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Geldanlage Claus Walter über den KI-Hype an der Börse Bilanzen
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Geldanlage Claus Walter über den KI-Hype an der Börse Bilanzen
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paar Stunden später auf eigenen Pressekonferenzen wieder infrage gestellt. Wie es leider ampelüblich war. Kanzler Merz spielt das Reformpaket der „Regierung für Erneuerung“ hoch, aber die Spitzen von CDU, CSU und SPD, die zu Recht den Spott über den „Herbst der Reformen“ über sich ergehen lassen mussten, packen nun die Themen an, die Deutschland anpacken muss, wenn es im globalen Wettbewerb nicht noch weiter absacken will. Noch ist Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Noch.
Wenn in die Redaktion am Vormittag Pressemitteilungen mit der Headline „Finger weg vom Acht-Stunden-Tag“ flattern und am Nachmittag – gut bezahlte – Beschäftigte bei VW oder Mercedes gegen eine Anhebung der 35-StundenWoche protestieren, dann sichert das den dritten Platz auf der Welt nicht. Die Sicherung des Wohlstands hierzulande kann nicht mit immer weniger Arbeitszeiten – und mehr Krankheitstagen – gelingen. Es müsste ein Ruck durch Deutschland gehen.
Was die Chefs von IHK und WVIB vom Paket halten, ist in dieser Ausgabe ebenso zu lesen wie ein Stück über den riesigen Kapitalbedarf der Stadtwerke für die Energiewende. Die Kommunen stehen vor schwerwiegenden Entscheidungen und hitzigen Debatten.
Herzlichst
Ihr Lars Bargmann | Chefredakteur


Der Energieversorger Badenova erzielt stabile Gewinne, investiert auf Rekordhöhe und braucht jetzt von den Kommunen mehr Eigenkapital für die Energiewende. In schweren Zeiten. In den Rathäusern und bei der Thüga halten sich die Verantwortlichen bedeckt 6–8
Bilanzen
Der Bauverein Breisgau bilanziert robust und vermisst den Bauturbo in Freiburg 10
Die Familienheim Freiburg liefert Gewinne und steckt 14,5 Millionen Euro in den Wohnungsbau 11
Wie die Privatbrauerei Waldhaus dem Trend einbrechender Bierabsätze trotzt 12
Die Alte Wache auf dem Münstermarkt setzt auf Qualität – mit Erfolg 12
Immobilien
Halbzeit beim 80-Millionen-EuroProjekt Sonnhalde in Kollnau 14
30 Jahre Konzerthaus Freiburg: Wo einst ein Sheraton-Hotel gebaut werden sollte 16–17
Unternehmen
Das Grüne Emissionshaus feiert sein 30-Jähriges: vom Fondsmanager zum Dienstleister 18

IMPRESSUM business im Breisgau
Themenheft 07.2026
Das business im Breisgau erscheint im Freiburger Stadtmagazin chilli
Herausgeber: chilli Freiburg GmbH
Paul-Ehrlich-Straße 13 79106 Freiburg
fon: 0761-76 99 83-0
fax: 0761-76 99 83-99
bargmann@chilli-freiburg.de www.business-im-breisgau.de
Geschäftsführung: Michaela Moser (V.i.S.d.P.)

Abfallwirtschaft: Remondis darf weiter Gesellschafter der Freiburger ASF bleiben. Dafür gibt es 21 Millionen Euro für die Tunibergschule 20
80 Jahre Unmüssig: Hinter dem Slogan Vertrauen, Verlässlichkeit, Verantwortung steckt auch viel gesellschaftliches Engagement 22
Finanzwelt
Expertenbeitrag: Claus Walter über den KI-Hype an der Börse 24
Start-ups
Qurie will Kühlung revolutionieren 26
Alithea Bio: mit Daten und KI gegen den Krebs 27
Geldanlage oder Spielzeug Jérôme Gay bietet in neuen Räumen in Freiburg wertvolle Edelkarossen an 28–29

Chefredaktion: Lars Bargmann
Redaktion: Till Neumann
Autoren: Claus Walter, Holger Schindler
Titelcollage: Sven Weis, freepik.com
Fotos: iStock.com, Pixabay, freepik.com
Grafik: Sven Weis
Lektorat: Beate Vogt
Anzeigen: Marion Jaeger-Butt, Nathalie Braun, beiermeister mediaberatung
Druck: Hofmann Druck, Emmendingen
Ausbildungsmarkt
Von der Elfenbeinküste nach Bad Krozingen: Wie der Ivorer Zakaria Badini sein erstes Lehrjahr als Fliesenleger bestreitet 32
Noch nicht ausgebucht: Die Freiburger Stadtbau sucht für Azubi-Wohnheim noch Unternehmen, die junge Leute steuerfrei unterstützen wollen 33
Tourismus
Bei der Debatte um eine KonusKarte für Freiburg zeichnet sich das Ende ab
Arbeitsmarkt
Der Sommer ist da und die Frühjahrsbelebung ist in Südbaden ausgeblieben
Verbände
So kommentieren IHK und WVIB das Reformpaket der Bundesregierung 36–37
Handwerkskammer: „Auch dem verlässlichsten Handwerker geht irgendwann die Luft aus“ 37
Fakten bitte
Die Welt, die Wirtschaft in Zahlen 38

Ein Unternehmen der
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Infrastrukturprojekt für den geplanten Stadtteil Dietenbach: Über den Dreisam-Düker kann die Badenova Wärme, Wasser und Strom für 16.000 Menschen liefern.
Die Badenova AG hat im vergangenen Jahr 1,485 Milliarden Euro umgesetzt und unterm Strich 57 Millionen Gewinn gemacht. 50 Millionen werden an die kommunalen Anteilseigner ausgeschüttet. Der Energieversorger investiert auf Rekordniveau und braucht dafür mehr Eigenkapital. Erste Adresse: die Kommunen. Doch die ächzen unter hohen Lasten.
Rund 120 Millionen Euro wollen die Vorstände HansMartin Hellebrand und Dirk Sattur Mitte kommenden Jahres von jenen 98 Kommunen einwerben, die Anteile haben. Entweder als frisches Geld oder durch den Verzicht auf Ausschüttungen. Nur so sei das ambitionierte Investitionsprogramm umzusetzen. Bis 2050 will das Unternehmen insgesamt vier Milliarden Euro investieren. Im vergangenen Jahr waren es 177 Millionen (2024: 143). Ein neuerlicher Rekord.
Die neue Messlatte wird nicht lange halten, denn schon im laufenden Jahr sollen es 253 Millionen sein, im kommenden 272. Der Peak liegt in 2028 bei 277 Millionen. Zum Vergleich: 2021 waren es 106, im Jahr drauf 95 Millionen. Der Löwenanteil geht in die Netze, etwa gleich viel Geld soll in Erneuerbare Wärme- und Stromkraftwerke gepumpt werden. „Zum vierten Mal in Folge ist es uns gelungen, Rekordinvestitionen zu erzielen und ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen, was Ausschüttungserwartung bedient und wichtige Zukunftsvorsorgen in sich trägt“, sagte Badenova-CEO Hellebrand. Die finanzielle Stärke schaffe erst die Grundlage, um die Energie- und Wärmewende in der Region überhaupt anzugehen.
Für das Stemmen der Energiewende muss eins der größten Investitionsprogramme in der Geschichte der Bundesrepublik geschultert werden. Ende 2024 war in einer von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlich-
ten Studie von 650 Milliarden Euro bis 2045 allein in Stromnetze die Rede gewesen.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) teilte im vergangenen November mit, dass die Energieversorger bis 2045 in die regionale Energiewende, in Stromnetze und netzgebundene Wärmeversorgung insgesamt 535 Milliarden Euro investieren müssen – und dabei vor einer weit klaffenden Finanzierungslücke von 346 Milliarden Euro stünden.
Diese Lücke müssten die Energieversorger durch 47 Milliarden neues Eigenkapital und 299 Milliarden frisches Fremdkapital schließen. Basis war eine Studie, die die KfW bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland in Auftrag gegeben hatte.
„Die Energieversorger müssen gewaltige Investitionen für die Energiewende stemmen. Die klassische Kreditfinanzierung stößt dabei an ihre Grenzen. Für eine erfolgreiche Modernisierung der Energieinfrastruktur braucht es auch auf politischer Ebene Überlegungen, wie der finanzielle Instrumentenkasten erweitert werden kann“, kommentierte der KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.
Der hohe Investitionsbedarf treffe die Stadtwerke besonders hart, da deren Gewinne oft zur Querfinanzierung anderer kommunaler Aufgaben genutzt werden. „Diese Mittel stehen daher nur begrenzt zur Mitfinanzierung der Energiewende zur Verfügung“, heißt es in der Mitteilung. Genau das trifft auch auf Freiburg zu. Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) fährt Jahr für Jahr hohe Verluste ein. Allein von 2022 bis 2024 knapp 75 Millionen Euro. Diese Verluste sowie die Ergebnisse der Regio Bäder GmbH und der Flugplatz FreiburgBreisgau GmbH werden mit den Gewinnen aus der Badenova-Beteiligung in der Stadtwerke Freiburg GmbH verrechnet. Durch dieses Konstrukt spart sich die Stadt die Steuer auf die Erlöse der Badenova und kann das Geld für andere Dinge einsetzen.
Die größte Anteilseignerin mit 42 Prozent ist die Thüga AG. Dort hält man sich bei der Frage nach einer Kapitalerhöhung bedeckt: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu möglichen Kapitalmaßnahmen oder entsprechenden Überlegungen derzeit nicht öffentlich äußern können“, teilt das Unternehmen, an dem auch die Badenova beteiligt ist, auf Anfrage mit. Das Thema werde zunächst vertraulich im Gesellschafterkreis und mit dem Badenova-Vorstand abgestimmt.
»Im Moment nichts Konkretes sagen«
Die Stadt Offenburg hält 6,8 Prozent, das Rathaus in Lörrach 3,9 Prozent. Auch hier geben sich die Verantwortlichen reserviert. Der Freiburger Stadtverwaltung gehören 31,5 Prozent. Für Oberbürgermeister Martin Horn ist die Forderung nach zusätzlichem Kapital zwar nachvollziehbar. „Das trifft aber aktuell auf eine sehr angespannte Haushaltslage der Kommunen, auch auf Freiburg. Aus diesem Grund können wir dazu im Moment nichts Konkretes sagen.“ Das Thema müsse bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2027/2028 besprochen werden. Horn hofft auf die im Koalitionsvertrag der Landesregierung angekündigte Unterstützung der Kommunen bei der Fi-
Bundesweite Schlagzeilen beim Thema Kapitalerhöhungen hatte vor rund einem Jahr die EnBW gemacht. Der baden-württembergische Energieversorger hatte sich durch den Verkauf von 53,5 Millionen neuen Aktien ans Land Baden-Württemberg und den Zusammenschluss von neun oberschwäbischen Landkreisen (OEW, beide halten je 46,75 Prozent am Konzern) 3,1 Milliarden Euro neues Kapital besorgt. Der Schritt markiere „einen bedeutenden Meilenstein für die Umsetzung unseres Investitionsprogramms“, sagte Unternehmenschef Georg Stamatelopoulos. Dagegen nimmt sich der 120-Millionen-Euro-Wunschzettel des BadenovaVorstands bescheiden aus. Die EnBW will aber auch allein bis 2030 rund 40 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien und die Strom- und Gasnetze stecken.
Auch bei der Badenova stehen die Zeichen auf Wachstum: Im vergangenen Jahr hat der Konzern fast 150 Menschen eingestellt. Und im laufenden Jahr schon wieder fast 200. „Wir haben heute mehr als 2000 Mitarbeitende“, sagte Sattur. Und die brauche es auch. Mit den Investitionen wachsen auch das Anlagevermögen (um 87 auf 712 Millionen Euro), die Verbindlichkeiten (um 111 auf knapp 760 Millionen) und der Personalaufwand (um 13,6 auf 121,8 Millionen). Wachsen wird auch die Anzahl der Stromkun-

Bezogen auf den Umsatz in Höhe von 1,485 Milliarden sind 57 Millionen Euro Gewinn eine vergleichsweise überschaubare Rendite. „Wir sind damit sehr zufrieden. Wir haben renditestärkere Felder und solche, die unserem Auftrag folgen“, so Hellebrand. Mit klaren Ambitionen für die Energie- und Wärmewende blicke Badenova nach vorn: Bis 2035 möchte sie jährlich ein Gigawatt grünen Strom und eine Terawattstunde grüne Wärme erzeugen.

Energiewende am Müllberg: Über die Wasserstoff-Tankstelle kann Deutschlands aktuell größte Müllwagenflotte betankt werden.
Das Vorstandsduo legt ein durchaus bemerkenswertes Tempo hin: Ende Juni teilten Badenova und die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) mit, dass die Freiburger das EWS-Netz ab 2027 für 20 Jahre pachten und betreiben werden. Im Kandertal hat sich die Badenova nach jahrelangem Dauerzoff (wir berichteten mehrfach) unlängst mit der Naturenergie Netze auf die Übergabe der Infrastruktur in zehn Gemeinden geeinigt. Über den Kaufpreis haben beide Seiten laut Badenova-Sprecher Daniel Feld Stillschweigen vereinbart. Die Badenova hatte den kalkulatorischen Restwert aller Netzbestandteile auf rund 11 Millionen Euro beziffert. Die Naturenergie Netze bib-Informationen zufolge auf 29 Millionen. „Wir haben uns beim Kaufpreis stark aufeinander zubewegt, so dass ein betriebswirtschaftlich erfolgreicher Betrieb der Netze durch Badenova sichergestellt ist“, so Feld.
Mit dem Schwanauer TunnelbohrSpezialisten Herrenknecht Vertical GmbH soll demnächst ein Joint Venture bekanntgegeben werden, um an der A5 bei Hartheim am Autobahnparkplatz Hardt ein GeothermieKraftwerk zu bauen. Das soll ab 2030 dort rund 20.000 Menschen mit Erdwärme versorgen. Für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag sollen die Bohrungen bis in 3200 Meter Tiefe gehen, ein Kraftwerk und auch eine Leitung nach Freiburg gebaut werden. Ein weiteres Erdwärme-Kraftwerk ist im Raum Lörrach in Vorbereitung. „Wir sind hier, um die Wärmewende voranzutreiben“, sagt Sattur.
In Breisach plant die Badenova einen Energiepark mit einem bis zu 15 Kilowattpeak starken Solarkraftwerk, einem 25 Megawatt fassenden Speicher, einem Umspannwerk und Rechenzentrum. Investition: mindestens 30 Millionen Euro.
Die Energiewende brauche eine leistungsfähige Infrastruktur: „Wir haben einen klaren Plan, welche Investitionen in Strom-, Wasser-, Wärme- und Wasserstoffinfrastruktur notwendig sind. Damit wir diesen Weg konsequent weitergehen können, braucht es verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen, die eine Legislatur überdauern und sich an den heutigen Investitionszeiträumen ausrichten.“ Nur durch diese Faktoren und einer „attraktiven Verzinsung für regulierte Investitionen sind wir eine verlässliche und starke Partnerin für die benötigte Anlage frischen Eigenkapitals“, so Sattur.
Auch politisch ist der Vorstand aktiv: Badenova hat mit einem Forderungspapier an die neue Landesregierung zum Ausbau der Windenergie und zur Stärkung der Eigenkapitalbasis kommunaler Energieversorger Impulse gesetzt. Laut Hellebrand würden die Bundesländer Niedersachsen, Thüringen und Hessen die Kommunen bei der Energiewende durch Nachrangdarlehen mehr unterstützen, als es Baden-Württemberg tut.
„Kommunale Energiewirtschaft ist rentierlich, das muss die Landespolitik auch in Baden-Württemberg anerkennen“, heißt es im Papier. Andererseits dürfe der Staat den Ausbau der Wärmenetze nicht torpedieren: „Wenn der Staat Wärmenetze will, dann darf er in diesen Gebieten nicht auch Wärmepumpen fördern. Er riskiert damit im hohen Maße die Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen.“
Badenova fordert zudem, Erdwärme zu fördern: Geothermie ist im Oberrheingraben besonders erfolgsversprechend, mangels Daten aber teuer. Seismische Erkundungen müssten gefördert oder aber vorhandenes Datenmaterial kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Nordrhein-Westfalen zeige durch eine entsprechende Förderung, „wie man das riesige Potenzial nutzen und die Hürden zur Erschließung verringern kann“. Ob die deutschen Klimaschutzziele bis 2045 überhaupt erreichbar sind, daran macht jetzt das Freiburger Öko-Institut ein dickes Fragezeichen: Bis 2030 jedenfalls könne Deutschland seine Treibhausgasemissionen nicht wie geplant reduzieren. Anstatt die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 zu mindern, wie im Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) festgelegt, würden nur knapp 63 Prozent erreicht. Auch das im KSG geforderte Minderungsziel von 88 Prozent bis 2040 gegenüber 1990 werde mit projizierten 80 Prozent um acht Prozentpunkte verfehlt. „Die geforderte Treib hausgasneutralität bis 2045 wird so nicht erreicht“, steht im Projektionsbericht 2026, den das ÖkoInstitut Mitte Juni veröffentlicht und gemeinsam mit Fraunhofer ISI, IREES, Prognos, M-Five, FfE und dem Thünen-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt hat.
Lars Bargmann

Der Bauverein Breisgau (BVB) steht wirtschaftlich weiterhin grundsolide da. Die Mitgliederzahl steigt – und ebenso die Eigenkapitalquote. Das sagten die Vorstände Marc Ullrich und Jörg Straub bei der Bekanntgabe der Bilanz für 2025. Doch kostengünstigen Wohnraum zu schaffen, bleibe trotz der starken Ausgangsposition eine Herausforderung.

Bundesweit einzigartig:
das Stiftungshaus in Kirchzarten
„Beim Bauturbo gibt es erhebliche Unterschiede zwischen der Stadt Freiburg und den Gemeinden im Umland“, sagte Straub. Der Bauturbo soll seit Herbst 2025 den Bau neuer Wohnungen schneller und einfacher machen. Im Umland klappe das. Da komme es durchaus vor, dass der Bürgermeister persönlich aufs Landratsamt fährt, um ein Bewilligungsverfahren zu beschleunigen. Von diesem Eifer könne sich das Freiburger Rathaus durchaus eine Scheibe abschneiden.
Trotz schwieriger Bedingungen mit weiter steigenden Baukosten, hoher Regulierungsdichte und langwierigen Genehmigungsverfahren halten Ullrich und Straub das Unternehmen mit 112 Beschäftigten auf Kurs: Der BVB investierte im vergangenen Jahr 24,8 Millionen Euro in Neubau und Modernisierung. 55 Wohnungen wurden fertiggestellt – etwa in Gundelfingen und in Freiburg an der Basler Landstraße. Die Mitglieder profitieren vor allem von relativ niedrigen Mieten: Bei Bestandswohnungen liegt die Durchschnittsmiete bei 8,05 Euro pro Quadratmeter, bei Neubauwohnungen sind es 10,56 Euro. Entsprechend zahlreich sind Anträge auf Mitgliedschaft. 26.573 Mitglieder verzeichnete der BVB zum Jahresen-
de – ein neuer Höchststand. Allerdings kostet die Aufnahme in den Bauverein mittlerweile 400 statt 200 Euro. Der Bauverein hat 5155 eigene Wohnungen und 173 Gewerbeeinheiten, hinzu kommen 3119 verwaltete Wohnungen. Die Bilanzsumme stieg auf rund 374 Millionen Euro, die eigene Spareinrichtung verwaltet Einlagen von mehr als 114 Millionen Euro – ein wichtiger Vorteil bei der Finanzierung von Bauprojekten.
Im vergangenen Jahr wurden 304 Wohnungen neu an Mitglieder vergeben. Leerstände gibt es nahezu ausschließlich wegen Sanierungsarbeiten. Auf positive Resonanz stößt laut Ullrich ein Förderprogramm für interne Wohnungswechsel: „Wir helfen dabei etwa älteren Mietern, die sich nach dem Auszug der Kinder und oder dem Tod des Partners in zu großen Wohnungen wiederfinden.“ Wichtig sei, eine Ersatzwohnung im selben Quartier zu finden und gegebenenfalls Mietsteigerungen abzufedern: „So werden dringend benötige günstige Wohnungen für Familien frei.“
Der Bauverein hat sich auf ein Grundstücl im ersten Bauabschnitt im geplanten Freiburger Stadtteil Dietenbach beworben. Doch günstige Mieten zu sichern, sei eine große Herausforderung. „In Nachbarländern sehen wir, wie es besser gehen kann”, erzählt Ullrich, „in Straßburg werden Gebäude siebenstöckig, teils auch zwölfstöckig ausgeführt.“ Das senke die Kosten pro Quadratmeter. Zudem seien die Bauvorschriften in Deutschland viel zu umfangreich. Hier sei die Politik am Zug. Der BVB setze weiter auf enge Zusammenarbeit mit den Kirchen, die oftmals günstigeres Bauland bereitstellen könnten. So auch beim Stiftungshaus in Kirchzarten: Beim bundesweit beachteten Modellprojekt mit 15 preisgedämpften Wohnungen kooperierten die Bauverein-Breisgau-Stiftung, die katholische Erzbischof-Hermann-Stiftung und die Gemeinde. Aktuell im Bau sind 30 Wohnungen in Herbolzheim und 24 in Gottenheim.
Holger Schindler
Rund 14,5 Millionen Euro hat die Freiburger Baugenossenschaft Familienheim im vergangenen Jahr investiert. Etwa 12 Millionen in die Instandhaltung und Modernisierung ihres Wohnungsbestands und 2,5 in neuen Wohnraum. So viel hatten die Genossen zuletzt 2015 ausgegeben.
„Unser Ziel bleibt es, den Mitgliedern auch künftig zeitgemäßen und zugleich bezahlbaren Wohnraum anzubieten“, erklärt dazu der neue Familienheim-Vorstandsvorsitzende
Alexander Ehrlacher. Umfassend saniert wurden unter anderem die Wohnhäuser an der Wilmersdorfer Straße 3 und 5 in Freiburg mit insgesamt 104 Wohnungen sowie die Wohnanlage auf der Hohe in Waldkirch. Bezogen auf die Wohnfläche investierte die Genossenschaft im vergangenen Jahr 56 Euro je Quadratmeter im Bestand. Weitere 2,5 Millionen Euro flossen in neuen Wohnraum. Etwa für den Erwerb des Grundstücks fürs Projekt am Kaiserstuhlring in Umkirch. Dort werden in Holzmodulbauweise zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 36 Wohnungen entstehen, die mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Der Baustart ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
Insgesamt summieren sich die Investitionen der vergangenen fünf Jahre auf 64 Millionen Euro. Trotz des schwierigen Marktumfelds mit steigenden Kosten und vielen Auflagen schloss die Genossenschaft das Jahr mit einem Überschuss von rund 2,8 Millionen Euro ab. Die Bilanzsumme blieb mit 166,4 Millionen Euro praktisch unverändert. Das Anlagevermögen erhöhte sich auf 151,7 Millionen Euro, während das Eigenkapital auf 82,8 Millionen Euro anwuchs. Dadurch stieg die Eigenkapitalquote von 48,4 auf 49,7 Prozent. Der Jahresüberschuss ging zwar von 3,6 auf 2,8 Millionen Euro zurück, blieb aber im Rahmen der Erwartungen des Vorstands. Rund 2,4 Millionen Euro wurden den Rücklagen zugeführt. Die Mitglieder erhalten erneut eine Dividende von vier Prozent auf ihre Geschäftsanteile. Zum Jahresende hatte die Familienheim 2756 Wohnungen, 37 Gewerbeeinheiten sowie 2066 Garagen und Stellplätze. Leerstände gebe es nicht. Die Zahl der Mitglieder ging leicht von 8180 auf 8115 zurück: Das Unternehmen hat einen Aufnahmestopp verhängt, um das Verhältnis zwischen Mitgliedern und Wohnungen ausgewogen zu halten.

Neubau-Projekt in Umkirch: 36 bezahlbare Wohnungen für die Mitglieder
Ein wichtiges Finanzierungsinstrument der Genossenschaft bleibt die eigene Spareinrichtung. Die Spareinlagen der Mitglieder stiegen 2025 um rund 800.000 auf 43,9 Millionen Euro. Familienheim-Mieter können sich weiterhin über günstige Mieten freuen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2025 bei 7,61 Euro je Quadratmeter –rund 30 Prozent unter dem Freiburger Mietspiegel von 10,81 Euro. Der Vorstand betont aber , dass die steigenden Kosten insbesondere für Klimaschutzmaßnahmen künftig moderate Mieterhöhungen erforderlich machen werden. Veränderungen gab es an der Spitze des Unternehmens. Nach dem Ausscheiden von Anja Dziolloß und Christian Brokate aus persönlichen Gründen hat sich der Vorstand neu aufgestellt. Alexander Ehrlacher führt nun die Genossenschaft als Vorstandsvorsitzender, Georg Selinger verstärkt das Gremium als nebenamtlicher Vorstand. Von August an wird Markus Scherrle den Vorstand komplettieren und hauptamtlich den technischen Bereich verantworten. Fürs laufende Jahr plant die Familienheim, ihren Investitionskurs fortzusetzen. Neben dem Baubeginn in Umkirch sollen weitere erhebliche Mittel in die Modernisierung des Bestands fließen. Holger Schindler Bilanz-Box
Die Deutschen trinken immer weniger Bier. So ist der Bierabsatz im 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent oder 262 Millionen Liter auf rund 3,9 Milliarden Liter gesunken. Damit, so das Statistische Bundesamt, fiel der Bierabsatz erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1993 in einem Halbjahr unter 4 Milliarden Liter.
Gegen diesen Trend, der auch Baden-Württemberg glashart trifft, stemmt sich erfolgreich die Privatbrauerei Waldhaus. Hier ging der Absatz im vergangenen Braujahr (Oktober 2024 bis September 2025) nur minimal zurück. Immer noch verkaufen die Überzeugungstäter rund 100.000 Hektoliter. Für Brauereichef Dieter Schmid ist die Entwicklung ein klares Signal: „Immer mehr Verbraucher entscheiden sich bewusst für Qualität statt Masse. Dass wir uns seit Jahren deutlich besser entwickeln als der Markt, bestätigt unseren Weg. Wer kompromisslos auf Braukunst, beste Rohstoffe und eine starke Marke setzt, gewinnt auch in schwierigen Zeiten das Vertrauen der Biertrinker.“
Überdurchschnittlich stark habe sich das alkoholfreie Sortiment entwickelt. Waldhaus produziert mit rund 70 Beschäftigten fünf alkoholfreie Biere und Biermischgetränke und erzielte in diesem Bereich ein Wachstum von rund 20,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Branche liege im Vergleich bei etwa 9 Prozent. Besonders gefragt waren das Ohne Filter Alkoholfrei mit 26 und das Hell Alkoholfrei mit über 36 Prozent Zuwachs. „Alkoholfrei ist für uns kein Kompromiss, sondern ein eigener Qualitätsanspruch“, sagt Braumeister Steffen Müller. „Ein gutes alkoholfreies Bier muss nicht erklären, was ihm fehlt – es muss zeigen, was es kann.“
Die Privatbrauerei investierte im vergangenen Jahr einen mittleren sechsstelligen Betrag. Zu Umsatz, Gewinn und Verlust macht das Unternehmen keine Angaben.

Das Geschäftsjahr 2025 war für die Alte Wache Freiburg – Haus der badischen Weine GmbH erneut von herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt. Dennoch konnte die Alte Wache gegen den allgemeinen Branchentrend ihren Umsatz um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,6 Millionen Euro steigern.
Ein wesentlicher Faktor für das Ergebnis war neben moderaten Preisanpassungen, die aufgrund gestiegener Kosten notwendig waren, die hohe Besucherfrequenz in Weinbar und Vinothek am Münsterplatz. Hier trugen Auswahl und Qualität der Alte-Wache-Selektionsweine wesentlich zur positiven Entwicklung bei.
Beim Freiburger Weinfest 2025 profitierte die Alte Wache von schönem Wetter, hohen Besucherzahlen und somit guten Umsätzen. Weniger erfreulich verlief der Freiburger Weinsommer: Schlechtes Wetter verhagelte das Ergebnis. Auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt waren die Umsätze dagegen stabil. Allerdings sei die Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt wegen steigender Kosten, höherer Personalkosten sowie Wetterrisiken zunehmend herausfordernd.
„Ich denke, dass es uns gelungen ist, den Menschen mehr zu bieten als nur ein Produkt. Die Alte Wache steht für ein besonderes Weinerleben, für Wein- und Lebensqualität an einem wunderschönen Ort, das man sich immer noch leisten kann und will. Bezahlbar im Produkt, unbezahlbar im Erleben“, sagt Geschäftsführerin Alixe Winter. Das Unternehmen sieht sich auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Die Diversifizierung unterschiedlicher Geschäftsbereiche, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Marke und die besondere Lage am Freiburger Münsterplatz bleiben zentrale Grundlagen des Erfolgs. bib





























Eingebettet: Um zu wenig Grün brauchen sich die Bewohner keine Sorgen zu machen.
Der erste Bauabschnitt des 80-Millionen-EuroBauvorhabens Sonnhalde im Elztal ist fertiggestellt und die 70 Wohnungen sind fast komplett verkauft. Im Spätjahr startet der zweite Bauabschnitt.
zwischen den Wohnungen reduziert. Die Bauten folgen der natürlichen Topografie und fügen sich mit ihren vertikalen, in einem sanften Grünton gehaltenen Holzfassaden trotz ihres Volumens in die Landschaft ein.
„Uns war wichtig, an diesem prägenden Standort Wohnraum zu schaffen, der sich mit der Hanglage, der Landschaft und der gewachsenen Umgebung auseinandersetzt und zur Lebensqualität in Kollnau auch auf lange Sicht beiträgt“, erklärt Thomas Schindler. Architektur, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit seien von Beginn an gemeinsam gedacht worden.
Foto: © Jacob Spegel
Malerische Ausblicke in den Schwarzwald, durchdachte Grundrisse, hochwertige Materialien – bei den SonnhaldeWohnungen in Waldkirch-Kollnau wollen die Projektentwickler Thomas und Constantin Schindler sich vom Üblichen absetzen. Dieses Konzept hat allerdings seinen Preis. Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts erreicht eines der größten Wohnbauprojekte im Elztal einen wichtigen Meilenstein. Nach etwa vier Jahren Bauzeit sind auf dem Ebertle-II-Areal auf zusammen 12.000 Quadratmetern Grundstücksfläche – knapp zwei Fußballfelder – die ersten vier von insgesamt acht Wohnhäusern bezugsfertig. 70 Eigentumswohnungen sind entstanden, acht sind noch verfügbar. Im Spätjahr soll der zweite Bauabschnitt mit weiteren vier Gebäuden anlaufen. Hinter dem Projekt stehen zwei Generationen einer Architektenfamilie: Thomas Schindler (73), der selbst aus Kollnau stammt und das Bauareal schon aus Kindheitstagen kennt, hat das städtebauliche Konzept entwickelt, sein Sohn Constantin Schindler (30) verantwortet gemeinsam mit ihm die Umsetzung. Das Vater-Sohn-Duo wollte keinen Geschosswohnungsbau von der Stange, sondern etwas Besonderes. So sollten möglichst viele Wohnungen die Hanglage nutzen und einen freien Blick übers Elztal und die nahen Schwarzwaldhöhen bieten. Statt parallel angeordneter Gebäuderiegel fächern sich die acht Häuser mit je rund 1300 Quadratmetern Wohnfläche in unterschiedliche Richtungen auf. So entstehen neue Sichtachsen und viel Luft zwischen den Gebäuden. Zugleich werden direkte Einblicke
Dieser Anspruch spiegelt sich auch im energetischen Konzept wider. Die Gebäude entstehen im KfW-40-Standard als klimafreundliche Wohngebäude mit QNG-Zertifizierung („Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“). Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, hochwertige Dämmung und die intelligente Ausnutzung der Hanglage sorgen für einen geringen Energiebedarf. Ergänzt wird das Konzept durch langlebige Materialien, barrierefreie Erschließung, Glasfaseranschlüsse sowie eine hochwertige Ausstattung. Eine Besonderheit ist die gemeinsame Erschließung aller Tiefgaragen durch einen Tunnel von der Kohlenbacher Talstraße am unteren Ende des Areals her. Grund dafür waren nicht zuletzt Kritik und Befürchtungen von Anwohnern, die störenden Zusatzverkehr durchs Quartier befürchtet hatten.
„Ein Großteil der Aufträge ging an Unternehmen aus der Region“, berichtet Constantin Schindler. Kurze Wege, enge Abstimmung und langjährige Partnerschaften sollten nicht nur die Bauqualität sichern, sondern auch die heimische Wirtschaft stärken. Einen kleinen Teil der Wohnungen halte und vermiete man zudem selbst. Auch aus diesem Grund sei man an einer positiven Entwicklung der Anlage sehr interessiert. Mit Kaufpreisen zwischen rund 6500 und 7000 Euro pro Quadratmeter bewegt sich die Sonnhalde im gehobenen Marktsegment. „Die Nachfrage zeigt aber, dass Käufer durchaus bereit sind, für entsprechende Qualität mehr zu bezahlen“, so Schindler. Beim zweiten Bauabschnitt will man aber noch kompaktere Grundrisse und auch mehr kleinere Wohnungen bauen.
Mindestens 140 Einheiten wird die Sonnhalde am Ende umfassen. Für den zweiten Bauabschnitt seien zwei Jahre Bauzeit vorgesehen. „Wir sind da auch im Gespräch mit Investoren, die eventuell ein Wohnungspaket übernehmen und als Mietwohnungen halten und vermarkten“, so Schindler. Holger Schindler


Vollbesetzter Rolf-Böhme-Saal: Längst nicht nur Heimat für Klangkörper
Viel Feind, viel Ehr“, der berühmte Spruch des süddeutschen Landsknechtsführers Georg von Frundsberg passt auch zum Konzerthaus Freiburg, in dem am 28. Juni, genau 30 Jahre nach der Eröffnung des Hauses, mit geladenen Gästen gefeiert wurde. Denn Feinde hatte das Haus viele. Was die wenigsten wissen: Dort, wo jetzt das Konzerthaus steht, sollte ursprünglich ein Sheraton-Hotel gebaut werden.
Es gibt im Staatsarchiv Freiburg dieses eine Foto, das den damaligen Oberbürgermeister Eugen Keidel bei der Unterzeichnung eines Vertrags zum Bau eines Sheraton-Hotels zeigt. Die Aufnahme ist vom 16. Dezember 1981. Viel mehr lässt sich dazu nicht finden. Der Hotelbau war aber nur ein Dominostein in Keidels Plänen. Ein Kongresshaus hatte er auch bereits im Sinn, es sollte über die Bahngleise gebaut werden.
Es war mithin schon der Vorgänger von Rolf Böhme, der Keidel 1982 als OB nachfolgte, der für die Stadt ein Kongresshaus erdacht hatte. Aber es war dem Geschick und der Kraft des Polit-Profis Böhme zu verdanken, dass das Konzerthaus 1996 eröffnet wurde. Und es war auch ein 28. Juni, im Jahr 1988, an dem der Freiburger Gemeinderat den Bau des Hauses beschlossen hatte. Nur zwei Tage nach dem Bürgerentscheid, dem ersten in der Geschichte der Stadt Freiburg. Den die Gegner zwar mit 36.439 zu 29.289 Stimmen deutlich gewonnen hatten, der aber um mickrige 3000 Stimmen das Quorum verfehlt hatte. 3000 Gegner mehr, und es hätte keinen Festakt gegeben, denn dann wäre der Gemeinderat an den Bürgerentscheid gebunden gewesen.
„Böhme musste das Konzerthaus nicht erfinden, aber er hat noch am Abend des Bürgerentscheids die Fraktionsspitzen motiviert, zwei Tage später den
Plan schnell in trockene Tücher zu bringen“, erinnert sich Bernd Dallmann, der langjährige Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM), die das Haus betreibt.
Es gab während des Baus nicht nur einen Tag, an dem Dutzende schwer geschützte Polizisten die Baustelle bewachten und auf der anderen Straßenseite beim Weinschlösschen Dutzende Demonstranten mit leeren Bierflaschen gegen den Metallzaun klopften und eine kitzlige Geräuschkulisse erzeugten. Aus Gegnern wurden im Laufe der Zeit Freunde des Hauses, Atai Keller etwa, langjähriger Kult-Stadtrat und Subkulturschaffender. Oder auch Tobias Hauser, der Macher der Mundologia, die jedes Jahr 20.000 Menschen ins Konzerthaus lockt und damit die besucherstärkste Veranstaltung dort feiert. 5,4 Millionen Besucher und mehr als 11.000 Veranstaltungen hat die FWTM seit der Eröffnung gezählt. Zu den

16. Dezember 1981: Eugen Keidel unterzeichnet den Vertrag zum Bau eines Sheraton-Hotels am heutigen Konzerthaus-Standort.
berühmtesten Persönlichkeiten, die im Konzerthaus sprachen, zählen Papst Benedikt XVI., der französische Staatspräsident Jacques Chirac, Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Jean-Claude Juncker und Bundespräsident Johannes Rau. Oder auch die Künstler Lang Lang, Anne- Sophie Mutter, Helene Fischer, Montserrat Caballé, BAP, Bonnie Tyler, Jamie Cullum und Peter Maffay.
„Das Konzerthaus bringt Menschen aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, genau das macht seine
Stärke aus“, sagte Oberbürgermeister Martin Horn bei der 30-Jahr-Feier. Und es trage dazu bei, Freiburg als lebendige, weltoffene und zukunftsorientierte Stadt weit über die Region hinaus sichtbar zu machen. Der bei der Feier ebenfalls anwesende Architekt Dietrich Bangert hatte mit seinem Entwurf den Wettbewerb gewonnen.
Und das Haus ist auch nach 30 Jahren immer noch sehenswert – außen und innen. Den Festaktgästen führten die FWTM-Geschäftsführer Jens Mohrmann und Katharina Schirmbeck vor, wie sich der Rolf-Böhme-Saal in wenigen Minuten von einem Konzertsaal in einen Bankettsaal verwandeln kann. Da fahren dann die seitlichen Tribünen weg, die große Bühne wird angehoben und gibt den Blick frei in die Untermaschinerie – beeindruckend. „Die flexible Struktur ist der Schlüssel zum Erfolg: Das Haus kann sich immer wieder neu verwandeln – je nach Veranstaltung, Publikum und Anlass“, so die viel gelobte Chefin des Hauses, FWTM-Abteilungsleiterin Daniela Stobert. Wer heute noch gegen das Konzerthaus wäre, dem müsste man Starrsinnigkeit oder Realitätsverweigerung unterstellen. Ohne dieses Haus wäre Freiburg ärmer: an Vielfalt, an Strahlkraft, an Geld ausgebenden Gästen, an Relevanz im Kongressgeschäft, an internationalen Stars, an konzertanter Champions-League. Warum der Bau des Sheraton-Hotels am Ende gescheitert ist, war nicht zu erfahren. Dass er gescheitert ist, ist gut für Freiburg. Lars Bargmann


Bürgerwindpark Südliche Ortenau:
Die technische und kaufmännische Betriebsführung liegt in den Händen vom Grünen Emissionshaus
Im Jahr 1996 steckte die Energiewende, heute ein Riesenthema für Politik und Gesellschaft, noch in den Kinderschuhen. Windkraft galt als Nischentechnologie, Photovoltaik als teuer – von einem breiten Ausbau konnte weder beim einen noch beim anderen Energieträger die Rede sein.
In dieser Phase gründete der gelernte Bankkaufmann Heinrich Röder gemeinsam mit zwei Partnern in Freiburg das Grüne Emissionshaus – mit der festen Überzeugung, dass Windund Sonnenenergie in der Zukunft eine wesentlich größere Rolle bei der künftigen Energieversorgung spielen würden. Das kam auch so, dennoch war die Firmengeschichte nicht immer ein Spaziergang im Park. Am Anfang standen geschlossene Fonds als Kapitalsammelvehikel. Die Idee: Privatanleger beteiligen sich mit ihrem Geld an Wind- und Solarparks, das Unternehmen entwickelt Projekte, organisiert Finanzierung und Bau. Auf diese Weise flossen mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien. „Damals mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten“, erinnert sich Röder, der heute als Geschäftsführer und Mitgesellschafter
weiterhin eine zentrale Rolle beim Grünen Emissionshaus mit Sitz im Freiburger Stadtteil Wiehre spielt. Mit veränderten politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen wandelte sich auch das Geschäftsmodell. Vor allem eine Verschärfung der Vorschriften 2013 erzwang ein Umsteuern. Heute legt das Grüne Emissionshaus keine Publikumsfonds mehr auf. Stattdessen begleitet das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von Windparks und Solarparks – von der ersten Standortidee über Genehmigungen und Finanzierung bis hin zu Bau, technischer Betriebsführung und kaufmännischem Management. Das aktuell etwa 50-köpfige-Mitarbeiterteam vereint technisches, kaufmännisches und energiewirtschaftliches Know-how unter einem Dach. Seit der Gründung wurden Investitionen von rund 670 Millionen Euro in Windund Solarprojekte mit insgesamt etwa 450 Megawatt Leistung initiiert. Ein wachsendes Geschäftsfeld ist das Wind- und Solarparkmanagement. Dahinter verbirgt sich weit mehr als die reine Überwachung von Anlagen. Das Unternehmen sorgt dafür, dass Wind- und Solarparks wirtschaftlich und technisch optimal betrieben werden, koordiniert Wartungen, über-
wacht Erträge, organisiert Reparaturen, erstellt Abrechnungen, kommuniziert mit Investoren und Behörden und achtet darauf, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.
Ein Meilenstein war der Einstieg des regionalen Energieversorgers Badenova. Seit 2016 hält die Badenova-Tochter Wärmeplus 50 Prozent der Anteile, die anderen 50 Prozent hält weiterhin Röder. Fürs Grüne Emissionshaus bedeutete die Beteiligung zusätzliche Stabilität und regionale Verankerung; für die Badenova den Zugriff auf jahrzehntelange Erfahrung bei Windund Solarprojekten.
Große Herausforderungen bei neuen Projekten sind heutzutage oftmals eine ausreichende Erschließung mit Wegen, die auch für schwere Bauund Transportfahrzeuge befahrbar sind, sowie ein ausreichend dimensionierter Netzanschluss. Müsste hier erst noch viel investiert werden, wird es rasch unwirtschaftlich.
Insgesamt betreuen die Freiburger heute 22 Windparks in Deutschland mit einer Gesamtleistung von rund 330 Megawatt, einen Windpark in Frankreich mit knapp 14 Megawatt sowie vier Solarparks in Bayern und Thüringen mit zusammen rund zwölf Megawatt. Holger Schindler
















































Sicherheit, Stabilität und Qualität. Das verspricht sich Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn von der erneuerten Partnerschaft der städtischen Abfallwirtschaft (ASF) mit Remondis. Nach einer europaweiten Ausschreibung bleibt damit fast alles beim Alten. Der 21-Millionen-Euro-Erlös des Deals kommt der neuen Schule am Tuniberg zugute.
Erst ein Teamfoto vor dem Gässleflitzer. Dann ein Statement mit Seltenheitsfaktor: „Ich freue mich, dass sich für viele wenig ändert.“ So formuliert es Oberbürgermeister Martin Horn Mitte Juni bei der Pressekonferenz zur erneuerten Partnerschaft mit Remondis. Das Unternehmen für Recycling, Service und Wasser ist seit zwei Dekaden bereits an der Seite der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH (ASF). Die Zusammenarbeit wurde nun erneut besiegelt. Vorangegangen war eine europaweite Ausschreibung. Sie war nötig, um die Kooperation rechtssicher neu aufzustellen. In Zahlen
heißt das: Remondis hat bisher 47 Prozent der ASF-Anteile gehalten. Und das bleibt so. Auch für Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit ist das eine tolle Nachricht: „ein herausragender Doppeldeal“.
Doppelt, da für die erneuerte Kooperation 21 Millionen in die Stadtkasse fließen. Die Summe wird zu 100 Prozent in die neue Schule am Tuniberg investiert, betont die Rathausspitze. 1200 Schüler·innen sollen dort an einer dreizügigen Gemeinschaftsschule und einem dreizügigen Gymnasium lernen. Die Bildungseinrichtung soll zudem eine Mensa sowie eine große Sporthalle bekommen. „Mit ihrem innovativen und flexiblen Konzept stärkt die Schule den Freiburger Westen und die Gemeinden am Tuniberg und schafft dringend benötigte Plätze an weiterführenden Schulen“, betont Buchheit. Für die Bürgermeisterin ist die ASF herausragend: „Das funktioniert sehr gut, wir sind Spitzenreiter bei der Restmüllquote.“ Klappe die Abfallwirtschaft nicht, gebe es sofort Chaos. „Das sehen wir in anderen Städten“,
so Buchheit. Rund 500 Menschen arbeiten bei der ASF. Die erneuerte Zusammenarbeit sieht sie auch als Sicherung dieser Arbeitsplätze. Mit Remondis komme internationale Expertise ins Haus. „Ein großer Partner“, lobt Buchheit.
Lob verteilte auch Remondis-Vorstand Thomas Conzendorf. „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, doch die Menschen in der Abfallwirtschaft haben Applaus verdient.“ Die Verhandlungen mit der Stadt seien top gewesen: „Immer getragen von Fairness und Lösungsorientierung.“
Die ASF stehe gut da. In Sachen Klimafreundlichkeit sei sie auch mit Blick auf den Wasserstoffantrieb ganz vorn dabei. Auch die Kreislaufwirtschaft klappe hervorragend: „So manche Stadt in Deutschland schaut eifersüchtig auf die niedrigen Freiburger Abfallmengen.“ Er sieht hier viel Bewusstsein für nachhaltiges Handeln und Innovation. Die Synergien bei der RemondisASF-Kooperation seien daher groß. Auch Horn lobt die ASF für „immer wieder Innovation“. Sie stehe für Sicherheit bei der Abfallwirtschaft, für Stabilität und hohe Qualität. Als Beispiele nennt er die Kehr Force One, die Gässleflitzer oder die Wasserstoff-Flotte der Stadtreinigung. Dass die Zusammenarbeit nun weitergehe, sei nicht langweilig, sondern eine gute Nachricht. Hinter den Kulissen war die Ausschreibung harte Arbeit: Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit berichtet von einer „dezernatsübergreifenden Mammutaufgabe“. Sie und Martin Horn versprechen den Bürger·innen: „Müllabfuhr und Stadtreinigung laufen auch künftig zuverlässig weiter.“ Der neue Bewirtschaftungsvertrag startet zum 1. Januar 2027. Till Neumann

















































































Vertrauen, Verantwortung, Verlässlichkeit: Mit diesem Slogan feiert die Freiburger UnmüssigGruppe in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen. Mit einem Symposium im Historischen Kaufhaus, einem Festakt im ehemaligen OBI-Markt in St. Georgen und einem breit angelegten Sponsoring für mehr als 20 regional verwurzelte Institutionen aus dem sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich.
Für Firmenchef Peter Unmüßig stehen dabei vor allem junge Menschen im Fokus. So fördert er in der Freiburger Volkshochschule mit 200.000 Euro einen Lehrgang für benachteiligte Jugendliche, Schulabbrecher, Elternlose, Analphabeten. Es gebe systemimmanent immer junge Menschen, die in bildungsfernen und finanziell schwächeren Elternhäusern aufwachsen. „Das ist die größte Ungerechtigkeit in unserer Marktwirtschaft“, sagt Unmüßig.
Auch bei den Sportvereinen EHC Freiburg, HSG Freiburg, SC Freiburg und VfR Merzhausen sind es die Jugendabteilungen, die unterstützt werden. Es gibt Spenden für den Förderverein für krebskranke Kinder und die – sich selber für Kinder engagierende – Matthias Ginter Stiftung. Die Familie Unmüßig unterstützt Help for Children – das Präventionsbüro zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt – ebenso wie das SOS-Kinderdorf. Dem Vorsitzenden des Fördervereins „Unser Westbad, unser Beitrag“, Matthias Müller, hatte Unmüßig im Mai 2024 einen Scheck über 20.000 Euro überreicht. Das Musikfestival I EM Music ist ebenso unter den seit vielen Jahren Geförderten zu finden wie Pop-up-Stores für Kunstausstellungen, zuletzt am Fahnenbergplatz oder am Augustinerplatz. Überregionales Aufsehen hatten Peter, Maximilian und Annabell Unmüßig erregt, als sie ganz am Anfang der weltweiten Pandemie über private Kontakte in China im April 2020 rund 250.000 dringend benötigte Masken an die Heiliggeistspitalstiftung, die Freiburger Caritas, die Evangelische Stadtmission, das Deutsche Rote Kreuz in Freiburg und ans Freiburger Rathaus gespendet hatten.
„Es waren nicht die Masken an sich, für die wir als Familie finanzielle Verantwortung gezeigt haben. Die Initiative, der ganze Aufwand, die Masken überhaupt in der Zeit, als die große Politik das nicht geschafft hat, zu bekommen, bedeutete uns viel mehr“, sagt Unmüßig.
Das Familienunternehmen unterstützte in diesem Jahr etwa das Taubenhaus an der Blauen Brücke. „Ein wesentlicher Baustein war auch die Unterstützung des Freiburger Unternehmers Peter Unmüßig, welcher der Stadt das Grundstück kostenfrei zur Verfügung stellt“, meldete das Freiburger Rathaus. Mit 15.000 Euro unterstützte Unmüßig im vergangenen Jahr die ökologische Aufwertung eines begradigten Flussabschnitts der Wutach im Schwarzwald.

Engagiert auch neben dem Bauplatz: Peter Unmüßig
Die Gruppe unterstützt die Van Look Stiftung, die wiederum Künstler fördert oder auch das Karree, den jungen Kulturort am Fahnenbergplatz, der ein Jahr lang null Euro Miete für die Räumlichkeiten bezahlen muss. Und sie trägt mit der Adolf und Maria Unmüßig-Stiftung zum Erhalt des Münsters bei.
Jedes Jahr, „in guten wie in schlechten Zeiten“, seien 150.000 Euro für Spenden und Sponsoring budgetiert. „Wir fühlen uns als Mitglied der Gemeinschaft verantwortlich dafür, etwas zurückzugeben“, sagt der Firmenchef. Wenn jeder in der Zivilgesellschaft, der etwas geben kann, auch etwas gebe, sei viel erreicht. Zum 80-jährigen Bestehen des Unternehmens gelte das in besonderer Weise. bar















Künstliche Intelligenz (KI) ist ohne Frage eines der spannendsten Themen unserer Zeit. Aber ist es auch eine gute Idee, in diesen Trend zu investieren? Tatsächlich wirft es schon Fragen auf, wenn allein die vier großen US-Unternehmen Amazon, Microsoft, Meta und Googles Mutterkonzern Alphabet laut Meldungen im Februar zusammen die gigantische Summe von 650 Milliarden US-Dollar 2026 in diesen Bereich investieren wollen. Kann dieses Geld jemals wieder verdient werden?
Die Börsen schwanken gerade zwischen KI-Euphorie und Angst vor der Bildung einer Blase, die jederzeit platzen könnte. Finanzprofessor Andreas Hackethal von der GoetheUniversität in Frankfurt schätzt, dass weltweit rund ein Viertel des Börsenwerts mehr oder weniger direkt von diesem Trend abhängt – in den USA soll es sogar etwa die Hälfte sein. Also alles nur ein Megahype und Finger weg? So einfach ist die Antwort für langfristig orientierte Anleger nicht, denn die Entwicklung ganz zu verschlafen, ist ziemlich sicher auch keine gute Option. von KI-Lösungen wird gerade erst in vielen Branchen sichtbar: Egal ob im Großen zum Beispiel in Medizin, Verwaltung oder Forschung oder im Kleinen, etwa in der immer stärker automatisierten Buchhaltung eines Handwerksbetriebs oder wenn der Nachwuchs in wenigen Minuten die Präsentation für das nächste Referat erstellt. Angesichts der enormen Möglichkeiten ist eine Zukunft ohne KI nicht mehr vorstellbar. Das heißt aber auch nicht, dass sich jede Erwartung erfüllt und alle Investitionen lohnen werden. Anleger sind also wahrscheinlich sehr gut beraten, hier nicht nur auf den Erfolg eines Unternehmens oder eines Geschäftsmodells zu setzen.
Claus Walter, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Freiburger Vermögensmanagement GmbH Foto:©

Um vom großen Trendthema zu profitieren, kann in viele Bereiche investiert werden. Das können relativ direkt Varianten wie die genannten großen Anbieter von Rechenpower sein, die derzeit enorme Summen investieren, um ganz vorne im KI-Rennen zu landen. Aber daneben profitieren auch Unternehmen, die Infrastruktur für Rechenzentren bauen, die nötige
Hardware herstellen oder für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgen.
Die würden natürlich auch leiden, wenn die hohen KI-Erwartungen enttäuscht werden. Aber sie bieten oft noch andere, weniger empfindliche Geschäftsfelder. Ziel ist es, durch eine Aufsplittung von Investments auf viele, möglichst unabhängige Werte, Klumpenrisiken zu vermeiden und trotzdem die Chancen rund um den KI-Trend zu nutzen.
Auch ETF-Anleger sollten sich Gedanken machen. Denn wer genau hinsieht merkt schnell, in so manchem beliebten Indexfonds stecken jede Menge US-Markt und KI-Werte. Der US-Anteil am MSCI World liegt bei über 70 Prozent und unter den zehn größten Werten finden sich bekannte Namen wie zum Beispiel Chipgigant Nvidia und die schon genannten KI-Vorreiter Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta. Auch bei so manchen Emerging Markets Fonds finden sich größere Positionen von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), dem weltweit führenden Halbleiterhersteller, der massiv von der Nachfrage nach KI-Rechenpower profitiert. Auch die chinesischen Techgiganten Tencent und Alibaba investieren kräftig in KI-Themen und gehören bei einigen Schwellenländer-Produkten zu den Top-Positionen. Das spricht alles nicht gegen ein Investment, Anleger sollten sich nur bewusst sein, dass sie hiermit oft auch ein Stück weit auf den Erfolg der künstlichen Intelligenz setzen. Es gibt durchaus gute Argumente dafür, dass es in der Zukunft enorme Vorteile haben kann, wenn man sich an Unternehmen beteiligt, die eine gute Startposition am KI-Rennen haben. Die Analysten von MarketsandMarkets schätzen die Erlöse rund um Künstliche Intelligenz 2026 auf 601,93 Milliarden Dollar. Bis zum Jahr 2033 soll das Marktvolumen auf 3,63 Billionen Dollar um 29,3 Prozent pro Jahr anwachsen. Trotz der derzeit an einigen Stellen ambitioniert erscheinenden Bewertungen können sich vor so einem positiven Hintergrund die Gewinnhoffnungen durchaus erfüllen und die enormen Investitionen unter dem Strich doch lohnen. Letztlich wird die Digitalisierung mit einer intelligenten Verknüpfung und Nutzung der anwachsenden Daten kein kurzfristiger Hype sein, sondern zu einem strukturellen Wandel führen. Stehen zu bleiben und nur auf Althergebrachtes zu vertrauen, ist wohl eher keine aussichtsreiche Strategie. Es gilt in dieser spannenden Phase Risiken und Chance im Blick zu haben und vernünftig auszubalancieren, um mit der Zeit zu gehen, ohne zu stolpern.











Freiburger Start-up
Kühlschränke, Klimaanlagen und industrielle Kühlsysteme arbeiten seit vielen Jahrzehnten nach demselben Prinzip. Ein junges Unternehmen, das aus dem Freiburger Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM) hervorgegangen ist, will das ändern. Mittels Festkörpertechnologie soll Kühlen künftig effizienter, leiser und ganz ohne klimaschädliche Kältemittel möglich werden.
Die jüngste Hitzewelle hat jeden spüren lassen: Eine wirksame Technik zur Kühlung kann das Leben viel angenehmer machen. Bis heute basiert der weit überwiegende Teil aller erhältlichen Kühlgeräte, vom Kühlschrank über Industrieanlagen bis zu Klimageräten fürs Zuhause, auf ein und demselben Prinzip, das seit vielen Jahrzehnten quasi unverändert zum Einsatz kommt: der sogenannten Kompressorkühlung.
Ein spezielles Kühlmittel wird dabei in einem geschlossenen Kreislauf mittels Kompressionskältemaschine verdichtet und wieder entspannt. Der Aggregatzustand des Kühlmittels ändert sich dabei fortlaufend von gasförmig zu flüssig und wieder zurück. So kann eine Kühlwirkung erzeugt werden.
Doch das ist nicht der einzige Weg, um Temperaturen an bestimmten Orten gezielt abzusenken. Hier setzt das Freiburger Technologie-Start-up Qurie an. Die Anfang 2026 aus dem IPM heraus gegründete Firma – gesprochen Kiurie – entwickelt eine neue Generation von Kühlsystemen, die ohne Kompressor auskommen soll.
Gegründet wurde Qurie Anfang dieses Jahres von einem sechsköpfigen Team, darunter fünf Fraunhofer-Forscher. Christian Vogel ist Geschäftsführer, Kilian Bartholomé hat die technische Leitung inne. Das interdisziplinäre Gründungsteam aus Materialwissenschaftlern, Physikern und Ingenieuren versucht nun Kühlung auf Basis von Festkörpern und dem Prinzip der Elektrokalorik marktfähig zu machen. Elektrokalorik bedeutet, dass nicht Druckschwankungen, sondern das Einwirken eines elektrischen Feldes in Kombination mit bestimmten Materialien –Stichwort: Festkörper – für Abkühlung sorgt. Das Prinzip ist schon lange bekannt, doch Qurie hat einige Ideen in petto, um daraus nun erstmals wettbewerbsfähige Lösungen zu entwickeln. Eine Schlüsselinnovation ist dabei ein weltweit patentiertes System zur Wärmeabfuhr mittels sogenannter aktiver elektrokalorischer Heatpipes.

Gründungsteam der Qurie GmbH um
Damit steigt die Leistungsdichte erheblich – ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Einsatz der Technologie.
„Die Kühlindustrie steht vor einem grundlegenden Wandel“, erklärt Christian Vogel, „regulatorisch, technologisch und wirtschaftlich.“ Von daher sehen er und seine Mitstreiter großes Marktpotenzial. Und nicht nur sie: Schon im April haben der High-Tech Gründerfonds, Deutschlands größter und aktivster Frühphaseninvestor, der TechnologieTransfer-Fonds TT49 und die Aepikur GmbH gemeinsam 2,2 Millionen Euro in Qurie investiert.
„Wir elektrifizieren sozusagen die Kühltechnik“, erklärt Kilian Bartholomé, vergleichbar mit der Ablösung des Verbrenners durch den E-Antrieb beim Auto. Die großen Vorteile des Qurie-Ansatzes: Es werden keine speziellen Kühlmittelchemikalien mehr benötigt, die oft heikel oder gefährlich sind. Stattdessen wird Wasser zum Wärmetransport eingesetzt. Im Gegensatz zur Kompressorkühlung arbeiten die Systeme lautlos. „Wir erwarten zudem, dass wir am Ende kostengünstiger kühlen als mit der bisherigen Technik.“
Das Start-up plant den Markteintritt bewusst schrittweise. Statt sofort den Massenmarkt für Haushaltsgeräte anzugehen, konzentriert sich Qurie zunächst auf industrielle Spezialanwendungen, nämlich die Kühlung von Schaltschränken sowie von Laser- und Photoniksystemen.
Ansässig ist Quirie in der Waltershofener Straße 17 im Freiburger Gewerbegebiet Haid. In einer rund 500 Quadratmeter großen Halle arbeiten derzeit zehn Menschen daran, die Kühlrevolution Wirklichkeit werden zu lassen.
Holger Schindler
Noch immer sind im Kampf gegen den Krebs Medikamente oft nicht so wirksam, wie es wünschenswert wäre. Das könnte sich ändern, wenn man die biologischen Zielstrukturen der Wirkstoffe besser verstehen würde. Das junge Freiburger Unternehmen Alithea Biotechnologie GmbH will hierbei mithelfen – mit einer Kombination aus Massenspektrometrie, künstlicher Intelligenz und einer der weltweit größten Datenbanken für Krebsimmuntherapien.
Die Zukunft der Krebsmedizin entscheidet sich längst nicht mehr nur im Labor. Immer wichtiger wird die Fähigkeit, enorme Mengen an Biodaten auszuwerten – und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Hier setzt das Freiburger Startup Alithea Bio an. Die 2019 ins Leben gerufene Unternehmung arbeitet an der Schnittstelle von Immunologie, also der Erforschung des menschlichen Immunsystems, Krebstherapie, Massenspektrometrie, einer Laboranalysemethode zur Bestimmung von Oberflächenstrukturen von Zellen, und künstlicher Intelligenz. Das Ziel: Die Erkenntnisse und Daten von Alithea Bio sollen Pharma- und Biotechunternehmen in aller Welt bei der Entwicklung neuer individualisierter Krebsimmuntherapien unterstützen.
„Im Mittelpunkt steht dabei unsere Plattform HLACompass AI“, erklärt Gründerin und Geschäftsführerin Fanny Giannou. Gemeinsam mit dem Mitgründer und wissenschaftlichem Leiter Tim Fugmann, Finanzchef und Mitgründer Hagen Grauer sowie Armanas Povilionis, dem technischen Leiter, lenkt die Französin die Geschicke von Alithea Bio.
Die Plattform enthält große Mengen an Daten zu HLAPeptiden. Das sind kurze Bruchstücke von Proteinen, die von sogenannten HLA-Molekülen – HLA steht für Human Leukocyte Antigen – auf der Oberfläche der Körperzellen präsentiert werden. Die HLA-Peptide sind für die Erkennung von Krankheitserregern durch das Immunsystem entscheidend. Insgesamt seien aktuell etwa 1,4 Millionen einzigartige HLA-Peptide hinterlegt. Die Plattform biete somit rund 300 Prozent mehr relevante Daten als öffentliche Datenbanken und decke derzeit etwa 70 Prozent der Bevölkerung ab.
Deswegen habe die Plattform HLA-Compass AI das Potenzial, einen entscheidenden Engpass der Krebsforschung
zu beseitigen. Die enthaltenen Daten ermöglichen nämlich, bereits frühzeitig abzuschätzen, ob eine Immuntherapie tatsächlich ihr Ziel bei Tumorzellen erreicht und welche Risiken für gesundes Gewebe dabei bestehen. „Wir arbeiten daran, die Erfolgsquote neuer Therapien in klinischen Studien deutlich zu erhöhen und damit mehr Patienten Heilungschancen zu eröffnen“, erklärt Fanny Giannou.

Alithea-Crew: Die Freiburger haben bereits große Auszeichnungen gewonnen.
Zu den Kunden von Alithea Bio zählen nach eigenen Angaben internationale Pharma- und Biotechnologieunternehmen, die an Krebsimpfstoffen, an T-Zell-Rezeptor-Therapien und an anderen personalisierten Immuntherapien arbeiten. Aktuell beschäftigt Alithea Bio 13 Menschen. Der Hauptsitz befindet sich in Freiburg, seit 2025 gibt es zusätzlich einen Laborstandort in Berlin. In Straßburg laufen ebenfalls Laborarbeiten. „Nach der Gründung 2019 kamen erst einmal die Corona-Jahre, die uns natürlich ausgebremst haben“, erinnert sich die Firmenchefin. Doch mittlerweile bediene man etliche Kunden, insbesondere in Nordamerika und Asien. Das Freiburger Uniklinikum gehöre bislang leider noch nicht zum Kundenkreis. Generell sei die Resonanz in Deutschland und Europa eher etwas schwächer. „Das möchten wir gerne ändern“, sagt die Biounternehmerin. Zuletzt hat die Firma einige Preise für ihr Geschäftsmodell eingeheimst: Außer dem Freiburger Innovationspreis 2025 gab es dieses Jahr den „German Innovation Award“, den Vivatech-Jurypreis „Tech for Change“ und auch noch den Publikumspreis bei der größten Tech- und Start-upMesse Europas in Paris. Holger Schindler

eit Jahresanfang logiert Jérôme Gay mit seinem Autohaus „Prestige Selections“ im Gebäude an der Engesserstraße 1 in Freiburg. Der Umzug bedeutet für den Autohändler mit exquisitem Angebot eine Vergrößerung der Ausstellungsfläche. Am neuen Standort im Freiburger Norden kommen die Traumautos, die Gay verkauft, bestens zur Geltung. In der Ausstellungshalle glänzen Ferraris, Bentleys, Maseratis und Lamborghinis um die Wette.
Der ehemalige Standort im Gewerbegebiet Haid war schon länger zu klein. Deshalb habe er diverse Objekte in Freiburg angefragt. „Nichts hat geklappt“, so Jérôme Gay. Ende März 2025 sei er dann an der ehemaligen Fabrikhalle an der Engesserstraße vorbeigefahren. Die Geschichte des Gebäudes reiche 125 Jahre zurück. Zunächst eine
Poststation mit Stallungen, später eine Papierfabrik, wurde das Objekt zuletzt fast 30 Jahre lang als Möbelhaus genutzt. „Es war alles dunkel und leer. Ich dachte, das ist meine Chance.“
Da er den Eigentümer kannte, brachte er sich ins Gespräch. „Ich war sehr beharrlich.“ Mit Erfolg: Am 1. August wurde der Mietvertrag unterschrieben. Das Gebäude wurde anschließend schonend zurückgebaut, Wände wurden herausgerissen, die alte Bausubstanz konserviert. „Es war mir wichtig, den Charakter der Fabrikhalle zu erhalten.“ Bei der Renovierung kamen Schätze zum Vorschein, Holzbalken, Metallschienen, eine historische Waage – und ein alter
Dielenboden, der unter einer dicken Betonschicht begraben war. Als Eyecatcher für Vorbeifahrende hat Gay an der Straße einen Glaskasten mit einem Ferrari aufgestellt. 16 Autos kann er in seinem neuen Showroom mit Industrial-Flair präsentieren. Hier steht ein grasgrüner Lamborghini neben einem sonnengelben Maserati und einem klassischen Bentley in hellem Beige. Bei „Prestige Selections“ gibt es Traum wagen aller bekannten Edelmarken. Ob legendärer Klassiker oder das neueste Ferrari-Modell: Jérôme Gay hat sie im Angebot. Der Jahresumsatz liege bei rund 14 Millionen Euro. 80 bis 100 Autos verkauft Gay im Jahr. „Das waren auch schon mehr“, sagt der Autohändler. Es seien zwar schwierige Zeiten, dennoch sei sein Geschäft krisensicher: „Unsere Zu kunft ist die Vergangenheit.“

Seit der Gründung des Unternehmens in einem kleinen Büro an der Heinrich-von-Stephan-Straße vor 14 Jahren hat Jérôme Gay ein europaweites
Netzwerk aufgebaut, Kontakte in der Branche geknüpft. Aus Freiburg und der Umgebung, aber aus halb Europa, aus Frankreich, Spanien, Portugal, Dänemark oder Bulgarien kommen Gays vorwiegend männliche Kunden. „Nur die Schweizer kaufen nicht bei mir, die bleiben im eigenen Land.“
Aktuell hat der Autohändler etwa 25 Wagen im Bestand, 100 bis 150 Modelle sind kurzfristig abrufbar. Gay versichert: „Kunden können mit einem konkreten Wunsch zu mir kommen. Ich kann jedes gewünschte Fahrzeug beschaffen.“
Wenn er der Meinung ist, dass der gewünschte Wagen nicht zum Kunden passt, rät er auch mal vom Kauf ab. Beratung sei in diesem Preissegment besonders wichtig: „Das Luxusauto ist für meine Kunden ein Spielzeug, es soll Spaß machen. Wenn ich ein Auto verkaufe und es steht dann in der Garage, weil es nicht zum Besitzer passt, das wäre für mich unverzeihlich.“
Die 2015 gegründete Prestige GmbH hat sechs Mitarbeiter und ist Ausbildungsbetrieb für KfzMechatroniker. Zu den Traumautos gibt es bei „Prestige“ das ganze Paket an Dienstleistungen: Finanzierung, Versicherung, Wartung, Reparatur, professionelle Aufbereitung, Pflege, Restauration. Neben der Ausstellungsfläche sind im Gebäude ein Fahrzeuglager mit 48 Plätzen, die Werkstatt und die Wohnung von Gay untergebracht. In einer Lounge finden regelmäßig Kunden-Events statt. Zudem wurde ein Floristik-Geschäft in das Autohaus integriert, eine Idee seiner Lebensgefährtin Anna Bilenko. Die geschmackvollen Gestecke sind beliebt: „Auch Männer mögen Blumen.“
Marianne Ambs

Jérôme Gays Leidenschaft sind Luxusautos, seine Lebensgefährtin Anna Bilenko verkauft im Blumengeschäft, das ins Autohaus in der Engesserstraße integriert wurde, hochwertige Blumenarrangements.

Nach fast zwei Jahren ist es nun so weit: Das Medizintechnik-Unternehmen und Pionier der roboter-assistierten Chirurgie Intuitive hat den Umzug der Intuitive Surgical Optics GmbH aus dem benachbarten Emmendingen in den Freiburger Gebäudekomplex vollendet. Damit führt das Unternehmen seine hochspezialisierte Endoskopentwicklung und -fertigung mit der bereits seit Ende 2024 in Freiburg ansässigen Vertriebsorganisation unter einem gemeinsamen Dach zusammen.
Dieser finale Integrationsschritt reagiert auf die weltweit kontinuierlich steigende Nachfrage nach minimalinvasiven Technologien, darunter das da Vinci Operationssystem für roboter- assistierte Chirurgie sowie das Ion Endoluminalsystem für die roboter-assistierte Bronchoskopie. Mit global über 12.000 installierten Systemen – davon mehr als 400 im deutschen Gesundheitswesen – verzeichnet dieser Sektor eine hochdynamische Marktentwicklung.


ein aktiver und wesentlicher Bestandteil einer zukunftsweisenden Nachhaltigkeitsstrategie für Intuitive.
Am neuen Standort in der Freiburger Guerickestraße 1 werden die Entwicklungsaktivitäten erweitert sowie die Produktion und der Service eines breiteren Produktportfolios ermöglicht. Der Neubau ist für insgesamt bis zu 600 Mitarbeitende ausgelegt. Es werden zukünftig viele deutsche Intuitive-Teams und -Funktionen beherbergt, inklusive der Endoskop-Produktion, Forschung und Entwicklung, Marketing, den Kundensupport-Teams sowie den Trainingszentren für Kunden und Mitarbeitende. Auch in ökologischer Hinsicht setzt das rund 30.000 Quadratmeter große Areal im „Green Industry Park“ Maßstäbe: Der Neubau erfüllt die Kriterien für den Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und ist
Da Vinci X, Xi, SP, 5 Chirurgiesysteme: Es handelt sich um Medizinprodukte, CE 2460. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung vor der Anwendung.
Ion Endoluminalsystem: Es handelt sich um ein Medizinprodukt, CE 2460. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung vor der Anwendung. Die Datenschutzbestimmungen von Intuitive sind unter www.intuitive.com/privacy verfügbar.
Direkte Verbindung zur klinischen Praxis
Ein technologisches Highlight des Standorts ist das Konzept der vertikalen Fabrik mit einem vollautomatisierten Hochregallager im Zentrum. Durch den direkten Anschluss an die Produktionsräume wird sowohl die Effizienz als auch die Effektivität gesteigert. Neben den hochmodernen Lagermöglichkeiten bietet das neue Gebäude auch Trainingsräume für Kunden und Mitarbeitende sowie das Customer Experience Center, in dem Interessierte die roboter-assistierten Systeme ausprobieren können.
Diese Bündelung aller Kompetenzen stärkt die lokale Wertschöpfung von Intuitive nachhaltig und festigt die Bedeutung der Region Freiburg als wichtiges Innovationszentrum für die roboter-assistierte minimalinvasive Versorgung.
© 2026 Intuitive Surgical Operations, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Produkt- und Markennamen/Logos sind Marken oder eingetragene Marken von Intuitive Surgical oder deren jeweiligen Eigentümern.
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Bei der WM war er für sein Heimatland, sonst aber steht
Zakaria Badini voll auf Südbaden: Der gebürtige Ivorer hatte am 20. Juni das 2:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste am Fernseher mit dem entscheidenden 2:1 durch Deniz Undav in der Nachspielzeit leidvoll miterlebt. Stand aber am Montag drauf munter wieder in seinem Betrieb.
Badini, 19 Jahre jung, absolviert bei Fliesen Pfefferle in Bad Krozingen sein erstes Ausbildungsjahr zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Seit 2023 lebt er in Südbaden. „Ich bin nach Deutschland gekommen, um eine handwerkliche Ausbildung zu machen und mir eine bessere Zukunft aufzubauen“, erzählt Badini. Über ein Praktikum fand er den Weg zu seinem Ausbildungsbetrieb und über-
zeugte dort so sehr, dass er anschließend einen Ausbildungsplatz erhielt. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und das Team ist super. Ich arbeite gerne praktisch und am Ende sieht man immer, was man mit den eigenen Händen geschaffen hat.“
Der Start in Deutschland sei nicht immer einfach gewesen. „Am Anfang war es schwer, aber je besser ich Deutsch gelernt habe, desto leichter wurde es. Schritt für Schritt habe ich mich an das Leben hier gewöhnt.“ In seiner Freizeit fährt er gerne Fahrrad, spielt Fußball und hält über WhatsApp und Telefon Kontakt zu seiner Familie in der Elfenbeinküste.
Für Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, steht Badinis Geschichte beispielhaft für die Chancen, die das Handwerk bietet: „Menschen wie Zakaria Badini bereichern unsere Betriebe und unse-
re Gesellschaft. Sie bringen Motivation, neue Perspektiven und den Willen mit, Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen. Das Handwerk lebt von dieser Offenheit und Vielfalt – unabhängig von Herkunft oder Nationalität.“
Wenn Menschen aus unterschiedlichen Ländern gemeinsam arbeiten, lernen und ihre Fähigkeiten einbringen, entstehe gegenseitiges Verständnis: „Das Handwerk zeigt jeden Tag, dass Integration und Zusammenhalt ganz praktisch gelingen können.“
Auch wenn Badini seine Wurzeln in der Elfenbeinküste nie vergessen wird, blickt er nach vorne. Sein Ziel ist klar: „Ich möchte meine Ausbildung erfolgreich abschließen und mir hier ein neues Leben aufbauen.“ Der junge Mann hatte übrigens das Ergebnis 2:1 richtig getippt – allerdings für die Elfenbeinküste. bib/bar
Das Azubi-Wohnheim WIR:SÜD der Freiburger Stadtbau (FSB) ist so gut wie fertiggestellt. Mitte August ziehen die ersten Mieter ein. Noch sind rund ein Drittel der 89 Apartments mit 145 Plätzen frei.
Bewerben auf die Apartments an der Wirthstraße in Freiburg können sich nur Ausbildungsunternehmen aus dem Großraum Freiburg. Die Gesamtmiete wird vom Unternehmen direkt an die FSB gezahlt. Sie umfasst Grundmiete, alle Nebenkosten, Wasser, Strom, WLAN und die Betreuungsdienstleistung vor Ort. „WIR:SÜD ist ein neues, zielgerichtetes Angebot, das bezahlbaren Wohnraum mit einem begleitenden Konzept verbindet und damit konkret auf Ausbildungs- und Wohnungsmarkt reagiert“, sagt Isabell Werner, Abteilungsleiterin Wohnen und Vermieten bei der FSB.

Aktuell gebe es wieder mehr Bewerber, weil der Ausbildungsbeginn bald ansteht. Zum Projekt zählt auch die Betreuung vor Ort. Das Team WIR:SÜD unterstützt die jungen Menschen bei Fragen und Anliegen im Alltag. Ergänzt wird das Angebot durch gemeinschaftlich nutzbare Bereiche für Lernen, Austausch, Bewegung und gemeinsame Aktivitäten. „Wohnen, Lernen, Leben gehören bei WIR:SÜD zusammen“, so Werner. „Für Auszubildende entsteht ein Umfeld, das Sicherheit gibt: mit festen Kosten, kurzen Wegen und Unterstützung vor Ort.“
Ein Einzimmerapartment kostet warm 750 Euro. 250 Euro zahlt der Arbeitgeber, der das steuerlich geltend machen kann, 500 der Auszubildende. Ein Platz in einer Zweier-WG kostet die Azubis 435 Euro. Die Stadtbau hat ins Projekt eigenen Angaben zufolge 19 Millionen Euro investiert. bib
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Das Freiburger Rathaus hat im vergangenen Jahr rund 6,3 Millionen Euro an Übernachtungssteuern eingenommen. Der Tourismus boomt: Im Jahr 2025 zählten die Statistiker 2,13 Millionen Übernachtungen. 16,9 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. 2024 hatte es mit 2,173 Millionen gar einen neuen Rekord gegeben. Mehrere Hoteliers und auch die damalige FWTM-Geschäftsführerin Hanna Böhme hatten dennoch damals schon gefordert, dass es für Freiburg-Gäste ein kostenloses ÖPNV-Angebot geben müsse. Grund: die überschaubare Bettenauslastung.
Im Bereich der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) bieten mittlerweile mehr als 9000 Gastgeber die sogenannte Konus-Karte an, mit der die Gäste während ihres Aufenthalts über 600 Bus- und Bahnlinien kostenlos nutzen können. Von Pforzheim bis Basel, von Karlsruhe bis Waldshut, kreuz und quer durch den Schwarzwald und durch neun Verkehrsverbünde.
In Freiburg müssen die Touristen das zusätzlich bezahlen. „Wir brauchen endlich eine positive Entwicklung, um für die Gäste in Freiburg einen spürba-
ren Mehrwert zu bekommen“, hatte Wiltrud Rösler an die Politik appelliert, damals Hotelmanagerin des Adagio Access in Freiburg. „Wir verlieren Gäste ans Umland, weil wir dieses Angebot nicht haben.“
Das Freiburger Stadtmagazin chilli hatte vor der jüngsten Kommunalwahl alle 17 Listen gefragt, ob sie dafür sind, dass aus den Einnahmen der millionenschweren Bettensteuer eine KonusKarte finanziert wird. 10 von 17 Listen hatten den Daumen nach oben gereckt, nur drei abgewunken.
Die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) hatte angekündigt, die Kosten durch eine Studie berechnen zu lassen. Im Rathaus haben sich die Bürgermeister am 2. Juli, kurz nach der Anfrage der Redaktion, hinter verschlossenen Türen über das Thema unterhalten.
Was kostet’s und wa s bringt’s, ist die Frage: Die Kosten jedenfalls steigen offenbar. War anfangs von zwei Millionen Euro die Rede, heißt es nun aus dem Rathaus, eine von der FWTM in Auftrag gegebene Studie sei auf 4,5 Millionen Euro gekommen. Zur Arithmetik gibt es keine Angaben. „Die weiteren inhaltlichen und organisatorischen
Abstimmungen laufen derzeit“, so Stadtsprecherin Martina Schickle. Da die Bettensteuer eine Steuer ist, könne sie aber nicht zweckgebunden für bestimmte Dinge genutzt werden. Es gebe, so Schickle, zudem einen deutlichen Stadt-Land-Unterschied: Während im ländlichen Raum Busse und Bahnen außerhalb der Kernzeiten wenig ausgelastet seien, treffe das für Freiburg nicht zu. Schon jetzt, so heißt es in einer Studie eines externen Gutachters, würden rund 70 Prozent der Touristen den ÖPNV nutzen. „Eine sehr positive Nachricht“, so Schickle. Die FWMT diskutiere derzeit mit relevanten Partnern, wie für die Gäste ein eigenes städtisches Mobilitätsangebot mit „konkreten touristischen Mehrwerten“ entwickelt werden könne: „Dabei schauen wir uns auch Best-PracticeBeispiele aus anderen Städten an.“ Es spricht aktuell wenig dafür, dass es für Freiburg-Gäste ein konuskartenähnliches Angebot geben wird. Hoteliers, deren Häuser nah an der Freiburger Gemarkung liegen, etwa das Libertas Elements Pure am Ortseingang von Merzhausen, dürfte das ein Gläschen an der Bar wert sein.
Lars Bargmann
Der Frühling ist vorbei, die traditionelle Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist aber so gut wie ausgefallen. In Südbaden ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg um 343 Menschen gesunken. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg sowie den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 16.059 Frauen und Männer ohne – offizielle – Beschäftigung.
Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf jetzt 4,1 Prozent. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald liegt sie jetzt bei 3,7 Prozent, im Landkreis Emmendingen bei 3,2 Prozent, in der Stadt Freiburg bei 5,2 Prozent. Der Geschäftsführer der Freiburger Arbeitsagentur Alexander Merk: „Der Rückgang im Juni überrascht positiv. Er rettet aber nicht die insgesamt schwach ausgefallene Frühjahrsbelebung.“ Zur Wahrheit gehöre auch, dass der Arbeitsmarkt insgesamt entlastet wurde, weil sich per Saldo mehr Menschen aus dem Erwerbsleben zurückgezogen haben: „Die Situation am Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd.“
Die Arbeitskräftenachfrage sei zwar weiter verhalten, habe sich aber stabilisiert. „Jetzt kommt es entscheidend darauf an, die offenen Stellen erfolgreich zu besetzen. Andernfalls belasten neben der schwachen Konjunktur längere Vakanzen unser Wachstum zusätzlich“, so Merk.
Für eine erfolgreiche Stellenbesetzung sei Qualifizierung häufig der Schlüssel: „Wenn wir jetzt konsequent in die Qualifizierung der Menschen investieren, schaffen wir das starke Fundament für eine Trendumkehr und mehr Beschäftigung, sobald die Konjunktur wieder anzieht.“
Im Juni meldeten die Unternehmen im Bezirk 987 offene Stellen – 85 oder 9,4 Prozent mehr als im Mai und 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Den größten Bedarf gibt es nach wie vor im Gesundheits- und Sozialwesen (201 neue Stellen) und bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und oder technischen Dienstleistungen (180). In Deutschland gab es Ende Juni 2,936 Millionen Arbeitslose. Rund 15.000 weniger als Ende Mai. Aber 22.000 mehr als im Juni 2025. bib


























































Dieter Salomon:
„Tempo ist Standortfaktor“


Bert Sutter:
„Kein großer Wurf“
Die Spitzen von CDU, CSU und SPD im Bund haben Anfang Juli ein umfangreiches Reformpaket mit 34 Punkten geschnürt. Es soll den Sozialstaat sicher in die Zukunft und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Die IHK Südlicher Oberrhein und der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen in Baden (WVIB) kommentieren.
Millionen Steuerzahler will die schwarz-rote Koalition ab 2027 deutlich entlasten. Durch Anhebungen des Grundfreibetrages und des Kinderfreibetrages, die Erhöhung von Kindergeld und Arbeitnehmerpauschbetrag sowie eine flachere Progression in der Einkommensteuer. Profitieren sollen davon kleine und mittlere Einkommen. Das Volumen der Reform soll insgesamt etwa zehn Milliarden Euro pro Jahr betragen. Das hört sich nach Rambo Zambo an, aber eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro würde, so die Angaben, nur um bis zu 600 Euro jährlich entlastet. Um das gegenzufinanzieren, soll die sogenannte Reichensteuer verschärft
werden: Der Steuersatz von 45 Prozent soll fortan bereits ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 250.000 Euro greifen. Ab einem Einkommen von 280.000 Euro soll er auf 47 Prozent steigen. Der Bund will etwaige Steuermindereinnahmen von Ländern und Kommunen teilweise ausgleichen. Bund und Länder bekommen von der Einkommensteuer einen Anteil von jeweils 42,5 Prozent, die Gemeinden 15 Prozent. Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer wird es nicht geben. Auch eine Wiedereinführung der – ausgesetzten –Vermögensteuer ist nicht geplant. Zudem soll der „Handwerkerbonus“ – die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen – von derzeit 20 auf 15 Prozent verringert, mithin von bis zu 1.200 Euro auf bis zu 900 Euro pro Jahr reduziert werden. Die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK) begrüßt die Eckpunkte des Reformpakets. Die angekündigten Maßnahmen zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, zum Bürokratieabbau sowie die vorgesehenen Wachstums- und Steuerimpulse „sen-
den aus Sicht der regionalen Wirtschaft wichtige Signale“, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Die Richtung stimmt. Entscheidend ist jetzt, dass aus Ankündigungen schnell konkrete Entlastungen werden“, sagt IHK-Chef Dieter Salomon: „Unsere Unternehmen brauchen keine neuen Überschriften, sondern bessere Rahmenbedingungen für Investitionen.“
Gerade für den südlichen Oberrhein sei das von besonderer Bedeutung. Die Region gehöre zu den industriestärksten Räumen Baden-Württembergs und stehe durch ihre enge Verflechtung mit Frankreich und der Schweiz täglich im internationalen Wettbewerb. Wer Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland halten wolle, müsse dafür sorgen, dass Genehmigungen schneller erteilt, Energie bezahlbar bleibt und Unternehmen wieder mehr unternehmerische Freiräume erhalten.
Aus Sicht der IHK gilt dies auch für die Digitalisierung der Verwaltung und die Beschleunigung von Planungsverfahren. „Ein Genehmigungsverfahren, das Monate früher abgeschlossen wird, bringt der Wirtschaft oft mehr als ein
neues Förderprogramm“, sagt Salomon. „Tempo ist inzwischen ein entscheidender Standortfaktor.“
Kritisch bewertet die IHK, dass steuerliche Mehrbelastungen für leistungsfähige mittelständische Personengesellschaften und Familienunternehmen vorgesehen sind. Auch die im Koalitionsvertrag angekündigte größere Flexibilität bei der Arbeitszeit bleibe bislang aus. „Gerade viele familiengeführte Unternehmen unserer Region finanzieren ihre Investitionen aus eigener Kraft. Zusätzliche steuerliche Belastungen setzen hier das falsche Signal“, sagt Salomon.
„Die Unternehmen am südlichen Oberrhein sind investitionsbereit und innovativ. Was sie brauchen, ist ein Staat, der schneller entscheidet, weniger reguliert und den internationalen Wettbewerb wieder stärker in den Blick nimmt“, so Salomon. Das Reformpaket könne ein wichtiger Anfang sein, aber jetzt müssten den Ankündigungen entschlossene Taten folgen.
Auch für den w vib-Präsidenten Bert Sutter geht das Paket zwar „insgesamt in die richtige Richtung“, die Beschlüsse seien aber insgesamt „kein großer Wurf, sondern eher ein Kompromiss mit vielen Spiegelstrichen. Für einen echten Wachstumsimpuls reicht das nicht.“
Von der Anhebung der sogenannten Reichensteuer seien viele mittelständische Personengesellschaften betroffen. Wer Investitionen und Wachstum stärken will, sollte den Mittelstand nicht zusätzlich belasten. Viele Unternehmen stünden derzeit mit dem Rücken zur Wand. Es komme darauf an, „zügig weitere wirkungsvolle Entlastungen auf den Weg zu bringen“. Für einen wirtschaftspolitischen Aufbruch brauche es spürbare Steuerentlastungen, international wettbewerbsfähige Energiekosten und weitere Reformen für mehr Produktivität und Wachstum. Das Reformpaket soll noch Ende des Jahres durch den Deutschen Bundestag verabschiedet werden. bar

voll
stellt Konjunkturbericht vor
Das südbadische Handwerk behauptet sich zwar im Landesvergleich, tritt aber weiterhin auf der Stelle. „Seit drei Quartalen verharrt die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk auf gleichbleibend niedrigem Niveau“, mahnt Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg (HWK), mit Hinweis auf die jüngste vierteljährliche Konjunkturumfrage.
Die Einschätzungen der Handwerksbetriebe zur aktuellen und zur künftigen Geschäftslage haben sich im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich eingetrübt. Der Konjunkturindikator, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen bündelt, büßte im Vergleich zum Vorjahresquartal (+38,4 Punkte) mehr als 60 Prozent ein und bleibt bei 15 Punkten hängen. Auch wenn Südbaden im Vergleich zu den Landeszahlen (+2,5 Punkte) nach wie vor deutlich besser dasteht, stünden die Zeichen keineswegs auf Entspannung. „Die klassischerweise im Frühjahr auftretende Belebungsphase blieb aus“, so Burger. Der weiter schwelende Iran-Konflikt sorgte für steigende Preise für Energie und Materialien, zusätzlich zu den bereits bestehenden Problemen wie zurückhaltendem Konsum, niedriger Bautätigkeit, hohen Arbeitskosten und aufwändiger Bürokratie.
So bewertet aktuell nur noch jeder zweite Betrieb (53 Prozent, Vorjahr: 72) seine Geschäftsla ge als gut, 15 Prozent melden mittlerweile eine schlechte Geschäftslage (Vorjahr: 6). Die Auftragslage hat sich ebenfalls verschlechtert: Nur noch 20 Prozent der Unternehmen berichteten von gestiegenen Aufträgen, fast jeder dritte Betrieb meldet weniger. Beim Umsatz ist der Trend ähnlich: Während 20 Prozent der Betriebe Zuwächse meldeten, waren 27 Prozent von Rückgängen betroffen. Besonders belastend: die Preisentwicklung. 78 Prozent der Befragten berichteten über gestiegene Einkaufspreise, aber nur 41 Prozent konnten ihre Verkaufspreise nach oben anpassen. „Diese Problematik sehen wir schon seit mehreren Quartalen“, so Burger. Vor diesem Hintergrund sei es als „enorme Leistung“ zu deuten, dass die rund 80 Prozent der Betriebe ihre Mitarbeiter halten wollen. „Ewig können unsere Betriebe aber diese Daumenschrauben nicht aushalten. Auch dem verlässlichsten Handwerker geht irgendwann die Luft aus“, warnt Burger. Die Koalition müsse schnell ins Tun kommen und dabei Handwerk und Mittelstand als die zentralen Träger dieser Reformen immer mitdenken: „Wer kleine und mittlere Betriebe zusätzlich belastet, schwächt das Fundament unserer Wirtschaft und riskiert Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit.“ bib
im Jahr 2023 in Deutschland
im Jahr 2023 in Dänemark
im Jahr 2023 in Frankreich
Zahl der Superreichen mit mehr als 100 Mio. US-Dollar Finanzvermögen in Deutschland im Jahr 2024 3900
Zahl der Superreichen mit mehr als 100 Mio. US-Dollar Finanzvermögen in Deutschland im Jahr 2025
Zahl
mehr als 100 Mio. US-Dollar
Anteil der Milliardäre, die ihr Vermögen geerbt haben (in %) in Deutschland 75
Anteil der Milliardäre, die ihr Vermögen geerbt haben (in %) in den USA
Anteil der Milliardäre, die ihr Vermögen geerbt haben (in %) in China 3
in Megawatt IT-Anschlussleistung in Baden-Württemberg angekündigt
So viel Kilogramm Kaffee haben die Spanier pro Kopf im Jahr 2025 getrunken
So viel Kilogramm Kaffee haben die Deutschen pro Kopf im Jahr 2025 getrunken
So viel Kilogramm Kaffee haben die Italiener pro Kopf im Jahr 2025 getrunken 3,6
So viel Kilogramm Kaffee haben die Finnen pro Kopf im Jahr 2025 getrunken
So viel Liter reinen Alkohol haben die Deutschen pro Kopf im Jahr 2025 getrunken
So viel Liter reinen Alkohol haben die Deutschen pro Kopf im Jahr 1980 getrunken
Quellen: Bitcom/Borderstep, Statista, DataPulse Reserch/Forbes, Eurostat
Idee: brandeins / bar



