MANUAL. ZEICHNUNG I TU Dortmund Lehrstuhl Gebäudetypologien Prof. Dipl.-Ing. Heike Hanada
Technische Universität Dortmund Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen Lehrstuhl Gebäudetypologien Prof. Dipl.-Ing. Heike Hanada August-Schmidt-Straße 8, GB II D- 44227 Dortmund www.bauwesen.tu-dortmund.de/gb ISBN 978-3-947323-37-1
MANUAL. ZEICHNUNG
INHALT
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IDEE
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LINIE
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SCHWARZ
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BÄUME UND GEWÄSSER
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ZEICHNUNGEN
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Schwarzplan
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Lageplan
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Konzept-Piktogramm
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Grundriss
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Schnitt
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Ansicht
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Geländeschnitt
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Schnittperspektive
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LAYOUT UND DRUCK
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ABBILDUNGSVERZEICHNIS
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LITERATURVERZEICHNIS
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Linienzeichnung einer Studentischen Arbeit Coverbild: Studentische Arbeit Paris Moskau bei Heike Hanada, Sebastian Plüquett, 2017
„ON DRAWING A drawing form e is a model that oscillates between the idea and the physical or built reality of architecture. It is not a step forward this reality, and in this respect it is autonomous. However, for me there must be latent some anticipation of the physical reality and its commemoration of the idea. In this sense, an architectural drawing can never be rendered. On the contrary, it has to be constructed so that it reveals the idea and the syntactic form through the medium of lines, in much the same way it has to anticipate the sensuality of the material through the layering of color.” RAIMUND ABRAHAM
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Abraham 1988, o.S.
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Skizze einer Idee Abb. 1: Drawings and Small Tables, Peter Märkli, (o.J.)
IDEE
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DIE ZEICHNUNG über das Selbstverständnis einer Zeichnung Die Linienzeichnung – unabhängig davon ob sie analog oder digital entstanden ist - ist das wichtigste Medium, welches die ersten Ideen eines Architekten trägt und sichtbar macht. Sie ist ein Zwischenstadium zwischen Skizze und gebauter Realität. Die architektonische Zeichnung kann dabei ähnlich einer rein künstlerischen Zeichnung als eigenständiges Werk verstanden werden. Dies hängt letztlich sehr vom Selbstverständnis des Architekten ab. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert werden architektonische Zeichnungen und ganze Nachlässe berühmter Architekten gesammelt und ausgestellt. Der zeichnerische Nachlass von Mies van der Rohe liegt zum Bespiel zu großen Teilen im MOMA/New York und in Berlin bei den Staatlichen Museen Berlin im Archiv. Die Zeichnung einer architektonischen Idee vermittelt dem Betrachter, welches inhaltliche Konzept oder welche räumliche Idee der Architekt verfolgt. Unter Umständen stellt sich diese Idee in einem Kontext dar, der gleichzeitig temporär, aber auch zeitlos sein kann.
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LINIE
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LINIE Die Linie ist das wichtigste Werkzeug der klassischen architektonischen Zeichnung. Die Wirkung einer abstrakten, schwarzen Linie ist scharf und eindeutig. Sie vermag die Klarheit einer räumlichen Idee zu unterstreichen. Sie verrät aber auch jeden kleinen Fehler. Die Qualität einer Linie, also das Verhältnis der Linienstärke zur Fläche, ist entscheidend. An unserem Lehrstuhl wird die digitale Zeichnung der analogen Zeichnung gleichgesetzt. Das bedeutet, dass die Merkmale der analogen Zeichnung auf die digitale Zeichnung übertragen werden. Das bezieht sich vor allem auf die Qualität der Linie und die Darstellung von Flächen. Die Schnittstelle zweier orthogonal aufeinandertreffender Linien muss punktgenau sein. Wie in der analogen Zeichnung werden Flächen entweder vollflächig Schwarz oder streng liniert dargestellt. Dadurch erhält die Zeichnung eine subtile aber dennoch sichtbare Feinheit in der Darstellung, die die ganze Qualität eines Blattes bestimmen kann. Für eine ruhige, gleichmäßige Zeichnung ist es empfehlenswert mit möglichst nur einer Linienstärke zu arbeiten. Eine Ausnahme bildet dabei in der Schnittperspektive die Schnittlinie, die die Schnittstelle stärker hervorheben sollte und eine weitere Ausnahme liegt in der Darstellung der Vegetation, Wasserflächen etc. . Bevor mit dem Zeichnen begonnen wird, sollten daher maximal 3 Linienstärken festgelegt werden. Die mittlere, am häufigsten verwendete Stärke wird dabei für Grundrisse / Schnitte / Ansichten, die stärkste Linie für die Schnittstelle der Schnittperspektive und die dünnste Linie für Topographie / Vegetation / Gewässer / Mobiliar etc. verwendet. Das Verhältnis dieser 3 Linienstärken sollte genau abgewogen werden und über den Druck direkt von Anfang an überprüft werden. Linienstärke für Grundrisse, Ansichten Schnitte: Linienstärke für geschnittene Fläche in der Schnittperspektive: Linienstärke für Vegetation, Gewässer, Möbel, Texturen und Schraffuren:
0.18 0.35 0.09
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SCHWARZ
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SCHWARZ Die Linie wird 100% schwarz gezeichnet. Die Tiefe einer schwarzen Linie und die Tiefe einer geschnittenen schwarzen Fläche – wie zum Beispiel geschnittene Erdflächen in Schnitt oder G undriss – unterstreichen den abstrakten Charakter der Zeichnung. Der schwarze Grund bildet ein spannungsvolles Pendant zu einer einzelnen klaren schwarzen Linie. Das Fundament im Grund bleibt im geschnittenen Erdreich weiß. Das Gebäude wird so ganz selbstverständlich in der Erde verankert. Es steht fest im Grund. PUNKT UND STRICH Für die Darstellung von Hohlräumen werden im Grundriss die Flächen gekreuzt. Hohlraum über dem Grundriss: Die sich kreuzenden Linien sind gepunktet oder gestrichelt. Hohlraum unter den Grundriss: Die sich kreuzenden Linien sind linear ohne Unterbrechung. Der Rhythmus der Striche oder Punkte ist entwurfsabhängig. Es lohnt sich unterschiedliche Rhythmen zu untersuchen. Es sei an dieser Stelle auf das künstlerische Werk der Amerikanerin Agnes Martin verwiesen, die ihr ganzes Leben der Untersuchung der Linie gewidmet hat. (Zeichnungen dazu siehe Server) SCHRAFFUR Im Gegensatz zur geschnittenen Fläche werden übrige Flächen, um sie in ihrer Materialität oder Art der Oberfläche zu ennzeichnen, vollflächig mit möglichst ho izontalen bzw. vertikal anzuordnenden Schraffuren oder Texturen belegt. Die Texturen sollten sich in unterschiedlichen Maßstäben unterschiedlich entwickeln. Bei Texturen kann der 100% Schwarzton in einen Grauton verwandelt werden. Aber grundsätzlich gilt auch hier, den „Grauwert“ eher über die Linienstärke und den Abstand der schwarzen Linien zu einander zu erzielen. Texturen und Schraffuren werden möglichst mit der dünnsten Linie dargestellt.
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Abb. 2: Piazza del municipio e fontana monumentale a Segrate, Aldo Rossi, ca. 1965
BÄUME UND GEWÄSSER
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BÄUME UND GEWÄSSER Es wird empfohlen, sich eine eigene Bibliothek für unterschiedliche Bäume in Schnitt und Aufsicht und eine eigene Bibliothek für Möbel und Gewässer anzulegen. Eine raumgreifende Kastanie oder ein knorriger Apfelbaum, ein vertikal wachsender Bambushain oder die strenge Reihung einer Zypressenallee … jeder Baum vermittelt über seine Wuchsart und seine Anordnung im Raum einen bestimmten Charakter und ergänzt die konzeptionelle Idee des Entwurfes entweder oder konterkariert diese. Daher ist die Wahl des jeweiligen Baumsorte mitunter sehr entscheidend für den Charakter und die Atmosphäre der Zeichnung. Mies van der Rohe bevorzugte zum Beispiel gern das leichte, zarte Geäst einer Akazie, welche seine minimalistischen Gebäude harmonisch umspielte. Die Topographie und Gewässer werden grundsätzlich auch mit Linien dargestellt.
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Bäume, Haus und Mensch Abb. 3: Studentische Arbeit bei Valerio Olgiati, Karen Wassung, 2000
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Schwarzplan Abb. 4: Entwurf Deutscher Pavillon Venedig, Heike Hanada, 2014
ZEICHNUNGEN
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SCHWARZPLAN Er zeigt den Kontext und die Körnung der Stadt wie der Landschaft. Alle Gebäude werden als schwarzes Volumen dargestellt. Der Entwurf wird mit dem Erdgeschoß-Grundriss eingefügt. Die Vegetation wie zum Beispiel Baumalleen oder dichte Gehölze können ebenso hinzugefügt werden, wie auch auffällige topographischen Linien oder Gewässerlinien. Als Vorbild dient der sogenannte Nolli-Plan von Rom. LAGEPLAN Dieser zeigt den näheren Kontext des Entwurfes im Maßstab 1:500 oder 1:200. Die umgebenden Gebäudevolumen werden geschwärzt. Der Entwurf wird mit dem dazugehörigen Außenraum, also dem Garten, dem Vorplatz etc. eingefügt. Oberflächen und Materialien des Außenraumes werden detailliert dargestellt.
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Lageplan Abb. 5: Wettbewerb St. Hedwig Berlin, Heike Hanada, 2014
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Piktogramme aus Städtebaulicher Analyse Abb. 6: Städtebauliche Analyse zu Gifu Kitagata Apartment Building, SANAA, 2008
KONZEPT-PIKTOGRAMM Als Piktogramme werden normalerweise Symbole bezeichnet, die eine Information in Form einer einfachen bildlichen Darstellung vermitteln. Sie funktionieren ohne einen zusätzlichen Text und im Optimalfall kann die Information von jeder Person verstanden werden – unabhängig von Sprache, Kultur und individueller Erfahrung. Otl Aicher entwickelte zum Beispiel für das Gelände der Olympiade 1972 in München bis heute in öffentlichen Gebäuden verwendete Piktogramme, um den Besuchern bei der Orientierung zu helfen. Diese Art von Piktogramm ist hier jedoch nicht gemeint. Was Architekten gemeinhin unter Piktogramm oder Schema verstehen, ist die radikal reduzierte räumliche Idee ihres Entwurfes, die sich anhand von wenigen Linien versinnbildlichen lässt. Ähnlich des Konzept-Modells – siehe auch das Manuel GIPS – versucht das Piktogramm das Konzept des Entwurfs oder die Entwicklung dieser Idee zeichnerisch so einfach wie möglich darzustellen. Der abstrakte Gedanke des Entwurfs, der mittels dieser Methode sichtbar wird, wird vertieft und wird für den Betrachter unmittelbar greifbar. Man könnte auch umgekehrt sagen: Lässt sich eine Idee nicht abstrakt darstellen, fehlt ihr eventuell noch die notwendige Präzision, um wirklich klar und folgerichtig umgesetzt werden zu können.
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Schnittansicht Abb.7: A field of Walls, DOGMA, 2012
GRUNDRISS Sie vermitteln in erster Linie die Raumstruktur und die Durchwegung des Gebäudes. Treppen werden als komplette Aufsicht mit kleinem Dreieck (subtilen Pfeil) in die Bewegungsrichtung gezeichnet. Möbel werden nur abstrakt und in möglichst reduzierter Form gezeichnet. SCHNITT Die Schnitte zeigen das räumliche Verhältnis der unterschiedlichen horizontalen Ebenen zueinander. Über die Treppen- und Lufträume werden diagonale Sichtbeziehungen zwischen den Geschossen ablesbar. Das Potenzial eines Schnittes liegt in der räumlichen Wirkung in der Vertikalen. Die Raumproportion wird erst über das Verhältnis der Raumbreite zur Raumhöhe nachvollziehbar. Die Hierarchie der Räume kann über die Raumhöhe gestaffelt werden. Die Eingangsschwelle, wie zum Beispiel der Windfang, ist eventuell niedrig und öffnet sich anschließend in einen hohen Raum, von dem aus das Haus erschlossen wird. Die Inszenierung der Durchwegung hängt sehr von der Durcharbeitung des Schnittes ab. Auch die Ausbildung des Dachabschlusses kann über den Schnitt thematisiert und erfahrbar gemacht werden. Schnitte erklären außerdem auch die konstruktive Idee des Entwurfes, indem der Lastabtrag sichtbar wird. Tragende Stützen und Wände liegen immer! bis ins Fundament hinein exakt übereinander.
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Grundriss EG Abb. 8: Philipp Bischoff, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 18/19
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Grundriss OG Abb. 9: Philipp Bischoff, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 18/19
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Grundriss UG Abb. 10: Lara Voigt & Isabella Skoczek, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 19/20
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Grundriss EG Abb.11: Lara Voigt & Isabella Skoczek, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 19/20
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Grundriss 1. OG Abb. 12: Lara Voigt & Isabella Skoczek, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 19/20
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Grundriss 2. OG Abb.13: Lara Voigt & Isabella Skoczek, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 19/20
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Grundriss DG Abb. 14: Lara Voigt & Isabella Skoczek, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 19/20
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Ausschnitt Grundriss EG Abb.15: Entwurf Deutscher Pavillon Venedig, Heike Hanada, 2014
Schnitt A-A Abb.16: Kaan Özden, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 18/19
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GSEducationalVersion
GSEducationalVersion
Schnitte Abb.17: Kaan Özden, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 18/19
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Schnitt Abb.18: Orkun Ayci & Adrian Vörös, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 20/21 Abb.13:
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Schnitt Abb.19: Lea Metz & Louias von der Heydt, Lehrstuhl Gebäudetypologien WS 20/21 Abb.14: