Reichweite zum Bestpreis
Leapmotor B10 Hybrid EV: Attraktive Alternative für Ein- und Umsteiger

BUSINESS GLOBAL
VWN-Chef Stefan Mecha im exklusiven Interview
S. 18
Reine Strecke
Der kompakte SUV im umfassenden Praxistest
S. 38
So können Fuhrparks und Flotten profitieren FAKTOR FINANZEN S. 56
E-BIKES IM TEST S. 62
Diensträder zu Top-Konditionen

































Für die individuellen Anforderungen Ihrer Flotte stehen wir Ihnen gerne zur Seite:
Hotline: +49 (0)961 63186666
Internet: atu-flottenloesungen.de
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D AUF ACHSE
er erfolgreiche Kaufmann weiß: Wer das Geschäft noch besser kennenlernen und verstehen möchte, geht raus und spricht darüber. Nehmen wir Stefan Mecha, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Dieser Manager von Rang und Namen setzt sich einfach in den batteriegetriebenen Kleinbus eigenen Fabrikats und fährt die 160 Kilometer vom Stammsitz in Hannover nach Hamburg, um sich dort mit electricar-Reporter Henning Krogh zum exklusiven Interview zu treffen. Nach dem intensiven Gespräch nahm sich Mecha noch die Zeit für Fotoaufnahmen an markanten Punkten der Hansestadt. Wir halten fest: Auch im Zeitalter der prall gefüllten Terminkalender, der effizienzgetriebenen Videokonferenzen und der künstlich intelligenten Korrespondenzen sind ausgeruhte Gespräche von Auge zu Auge und mit der daraus resultierenden Tiefe möglich. Das Endprodukt ist entsprechend gehaltvoll, wie Sie – verehrte Leserinnen und Leser – in dieser Ausgabe sehen können.
In der Quintessenz geht es selbstverständlich darum, die Themen, Trends und Entwicklungen national wie global zu analysieren. Es wirkt wie ein schlechter Witz, dass ausgerechnet weltpolitische Krisenszenarien dazu beitragen, dass die Elektromobilität hierzulande massiv an Fahrt aufnimmt. Horrende Spritkosten und die spürbar steigende Unsicherheit bezüglich der fossilen Energieträger lassen E-Autos noch attraktiver erscheinen. Auch die neuen Modelle, mitunter zu erschwinglichen Preisen, und die staatliche Förderprämie tragen zur erhöhten Nachfrage bei. Das Internet-Portal, auf dem die E-Autoprämie beantragt werden kann, ist seit ein paar Tagen geöffnet.

Armin Grasmuck
Chefredakteur
Über die Förderzentrale Deutschland respektive das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, können diese Anträge gestellt werden – auch rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Die Käufer von rein elektrischen Autos erhalten, gestaffelt nach Einkommen und Anzahl der Kinder, bis zu 6000 Euro. Den Taktgebern aus Politik und Wirtschaft bietet sich just in dieser Sequenz der großen Transformation die gute Gelegenheit, ihr Engagement auf andere Bereiche der E-Mobilität auszuweiten – auf die batteriegetriebenen Fahrräder, Roller, Motorräder, Leichtkraftfahrzeuge, Wohnmobile, auch Dienst- und Nutzfahrzeuge sowie Schwertransporter aus dem geschäftlichen Bereich. Im Prinzip erscheint alles unterstützenswert, was die Mobilität von morgen nachhaltig vorantreibt. Viele der neuen Modelle, die in allen Segmenten auf den Markt kommen, sind attraktive Alternativen für das Verkehrsgeschehen, das sich speziell in den urbanen Räumen mittel- und langfristig gravierend verändern wird.
Für all diejenigen, die noch von Reichweitenängsten geplagt werden: Der Markt bietet heute auch hybride Antriebsvarianten, die stark nach elektromobiler Zukunft klingen. Der B10 Hybrid EV, mit dem der chinesische Hersteller Leapmotor sein Portfolio erweitert hat, wird beispielsweise zu 100 Prozent elektrisch angetrieben. Der Verbrennungsmotor, den er an Bord hat, erzeugt ausschließlich den Strom für die elektrische Antriebseinheit. So können die Insassen während der Fahrt viele Vorzüge eines Stromers genießen, ohne Furcht vor der chronisch schwindenden Energie in der Batterie. Die Strategen von Leapmotor gehen davon, dass das nächste Modell der Hybridfahrer ohnehin rein elektrisch sein wird.
Viel Spaß beim Lesen!

Rubriken
Interview in Hamburg: Stefan Mecha
Drive
„WIR DENKEN UND AGIEREN INTERNATIONAL“
Stefan Mecha, Vorstandschef von VW Nutzfahrzeuge, im exklusiven Interview
Volkswagen elektrifiziert den Polo und wertet den ID.3 nachhaltig auf
COOL UND KOMPAKT
Cupra bringt mit dem Raval frischen Schwung in die E-Mobilität
Drei Strategen erklären Zeekrs Designkurs für den europäischen Markt
Der E-Automarkt wächst rasant und regional höchst unterschiedlich
BEST IN CLASS AWARD: JETZT GEHT‘S LOS NEUE
Einzigartiger Fachpreis prämiert die herausragenden Modelle der E-Mobilität
STARK STROMER
Die Formel E wird für Citroën zum elektrischen Entwicklungslabor


Cadillac Optiq: Komfort mit Stil und
TEST: CADILLAC OPTIQ
Komfort im amerikanischen Stil trifft auf Elektroantrieb
Zwei Automarken zeigen besondere Stärken auf dem Weg in die Zukunft
The Tire Cologne setzt Impulse für nachhaltige Reifentechnologien
Leapmotor bringt
Stilvoll, geräumig, elektrisch: Der Business-SUV fährt vor
Reisen in der Luxusklasse, die Kinoleinwand inklusive
Fakten zu E-Autos, die weniger als 35.000 Euro kosten

Formel E: Citroën Racing fährt in Berlin auf das Podest


Clever geplant: Stadtverkehr der Zukunft


72
Stark geladen: Wallboxen im Praxistest
Business
WATT FÜR DIE ZUKUNFT 56
Einfache Kalkulation: Wer günstig laden kann, hat im E-Auto klare Vorteile
DIENSTRAD LEASING 62
16 Dienstrad-Leasing-Anbieter in der gründlichen Analyse
STROMFLUSS DER ZUKUNFT 68
Flotten, Solarstrom und Speicher prägen die Mobilität von morgen
Mobility
WALLBOXEN IM VERGLEICH 72
Neun 22-kW-Wallboxen im ausführlichen Praxistest
NEUE ENERGIE AUF RÄDERN 78
Elektrische Alternativen erobern immer mehr Fahrzeugklassen
FAHREN MIT SYSTEM 84
Flexible Flächen sollen Innenstädte effizienter und sicherer machen
SCHNELLE STROMSTELLEN MITTEN IN BERLIN 88
18 moderne Ladepunkte werden im Zentrum der Hauptstadt eröffnet
LADEPARKS IM PRAXISTEST 90
electricar testet sieben öffentliche HPC-Standorte in Österreich
AMTRON® 4You 400. Das neue, intelligente Einstiegsmodell für das Laden zu Hause: AFIR-konform, mit Solarfunktion und steuerbar per App.
Auf der Power2Drive entdecken!
Die Modelle der Zukunft fahren auf der Automesse in Peking vor MOBILITÄT VON MORGEN 94




Erster Volvo EX60 fährt vom Fließband
Hoch im Norden werden Autos gebaut. In Torslanda – rund 20 Kilometer westlich von Göteborg – fährt der erste EX60, der im Stammwerk von Volvo produziert worden ist, vom Band. Dieser SUV der Mittelklasse wirkt wie ein Meilenstein in der Geschichte des renommierten Unternehmens, bedeutend für ganz Schweden zudem. Die Fahrzeuge von Volvo gelten traditionell als die umsatzstärksten Exportgüter des Landes. Mit dem batteriegetriebenen Neustarter soll die Erfolgsbilanz nachhaltig ausgebaut werden. „Wir möchten die Transformation beschleunigen“, sagt Hakan Samuelsson (Foto unten, rechts), der CEO von Volvo, im Gespräch mit electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck: „Unsere Zukunft liegt in der Elektromobilität.“
Der EX60 ist das erste Modell, das die Strategen des Premiumherstellers konsequent als Elektroauto konzipierten. Er setzt Maßstäbe, was Reichweite und Ladeleistung betrifft: 810 Kilometer respektive 370 Kilowatt. Dazu kommen die neu entwickelte Technik, die gebotene Qualität und der Aspekt Sicherheit, für den Volvo seit jeher steht. Elektrisierte Kunden werden bereits in wenigen Wochen am Steuer des Stromers sitzen. Die Kapazitäten für die Produktion in Torslanda hat Volvo aufgrund der massiven Nachfrage aus ganz Europa bereits erhöht. Detaillierte Informationen und weitere Aufnahmen vom EX60 gibt es in dieser Ausgabe ab Seite 48.
Peugeot: Sanfte Transformation mit Stil
Der E-408 ist pointiert aufgepeppt worden. Von vorn wirkt er frisch bis angriffslustig, am Heck prangt nun der Markenname in großen Buchstaben. Auch technisch hat die überarbeitete Version des kompakten Crossovers zugelegt: 157 Kilowatt, das sind 213 PS. Die 58 Kilowattstunden große Batterie soll Reichweiten von bis zu 460 Kilometer ermöglichen. Zudem können die Akkus vorkonditioniert werden, was die Ladeleistung spürbar verbessert. Einstiegspreis: 46.300 Euro, im Leasing ab rund 250 Euro pro Monat.



Für Profis auf der Langstrecke: Mehr Sitzkomfort im Astra
Der traditionsreiche Autohersteller Opel richtet sich mit seiner jüngst modernisierten Baureihe Astra in Steilheck- und Kombiversion verstärkt an Geschäftskunden und die Betreiber von Fuhrparks. „Unsere Modellpalette ist bestens aufgestellt und bereit für alle Anforderungen und Ansprüche im Flotten- und BusinessEinsatz. Allen voran der neue Opel Astra und Astra Sports Tourer“, schreibt Patrick Dinger, Deutschland-Chef der Rüsselsheimer Stellantis-Marke, im Karrierenetzwerk LinkedIn.
So werden Vielfahrer die schon in der Einstiegsversion serienmäßig verbauten „Intelli-Sitze“ zu schätzen wissen. Diese patentierten Fauteuils weisen eine mittig verlaufende Vertiefung auf, die den Druck auf den untersten Abschnitt der menschlichen Wir-


belsäule spürbar reduzieren soll. Als Resultat stellte Matthias Gunkel, Brand Product Manager bei Opel, im Gespräch mit electricar „entspannten Fahrkomfort auch auf langen Touren“ in Aussicht. Gar mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) als empfehlenswert befunden sind jene Fahrersitze, die Opel im Astra von der gehobenen GS-Ausstattung aufwärts werksseitig montiert.
Neben den Antriebsarten Mild- und Plugin-Hybrid sowie Diesel bietet Opel den Astra als reinen Stromer an: Handlungsreisende, aufgepasst: Der modellgepflegte Electric (115 kW/ 156 PS, ab 37.990 Euro) surrt jetzt mit einer 58-kWh-Traktionsbatterie vom Band, die eine WLTP-Reichweite von bis zu 454 Kilometern ermöglicht. Das sind rund 35 Kilometer mehr als beim Vorgänger. Zudem ist der E-Astra erstmals V2L-fähig: Das Kürzel steht für die Funktionalität Vehicle-to-Load und meint die Möglichkeit, etwa bei einem Kundenbesuch in der freien Natur externe Elektrogeräte mit Energie aus dem Autoakku aufzuladen. Elementarer Faktor auf Dienstreisen bei schlechten Lichtverhältnissen: Das AstraCockpit mitsamt der Benutzeroberflächen des Multimedia-Infotainments hat Opel nach eigener Aussage „noch klarer, übersichtlicher und intuitiver“ gestaltet. Die grafischen Darstellungen sollen nun einfacher erkannt und besser abgelesen werden können.




Lob von Ursula Piëch für MG-Designer Jozef Kaban
Beim Tech Day von MG Motor hat Jozef Kaban im Gespräch mit electricar exklusive Einblicke in seine Arbeit als Chefdesigner der SAIC-Konzernmarke aus China gegeben. Überdies stärkte der langjährige Stylist von Audi und Skoda beim Auftritt in Stockstadt am Rhein seinen Ruf als Teamplayer, der erst im kollegialen Miteinander aufblüht: Er genieße, so der gebürtige Slowake, die „Gesellschaft mit kreativen Menschen“. Der 53-Jährige hob in diesem Kontext Ferdinand Karl Piëch (1937 – 2019) als „kreativen Mann par excellence“ hervor. Zur Erinnerung: Der Ex-Patriarch von VW war treibende Kraft nicht allein hinter dem Projekt Bugatti, und Kaban betont noch heute, dass er „FKP“ viel zu verdanken hat. Ein Beispiel: Ab 1999 durfte sich der junge Jozef, damals neu in VolkswagenDiensten, mit Piëchs Plazet einbringen in die Genese des Supersportwagens Bugatti Veyron 16.4, „was ich ihm nie vergessen werde“ (Kaban). Dies wiederum kommentierte FKP-Witwe Ursula Piëch auf Hinweis von electricar-Autorin Beatrice Bohlig mit Pläsier: „Das freut mich, dass Sie diese bescheidene, große Designerpersönlichkeit getroffen haben“, ließ Ursula Piëch aus Salzburg wissen. „Der Bugatti Veyron war seine ,Praktikantenarbeit‘ unter der Obhut von Chefdesigner Hartmut Warkuß. Mein Mann entschied sich für seinen Vorschlag. Herr Giugiaro gratulierte. Solch großartige Gesten waren möglich.“
Tempomat und Einparkhilfe: Der Twingo macht die Show
Voilà, hier fährt das Stadtmobil der nächsten Generation vor. Der rein elektrische Renault Twingo ist die neue Interpretation des populären Urmodells, charmant wie raffiniert gestaltet. 3,79 Meter kurz und entsprechend agil rollt dieser Kleinstwagen. Dazu kommen komfortable Elemente, die für einen Flitzer dieser Kategorie außergewöhnlich sind: der Touchscreen mit der über Google gesteuerten Navigation etwa, der Tempomat oder die Einparkhilfe, die den Stromer automatisch in jede Lücke schiebt – ohne Hand am Steuer. Klein und fein erscheint die Batterie an Bord, die gut 260 Kilometer ermöglichen soll. Der Einstiegspreis beträgt 19.990 Euro, das Leasing startet bei rund 100 Euro im Monat.




DER NEUE P7+
In nur 10 Minuten ultraschnell laden. Elektrisch ohne Kompromisse.

446 kW Ladepower, in nur 10 Minuten von 20-80% ultraschnell laden, größter Innenraum seiner Klasse, Vollausstattung und 7 Jahre Garantie.
Ab 46.600 € UVP | Aus Europa für Europa.
Stromverbrauch 15,2 - 17,4 kWh/100 km; CO2-Emission 0 g/km; CO2-Klasse: A (kombinierte Werte gem. WLTP).
Neues aus Peking: Robotaxis, Raketenautos und hybride Visionen
Die Mobilitätsmesse Auto China gilt als größte Branchenschau der Welt. Doch das Event in der pulsierenden Metropole Peking bietet auch ein faszinierendes Spektrum an neuen Modellen mit smarter Software und innovativer Batterietechnik sowie zahlreiche Nachrichten aus dem Management der ausstellenden Unternehmen.
electricar-Reporterin Beatrice Bohlig konnte sich im Reich der Mitte persönlich davon überzeugen. Den Stand etwa von We Ride, eines Anbieters autonom fahrender Vehikel, zierte ein silberschwarz lackierter Robobus (Foto rechts oben), der mit seinen vergleichsweise kompakten Abmessungen und sauberem Elektroantrieb den öffentlichen Personennahverkehr auch in den engen Gassen verwinkelter Altstadtkerne revolutionieren könnte.
Gleich nebenan wiederum, beim vor allem für Haushaltsgeräte bekannten Hersteller Dreame, zog ein knallgelbes Konzeptauto viele Besucher in seinen Bann: Der Nebula Next 01 (Foto rechts Mitte) verbindet vorn spektakulär nach oben öffnende Schmetterlingstüren mit hinten konventionell angeschlagenen Portalen unter einer schnittigen E-Hypercar-Hülle. Eine Spezialversion mit zwei Feststoffraketen im Heck soll
brachiale Beschleunigungswerte ermöglichen – von null auf Tempo 100 schießt der Booster-Bolide theoretisch in lediglich 0,9 Sekunden. Handfeste betriebliche Praxis hingegen rückte der chinesische Changan-Konzern in den Mittelpunkt seiner Messeaktivitäten: Neben der neuen Generation sogenannter Blue-CoreHybridantriebe wurde ein nachgeschärfter Wachstumsansatz präsentiert: „Heute legen wir den ‚Vast Ocean Plan 2.0’ mit größerer Entschlossenheit und einer offeneren Denkweise vor“, erklärte Zhao Fei, General Manager von Changan Automotive. „Sieben strategische Optimierungen“ nimmt sich das Unternehmen vor, darunter die „Verschiebung von einer Chinazentrierten hin zu einer global ausgerichteten Entwicklung mit regionaler Anpassung“. Das Styling etwa der Elektrolimousine Deepal L06, die vermutlich auch nach Europa kommt, erläuterte Changan-Chefdesigner Klaus Zyciora im Gespräch mit Reporterin Bohlig (Foto rechts unten). Weitere Neustarter, Showcars und Visionen von der Automesse in Peking gibt es in dieser Ausgabe ab Seite 94.
INFO beijingautoshow.com/de









Chinesische E-Kastenwagen für Gewerbe in Europa
Ein chinesisches Schwergewicht drängt auf den deutschen Markt für leichte Nutzfahrzeuge: Der Geely-Konzern schickt sein Tochterunternehmen Farizon mit den elektrisch angetriebenen Transportern V7E (ab 32.600 Euro netto) und SV (ab 44.900 Euro) in den Wettbewerb mit Fiat, Renault, Mercedes-Benz und Co.: „Wir verfügen bereits über ein Ersatzteillager in Deutschland, bevor unser erstes Fahrzeug einen Kunden erreicht“, wirbt Farizon-CEO Cook Xue (Foto unten rechts) um Vertrauen. Und weiter: „Wir haben Bosch und ZF als Partner gewonnen, da diese uns evaluiert und sich für eine Zusammenarbeit mit uns entschieden haben“. Lieferant der Traktionsbatterien ist Weltmarktführer CATL. Mit einer WLTP-Reichweite von 475 Kilometern im City-Verkehr soll sich der V7E besonders als E-Stadtlieferwagen eignen. Der in sechs Größen erhältliche SV bietet ein Frachtvolumen von bis zu 13 Kubikmetern und eine Nutzlast von gut einer Tonne. Farizon richtet sich auch an spezialisierte Aufbauhersteller: Beim Raunheimer Event zum Markteintritt in Deutschland stellte Next-Van aus Viersen einen auf dem SV basierenden Umbau vor: Mit elektrischer Seitentür und automatischer Trittstufe eignet sich das Fahrzeug etwa als Schüler-Shuttle. Mit Alufaltrampe oder Linearlift am Heck wird das Fahrzeug zum barrierefreien Minibus, so für Altenheime und Pflegedienste. INFO global-de.geelycv.com



Citroën: Spezielle Variante für den Stadtverkehr
Einer für alle. So lautet der Wahlspruch, mit dem der französische Hersteller den ë-C3 in der Version Urban Range auf den Markt bringt. Der Kleinwagen ist klar auf die alltäglichen Fahrten im lokalen Verkehr ausgelegt, die Batterie mit ihren 30 Kilowattstunden entsprechend dezent dimensioniert. Rund 200 Kilometer ohne nachzuladen sind laut Hersteller möglich. Das Fahrzeug bietet Platz für fünf Personen, bis zu 310 Liter fasst der Kofferraum. Der Neustarter kann mit der Leistung von 7,2 oder elf Kilowatt im AC-Modus, etwa an Wallboxen, geladen werden – am Schnelllader mit bis zu 30 kW. Preis? Ab 19.900 Euro. Dank der Boni, die Citroën den Kunden gerade gewährt, und der staatlichen Förderprämie kann dieser Betrag erheblich reduziert werden. Das Leasing beginnt bei rund 150 Euro im Monat.
DS N°7 bringt Pariser Eleganz auf die Langstrecke
In wenigen Tagen konfigurierbar und spätestens ab diesem Herbst auf dem Asphalt: die neue N°7, sprich Nummer sieben, von DS Automobiles. Es ist ein elegantes wie massives Premium-SUV, das in der kompakten Klasse frische Akzente setzt. Laut Hersteller stecken bis zu 740 Kilometer in der voll geladenen Batterie. Die knapp 800 Kilometer von Hamburg nach München sollen angenehm und komfortabel mit nur einem Ladestopp zurückgelegt werden können. Alles im feinen Pariser Chic, für den DS traditionell steht. Die rein elektrische Nummer sieben startet bei 56.300 Euro, der Plug-in-Hybrid ist 8600 Euro günstiger.

SCHNELL



















Blind Cover Set: ermöglicht die Vorverkabelung von zukünftigen Ladepunkten























Neustarter GAC produziert bei Magna in Graz
Pick-up von KGM: Einfach gut geladen
Der Musso EV von KGM ist ein rein elektrischer Pick-up mit Wow-Faktor. 5,16 Meter lang, Doppelkabine für fünf Personen und die 1,35 mal 1,52 Meter große Pritsche, auf der sogar Europaletten bei einer Nutzlast von 500 Kilogramm transportiert werden können. Der robuste, in Südkorea produzierte Neustarter bietet zudem moderne Elemente wie das vernetzte Info-Display, den zentral angeordneten Touchscreen sowie das direkt verbundene Smartphone. Und für alle Ästheten: Dieser E-Truck ist gerade mit dem renommierten Red Dot Design Award ausgezeichnet worden. Der Musso EV kann frontgetrieben oder in der Allradversion geordert werden, er soll Reichweiten von mehr als 400 Kilometer pro voll geladener Batterie bieten. Ab gut 40.000 Euro, das Leasing startet bei 400 Euro im Monat.

In Europa, für Europa – so lautet das Motto, das konsequent umgesetzt zu werden scheint. Und jetzt aufgepasst: GAC, der chinesische Hersteller mit Sitz in Guangzhou, hat die europäische Version des Modells Aion UT im Designzentrum in Mailand konzipiert, zusammengebaut wird der Neustarter bei Magna in Graz, das Teile- und Logistikzentrum ist in Rotterdam angesiedelt und der Vertrieb in Amsterdam. So weit alles klar?! Die kompakte Limousine mit dem schrägen Heck fährt batteriegetrieben. 150 Kilowatt, das sind 204 PS. Reichweite bis zu 430 Kilometer nach WLTP-Standard. Auf der ersten Testfahrt in und um Mailand wirkt der Stromer angenehm ruhig und vergleichsweise komfortabel abgestimmt. Die italienischen Designer haben ihre Idee –frisch, munter, zeitlos – geschickt umgesetzt. Auch bietet der Kompakte vergleichsweise viel Platz im Innenraum, selbst in der zweiten Sitzreihe. Das Volumen des Kofferraums beträgt 440 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen bis zu 1600 Liter. Noch in diesem Jahr soll der Aion in Deutschland auf den Markt kommen. Grundpreis: weniger als 30.000 Euro.



CATL denkt den Akku neu
Der chinesische Batteriehersteller CATL stellt die nächste Generation der E-Autoakkus vor. Im Mittelpunkt steht eine Dual-Power-Batterie, die Reichweiten von bis zu 1500 Kilometern ermöglichen soll. Zwei Energiesysteme arbeiten dabei in einem Akku: eines für Effizienz und Leistung im Alltag, eines als Reserve für lange Strecken. Zugleich entwickelt CATL eine neue Schnellladetechnik, die in wenigen Minuten genug Energie für mehrere hundert Kilometer liefern soll. Damit soll die Reichweitenangst spürbar verringert und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge weiter beschleunigt werden. INFO catl.com



NRGkick
Österreichische Qualität trifft auf intelligente Elektromobilität
NRGkick steht für präzise entwickelte Ladeinfrastruktur, die höchste Qualitätsstandards mit intelligenter Funktionalität verbindet. Als „Made in Austria“-Produkt wird jede Einheit unter Einhaltung strenger Fertigungsrichtlinien hergestellt und erfüllt die Anforderungen automotive konformer Fertigung. Auch die Software wird in-house hergestellt.
Mitsubishi Eclipse Cross: E-SUV für
lange
Strecken
In der Ausgabe electricar 2/26 wurde in der Rangliste „E-Autos mit Top-Reichweite“ irrtümlicherweise der Mitsubishi Eclipse Cross PHEV abgebildet. Gemeint war selbstverständlich der neue, vollelektrische Eclipse Cross BEV, der im Oktober 2025 auf den Markt kam. Das SUV fährt mit einer 87 Kilowattstunden starken Batterie bis zu 627 Kilometer weit, lädt an Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW, bietet optional 22 kW AC-Ladeleistung. Zudem erreichte der Eclipse Cross fünf Sterne im Euro-NCAP-Test.

Insbesondere für Unternehmen bietet NRGkick eine zukunftsorientierte Lösung im Flottenmanagement: Charging4Fleets! Die flexible Wallbox ermöglicht ortsunabhängiges Laden und integriert eine effiziente Abrechnungslösung. Ladevorgänge können eindeutig zugeordnet und automatisiert erfasst werden, wodurch sich der administrative Aufwand reduziert und volle Kostentransparenz entsteht. Das macht NRGkick zu einem starken Werkzeug für die Elektrifizierung von Firmenflotten. Charging4Fleets bietet auch die Möglichkeit der Abrechnung von Ladungen der Mitarbeiter. NRGkick verbindet Qualität, Innovation und Flexibilität zu einer Lösung, die den Anforderungen von heute und morgen gerecht wird. Besonders in Kombination mit PV-geführtem Laden entfaltet sich ein zusätzlicher Mehrwert: Überschüssige Solarenergie kann intelligent genutzt und direkt ins Fahrzeug gespeist werden – ohne zusätzliche Hardware.
NRGkick verbindet damit Nachhaltigkeit, Flexibilität und zukunftssichere Technologie in einer ganzheitlichen Lösung.





Renault, Dacia und Alpine: Mehr Elektro, mehr Präsenz
Der Fahrzeughersteller Renault will mit seinen drei Pkw-Kernmarken auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein breiteres Spektrum abdecken als je zuvor. „Mit einer erneuten Produktoffensive werden wir unser Momentum weiter steigern“, so ließ der französische Konzern im Rahmen eines gemeinsamen Workshops der Marken Dacia, Alpine und Renault in München verlauten. Dazu passte in Bayern die selbstbewusste Ankündigung der Führungskräfte vor Ort: „Mehr Elektrofahrzeuge, mehr Hybride, mehr globale Präsenz“. Im Anschluss an die Präsentation, in der die Strategien des Konzernmarkentrios detailliert erläutert wurden, konnten die electricar-Reporter Beatrice Bohlig und Henning Krogh die Performance aktueller Testwagen buchstäblich erfahren. So gefiel der Renault Austral E-Tech Full Hybrid 200 (Foto links oben) bei einer kurzen Probetour mit seinem komfortbetonten Interieur und der ausgewogenen Antriebskombination von DreizylinderBenziner und zwei Elektromaschinen.

Als Reichweite soll das 4,51 Meter lange Reise-SUV bis zu 1100 Kilometer nach WLTP-Standard bieten.
Das größte Plus des ebenfalls getesteten Dacia Jogger Extreme Hybrid 155 (Foto unten, Auto links) ist sein überaus großzügiges Platzangebot. Hinzu kommen die markentypisch günstigen Preise: Als Fünfsitzer ist das Hochdach-Crossover schon ab 25.590 Euro zu haben, mit sieben Sitzen kostet er exakt 1000 Euro mehr.
Rein elektrisch und mit der offiziellen Leistung von 295 Kilowatt, rund 400 PS, zugleich stark motorisiert fährt die Alpine A390 GT (Foto links Mitte) vor: Den Spurt von null auf Tempo hundert etwa vermag der sportive Stromer nach Angaben des Herstellers in nur 4,8 Sekunden zu absolvieren. Zum Vergleich: Das Basismodell des Porsche Taycan beschleunigt kein einziges Zehntel schneller. Auch bezüglich des Designs setzt die rasante Alpine spezielle wie reizvolle Akzente.

sigl@electricar
E-MAIL AUS INGOLSTADT

Hier schreibt Kurt Sigl
Er streitet, poltert und insistiert. Er treibt und verbindet, erklärt und stört. Kurt Sigl ist Experte der Elektromobilität und schickt für jede Ausgabe von electricar eine E-Mail aus Ingolstadt, in der er aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Themen seiner Branche analysiert und kommentiert. Als Mitbegründer und langjähriger Präsident des Bundesverbandes eMobilität gilt Sigl als Leitfigur auf den Gebieten der Elektromobilität und der erneuerbaren Energie. Der kernige Oberbayer, einst im Dienst von Audi, punktet mit seiner über Jahrzehnte ausgeprägten Expertise und der Gabe, Menschen zusammen zu bringen. Mit Nachdruck arbeitet er daran, traditionelle Strukturen und Denkmuster zu hinterfragen, um Raum für neue und zukunftsfähige Modelle zu schaffen.
Ein Traum, der die Welt elektrisiert
Ich weiß, es klingt gespenstisch. Doch im Schlaf ist mir ausgerechnet Donald Trump begegnet – im Jahr 2028 und als unfreiwilliger Architekt der globalen Energie- und Mobilitätswende. Getriggert hat mich wohl die Eskalation rund um die Straße von Hormus, nach deren Blockade die Ölpreise durch die Decke schießen, Tankstellen zu Luxusorten werden und selbst Hardcore-Pick-up Fahrer plötzlich „Fahrrad mit Sitzheizung“ googeln.
Donald reagiert – wie immer – schnell, laut und mit maximaler Selbstüberzeugung, oder eher Selbstüberschätzung.
In einer improvisierten Rede erklärt er: „We don´t need their oil. Oil is overrated. Wind? Solar? Very American!“ Öl ist out, also her mit den Alternativen.
Was als Trotzreaktion beginnt wird zur Doktrin: „Energy Independence 2.0. No Oil. No Waiting, Just Winning.“ Schnell und einfach mit sauberer Energie gewinnen, so lautet das Motto.
Innerhalb weniger Monate passiert das Undenkbare: Subventionen für Öl werden gestrichen – zu abhängig, „very weak“. Solaranlagen werden zur Pflicht auf jedem Gebäude – „roofs should work, not just sit there“, die Dächer sollen arbeiten. Elektroautos werden steuerfrei, solange
sie nur „schnell und wenigstens ein bisschen protzig“ sind.
Die Industrie zieht mit. Nicht aus Überzeugung, sondern weil Benzin inzwischen mehr als Champagner kostet. Selbst die alten Ölriesen entdecken plötzlich ihre große Liebe zum Wind – vor allem, weil dieser keinen Cent kostet und auch nicht blockiert werden kann. Das Wort Sonne bekommt für sie plötzlich eine neue, eine unendlich währende Bedeutung.
Europa schaut, wie gewohnt, irritiert aus der Ferne zu. Während man dort jahrelang über den Netzausbau diskutierte, hat ein geopolitischer Schock plus Trumps Ego gereicht, um alles zu beschleunigen. Am Ende steht eine Reihe von Windrädern, spiegeln sich Solaranlagen in der Sonne.
„Honestly, nobody wanted this more than me“, strahlt Donald und klopft sich auf die Brust: „I saw it coming. The wind and the beautiful sun told me.“ Na klar, er hat selbstverständlich schon immer an die Kraft von Wind und Sonne geglaubt ... Mein Wecker klingelt, rein elektrisch betrieben, was für ein Glück!
EINES DER ÄLTESTEN
GEWERBE
Auch in der Gastronomie, hier nahe der Reeperbahn, leisten VW-Nutzfahrzeuge gute Lieferdienste.

WIR DENKEN UND AGIEREN INTERNATIONAL „
Text: Henning Krogh
Stefan Mecha, Vorstandschef von VW Nutzfahrzeuge, spricht über die wachsende Bedeutung des globalen Geschäfts mit Kleinbussen und Transportern sowie die weitere Elektrifizierung von Stadtlieferwagen.
Zudem gibt der Topmanager die Marschrichtung im Militärsektor vor.
Mehr als 21.000 Beschäftigte, weltweit 428.000 abgesetzte Einheiten im Geschäftsjahr 2025 und ein Umsatz von 16,9 Milliarden Euro: Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) ist eine große Nummer im Wolfsburger VWKonzern. Zum exklusiven Interview mit electricar kommt Stefan Mecha, CEO des international als VW Commercial Vehicles bekannten Herstellers mit Hauptsitz in Hannover, eigens nach Hamburg.
Der 56-Jährige ist unweit der Hansestadt aufgewachsen, schaut dort gern Fußball – und schätzt die Vielfalt der Sehenswürdigkeiten, vor denen bunte Bilder entstehen sollen, die zu seinem facettenreichen Arbeitsfeld passen.
Sie sitzen seit Juli 2025 dem Markenvorstand von Volkswagen Nutzfahrzeuge vor. Welche Highlights seither gelten Ihnen als besonders wichtig?
Stefan Mecha: Für mich war es sozusagen ein Heimspiel, denn zu Volkswagen Nutzfahrzeuge bin ich ja zurückgekommen.
2005 war ich Regionalleiter im Export, das war meine erste Runde bei VWN, und die habe ich schon in sehr guter Erinnerung behalten. Die Marke ist einfach herausragend. Und du spürst sofort, wenn du reinkommst in das Geschäft, dass das eine große Verantwortung ist, diese superstarke Marke auch in die Zukunft zu führen. Meine Kolleginnen und Kollegen haben diesen Stolz, BulliBauer zu sein. Das ist der kulturelle Kitt. Wir haben unglaublich tolle Produkte für die unterschiedlichsten Anwendungen – von einem Crafter-Nutzfahrzeug als Drei-Seiten-Kipper bis hin zum CamperVan. Das leben wir auch entsprechend: Mit dem gesamten Vorstand haben wir in Sankt Peter-Ording den Surf-Weltcup begleitet – und haben natürlich im Grand California übernachtet. Die gesamte Mannschaft hat also Leidenschaft, sie brennt für VWN.
Mit ID. Buzz und ID. Buzz Cargo sowie E-Caravelle und E-Transporter als Kas -
tenwagen und Kombi hat VWN fünf rein elektrische Fahrzeuge im Programm. Ist die Modellpalette damit schon breit genug aufgestellt? Für die Zukunft natürlich nicht, weil wir wissen, dass sich jenseits der Dreißigerjahre, gerade in Europa, das Verbrennergeschäft deutlich reduzieren wird. Die Rahmendaten zielen einfach ganz klar auf Elektrofahrzeuge. Das bedeutet, dass wir zum Beispiel im Caddy-Segment oder auch in unserer Baureihe Crafter auf jeden Fall auch ein Elektromodell brauchen. Daran arbeiten wir. Es ist unser Antrieb, immer wieder in das Konzernregal zu schauen und sich zu fragen: Was können wir nutzen, um unsere Gesamtflotte zu elektrifizieren? Das muss weitergehen.
Mit „Antriebskraft der zwei Herzen“ wiederum sind von VWN der Caddy E-Hybrid und dessen Cargo-Pendant sowie der Multivan E-Hybrid und der California E-Hybrid zu haben. Der Mutterkonzern VW schärft seine Hybridstrategie nach – was bedeutet das für die Pläne von VWN?
Wir sind in der sehr guten Lage, dass die Marke frühzeitig entschieden hat, beide Antriebsarten im E-Hybrid zu vereinen.

DER HSV Mecha im Trikot des Fußball-Bundesligisten, dessen Heimspiele er nach Möglichkeit direkt im Hamburger Stadion verfolgt.


Das hilft unseren Kunden sehr. Gerade bei den aktuell hohen Kraftstoffpreisen kann man den gesamten Regionalverkehr elektrisch abdecken. VWN hilft es ebenso bei der Erreichung der CO₂-Ziele. Bei den Plug-in-Hybriden sind wir also sehr gut aufgestellt.
Die Markengruppe Core soll unter anderem das Heben von Synergien fördern. Welche konkrete Kooperation von VW Pkw und VWN sowie Seat/Cupra und Skoda finden Sie vielversprechend, welche Varianten sind noch denkbar? Es gibt so viele Projekte, die wir gemeinsam machen. Etwa Synergien im Konzern bei den Plattformen. Wir nutzen zum Bei-
EXPERTE FÜR ASIATISCHES
VWN-Lenker Mecha gilt nach vielen Berufsjahren im Reich der Mitte als einer der besten ChinaKenner des VW-Konzerns.
spiel den MQB für unseren Multivan und den MEB für den ID. Buzz. Das sind zwei Plattformen, die von Volkswagen Pkw entwickelt wurden. Hinzu kommen entsprechende VWN-spezifische Features, Hardware und Software. Diese gemeinsame Basis und die damit verbundene Skalierung hilft allen in der Brand Group Core, um Kosten zu sparen. Der nächste Level ist die New Urban Family von Cupra, VW Pkw und Skoda. Die Autos entstehen im Schulterschluss. Solche Synergien sind extrem wichtig, denn unnötige parallele Entwicklungen dürfen wir uns nicht leisten. Im Managementteam mit Thomas Schäfer, Klaus Zellmer, Markus Haupt und mir besprechen wir regelmäßig, wo wir

als Brand Group Core noch stärker wirken können und legen eine gemeinsame Richtung fest. Das wird sich noch sehr stark weiterentwickeln, und das ist richtig gut.
Gibt es weiße Flecken auf der Landkarte von VWN, die Sie demnächst schließen wollen? Und wo – geographisch – will VWN sein bereits etabliertes Geschäft möglichst zügig ausbauen?
Schon lange vor meiner Zeit als CEO bestand dieser große Wunsch, die Nutzfahrzeugidee zurückzubringen in die USA und nach Kanada. Nordamerika ist ein riesengroßer Markt auch für das Nutzfahrzeuggeschäft. Wir haben mit dem ID. Buzz den Fuß in den Markt gesetzt. Das Auto kommt gut an. Man fährt mit dem Auto die Straße entlang und die Leute sind wie verzaubert. Alle haben diesen Flashback zu T1 und T2, zur Hippie-Bewegung. Die Marke hat eine starke Geschichte. In Mexiko und Lateinamerika sind wir kontinuierlich vertreten. Die Hauptstoßrichtung in Nordamerika zielt also auf die USA und Kanada. Daneben gibt es viele Märkte, die extrem gewachsen sind in den letzten Jahren, zum Beispiel Usbekistan. Auch da haben wir schon mal ein paar Nutzfahrzeuge verkauft, doch besteht ein Wahnsinnspotenzial. Es gibt viele Märkte, die für uns noch wirkliche White Spots sind.
Ob China, Südafrika, Brasilien oder auch Russland – Sie waren in geschäftlich überaus bedeutsamen Ländern für den VW-Konzern aktiv. Inwiefern prägt diese internationale Erfahrung Ihren Blick auf die VWN-Aktivitäten im Heimatmarkt Deutschland?
Die vielen Blickwinkel, auch in kultureller Hinsicht, haben meine Persönlichkeit extrem geprägt und auch meinen Managementstil. Dafür bin ich dem Unternehmen dankbar. Ich folge der Idee, ein bisschen mehr Leichtigkeit zu haben, andere Freiheitsgrade im jeweiligen Markt einzubringen, und das auch in die Zentrale zu übertragen, um schnelle Entscheidungen zu treffen. Ich war die letzten drei Jahre in China, deren Innovationskraft ist unglaublich. Es ist extrem wichtig, dass wir auch davon lernen. Internationalität ist
für uns als Volkswagen Nutzfahrzeuge überlebensnotwendig. Wir sind heute sehr europazentriert, weil es unsere Homebase ist. Wir denken und agieren international. Aber ich glaube, wir haben noch große Marktchancen, wenn wir auch in andere Märkte expandieren, wie das Beispiel des ID. Buzz zeigt. Den gibt es jetzt auf allen Kontinenten, und wir haben erstmals mehr als 60.000 Fahrzeuge im letzten Jahr verkauft.
„Militär“ und „demographischer Wandel“ sind signifikante Schlagworte in der gesellschaftlichen Debatte. Zieht es Sie mit VWN aus aktuellen Anlässen verstärkt in das Rüstungsgeschäft?
Und welche Perspektiven als Kunden für VWN bieten etwa die boomenden Pflegedienste für ältere Menschen?
Autos für Pflegedienste, Ambulanzumbauten, Transportfahrzeuge für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zählen zu unserer DNA. Das bleibt ein Wachstumsmarkt für die Zukunft. Auch im Verteidigungsbereich werden unsere Fahrzeuge einfach gebraucht. Da gibt es zum Beispiel handelsübliche Fahrzeuge, wie sie auch der Fuhrparkservice der Bundeswehr einkauft. Es gibt handelsübliche Fahrzeuge mit militärischem Nutzungspotenzial, die oft geländegängig sind und Tarnfleckenfarben tragen. Da arbeiten wir zusammen mit Aufbauherstellern, um dieses Geschäftsfeld zu entwickeln. Wir bleiben bei unserer Kernkompetenz: wir entwickeln ausschließlich Fahrzeuge.
Autonomes Fahren ist ein potenzielles Wachstumsgeschäft. Moia gilt vielen Beobachtern als Rohdiamant, der noch nicht seinen vollen Glanz entwickelt hat. Was ist zu tun?
Mit Moia hat der Konzern in der Tat einen Diamanten in der Hand. Das Ride-Pooling-Geschäft hat Moia vor zehn Jahren in Deutschland aus der Taufe gehoben und in Hamburg mit unserem Pluto, einem umgebauten E-Crafter, weiterentwickelt. Das ist eine tolle Startaufstellung, um in die autonome Zukunft zu führen. Wir haben die einzigartige Chance, das Unternehmen ganz konsequent als Tech-Unternehmen

VIELER LASTER ANFANG
Das Stammwerk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken.
zu positionieren. Und das machen wir mit Moia und vollautonomem Level 4-Fahren. Moia ist der einzige europäische Anbieter, der eine Kombinatorik namens Turnkey Solution hat: Dazu gehören der vollautonom fahrende ID. Buzz sowie die gesamte Bandbreite von Betriebssteuerung und Fleet Management. Das Team macht da echt einen herausragenden Job.
„Wir müssen sicherstellen, dass die Elektromobilität noch stärker greift.“
Das Stammwerk Stöcken feiert sein 70-jähriges Bestehen. Was steht ganz oben auf Ihrer Management-Agenda, damit es auch im nächsten Jahr und 2031 – dann rund um 75 Jahre VWN –gute Gründe zur Freude gibt? Zentrales Stichwort: Beschäftigungssicherung. Klar, Beschäftigungssicherung treibt die Mannschaft und uns als Vorstand gleichermaßen um. Der Standort Hannover ist integraler Bestandteil der Nutzfahrzeugfamilie und ergänzt sich gut mit den Werken in Poznan und Wrzesnia. Für Hannover, wo wir den Multivan und den ID. Buzz bauen, müssen wir sicherstellen,
dass die Elektromobilität noch stärker greift. Nur dann können wir mit unserem Produktportfolio wachsen. Wir möchten mehr und mehr Kunden davon überzeugen, dass Elektromobile die Fortbewegungsmittel der Zukunft sind. In einer sehr frühen Phase arbeiten wir bereits intensiv an der nächsten Fahrzeuggeneration, die wir auch in Hannover bauen wollen – das ist unser Projekt „Space“.
Vor VW standen Sie in Diensten von Daimler, dem Weltmarktführer im Segment der Nutzfahrzeuge, und Großflottenbetreiber Sixt. Haben Sie je ein, zwei Beispiele für persönlichen Know-howTransfer als Führungskraft aus diesen Tagen für die Leser von electricar? (lacht). Mein Know-how-Transfer setzte schon vorher ein. Nach der Schule bin ich zwei Jahre zur Bundeswehr gegangen und habe beim Heer eine Offiziersausbildung gemacht. Mitgenommen habe ich da die Themen Disziplin und Kameradschaft. Später bin ich ins Automobilgeschäft eingetaucht, zunächst bei Sixt, ins damalige Car Mobility Consulting. So kam ich in Kontakt mit den Themen Flottenmanagement und Mobilitätslösungen. In der darauffolgenden Zeit bei Daimler habe ich bei Smart angefangen. Dort herrschte damals eine tolle Aufbruchsstimmung. All diese Erfahrungen helfen mir noch heute im Beruf.



Der VolkswagenKonzern treibt die Transformation in die Mobilität von morgen konsequent voran. Nach gut 51 Jahren kommt das Kultmodell Polo erstmals rein elektrisch auf den Markt – und der ID.3 fährt nachhaltig aufgewertet vor.
ZNEUE MASSE
urück in die Zukunft. Der Titel des Filmklassikers aus den 80er-Jahren passt perfekt zu diesem Neustarter: ID. Polo – zum ersten Mal verknüpft Volkswagen einen traditionsreichen Modellnamen mit den kernigen Attributen des batteriegetriebenen Fortschritts.
Es ist eine Zeitenwende bei VW. Der Polo, seit relativ genau 51 Jahren auf dem Markt sowie mehr als 20 Millionen Mal gebaut und ausgeliefert, fährt in die Mobilität von morgen. Die siebte Modellgeneration dieses Klassikers ist die erste rein elektrische.
„Unsere Modellnamen sind in den Köpfen der Menschen fest verankert“, sagt Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen und Mitglied des Konzernvorstands: „Sie verkörpern Eigenschaften wie Qualität, zeitloses Design und Technologie für alle. Daher werden wir unsere bekannten Namen in die Zukunft führen. Der ID. Polo ist nur der Anfang.“ Auf der ersten Präsentation des neuen Modells im Hamburger Hafen betonen die VW-Oberen unisono, mit welcher Konsequenz sie die hauseigene Transformation voranzutreiben gedenken. Geht ihr Kalkül auf, wird der Bestseller Polo zum Volksstromer. Ein alltagstauglicher Kleinwagen für den Massenmarkt, der

Die durchgehenden Lichtbänder vorn und hinten sowie das beleuchtete Markenlogo wirken wie moderne Akzente. Im Innenraum besticht der ID. Polo mit vergleichsweise üppigem Platzangebot und neu entwickeltem Cockpit.
den Einstieg in die Elektromobilität spürbar erleichtern soll – mit dem Grundpreis von weniger als 25.000 Euro. Das Leasing beginnt laut den Internet-Seiten einiger Händler bei 149 Euro. Noch in diesem Jahr werden die ersten Neuwagen ausgeliefert.
Klare Linien, klassisch, kompakt
Der ID. Polo ist auf der neu konfigurierten und konzerneigenen Elektroplattform MEB+ entwickelt worden, laut Hersteller soll er im Vergleich zu früheren ID-Modellen wie dem ID.3 deutlich Vorteile haben, was das Gewicht, das Platzangebot für bis zu fünf Personen und den Verbrauch betrifft. Dazu kommt der Kofferraum mit dem Volumen von bis zu 440 Litern.
Optisch ist der neue Volkswagen leicht als Polo zu identifizieren. Klare Linien, klassisch und kompakt. Die Lichtbänder vorn und hinten sowie das beleuchtete VW-Logo wirken als Akzente der Moderne. Im Innenraum präsentieren die Konzernstrategen stolz ihr neu entwickeltes Cockpit mit dem großen, zentral angeordneten Touchscreen und einer Reihe von Tasten für wichtige Funktionen, die der Fahrer im Alltag schnell, einfach und ohne Wischer


am Bildschirm bedienen kann. Auch die Druckknöpfe am Lenkrad sind nach einer klaren Logik neu sortiert worden.
Zwei Batteriegrößen, 37 und 52 Kilowattstunden, werden für den Polo angeboten. Sie sollen Reichweiten von 300 respektive 450 Kilometern nach WLTPStandard anbieten. An Schnellladesäulen zieht der kleine VW den Strom mit der Leistung von bis zu 130 Kilowatt. In rund 20 Minuten sollen die Akkus folglich von zehn auf 80 Prozent geladen werden können. Stichwort Vortrieb. Die Elektromotoren leisten je nach Konfiguration 116 bis 226 PS.
Alternative für kühle Rechner
Mit diesem Gesamtpaket zielt VW primär auf Privatkunden aus dem urbanen Raum ab. Kosten- und effizienzorientierte Autofahrer, oft ohne eigene Wallbox, die in die Elektromobilität einsteigen möchten – junge Familien, auch Pendler. Es ist zudem davon auszugehen, dass der ID. Polo seinen Platz im städtischen Carsharing und anderen Flotten einnehmen wird. Durch die günstigen Leasingraten und die kurzen Lieferzeiten, die der Hersteller proklamiert, scheint er dafür prädestiniert zu sein.
ID.3 NEO: UPDATE KOMPLETT FÜR DAS URMODELL
Zeitgleich mit dem ID. Polo wird die aufgewertete Variante des VW ID.3 vorgestellt. Das Urmodell der Elektromobilität ist von den Konzernstrategen optisch und inhaltlich komplett neu ausgerichtet worden. Der ID.3 Neo wirkt bereits auf den ersten Blick runder und geschliffener – und wie ein echter Volkswagen.
Im Interieur präsentiert sich der Kompakte nachhaltig optimiert, speziell was das Cockpit betrifft. Wie der Polo hat auch der ID.3 nun physische Tasten an Bord –anstelle der bisherigen Wischknöpfe. Dazu kommt die neu entwickelte Software, die künftig regelmäßig Over-the-Air, also via Mobilfunk oder WLAN, aktualisiert wird. Technisch bietet der ID.3 Neo einen effizienteren Motor und optimierte Batteriezellen, die je nach Konfiguration Reichweiten von bis zu 630 Kilometern ermöglichen. Einstiegspreis: 33.995 Euro.

HOTSPOT IN DER HAUPTSTADT
Berlin live: Alexander Buk, Deutschland-Chef von Cupra, am Raval mit Reporterin Beatrice Bohlig
COOL UND KOMPAKT
Text: Beatrice Bohlig
Der Raval von Cupra soll den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern. Zwei Topmanager der spanischen Kultmarke erläutern die Strategie.
Der spanische Autohersteller Cupra spricht von einem „rebellischen Elektrofahrzeug“. Raval, so lautet dessen Handelsname –wie der hippe Stadtteil Barcelonas. Doch in deutschen Ohren klingt die Typbezeichnung auch ein wenig nach Krawall, und genau das dürfte vielen Führungskräften des Volkswagen-Konzerns gefallen.
Denn der neue Cupra ist nicht nur das erste von vier Modellen der sogenannten Electric Urban Car Family, das die Markengruppe „Core“ von VW auf den Markt
bringt. Im Sommer, zu Preisen ab 25.950 Euro, und vor den technisch verwandten Vollstromern Volkswagen ID. Polo und ID. Cross sowie Skoda Epiq. Der auf der VWPlattform MEB+ basierende Raval ist auch jener Trumpf aus besagtem Autoquartett, der die Spielregeln in der umkämpften Klasse kompakter Stadtflitzer komplett neu definieren soll.
Letzteres betont Alexander Buk, Geschäftsführer der Cupra Seat Deutschland GmbH: „Der Raval ist ein Game Changer“, sagt der Topmanager im Gespräch mit electricar. „Wir wollen mit diesem Fahrzeug auch jüngere Zielgruppen erreichen



PROVOKANT BIS IN DIE HECKPARTIE
Das Design des neuen Cupra ist innen wie außen bewusst offensiv ausgelegt, um die Emotionen der Kunden zu wecken.
und die Elektromobilität demokratisieren“, fügt der für den wichtigsten Einzelmarkt von Cupra und Seat zuständige Manager hinzu. Familien etwa möchte Buk nach eigener Aussage für das Vier-Meter-Mobil begeistern – und Berufstätige: „Auch im Flottengeschäft wird der Raval mit Sicherheit ein Game Changer sein.“
Servicebetriebe im Fokus
So vielfältig wie das E-Auto an sich sind die Gründe für den Optimismus des Deutschland-Statthalters, mit dem Raval auch zahlreiche Betreiber von Fuhrparks zu erreichen: „Zum einen sind die Einstiegspreise hervorragend, zum anderen werden wir sehr attraktive Leasingraten bieten“,
kündigt Buk an. „Gleichzeitig ist durch Reichweiten von bis zu 450 Kilometern volle Alltagstauglichkeit gegeben. Und die hohen Ladegeschwindigkeiten sind ein weiteres Plus“. Da werden auch meist in großer Eile befindliche Dienstleister wie Kurierfahrer, Pizzalieferanten und Anbieter häuslicher Pflege aufhorchen.
„Mein persönliches Highlight beim Raval ist sein Design im Exterieur, aber auch im Interieur“, sagt Buk. „Beides gepaart mit der besagten Alltagstauglichkeit, ohne Verzicht auf die Cupra-DNA“. Chefstylist Jorge Díez und seinen Teams für Farben und Formen ist fraglos auch mit dem Raval ein Blickfänger gelungen. „In Zeiten der E-Mobilität“, so Díez beim Fotoshooting mit electricar in Barcelona, „brauchen wir Fahrzeuge, die Emotionen provozieren“.
Auf just diesen Effekt setzt Sven Schuwirth, im Vorstand von Seat und Cupra verantwortlich für Vertrieb und Marketing: „Wir haben mit dem Raval ein extrem gut positioniertes Auto – etwa beim Design, im Exterieur, im Innenraum. Somit ist er das unkonventionellste Auto in der gesamten Electric Urban Car Family der VolkswagenMarkengruppe Core“, erklärt Schuwirth. Und weiter: „Da ist es nur gut und richtig, genau diesen ersten Schritt mit Cupra zu machen und wirklich positiv zu zeigen, wo der Hammer hängt“.
Die Bedeutung des Raval für das noch junge Kultlabel Cupra nennt der Vertriebsvorstand denn auch „riesengroß“. Zur Verdeutlichung erläutert Schuwirth vier Vorzüge des Fünfsitzers: „Mit ihm aktivieren wir die nächste Zündstufe
und erreichen eine andere Umlaufbahn. So können wir unseren Cupra Tribe vergrößern, neue Kundinnen und Kunden ansprechen. Der Raval hat das Potenzial, für junge Kunden der Erstwagen zu sein. Aber das Auto ist so besonders und vielfältig, dass es auch durchaus als Zweit- oder Drittwagen geeignet ist“.
Bruch mit Konventionen
Deutschland-Chef Buk blickt zurück – und schaut voraus: „Die Cupra-Urban-Rebel-Studie ist in der Serie zum Raval geworden. Auch mit diesem Fahrzeug sprengen wir Konventionen. Ich freue mich riesig auf hoffentlich zufriedene Kunden und gutes Wachstum“. Kollege Schuwirth denkt bereits einen Schritt weiter: „Es wird später noch eine weit sportlicher abgestimmte Version als die Basis geben – und die fährt schon wie ein Gokart.“ Als Flaggschiff der Baureihe denkbar wäre ein Raval VZ Extreme. Für den Moment legt Schuwirth sich fest: „Der Raval ist so ein geiles Auto, dass es mir als Vertriebsvorstand schwerfällt, eine Ausrede zu finden, warum das Modell kein Erfolg werden sollte“. Auch stellvertretend für viele Führungskräfte des VW-Konzerns lässt der Markenvorstand wohl wissen: „Wir zeigen, dass es möglich ist, in Europa richtig geile Elektroautos zu bauen“. Sein eindringlicher Appell: „Lasst uns das bitte positiv sehen und Vollgas geben. Wir alle – in der Automobilindustrie und als Europäer – brauchen das Momentum und ein bisschen mehr Grinsen im Gesicht“.

LADEN, LEICHT GEMACHT
Die Stromzufuhr erfolgt beim Raval auf der vorderen rechten Flanke.
ODER NICHT SEIN DESIGN

Als neue Automarke in Deutschland setzt Zeekr auf einzigartige Optik. Worauf es im Detail ankommt, erklären drei Strategen, die den Expansionsplan des chinesischen Herstellers vorantreiben sollen.
Stefan Sielaff, 64, ist weit herumgekommen in der Welt. Studiert hatte der international renommierte Autodesigner in jungen Jahren am Royal College of Art zu London. Lange Zeit war er für Audi und Volkswagen aktiv, in Ingolstadt, München und dem spanischen Sitges. Ein berufliches Intermezzo führte ihn zu Mercedes-Benz nach Sindelfingen. Für Bentley arbeitete der Stylist aus Crewe in Großbritannien. Seit fünf Jahren residiert Sielaff schließlich im schwedischen Göteborg – als Vice President of Global Design des chinesischen Fahrzeuganbieters Geely Auto.

Die Premiummarke des Geely-Konzerns für Elektromobilität heißt Zeekr. Zur Premiere des Grand Tourers Zeekr 7GT in Deutschland gab Sielaff persönliche Statements ab, die vor dem Hintergrund seiner eigenen Entwicklung noch eindrucksvoller und nachhaltiger wirken: „Der Zeekr 7GT ist das Ergebnis einer konsequenten Designreise – von Göteborg bis in die Arktis. Jedes Detail ist bewusst gesetzt: das Band als digitale Signatur, die Hidden Energy in jeder Fläche, die physischen Bedienelemente als Bekenntnis zum Fahrerlebnis“.
Sielaffs Botschaft: „Dieses Fahrzeug wurde in Europa entworfen – für Europa. Es ist der Beweis, dass Zeekr nicht nur ein Newcomer ist, sondern eine Marke, die bleibt“.


Dies wollte electricar genauer wissen. Neben einem Interview mit Sielaff führte die Redaktion beim 7GT-Event in Raunheim daher auch Gespräche mit Lothar Schupet, CEO von Zeekr in Europa, und Lukas Dohle, Managing Director von Zeekr in Deutschland. Die Leitfrage in den drei Dialogen: Welche Bedeutung hat das Fahrzeugdesign für eine vergleichsweise junge Marke, die sich in Europa und auf dessen Kernmarkt Deutschland als so unverwechselbar wie begehrenswert etablieren will?
Nein zu monotoner Monitorkultur
Soviel vorab: Den Wert gezielt eingesetzter Farben und Formen in ihren Autos stufen die Zeekr-Entscheider unisono als heraus-
ragend hoch ein. „Markenidentität muss sich in der Designphilosophie widerspiegeln“, sagt Stefan Sielaff. Für Lothar Schupet sind „Alleinstellungsmerkmale“ im Pkw-Styling unverzichtbar, als Beispiele für Zeekr nennt er die Anmutung des vorderen Leuchtenbands am 7GT und dessen knallig orange lackierte Bremssättel. Lukas Dohle hebt die „Haptik einiger Knöpfe“ im Cockpit des Grand Tourers hervor: „Alles nur über Displays laufen zu lassen, das fänden viele Kundinnen und Kunden überzogen“. Überhaupt, die Zielklientel: Mit Preisen ab 47.900 Euro für den heckgetriebenen 7GT Core spricht Zeekr finanziell gut situierte Menschen an, „die Natur, Abenteuer und Langstreckenfahrten schätzen – ohne auf Alltagstauglichkeit zu verzichten“, so formuliert es der Hersteller. Gar ein Hauch von Luxus umweht das Flaggschiff 7GT Privilege AWD Launch Edition, das unter anderem Allradantrieb bietet und auf dem deutschen Markt preislich bei 59.400 Euro startet. Zum Vergleich: Für das ebenfalls rein elektrisch motorisierte Modell N°8 FWD Pallas der französischen Stellantis-Marke DS Automobiles, ein frontgetriebenes SUV-Coupé, sind mindestens 58.300 Euro fällig. In technologischer Hinsicht hebt Zeekr sein 800-Volt-Ökosystem und die „Golden Battery der zweiten Generation“ nebst im eigenen Haus entwickelte Akkuzellen hervor. „Mit Batteriekapazitäten von 75 kWh oder 100 kWh, Ultra-Fast-Charging mit bis zu 480 kW und einer Ladeleistung, die 340 km Reichweite in 10 Minuten ermöglicht, setzt der Zeekr 7GT neue Maßstäbe im Segment“, heißt es aus dem Unternehmen.
Dunkler
Trimm-Chic für Europa
Bei der optischen Gestaltung wiederum reklamiert Zeekr eine „eigenständige, unverwechselbare Designsprache“ für sich: „Im Mittelpunkt steht die Philosophie der ‘Hidden Energy‘ – eine Formensprache, die Spannung und Dynamik in klare, minimalistische Oberflächen kleidet. Bündige Flächen, versteckte Fugen, saubere Linien – das Fahrzeug kommuniziert seine Energie nicht durch laute Effekte, sondern durch Präzision“.
Punktgenau liefern will Zeekr denn auch in Europa etwa durch jenes „in Vollschwarz
gehaltene Interieur“ (Sielaff), das im 7GT zu haben ist. „Das bieten wir im Reich der Mitte so nicht an“, verriet der Chefdesigner im Gespräch mit electricar, „die Chinesen mögen es im Auto nicht ganz so dunkel“.
Derlei regional variierenden Geschmäckern kommt Sielaff mit einem engmaschig geknüpften Netzwerk von Styling-Studios verlässlich auf die Spur. Design-, Forschungs- und Entwicklungszentren unterhält Zeekr in Göteborg, Shanghai, Hangzhou und Ningbo. „Wir haben über dreißig Nationalitäten in den Studios“, so Sielaff, „das Multikulturelle funktioniert sagenhaft gut“.
Das Schlusswort des Gestaltungsvirtuosen im electricar-Interview belegt zweierlei – die überragende Bedeutung von Design für Zeekr bei seinen Offensiven auf europäischen Märkten und den Sinn des Chefstylisten für Humor mit tieferem Sinn: „Design is too important to leave it to the designers“, sagt Sielaff und schmunzelt. Das Zitat geht zurück auf David Kester, einst CEO des UK Design Council und als solcher Berater dreier britischer Regierungen rund um Stilfragen und Innovation. Kein Zweifel, sein Studium auf der Insel und die Arbeit bei Bentley haben den Weltbürger Stefan Sielaff nachhaltig geprägt.

Text: Harald Gutzelnig
Die Elektromobilität wächst weltweit mit ungebrochener Dynamik. 2025 wurden laut Daten des Zentrums für Sonnenenergieund Wasserstoff-Forschung (ZSW) rund 21,4 Millionen elektrisch betriebene Pkw neu zugelassen – ein neuer Rekordwert. Gegenüber 2024 entspricht das einem Zuwachs von rund vier Millionen Fahrzeugen. Besonders auffällig: Die Entwicklung wird weiterhin massiv von China getragen.
Mit 14,2 Millionen Neuzulassungen entfallen rund zwei Drittel des globalen Marktes auf die Volksrepublik. Damit liegt China unangefochten auf Platz eins – weit vor den USA mit rund 1,54 Millionen und Deutschland mit etwa 856.500 Fahrzeugen. Großbritannien und Frankreich folgen mit deutlichem Abstand. Die Rangliste zeigt, wie stark sich der Markt geografisch konzentriert.
Doch die absolute Betrachtung erzählt nur einen Teil der Geschichte. Ein differenzierteres Bild liefert der Vergleich im Ver-
BOOM WELTWEIT BOOM
China dominiert, Europa ist stark im Pro-Kopf-Vergleich.
Deutsche ein E-Auto gekauft. 2025 hat jeder
98.

Österreich 9,1 Mio. 89.470 ~ 102
Schweiz 8,9 Mio. 83.860 ~ 106
Frankreich 65 Mio. 476.400 ~ 136
Spanien 48 Mio. 243.300 ~ 197 USA 335 Mio. 1.539.700 ~ 218
Südkorea 52 Mio. 232.800 ~ 223 Italien 59 Mio. 204.600 ~ 288
Quelle: ZSW (www.zsw-bw.de)
hältnis zur Bevölkerung, wie die Grafik links unten verdeutlicht. Hier zeigt sich: Europa ist bei der Marktdurchdringung führend. In Belgien kommt bereits auf rund 66 Einwohner ein neu zugelassenes Elektroauto, in den Niederlanden auf etwa 74. Deutschland und Großbritannien liegen mit rund 98 beziehungsweise 97 Einwohnern pro Fahrzeug ebenfalls auf einem hohen Niveau.
Marktmacht verschiebt sich
China hingegen relativiert sich in dieser Perspektive: Trotz der enormen Stückzahlen entspricht dies etwa einem Elektroauto pro 100 Einwohner. Noch deutlicher wird der Unterschied in den USA, wo eine Neuzulassung auf rund 218 Einwohner kommt. Österreich (ca. 102) und die Schweiz (ca. 106) bewegen sich im soliden europäischen Mittelfeld und zeigen eine stabile Entwicklung. Auch bei den Herstellern verschieben sich die Kräfteverhältnisse weiter, chinesische Marken dominieren den Markt zunehmend. BYD führt mit großem Ab-
stand vor Tesla und Geely. Während Tesla weiterhin zu den globalen Schwergewichten zählt, wächst der Einfluss chinesischer Hersteller rasant – im Heimatmarkt und auch international. Europäische Anbieter wie Volkswagen können zwar mithalten, verlieren jedoch an relativer Dynamik.
China treibt Wachstum
Die Zahlen unterstreichen den globalen Trend, demzufolge die Elektromobilität den Massenmarkt erreicht hat. Allerdings entwickelt sich dieser regional sehr unterschiedlich. China treibt das Wachstum in absoluten Zahlen, während Europa bei der Marktdurchdringung vorne liegt. Die USA hingegen bleiben trotz hoher Gesamtzahlen pro Kopf deutlich zurück.
In den kommenden Jahren wird es interessant zu beobachten sein, ob es in Europa und Nordamerika gelingt, die Dynamik zu beschleunigen – oder ob China seine dominante Rolle weiter ausbaut und die globalen Spielregeln der Elektromobilität zunehmend bestimmt.
Neuzulassungen von Elektro-Pkw nach Marken

2.500.000
2.000.000
1.500.000






23.-25. Juni 2026 Stand B6.310


[BEST
IN CLASS AWARD 2027]

JETZT GEHT‘S LOS!


BEST IN CLASS nimmt Fahrt auf: Die Jury des einzigartigen Fachpreises kürt und prämiert die herausragenden Elektroautos des Jahres. AWARD 2027
Text: Armin Grasmuck
Die Transformation in die Mobilität von morgen läuft auf Hochtouren. Praktisch im Wochentakt kommen neue, rein elektrisch angetriebene Automodelle auf den Markt. In diesem Jahr fahren auch zahlreiche Kleinst- und Kleinwagen vor, die vergleichsweise günstig gekauft, geleast oder abonniert werden können. Für die Juroren von BEST IN CLASS bedeutet dies: Noch mehr Zahlen, Daten, harte und weiche Fakten, die es zu bewerten gilt.
BEST IN CLASS, das ist der einzigartige Fachpreis, den electricar in Kooperation mit dem Institut Neue Mobilität präsentiert. Vom Einstiegsmodell bis zur Limousine im Luxussegment werden die besten E-Autos des Jahres gekürt und prämiert. Zu ermitteln sind die Gewinner von einer mit namhaften Experten besetzten Jury. Diese Fachfrauen und -männer selektieren und bewerten alle in Deutschland angebotenen E-Modelle anhand ihrer Spezifikationen. Effizienz und Nachhaltigkeit stehen hier genauso im Fokus wie klassi-
sche Werte in den Bereichen Fahrleistung, Komfort und Qualität.
Award am Hockenheimring
Stark frequentiert sind die Einreichkategorien, für die sich Autohersteller und andere Produzenten der E-Mobilität in Eigeninitiative mit ihren Modellen und Projekten beworben haben. „Bestes Design“, „Bestes Familienfahrzeug“, „Bestes Flottenfahrzeug“, „Bestes Stadtfahrzeug“ sowie „Newcomer der E-Mobilität“ und „Best Global Brand“ sind die Auszeichnungen in diesen Sonderklassen. BEST IN CLASS: Alle Preisträger werden im Rahmen eines Events auf dem e4 Testival im Oktober am Hockenheimring veröffentlicht und gebührend gefeiert.
„Ich durfte im vergangenen Jahr einen Sonderpreis entgegennehmen“, sagt Michael Jost, Topmanager und Gründer des Unternehmens eD TEC, das Elektroantriebe für Yachten und Schiffe entwickelt. „Es hat mich begeistert, hier von Gleichgesinnten, Überzeugten und Menschen, welche die Zukunft gestalten wollen, umgeben zu sein.“

BEST IN CLASS: Martin Resch (links), Deutschland-Chef von Leapmotor, nahm für den Hersteller im vergangenen Jahr den Award als Newcomer des Jahres entgegen.

Ilker Akkaya (Mitte), Geschäftsführer von EWE Go, konnte den Preis für den besten Ladestromanbieter entgegennehmen.
Mehr Infos unter best-in-class-award.de
smallBOX statt Wallbox
Intelligente Elektrifizierung von Gewerbeimmobilien

Ein Anwendungsfall aus der Automobilbranche
Ein namhafter Automobilhersteller hat mit MAHLE chargeBIG ein innovatives Ladeinfrastrukturprojekt umgesetzt, um die Auslieferung seiner Elektrofahrzeuge effizienter und sicherer zu gestalten. Ziel war es, sicherzustellen, dass die Fahrzeuge bei Übergabe vollständig geladen sind, ohne den Betriebsablauf zu stören.
Ladeleistung auf den Use Case ausrichten
Ursprünglich angedacht war der Einsatz von Schnellladesystemen, doch die damit verbundene hohe Bewegungsfrequenz auf dem Betriebsgelände wäre mit einem erhöhten Unfallrisiko mit Neufahrzeugen einhergegangen. Die Alternative: 100 Stellplätze wurden mit dem smallBOX AC-Ladesystem ausgestattet, das ein zeitlich flexibles Laden über Nacht ermöglicht.
Flexible Montagevarianten für maximale Sicherheit
Um mechanische Installationen auf den Parkflächen zu vermeiden, erfolgt die Stromzufuhr über Zuleitungen aus der Dachkonstruktion. Die Ladeeinheiten sind mittels Kabelrollern unter der Decke installiert, wodurch sich die Kabel nach Abfahrt der Fahrzeuge automatisch aufrollen und potenzielle Gefahrenquellen und Störkonturen am Parkplatz eliminiert werden.
Warum chargeBIG?


MAHLE chargeBIG ist ein etablierter Player für professionelle und skalierbare AC-Ladeinfrastruktur. Der zentralisierte Systemansatz der smallBOX ermöglicht eine einfache und schnelle Installation. Das integrierte Lastmanagement nutzt den vorhandenen Stromanschluss maximal aus ohne das Netz zu überlasten. Die chargeBIG App bietet dem Nutzer eine einfache und schnelle Freischaltung sowie volle Transparenz über eichrechtskonforme Ladevorgänge. Außerdem sind chargeBIG Ladepunkte eRoaming fähig, sodass der Ladevorgang auch mit der präferierten Lade-App bequem gestartet werden kann.
MAHLE chargeBIG
Pragstr. 26 - 46
70376 Stuttgart
www.chargebig.com
STARK STROMER
Top Speed und mehr: Nur wer das Rennen lesen kann und es entsprechend nachhaltig gestaltet, fährt in der Formel E auf das Siegerpodest. Das neu formierte Citroën Racing Team hat seine Lektionen gelernt.
Coup auf der Rennstrecke: Das neu formierte Citroën Racing Team dreht bei den zwei Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft in Berlin an den richtigen Schrauben – und fährt direkt auf das Podest. Nick Cassidy wird im ersten Rennen Zweiter, Teamkollege und ExWeltmeister Jean - Éric Vergne fährt im zweiten auf Rang acht. Die Siege gehen
an Nico Müller, der im Porsche seinen ersten Triumph in der Elektro-WM überhaupt feiert, und den Jaguar-Piloten Mitch Evans.
Das Werksteam von Citroën, das in dieser Saison erstmals in der Formel E antritt, bestätigt damit seinen Aufwärtstrend. Berlin, das schien bereits vor dem Start der Rennen klar, ist der ideale Ort für souverän eingefahrene WM-Punkte. Denn der kurze, in vielen Passagen enge Rundkurs auf dem grobkörnigen Vorfeld


des ehemaligen Flughafens Tempelhof, der mitunter chaotische Rennsequenzen birgt, liegt den routinierten Fahrern der französischen Boliden. Cassidy ist der bis dato jüngste Sieger auf dieser Strecke, er triumphierte in den Jahren 2023, 2024 und 2025. Der zweifache Weltmeister Vergne hält den Rekord an Pole-Positions und Podiumsplätzen in Berlin.
„Ich bin sehr glücklich über das Podium, es war eine meiner besten Leistungen“, sagt Cassidy: „Trotz der Enttäuschung im zweiten Rennen zeigt unsere Pace in die richtige Richtung.“ Kurios: Tag zwei startet er nach starkem Auftritt in der Qualifikation von Platz drei ins Rennen.
Nach einer Kollision bereits in der achten Runde hat Cassidy lange zu kämpfen, bevor er infolge der Schäden kurz vor dem Ende des Rennens ausscheidet.
Transfer in die Serienmodelle
Citroën nutzt das Engagement in der Formel E, um seine Expertise im Segment der batteriegetriebenen Fahrzeuge voranzutreiben und Innovationen für Serienfahrzeuge zu entwickeln. Die Markenstrategie des traditionsreichen Autobauers zielt auf nachhaltige und urbane Mobilität von morgen.
„Bei Citroën muss Innovation dem Alltag dienen“, sagt Xavier Chardon, der CEO des Herstellers: „Die Formel E


ist unser Weg, elektrische Leistung in alltäglichen Fortschritt umzusetzen. Der Motorsport war schon immer Teil unserer DNA. Wir sind stolz darauf, nun dieses neue Kapitel zu schreiben.“ Das Citroën Racing Team wird auch in der nächsten Saison in der Formel E fahren.
Die bewusst nachhaltig konzipierte Rennserie dient als Testlabor für elektrische Antriebe, Rekuperation und Energiemanagement. Technologien wie das Zweimotorensystem mit der Rekuperation von bis zu 600 Kilowatt fließen direkt in Straßenautos ein. Als Werksteam innerhalb des Stellantis-Konzerns versucht Citroën die Rennen zudem zu nutzen, um Image und Bekanntheit beim jungen und digitalen Publikum in den Stadtzentren zu steigern.
Nach den Rennen in Berlin liegt Pascal Wehrlein mit seinem Porsche in der Gesamtwertung der Formel E vorn. Neun Termine stehen noch im Saisonkalender. Gefahren wird in Monaco, Sanya, Shanghai, Tokio und zum großen Finale in London, wo am 16. August der neue Weltmeister die Zuschauer elektrisiert.
FLOTTE QUOTE
In Berlin triumphierte Cassidy bereits dreimal – 2023, 2024 und 2025. Er ist bis dato auch der jüngste Sieger.
OPEL STEIGT 2027 EIN
Spektakuläres Comeback auf dem heißen Asphalt: Opel wird zur Saison 2026/27 als Werksteam in der internationalen Rennserie antreten. Unter dem Namen „Opel GSE Formula E Team“ – GSE steht für Grand Sport Electric – tritt der traditionsreiche Hersteller aus Rüsselsheim mit dem hochmodernen Rennwagen GSE 27FE in die neue Gen4-Ära ein. Opel unterstreicht damit die Strategie, E-Mobilität nachhaltig mit seiner Motorsport-DNA zu verbinden. «Die Teilnahme an der Formel E markiert einen neuen Meilenstein für Opel auf dem Weg in eine elektrische Zukunft», sagt CEO Florian Huettl. Als Test- und Entwicklungsfahrerin wurde das deutsche Nachwuchstalent Sophia Flörsch (25) verpflichtet.

STARK UNTER STROM
Marken, Modelle und Services mit besonderer Relevanz für die Elektromobilität
Der Markt für Elektromobilität entwickelt sich rasant weiter. Neue Modelle, technische Fortschritte, digitale Services und veränderte Vertriebsstrukturen sorgen dafür, dass einzelne Hersteller in bestimmten Bereichen besonders sichtbar werden.
Auf dieser Doppelseite richtet die electricar-Redaktion den Blick auf zwei Unternehmen, die im aktuellen Marktumfeld durch klar erkennbare Stärken auffallen. Dabei geht es keineswegs um einen klassischen Vergleichstest und auch nicht um eine pauschale Bewertung der gesamten Marke. Im Mittelpunkt stehen konkrete Kategorien, in denen die Hersteller aus Sicht der Redaktion besondere Akzente setzen.
Grundlage der Auswahl war eine redaktionsinterne Analyse, bei der die Entwicklungen der vergangenen Monate, die Marktpräsenz, die technische Ausrichtung und das praktische Potenzial berücksichtigt wurden. Als entscheidend betrachtet wurde, wo ein Hersteller im aktuellen Marktumfeld besonders deutlich Profil zeigt – etwa durch technische Lösungen, eine klare Modellstrategie, wachsende Präsenz, überzeugende Services oder andere relevante Stärken im Bereich der Elektromobilität. Am Ende steht jeweils eine Empfehlung für die Bereiche, in denen die Unternehmen besonders überzeugen.

Lade-Performance: Zeekr
Zeekr überzeugt in der Kategorie Lade-Performance, weil die Marke Schnellladen keineswegs nur als Zusatzfunktion, sondern als zentralen Teil ihrer Technikstrategie versteht. Modelle wie der Zeekr 7X und der 7GT setzen auf eine 800-Volt-Architektur und zeigen, wie sich hohe Ladeleistung, starke Antriebe und Alltagstauglichkeit verbinden lassen. Beim 7X nennt Zeekr eine Ladezeit von zehn auf 80 Prozent in 13 Minuten, der 7GT soll mit bis zu 480 kW DC-Ladeleistung in zehn Minuten Strom für bis zu 340 Kilometer nachladen können. Entscheidend ist dabei nicht nur der Spitzenwert, sondern das Praxispotenzial: Kürzere Stopps machen Langstrecken planbarer und senken die Hürde im Alltag. Damit steht Zeekr beispielhaft für eine neue Generation von Elektroautos, bei der Ladegeschwindigkeit, Reichweite und Performance konsequent zusammengedacht werden.

REDAKTIONS-ANALYSE AUFSTEIGER DES JAHRES
LADE-PERFORMANCE

EU-Expansion: BYD
BYD hat sich in Europa in kurzer Zeit von einem neuen Namen zu einem der sichtbarsten Anbieter im E-Automarkt entwickelt. Auffällig ist dabei keineswegs nur das Tempo, sondern vor allem die Breite des Auftritts: Die Marke besetzt inzwischen zahlreiche Segmente, vom kompakten Elektroauto über SUV bis hin zu Limousinen. Parallel dazu wächst die Präsenz in vielen europäischen Märkten – über Händler, Probefahrtangebote und Marketingmaßnahmen. Auch die geplante lokale Produktion in Europa unterstreicht, dass BYD den Markt nicht nur punktuell bedient, sondern langfristig erschließen möchte. BYD fasst in Europa nicht über ein einzelnes Modell Fuß, sondern über ein zunehmend vollständiges Angebot und breite Marktpräsenz.




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REIFEN NEUESTER TREND
Text: Armin Grasmuck
350 Aussteller aus 110 Ländern: Kreislaufwirtschaft und Innovation sind Kernthemen bei The Tire Cologne. Auf der internationalen Leitmesse für Pneus, Räder und automotiven Service können sich die Marktbegleiter auf höchstem Niveau austauschen, netzwerken und im idealen Fall das nächste runde Geschäft anbahnen.

Wir zeigen Profil. Mit diesem Wahlspruch, dem richtigen Grip und einem klar gestalteten Konzept wird The Tire Cologne von 9. bis 11. Juni in der Kölnmesse zur höchst relevanten Plattform für das Geschäft rund um die Autoreifen.
350 Aussteller aus 110 Ländern erwartet die internationale Leitmesse, deren Spektrum das B2B für Reifen, Räder und Felgen sowie die damit beschäftigten Werkstätten und Services umfasst – also das Geschäft der Unternehmen untereinander, von Budget bis Premium und natürlich mit dem Fokus auf der großen Transformation in die Mobilität von morgen.
Der Kreislauf der nachhaltigen und auf Recycling ausgelegten Produktion, die Kraft des professionellen Dienstleisters und der Nutzen der künstlichen wie unterstützenden Intelligenz sind Kernthemen, die auf dieser Reifenmesse vorangetrieben werden. Aus der Branche für die Branche, in Köln können sich die Marktbegleiter auf höchstem Niveau austauschen, netzwerken und im idealen Fall das nächste runde Geschäft anbahnen.
Impulse für die Branche
„Wir sind keine reinen Verkäufer von Quadratmetern mehr, sondern eine Plattform für Themen und Austausch“, sagt Ingo Riedeberger, Direktor der Tire Cologne bei der Koelnmesse: „Wir schaffen Orientierung,

EXPERTEN MIT PROFIL
Die Reifenmesse in Köln betrachtet sich als professioneller Impulsgeber für das internationale Fachpublikum.
von Werkstätten zu konstant gesteigerter Effizienz verhelfen sollen.
Im Innovation Lab geht es um nachhaltige Materialien und zirkuläre Produktionsprozesse, die dem Zeitgeist entsprechen. Ergänzt wird dieses Angebot durch das neu entwickelte Segment Material und Produktion, das sich auf die gesamte Wertschöpfungskette fokussiert.
Werkzeuge und Applikationen

wir geben der Branche Impulse – und das auf internationaler Ebene.“ Er beschreibt damit die klare Absicht, diese Reifenschau als global renommierten Branchentreff zu etablieren, der viel mehr als nur neue Produkte und Dienste bietet.
Riedeberger bezieht sich auf das Marktumfeld, das sich durch neue Technologien und veränderte Rahmenbedingungen zunehmend komplexer darstellt. Im engen Zusammenwirken mit der Kölnmesse sowie dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisier-Handwerk haben die Strategen von The Tire ihr Konzept entsprechend nachgeschärft und verfeinert.
Zirkuläre Prozesse
Zentrale Elemente sind weiterhin der Reifenfachhandel und der Großhandel, der traditionell die wichtigste Besuchereinheit der Messe bildet. Gleichzeitig werden weitere Zielgruppen bedeutend, etwa die Flottenbetreiber. Als spezieller Akzent ist das Trans-aktuell-Symposium angekündigt, bei dem etwa 50 Experten aus den Bereichen Spedition und Nutzfahrzeug das Flottenmanagement, die Serviceprozesse und die Kostenoptimierung diskutieren werden. Der imposant klingende Walk of Services ist gezielt auf Dienstleistungen und Werkstattlösungen ausgerichtet. Rund 100 Aussteller zeigen dort neue Technologien und Services, die den Betreibern
Experten und Praktiker zeigen vor Ort, wie Prozesse optimiert und Kosten gesenkt werden können. Konkret geht es unter anderem um reduzierte Ausfälle, verkürzte Laufzeiten und nachhaltig verringerten Energieeinsatz. Auch digitale Werkzeuge und Applikationen mit künstlicher Intelligenz werden dargestellt.
„Die Tire Cologne trennt Hype von Realität“, sagt Sanjay Sauldie, Experte für digitale Transformation in der Automobil- und Reifenbranche. Im Mittelpunkt stehen demnach Anwendungen, etwa in der Qualitätskontrolle, der Produktion oder bei der Organisation von Abläufen im Betrieb. Es geht um bereits verfügbare Module, die in Unternehmen direkt umgesetzt werden können.
Die Kölnmesse, auf der The Tire Cologne seit acht Jahren ihre Pforten öffnet, ist einer der bedeutendsten Schauplätze Deutschlands und ein zentraler Wirtschaftsmotor für die Domstadt und ihre Region. Sie verbindet Branchen, Unternehmen und Fachpublikum, schafft damit eine Bühne für Handel, Austausch und Innovation. Ihre Hallen und Freiflächen, im Stadtteil Deutz direkt am Ufer des Rheins gelegen, bieten Raum für große Leitmessen, Kongresse und Spezialveranstaltungen aus vielen Segmenten. Dazu zählen unter anderem Technik, Industrie, Lifestyle, Ernährung und Digitalisierung. Essenziell ist ihre internationale Ausrichtung. Jahr für Jahr reisen Aussteller und Besucher aus zahlreichen Ländern an, um Produkte zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und Markttrends zu verfolgen. Dadurch ist die Kölnmesse weit mehr als ein lokaler Veranstaltungsort. Für die Millionenstadt ist sie auch aus kultureller Sicht von großer Bedeutung.


D REICHWEITE? KEINE ANGST!
Frisches Design und moderne Technik zum Bestpreis:
Der Leapmotor
B10 Hybrid
EV ist eine attraktive
Alternative
für Einsteiger und Umsteiger in die Elektromobilität.
Text: Armin Grasmuck
ie Anhänger des legendären Captain Kirk aus dem ebenso berühmten Raumschiff Enterprise und andere Weltraumaffine werden den Leapmotor B10 Hybrid EV auf Anhieb zu schätzen wissen.
Mitunter klingt der Neustarter aus dem Reich der Mitte sogar wie ein Raumgleiter aus dem Star-Trek-Universum. Doch dazu kommen wir gleich ...
Hybrid EV? Genau. Damit beschreiben die Strategen von Leapmotor diesen Range Extender, den sie selbst entwickelt haben. Es ist, grob umrissen, ein Plugin-Hybrid, der das Fahrzeug allerdings nur im Elektromodus antreibt. Der Verbrennungsmotor, der mit an Bord ist, wird also ausschließlich gebraucht, um bei Bedarf frischen Strom zu erzeugen. Der chinesische Hersteller, außerhalb des Heimatmarkts in einem Joint Venture mit dem Stellantis-Konzern vereint, zielt mit diesem Hybridmodell speziell auf potenzielle Einsteiger und Umsteiger in die Elektromobilität, die noch von Reichweitenängsten geplagt sind. Von außen betrachtet, gleicht der Range Extender dem rein elektrischen B10 wie ein Ei dem anderen – ausgestattet mit der neuen Technik und der Software, für
die Leapmotor steht. Unser Testwagen fährt in der Version Hybrid EV Design vor. Es ist ein vergleichsweise massiver und voluminöser SUV der kompakten Klasse. Die Frontpartie ist einfach und relativ klar gezeichnet. Unter dem zentral an der vorderen Kante der Haube platzierten Markenlogo verläuft quer ein schmales Band, das mit den Tagfahrlichtern links und rechts endet. Darunter sind die LED-Scheinwerfer raffiniert in die dunkle Frontlippe integriert.
Am Heck sorgt der Dachkantenspoiler für Dynamik. Das quer verlaufende
Leuchtenband und der LeapmotorSchriftzug in großen Lettern geben dem SUV den speziellen Charakter.
Karte als Schlüssel
Los geht‘s! Kein Drücken, kein Sperren. Der B10 Hybrid EV verzichtet auf Schlüssel und Startknopf. Zum Einsteigen und Losfahren reicht die vom Hersteller mitgelieferte NFC-Karte. Einfach an den Außenspiegel halten, prompt ist das Auto entsperrt und die Türgriffe fahren aus. Dann die Karte auf die Mittelkonsole legen und das Fahrzeug ist startklar.


RAFFINIERT GESCHNITTEN
Der lange Radstand ermöglicht den voluminösen Innenraum. Sind die Rücksitze umgeklappt, fasst der Kofferraum bis zu 1005 Liter.

Noch einfacher geht es mit dem entsprechend programmierten Smartphone, die App von Leapmotor überträgt alle Informationen zum Entsperren und Starten direkt ans Auto.
Wir treten die Bremse ... und ja, da schwebt das Raumschiff ... kreuz und quer über den zentral auf dem Armaturenbrett angeordneten Touchscreen. Völlig losgelöst. Schließlich landet der Raumgleiter und der B10 erscheint im Bild – mit Grundfunktionen wie dem Öffnen des Kofferraums, die nach Bedarf per Fingerwisch aktiviert werden können. Eine kleine Spielerei, die uns gefällt.
Angenehm und entspannend
Wir drücken den Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad auf D wie Drive – und der neue Leapmotor rollt los. Oder sollen wir sagen: Er gleitet? Hier fährt ein Elektroauto, sanft und leise, wir spüren es sofort. Und ja, Captain Kirk würde dieser Sound gefallen. Dieses feine Surren, das nach der Mobilität von morgen klingt, wirkt angenehm und entspannend. Es passt zu dem Fahrmodus Komfort, den wir eingelegt haben. Auf dem Bildschirm werden auch Standard und Sport angeboten. Eine Rennmaschine, es sei
an dieser Stelle festgehalten, wird der B10 in keiner Sequenz. Obwohl ihn mehr als 200 Pferdestärken anschieben und er straff abgestimmt über den Asphalt gleitet. Das heißt, zuverlässig in der Spur.
Vier Modi für den Stromfluss
Eine Wissenschaft für sich scheinen die vier Energiemodi zu sein, über welche die Stromversorgung des Range-Extenders reguliert werden kann. EV, EV+, Kraftstoff und Power+, so lauten die
Der Fahrer wählt, wie er den Energieprozess steuern möchte.
Angaben. Kryptisch, zumindest auf den ersten Blick. Doch eigentlich ist es ganz einfach: Das jeweilige Programm beschreibt nur, wie lang das Fahrzeug im reinen Elektromodus gefahren werden kann. Oder anders herum: Es wird definiert, bei welchem Batteriestand sich der Verbrennungsmotor zuschalten soll, um frischen Strom zu produzieren.
Zwei Energiemodi, EV und EV+, arbeiten rein elektrisch. Hier schaltet sich der Verbrenner erst bei sehr niedrigem Batteriestand ein. Erst wenn der Strom in der Batterie bis auf 15 Prozent (EV) oder 25 Prozent (EV+) verbraucht ist, wird der Fahrer animiert, per Fingerwisch den Verbrennungsmotor zur Produktion von frischer Energie zu starten. Speziell im Stadtverkehr und für Pendler, die den B10 grundsätzlich rein elektrisch fahren möchten, sind diese Modi gedacht.
Power+ für maximale Leistung
Dagegen ist die Option Kraftstoff eher für längere Ausfahrten konzipiert worden. Hier fängt der Verbrenner bereits an, Strom zu produzieren, wenn der Batteriestand 75 Prozent erreicht hat. Der Akku wird also bewusst geschont – und elektrische Reichweite gespart, beispielsweise für Umweltzonen im Zielgebiet. Maximale Leistung und sportliche Sequenzen soll seinem Namen entsprechend der Energiemodus Power+
garantieren. Er schaltet sich bereits zu, wenn die Batterie bei 95 Prozent steht, der Verbrennungsmotor erzeugt also fast durchgehend Strom – und verbraucht entsprechend mehr.
Mehr als 80 Kilometer nach WLTPStandard schafft der B10 Hybrid im rein elektrischen Betrieb. Damit sind die meisten der alltäglichen Fahrten im urbanen Raum gut zu meistern. Wer die Möglichkeit hat, zuhause, am Arbeitsplatz oder an anderer Stelle regelmäßig zu laden, fährt quasi ein Elektroauto mit der Option, bei längeren Ausfahrten den Verbrennungsmotor zuzuschalten und entsprechend mehr Reichweite zu generieren. Bis zu 900 Kilometer soll dieser Leapmotor schaffen können, ohne nachzuladen oder zu tanken.
Opulent ausgestattet
Auf unserer Testfahrt können wir sehr gut feststellen, wie die Energiemodi funktionieren. Das Umschalten klappt perfekt, der Verbrennungsmotor schaltet sich auch – im Gegensatz zu den meisten anderen Plug-in-Hybriden – lautlos zu.
Attraktives Angebot:
Im Leasing bereits ab 279 Euro im Monat
Selbst auf der Autobahn fährt und klingt der B10 Hybrid wie ein E-Auto. Fahren wir schneller als Tempo 130, wird das sanfte Schnurren allerdings vom starken Gegenwind und Reifengeräuschen überlagert. Der B10 Hybrid EV ist in der DesignVariante, wie der rein elektrische Leapmotor B10, opulent ausgestattet. Leichtmetallfelgen in 18 Zoll, die 360-GradKamera und das 1,8 Quadratmeter große Glasdach sind in der Kompaktklasse außergewöhnlich. Genauso wie der höchst komfortable Innenraum mit den Premiumsitzen, in der ersten Reihe elektrisch verstellbar, beheizbar und belüftet. Der fast 15 Zoll große Touchscreen ist kompatibel mit Android Auto und Apple Carplay. Dazu kommen das SurroundSoundsystem mit zwölf Lautsprechern,

Der Leapmotor B10 Hybrid EV ist bewusst reduziert gestaltet, an den Armaturen dominiert der 14,6-Zoll-Touchscreen.
das kabellose Laden des Smartphones, die Wärmepumpe für mehr Energieeffizienz und 17 Assistenzsysteme. Der adaptive Tempomat ist auch mit an Bord – und leicht zu bedienen. Einfach den Schalthebel hinter dem Lenkrad zweimal nach unten drücken, danach reguliert das Fahrzeug die Geschwindigkeit in Eigenregie, immer ideal an die Verkehrsverhältnisse angepasst.
Auch gemessen an dem Raumangebot, dürfte der B10 speziell für Gewerbetreibende sowie die Manager von Fuhrparks und Flotten von Interesse sein. Aufgrund des langen Radstands von mehr als 2,70 Meter bietet der Kompakt-SUV das maximale Volumen im Innenraum. Das heißt: Selbst groß gewachsene Passagiere können in der zweiten Sitzreihe überraschend viel Beinfreiheit genießen. Ist die Rückbank umgeklappt, bietet der Kofferraum das Volumen von bis zu 1005 Litern.
Hauch von Enterprise inklusive
Dieses Gesamtpaket und auch die finanzielle Komponente machen den Leapmotor B10 Hybrid EV zur attraktiven Alternative im hart umkämpften Segment der kompakten SUV. Die von uns gefahrene Variante Design steht mit 33.900 Euro auf der Preisliste, bei 279 Euro im Monat startet das Leasing.

TECHNISCHE
HERSTELLER
MODELL
ANTRIEBSART
LEISTUNG
KOFFERRAUMVOLUMEN MASSE / GEWICHT
ANTRIEBSACHSE ANZAHL DER TÜREN
REICHWEITE 0-100 KM/H
SPITZE PREIS

NEUE MODELLE AM START
Der Neustarter aus China hält das Tempo hoch. Im stetigen Rhythmus plant Leapmotor, neue Modelle in den europäischen Markt einzuführen. Der 2015 gegründete Hersteller mit Hauptsitz in Hangzhou, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Zhejiang, profitiert von der Partnerschaft mit Stellantis. Der europäische Mutterkonzern von traditionsreichen Marken wie Opel, Citroën und Fiat ist mit 51 Prozent am Geschäft außerhalb des Heimatmarkts von Leapmotor beteiligt. Die in China produzierten Autos werden auf den Verkaufsflächen der zumeist über Generationen etablierten Autohäuser von Stellantis angeboten.
Nach dem B10 Hybrid EV sollen in diesem Jahr zwei weitere Modelle von Leapmotor in
Europa starten. Der kleine SUV B03X sowie die kompakte und überaus frisch gezeichnete Limousine B05, die bereits auf der IAA Mobility im vergangenen Herbst in München vorgestellt wurde.
Sportlich geschnitten
Die Modellpalette von Leapmotor wird konsequent erweitert. Noch dieses Jahr fahren
der kleine SUV B03X
und die flott gestaltete Kompaktlimousine B05 vor.
Der Leapmotor B05 fährt als sportliches Fließheckmodell vor, das im hart umkämpften Segment der Kompakten für Furore sorgen soll. Urbane Fahrer mit dem ausgeprägten Sinn für Fahrspaß und Lifestyle haben die Strategen des chinesischen Herstellers für den einmal mehr überraschend voluminösen Neustarter im Blickfeld. Der B05 kommt mit Hinterradantrieb und der Leistung von 160 Kilowatt, rund 218 PS. Dazu gibt es zwei Batterieoptionen: LFP-Akkus von CATL mit

Chinesische Elektrotechnologie im sportlichen Design: Der kompakte B05 startet mit dem Vortrieb von 160 Kilowatt durch.


Im Innenraum wird der B05 Elemente von Schwestermodell B10 übernehmen, etwa den Touchscreen, das digitale Cockpit und die 21 Assistenzsysteme.
56 oder 67 Kilowattstunden, die WLTP-Reichweiten von rund 400 bis 482 Kilometern ermöglichen. Am Schnelllader kann der B05 laut Hersteller den Strom mit Leistungen von bis zu 168 Kilowatt in die Batterie ziehen. In 17 Minuten sollen die Akkus von 30 auf 80 Prozent gefüllt werden können.
Der Innenraum übernimmt Elemente vom Schwestermodell B10, etwa den 14,6-ZollTouchscreen und das digitale Cockpit, dazu kommen 21 Assistenzsysteme für den Fahrer. Dagegen ist das Außendesign der Limousine schnittiger gezeichnet und die Silhouette entsprechend dynamischer als beim SUV. Der Einstiegspreis für den B05 beträgt 27.900 Euro. Mit Raten von 249 Euro im Monat beginnt das Leasing, inklusive staatlicher Förderprämie bereits bei 119 Euro. SUV für Einsteiger
Zwischen dem B05 und dem Kleinwagen T03, der bereits seit vergangenem Jahr auf dem Markt ist, wird sich der B03X einreihen. Dieser SUV im Kleinformat stand plötzlich und unvermittelt beim Brüsseler Autosalon zu Beginn dieses Jahres auf der Bühne –startklar für Europa. Die markante Optik der Scheinwerfer gibt diesem Neustarter einen
Geräumiger Stadtflitzer der Moderne: Der B03X besticht durch das markante Design seiner Scheinwerfer, sie geben dem SUV einen speziellen Charakter.


eigenen Charakter. Auf den ersten Blick wirkt er wie der Stadtflitzer der Moderne. Leapmotor zielt damit auch auf Einsteiger in die Elektromobilität, die den Mini-SUV möglicherweise vorerst als Zweitwagen nutzen möchten. Angetrieben wird der B03X von einem vergleichsweise kräftigen Elektromotor mit rund 160 PS. Die Energie zieht er aus einer 53 Kilowattstunden großen LFP-Batterie, die Reichweiten von bis zu 400 Kilometer bieten soll. Der Einstiegspreis soll bei rund 25.000 Euro liegen.
Produktion in Spanien
Mittelfristig wird Leapmotor in Kooperation mit Stellantis auch in Spanien nachhaltig Fahrzeuge für den europäischen Markt produzieren, darunter den B10, der in der Nähe von Saragossa gebaut werden soll. „Wir werden insgesamt vier Modelle im Werk von Stellantis Figueruelas produzieren“, so zitiert das spanische Portal Forococheseléctricos den globalen Qualitätsdirektor von Leapmotor, Ding Yongfei. Bereits in diesem August sollen die Arbeiten im spanischen Werk beginnen, mit dem Startvolumen von 40.000 Einheiten pro Jahr – darunter voraussichtlich auch neue Kleinwagen.

TENDENZ STEIGEND
Leapmotor hat sich in Deutschland nach dem Markteintritt im Herbst 2024 rasant etabliert und laut Angaben von Landeschef Martin Resch (Foto) eine beeindruckende Zwischenbilanz gezogen. Mehr als 7000 neu zugelassene Fahrzeuge konnten demnach allein im vergangenen Jahr verbucht werden, das Händlernetz wurde gleichzeitig auf 110 Standorte ausgebaut. Im ersten Quartal 2026 legte Leapmotor in Deutschland weiter zu: Von Januar bis März wurden 3168 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem deutlichen Plus gegenüber 2025 entspricht. Insgesamt hat Leapmotor inzwischen mehr als 10.000 in Deutschland verkauft. Das am populärste Auto des Herstellers ist hierzulande der rein elektrische Kleinwagen T03, der bereits mehr als 5000 Mal veräußert wurde.

Stromer für alle Sinne: Der Cadillac Optiq bietet ein Gesamtpaket, das höchsten Fahrgenuss garantiert.
Text: Armin Grasmuck
F KOMFORT KOMPLETT
ür all diejenigen, die glauben, Elon Musk habe das Auto in Amerika erfunden: Die goldene Ära der höchst ikonischen Straßenkreuzer liegt in Übersee bereits 70 Jahre und länger zurück. Viel Kraft, viel Chrom, mitunter überdimensionierte Heckflossen: So fuhren die amerikanischen Traumkarren vor – und Cadillac vorneweg. Die Premiummarke aus dem Konzern General Motors wird seit jeher als weltweites Symbol für Innovation, Technologie und den besonderen Style born in the USA gehandelt.
Jetzt fährt Cadillac mit voller Kraft in die Mobilität von morgen. Nach dem Mittelklasse-SUV Lyriq und dem riesigen Siebensitzer Vistiq ist nun der kompakte SUV Optiq, den wir umgehend testen möchten, auf dem Markt. Und ja, so wie er vor uns steht, ist er eindeutig als Cadillac im Zeitgeist zu identifizieren.
Allein das Design. Der Optiq wirkt in jeder Sequenz kernig, massiv mit dem richtigen Drive und anders als alle anderen. Auch anders als andere Autos aus Amerika. An der Frontpartie ist gut zu erkennen, wie charmant die glorreiche Vergangenheit in der Moderne interpretiert werden kann: sanft geschlossen der Kühlergrill, darauf das zentral angebrachte Markenlogo, dazu breite Lufteinlässe und die Kombination aus
Scheinwerfern und Tagfahrlicht, die das Fahrzeug scharf umreißen.
SUV mit eigener Note
Imposant wirken die 21 Zoll großen Leichtmetallräder, die der neue Cadillac wie nahezu jedes Komfort- und Stilelement serienmäßig bietet. Das Heck mit dem großen Dachkantenspoiler, der flachen und abgedunkelten Scheibe und dem Heckspoiler darunter gibt diesem SUV die spezielle Dynamik. Unser Testwagen fährt in der Version Optiq Premium Sport vor. Im Vergleich zu der technisch identischen Variante
Premium Luxury soll er laut Hersteller in einigen Details angriffslustiger wirken, etwa in der Gravur des Kühlergrills. Der erste Eindruck ist durchweg positiv, da steigen wir gerne ein. Prompt kickt uns der Cadillac schon wieder. Denn der Optiq pflegt auch im Interieur seine eigene Note. In dieser Phase, da viele Autobauer den Innenraum bewusst einfach wie reduziert gestalten und auch aus Gründen der Effizienz zunehmend Materialien verwenden, die zart bis spröde erscheinen, setzt dieses SUV auf gediegenen Komfort und Opulenz. Feine Stoffe und Metalle, straffe Polster.

IM

TYPISCH SUV -
Die Motorhaube ist mittellang, flach die Windschutzscheibe, die Dachlinie fällt leicht nach hinten ab. Sind die Rücksitze umgeklappt, beträgt das Ladevolumen im Kofferraum bis zu 1340 Liter.
Speziell die Sitze, bezogen mit einem Gewebe aus zu 100 Prozent recyceltem Kunststoff, fühlen sich tatsächlich so einladend und kräftig wie in den Ikonen aus den 50er- und 60er-Jahren an – Sitzheizung, Belüftung und Massagefunktion inklusive. Sehr angenehm.
Wir drücken den Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad nach unten – D wie Drive – und rollen vom Parkplatz. Das heißt, wir schnurren. Sanft und ruhig gleitet der Optiq über den Asphalt. Und obwohl wir in einem SUV des kompakten Segments unterwegs sind, beschleicht uns alsbald das Gefühl, als reisten wir in der gehobenen Klasse. Satt und straff liegt der Optiq auf der Straße. Sportlich, das kann er. Doch unter uns: Wir gleiten lieber mit ruhiger Hand und tiefenentspannt über die Bundesstraßen des Voralpenlands.
besonders stolz. 19 Lautsprecher und die hochwertige Dolby-Atmos-Technologie sorgen in der Tat für ein einzigartiges Klangerlebnis. Wir drehen gern etwas lauter. Das Auto als Konzertsaal? Nun gut, der Optiq ist zumindest nah dran.
Alle Extras inklusive
Bei aller Liebe zu den feinen Tönen: Auf unserer Tour bekommen wir von Minute zu Minute auch intensiv zu spüren, wie exquisit dieses Fahrzeug ausgestattet ist. Multifunktionslenkrad, Head-up-Display, der 33 Zoll große und leicht gekrümmte Bildschirm für das Infotainment, 360-Grad-Kamera, digitaler Rückspiegel, Panoramadach, die induktive Ladeschale
Auch Google fährt mit und navigiert – alle Ladestopps inklusive.
für das Smartphone und zahlreiche künstlich intelligente Assistenzsysteme – alles und noch mehr mit an Bord. Nur der Metalliclack in Weiß, Silber oder Rot ist gegen Aufpreis erhältlich.

Liegt es am Sound? Auf die Anlage des vor 79 Jahren in Wien gegründeten und heute zu Samsung gehörenden Herstellers AKG sind die Strategen von Cadillac
Wir wissen es zu schätzen, dass der E-Cadillac sich über das einfach und modern gestaltete Cockpit zudem leicht und intuitiv bedienen lässt – vom aktuellen Ladevorgang bis zum Feinjustieren des Ambientelichts mit seinen 126 Farben. Auch Google fährt mit, was speziell den Sprachassistenten zum wertvollen Helfer macht. „Hey Google“, so sagt der Fahrer: „Navigiere uns nach Frankfurt.“ Prompt wird uns die Strecke mit allen relevanten Daten und Ladestopps auf dem großen Bildschirm angezeigt.
Entspannt auf Kurs
Also rauf auf die Autobahn und in die Ferne gleiten. Per Tastendruck schalten wir auf der linken Hälfte des Lenkrads den adaptiven Tempomaten ein. So wird die Fahrt zum reinen Genuss. Der Optiq hält zuverlässig die Geschwindigkeit von 130 km/h, die wir eingegeben haben. Er bremst automatisch, wenn das vorausfahrende Fahrzeug langsamer wird. Und
er beschleunigt wieder, wenn es die Verkehrslage erlaubt. Der Assistent zum Spurhalten sorgt konsequent dafür, dass wir jederzeit auf Kurs bleiben. Jedoch nur solange wir die Hände am Lenkrad haben – sonst schaltet er sich ab. Angenehm ist zudem, dass unser Auto die Kennzeichen erkennt und die Geschwindigkeit bei Bedarf entsprechend anpasst. Es fällt auf, dass der Optiq selbst bei Tempo 130 und darüber angenehm ruhig dahingleitet. So fühlt sich komfortables Reisen sein.
Vibrierende Warnsignale
Einzig das Popometer am Hintern des Fahrers ist gewöhnungsbedürftig. Popometer? Popometer! Ja, auch das gibt es hier. Schaut der Fahrer während der Reise zu lang auf den zentralen Bildschirm oder aus dem Seitenfenster, wird er vom künstlich intelligenten Assistenten durch mehr oder weniger kräftige Vibrationen auf der Sitzfläche animiert, den Blick unverzüglich wieder auf die Straße zu richten. Okay, im Vergleich zum schrillen Gebimmel vieler asiatischer Fabrikate ist das Popometer der dezentere Warner. Den Zwischenstopp an der Autobahn A3 zwischen Nürnberg und Würzburg, Ausfahrt Höchstadt-Ost möchten wir
Den Kundenservice
leistet Cadillac über zertifizierte Partner.
nutzen, um frischen Strom zu tanken. Wir steuern die Schnelllader von Aral Pulse an. Eingeparkt, eingesteckt, der Strom fließt in die Autobatterie. Doch er fließt vergleichsweise zäh. Als Spitzenleistung zeigt der Bildschirm der Stromsäule 105 Kilowatt an, mehr als 110 gibt auch kein offizielles Datenblatt von Cadillac her.
Vortrieb von 224 Kilowatt
Es erscheint in gewisser Weise bedauerlich. Denn könnte der Optiq die Energie doppelt oder sogar dreimal so schnell in den Akku saugen, wäre er – gemessen an dem Fahrkomfort – auch auf Strecken über größere Distanz eine Klasse für sich.
VON MODERNER ELEGANZ
33 Zoll groß ist das leicht gebogene Display mit den Bildschirmen hinter dem Lenkrad und vor der Mittelkonsole. Ausreichend Beinfreiheit bieten auch die Sitze in der zweiten Reihe.

In 36 Minuten soll die Batterie laut Hersteller von zehn auf 80 Prozent geladen werden können. Wir stecken das Kabel früher ab. Der voll geladene Akku ermöglicht laut Werksangaben 425 Kilometer nach WLTP-Standard. 224 Kilowatt beträgt die Antriebsleistung, also etwa 304 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 480 Newtonmetern.
Zwei Varianten, ein Preis
Wie bereits umrissen: Die Preispolitik rund um den Cadillac Optiq ist aus Sicht des Kunden erfreulich einfach. Zwei Designvarianten, voll ausgestattet zum Preis von jeweils 65.000 Euro. Das ist eine stolze Summe, die den entsprechenden Gegenwert zu bieten scheint. Nur für einige Farbtöne wird ein Aufpreis fällig. Über die Bank Santander bietet der amerikanische Autobauer das neue SUV auch im Leasing an, beispielsweise zu Raten von 916 Euro, ausgelegt auf 48 Monate bei der Jahreslaufleistung von 10.000 Kilometern und einer Sonderzahlung von 2500 Euro. Den professionellen Service für seine Fahrzeuge leistet Cadillac in urbanen Zentren bundesweit über zertifizierte Autohäuser, die als Business-Elite-Partner beschrieben sind.

TECHNISCHE
HERSTELLER
MODELL
ANTRIEBSART
LEISTUNG
MASSE / GEWICHT
ANTRIEBSACHSE ANZAHL DER TÜREN
KOFFERRAUMVOLUMEN
REICHWEITE 0-100 KM/H
SPITZE
PREIS

VOLVO EX60: PREMIUM-SUV MIT STIL UND REICHWEITE BUSINESS IN BESTFORM
Dieser SUV der Mittelklasse ist das Auto des Jahres – zumindest für die Strategen von Volvo. Der Tag, an dem der erste EX60 vom Fließband fährt, wird im Stammwerk des schwedischen Herstellers nahe Göteborg entsprechend zelebriert. Natürlich soll das neue Modell an die Verkaufserfolge der hauseigenen Verbrenner anschließen. Speziell als Dienstfahrzeug, das jede Flotte nachhaltig aufwertet. Business in Bestform. Optisch und inhaltlich setzt es neue Maßstäbe, auch im Vergleich mit den batteriegetriebenen Konkurrenten in seinem Segment.
Der EX60 ist ein Volvo – mit allem, wofür der traditionsreiche Hersteller seit fast 100 Jahren steht. Stabilität, die für Sicherheit sorgt. Anspruchsvolle Technik, gediegener Komfort und das Design im nordischen Stil. Der neue SUV hat es, in vielen Sequenzen scheint er sogar etwas mehr zu bieten.
In skandinavisch kühler Eleganz, klar gezeichnet, so fährt er vor. Thors Hammer, die einzigartigen Scheinwerfer von Volvo, wirken am EX60 eine Spur dynamischer. Das Matrix-LED-Licht ist serienmäßig eingebaut. Auf der komplett geschlossenen Front prangt selbstbewusst das Markenlogo. Raffiniert wirken die neu gestalteten Türöffner, die am hinteren Bereich des

KLARES DESIGN
Die scharf umrissene Lichtsignatur grenzt das Heck des Fahrzeugs an den Seiten ab, bis zu 1647 Liter fasst der Kofferraum.


terschafts angebracht sind. Sie öffnen und schließen die Türschlösser elektrisch – und bleiben auch im Falle eines Unfalls aktiv, so versichert Volvo. Auf klassische Türgriffe haben die Entwickler auch aus Gründen der Aerodynamik verzichtet. Am Heck dominiert der zentral angeordnete Markenschriftzug. Stilvoll wirken die schmalen und scharf umrissenen Rücklichter, die das Fahrzeug an den Seiten begrenzen.
Imposante Ladedaten
In dem ebenso klar gezeichneten Innenraum dominieren das neu konzipierte, oben wie unten abgeflachte Lenkrad und der etwa 15 Zoll große Touchscreen, der zentral auf dem Armaturenbrett angeordnet und leicht nach außen gebogen ist. Das große Glasdach gehört zum Serienumfang, gegen Aufpreis lässt es sich elektrisch verdunkeln. Für ein SUV aus dem mittleren Segment sind im EX60 auch die Platzverhältnisse in der zweiten Sitzreihe großzügig bemessen. Als herausragend dürfen die technischen Daten bezüglich Ladeleistung und Reichweite betrachtet werden. Der neue Volvo zieht den Strom mit bis zu 370 Kilowatt aus der Schnellladesäule. Laut Hersteller soll die Batterie in nur 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent gefüllt werden können. Mehr als
800 Kilometer nach WLTP-Standard sind mit voll geladenen Akkus möglich.
Im EX60 kommt die Bauweise Cell-toBody zum Einsatz, bei der die Batterie als tragendes Teil in die Struktur des Fahrzeugs integriert wird. Auf diese Weise wird die Stabilität des Volvo erhöht und gleichzeitig Volumen für den Innenraum gewonnen.
Auch als Offroader
Zum Marktstart hat Volvo zwei Versionen des EX60 im Angebot. Das Einstiegsmodell fährt mit der 83 Kilowattstunden großen Batterie vor, die Reichweiten von mehr als 600 Kilometer ermöglichen soll. Der Hecktriebler leistet 275 Kilowatt, also 374 PS. Stolze 136 Pferdestärken mehr bietet die Allradvariante, in der ein 95-kWh-Akku verbaut ist, der 40 Kilometer mehr verspricht. Der Einstiegspreis des Volvo EX60 liegt bei 62.990 Euro, bei rund 500 Euro beginnen die Monatsraten für das Leasing. Im nächsten Jahr soll das allradgetriebene Topmodell mit der Leistung von 680 PS, 117-kWh-Batterie und der entsprechend ausgedehnten Reichweite folgen. Der höchst ambitionierte Neustarter wird mittelfristig, wie es bei Volvo Tradition hat, auch in einer robusten Cross-Country-Version erhältlich sein – mit mehr Bodenfreiheit und Unterfahrschutz aus Edelstahl. Die Offroader liegen preislich laut Hersteller rund 6000 Euro über den Standardmodellen.
TECHNISCHE DATEN
HERSTELLER MODELL ANTRIEBSART
LEISTUNG
ANTRIEBSACHSE TÜRANZAHL
KOFFERRAUMVOLUMEN MASSE / GEWICHT
REICHWEITE 0-100 KM/H SPITZE PREIS
Volvo EX60 Elektro
ab 275 kW / 374 PS
4803 x 1908 x 1635 mm / 2189 kg
Hinterrad, Allrad 5
523 - 1647 l
611-810 km (WLTP) ab 3,9 Sekunden 180 km/h ab 62.990 Euro

REISEN MIT AUSSICHT
Das Panoramaglasdach gehört im EX60 zum Serienumfang, optional lässt es sich photochromatisch, also elektrisch, verdunkeln.



FEINER RAUMGLEITER
MERCEDES VLE: PURER LUXUS MIT VOLUMEN
Elektromobilität in jeder
Sequenz: Der Mercedes VLE ist das erste Modell von der neuen Van.
EA-Plattform, die der Premiumhersteller konsequent auf batteriegetriebene Fahrzeuge ausgelegt hat. Das heißt: neu entwickelter Antrieb, neue Technik, neue Optik – und noch mehr Komfort. Im Segment der groß dimensionierten Limousinen ist der VLE eine Klasse für sich.
Massiv wie markant und edel gezeichnet wirkt die Frontpartie. Der Stern aus dem Markenlogo strahlt gegen Aufpreis auch aus den LED-Scheinwerfern und auf Wunsch
sogar wie seit jeher zentral angeordnet auf der vorderen Haube. Frische Akzente setzt auch das Heck, das im oberen Bereich von einem Lichtband samt Bremsleuchten und Blinker eingefasst ist. Praktisch erscheint die zweigeteilte Heckklappe, die als ganze oder – wenn es schnell gehen soll – nur auf der oberen Hälfte geöffnet werden kann. Der Innenraum wirkt zumindest auf den ersten Blick wie das Cockpit eines hypermodernen Raumgleiters. Drei Bildschirme sind da von links nach rechts über die gesamte Breite des Fahrzeugs aneinandergereiht: das 10,45 Zoll große Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad sowie der Touchscreen für das Infotainment und die Mattscheibe vor

Der VLE hat elektrische Schiebetüren, die sich mit einer Kickbewegung und ohne Hände öffnen lassen.

dem Sitz des Beifahrers mit jeweils 14 Zoll. Eingerahmt werden die Armaturen von dem modern akzentuierten Ambientelicht.
Kinopaket optional
Dieser luxuriöse Transporter bietet selbstverständlich auch reichlich Platz. Bis zu acht Personen kann der VLE in drei Reihen aufnehmen. Vielfältig sind die Optionen bezüglich der komfortablen Elemente – von einfach gediegen bis First Class. Im besten Fall reisen die Fahrgäste auf Sitzen, die sich automatisch in die Liegeposition bringen lassen. Optional ist ein Kinopaket erhältlich – mit dem 31,3 Zoll großen Bildschirm, der direkt hinter den Lehnen der Vordersitze vom Dachhimmel fährt. Selbstverständlich können damit auch professionelle Videokonferenzen abgehalten werden. Stichwort Volumen. Der Gepäckraum kann je nach Bedarf flexibel gestaltet werden, auch was die Anzahl und Position der einzelnen Sitze betrifft. Von 795 bis 4078 Liter reicht das Ladevolumen. Der Mercedes-Van fährt mit einer 115 Kilowattstunden großen Batterie vor, die laut Hersteller mehr als 700 Kilometer nach WLTP-Standard ermöglichen soll, ohne nachzuladen. Das ist ein Quantensprung im Vergleich zu den Vorgängermodellen – auch was die Ladeleistung betrifft. Dank der neuen Elektroplattform, die auf der
800-Volt-Technologie basiert, zieht der VLE den Strom mit bis zu 315 Kilowatt aus der Schnellladesäule in die Batterie. In nur 15 Minuten sollen somit mehr als 300 frische Kilometer generiert werden können. Im AC-Modus, etwa an der Wallbox zuhause oder am Arbeitsplatz, lädt der Transporter mit bis zu 22 Kilowatt. Fließt die Energie durchgehend auf diesem Niveau, sollte der Akku folglich nach gut fünf Stunden voll geladen sein.
Mehrere Varianten
Der Mercedes VLE ist ab sofort zu den in der Premiumklasse üblichen Tarifen bestellbar. 82.260 Euro, so lautet der Einstiegspreis, der sich über diverse Extras noch deutlich erhöhen lässt. Die günstigsten Angebote im Leasing liegen bei gut 700 Euro im Monat, etwa mit der Sonderzahlung von zehn Prozent des Listenpreises, der Laufzeit von 48 Monaten und der Gesamtfahrleistung von 60.000 Kilometern.
Mittelfristig plant Mercedes, den ElektroVan in weiteren Varianten auf den Markt zu bringen. Eine Version mit reduzierter Leistung und Reichweite, deren Grundpreis bei knapp 65.000 Euro liegen soll, und die Topversion VLE 400 4Matic, die in Fachkreisen bei deutlich mehr als 130.000 Euro veranschlagt wird. Den ultimativen Fahrgenuss verspricht jedes dieser Modelle.
Der riesige Monitor für die hinteren Sitzreihen ist gegen Aufpreis erhältlich.
TECHNISCHE DATEN
HERSTELLER MODELL ANTRIEBSART
ANTRIEBSACHSE TÜRANZAHL
KOFFERRAUMVOLUMEN MASSE / GEWICHT LEISTUNG
REICHWEITE 0-100 KM/H SPITZE PREIS
Mercedes-Benz VLE
203 kW / 276 PS
5309 x 1999 x 1943 mm / 2940 kg
Elektro Vorderrad 5
795 bis 4078 l
713 km (WLTP) 9,5 Sekunden
180 km/h ab 82.260 Euro

Das Cockpit erstreckt sich über die gesamte Breite – mit einem eigenen Touchscreen für den Beifahrer.
E-AUTOS UNTER 35.000 EURO
Klar und deutlich: Auf diesen Seiten finden Sie die wichtigsten Zahlen , interessante Fakten und die Preise zu den neuesten E-Modellen aus dem Jahr 2025. Auf den nächsten vier Seiten:



MARKE BYD BYD CITROËN
Listenpreis (€ inkl USt)
Modellstart 3/25 6/25 9/25
Antriebsart FWD FWD FWD
Karosserieform SUV Limousine
Fahrzeugklasse Kompaktklasse Kleinwagen Kleinwagen
REICHWEITE
Kapazität
Verbrauch / KWh/100 km
Reichweite
Garantie HV
/ WLTP
/ WLTP
Leistung (PS) 177 PS 88 PS 113 PS
Leistung (kW)
BATTERIE
GRÖSSE
Leergewicht 1570



Modell 500e Limousine 23,8 kWh Pop 600e Pop Grande Panda Elektro Pop
Listenpreis (€ inkl USt) 24.990€ 31.490€ 24.990€
Modellstart 9/25 9/25 10/25
Antriebsart FWD FWD FWD
Karosserieform Limousine SUV SUV
Fahrzeugklasse Kleinstwagen Kleinwagen Kleinwagen
REICHWEITE
Kapazität 21,3
Reichweite City / WLTP
LEISTUNG
BATTERIE
Garantie HV Batterie
GRÖSSE Länge
Kofferraumvolumen

















MARKE RENAULT RENAULT SUZUKI VOLVO
Modell 5 E-Tech Electric 120 Urban Range Evolution Twingo Electric Evolution e Vitara eAxle (49 kWh) Club EX30 P3 Essential
Listenpreis (€ inkl USt)
Modellstart 1/25 3/26 1/26 4/26
Antriebsart FWD FWD FWD RWD Karosserieform Limousine Limousine SUV SUV Fahrzeugklasse Kleinwagen Kleinstwagen Kompaktklasse Kompaktklasse
REICHWEITE
/ KWh/100
/ WLTP
Reichweite City / WLTP
LEISTUNG



ELEKTROAUTO DATENBANK
Vergleichen Sie alle in Deutschland verfügbaren E-Autos online unter:

WATT FÜR DIE ZUKUNFT
Text: Wolfgang Plank
Klimatechnisch gilt das E-Auto längst als die bessere Wahl. Doch auch die finanzielle Komponente lässt die batteriegetriebenen Fahrzeuge nun attraktiver erscheinen.
Auch wenn der Tankrabatt gerade ein wenig Linderung verschafft: Wer aktuell bei Esso, Shell und Co. vorstellig werden muss, ist wahrlich schwer zu beneiden. Bei Spritpreisen um und über zwei Euro ist man als Vielfahrer schon mal versucht, sich die Zapfpistole an den Kopf zu halten. Und ein Ende des Schreckens ist eher nicht in Sicht. Schon wegen der zunehmend komplizierten Weltlage – doch auch, weil die notorisch klamme Bundesregierung die vorerst auf zwei Monate befristete Steuersenkung kaum sehr viel länger wird durchhalten können.
Einigermaßen gut lachen haben da alle, die ihr Fahrzeug nicht mit Benzin oder Diesel betreiben, sondern mit Strom. Und also die im Schnitt fälligen 25 Euro Aufgeld je Tankfüllung stattdessen weitaus genussvoller etwa beim Italiener des Vertrauens ausgeben können. Iran hin, Opec her. Und natürlich treiben Gedanken an den schnellen Wechsel besonders diejenigen um, die einen Fuhrpark ihr Eigen nennen oder gar ganze Flotten. Dort, wo die zusätzlichen Spritkosten pro Jahr schnell mal sechsstellig zu Buche schlagen. Da geht’s dann weniger um Pizza und Rotwein, sondern um die Existenz des Unternehmens.
Fest steht: Niedriger wird die Rechnung in Zukunft sicher nicht – da mag die aus der fossilen Branche kommende Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die deutsche Energiepolitik noch so rücksichtslos auf Gas und Öl ausrichten. Für einen tendenziellen Anstieg sorgt neben den weltweiten Konflikten und dem irrlichternden US-Oberzöllner Donald Trump allein schon der in Stufen
steigende CO 2-Preis. Nach Schätzungen des ADAC hat dieser den Sprit bislang bereits um 15 bis 20 Cent verteuert, mit dem ab 2028 geplanten Emissionsmarkt dürfte es an der Zapfsäule noch einmal deutlich nach oben gehen. Unterstellt man die Preisentwicklung der vergangenen fünf Jahre, würde Diesel noch einmal 22 Prozent teurer, Benzin immerhin 14 Prozent. So sparsam kann man gar nicht fahren, dass sich da noch irgendetwas rechnet.
Zugegeben: Auch die Entwicklung des in Deutschland weiterhin sehr hohen Strompreises lässt sich nur schwer abschätzen. Entscheidend wird sein, wie schnell der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangeht und ob – wie von der Politik versprochen – die Stromsteuer tatsächlich sinkt. Allerdings zeigt etwa eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, dass Elektroautos – abhängig von Modell und Fahrleistung – bereits heute keineswegs nur ökologisch, sondern auch ökonomisch die bessere Wahl sind. Das schlägt sich auch in der aktuellen Zulassungsstatistik nieder: Im April hatte erneut mehr als jeder vierte Neuwagen in Deutschland Wicklungen und keine Kolben. Und in dieser Bilanz sind die in Folge der Krise am Golf abgeschlossenen Kaufverträge noch gar nicht aufgeführt.

AM AUTO Für die Betreiber von Fuhrparks und Flotten scheinen batteriegetriebene Modelle mittelund langfristig die bessere Wahl zu sein.

GÜNSTIG STROM ZIEHEN
Es hängt mitunter auch an den Tarifen der öffentlichen Ladepunkte, wie effizient ein E-Auto betrieben werden kann.
Mehr Anreize: Experten sehen die Politik in der Pflicht.
Dennoch sehen nicht wenige Experten die Politik stärker in der Pflicht. Trotz wieder aufgelegter Kaufprämie gebe es immer noch zu wenig Anreize, so der Tenor. Die skandinavischen Länder und auch Frankreich seien da längst weiter.
Kaufpreise gleichen sich an
Die Kosten eines Stromers verteilen sich zwar etwas anders, sind aber grundsätzlich besser zu kalkulieren – ein gerade für Unternehmen nicht zu unterschätzendes Plus. Galten E-Autos lange als deutlich teurer in der Anschaffung, haben sich die Preise den Benzinern und Dieseln spürbar angenähert. Das gilt besonders für kleinere und günstigere Modelle, die seit einiger Zeit verstärkt auf den Markt kommen. Und nahezu alle Untersuchungen zeigen: Sobald sich die Anschaffungsoder Leasingkosten eines Stromers auf dem Niveau des vergleichbaren Verbrenners einpendeln, ist das Elektroauto kaum noch zu schlagen.
Bei Haftpflicht- und Kaskoversicherungen geben sich die einzelnen Antriebe
kaum etwas – im Unterhalt hingegen spricht fast alles für den Batterieantrieb. Schließlich braucht so ein Akkumobil keinen Ölwechsel, keinen Zahnriemen, keinen Turbolader und keinen Partikelfilter. Zu diesen niedrigeren Wartungskosten kommt eine befristete Befreiung von der Kfz-Steuer – und obendrein profitieren Elektroautos von der THG-Quote. Eine Art Emissionshandel, über den selbst Privatleute zwei- bis dreihundert Euro im Jahr verdienen können. Alles zusammengerechnet gibt es sogar ein einziges E-Auto, das bei einer Haltedauer von sechs Jahren und einer Fahrleistung von 12.300 Kilometern pro Jahr – jeweils der deutsche Durchschnitt – günstiger abschneidet als alle Verbrenner: der Dacia Spring. Allerdings ist dieser bezogen auf Platzangebot und Fahrleistungen nicht unbedingt jedermanns Sache. Entscheidend ist zudem, was das Fahrzeug nach ein paar Jahren beim Weiterkauf einbringt. Dieser – von vielen unterschätzte – Wertverlust ist der mit Abstand größte Kostenfaktor. Und zwar
unabhängig vom Antrieb. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) beziffert ihn bei E-Autos im Schnitt etwas höher als bei Verbrennern. Das liegt vor allem an sinkenden Neupreisen und immer noch verbreiteten Bedenken in Bezug auf die Lebensdauer von Batterien. Auch technische Fortschritte bei Reichweite und Ladeleistung könnten den Wiederverkaufswert älterer Stromer drücken. Ebenfalls ein Risiko: Sollte die EU nach 2035 doch noch neue Verbrenner zulassen, könnte das die Nachfrage nach Elektroautos dämpfen.
Faktor Energiekosten
Seine große Stärke indes zeigt der Akkuantrieb bei den laufenden Energiekosten. Der ADAC hat in einer groß angelegten Untersuchung mit verschiedenen Tarifen kalkuliert – 18 Cent/kWh für Strom aus der eigenen PV-Anlage, 35 Cent für den normalen Haustarif sowie 45 Cent für das Szenario, dass hauptsächlich an der heimischen Wallbox geladen wird, hin und wieder jedoch auch öffentlich. Und 60 Cent je Kilowattstunde unterstellt der ADAC schließlich für den Fall, dass das E-Auto stets aushäusig zapft. Die Denkfabrik Agora Verkehrswende hat obendrein ermittelt, dass im Schnitt 70 Prozent des Stromes zu Hause geladen werden und 30 Prozent unterwegs – letztere unterteilt in zehn Prozent an der AC-Säule und 20 Prozent am Schnelllader.

Diverse Musterrechnungen belegen, dass man in den beiden ersten Fällen mit elektrischen Modellen fast immer günstiger als mit vergleichbaren Verbrennern fährt. Erst bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 45 Cent/kWh kippt dieser Vorteil langsam – und bei 60 Cent schneidet der Kolbenmotor in aller Regel besser ab. In der Konsequenz heißt das: Gerade die Betreiber von Fuhrparks und Flotten sollten sich parallel zum Umstieg um ausreichend eigenen Strom aus erneuerbaren Energien kümmern. Die PV-Anlage auf dem Firmendach etwa senkt dabei keineswegs nur die Kosten, sie macht auch unabhängiger. Und mit bidirektionaler Ladetechnologie lassen sich parkende Dienstwagen sogar als Zwischenspeicher nutzen. Vor allem kann man künftigen Turbulenzen an den Tankstellen mit der inneren Ruhe eines Zen-Mönchs begegnen.

AUS EIGENER PRODUKTION
Die Photovoltaikanlage auf dem Firmendach senkt die Energiekosten, sie macht das Unternehmen unabhängiger.
BEQUEME LÖSUNG
Laut Analyse der Denkfabrik Agora Verkehrswende laden im Schnitt 70 Prozent der E-Autofahrer ihre Fahrzeuge zuhause.
STARTKLAR ZUR ERSTEN SCHICHT
Wie intelligente Systeme Elektromobilität alltagstauglich machen

Große Elektroflotten brauchen mehr als Batterien: Entscheidend sind Software, Energieplanung und intelligente Prozesse im Hintergrund.
Wenn am Abend tausende elektrische Lieferfahrzeuge gleichzeitig in ihre Depots rollen, beginnt die eigentliche Belastungsprobe der Elektromobilität. Dann reicht es nicht mehr, dass ein Auto elektrisch fährt. Zu dieser Zeit müssen Stromnetze stabil bleiben, Ladeprozesse koordiniert werden und am nächsten Morgen jedes Fahrzeug zuverlässig einsatzbereit sein. Genau dort zeigt sich, ob Elektromobilität wirklich funktioniert. Die Herausforderungen moderner E-Mobilität entstehen längst nicht mehr nur im Fahrzeug selbst. Entscheidend ist
das Zusammenspiel aus Betriebsabläufen, Ladeinfrastruktur, Energieversorgung, Fahrzeugsoftware und intelligent gesteuerten Prozessen im Hintergrund.
Wenn Algorithmen nachts die Kontrolle übernehmen
Wie komplex Elektromobilität im Alltag tatsächlich wird, zeigt ein gemeinsames Projekt des Engineering-Providers IAV mit DHL. Für eine der größten Elektroflotten Europas entwickelte IAV ein intelligentes Lademanagement für mehr als 37.500 Lieferfahrzeuge.
Die Aufgabe klingt zunächst einfach: Fahrzeuge laden. In der Realität geht es jedoch
DHL-DEPOT
In der Nacht effizient geladen, starten die Zustellfahrzeuge mit voller Batterie in den Tag.

um deutlich mehr. Denn wenn tausende Zustellfahrzeuge gleichzeitig Strom benötigen, entstehen enorme Lastspitzen – mit hohen Kosten und massiver Belastung für die Infrastruktur. Während in den Depots langsam die Lichter ausgehen, übernehmen deshalb im Hintergrund die Algorithmen die Arbeit.
Die Software analysiert kontinuierlich Ladezustände, Energiebedarf und verfügbare Netzkapazitäten. Auf Basis eines digitalen Zwillings priorisiert sie Fahrzeuge, verteilt Energie intelligent und sorgt dafür, dass die vorhandene Infrastruktur möglichst effizient genutzt wird. Für die
Fahrerinnen und Fahrer bleibt davon kaum etwas sichtbar. Morgens steht ihr geladenes Fahrzeug bereit – und das zuverlässig Tag für Tag. Genau diese unsichtbaren Prozesse entscheiden darüber, ob Elektromobilität im großen Maßstab funktioniert – wirtschaftlich, stabil und alltagstauglich. Elektrisch fahren ohne ständigen Blick auf die Reichweite Was passiert, wenn der eine Großauftrag noch zum Kunden muss, die Batterien der Lieferfahrzeuge aber leer sind? Dann kommt IAVs Range Extended Electric Vehicle – kurz REEV – ins Spiel.
DHL
Foto:
Das Prinzip ist einfach: Das Fahrzeug fährt vollständig elektrisch. Ein kompakter Verbrennungsmotor springt nur dann ein, wenn zusätzliche Energie benötigt wird. Er treibt dabei nicht die Räder an, sondern fungiert ausschließlich als Generator für die Batterie. Das Fahrgefühl bleibt elektrisch –leise, direkt und lokal emissionsarm. Gleichzeitig wächst die Reichweite deutlich, ohne dauerhaft von der nächsten Ladesäule abhängig zu sein.
Gerade für Langstrecken oder anspruchsvolle Einsatzprofile kann REEV deshalb eine wichtige Brücke sein. Nicht als Rückkehr zum klassischen Verbrenner, sondern als pragmatische Ergänzung dort, wo rein batterieelektrische Konzepte heute noch an Grenzen stoßen.
Mit „HyperREEV“ bringt IAV zusätzlich eine emotionale Komponente zurück ins elektrische Fahren. Der Range Extender reagiert akustisch dynamisch auf Lastwechsel und Beschleunigung. Der Antrieb bleibt elektrisch – doch der Sound wird wieder Teil des Fahrerlebnisses.
Die wichtigste Technologie bleibt oft unsichtbar
Die Transformation der Mobilität findet nicht nur auf der Straße statt. Sie passiert vor allem im Hintergrund – in Algorithmen, Energiesystemen und intelligent vernetzten Infrastrukturen. Viele dieser Technologien bemerken Menschen im Alltag kaum. Genau das macht sie so entscheidend. Denn am Ende zählt nicht, wie komplex ein System ist. Sondern ob morgens Fahrzeuge einsatzbereit sind, Lieferketten funktionieren und Mobilität zuverlässig verfügbar bleibt. Genau darin sieht IAV seine Rolle als Tech Solution Provider: Technologien nicht nur zu entwickeln, sondern sie unter realen Bedingungen alltagstauglich zu machen. So tragen jede Nacht aufs Neue die automatisierten Entscheidungen im Depot zur Zukunft der Elektromobilität bei.
DIENSTRAD LEASING

DIE GROSSEN ANBIETER
IM VERGLEICHSTEST
16 Dienstrad-Leasing-Anbieter aus Deutschland und Österreich in der gründlichen Analyse: Kriterien wie Konditionen, Service und Benutzerfreundlichkeit stehen im Fokus. Es gilt, die attraktivsten Optionen für das Leasing von Diensträdern herauszufiltern.
Text: Lukas Wenzel-Horner
Das Dienstrad hat sich in den vergangenen Jahren als attraktive und zeitgemäße Alternative zum klassischen Dienstwagen etabliert. Es handelt sich dabei um ein Fahrrad oder E-Bike, das vom Arbeitgeber geleast und dem Mitarbeiter zur beruflichen wie privaten Nutzung überlassen wird. Ähnlich dem Dienstwagenmodell rückt dieses Konzept die nachhaltige Fahrradmobilität in den Mittelpunkt und eröffnet Arbeitnehmern neue Wege der Fortbewegung.
Mit dem wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit und Gesundheit gewinnt das Dienstrad-Leasing in der modernen Arbeitswelt an Bedeutung. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Fahrräder zur Verfügung stellen, unterstreichen ihr ökologisches Engagement, leisten gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur Förderung von Gesundheit und Fitness im Betrieb. Für Arbeitnehmer bietet sich wiederum die Chance, hochwertige Fahrräder oder E-Bikes zu nutzen, ohne die finanzielle Belastung eines Direktkaufs tragen zu müssen.
Steuervorteile als Anreiz
Die monatlichen Leasingraten werden vom Bruttogehalt einbehalten, was zu einer spürbaren Senkung der Lohnsteuer führt. So wird das Dienstrad auch finan-
Mit dem zunehmenden Fokus auf Nachhaltigkeit und Gesundheit gewinnt das Dienstrad-Leasing in der modernen Arbeitswelt stetig an Bedeutung.
ziell attraktiv – insbesondere für jene, die Wert auf Qualität legen, aber hohe Anschaffungskosten vermeiden möchten. Arbeitgeber profitieren gleichzeitig von geringeren Lohnnebenkosten und einer gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit.
Gut für die Gesundheit
Die Fahrräder dürfen auf dem Arbeitsweg und auch in der Freizeit genutzt werden, die Auswahl reicht von Mountainbikes über Cityräder bis zu leistungsstarken E-Bikes. Regelmäßiges Radfahren stärkt zudem Herz und Kreislauf, baut Stress ab und steigert das Wohlbefinden. Studien weisen darauf hin, dass regelmäßiges Radfahren positive Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden haben kann. Unternehmen, die auf das Dienstrad setzen, fördern damit aktiv die Gesundheit ihrer Belegschaft.
So haben wir getestet
Insgesamt haben wir elf Anbieter aus Deutschland und fünf aus Österreich eingehend untersucht. Dabei wurden Leasingrechner, Onlineauftritt und Webseitenstruktur unter die Lupe genommen und von einer fünfköpfigen Jury der electricar-Redaktion bewertet. Anhand zweier Praxisbeispiele – einem E-Bike im Wert von 2000 Euro (bei einem Bruttogehalt von 2700 Euro) und einem weiteren im Wert von 4000 Euro (bei einem Bruttogehalt von 3500 Euro) – haben wir analysiert, bei welchem Anbieter die besten Konditionen zu erwarten sind. Im Rahmen des Vergleichs wurden bei den Anbietern auch Zusatzoptionen wie Versicherung, Jahresinspektion, Wartung und Verschleißteile im Leasingrechner ausgewählt und den Kosten des privaten Direktkaufs gegenübergestellt. Die Resultate wurden prozentual im Verhältnis zum besten Anbieter bewertet, der als Referenzwert 100 Prozent erreichte.
ANBIETER IN DEUTSCHLAND

Webseite: lease-a-bike.de

Webseite: leasing.linexo.de

Webseite: mein-dienstrad.de

Webseite: deutsche-dienstrad.de

Webseite: kazenmaier.de

Webseite: jobrad.org
Webseite: bikeleasing.de
Webseite: eurorad.de

Webseite: radimdienst.de

Webseite: eleasa.de

Webseite: businessbike.de
... UND IN ÖSTERREICH

Webseite: firmenradl.at

Webseite: leasemybike.at

Webseite: lease-a-bike.at

Webseite: bikeleasing.at

Webseite: at.jobrad.org

Link
Steuerklasse
Kinderfreibetrag
Krankenversicherung
Krankenversicherungszusatzbeitrag
Kirchensteuer
Rentenversicherungspflicht
Arbeitgeber vorsteuerabzugsberechtigt
Leasingrate übernimmt Arbeitgeber
Arbeitgeber beteiligt sich an der Leasingrate Versicherung
Jahresdurchsicht
Wartung und Verschleiß
2000 € E-Bike-Preis / 2700 € Brutto-Verdienst
Tatsächliche
4000 € E-Bike-Preis / 3500 € Brutto-Verdienst


Kosten nach 36 Monate exkl. Leistungspakete + Kauf
TESTERGEBNIS







Im Vergleichstest 2026 zeigt sich: Die Konditionen der getesteten Anbieter liegen im Spitzenfeld eng beieinander, der Unterschied zwischen Platz eins und Platz zwei beträgt im Mittel nur wenige Euro pro Monat. Lease a Bike behauptet die Spitzenposition durch die jeweils höchste Ersparnis in beiden Rechenbeispielen und holt damit den Sieg im Vergleich. Mein Dienstrad und linexo by Wertgarantie setzen sich mit überzeugenden Rechnern und sehr guten Webseiten unmittelbar dahinter fest, Deutsche Dienstrad rangiert als vierter Anbieter ebenfalls auf Hervorragend-Niveau. Insgesamt gilt: Wer ein E-Bike per Gehaltsumwandlung leasen möchte, fährt bei keinem der getesteten Anbieter schlecht – der Blick auf den jeweiligen Leasingrechner mit den eigenen Eckdaten lohnt aber in jedem Fall, bevor man sich entscheidet.


Den vollständigen Test mit allen Teilnehmern finden Sie unter: dietester.de/test/archiv/7561378
DIENSTRAD-LEASING-ANBIETER ÖSTERREICH

Anbieter
Link
Familienbonus
Arbeitgeber vorsteuerabzugsberechtigt
Leasingrate übernimmt Arbeitgeber Arbeitgeber beteiligt sich an der Leasingrate
Versicherung
Wartung und Verschleiß
2000 € E-Bike-Preis / 2700 € Brutto-Verdienst Tatsächliche Nettobelastung




€ E-Bike-Preis / 3500 € Brutto-Verdienst Tatsächliche Nettobelastung (Nettogehaltsverzicht)
nach 36 Monate (Netto)

Diesen Test finden Sie auch online unter:




SELBST RECHNEN MIT DEM DIENSTRAD-FINDER
Wer nach unserem Vergleich mit den eigenen Steuerangaben weiterrechnen möchte, findet im Dienstrad-Finder ein praktisches Online-Tool. Der Dienst erlaubt es, einen Leasinganbieter auszuwählen, persönliche Steuerangaben zu hinterlegen und sich daraufhin für rund 10.000 hinterlegte Bikes die tatsächlichen Leasingraten berechnen zu lassen.
Auf diese Weise können Leasingangebote direkt nach realen Monatsraten verglichen und besonders attraktive Konditionen schneller identifiziert werden. Eine sinnvolle Ergänzung zu den Rechnern der Anbieter selbst.
Zum Tool: dienstrad-finder.de/leasing

REINE FAKTEN
Wer ist Sieger im Dienstrad-Leasing-Vergleich 2026?
Lease a Bike holt in Deutschland den Sieg mit der Note „Hervorragend“ (97,9 %) — vor Mein Dienstrad (93,8 %) und linexo by Wertgarantie (92,3 %).
In Österreich holt sich FIRMENRADL den Sieg mit der Note „Hervorragend“ (96,2 %) — vor JobRad (93,7 %) und Lease a Bike (91,3 %).
Wie viel spart man durch Dienstrad-Leasing?
Bei einem 2.000-Euro-E-Bike und 2.700 € Brutto-Gehalt spart man beim Deutschland-Sieger Lease a Bike rund 840 € gegenüber dem Direktkauf. Bei einem 4.000-Euro-E-Bike (3.500 € brutto) sind es rund 1.517 €.
Welcher Leasingrechner ist am besten?
Den Kategorie-Sieg „Bester Leasingrechner“ holt in Deutschland linexo by Wertgarantie mit 95 % der Maximalpunkte für Bedienbarkeit, Klarheit der Ergebnisse und Performance.
In Österreich konnte der Leasingrechner von JobRad mit 94,5 % der Maximalpunkte überzeugen.
Welche Webseite überzeugt am meisten?
JobRad gewinnt in Deutschland und Österreich die Kategorie „Beste Webseite“ mit 95,6 % — vor allem durch starkes Design, Mobilfreundlichkeit und Performance.
Welche Anbieter wurden geprüft?
Im Vergleich 2026 standen elf deutsche Anbieter: Lease a Bike, Mein Dienstrad, linexo by Wertgarantie, Deutsche Dienstrad, eurorad, KazenMaier, Eleasa, Bikeleasing, RadimDienst, JobRad und BusinessBike.
Im Vergleich 2026 standen fünf österreichische Anbieter: FIRMENRADL, JobRad, Lease a Bike, LeaseMyBike und Bikeleasing.

STROMFLUSS DER ZUKUNFT
Text: Philipp Lumetsberger
Die Fachmessen Power2Drive und Intersolar Europe machen sichtbar, wie Ladepunkte, Photovoltaik, Speicher und digitale Steuerung künftig zusammenspielen.
Die Messe München wird von 23. bis 25. Juni zum Treffpunkt für Ladeinfrastruktur, Elektromobilität und erneuerbare Energie. Die Power2Drive Europe findet im Rahmen von The smarter E Europe statt, sie läuft unter dem Motto „Charging the Future of Mobility”. Im Mittelpunkt steht dabei weniger das Elektroauto selbst als die Frage, wie Strom zuverlässig, wirtschaftlich und intelligent ins Fahrzeug kommt, sei es zu Hause, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum oder entlang wichtiger Verkehrsachsen.
Rund 375 Aussteller werden bei der Power2Drive in diesem Jahr erwartet. Sie
präsentieren ihre neuen Produkte, Innovationen und Konzepte auf etwa 23.000 Quadratmetern. Schon im November 2025 meldete der Veranstalter eine hohe Nachfrage: Mehr als 90 Prozent der Ausstellungsfläche waren zu diesem Zeitpunkt bereits reserviert, über 60 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Dies belegt, wie stark sich der Markt entwickelt hat.
Ladepunkte und Energiesysteme
Die Branche ist inzwischen über die reine Aufbauphase hinaus. Zwar bleibt die Zahl der Ladepunkte wichtig, doch ebenso entscheidend sind Verfügbarkeit, Bedienkomfort, Abrechnung und Netzverträglich-

BRANCHENTREFF -
Mehr als 375 Aussteller präsentieren auf der Power2Drive ihre Innovationen.


keit. Eine Wallbox oder Ladesäule ist heute keineswegs mehr nur ein Einzelprodukt. Sie ist Teil eines Systems aus Fahrzeug, Netzanschluss, Erzeugung, Speicher und Steuerungssoftware. Genau diese Verbindung macht die Power2Drive zu einem wichtigen Branchentreffpunkt.
Intelligentes Laden als Schlüssel
Ein zentrales Thema ist Smart Charging. Intelligentes Laden soll dafür sorgen, dass Fahrzeuge genau dann laden, wenn der Strom günstig, erneuerbar verfügbar oder netzseitig sinnvoll nutzbar ist. Für private Nutzer bedeutet das niedrigere Energiekosten und mehr Komfort. Für Unternehmen geht es um Planbarkeit. Wer Dienstwagen, Lieferfahrzeuge oder Transporter betreibt, muss Ladezeiten koordinieren, Lastspitzen vermeiden und Energiekosten im Blick behalten. Firmenparkplätze, Hotels, Handelsstandorte oder Fuhrparks stellen dadurch neue Anforderungen an Hard- und Software.
Noch deutlicher wird der Systemgedanke beim bidirektionalen Laden. Die Power2Drive widmet dem Thema mit
DIALOG AUF AUGENHÖHE
Podiumsdiskussionen fördern den Austausch und schaffen Raum für lebhafte Debatten.
der Bidirectional Zone in Halle C6 einen eigenen Schwerpunkt. Die Idee dahinter: Elektrofahrzeuge verbrauchen keineswegs nur Strom, sie können künftig auch als flexible Speicher eingesetzt werden. Im privaten Umfeld kann ein Fahrzeug etwa zur Versorgung eines Hauses beitragen. In größeren Anwendungen könnten viele Fahrzeuge gemeinsam das Energiesystem entlasten. Bis dieses Potenzial breit nutzbar ist, müssen technische Standards, regulatorische Vorgaben, Tarifmodelle und Fahrzeugfreigaben ineinandergreifen. Eng damit verbunden ist die Frage der Interoperabilität. Die strategische Partnerschaft der Power2Drive Europe mit CharIN rückt Themen wie CCS, Megawatt Charging, Ladekommunikation und Netzin-
Messe kompakt
23.–25. Juni 2026
Öffnungszeiten
9.00-18.00 Uhr | Dienstag
9.00-18.00 Uhr | Mittwoch 9.00-17.00 Uhr | Donnerstag
Veranstaltungsort B6, C6, Freigelände
Messe München Messegelände 81823 München
Aussteller
375 (erwartet) Aussteller der Power2Drive Europe, Mehr als 600 Anbieter von Ladeinfrastruktur-Lösungen, E-Fahrzeugen, Solarcarports/ Bikeports sowie Mobilitätsdienstleistungen,
Ausstellungsfläche
23.000 m² Power2Drive Europe
200.000 m² The smarter E Europe gesamt
Besucher 100.000+ The smarter E Europe gesamt
Weitere Infos finden Sie unter www.powertodrive.de



E-MOBILITÄT LIVE ERLEBEN
Beim Test Drive-Areal können Besucher die ganze Bandbreite der Elektromobilität unter realen Bedingungen erleben. Die Palette reicht dabei vom elektrischen Leichtfahrzeug bis zum E-Truck, gefahren wird auf der Autobahn oder durch den Stadtverkehr.
tegration stärker in den Fokus. Für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität ist Standardisierung entscheidend. Nur wenn Fahrzeug, Ladepunkt, Backend, Bezahlsystem und Stromnetz zuverlässig miteinander kommunizieren, kann Laden so selbstverständlich werden wie erwartet.
Flotten und Schwerverkehr
Besonders groß ist der Handlungsbedarf im gewerblichen Bereich. Die Elektrifizierung von Flotten wird für Unternehmen, Kommunen und Dienstleister zu einer strategischen Aufgabe.
Dabei geht es um die passenden Fahrzeuge und auch um gesamtheitliche Konzepte. Welche Strecken werden täglich gefahren? Welche Ladeleistung ist nötig? Wie lässt sich die Infrastruktur später erweitern? Formate wie die Fleet Transformation Days beziehungsweise der Fleet Manager Day greifen diese Fragen auf.
längeren Strecken braucht es leistungsfähige Schnellladepunkte entlang zentraler Routen. Megawatt Charging gilt hier als Schlüsseltechnologie. Systeme mit sehr hoher Leistung sollen schwere E-Lkw in deutlich kürzerer Zeit wieder einsatzbereit machen. Dafür müssen Netzanschlüsse, Standortwahl, Pausenlogistik und Auslastung zusammenpassen.
Megawatt ChargingSysteme versorgen entlang der Route
schwere E-Lkw mit frischer
Energie.
Die Messe zeigt damit eine Branche, die sich professionalisiert. Neben Ladehardware gewinnen digitale Betriebsführung, Servicekonzepte und skalierbare Plattformen an Bedeutung. Betreiber müssen wissen, ob Standorte wirtschaftlich funktionieren, wie hoch die Auslastung ist und wie sich Wartung oder Abrechnung effizient organisieren lassen. Für Unternehmen mit eigenen Fuhrparks wird Ladeinfrastruktur zu einem essenziellen Bestandteil der Energie- und Mobilitätsstrategie.
Auch der Schwerverkehr rückt stärker in den Mittelpunkt. Während im Pkw-Bereich viele Grundlagen gelegt sind, steht der elektrische Fern- und Güterverkehr vor einer neuen Ausbaustufe. Depotladen bleibt wichtig, doch auf
Auch etablierte Anbieter nutzen die Power2Drive als Bühne für neue Produkte und Systemlösungen. Keba hat etwa im Rahmen der Messe die Präsentation von Lösungen rund um AC- und DC-Laden, digitale Services, Lifecycle-Angebote und eine neue DC-Generation angekündigt. Die Dinitech GmbH zeigt unter ihrer Marke NRGkick mobile und portable La-

THE BIDIRECTIONAL ZONE
Der Weg vom Testbetrieb zur Umsetzung steht beim bidirektionalen Laden im Mittelpunkt. Aktuelle Studien, Anwendungen und geführte Rundgänge zeigen, wie die Technologie flächendeckend eingesetzt werden kann.

delösungen – also Geräte, mit denen sich auch ohne fest installierte Wallbox an unterschiedlichen Anschlüssen flexibel laden lässt. EM2Go präsentiert sein Portfolio an AC-Wallboxen für Heim- und Geschäftskunden, das in unabhängigen Vergleichstests zuletzt vor allem für Konnektivität und App-Anbindung ausgezeichnet wurde. Der Wallbox-Hersteller go-e stellt unter anderem den go-e Charger Pro mit integriertem MID-Zähler in den Mittelpunkt, ausgelegt für Firmenflotten und Mehrparteienhäuser und durch ISO 15118 bereits auf Plug-and-Charge sowie bidirektionales Laden vorbereitet. Auch Mahle ist mit seiner Tochtermarke Chargebig vertreten und konzentriert sich auf zentralisierte Ladelösungen für Tagparker und Flotten. Exemplarisch zeigt sich daran die Breite der Messe: von Ladehardware über intelligente Steuerung bis zu Anwendungen für Gewerbe, Flotten und öffentliche Ladepunkte.
Natürliche Ergänzung:
Solarstrom
Parallel geht in München auch die Intersolar Europe über die Bühne. Sie gilt als weltweit führende Fachmesse der Solarwirtschaft und steht unter dem Motto „Connecting Solar Business”. Erwartet werden rund 1300 Aussteller auf etwa 101.000 Quadratmetern Fläche. Im Fokus stehen Photovoltaik, Solarthermie, Solarkraftwerke, PV-Produktionstechnologien und neue Geschäftsmodelle. Für die Elektromobilität liefert sie den energetischen
Hintergrund für viele Fragen, die auf der Power2Drive diskutiert werden.
Wer Ladeinfrastruktur wirtschaftlich und nachhaltig betreiben will, denkt fast automatisch an Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement. Das gilt für Einfamilienhäuser ebenso wie für Unternehmen, Wohnanlagen, Hotels oder kommunale Gebäude. PV-Überschussladen, Eigenverbrauchsoptimierung, dynamische Stromtarife und Lastverteilung werden zu wichtigen Bausteinen. Die Frage lautet nicht mehr nur, wo geladen wird, sondern auch, wann, mit welchem Strom und zu welchen Kosten.
Damit entsteht zwischen Elektromobilität und Solarenergie eine engere Verbindung. Ladepunkte, Solaranlagen, Speicher und digitale Steuerung wachsen zu einem gemeinsamen System zusammen. Für Nutzer kann das niedrigere Betriebskosten und mehr Unabhängigkeit bedeuten. Für Unternehmen eröffnet es Möglichkeiten, Energie- und Mobilitätskosten gemeinsam zu planen.
Die Power2Drive Europe und die Intersolar Europe zeigen, wohin sich der Markt bewegt. Elektromobilität wird Teil einer groß angelegten Energieinfrastruktur, in der Fahrzeuge, Gebäude, Stromerzeugung, Speicher und digitale Systeme mittel- und langfristig zusammenspielen. Die nächste Aufgabe lautet demnach, das Laden verfügbar, bezahlbar, einfach und netzdienlich zu gestalten.
Intersolar
Intersolar Europe 2026
23.–25. Juni 2026
Messe München
rund 1.300 Aussteller der Intersolar Europe
1.500+ Anbieter von Produkten und Services aus dem Bereich Solarenergie rund 101.000 m² Ausstellungsfläche
Als zentrale Fachmesse der Solarwirtschaft bietet die Intersolar Europe einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der Branche. Von Herstellern bis zu Installateuren, Dienstleistern, Planern und Start-ups treffen hier unterschiedliche Akteure aufeinander, um aktuelle Trends und neue Geschäftsmodelle zu diskutieren.
Weitere Infos finden Sie unter www.intersolar.de



STATIONÄRE WALLBOXEN mit 22 kW im Vergleich
Text: Johannes Holzmann
Neun Modelle, mehr als 1000 Messwerte und ein klares Ranking
Eine Wallbox ist längst keine Steckdose mit Gehäuse mehr, sondern eine intelligente Netzkomponente, die für die nächsten fünf bis zehn Jahre installiert wird. Der Markt hat in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten erlebt – mit Insolvenzen, neuer Regulatorik und einem Rekord bei den E-AutoNeuzulassungen. Wir haben von Dezember 2025 bis Februar 2026 neun aktuelle 22-kW-Wallboxen unter realen Bedingungen installiert, an Fahrzeugen geladen und vermessen. Über 1000 Einzelwerte sind in die Bewertung eingeflossen. Auf den folgenden Seiten lesen Sie die Detailergebnisse; auf dieser Doppelseite ordnen wir den Markt ein und zeigen, wie wir gemessen und bewertet haben.
2021 schien der Wallbox-Markt ein Selbstläufer: Rund eine Million Geräte wurden in Deutschland mit der KfW-Förderung von 900 Euro pro Ladepunkt installiert. Mit dem Auslaufen der Förderung und dem Wegfall des Umweltbonus brach der Absatz im Elektrogroßhandel 2023 um 60 bis 70 Prozent ein. Es folgte eine harte Marktbereinigung: Compleo musste Ende 2022 in die Insolvenz, ABL ging Mitte 2023 in die Eigenverwaltung und gehört inzwischen zur spanischen Wallbox-Gruppe, Easee geriet nach einer Sicherheitsaffäre in eine Existenzkrise, und Wallbe verschwand komplett vom Markt. 2025 setzte die Trendwende ein: Mit über 545.000 rein elektrischen Neuzulassungen in Deutschland und einem Plus von 43 Prozent wuchs der Bedarf an Ladeinfrastruktur deutlich. Inzwischen fährt rund jedes fünfte neu zugelassene Auto im DACH-Raum elektrisch. Für
Käufer hat die Bereinigung eine klare Konsequenz: Die wirtschaftliche Stabilität des Herstellers ist zum Kaufkriterium geworden.
Das Testfeld
Die neun getesteten Geräte decken eine breite Spanne des Marktes ab: vom österreichischen Traditionsanbieter Keba (KeContact P40 Pro) über den deutschen Industriekonzern Hager (Witty Park 2) bis zum skandinavischen Herausforderer Easee (Charge Pro). Mit dabei sind außerdem ABL (eM4 Twin), EM2GO (Pro Power 2G), go-e (Charger PRO CABLE), Mennekes (AMTRON 4Business 780 C2), Zaptec (Pro M&E) und PCE (PRI:CHARGER DOT2 4G ERK). Preislich reicht das Spektrum von 957 Euro bis zur 4068 Euro teuren Hager-Box. Sechs Fabrikate werden ohne fest installiertes Ladekabel ausgeliefert, drei – go-e, Mennekes
und EM2GO – haben ein leistungsstarkes Stromkabel inklusive.
Was eine 22-kW-Wallbox leisten muss
Eine 22-kW-Wallbox nutzt das Potenzial eines dreiphasigen Anschlusses im privaten und halböffentlichen AC-Ladebereich weitgehend aus – sie braucht in Deutschland und Österreich allerdings die Genehmigung des Netzbetreibers. Die Preise haben sich nach dem Überangebot stabilisiert: Einfache Modelle starten bei rund 600 Euro, Mittelklasse-Geräte mit WLAN, RFID und geeichtem Zähler liegen zwischen 900 und 1300 Euro, gewerbetaugliche Boxen mit Backend, Lastmanagement und kWh-genauer Abrechnung kosten 1300 bis 2000 Euro. Drei regulatorische Themen betreffen heute praktisch jede Box: § 14a EnWG sieht seit Anfang 2024 vor, dass steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen vom Netzbetreiber zeitweise in ihrer Leistung reduziert werden können; im Gegenzug profitieren Betreiber von reduzierten Netzentgelten. Die Eichrechtsanforderungen unterscheiden sich zwischen DACH-Ländern erheblich: In Deutschland ist eine eichrechtskonforme Lösung Pflicht, sobald nach Kilowattstunden abgerechnet wird – sieben der neun Testkandidaten bieten eine solche Variante an. Und die EU-Verordnung AFIR betrifft alle öffentlich zugänglichen Ladepunkte, auch Hotel- oder Firmenparkplätze ohne Schranke. Ab 2027 müssen neue Ladepunkte zudem ISO 15118 unterstützen – die Grundlage für Plug & Charge.
So haben wir getestet
Den technischen Kern des Tests bildet die elektrische Sicherheitsprüfung: Niederohm- und Isolationsmessung, Schleifenimpedanz, der EVSE-Status in den Phasen A bis E und das Auslöseverhalten der Fehlerstromschutzeinrichtung. Geprüft wurden Typ A für Wechselstrom-Fehler und entweder Typ B oder eine integrierte DC-Überwachung für Gleichstrom-Fehler. Acht der neun Boxen setzen auf den Typ-A-Schutzschalter mit interner DC-Überwachung; einzig Zaptec verbaut einen vollwertigen Typ-B-RCD, was in Österreich ein Plus ist. Der Standby-Verbrauch reicht im Testfeld von 2,2 Watt bei Easee bis 10,6 Watt bei Hager. Neben den Messwerten standen Aufbau, Bedienung und Software im Mittelpunkt: Jede Wallbox wurde
geöffnet, Klemmen und interne Belegung bewertet, die Einrichtung bis zum aktiven Lastmanagement durchgespielt und App, RFID-Freigabe sowie PV-Überschussladen geprüft.
Plug & Charge, bidirektionales Laden
Zwei Themen prägen die nächste Generation: Plug & Charge nach ISO 15118 und bidirektionales Laden. Plug & Charge erlaubt es, dass sich das Fahrzeug an der Wallbox automatisch identifiziert – ohne QR-Code, App oder Karte. Bei AC-Wallboxen steckt die Software-Freischaltung noch in den Anfängen; viele Geräte haben aber den PLC-Kommunikationskanal an Bord und sind per Update nachrüstbar. Beim bidirektionalen Laden wird das Fahrzeug zum Stromspeicher. Im Februar 2026 haben BMW und E.ON das erste kommerzielle Angebot in Deutschland gestartet – 720 Euro Jahresbonus und 40 Cent pro eingespeister Kilowattstunde für Halter eines BMW iX3. Über AC ist V2X serienreif noch nicht; einzelne Hersteller wie Keba und go-e deklarieren ihre Geräte aber bereits als V2X-ready.
Bewertungskriterien und Gewichtung
Die Gesamtnote setzt sich aus sechs Bereichen zusammen: Abrechnungsfähigkeit (20 Prozent) prüft Energiezähler und Zugangsschutz, Konnektivität und Integration (20 Prozent) bewertet OCPP-Anbindung sowie Verbindungsoptionen wie LAN, WLAN, LTE oder Bluetooth. Bedienung und Nutzerexperience (15 Prozent) nehmen App, Display und Zugangsmethoden in den Blick, Sicherheit und Robustheit (15 Prozent) umfassen Schutzklasse, mechanischen Schutz und elektrische Sicherheit. Lastmanagement und PV-Integration (15 Prozent) sowie Installation, Wartung und Support (15 Prozent) runden das Schema ab. Welches der neun Modelle in welchem Bereich vorne liegt – und welche Wallbox sich Testsieg und Preis-Leistungs-Sieg sichert – zeigen die Tabellen und Einzelvorstellungen auf den folgenden Seiten.

Preis-Leistungs-Sieger: Die EM2GO bringt eichrechtskonformen Zähler, RFID, App und OCPP mit.
Neun Wallboxen wurden einem praxisnahen Test unterzogen.

Stabile Sammelschienen, normgerecht beschriftete Klemmen und ein 8-ZollFarbdisplay: das Innenleben der Hager Witty Park 2.
Großzügige Anschlussklemmen, klar getrennte Last- und Steuerleitungen: Blick ins Innere der Keba KeContact P40 Pro.

HERSTELLER




Zum Anbieter
Ladekabel inklusive ja
Länge Ladekabel
(integriert)
Energiezähler
PV Laden möglich ja (mit go-e Controller oder EMS) ja ja (über Zaptec Portal) ja (mit ext. Zubehör)
Lastmanagement möglich ja (mit go-e Controller) ja (bis 200) ja (bis 1000) ja (bis 100) RFID ja ja ja ja
Verbindung
Umgebungsbed. Betrieb Feuchtig.
Testmessungen

Witty Park 2

AMTRON 4Business 780 C2 22kW



(Steckdose)
64 A (2 Ladepunkte)
kW (pro Ladepunkt)
FI Typ A (integriert) kA (extern erforderlich) FI Typ A (integriert) RCD Typ A (30 mA) kA (extern erforderlich)
DC 6 mA (integriert) DC 6 mA (integriert) DC 6 mA (integriert) RDC-DD (6 mA) RCMU (integriert)
WÄRE VERFÜGBAR
OCPP 1.6
OCPP 1.6
OCPP 1.6
OCPP 1.6 OCPP 1.6 ja (mit EMS) ja (mit EMS) ja (über Backend) ja (mit Easee Equalizer) ja ja ja (bis 100) ja (bis 200) ja (bis 101) ja (lokal) ja ja ja ja ja
W
ja ja nein ja nein
WLAN,
WLAN,











Fazit
Alle neun getesteten Geräte erreichen in der Gesamtwertung das Prädikat „Hervorragend“ – die Spanne reicht von 90,4 Prozent bei der EM2GO Pro Power 2G bis zu 97,2 Prozent beim klaren Testsieger. Die Unterschiede liegen weniger im Ob als im Wie: bei App-Komfort, Display-Qualität, Phasenumschaltung im PV-Betrieb und der Zukunftsfähigkeit in Sachen Plug & Charge und bidirektionalem Laden. Testsieger wird der go-e Charger PRO CABLE mit einer Gesamtwertung von 97,2 Prozent. Er überzeugt auf ganzer Linie: MID-konform und optional eichrechtskonformer Zähler, automatisches PV-Überschussladen, je nach Setup mit go-e Controller oder Energiemanagementsystem, volle Konnektivität, OCPP-Backend und ein klarer Entwicklungspfad in Richtung ISO 15118 und V2X. Dass der österreichische Hersteller diese Leistung zu einem Preis von 1139 Euro anbietet, macht den Charger PRO CABLE zur rundum empfehlenswerten Lösung für gewerbliche und halböffentliche Standorte.


Diesen Test finden Sie auch online auf: www.dietester.de/test/ archiv/7131030
NEUE ENERGIE AUF RÄDERN
Text: Philipp Lumetsberger
Vom
Caravan bis zum Leichtfahrzeug: Elektrische Fahrzeuge aus den unterschiedlichsten Segmenten prägen die Mobilität von morgen.
Elektromobilität ist längst nicht mehr auf klassische Pkw beschränkt. Neben bekannten E-Autos wird das Angebot in anderen Fahrzeugklassen stetig größer: vom leichten Stadtfahrzeug über E-Bikes und E-Motorräder bis hin zu Caravans mit eigener Energieversorgung. Die neuen Modelle zeigen, wie unterschiedlich elektrische Mobilität heute umgesetzt wird – oft kompakter, leiser und stärker auf den jeweiligen Einsatzzweck zugeschnitten. Gerade im urbanen Raum gewinnen kleine elektrische Fahrzeuge an Bedeutung. Diese Leichtfahrzeuge benötigen wenig Platz, lassen sich einfacher parken und eignen sich vor allem für kurze Strecken im Alltag. Sie ersetzen keinen vollwertigen Familienwagen, können allerdings dort sinnvoll sein, wo Wendigkeit, geringe Betriebskosten und einfache Bedienung wichtiger sind als hohe Geschwindigkeit oder große Reichweite. Auch E-Bikes decken ein breites Spektrum ab: vom leich-
ten Trekkingrad für Pendelstrecken bis zum vollgefederten E-Mountainbike für längere Touren und anspruchsvolleres Gelände. Bei Elektromotorrädern wächst die Auswahl ebenfalls. Die Modelle reichen von kompakten Maschinen für Stadtverkehr und Pendelstrecken bis zu leistungsstärkeren Bikes für Landstraße, Touren oder sportlichere Einsätze. Neben Beschleunigung und Reichweite rücken vermehrt Assistenzsysteme, Rekuperation, Ladezeiten und Bedienkonzepte in den Vordergrund. Auch beim Reisen verändert sich das Angebot. Elektrische Caravans und Studien mit absenkbarer Karosserie, Solarpaneelen, großen Batterien oder elektrischer Fahrunterstützung zeigen, wie Camping künftig effizienter und unabhängiger werden könnte. Noch sind viele dieser Lösungen teuer oder nicht in großer Stückzahl verfügbar. Sie machen jedoch deutlich, dass Elektromobilität weit über das Auto hinausgeht – und je nach Alltag, Freizeitverhalten und Platzbedarf unterschiedliche wie attraktive Angebote liefern kann.


PEBBLE FLOW
Autarker Wohnwagen
Der Pebble Flow ist ein vollelektrischer Caravan für alle, die unterwegs komfortabel und möglichst unkompliziert wohnen möchten. Sein aerodynamisches Design, die leichte Aluminiumkonstruktion und der moderne Innenraum verbinden Fahrstabilität mit einem offenen Wohngefühl. Der rund 7,6 Meter lange Wohnwagen bietet dank Panoramafenster einen hellen Innenraum und Schlafplätze für bis zu vier Personen. Ein 45-kWh-Akku, Solarpaneele und die App-Steuerung unterstützen den autarken Betrieb und reduzieren den Bedarf an externem Strom. Optional unterstützen E-Motoren beim Rangieren und Ziehen.
pebblelife.com
E-CARAVAN



ÜBERALL EINSATZBEREIT
Dank Solarpaneelen und eingebauter Batterie kann der Lightship AE.1 auch abseits klassischer Campingplätze stehen.
LIGHTSHIP AE.1
E-Trailer für längere
Reisen
Der Lightship AE.1 ist ein vollelektrischer Reiseanhänger, der Campingkomfort mit eigenständiger Energieversorgung verbindet. Im Fahrmodus senkt sich die Karosserie für weniger Luftwiderstand ab, am Stellplatz hebt sich das Dach und schafft Stehhöhe im Innenraum. Große Fenster, flexible Sitz- und Schlafbereiche, Küche, Bad und Stauraum machen den Trailer auf längeren Reisen vielseitig nutzbar. Je nach Ausführung stehen Batterien mit 44 oder 77 kWh zur Verfügung. Solarpaneele und externe Ladeoptionen unterstützen den Betrieb abseits klassischer Campingplätze. Das optionale TrekDrive-System nutzt eigene Elektromotoren, um Zugfahrzeuge beim Beschleunigen, Bremsen und an Steigungen zu entlasten. Die Kombination aus absenkbarer Karosserie, großem Akku und eigenem Antrieb ist darauf ausgelegt, Reisen mit Elektroauto und Anhänger planbarer zu machen.
lightshiprv.com
DETHLEFFS C.FOLD
Faltbarer Wohnwagen für Elektroautos

Die Caravan-Studie c.fold von Dethleffs ist für das Ziehen durch Elektroautos konzipiert. Vor der Fahrt wird der obere Aufbau per Knopfdruck abgesenkt, wodurch sich Luftwiderstand und Energieverbrauch verringern sollen. Am Stellplatz hebt sich der Aufbau wieder an und schafft so Platz für einen voll nutzbaren Wohnraum. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein ausfahrbarer Toilettenraum, flexible Sitzmöbel, Stauraum für E-Bikes sowie Solarpaneele, Lithium-Ionen-Batterien und ein 2000-Watt-Wechselrichter. Ein Wandaufbau aus recycelten PET-Flaschen, ein Linoleumboden und eine Außenwand aus Aluminium sorgen für das geringe Gewicht von nur 775 Kilogramm.
dethleffs.de
E-BIKES

RIESE & MÜLLER CHARGER5
Komfortabler Allrounder
Das Riese & Müller Charger5 ist ein vielseitiges E-Bike für Pendelstrecken und ausgedehnte Touren. Der steife Diamantrahmen, die gefederte Gabel und die Sattelstütze sorgen für maximale Kontrolle auf Asphalt, Schotter und Waldwegen. Der Bosch E-Motor wird von einem 600-Wh-Akku mit Energie versorgt. Für beste Sicht und Sichtbarkeit sorgt ein leistungsstarker Scheinwerfer mit Fern- und Abblendlicht.
r-m.de
Kraftvolles Trailbike
Bei diesem E-Bike liegt der Schwerpunkt klar auf anspruchsvollem Gelände. Der Carbonrahmen kombiniert 180 Millimeter Federweg vorn mit 170 Millimetern hinten, dazu kommen ein kräftiger Motor mit 105 Nm Drehmoment und ein 840-Wh-Akku. Die elektronische 12-fach-Schaltung und Vierkolben bremsen gewährleisten sichere Fahrten auf Offroad-Strecken. SPECIALIZED
specialized.com

CUBE KATHMANDU
HYBRID C:62 SLT
Trekkingrad mit sportlichem Anspruch
Beim Kathmandu Hybrid C:62 SLT 400X steht geringes Gewicht im Vordergrund: Dank Carbonrahmen, Carbongabel und leichten Laufrädern wiegt es nur 16,4 Kilogramm. Der Bosch Performance SX Motor unterstützt mit bis zu 60 Newtonmeter Drehmoment den Fahrer, der integrierte 400-Wh-Akku sitzt im Unterrohr. Elektronische 12-Gang-Schaltung, hydraulische Scheibenbremsen, Licht, Schutzbleche, Ständer und Gepäckträger machen es touren- und auch alltagstauglich.
cube.eu

MONDRAKER
SCREE S 600
E-Bike für Offroad-Abenteuer

Das Mondraker Scree S 600 ist ein vollgefedertes Elektro-Mountainbike für Touren und Offroad-Einsätze. Das Fahrwerk kombiniert 130 Millimeter Federweg am Heck mit einer 150-Millimeter-Federgabel vorn. Die großen 29-Zoll-Laufräder rollen ruhig über unebene Wege, während breite Trailreifen, 12-fach-Schaltung und Vierkolbenbremsen für mehr Kontrolle bergauf wie bergab sorgen.
mondraker.com
E-LEICHTFAHRZEUGE

EINFACHE KONSTRUKTION
Laut Herstellerangaben ist das Softcar nur aus 1800 Bauteilen gefertigt. Herkömmliche Autos bestehen aus bis zu 45.000 Einzelteilen.
SOFTCAR
Recycelbarer Cityflitzer
Das Softcar ist ein elektrisches Leichtfahrzeug der Klasse L7e und auf kurze Wege im Alltag ausgelegt. Der Viersitzer nutzt eine leichte SkateboardPlattform, eine recycelbare Polymer-Karosserie und gegenläufig öffnende Türen. Mit rund 3,05 Metern Länge bleibt das Fahrzeug deutlich kompakter als ein klassischer Kleinwagen. Der Hersteller nennt etwa 200 Kilometer Reichweite und einen Verbrauch von rund 8 kWh pro 100 Kilometer. Die Markteinführung ist noch in Vorbereitung.

LINKTOUR ALUMI
Kompakter Zweisitzer
Bei Fahrten durch enge Straßen punktet der Linktour Alumi mit seinen kompakten Maßen und der einfachen Bedienung. Mit 2,69 Metern Länge, 1,50 Metern Breite und 4,5 Metern Wendekreis ist er auf Stadtfahrten und kleine Parklücken ausgelegt. Die Basisversion fährt bis zu 45 km/h und kommt nach WMTC-Berechnung auf 120 Kilometer Reichweite. Der Alumi setzt auf eine Aluminiumkarosserie, eine im Unterboden platzierte Batterie, ABS und ein 10,25-Zoll-Display.
linktour-auto.com

SILENCE S04
Flexibel aufladbarer Stromer
Mit seinen kompakten Abmessungen eignet sich der Silence S04 vor allem für den Stadtverkehr. Das zweisitzige Microcar ist nur rund 2,28 Meter lang und wird über Nissan in Deutschland vertrieben. Je nach Version beschleunigt es bis 45 km/h oder bis 85 km/h. Die Batterie lässt sich entnehmen und kann an einer Haushaltssteckdose geladen werden. Mit bis zu 100 Kilometern Reichweite, geschlossener Kabine, Heizung und Kofferraum ist es alltagstauglicher als ein Roller.
silence-mobility.nissan.de


E-MOTORRÄDER
LIVEWIRE S2 ALPINISTA
Sportliches Straßenbike
Bei der LiveWire S2 Alpinista liegt der Fokus auf einem sportlichen Fahrgefühl. Die 197 Kilogramm schwere Maschine beschleunigt in rund drei Sekunden von null auf 100 km/h. Der Motor leistet 84 PS und beschleunigt das Motorrad auf bis zu 158 km/h. Der Akku fasst 10,5 kWh, im Stadtverkehr nennt LiveWire bis zu 193 Kilometer Reichweite. 17-Zoll-Räder, sportliche Bereifung, Kurven-ABS und Traktionskontrolle sollen vor allem auf kurvigen Strecken für ein großartiges Fahrgefühl sorgen.
CAN-AM PULSE 2025
Urbanes E-Motorrad
Die Can-Am Pulse ist ein kompaktes Elektromotorrad für Stadtverkehr und Pendelstrecken. Sie ist mit einem 35 kW bzw. 48 PS Motor erhältlich, zusätzlich gibt es eine 125 ccmVariante mit 11 kW bzw. 15 PS. Die Reichweite liegt bei bis zu 160 Kilometern in der Stadt, kombiniert sind es rund 130 Kilometer. Von 20 auf 80 Prozent lädt der Akku in rund 50 Minuten. Neben einem Rückwärtsgang und Rekuperation bietet die Pulse vier Fahrmodi, ABS, Traktionskontrolle und ein 10,25-Zoll-Display.
can-am.brp.com

HONDA WN7
Hochwertiges Elektromotorrad
Die WN7 ist Hondas erstes vollwertiges Elektromotorrad für die Straße. Es leistet 50 kW bzw. 68 PS in der Spitze und schafft laut WMTCMessverfahren eine Strecke von bis zu 140 Kilometern. Die fest verbaute Lithium-IonenBatterie lässt sich auch per Schnellladung in 30 Minuten auf 80 Prozent laden. Top ausgestattet mit 5-Zoll-TFT-Display, Road-Sync-Konnektivität, vier Fahrmodi und einem Tempolimit-Assistent.

ULTRAVIOLETTE X-47
E-Motorrad mit Radar
Die Ultraviolette X-47 ist als elektrisches CrossoverMotorrad für Stadtverkehr, Landstraße und einfache Schotterpassagen ausgelegt. Ihr Elektromotor leistet 40,2 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 145 km/h. Der 10,3-kWh-Akku ist auf Alltagsfahrten und längere Etappen ohne häufige Ladestopps ausgelegt. Interessant sind vor allem die radarbasierten Assistenzfunktionen, darunter Heckkollisionswarnung, Spurwechselassistent und Überholalarm.
ultraviolette.com


FAHREN MIT SYSTEM
Wie Städte ihren Verkehr neu ordnen – und warum die Zukunft der Mobilität vor allem eine Frage der Organisation ist.

Text: Philipp Lumetsberger
Der urbane Verkehr steht vor seiner nächsten Transformation. Dabei entscheidet keineswegs allein die Frage, ob Fahrzeuge künftig elektrisch oder autonom unterwegs sind. Ebenso wichtig wird, wie Städte ihren knappen Raum organisieren. Lange war die Stadtstraße einfach organisiert: Fahrbahn in der Mitte, Parkplätze am Rand, Gehwege daneben. Doch dieses Modell passt immer weniger zu den Anforderungen moderner Innenstädte. Auf denselben wenigen Quadratmetern sollen heute Busse vorankommen, Radfahrer sicher unterwegs sein, Lieferdienste halten und Elektrofahrzeuge laden.
Gehweg wird zur Schlüsselzone
Der Bordstein galt lange vor allem als Abstellfläche für private Pkw. Dort wurde geparkt, be- und entladen, ein- und ausgestiegen, geliefert, gewartet und umgeladen. Künftig soll er jedoch zu einer vielseitigen Funktionsfläche werden, als Teil einer Stadt, die sich ständig bewegt. Morgens braucht der Lieferverkehr Platz, mittags vielleicht der Pflegedienst, nachmittags der Paketbote, abends der Anwohner. Dazwischen wollen Taxis, Handwerker, Sharing-Fahrzeuge und E-Autos dieselbe Fläche nutzen.
Stopps klar geregelt sind, sinkt automatisch der Suchverkehr.
Hubs statt Insellösungen
Auch an anderer Stelle rückt die Verknüpfung in den Mittelpunkt. Mobilitätshubs sollen das bündeln, was heute oft verstreut angeboten wird: Bus und Bahn, Carsharing, Ladepunkte und Paketstationen. Der Hub ist damit mehr als ein Parkplatz mit Zusatzangebot. Er ist ein Umstiegspunkt, der Wege einfacher macht. Besonders sinnvoll sind solche Knoten an Bahnhöfen, Quartiersgaragen, großen Wohnanlagen, Gewerbegebieten und am Rand der Innenstadt. Dort entscheidet sich häufig, ob Menschen für die letzten Kilometer wieder ins eigene Auto steigen oder eine Alternative nutzen. Wer aus der Bahn kommt und direkt ein Lastenrad, ein Sharing-Auto oder eine Paketbox vorfindet, muss weniger Umwege einplanen. Damit solche Orte funktionieren, müssen sie sichtbar, sicher, zuverlässig und einfach
Fußgänger, Radfahrer, Autos und Busse teilen sich den knappen Raum der Stadt. Fotos: shutterstock, CDA Verlag GmbH, Midjourney
Parkplätze werden nicht mehr als unveränderlicher Besitzstand betrachtet, sondern als flexibel nutzbare Ressource. Eine Zone kann je nach Tageszeit unterschiedliche Aufgaben erfüllen: Ladepunkt, Lieferbereich, Kurzzeitstellplatz oder Abholpunkt für Mobilitätsdienste. Voraussetzung dafür sind klare Regeln, digitale Informationen und konsequente Kontrolle.
In engen Innenstädten kann das viel bewirken. Wer eine freie Lieferzone findet, muss nicht in zweiter Reihe halten. Wer einen funktionierenden Ladepunkt ansteuert, blockiert nicht den Verkehr. Und dort, wo kurze


buchbar sein. Erst dann werden sie vom vielversprechenden Pilotprojekt zum festen Bestandteil des Alltags.
Planung als Gesamtsystem
Der Wandel verlangt eine neue Verkehrsplanung. Einzelne Maßnahmen reichen nicht mehr aus. Eine neue Radspur hilft wenig, wenn sie beispielsweise permanent von Lieferwagen blockiert wird.
ZENTRALER KNOTENPUNKT
Mobilitätshubs verknüpfen ÖPNV, Sharing-Angebote, Ladepunkte und Paketstationen an einem Ort.
Genau deshalb gewinnen integrierte Planungsinstrumente an Bedeutung. Die Vorgaben rund um die Transeuropäischen Verkehrsnetze, kurz TEN-V, betonen die Rolle urbaner Knotenpunkte im Gesamtsystem. Ergänzend sollen nachhaltige urbane Mobilitätspläne, kurz SUMP, helfen, Verkehr nicht mehr getrennt nach Auto, ÖPNV, Rad und

Parkplätze sollen zu flexiblen Flächen werden. Je nach Tageszeit dienen sie als Ladepunkt, Lieferzone oder Kurzzeitstellplatz.
Logistik zu betrachten, sondern als zusammenhängendes Netz.
Für Kommunen ist das eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie müssen Ziele definieren, Daten sammeln, Flächen bewerten, Interessen ausgleichen und Projekte finanzieren. Gleichzeitig erwarten Bürger schnelle Verbesserungen. Die Transformation der City ist deshalb weniger ein großer Wurf als ein dauernder Umbau bei laufendem Betrieb.
Die letzte Meile im Fokus
Besonders deutlich wird das beim Lieferverkehr. Onlinehandel, Essensdienste, Handwerk und Paketlogistik sorgen täglich für Tausende Stopps in den Innenstädten. Viele dauern nur wenige Minuten, belasten aber den Verkehrsfluss erheblich. Ein Transporter in zweiter Reihe kann eine Busspur blockieren, Radfahrer gefährden und Staus auslösen. Eine Antwort darauf sind sogenannte Mikrodepots. Waren werden an kleinen Umschlagpunkten gebündelt und von dort mit E-Transportern, Lastenrädern oder zu Fuß weiterverteilt. Das reduziert große Fahrzeuge in engen Straßen und macht Lieferungen planbarer. Ergänzend können feste Zeitfenster helfen: morgens Versorgung und Handwerk, tagsüber mehr Raum für Fußgänger und Radverkehr, abends andere Nutzungen. Hier zeigt sich, wie weit die Transformation über klassische Verkehrspolitik hinausgeht.
DIREKT ANS ZIEL
Von Mikrodepots aus gelangen Waren per E-Transporter, Lastenrad oder zu Fuß bis zur Haustür des Empfängers.
Sie betrifft Einzelhandel, Wohnungswirtschaft und digitale Infrastruktur gleichermaßen. Urbane Mobilität wird zur Koordinationsaufgabe.
Laden als Teil der Stadtplanung
Die Elektromobilität bleibt ein zentraler Baustein. Doch die Ladeinfrastruktur muss stärker in die Stadtplanung integriert werden. Es genügt nicht, Ladesäulen dort zu errichten, wo zufällig eine Fläche frei ist. Sie müssen dort entstehen, wo Fahrzeuge tatsächlich stehen, liefern oder über Nacht parken. Das betrifft private Pkw ebenso wie Lieferflotten, Taxis, Handwerkerfahrzeuge und kommunale Dienste. Ladepunkte in Quartiersgaragen können Straßenparkplätze entlasten. Elektrifizierte Lieferzonen sorgen für weniger Emissionen im Stadtverkehr. Entscheidend ist, dass Ladeplanung, Parkraummanagement und Verkehrslenkung gemeinsam gedacht werden.
Starker ÖPNV gefragt
So wichtig neue Bordsteinregeln, Hubs und Ladepunkte sein werden: Das Rückgrat urbaner Mobilität bleibt der öffentliche Verkehr. Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und Regionalzüge bewegen viele Menschen auf vergleichsweise wenig Fläche. Genau darin liegt ihr größter Vorteil in dicht bebauten Städten. Damit der ÖPNV diese Aufgabe erfüllen kann, muss er verlässlich, sauber, sicher und gut getaktet sein. Ein günstiges Ticket allein reicht nicht, wenn Anschlüsse fehlen oder Fahrten ausfallen. Attraktiv wird der öffentliche Verkehr, wenn er mit anderen Angeboten verschmilzt: mit sicheren Radwegen, Sharing-Fahrzeugen, Mobilitätshubs und digitalen Informationen in Echtzeit. Die Zukunft liegt daher nicht im Gegeneinander der Verkehrsmittel. Das priva -

te Auto wird nicht von heute auf morgen verschwinden, schon gar nicht für Familien, ältere Menschen, Handwerker oder Bewohner schlecht angebundener Randlagen. Aber seine Rolle in der Innenstadt verändert sich. Es wird weniger selbstverständlich, dauerhaft öffentlichen Raum zu belegen.
Ganzheitlicher Ansatz

Die neue Strategie für den urbanen Verkehr lautet deshalb: Flächen intelligent nutzen, Wege verknüpfen und Regeln dynamisch anpassen. Die Stadt wird zu einer Art Betriebssystem. Straßen, Haltestellen, Bordsteine, Ladepunkte, Lieferzonen und Datenplattformen sind ihre Bausteine. Funktioniert eine Komponente nicht, gerät das Ganze ins Stocken. Die urbane Mobilität der Zukunft wird keineswegs nur elektrischer. Sie wird besser organisiert und stärker vernetzt sein. Gerade deshalb sind klare Prioritäten zu setzen. Die Straße als reine Verkehrsfläche – dieser Ansatz ist im Zeitalter der Elektromobilität nachweislich überholt.
Busse, Bahnen und Regionalzüge bewegen viele Menschen auf wenig Raum. Sie sind damit zentral für die Stadtmobilität der Zukunft.
SCHNELLE STROMSTELLEN MITTEN IN BERLIN
Im Zentrum der Hauptstadt und in direkter Nähe zum
Hauptbahnhof eröffnet Total Energies einen Hub mit 18 Ladepunkten. Elektroautos können hier mit der Leistung von bis zu 400 Kilowatt frische Reichweite in die Batterien ziehen.

Text: Armin Grasmuck
Dieses Projekt elektrisiert die batteriegetriebenen Automobilisten genauso wie zukunftsgewandte Kommunalpolitiker. Mitten in Berlin und keine 300 Meter vom Hauptbahnhof der Hauptstadt entfernt hat Total Energies seinen neuen Schnellladepark eröffnet. Flagship-Ladehub, so nennen es die Strategen des französischen Energiegiganten. Ultraschnelles Stromziehen im Herzen der deutschen Metropole – es ist wahrlich ein Coup, den sie für sich verbuchen können.
„Mit unserem neuen Flagship-Ladehub bringen wir leistungsstarkes Schnellladen dorthin, wo es besonders gebraucht wird: an einen zentralen Verkehrsknotenpunkt mit hoher Frequenz“, sagt Jan Petersen, Geschäftsführer von Total Energies Charging Solutions Deutschland. „Erst im vergangenen Jahr haben wir mit dem Flagship-Hub am Flughafen BER einen wichtigen Mobilitätsstandort erschlossen. So treiben wir den Ausbau unserer Schnellladeinfrastruktur konsequent voran und leisten mit unseren schnellen, komfortablen und vollständig mit erneuerbarem Strom gespeisten Ladelösungen einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs in der Hauptstadt.“
LADEEINHEIT ZUR PREMIERE (VON LINKS)
Jan Petersen, Deutschland-Chef von Total Energies mit Johannes Wieczorek vom Bundesministerium für Verkehr und Pierre-Alexandre Vigil, der im Energiekonzern die Projekte zur E-Mobilität europaweit vorantreibt.
electricar Magazin

Invalidenstraße 50, zwischen der Nationalgalerie der Gegenwart im ehemaligen Hamburger Bahnhof und dem Berliner Sozialgericht. So lauten die Koordinaten des prestigeträchtigen Ladeparks, der wie folgt umrissen ist: 18 Ladeplätze insgesamt, an denen Elektroautos den Strom mit Leistungen von jeweils bis zu 400 Kilowatt in ihre Batterien ziehen können.
Für Profis und Privatkunden
Der Ladehub ist laut Total Energies ein attraktives wie zeitgemäßes Angebot für Mitarbeitende der umliegenden Bürogebäude im neuen Stadtquartier Europacity und Gewerbetreibende wie Taxifahrer sowie für private Nutzer von Elektroautos, die beispielsweise Reisende zum Bahnhof bringen oder von dort abholen. Alle Ladesäulen der neuen Station sind überdacht. Auch gibt es
zwei barrierefreie Stromstellen und weiteren Service wie Reifenluftdruckmessgeräte und Staubsauger.
Der Ladestrom wird aus zu 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen generiert, die Herkunft ist durch entsprechende Zertifikate belegt. Bezahlt werden kann die gezogene Energie per Bank- oder Kreditkarte sowie mit Ladekarten von Total Energies oder anderen Anbietern. Die Preise liegen laut der vereinbarten Konditionen zwischen 59 und 79 Cent pro Kilowattstunde.
Total Energies betreibt europaweit rund 80.000 Ladepunkte – gut 8000 davon in Deutschland, etwa in Kooperation mit den Einkaufsmärkten von Rewe. Im Rahmen des vom Bundesverkehrsministerium vorangetriebenen Deutschlandnetzes hat der Konzern zudem den Auftrag zum Bau von 1100 Schnellladepunkten an 134 Standorten.

ULTRAFIX IN DER MOZARTSTADT
Der Audi Ladehub in Salzburg ist ein Prototyp des urbanen Schnellladens auf Premiumniveau und zugleich der erste Standort dieser Art in Österreich. Er liegt auf dem Areal der Mooncity in der Sterneckstraße. Vier Ladepunkte ermöglichen dort Ladeleistungen von bis zu 320 Kilowatt pro Anschluss, selbst wenn alle Plätze gleichzeitig genutzt werden. Technisch setzt Audi auf sogenannte Ladecubes mit Second-Life-Batterien als Pufferspeicher, so kann auf den obligatorischen Anschluss der Mittelspannung verzichtet werden. Für den Aspekt der Nachhaltigkeit sorgen auch die Solarzellen auf dem Dach, die eigenen Strom generieren. Der Ladehub ist barrierearm gestaltet, mit höhenverstellbaren Bedienelementen und Schwenkarmen für die Ladekabel. Er steht auch markenfremden Nutzern offen.





LADEPARKS IM PRAXISTEST
Sieben öffentliche Schnellladeparks, ausgewertet nach dem einheitliche Kriterienkatalog von DIE TESTER und electricar.
Wer elektrisch auf Reisen geht, ist auf ein zuverlässiges Netz öffentlicher Schnelllader angewiesen. Doch nicht jeder HPC-Park hält im Alltag, was die angegebene Ladeleistung verspricht Komfort während des Ladevorgangs, kurze Wege zu Sanitäranlagen, Verpflegung im Umkreis und ein sicheres Umfeld machen den Unterschied zwischen einer kurzen Pause und einem nervenzehrend lagen Zwischenstopp. In Zusammenarbeit mit DIE TESTER hat electricar sieben öffentliche High-Power-Charging-Standorte in Österreich besucht und nach einem einheitlichen Bewertungsraster geprüft.
Drei der getesteten Parks erreichen die Bestnote „Hervorragend“. An der Spitze liegen Ionity und Smatrics in Meggenhofen mit 96,6 Prozent. Der oberösterreichische Standort bietet 99 Ladepunkte, davon 90 HPC-Ladepunkte mit bis zu 400 kW, und befindet sich nur rund 100 Meter von der Autobahn entfernt. Sanitäranlagen liegen direkt an der Ladestation, ein Restaurant, ein Automat für warme Snacks sowie Kaffee- und Getränkeautomaten ergänzen das Angebot. Mit 96 Prozent folgt knapp dahinter die ÖKO Arena Eberstalzell. 50 Ladepunkte, davon 39 HPC-fähig, ein täglich geöffnetes Restaurant, ein Kaffeehaus sowie sechs gut ausgestattete und überdachte Sitzbereiche heben den Park klar vom Mittelfeld ab. Auf dem dritten Platz landet
der Ladepark Amstetten in Niederösterreich mit 95,7 Prozent. Alle 38 Ladepunkte sind HPC-fähig, ergänzt durch Kinderspielplatz und Hundefreilauffläche im 500-Meter-Umkreis. Den Sprung an die Spitze verhindern lediglich kleine Abzüge bei der Anbindung. Solide, aber mit erkennbarem Abstand fällt das Mittelfeld aus. Smatrics in Suben erhält 83,1 Prozent und damit ein „Sehr gut“. Smatrics EnBW Regau (78,6 Prozent), der Hub Bauhaus St. Pölten Smatrics EnBW (77,6 Prozent) und Electrify Drive in Wolkersdorf (77,6 Prozent) bekommen das Prädikat „Gut“. Die Notenabstände entstehen weniger an der Ladetechnik selbst, sondern bei den weichen Faktoren: Sitzbereiche, Gastronomie im Umkreis und die wahrgenommene Sicherheit durch Beleuchtung und Kameraüberwachung.
Wo überdachte Wartebereiche fehlen oder das WC mehr als 100 Meter entfernt liegt, sinkt die Bewertung deutlich. Auffällig: Bei der reinen Ladetechnik liegen alle sieben Parks zumindest im Bereich „Gut“. Fünf der sieben getesteten Standorte erreichen laut Tabelle eine maximale Ladeleistung im Bereich von 351 bis 400 kW. Den Ausschlag in der Gesamtwertung geben damit die Umgebung und das Komfortangebot rund um die Säule.
So haben wir getestet
Bewertet wurde in sechs Kategorien mit unterschiedlicher Gewichtung. Die Ladeinfrastruktur fließt mit 40 Prozent am stärksten in die Gesamtnote ein und setzt sich aus der Anzahl der Ladepunkte, dem Anteil der HPC-Säulen ab 150 kW und der maximalen Ladeleistung zusammen. Erreichbarkeit und Lage zählen 15 Prozent, Sanitäreinrichtungen 10 Prozent, Gastronomie und Zusatzangebote 20 Prozent, Sicherheit und Komfort 10 Prozent sowie der subjektive Gesamteindruck aus vier TesterPerspektiven fünf Prozent. Die Skala reicht von 100 Prozent für den besten Wert bis 40 Prozent für den schlechtesten. Jeder Standort wird vor Ort persönlich besucht und nach demselben Raster bewertet, um Parks unterschiedlicher Größe fair vergleichbar zu machen. Den vollständigen Test mit allen Einzelwerten und Detailbewertungen gibt es auf dietester.de.
LADEPARKS IM TEST:


Electrify Drive in Wolkersdorf
electrify.at / Johann-Galler-Straße 39 2120 Wolkersdorf

pod-bau.at / Solarstraße 4 4653 Eberstalzell / Oberösterreich

smatrics.com / Mariazeller Str. 180 3100 St. Pölten / Niederösterreich
Ladepark Amstetten
stadtwerke.amstetten.at
Oiden 12 / 3300 Amstetten Niederösterreich

ionity.eu / Trappenhof 3 4714 Meggenhofen / Oberösterreich

smatrics.com / Am Moosgraben 2 4845 Hinterbuch / Oberösterreich

smatrics-enbw.com / Andiesen 15 4774 Suben / Oberösterreich
LADEPARKS
Zum Anbieter
Ionity Smatrics Meggenhofen
Adresse Trappenhof 3, 4714 Meggenhofen
ÖKO Arena Eberstalzell Ladepark Amstetten
Solarstraße 4, 4653 Eberstalzell Oiden 12, 3300 Amstetten
Bundesland Oberösterreich Oberösterreich Niederösterreich
Ladeinfrastruktur (40%)
Gastronomie & Zusatzangebote (20%)
Gastronomie gibt es im Umkreis von 500 m 40%
Zusatzangebote in der Nähe? (Max. 500 Meter entfernt) 40%
Restaurant/Fastfood – eingeschränkt, Snackautomat warm, Kaffeeautomat, Snackautomat kalt, Getränkeautomat
Supermarkt, Eigene Sitz- und Aufenthaltsbereiche, Reinigung fürs Auto
Restaurant/Fastfood – täglich, Caféhaus, Snackautomat kalt
Supermarkt, Reinigung fürs Auto, Paketstation (DHL, DPD, etc.), Hotel / Übernachtungsmöglichkeit
Caféhaus, Snackautomat warm, Kaffeeautomat, Snackautomat kalt, Getränkeautomat
Supermarkt, Eigene Sitzund Aufenthaltsbereiche, Reinigung fürs Auto, Kinderspielplatz, Hundefreilauffläche
Smatrics EnBW Suben
Smatrics EnBW Regau
smatrics-enbw.com smatrics-enbw.com
Andiesen 15, 4774 Suben Am Moosgraben 2, 4845 Hinterbuch (Regau)
Caféhaus, Getränkeautomat
Supermarkt, Eigene Sitz- und Aufenthaltsbereiche, Reinigung fürs Auto
Getränkeautomat
Supermarkt, Eigene Sitz- und Aufenthaltsbereiche, Reinigung fürs Auto
Hub BAUHAUS St. Pölten Smatrics EnBW Electrify Drive in Wolkersdorf
Mariazeller Str. 180, 3100 St. Pölten
ohann-Galler-Straße 39, 2120 Wolkersdorf
FAZIT UND AUSBLICK
Die Unterschiede zwischen den getesteten Ladeparks sind groß. Technisch sind viele Standorte auf einem guten Niveau – beim Komfort rund um die Ladesession zeigen sich aber deutliche Qualitätsunterschiede: überdachte Sitzbereiche, Sauberkeit, Kameraüberwachung und WC-Erreichbarkeit sind wiederkehrende Themen.
Die Übersichtstabelle und die Einzeltests helfen dabei, den passenden Ladepark für die eigene Route zu finden. Der Test wird laufend um neue Ladeparks erweitert – Vorschläge für neue Ladeparks nehmen DIE TESTER und electricar gerne entgegen. Anfragen für Ladepark-Tests bitte über unser Kontaktformular senden: www.dietester.de/de/produkt-einreichen

Diesen Test finden Sie auch online auf: www.dietester.de/test/ archiv/7572162
Kaffeeautomat, Snackautomat kalt, Getränkeautomat
Kaffeeautomat, Snackautomat kalt, Getränkeautomat
Supermarkt, Reinigung fürs Auto
Eigene Sitz- und Aufenthaltsbereiche, Reinigung fürs Auto


MOBILITÄT VON MORGEN
Mehr Nachhaltigkeit durch gezielt entwickelte Konzepte in der Produktion, die Rückkehr des legendären Stadtflitzers und atemberaubende Supercars: Auf der Automesse in Peking sind die Elektrofahrzeuge der Zukunft zu sehen.

DMercedes: Nächste Dimension
der schnellen, intelligenten und nachhaltigen Innovationen.
er deutsche Premiumhersteller lässt den Stern im Reich der Mitte strahlen. Mehrere Weltpremieren und das innovative Technologieprogramm Tomorrow XX präsentieren die Strategen von Mercedes-Benz auf der Auto China in Peking. Dieses Konzept, das auf erfolgreichen Studien wie Vision EQXX und Concept AMG GT XX aufbaut, soll Nachhaltigkeit ganzheitlich in Design, Produktion und Fahrzeugtechnik integrieren.
Konkret verbirgt sich hinter Tomorrow XX die klare Ambition zur Kreislaufwirtschaft, die den gesamten Lebenszyklus von Fahrzeugen, von der Materialwahl über die Produktion bis hin zum Recycling, in den Fokus rückt. Das Programm verkörpert den Anspruch des traditionsreichen Autobauers, Nachhaltigkeit als konkretes Technologie- und Architektur-Modul zu verankern und keineswegs nur als zeitgerechtes Modell des Marketings.


Konzept Tomorrow XX: Die Modelle des Premiumherstellers Mercedes werden künftig so gebaut, dass viele Einzelteile wiederverwertet werden können.
Im gesamten Kontext soll Tomorrow XX ergänzt werden mit den Elektroarchitekturen wie MB.EA und der Mercedes-Benz Modular Architecture, dem MB.OS als Betriebssystem sowie durch KI-basierte Dienste und automatisiertes Fahren. Diese Technologiepakete werden laut Hersteller in China entwickelt oder zumindest stark lokal angepasst, langfristig sollen sie auch für andere Märkte bereitstehen.
„Die Auto China ist für Mercedes-Benz die ideale Bühne, um unser strategisches Bekenntnis zu China mit Pro -
duktsubstanz zu untermauern“, sagt Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG, in Peking: „Künftig werden wir unsere Lokalisierung weiter vertiefen, indem wir dort mehr Fahrzeuge entwickeln und produzieren und China zunehmend als Innovationsquelle weltweit nutzen.“
Tomorrow XX ist ein markenweites Programm, das die Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft entlang des gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs voranbringen soll, von der ersten Skizze bis zum Recycling am Ende der Nutzungsdauer. Es bündelt Innovationen, die bislang zumeist in Einzelprojekten steckten, systematisch über alle Baureihen und Antriebsarten hinweg. „Design for Environment“ und „Design for Circularity“, so lauten die Leitprinzipien. Die Nachhaltigkeit und der Kreislaufgedanke werden künftig von Beginn an konsequent in die Konstruktion impliziert. Als Ziel ist konzernweit vorgegeben, den CO₂-Fußabdruck der Serienfahrzeuge deutlich zu senken und den Anteil an verwertbaren und wiederverwendeten Materialen massiv zu erhöhen. Konkret bedeutet dies: Alle Bauteile und Materialien werden neu durchdacht, von der Batterie über Karosserie, Interieur bis hin zu Dämmstoffen und Verkleidungen, um sie leichter trennen, reparieren und wiederzuverwerten zu können.
Rund 40 neue Konzepte für Bauteile und Materialien, die innerhalb von rund zwei Jahren entwickelt wurden, bündelt Tomorrow XX. Es geht etwa um den verstärkten Einsatz von Monomaterialien statt schwer trennbarer Verbunde, damit Kunststoffe und Metalle sauber zurückgewonnen werden können. Komponenten aus Aluminium oder Stahl sollen beispielsweise aus vollständig recyceltem Schrott im Elektrolichtbogenofen produziert werden. Alte Fahrzeuge werden dementsprechend gezielt zerlegt, wertvolle Materialien in die Produktion für neue Bauteile eingespeist. Stichwort Kunststoffe. Tomorrow XX zielt darauf ab, spezielle Konstruktionen zu forcieren, etwa ein PET-Monosandwich für Interieurbauteile, und damit die Sortenreinheit für das Recycling faktisch zu erhöhen.

Smart #2: Comeback des Stadtflitzers
Er ist wieder da! Der Smart #2 feiert auf der Auto China als Studie Concept #2 seine Messepremiere. Doch eigentlich ist es das große Comeback des Kleinen, die Rückkehr der Marke zu ihrem originalen ultrakompakten Urmodell. Rund drei Jahrzehnte nach dem Fortwo präsentiert Smart – inzwischen ein Joint Venture von Mercedes und Geely – einen Nachfolger mit chinesischer Technologie, der auf knapp 2,80 Metern Länge zwei Sitze und einen Wendekreis von nur 6,95 Metern bietet sowie Reichweiten von etwa 300 Kilometern ohne nachzuladen ermöglichen soll. Sein Marktstart ist in Deutschland für das Frühjahr 2027 geplant, in China fährt der #2 bereits Ende dieses Jahres vor.

Leapmotor: XL-Format zum Bestpreis

BYD: Supercar mit mehr als 1000 PS
Der Fang Cheng Bao Formula X2 ist einer der Publikumslieblinge auf der Messe in Peking. Dieses zweitürige Cabrio im Supercar-Showcar-Modus markiert den radikalen Einstieg der BYD-Tochtermarke Fang Cheng Bao in das Premiumsegment. Das scharfe Profil mit der tief liegenden Silhouette wirkt in jeder Sequenz höchst dynamisch, angriffslustig die Frontpartie. Das Heck kickt mit Ringleuchten, aktivem Spoiler und hohlen Diffusoren an den Hinterrädern, die den Luftstrom kanalisieren. Aus purer Carbonfaser ist die Karosserie, die entsprechend leicht und performant wirkt. Die spektakulären Türen – teils Scheren, teils Flügel – öffnen sich nach oben, wie es sich für den Supersportwagen gehört. In Zahlen: 800-Volt-Architektur, drei Motoren, mehr als 1000 PS. Der Serienstart ist für 2027 geplant.

D19, so heißt das neue Topmodell des chinesischen Herstellers. Mehr als fünf Meter lang, fast zwei Meter breit, knapp 1,80 Meter hoch und einen Radstand von 3,11 Metern – damit übertrifft der massive SUV von Leapmotor sogar manchen deutschen Premiumhersteller in der Luxusklasse. Auch technisch punktet der rein elektrische D19. Er nutzt eine 1000-Volt-Architektur mit bis zu 115 Kilowattstunden großen CATL-Batterien, die Reichweiten von bis zu 720 Kilometern ermöglichen sollen. Der SUV wird von zwei bis drei Motoren angetrieben, die mit 550 bis 734 PS anschieben. Konkret heißt das: aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als drei Sekunden. Attraktiv klingen auch die angegebenen Ladeleistungen, die an entsprechend starken Stromsäulen bis zu 350 frische Kilometer Reichweite in nur 15 Minuten ziehen, und der Preis. In China wird das Einstiegsmodell für umgerechnet rund 27.500 Euro angeboten.



Audi: Neues Konzept ohne Ringe
Eigens entwickelte Fahrzeuge, frisches Design und ein neues Logo mit großen Buchstaben und ohne die vier legendären Ringe – exklusiv für China. Die Schwestermarke von Audi präsentiert in Peking den E7X, ihren ersten SUV. Dieser wuchtige Neustarter ist als vollelektrisches Premiummodell konzipiert worden, gemeinsam mit dem staatlichen Autobauer SAIC und gezielt für den chinesischen Markt. Audi versucht damit, seine klassische Markenkompetenz mit einem digitalen Ökosystem, das auf lokale Nutzergewohnheiten und urbane Mobilität zugeschnitten ist, zu verbinden. Der aus Ingolstadt bekannte Anspruch an Technik und Fahrdynamik soll laut Audi mit speziell für China entwickelten Funktionen und einem „eigenen Innenraumerlebnis“ angepasst werden.

Dreame: Sportwagen aus Deutschland?
Eigentlich ist das chinesische Unternehmen als Produzent von Staubsaugern und Reinigungsrobotern bekannt, doch auf der Automesse in Peking sorgt Dreame mit dem Showcar Nebula Next 01 Jet Concept für Furore. Hervorstechend ist das atemberaubende Design mit der flachen Silhouette, langem Vorderwagen, großen Lufteinlässen und schnittiger Aerodynamik. Wow-Faktor: Das Hypercar soll mit zwei Feststoffraketenboostern im Heck arbeiten, die den Elektroantrieb unterstützen. Schubkraft: bis zu 100 Kilonewton. Beschleunigung von null auf Tempo 100: sagenhafte 0,9 Sekunden. Das Nebula-Next-01-Konzept soll – ohne Raketen –ab 2027 in einem neuen Werk in der Nähe von Berlin gebaut werden. Zwischenzeitlich war auch Brandenburg im Gespräch, doch scheint die Hauptstadt der bevorzugte Standort für die europäische Produktion zu sein.

In Peking auf der Bühne: Audi-CEO Gernot Döllner präsentiert den E7X, einen neuen SUV, den das chinesische Schwesterunternehmen speziell für den heimischen Markt konzipiert hat.

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