Vers. im P.A. It. Art. 2 ABS 20/C, Gesetz 662/96 - Poste Italiane - Zweigstelle Bozen
Spedizione in a. p. art. 2 comma 20/C, legge 662/96 - Filiale di Bolzano
67. Jahrgang | Anno 2016 | Nr. 1
GLAUBE, RESPEKT, FRIEDE
FEDE, RISPETTO, PACE Glauben heute, zwischen S채kularisierung und Fundamentalismus
Credere oggi, tra secolarizzazione e fondamentalismi
MITEINANDER
INSIEME
p. 4
p. 10
p. 16
p. 27
Inhalt
Indice
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PFARRERSWORT - Glaube und Respekt
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SALUTO DEL PASTORE - Fede e rispetto
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BEGEGNUNGEN - Glauben im Spannungsfeld von
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INCONTRI - Credere oggi tra secolarizzazione e
Säkularisierung und Fundamentalismus
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DER THEOLOGE ANTWORTET - Im Wechselschritt durch die Zeit –
fondamentalismi
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Religion in der Moderne
IL TEOLOGO RISPONDE - Attraversando il tempo: la religione nel l’epoca moderna
10 BERICHTE - Der Abschied von Valeria und Reflexionen über den
10 TESTIMONIANZE - Dall’addio a Valeria alle riflessioni sulla
Glauben
fede
16 GLAUBE - Wörtlichkeit und Dogmatismus
16 FEDE - Letteralismo e dogmatismo
18 AUS DEN GEMEINDEN - Die Antworten von Jugendlichen
18 DALLE COMUNITÀ - Le risposte dei ragazzi
21 ZUM NACHDENKEN - Glaube und Extremismus in der modernen
21 PER RIFLETTERE - Fede ed estremismi nella società moderna
Gesellschaft
24 ÖKUMENE - Unsere Berufung: Liebe, Frieden und Einheit berufen!
24 ECUMENISMO - Chiamati all’amore, alla pace, all’unità!
26 EVENTS - Eine Bildungsreise in sehr vielfältiger Hinsicht
26 EVENTI - Un viaggio d’istruzione sotto molteplici aspetti
28 REZENSION - Calvin und Genf, Genf und Calvin
28 RECENSIONE - Calvino e Ginevra, Ginevra e Calvino
29 ZUM 500 - In Neapel: mit Blick auf die Reformation
29 VERSO IL 500° - A Napoli: aspettando la Riforma
30 TERMINE - M&M – zwei Welten treffen sich
30 APPUNTAMENTI - M&M – due mondi s’ incontrano
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POST SCRIPTUM - Die Ambiguität der Post-Säkularisierung
MITEINANDER ist das Organ der »Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien«
INSIEME è l’organo della «Chiesa Evangelica Luterana in Italia» mit Sitz im Dekanat in Rom • con sede a Roma nel Decanato Via Aurelia Antica, 391 - 00165 Roma Tel. 06 66 03 01 04 - Fax 06 66 01 79 93 E-Mail: decanato@chiesaluterana.it
p. 29
HERAUSGEBER • EDITORE: Konsistorium/Concistoro (Zuständige/Referente: Cordelia Vitiello) VERANTWORTLICHER DIREKTOR • DIRETTORE RESPONSABILE: Paolo Poggioli REDAKTIONELLE KOORDINATION • COORDINAMENTO REDAZIONALE: BMP Comunicazione THEOLOGISCHER VERANTWORTLICHER/ RESPONSABILE TEOLOGICO: Pfarrer/Pastore Uwe Habenicht IN DER REDAKTION/IN REDAZIONE: BMP Comunicazione (Roma: Pietro Barrile e Michela Mantegazza; Milano: Francesco Petrella), Uwe Habenicht (Cocquio Trevisago)
POST SCRIPTUM - L’ambiguità della post-secolarizzazione
MITARBEITER/COLLABORATORI: Caroline von der Tann (Napoli), Roberto Tresoldi (Milano) LAYOUT/IMPAGINAZIONE: Decanato GRAFIKERIN/GRAFICA: Cecilia Bazzini SPENDEN FÜR DIE ZEITSCHRIFT• CONTRIBUTI PER IL GIORNALE: «ELKI / CELI – Miteinander / Insieme» c/c bancario in Italia: Banca Prossima IBAN IT 96 A 03359 01600 100000061391 BIC: BCITITMX - Verwendungszweck/causale: Miteinander/Insieme. Oder in Deutschland auf: Evangelische Bank e.G., IBAN DE 92 5206 0410 0004 1090 15 BIC GENODEF1EK1
Verwendungszweck/causale: Miteinander/Insieme Autor. Trib. Bolzano 26/11/1968, n° 39/49 Stampa • Druck: A. Weger, Bressanone – Brixen Tiratura • Auflage: 2.500 n. 1 2016
Foto auf der Titelseite : Ohne Titel morgueFile Archiv Foto di copertina: Senza titolo Archivio morgueFile
Pfarrerswort| Saluto del Pastore 3
Glaube und Respekt
Fede e rispetto
L
C
iebe Leserinnen und Leser!
are lettrici e cari lettori!
Im Schwäbischen hängt man gerne ans Wortende ein „-le“ an: Man baut sein „Häusle“, treibt sein „Gärtle“ um und liebt sein „Schätzle“. So hat in Württemberg auch jeder sein „Gläuble“. Besonders im schwäbischen Pietismus begegnet einem oft eine ganz individuelle Frömmigkeit. Man kommt über diese persönlichen Glaubenserfahrungen auch immer wieder ins Gespräch: Mit dem Bauern, der während der Feldarbeit über die Allversöhnung grübelt – also darüber, dass am Ende der Tage alle Menschen gerettet werden und niemand auf ewig verloren ist. Oder mit der Krankenschwester, die immer wieder Katzen aus dem Tierheim nach Hause nimmt, weil für sie nicht nur wir Menschen Geschöpfe Gottes sind. Leider gibt es auch die Kehrseite: Dass das eigene „Gläuble“ zum Maßstab für alle anderen wird. Die Mitchristen werden dann daran gemessen, ob sie bei umstrittenen Themen wie der Evolutionstheorie, dem interreligiösem Dialog oder der Bewertung von Homosexualität die gleiche eindeutige Haltung haben wie man selbst. Ansonsten wird man schnell als „ungläubig“ abgeschrieben. Ich erzähle Ihnen bewusst von meinen Erfahrungen aus der württembergischen Landeskirche, weil wir bei der Diskussion um Fundamentalismus und Toleranz schnell nur auf den Islam schauen. Aber es gibt in allen Religionen Menschen, die ihren Glauben in einer großen Weite leben und in der Achtung vor der Frömmigkeit anderer, und Menschen, die sich ängstlich abgrenzen und jede andere Sichtweise als Bedrohung ihres Glaubens empfinden. Dabei ist es doch eigentlich spannend, mit anderen im Gespräch über ihre religiösen Erfahrungen zu sein. Das kann mein eigenes Gottesbild nur bereichern. Hermann Bezzel (1861-1917) hat diese gemeinsame Suche nach der Wahrheit einmal auf den Punkt gebracht: „Herr, gib allen, die dich suchen, dass sie dich finden, und allen, die dich gefunden haben, dass sie dich aufs Neue suchen, bis all unser Suchen und Finden erfüllt ist in deiner Gegenwart.“ Pfarrer Friedemann Glaser, Florenz
In svevo alla fine di una parola si usa volentieri il suffisso diminutivo “-le”: ci si costruisce la propria casetta (“Häusle”), ci si prende cura del proprio giardinetto (“Gärtle”) e si ama il proprio tesorino (“Schätzle”). Allo stesso modo nella regione del Württemberg ognuno ha anche la sua piccola fede (“Gläuble”). Soprattutto, nel pietismo svevo, si incontra di frequente una religiosità prettamente individuale. Si parla spesso anche di queste esperienze personali di fede: con il contadino, che mentre lavora nei campi rimugina sulla riconciliazione di tutti, quindi sul fatto che alla fine dei giorni vengano salvati tutti e nessuno sia perso per l’eternità, o con l’infermiera, che continua a portarsi a casa dei gatti dal gattile perché per lei non siamo solo noi uomini a essere delle creature di Dio. Purtroppo c’è anche il rovescio della medaglia: che la propria piccola fede (“Gläuble”) diventi il metro di misura per tutte le altre. I cristiani vengono giudicati secondo l’opinione che esprimono su temi controversi come la teoria dell’evoluzione, il dialogo interreligioso o su come valutano l’omosessualità. Se non adottano chiaramente la nostra stessa posizione vengono rapidamente bollati come “infedeli”. Vi racconto volutamente delle mie esperienze nella chiesa regionale del Württemberg, perché nelle discussioni sul fondamentalismo e la tolleranza si pensa subito solo all’Islam. Ma in tutte le religioni ci sono persone che vivono la propria fede con una grande apertura e nel rispetto della religiosità degli altri e persone che si rinchiudono per paura e percepiscono qualsiasi altro modo di vedere come una minaccia alla propria fede. Mentre è veramente appassionante confrontarsi con gli altri sulle rispettive esperienze religiose. Può soltanto arricchire l’immagine che ci siamo fatti di Dio. Hermann Bezzel (1861-1917) è riuscito a puntualizzare questa ricerca comune della verità: “Signore fa sì che tutti coloro che ti cercano ti trovino e che tutti quelli che ti hanno trovato ti cerchino nuovamente, fino a quando tutto il nostro cercare e trovare sia riempito della tua presenza.” Pastore Friedemann Glaser, Firenze Traduzione: MariaClara Palazzini Finetti
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Begegnungen | Incontri
Ein Gespräch mit Dekan Bludau
Intervista al Decano Bludau
Glauben im Spannungsfeld von Säkularisierung und Fundamentalismus
Credere oggi tra secolarizzazione e fondamentalismi
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l cosiddetto mondo occidentale è caratterizzato da una crescente secolarizzazione. Al contempo, sono aumentate le tendenze religiose fondamentalistiche, anche con manifestazioni drammatiche. Ne parliamo con Heiner Bludau, Decano della Chiesa Evangelica Luterana in Italia.
ie Säkularisierung prägt zunehmend die sogenannte westliche Welt. Aber auf der anderen Seite sind auch die fundamentalistischen religiösen Tendenzen gewachsen, sogar mit dramatischen Auswüchsen. Zu diesem Thema haben wir Heiner Bludau, den Dekan der Evangelisch Lutherischen Kirche in Italien, um ein Gespräch gebeten. Herr Bludau, wie sieht die Lage in Italien aus? Ich glaube, dass die Abkehr von der Religion hier genauso stark verbreitet ist wie in den anderen „westlichen“ Ländern. Vielleicht wird dieses Phänomen nur nicht so intensiv wahrgenommen. Viele beziehen sich auf eine allgemeine Zugehörigkeit zur katholischen Kultur und bezeichnen sich als „nicht praktizierende Katholiken“, sind aber tatsächlich Agnostiker und säkularisiert.
Was sind die möglichen Gründe dafür? Viele sind davon überzeugt, dass alle Probleme (und es sind nicht wenige) mit den Mitteln der Wissenschaft gelöst werden können. Scheinbar wird Gott dabei nicht gebraucht. Ich will hier nicht missverstanden werden: Die Aufklärung hat der Menschheit viele Fortschritte möglich gemacht. Und ich möchte der Vernunft keinen religiösen Obskurantismus entgegensetzen, der die Heiner Bludau Verantwortung des Menschen verneint, um sie dem göttlichen Schicksal zu überlassen. Wissenschaft und Technik sind grundlegend für die Weiterentwicklung des Planeten und die Lösung seiner Probleme. Es besteht allerdings die Gefahr, dass wir diese Instrumente zu unserer Existenzgrundlage selbst machen. Der „wahre Rationalismus“ hingegen ist sich seiner Grenzen stets bewusst. Denn die Wissenschaft kann nie eine Antwort auf solche Fragen geben wie: worin besteht der Sinn unserer Existenz? Worauf beziehe ich mich in meinem Leben? Kann ich leben und mich dabei angenommen und zutiefst geliebt fühlen, egal wie mei-
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Decano, qual è la situazione in Italia? Credo che l’allontanamento dalla religione sia tanto forte qui quanto negli altri Paesi “occidentali”. Forse, il fenomeno è solo meno percepito: tanti che si definiscono “cattolici non praticanti”, sulla base di una generica appartenenza alla cultura cattolica, spesso sono, di fatto, agnostici e secolarizzati. Qual è la possibile causa? E’ diffusa la convinzione che ogni problema (e ce ne sono tanti) possa essere risolto con gli strumenti della scienza. Apparentemente, quindi, senza bisogno di Dio. Non voglio essere frainteso: la razionalità è un valore prezioso. Dall’Illuminismo in poi, ha reso possibili tanti progressi dell’umanità. E non vorrei contrapporre, alla Ragione, un oscurantismo religioso che neghi la responsabilità dell’uomo per delegarla al Fato divino. Scienza e tecnica sono cruciali per lo sviluppo del Pianeta e la risoluzione dei suoi problemi: il rischio, però, è di elevare tali strumenti a fondamento della nostra stessa esistenza. Il “vero razionalismo” è, invece, sempre consapevole dei propri limiti. Perché la Scienza non può né mai potrà dare risposta a domande di questo tipo: qual è il senso della nostra esistenza? Qual è il punto di riferimento per la mia vita? Posso vivere sentendomi accettato e profondamente amato, indipendentemente dall’atteggiamento del prossimo nei miei confronti? Qual è il mio futuro? Non sono domande
Begegnungen | Incontri
ne Mitmenschen dazu stehen? Wie sieht meine Zukunft aus? Das sind nicht nur Fragen, die Philosophen beschäftigen: Früher oder später setzen wir uns alle mit ihnen auseinander. Fragen, die sich einem heute immer häufiger stellen… Wenn das Privatleben oder das öffentliche Leben erschüttert werden – zum Beispiel durch eine schwere Krankheit oder einen entsetzlichen Terroranschlag – wird es dringend, Antworten auf diese Fragen zu finden. Die religiöse Dimension kann aber nicht nur auf außergewöhnliche Momente beschränkt werden. Wenn wir die grundlegenden Aspekte des Lebens verneinen oder sie ausschließlich „praktisch“ angehen, werden wir nicht in der Lage sein, eine wirklich überzeugende Antwort zu finden. Und darin liegt der Fehler des „populären Rationalismus“: Das Leben auf rein technisch zu lösende Probleme zu beschränken ist einfach nicht überzeugend. Hinzufügen möchte ich noch, dass eine (wenn auch nicht die einzige) Voraussetzung für den Erfolg des „populären Rationalismus“ häufig ein gewisser wirtschaftlicher und sozialer Wohlstand ist. Wenn dieser nicht vorhanden ist oder zurückgeht, werden die Grundfragen des Lebens lauter und ihre Antworten leiser. So wie auch in unserer Gesellschaft: Es gibt ein wachsendes und nachvollziehbares Verlangen nach Annahme und einem sinnerfüllten und liebevollen Leben. Es gilt über existenzielle Fragestellungen nachzudenken und einen persönlichen Weg zu suchen, der uns dazu zwingt, uns mit den Hürden und Widersprüchen in unserem Leben auseinanderzusetzen. Leider aber fehlt oft die Bereitschaft dazu. Kann das die Ausbreitung des Fundamentalismus beeinflussen? Ich glaube schon. Denn oft überwiegt die Versuchung, nach „einfachen“ Antworten zu suchen und die Bibel (den Koran oder andere heilige Schriften) wörtlich zu nehmen, ohne den eigenen Glauben mit der Wissenschaft und dem aktuellen Kenntnisstand zu konfrontieren. Wer sich nicht länger mit einer Kirche verbunden fühlt, mit seiner Kirche nicht mehr einverstanden ist oder auch nicht dazu bereit ist, einen persönlichen Weg zu finden, hat nur zwei Möglichkeiten: den Agnostizismus des populären Rationalismus oder den Beitritt zu einer Gruppe, die streng und eindeutig die Ausdrucksformen des Glaubens vorgibt. Die Ursachen für die Verbreitung des Fundamentalismus sind vielfältig. Als ich in den siebziger Jahren ca. ein Jahr in Israel lebte, konnte ich miterleben, wie die Hoffnungen der Palästinenser sich in politischen Utopien und in stark säkularisierter Form ausdrückten. Der islamische Fundamentalismus konnte sich erst nach ihrem Zusammenbruch ausbreiten. Vielleicht trifft diese Überlegung ja auch auf andere Länder zu.
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solo per i filosofi: prima o poi, ce le poniamo tutti. Interrogativi oggi sempre più pressanti… Quando la vita privata o pubblica è scossa – ad esempio, da una malattia grave o da un terribile attacco terroristico – aumenta l’urgenza di trovare risposte a tali domande. Ma la dimensione religiosa non può essere ridotta solo a momenti straordinari. Se neghiamo gli aspetti fondamentali della vita o se li affrontiamo in modo esclusivamente “pratico”, non potremo trovare una risposta all’altezza. E’ l’errore del “razionalismo popolare”: riducendo la vita a problemi da risolvere in maniera meramente tecnica, non può risultare convincente. Aggiungo che una (ma non l’unica) premessa del successo del “razionalismo popolare” è spesso un certo benessere economico e sociale: quando non c’è o diminuisce, le domande fondamentali della vita diventano più forti e le sue risposte più deboli. Come sta accadendo nella nostra società: c’è una brama crescente e condivisibile di sentirsi accettati e di vivere un’esistenza piena di senso e amore. Occorrerebbe riflettere sui quesiti esistenziali e cercare un cammino personale che, inevitabilmente, costringe a confrontarsi con ostacoli e contraddizioni. Ma, purtroppo, la disponibilità a mettersi in gioco spesso manca. Questo può influenzare il dilagare di integralismi? Penso di sì. Perché spesso vince la tentazione di cercare risposte “facili”, prendendo alla lettera la Bibbia (il Corano o altri testi sacri) ed evitando di confrontare la propria fede con la scienza e la conoscenza attuali. Chi non è legato a una chiesa in modo tradizionale o non è più d’accordo con la propria chiesa o, ancora, non è pronto a trovare un cammino personale, ha solo due possibilità: l’agnosticismo del razionalismo popolare o l’adesione a un gruppo che gli indichi, in modo rigido e univoco, come esprimere la fede. Ma le cause di diffusione degli integralismi sono molteplici. Ad esempio, quando vissi per circa un anno in Israele, negli anni 70, ebbi modo di osservare come le speranze dei Palestinesi trovassero espressione in utopie politiche e in un modo fortemente secolarizzato. Il fondamentalismo islamico cominciò a crescere solo dopo il loro crollo. E forse questa riflessione può essere valida anche per altri Paesi. Tornando alla nostra società, i giovani sembrano i più esposti alla radicalizzazione. Un paio di anni fa, volendo spiegare ad alcuni studenti di terza media cosa fosse il luteranesimo, pensai di partire dalle loro esperien-
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Begegnungen | Incontri
In unserer Gesellschaft scheinen junge Menschen anfälliger für eine Radikalisierung zu sein. Vor ein paar Jahren wollte ich einigen Achtklässlern das Luthertum erklären. Dabei wollte ich von ihrer Erfahrung mit der römisch-katholischen Kirche ausgehen. Mir wurde schnell klar, wie stark sie säkularisiert waren: Die Mehrheit hatte gar keine Erfahrung und wusste überhaupt nichts über das christliche Leben, auch nicht innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Durch diese Mängel kommt es unausweichlich zu Desorientierung. Und außerdem neigen Jugendliche von Natur aus eher zu Rebellion und Extremismus, und daraus folgt, dass ein Teil von ihnen anfälliger für eine Radikalisierung ist. Auch fühlen sich die Jugendlichen - stärker noch als die Erwachsenen - in den traditionellen Kirchen häufig nicht zuhause. Wir müssen uns ihnen wieder annähern und ihnen eine Art und Weise, den Glauben zu leben, bieten, der sie zustimmen können. Das ist nur durch einen gemeinsamen Dialog möglich. Der von uns angebotene Weg könnte allerdings als kompliziert empfunden werden, denn er bietet nicht so schnelle Antworten, wie man sie gerne hätte. Das genaue Gegenteil von dem, was fundamentalistische Gruppen tun. Die ELKI ist eine kleine Kirche, die versucht, Gemeinsamkeit in ihren Gemeinden anzubieten. In einer Gemeinschaft können die Menschen sich zusammen mit den schwierigen Fragen des Lebens auseinandersetzen.
ze con la Chiesa cattolica romana. Ebbene, mi resi subito conto di quanto fossero secolarizzati: la maggioranza, infatti, non aveva alcuna esperienza e nulla sapeva della vita cristiana neanche nella Chiesa cattolica romana. Tali mancanze creano inevitabilmente disorientamento. Se aggiungiamo che i giovani sono per natura più inclini a ribellioni ed estremismi, per una parte di loro può crescere il rischio di radicalizzazione. D’altronde, i giovani - ancora più degli adulti - spesso non si sentono a casa nelle chiese tradizionali. Bisogna riavvicinarli, offrendo un modo di vivere la fede che sia condiviso e che può essere trovato insieme solo dialogando. Il percorso che offriamo può, però, apparire complicato, con risposte meno immediate di quanto si vorrebbe. L’esatto contrario di quanto, purtroppo, fanno i gruppi fondamentalisti. Nel nostro piccolo, come CELI, cerchiamo di offrire l’esperienza di una vita condivisa nelle nostre comunità. Se c’è la comunione, c’è anche la possibilità di avvicinarsi insieme alle domande difficili della vita.
Die Säkularisierung in Zahlen ausgedrückt
La secolarizzazione in numeri
W
ual è l’attuale rapporto tra italiani e religione? A leggere alcuni dati risulta un Paese sempre più secolarizzato. Lo dicono alcune ricerche che hanno puntato l’attenzione sull’evoluzione dell’orientamento degli italiani soprattutto nei confronti del credo cattolico. Una prima conferma proviene dallo studio Doxa su Religiosità e ateismo in Italia nel 2014, da cui risulta che ben un quarto degli italiani non è cattolico e che addirittura un decimo della popolazione non è affatto credente (agnostici e atei). Peraltro, dei tre quarti della popolazione che si dichiara cattolica, ben il 38% si definisce “piuttosto o decisamente non praticante”. Più in profondità, allungando il periodo d’indagine, i dati del Rapporto Coop 2015 dicono che nell’ultimo ventennio c’è stata una forte riduzione dei partecipanti alla messa domenicale (sono solo il 30%), dei battesimi (-10%), delle comunioni (-15%) e delle cresime (-27%). Il X Rapporto sulla secolarizzazione in Italia, pubblicato la scorsa estate da Critica Liberale e dal dipartimento Nuovi diritti della Cgil, offre
ie sieht das Verhältnis der Italiener zur Religion aktuell aus? Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist Italien ein zunehmend säkularisiertes Land. Das ergeben einige Studien, in denen die Entwicklung der Orientierung der Italiener, vor allem in Bezug auf den katholischen Glauben, untersucht wurden. Auch eine vom Institut Doxa 2014 durchgeführte Studie über Religiosität und Atheismus in Italien kommt zu demselben Ergebnis: Gut ein Viertel der Italiener ist nicht katholisch und sogar ein Zehntel der Bevölkerung hängt gar keinem Glauben an (Agnostiker und Atheisten). 38% der sich als katholisch bekennenden Bevölkerung (75% der Italiener) bezeichnet sich als „eher oder überhaupt nicht praktizierend“. Aus den Daten des Rapporto Coop 2015, der weiter in die Tiefe geht und einen längeren Zeitraum umfasst, geht hervor, dass in den letzten zwanzig Jahren die Zahl der Teilnehmer an Sonntagsmessen (nur 30 %), an Taufen (-10%), an Erstkommunion (-15%) und an Firmung (-27%) stark zurückgegangen ist. Der 10. Bericht über die Säkularisierung in Italien, der
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Begegnungen | Incontri 7
Was fällt Ihnen zu den Stichworten Säkularisierung und Fundamentalismus ein? … Luthers Beschreibung im Großen Katechismus, die auch für säkularisierte Menschen hilfreich ist, um zu verstehen, wer Gott ist: „Was heißt, einen ‚Gott haben‘, oder was ist ‚Gott‘? Antwort: ein ‚Gott‘ heißt das, dazu man sich versehen soll alles Guten und Zuflucht haben in allen Nöten. (…) Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott.“ Auch folgender Satz aus dem ersten Brief des Paulus an die Thessalonicher (1 Te 5,21) regt uns zum Nachdenken an: „Prüft aber alles und behaltet das Gute.“ Haben Sie einen abschließenden Wunsch für unsere Leserinnen und Leser? Ich wünsche Ihnen, fest und mit glühender Begeisterung an Gott zu glauben, der sich uns in Jesus Christus offenbart hat, und diesen Glauben mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verknüpfen, ohne die zu verachten, die einen anderen oder auch keinen Glauben haben.
In tema di secolarizzazione e fondamentalismi, le torna più frequentemente in mente… …la descrizione di Lutero nel grande catechismo, che aiuta a capire chi è Dio anche in un mondo secolarizzato: “Che significa ‘avere un Dio’, o che cos’è ‘Dio’? Risposta: ‘Dio’ significa: ciò da cui si deve attendere ogni bene e presso il quale si deve cercare rifugio in ogni avversità. (…) Ciò da cui – dico – il cuore dipende e a cui si affida, quello è, propriamente il tuo Dio.” Anche la parola della prima lettera di Paolo ai Tessalonicesi (1 Te 5,21) mi sembra un bell’incoraggiamento alla riflessione: “Esaminate ogni cosa e tenete ciò che è buono.” Un auspicio finale? Credere in modo forte e con entusiasmo ardente in Dio che si è rivelato in Gesù Cristo e collegare questa fede con la conoscenza scientifica, non disprezzando coloro che credono ad altro o a niente. BMP Comunicazione
BMP Comunicazione Übersetzung: Kerstin Gros
im letzten Sommer von der Critica Liberale und der Abteilung für Neue Rechte der Cgil (ein nationaler Gewerkschaftsbund in Italien - Anm. d. Ü.) veröffentlicht wurde, besagt, dass im Zeitraum 1994 - 2013 die Eheschließungen insgesamt um 33% und die nach den Regeln des Konkordats geschlossenen Ehen, d.h. kirchliche Trauungen mit zivilrechtlicher Gültigkeit, sogar um 52,7 % abgenommen haben. Im selben Zeitraum sind dagegen standesamtliche Eheschließungen (+48%) und Lebensgemeinschaften unverheirateter Paare von 1,6% auf 6,9% angestiegen. Besonders junge Menschen sind von der Säkularisierung betroffen. Wie aus dem Rapporto Coop 2015 hervorgeht, ist lediglich einer von vier praktizierend, und einer von dreien hat keinerlei Interesse an Religion. Stark gewachsen ist auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der SchülerInnen beträgt 11%, und hat sich damit seit Mitte der Neunziger Jahre mehr als verdoppelt. Dabei wurden große Unterschiede zwischen Nordund Süditalien festgestellt: über 18% in Piemont, Aostatal, Emilia-Romagna, Lombardei und Toskana und um die 2% in Kampanien, Kalabrien, Apulien und Basilikata. Übersetzung: Kerstin Gros
un altro indicatore: dal 1994 al 2013 se i matrimoni, in generale, sono scesi del 33%, i riti concordatari, celebrati in chiesa ma con effetto anche civile, sono addirittura diminuiti del 52,7%. Nello stesso periodo, di contro, sono aumentati i matrimoni civili (+48%) e le coppie conviventi ma non coniugate, passate dall'1,6% al 6,9%. Il fenomeno di secolarizzazione è molto forte tra i giovani. Il Rapporto Coop 2015 riferisce che solo uno su quattro è praticante, mentre uno su tre è indifferente alla religione. In netto aumento gli studenti che non frequentano l’ora di religione a scuola. La loro incidenza sul totale è dell’11%, più che raddoppiata dalla metà degli anni Novanta ad oggi. Molto ampi, tuttavia, gli scostamenti territoriali tra Nord e Sud: si arriva oltre il 18% in Piemonte, Valle d’Aosta, Emilia-Romagna, Lombardia e Toscana e intorno al 2% in Campania, Calabria, Puglia e Basilicata.
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Der Theologe antwortet | Il teologo risponde
Im Wechselschritt durch die Zeit – Religion in der Moderne Attraversando il tempo: la religione nell’epoca moderna
Uwe Habenicht
Aus seiner Gefängniszelle in Berlin Tegel schreibt der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer am 30. April 1944:
Dalla sua cella a Tegel, Berlino, il teologo e membro della Resistenza Dietrich Bonhoeffer il 30 aprile 1944 scrive:
„Die Zeit, in der man alles den Menschen durch Worte – seien es theologische oder fromme Worte – sagen könnte, ist vorüber; ebenso die Zeit der Innerlichkeit und des Gewissens, und das heißt eben die Zeit der Religion überhaupt. Wir gehen einer völlig religionslosen Zeit entgegen; die Menschen können einfach so wie sie nun einmal sind, nicht mehr religiös sein.“ ( Widerstand und Ergebung, S. 132)
“Il tempo in cui si poteva dire tutto alle persone attraverso le parole, sia parole teologiche che religiose, è passato; così come il tempo dell’interiorità e della coscienza, e questo significa proprio il tempo della religione in generale. Andiamo incontro a un’epoca totalmente priva di religione; le persone così come sono semplicemente non possono più essere religiose.” ( Resistenza e resa, pag. 132)
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o hellsichtig und weiterführend viele Gedanken Dietrich Bonhoeffers auch waren, man denke nur an seine geniale Formulierung „Gott ist mitten in unserem Leben jenseitig“, seine Prognose hinsichtlich der Rolle der Religion in der fortschreitenden Moderne ist alles andere als zutreffend. In den letzten Jahrzehnten erlebt das Thema Religion eine ungeahnte und fast ungebändigte Wiederkehr. Hielt man viele Jahrzehnte lang, Glaube und Religion für ein aussterbendes Gewächs, deren endgültiges Verschwinden nur eine Frage der Zeit seien, so zeigt sich Religion in den verschiedensten Spielarten nicht nur als äußerst lebendig und wachsend, sondern zudem auch als höchst explosiv. Aus europäischer Perspektive gerät uns leicht aus dem Blick, dass weltweit nicht nur der Islam zahlenmäßig wächst, sondern auch das Christentum in Südamerika und Afrika immer mehr Anhänger gewinnt. Doch was dort wächst, sind in der Regel alles andere als weltoffene und liberale Glaubenssysteme. Das Gegenteil ist wahr: Religion zeigt sich in der Spätmoderne zunehmend fundamentalistisch, radikal und z. T. sogar extremistisch und fanatisch.
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Wie lässt sich diese Radikalisierung der Religion verstehen. Blicken wir kurz zurück: Das, was wir heute unter dem Begriff der Neuzeit oder der Moderne verstehen, gewinnt seine deutlichsten Konturen durch die Französische Revolution und der mit ihr voranschreitenden
Come possiamo spiegare questa radicalizzazione della religione? Diamo una breve occhiata al passato: ciò che oggi intendiamo con il termine epoca moderna, acquisisce i suoi contorni più chiari attraverso la Rivoluzione francese e con l’avanzare dell’Illuminismo e della se-
er quanto chiaroveggenti e profondi siano stati molti pensieri di Dietrich Bonhoeffer, si pensi solo alla sua formulazione geniale è al centro della nostra vita che Dio è aldilà, la sua previsione riguardo al ruolo della religione nell’epoca moderna in continua evoluzione è tutt’altro che azzeccata. Negli ultimi decenni il tema della religione ha vissuto un ritorno imprevisto e quasi irrefrenabile. Se per molti decenni la fede e la religione sono state considerate alla pari di una pianta in via di estinzione, la cui scomparsa definitiva era solo una questione di tempo, ora la religione nelle sue più diverse espressioni non è soltanto estremamente vivace e in crescita, ma risulta inoltre essere anche estremamente esplosiva. Dalla nostra prospettiva europea ci sfugge il fatto che in tutto il mondo non cresce numericamente soltanto l’Islam, ma anche il cristianesimo, che in America del Sud e in Africa conta sempre più seguaci. Ma a crescere, in quelle regioni, sono di regola sistemi religiosi tutt'altro che cosmopoliti e liberali. Piuttosto è vero il contrario: la religione, nella tarda epoca moderna, si mostra sempre più fondamentalista, radicale e in parte persino estremista e fanatica.
Der Theologe antwortet | Il teologo risponde
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Aufklärung und Säkularisierung: Die Vorherrschaft kirchlicher und religiöser Vorgaben für die Gestaltung aller Lebensbereiche löst sich auf. Staat, Recht, Bildung, Kunst und Wissenschaft emanzipieren sich und werden zu eigenständigen Lebensbereichen ohne notwendigerweise eine religiöse Rückbindung zu haben. Damit wird der kirchliche Einfluss deutlich beschnitten und zurückgedrängt, was viele positive Entwicklungen mit sich bringt. Man denke nur an die Entwicklung der Menschenrechte, der Emanzipation der Frauen, die religiöse Toleranz und die Entstehung der modernen Medizin. Auf der anderen Seite erlebt der Einzelne jedoch auch so etwas wie Entwurzelung und die Überforderung, mit der eigenen Freiheit umzugehen. Ich nenne nur einige Buchtitel von Soziologen und Psychologen, die andeuten, wie sich die Schattenseite der Moderne für das Individuum anfühlt: „Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart” ( A. Ehrenberg)“, „Die Risikogesellschaft” ( U. Beck), „Das Ende der Liebe. Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit” (S. Hillenkamp), „Beschleunigung und Entfremdung” (Hartmut Rosa), „Die neue Unübersichtlichkeit”( J. Habermas). Mit anderen Worten: So sehr die gewonnene Freiheit auch beflügelt und begrüßt wird, so sehr macht sie dem Einzelnen auch zu schaffen. Religion wird erneut wichtig, weil Glaubenssysteme helfen können, die neue Unübersichtlichkeit zu ordnen und die überkomplexe Vielfalt der Möglichkeiten zu reduzieren. Und damit werden eben auch vereinfachende religiöse Deutungsmuster, die die Welt in gut und böse, in gläubig und ungläubig einteilen, für bestimmte Menschen in schwierigen Situationen attraktiv. Fundamentalistische oder sogar extremistische Religionsformen sind eben auch Kinder der Moderne und letztlich nichts anderes als hilflose Versuche, mit der überfordernden Freiheit in der Moderne umzugehen. Das entscheidende Stichwort lautet also: Überforderung. Wie lässt sich die rasende Entwicklung der Moderne so abfedern, dass möglichst wenige Verlierer und Überforderte verzweifelt nach radikalen und fanatischen Antworten greifen? Diese Frage, so fürchte ich, wird uns noch lange beschäftigen ...
colarizzazione: svanisce il predominio delle direttive ecclesiastiche e religiose nella gestione di tutti gli ambiti della vita. Lo Stato, il diritto, la cultura, l’arte e la scienza si emancipano e diventano ambiti indipendenti, senza un legame necessario con la religione. In questo modo, l’influenza religiosa viene chiaramente limitata, il che comporta molti sviluppi positivi. Si pensi solo allo sviluppo dei diritti dell’uomo, all’emancipazione delle donne, alla tolleranza religiosa e alla nascita della medicina moderna. D’altro canto, il singolo sperimenta anche uno sradicamento e un carico eccessivo nel gestire la propria libertà. Cito solo alcuni titoli di libri di sociologi e psicologi che ci fanno capire quale sia il lato oscuro dell’epoca moderna per l’individuo: La fatica di essere se stessi. Depressione e società nel presente (A. Ehrenberg), La società del rischio ( U. Beck), La fine dell’amore. Sentimenti nell’epoca della libertà infinita (S. Hillenkamp), Accelerazione e alienazione (Hartmut Ros), La nuova oscurità ( J. Habermas). In altre parole: quanto più la libertà viene incoraggiata e auspicata, tanto più risulta essere pesante per i singoli individui. La religione torna nuovamente ad essere importante, perché i sistemi religiosi possono aiutare a mettere ordine nella nuova oscurità e ridurre la molteplicità estremamente complessa delle possibilità. In questo modo, anche modelli religiosi semplificativi d’interpretazione - che dividono il mondo in buono e cattivo, in credente e non credente - diventano attraenti per determinate persone in situazioni difficili. Forme religiose fondamentaliste, o persino estremiste, sono anche figlie dell’epoca moderna e in fin dei conti nient’altro che dei vani tentativi di gestire la libertà che ci pesa. La questione chiave risulta quindi essere il carico eccessivo. Come ammortizzare il vertiginoso sviluppo dell’epoca moderna, così che ci siano possibilmente pochi perdenti e stressati che, nella loro disperazione, ricorrano a risposte radicali e fanatiche? Temo che questa questione ci terrà occupati ancora per parecchio tempo...
Uwe Habenicht
Traduzione: MariaClara Palazzini Finetti
Uwe Habenicht
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Venedig
Der Abschied von Valeria und Reflexionen Ăźber den Glauben
Piazza San Marco
Venezia
Dall’addio a Valeria alle riflessioni sulla fede
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anz Italien nahm am 24. November Abschied von Valeria Solesin, der jungen Italienerin, die bei den Pariser Terroranschlägen wenige Tage zuvor erschossen wurde. Alle, die in Venedig an der Trauerfeier teilnahmen oder die Live-Übertragung im Fernsehen verfolgten, werden die Trauer und den Schmerz an diesem Tag aber auch das große und von allen geteilte Verlangen nach Frieden stets im Gedächtnis behalten. Wir haben Bernd Prigge, den Pfarrer der Lutherischen Gemeinde Venedig, der bei der Trauerfeier dabei war, gebeten, uns seine Eindrücke zu schildern. Dank seiner Vermittlung konnten wir auch Mohamed Amin Al Ahdab, Präsident der muslimischen Gemeinschaft in Venedig, und Piergabriele Mancuso, Leiter des Zentrums für Internationale Judaistik in Venedig, kontaktieren und um ihre Sichtweise des Themas „Der Glaube im Spannungsfeld zwischen Säkularisierung und Fundamentalismus“ bitten. BMP Comunicazione Übersetzung: Kerstin Gros
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o scorso 24 novembre l’Italia si è fermata per i funerali di Valeria Solesin, la giovane donna italiana assassinata a Parigi durante gli attacchi terroristici di qualche giorno prima. Chi era presente a Venezia, come chi seguiva da casa la diretta televisiva, ricorderà per sempre il dolore di quella giornata ma anche la grande e condivisa voglia di pace. A Bernd Prigge, pastore della comunità luterana lagunare, presente alle esequie, abbiamo chiesto di raccontarci le sue impressioni. E, grazie al suo aiuto, abbiamo rivolto un invito a Mohamed Amin Al Ahdab, Presidente della Comunità islamica di Venezia, e a Piergabriele Mancuso, Direttore del Centro Veneziano di Studi Ebraici Internazionali, affinché ci offrissero una propria riflessione sul tema della fede tra secolarizzazione e fondamentalismi. BMP Comunicazione
Trauerfeier für Valeria Solesin: „Weltlich“, aber doch tief religiös
I funerali di Valeria Solesin: una cerimonia “civile”, ma profondamente religiosa
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s war auffällig: Anlässlich der Trauerfeier für die beim Terrorakt in Paris umgekommene Venezianerin Valeria Solesin sprach man von einer nicht-kirchlichen Zeremonie auf dem Markusplatz. Die ständige Wiederholung und Betonung in allen Medien, dass es sich um eine weltliche (zivile) Trauerfeier handle, machte besonders aufmerksam. Der brutale Tod der jungen Forscherin betraf die ganze Nation, und mit den Eltern und Angehörigen trauerte das ganze Land. Es war klar, dass solch ein Gedenken nicht mehr nur privat sein kann, sondern immer auch ein öffentliches Ereignis wird. Es wurde sogar ein Staatsakt mit den höchsten politischen Repräsentanten des Landes und einer Liveübertragung im Fernsehen. Und dennoch schlug es enorme Wellen, dass das Gedenken nicht unter der Obhut und Führung einer Religion stattfinden sollte. Die Familie des Opfers hatte sich eine solche „zivile“ Zeremonie gewünscht. Der Vater, Alberto Solesin, hatte öffentlich die Beteiligung verschiedener Religionen und Konfessionen angeregt. Er sagte, dass ihm auch der Segen des Imam recht wäre, um die gemeinsamen Werte auszudrücken. Aus der Trauerfeier wurde dann keine „weltliche“, sondern eine multireligiöse. Am Sarg von Valeria Solesin standen schließlich Geistliche von drei Weltreligionen und demonstrierten Mitgefühl und Einigkeit
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on è passato inosservato come, in occasione dei funerali della giovane veneziana Valeria Solesin, ucBernd Prigge cisa nell’attentato terroristico di Parigi, si sia parlato di una cerimonia non religiosa a Piazza San Marco. Tutti i media ripetevano e sottolineavano continuamente che si trattava di una funzione civile. La morte brutale della giovane ricercatrice aveva colpito l’intera nazione e tutto il Paese era in lutto insieme ai genitori e ai parenti. Era chiaro che una tale cerimonia non avrebbe più potuto essere privata, ma sarebbe diventata anche un evento pubblico. Una cerimonia ufficiale, con i rappresentanti delle più alte cariche politiche del Paese e in diretta televisiva. Ciononostante destava grande scalpore il fatto che la cerimonia non si sarebbe svolta sotto l’egida e la guida di una religione. La famiglia della vittima aveva infatti voluto una cerimonia “civile”. Il padre, Alberto Solesin, aveva pubblicamente auspicato la partecipazione delle diverse religioni e confessioni. Aveva detto che le benedizioni gli andavano benissimo, anche quella dell’imam, perché affermava di credere nei valori che non dividono le persone. La cerimonia funebre, piuttosto che una cerimonia “civile“, è stata multireligiosa. Intorno al feretro di Valeria Solesin si sono riuniti rappresentanti delle tre religioni monoteiste mondiali esprimendo compassione e dimostrando unità nel-
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im Kampf gegen Terror und Fremdenfeindlichkeit. Der Patriarch von Venedig segnete den Sarg und forderte die Terroristen auf, im Namen Gottes dem Hass zu entsagen. Der Präsident der muslimischen Gemeinde drückte sein Beileid aus. Er sprach von „barbarischen Akten“, ganz gewiss nicht begangen im Namen von „Allah oder Jahwe, die im Grunde dieselben Götter sind“. Der Iman bat Allah darum, die „Seelen wieder zu beruhigen“. Und der Präsident der Islamischen Gemeinden Italiens (Unione delle Comunità Islamiche d´Italia – UCOI) bedankte sich ausdrücklich beim Vater: „Lieber Alberto, deine Einladung an den Imam zur Teilnahme an der Trauerfeier hat einen Beitrag dazu geleistet, den diabolischen Plan der Terroristen zu durchkreuzen.“ Applaus brauste immer wieder auf bei den Ansprachen der Religionsvertreter. Der Rabbi von Venedig, Scialom Bahbout, sprach davon, dass Valeria Solesin auch ein Beispiel für uns und für viele Jugendliche sei auf der Suche nach Identität und ihrer Rolle in der Gesellschaft. „Die Welt ist geschaffen worden für Personen wie dich, die das Leben genießen und mit anderen das Gute teilen wollen, das sie empfangen haben und an dem sie Tag für Tag weiterbauen.“ Und er fügte hinzu: „ Wenn ein Mensch uns verlässt, fragt man sich, ob er völlig verschwindet. Wir denken jedoch, dass die Gerechten niemals sterben. Ihr Handeln lebt weiter in den Menschen, die sie lieben und die sich verbunden fühlen im Andenken.“ Auch die kleineren christlichen Konfessionen waren bei der Trauerfeier präsent. Neben der lutherischen und Waldenser Gemeinde auch die unterschiedlichen orthodoxen Kirchen. Für sie hatte auch der Patriarch in seiner Ansprache mitgesprochen. Ja, es war so, als ob sich für einen Moment die Grenzen zwischen den Religionen und Konfessionen verflüchtigt hätten in der gemeinsamen Trauer. Selbst der neue Bürgermeister von Venedig, eher bekannt für wenig sensible Worte, erinnerte an die Brükkenfunktion Venedigs „Der Mittelmeerraum ist ein privilegierter Schmelzpunkt zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen gewesen, Brücke zwischen Okzident und Orient. Kein Land kann sich mehr als mediterran bezeichnen als Italien und keine andere Stadt als Venedig hatte so diese Größe inne als Stadt des Dialogs und der Gastfreundschaft. Aus dem großen Schmerz wissen wir Kraft zu schöpfen.“ Der Markusplatz war zum ersten Mal seit 1868 wieder einmal Ort für eine öffentliche Trauerfeier. 8000 Menschen waren vor der Basilika San Marco anwesend, viele mit nassen Füßen, denn just an dem Vormittag, am 24. November, war das Hochwasser noch nicht komplett abgelaufen.Die Gondolieri hatten den Sarg gebracht und brachten ihn zusammen mit vielen Anwesenden zum Markusbecken zurück. Ein trauriger Tag in Venedig, aber auch ein Tag, an dem gemeinsame Trauer verwandelt wurde. Bernd Prigge
la lotta contro il terrore e la xenofobia. Il patriarca di Venezia ha benedetto la bara e ha invitato i terroristi a ripudiare l’odio in nome di Dio. Il presidente della comunità mussulmana ha espresso il suo cordoglio. Ha parlato di “atti barbarici” che non sono stati certamente compiuti in nome di “Allah o Yahweh, che in fondo sono lo stesso Dio“. L’imam ha chiesto a Allah di “pacificare le anime”. Il Presidente dell’Unione delle Comunità Islamiche d´Italia (UCOI) ha ringraziato espressamente il padre: “caro Alberto, il tuo invito all’imam a partecipare ai funerali ha dato un contributo a contrastare il piano diabolico dei terroristi.” I discorsi dei rappresentanti religiosi sono stati continuamente accompagnati da applausi. Il rabbino di Venezia, Scialom Bahbout, ha detto che Valeria Solesin è anche un esempio per noi e per molti giovani che sono alla ricerca della loro identità e del loro ruolo nella società: “il mondo è stato creato per persone come te che vogliono gioire e condividere con gli altri il bene ricevuto e il bene che costruiscono giorno per giorno.” E ha aggiunto: “quando una persona cara ci lascia, ci si chiede se ci lascia del tutto. Noi pensiamo che i giusti non muoiano mai. Le loro azioni continuano a vivere nelle persone che li hanno amati e si sentono legate al loro ricordo.” Anche le confessioni cristiane minori sono state presenti alla cerimonia funebre. Accanto alla comunità luterana e a quella valdese, anche le diverse Chiese ortodosse. Di loro aveva parlato anche il patriarca nel suo discorso. E’ stato come se per un momento i confini fra le religioni e confessioni si fossero volatilizzati nel cordoglio comune. Anche il nuovo sindaco di Venezia, noto generalmente per parole poco sensibili, ha ricordato la funzione di ponte di Venezia: “il Mediterraneo è stato il luogo privilegiato dell'incontro tra culture e religioni diverse. Nessun Paese può definirsi più ‘mediterraneo’ dell'Italia e nessuna città, più di Venezia, che si è affermata in questo ruolo di centro di prima grandezza, città del dialogo e dell'accoglienza, saprà trarre forza da questo grande dolore.” La Piazza San Marco è ritornata a essere per la prima volta dopo il 1868 un luogo per una cerimonia funebre ufficiale. Con 8000 persone davanti alla Basilica di San Marco, molti con i piedi bagnati perché, la mattina del 24 novembre, l’acqua alta non era ancora completamente defluita. I gondolieri, che avevano portato il feretro, lo hanno riportato indietro accompagnati dai molti presenti al bacino di San Marco. Una giornata triste per Venezia, ma anche una giornata in cui un lutto privato si è trasformato in cordoglio comune. Bernd Prigge Traduzione: MariaClara Palazzini Finetti
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Der islamische Glaube im Spannungsfeld von Säkularisierung und Fundamentalismus
La fede islamica tra secolarismo e fondamentalismo
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ie in Frankreich und in anderen Ländern verübten Terroranschlärecenti atti terroristici accaduti in Francia e in diversi Paesi del monge, zu denen sich angebliche Muslime bekannten, haben viele Frado, rivendicati da sedicenti mussulmani, hanno suscitato numegen über die wahre Bedeutung und Natur des islamischen Glaubens rosi quesiti relativi al vero significato e natura della fede islamica e und darüber, wie dieser in der heutigen Zeit gelebt wird, aufgeworfen. su come essa è vissuta ai nostri giorni. Glaube ist stets eng mit Hoffnung, mit dem tatsächlich Möglichen, und La fede sta sempre a fianco della speranza, del possibile, della facol(im Einklang mit dem freien Willen) auch mit Entscheidungsfreiheit vertà di scelta nel rispetto del libero arbitrio. bunden. Differentemente il materialismo è per sua natura costringente fino Der Materialismus hingegen ist von seinem Wesen her in höchstem Maße ai massimi livelli della costrizione, disperato fino ai limiti della didurch Zwang und Verzweiflung geprägt. Und auch der Fundamentasperazione. Così il fondamentalismo che per la sua essenza e per le lismus hat von seinem Wesen und seinem Handeln her ganz und gar sue azioni si pone agli antipodi dei propositi che la fede realizza. Per nichts mit den Vorsätzen des Glaubens zu tun. Folglich sind beide das questi motivi entrambi si pongono all'opposto della fede. Il primo è genaue Gegenteil des Glaubens. Den Materialismus prägt Mohamed Amin Al Ahdab contraddistinto dalla falsa sicurezza riposta nel possesso eine trügerische Sicherheit, die der Besitz materieller Güdei beni materiali che, per loro natura, non sono eterter zu verschaffen scheint, obgleich Materielles ja von Nani. Il secondo vive con angoscia i problemi del quotidiano, tur her nicht ewig währt. Und der Fundamentalismus ercercando una falsa soluzione nella distruzione e nella lebt die Probleme des Alltags als beängstigend und sieht morte. in Zerstörung und Tod eine falsche Lösung. La fede non si limita all'apparenza delle cose e non si ferDer Glaube beschränkt sich nicht auf die Äußerlichkeiten ma alla superficialità dei problemi, ma si spinge oltre. und begnügt sich auch nicht mit der Oberflächlichkeit der Scorge nell'universo la perfetta armonia ed equilibrio Probleme, sondern geht darüber hinaus. Er erkennt die Perche può discendere solo da Allah, il Creatore. Il credenfektion der Harmonie und des Gleichgewichts, die nur von te riconosce in questa perfezione la fratellanza con ogni Allah, dem Schöpfer, herrühren kann. Der Glaubende essere vivente e ne rispetta la vita, il pensiero, condivisieht in dieser Perfektion die Brüderlichkeit mit allen Ledendone le speranze, i timori, le gioie. Nei precetti racbewesen, respektiert ihr Leben und ihre Gedanken und teilt colti nel Corano e nella Sunnah (i comportamenti e i detmit ihnen Hoffnung, Sorgen und Freude. In den Regeln aus dem Koran ti del Profeta Mohammad) si trovano le indicazioni e la forza per non und der Sunna (Handlungsweisen und Sprüche des Propheten Moripiegarsi su se stessi, ma anzi per aprirsi alla vita. Questi insegnahammed) finden sich die Anleitungen und die Kraft, um sich nicht in menti lo educano alla corretta relazione con il mondo, attraverso resich selbst zurückzuziehen, sondern um sich dem Leben zu öffnen. Mitgole di giustizia e di condivisione che escludono la violenza, la corhilfe von Regeln für Gerechtigkeit und geteilte Gemeinsamkeit erziehen ruzione, il materialismo ma gli mostrano l'amore e la misericordia. diese Lehren zu der richtigen Beziehung zur Welt. Sie schließen Gewalt, Sentimenti che vanno al di là dei popoli, delle lingue, delle usanze e Korruption und Materialismus aus und verweisen auf Liebe und delle tradizioni di ciascun Paese. Barmherzigkeit. Gefühle, die alle Völker, Sprachen, Bräuche und TradiLa pratica della fede è guida per ottenere il “frutto di purezza critionen gemein haben. Die Ausübung des Glaubens ist der rote Faden stallina” (in arabo Al Tazkiah), di cui beneficia tutta la collettività e zur „allerreinsten Frucht“ (auf Arabisch Al Tazkiah), in dessen Genuss nicht ogni suo membro. Nell'individuo agisce su tre livelli distinti. Al Taznur die gesamtheit, sondern auch alle ihre Mitglieder kommen. Im Inkiah dell'anima, la sede dei sentimenti, delle emozioni e delle speranze dividuum wirkt sich das auf drei verschiedenen Ebenen aus. che generano tranquillità, serenità, forza e energia positiva, conduAl Tazkiah der Seele ist der Sitz der Gefühle, der Emotionen und der Hoffcendo con determinazione l'essere verso la certezza della giusta scelnung und verleiht Ruhe, Ausgeglichenheit, Kraft und positive Energie. ta. Al Tazkiah del pensiero, il metodo con il quale l'uomo indaga raDiese leiten den Glaubenden mit Nachdruck an und führen ihn zur Gezionalmente i fatti alla ricerca della verità imparando a gestire il quowissheit der richtigen Wahl. Al Tazkiah des Gedankens ist die Methode, tidiano, offre un'ampia capacità di vedere con chiarezza l'armoniomit der der Mensch auf der Suche nach der Wahrheit rational die Fakso progetto divino nello svolgersi degli accadimenti che si manifestano
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ten untersucht und lernt, seinen Alltag zu meistern. Diese Methode bietet die weitreichende Fähigkeit, in der von uns wahrnehmbaren Welt, den harmonischen Plan Gottes im Ablauf der Ereignisse zu erkennen. Al Tazkiah der Handlungen ist die Folge richtiger Gedanken und einer korrekten Wahrnehmung des göttlichen Plans. Die daraus resultierende Redlichkeit führt ohne Ungewissheiten in die von Allah vorgegebene Richtung, deren Ziel das Wohl des Individuums und der Gesellschaft ist. All das führt zu einer aktiven Beteiligung an der menschlichen Gemeinschaft. Gemeinsame Ziele werden durch die Überwindung von Einschränkungen und Vorurteilen erreicht. Die augenfälligsten Auswirkungen sind soziale Solidarität, Verständnis und Frieden. Das sind Resultate, die weder der Materialismus noch der Fundamentalismus möglich machen, zwei verhängnisvolle Exzesse, die eine Plage für die Menschheit darstellen. Mohamed Amin Al Ahdab Präsident der islamischen Gemeinschaft in Venedig Übersetzung: Kerstin Gros
nel mondo sensibile. Al Tazkiah delle azioni è il risultato di un corretto pensiero e di una giusta percezione del progetto Divino. L’effetto è un retto comportamento che, senza incertezze, conduce nella direzione voluta da Allah, il cui fine è il bene dell'individuo e della società. La sintesi di tutto ciò conduce ad essere attivamente partecipi del consorzio umano per il raggiungimento di obiettivi comuni, superando tutte le limitazioni e i preconcetti. Gli effetti più evidenti sono la solidarietà sociale, la comprensione e la pace. Risultati che non possono essere raggiunti dal materialismo e dal fondamentalismo, entrambi eccessi intransigenti che affliggono il nostro pianeta.
Yesod, die Glaubensgrundlage
Yesod, fondamento della fede
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ie Analyse des Themas „Der jüdische Glaube in Bezug auf Säkularisierung und Fundamentalismus der heutigen Zeit“ ist nicht nur vom theoretischen Ansatz her äußerst komplex sondern, auch was die Geschichtsschreibung betrifft, sehr riskant. Die Beantwortung der einfachen, aber in diesem Zusammenhang grundlegenden Frage nach der Beschaffenheit des religiösen Fundamentalismus und seiner Einstellung zum jüdischen Glauben könnte uns, zum Beispiel, zu dem dramatisch verworrenen Konflikt zwischen Israel und Palästina führen. Eine Hass- und Gewaltspirale, bei der der religiöse Extremismus eine erhebliche Rolle spielt. Unsere Überlegung setzt beim venezianischen Ghetto an, dem ersten abgesonderten jüdischen Wohnviertel der Welt, das am 29. März 1516 von der Republik Venedig eingerichtet wurde. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass dieser Tag mit dem Passahfest zusammenfiel. Die Ghettos sollten eine klare räumliche Trennung zwischen den Juden und der christlichen Mehrheit schaffen. Offiziell kam Venedig damit den Vorgaben der Römischen Kirche nach. Paradoxerweise wurde so aber auch ein lebenswichtiges Bedürfnis der Stadt Venedig erfüllt: Die venezianische Republik konnte sich eine von der Tradition her fremde Gemeinschaft einverleiben, die schon jahrzehntelang in der Stadt ansässig war, und die von großer Wichtigkeit für den Handel und die Diplomatie der Stadt war. Das Ghetto war für die Juden immer mit restriktiven Einschränkungen und sehr schlechten Lebensbedingungen (besonders im 1555 eingerichteten Römischen Ghetto) verbunden. Es stellte die sicht-
Mohamed Amin Al Ahdab Presidente della Comunità islamica di Venezia
analisi del tema della fede ebraica in relazione ai temi della secolarizzazione e del fondamentalismo attuale si delinea come percorso da un punto di vista teorico tanto complesso quanto storiograficamente rischioso. Rispondere al semplice ma in questa sede fondamentale quesito circa la natura del fondamentalismo religioso e come questo si ponga in relazione alla fede ebraica ci potrebbe condurre, ad esempio, nell’incredibilmente e drammatico intreccio del conflitto israelo-palestinese, una spirale di violenza e odio in cui l’estremismo religioso gioca un ruolo assolutamente non marginale. La nostra riflessione vuole muovere invece dal ghetto di Venezia, il primo luogo di residenza ebraica coatta al mondo, istituito per volere della Serenissima Repubblica di Venezia il 29 marzo del 1516, data che quell’anno coincideva – ironia della sorte – con il primo giorno del Pesach. La creazione del ghetto assolveva a diverse funzioni: in primis, quella ufficiale, di porre una netta separazione tra ebrei e maggioranza cristiana, in tal modo allineandosi ai dettami della chiesa di Roma; in secondo luogo, paradossalmente, alla necessità – vitale per Venezia – di incorporare al proprio interno una comunità tradizionalmente allotria ma già da decenni di stanza a Venezia, cruciale per la sua vita diplomatica e commerciale. Per gli ebrei il ghetto significò certamente limitazioni sempre più restrittive e condizioni di vita pessime (specialmente nel ghetto di Roma, istituito nel 1555), il confine tangibile, materiale tra mondo ebraico e mondo dei gentili, in qualche modo anche il limitare tra spazio sacro e spazio della profanità. Con l’erezione dei
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bare, materielle Grenze zwischen der Welt der Juden und der der Heighetti gli ebrei italiani e poi europei vennero esclusi dalla vita del “seden, und in gewisser Weise auch eine Abgrenzung des Heiligen vom colo”, la loro storia - pur se nella sostanza sempre intrecciata e dettaProfanen dar. ta dagli eventi che scuotevano corti e stati – fu destinata a svilupparMit der Einrichtung der Ghettos wurden die italienischen und später si per categorie proprie, in base a periodizzazioni che solo in parte cordie europäischen Juden aus dem Leben des „Jahrhunderts“ ausgerispondono a quelle della storiografia ufficiale (motivo per cui il coschlossen. Ihre Geschichte, die zwar stets mit den Ereignisse des höfisiddetto “medioevo ebraico” si estende dal primo medioevo per giunschen Lebens und der Staaten eng verflochten war, basiert auf nur zum gere fino alla fine del ‘700). L’abolizione delle restrizioni, la fine del ghetTeil der offiziellen Geschichtsschreibung entsprechenden Periodisieto e di tutto il suo immenso patrimonio di usi e costumi culturali, linrungen (aus diesem Grund reicht das sogenannte „jüdische Mittelalter“ guistici, artistici e nondimeno familiari comportò la necessità di rivom Frühmittelalter bis Ende des 17. Jh.). Die Abschaffung der Einpensare il complesso della tradizione ebraica, in special modo il rapschränkungen, das Ende des Ghettos und seines riesigen Schatzes an porto tra sfera del sacro e profanità, tra necessità/volontà di preservare kulturellen, sprachlichen, künstlerischen und familiären Sitten und Bräui costumi aviti e la domanda – irreversibile – di entrare nel mondo magchen erforderte ein Überdenken der jüdischen Traditionen. Insbesongioritario. La risposta ebraica a tale sfida fu variegata: se da una pardere die Beziehung zwischen Heiligem und Profanem, zwite vi fu chi si “arrese” completamente alla modernità e al Piergabriele Mancuso schen Notwendigkeit/Wille, die überlieferten Bräuche zu mondo secolare tanto da identificarsi con esso in tutto e bewahren, und das - nicht rückgängig zu machende - Geper tutto, dall’altra vi fu chi cercò di trovare un punto di such, Teil der Welt der Mehrheit zu werden. Von Seiten der mediazione, come chi, infine ma nondimeno, non volle riJuden gab es eine vielfältige Reaktion auf diese Herausnunciare nemmeno ad uno “iota” di ciò che aveva inforforderung: Auf der einen Seite waren da die, die voll und mato la vita ebraica fino a quel momento, guardando a ganz vor der Modernität und der säkularen Welt „kapiquel tempo, inclusi i suoi caratteri accidentali, quale patulierten“ und sich gänzlich mit ihr identifizierten, und auf radigma unico di vita futura. der anderen jene, die nach einem Mittelweg suchten. AnFatte le debite distinzioni, ciò che dà ragione delle tendere wiederum waren nicht bereit, auch nur auf ein „Jota“ sioni attualmente in essere interne al mondo ebraico, invon dem zu verzichten, was bis zu diesem Zeitpunkt das cluse le sue divisioni, penso possa essere ricondotto aljüdische Leben ausgemacht hatte. Für sie war diese Zeit, meno in parte a quei momenti, drammatici quanto cruauch mit ihren unwesentlichen Charakterzügen, das ciali, che caratterizzarono la fine della secolare era dei einzig mögliche Paradigma für ein zukünftiges Leben. ghetti. La ricerca - dettata forse da una comprensibile paura da parDie Ursachen für die aktuellen Spannungen innerhalb der jüdischen Welt, te di una minoranza sempre più numericamente debole – di trovaeinschließlich ihrer Spaltungen, können zumindest teilweise auf diese re lo yesod (il fondamento) della fede ebraica è una tensione che pedramatische und entscheidende Zeit zurückgeführt werden, die die jahrriodicamente interessa il mondo ebraico (tutto, anche quello che si hundertelange Ära der Ghettos prägte. Die Suche (vermutlich bedingt autodefinisce progressista e senza timore del domani), ma che di rado durch die nachvollziehbare Angst einer zahlenmäßig ständig schrumptocca le derive di un vero e proprio fondamentalismo religioso. Anefenden Minderheit) nach dem Yesod (der Grundlage) des jüdischen Glaulare allo yesod significa dare ragione sia della propria identità che delbens ist eine Spannung, die die jüdische Welt (auch der Teil, der sich als l’altrui diversità, un rapporto in realtà dialettico che nulla ha a che progressiv und ohne Angst vor der Zukunft definiert) von Zeit zu Zeit spartire con il fondamentalismo, i suoi orrori fisici e morali e soerlebt. Selten aber führt dies zu einem religiösen Fundamentalismus. prattutto la sua intrinseca volontà di uniformazione. Das Streben nach dem Yesod heißt, sowohl über die eigene Identität als über die Verschiedenheit des Anderen Rechenschaft abzulegen. Eine diaPiergabriele Mancuso lektische Beziehung, die nichts mit dem Fundamentalismus, seinen reaDirettore del Centro Veneziano di Studi Ebraici Internazionali len und moralischen Gräueltaten und vor allem mit dem ihm innewohnenden Willen zur Uniformierung zu tun hat. Piergabriele Mancuso Leiter des Zentrums für Internationale Judaistik in Venedig Übersetzung: Kerstin Gros
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Glaube | Fede
Wörtlichkeit und Dogmatismus
Letteralismo e dogmatismo
„D
ta scritto nella Bibbia!” Quante volte ci è capitato di sentire questa frase durante un dibattito o una discussione. Questa esclamazione dovrebbe tagliare la testa al toro, chiudere la conversazione una volta per tutte perché è chiaro che per un cristiano, per giunta evangelico, ciò che dice la Bibbia ha valore normativo. Eppure, pronunciata in questo modo, la frase suona un po' come i famosi “ipse dixit” o “Roma locuta...” che ci ricordano i banchi di scuola. Sì, è vero: in genere, tutti i cristiani concordano sul fatto che la Bibbia contenga la parola di Dio. Il problema, mi raccontava un amico anglicano, è quando apriamo il libro e cerchiamo di conoscerla veramente, questa famosa Parola. Perché è qui che cominciano le divergenze. La Bibbia è un'opera complessa, una raccolta di tanti scritti provenienti da fonti molteplici, periodi lontani anche secoli, scritti in situazioni storiche, politiche, sociali ed anche 'religiose' diverse. Un'opera che ha subito continue redazioni, revisioni, adattamenti. Per quanto molte cose siano facilmente comprensibili, essa non è scritta direttamente dal dito di Dio, ma mediata dalla cultura umana e non è sempre così accessibile. Questa era l'illusione di molti teologi del passato, inclusi i riformatori (si pensi allo stesso Lutero che, inizialmente, pensava fosse sufficiente poter leggere il testo biblico per poterne capire il significato in modo immediato). In realtà, se analizziamo come essa sia stata letta ed interpretata nelle varie epoche, riscontriamo una grande diversità di vedute. Ogni epoca (ed ogni civiltà) rilegge gli stessi testi in modo diverso e ciò che viene percepito ed inteso come normativo ed accettato oggi, non lo è più domani. Affidarsi solo al buon senso, a quello che il testo sembra dire
as steht in der Bibel!” Wie oft haben wir diesen Satz in einer Debatte oder Diskussion schon gehört. Damit wollen wir kurzen Prozess machen und die Diskussion ein für alle Mal beenden. Denn niemand kann bestreiten, dass das, was in der Bibel steht, für Christen, noch dazu evangelische Christen, maßgeblich ist. So in einer Diskussion eingebracht, klingt dieser Satz allerdings ein wenig wie die wohlbekannten Redewendungen “ipse dixit” oder “Roma locuta...”, die wir noch aus der Schule kennen. Ja, es stimmt schon: Generell sind sich die Christinnen und Christen einig darüber, dass die Bibel Gottes Wort enthält. Aber wie ein anglikanischer Bekannter einmal sagte, wird es problematisch, wenn wir die Bibel aufschlagen und uns wirklich mit Gottes Wort vertraut machen wollen. Denn genau an diesem Punkt gehen die Meinungen auseinander. Die Bibel ist ein komplexes Werk, eine Sammlung zahlreicher Schriften aus verschiedenen Quellen, die oft Jahrhunderte auseinanderliegen und die in unterschiedlichen historischen, politischen, sozialen und auch ‚religiösen‘ Situationen entstanden sind. Ein Schriftwerk, das beständig verfasst, be- und überarbeitet wurde. Sicher ist vieles in der Bibel leicht verständlich, aber dennoch wurde sie nicht direkt von Gottes Hand geschrieben, sondern von der menschlichen Kultur vermittelt, und ist daher nicht leicht verständlich. In der Vergangenheit war genau das die Illusion vieler Theologen, einschließlich der Reformatoren (Luther selbst war anfänglich davon überzeugt, dass es ausreiche, die Bibel lesen zu können, um unmittelbar Zugang zu ihrem Inhalt zu erhalten). Wenn man sich genauer anschaut, wie unterschiedlich die Bibel von
“S
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Zeitalter zu Zeitalter gelesen und ausgelegt wurde, stößt man in Wirklichkeit auf unterschiedliche Auffassungen. In jeder Epoche (und in jeder Kultur) wird ein und derselbe Text anders gelesen und verstanden. Was heute als maßgebend empfunden und gedeutet wird, ist es morgen nicht mehr. Und sich allein auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen, auf das, was der Text mir, Mensch einer bestimmten Epoche, zu sagen scheint, kann zwar eine gewisse Logik enthalten, ist aber nicht immer die optimale Methode, sich mit der Bibel vertraut zu machen. Selbst Calvin hatte Schwierigkeiten damit: Wie ist es möglich, dass einige von uns auf die uns offenbarten Glaubenswahrheiten mit einem klaren Ja und andere mit einem klaren Nein antworten? Als er auf diese Frage eine Antwort finden wollte, kam er zum Schluss, dass es nicht vom Menschen abhing, sondern von der unergründlichen Entscheidung Gottes, mit der er den Einen den Glauben und den Anderen den Unglauben gewährt. Was für die Ersten das Heil und für die Letzten die Verdammnis bedeutet. Eine rein wörtliche Auslegung der Bibel erscheint daher nicht gerechtfertigt. Ein guter Ansatz ist hingegen eine in ihrem historischen, kulturellen und religiösen Kontext gebettete Textdeutung. Dabei sollte eine aufmerksam-kritische Einstellung eingenommen werden, die sich nicht allein auf den gesunden Menschenverstand und die Eingebung stützt, sondern auf die Methoden der modernen Geschichts-, philologischen, anthropologischen und kulturellen Forschung. Im Rahmen des Möglichen sollte die Auslegung der Bibelstellen der Bedeutung entsprechen, diejenigen zum Ausdruck bringen wollten, die sie verfassten, überarbeiteten oder aussuchten. Bei der Bibellektüre stützen wir Christinnen und Christen uns heute auf das Heilswerk Jesu (über das wir in der Bibel erfahren). So finden wir in der Bibel die Stellen, die Gottes Botschaft am besten wiedergeben: Niemand hat Gott jemals gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt. Mit diesem Ansatz (der aber Hand in Hand mit der Anwendung der historischkritischen Methodik gehen muss) vermeiden wir den Dogmatismus und die Bibel als Pflichtlektüre, und legen den Fokus nicht auf das Gesetz, sondern lesen die Bibel mit dem Geist der Barmherzigkeit, der Vergebung, der Aufnahme und der Offenheit. Ja, der Satz „Das steht in der Bibel“ stimmt zwar, aber wenn wir die Bibel nicht mit den Augen des Herzens lesen, laufen wir Gefahr, vom Weg abzukommen und an festgefahrenen, legalistischen Meinungen festzuhalten, die nicht viel mit der Botschaft des Evangeliums zu tun haben. Roberto Tresoldi Übersetzung: Kerstin Gros
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a me, uomo di una determinata epoca, può avere una sua logica, ma non è sempre il metodo migliore per avvicinarsi alla Bibbia. Lo stesso Calvino si trovava in difficoltà: come è possibile che, di fronte alle verità di fede rivelateci, alcuni rispondono con una chiara accettazione, con una risposta di fede, mentre altri rispondono con un netto rifiuto? Tentando di rispondere a questa domanda arrivò alla conclusione che la cosa non dipendeva dall'uomo, ma dalla scelta imperscrutabile di Dio, che concedeva agli uni la fede, agli altri l'incredulità, con la conseguente salvezza o dannazione. Appare quindi ingiustificato l'approccio alla lettura ed interpretazione del testo biblico puramente letterale e una buona strada risulta, invece, quella che cerca di interpretare il testo inserendolo nel suo contesto storico, culturale, religioso, assumendo un atteggiamento critico attento che non si basa soltanto sul buonsenso e l'ispirazione, ma sulle discipline messe a punto dalla moderna ricerca storica, filologica, antropologico-culturale. Far dire ai testi ciò che essi significavano per chi li aveva scritti, redatti, scelti ed inseriti nelle raccolte dove trovavano posto – nei limiti del possibile. Noi cristiani rileggiamo oggi il testo biblico basandoci sull'opera salvifica di Gesù (che, ricordo, ci viene fatta conoscere anch'essa dal testo biblico) e questo ci consente di trovare in esso quegli elementi che meglio riflettono il messaggio di Dio: Dio nessuno lo ha visto mai. Proprio il Figlio unigenito, che è nel seno del Padre, ce lo ha rivelato. Questo approccio (che deve andare, però, di pari passo con l'utilizzo del metodo storico-critico) ci consente di evitare il dogmatismo, la schiavitù della lettera e di leggere la Bibbia non solo con gli occhi della Legge, ma soprattutto con spirito di misericordia, perdono, accettazione, apertura. Sì, “sta scritto nella Bibbia”, è vero, ma ciò che sta scritto, se non è letto con gli occhi del cuore, alla luce del Vangelo, rischia di farci uscire di strada e di farci assumere posizioni rigide, legaliste, lontane dal messaggio evangelico. Roberto Tresoldi
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Aus den Gemeinden | Dalle comunità
VON DEN KONFIRMANDEN DER GEMEINDE NEAPEL An Gott glauben, Gott vertrauen, ein Ideal haben.
Le risposte dei ragazzi
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Gott vertrauen, ohne ihn je gesehen oder berührt zu haben. ❋❋❋
Aber Glaube ist nicht allein Vertrauen. Es ist mehr als das. Es beinhaltet eine bestimmte Lebensweise, seine eigenen Sünden erkennen, wissen, was nach dem Tod kommt… ❋❋❋
Die Anschläge in Paris wurden von jungen Europäern arabischer Herkunft organisiert, die in den Vorstädten von Großstädten leben, nicht integriert, sondern ausgeschlossen und deswegen depressiv sind. ❋❋❋
ABBIAMO RIVOLTO AD ALCUNI RAGAZZI E RAGAZZE DI UNA SCUOLA DI VARESE E DELLA COMUNITÀ DI NAPOLI DUE “SEMPLICI” DOMANDE: COS’È PER TE LA FEDE? E COSA PENSI DEI RAGAZZI CHE SI RENDONO PROTAGONISTI DI AZIONI ESTREMISTICHE IN NOME DELLA FEDE? VI PROPONIAMO ALCUNE DELLE LORO RISPOSTE, SENZA FILTRI DELLA REDAZIONE, PERCHÉ SIANO DIRETTE COSÌ COME SONO I GIOVANI.
Die Auslegung des Korans ist heute schwierig. Er wurde im Mittelalter geschrieben, in einem ganz anderen Zeitalter als das heutige. Der Koran passt nicht in die moderne Gesellschaft und deshalb sollten die Suren nicht wörtlich genommen werden. ❋❋❋
Diese jungen Menschen werden zu Extremisten, sie lassen sich in Terroranschläge verwickeln, auch um zu zeigen, dass es sie gibt!
DAI CONFERMANDI DELLA COMUNITÀ DI NAPOLI Credere in Dio, fidarsi di Dio, per avere un ideale da seguire.
Die Antworten der Jugendlichen WIR HABEN EINIGEN JUGENDLICHEN AUS SCHULEN IN VARESE UND NEAPEL ZWEI „EINFACHE“ FRAGEN GESTELLT: WAS IST GLAUBE FÜR DICH? UND WAS DENKST DU ÜBER JUGENDLICHE, DIE IM NAMEN DES GLAUBENS SICH AN EXTREMISTISCHEN AKTIONEN BETEILIGEN? HIER IHRE UNGEFILTERTEN ANTWORTEN, DIE SO DIREKT WIE DIE JUGENDLICHEN SELBST SIND.
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Fidarsi di Dio senza averlo mai visto o toccato. ❋❋❋
La fede non è solo fidarsi! È di più! Comporta un determinato modo di vivere, riconoscere i propri peccati, sapere che cosa succede dopo la morte… ❋❋❋
Gli attentati a Parigi sono stati organizzati da giovani europei di origine araba, loro vivono nelle periferie delle grandi città, non sono integrati, sono emarginati e per questo depressi. ❋❋❋
Oggi l’interpretazione del Corano è difficile. È stato scritto nel medioevo, in un tempo completamente diverso da quello di oggi. Non si adatta alla civiltà di oggi e per questo non si dovrebbero prendere delle sure violente alla parola. ❋❋❋
Diventano estremisti e si fanno coinvolgere in azioni terroristiche anche per far capire che ci sono!
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DALLA SCUOLA EUROPEA DI VARESE AUS DER EUROPASCHULE VARESE Religion und Glaube bedeutet, dass man ab und zu in sich rein geht und nachdenkt, wenn etwas schief geht oder wenn gerade nicht alles so läuft ...Für mich ist Glaube auch, dass man nach dem Tod in den Himmel kommt. Das ist wichtig, denn so weiß ich, dass ich zu meinen verstorbenen Verwandten sprechen kann. Andere umzubringen, das hat für mich nichts mit Religion zu tun. Das ist einfach dumm ... ❋❋❋
Diese Jugendlichen wurden so erzogen und durch ihr Umfeld immer weiter in diesen Glauben hineingezogen. Sie selbst können nichts dafür. Denn sie können sich nicht vorstellen, dass etwas anderes als ihr Glaube von Bedeutung ist, da es ihnen so beigebracht wurde. Sie haben vielleicht auch keine großen Perspektiven für die Zukunft. ❋❋❋
Ich glaube, dass jeder seine eigene Art von Religion bzw. Glauben hat. Einige Leute finden Gott mehr in der Kirche, während des Gottesdienstes. Andere finden ihn in der Natur und in gewissen Situationen. Ich neige eher zur zweiten Version, wobei ich auch ab und zu in die Kirche gehe. Glaube ist für jeden individuell, selbst wenn der Glaube der Extremisten bloß Schein ist. ❋❋❋
Die meisten dieser Jugendlichen wurden von klein auf einer Gehirnwäsche unterzogen. Sie wissen zwar, was sie tun, aber sie wollen sich selbst und andere opfern, da ihnen das Paradies versprochen wurde ... Im Prinzip können sie einem nur leid tun, dennoch sind die Handlungen dieser Jugendlichen falsch. ❋❋❋
Ich denke, dass solche Jugendlichen den Verstand verloren haben und nichts mehr von ihrem Leben verstehen. Sie zerstören ihr Leben, indem sie andere vernichten. Sie glauben zwar, aber akzeptieren die anderen nicht. ❋❋❋
Man sollte seinen eigenen Glauben praktizieren, aber andere damit nicht gefährden. Anschläge wie die in Paris dürfen nicht wieder vorkommen. Viele dieser Jugendlichen wissen nicht, worauf sie sich eingelassen haben. Sie wollten zum Teil Lücken in ihrem Leben füllen. ❋❋❋
Ich glaube, dass die Drahtzieher dieser Anschläge den Glauben als Vorwand nutzen, um selber reich und mächtig zu werden. Gerade Jugendliche lassen sich durch so etwas sehr beeindrucken, da sie sich selbst noch finden müssen. Es wäre wichtig, ihnen eine Perspektive zu bieten ...
La religione e la fede significano che a volte si scava in se stessi e si riflette, quando qualcosa va storto o quando non tutto va come dovrebbe... Per me la fede è legata anche al fatto che dopo la morte si va in cielo. Questo è importante, perché così so che posso parlare con i miei parenti morti. Uccidere altre persone per me non ha niente a che fare con la religione. È semplicemente stupido ... ❋❋❋
Questi giovani son stati educati in questo modo e sono stati coinvolti sempre di più in questa fede dal loro ambiente. Loro stessi non possono farci niente. Perché al di fuori della loro fede non riescono a immaginarsi nient’altro di importante, dato che è stato loro insegnato così. Forse non hanno nemmeno grandi prospettive per il futuro. ❋❋❋
Penso che ognuno abbia il suo tipo di religione e di fede. Alcuni trovano Dio in chiesa, durante il culto. Altri lo trovano nella natura e in determinate situazioni. Io appartengo piuttosto ai secondi, anche se frequento la chiesa di tanto in tanto. La fede è individuale per tutti, anche se la fede degli estremisti è solo apparenza. ❋❋❋
La maggior parte di questi giovani sono stati sottoposti a un lavaggio del cervello fin da piccoli. Sanno quello che fanno ma vogliono sacrificare se stessi e altri, dato che è stato loro promesso il paradiso... In principio possono solo fare pena, tuttavia le azioni di questi giovani sono sbagliate. ❋❋❋
Penso che questi giovani abbiano perso la ragione e non capiscano più niente della loro vita. Distruggono la loro vita distruggendo quella degli altri. Credono, ma non accettano gli altri. ❋❋❋
Bisognerebbe praticare la propria fede senza danneggiare gli altri. Gli attentati come quelli di Parigi non devono più accadere. Molti di questi giovani non sanno in cosa si sono invischiati. Volevano in parte colmare dei vuoti nella loro vita. ❋❋❋
Penso che i mandanti di questi attentati usino la fede come pretesto, per diventare loro stessi ricchi e potenti. Proprio i giovani si fanno influenzare tanto da questo perché devono ancora trovarsi. Sarebbe importante offrire loro una prospettiva ...
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Meiner Meinung nach gehört es zum Glauben dazu, wenn man sich auch in einer Kirchengemeinde engagiert und zum Gottesdienst geht. Doch ich muss sagen, dass ich selten in die Kirche gehe und der Glaube nicht mehr so wichtig ist.
A mio avviso fa parte della fede anche il fatto di impegnarsi in una comunità ecclesiastica e di partecipare ai culti. Tuttavia devo dire che vado raramente in chiesa e che la fede non è più molto importante per me.
Für mich ist das, was diese Jugendlichen tun, keine Religion mehr, sondern eine Organisation, die mit Religion versucht, Jugendliche auf extreme Weise auf diese Gedanken zu bringen.
Per me quello che fanno questi giovani non è più una religione, bensì un’organizzazione che attraverso la religione cerca di indurre i giovani a pensare in maniera così estrema.
Glaube spielt in meinem Leben keine große Rolle, weil meine Familie ungläubig ist. Deswegen habe ich damit wenig zu tun. Meine Familie feiert Weihnachten, aber nicht sehr religiös. Ich glaube nicht, weil ich so aufgewachsen bin. Ich glaube an die Wissenschaft und dass alles einen Sinn ergibt. Es spielt für mich schon eine Rolle, ob man über den Sinn des Lebens nachdenkt.
La fede non riveste un ruolo importante nella mia vita, dato che la mia famiglia è atea. Per questo ci ho poco a che fare. La mia famiglia celebra il Natale, ma non in maniera molto religiosa. Io non credo, perché sono stato educato così. Credo alla scienza e che tutto abbia un senso. Tuttavia per me è importante riflettere sul senso della vita.
Glaube ist für mich Halt und Hoffnung. Er gibt Kraft, wenn es einem, mal nicht so gut geht. Ich bin nicht unbedingt jemand, der jeden Sonntag in die Kirche geht, aber an den großen Feiertagen gehört es für mich dazu. Im Alltag habe ich meist andere Prioritäten ...
La fede per me è sostegno e speranza. Ci dà forza quando non stiamo molto bene. Non sono proprio una persona che va in chiesa ogni domenica, ma nelle feste comandate secondo me bisogna farlo. Nella vita quotidiana ho per lo più altre priorità ...
Vielleicht haben diese Jugendlichen Pech in der Liebe gehabt oder ihre Väter bzw. Mütter haben sie mit Schlägen aufgezogen.
Forse questi giovani hanno avuto sfortuna in amore o i loro genitori li hanno tirati su picchiandoli.
Ich verstehe es nicht, warum sich Jugendliche in die Luft sprengen wollen. Zwar will jeder mal groß rauskommen, doch sollte man dann einen anderen Weg einschlagen.
Non capisco perché questi giovani vogliano farsi saltare in aria. Tutti vorrebbero essere popolari per una volta, ma allora si dovrebbe imboccare un’altra strada.
Diese Jugendlichen sind gewalttätig und wollen nur Macht und Geld.
Questi giovani sono violenti e vogliono soltanto il potere e i soldi.
Es ist sehr spannend mehr über Gott zu erfahren, weshalb ich es in der Schule als Fach gewählt habe. Ich mag es gerne, in eine Kirche zu gehen ...
È molto intrigante sapere di più su Dio, per questo ho scelto la religione come materia a scuola. Mi piace molto andare in chiesa ...
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Religion spielt in meinem Leben keine große Rolle, ich feiere zwar religiöse Feste, gehe aber nicht zu jedem in die Kirche. Ich glaube schon an Gott, aber bete jetzt nicht so zu ihm. ❋❋❋
Ich kann es nicht verstehen, dass Leute fanatisch religiös sind, denn meiner Meinung nach haben sie keinen Grund, die Freiheit anderer einzuschränken.
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La religione non ha un ruolo molto importante nella mia vita, celebro le feste religiose, ma non vado in chiesa ogni volta. Credo in Dio, ma non lo prego. ❋❋❋
Non riesco a capire le persone che sono dei fanatici religiosi perché a mio parere non hanno nessun diritto di limitare la libertà degli altri.
Traduzione: MariaClara Palazzini Finetti Übersetzung: Kerstin Gros
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Ein Gespräch mit Domenico Bellantoni
Intervista a Domenico Bellantoni
Glaube und Extremismus in der modernen Gesellschaft
Fede ed estremismi nella società moderna
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sicologo e psicoterapeuta ad orientamento analitico-esistenziale frankliano, Domenico Bellantoni è docente all’Università Salesiana e a “La Sapienza” di Roma. La sua attività l’ha portato a confrontarsi spesso con il tema del rapporto fra secolarizzazione e fondamentalismi. “Credo che da parte di una cultura secolarizzata ci sia un atteggiamento di sospetto nei confronti del credere in generale”, dice il Professore, spiegando che è come se la dimensione religiosa, soprattutto quella legata alle confessioni tradizionali, alle chiese, ai movimenti religiosi più importanti, avesse necessariamente a che fare con gli aspetti più negativi e deleteri di un certo conservatorismo. E quindi con qualcosa di vecchio. “Con questo iniziale pregiudizio, nel momento in cui ci sono delle esperienze relative, ad esempio, ad attentati terroristici che sembrano avere matrice religiosa, la cultura secolarizzata coglie l’occasione per attaccare tutta l’esperienza religiosa identificata come qualcosa che crea problema” sottolinea. Il Prof. Bellantoni collega lo scetticismo verso le religioni anche al ruolo quasi “sacro” del mercato: “Recentemente, Gino Strada, fondatore di Emergency, ha evidenziato come 40 persone (non società, ma persone fisiche) posseggano il 40% della ricchezza del pianeta. Ciò vuol dire necessariamente che ci sono dei centri di potere che, per quello che si vede, hanno sposato una cultura di tipo consumista. L’economia del mondo, sempre più in questa globalizzazione, va nella direzione di un mercato comune e libero, spesso senza regole, dove il consumo sembra essere l’obiettivo di ogni azione. Nei mass media ormai quello che conta è solo la capacità di fare audience sempre più ampie, da raggiungere con le propagande pubblicitarie”. In un mondo di questo tipo, probabilmente si desidera che le persone non abbiano valori forti ai quali appigliarsi per resistere alle proposte della moda... “Certo. E aggiungo che quanto più le persone sono slegate le une dalle altre − e questo è l’individualismo − e quanto meno sono legate a valori forti − che è proprio del relativismo − tanto più esse non hanno motivo per resistere, opporsi o essere critiche verso proposte economiche. Se io lancio l’iPhone 6 devo fare in modo che le persone non si chiedano criticamente perché cambiare un iPhone 5 che ancora funziona.”
omenico Bellantoni arbeitet als Psychologe und Psychotherapeut existenziell-analytisch nach Frankl - und lehrt sowohl an der Salesiana Universität als auch an der Universität “La Sapienza” in Rom. Auch beruflich befasst er sich häufig mit der Beziehung von Säkularisierung und Fundamentalismus. “Ich denke, dass es in einer säkularisierten Kultur eine Verdachtshaltung gegenüber dem Glauben im Allgemeinen gibt“, meint Professor Bellantoni. „Als habe die religiöse Dimension, vor allem in Verbindung mit den traditionellen Konfessionen, den Kirchen und den größeren religiösen Bewegungen, unweigerlich etwas mit den negativen und schädlichen Aspekten eines gewissen Konservatismus zu tun. Also mit etwas Altem. Mit dieser von Vorurteilen geprägten Einstellung ergreift die säkularisierte Kultur bei Ereignissen wie Terroranschlägen, die einen religiösen Hintergrund zu haben scheinen, die Gelegenheit, die gesamte religiöse Erfahrung anzugreifen und sie als etwas zu verstehen, was Probleme verursacht, “ betont er. Für Professor Bellantoni ist die skeptische Haltung gegenüber Religionen auch mit der fast „heiligen“ Rolle des Marktes in Verbindung zu bringen. „Vor kurzem wurde von Gino Strada, dem Gründer von Emergency, darauf hingewiesen, dass 40 Privatpersonen (also keine Konzerne) 40% des weltweiten Vermögens besitzen. Das bedeutet, dass es Machtzentren gibt, die – soweit erkennbar – eine konsumorientierte Kultur vertreten. In Zeiten der Globalisierung geht die Entwicklung der Weltwirtschaft immer mehr in Richtung eines freien und gemeinsamen Marktes. Und dort, wo der Konsum das Ziel alles Handelns zu sein scheint, fehlen häufig die Regeln. Für die Massenmedien zählt nur noch die Fähigkeit immer größere Einschaltquoten zu generieren, damit die Werbekampagnen ihre Zielgruppen optimal erreichen können.“ In einer solchen Welt wird es nicht gerne gesehen, wenn Menschen sich an starken Werten orientieren und so den Modetendenzen widerstehen… “Sicher. Und ich glaube auch, dass je unverbindlicher die zwischenmenschlichen Beziehungen sind (Individualismus) und je weniger sie sich an starken Werten orientieren (Relativismus), desto weniger sind sie motiviert, sich wirtschaftlichen Angeboten zu verweigern, ihnen Widerstand zu leisten oder sie kritisch zu hinterfragen. Wenn ich ein iPho-
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Zum Nachdenken | Per riflettere
ne 6 auf den Markt bringe, muss ich als Unternehmen dafür sorgen, dass die Menschen sich nicht etwa fragen, warum sie überhaupt ein tadellos funktionierendes iPhone 5 mit einem neuen Modell ersetzen sollten.“ Heißt das, dass Säkularisierung und Konsumgesellschaft in einem Zusammenhang stehen? „Das ist eine mögliche Lesart“, bestätigt Prof. Bellantoni und weist darauf hin, dass es absurd ist, die Lebensqualität am BIP (Bruttoinlandsprodukt) zu messen. „Das ist, als würde man sagen, je mehr eine Bevölkerung konsumiert, umso besser geht es ihr. In Wirklichkeit weisen die reichsten Gesellschaften fast nie auch den höchsten persönlichen Wohlstandsindex auf. Im Gegenteil, die Unzufriedenheit ist in den westlichen Ländern größer als in den Entwicklungsländern.“ Unser Gesprächspartner schildert uns die Auswirkungen dieser Zusammenhänge auf die Lebensqualität und zitiert Viktor Frankl, den 1977 verstorbenen Wiener Psychiater und Gründer der Existenzanalyse, der mit Nietzsche zu sagen pflegte: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ „In der Überflussgesellschaft“, sagte Frankl, “ist für viele die Existenz gesichert, aber sie wissen nicht mehr, wofür sie leben sollen. Und daher konsumieren sie lieber Emotionen und leben die Gefühle des Moments, anstatt in starke Werte zu investieren und sich an ihnen zu orientieren.“ Anhand eines weiteren Beispiels erläutert Prof. Bellantoni: „Wenn diese Uhr, die ich am Handgelenk trage, mir von meinem Vater geschenkt wurde, besitzt sie für mich einen Gefühlswert. Wenn ich aber, wie Baumann sagt, tiefverankerte Gefühle durch kurzlebige Emotionen ersetze, werfe ich diese Uhr weg und kaufe mir eine neue. Denn alles, was neu ist, wird als aufregend erlebt, als Auslöser von Emotionen. Dasselbe passiert auch bei Beziehungen: Anstatt in langfristige Beziehungen mit einem Mann oder einer Frau zu investieren, sind viele auf der Suche nach kurzen Begegnungen, von denen sie sich Emotionen und Erregung versprechen.“ Eine “Suche” also, die durch einen Mangel an religiösem Empfinden bedingt ist… „Einige Theologen haben darauf hingewiesen, dass dort, wo das Ich an Bedeutung zunimmt, Gott an Bedeutung abnimmt. In der heutigen Zeit ist das uns so wichtige ‚Ich‘ zu einem überstarken ‚Ich‘ geworden, wobei die anderen lediglich mir zur Verfügung stehende Mittel sind. Und daher betont Frankl, dass das Ziel eines Menschen nicht die Selbstverwirklichung, sondern die Selbsttranszendenz ist. Diese transzendente Dimension ist uns durch den Verlust der religiösen Dimension verlorengegangen.“ Da fragt man sich, ob dieser Mangel die Tür zum Fundamentalismus öffnet.
In pratica, la secolarizzazione è sposata con il consumismo? “E’ una chiave interpretativa”, conferma Bellantoni evidenziando quanto sia assurdo che nei Paesi la qualità della vita sia misurata in base al PIL, al prodotto interno lordo. E aggiunge:“Equivale ad affermare che i popoli stanno tanto meglio quanto più consumano. In realtà, quasi mai le società più ricche hanno un indice di benessere individuale più alto. Anzi, c’è più malessere nelle società occidentali che nei Paesi in via di sviluppo.” Il professore ci spiega le conseguenze di tutto questo sulla qualità della vita, citando Viktor Frankl, psichiatra viennese morto nel 1997 e fondatore dell’Analisi esistenziale, che - riprendendo Nietzsche – evidenziava come chi ha un perché nella vita sopporti quasi ogni cosa: “Oggi, le persone, diceva Frankl, hanno di che vivere ma non sanno perché vivere. E quindi, piuttosto che investire e orienProf. Domenico Bellantoni tarsi a valori forti e significativi, preferiscono bruciare emozioni e vivere le sensazioni del momento”. Bellantoni ricorre a un altro esempio: “Se è mio padre a regalarmi questo orologio che ho sul polso, esso acquista un valore affettivo. Ma se io, come sostiene Bauman, sostituisco ai sentimenti le emozioni, allora io butterò via questo orologio per uno nuovo, perché la novità è vissuta come emozionante, come motivo di eccitazione. E lo stesso capita nelle relazioni: piuttosto che investire a lungo termine su di un uomo o una donna, si ricercano incontri che producono emozioni, eccitazioni.” Una “ricerca” determinata, ci pare di capire, dalla perdita del sentimento religioso… “Alcuni teologi hanno sottolineato che dove emerge l’Io diminuisce Dio. Oggi questo ‘Io’ così importante è diventato un ‘io ipertrofico’, per il quale gli altri divengono tutti strumenti al mio servizio. Ecco perché Frankl sottolinea come la meta dell’uomo non è l’autorealizzazione, ma l’autotrascendenza. Ed è questa una dimensione trascendente che si è persa con la perdita della dimensione religiosa”. Verrebbe da chiedersi se questa mancanza apra le porte agli integralismi. A questo proposito, il Prof. Bellantoni sta conducendo, con una sua studentessa, un progetto di dottorato all’Università Salesiana per verificare se il fondamentalismo sia espressione di una proposta religiosa culturale o se invece sia una caratteristica di personalità dell’individuo. “Se l’Islam fosse di per sé fondamentalista, tutti i musulmani dovrebbero essere fondamentalisti. Pertanto la domanda è: perché in ogni religione si ritrovano persone moderate e persone più radicali, a partire dalla stessa proposta culturale?”
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Diese Fragestellung wird von Prof. Bellantoni und einer seiner Studentinnen in einem Projekt für eine Doktorarbeit an der Universität der Salesianer untersucht. Man möchte herausfinden, ob der Fundamentalismus Ausdruck eines religionskulturellen Ansatzes oder aber eine Charaktereigenschaft einer Person ist. „Wäre der Islam von sich aus fundamentalistisch, müssten alle Muslime Fundamentalisten sein. Die Frage ist also: Warum gibt es in allen Religionen gemäßigte und auch radikaler eingestellte Menschen?“ Laut Bellantoni sollte man sich fragen, ob schon vorhandene Persönlichkeitsstrukturen existieren. Auch sollte geklärt werden, ob sich hinter dem Fundamentalismus andere Interessen verbergen, wie etwa wirtschaftliche oder nationalistische. “Häufig ist von Religionskriegen und -konflikten die Rede, aber zuweilen bedient man sich eines Aspekts, der für die Identität der Gruppe wichtig ist. Man denke dabei an Irland: Man könnte meinen, es handele sich dort um einen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten, in Wirklichkeit aber ist es ein Konflikt zwischen zwei nationalen Identitäten. Bei der Isis wird heute vom Isis-Staat gesprochen. D.h., dass es dort Menschen gibt, die eine Gruppenidentität besitzen. Und die wird übrigens nicht einmal vom Islam generell anerkannt. Diese Extremisten stellen in ihren Aussagen, die eigentlich politischer oder identitätsstiftender Natur sind, Bezüge zur Religion her. “ Die Antworten der westlichen Gesellschaft scheinen oft nicht der Situation angemessen: „Die westlichen Demokratien täuschen sich, wenn sie denken, Problemlösungen und Modelle ‚exportieren‘ zu können, für die in Europa und in den Vereinigten Staaten jahrhundertlange politische, ideologische und kulturelle Reflexionen notwendig waren. Da helfen weder ‚vorgefertigte Lösungen‘ noch aufgezwungene Wirtschaftskriterien und Sitten. Es hilft auch nicht, wenn dabei humanitäre Organisationen oder auch Friedenstruppen eingesetzt werden, die in vielen Fällen als Besatzungstruppen erlebt werden.“ Caroline von der Tann Übersetzung: Kerstin Gros
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Secondo Bellantoni, ci si deve chiedere se esistano strutture di personalità pre-esistenti. E andrebbe chiarito se dietro i fondamentalismi ci siano interessi di tipo diverso, ad esempio economici o nazionalistici. “Molte volte si parla di guerre e conflitti di tipo religioso, ma a volte si tratta di un aspetto a servizio di una identità di un gruppo. Pensiamo a quello che succede in Irlanda: sembrerebbe trattarsi di un conflitto tra cattolici e protestanti, ma in realtà è uno scontro fra due identità nazionali. Oggi, con l’Isis, si parla dello Stato dell’Isis. Quindi ci sono delle persone che hanno una identità di gruppo, fra l’altro nemmeno riconosciuta dall’Islam più generalizzato, ed evidenziano un riferimento religioso per affermazioni che in realtà sono di natura politica e identitaria.” Spesso le risposte delle società occidentali non sembrano adeguate: “Le democrazie occidentali sbagliano quando pensano di poter ‘esportare’ soluzioni e modelli per i quali magari, in Europa e negli Stati Uniti, ci son voluti secoli di riflessione politica, ideologica e culturale. Non si possono offrire ‘pacchetti precostruiti’ né imporre criteri economici e di costume, anche servendosi di organizzazioni umanitarie e tantomeno di truppe di pace, spesso percepite come truppe di occupazione”. Caroline von der Tann
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Ökumene | Ecumenismo
Ökumene auf Ischia
Ecumenismo a Ischia
Unsere Berufung: Zu Liebe, Frieden und Einheit!
Chiamati all’amore, alla pace, all’unità!
I
’isola di Ischia è testimone di una cultura del dialogo che ha radici lontane. Sono trascorsi 25 anni da quando ospitò per la prima volta la Settimana di preghiera per l’unità dei Cristiani, un incontro fortemente voluto da don Raffaele Di Costanzo, che in quell’occasione invitò il pastore luterano a venire sull’isola per seguire la comunità locale e i numerosi turisti tedeschi. Già allora la vocazione di Ischia era chiara: essere casa per i viaggiatori (i tanti turisti in visita da varie parti d’Europa, ma anche gli immigrati provenienti dal nord Africa e dall’Est europeo) così come per quanti negli anni hanno scelto di abitarvi. Tutti portatori di culture, fedi e tradizioni religiose che si sono intersecate fino a diventare, per molti aspetti, familiari fra loro. Ed è stato in questo spirito di incontro e confronto che si è svolta, a fine ottobre 2015, la visita pastorale di una delegazione della CELI, comprendente il Decano Heiner Bludau, il Vicedecano Jacob Betz, il Presidente della Comunità luterana di Napoli, sig. Riccardo Bachrach, la pastora di Napoli, Kirsten Thiele, la tesoriera Caroline von Hohenbuehel e la consigliera Christiane Groeben. Ad accoglierli, in rappresentanza della Chiesa cattolica di Ischia: il Vescovo Pietro Lagnese, il Cancelliere don Gaetano Pugliese e alcuni membri della Commissione ecumenica, tra cui la sig.ra Antonietta Pisano e noi che scriviamo. Un incontro all’insegna della fraternità: i saluti del Vescovo Pietro Lagnese e del Decano Heiner Bludau hanno avuto come denominatore comune proprio la gioia di trovarsi insieme e di poter pregare uniti nel nome di Gesù. Un sentimento di comunione profonda, divenuta sempre più palpabile con la proclamazione della Parola di Dio e la riflessione della pastora Thiele, incentrata sulla lettera dell’apostolo Paolo agli Efesini (Ef 4, 1-6) e sul Vangelo di Giovanni (cap. 17): “Nelle prime comunità l’unità non era affatto scontata, altrimenti Paolo non avrebbe dovuto scrivere una lettera con tali richiami. Ma noi siamo chiamati ad una speranza, alla conservazione dell’unità per mezzo del vincolo della pace. Questa è una certezza. Gesù prega come abbiamo sentito
schia wird seit vielen Jahren von einer Kultur des Dialogs geprägt. Vor 25 Jahren organisierte Don Raffaele Di Costanzo hier zum ersten Mal die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Bei dieser Gelegenheit lud er den lutherischen Pastor ein, auf die Insel zu kommen und sich um die Ortsgemeinde und um die vielen deutschen Touristen zu kümmern. Schon damals war die Berufung Ischias klar: Reisende aufnehmen (viele Touristen aus ganz Europa, aber auch Migranten aus Nordafrika und Osteuropa) und natürlich auch den Menschen, die schon länger auf Ischia wohnten, ein Zuhause bieten. Das Leben der vielen Zuwanderer mit ihren verschiedenen Kulturen, Glaubensrichtungen und religiösen Bräuchen hat sich in der Zwischenzeit miteinander verflochten und die Menschen sind in vieler Hinsicht miteinander vertraut geworden. Dieser Geist der Begegnung und des Dialogs begleitete Ende Oktober 2015 die Visitation der ELKI-Delegation, an der Dekan Heiner Bludau, Vizedekan Jacob Betz, der Präsident der Lutherischen Gemeinde Neapel, Herr Riccardo Bachrach, die Pfarrerin der Gemeinde Neapel, Kirsten Thiele, die Schatzmeisterin Caroline von Hohenbuehel und das Mitglied des Gemeinderates Christiane Groeben teilnahmen. Eine Delegation der Katholischen Kirche Ischia hieß sie auf der Insel willkommen. Dabei waren Bischof Pietro Lagnese, Don Gaetano Pugliese und mehrere Mitglieder der Kommission für Ökumene, unter anderem auch Frau Antonietta Pisano und die Verfasserinnen dieses Artikels. Das Treffen fand in einer brüderlichen Atmosphäre statt. Die Grußworte von Bischof Pietro Lagnese und Dekan Heiner Bludau hatten als gemeinsamen Nenner die Freude am Zusammentreffen und am gemeinsamen Gebet im Namen Jesu. Ein tiefes Gemeinschaftsgefühl wurde bei der Verkündigung des Wortes Gottes und Pfarrerin Thieles Predigt über den Brief des Apostels Paulus an die Epheser (Eph 4, 1-6) und das Johannesevangelium (Kap. 17) für alle deutlich spürbar. „Für die ersten christlichen Gemeinden war die Einheit keine Selbstverständlichkeit,
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Ökumene | Ecumenismo
sonst hätte Paulus auch keinen Brief mit diesen Ermahnungen schreiben müssen. Wir aber sind zur Hoffnung, zur Bewahrung der Einheit im Bande des Friedens berufen. Und das ist eine Gewissheit. Jesus betet, wie wir aus dem Johannesevangelium gehört haben: Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, damit sie die vollkommene Einheit gewinnen und damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, so wie ich von dir geliebt bin. Und obwohl wir wissen, dass es in der einzigen Kirche Jesu Christi Unterschiede und Spaltungen gegeben hat, ist die Einheit, die in Gott selbst ist, auch der Grund für unsere Berufung zur Einheit. Sie befreit uns von dem Druck und dem Zwang, die Einheit schaffen zu wollen. Schon Paulus spricht von der ‚Bewahrung‘ der Einheit der Kirche. Also war sie schon vorher da und nichts, was wir erschaffen könnten. Sie ist durch das Band des Friedens vorgegeben, das uns mit Gott und somit auch miteinander verbindet.“ In diesem Sinne sind das Vaterunser und der Austausch des Friedenszeichens fast prophetische Gesten geworden, als wolle man sagen: „Du bist wichtig für mich, weil du mein Bruder bist, für dich hat Christus sein Leben gegeben. Ohne dich wäre diese Einheit nicht vollkommen.“ Ein intensiver Nachmittag mit der Gelegenheit, sich näher kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Überlegungen darüber anzustellen, wie der gemeinsame Weg weitergehen soll. Wir wissen, dass die Einheit, zu der wir berufen sind, ein Geschenk ist, um das wir in unseren Gebeten bitten müssen. Sie ist nicht nur das Ergebnis persönlicher Bemühungen. „Ein Gebet“, so Pfarrerin Thiele,„heißt, sich wie Kinder voller Vertrauen an den Vater zu wenden, und zu wissen, dass Er uns liebt und uns zuhört, und dass wir es ohne seine Hilfe nicht schaffen. Einheit in der Vielfalt, ohne in Vereinfachungen zu verfallen, die mit einem Federstrich alle Unterschiede verschwinden lassen. Wir können also einander annehmen und die Verschiedenheit akzeptieren. So wie auch Gott in der Bibel viele Gesichter hat!“ Möge dieser Moment der Gemeinschaft ein Zeichen der Hoffnung auf unserem Weg sein: Eins schon auf dieser Erde zu sein, in Erwartung eines neuen Lebens, das uns in Christus erwartet. Giuseppina Attore und Matilde Di Meglio Kommission für Ökumene und Dialog der Diözese Ischia
Foto links/a sinistra: Riccardo Bachrach, Dekan/decano Heiner Abbas Bludau,Bischof/vescovo Pietro Lagnese,pastora Kirsten Thiele Foto rechts/a destra: Im Gottesdienst/Al culto. Don Gaetano Pugliese, v.d. Jakob Betz, der Bischof/il Vescovo Pitero Lagnese, Riccardo Bachrach
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dal Vangelo di Giovanni così: E la gloria che Tu hai dato a me, io l’ho data a loro, perché siano come noi una cosa sola. Io in loro e Tu in me, perché siano perfetti nell’unità e il mondo sappia che Tu mi hai mandato e li hai amati come hai amato me. Pur consapevoli delle differenze e delle divisioni che nei secoli si sono prodotte all’interno dell’unica Chiesa di Gesù Cristo, l’unità, che è in Dio stesso, è il motivo per la nostra chiamata all’unità. Essa ci libera dalla pressione e dalla costrizione di voler creare l’unità in qualche modo. Infatti Paolo parla di ‘conservare’ l’unità della Chiesa, il che vuol dire che essa è già prestabilita, non è una cosa che potremmo creare noi. Essa è prestabilita mediante il vincolo della pace, che ci lega a Lui e per questo ci lega anche tra noi”. In questa dimensione, la recita del Padre Nostro e lo scambio della pace sono diventati gesti dal valore profetico, come a voler dire: “tu sei importante per me, perché sei mio fratello, per te Cristo ha dato la vita. Senza di te quest’unità non sarebbe piena e completa”. Un pomeriggio intenso e un’occasione per conoscersi meglio, confrontando esperienze e condividendo riflessioni per il cammino da portare avanti insieme, nella certezza che l’unità che siamo chiamati a costruire è un dono che va chiesto nella preghiera e non tanto il risultato dell’impegno personale. “Una preghiera – ha ricordato la pastora Thiele – che è mettersi con fiducia davanti al Padre come i bambini, con la sicurezza che Egli ci ama e ci ascolta, consapevoli che da soli non ce la possiamo fare. Unità nella molteplicità, senza cadere in falsi appiattimenti che cancellino con un colpo di spugna le diversità, nel senso che ci possiamo occupare gli uni degli altri, accettando l’essere diversi, come anche Dio nella Bibbia ha tanti volti!” E allora che questo momento di comunione vissuto sia segno di speranza nel cammino cui siamo chiamati: sperimentare l’essere UNO tra noi già su questa terra come prefigurazione della Vita nuova che ci attende in Cristo. Giuseppina Attore e Matilde Di Meglio Commissione per l’Ecumenismo ed il Dialogo Diocesi di Ischia
EVENTI EVENTS
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Eine Bildungsreise in sehr vielfältiger Hinsicht Lust auf mehr, auf eine Wiederholung oder auf Ähnliches, hat die Reformationsfahrt auf den Spuren Martin Luthers allen 46 Mitreisenden gemacht. Der Meraner Pfarrer Martin Krautwurst lotst uns durch seine Heimat: Jena, Weimar, Erfurt, Eisenach und auch Wittenberg standen auf dem Programm. In Jena empfängt uns im historischen Rathaus Ober-
Un viaggio d’istruzione sotto molteplici aspetti
Il viaggio nei luoghi della Riforma sulle tracce di Martin Lutero ha fatto nascere in tutti i 46 partecipanti il desiderio di continuarlo, ripeterlo o qualcosa di simile. Il pastore di Merano Martin Krautwurst ci guida attraverso la sua terra: il programma include tappe a Jena, Weimar, Erfurt, Eisenach e anche Wittenberg. A Jena, nel municipio sto-
bürgermeister Dr. Albrecht Schröter, der auch noch als Pfarrer, wenn auch ehrenamtlich, amtiert. Da staunt nicht nur der mitreisende Meraner Bürgermeister Günther Januth (katholisch). So eine Doppelrolle ist südlich des Brenners unvorstellbar. Die OriginalGrabplatte Martin Luthers wird uns gleich nebenan in der Jenaer Stadtkirche St. Michael gezeigt. Dann geht es ins Hotel zu Goethe und Schiller nach Weimar. Tags darauf kommen wir in die Thüringische Landeshauptstadt,nach Erfurt.
Das Augustinerkloster, in das Martin Luther trotz des Zorns seines Vaters und zur totalen Überraschung seiner Freunde eintrat, beeindruckt uns sehr. Mit sachkundiger Leidenschaft führt uns Frau „Engel“ durch die alten Klostermauern. Sie erklärt die wunderschönen Kirchenfenster und erzählt vom besonders strengen Regiment, dem sich die Novizen hier zu unterwerfen hatten. Tägliches Beten von fünf Uhr in der Frühe bis Mitternacht, die erste Mahlzeit mit dem Gesicht
zur Wand; Schlafen auf Strohsäcken im Massenlager; Studieren und Meditieren in offenen Einzelweitgehendes zellen; AusSchweigegebot, gangsverbot, ein Leben in Demut und Armut. An Sehenswürdigkeiten gibt es in Erfurt die älteste Synagoge erhaltene Europas zu besichtigen;
Pressefoto für die Wochenzeitung “Glaube und Heimat” Foto per il settimanale “Fede e patria”
rico, ci accoglie il sindaco, il dr. Albrecht Schröter, che è anche pastore, sebbene ricopra questa carica solo come volontario. Di ciò si stupisce non solo il sindaco di Merano, Günther Januth (cattolico), che viaggia con noi. Un doppio ruolo simile, infatti, è impensabile a sud del Brennero. Ci viene mostrata la lapide funeraria di Martin Lutero nella vicina cattedrale di Jena di St. Michael. Poi andiamo nell’hotel da Goethe e Schiller a Weimar. Il giorno dopo ci rechiamo a Erfurt, capoluogo della Turingia. Il Convento ago-
stiniano, in cui Martin Lutero entrò nonostante l’ira di suo padre e con totale sorpresa dei suoi amici, ci colpisce molto. La signora “Engel” (angelo), con competenza e passione, ci guida attraverso le vecchie mura del convento. Ci illustra le meravigliose vetrate e ci racconta del regime particolarmente severo a cui dovevano sottostare i novizi. Preghiera quotidiana dalle cinque di mattino fino a mezzanotte; il primo pasto con il volto rivolto verso la parete; dormire su pagliericci in dormitori comuni; studiare e medi-
tare in celle singole aperte; rispettare quasi sempre il voto del silenzio e il divieto di uscire, una vita in umiltà e povertà. I luoghi da visitare a Erfurt sono la sinagoga più antica d’Europa, il duomo cattolico in cui un tempo Lutero fu ordinato prete e il meraviglioso ponte Krämerbrücke, che ricorda il Ponte Vecchio di Firenze. La sera ci spostiamo a Magdala e Göttern, due dei 13 luoghi in cui, un tempo, il nostro pastore predicava. Ascoltiamo una relazione, partecipiamo a una funzione e discutiamo molto.
Events | Eventi
den katholischen Dom, in dem Luther einst zum Priester geweiht wurde, die wunderschöne Krämerbrücke, die an die Ponte Vecchio in Florenz erinnert. Am Abend fahren wir zur Begegnung nach Magdala und Göttern, zwei von 13 Predigtstätten, in denen unser Pfarrer zuvor tätig war. Vortrag, Andacht und viele Gespräche begleiten uns. Wir werden mit den famosen Thüringer Rostbratwürstchen verwöhnt und bei Bier und Wein wird erzählt, gesungen und geschunkelt, als kennte man sich schon ewig. Am Tag darauf stehen wir
vor der „Thesentür“ der Schlosskirche zu Wittenberg. Im ehemaligen Augustinerkloster nebenan hat Martin Luther noch als Mönch und später als Professor und Familienvater mit seiner Frau Katharina und den Kindern 35 Jahre lang gelebt. Das Lutherhaus ist heute das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Wir besichtigen auch das nahegelegene Haus von Philipp Melanchthon, dem produktivsten und wertvollsten „Bücherwurm“ an Luthers Seite. Hier wie anderswo ahnen wir, wie sehr die Reformation Teamar-
beit war. Am letzten Tag geht es nach Eisenach auf die Wartburg, wo Kurfürst Friedrich der Weise 1521 den für „vogelfrei“ verurteilten Luther als „Junker Jörg“ versteckte. Wir sehen unter anderem das Lutherzimmer, in dem der Reformator in nur elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Der großartige Rundblick von der Wartburg macht verständlich, warum hier mehrfach deutsche Geschichte geschrieben wurde. Luthers welthistorische Verdienste werden uns im Lutherhaus in der Altstadt
illustriert. Am Sonntag feiern wir Gottesdienst in der Jakobskirche in Weimar. Anschließend zeigt uns Pfarrer Joachim Schröter in der Herderkirche den berühmten Cranachaltar. Zwei Wochen später erkennen wir im ZDF-Fernsehgottesdienst einige vertraute Gesichter wieder. Nebenbei haben wir auf dieser Lehrfahrt nicht nur uns einander besser kennengelernt, sondern auch das Land und die Leute Mitteldeutschlands. Diesen „Ossis“, ihrer Landschaft, ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer herzlichen Beschei-
Veniamo viziati con i famosi würstel della Turingia, innaffiati con birra e vino, e si chiacchera, si canta e ci si diverte come se ci conoscessimo da sempre. Il giorno dopo ci troviamo di fronte al “portone delle tesi” della Schlosskirche, a Wittenberg. Accanto, nell’ex Convento agostiniano, Martin Lutero visse per 35 ani, prima come monaco e poi come professore e padre di famiglia con sua moglie Katharina e i figli. La casa di Lutero è oggi il più grande museo del mondo sulla storia della Riforma. Visitiamo anche la
casa, lì accanto, di Filippo Melantone, il più produttivo e prezioso “topo di biblioteca” a fianco di Lutero. Qui, come in nessun’altro caso, capiamo quanto la Riforma sia stata un lavoro di gruppo. L’ultimo giorno andiamo a Eisenach, al Castello di
Wartburg, dove il principe elettore Federico il Saggio, nel 1521, tenne nascosto come “Junker Jörg” Lutero, che era stato condannato come “fuorilegge”. Visitiamo anche la stanza di Lutero, in cui il riformatore in sole undici settimane tradusse in tedesco il Nuovo
Testamento. Il fantastico panorama a 360 gradi che si gode dal Castello di Wartburg ci fa capire come mai qui è stata scritta più volte la storia tedesca. Nella Casa di Lutero nella città vecchia ci vengono illustrati i meriti di importanza storica mondiale di Lutero. La domenica celebriamo il culto nella Jakobskirche a Weimar. Successivamente il pastore Joachim Schröter ci mostra il famoso altare di Cranach nella Herderkirche. Due settimane dopo, nel culto trasmesso in televisione
Die Teilnehmer vor der Wartburg in Eisenach I partecipanti davanti al Wartburg a Eisenach
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denheit leibhaftig zu begegnen, war eine wunderbare Erfahrung. Georg Schedereit Gemeinde Meran Foto oben/sopra: Gemeindetreffen mit der thüringischen Kirchengemeinde von Magdala Incontro con la comunità turingia di Magdala
dalla ZDF, riconosciamo alcuni visi noti. Inoltre, in questo viaggio d’istruzione non solo ci siamo conosciuti meglio, ma abbiamo anche scoperto la terra e la gente della Germania centrale. È stata un’esperienza meravigliosa poter conoscere di persona questi “Ossis” (abitanti dell’ex Germania dell’est), la loro terra, la loro storia, la loro cultura e la loro modestia. Georg Schedereit Comunità di Merano Traduzione: MariaClara Palazzini Finetti
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Rezension | Recensione
Calvin und Genf, Genf und Calvin
Calvino e Ginevra, Ginevra e Calvino
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uomo e la città, per i protestanti, sono intimamente connessi. In effetti è difficile parlare dell'uno senza parlare, al tempo stesso, anche dell'altra. Il breve libro di Thomas Soggin, La Riforma a Ginevra negli anni di Calvino. Un capovolgimento nella vita della città (Claudiana, Torino 2015), ci propone una lettura interessante, chiara e comprensibile, di questo fondamentale connubio dal quale sarebbe nata una delle prime società reali impostate evangelicamente. I problemi e le soluzioni di quest'esperienza diventeranno terreno fertile sul quale cresceranno altri tentativi analoghi. Dopo un'utile carrellata sulla vita e le opere del Riformatore, il libro ci porta ad affrontare un tema chiave di Calvino: il fondamento cristologico della sua ecclesiologia, importante per capire i cambiamenti che aveva in mente: Gesù non cede a nessuno, né ha mai delegato a nessuno il suo potere, perché lo esercita oggi e lo eserciterà domani e per sempre in prima persona. Per il Riformatore la chiesa non è solo un istituto di origine divina, ma è il corpo di Cristo, la presenza di Cristo in questo mondo. Così la società cristiana, basandosi su questo fondamento, dovrà avere finalità spirituali, e, come obbiettivo ultimo, la santificazione dei suoi membri, pur mantenendo ciascuna istituzione (gli ordinamenti comunali e la Chiesa) i propri compiti e le proprie aree d'influenza. Le cose non andarono esattamente come si auspicava Calvino e le tensioni tra i due piani (quello politico-amministrativo e quello religioso) furono numerose. Il Riformatore ottenne, in ogni caso, alcuni risultati importanti, come sostiene l'autore nella parte finale della sua trattazione: il risultato più importante che Calvino conseguì fu la creazione a Ginevra di un nuovo tipo di essere umano, il “riformato”, e l'abbozzo di quella che sarebbe poi stata la civiltà moderna in alcuni dei suoi tratti. Un libro veramente utile e di grande interesse.
ür die Protestanten sind der Mann und die Stadt eng miteinander verbunden. Man kann schlecht über Calvin sprechen, ohne auch Genf zu erwähnen. Das kleine Buch von Thomas Soggin, La Riforma a Ginevra negli anni di Calvino. Un capovolgimento nella vita della città (Claudiana, Turin 2015), bietet eine interessante, klare und verständliche Darstellung dieser engen Verbindung, aus der eine der ersten realen, evangelisch geprägten Gesellschaften hervorgegangen ist. Die Probleme und die Lösungen dieser Umwälzung wurden zum Nährboden für ähnliche Versuche. Der Autor beginnt mit einem sehr hilfreichen Überblick über das Leben und die Werke des Reformators und behandelt anschließend CalGenf/Ginevra vins Schlüsselthema: Die christologische Grundlage seiner Kirchenlehre. Diese ist wichtig, um die Veränderungen, die er im Sinn hatte, zu verstehen: Weder tritt Jesus seine Macht ab noch hat er sie je an andere weitergegeben, denn so wie er sie heute ausübt, wird er sie auch morgen und für immer selbst ausüben. Für den Reformator ist die Kirche nicht nur eine Einrichtung göttlichen Ursprungs, sondern der Leib Christi, die Präsenz Christi in dieser Welt. Auf dieser Grundlage soll die christliche Gesellschaft spirituelle Ziele verfolgen, als oberstes die Heiligung ihrer Mitglieder. Dabei behalten alle kirchlichen Institutionen (Gemeindeordnungen und die Kirche) ihre Aufgabenbereiche und Einflusssphären bei. Die Dinge entwickelten sich allerdings nicht in allen Aspekten so wie Calvin es sich gewünscht hätte und es entstanden zahlreiche Spannungen zwischen der verwaltungspolitischen und der religiösen Ebene. Der Reformator erzielte trotzdem einige wichtige Resultate, wie der Autor im letzten Teil seines Buches darlegt: Das wichtigste Ergebnis, das Calvin erzielte, war die Erschaffung eines neuen Menschen, des „Reformierten“, und der Entwurf einer Gesellschaft, die in einigen ihrer Züge die moderne Gesellschaft vorweggenommen hat. Eine nützliche und interessante Lektüre. Roberto Tresoldi
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Roberto Tresoldi
Zum 500 | Verso il 500°
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A Napoli, aspettando la Riforma: 1517/2017 Neapel, mit Blick auf die Reformation: 1517-2017
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as für 2016 geplante Projekt der Gemeinde Neapel “Mit Blick auf die Reformation” umfasst zahlreiche Veranstaltungen. Anstoß zu diesem Projekt war nicht allein die Vorfreude auf das 500. Reformationsjubiläum, das wir 2017 feiern. Mit dieser Initiative sollen vor allem die Lehren, die die von Luther ausgelöste “Revolution” mit sich gebracht hat, zeitgerecht interpretiert werden. Von großer Bedeutung ist gewiss die Rückkehr zu den Wurzeln des Glaubens, die es uns ermöglicht, Entscheidungen zu treffen, Urteile zu fällen und uns auch - falls erforderlich - zu widersetzen. Grundlegender denn je ist heutzutage auch das Konzept der „Freiheit in Verantwortung“. Die Initiative “Mit Blick auf die Reformation” behandelt das Thema der Auswirkungen der Reformation auf Gesellschaft, Politik, Kunst und Literatur in Italien, mit Fokus auf Neapel und Provinz. Die einzelnen Veranstaltungen bieten Gelegenheit, Überlegungen und Ideen zu teilen, die heute noch von großer innovativer Bedeutung sind. Dabei soll ganz konkret Gelegenheit zu Begegnungen mit italienischen und deutschen Künstlern, Schauspielern und Intelektuellen in der Stadt am Golf gegeben werden. Auf dem Programm stehen vielfältige Veranstaltungen, die über das ganze Jahr verteilt stattfinden werden: Diskussionsabende, Tagungen, Vorträge, Theaterstücke, Seminare und auch Workshops, Führungen durch Neapel, Museumsrundgänge sowie Konzert- und Filmreihen. Die Veranstaltungsorte sind über die Stadt und die Provinz Neapel verteilt. Alle Events werden in Zusammenarbeit mit neapolitanischen Einrichtungen und Verbänden, wie das Museo Nazionale di Capodimonte, die Associazione Amici di Capodimonte, das Goethe Institut, die Associazione Progetto Museo, die Fondazione Evangelica Betania, die Fondazione di Comunità San Gennaro und die Genossenschaft “La Paranza”, die Associazione Scena Sperimentale Gennaro Vitiello, Artisti Civili sowie Diffusione Teatro veranstaltet. Für weitere Informationen über das Veranstaltungsprogramm können Sie sich an Pfarrerin Kirsten Thiele wenden (napoli@chiesaluterana.it). Cordelia Vitiello Mitglied des Gemeinderats der Gemeinde Neapel und Referentin der E.L.K.I im Lutherischen Weltbund für 2017 Übersetzung: Kerstin Gros
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ono molte le iniziative promosse dalla comunità luterana partenopea nel corso del 2016 e tutte contribuiscono a dar vita a un unico grande progetto, denominato Aspettando la Riforma. Al cuore dell’idea non c’è solo la gioiosa attesa del 500° anniversario dell’inizio della Riforma, che cadrà nel 2017, ma anche e soprattutto la volontà di rileggere in chiave contemporanea gli insegnamenti che quella “rivoluzione” ha portato con sé, come l’importanza di tornare alle radici della fede, per poter decidere, giudicare e anche opporsi se necessario. O, ancora, il concetto di “libertà nella responsabilità”, basilare oggi più che mai. Partendo dall’analisi delle conseguenze che la Riforma ha avuto nella società, nella politica e nell’espressione artistica e letteraria in Italia - e, nel caso specifico, nella città e nella provincia di Napoli – Aspettando la Riforma intende offrire a tutti l’opportunità di condividere riflessioni su idee ancora oggi fortemente innovative. Concretamente, il progetto si propone di creare occasioni d’incontro con artisti, attori ed intellettuali italiani e tedeschi nella città di Napoli. Le iniziative sono molteplici e programmate nel corso dell’intero anno: dibattiti, conferenze, approfondimenti, pièce teatrali, seminari, e ancora workshop, itinerari guidati in città, percorsi museali, rassegne concertistiche e cinematografiche. Tutti gli eventi sono organizzati in diversi luoghi della città e della provincia, in collaborazione con Enti e Associazioni del territorio, quali il Museo Nazionale di Capodimonte, l’Associazione Amici di Capodimonte, il Goethe Institut, l’Associazione Progetto Museo, la Fondazione Evangelica Betania, la Fondazione di Comunità San Gennaro e Cooperativa “La Paranza”, l’Associazione Scena Sperimentale Gennaro Vitiello, Artisti Civili e Diffusione Teatro. Per avere maggiori informazioni sulle iniziative in calendario è possibile contattare la pastora Kirsten Thiele (napoli@chiesaluterana.it). Cordelia Vitiello, membro del Consiglio di Chiesa della Comunità di Napoli e Referente della C.E.L.I. nella Federazione Mondiale Luterana per il 2017
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Auf zu neuen Ufern: Familienfreizeit in Ligurien vom 27. August bis 3. September 2016
Verso nuove spiagge: campo estivo per famiglie in Liguria dal 27 agosto al 3 settembre 2016
M&M – zwei Welten treffen sich
M&M – due mondi s’incontrano
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n diesem Jahr wollen wir zu neuen Ufern uest’anno vogliamo partire verso aufbrechen und in Ligurien und der Tosnuove spiagge e scoprire la Liguria e kana zu Fuß und zu Wasser auf Erkunla Toscana, via terra e via mare. dungsreise gehen. Proveremo a capire cosa sarebbe successo se Dabei werden wir erleben, was geschehen i due uomini più importanti del loro tempo wäre, wenn sich die zwei berühmtesten si fossero incontrati: Martin Lutero e MiMänner ihrer Zeit, Martin Luther und Michelangelo Buonarroti. Così, nel nostro viagchelangelo Buonaroti, begegnet wären. So gio nel tempo, non solo ci immergeremo prowerden wir bei unserer Zeitreise nicht nur mit fondamente nella Storia con tutti i nostri senallen Sinnen tief in die Geschichte eintauchen, si, ma conosceremo anche la regione intorsondern auch die Region um La Spezia und no alle città di La Spezia e di Carrara con i suoi Carrara mit ihren einmaligen Landschaften Auf der Familienfreizeit ist viel Zeit für neue Erfahrungen wie Kanu straordinari paesaggi e lidi. Ci sarà molto fahren/Al campo estivo c’è molto tempo per nuove esperienze come und Stränden kennenlernen. Es wird viel andare in canoa tempo per nuotare e giocare, cantare e diZeit zum Baden und Spielen, Singen und Tovertirsi. Sono invitati tutti: le famiglie con fiben sein. Eingeladen sind Familien mit ihren Kindern, Großeltern mit gli, i nonni con i nipoti, i genitori single e le coppie. Enkeln und auch Alleinstehende und Paare sind uns willkommen. Saremo alloggiati nel Monastero Santa Croce (Bocca di Magra), che con Untergebracht werden wir im Monastero Santa Croce (Bocca di Magra) il suo enorme parco e il suo accesso diretto al mare invita a nuotare e sein, das mit seinem riesigen Park und dem direkten Zugang zum Meer a stare insieme. Il prezzo include l’alloggio e la mezza pensione con cezum Schwimmen und Beisammensein einlädt. Im Preis inbegriffen sind stini per le giornate in cui saremo fuori a ora di pranzo. Il viaggio di anUnterbringung und Halbpension mit Lunchpaket für die Tage, an dedata è organizzato autonomamente. nen wir über Mittag unterwegs sind. Die Anreise erfolgt eigenständig. Adulti: 380 euro; bambini fino a 2 anni: gratis; bambini dai 3 ai 6 anni: Erwachsene: 380 Euro; Kinder bis 2 Jahre: frei; Kinder 3-6 Jahre: 150 Euro, 150 euro, bambini dai 7 anni in su: 175 euro, a partire dal terzo bambiKinder ab 7 Jahre: 175 Euro, ab dem 3. Kind: 150 Euro no: 150 euro Die Anmeldung bis 30. April 2016 erfolgt über das Dekanat in Rom. Den Anmeldebogen finden Sie auf der Homepage der ELKI. Weitere Informationen erhalten Sie in den Pfarrämtern Venedig (Bernd Prigge) und Ispra Varese (Ulrike Hesse und Uwe Habenicht).
Le iscrizioni, da farsi attraverso il Decanato a Roma, si chiuderanno il 30 aprile 2016. Potete trovare il modulo di iscrizione nella homepage della CELI. Per avere ulteriori informazioni rivolgetevi all’ufficio pastorale di Venezia (Bernd Prigge) e Ispra Varese (Ulrike Hesse e Uwe Habenicht).
Uwe Habenicht Uwe Habenicht Traduzione: MariaClara Palazzini Finetti
Post Scriptum
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Die Ambiguität der Post-Säkularisierung
Le ambiguità della post-secolarizzazione
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a buona notizia è che le religioni sono tornate con forza nella scena pubblica; la cattiva è che questo ritorno si esprime in forme diverse e contraddittorie e, tra queste, quella del fondamentalismo e dell’intolleranza. In estrema sintesi, è questo che oggi chiamiamo post-secolarizzazione. L’attualità geopolitica delle religioni ma anche la fortuna dei cammini spirituali e delle vacanze “in monastero”, la popolarità di papa Francesco, un nuovo pluralismo religioso, l’interesse diffuso per le tradizioni spirituali dell’Oriente – yoga, medicina ayurvedica, pratiche buddhiste di meditazione – indicano una novità difficilmente prevedibile solo alcuni anni fa. Qualcuno, soprattutto nel mondo cattolico, interpreta questa nuova rilevanza della religione come la fine della stagione della secolarizzazione e il ritorno a forme tradizionali di appartenenza confessionale, così che a breve le comunità di fede potranno rapidamente recuperare ciò che hanno perso in questi decenni. E’ un’illusione ottica. L’analisi sociale ci dice che le cose non vanno in questo senso: gli effetti della secolarizzazione, infatti, permangono anche nel suo “post”. I tassi di partecipazione alle cerimonie religiose continuano ad essere molto bassi: dilaga, invece, l’analfabetismo religioso – si vedano i dati della recente ricerca diretta da Alberto Melloni e pubblicata dal Mulino – e aumenta il disinteresse per le forme tradizionali della religiosità quali la frequenza di una comunità di fede, l’attitudine alla preghiera, la capacità di educare religiosamente i figli. La post-secolarizzazione non è la “rivincita di Dio” sulla secolarizzazione, ma una confusa stagione di nuove forme religiose, cammini spirituali, pratiche sincretiche, integralismo. Il protagonista di questa scena non è il fondamentalista che uccide nel nome di Dio, per quanto drammatici siano gli effetti della sua azione. E’ piuttosto un pellegrino della spiritualità che, disorientato e con qualche confusa conoscenza teologica, si mette in cammino esplorando diversi mondi della fede; talora fermandosi, altre volte ripartendo alla ricerca di una nuova, temporanea, meta. Incontrarlo nel suo cammino, interessarlo e invitarlo a camminare insieme: ecco la sfida delle chiese nell’età post-secolare. Paolo Naso Koordinator der Studienkommission des Bundes der Evangelischen Kirchen in Italien
ie gute Nachricht ist, dass die Religionen wieder ein breiteres Interesse in der Öffentlichkeit finden, und die schlechte Nachricht, dass dieses Comeback unterschiedliche und widersprüchliche Formen annimmt. Dazu gehören leider auch Fundamentalismus und Intoleranz. Dieses Phänomen bezeichnen wir heute als Post-Säkularisierung. Die geopolitische Aktualität der Religionen, aber auch die Beliebtheit spiritueller Reisen und der Urlaub „im Kloster“, die Popularität von Papst Franziskus, ein neuer Religionspluralismus sowie das weitverbreitete Interesse für die spirituellen Traditionen des Orients (Yoga, ayurvedische Medizin, buddhistische Meditationspraktiken) weisen auf eine neue Entwicklung hin, die noch vor wenigen Jahren schwer vorherzusehen war. Gerade im katholischen Umfeld sehen manche in der erneuten Relevanz der Religion das Ende der Säkularisierungsphase und die Rückkehr zu traditionellen Formen der konfessionellen Zugehörigkeit, und schließen daraus, dass die Glaubensgemeinschaften schon bald wieder die Verluste der letzten Jahrzehnte wettmachen werden. Das ist allerdings eine optische Täuschung. Die Sozialanalyse sagt uns, dass die Entwicklung nicht in diese Richtung geht, denn die Auswirkungen der Säkularisierung bleiben auch in der Post-Säkularisierung bestehen. Die Teilnahmequoten an religiösen Feiern sind auch weiter sehr niedrig: Das religiöse Analphabetentum ist weitverbreitet. Und das Desinteresse für die traditionellen Formen der Religiosität, wie der Besuch einer Glaubensgemeinschaft, die positive Einstellung zum Gebet und die Bereitschaft, die eigenen Kinder religiös zu erziehen, nimmt weiter zu. Die Post-Säkularisierung ist nicht etwa die „Revanche Gottes“ für die Säkularisierung, sondern eine von Verwirrung gezeichnete Zeit mit neuen Religionsformen, spirituellen Reisen, synkretischen Religionspraktiken und Fundamentalismus. So dramatisch auch die Folgen der Auswüchse sind, ist nicht der Fundamentalist, der in Gottes Namen tötet, Protagonist dieses Szenariums. Es ist der Pilger der Spiritualität, der sich desorientiert und mit wenigen, verworrenen theologischen Kenntnissen auf den Weg begibt, um verschiedene Glaubenswelten zu erkunden. Bisweilen wird er fündig, und wenn nicht, setzt er seine Suche nach einem neuen, temporären Ziel fort. Die Herausforderung der Kirchen im Zeitalter der Post-Säkularisierung besteht darin, ihm auf seiner Reise zu begegnen, sein Interesse zu wecken und ihn einzuladen, die Reise gemeinsam fortzusetzen. Übersetzung: Kerstin Gros
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Coordinatore della Commissione studi della Federazione delle chiese evangeliche in Italia
INFO - INTERNET
Kirche in Neapel
CELI|ELKI Chiesa Evangelica Luterana in Italia | Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien www.chiesaluterana.it - decanato@chiesaluterana.it www.facebook.com/ChiesaEvangelicaLuteranaInItalia Sinodo | Synode presidente.sinodo@chiesaluterana.it
Centro studi | Studienzentrum Centro Filippo Melantone a Roma | Melanchthon Zentrum in Rom www.centromelantone.org segreteria@melantone.org
Altri siti | Andere Webseiten Per saperne di più | Um mehr darüber zu wissen www.bollunet.org www.luterani.it
Radio (in italiano / in italienischer Sprache) Rai Radiouno “Culto Evangelico” la domenica mattina alle 7.30 Per riascoltare le trasmissioni: www.fedevangelica.it/servizi/ssrtvo31.asp
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