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f79 – Das Schülermagazin für Freiburg und Region

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DIGITALE DROGENSZENE // KONSUMENTEN WERDEN IMMER JÜNGER GEMEINSCHAFTSKUNDE // MÄDCHENSCHULEN TEST // POLIT-PRIMAT ODER HEADLINE-HUNTER? PREIS // DAS SIND FREIBURGS LEHRERINNEN DES JAHRES PROMI-INTERVIEW // JAZZTANZ-DUO TRAINIERT FÜR WM // JOBSTARTER


Wir sagen

DANKE!

Das Bildungsprojekt f79 ist seit 2009

Rheinfelden bis Waldshut, Breisgau-Hoch­

Nur mit Hilfe von Förderern der

am Start. Mittlerweile beteiligen sich mehr

schwarzwald, von Emmendingen bis in die

öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft,

als 480 Schulen und 2600 Jugend­

Ortenau, vom Schwarzwald-Baar-Kreis bis

Stiftungen, dem Land Baden-Württemberg

einrichtungen aus ganz Südbaden an

Bodensee. Somit sind alle Schulen aller

und der EU kann diese Projektarbeit

verschiedenen Bildungs-, Berufs- und

Schularten und ein Großteil der Jugend-

umgesetzt werden. Dafür möchten wir uns

Medienangeboten beim f79 Schüler-

einrichtungen in Südbaden an das

auch im Namen aller Schülerinnen und

magazin: Von Freiburg bis Weil a.R., von

Projekt angebunden.

Schüler bedanken.

Wir suchen weitere Kooperationspartner. Interessiert? Infos unter bildungssponsoring@f79.de

MOBBING // „ES GING UMS ÜBERLEBEN“

Gendern // wie wichtig ist das?

HAUPTFACH // KÄLTE IM KLASSENZIMMER

HAUPTFACH // SCHULE IN DER KRISE

DEUTSCH // DIE ANGST VORM TELEFONIEREN TEST // WELTVERBESSERER ODER UMWELTSÜNDER? PREIS // WER WIRD LEHRER*IN DES JAHRES?

Umwelt // e-scooter – kein nachhaltiger trend test // welcher impftyp bist du? interview // schüler will lego-rekord aufstellen

COMPUTER-AG // CLASH DER KONSOLEN TEST // WELCHER WINTER-TYP BIST DU? SOZIALKUNDE // DIE ONLINE-SEELSORGER

COMPUTER-AG // GAMES FÜR ZWISCHENDURCH TEST // WELCHER PANDEMIE-TYP BIST DU? WIRTSCHAFT // NEUER SECOND-HAND-LADEN

PROMI-INTERVIEW // KLIMAWET TE // TRENDSPORT PARKOUR // JOBSTARTER

jobstarter // duale ausbildung // karriere beim zoll // jugendforum

INTERVIEW: EHC-GOALIE BEN MEISNER ÜBER SEINE SCHULZEIT // JOBSTARTER

INTERVIEW ZUR FREIBURGER NETFLIX-SERIE „BIOHACKERS“ // JOBSTARTER

www.f79.de


ERSTE STUNDE

PILLEN, PULVER UND CO. IMPRESSUM f79 // Das Schülermagazin für Freiburg und Region

Herausgeber // chilli Freiburg GmbH Trägerverein // Kinderstadt Freiburg e. V. Geschäftsführerin (V.i.S.d.P.) & Projektleitung // Michaela Moser // moser@f79.de Redaktionsleitung // Till Neumann // redaktion@f79.de Redaktion // Liliane Herzberg, Philip Thomas, Pascal Lienhard Koordination Schulen // Erika Weisser // weisser@f79.de Pressearbeit // Jennifer Patrias Publizistischer Berater // Lars Bargmann Schülerredaktion dieser Ausgabe // Lucie Finia Nick, David Baldysiak

Foto // iStock.com/FotografiaBasica

Redaktionsbüro // Paul-Ehrlich-Straße 13 // 79106 Freiburg fon // Redaktion 0761-76 99 83-85 fon // Anzeigen 0761-76 99 83-0 Website www.chilli-freiburg.de/chilli/f79/

– auch aus dem Netz Wie gefährlich Drogen sind

Titelbild // © iStock.com/Millann

Wer in Clubs geht, macht das nicht, um

junge Menschen im Netz in den Drogen­

Fotos // Schülerredakteure

sich über Ecstasy zu informieren. Doch

sumpf geraten sind.

Bildagenturen // iStock, Pixabay, unsplash

genau das ist gerade möglich. Ein Team der

Wir berichten außerdem über Freiburgs

Grafik & Layout // Miriam Hinze (Leitung), Tatjana Kipf, Katharina Fischer

Drogenhilfe ist unter anderem im Freiburger

Lehrerinnen des Jahres (vom f79 gekürt), zwei

Hans-Bunte-Areal zu finden. Sie wollen

Jazztänzerinnen, die hoch hinaus wollen, und

Lektorat // Beate Vogt

aufklären, denn schon in jungen Jahren wird

räumen auf mit Vorurteilen über Mädchenschu­

Anzeigenberatung // Christoph Winter (Leitung), Giuliano Siegel, Jennifer Patrias, Fredrik Frisch

oft massiv überkonsumiert – und das ist

len. Im Jobstarter-Teil des Magazins findet ihr

gefährlich, berichtet ein Experte. Unsere

wie immer Tipps zu Studium, Ausbildung und

f79-Titelgeschichte geht der Frage nach: Was

Co. Zum Beispiel: Wie werde ich Journalist?

Druckunterlagen // anzeigen@f79.de Druck & Weiterverarbeitung // Freiburger Druck GmbH & Co. KG Auflage // 35.000 Exemplare

sind die größten Gefahren bei illegalen Substanzen? Wie schütze ich mich davor?

Viel Spaß beim Lesen, bleibt gesund

Außerdem erzählt eine Buchautorin, wie zwei

Till Neumann & das f79-Team

Auslagestellen // an 480 HS, RS, Gymnasien, berufl. Schulen in Südbaden: Von Freiburg bis Weil a.R., von Rheinfelden bis Waldshut, Breisgau-Hochschwarzwald, von Emmendingen bis in die Ortenau, vom SchwarzwaldBaar-Kreis bis Bodensee. Alle Agenturen für Arbeit in diesem Gebiet, alle BZ-Geschäftsstellen sowie über 2600 Jugendeinrichtungen in Südbaden (Jugendzentren, Vereine, Stadt- & Ortsverwaltungen, Büchereien, Fahrschulen, Haus- & Zahnärzte).

Heiß auf Eis?

Druckunterlagenschluss für Heft-Nr. 50 // 12. Februar 2022. Es gilt die Preisliste Nr. 13.

Emmendingen erhalten junge Menschen nach

f79 ist Mitglied der Ein Unternehmen der f79 wird gefördert // vom Land Baden-Württemberg und dem Europäischen Sozialfonds

f79 ist Preisträger des SPIEGELSchülerzeitungswettbewerbs 2012, 2014 und 2015 f79 ist Mitglied der

Günstiger Schlittschuhlaufen mit dem SchülerAbo der RegioKarte! Ab aufs Eis: Für eine Fahrt auf der Eisbahn in Vorlage ihrer aktuellen Karte des SchülerAbos einen Euro Rabatt auf den regulären Eintrittspreis. Die RVF-Aktionswochen „Heiß auf Eis“ laufen bis zum 29. Dezember 2021.

VERLOSUNG

Außer dem Spaß am Schlittschuhlaufen gibt

Das f79 und der RVF verlosen vom 4. bis 9.

es ein buntes Rahmenprogramm in weih­

Dezember täglich je 2 x 2 Eintritts-

nachtlicher Atmosphäre. Für den Eintritt

karten für die Eisbahn in E ­ mmendingen.

benötigen alle einen Schülerausweis oder

Verlost wird über Instagram.

einen 2G-Nachweis. Die Eisbahn Emmendin­

Kommentiert einfach den Post auf

gen ist ab Freiburg mit der Rheintalbahn und

@chilli_freiburg und schickt uns

dem SchülerAbo erreichbar.

eure Mailadresse,

Weitere Infos auf www.rvf.de

dann seid ihr im Lostopf.

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f79 // 12.21


KLASSENFOTO

ON I T K A D E R E I D ABE G S U A R E S E I D

ANN TILL N EUM PHILIP

T HO M A S

S CH U L E // Wöhle r Gymna (Frankfu sium rt) ALTER // 32 BEITR AG // Jobsta rter ÜBER MIC H // „Imm er von S Spiel de piel zu nken.“

sium ztagsgymna SCHULE // Gan Osterburken ALTER // 37 bstarter daktion & Jo BEITRAG // Re lber, Si „Reden ist ÜBER MICH // ” d. ol G Schreiben ist

LUCIE FINIA NI CK SCHULE // St. Ursula -Gymnasium, Freibu rg ALTER // 15 BEITRAG // Sozialku nde: Mädchenschu le ÜBER MICH // „Treat People With Kindne ss“

PASCAL LIEN HARD IA K DAVID BA LDYS asium 2015 Kreisgymn SCHULE // Abi en Bad Krozing ALTER // 24 tfach: Drogen BEITR AG // Haup rf ure Vernunft da ÜBER MICH // „P n“ ge niemals sie

SCHULE // Abi am Windec k Gymnasium Bühl ALTER // 28 BEITRAG // Test, Jobstar ter ÜBER MICH // „To live is the rarest thing in the world. Most people exist, that is all.“ (Oscar Wilde)

TATJANA KIPF kner Gewerbeschule SCHULE // Ger trud Luc ALTER // 18 Gestaltung BEITRAG // Layout und der Zukunf t, lebe im von e um „Trä ÜBER MICH // Hier und Jetzt.“

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f79 // 12.21

LILIAN E HERZBERG

KATH ARINA FI SCHER SCHULE // Gertr ud Luckner Ge werbeschule ALTER // 22 BEITR AG // Layo ut und Gestaltu ng ÜBER MICH // „E s gibt keine Gren zen. Weder für Geda nken noch für Ge fühle. Es ist die Angst, die immer Gren zen setzt.“

ien SCHULE // Abi an der Fre iehre Waldorfschule Freiburg-W 27 // ER ALT w BEITRAG // Promi-Intervie ist nicht fest, t alitä „Re // H MIC R ÜBE “ Realität wird erschaf fen.


PRREDAKTION OM RUBRIK I-EC KE

INHALTSANGABE

INHALT f79//12.21 Seite 4 // Klassenfoto Wir sind f79! Die Blattmacher dieser Ausgabe

Seite 6 -9 // Hauptfach Stoff auf Knopfdruck: Autorin warnt vor digitaler Drogenszene

Seite 10-11 // Sozialkunde Girlsclub: Stimmen die Vorurteile über eine Mädchenschule? Foto // Philipp Bergner

Seite 12 // Lehrerpreis f79 hat die besten Lehrerinnen des Jahres gekürt

Seite 13 // Sport Freiburger Jazztanz-Duo trainiert für die WM in Polen

Seite 14-16// Test Polit-Primat oder Headline-Hunter? Welcher News-Typ bist du?

Seite 17// Jobstarter Ausbildung, Studium oder Praktikum? Starten statt warten

Seite 19 // Ausbildung „Chancen weiter gut” : So wirkt Corona auf den Azubimarkt

Seite 20-21// Berufswahl Mission Zukunft: Eltern können eine wichtige Rolle spielen

Seite 22 // Bildung Job-Start-Börse // Jobmesse Gesundheit & Pflege

Das landesweit zweitbeste Abitur an einem beruflichen Gymnasium hat der Freiburger Marvin Ernst (o.r.) geholt. Sein Schnitt? 1,0. Darauf ist er stolz, ein Elitestudent will er trotzdem nicht werden. Dass der 21-Jährige in Hochphasen bis zu fünf Stunden täglich gepaukt hat und in Mathe fast einen fatalen Fehler gemacht hätte, erzählt er im Interview mit f79-Volontärin Liliane Herzberg. f79 // Marvin, bist du Streber oder Käpsele? Marvin // (lacht) Natürlich musste ich mich reinhängen. Aber gewisse Inhalte sind mir schon leichtgefallen. Ich habe meinen Mitschülern Themen erklärt, die sie nicht verstanden hatten, so konnte ich es verinnerlichen. Und ich konnte gut lernen, weil ich ein Jahr in Texas war und dort gelernt habe, selbstständig zu sein. Das hat mir im Lockdown geholfen. Aber in der direkten Vorbereitung habe ich schon fünf Stunden täglich was gemacht. f79 // Und dann lief alles rund? Marvin // Nein, für mein Mathe-Abi konnte ich nicht lernen, weil ich

Seite 23 // Azubi-ABC Mahlzeit: Akku in der Mittagspause richtig aufladen

wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus lag. Danach hatte ich nur noch zwei Tage Zeit. Ich hab die Prüfung dann trotzdem geschrieben. Als nur noch fünf Minuten bis zur Abgabe waren, hab’

Seite 24 // Im Netz Recherchieren statt raten: Sicher zum Ziel mit dem Berufsnavi

ich alles noch mal angesehen und gemerkt, dass eine Fünf-PunkteAufgabe fehlt. Ich hatte dann noch zweieinhalb Minuten. Da hab ich halt mit der einen Hand in den Taschenrechner getippt und mit der

Seite 25 // Handwerk

anderen Lösungen geschrieben. Am Ende hab ich die 15 Punkte

Ausgezeichnet: Zimmerer aus Lahr ist Landesbester

gekriegt.

Seite 26-29 // Ausbildung // Studium

f79 // Und das nicht nur in Mathe. Mit einem 1,0-Schnitt stehen dir die

Online-Tests // Der Weg zum Redakteur

Türen offen, warum studierst du jetzt Politikwissenschaft und Volks­ wirtschaftslehre?

Seite 30 // Praktikum

Marvin // Klar, ich hätte mich in Yale für International

Pflicht oder Kür: Wie sieht’s mit dem Urlaubsanspruch aus?

Business oder sowas bewerben können. Dann steht das halt auf meiner Visitenkarte und ich kann mich überall bewerben. Aber ich dachte, ich studiere doch

Dein Thema nicht dabei?

lieber das, was mich wirklich interessiert, mit Leuten,

Werde selbst f79-Reporter! // Kontakt: redaktion@f79.de

die das auch wirklich interessiert, als irgendwas, was ich nur für den Status mache.

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f79 // 12.21


HAUPTFACH

, G N U ACHT ! H C I L R H Ä F E G Illegale S

Drogenhilfe , tz e N m e d s u a n ubstanze

Wer Rauschmittel sucht, muss dafür nicht mehr auf die Straße. Auch auf Instagram und Co. gibt es viele illegale Substanzen zu kaufen. Wie das junge Menschen in den Drogensumpf ziehen kann, zeigt das Buch „Bis einer stirbt“. Das f79 hat die Autorin gefragt, wie man sich davor schützen kann. Außerdem berichtet ein Experte der Drogenhilfe Freiburg, was die größte Gefahr für junge Menschen in Sachen Drogen ist.

Foto // iStock.com/reklamlar

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f79 // 12.21

k lärt auf


HAUPTFACH

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f79 // 12.21


HAUPTFACH

„W IR WOLLEN AUFK L Ä REN“ Drogenhilfe informiert in Clubs zu Ecstasy und Co. Welche Drogen sind gefährlich? Wie komme ich sicher durch den

Wer in Freiburg feiern geht, kann sich in Clubs über Rauschmittel informieren. Ein Team der

Clubabend? Was ist in Ecstasy

Drogenhilfe Freiburg ist derzeit mit einem bis zu

eigentlich drin? Solche Fragen

fünfköpfigen Team und Infoständen im Nachtleben

beantwortet ein Awareness-Team der Drogenhilfe Freiburg aktuell mit dem Projekt „Drobs in Space“. Mitarbeiter Marc Funke berichtet, was ein Infostand im Hans-BunteAreal bringt.

unterwegs – unter anderem im Hans-Bunte-Areal. „Der Drogenkonsum rutscht immer mehr in die Anonymität, wir wollen Jugendliche früher erreichen“, erklärt Projektleiter Marc Funke. Mit „Drobs in Space“ klärt das Team rund um Safer Use auf. Die größte Gefahr seien nicht nur K.O.-Tropfen, sondern „das Unwissen über die

Text // Till Neumann  Fotos // iStock.com/FotografiaBasica;  standret, privat

und der Mischkonsum“, sagt der 49-Jährige. „Das Problem ist, dass die jungen Menschen oft nicht wissen, was drin ist.“ Viele experimentierten rum,

sagt der Experte. Feiernde müssten sich fragen:

teilweise mit massivem Überkonsum, berichtet der

Mit wem gehe ich auf die Party? Was nehme ich

Diplom-Sozialarbeiter. Angesagt seien auch bei

zu mir? Welche Risiken gehe ich ein? Er sieht

sehr jungen Menschen Cannabis, Opioide oder

aber auch positive Tendenzen: „Es gibt eine

synthetisch hergestellte Substanzen wie Ecstasy

Kultur des Aufpassens bei jungen Menschen,

und Amphetamine. Auch der Handel im Internet

viele machen das schon.“

trage zu deren Verfügbarkeit bei. An den Info-Ständen gibt’s Flyer, Alarmklin­

Drugchecking ein, das in Deutschland verboten ist. Dabei können Drogen in Apotheken abgege­

Kondomen und Sniefblättchen für den sichereren

ben werden, um sie kostenlos auf die enthaltenen

Konsum. „Wenn sich Jugendliche Röhrchen

Substanzen prüfen zu lassen. In Frankreich, den

teilen, können sie sich zum Beispiel mit Hepatitis-

Niederlanden oder Spanien gibt es das bereits.

C-Viren anstecken“, sagt Funke. Wichtig ist ihm,

„Wir befürworten das“, sagt Funke. Jedoch sollte

dass das Projekt präventiv arbeitet: „Wir wollen

jede Testung an ein Beratungsgespräch

auf Risiken hinweisen, nicht zum Konsum

gekoppelt sein. Seine Erfahrung ist, dass viele

auffordern.“ Das Projekt möchte auch junge

Jugendliche offen für eine Beratung sind.

sichereres Feiern zu werden. Das Einstiegsalter wird jünger, berichtet

f79 // 12.21

Sein Team setzt sich für das sogenannte

geln und kleine Safer-Use-Päckchen mit Oropax,

Leute ausbilden, in Clubs Ansprechpartner für

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Informiert zu Drogen: Marc Funke kennt sich aus

Risiken von legalen wie illegalisierten Substanzen

Die Drogenhilfe Freiburg ist in Träger­ schaft des Kreisverbands Freiburg der Arbeiter­ wohlfahrt. Die Aktion Mensch hat „Drobs in

Funke. Cannabis werde in Ausnahmefällen schon

Space“ anschubfinanziert. Wer sich einbringen

mit 11, 12 Jahren konsumiert. Mit 13 machten

möchte oder eine Drogenberatung wünscht,

Jugendliche erste Erfahrungen mit synthetischen

kann sich beim Team melden.

Drogen. „Je jünger sie sind, desto weniger Wissen ist da“, sagt Funke. Ein entscheidender

Mehr Infos

Punkt sei auch, aufeinander aufzupassen. „Die

www.drobsinspace.de

größte Gefahr ist, nicht vorsichtig genug zu sein“,

www.drogenhilfe-freiburg.de


HAUPTFACH

GEFÄ HRLICHES AUS DEM N ETZ Autorin warnt mit „Bis einer stirbt“ vor digitaler Drogenszene Drogen. Mittlerweile sind sie auch

f79 // Was haben Sie dort entdeckt?

f79 // Ein Problem von Leyla und Josh ist, dass

im Internet verfügbar. Die Journa-

Beer // Auch Minderjährige und Jugendliche

sie mit niemandem über ihre Sucht reden

waren Mitglieder. Sie haben sich über Substan­

können. Gibt es dafür eine Lösung?

einer stirbt“ geschrieben, das als

zen ausgetauscht. Leute haben gepostet, was

Beer // Ich glaube, als Eltern ist es schwierig zu

Jugendbuch im Carlsen Verlag

sie sich geben. Also wirklich von Cannabis bis

helfen. Für viele Jugendliche ist das eine Zeit, da

erschienen ist. Es erzählt die wahre

hin zu Heroinspritzen. So bin ich auf Josh und

möchte man nicht mit ihnen über Probleme

Leyla gestoßen.

reden. Es ist nur wichtig, es überhaupt zu tun.

listin Isabell Beer hat dazu „Bis

Geschichte von zwei jungen

Ob das Freunde sind oder die Telefonseelsorge,

Menschen im Drogensumpf. Im Interview mit f79-Autor David Baldysiak spricht Beer von Beklemmung, Gefahren und Auswegen.

Text // David Baldysiak  Foto // Carlsen Verlag

Das Buch ist ein aufwühlender Bericht über Drogendealerei im digitalen Zeitalter.

f79 // Die beiden wollen „alles mal ausprobie­

der Online-Kummerkasten, wo man auch im

ren“. Was können junge Menschen gegen

Chat schreiben kann. Es gibt ja auch Therapie­

diesen Drang tun?

angebote, die man ab einem gewissen Alter

Beer // Das ist ein echt krasses Gefühl, weil

wahrnehmen kann.

man sieht, Leute werfen sich irgendwas ein und sind in einer ganz anderen Welt. Ich würde

Die Autorin

raten, ganz genau darüber nachzudenken, ob

Isabell Beer, geboren 1994, arbeitet als Journa­

man das machen will und ob das wirklich die

listin für funk, das junge Angebot von ARD und

eigene Entscheidung ist. Oder möchte man das

ZDF, und schreibt freiberuflich für DIE ZEIT. Für

nur machen, weil man dazugehören will?

eine Undercover-Recherche wurde sie für den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie

Nach ersten Konsumerfahrungen rutscht Josh in die Drogenszene im Internet ab. Er

f79 // Wenn ein Freund in die Szene abrutscht,

Investigation nominiert. „Bis einer stirbt – Drogen­

vernetzt sich mit anderen Konsumenten,

wie reagiert man da?

szene Internet“ ist ihr erstes Buch. Für die

bestellt immer krassere Substanzen, erhöht

Beer // Man kann mit dem Freund reden. Aber

zugrundeliegende ZEIT-Recherche erhielt sie den

die Dosis. Online lernt er auch die

nicht, dass man sagt: „Du darfst das nicht

Otto-Brenner-Newcomerpreis 2019.

heroinabhängige Leyla kennen. Anders als

machen.“ Man sollte ehrlich versuchen, zu

Josh bewältigt sie ihren Alltag. Aber die

sprechen. Auch über Safer-Use-Regeln. Man

Drogen kosten beide viel: nicht nur Zeit für

kann sagen: „Setz dich damit auseinander.“ Und

Freunde oder Familie, sondern auch

wenn man das Gefühl hat, das driftet total ab,

Freiheit und Gesundheit.

kann man sich an öffentliche Stellen wenden, die einem da weiterhelfen können.

f79 // Frau Beer, wie kamen Sie auf das Thema?

f79 // Leyla will, dass das Buch den Drogenkon­

Beer // Das fing an, als ich auf Face­

sum nicht romantisiert. Wird das oft verherrlicht?

book-Gruppen gestoßen bin, die sich mit

Beer // Ich glaube, das hat sich nicht verändert

dem Thema Drogen beschäftigt haben.

im Vergleich zu früher. Mir ist nur aufgefallen,

Mich hat interessiert, was darin vorgeht.

dass das in der Musik viel vorkommt. Das zieht

Ich bin mit verschiedenen Profilen

sich durch die Geschichte. Heute bei Capital

beigetreten und habe mitgelesen. Man

Bra und Tilidin, über das er sehr undifferenziert

kann sich nicht vorstellen, dass da

rappt. Jugendliche denken vielleicht, dass sie

jemand öffentlich mit Drogen handelt.

denen nah sein können, wenn sie das auch

Aber das ist tatsächlich passiert.

nehmen. Das halte ich für ein großes Problem.

Hat im Netz recherchiert: Isabell Beer


SOZIALKUNDE

KEINE JUNGS, ABER NONNEN? le räumt mit hu sc en ch äd M r ne ei Schülerin

eile. ht und Langew im Spor tunterric en nz ta r nu it, Viel St re men sie? enschulen. Stim ile über Mädch rte ru Vo nd e geht si s Da . Die 15 -Jährig Lucie Finia Nick s da nn ka n te Beantwor ist über zeugt: in Freiburg. Sie um si na ym -G la auf das St . Ursu atsch. rurteile sind Qu Die meisten Vo ia Nick  Text // Lucie Fin lkowski, privat  Po Fotos // Klaus a_ New; iStock/A nastasii Illustrationen // t  ar Fourleaflover; Sm

Vorur teilen auf


SOZIALKUNDE Vorurteil 3: Da unterrichten nur Nonnen Die Schule

Aktuell unterrichten keine Nonnen an unserer Schule. Jedoch hat vor

Mit ungefähr 1100 Schülerinnen ist das „Ursula“ das größte Gymnasium

ein paar Jahren eine Nonne bei uns unterrichtet, warum weiß ich gar

Freiburgs. Unsere Schule ist eine staatlich anerkannte katholische

nicht genau. Auf unserer Schule gibt es wie auf jeder anderen Schule

Privatschule. Sie kostet 40 Euro pro Monat. Als ich 2016 auf die Schule

ganz normale Lehrerinnen und Lehrer. Die Anzahl ist relativ ausgegli­

kam, wurde ich oft gefragt, warum ich mich für diese Schule entschieden

chen. Also sind wir auch nicht von der „Männerwelt“ isoliert wie einige

habe. Mir hat die Schule gefallen, vor allem der „Jordan“, ein kleiner Bach

sagen. Lehrer sind an unserer Schule meistens beliebter als Lehre­

vor der Schule. Ich wurde oft damit konfrontiert, dass es an einer

rinnen, weil sie oft lockerer mit uns umgehen.

Mädchenschule viel Zickenkrieg gibt und ich doch bestimmt viel streiten würde, weil ich mit so vielen Schülerinnen in eine Klasse

Vorurteil 4: Im Sportunterricht wird nur getanzt

gehen würde. Bevor ich in meine neue

An unserer Schule wird wie an jeder anderen gemischten Schule

Klasse kam, habe ich mir viele Gedanken

normal Sport unterrichtet. Mal machen wir eine Tanz- oder Turneinheit,

darüber gemacht. Ich habe mich gefragt, ob

mal spielen wir eine Ballsportart. Den Sportunterricht geben nur

es die richtige Entscheidung war. Fünf Jahre

Lehrerinnen.

später kann ich sagen: Das war ein super Entschluss.

Vorurteil 5: Wir wissen nicht, wie Jungs ticken Dieses Vorurteil mag vielleicht bei der ein oder

Vorurteil 1: Dauernd Streitereien

anderen stimmen, aber weitgehend ist es falsch. Wir

Dass es viel Streit an einer Mädchenschule gibt, ist eins von vielen

kennen teilweise noch Jungs aus der Grundschule

Vorurteilen und stimmt so nicht. Streit und Auseinandersetzungen kann

und sind mit ihnen befreundet. Oder man lernt Jungs

es überall geben, ob an einer gemischten Schule oder einer Mädchen­

im Sportverein kennen. Oder durch die Geschwister

schule. An meiner Schule gibt es nicht sehr viel Streit, es ist meistens

und Freunde.

sehr entspannt. Wenn wir uns überhaupt mal streiten, geht es um alltägliche Dinge. Das sind höchstens Kleinigkeiten.

Fazit Abschließend kann ich sagen, dass die meisten Vorurteile nicht

Vorurteil 2: Es ist langweilig ohne Jungs

stimmen und nur reine Klischees sind. Ich gehe gern auf das St. Ursula

Dass es auf einer Mädchenschule langweilig ist, weil keine Jungs in der

Gymnasium und kann es weiterempfehlen. Ich schätze, dass eine

Klasse sind, die mal einen Witz machen, stimmt auch nicht. Meiner

Mädchenschule nicht besser oder schlechter als eine gemischte

Meinung nach müssen keine Jungs in der Klasse sein, um den

Schule ist. Ich denke auch, dass ich keine Nachteile habe, weil ich auf

Unterricht interessanter zu machen. Mädchen können genauso lustig

eine Mädchenschule gehe.

sein wie Jungs. Es hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, ob ein Mensch lustig ist oder nicht. In meiner Klasse haben meine Mitschüle­ rinnen und ich viel Spaß. Die Pausen sind oft lustig, ähnlich wie der Unterricht. Ich habe auch schon oft gehört, dass man sich ohne Jungs gar nicht. Ich kenne es ja höchstens aus der Grundschule, das ist Jahre her. Außerdem denke ich, dass es auf die Klasse und ihre Lernatmo­ sphäre ankommt, ob man sich gut konzentrieren kann.

Geht gerne aufs St. Ursula: f79-Autorin Lucie Finia Nick

MÄDCHENSCHULEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG

besser konzentrieren könne. Ob das so stimmt, weiß ich ehrlich gesagt

15 Mädchenschulen gibt es in BadenWürttemberg. Man nennt sie monoeduka­ tive Schulen. Ob man dort besser lernen kann? Die Studienlage ist überschaubar, informiert das Kultusministerium. Einige Untersu­ chungen zeigen, dass es keine Unterschiede zwischen den Schulformen gibt. Andere legen dar, dass Mädchen an Mädchenschulen in mathematisch-naturwissen­ schaftlichen Fächern bessere Ergebnisse erzielen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass an Mädchen­ schulen die Beziehungen unter den Schülerinnen besser sind. Allerdings geben Schüler*innen koedukativer Schulen an, zufriedener zu sein. Kritisch sehen Studien, dass monoedukative Schulen Geschlechterrollen verstärken können.

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f79 // 12.21


LEHRERPREIS

f79-Magazin und baden.fm verleihen zwei erste Plätze

Verena Scheuble und Annika Pfirrmann. Das sind die Siegerinnen des Freiburger Lehrerpreises 2021. Die Jury rund um das f79-Magazin hat die Gewinnerinnen Mitte November bei der Preisverleihung in

Annika Pfirrmann unterrichtet an der Wentzinger Realschule in Freiburg. Verena Scheuble ist Lehrerin am Kreisgymnasium Bad Krozingen. Die Jury des Lehrerpreises hat sie unter 19 nominierten Lehrer*innen ausgewählt. Entscheidend dafür waren die Einsendungen der

Freiburg gekrönt. Ihre

Schüler*innen. Sie haben im Vorfeld ihre Favoriten

Schüler*innen bekommen je 750

eingereicht und begründet, warum sie den besten

Euro in die Klassenkasse..

Unterricht machen. Als Moderatoren führten Clemens Salm von

Text // Till Neumann  Foto // Philip Thomas

Gewonnen: Annika Pfirrmann und Verena Scheuble

der Wilhelm-Oberle-Stiftung und Till Neumann vom f79-Magazin durchs Programm. Sie lobten das außergewöhnliche Engagement der beiden Siegerinnen, die sich weit über den Unterricht

Schule nicht nur um das Erbringen von Leistung

hinaus für ihre Schüler einsetzen. Da die Wahl so

geht, sondern auch um Zwischenmenschlichkeit,

schwer gewesen sei, vergeben sie statt 1000 Euro

Respekt und Toleranz. Scheuble leitet mit zwei

nun zwei Mal 750 Euro.

Kolleg*innen die Nachhaltigkeits-AG des Gymnasi­

Die Laudationes hielten die Jury-Mitglieder

Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten, die

hervor, was Scheuble und Pfirrmann stellvertre­

die Schüler*innen moderierten.

tend für viele andere exzellente Lehrkräfte

haben selbst erst kurz vor dem Finale erfahren,

schaft und viel Einfühlungsvermögen.

dass sie nominiert wurden. Englischlehrerin

Patrick Bronner war 2016 Deutschlands

Annika Pfirrmann spürt durch den Preis einen

Lehrer des Jahres. Er begründete die Wahl von

„Boost“ und möchte sich mit ihrer Gruppe den

Annika Pfirmann so: „Besonders hervorgehoben

Traum erfüllen, nach London zu reisen. „Es berührt

wurde ihr Engagement während des Fernunter­

mich sehr“, sagte Verena Scheuble zum Preis.

richts in der Corona-Zeit. Neben einem ausgeklü­

Was ihr Geheimrezept für guten Unterricht sei?

gelten Home-Schooling-Konzept gab es regelmä­

„Humor“ sagte die Geschichtslehrerin. Mit den

ßige Sport-Challenges. Diese sorgten in der

Stufen, die sie vorgeschlagen haben, möchte sie

einsamen Zeit des Fernunterrichts für eine hohe

Pizza essen gehen. Den Preis verleihen der Radiosender

Schüler*innen loben Pfirrmann als „streng, gerecht

baden.fm und das f79-Magazin seit drei Jahren.

und witzig“. Sie waren schon vorher überzeugt:

Er soll guten Unterricht von Lehrkräften aus Freiburg

„Sie ist einfach die beste Lehrerin der Schule.“

und Umgebung würdigen. Ein anonymer Spender

Auch Verena Scheuble entfacht viel Begeiste­

f79 // 12.21

Die zwei Lehrerinnen reagierten gerührt. Sie

ausmacht: innovativer Unterricht, große Leiden­

Motivation und vor allem für Abwechslung.“ Die

12

ums und organisierte vor der Bundestagswahl eine

Patrick Bronner und Edgar Kösler. Sie hoben

stiftet dafür 1000 Euro. Schirmherr ist Freiburgs

rung. Das stellte Edgar Kösler heraus, er ist

Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach. Die

ehemaliger Rektor der Katholischen Hochschule

Wilhelm-Oberle-Stiftung unterstützt das Projekt

Freiburg: „Sie unterrichten mit Leidenschaft, Witz

tatkkräftig. In der Jury sitzen Vertreter*innen aus

und Charme. Schwierige Situationen entspannen

Bildung, Wissenschaft und Medien.

Sie mit Humor.“ Man merke, so schrieben die Schüler*innen, wie sehr ihr jeder Einzelne am

Mehr Infos

Herzen liege. Und wie wichtig ihr sei, dass es in der

www.beschdelehrer.blogspot.com


„RESCUE-TROPFEN GEGEN DIE AUFREGUNG“ “

SPORT

Freiburger Jazztanz-Duo trainiert für WM in Polen Für die Tänzerinnen des 1. Jazz-

Es riecht nach harter

dance Clubs Freiburg geht’s im

Arbeit und Schweiß: Wer den

Dezember zur Weltmeisterschaft

Trainingsraum von Melissa Gatto

nach Polen. Mit an Bord: Melissa

und Greta Eckenfels betritt,

Gatto und Greta Eckenfels, die als Duo um den Pokal kämpfen. Die

taucht unmittelbar in die Welt des

Reise ist weit, die Aufregung groß.

Tanzes ein.

Mindestens unter die Top 10 wollen

Die Wände

es die ehrgeizigen Sportlerinnen schaffen. f79-Volontärin Liliane Herzberg hat beim Training vorbeigeschaut.

Bei Wettbewerben mitzumischen

des Dance Centers Freiburg e.V. sind voller

vermittelt Melissa das

Spiegel, Reckstangen laden zum Dehnen ein, die

Gefühl, für die harte Arbeit

Musik ist laut, Bässe wummern. Zu „Djadja“ der

belohnt zu werden: „Mir geht’s

malisch-französischen Künstlerin Aya Nakamura

nicht so sehr um den Titel, ich

werden Melissa (16) und Greta (18) als Duo in

Text // Liliane Herzberg  Fotos // Andreas Hofmann

Polen ihr Können beweisen. Der Beat des souligen

strebe nach Glück und will stolz auf mich

Tracks zumindest hat es schon mal in sich.

sein“, sagt die 16-Jährige und strahlt. Die

Seit sie drei und neun Jahre alt sind, lernen Greta und Melissa die Kunst des Jazztanzes.

„Da bin ich schon ziemlich aufgeregt und

Drei Mal pro Woche ist Training angesagt. Wenn

angespannt“, berichtet sie. Und Tanzschulleite­

Turniere anstehen, sogar fünf Mal. Seit zwei

rin Heidi Gaess-Weber fügt schmunzelnd hinzu:

Jahren tanzen sie als Duo – seitdem heißt es

„Da helfen oft nur noch Rescue-Tropfen gegen

nach jeder Trainingsstunde noch mal 30 bis 60

die Aufregung.“

Minuten Extraschicht. Üben, üben, üben. Das

Nicht minder aufgeregt ist der Kopf hinter

muss gewollt sein: „Ich mache das mit Leiden­

dem Duo, Trainerin Romy Eckenfels, die große

schaft, deshalb fehlt mir nichts“, erzählt Melissa.

Schwester von Greta. Sie kreiert die Choreografien

Lange war unsicher, ob die WM der

und sucht passende Songs aus. „Ich habe

International Dance Organization (IDO) vom 10.

kreative Tage und weniger kreative. So ein

bis 12. Dezember im polnischen Warschau

Tanzkonzept entwickelt sich Stück für Stück. Wenn

überhaupt stattfinden kann. Denn weiterhin spielt

mir was einfällt, tanze ich es selbst und filme mich

das allseits bekannte Virus sein ganz eigenes

dabei“, erzählt die 25-Jährige. Wichtig sei, dass

Spiel. Mittlerweile ist aber ziemlich sicher: Das

Sprünge, Drehungen und Bodenelemente in einer

Turnier wird abgehalten. Für die Tänzerinnen heißt

Choreografie vorkommen, „das braucht’s, um gut

es jetzt, sich auf den Punkt vorzubereiten und alle

anzukommen“. Drei Aspekte wird die Jury in Polen

Skills noch mal zu verfeinern.

bewerten: Technik, Präsentation

„Das Training ist viel Arbeit, es wäre enttäuschend, wenn das jetzt nicht klappen

Fahren mit ihrem Team zur WM: Melissa Gatto (oben links) und Greta Eckenfels.

Minuten vor einem Auftritt seien dennoch hart:

und Choreografie. Melissa ist zuversichtlich.

würde, wir wollen zeigen, was wir können“, sagt

Auch wenn sie ihr gestecktes

Melissa. Gegen 15 andere Duos müssen die Frei­

Ziel nicht erreicht, bleibt die

burgerinnen sich beweisen. Ihr Ziel? „Mindestens

junge Tänzerin entspannt, ein

Top Ten.“ Zu gewinnen gibt es Ehre und Ruhm,

Misserfolg wäre kein Drama:

ein Preisgeld wird nicht ausgeschüttet.

„Es kommt, wie es kommt.“

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TEST

Topinformiert oder

Eigentlich besteht das ganze Leben aus Nachrichten. Und zwar nicht nur aus

solchen, die wir über WhatsApp oder Instagram erhalten und verschicken. Einen

wichtigen Platz nehmen auch die ein, die von der Welt außerhalb unseres Alltags berichten. Wie sehr man sich für sie interessiert und wie viel Zeit man mit diesen Nachrichten verbringt, das ist ganz unterschiedlich. Finde heraus, welcher

News-Typ du bist. Zähle dazu die Buchstaben hinter den Antworten zusammen. Welcher taucht am häufigsten auf? Die Auflösung gibt’s auf der nächsten Seite.

Text // Pascal Lienhard  Foto // iStock.com/DisobeyArt

5. Mit deinen Freunden diskutierst du gerade über ein tagesaktuelles Thema. Welche Rolle nimmst du ein? 1. Was sind für dich die wichtigsten News der letzten Monate?

a) Du erläuterst, dass man das von einer ganz anderen Seite sehen müsse. Deine Freunde sollen sich nicht für dumm verkaufen lassen. V

a) Das Ergebnis der Wahlen. Du hast sie eingehend analysiert und alle lokalen Ergebnisse genauestens studiert.

W

b) Du bombardierst deine Freunde mit Fakten, Mei­ nungen und Informationen. Nach einigen Sekunden nicken sie nur noch teilnahmslos. W

b) Die Eröffnung des neuen SC-Stadions.

P

c) Dass das Kanzleramt von Echsen übernommen wurde – aber das will ja wieder keiner hören.

V

d) Dass wir eine neue Regierung haben.

H

c) Du erklärst, was du dazu in der Tagessschau gesehen hast und was deine Großmutter von der ganzen Sache hält. H d) Du schweigst, spielst Candy Crush und hoffst, dass das Gespräch bald wieder interessanter wird. P

2. Du nimmst eine Zeitung in die Hand. Was liest du zuerst?

4. Hand aufs Herz: Wie viele derzeit amtierende Bundeminister·innen kannst du aufzählen?

a) Ich überfliege die Schlagzeilen. Dann weiß ich alles, was ich wissen muss. H b) Buntes.

P

c) Zeitung? Wer liest denn noch Zeitung? Ich will meine News sofort und in Echtzeit.

W

d) Das Horoskop.

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V

W

a) Alle! b) Das sind nicht MEINE Minister.

V

c) ... Merkel ...?!

P

d) 3–4

H

3. Welche Nachrichtensendung interessiert dich am meisten? a) Promi-Flash

P

b) Die Tagesschau

H

c) Bibel TV

V

d) Dafür hast du keine Zeit. Du liest alles nur online.

W


verschwurbelt:

TEST

Welcher News-Typ bist du?

6. Du wachst auf und erhältst die Nachricht, dass ein bekannter Politiker nach einer Steueraffäre zurückgetreten ist. Deine Reaktion?

9. Du sprichst mit einem Erwachsenen über Politik. Wie verläuft das Gespräch?

a) Wann? Wie? Du checkst sofort alle Newsfeeds und veröffentlichst einen eigenen Kommentar auf Twitter.

W

b) Wer ist das?

P

c) Nur ein Ablenkungsmanöver. Er wird weiterhin im Hintergrund die Fäden ziehen.

V

d) Spannend, denkst du – und schenkst der Sache keine weitere Beachtung.

H

a) Dein Gegenüber kann nur noch verzweifelt den Kopf schütteln und fürchtet um seine Rente.

V

b) Nach zwei Minuten bist du der Meinung deines Gegenübers. Der scheint ja wirklich Ahnung zu haben.

H

c) Nachdem deine Augen immer kleiner werden, gibt dein Gesprächspartner es auf und ihr unterhaltet euch über Breaking Bad. P d) Der Gesprächspartner fühlt sich bloßgestellt.

W

7. Woher beziehst du Nachrichten? a) Ganz klassisch aus der Tagesschau

H

b) Twitter, Nachrichten-Apps, Online-Seiten, Blogs ...

W

c) Telegram

V

d) Instagram

P

10. In der Stadt spricht dich an einem Wahlstand eine lokale Politikerin an. Wie reagierst du?

8. In eurer Schul-/Studentenzeitung sollst du einen Beitrag veröffentlichen. Worüber schreibst du? a) Über die vielen Möglichkeiten, wie die Esoterik unser Leben bereichert.

V

b) Einen politisch-theoretischen Beitrag, den du dann radikal kürzen und vereinfachen musst.

W

c) Über den BVB

P

d) Irgendwas mit Klima und Greta

H

a) Du zieht deine Kapuze tief ins Gesicht und hoffst, dass die Nervensäge dich in Ruhe lässt. Ist denn schon wieder Wahl?

P

b) Du lässt dir einen Flyer mitgeben und schaust vielleicht mal rein.

H

c) Du bringst sie mit deinem Detailwissen und kniffligen Nachfragen ins Schwitzen.

W

d) Du konfrontierst sie mit deinem Insider-Wissen über den bevorstehenden Putsch der Illuminaten.

V

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Auflösung

TEST

V Verlorener Verschwörungstheoretiker Schon allein das Wort „News“ bringt dich auf die Palme. Für dich sind das keine News, das sind Märchengeschichten, ausgedacht von der links-grün-versifften Weltverschwörung, gesteuert von Ech­ senmenschen auf der dunklen Seite des Mondes. Wenn es dich nach ultimativen Wahrheiten verlangt, schaust du in deine TelegramGruppe oder befragst die Frau, die dir deine Tarot-Karten legt. Aber Vorsicht: Vielleicht sind auch diese Quellen längst unterwandert.

P Politischer Primat News schön und gut – solange es um Sport und Stars geht. Politische News? Ist das nicht diese langweilige Vorabendserie, die seit Jahren im nicht minder langweiligen linearen Fernsehen läuft? Mega out! Da greifst du lieber zur neuen Staffel Stranger Things. Ist doch auch viel realistischer als das, was da in der Ta­ gesschau läuft. Doch Vorsicht: Die Monster von Netflix retten dich nicht, wenn die nächste Gemeinschaftskundeklausur ansteht.

H Headline Hunter Du versuchst, eine gute Mitte zu finden. Du bist meist gut in­ formiert und nutzt die gängigen Medien. Allerdings gehst du dabei selten wirklich in die Tiefe und lässt dich zudem stark von Menschen in deinem Umfeld beeinflussen. Bleibe wei­ ter am Ball, aber versuche auch, dir deine eigenen Gedanken zu machen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

W Viraler Workaholic

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Pling! Pling! Pling! Alle paar Sekunden poppt auf deinem Han­ dy eine neue Nachricht auf. SpiegelOnline, SZ, taz, Zeit, FAZ, Tagesschau ... alle News müssen sofort gelesen, geteilt und am besten noch kommentiert werden. Eigentlich bist du ein guter Partner für ein langes Gespräch über die aktuelle Lage. Wenn du von deinem eigenen Wissen nur nicht so besessen wärst, dass du dein Gegenüber gar nicht mehr wahrnimmst. Fahr eine Spur runter, sonst treibt dich deine Obsession in den Wahnsinn. Und dann wirst du vielleicht selbst zu einer Pop-up-Nachricht.

Fotos // Unsplash, Pixabay, iStock.com/fotogestoeber; zimmytws; anyaberkut


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