierung dualer Studiengänge. Zum Hintergrund: Ausbildung-Plus ist ein Projekt des BIBB, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Herzstück ist eine Datenbank, die bundesweit über duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung informiert. Interessierte Jugendliche können die Datenbank kostenlos nach passenden Angeboten durchsuchen. Anbieter – zum Beispiel Betriebe, (Fach-) Hochschulen oder Berufsakademien – können ihre Ausbildungs- und Studienangebote kostenfrei veröffentlichen. BZ/Huber www.ausbildungplus.de chilli | jugend & beruf | 06.2014 | 13


PRAKTIKUM

Auf den Inhalt kommt es an Rechte und Pflichten von Praktikanten

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amit Hospitanten sich über ihre Stellung im Klaren sein können, müssen sie ihre Rechte kennen. Welche das sind, ist unterschiedlich, da es keine gesetzliche Regelung speziell für Praktika gibt. Das Bundesarbeitsgericht definierte 2003 ein Praktikum als vorübergehende Tätigkeit in einem Betrieb zum Erwerb praktischer Kenntnisse. Entscheidend sind die Inhalte des Praktikums. Steht das Lernen im Mittelpunkt oder die Mitarbeit im Unternehmen? Eindeutig ist der Fall bei Schülerpraktika oder Pflichtpraktika während des Studiums. „Rechte und Pflichten im Praktikum sind durch die Ausbildungs- und Studienordnungen klar geregelt“, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Ein gesetzlicher Anspruch auf Vergütung bestehe nicht. Der Praktikant hat daher auch keine Arbeitnehmerrechte wie Kündigungsschutz oder Urlaubsanspruch. Deutlich mehr Rechte hat, wer aus freien Stücken bei einem Unternehmen hospitiert: Wenn das Praktikum dem Erwerb von neuen Kennt-

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nissen und Fähigkeiten dient, fällt es unter das Berufsbildungsgesetz, das Ausbildungsverhältnisse regelt. Der Gedanke dabei ist: Lerninhalte gegen Arbeitsleistung . Es wird kein Arbeitslohn gezahlt, bei längeren Praktika besteht aber Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Nach Ablauf einer Probezeit kann der Arbeitgeber dem Praktikanten nicht mehr ohne weiteres kündigen. Dauert das Praktikum länger als einen Monat, besteht auch ein Anspruch auf Urlaub. Ein wichtiger Punkt ist das Praktikumszeugnis: „Man kann vom Arbeitgeber eine Praktikumsbestätigung verlangen“, sagt Bredereck. Wer eine qualifizierte Beurteilung wolle, sollte das im Vorfeld ansprechen. Neben Dauer und Art des Praktikums enthalte sie auch die erlernten Fähigkeiten und erbrachten Leistungen. Praktikanten sollten auf einen Praktikumsvertrag bestehen, der Ausbildungsinhalte und Arbeitszeiten regelt. Je mehr im Vorfeld vereinbart wird, desto eher können Missverständnisse ausgeschlossen werden. BZ/Huber

Planlos war gestern

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RVF-App „Fahrplan+“

mmer wissen, wann die nächste Bahn fährt, nie mehr ahnungslos nach der nächsten Haltestelle suchen oder ohne Ticket unterwegs sein: Das alles ermöglicht die kostenlose „Fahrplan+“App des RVF für iPhone, Android und Blackberry. Sie hilft nicht nur dabei herauszufinden, wie und von wo man am schnellsten ans Ziel kommt, son14 | chilli | jugend & beruf | 06.2014

dern macht auch gleich den Kauf des passenden Tickets möglich. Neben dem normalen Einzelfahrschein gibt es auch das 24-Stunden-Ticket „Regio24“ für bis zu fünf Personen direkt aufs Handy. Dafür ist allerdings die Anmeldung bei Ticket Deutschland erforderlich. chilli Mehr Infos unter: www.rvf.de

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