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Die Festivalsaison 2026 bringt Beats, Bühnen und ganz viel Draußen-Gefühl

er Sommer steht auf „Play“ – und die Region dreht den Sound voll auf. Zwischen Schwarzwald, Rhein und Basel wird 2026 wieder alles zur Bühne, was irgendwie nach Freiheit, Bass und Sonnenuntergang klingt. Festivals sind hier längst kein Wochenend-Extra mehr, sondern ein Lebensgefühl im Dauerlauf: mal laut, mal leise, mal verspielt, mal komplett eskalierend – aber immer draußen, immer echt.
Los geht’s früh: Das Southside in Neuhausen ob Eck liefert wie gewohnt den großen Festival-Klassiker mit internationalen Headlinern und Moshpit-Garantie, während das Stimmen-Festival in Lörrach die Stadt in eine Bühne aus Stimmen, Genres und Überraschungen verwandelt. Parallel öffnen kleinere Juwelen wie der Ebneter Kultursommer ihre Tore und zeigen, wie viel Charme in intimen Sommernächten steckt.
Richtung Rhein wird’s international: Das Summerstage Festival in Basel verbindet große Orchester-Momente mit
Pop- und Rockkultur, während das HillChill Open-Air direkt daneben auf DIY-Vibes, Clubsound und alternative Energie setzt. Auch das Floss Festival bringt Basel später im August noch einmal in den entspannten Feiermodus am Wasser.
Karlsruhe und Umgebung drehen im Juli komplett auf: Das Zeltival im Tollhaus liefert den langen Spannungsbogen aus Weltmusik, Jazz und Clubästhetik, bevor DAS FEST Karlsruhe den Mount Klotz in ein gigantisches Sommerwohnzimmer verwandelt. Direkt danach folgen OpenAir im Park Bad Krozingen, Sommersound Schopfheim und das Sea You Festival – Letzteres mit elektronischer Wucht direkt am See.
Freiburg bleibt dabei Drehkreuz der Szene: ZMF, Freiburg stimmt ein und das Sea You zeigen die ganze Bandbreite von Pop bis Kultur-Experiment. Und wenn der August anrollt, geht’s weiter mit Afrikaba in Emmendingen, den CoverNights in Müllheim und dem Rhein Feier Festival in Neuenburg – bis der Sommer endgültig ausgeklungen ist.

Wann? 19. bis 21. Juni
Wo? Neuhausen ob Eck
Wann? bis 21. Juni
Wo? Kulturscheune Schloss Ebnet Freiburg-Ebnet
Im Süden und im Norden entfaltet sich im Sommer eine Festival-Atmosphäre mit Suchtcharakter. Beim Hurricane Festival nahe Hamburg und beim Southside in Neuhausen ob Eck ist das Line-up hochkarätig und beim Camping und vor der Bühne entstehen Freundschaften fürs Leben. Headliner sind Twenty One Pilots, Billy Talent, Kraftklub, Yungblud, Florence + The Machine, die Pop-Sensation Halsey, The Offspring, Papa Roach und Provinz. Am Samstag stehen zudem fast noch Geheimtipps wie Betterov, Rikas oder Raynor auf der Bühne. Am Sonntag ist mit Scene Queen aus den USA eine Künstlerin auf dem Rollfeld zu Gast, die Metalcore mit feministischen Themen verbindet. Wem drei Tage nicht genug sind, der kann bei der Warm-up-Party mit Moop Mama, Majan, Mola, Hi! Spencer und BrassPalast schon mal auf Betriebstemperatur kommen.

> southside.de
Wann? 18. Juni bis 12. Juli
Wo? Marktplatz, Burghof & weitere Standorte in Lörrach
Internationale Größen und Neuentdeckungen prägen das Festival in Lörrach. Highlights sind die Marktplatzkonzerte mit Foreigner, Capital Bra Live, der Indie-Band Giant Rooks und der Pop-Künstlerin Leony. Das kraftvolle Finale auf dem Marktplatz liefern die Donots und H-Blockx ab.
An weiteren Spielorten wird mit Konzerten aus Klassik, Vokalmusik und Oper einem besonderen Festival-Schwerpunkt Rechnung getragen. In der Kirche im Quadrat, in der Stadtkirche in Lörrach und im Burghof entstehen dabei Konzerterlebnisse, die musikalische Tradition mit neuen Erzählformen verbinden. Zu Gast in Lörrach ist unter anderem das international renommierte Kammerorchester Basel, der Kammerchor Camerata Vocale Freiburg und das A-cappella-Ensemble „Latvian Voices“. Mit großen Stimmen und großen Gefühlen will die Opern-Gala „Lippen schweigen, s‘flüstern Geigen“ mit der Compagnia Nuova begeistern. > stimmen.com
Von Pop und Rock über Jazz und Klezmer bis hin zu Experimentellem und Klassik reichte dieses Jahr das Musikprogramm des Ebneter Kultursommers. Ergänzt wurde die musikalische Vielfalt durch Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Den Abschluss machen am Sonntag, 21. Juni, eine Klaviermatinee mit Giovanni Pilotti & Ario N. Sigroi in der Kulturscheune und das Open-Air-Benefizkonzert im Schlosspark mit dem aus drei Musikvereinen bestehenden „plusOrchester“ und Höhepunkten der symphonischen Blasmusik. Bei beiden Konzerten ist der Eintritt frei, die Veranstalter freuen sich aber, wenn der Spendenhut gut gefüllt wird. > ebneter-kultursommer.de

Wann? 25. bis 27. Juni
Wo? Grün 80, Münchenstein/Basel
Sommer, Musik und Open-Air-Feeling: Die Summerstage Basel bringt vom 25. bis 27. Juni 2026 wieder große Namen und besondere Konzertmomente auf die Bühne. Den Auftakt macht „A Classic Summer Night“, bei der das Sinfonieorchester Basel unter freiem Himmel Klassiker von Mozart bis Queen und Ed Sheeran interpretiert. Rockfans dürfen sich auf Manfred Mann’s Earth Band und Uriah Heep freuen, während Trauffer mit Volkrock und Berner Charme für Festivalstimmung sorgt. Dazu kommen lokale Acts wie Les Touristes, A Head On Fire, Lilac Attitude und eifachBEN. Ein vielseitiges Programm zwischen Klassik, Rock, Pop und Mundart – mitten im Herzen Basels.

> summerstage.ch
Wann? 26. & 27. Juni
Wo? Sarasinpark, Riehen
Indie, Elektro, Urban Sounds und jede Menge


Basler Szene: Das HillChill Festival verwandelt den Park im Grünen am 26. und 27. Juni 2026 wieder in eine entspannte Open-Air-Oase. Auf zwei Bühnen treffen lokale Newcomer und etablierte Acts aufeinander – darunter Annie Taylor, LEILA, Skip, Da Cruz und Tim & Puma Mimi. Dazu sorgen DJs, Live-Elektronik und alternative Sounds für Festivalstimmung bis tief in die Nacht. Statt MainstreamMassenware setzt HillChill auf Vielfalt, Entdeckungen und familiäre Atmosphäre. Perfekt für alle, die Musik abseits der großen Festivalrouten erleben möchten.
> hillchill.ch
Wann? 26. Juni bis 9. August
Wo? Kulturzentrum Tollhaus Karlsruhe
Mit Sinti-Swing, französischen Chansons und poetischem Punk startet am 26. Juni das Sommerfestival beim Karlsruher Tollhaus. Das Pariser Sextett Les Yeux D’La Tête bedient sich verschiedenster musikalischer Einflüsse. Seit fast 20 Jahren erzählen sie in ihren Songs eindrucksvoll und sensibel von den Themen des Alltags: von Liebe, Freude und Spaß am Feiern und über die ganzen Verrückten da draußen, die uns tagtäglich begegnen. Das Konzert mit „Von wegen Lisbeth“ tags darauf ist bereits ausverkauft, aber bis 9. August ist das musikalische Paket gut geschnürt mit deutschen und internationalen Acts, Spaßmusik und Weltmusik.

Mit dabei: Die Dänin Tina Dico und der Isländer Helgi Jonsson. Von ihrem Weg zueinander erzählen die beiden mit kuratierten Songs und Anekdoten voller liebevol-
Wann? 3. bis 5. Juli
Wo? Freiburg, verschiedene Orte
lem Drama. Der Klavierkabarettist Bodo Wartke und die SchönenGutenA-Band präsentieren Klassiker und ganz neue Lieder. Compota de Manana aus Barcelona zählen zu den originellsten Acts der zeitgenössischen Latin-Musikszene, und The Congo Cowboys absol vieren auf dem Zeltival ihren ersten Auftritt außerhalb Südafrikas nach ih rer Neugründung.

Headliner sind zudem Tocotronic, der norwegische Saxofonist Jan Garbarek mit seiner Gruppe, The Wombats, Joris und der Wiener Singer-Songwriter Josh. Als Zugabe lädt das Zeltival-Team zum Tanzab Spezial im Tollhaus ein, zur gechillten Sommer-Kulturoase mit Musik und einer Stärkung vom Grill – bei freiem Eintritt – und zu einer großen Palette musikalischer Entdeckungen aus aller Welt. > zeltival.de
Drei Tage, fünf Bühnen, über 80 Konzerte: Unter dem Motto „All together now“ verwandeln Chöre und Bands die Freiburger Innenstadt in einen Ort für Musik, Austausch und gemeinsames Erleben. Plätze werden zu Bühnen und Begegnungsräumen; das Programm reicht von balinesischer Gamelan-Musik über südamerikanische Klangwelten und Brass-Sounds bis zu Metal, Electronic und Genre übergreifenden Projekten.
Familien sollten sich den Festivalsonntag im Stadtgarten vormerken. Gemeinsam mit der Musik-
schule Freiburg entsteht dort ein Mitmachbereich mit Instrumentenwerkstatt, in der Kinder und Erwachsene Instrumente ausprobieren können. Der Höhepunkt des Tages ist das Gemeinschaftskonzert „Amazonas trifft Schwarzwald“. Gemeinsam mit dem Freiburger Chor Som do Brasil, dem Verein PAKT und dem Frauenchor As Karuana aus dem Amazonas treffen Stimmen, Rhythmen und Geschichten aufeinander.

> freiburgstimmtein.de
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Wann? 11. & 12. Juli
Wo? ? Badeparadies Schwarzwald, Titisee
Bei diesen Klängen kommt Sommerfeeling auf: Italo-Schlager, Ibiza-Sounds und BrassBeats verwandeln das Badeparadies in eine Wohlfühloase für Badenixen und Wassermänner. Der Außenbereich der Palmenoase wird zur Konzert- und DJ-Location am Titisee. Hier treffen internationale Clubsounds auf Live-Musik, Festivalfeeling und mediterrane Vibes. Der Eventsommer im Bade paradies beschert Badegästen am 19. und 20. Juni die ersten Sommerkonzerte mit Livebands. FATCAT spielen am Freitag modernen NewFunk mit tanzfähigen Grooves, und The Helmuts bringen am Samstag 90er-Hits, aktuellen Pop und Rock auf die Bühne. Die „Pool Beats“ werden am 3. Juli mit DJane Punto und Ibiza Summer Vibes fortgesetzt. Höhepunkt der Eventreihe ist das Sommerfestival am 11. und 12. Juli. Die Band El Flecha Negra verbreitet am Samstag mit einer Mischung aus Reggae, Ska und lateinamerikanischen Einflüssen Festivalatmosphäre. DJane Aria M sorgt zwischendurch mit entspannten DJ-Sets für den passenden sommerlichen Soundtrack. Die MMonks präsentieren am Sonntag ihr vielseitiges Repertoire aus Pop, Dance, Schlager und Rock, darunter bekannte Songs aus Musicalklassikern wie Mamma Mia, König der Löwen und Moulin Rouge.






Auch im August und September gibt es im Badeparadies Urlaubsfeeling für alle Daheimgebliebenen. Die Pool Beats und die Sommerkonzerte gehen weiter. Den Abschluss machen am 13. September Roy Birra & Bianco Boys mit Italo-Schlagern nach dem Vorbild von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys, und am 18. September legt Diego Dee Jay & BK Sax unter dem Motto „DJ meets Sax“ auf. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist im regulären Eintrittspreis enthalten.
> badeparadies-schwarzwald.de









Wann? 15. Juli bis 2. August
Wo? Mundenhof-Gelände, Freiburg
Das Zelt-Musik-Festival ist Freiburgs Sommerklassiker mit Kultstatus – und 2026 einmal mehr der Beweis, dass ein Festival nicht laut sein muss, um groß zu sein. Vom 15. Juli bis 2. August verwandelt sich das Gelände am Mundenhof in eine lebendige Zeltstadt voller Musik, Kulinarik, Kultur und lauer Sommernächte. Zwischen Konzerten, Liegewiese und Gastrobereich entdeckt man neue Lieb lingsbands, probiert sich durch die vielfältigen Food-Stände und bleibt meistens länger als geplant.
Musikalisch fährt das ZMF auch in diesem Jahr eine beeindruckende Bandbreite auf: Reggae-Ikone Burning Spear eröffnet das Festival, Katie Melua sorgt für große Songwriter-Momente, während Razorlight mit ihren Indie-Hits der 2000er zurück nach Freiburg kommen. Dazu gesellen sich Fatoni, DOTA, Alin Coen, KAMRAD, Tristan Brusch, Lara Hulo, ITCHY und die Buena Vista All Stars. Elektronische Klangwelten liefert Christian Löffler, Soul-Fans kommen bei der Sweet Soul Music Revue auf ihre Kosten.

Zu den besonderen Höhepunkten zählen „Britpop Orchestral“ mit dem Philharmonischen Orchester Freiburg sowie die spektakuläre Va rieté-Gala „Artistika meets ZMF“. Ge rade die Mischung aus großen Konzerten, ungewöhnlichen Projekten und überraschen den Entdeckungen macht das ZMF seit Jahrzehnten zu einem der vielseitigsten Festivals der Region. Genau dieser Mix aus internationalen Stars, spannenden Newcomern, Kulturprogramm und entspannter Atmosphäre macht das Festival seit über vier Jahrzehnten zu einem festen Termin im Freiburger Sommerkalender. Ob Indie, Jazz, Reggae, Rap, Singer-Songwriter oder Klassik – beim ZMF findet jede Generation ihren Soundtrack für warme Sommernächte. Und genau deshalb gehört das Festival für viele längst zum Sommer wie das Münster zu Freiburg. > zmf.de

Wann? 16. bis 19. Juli Wo? Marktplatz Schopfheim
Das Festivalhighlight im Dreiländereck bringt seit 2011 hochkarätige Künstlerinnen und Künstler mit Fans in Feierlaune auf dem Schopfheimer Marktplatz zusammen. Mitten im Oberen Wiesental, wenige Kilometer von Basel entfernt, zieht das viertägige Festival im Juli wieder Musikbegeisterte aus Deutschland, der Schweiz und dem benachbarten Elsass an. Auf der Open-Air-Bühne tummeln sich dieses Jahr internationale Rocklegenden und Partystars, auch Familien kommen auf ihre Kosten. Den Auftakt macht die Schweizer Rockinstitution Gotthard auf ihrer „Stereo Crush“Tour 26. Am Freitag sorgen die Fäaschtbänkler mit ihrer energiegeladenen Live-Show für Partystimmung auf dem Marktplatz. Ein Abend der Welthits erwartet die Konzertgäste am Samstag, wenn Bonnie Tyler und Chris Norman gemeinsam auf der Bühne stehen. Zum Abschluss stürmen am Sonntag „Deine Freunde“ die Marktplatz-Bühne. Mit ihnen kann die Familie gemeinsam feiern, denn auf ihrer „Kindsköpfe im Park“Tour bringen sie Kinder und Erwachsene zum Mitsingen und Tanzen.

> sommersound-schopfheim.de
Wann? 17. bis 19. Juli Wo? Tunisee, Freiburg
Wir verlosen 1 × 2 Karten! chilli-freiburg.de

Zwischen SchwarzwaldGlow und Techno-Heat wird der Tunisee wieder zur elektrischen Beach-Reality: Das Festival rollt seine „Beach Republic“ aus und verwandelt den See in ein vibrierendes Paralleluniversum aus Bass, Sonne und Wasser. Drei Tage, sechs Stages und über 150 Acts machen klar: Hier geht’s nicht nur ums Feiern, sondern ums Eintauchen. Tagsüber barfuß am See, ein Sprung ins Wasser zwischen zwei Sets, dann wieder zurück in den Rausch aus House, Techno, Trance und Progressive Sounds.
Der Vibe: Festival trifft Urlaub. Palmengefühl und Sonnenuntergänge direkt über dem See und Sounds, die von internationalen Headlinern bis zu Szene-DJs alles abdecken. Ob hard, melodic oder deep – jede Stage erzählt ihre eigene Story, während sich die Crowd zwischen Liegewiese, Dancefloor und Wasserlinie verliert.
Camping gehört genauso dazu wie der erste Sprung ins kalte Wasser am Morgen danach. SEA YOU ist kein kurzer Rave-Stop, sondern ein 72-Stunden-Trip zwischen Realität und Bassline. > seayou-festival.de


Wann? 17. Juli bis 1. August
Wo? Kurpark Bad Krozingen
Der idyllische Kurpark liefert beim „Open Air im Park“ die Kulisse für Musik und Unterhaltung. Zum Auftakt wird von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 19. Juli, das Lichterfest gefeiert. An allen drei Tagen sorgen Foodtrucks für das leibliche Wohl und ein Autoscooter mit LED-Beleuchtung und Musik bringt Fahrspaß in den Park.
Bei der Schlager-Gala mit Kerstin Ott, Liane und Reiner Kirsten kommen Fans gefühlvoller Musik am Donnerstag, 23. Juli, ins Träumen. Am Freitag, 24. Juli, teilen sich zwei Giganten der Musikgeschich te die Bühne im Kurpark. Den Auftakt macht die dienstälteste Band der Welt, The Lords, die mit Klassikern wie „Poor Boy“ den Beat der Sechziger lebendig werden lässt. Im Anschluss zünden The Sweet ein Glam-RockFeuerwerk, bei dem Welthits wie „Ballroom Blitz“, „Fox On The Run“ und „Love Is Like Oxygen“ nicht fehlen werden.


Ein weiteres Highlight folgt am Donnerstag, 30. Juli, mit dem Freiburger Barockorchester in den Park. Seit über 30 Jahren zählt das Orchester zu den führenden Ensembles. Gegründet von ehemaligen Studenten in Freiburg, gastiert das Barockorchester heute in Konzertsälen auf der ganzen Welt. Das Konzert in Bad Krozingen steht im Zeichen von Georg Friedrich Händel. Auf dem Programm stehen unter anderem die Wassermusik Suite Nr. 1 F-Dur, das Concerto à 4 d-Moll und die Wassermusik Suite Nr. 3 G-Dur. Solistinnen bzw. Solisten sind Daniela Lieb (Flöte), Ann-Kathrin Brüggemann (Oboe) und Stefan Mühleisen (Violoncello). Die musikalische Leitung übernimmt Péter Barczi, der auch Violine spielt. Zum Abschluss der Open-Air-Reihe rockt die Spider Murphy Gang am Samstag, 1. August, mit Hits wie „Skandal im Sperrbezirk“ oder „Schickeria“ den Kurpark > open-air-im-park.de

Wann? 23. bis 26. Juli
Wann? 23. bis 26. Juli
Wo? Schlossplatz Emmendingen
Vier Tage Sommer, Sound und Stadtgefühl:
DAS FEST Karlsruhe kehrt vom 23. bis 26. Juli

Wo? Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe Wir verlosen 4 × 2
2026 zurück und verwandelt die GüntherKlotz-Anlage erneut in den legendären Mount Klotz – den grünen Musikberg der Stadt. Zwischen Wiesen, Foodständen, Sonnenuntergang und tausenden Menschen entsteht hier jedes Jahr ein Mix aus Familienpicknick, Großevent und Open-Air-Party. 2026 wird dabei zur ech ten Festival-Ansage. Schon der Auftakt am Donnerstag setzt ein Highlight: Nico Santos liefert große Pop-Hymnen und eröffnet das Wochenende mit Mitsingmomenten über den ganzen Hügel. Freitag wird es deutlich rauer – die Beatsteaks kehren nach fast 20 Jahren zu DAS FEST zurück und bringen ihren energiegeladenen Indie-Rock auf die Bühne. Gemeinsam mit Acts wie Blood Red Shoes und Disarstar entsteht ein Abend zwischen Gitarren, Rap und purer Live-Energie.

Der Samstag gehört der neuen Generation: Zartmann verbindet Rap, Indie und Pop zu emotionalen Festivalmomenten, die längst Mitsing-Status haben. Dazu liefern Blond, Loi, Leony und weitere Acts eine Mischung aus Haltung, Hooks und Sommerfeeling. Der Mount Klotz wird zur Dauerwelle aus Bewegung, Stimmen und Euphorie.
Der Sonntag setzt den besonderen DAS FEST-Kontrast: Der „Mount Klassik“ eröffnet mit der Badischen Staatskapelle unter freiem Himmel und bringt klassische Klangmomente in die Festivalwiese. Danach übernehmen Ray Dalton und Leony die Pop-Bühne, bevor Max Herre & Joy Denalane das Finale gestalten – mit Soul, Hip-Hop und großer emotionaler Tiefe.
DAS FEST bleibt seinem Konzept treu: vier Tage Vielfalt, starke Headliner und ein Großteil des Programms bei freiem Eintritt. Genau dieser Mix aus Offenheit, Größe und Nähe macht das Festival einzigartig. Wer einmal oben auf dem Mount Klotz steht, versteht schnell, warum Karlsruhe diesen Sommerberg jedes Jahr neu feiert. > dasfest.de
In Emmendingen ist der Schlossplatz die perfekte Open-AirLocation für Livekonzerte. Das „I Em Music!“ ist dort eine feste Größe mit Liveacts von internationalem Format. Musik und Emotionen treffen am Festival-Donnerstag mit Nena aufeinander. Tags darauf ist Mark Forster zu Gast, und am Samstag kommen Schlagerfans bei Andrea Berg auf ihre Kosten. Den Festivalabschluss übernimmt am Sonntag Jazeek mit dem „Summer Takeover 26“. Für die Auftritte von Mark Forster und Jazeek sind noch Tickets erhältlich, Nena und Andrea Berg sind ausverkauft.

> iemmusic.de
Wann? 31. Juli & 1. August
Wo? Markgräfler Platz, Müllheim

Tanzen, mitsingen, feiern mit den größten Hits der Lieblingsbands – das ist das Konzept der COVERnights, wo Tribute-Bands die Musik legendärer Künstlerinnen und Künstler auf die Bühne bringen. Queen, Phil Collins, Robbie Williams und Unheilig werden von Bands gecovert, die sich ganz und gar ihren Idolen verschrieben haben. Am Freitag stehen die Jungs von Scheinheilig und die The Robbie Experience auf der Bühne; am Samstag garantieren Phil It! und Break Free mit den Songs von Queen und Phil Collins einen spektakulären Festivalabschluss.
> karoevents.de
Wann? 4. bis 22. August
Wo? Oberer Rheinweg, Basel
Musik auf dem Wasser, Sommerfeeling am Rhein: Das FLOSS Festival gehört zu den schönsten Open-Air-Klassikern Basels. Vom 4. bis 22. August 2026 treten regionale und internationale Acts auf einer schwimmenden Bühne mitten im Rhein auf. Das Publikum sitzt entspannt am Kleinbasler Rheinufer und genießt Konzerte unter freiem Himmel – bei freiem Eintritt. Zwischen Sonnenuntergang, Lichterglanz und Live-Musik entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die Jahr für Jahr Tausende Besucher an den Oberen Rheinweg lockt. > floss.ch

Wann? 7. bis 9. August
Wo? Schlossplatz Emmendingen
„Music is the Key to Peace” wurde vom African Music Festival dieses Jahr als Motto ausgerufen. Das Team hat eine Begegnung ins Zentrum gestellt, die auf politischer Ebene aktuell fast als unmöglich gilt: Arezoo Rezvani, Künstlerin aus dem Iran, und Liron Meyuhas aus Israel musizieren gemeinsam. Wo Grenzen gezogen wurden, bauen sie Brücken.

Wann? 21. & 22. August
Wo? Rheingärten, Neuenburg
Rhein, Sommer, Rock’n’Roll: Das Rhein Feier Festival bringt am 21. und 22. August 2026 die Rheingärten in Neuenburg am Rhein zum Beben. Direkt am Ufer des Rheins trifft Festivalstimmung auf Open-Air-Charme zwischen Sonne, Staub und Gitarrenriffs.

Natürlich feiert das Festival wieder die Lebensfreude und die Vielfalt des afrikanischen Kontinents, vom Trommelzauber aus Ghana über modernen Afrobeat bis zu Reggae und Weltmusik. So ist am Samstag die deutsch-französische World-Hip-Hop-Band „Zweierpasch“ mit einer Mischung aus Elektro, Dancehall, Funk und Jazz zu Gast.
Doch das Festival ist mehr als eine Konzertreihe. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen aller Nationalitäten gemeinsam tanzen und feiern. Und der Welt-Basar mit Kunsthandwerk, exotischen Speisen und Stoffen nimmt die Besucher mit auf eine Reise der Sinne.
> festival.afrikaba.de
Wir verlosen 2 × 2 Karten! chilli-freiburg.de

Headliner wie The BossHoss liefern mit ihrem neuen Album „Back To The Boots“ ein energiegeladenes Country-RockFeuerwerk, das nach Clubschweiß und großen Bühnenmomenten klingt. Dazu kommen Human Touch mit zeitlosen Rockklassikern, Jamie Clarke’s Perfect mit Folk-a-Billy-Punk und eine bunte Mischung aus Rock, Indie und Alternative.
Am Samstag übernimmt Dick Brave das Kommando und bringt den großen Rock’n’RollComeback-Moment auf die Bühne, flankiert von Black Raven, The Kentucky Boys und Ballroom Stompers, die den Sound der 50s und 60s wieder aufleben lassen. Zwischen Retro-Vibes, modernen Sounds und jeder Menge Live-Energie entsteht ein Festival, das sich wie eine Zeitreise mit Vollgas anfühlt – laut, nah und mitten im Sommer am Rhein.
> rhein-feier.de






















KLASSE KLASSIKER UND PRIMA PREMIEREN BEIM SOMMERNACHTSKINO
von Erika Weisser
Das Sommernachtskino ist in Freiburg eine feste Größe wie der Semesterbeginn oder der Weihnachtsmarkt: Es findet jedes Jahr statt, immer im gleichen Zeitraum, am gleichen Ort und vom gleichen Veranstalter: dem Kino Friedrichsbau. Seit unvorstellbaren 23 Jahren ist es unverzichtbarer Bestandteil des Freiburger Kulturnachtlebens.
Vom 25. Juni bis 5. September gibt es im westlichen Innenhof des Schwarzen Klosters, der zum angesagtesten Kinosaal der Stadt umgestaltet ist, jeden Abend einen Film. Unter den 73 Vorführungen sind Highlights des Kinojahrs 2025/26, ein paar Freiburger Produktionen und eine sehenswerte Auswahl an cineastischen Klassikern. Außerdem gibt es die Gelegenheit, neue Autorenfilme vor ihrem offizielle Kinostart bei einer SternenhimmelPremiere zu erleben.
Den Auftakt macht Simon Verhoevens gleichermaßen kluge wie furiose und beim Freiburger Publi-
kum sehr beliebte Tragikomödie um die Schauspielerwerdung von Joachim Meyerhoff – nach dessen autobiografischem Roman (25.6., 22 Uhr). Und schon drei Tage später, am Sonntag, 28. Juni, kommt der erste Gast: Filmemacherin Wiebke Lühmann, die 2023/24 mit dem Fahrrad in 430 Tagen alleine von Freiburg bis zum Kap der Guten Hoffnung fuhr, präsentiert ihre Reise-Doku „Same Sun – mit dem Fahrrad durch Afrika“.
Eine weitere Freiburger Produktion mit Gästen gibt es am Dienstag, 21. Juli, 21.45 Uhr: Regisseurin Nadine Zacharias präsentiert noch einmal ihren Film „Fitness California“ um einen nostalgischen Kraftraum, auf dessen unverwüstlichem Parcours drei Helden der Freiburger Ringerszene trainieren, sich über alte Zeiten unterhalten und der bunten California-Klientel gute Tipps geben: Weltmeister Adolf Seger und die mehrfachen Deutschen Meister Bernd Fleig und Mario Sabatini.
Die erste Premiere des Sommernachtskinos gibt es am Mittwoch, 1. Juli mit Daniel Rohers „The Piano Tuner“ mit Dustin Hoffman (s. S. 51).
Und schon eine Woche darauf, am 8. Juli, 21.45 Uhr, läuft Reem Khericis französische Komödie „Chéri, ich komme!“, die erst Ende Juli regulär im Kino zu sehen ist (s. S. 37). Weitere Premieren (immer mittwochs) sind für den 15., 22. und 29. Juli vorgesehen. Am 29.7. gibt es mit „Bitteres Fest“ den neuesten – und ziemlich bissigen Film von Altmeister Pedro Almodóvar, der heuer auch mit drei Klasse Klassikern von der Partie ist: „Alles über meine Mutter“ (6.7.), „Frauen am Rand des Nervenzusammenbruchs“ (19.7.) und „Volver“ (im August).
Zu den nochmals vorgeführten Lieblingsfilmen der letzten Saison gehören auch Fatih Akins „Amrum“, Marcus H. Rosenmüllers „Extrawurst“, Peter Cattaneos „Pinguin meines Lebens“ und James Mangolds Bob-Dylan-Biopic „Like a complete Unknown“ mit dem fabelhaften Timothée Chalamet.
Ein schönes, vielfältiges, spannendes und entspanntes Kontrastprogramm zur Fußball-WM.
INFO www.sommernachts-kino.de
Bewegend: Wiebke Lühmann (l.) fuhr mit dem Rad durch Afrika – und Joachim Meyerhoffs Schauspielerwerdung wird von Kolleginnen bestaunt.



Deutschland/Österreich 2026
Regie: Regina Schilling
Dokumentation mit Sandra Hüller u.a.
Verleih: Weltkino
Laufzeit: 95 Minuten
Start: 25. Juni 2026
(ewei). „Ich selbst bin ein Mensch, der nie resigniert hat, überhaupt nie resigniert ist, sich das gar nicht vorstellen kann“, sagte Ingeborg Bachmann 1972 im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Ein Jahr später starb sie – in der Folge einiger existenzieller Krisen.
Regina Schillings Film, der zu Bachmanns 100. Geburtstag am 25. Juni in die Kinos kommt, begleitet die einst gefeierte und oft verkannte Schriftstellerin an einem imaginären Tag ihres Lebens. Das Publikum hat die Gelegenheit, mit der von Sandra Hüller großartig verkörperten Autorin durch Rom zu streifen und sich ihr auf behutsame Weise zu nähern. Auf sehr authentische Weise: Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivmaterial, Interviews und originalen Texten blickt der Film außer auf ihre zentralen Lebensphasen auch auf ihre komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch. Dabei werden der Schauspielerin nur Bachmanns eigene Worte in den Mund gelegt.


USA 2025
Regie: Daniel Roher
Mit: Leo Woodall, Dustin Hoffman, Havana Rose Liu u.a.
Verleih: DCM
Laufzeit: 109 Minuten
Start: 2. Juli 2026
(ewei). 1992 drehte Daniel Roher in den Freiburger Black Forest Studios seine Oscar-prämierte Dokumentation „Nawalny“. Nun kommt sein Spielfilmdebüt „The Piano Tuner“ in Freiburger Kinos – mit Premiere beim Sommernachtskino im Schwarzen Kloster am 1. Juli.
Erzählt wird die Geschichte des hochtalentierten Pianisten Niki White, der eine vielversprechende Musikerkarriere abbrechen musste und seither als Klavierstimmer arbeitet. Mit seinem eigenwilligen Mentor Harry zieht er von Auftrag zu Auftrag durch Konzertsäle, luxuriöse Apartments und wohlhabende Viertel New Yorks.
Bei einer solchen Gelegenheit lernt der sensible junge Mann die ambitionierte Kompositionsstudentin Ruthie kennen – aber auch den Sicherheitsprofi Uri, der sofort feststellt, dass sich Nikis absolute Hörfähigkeit auch zum Öffnen von Safes eignet. Uris Angebot ist verlockend – und gibt Nikis Leben eine gefährliche Wendung in Richtung Unterwelt.
Ein jazziger Thriller um Freundschaft, Loyalität und Schuld.


voll von der Rolle

(ewei). Die Alt-Freiburger unter uns werden sich erinnern: Bevor das Sommernachtskino seinen Platz im Schwarzen Kloster fand – und dankenswerterweise als einziges Freiluftfilmfestival noch besteht, gab es einige Open-Air-Bühnen im Stadtgebiet, wo sich die Leute bei Einbruch der Dunkelheit zum Filmegucken trafen. Oder zum Sternegucken. Oder zum Plaudern. Oder einfach wegen der besonderen Stimmung vor Ort.
Das im Osten der Stadt gelegene Gelände am Waldsee war eine Zeit lang ein solcher Ort, später zogen die Sternenhimmel-Cineasten in den Westen – auf den Parkplatz an der Neuen Messe. Während der Pandemie im Frühsommer 2020 gab es dort dann Autokino. Auch das Kommunale Kino entwickelte seinerzeit ein ganz neues Format: Mit „Living Walls“ zog man zu geeigneten Höfen und projizierte Filme an die Wand; das Publikum schaute von Fenstern oder Balkonen aus zu. Das Format gibt es zu besonderen Anlässen bis heute.
Leider völlig verschwunden ist das vom Kino Friedrichsbau kuratierte Freiburger Filmfest, das von 2004 bis 2015 je zwei Sommerwochen lang nie zuvor gesehene Filme samt illustren Gästen in den Mensagarten brachte und für Festival-Stimmung mitten in der Stadt sorgte. Es konnte mangels ausreichender Finanzierung nicht weitergeführt werden. Und da auch Freiluftkino-Versuche im Seepark nicht weitergeführt wurden, ist uns – bis auf ein paar einzelne Events in der Regio – lediglich das Sommernachtskino geblieben. Zum Glück.

Schluss mit „Sauhaufen“:
Multitalent Flrrn setzt auf solo

FLRRN MACHT WEIRDO-POP – VOR ALLEM FÜR SICH SELBST
Viele Instrumente, nur ein Musiker. Der Freiburger Joël Beierer aka Flirrn (31) wandelt seit einem Jahr auf Solopfaden. Als Multiinstrumentalist macht er Musik mit deutschen Texten der etwas anderen Art. Vor allem eins macht ihn dabei happy.
„Kreischender Weirdo-Pop am Rande des Fühlbaren!“ Ein Klick auf das erste Release belegt das eindrucksvoll. „Du schielst mir zwischen meine meine blickedichte Jalousien, paar Perlen Schweiß an meiner Scheibe, nur du und ich und die Gardinen.“ Das singt er in „Nie wieder Textil“ mit effektbeladener Stimme auf einen minimalistischen Elektrobeat. Musik, die überrascht, Kanten zeigt. Dazu ein Musiker, der aus der Reihe tanzt: Auf dem Cover liegt der Mann unbekleidet am Boden. Nur eine halbtransparente Decke bedeckt seinen Körper.
von Till Neumann
„Nie wieder Textil“ – ein Plädoyer für mehr Nacktsein? „Der Song ist eine Spielerei: Das Gefühl, wenn man einer Person nah sein will und sich dem Rausch der Erotik hingibt“, erzählt Flrrn. Veröffentlicht hat er das Debüt im August 2025. Nur wenige Wochen vorher ist sein Soloprojekt gestartet – nach beendeten Bandprojekten: „Immer wieder ist jemand ausgestiegen, das hat mich genervt“, erzählt er. Also stand fest: „Fuck it, ich mache jetzt solo.“ So muss er keine Kompromisse mehr eingehen, keinen „Sauhaufen zusammenhalten“. Das Schöne für ihn: Das bringe ihn auch dazu, mehr live zocken zu wollen, zu den Leuten zu gehen.
Ob er sich nicht einsam fühlt? Nein, heißt es für den Musiker. „Ich habe schon immer alleine komponiert.“ Dafür spiele er neue Songs nun Freund·innen vor und begreift das Publikum als seine Crew: „Ich spiel mit denen.“
Sein erstes Instrument war Gitarre. Dann lernte er Drums, Keys und Saxophon. Mit einer Loopmaschine
bringt er alles live zusammen. Legt seine Stimme drüber – getunt mit Effekten. Live geht’s ekstatisch zu: Flrrn-Shows stehen für Energie und Ausdruck. Ein Grund, in eine Keytar zu investieren (Mix aus Gitarre und Keyboard): „Ich will mich immer bewegen, habe keinen Bock, hinter den Tasten zu verschwinden.“
Texte schreibt Joël Beierer seit er 12 Jahre alt ist. Für Flrrn kramte er das Best-of aus der Schatzkammer: „8 Songs in 1,5 Monaten aus 5 Jahren gereiften Texten“, schreibt er auf Insta. In „Alles für den Genuss“ geht es um Sucht und Abhängigkeit. In „Vergissmeinnicht“ um Trauer und Tod. Themen mit Tiefgang, die mehrfaches Hinhören fordern, um den Sinn zu ergreifen.
So geht es auch Flrrn selbst, wenn er schreibt: „Es
„Manchmal verliebe ich mich in eine Line“
fängt immer mit dem Text an.“ Manchmal verliebe er sich in eine Line, ohne genau zu wissen, worum es geht. Trotzdem macht er sich auf die Reise, arbeite weiter, ergründet den Kern seiner Poesie.
Der schönste Moment: „Jedes Mal, wenn ich einen Song geknackt habe.“ Wenn er selbst verstanden hat, um was es geht. „Wenn ich es geschafft habe, in diesem Wirrwarr meines Kopfs meinen Gefühlen irgendwie nahe gekommen zu sein.“ Wenn es ihm dann noch gelingt, dazu passende Musik zu komponieren, kann er sagen: „That’s magic.“
Mit seiner Musik möchte er Menschen berühren. Noch wichtiger ist er selbst: „Ich schreibe erst mal für mich.“ Lange Jahre habe er an seiner eigenen Kunst gezweifelt, mittlerweile hat er mehr Vertrauen. Seine Songs sieht er als Ort, um sich und anderen zu begegnen. „Im Winter hatte ich gar keine Energie dafür, ein Tiefpunkt. Das kann ganz schön abfucken.“ Läuft es andersrum, geht’s ihm gut: „Wenn ich geile Songs schreibe, bin ich happy.“
Hauptberuflich leitet er die Kompanie Hanschitz & Beierer, entwickelt interdisziplinäre Tanz- und Zirkusproduktionen. Musik ist dafür ein „geiles Hobby“. „Andere gehen abends ein Bierchen trinken, ich hock mich allein ins Zimmer und schreib“, sagt Beierer.
Bei Konzerten lässt er es brodeln. „Flrrn ist eine provozierende Bühnenfigur, die manchmal das Publikum auch ein bisschen beleidigt“, sagt er selbst. Sein Projekt ist ein „Befreiungsschlag“. Wenn das Menschen erreicht, ist er umso glücklicher.
LIVE IN FREIBURG
Flrrn ist am 16. Juli im Actionprogramm des ZMF zu sehen.
POWERPUNK-TRIO TEKKNOBIER WILL AUFMISCHEN
Seit zwei Jahren machen drei Musiker gemeinsame Sache – mit einem ulkigen Namen: Tekknobier. Sie sagen, Techno passt nicht zu Bier – und ihre Musik in kaum eine Schublade. Ihr Debütalbum ist trotzdem erschienen.
Was klingt wie ein ekstatischer Exzess, besteht aus drei Musikern: Saxophonist und Sänger Thorsten Mozer, Schlagzeuger Christoph Düpper und Gitarrist Simon Weber. Letzterer wohnt in Bern, die anderen in Freiburg.
Gegründet haben sie sich bei einer Zugfahrt nach Frankfurt. Dort spielte die Post-Punk-Band Idles. Die drei merkten: Sie passen gut zusammen. Trotz ihres Namens sagen sie: „Bier passt überhaupt nicht zu Tekkno – so wie Tekknobier nicht richtig in die Punk-Schublade passt und deswegen erst recht Punk ist.“
Düpper erzählt weiter: „Es gibt die Geschichte aus den Wiener Zeiten von Thorsten, als ein Mitmusiker sicher nicht ganz nüchtern ein Redbull in ein Bier kippte und dann lauthals verkündete, dass er damit das Tekknobier erfunden habe.“
Das Trio mischt Elektro, Punk, Rap und harten Indie. Neben den Live-Elementen kommen Bass und viele Lead-Sounds vom Synthesizer. Seit Mitte Mai ist ihr erstes Album „Kündigen“ da. Den Sound der elf Songs beschreiben sie als unkonventionell, immer laut, immer tanzbar. „Die Texte lassen die Blase aus Wohlstandsverwahrlosung und Hyper-Hedonismus platzen –mit klarer Haltung, offenen Armen und dem unerschütterlichen Glauben an Lärm und Liebe“, so das Trio.
Der wütende Opener heißt „Champagnerpunk“: Das klingt nach dröhnendem Klanggewitter und wild umherspritzendem Edelwein. „Der Champagnerpunk wird beim Blick in den Spiegel sichtbar nach einem ohne wirklichen Grund durchgefeierten Abend im einer völlig überteuerten Gastro“, erklärt Düpper. Der Champagnerpunk lebe und leide gleichzeitig unter dem alltäglichen Verrat seiner Ideale. Bubbles & Burger statt Revolution. „Das Vergessen durch den Rausch ist einfacher, als endlich was zu ändern.“
Der Live-Auftakt ist der Band offenbar geglückt: Sie berichten von ausverkauften Debütshows im Kohi (Karlsruhe) und Swamp (Freiburg). Wie es dabei zugeht? „Laut, hoch energetisch und schweißtreibend“, erklärt Düpper. „Wir liefern keine klassische Punkrock-Show, sondern einen unkonventionellen musikalischen Riot mit gut gelauntem Ausgang.“ Till Neumann
Das nächste Date: am 25. Juni im Freiburger Club Elpi.


Kultur neben der Theke. Im Freiburger Laden Hanfnah gibt’s neuerdings auch Livemusik. Betreiber Tobias Pietsch hat im hinteren Bereich seines Geschäfts nähe Schwabentor eine Minibühne eingerichtet. Was geplant ist, erzählt er chilli-Redakteur Till Neumann im Interview.
Im Hanfnah gibt’s auch Konzerte?
Ja. Ich habe eine Bühne hier bei mir im Hanfnah am Schwabentor. Die wird Stück für Stück gebaut und professionalisiert. Auch den Sicherheitsvorkehrungen entsprechend. Natürlich berücksichtigen wir auch mögliche Lärmbelästigungen, die Nachbarn werden nicht beeinträchtigt.
Was soll die Bühne bieten?
Wir haben hier eine schöne Begegnungsstätte für tolle Menschen. Mein Netzwerk reicht von Freiburg über Karlsruhe nach Düsseldorf und Berlin. Und um die ganze Welt. Meine Kontakte möchte ich spielen lassen, damit hier in einer gemütlichen und sicheren Atmosphäre Menschen den Spirit teilen können, den sie leben.
Was genau ist geplant?
Das wird eine kleine exklusive Sache. Es wird Konzerte geben, vielleicht auch eine elegante Pole-Dance-Show. Am 13. Mai war der griechische Jazzmusiker Kill Emil für ein Meet & Great hier. Anfang Juni haben wir hier einen Podcast aufgenommen mit der Freiburger Autorin Helena Barop. Bald sollen lokale Künstler·innen auftreten – auch Standup Comedy ist geplant. Oder eine Lesung mit dem Jugendrichter Andreas Müller. Mein Traum wäre, dass Snoop Dogg hier mal ein kleines Konzert gibt. Freiburg hätte das verdient, ich liebe diese Stadt.


(lela). Das Piepsen des Barcodescanners der Kasse verhallt in rhythmischen Abständen, während die Bandmitglieder im Freiburger „Nachbarschaftskauf“ zu ihren Instrumenten greifen. So beginnt das Musikvideo der Freiburger Formation IndustrieparkOST, die mit der Single „Pennyfrau“ ihr Debüt feiern.
Von funky-rockigen Gitarrenklängen und der energiegeladenen Stimme des Leadsängers geprägt, handelt der Song vom alltäglichen Wahnsinn einer Kassiererin. Selbst in den nervigsten Situationen behält sie einen kühlen Kopf: „Seit 20 Jahren konstant lässt die Kirre sie kalt.“ Im Refrain steigern sich Musik und Lyrics zum hymnenhaften Höhepunkt: „Sie ist wie die Kasse, unsere Nummer 1!“ Gesang und Synthesizer komplementieren einander und treiben den Song kraftvoll voran. Sie spiegeln die Bewunderung, die der Pennyfrau entgegengebracht wird, humorvoll wider. Und: Es gibt sie wirklich, man schaue das Youtube-Video.
„Pennyfrau“ ist ein Gute-Laune-Song, der dazu einlädt, genau wie die Band selbst in ihremMusikvideo wie Flummis auf und ab zu hüpfen. Indie, Kleinkunst und eine Portion lässige Unbeschwertheit verflechten sich und kreieren den Sound der drei Bandmitglieder, von denen sicherlich noch viel zu erwarten ist.
(lsg). Die Mode der 2000er feiert ein Comeback – und Skybones beginnen genau im richtigen Moment damit, ihre Musik zu veröffentlichen. Mit ihrer Debüt-EP „Skybones“ versetzt die Freiburger Band die Hörer·innen zurück in die Grunge-Ära der 90er- und frühen 2000er. Die klassische Formation aus Gitarren, Schlagzeug und Frontmann beweist: „If it ain't broke, don't fix it.”
Es gibt nur wenige Veröffentlichungen, bei denen das Bedürfnis aufkommt, das physische Exemplar zu kaufen und das Album immer wieder durchzuhören. Skybones gelingt es, genau das Gefühl zu vermitteln. Die Band weckt den Wunsch, die alten Kabel-Ohrhörer und den staubigen MP3-Player hervorzukramen, um das Schleife zu hören.
Kein Song ist kürzer als vier Minuten. Der längste Titel überschreitet sogar die Zehn-Minuten-Marke. Dennoch fühlt es sich beim Hören an, als würde die Zeit wie im Flug vergehen.
Das Einzige, was hier bedauerlich ist: Dass keine weiteren Alben von Skybones zu entdecken sind.
Mit dem ersten Release hat die Band eine unfassbar starke Debüt-EP auf die Beine gestellt, aus der die Liebe zur Musik geradezu herauszuhören ist. Für jeden, der sich Musikliebhaber schimpft, ist das Release ein absolutes Must-Listen.
Singer-Songwriter


(kala). Christian Beierer aus Denzlingen veröffentlicht unter dem Künstlernamen Just ME (icke) mit „Blumen für Jonas“ einen Song für und über seinen an ME/CFS erkrankten Sohn. ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die bei vielen Erkrankten zu einem hohen Grad körperlicher Einschränkung führt.
Seit elf Jahren lebt Jonas mit der Krankheit. Er ist extrem lärm- und lichtempfindlich, kann nicht sprechen, wird über eine Sonde ernährt und ist dauerhaft bettlägerig.
Just ME (icke) spielt Gitarre und singt dazu von Arztbesuchen, bei denen Jonas’ Erkrankung als psychisch abgetan wird. Davon, dass Jonas über non-verbale Signale kommuniziert, „ein Klopfen steht für ‚ja‘“. Es geht in „Blumen für Jonas“ aber auch um die Zeit vor der Erkrankung: um Jonas’ Entdeckerlust, Brettspielaffinität und seine Freude an Musik.
Den Track hat Beierer in Eigenregie produziert. Gespielt hat er sein Werk live bei der Liegend-Demo in Freiburg, um auf ME/CFS aufmerksam zu machen.
Wer ME/CFS nicht kennt, bekommt so einen eindringlichen Einblick. „Blumen für Jonas" ist ein Lied. Aber auch eine Forderung an die Wissenschaft und das Zeichen: „Wir geben die Hoffnung nie auf.“
(lsg). Mit der Single „Schwarzwald Sound (Brass Rmx)“ haben Zweierpasch und die Maddis’son Brass Band – beide aus Freiburg – eine besondere Ode an den Schwarzwald erschaffen.
Der geerdete Sound der Blasinstrumente gepaart mit den High-Energy-Vibes der Zweierpasch-Zwillinge schafft einen Sound, der frisch klingt. Der Song ist mit Worten wie „Mein Herz wird für immer in den Bergen bleiben“ ein Liebesgeständnis an den Schwarzwald und die Heimat.
Ein Mix aus Blasmusik und Lyrics weckt ein Gefühl von Freiheit und Gemeinschaft. Die Background-Vocals von Chiiara verleihen dem eine Leichtigkeit, mit der man zu den Baumkronen des Waldes schweben möchte.
Schwarzwald Sound (Brass Rmx) passt zum lässigen Grillabend, zum Picknick am Badesee oder zum Roadtrip durch den Black Forest. Ein Sommer-Tune. Hätte der Schwarzwald einen Theme-Song, wäre es dieser.
Die Single lässt jegliches Gefühl von Fernweh verschwinden und bringt Ohrwurm-Potential mit sich.
Wer die Twins live erleben möchte, kann das im Sommer mehrfach: Sie spielen mit ihrer Band bei der SummerStage (18.7. Platz der Alten Synagoge), auf dem ZMF (30.7. Family Concert) und beim African Music in Emmendingen (8.8.).
Die Freiburger Geschmackspolizei ermittelt schon seit 20 Jahren gegen Geschmacksverbrechen, vor allem in der Musik. Für die cultur.zeit verhaftet Kommissar Ralf Welteroth fragwürdige Werke von Künstlern, die das geschmackliche Sicherheitsgefühl der Bevölkerung empfindlich beeinträchtigen.

Jährlich grüßt das Murmeltier – Sommer in der Stadt. Auf dem Land ebenfalls, wahrscheinlich auch auf dem Mond und den angrenzenden Galaxien. Die sind uns aber herzlich egal, wir haben auf der Erde und speziell in Deutschland genug zu tun. Allein Mallorca als 17. Bundesland ist ein Kriminalitäts-Hotspot letzter Güte!
Die Anreise dorthin kann von jedem deutschen Flughafen aus erfolgen, es gilt quasi als Staatsraison Malle, wie es die Insider nennen, täglich hundertfach von Deutschland aus anzufliegen. Die Einheimischen, die es dort auch noch geben soll, wissen mittlerweile alle Lieder davon zu singen. Undercover-Einsätze im Bierkönig sind mit das Härteste, was einem so im Dienst blühen kann.
Die Playaholiker, eine offen agierende Bande, berichtet auf ihrem Kanal frei von der Fett-Leber weg über ihr Treiben vor Ort. Der Endgegner für uns werden nun aber die KI-generierten Ballermann-Songs sein, die hier propagiert werden – ein unerschöpflicher Quell der Geschmacklosigkeiten.
Die Lieder heißen Therapie zwecklos, Mister Kümmerling oder Wir sind laut („Wir saufen, tanzen bis der Morgen graut, Playaholiker, wir sind laut …“).
Ob Mensch oder Maschine, am Ende ist es der gleiche Mist.
Mit der Mistgabel grüßt, Ihre GeschPo Freiburg




GRIMMWELT KASSEL WIDMET DER FREIBURGER ILLUSTRATORIN UND AUTORIN
HELGA GEBERT EINE EINZELAUSSTELLUNG
Erzählen in Bild und Wort“ lautet der Untertitel der Retrospektive „Zwischen Gestalten“, die das Ausstellungshaus Grimmwelt in Kassel seit 11. Juni einer Künstlerin widmet, die beides macht: Helga Gebert, die fast ihr ganzes 91-jähriges Leben in Freiburg verbrachte, hat Bücher nicht nur illustriert, sondern auch selbst verfasst oder übersetzt. Viele von ihr gestaltete Bücher sind im Weinheimer Verlag Beltz & Gelberg erschienen.
Noch bis zum 24. Januar, also kurz nach ihrem 92. Geburtstag, werden bei Grimmwelt nun rund 250 Werke gezeigt. Neben bekannten Illustrationen aus Märchen- und Kinderbüchern gibt es auch einige bisher unveröffentlichte Arbeiten zu sehen, die sie in einer Schublade in ihrem Elternhaus im Freiburger Sedanviertel aufbewahrt. Dorthin kehrte sie 1988 nach ein paar Jahren in Merdingen zurück.
Helga Gebert hat schon als Kind gemalt und Gedichte geschrieben,
fand sich nach eigenen Aussagen immer gut in Fantasiewelten zurecht –und blieb trotzdem in der realen Welt geerdet. Gründete eine Familie, bekam Kinder, arbeitete als Gestalttherapeutin in der psychosomatischen Abteilung des Freiburger Uniklinikums und engagierte sich seit den 1970er-Jahren auch politisch: Zunächst gegen den am Kaiserstuhl geplanten Standort für ein AKW in Wyhl, später für das Bleiberecht von Geflüchteten im Südbadischen Aktionsbündnis gegen Abschiebung. Mehr als 25 Jahre lang. In jener Zeit hat sie arabisch gelernt – von und mit den Geflüchteten.
Sie eignete sich diese Sprache so gut an, dass sie irgendwann in der Lage war, ihre Lieblingsmärchen aus Tausendundeiner Nacht im Original zu lesen – und neu zu übersetzen oder auf ihre Weise nachzuerzählen. Und natürlich selbst zu illustrieren: Bei Beltz & Gelberg sind zwischen 1995 und 2005 sechs höchst fantasievoll und farbenprächtig gestaltete Neuinterpretationen der weltberühmten Geschichten erschienen.
In der Kasseler Werkschau sind diese – und andere – Bücher und die oft überraschenden bildlichen Darstellungen des „Orients“ als Projektionsfläche für Sehnsüchte, Träume und Ängste zu bewundern; laut Ausstellungkuratorin Hanna Krüger sind diese bildgewordenen Worte „wichtiger Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens“. Dazu gehören aber auch oft witzige Interpretationen von Geschichten, die in Grimms Märchenwelten angesiedelt sind –deshalb jetzt auch die große Einzelausstellung, die „eine wichtige weibliche Position in diesem Genre sichtbar macht“, wie Grimmwelt-Geschäftsführer Jan Sauerwald sagt. Helga Gebert selbst sagt, dass sie die Weisheiten und Zwischenräume faszinieren, die die Erzählungen dem „magischen Denken“ überlassen: „Das ist, was man als Kind so sehr liebt – wenn hinter jedem Busch ein Zwerg stehen könnte“. Sie hat sich dieses magische Denken 90 Jahre lang bewahrt.
INFO www.grimmwelt.de

von Lukas Bärfuss
Verlag:
Rowohlt, 2026
127 Seiten, Hardcover
Preis: 22 Euro
(ewei). Vom Tod der Mutter erfährt der gut situierte Sohn durch ihren letzten Kontoauszug. Das Guthaben beträgt 60 Franken – und die hätten noch 13 Tage reichen müssen. Bis zum Monatsende, wenn die nächste Rentenauszahlung überwiesen wird.
Allmählich wird ihm das Ausmaß des Elends klar, in dem die Mutter gelebt haben muss. Schließlich gesteht er sich ein, dass es ihm die ganze Zeit bewusst war. Spätestens seit dem Tag, da sie in die Dominikanische Republik auswanderte, um der sicheren Armut zu entgehen, in die sie mit ihrer geringen Rente in der Schweiz geraten wäre. Und er fragt sich, ob er ihr nicht hätte helfen sollen.
Ob er nicht hätte Verantwortung übernehmen müssen für die einstige Bardame, für die er in der Kindheit ein lästiges Anhängsel war, die ihn allein in der bis dahin gemeinsamen Wohnung zurückließ, als er 15 war. Die einkalkuliert hatte, dass er auf der Straße landen würde. Und die keinen Anteil daran hatte, dass er nicht unterging und es später gar zu einem wohlfeilen und preisgekrönten Schriftsteller brachte.
Das Gewissen plagt ihn – denn er entdeckt bezüglich des zähen Überlebenswillens erstaunliche Parallelen zu ihr. Und schlüssig analysiert er den Zusammenhang von gesellschaftlicher Ächtung und privater Verrohung.

von Helena Barop
Verlag:
Siedler, 2026
397 Seiten, Hardcover
Preis: 26 Euro
(ewei). Dass am Anfang eines jeden menschlichen Lebens eine Geburt steht, ist eine so selbstverständliche Binsenwahrheit, dass über die damit gemachten Erfahrungen außerhalb von Privatsphären oder einschlägigen Zirkeln kaum gesprochen oder geschrieben wird. Die Freiburger Historikerin Helena Barop legt nun eine brillant erzählte „feministische Geschichte der Geburt“ vor, die beschreibt, wie sich die Bedingungen im Lauf der Menschheitsgeschichte verändert haben.
Es ist ein Sachbuch, das sich aber so spannend liest wie ein Roman, in dem Unterdrückung und Gewalt thematisiert werden: Aus historischer Perspektive zeigt Barop sehr überzeugend und verständlich auf, dass die Geburtshilfe schon lange vor der im 18. Jahrhundert zur Norm erklärten medizinisch betreuten Klinikgeburt von patriarchalen Machtstrukturen geprägt war. In ihrer genuinsten Aktivität wurden Frauen bevormundet und zu gehorsamen und passiven Wesen degradiert, die sich gegen die unter der Geburt erlebte Gewalt nicht wehren durften. Ein starkes Plädoyer für Selbstbestimmung.
Barop präsentiert „Mythen, Macht und Muttermund“ am Donnerstag, 25. Juni, 19.30 Uhr im Rahmen der Reihe Freiburger Andruck beim „Stadtlesen“ auf dem Münsterplatz vor der Stadtbibliothek.

von Judith Holofrenes
Verlag:
Kiepenheuer & Witsch, 2026
304 Seiten, Hardcover
Preis: 24 Euro
(ewei). Zunächst kommt Judith in Freiburg gar nicht zurecht: Als die Sechsjährige mit ihrer Mutter hier landet, hat sie schon ein aufregendes Leben in diversen Berliner WGs und Kinderläden hinter sich. Sie fühlt sich ziemlich beengt von der braven Biederkeit der Kleinstadt. Außerdem reden die anderen Emil-ThomaGrundschüler „ürnkwie“ so komisch, sagen immer ein i, wenn man „einklüch“ ü sagen müsste.
Die Lehrer finden sie und ihre überschwängliche Phantasie anstrengend, den anderen Eltern sind sie und ihre Familienverhältnissesuspekt. Sie finden sie bestenfalls seltsam, wollen die Tochter einer Alleinerziehenden mit wenig Geld nicht unbedingt als Freundin ihrer Töchter.
Das Kind versucht sich anzupassen, die Hummeln in ihrem Kopf zu zähmen, nicht zu den verfänglichen Körperspielen aus Berliner Kinderladentagen anzuregen. Und bemüht sich, unauffällig und „sehr, sehr, sehr nett“ zu werden. So nett, dass „ich mir das Genick gebrochen habe mit meinem Grinsen“, schreibt die 50-jährige frühere Rockmusikerin Judith Holofernes in ihrer zweiten Autobiografie. Und die ist neben einer Chronik so mancher und hochkomisch beschriebener Fehlversuche, nicht mehr chaotische Außenseiterin zu sein, auch eine Freiburger Zeitreise in die 1980erund 90er-Jahre.
21.03. – 20.04.
Festival-Time heißt für dich: keine Geduld, aber doppelt so viel Energie. Schon da, bevor andere ihre Bros gefunden haben. Flirts passieren nebenbei zwischen zwei Getränken. Nur bitte nicht jedes Gespräch wie ein Wettrennen starten. Kaum jemand hält dein Tempo mit. Das muss aber auch niemand. Manche Highlights finden abseits der Hauptbühne statt.
21.04. – 21.05.
Gute Musik, gutes Essen und ein Platz, der nicht nach fünf Minuten unbequem wird – mehr braucht es für dein Festivalglück kaum. Festivals sind für dich eigentlich Luxuscamping mit Soundtrack. Wenn du einmal angekommen bist, bleibst du auch. Außer die Schlange an der Bar ist zu lang.
22.05. – 21.06.
Gefühlt alle Acts, alle Menschen und drei alternative Wege zur Bühne kennst nur du. Dein Festivalleben besteht aus spontanen Planwechseln. Niemand weiß, wo du gleich bist – nicht mal du selbst. Aber genau das ist irgendwie dein Konzept. Irgendwo triffst du immer bekannte Gesichter. Ein fester Treffpunkt wäre trotzdem manchmal hilfreich.
22.06. – 22.07.
Ein guter Song, ein schöner Sonnenuntergang und schon wird es emotional. Festivals treffen bei dir direkt ins Herz. Du hängst an deinen Freunden wie an deinem Lieblingsplatz im Schatten. Und das ist auch gut so. Spätestens beim letzten Lied wird’s verdächtig sentimental. Dann werden selbst kleine Momente groß ...
23.07. – 23.08.
Kaum betrittst du das Gelände, fühlt es sich nach Headliner-Auftritt an. Outfit sitzt, Stimmung sitzt, Ego sitzt sowieso. Nur bitte nicht beleidigt sein, wenn nicht alle gleichzeitig klatschen. Dein Vibe bleibt trotzdem unübersehbar. Und irgendwann merkt auch der Letzte im Publikum, dass hier gerade jemand mit eigener Bühne unterwegs ist.
24.08. – 23.09.
Packliste? Vorhanden. Back-up-Plan? Ebenfalls. Während andere noch ihre Tickets suchen, hast du bereits den Überblick. Chaos nervt dich zwar, aber erstaunlicherweise bist du genau dann am wertvollsten. Jemand muss ja die Gruppe zusammenhalten, wenn plötzlich nichts mehr klappt. Und genau dann bist du plötzlich unverzichtbar.
24.09. – 23.10.
Zwischen Foodtruck, Bühne und Freundeskreis pendelst du den ganzen Tag. Jeder will dich dabeihaben, du möchtest aber eigentlich überall gleichzeitig sein. Entscheidungsfindung bleibt deine persönliche Festival-Challenge. Am Ende landest du trotzdem genau da, wo gerade am meisten los ist – und verpasst dabei nur halb so viel, wie gedacht.
24.10. – 22.11.
Erst beobachten, dann eintauchen – so läuft das bei dir. Wenn die Stimmung passt, wird es intensiv. Andere nennen das Drama, du nennst es Erlebnisdichte. Du spürst schnell, wann ein Moment mehr ist als nur Hintergrundrauschen. Und genau deshalb bleiben dir selbst kleine FestivalSzenen oft länger im Kopf als die großen Shows.
23.11. – 21.12.
Ein Festival ist für dich vor allem eins: Abenteuer mit Soundtrack. Schlaf wird überbewertet, Pläne sowieso. Hauptsache, etwas Spannendes passiert gerade. Der nächste Moment ist immer schon wichtiger als der vorherige, und genau das macht das ganze Chaos für dich erst richtig gut. Am Ende fragst du dich am Montag, wo eigentlich die Zeit geblieben ist.
22.12. – 20.01.
Zwischen Timetable, Treffpunkten und Notfallplan läuft alles erstaunlich strukturiert. Zumindest bis Mitternacht. Danach übernimmt das Festival die Regie. Ab da helfen keine Pläne mehr, nur noch Glück, gute Laune und die richtige Person, die weiß, wo alle gerade sind. Und irgendwie funktioniert das bis zum Schluss.
21.01. – 20.02.
Es ist drei Uhr morgens, du führst seltsame Gespräche und hast völlig neue Bekanntschaften – dein natürliches Habitat. Letztlich landen alle bei dir, obwohl niemand genau sagen kann, warum. Vielleicht liegt es daran, dass du selbst nicht wirklich suchst, aber trotzdem immer genau da bist, wo gerade die besten Geschichten entstehen.
21.02. – 20.03.
Lichterketten, Lieblingssongs und laue Nächte reichen völlig aus, um bei dir Kinofilm-Gefühle auszulösen. Auf Festivals läuft dein Kopf regelmäßig im Romantikmodus. Jede Szene bekommt sofort Bedeutung, jeder Blick eine mögliche Story. Und manchmal reicht schon ein Refrain, um dich komplett in eine andere Welt zu ziehen.


