Skip to main content

electricar 1/2021

Page 1

electricar MAGAZIN

Optimieren Sie

electricar DAS MAGAZIN FÜR DIE MOBILITÄT VON MORGEN

Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA · Michelinstraße 4 · 76185 Karlsruhe · Deutschland · © Michelin · 02/2021 MICHELIN und die grafische Darstellung des Michelin Manns sind Eigentum der Compagnie Générale des Etablissements Michelin.

IHRE CO2-BILANZ

1/21 // April - Juni 2021 Deutschland € 4,90 Schweiz SFR 8,80 BeNeLux € 5,80 Österreich € 4,90

Elektrisierende Neuheiten Ford, Volvo, Mercedes und Co: Diese Modelle kommen 2021 neu auf den Markt

VOLLZEITSTROMER Ein erster Blick auf den neuen Opel Mokka-e ab S. 48

designed

NEU

Michelin e •Primacy

*In seiner Kategorie

2

Von Applus Idiada nach Auftrag von Michelin im Juni (an neuen) & August (an 2 mm abgerauten Reifen) 2020 an einer Maschine durchgeführte Rollwiderstandstests, an Reifen der Maße 205/55 R16 91V, zum Vergleich des MICHELIN e.PRIMACY (5,58 kg/t & 5,13 kg/t) mit dem MICHELIN PRIMACY 4 (7,74 kg/t & 6,25 kg/t); BRIDGESTONE TURANZA T005 (7,17 kg/t & 5,81 kg/t); CONTINENTAL ECOCONTACT 6 (6,39 kg/t & 5,49 kg/t); CONTINENTAL PREMIUM CONTACT 6 (8,93 kg/t & 6,94 kg/t); DUNLOP BLURESPONSE (7,97 kg/t & 5,54 kg/t); GOODYEAR EFFICIENT GRIP 2 (7,01 kg/t & 5,38 kg/t); PIRELLI CINTURATO P7 BLUE (6,96 kg/t & 6,30 kg/t); PIRELLI CINTURATO P7 (8,79 kg/t & 6,97 kg/t). Tatsächliche Kraftstoff- und Kosteneinsparungen können unter anderem je nach Fahrstil, Fahrzeug und Reifendruck variieren. Vgl: https://www.michelin.de/pruefberichte-michelin-e-primacy 2 Markt der Premium-Ersatzbereifung: Reifen, die nicht für die Erstausrüstung bestimmt sind (d. h. die nicht konzipiert sind, um spezifische Ziele von Kraftfahrzeugherstellern zu erreichen). 3 Während des Einsatzes erzeugt der MICHELIN e·Primacy im Durchschnitt 1,5 kg/t weniger Rollwiderstand im Vergleich zu Konkurrenzprodukten; dies entspricht einer Kosteneinsparung für den Kraftstoffverbrauch von bis zu € 80 und einer Verringerung der CO2-Emissionen von bis zu 174 kg. Die geschätzten Verringerungen bzw. Einsparungen beruhen auf dem Durchschnitt der Daten für neue und um 2 mm abgeraute Reifen, um der Leistung unter reellen Bedingungen Rechnung zu tragen. Alle geschätzten Einsparungen beruhen auf einer Basis von 35.000 km und einem Kraftstoffpreis von 1,46 €/l (https://ec.europa.eu/energy/data-analysis/weekly-oil-bulletin_en 6/1/2020 Gewichtung der 10 führenden Länder für Kraftfahrzeugbewegungen auf nationalem Gebiet und im Ausland – https://ec.europa.eu/eurostat/web/transport/data/database). Tatsächliche Kraftstoff- und Kosteneinsparungen können unter anderem je nach Fahrstil, Fahrzeug und Reifendruck variieren. 4 Ein fabrikneuer MICHELIN e·Primacy erzeugt im Durchschnitt 2 kg/t weniger Rollwiderstand als andere Konkurrenzprodukte; dies entspricht einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs von bis zu 0,21 l/100 km, einer Verringerung der CO2-Emissionen von bis zu 5 g bei einem VW Golf 7 1.5 TSI oder einer Erhöhung der Reichweite um bis zu 7 % bei einem VW e.Golf. 1

MIC_AZ_225x297mm_ePrimacy_RZ.indd 1

25.02.21 14:48

1/21 // April - Juni 2021

Reduzieren Sie Ihre CO2-Emissionen mit dem neuen MICHELIN e·Primacy – dem Reifen von Michelin mit dem niedrigsten Rollwiderstand unter den getesteten Wettbewerbern*1/2/3/4

STEIL BERGAUF

LADEN IM EIGENHEIM

ELEKTRO STATT MUSKELKRAFT

Darum boomen E-Mobility-Aktien

Die besten Wallboxen im großen Test

Wir stellen die neuesten E-Bikes für den Sommer vor

S. 88

S. 78

S. 66


DER NEUE

OPEL MOKKA MEHR MUT. MEHR MOKKA Wir präsentieren: das mutige, neue Gesicht von Opel. Mehr Mokka gibts auf opel.de

Beispielfoto der Baureihe. Stromverbrauch Opel Mokka-e 18,0–17,4 kWh/100 km (kombiniert), Reichweite 313–324 km (bei voller Batterie). Die genannten Werte wurden anhand des WLTP-Testverfahrens bestimmt. Der tatsächliche Verbrauch und die tatsächliche Reichweite können unter Alltagsbedingungen abweichen und sind von verschiedenen Faktoren abhängig, insbesondere von persönlicher Fahrweise, Streckenbeschaffenheit, Außentemperatur, Nutzung von Heizung und Klimaanlage sowie thermischer Vorkonditionierung.

10858_225x297_Mokka_electricar.indd 1

25.02.21 09:16


FULLY ELECTRIC Christoph Lumetzberger Chefredakteur

D

ynamisch und pulsierend - die Elektromobilitätsbranche lebt und geht wie kaum eine andere Branche in der heutigen Zeit unbeirrt ihren Weg nach vorne. Selbst in Zeiten der COVID-19Pandemie präsentieren Hersteller neue Fahrzeuge, stellen kommende Technologien vor oder positionieren ihr gesamtes Unternehmen neu. So wie es kurz vor unserem Redaktionsschluss Volvo getan hat. Das schwedische Unternehmen möchte die gesamte Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2030 vollständig elektrifizieren und ändert nach und nach auch den gesamten Bestellprozess, hin zu ‚online-only‘. Darüber berichten wir ausführlich in dieser Ausgabe. Auch ganz allgemein haben wir unter die Lupe genommen, wie die Strategien der marktrelevanten Autobauer aussehen, um den Anteil an batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen in den eigenen Produktionshallen langfristig zu steigern. Aber auch auf die nähere Zukunft haben wir einen Blick geworfen und möchten Ihnen zeigen, welche Elektroautos im Jahr 2021 den Markt beherrschen werden. Ein weiterer großer Teil der

aktuellen Ausgabe umfasst einen Wallboxen-Test, den wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner durchgeführt haben. Zudem klären wir, warum E-Mobility-Aktien in der letzten Zeit in der Regel steil nach oben gehen. In unserem umfangreichen Technikteil stellen wir Ihnen neue Fahrzeuge vor, informieren über kommende E-Bikes und geben außerdem einen Überblick aktueller Förderungsmöglichkeiten bei der Anschaffung eines elektrifizierten Autos. Außerdem haben wir unsere E-Auto-Rangliste aktualisiert, diese können Sie künftig neben der abgedruckten Version auch im Internet einsehen und dort sogar interaktiv nach Ihren ganz persönlichen Vorstellungen anpassen. Abschließend möchten wir Ihnen auch noch die gängigsten Fahrassistenzsystem näher vorstellen, die in zeitgemäßen Fahrzeugen verbaut werden. Kritisch betrachten wir außerdem kommende Autobahn- und Schnellstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit stark in Frage gestellt wird. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Freude beim Lesen von electricar!


INHALT

03

EDITORIAL

06

NEWS

18

ELEKTROAUTOS 2021: Diese E-Autos laufen im aktuellen Kalenderjahr vom Band

24

KIA-FLOTTE FÜR WIEN ENERGIE Neue e-Niro-Modelle für den Klimaschutz

26

LADEN WÄHREND DER FAHRT Wir gehen der Frage nach, ob die Straße das Auto künftig mit Energie versorgen kann

28

GRÜNE WELLE Volvo will bis zum Jahr 2030 die komplette Fahrzeugflotte elektrifizieren

30

FAHRPLAN IN DIE ZUKUNFT Wie die unterschiedlichen Hersteller mit den Herausforderungen der Elektromobilität umgehen

30

Wir haben uns näher angesehen, wie die unterschiedlichen Fahrzeugbauer den Spagat von den Verbrenner-Modellen hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen schaffen wollen.

36

NICHT OHNE „E“ Die Peugeot-Modellfamilie bekommt kontinuierlichen, elektrifizierten Zuwachs

40

DEUTLICH UNTER DEM VERBRENNER Die Kolumne des Bundesverbandes für eMobilität

42

LESERUMFRAGE Teilnehmen und bei der künftigen Magazin-Gestaltung mitbestimmen

44

IM TEST: VOLVO V60 T6 TWIN ENGINE Wir haben den Edel-Schweden zwei Wochen lang durch das gesamte Land pilotiert

48

VORGESTELLT: OPEL MOKKA-E “Einen Mokka, bitte!” - Wir nehmen den Vollzeitstromer aus dem Hause Opel unter die Lupe

50

48

Ein erster Blick auf den neuen Opel Mokka-e. Wir blicken auf den elektrischen Nachfolger des beliebten Kompakt-SUV des Rüsselsheimer Autobauers.

VORGESTELLT: FIAT 500E Die Legende lebt Der Fiat 500 wird elektrisch


VORGESTELLT: VW ID.4

52

Wir nehmen den neuen Volkswagen ID.4 unter die Lupe

VORGESTELLT: VOLVO XC40 RECHARGE PURE ELECTRIC

54

Der erste reine Elektrowagen aus dem Hause Volvo im Check

E-BONUS FÜR UNTERNEHMER

56

Profitieren Sie von den hohen Förderungen für die Anschaffung eines Elektroautos

ELEKTROAUTO-DATENBANK

58

Interessante Zahlen und ­Fakten zu den aktuellen E-Autos

ZWEIRADFIEBER

66

54

Der Volvo XC40 Recharge Pure Electric im ersten Check: Wir nehmen den ersten Vollzeit-Stromer aus dem Hause Volvo unter die Lupe.

84

Die Initiative BUND hat sich 13 der unwirtschaftlichsten und unökologischsten Straßenprojekte in Deutschland angesehen.

Aktuelle E-Bike-Modelle für das kommende Frühjahr

LADEN IM EIGENHEIM

78

Die besten Heim-Ladestationen im großen Test

TEURES PFLASTER

84

Unwirtschaftliche und unökologische Autobahnund Schnellstraßenprojekte kritisch betrachtet

BOOM DER E-MOBILITY-AKTIEN

88

Wir erklären den Höhenflug von Wertpapieren im Elektromobilitäts-Sektor

DER WEG IST DAS ZIEL

94

Eine Übersicht über die gängigsten Fahrerassistenzsysteme in modernen PKWs

IMPRESSUM

98


News

HERSTELLER/UNTERNEHMEN

VOM FLIESSBAND

6

BRENNSTOFFZELLEN-ANTRIEB

Toyota entwickelt universell einsetzbares Modul Der japanische Autobauer hat auf der Basis des Wasserstoff-Antriebs, der im Toyota Mirai zum Einsatz kommt, ein Brennstoffzellen-Modul entwickelt, dass in mehreren Fahrzeugtypen verwendet werden kann. Der Antrieb ist in vier verschiedenen Ausführungen mit einer Leistung von 60 oder 80 kW bzw. einer vertikalen oder horizontalen Bauweise erhältlich. Bei Bedarf lassen sich die Antriebsvarianten auch kombinieren. Laut eigenen Angaben soll er für den Einsatz in LKWs, Bussen, Schiffen und Zügen geeignet sein und kaum Wartungsarbeiten benötigen. Bereits in den nächsten Monaten möchte Toyota seine Neuentwicklung an interessierte Unternehmen verkaufen. INFO: bit.ly/ec_toyotamodul

LANGSTRECKEN-LKW

Volvo und DHL starten Testbetrieb Die beiden Unternehmen verkündeten Mitte Februar den Start eines Pilotprojekts, das wichtige Erkenntnisse zu schweren Transporten über größere Distanzen liefern soll. Zu diesem Zweck wird ab März ein rein elektrisch betriebener Volvo FH den Pakettransport zwischen zwei DHL-Standorten, die in Schweden 150 Kilometer voneinander entfernt liegen, übernehmen. Im Zuge des Tests möchten Volvo und DHL wertvolle Informationen hinsichtlich der erforderlichen Ladeinfrastruktur gewinnen. Bislang wurden lediglich Testfahrten mit elektrischen Lastkraftwagen in urbanen Gebieten über kürzere Strecken durchgeführt. INFO: bit.ly/ec_volvodhl

electricar 01/2021


News

MCLAREN ARTURA

Erstes Plug-in-Hybrid Modell Das erste Plug-in-Hybrid Modell des britischen Herstellers mit einer Gesamtleistung von 680 PS beschleunigt in weniger als drei Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h. Das Fahrzeug kann bereits zu einem Preis von 226.000 Euro vorbestellt werden und wird ab dem dritten Quartal 2021 ausgeliefert. INFO: bit.ly/ec_artura

BYD D1

Verblüffende Ähnlichkeit mit dem ID.3 Der hierzulande relativ unbekannte Hersteller BYD hat mit dem D1 ein Elektroauto auf den Markt gebracht, bei dem man sich offenbar von Volkswagen inspirieren ließ: Vor allem die Scheinwerfer, die Rückleuchten, die Karosserie sowie die Felgen erinnern sehr stark an den ID.3. Obwohl das Fahrzeug ausschließlich in China erhältlich ist, haben die Wolfsburger bereits eine Überprüfung des D1 angekündigt. Der 136 PS starke Stromer soll vor allem bei Fahrdiensten zum Einsatz kommen und ist nicht bei herkömmlichen Autohändlern erhältlich. Laut dem Hersteller wird im D1 eine kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit einer Kapazität von 50 kWh verwendet, die genug Energie für eine Strecke von etwa 420 Kilometern liefert. INFO: bit.ly/ec_d1

STANDORTUMBAU

Ford-Milliardeninvestition in Deutschland Mitte Februar verkündete das US-Unternehmen, dass an dem Standort in Köln ab 2023 ein rein elektrisch betriebener Kleinwagen vom Band laufen soll. Zu diesem Zweck wird das im Jahr 1930 errichtete Werk umgebaut, um neue Produktionskapazitäten zu schaffen. Im Zuge der Neuausrichtung hin zur Elektromobilität möchte Ford bis zum Jahr 2025 22 Milliarden US-Dollar investieren. Weitere sieben Milliarden sind für die Entwicklung von autonomen Fahrassistenzsystemen vorgesehen. INFO: bit.ly/ec_fordinvestition

electricar 01/2021

7


8

News

NEUE JAGUAR-STRATEGIE

Ab 2025 nur mehr elektrische Modelle Die britische Nobelmarke Jaguar Land Rover vollzieht einen radikalen Strategiewechsel, mit dem der Ausbau der Elektromobilitätssparte massiv vorangetrieben werden soll. So soll laut eigenen Angaben die Jaguar-Modellpalette in vier Jahren nur mehr elektrisch betriebene Fahrzeuge umfassen. Zusätzlich sollen bis 2026 sechs Elektroautos der Marke Land Rover auf den Markt gebracht werden. Damit dieses ambitionierte Ziel erreicht werden kann, investiert das Unternehmen jährlich knapp 2,8 Milliarden Euro in seine Elektrifizierungsstrategie.

INFO: bit.ly/ec_jlrstrategie

APPLE ELEKTROAUTO

Intensive Gespräche mit Kia Zahlreiche Medienberichte deuten darauf hin, dass der USKonzern Apple und der südkoreanische Hersteller Kia künftig zusammenarbeiten. Ob der Autobauer tatsächlich das komplette Apple-Auto fertigen wird oder lediglich einzelne Bauteile, hat bislang keines der beiden Unternehmen verlautbart. Wann das Elektroauto aus dem Hause Apple letzten Endes auf den Markt kommt, ist noch nicht absehbar. Experten gehen frühestens von einem Marktstart im Jahr 2024 aus.

AUDI-SCHNELLLADENETZ

INFO: bit.ly/ec_applekia

Ladesäulen in Großstädten geplant Der Automobilkonzern Audi plant laut eigenen Angaben den Bau eines Ladenetzes in größeren Städten. Es soll aus besonders leistungsfähigen Ladepunkten mit einer Ladeleistung von mindestens 150 kW bestehen, damit die Kunden ihre Fahrzeuge möglichst schnell aufladen können. Die Kosten für die geplanten 200 bis 300 Stationen belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf mehr als eine Mrd. Euro. Möglicherweise könnte sich auch die Luxusmarke Porsche, die ebenfalls zum VW-Konzern gehört, an dem Bau und Betrieb des Ladenetzes beteiligen. INFO: bit.ly/ec_audiladenetz

electricar 01/2021


News

EINSTIEG BEI BYD

Tesla-Interesse an chinesischem Unternehmen In chinesischen Medien kursieren seit einigen Wochen Gerüchte darüber, dass der US-Autohersteller Tesla Firmenanteile von dem Auto- und Batterieproduzenten BYD übernehmen möchte. Demnach soll das Unternehmen des Milliardärs Elon Musk etwa 36 Milliarden US-Dollar für 20 Prozent der Anteile bieten. Allerdings soll es bei dem vermuteten Einstieg weniger um die Elektroautos von BYD gehen, sondern hauptsächlich um deren neu entwickelte kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Batterien. INFO: bit.ly/ec_ec4

MG ZS EV

Neuer Elektro-SUV erhältlich Die vormals britische Automarke MG, die mittlerweile zu dem chinesischen Automobilkonzern SAIC gehört, bringt mit dem ZS EV ein Elektrofahrzeug zu einem Preis von rund 32.000 Euro auf den Markt. Abzüglich Förderung wird dieser schließlich deutlich unter 30.000 Euro sinken. Mit einer Kapazität von 44,5 kWh liefert der Akku genug Energie für eine Reichweite von rund 260 Kilometern. Auf 80 Prozent lässt sich der Energiespeicher dank einer Ladeleistung von 85 kW innerhalb von 40 Minuten aufladen. Der Elektromotor leistet 143 PS und beschleunigt den ZS EV auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. INFO: bit.ly/ec_mgzsev

HUAWEI

Elektroauto offenbar in Planung E.GO MOBILE

Produktion gesichert Das in Aachen ansässige Startup e.Go Mobile konnte seine Insolvenz nach der Übernahme eine Investmentgruppe erfolgreich abwenden und darüber hinaus im Rahmen einer Finanzierungsrunde 30 Millionen Euro sammeln. An der Finanzierung haben sich laut Unternehmensangaben zahlreiche Technologieunternehmen und auch Privatpersonen wie beispielsweise der Schauspieler Edward Norton beteiligt. Mit diesem Kapital ist die Produktion des Elektrokleinwagens e.Go Life ab der Mitte des Jahres geplant. Zu Beginn soll die Sonderedition e.Go Life NEXT vom Band laufen, die nur 1.000 Stück umfassen wird und für knapp 23.000 Euro den Besitzer wechseln soll. INFO: bit.ly/ec_ego

electricar 01/2021

Der IT-Konzern aus Fernost hat aufgrund des Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten enorme Einbußen in seiner Smartphone-Sparte hinnehmen müssen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass nach neuen Geschäftsfeldern gesucht wird. Wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, erwägt Huawei die Entwicklung eines eigenen Elektroautos. Für die Produktion ist die Kooperation mit einem chinesischen Autobauer geplant. Ob Huawei diesen Plan auch tatsächlich in die Tat umsetzt, ist aktuell noch unklar. Offiziell hat das Unternehmen den Bericht dementiert. Jene Quellen, auf die sich Reuters beruft, behaupten jedoch das Gegenteil. INFO: bit.ly/ec_huaweiauto

9


10

News

DACIA SPRING

So will das günstige Elektroauto punkten Mit dem Spring kommt in diesem Jahr das erste rein elektrisch betriebene E-Auto der rumänischen Marke Dacia, das hierzulande nach Abzug der Förderung rund 10.000 Euro kosten soll. Neben einer Reichweite von 225 Kilometern, die für alltägliche Strecken in urbanen Gebieten mehr als ausreichend ist, dem extravaganten Design und dem vergleichsweise niedrigen Preis will der Dacia mit einer AkkuGarantie potenzielle Käufer überzeugen. Auf die Batterie gewährt der Autohersteller eine Garantie über acht Jahre oder 120.000 Kilometer Laufleistung. INFO: bit.ly/ec_daciaspring

CITKAR LOADSTER

Telekom testet E-Lastenfahrrad Seit wenigen Monaten sind die Telekom-Techniker in Berlin und Münster besonders umweltfreundlich unterwegs: Im Rahmen eines groß angelegten Tests werden die Wege zu Kundenterminen mit dem vierrädrigen Lastenfahrrad Citkar Loadster zurückgelegt. Das Elektrofahrrad ist mit einem 250 Watt-Motor und zwei Akkus ausgestattet. Letztere liefern genug Energie für eine Reichweite von 60 Kilometern. Dank einer Nutzlast von 200 Kilogramm bietet das Citkar Loadster genug Platz für notwendige Werkzeuge und Materialien.

D

A

INFO: bit.ly/ec_citkar

TESLA MODEL Y

Auslieferung in China gestartet Während in Europa die Produktion des Model Y noch auf sich warten lässt, ist sie in China bereits in vollem Gange. Vor wenigen Wochen wurde einigen ausgewählten Käufern ihr neues Fahrzeug im Tesla Center in Shanghai feierlich übergeben. Für den europäischen Markt soll das Model Y in Grünheide gebaut werden. Der Produktionsstart ist aktuell noch unklar.

N O

INFO: bit.ly/ec_modely

C C

electricar 01/2021

Sy un

Kia e-R


News

11

HYUNDAI IONIQ 5

Offizielle Präsentation sorgt für Aufsehen Ende Februar hat Hyundai sein neuestes Elektroauto IONIQ 5 der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut eigenen Angaben löste die Präsentation einen regelrechten Hype aus, der alleine in Europa für 236.000 Kundenanfragen innerhalb einer Woche sorgte. Der offizielle Marktstart erfolgt im Frühsommer 2021. Der INONIQ 5 ist das erste Modell, dass auf Hyundais eigens entwickelter Elektroauto-Plattform E-GMP (Electric Global Modular Platform) basiert. Bis 2024 sollen zwei weitere Modelle folgen. INFO: bit.ly/ec_ioniq5

Die Kia e-Modelle.

Auf dem Weg in eine saubere Zukunft.

Niemand staunt mehr über die enorme Auswahl an elektrifizierten Modellen von Kia. Teste auch du einfach, welches dir am besten gefällt. Ob elektrisch, hybrid oder plug-in hybrid – bestimmt findet jeder das Modell, das perfekt zu ihm passt. Jetzt Testfahrt buchen auf www.kia.at. CO2-Emission: PHEV und HEV: 170-29 g/km, Gesamtverbrauch: 1,3-7,5 l/100km, CO2-Emission Kia e-Modelle: 0 g/km1,2), 15,9-15,3 kWh/100km2), Reichweite: bis zu 455km2) Symbolfoto. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. 1) Nutzung von Strom aus 100% regenerativen Quellen vorausgesetzt. 2) Gemessen laut WLTP-Testzyklus. Reichweite und Energieverbrauch abhängig von Faktoren wie z. B. Fahrstil, Streckenprofil, Temperatur, Heizung/Klimatisierung, Vortemperierung. *) 7 Jahre/150.000km Werksgarantie.

Kia e-Range Kampagne 225x149 01-2021 RZ.indd 1

02.02.21 10:21


News

AKKU, REICHWEITEN, LADEINFRASTRUKTUR

TECHNOLOGIE

12

ELEKTRIFIZIERTER NAHVERKEHR

Anteil an E-Bussen hat sich mehr als verdoppelt Einer Untersuchung der Beraterfirma PwC zufolge hat sich der Bestand an elektrifizierten Verkehrsmitteln im Personennahverkehr im Jahr 2020 mehr als verdoppelt. In der Zählung wurden Fahrzeuge mit Batterie-, Hybrid-, Oberleitungs- und Brennstoffzellen-Technik berücksichtigt. Die meisten der elektrisch betriebenen Busse verrichteten im abgelaufenen Jahr in Nordrhein-Westfalen ihren Dienst, ganze 177 Busse zählte PwC. Dahinter folgen Berlin (137), Baden-Württemberg (76), Niedersachsen (62) und Hessen (61). Im Durchschnitt sind zwar bislang lediglich rund 1,4 Prozent der ÖPNV-Flotte reine E-Busse, es ist aber davon auszugehen, dass sich der Anteil in den nächsten Jahren stark erhöhen wird. Alleine der Zuwachs im abgelaufenen Jahr war dreimal so hoch als noch 2019.

INFO: bit.ly/ec_ebus

ARAL PULSE

Strom tanken statt Zapfsäule: Aral will HochleistungsladerNetz deutlich verdichten Mineralölverkäufer Aral veröffentlichte Pläne zur Elektrifizierung seines bestehenden Tankstellen-Netzes. Bis zum Ende des aktuellen Jahres sollen 500 Ladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW an mehr als 120 Aral-Tankstellen errichtet werden. Der dort zur Verfügung stehende Strom soll zu 100 Prozent aus ökologischen Quellen kommen. Für Tesla-Fahrer sollen außerdem entsprechende Adapter in den Aral-Shops bereitstehen, damit auch diese in hoher Geschwindigkeit aufgeladen werden können. INFO: bit.ly/ec_aralpulse

electricar 01/2021


News

NIEDERLÄNDER BAUT

BATTERIE-TECHNIK

SALD-Akkus: Mehr als 1.000 Kilometer mit einer Ladung Dank einer neuartigen Akku-Technologie, die sich SALD (Spatial Atom Layer Deposition) nennt, sollen Elektroautos künftig über eine Reichweite von 1.000 Kilometer und mehr verfügen können. SALD bezeichnet ein patentiertes Verfahren, welches die Kapazitäten von Akkumulatoren verdreifachen und deren Ladeleistung sogar verfünffachen kann. Batterien mit dieser Technologie wären so künftig in rund 20 Minuten vollständig aufgeladen, eine Kapazität von 80 Prozent wäre sogar in nur rund zehn Minuten erreicht. INFO: bit.ly/ec_sald

DUO MOKE

Strampeln statt Stromen: Auf Radwegen unterwegs Auf dem Papier ist das Duo Moke kein Elektrofahrzeug, sondern ein Fahrrad. Deshalb braucht der Fahrer weder eine Versicherung, noch einen Führerschein, um damit - sogar auf Radwegen - unterwegs zu sein zu können. Angetrieben wird das vom Berliner Start-Up Urban Drivestyle entwickelte, einem Strandbuggy nicht unähnliche, Gefährt von einem 250 Watt starken Motor, dessen Akku eine Reichweite von bis zu 60 Kilometer ermöglicht. INFO: bit.ly/ec_duomoke

E-SCOOTER VON AUDI

Mit vier Ringen und zwei Rädern Aufklappen und Gas geben. So einfach lässt sich der Audi electric kick scooter powered by Segway verwenden. Der Name ist etwas sperrig, die Verwendung hingegen kinderleicht. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h und einer Reichweite von satten 65 Kilometern steht dem Ausflug durch die Straßenschluchten Ihrer Heimatstadt nichts mehr im Wege. Der Preis beträgt rund 800 Euro. INFO: bit.ly/ec_audi-scooter

electricar 01/2021

13


News

NEUIGKEITEN AUS DER POLITIK

POLITISCHES

14

BUNDESTAG BESCHLIESST:

Kein Neubau ohne Ladesäulen Werden in Zukunft Neubauten errichtet, so müssen bei der Planung Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Tiefgaragen oder auf Parkplätzen vor der Liegenschaft künftig verpflichtend berücksichtigt werden. Der Bundestag beschloss das sogenannte „GEIG“, diese Abkürzung steht für GebäudeElektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz. Konkret betrifft dies allerdings nur Liegenschaften, die über mehr als zehn Fahrzeugstellplätze innerhalb des Gebäudes oder über mehr als zehn an das Gebäude angrenzende Stellplätze verfügen. Hier muss dafür gesorgt werden, dass jeder Stellplatz mit der Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität ausgestattet wird. INFO: bit.ly/ec_geig

EUROPÄISCHE UNION

30 Millionen E-Autos zum Erreichen der Klimaziele EU-Kommissar Frans Timmermans stellte kürzlich Pläne vor, wie es in der EU gelingen kann, die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Da der Verkehr für beinahe 30 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen in der Europäischen Union verantwortlich ist, sollen die Treibhausgase, die aus dem Transportsektor hervorgehen, deutlich gesenkt werden. In einem Strategiepapier ist die Rede von 30 Millionen emissionsfreien Fahrzeugen, die bis zum Jahr 2030 auf den Straßen Europas unterwegs sein sollen. INFO: bit.ly/ec_klima2030

electricar 01/2021


News sweN15 51

Elektro-Neuzulassungen in Deutschland (2019/20)

Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlichte die aktuellen Elektro-Neuzulassungen. Nach einem Corona-bedingten Einbruch im April 2020 zeigt der Trend ganz klar nach oben.

electricar 01/2021

ZAHLEN, DATEN UND FAKTEN

Wie eine Veröffentlichung von EV-Volumes zeigt, hat Europa China als Leitmarkt der E-Mobilität abgelöst. Aus der Erhebung der Datenbank für Informationen rund um batterieelektrische Fahrzeuge geht hervor, dass fast 1,4 Millionen Elektroautos und Plug-In-Hybriden im Jahr 2020 in Europa zugelassen wurden.

STATISTISCH

Verkaufszahlen & Wachstum Elektrofahrzeuge


News

News

NACHRICHTEN AUS ÖSTERREICH

ROT WEISS ROT

16

SONY VISION-S

Angriff auf Tesla: Sony testet erstes eigenes Elektroauto Auf der CES zeigte Sony Anfang 2020 erstmals den Vision-S, das erste hauseigene Elektroauto. Eigentlich sollte es noch im selben Jahr auf den Markt kommen. Damals war zudem die Rede davon, dass ein Prototyp bereits zu Magna in Steyr unterwegs sei, um ihn dort auf den Straßen ausgiebig zu testen. Doch daraus wurde nichts und der Vision-S verschwand in der Versenkung. Inzwischen schreiben wir 2021 und der Wagen fährt immer noch nicht auf unseren Straßen. Doch immerhin hat Sony jetzt selbst nachgelegt und diverse Videos veröffentlicht, die das Fahrzeug und sein Bedienkonzept zeigen. Wann der Wagen seine tatsächliche Marktreife erlangen wird, steht allerdings immer noch in den Sternen. INFO: bit.ly/ec_vision-s

TU WIEN / LINZ AG

Studie erforscht Ladeverhalten von E-Auto-Nutzern Die Technische Universität in Wien startete gemeinsam mit der Linz AG in der Landeshauptstadt Linz das Projekt „Urcharge“ (steht für Urban Change). 50 Studienteilnehmer tauschten im Sommer 2020 ihren Verbrenner für mehrere Monate gegen ein Elektroauto. In dem Projekt wurden viele unterschiedliche Szenarien durchgespielt. Etwa wann und wo die Fahrer ihren Wagen aufgeladen haben, oder bei welchem Akkustand die Fahrzeuge an die Stromtankstelle kamen. Außerdem wollten die Studienverantwortlichen der Frage nachgehen, wie sich die Gesamtleistung des Netzes verändert, wenn in Zukunft immer mehr E-Autos den Bedarf nach Strom haben. Die Ergebnisse wurden im Detail auf der Webseite veröffentlicht. INFO: bit.ly/ec_urcharge

electricar 01/2021

A1_Bra

News

16


2030 CO2 neutral. Aber lieber schon früher. Jetzt wir. Ohne Dich ist unser Netz nur ein Netz – aber gemeinsam schaffen wir mit dem ersten CO2 -neutralen Netz Österreichs eine stetige Steigerung der Energieeffizienz und den schrittweisen Umstieg auf die Nutzung von erneuerbaren Energien.

A1_Brand_2030_CO2_neutral_Electricar_225x297abf_ET1703_ICv2.indd 1

Du kannst alles. Im 5Giganetz von A1.

04.03.21 14:32


18

Elektroauto-Modelle 2021

“

neuer elektro nachschub

Text: Philipp Lumetsberger

Diese Modelle kommen 2021 auf den Markt

S

eit mehreren Jahren erlebt der Absatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen einen regelrechten Höhenflug. Alleine im Jahr 2020 wurde mit weltweit 3,24 Millionen verkauften Elektro- und Hybridfahrzeugen ein neuer Höchstwert erreicht. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass dieser Trend anhalten wird und die Verkaufszahlen in den kommenden Jahren stetig neue Rekordwerte erreichen werden. Für die Hersteller ist dies Grund genug, sich ans Zeichenbrett zu begeben und die Entwicklung von Elektrofahrzeugen voranzutreiben. Wir haben uns angesehen, welche Modelle bereits die Serienreife erreicht haben und 2021 von den Herstellern auf den Markt gebracht werden.

electricar 01/2021


Elektroauto-Modelle 2021

AUDI RS e-tron GT Der Audi RS e-tron GT mit einer Leistung von 646 PS beschleunigt in nur 3,3 Sekunden auf Tempo 100. Mit einer Kapazität von 93,4 kW/h liefert die Batterie genügend Energie für eine Wegstrecke von rund 470 Kilometern. Aufgrund der Ladeleistung von bis zu 270 kW nimmt eine Aufladung auf ca. 80 Prozent nur etwas mehr als 22 Minuten in Anspruch. In puncto Design orientiert er sich an dem im Jahr 2018 vorgestellten e-tron GT concept. Besonders markant ausgeprägt sind das Leuchtband am Heck sowie die wuchtigen Radhäuser.

TECHNISCHE DATEN MODELL

RS e-tron GT

PREIS

DE: 138.200 € / AT: 140.400 €

ERSCHEINUNG

April 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 116.134 € / AT: 130.572 €

REICHWEITE (WLTP)

472 km

BESCHLEUNIGUNG

3,3 s von 0 auf 100 km/h

PS

646 PS

GEWICHT

2.350 kg

AUDI e-tron GT quattro

AUDI Q4 e-tron

BMW iX

Der etwas schwächere e-tron quattro erreicht mit seinen 530 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h und ist damit nur um 5 km/h langsamer als der RS e-tron GT. Obwohl die Batteriekapazität bei beiden Modellen gleich ist, schafft der e-tron quattro mithilfe einer Wärmepumpe eine etwas höhere Reichweite.

Audi spendiert dem Q4 e-tron zwei Elektromotoren, die jeweils eine Radachse antreiben. Der Motor im Heck schafft eine Leistung von 150 kW, der Frontmotor treibt die Vorderräder mit 75 kW an, woraus sich eine Gesamtleistung von 225 kW bzw. 306 PS ergibt. Die Ingolstädter nutzen bei dem SUV erstmals die E-Auto-Plattform von Volkswagen.

Der aus der Konzeptstudie iNext hervorgegangene iX ist dank 5G-fähiger Hardware, mehrerer Kameras und zahlreicher Sensoren in der Lage, autonomes Fahren nach Level 3 zu ermöglichen. Zum Marktstart ist aufgrund gesetzlicher Regelungen nur Level 2 erlaubt. BMW möchte diese Funktion allerdings schnellstmöglich nachliefern.

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

MODELL

e-tron GT quattro

MODELL

Q4 e-tron

MODELL

iX

PREIS

DE: 99.800 € / AT: 101.400 €

PREIS

ab 40.000 €

PREIS

rund 100.000 €

ERSCHEINUNG

April 2021

ERSCHEINUNG

2. Jahreshälfte 2021

ERSCHEINUNG

November 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 83.866 € / AT: 94.302 €

ABZGL. FÖRDERUNG*

k.A.

ABZGL. FÖRDERUNG*

k.A.

REICHWEITE (WLTP)

487 km

REICHWEITE (WLTP)

450 km

REICHWEITE (WLTP)

600 km

BESCHLEUNIGUNG

4,1 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

6,3 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

unter 5 s von 0 auf 100 km/h

PS

530 PS

PS

306 PS

PS

500 PS

GEWICHT

2.300 kg

GEWICHT

k.A.

GEWICHT

2.500 kg

* für Unternehmen

electricar 01/2021

19


Elektroauto-Modelle 2021

20

FORD Mustang Mach-E Der US-Autobauer Ford bringt mit dem Mustang Mach-E Extended Range einen Elektro-SUV auf den Markt, der rein optisch an die Mustang Muscle-Cars aus früheren Zeiten erinnert. Auffallend ist jedoch, dass den Türen die klassischen Griffe fehlen. An deren Stelle hat der Hersteller Sensoren verbaut, die die Türen automatisch öffnen. Mit einer Ladeleistung von 150 kW ist das Aufladen an Schnellladestationen problemlos möglich. In etwas weniger als 45 Minuten lässt sich der Akku auf bis zu 80 Prozent aufladen. Eine komplette Ladung reicht für eine Wegstrecke von rund 600 Kilometern.

TECHNISCHE DATEN MODELL

Mustang Mach-E Extended Range

PREIS

DE: 54.475 € / AT: 55.600 €

ERSCHEINUNG

April 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 40.777 € / AT: 40.362 €

REICHWEITE (WLTP)

610 km

BESCHLEUNIGUNG

6,2 s von 0 auf 100 km/h

PS

294 PS

GEWICHT

2.111 kg

CITROEN Ami

DACIA Spring Electric

HYUNDAI IONIQ 5

Mit einer Länge von 2,41 und einer Breite von 1,39 Metern ist der Ami der ideale Stadtflitzer. Das rund 7.000 Euro teure Elektroauto schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und fällt unter die Kategorie der Leichtkraftfahrzeuge. Die 5,5 kWh Batterie liefert genug Energie für eine Strecke von 75 Kilometern.

Der Spring ist das erste Elektrofahrzeug der zur Renault-Gruppe gehörenden Marke Dacia. Optisch erinnert der Klein-SUV an den Duster, obwohl er etwas kleiner als sein Verbrennerkollege ist. Je nach gewähltem Fahrmodus reicht eine Akkuladung für eine Strecke von 225 bis 295 Kilometern.

Der IONIQ 5 ist das erste Elektroauto der Koreaner, das auf der eigens entwickelten E-GMP Plattform basiert. Es ist wahlweise mit einem oder zwei Elektromotoren und zwei Akkuvarianten mit einer Kapazität von 58 bzw. 78,6 kWh erhältlich. Dank einer Ladeleistung von 220 kWh lässt sich die Batterie in unter 20 Minuten auf 80 Prozent aufladen.

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

MODELL

Ami

MODELL

Spring Electric

MODELL

IONIQ 5

PREIS

6.900 €

PREIS

DE: 17.500 € / AT: 17.500 €

PREIS

DE: 59.990 €

ERSCHEINUNG

Q1 2021

ERSCHEINUNG

September 2021

ERSCHEINUNG

Sommer 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

k.A.

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 8.706 € / AT: 10.822 €

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 45.412 €

REICHWEITE (WLTP)

75 km

REICHWEITE (WLTP)

225 km

REICHWEITE (WLTP)

470 km

BESCHLEUNIGUNG

-

BESCHLEUNIGUNG

15 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

5,2 s von 0 auf 100 km/h

PS

8 PS

PS

45 PS

PS

ab 170 PS

GEWICHT

485 kg

GEWICHT

950 kg

GEWICHT

k.A.

* für Unternehmen

electricar 01/2021


Elektroauto-Modelle 2021

MERCEDES EQA 250 Der EQA 250 ist der zweite Elektro-SUV des Autobauers mit dem Stern. Um dessen Reichweite zu optimieren, kommt bei dem Fahrzeug eine spezielle Software zum Einsatz, mit der sich Strom sparen lässt. Sie rekuperiert nicht nur automatisch, sondern berechnet während der Fahrt unter Berücksichtigung des Wetters und der Verkehrslage, wo ein Ladestopp eingelegt werden soll. In knapp unter neun Sekunden beschleunigt der SUV von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Hersteller 160 km/h.

TECHNISCHE DATEN MODELL

EQA 250

PREIS

DE: 48.713 € / AT: 48.590 €

ERSCHEINUNG

April 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 35.935 € / AT: 34.334 €

REICHWEITE (WLTP)

426 km

BESCHLEUNIGUNG

8,9 s von 0 auf 100 km/h

PS

190 PS

GEWICHT

2.040 kg

MINI Cooper SE

NISSAN Ariya

OPEL Mokka-e

Sowohl die Akkutechnik als auch der Antrieb des Cooper SE stammen vom BMW i3. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der 184 PS starke Elektromotor etwas mehr als 7,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Eine zweistufige Rekuperation sowie ein Eco-Fahrmodus ermöglichen eine stromsparende Fahrweise.

Mit dem Ariya bringen die Japaner einen ElektroSUV mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern auf den Markt. Optisch basiert das Fahrzeug auf dem gleichnamigen Konzeptfahrzeug, welches 2019 vorgestellt wurde. Kunden können zwischen fünf verschiedenen Fahrzeugversionen, drei davon mit Allradantrieb, wählen.

Der Mokka-e ist das dritte rein elektrisch betriebene Fahrzeug aus dem Hause Opel. Die Neuauflage des beliebten Modells ist für knapp 33.000 Euro erhältlich und mit einer Länge von 4,15 Metern etwas kürzer als sein Vorgänger. Die Reichweite des 50 kWh-Akkus beträgt 322 Kilometer.

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

MODELL

Cooper SE

MODELL

Ariya

MODELL

Mokka-e

PREIS

DE: 32.500 € / AT: 32.500 €

PREIS

ca. 45.000 €

PREIS

DE: 34.110 € / AT: 32.309 €

ERSCHEINUNG

März 2021

ERSCHEINUNG

2. Jahreshälfte 2021

ERSCHEINUNG

bereits erhältlich

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 21.311 € / AT: 21.572 €

ABZGL. FÖRDERUNG*

k.A.

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 22.664 € / AT: 21.241 €

REICHWEITE (WLTP)

234 km

REICHWEITE (WLTP)

ca. 500 km

REICHWEITE (WLTP)

322 km

BESCHLEUNIGUNG

7,3 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

7,5 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

8,5 s von 0 auf 100 km/h

PS

184 PS

PS

ab 218 PS

PS

136 PS

GEWICHT

1.440 kg

GEWICHT

rund 2.300 kg

GEWICHT

1.550 kg

* für Unternehmen

electricar 01/2021

21


Elektroauto-Modelle 2021

22

TESLA Model S Plaid Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,1 Sekunden und einer Motorleistung von sagenhaften 1033 PS ist das Model S Plaid das leistungsstärkste Fahrzeug des Autopioniers Tesla. Das im Rahmen des „Battery Day“ vorgestellte Elektroauto erreicht zudem eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h. Die Batterie liefert genug Energie für eine Strecke von knapp 630 Kilometern und mit einer Ladeleistung von 250 kW lässt sie sich in rund 23 Minuten auf bis zu 80 Prozent laden.

TECHNISCHE DATEN MODELL

Model S Plaid

PREIS

DE: 116.990 € / AT: 119.990 €

ERSCHEINUNG

September 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 98.311 € / AT: 111.591 €

REICHWEITE (WLTP)

628 km

BESCHLEUNIGUNG

2,1 s von 0 auf 100 km/h

PS

1033 PS

GEWICHT

2.162 kg

TESLA Model X Plaid

TESLA Model Y Performance

SKODA ENYAQ iV 60

Bereits seit dem Jahr 2016 hat Tesla das Model X in seinem Sortiment. Rein optisch sind bei dessen Nachfolgermodell nur kleine Unterschiede feststellbar. Dafür wurde die Leistung stark verbessert: Neben einem 1020 PS starken Elektromotor wurde ein 95 kWh-Akku mit einer Reichweite von 547 Kilometern verbaut.

Tesla hat dem Performance-Modell zwei Elektromotoren spendiert, die zusammen 462 PS Leistung liefern. Damit lässt sich das Fahrzeug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h beschleunigen. Zahlreiche Kameras, die den Abstand auf den Zentimeter genau messen, unterstützen den Fahrer beim Manövrieren durch den Stadtverkehr.

Der ENYAQ iV60 ist der erste Elektro-SUV der tschechischen Marke Skoda und basiert auf der MEB-Plattform von Volkswagen. Mit einer Motorleistung von 179 PS erreicht der Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und benötigt 8,7 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h.

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

MODELL

Model X Plaid

MODELL

Model Y Performance

MODELL

ENYAQ iV60

PREIS

DE: 116.990 € / AT: 119.990 €

PREIS

DE: 65.620 € / AT: 69.000 €

PREIS

DE: 38.850 € / AT: 39.230 €

ERSCHEINUNG

September 2021

ERSCHEINUNG

Juni 2021

ERSCHEINUNG

März 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 98.311 € / AT: 111.591 €

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 50.143 € / AT: 57.970 €

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 26.647 € / AT: 26.395 €

REICHWEITE (WLTP)

547 km

REICHWEITE (WLTP)

480 km

REICHWEITE (WLTP)

390 km

BESCHLEUNIGUNG

2,6 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

3,7 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

8,7 s von 0 auf 100 km/h

PS

1020 PS

PS

462 PS

PS

179 PS

GEWICHT

2.455 kg

GEWICHT

2.000 kg

GEWICHT

1.998 kg

* für Unternehmen

electricar 01/2021


Elektroauto-Modelle 2021

VW ID.4 Pure Der ID.4 Pure gilt als die Basisversion der neuen SUV-Modellreihe und ist mit einem Preis von knapp 38.450 Euro (ohne den Abzug von Förderungen) dementsprechend günstig. Das äußere Erscheinungsbild weicht zwar deutlich von dem kleineren ID.3 ab, im Innenraum ist das Cockpit allerdings bis auf ein paar kleine Unterschiede nahezu identisch. Volkswagen verbaut in der Pure-Version eine Batterie mit einer Kapazität von 55 kWh, die mit einer Ladleistung von maximal 50 kW in 51 Minuten zu 80 Prozent geladen ist.

TECHNISCHE DATEN MODELL

ID.4 Pure

PREIS

DE: 38.450 €

ERSCHEINUNG

bereits erhältlich

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 26.311 €

REICHWEITE (WLTP)

346 km

BESCHLEUNIGUNG

9 s von 0 auf 100 km/h

PS

170 PS

GEWICHT

1.966 kg

VOLVO XC40 Recharge Pure Electric

PORSCHE Taycan

CUPRA Born

Der XC40 Recharge Pure Electric ist das erste Elektrofahrzeug der Marke Volvo. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der 408 PS starke SUV in unter fünf Sekunden. Die 78 kWh starke Batterie liefert genug Strom für rund 418 Kilometer. Aufgrund zahlreicher Fahrassistenzsysteme ist autonomes Fahren nach Level 2 möglich.

Bei der Basisversion des Taycan verzichtet Porsche auf einen Allradantrieb und hat ihm stattdessen einen Heckantrieb spendiert. Serienmäßig ist eine Batterie mit einer Kapazität von 79 kWh verbaut, gegen einen Aufpreis von rund 5.700 Euro ist die Performance-Batterie Plus erhältlich, wodurch sich die Kapazität auf 93 kWh erhöht.

Der Born der Seat-Marke Cupra basiert auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns und wird auch in dessen Werk in Zwickau gebaut. Eine eingebaute Wärmepumpe sorgt dafür, dass die Reichweite von 420 Kilometern auch einigermaßen in den Wintermonaten erreicht werden kann.

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

TECHNISCHE DATEN

MODELL

XC40 Recharge Pure Electric

MODELL

Taycan

MODELL

el Born

PREIS

ab 55.100 €

PREIS

DE: 83.520 € / AT: 86.868 €

PREIS

ab 45.000 €

ERSCHEINUNG

bereits erhältlich

ERSCHEINUNG

bereits erhältlich

ERSCHEINUNG

2. Halbjahr 2021

ABZGL. FÖRDERUNG*

k.A.

ABZGL. FÖRDERUNG*

DE: 70.185 € / AT: 80.787 €

ABZGL. FÖRDERUNG*

k.A.

REICHWEITE (WLTP)

418 km

REICHWEITE (WLTP)

484 km

REICHWEITE (WLTP)

420 km

BESCHLEUNIGUNG

4,9 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

5,4 s von 0 auf 100 km/h

BESCHLEUNIGUNG

7,5 s von 0 auf 100 km/h

PS

408 PS

PS

408 PS

PS

204 PS

GEWICHT

2.150 kg

GEWICHT

2.125 kg

GEWICHT

1.900 kg

* für Unternehmen

electricar 01/2021

23


24

Kooperation: EL-MOTION 2020

KIA-FLOTTE FÜR WIEN ENERGIE NEUE E-NIRO-MODELLE FÜR DEN KLIMASCHUTZ

Text: Philipp Lumetsberger

D

er österreichische Energieanbieter Wien Energie treibt die Elektrifizierung der hauseigenen Fahrzeugflotte kräftig voran. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen seinen Fuhrpark um 48 Elektrofahrzeuge der Marke Kia erweitert. Die neuen e-Niro-Fahrzeuge stehen seit wenigen Wochen der gesamten Vertriebsabteilung für Kunden-Termine und Dienstfahrten zur Verfügung. Mit einer Reichweite von mehr als 400 Kilometern mit nur einer Akkuladung lassen sich die anfallenden Wegstrecken mit dem Elektrofahrzeug problemlos zurücklegen. Laut eigenen Angaben werden im Zuge

dienstlicher Fahrten pro Jahr im Durchschnitt 350.000 Kilometer zurückgelegt. Durch den Umstieg auf elektrisch betriebene Fahrzeuge lassen sich auf diese Weise pro Jahr mehr als 50 Tonnen an CO2-Emissionen einsparen. Um die neuen Fahrzeuge möglichst effizient laden zu können, wurden in der Firmengarage rund 70 zusätzliche Ladegeräte installiert, die ausschließlich Ökostrom beziehen. Wie der Managing Director von Kia Österreich, Alexander Struckl erklärte, konnte der e-Niro vor allem „mit einer praxistauglichen Reichweite, klarer und logischer Bedienung sowie der charakteristischen Kia-Qualität“ die Verantwortlichen überzeugen. Das Beispiel Wien Energie verdeutlicht zudem laut Struckl,

„Wien Energie setzt intensiv auf den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur und betreibt heute das dichteste Ladenetz in Wien. Die Umrüstung der eigenen Flotte ist damit ein logischer Schritt“ electricar 01/2021


Kia-Flotte für Wien Energie

dass der e-Niro sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen gleichermaßen geeignet ist.

Elektrifizierung der Firmenflotte logische Konsequenz Für den Wien Energie Geschäftsführer Michael Strebl ist Elektromobilität „ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz in der Stadt. Wien Energie setzt intensiv auf den Ausbau der ELadeinfrastruktur und betreibt heute das dichteste Ladenetz in Wien. Die Umrüstung unserer eigenen Flotte ist damit ein logischer Schritt“. Laut Strebl soll mit der Fuhrparkumstellung auch ein Zeichen an andere Unternehmen gesendet und diese dazu animiert werden, auch auf Elektromobilität umzurüsten. Aufgrund dieser Neuanschaffung sind bei dem Energieversorger mittlerweile knapp 70 Elektroautos im Einsatz. Die restliche Flotte von rund 30 Fahrzeugen besteht aktuell noch aus Verbrennern und soll künftig ebenfalls durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt werden.

Umfangreiche Ladeinfrastruktur Wien Energie ist vor allem für den Ausbau des Ladenetzes in der Bundeshauptstadt Wien verantwortlich. Bereits im Jahr 2018 wurde im Rahmen eines groß angelegten Projekts mit der Errichtung von Ladestationen im gesamten Stadtgebiet begonnen. Mittlerweile umfasst das Ladenetz 1.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen rund um Wien mehrere hundert Ladepunkte in Tiefgaragen, an Supermarktparkplätzen und an Bahnhöfen. Für Unternehmen hat Wien Energie zudem passende Konzepte und Ladelösungen im Portfolio.

Für die zahlreichen neuen Elektroautos wurden insgesamt 70 zusätzliche Ladegeräte auf dem Firmengelände errichtet. Der dafür benötigte Strom kommt aus erneuerbaren Energiequellen.

TECHNISCHE DATEN KIA E-NIRO HERSTELLER

Kia

MODELL

e-Niro

ANTRIEBSART

Elektro

LEISTUNG

ab 150 kW / 204 PS

MASSE / GEWICHT

4.375 x 1.805 x 1.560 mm / 1.866 kg

ANTRIEBSACHSE

Frontantrieb

TÜRANZAHL

5

KOFFERRAUM­ VOLUMEN

451 l

REICHWEITE

455 km (WLTP / elektrisch)

0-100 KM/H

7,8 Sekunden

SPITZE

167 km/h

PREIS

ab 39.090 €

electricar 01/2021

Mit den zusätzlichen 48 Kia e-Niro Modellen sind knapp 70 Fahrzeuge des Firmenfuhrparks elektrisch unterwegs. Damit ist ein Großteil der Flotte elektrifiziert.

25


26

Laden während der Fahrt

LADEN

WÄHREND DER FAHRT Text: Harald Gutzelnig

Kann die Straße künftig das Auto mit Energie versorgen? Ganz ohne Oberleitungen? Wenn es nach Wissenschaftlern der Technischen Universität Braunschweig geht, dann soll dies bald möglich sein.

M

it einer entsprechenden Technologie möchte man den Nachteil der hohen Batteriekosten und der noch fehlenden Ladeinfrastruktur von E-Autos minimieren. Der Lösungsansatz soll in der kontinuierlichen Energieübertragung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn während der Fahrt liegen. Das würde bedeuten: Elektrofahrzeuge mit fast unbegrenzter Reichweite – trotz kleinerer Batterien. Das von der TU Braunschweig zusammen mit Unternehmen aus Automobilproduktion,

Verkehrswegebau und Energie-Infrastruktur initiierte Projekt eCharge soll sich um die Entwicklung eines berührungslosen Ladevorgangs während der Fahrt kümmern.

Wie funktioniert induktives Laden? Künftig sollen in den Asphaltbelag von Straßen bzw. zunächst einmal von Autobahnen Induktionsmodule integriert werden. Die Spulen (auch Coils genannt) werden in rund 10 cm Tiefe eingebaut und mit Asphalt überzogen, sind also von außen nicht zu sehen. „Lediglich am Straßenrand werden in einem Abstand von 1,65 Metern Kabel aus der Straße herausgeführt, gebündelt

und in Abständen von ca. 90 Metern in eine sogenannte Management Unit, also einen Steuerschrank, geführt. Diese kommunizieren mit den Fahrzeugen über die Coils und schalten bei Bedarf Streckenabschnitte an oder ab.“ erklärt Professor Michael Wistuba vom Institut für Straßenwesen der TU Braunschweig.

Der Plan Sollte das System erfolgreich sein, plant man auf Autobahnen in regelmäßigen Abständen sogenannte E-Korridore von ca. 25 Kilometern Länge zu errichten. Jeder dieser Korridor könnte die Reichweite eines Elektroautos um bis zu 20 Prozent verlängern. Das Institut für Straßenwesen begleitet das Projekt wissenschaftlich und wird geeignete Einbauweisen zur Integration der induktiven Ladetechnik in den Straßenaufbau untersuchen. Ein weiteres wichtiges Teilprojekt sind die Prognoseberechnung der Lebensdauer von Straßenbelägen mit dieser neuen Technologie und die Möglichkeiten der Straßenerhaltung. Erfahrungen mit induktiver Ladeinfrastruktur konnte die TU Braunschweig bereits mit dem kabellosen Elektrobus „Emil“ gewinnen, der seit 2014 in Braunschweig im Linienbetrieb fährt.

electricar 01/2021


eCharge: Induktives Laden während der Fahrt

TEL-AVIV In Tel-Aviv hat ElectReon zwei Straßenabschnitte mit Spulen versehen. Der weitere Ausbau ist in Planung.

Weitere Projekte Aber nicht nur die TU Braunschweig arbeitet an der induktiven Ladung während der Fahrt, auch die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) möchte Konzepte für die Energieübertragung zwischen Fahrzeug und Straße entwickeln und die Integration in die Infrastruktur erforschen. Aktuell steht die Elektrifizierung des Individual- und Wirtschaftsverkehrs im Fokus. Für den Fernverkehr gibt es noch viele Problemfelder, etwa die mangelnde Reichweite, die Batteriegröße, das Batteriegewicht und die lückenhafte Ladeinfrastruktur. Ein Unternehmen, das sich ebenfalls mit dieser Thematik befasst, ist ElectReon aus Israel. Dort wurden bislang zwei Straßenabschnitte mit Spulen versehen, eine davon in Tel Aviv mit einer Länge von 600 Metern. Im nächsten Schritt möchte ElectReon die Straßen in Italien „elektrifizieren“. Zunächst einmal soll in Zusammenarbeit mit dem Mautstraßenbetreiber Brebemi ein 1 km langer Abschnitt der Autobahn zwischen Brescia und Mailand entsprechend präpariert

electricar 01/2021

werden. Ziel dieses Pilotprojekts ist es, die Anwendbarkeit der Technologie auf Mautstraßen zu testen. Wenn das Projekt erfolgreich ist, plant man in Folge die gesamte A35 mit einer Länge von 62 Kilometern auszubauen.

Ausblick Noch steckt diese Ladetechnologie in den Kinderschuhen. Probleme mit denen die beteiligten Wissenschaftler zu kämpfen haben, sind der relativ hohe Energieverlust bei berührungsloser Ladung. Zudem wurden diese Systeme bislang nur auf normalen Straßen umgesetzt, wo die Autos deutlich langsamer unterwegs sind. Wie sich die hohe Geschwindigkeit auf die Ladeeffizienz auswirkt ist noch unklar. Dennoch: Die smarte Straße ist keine Utopie mehr. Sie wird kommen und noch weitaus mehr Vorteile bringen als das reine induktive Laden. Smart Roads können unter anderem autonomes Fahren unterstützen, die Straßen enteisen und intelligente Ampeln ermöglichen.

ELECTREON Das israelische Unternehmen ElectReon möchte in Italien die gesamte A35 auf einer Länge von 62 Kilometern «elektrifizieren».

27


28

Grüne Welle

GRÜNE WELLE

VOLVO: 100 PROZENT ELEKTRISCH IM JAHR 2030

I

n den letzten Jahren hat sich der ohnehin schon immer durch seine Dynamik bestechende Automarkt selbst in neue Sphären gehoben. Der Wandel hin zur Elektromobilität brachte ihm eine bislang nie dagewesene Erneuerungsoffensive – und die grüne Welle ist erst im Anrollen. Der Premium-Automobilhersteller Volvo geht diesen globalen Trend mit und hat sich selbst einen grünen Anstrich verpasst. Im Zuge einer groß angelegten Kampagne präsentierten die Schweden Anfang März ihre Pläne, wie sie sich die Mobilitätszukunft vorstellen.

Online Only So soll die Modellpalette von Volvo zur Gänze elektrifiziert werden und sämtliche Verbrenner-Modelle – inklusive aller Hybriden – nach und nach aus dem Portfolio verschwinden. Das ambitionierte Ziel wird für das Jahr 2030 anvisiert, dann sollen seitens Volvo nur noch Elektroautos angeboten werden. Die Entscheidung basiert auch auf der Erwartung, dass die Gesetzgebung sowie ein rascher Ausbau der zugänglichen, hochwertigen Ladeinfrastruktur die Akzeptanz vollelektrischer Autos durch die Verbraucher beschleunigen werden. Künftig werden außerdem sämtliche, rein elektrischen Modelle von Volvo ausschließlich online zu beziehen sein.

»Der Schlüssel zur Nachhaltigkeit ist die Elektrifizierung.« Håkan Samuelsson Chief executive officer

electricar 01/2021


Grüne Welle

„Die Zukunft von Volvo stützen wir auf drei Säulen: Elektrifiziert, Online und Wachstum“, sagt Lex Kerssemakers, Head of Global Commercial Operations. „Wir möchten unseren Kunden ein gutes Gefühl geben, wenn sie einen Volvo fahren. Sie sollen ohne jegliche Komplexität an das Fahrzeug kommen und es bewegen können. Vereinfachung und Annehmlichkeit sind die Schlüssel zu allem was wir machen.“ Die Strategie von Volvo fokussiert sich auf das am schnellsten wachsende Segment in der globalen Automobilwirtschaft: Den Markt der Premium-Elektrofahrzeuge. Volvo möchte dabei eine führende Rolle einnehmen und die Entwicklung maßgeblich vorantreiben. „Online und Offline müssen einwandfrei aufeinander abgestimmt sein. Egal wo sich der Kunde befindet – online, in einem Ausstellungsraum, in einem Volvo Studio oder unterwegs – die Kundenerfahrung muss zu jeder Zeit spitzenmäßig sein“, ergänzt Lex Kerssemakers.

Volvo zeigte mit dem C40 Recharge sein zweites Elektroauto.

Rundum-Sorglos-Paket Wird künftig ein Volvo Recharge Pure Electric online gekauft, kommt dieser mit einem umfangreichen Carepaket. Darin enthalten sind unter anderem Services, eine Garantie, eine Pannenhilfe sowie eine Versicherung und Lademöglichkeiten für das Eigenheim. Neben der Möglichkeit, sich den Wagen nach den eigenen Vorstellungen zusammenzustellen, können die Kunden auch aus vorkonfigurierten Modellen wählen. Dies vereinfacht den Bestellvorgang und die Lieferzeiten sind dann relativ kurz. Mit dem XC40 Recharge Pure Electric (siehe Seite 54) und dem brandaktuellen C40 Recharge hat Volvo inzwischen zwei Vollzeitstromer im Sortiment. In den nächsten Jahren sollen sukzessive weitere Wagen folgen, sodass bereits 2025 jedes zweite verkaufte Fahrzeug rein elektrisch betrieben wird. Immer im Blick das große Ziel, fünf Jahre später nur noch ­E-Autos auszuliefern. „Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben keine langfristige Zukunft mehr“, sagt Henrik Green, Chief Technology Officer bei Volvo. „Wir arbeiten alle gemeinsam daran, den Wandel bis zum Jahr 2030 zu schaffen. Wir wollen nicht nur den Erwartungen unserer Kunden entsprechen, sondern auch aktiv dazu beitragen, den Klimawandel abzufedern“.

electricar 01/2021

Online Only: Sämtliche Vollzeitstromer von Volvo werden in Zukunft nur noch über das Internet bestellbar sein.

29


30

Die langfristigen Ziele der Autohersteller

FAHRPLAN IN DIE ZUKUNFT Text: Philipp Lumetsberger

Die Elektromobilität stellt die Autobauer vor Herausforderungen. Doch welche Ziele verfolgen sie genau?

S

eit mehreren Jahren steigt der Absatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen kontinuierlich an. Alleine im vergangenen Jahr wurden rund um den Globus mehr als 3,2 Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft. Und nicht nur Mobilitätsexperten sondern auch die Autohersteller selbst rechnen in den

nächsten 10 bis 15 Jahren mit einer immensen Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Die Kehrseite der Medaille stellen jedoch der damit einhergehende höhere Energieverbrauch sowie der steigende Bedarf an Rohstoffen wie Lithium und Kobalt dar. Außerdem verursacht alleine die Batterieproduktion einen rund doppelt so hohen CO2-Ausstoß wie der Bau eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor.

Um all diese Herausforderungen meistern zu können, haben die Autohersteller Strategien entwickelt, die nicht nur die gesteigerte Nachfrage decken sollen, sondern auch die Produktion schadstoffärmer und ressourcenschonender gestalten. Nachfolgend werfen wir einen Blick auf einige ausgewählte Autobauer und stellen Ihnen deren Umweltschutzpläne für die kommenden Jahrzehnte näher vor.

electricar 01/2021


Fahrplan in die Zukunft

zudem bereits umgesetzt: Seit 2020 werden sämtliche Standorte mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Darüber hinaus setzt BMW bei der Produktion seiner Fahrzeuge vermehrt auf nachwachsende Rohstoffe und hat den Recyclingprozess optimiert. Schon jetzt werden 99 Prozent des vom Fahrzeugbau verursachten Abfalls wiederverwertet.

VW – Milliardenschwere Investitionen geplant

BMW - Schnelle Elektrifizierung der Modellpalette Trotz des Corona-bedingten Absatzeinbruchs im Jahr 2020 treibt BMW den Ausbau seiner elektrisch betriebenen Fahrzeugflotte kräftig voran. 2022 sollen die ersten Modelle der 7er-Reihe einen Elektromotor bekommen, selbiges ist danach für die 5er-Reihe geplant. Außerdem erhalten sämtliche Modelle die neueste Antriebsgeneration, die Reichweiten von über 500 Kilometern mit nur einer Akkuladung möglich macht. Bis 2023 ist darüber hinaus eine Erweiterung der Fahrzeugpalette um 12 rein elektrisch betriebene und 13 Hybridfahrzeuge vorgesehen. Danach ist der nächste große Meilenstein für 2030 geplant: Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts möchten die Bayern sieben Millionen elektrifizierte Fahrzeuge produziert haben. Außerdem soll bis dahin die Hälfte der Modellpalette aus elektrifizierten Fahrzeugen bestehen. In puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz hat sich der deutsche Autobauer ebenfalls ambitionierte Ziele gesetzt: So soll beispielsweise der durch die Lieferkette verursachte CO2-Ausstoß bis 2030 um 20 Prozent gesenkt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist auch eine Reduktion der CO 2-Emissionen der einzelnen Standorte um 80 Prozent vorgesehen. Wesentliche Schritte in Richtung Nachhaltigkeit wurden

electricar 01/2021

Mit dem seit 2020 auf dem Markt erhältlichen ID.3 ist den Wolfsburgern ein voller Erfolg gelungen. Zudem ist die Produktion des ID.4 bereits angelaufen und die ersten Fahrzeuge sollen in wenigen Monaten ihren neuen Besitzern übergeben werden. Volkswagen möchte in den kommenden Jahren dem US-Autopionier Tesla noch stärker Konkurrenz machen und an ihm in puncto Fahrzeugabsatz vorbeiziehen. Zu diesem Zweck hat der Konzern ein riesiges Finanzpaket für den Ausbau seiner Elektromobilitätssparte geschnürt. Bis zum Ende des Jahres 2022 werden über 34 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung von neuen Elektrofahrzeugen, autonomen Fahrassistenzsystemen und Mobilitätsdiensten investiert. In vier Jahren will man außerdem im Hause VW sowohl die Produktion als auch den Absatz von Elektroautos auf bis zu drei Millionen Stück erhöhen. Zur selben Zeit soll die Modellpalette schließlich rund 80 elektrifizierte Fahrzeuge umfassen, wovon 50 rein elektrisch betrieben werden. Ab 2040 will VW zudem den Verkauf von Verbrennern komplett einstellen. Bei all den ambitionierten Vorhaben lässt der deutsche Autobauer aber auch den Umweltschutz nicht aus den Augen. Bis zum Jahr 2050 will der Konzern klimaneutral werden.

BMW 530E LIMOUSINE Die elegante Plug-in Hybrid Limousine ist wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb erhältlich.

Zu diesem Zweck ist eine umfassende Prüfung sämtlicher Zulieferer angedacht. Entspricht eine Lieferfirma nicht den von VW festgelegten Umweltkriterien, wird diese ausgeschlossen. Zusätzlich werden bis zu diesem Zeitpunkt jene Produktionsschritte, die nicht komplett CO2-frei gestaltet werden können, durch Kompensationszahlungen an Klimaschutzprojekte wie die Aufforstung von Wäldern aufgefangen. Auch für jene Autokäufer, die keinen Ökostrom zur Fahrzeugaufladung verwenden, sind von Seiten Volkswagens finanzielle Kompensationen vorgesehen.

ID.4 Der erste vollelektrische SUV aus dem Hause VW wird noch in diesem Jahr ausgeliefert und soll nach dem ID.3 der nächste Kassenschlager werden.

31


32

Fahrplan in die Zukunft

MERCEDES C 300 E Die Luxuslimousine ist als Plug-in Hybrid konzipiert und bringt eine Gesamtleistung von 320 PS auf die Straße.

VOLVO XC40 RECHARGE Der Elektro-SUV mit einer Leistung von 408 PS schafft mit einer Akkuladung eine Wegstrecke von rund 400 Kilometern.

Mercedes-Benz – Ehrgeizige Pläne bis 2039 Mit dem Projekt „Ambition 2039“ möchte das Unternehmen einen gewaltigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Laut diesem soll bis zum Jahr 2039 die gesamte Neuwagen-Flotte CO2neutral sein. Bis 2030 hat man sich darüber hinaus das Ziel gesetzt, dass mehr als die Hälfte der verkauften Neuwagen Plug-In-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge sind. Hierfür greift der Autobauer mit dem Stern besonders tief in die Tasche und investiert einen zweistelligen Milliardenbetrag in die Entwicklung und Produktion neuer Elektrofahrzeuge. Außerdem fließen über eine Milliarde Euro in die Batteriefertigung, um den steigenden Bedarf decken zu können. Damit die eigens gesteckten Ziele auch tatsächlich erreicht werden, wird darüber hinaus geprüft, wie der Schadstoffausstoß bei der Fahrzeugproduktion reduziert werden kann. Bereits ab dem Jahr 2022 will der Auto-

hersteller seine Standorte in Europa CO2-neutral betreiben. Außerdem soll bis zum Jahr 2030 der Energiebedarf in der Produktion um 40% reduziert werden. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Maßnahmen zur CO2-Neutralität entlang der gesamten Wertschöpfungskette definiert. Vor allem die Produktion von elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist aufgrund der LithiumIonen-Batterien etwa doppelt so CO2-intensiv wie die eines konventionellen Verbrenners. Elektrofahrzeuge haben jedoch den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer emissionsfreien Fahrt einen großen Teil der höheren CO2‑Emissionen wettmachen können. Hier möchte MercedesBenz ansetzen und gemeinsam mit seinen Lieferanten den Schadstoffausstoß reduzieren. Zu diesem Zweck sollen mit den Lieferfirmen entsprechende Vereinbarungen getroffen werden. Werden diese nicht erfüllt, behält sich der Autobauer das Recht vor, diese Lieferanten auszuschließen.

Volvo – Voller Fokus auf Elektromobilität Der schwedische Automobilbauer Volvo ist neben General Motors und Jaguar Land Rover der dritte Hersteller, der seine komplette Modellpalette in absehbarer Zeit auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge umstellen will. Bis zum Jahr 2030 soll dieses Vorhaben schließlich umgesetzt sein. Dieses Ziel ist durchaus hoch gesteckt, vor allem weil der Hersteller mit dem XC40 Recharge Pure Electric derzeit nur ein einziges reines Elektrofahrzeug in seinem Sortiment hat. Geplant ist allerdings, dass bis 2025 jedes Jahr ein weiteres Elektroauto hinzukommt. In vier Jahren möchte Volvo darüber hinaus den Anteil von recycelten Kunststoffen bei der Produktion der Fahrzeuge auf 25 Prozent erhöhen und den CO 2-Ausstoß der Produk-

electricar 01/2021


Fahrplan in die Zukunft

KIA SORENTO Der Sorento ist in drei Versionen erhältlich: Als Verbrenner, Hybrid und Plug-in Hybrid.

tionsstandorte um ein Viertel reduzieren. 2040 sollen schließlich sämtliche Standorte klimaneutral arbeiten. Aber auch in puncto Fahrzeugvertrieb beschreitet der Hersteller aus dem hohen Norden neue Wege: Laut eigenen Angaben sind die Volvo-Elektrofahrzeuge in Zukunft nur mehr über das Internet bestellbar. Schon im Jahr 2022 soll dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.

Kia – Forschungsoffensive rollt an Vor wenigen Wochen hat Kia ein neues Logo inklusive neuem Slogan der Öffentlichkeit vorgestellt und damit gewissermaßen den Start in eine neue Ära eingeläutet. Außerdem haben sie für dieses Jahr noch ein Elektrofahrzeug mit 500 Kilometern Reichweite angekündigt. Mit dem “Plan S” wurde zudem ein Fahrplan für die aktuelle Dekade festgelegt. In fünf Jahren soll ein Viertel der verkauften Fahrzeuge, konkret nennt der Hersteller die Zahl von einer Million Stück, auf Modelle mit umweltfreundlichen Antrieben fallen. Alleine die Hälfte davon sollen rein elektrisch betriebene Fahrzeuge sein. Bis 2030 sollen Elektro- und Hybridfahrzeuge schließlich 40 Prozent des gesamten Absatzes der Marke ausmachen, mit einem jährlichen Verkaufsziel von 1,6 Millionen Autos. Zusätzlich ist auch die Weiterentwicklung im Bereich der Ladetechnik ein wichtiges Anliegen für Kia. So sollen in den kommenden Jahren neben 400-Volt-Fahrzeugen auch Autos mit 800-Volt Leistung auf den Markt kommen. Mit letzteren verkürzt sich die Ladedauer auf lediglich 20 Minuten. Der “Plan S” sieht zudem vor, dass die Entwicklung in den Bereichen automatisiertes Fahren

electricar 01/2021

und Mobilitätsdiensten vorangetrieben wird. Zu diesem Zweck ist beispielsweise die Entwicklung

die vorhandenen Ressourcen in den Bereichen Entwicklung und Produktion effizienter nutzen.

verschiedenster Fahrzeugtypen bereits in Planung. So sollen beispielsweise künftig autonom fahrende Taxis und Busse der Marke Kia in den Städten durch die Straßen rollen. Somit legt das Unternehmen sein Augenmerk nicht nur auf den Individualverkehr, sondern auch auf den öffentlichen Verkehr.

So ist beispielsweise eine Reduktion von acht auf vier verschiedene Antriebsstränge und von sechs auf drei Fahrzeugplattformen geplant. Was den Umweltschutz anbelangt, wird bis zum Jahr 2050 in Europa CO2-Neutralität angestrebt. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an Konzepten, die sowohl die Lebensdauer als auch den Lebenszyklus von Fahrzeugen und deren Komponenten durch Carsharing, Wiederverwendung und Recycling verlängern sollen. Für die Marke Dacia ist in den kommenden Jahren weiterhin vorgesehen, dass günstige und zuverlässige Fahrzeuge den Autofahrern angeboten werden können. Die Fahrzeugpalette soll künftig aber auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge umfassen. Noch in diesem Jahr wird mit dem Spring das erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentiert. Bis 2025 sollen noch weitere neue Fahrzeuge folgen.

Renault – Effizientere Produktion und neue Modelle Die französische Renault-Gruppe möchte unter dem eigens erfundenen Schlagwort “Renaulution” seine Position als Marktführer im Bereich der Elektromobilität in Europa behaupten und weiter festigen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist in den nächsten vier Jahren der Marktstart von 24 neuen Fahrzeugmodellen vorgesehen. Mindestens zehn davon sollen reine Elektrofahrzeuge sein. Darüber hinaus wollen die Franzosen

RENAULT ZOE Der kompakte Stadtflitzer ist eines der meistverkauften Elektroautos in Europa.

33


34

Fahrplan in die Zukunft

Jaguar Land Rover – Neustart der Luxusmarke

JAGUAR I-PACE Der I-PACE ist der erste vollelektrische SUV des Autobauers mit einer Reichweite von rund 470 Kilometern.

Das Unternehmen, das mittlerweile zum indischen Tata Motors-Konzern gehört, geht einen eigenen Weg: Jaguar soll bis zum Jahr 2025 den Wandel hin zu einer rein elektrischen Automarke vollzogen haben. Für die Marke Land Rover wiederum sind in den nächsten fünf Jahren die Entwicklung und Markteinführung von sechs Elektrofahrzeugen vorgesehen. Der erste elektrische Land RoverGeländewagen soll schließlich ab 2024 den Markt erobern. Unter der Strategie mit dem Namen “Reimagine” plant Jaguar Land Rover sich neu aufzustellen und jedes Jahr in etwa 2,8 Milliarden Euro in die Elektromobilität zu investieren. Bis 2030 möchte Jaguar Land Rover gemäß dieser Strategie für jede Baureihe ein Fahrzeug mit vollelektrischem Antrieb anbieten. Zu die-

sem Zeitpunkt sollen dann auch 100 Prozent der verkauften Jaguar-Modelle und 60 Prozent der Land Rover Fahrzeuge rein elektrisch betrieben sein. Darüber hinaus sieht der ehrgeizige Plan vor, bis 2039 sowohl die Produktionsstandorte als auch die Lieferketten CO2-neutral zu gestalten. Auch wenn die Produktion effizienter gestaltet und die Nutzung von lokal angesiedelten Lieferanten forciert werden soll, sollen sämtliche Produktionsstätten weltweit erhalten bleiben. Einen wesentlichen Teil zur Zielerreichung stellen zudem Brennstoffzellenantriebe dar. Hierfür ist die Forschung und Entwicklung bereits angelaufen und in dem kommenden Jahr sollen bereits die ersten Testfahrzeuge im Straßenverkehr zum Einsatz kommen.

Audi – Fokus auf Schadstoffreduktion Als Teil des VW-Konzerns verpflichtet sich auch die Premiummarke Audi zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und möchte bis zum Jahr 2050 sämtliche Standorte emissionsfrei betreiben. Ein erster Schritt in diese Richtung soll bereits in den kommenden vier Jahren umgesetzt werden: Bis 2025 ist eine Reduktion des CO2-Ausstoßes der Fahrzeuge über deren gesamten Lebenszyklus um 30 Prozent vorgesehen. In den nächsten vier Jahren will Audi außerdem seine Fahrzeugpalette um 30 Modelle mit alternativen Antrieben erweitern. Bis 2035 planen die Ingolstädter darüber hinaus den Verkauf von einer Million Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Was die Produktion betrifft, setzt die Marke

AUDI E-TRON Audis eleganter SUV ist seit März 2019 erhältlich und immer öfter auf Deutschlands Straßen zu finden.

electricar 01/2021


Fahrplan in die Zukunft

TESLA MODEL S Das Model S ist die erste Oberklassen-Limousine des US-Herstellers und wird seit 2012 produziert.

TESLA MODEL X Das Model X ist besonders geräumig und bietet Platz für bis zu sieben Personen.

künftig auch verstärkt auf die Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. So produziert bereits jetzt die Produktionsstätte in San José Chiapa in Mexiko die Fahrzeuge völlig ohne Abwasser. Das für die Herstellung verwendete Wasser wird dafür aufbereitet und anschließend erneut verwendet. Bei der Karosserieherstellung ist vorgesehen, dass die Aluminium-Abfälle in Zukunft direkt an die Lieferanten zurückgehen sollen, die sie anschließend wiederverwerten und für die Herstellung neuer Bauteile verwenden. Audi ist darüber hinaus einer der wenigen Hersteller, der neben dem Thema Elektromobilität auch den Blick auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur legt. Zu diesem Zweck wurde eine Kooperation mit dem Ladenetzbetreiber IONITY geschlossen. Bis Ende des aktuellen Jahrzehnts möchte der Betreiber an den Autobahnen in 25

electricar 01/2021

Ländern rund 400 so genannte High-PowerCharging-Stationen errichten. Audi-Fahrer können bereits jetzt an diesen Ladestellen ihre Fahrzeuge zu vergünstigten Tarifen aufladen.

Tesla – Neues Modell und günstigere Akkus Der Pionier in Sachen Elektroautos gibt sich in Sachen langfristiger Ziele bedeckter als andere Hersteller. Dafür informiert der Unternehmensgründer Elon Musk in regelmäßigen Abständen in Form von Pressekonferenzen die Öffentlichkeit über anstehende Projekte und neue Fahrzeugmodelle. So soll beispielsweise noch in diesem Jahr das neue Fahrzeug Model S Plaid auf den Markt kommen und ausgeliefert werden. Mit einer Leistung von knapp über 1.000 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h und

einer Reichweite von 628 Kilometern zählt es zu den Leistungsstärksten Autos aus dem Hause Tesla. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an einer neuen Akkutechnologie, die die Kosten für die Herstellung der Energiespeicher um etwa die Hälfte reduzieren soll. Ein Resultat der billigeren Akkus soll in drei Jahren ein neues Elektroauto sein, das laut eigenen Angaben nicht mehr als 25.000 US-Dollar kosten wird. Außerdem sollen die Energiespeicher künftig ohne Kobalt produziert werden. Um den daraus resultierenden höheren Bedarf an Lithium decken zu können, möchte das Unternehmen den Rohstoff in Nevada selbst abbauen. Wann die Produktion in der im Bau befindlichen Gigafactory in Grünheide anlaufen wird, ist aktuell noch unklar. Aufgrund verschiedener Faktoren verzögert sich die Fertigstellung. Fest steht allerdings, dass in diesem Werk neben Fahrzeugen auch neuartige Batterien produziert werden sollen, die eine sechsmal höhere Speicherkapazität als aktuelle Energiespeicher ermöglichen.

35


36

Nicht ohne „e “

Die Peugeot-Familie bekommt kontinuierlichen Zuwachs, der elektrisiert

W

Text: Susanne Roeder

PEUGEOT 3008 UND SEIN GROSSER BRUDER 5008 Der 3008, einer der Bestseller des Hauses, überzeugt auch als Plug-in-Hybrid. Der 5008 muss auf seine Elektrifizierung noch warten.

as dem Fahrer eines Mercedes-Benz zumindest optional sein Stern auf der Haube, das sind bei Peugeot die markanten Säbelzahn-Scheinwerfer vorne sowie die Löwenkrallen als Rückleuchten. Den Designern ist geglückt, was vielen Herstellern nicht mehr gelingt: Ein tagsüber wie nachts unverwechselbares Exterieur. Sieht man das aktuelle Löwenrudel aufgestellt in Reih und Glied, kann das mutig markante, bisweilen bissige, jedoch niemals aggressiv klobige Design rundum positiv punkten. Der König der Löwen kann gehen, lang lebe der König der Löwen, erschallte es vor wenigen Tagen aus Frankreich. Denn zum geschärften

Exterieur gesellt sich bei den Franzosen jetzt offiziell das komplett veränderte Logo, das nicht nur als Signatur am jeweiligen Fahrzeug, sondern über das gesamte Kundenerlebnis eine neue Markenidentität verheißt. Erstmals wird die insgesamt elfte Version des Logos am neuen Kompaktwagen 308 prangen, der im Vergleich zum Rest des Rudels etwas in die Jahre gekommen ist, bislang nicht elektrifiziert war und mit umso größerer Spannung erwartet wird. „Das Logo ist attraktiv, es signalisiert Qualität und weckt Begehrlichkeiten“, charakterisiert Brand Managerin Linda Jackson die aus ihrer Sicht geglückte Neugestaltung.

Höherpositionierung von Peugeot Mehr denn je schickt sich der stolze Löwe an, seine Insignien von Macht und Weisheit auszuspielen.

electricar 01/2021


Nicht ohne „e “

Der skizzierte Tierkörper, der aus heutiger Sicht eher in ein Cartoon passt als auf den Kühler eines hochwertigen Automobils, ist ab sofort auf das Wesentliche der Raubkatze reduziert: auf ihren zupackenden Mähnenkopf. Insgesamt soll das schildförmige Wappen mit Löwenhaupt und klarem Peugeot-Schriftzug, das auch auf seine äußeren Umrisse samt gerader Linie oben im Schild reduziert werden kann, den Aufbruch in die Höherpositionierung der Marke bekräftigen. Die werde seit zehn Jahren zügig vorangetrieben. Die älteste noch existierende Automobilmarke der Welt setzt eindeutige Zeichen der Stärke im riesigen Stellantis Konglomerat. Mit ihrer aktuellen Modellpalette zeigt sie schon jetzt: Für alle Geschmäcker und Geldbeutel lässt sich eine Fahrzeugvariante finden, vom vollelektrischen Kleinwagen e 208 über ein kompaktes bis großes SUV, bis hin zur Elektro-Sportkarosse, dem Plugin-Hybrid 508 PSE (Peugeot Sport Engineered). Der 508 PSE steht in den Startlöchern und bringt es mit der Kraft seiner drei Motoren (zwei E-Maschinen mit 83 kW / 113 PS und 81 kW/110 PS, 147 kW/ 200 PS 4-Zylinder Benziner) auf eine Systemleistung von rasanten 265 kW / 360 PS). Die elektrische Reichweite mit 42 Kilometer nach WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) freilich reicht gerade mal für den abgasfreien Sprint durch größere Innenstädte. Zum Glück klappt das wie bei den anderen Hybriden durch Drücken des elektrischen Blitzzeichens in Kombination mit dem e-Save Modus. Letzterer erlaubt das Aufladen der Batterie beim Fahren.

Stolz und Mannigfaltigkeit Die Abgrenzung zur Schwestermarke Citroën, die mit Peugeot viele Plattformen teilt, wird mit dem geschärften Erscheinungsbild noch deutlicher. Peugeot ist die Marke, die sich durchschnittlich an die etwas ältere und finanziell besser situierte Kundschaft richtet – mit wachsender Tendenz in Richtung Premium und damit nicht zuletzt zu für das Unternehmen interessanteren Margen. Die Betonung auf Qualität artikuliert sich erwartungsgemäß besonders augenfällig in der luxuriösen Eleganz des eleganten Herdenführers Peugeot 508, ob als Limousine oder Kombi (SW), ob als Verbrenner oder Plug-in-Hybrid (PHEV). Effizienz ist ungeheuer wichtig in Zeiten des Umbruchs und der Vielfalt an Antriebstechnologien. Weil die Fahrzeuge der einstigen PSA Gruppe deshalb häufig auf der gleichen Plattform

PEUGEOT FAMILIE

stehen, sind Erscheinungsbild und Ausstattung entscheidende Unterscheidungskriterien. Die größere Plattform EMP2 (Efficient Modular Platform) teilen sich derzeit so unterschiedlich anmutende Fahrzeuge wie Peugeot 308, 3008, 508 und 5008 und Citroën C4 Picasso, C5 Aircross, aber auch Opel Grandland X und DS 7 Crossback. EMP1 ist für die kleineren Modelle konzipiert, auf denen sich Peugeot 208 und das City SUV 2008 jeweils als Verbrenner oder rein elektrisch mit dem Citroen C4 der neuen Generation oder DS3 Crossback sowie der Opel Corsa-e tummeln. Der französische Autobauer bezeichnet sich selbst als besten High-End Generalisten. Und tatsächlich bestechen alle aktuellen Modelle mit hochwertiger Anmutung. Dabei ist die Geburtenplanung in vollem Gange: Peugeot hat von Pkw über Zweirad bis Fahrrad fleißig elektrifiziert. Schon bis Ende des Jahres werden 80 Prozent der Fahrzeugmodelle eine elektrifizierte Variante haben, ob rein elektrisch oder als PHEV. Spätestens bis Anfang 2025 wird es zu jedem Verbrennermodell mindestens eine elektrifizierte Variante geben. Damit ist Peugeot für alle Eventualitäten gut gerüstet und innerhalb der Stellantis Gruppe in punkto Elektrifizierung Klassenbester.

„Das neue Logo ist attraktiv und weckt Begehrlichkeiten.“

electricar 01/2021

Bis Ende 2024 gibt es zu jedem Modell mindestens eine elektrifizierte Version.

Klein und rein elektrisch Die Kleinen sind bereits voll elektrisch: Peugeot hat den 208 e, Opel den Corsa e, Citroën den E C4 und Fiat den 500e. Während der ehemalige PSA Konzern für alle drei Modelle die EMP1 Plattform benutzt, hat Fiat seine eigene Plattform. Das ist erst der Anfang der Elektro-Offensive. Man kann sich ausmalen, welch geballter Funkenschlag bald von Stellantis ausgeht, zumal sogar die US Marke Ram einen elektrischen Pickup angekündigt hat. Jenseits rein elektrischer Modelle, ein Status, der bisher den Löwenbabys vorbehalten bleibt, sind in den Klassen darüber Plug-in-Hybride extrem beliebt. Peugeot ist schon ziemlich weit in der Hybridisierung seiner Modelle. Ganz wichtig: die Rolle der SUV – beide Geländewagen, 3008 und 5008, wurden rundumüberholt. Aber weiterhin gibt es nur den kleineren als Hybrid. Der Grund: So wie der Siebensitzer bislang konzipiert ist, findet sich aufgrund dieser vielen Sitzgelegenheiten kein Platz für die Batterie. Dieses Problem muss sich bis in gut zwei Jahren mit dem Nachfolger ändern. Man darf spekulieren, ob am Ende gar ein rein elektrisches SUV

37


38

Nicht ohne „e “

entstehen wird, das erste bei Peugeot und eines von mehreren in der großen Stellantis Gruppe, vielleicht mit neuen Plattformlösungen – man denke an den geplanten elektrischen Ram Pickup. So könnte das größte SUV der Löwen mit dem Image eines Pkw neue Platzverhältnisse anbieten – rein elektrisch.

Voll im Trend

KLARE FARBGEBUNG Das türkis gehaltene „Hy“ in Hybrid signalisiert auf den ersten Blick: „Ich bin nachhaltig unterwegs!“

Die Elektrifizierung der individuellen Mobilität gehört zum gesellschaftlich akzeptierten Ton, wenn auch (noch) nicht zum akustisch betörenden. Es kann den Regierungen gar nicht schnell genug gehen mit den Elektroautos. Falls hierzulande im Jahr 2035 somit tatsächlich keine Benziner, geschweige denn Dieselfahrzeuge mehr verkauft werden dürfen, fährt Peugeot als einer der Bestseller in der neuen, voller Sterne schimmernden Megafamilie trotzdem nicht aufs Abstellgleis. Denn da

sich Verbrenner und E-Modelle eine Plattform teilen, ist die Marke agil. Für die elektrifizierten Modelle hat Peugeot eine klare Farbensprache. Das HY des Schriftzugs Hybrid ist türkis gehalten, genauso wie das e eines vollelektrischen Modells. Damit auch die Plug-in-Hybride überall fahren dürfen, signalisiert der Peugeot durch türkisfarbenes Leuchten an der Außenseite des Rückspiegels, wenn er elektrisch fährt. Klar ist man sich auch darüber, dass Hybridfahrzeuge eine Übergangstechnologie sind. Noch aber verkaufen sich die Zwei-in-Einem Antriebspakete sehr gut und helfen, die ambitionierten europäischen Emissionswerte zu erreichen. Den Kunden nehmen sie die Reichweitenangst und lassen sie ihre Vehikel genauso wie vollelektrische Modelle vielerorts kostenlos abstellen. Mit ihrer freilich geringen rein elektrischen Reichweite von 50 bis 54 Kilometer müssen sie vor CityZentren, die nur Elektromobilität erlauben, nicht kapitulieren.

Sternenschimmer für alle Eventualitäten

CONCEPTCAR Der 207 ePure gab vor 14 Jahren einen Vorgeschmack auf ein Wasserstoffauto. Dieses Jahr soll daraus Realität werden.

Das lateinische Adjektiv stellans, stellantis bedeutet von Sternen schimmernd. Mit diesem Sternenglanz will Gesamtkonzernchef Carlos Tavares seine 14 unterschiedlichen Marken so gut wie möglich bestäuben. Was sich nicht rechnet, wird eingestellt. Genauso wenig wird der auf maximale Effizienz bedachte gebürtige Portugiese nicht müde, die Agilität seines Megakonzerns zu betonen. Man richte sich nach den Vorgaben der Politik. Denn technologisch beherrsche man Diesel, Benziner, Hybrid und rein elektrisch. Ja, sogar Wasserstoff, wie Peugeot mit dem Konzeptfahrzeug 207 ePure schon im Jahr 2006 bewies, können die Franzosen. Warum also die zusätzliche Plattform eVMP (electric Vehicle Modular Platform), die Reichweiten von bis 650 Kilometern für die Kompakt- und Mittelklasse verspricht, nicht auch ein Wasserstoffauto aus der Schublade ziehen, wenn es sich zu rechnen beginnt? Man munkelt, ein solches Fahrzeug werde noch dieses Jahr kommen. L‘art pour l’art jedenfalls gibt es unter Tavares nicht. Wer so nüchtern, rigide und rational argumentiert, der erwartet vor allem eines: gute Verkaufszahlen. Peugeot Deutschland zielt deshalb auf einen Marktanteil von drei Prozent plus x. Einen Zeitpunkt, bis wann dieses Wachstum um knapp ein Prozent erreicht sein soll, gibt es nicht. „Wir wollen gesund wachsen“, so das Credo. Gibt das Portfolio das bei den wählerischen Deutschen her? Eindeutiges Ja. Schon jetzt haben Kunden die Qual der EWahl ob der vielen Motorisierungen und Aus-

electricar 01/2021


Nicht ohne „e “

stattungslinien pro Fahrzeugmodell. Benziner, Diesel, PHEV oder rein elektrisches Fahrzeug. Stopp. Diesel? Ja, richtig gelesen. Man muss es nach Dieselgate betonen und es ist ein weiterer kluger Schachzug. Im Gegensatz zu etlichen Wettbewerbern hält Peugeot am Diesel fest. Der Kunde soll die für ihn optimale Motorenwahl haben, so der Hersteller. Weiter also im automobilen Wünsch-DirWas: welche Stärke der Motorisierung oder Systemleistung darf’s denn sein? Allrad für alle Witterungen und für ein wenig Offroad? Welche Ausstattungslinie, im Kern also Active, Allure oder GT? Sonst noch Extra-Wünsche?

I-COCKPIT Sein intuitives Cockpit hat Peugeot seit seiner Einführung im Jahr 2012 sukzessive weiterentwickelt und auf den technologisch neuesten Stand gebracht.

Technisch intuitiv und up-to-date Allen neuen Modellen gemein ist das aktualisierte i-Cockpit mit modernster Konnektivität. Angenehm selbsterklärend und übersichtlich – wie auch die unmittelbar verständlichen Toggles oder Schalter in der Leiste rechts vom für Peugeot typisch abgeflachten Lenkrad. Diese analogen Features in Reih und Glied sehen nicht nur schick aus, sie geben dem Fahrer auch das Gefühl, mit dem Drücken von Tasten den souveränen Captain an Bord geben zu können. Beim vergleichenden Ritt durch die aktuelle Fahrzeugflotte ist es natürlich leicht, die Leistungselite unter den Löwen und damit den 508 und das knackige SUV 3008 besonders zu mögen. Zunächst ein Wort zum Kleinsten im Rudel.

Dabei ist es müßig zu spekulieren, ob und warum der 208 ein Frauenauto ist. Die World Women’s Car of the Year Auszeichnung als bestes Stadtauto hat er eingeheimst, nachdem er schon im Jahr zuvor insgesamt einige Trophäen ergattern konnte. Als e-208 gibt sich das Löwenbaby surrend handzahm. Sein Erscheinungsbild ist rundum stimmig, sicherlich mit ein Grund, dass bis Ende Januar weltweit schon 265.000 Einheiten des Kleinwagens verkauft wurden. Der Autorin, die viele unterschiedliche Löwen als Verbrenner, rein elektrisch oder als PHEV fahren konnte, hat es dennoch besonders der 3008 angetan – als Hybrid mit Allrad. Ein SUV und kein Motorenbrummen – zumindest im elektrischen Modus – ist das kein Widerspruch in sich? Alles Gewöhnungs- zumindest aber Ansichtssache. Schließlich gibt es neben der Formel 1 unterdessen auch eine erfolgreiche Formel E.

PEUGEOT E-208

King on and off the Road

Perfekt durchgestylt und wertig ist der Kleinwagen ein Trophäenjäger.

Mit einer Systemleistung von bis zu 220 kW (300 PS) ist der 3008 Hybrid4 gleichzeitig das leistungsstärkste Serienfahrzeug der Löwenmarke. Das Fahrerlebnis macht ihn besonders begehrenswert. Knackig flott unterwegs mit wahlweise vier Fahrmodi (Elektro-, Hybrid-, Sport- und Allradmodus), in der Stadt, auf der

electricar 01/2021

Landstraße oder der Autobahn. Der Ausflug mit ihm ins abschüssige und reichlich unebene oder matschige Gelände macht dann doch den größten Spaß. Das Beste daran: Auch in Schieflage signalisiert der 3008 Hybrid4 zu jeder Zeit Sicherheit, manövriert sich aus Situationen heraus, in denen sein Kollege mit Zweiradantrieb (165kW / 225 PS) ein Fall für den Profipilot wäre. Drei Benziner und zwei Diesel stehen alternativ zur Auswahl. Bei all dem Spaß ist doch zu betonen, dass Peugeot effizientes Powerplay betreibt. So gehören die CO2 Emissionswerte des 3008 Hybrid4 mit 29 bis 31 Gramm CO2 pro Kilometer nach WLTP zu den Besten auf dem Markt für Plugin-Hybride.

39


40

Deutlich unter dem Verbrenner

#eMail aus Berlin - die BEM-Kolumne

E-AUTO-KAUF:

KOSTEN DEUTLICH UNTER VERBRENNER-NIVEAU Die Elektromobilität ist nur für Besserverdiener und fördert eine soziale Spaltung? Ein Irrglaube.

D

er wachsende Anteil von Elektrofahrzeugen auf Deutschlands Straßen rückt die Frage der Preise und Kosten für den eigenen Pkw immer stärker in den Mittelpunkt. Während Endverbraucher beim Verbrennungsfahrzeug oftmals nur den Einkaufspreis analysieren, lohnt bei der Elektromobilität der Vergleich der kompletten Kostenbelastung im sogenannten TCO (Total Cost of Ownership). Demnach gewinnen die E-Autos den Vergleich bei typgleichen Model-

len und unterbieten die Verbrenner-Pkw in den Unterhaltskosten deutlich. Wie der Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) zu Beginn des neuen Jahres vorrechnet, sind neben dem staatlichen Umweltbonus für EAutos und der drohenden Abgabenlast für CO2 emittierende Fahrzeuge durch die steigende Kfz-Steuer und steigenden Spritpreisen auch die geringeren Verbrauchskosten und der niedrige Wartungsaufwand ein starkes Argument für EFahrzeuge. Bei einem Kleinwagen wie dem Opel Corsa ist das Modell mit Elektro-Antrieb nach 8 Jahren Nutzungsdauer und 15.000 km Jahres-

electricar 01/2021


Deutlich unter dem Verbrenner

BAS Leitet der Fahrer eine Notbremsung ein, unterstützt das oftmals auch als Bremskraftverstärker bezeichnete System die Bremskraft, damit der PKW so rasch wie möglich zum Stillstand gebracht wird.

laufleistung in den Gesamtkosten um fast 7.000 Euro günstiger als der herkömmliche Benziner. Im Bereich der Mittelklassefahrzeuge ist die Differenz ebenfalls beachtlich. Beim Vergleich der leistungsähnlichen Skoda-Fahrzeuge beträgt der Kostenvorteil des E-Modells ENYAQ gut 12.000 Euro zum vergleichbaren Verbrenner-Modell KODIAQ. Mit den Berechnungen tritt der BEM Behauptungen entgegen, die Elektromobilität sei nur für Besserverdiener und fördere eine soziale Spaltung. „Wir haben schon viele abwegige Argumente gegen die Elektromobilität gehört, die sich beim genaueren Hinsehen in Luft auflösen“, kommentierte BEM-Präsident Kurt Sigl die Zahlen. Mit den guten Rahmenbedingungen eröffnet sich nach Ansicht des Verbandes die Chance zur breiten gesellschaftlichen Öffnung. „Nach den Unternehmen können auch Pendler von den Kostenvorteilen profitieren. Umso wichtiger ist deshalb der Ausbau der privaten und öffentlichen Ladeinfrastruktur, von Schnellladesäulen und die Verständigung auf europäisch einheitliche Technik-Standards und Bezahllösungen“, so Sigl weiter. Die Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass 80% der E-Auto-Fahrer ihr Fahrzeug von zuhause aus Laden, wobei der übliche Heimstromtarif fällig wird. Für das externe La-

electricar 01/2021

den ist der gegenwärtige Mittelwert zwischen dem EnBW DC Tarif von 0,49 € je kWh und den knapp 0,80 Cent von IONITY als Kalkulationsgrundlage gewählt worden.

Über uns Der Bundesverband eMobilität (BEM) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Institutionen, Wissenschaftlern und Anwendern aus dem Bereich der Elektromobilität, die sich dafür einsetzen, die Mobilität in Deutschland auf Basis Erneuerbarer Energien auf Elektromobilität umzustellen. Zu den Aufgaben des BEM gehört die aktive Vernetzung von Wirtschaftsakteuren für die Entwicklung nachhaltiger und intermodaler Mobilitätslösungen, die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der E-Mobilität und die Durchsetzung von mehr Chancengleichheit bei der Umstellung auf emissionsarme Antriebskonzepte. Der Verband wurde 2009 gegründet. Er organisiert 300 Mitgliedsunternehmen, die ein jährliches Umsatzvolumen von über 100 Milliarden Euro verzeichnen und über eine Million Mitarbeiter weltweit beschäftigen. Er unterhält 17 BEMArbeitsgruppen mit über 1.000 Teilnehmern aus der Branche.

Kurt Sigl,

Präsident Bundesverband eMobilität

41


42

Leserumfrage

electricar LESERUMFRAGE Jetzt an unserer electricar-Leserumfrage teilnehmen und mit etwas Glück tolle Preise gewinnen! Einfach dem untenstehenden Link folgen und das Formular ausfüllen!

Teilnahme unter:

www.bit.ly/ec-121 Ein Wochenende für 2 Personen im Hotel-Restaurant Kaiserhof Anif

Ein Wochenende im Hotel Kaiserhof Gewinnen Sie ein Wochenende für zwei Personen im Hotel Kaiserhof, im wunderschönen Anif bei Salzburg. Im Preis inbegriffen ist jeweils ein Bio-Frühstück sowie eine Präsentation der aktuellen E-Fahrzeuge samt Probefahrt (z.B. mit dem neuen Tesla Model 3 Performance). Der Kaiserhof hat sich zu einem internationalen Hotspot der Elektromobilität entwickelt. E-Autofahrer aus ganz Europa kommen dorthin um in schmucken Zimmern zu nächtigen, die feine Küche und regionalen Produkte zu genießen oder sich während der Ladezeit in der „Kaiserbar“ mit Gleichgesinnten auszutauschen.


Leserumfrage

Alle Karbonteile werden in Handarbeit gefertigt!

Carbon 1 MKII

799,- Euro

Das Carbon 1 MKII des deutschen Herstellers Carbon Mobile ist das weltweit erste Smartphone mit einer Karbon-Hülle. Trotz des 6 Zoll großen Displays ist das Phone nur 125 Gramm schwer. In dem 6,3 Millimeter dünnen Gerät verrichtet ein 8 GB Arbeitsspeicher seinen Dienst. Für Fotos, Videos und Apps stehen 256 GB Speicherplatz zur Verfügung. Wir verlosen ein Exemplar! BETRIEBSSYSTEM Android 11 ™ (ab Anfang Q2 2021) INTERNER SPEICHER 256GB - UFS 2.1 BATTERIE 3,000 mAh CPU MEDIATEK P90 Octa-Core: up to 2.2GHz GPU IMG PowerVR GM 9446 RAM 8 GB - LPDDR4x AI MediaTek APU 2.0

30x

105,- Euro Highcamp Firelight 750 Flask Das dreiteilige Barset von High Camp Flask besteht aus zwei Trinkgläsern und einer Thermoskanne mit einem Fassungsvermögen von 750 Millilitern. Dank der Isolierung bleiben Ihre Lieblingsgetränke bis zu 24 Stunden lang perfekt temperiert. Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein Barset im Wert von 105 Euro.

219,- Euro Nokia 5.4 Das Nokia 5.4 von HMD Global punktet mit einer ordentlichen Laufzeit, einer soliden Verarbeitung und dank des 4 GB Arbeitsspeichers mit einem ausreichenden Arbeitstempo für alltägliche Aufgaben. Aufgrund von Android One wird das Gerät drei Jahre lang regelmäßig mit Updates versorgt. Ein Nokia-Smartphone wird unter allen verlost. BETRIEBSSYSTEM INTERNER SPEICHER BATTERIE CPU

Android 10 64GB 4,000 mAh Qualcomm SM6115 Snapdragon 662 Octa-core (4x2.0 GHz Kryo 260 Gold & 4x1.8 GHz Kryo 260 Silver) GPU Adreno 610 RAM 4 GB

KOMBI-ABO

electricar + Nachhaltig leben Stundenlanges Lesevergnügen 30 Umfrageteilnehmer dürfen sich über ein Jahresabo unserer beiden Lifestyle-Magazine electricar und Nachhaltig leben freuen. Somit sind Sie immer bestens rund um die Themen Elektromobilität und Nachhaltigkeit informiert. Außerdem liefern wir Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie mit der Umwelt nachhaltiger umgehen können. Sämtliche Gewinner bekommen die Magazine kostenlos zugesendet.

Das Magazin für unsere Zukunft

leben

43


44

Im Test: Volvo V60 T6 Twin Engine

electricar 01/2021


Im Test: Volvo V60 T6 Twin Engine VOLVO V60 T6 TWIN ENGINE

EDELSCHWEDE Text: Christoph Lumetzberger

D

er Durchschnitts-Skandinavier genießt hierzulande einen ausgezeichneten Ruf. Ihm wird nicht nur Zurückhaltung, Bodenständigkeit und ein Hauch Coolness nachgesagt, sondern auch, dass er mit sich selbst im Reinen ist. Herausforderungen werden mit Logik und Verstand angegangen und Problemlösungen erfolgen abseits eines Sumpfes an Emotionen. So in etwa könnte auch die Markenbeschreibung Volvos lauten. Die Schweden haben sich über Jahre ein glattpoliertes Image im oberen Mittelklasse-Segment erarbeitet. Der V60 T6 Twin Engine passt da perfekt ins Gesamtbild des Line-ups und bildet gemeinsam mit dem V90 die Hybrid-Kombi-Flotte. Dabei ist er nur unwesentlich schwächer auf der Brust als sein größerer Bruder.

Schick statt Schickimicki Aber um den soll es auch nicht gehen, sondern um den V60 Recharge. Der traf bei uns in der Ausstattungsvariante Inscription ein, bestückt mit allerhand serienmäßigen und zubuchbaren Extras. Ins Auge sticht direkt der charmante und Volvo typische Kühlergrill im Wasserfall-Design, dessen Chrom-Elemente sich erhaben aus der Denimblauen Metallic-Lackierung zeigen. Die Front des Wagens ist zeitlos und wirkt dabei gleichermaßen modern und vertraut. Ein Spagat, den Volvo wie kaum ein anderer Fahrzeughersteller hinbekommt. Ähnliche wie bei einem geliebten Film, den man sich zum x-ten Male ansieht, weil man weiß, dass dieser gute Laune in einem auslöst. Die markanten Voll-LED-Scheinwerfer Thors Hammer samt Scheinwerferregulierungsanlage überzeugen nicht nur bei nebeligen Fahrbedingungen. Das intelligente Fernlicht erkennt sich nähernden Gegenverkehr, schafft es, eben diesen Bereich des Lichtkegels auszublenden und verhindert so, dass das entgegenkommende Fahrzeug von der Leuchtkraft des Scheinwerfers geblendet wird.

electricar 01/2021

Schweift der Blick an der Wagenfront vorbei, zieht sich das homogene Bild weiter. Der V60 ist wuchtig und zurückhaltend zugleich, die 4,76 Meter vom Kühler bis zum Auspuff versprühen edle Eleganz, die Formensprache des Teilzeitstromers Zeitgeist und Moderne. Die Seitenfenster ab der B-Säule sowie die Heckscheibe waren bei unserem Testwagen abgedunkelt, was den Personen im Fond eine gewisse Privatsphäre bietet. Müßig zu erwähnen, dass dies der Eleganz der Wagenoptik natürlich auch zuträglich ist. Das Heck des V60 haben die Ingenieure bewusst sportlich gestaltet, die zwei Rückleuchten schmiegen sich passgenau um die Kofferraumklappe. Oberhalb der hoch angesetzten Heckscheibe thront ein Spoiler, in welchen eine zusätzliche Bremsleuchte eingearbeitet wurde. Den prominenten Volvo-Schriftzug kennt man bereits von früheren Modellen der Schweden, ebenso wie die klare und kantige Linienführung der Lichtanlage.

Lagerfeuer-Romantik Die smarte Eleganz des Wagens setzt sich auch im Interieur fort. Die Innenausstattung unseres Testwagens wurde großteils in Beige gehalten und auch hier stellt sich das typische Volvo-Gefühl beim erstmaligen Einstieg sofort ein. Die konsequente Verwendung hochwertiger Materialien lässt selbst in grauen Wintermonaten - die während unseres Testzeitraums währten - die Kühle der trüben Tage draußen und im Innenraum stellt sich unweigerlich eine wohlige Stimmung ein. Beinahe so, als würde man irgendwo zwischen Stockholm und Östersund im tiefsten schwedischen Hinterland in einer Blockhütte vor einem Kamin sitzen und den Blick über die verschneite und unberührte Tundra schweifen lassen. Die Wohnzimmeratmosphäre wird nicht zuletzt auch dank der niedrigen Geräuschkulisse, die während der Fahrt im Wagen vorherrscht, verbreitet. Die Sitze des V60 sind komfortabel und ergonomisch an beinahe alle Bedürfnisse anpassbar. Verschiedene Sitzprofile machen den Wagen auch

45


46

STRASSENKARTE Die im Kombiinstrument anzeigbare Navigationsoberfläche lenkte uns in den Testfahrten weitaus weniger ab als der Blick auf die Mittelkonsole.

Paaren zugänglich, die sich in regelmäßigen Abständen am Steuer abwechseln wollen - was wir definitiv verstehen können. Denn die schwedisch angehauchte Designsprache spiegelt sich nicht nur in den verwendeten Materialien, sondern auch in der Verarbeitung wider. Beinahe durchgehend softe Oberflächen, dazu edle Kontrastnähte und ein gelungener Stilmix zwischen schwarzer und weißer Linienführung sind markant und zugleich bezeichnend für den Schweden. Außerdem spielt Volvo gekonnt mit passiver Beleuchtung, sodass die Fahrt auch zum visuellen Erlebnis wird, sobald die Sonne unter den Horizont taucht. Für den Fahrspaß sorgen aber nicht nur Ambientebeleuchtung und Bequemlichkeit, auch die verbaute Technik trägt ihren Teil dazu bei. So ist die raffinierte Software etwa in der Lage, dank Autopilot den Boliden auf der befestigten und gut markierten Strecke zu halten. Bleiben die Hände jedoch zu lange vom Lenkrad weg, so meldet sich der V60 und verhindert, dass sich der Fahrzeuglenker allzu lange von Smartphone und Co. ablenken lässt.

Ist viel auch zu viel? Apropos Ablenkung: Hier müssen wir eine der wenigen Schwächen des Wagens aufdecken - das Infotainmentsystem. Allerdings ist es keineswegs schwach, was den Funktionsumfang betrifft. Dieser ist vollgepumpt

mit Möglichkeiten und einer Einstellungsvielfalt, die ihresgleichen sucht. Egal ob umfangreiche Sprachsteuerung, eine Vielzahl an Konnektivitätsmöglichkeiten wie ein Internetzugang samt Onlineradio (der Hersteller nennt dies Volvo On Call) oder die Möglichkeit, den Fahrzeugstandort und -status per Smartphone abzurufen - der V60 ist technisch auf dem neuesten Stand. Dafür spricht auch das Sensus-Navigationssystem mit Echtzeit-Verkehrsinformationen, welches in enger Abstimmung mit dem Motor zusammenarbeitet, um die zur Verfügung stehende Batterieenergie möglichst effizient einzusetzen, damit so wenig Superbenzin am Weg von A nach B verbraucht wird, wie nur unbedingt nötig. Doch warum ist dieses umfangreiche Technikpaket in unseren Augen ein Schwachpunkt? Nicht die verbaute Technik, sondern die Bedienbarkeit ist es, die uns etwas ratlos zurücklässt. Denn beinahe die gesamte Steuerung des Wagens erfolgt über das zentrale, neun Zoll große Display in der Mittelkonsole. Dabei ist die Bedienbarkeit zwar zeitgemäß, ein Homebutton unterhalb des Bildschirmes schafft ein Smartphone-ähnliches Umfeld, allerdings sind einige Schaltflächen erst nach längerem Suchen und in diversen Untermenüs zu finden. Um die Wagentemperatur zu ändern, muss etwa jedes Mal ein separates Menü geöffnet werden, obwohl die Klimaeinstellungen permanent im unteren Bildschirmbereich eingeblendet werden. Ähnlich verhält es sich bei der Multimediasteuerung. Hier sind viele Elemente optisch ähnlich gehalten, sodass sie den Fahrer während der Fahrt dazu verleiten, länger auf den Bildschirm zu blicken, als es eigentlich sein sollte. Zusammen-

electricar 01/2021


Im Test: Volvo V60 T6 Twin Engine

47

UNDERSTATEMENT Das Cockpit des V60 überzeugt mit hochwertigen Materialien und ist tadellos verarbeitet, ohne jedoch aufdringlich zu wirken.

gefasst: Das Multimediasystem ist keineswegs schlecht, im Gegenteil. Es offeriert eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten, hat aber Schwächen in der Nutzbarkeit. Da das Bedienkonzept einem Smartphone ähnelt, werden sich zumindest jüngere Semester dennoch gerne damit auseinandersetzen. Das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ist zur Gänze digital, vorbei sind die Zeiten analoger Tachonadeln oder Tank-Füllstände. Das 12,3 Zoll große Display beinhaltet alle wichtigen Informationen, die während der Fahrt benötigt werden. Was sich in unseren Testwochen als äußerst angenehm erwiesen hat, ist die Einblendung des Navigationsbildschirmes während der Fahrt. Der Blick von der Straße zum Kombiinstrument lenkt weitaus weniger ab, als der permanente Blick zur Mittelkonsole.

Für jeden etwas dabei Womit wir schon beim Thema sind: Die Fahrt und die Alltagstauglichkeit. Der Volvo V60 T6 Twin Engine wird gerne als Sportkombi bezeichnet, was ihn unserer Meinung nach auch gut charakterisiert. Einerseits eignet er sich mit seiner Dynamik und seinen Fahreigenschaften trotz seiner Länge für schnittiges Durchqueren von Häuserschluchten, andererseits macht er dank seiner Robustheit und Souveränität auch Überland eine gute Figur. Bemerkenswert ist das herausragende Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennermotor in Kombination mit der Achtgang-Automatik. Dieses beschleunigt den mehr als zwei Tonnen schweren Wagen in unter sechs Sekunden aus dem Stand auf über 100 Stundenkilometer - kein Wunder bei einer Systemleistung von knapp 340 PS. Sicherheit wird beim skandinavischen Autobauer übrigens großgeschrieben. Volvo

electricar 01/2021

drosselt seinen Fuhrpark künftig bei 180 Stundenkilometer und möchte damit die Verkehrssicherheitsstatistik seiner Fahrzeuge massiv anheben. In unserem Praxistest schaffte der V60 rund 45 Kilometer mit reiner Elektropower. Ohne elektrische Unterstützung verbrauchten wir 7,8 Liter Superbenzin auf 100 Kilometern. Dabei legten wir gleichermaßen Arbeitsweg im Pendelverkehr und längere Distanzen am Wochenende zurück. Der kombinierte Verbrauch nach WLTP-Berechnung wird vom Hersteller mit 1,8 Litern auf 100 Kilometern angegeben. Diesen Wert erreichten wir knapp nicht, unser Testwagen landete in der Praxis bei 2,2 Litern. Die Strombetankung erfolgte in unserem Test per Photovoltaik-Anlage an der herkömmlichen Haushaltssteckdose. Diese befüllte den Wagen immer über Nacht, sodass die Batterie, die im V60 übrigens zwischen Fahrer- und Beifahrersitz unter der Mittelkonsole sitzt, am nächsten Morgen vollgeladen war.

Qualität hat ihren Preis Der Wagen ist bereits im Handel und kann auf der Webseite des Herstellers vollständig vorkonfiguriert werden. Dass sich Volvo eine selbstbewusste Preispolitik angeeignet hat, zeigt die Selbstverständlichkeit, mit welcher sich die Schweden im Automarkt inzwischen positioniert haben. Eine wertige Verarbeitung, die Fülle an modernster Fahrzeugtechnik und nicht zuletzt die mit fünf von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest ausgezeichnete Fahrzeugsicherheit des V60 T6 Twin Engine rechtfertigen den Preis am Ende dann doch. Der Basispreis unseres Testwagens betrug 59.460 Euro, die zusätzlichen Extras hoben den Kaufpreis auf 71.160 Euro (in Österreich).

ALLES IM BLICK Dank Scheinwerferregulierungsanlage sowie den Thors Hammer genannten Voll-LEDs ist die Strecke immer bestens ausgeleuchtet.

TECHNISCHE DATEN HERSTELLER

Volvo

MODELL

V60 T6 Twin Engine

ANTRIEBSART

PHEV

LEISTUNG

186+64 kW / 253+87 PS

MASSE / GEWICHT

4.761 x 1.850 x 1.432 mm / 2.061 kg

ANZAHL DER TÜREN 5 KOFFERRAUM­ VOLUMEN

529 l

REICHWEITE

rund 50 km (elektrisch)

0-100 KM/H

5,6 Sekunden

SPITZE

180 km/h

PREIS

71.160 €


48

Vorstellung Opel Mokka-e Vorstellung:

“EINEN MOKKA, BITTE!”

Ein Elektroauto (beinahe) zum Preis eines Diesels? Das geht. Electricar wirft einen ersten Blick auf die Stromvariante des neuen Opel Mokka-e. Text: Christoph Lumetzberger

M

it dem Mokka hatte der Rüsselsheimer Autoba ue r vie le Jahre lang einen agilen KompaktSUV in seinem Portfolio, der sich großer Beliebtheit erfreute. Das als Opel Mokka A betitelte Modell erhielt im Jahr 2016 einen größeren Neuanstrich und wurde Mokka X getauft. Dieser lief bis zum Juni 2019 vom Band, ehe die Produktion eingestellt wurde. Im Juni 2020 stellte Opel den Nachfolger vor, der fortan auch als batterieelektrisch angetriebener Opel Mokka-e in den Autohäusern stehen wird. Seit dem Spätsommer ließ sich der Wagen bestellen.

Neue Designsprache Auch wir konnten bereits einen ersten Blick auf den neuen Mokka-e werfen. Optisch sticht

sofort die neue Designsprache von Opel ins Auge, die dem Wagen ein zeitgemäßes Aussehen verleiht. Der Hersteller nennt das Markengesicht „Vizor“. Markant ist vor allem die neu gestaltete Wagenfront. Das Herstellerlogo prangt auf einer dunklen Plexiglasspange, die an den Seiten in die Scheinwerfer übergeht. Die Lösung ist nicht nur schick, sondern auch praktisch, denn dahinter verbergen sich die Sensoren für die unterschiedlichsten Assistenzsysteme. Das erfrischende Design zieht sich auch an den Seiten weiter und von hinten betrachtet wirkt der Mokka-e fast wie ein optischer Relaunch seines größeren Bruders aus dem Verbrenner-Segment, dem Grandland X. Die Rundum-LED-Beleuchtung im Mokka-e ist bei Opel übrigens serienmäßig dabei. Über das optional erhältliche IntelliLux LED-Matrixlicht sollte zumindest nachgedacht werden. Im Vergleich mit seinem Vorgänger ist der neue Mokka außerdem um 12,5 Zentimeter

kürzer geworden, bei praktisch gleich gebliebenem Radstand. Die Ingenieure haben die Kürzungen an den Karosserieüberhängen vorgenommen, was den Wagen auch optisch streckt. Der Mokka-e basiert auf der CMPPlattform der neuen Konzernmutter PSA, auf welcher auch bereits der Opel Corsa basiert. Der Vorteil für die Rüsselsheimer liegt dabei auf der Hand: Sowohl Verbrenner, als auch elektrisch angetriebene Fahrzeuge können auf ein und derselben Plattform basieren. Dies vereinfacht nicht nur die Planung und Konstruktion, sondern auch die Kalkulation.

Alles neu im Cockpit Fallen die Kürzungen im Innenraum negativ auf? Für Personen in der ersten Sitzreihe auf keinen Fall, im Gegenteil. Die erhabene Sitzposition und die Positionierung der einzelnen Bauteile schaffen ein voluminöses Raumgefühl und dabei gleichermaßen Bequemlichkeit und

electricar 01/2021


Vorstellung: Opel Mokka-e

Sicherheit. Einzig die Personen im Fond müssen sich mit einem etwas strafferen Platzangebot zufriedengeben. Beim Kofferraumvolumen hat Opel minimal den Sparstift angesetzt, 350 Liter umfasst das Platzangebot. Für einen Kompakt-SUV jedoch immer noch ein mehr als akzeptabler Wert. Auch das Cockpit wurde zur Gänze neu gestaltet, der Hersteller nennt dieses „Opel Pure Panel“. Herzstück davon sind zwei große Displays, die in eine gemeinsame Front gepackt wurden. Das digitale Kombiinstrument hinter dem Lenkrad kann beliebig personalisiert werden. Der zweite Bildschirm, der oberhalb der Mittelkonsole angebracht wurde, ist leicht zum Fahrer geneigt und optimal positioniert, um die zahlreichen Einstellungen, das Navigationssystem oder die Medienwiedergabe zu steuern. Erfreulicherweise verbaut Opel weiterhin haptische Knöpfe und Drehregler, womit das Beste aus zwei Welten miteinander verschmilzt. Die Bedienung von Lautstärkeregler oder der Klimaanlage über physische Elemente erfreut vor allem während der Fahrt und geht auch einfacher vonstatten als über Touchscreen-Flächen. Induktives Laden, eine Spracherkennung, Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord.

Stromer zum Dieselpreis? Im Opel Mokka-e steckt eine 50 kWh große Batterie, die eine Reichweite von rund 320 Kilometern nach WLTP-Standard ermöglichen soll. 136 PS / 100 kW bringt der Wagen auf die Straße, die angegebene Maximalgeschwindigkeit beträgt 150 km/h. Über den serienmäßigen CCS-

DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN Zwei große Displays stehen dem Fahrer zur Verfügung. Diese sind gut ablesbar und optimal positioniert. Erfreulicherweise verzichtet Opel nicht auf haptische Bedienelemente.

Ladestecker kann der Energiespeicher an einer Ladesäule mit bis zu 100 kW aufgeladen werden. Im Optimalfall sollte die Batterie so auf einen Füllstand von 80 Prozent in etwa einer halben Stunde kommen. Apropos Batterie: Opel gibt hier eine Garantie von acht Jahren oder alternativ eine Laufleistung von 160.000 Kilometern. Preislich startet der Mokka-e, welcher zahlreiche Extras bereits serienmäßig bietet, bei 34.110 Euro. Abzüglich der Prämie für Elektroautos kostet der Wagen nur rund 1.000 Euro mehr, als für den Diesel fällig werden.

ELECTRICAR VOR ORT Unser Mitarbeiter Johannes Edl konnte sich vor Ort in Rüsselsheim bereits vom neuen Opel Mokka-e überzeugen.

CHARMANTES HECK Der Wagen wurde 12,5 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger. Durch die Einsparungen auf dem technischen Bauplan wirkt der Wagen optisch gestrafft und zeitgemäß elegant.

TECHNISCHE DATEN

electricar 01/2021

HERSTELLER

Opel

MODELL

Mokka-e

ANTRIEBSART

Elektro

LEISTUNG

100 kW / 136 PS

MASSE / GEWICHT

4.151 x 1.987 x 1.534 mm / 1.598 kg

TÜRANZAHL

5

KOFFERRAUM­ VOLUMEN

350 l

REICHWEITE

324 km (WLTP)

0-100 KM/H

9,0 Sekunden

SPITZE

150 km/h

PREIS

ab 34.110 Euro

49


50

Vorstellung Fiat 500e Vorstellung:

DIE LEGENDE LEBT Der Fiat 500 kehrt in seine Heimat zurück - rein elektrisch und molto vivace Text: Susanne Roeder

F

iat blickt zurück auf fast 82 Jahre Automobilbau in Mirafiori, 36 verschiedene Modelle und bis dato rund 29 Millionen verkaufte Einheiten. „Wir gehören zu den Besten der Welt“, betont Luigi Barbieri, Leiter des Stammwerks. Für die Turiner steht viel auf dem Spiel, gerade auch angesichts des Aufgehens der FCA (Fiat Chrysler Automobiles) und PSA (Peugeot Société Anonyme) im europäisch-amerikanischen Megakonzern Stellantis unter der rigiden Führung durch den Franzosen Carlos Tavares. Welches Auto könnte besser in die neuerdings komplett vernetzte Fabrik in Mirafiori passen als das Kultmobil und gleichzeitig das erfolgreichste Modell des Herstellers? Der Stolz der designbewussten Italiener war herausgefordert, ihrer kleinen Ikone neues Leben einzuhauchen. Auch wenn er an Länge und Breite um jeweils sechs Zentimeter zugelegt hat, so ist der 500e nach wie vor der kleinste Italiener in der Modellpalette.

VERTRAUTE OPTIK Fiat hat das grundsätzliche Erscheinungsbild seiner 500er-Serie beibehalten. Dies schafft einen wohligen Wiedererkennungswert.

Zurück zu den Wurzeln, aber völlig neu konzipiert „Zurück in die Zukunft“ also die Devise des ersten vollelektrischen Kindes von Fiat. Entworfen, geplant und gebaut in Turin und voll raffinierter Italianità, die von Frauen wie Männern hierzulande vermutlich gleichermaßen geschätzt wird. Sein nach wie vor angesagter Verbrenner-Vorgänger wird weiterhin in Polen produziert. Der 500e dürfte dem Verbrenner jedoch bald den Rang ablaufen. Denn dank großzügiger Steuergelder kostet der größere E-Bruder nicht mehr als der Benziner, hat aber die neueste Technologie an Bord. Ziemlich alles (96 Prozent) ist neu. Der sympathische Zwerg steht auf einer neuen Plattform. Daher auch die gewachsenen Ausmaße (3,63 Meter lang, 1,68 Meter breit ohne Außenspiegel, 1,53 Meter hoch), die deutlich mehr Platz im Innenraum (größerer Radstand) und Ladekapazität erlauben. Logisch, dass er nun großspuriger unterwegs ist (15 Zoll bis 17 Zoll). Extra Clou: Die neue Variante 3+1 hat

eine schmale dritte Tür auf der Beifahrerseite hinten rechts, die gegenläufig öffnet und damit Einsteigen und Beladen angenehm gestaltet.

Evolution statt Revolution Der Erwachsenenstatus des Premium-Designzwergs fällt erst richtig auf, wenn er sich zu

seinen Ahnen gesellt. Sein hundertprozentiger Wiedererkennungswert ist geblieben – jene unmissverständlichen Formen einer knuddeligen, wenn auch gestreckten Knutschkugel. Prompt hat der kleine Pfiffikus mit großer Geschichte den ‘Red Dot Award‘ für gelungenes Industriedesign in der Kategorie ‚Design Concept‘ erhalten.

electricar 01/2021


Vorstellung: Fiat 500e

Bei einem echten Italiener kommt man nicht daran vorbei, zuerst vom Design zu sprechen, dann erst von den Fahreigenschaften. Man werde schwerlich zwei völlig identische 500e an der Ampel stehen sehen, heißt es. Ein in der Modewelt wichtiges Kriterium. Man stelle sich vor, zwei Damen an der Fußgängerampel trügen dasselbe Versace Kostüm. O Dio… Drei Ausstattungslinien (Action, Passion und Icon) und eine Fülle angesagter, Nachhaltigkeit verströmender Naturfarben lassen alle Geschmäcker fündig werden. Auto mit Pfiff – was auch melodisch zu verstehen ist: Der 500e pfeift beim Anlassen nicht etwa nervig. Bis Tempo 20 km/h ertönt für Fußgänger die von Nino Rota für Fellinis Drama Amarcord komponierte Titelmelodie. Ein Warnsignal, das beschwingt und die Augen noch mehr auf den modernen Klassiker zieht.

Idealer „Flitzer“ für Metropolen Stramm abgestimmt, selbsterklärend und einfach zu fahren. So das Fahrerlebnis im Telegrammstil. Das zweifellos subjektive Empfinden gleich dazu: Die Knutschkugel spurtet als CitySpaßmobil an jeder Ampel voran und ist auch auf der Autobahn flott unterwegs. Beim Druck auf den Startknopf steht der EMotor erwartungsgemäß sofort parat, der Tritt aufs Gas-, skusa!: Strompedal lässt ihn umgehend zügig davoneilen. Mit einer Reichweite von über 400 Kilometern innerstädtisch und rund 320 nach WLTP ist bei der stärkeren Leistungsstufe (87 kW / 118 PS) Angst vor ständigem Laden kein Thema. Auch der kleinere E-Motor (70 kW / 95 PS) reicht völlig aus für Fahrspaß in der City. Zumal das Einstiegsmodell „Action“

mit immerhin rund 180 Kilometer Reichweite nach Abzug der Boni schon für rund 14.000 Euro seine Runden abspult. Eine „Sport“-Taste hat der 500 e nicht. Seine Modi heißen ‚Normal‘, ‚Range‘ und ‚Sherpa‘. Gerade im Stadtgewusel macht der Range-Modus das klassische Bremsen weitgehend entbehrlich, weil der Zwerg dies übernimmt, indem er, sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, abrupt verzögert und vor der Ampel rechtzeitig zum Stillstand kommt. Level 2 autonom nennt Fiat dies. Ganz unaufgeregt, aber nicht so rekuperationsintensiv der Normal-Modus. Gemächlich mag’s der Sherpa-Modus, der seine Insassen bei maximal 80km/h, deaktivierter Klimaanlage und anderer Komfortattribute, sicher ins Ziel trägt und dafür die maximale Reichweite ausreizt.

51

nannte Vehicle to Grid, V2G, wird in Mirafiori derzeit im großangelegten Feldversuch für das bidirektionale Laden erprobt. Die Gruppe der elektrischen Kleinen wie VW e-Up, Honda e, Opel Corsa e oder Peugeot e 208 hat scharfe Konkurrenz bekommen. Wer sich für einen Fiat 500 e entscheidet, lässt sein Herz sprechen. Emotionen sind es, die den liebenswerten Cityflitzer mit betörendem Augenaufschlag als designorientiertes und Lifestyle Vehikel lossurren lassen, ohne dass die Besitzer jeden Euro umdrehen. Den Anspruch seiner Schöpfer, so einfach wie ein Smartphone zu bedienen zu sein, erfüllt der 500e tatsächlich – ruckelfrei und spontan.

Chi va piano … … va lontano, Eile mit Weile, ist beim lästigen Laden angesagt. Im Land, wo die Zitronen blühen, streitet man zwar bisweilen um jeden Meter im Verkehr, aber warum beim Laden nicht den üblichen Espresso mit Wasser genießen und ein bisschen parlieren? Der Ladevorgang dauert an der DC Schnellladesäule (85 kW) fünf Minuten für ein Plus von 50 Kilometern Reichweite. Ein Dreigangmenü kann schon mal einplanen, wer eine AC Ladesäule oder Wallbox (11 kW) ansteuert, ein Hotelzimmer, wer die gewöhnliche Haushaltssteckdose aufsucht. Dieses Schicksal teilt er sich aber mit Artgenossen anderer Hersteller. Was der 500e seiner Konkurrenz voraus hat, ist die Möglichkeit, dem Stromnetz als Pufferspeicher zur Verfügung zu stehen. Das soge-

INTELLIGENTE KOMPAKTHEIT Das Cockpit des Fiat 500e ist kein Raumwunder, dies liegt in der Natur der Sache. Dennoch wird der vorhandene Platz optimal ausgenutzt.

EINEINHALB TÜREN Eine schmale, zusätzliche Tür auf der Beifahrerseite hinten rechts öffnet sich gegenläufig und ermöglicht Einsteigen und Beladen in einer angenehmen Art und Weise.

TECHNISCHE DATEN

electricar 01/2021

HERSTELLER

Fiat

MODELL

500e

ANTRIEBSART

Elektro

LEISTUNG

87 kW / 118 PS (alternativ auch 70 kW / 95 PS)

MASSE / GEWICHT

3.630 x 1.630 x 1.530 mm / 1.365 - 1.405 kg

ANTRIEBSACHSE

Front

TÜRANZAHL

3+1

KOFFERRAUM­ VOLUMEN

185 - 550 l

REICHWEITE

298 - 321 km (WLTP / elektrisch)

0-100 KM/H

9,0 Sekunden

SPITZE

150 km/h

PREIS

ab 23.560 €


52

Vorstellung Volkswagen ID.4 Vorstellung:

ID, DIE ZWEITE

WIR NEHMEN DEN VW ID.4 UNTER DIE LUPE Text: Christoph Lumetzberger

D

er im vergangenen Jahr gestartete VW ID.3 gestaltete sich für Volkswagen als Erfolg auf der ganzen Linie. Obwohl der Wagen hierzulande erst im September 2020 erstmals ausgeliefert wurde, konnte Volkswagen im vergangenen Jahr bereits rund 15.000 Stück in ganz Deutschland verkaufen. Mehrere Medien berichteten zu Jahresbeginn über den vom Kraftfahrbundesamt veröffentlichten Jahresbericht, in welchem lediglich der Renault Zoe (rund 30.000 verkaufte Exemplare), das Model 3 von Tesla (etwa 15.000) sowie der ebenfalls aus dem Hause VW stammende e-Golf (knapp 17.500) noch vor dem ID.3 landeten. Rechnet man die Verkaufszahlen des Stromers aus Wolfsburg auf das gesamte Jahr hoch, so würde er die Konkurrenz sogar deutlich distanzieren. Und dass, obwohl das für lediglich 30.000 Euro zu bekommende Basismodell noch nicht einmal auf dem Markt ist.

Altbewährtes und Neues Mit dem ID.4 will Volkswagen diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2021 weiterschreiben. Anders als der Vorgänger kommt der Wagen als Elektro-SUV auf den Markt. Optisch zeigt sich der ID.4 dabei etwas aggressiver als der ID.3. Dieser wirkte in seiner Gesamtheit etwas schüchtern und verspielter im Vergleich zu seinem Nachfolger. Dem spendierte VW eine wuchtigere Fronteinheit, bei der auch die Lichtanlage neu gestaltet wurde. Wer sich einen ID.4 bestellt, sollte außerdem den Aufpreis für die Matrix-LED-Scheinwerfer einkalkulieren. Sie sind unserer Meinung nach ein echter Zugewinn. An den Seiten verschwinden die Türgriffe, die selbstverständlich in Wagenfarbe gehalten sind, zur Gänze in der Türe. Das verleiht dem Fahr-

zeug ein noch schnittigeres Erscheinungsbild und eine edle Note. Ein markanter Dachspoiler sowie eine sehr minimalistische Heckscheibe sind die prägnantesten Karosserie-Merkmale des Hecks. Ein schmales LED-Band verbindet beide Rücklichter und schafft so eine durchgängige Leuchteinheit, die nur vom VW-Logo mittig unterbrochen wird. Design können die Niedersachsen, das steht außer Frage. Zudem stechen die Dachreling (mit einer Dachlast von bis zu 75 Kilogramm) sowie eine Anhänger-

EIN ERSTER BLICK Johannes Edl von Electricar konnte im Januar 2021 bereits die ersten Kilometer mit dem ID.4 zurücklegen und sich einen guten ersten Eindruck vom Wagen verschaffen.

electricar 01/2021


Vorstellung: Volkswagen ID.4

kupplung ins Auge. Diese Aspekte erinnern uns daran, dass wir es hier mit einem SUV zu tun haben. Und das ist gut so.

Gewohnte Umgebung Hat der Fahrer erst einmal im Cockpit Platz genommen, fühlt er sich an das Innere des Vorgängers aus der Kompaktklasse zurückerinnert. Beinahe sämtliche Elemente befinden sich so auch im ID.3, weshalb vor allem das Instrumentendisplay samt Digitaltachometer etwas klein ausfällt. Immerhin ist das serienmäßige, 10 Zoll große Zentraldisplay in der Cockpitmitte gegen Aufpreis auch mit 12 Zoll zu bekommen. Da Volkswagen-Fahrer zumeist leicht konservativ angehaucht sind und der Wolfsburger Autobauer auch zahlreiche Markenliebhaber

aus der Verbrenner-Welt in Richtung Elektromobilität bringen will, übertreibt er es nicht mit technischen Extravaganzen im Cockpit. Eines lässt er sich dennoch nicht nehmen: Vor der Windschutzscheibe befindet sich ein Lichtband, welches visuelle Rückmeldungen liefert, sobald das Fahrzeug eine Gefahr erkennt oder sich der Ladestand der Batterie ändert. Außerdem hilft es bei der Navigation oder der Nutzung des Sprachassistenten mit optischen Rückmeldungen. Während das Einstiegsmodell des ID.4 mit einer 55 kWh-Batterie auf eine WLTP-Reichweite von knapp unter 350 Kilometer kommt, geht der Modellvariante mit einem 82 kWhStromgeber erst nach rund 520 Kilometern der elektrische Saft aus. Alle vier Modellvarianten werden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h angegeben. Die Einsteigervariante des VW ID.4 Pure ist auch preislich sehr interessant. Sie soll noch in der ersten Jahreshälfte 2021 auf den Markt kommen und bereits ab 36.950 Euro in der Basisausstattung erhältlich sein. Im Laufe des Jahres sollen noch weitere Ausstattungsvarianten, darunter ein Modell mit 225 kW (306 PS) erhältlich sein.

Bild: media.fcaemea.com

TECHNISCHE DATEN

WIE BEIM KLEINEN BRUDER Auf den ersten Blick sind nur geringe Unterschiede zum ID.3 zu erkennen. Volkswagen bleibt seiner konservativen Linie treu, wenngleich das Zentraldisplay optional von 10 auf 12 Zoll Größe anwachsen kann.

electricar 01/2021

HERSTELLER

Volkswagen

MODELL

ID.4

ANTRIEBSART

Elektro

LEISTUNG

ab 109 kW / 148 PS

MASSE / GEWICHT

4.580 x 1.850 x 1.630 mm / 2.124 kg

ANTRIEBSACHSE

Heckantrieb

TÜRANZAHL

5

KOFFERRAUM­ VOLUMEN

543 l

REICHWEITE

ab 348 km (WLTP / elektrisch)

0-100 KM/H

10,9 Sekunden

SPITZE

160 km/h

PREIS

ab 36.950 €

53


54

Vorstellung Mini Cooper SE Vorstellung:

ALLES UNTER STROM XC40 RECHARGE PURE ELECTRIC: DER ERSTE VOLLELEKTRISCHE VOLVO IM CHECK Text: Christoph Lumetzberger

B

ereits seit einiger Zeit tummelt sich Volvo erfolgreich im breit aufgestellten Markt der Plug-In-Hybriden. Da lag es auf der Hand, dass der schwedische Premium-Automobilhersteller über kurz oder lang auch das Segment der Vollzeitstromer bedienen wird. Dies ist jetzt in Form des XC40 Recharge Pure Electric geschehen, der seit Oktober des abgelaufenen Jahres im belgischen Gent vom Band läuft. Das erste von mehreren vollelektrischen Fahrzeugen aus dem Hause Volvo, die für die nächsten Jahre angekündigt wurden, leistet einen wichtigen Beitrag zu den selbst auferlegten Klimazielen des Unternehmens. Bis 2025 sollen die CO2-Emissionen pro Auto um 40 Prozent gesenkt werden, dann soll die Hälfte des Fahrzeug-Absatzes auf reine E-Autos entfallen, der Rest auf Hybridfahrzeuge.

Die Nachfrage nach dem XC40 Recharge Pure Electric ist hoch: Laut Volvo ist das Produktionsvolumen aus dem Herbst 2020 bereits zur Gänze verkauft worden und die Auftragsbücher sind auch für die nächsten Monate prall gefüllt. Somit scheint der eingeschlagene Weg nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich gesehen der richtige gewesen zu sein.

Gewohnte Umgebung Käufer vergangener Tage werden sich auch in der vollelektrischen Variante eines Volvos sofort wie zu Hause fühlen. Hochwertige Materialien, gepaart mit einer präzisen Verarbeitung prägen das Bild des Wagens, sowohl außen, als auch im Cockpit. Die elektrische Reichweite beträgt mehr als 400 Kilometer nach WLTP-Standard, und das bei einer dualen Antriebsleistung von 408 PS. Laut Herstellerangaben benötigt der Spurt von 0 auf 100 km/h gerade einmal 4,9 Sekunden - ein Topwert für einen SUV. Die Geschwindigkeit ist bei

VON 0 AUF 80 Laut Hersteller soll die mächtige Batterie des Vollzeitstromers an Schnellladesäulen in nur 40 Minuten auf 80 Prozent Ladekapazität aufgeladen werden können.

electricar 01/2021


Vorstellung: Volvo XC40 Recharge Pure Electric

180 km/h abgeriegelt - dabei handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme von Volvo, wodurch die Insassen-Mortalität mittelfristig sogar in Richtung Null gesenkt werden soll. Das Fahrzeug wiegt rund 2,2 Tonnen, der verbaute Akku kann an einer Schnellladestation mit einer Ladegeschwindigkeit von bis zu 150 kWh innerhalb von 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden. Außerdem lässt sich der Wagen alternativ an einer separat erhältlichen Wallbox zu Hause mit bis zu 11 kW laden - auf Wunsch auch komfortabel über Nacht.

Nordische Coolness mit kraftvollem Powerakku - Potenzial für eine Erfolgsstory. Das üppige Akku-Paket drückt den WagenSchwerpunkt nach unten, wodurch ein stabileres Fahrverhalten bei zügiger Kurvenlage erreicht werden soll. Dank eines eigenen Elektromotors an der Vorder- und Hinterachse ist der XC40 Recharge Pure Electric ein Allradwagen. Für ein E-Auto unüblich ist die Möglichkeit, das Fahrzeug mit einer Anhängerzugvorrichtung auszustatten. Damit lassen sich immerhin Lasten bis 1.500 Kilogramm ziehen, wenngleich der Akkuverbrauch dadurch doch deutlich ansteigen dürfte.

Infotainment der nächsten Generation Der XC40 Recharge Pure Electric ist nicht nur das erste reine Elektroauto der Schweden, sondern auch das erste mit einem Infotainment-System,

VERTRAUTE OPTIK Die markante Linienführung und zeitlose Optik des Wagens macht dem Hintermann deutlich, dass der Vorausfahrende in einem Volvo sitzt.

welches auf dem Android-Betriebssystem von Google basiert. Damit soll eine Bedienbarkeit und Personalisierung möglich werden, die bislang in Fahrzeugen noch unerreicht ist. In der Software sind die Funktionen von Google Assistant, dem Play Store und Google Maps eingebunden, inklusive Echtzeit-Updates während der Fahrt. „Künftig bieten wir im Auto das gleiche Erlebnis, das die Kunden von ihren Smartphones gewohnt sind, für eine sichere Nutzung während der Fahrt angepasst“, so Henrik Green, Chief Technology Officer bei Volvo. „Und durch die Einführung von Over-the-Air-Updates [...] verfügt das Fahrzeug immer über die neuesten und besten Funktio-

nen und bleibt so aktuell wie andere digitale Produkte.“ Auf der Herstellerwebseite kann der XC40 Recharge Pure Electric bereits geordert und nach den eigenen Vorstellungen vollständig konfiguriert werden. Da es im Moment aufgrund der hohen Nachfrage zu Lieferengpässen kommt, dürften allerdings einige Monate vergehen, bis Sie den Wagen in die hauseigene Garage stellen können. Preislich startet der erste Vollzeitstromer aus dem Hause Volvo in Österreich bei 55.100 Euro, wobei Sie allerdings von den umfangreichen Förderungen für Elektrofahrzeuge profitieren können, die im Moment ausgerufen werden.

TECHNISCHE DATEN

electricar 01/2021

HERSTELLER

Volvo

MODELL

XC40 Recharge

ANTRIEBSART

Elektro

LEISTUNG

300 kW / 408 PS

MASSE / GEWICHT

4.425 x 1.863 x 1.647 mm / 2.188 kg

ANTRIEBSACHSE

Allrad

TÜRANZAHL

5

KOFFERRAUM­ VOLUMEN

414 l

REICHWEITE

bis zu 418 km (WLTP)

0-100 KM/H

4,9 Sekunden

SPITZE

180 km/h

PREIS

ab 55.100 Euro (Plus-Variante) ab 59.150 Euro (Pro-Variante)

55


56

E-Bonus für Unternehmer

E-Bonus für Unternehmer Noch nie wurde die Anschaffung eines fahrbaren Untersatzes so stark gefördert wie aktuell – vorausgesetzt man entscheidet sich für ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb. Allerdings sind die Kosten eines E-Autos von Haus aus höher als jene ihrer Verbrenner-Kollegen. Und dann kommt ja noch der Nachteil der langen Ladezeiten und der kürzeren Reichweiten. Doch gerade für Unternehmer ist der Kostenvorteil im Moment so groß, dass solche Nachteile wettgemacht werden. Text: Harald Gutzelnig

I

n Deutschland kommt man bei den Förderungen auf rund 50 Prozent des Listenpreises, in Österreich sind es immerhin noch 38%. Diese Werte schafft man allerdings nur mit einen Dacia Spring Electric, der ab September zu einem Listenpreis von rund 17.500 Euro erhältlich sein wird. Der Preis für Unternehmen beläuft sich nach Abzug der staatlichen Förderungen in Deutschland auf 8.706 bzw. auf 10.822 Euro in Österreich. Für Unternehmen ist dieser Stromer dennoch ob seiner geringen Reichweite von 225 km (laut

WLTP) nur bedingt geeignet. Ganz anders sieht dies aus, wenn man sich zum Beispiel für einen Skoda Eniaq IV 80 entscheidet. Die Reichweite ist mit 536 km ausreichend und der Listenpreis in Deutschland mit rund 44.000 Euro ebenso akzeptabel wie die Förderung in Höhe von rund 13.000 Euro bzw. 30 Prozent. Für ca. 31.000 Euro bekommt ein Unternehmer also ein nagelneues E-Auto mit überzeugenden Werten. Auch in Österreich ist der Preis letztlich mit 31.700 Euro durchaus eine Überlegung wert. Aber wie berechnen sich die Förderungen bzw. Zuschüsse, die es für die Anschaffung von betrieblich genutzten E-Autos gibt? Hier müssen

wir grundlegend zwischen der Anschaffung in Deutschland und Österreich unterscheiden.

Deutschland In Deutschland wird der Kauf eines neuen EAutos besser gefördert als in Österreich, speziell für die private Nutzung. Da gibt es zunächst einmal den Umweltbonus bzw. dessen Verdoppelung des Bundesanteils wegen der CoronaKrise (Innovationsprämie). Für die Anschaffung eines echten Stromers bekommen Sie somit 9.000 Euro, sofern der Listenpreis unterhalb von 40.000 Euro liegt, bis 65.000 Euro Listenpreis gibt es 7.500 Euro. Plug-in-Hybride erhalten

electricar 01/2021


E-Bonus für Unternehmer

eine Förderung von bis zu 6.750 Euro. Da der Förderdschungel generell sehr unübersichtlich ist, haben wir nachfolgend auf die Betrachtung von Hybrid-Fahrzeugen verzichtet. Der Zuschuss in Höhe von 9.000 bzw. 7.500 Euro für Vollstromer wird aufgeteilt in einen Bundesanteil für den Käufer und einen Herstelleranteil. Neuerdings ist der Bundesanteil 6.000 Euro bzw. bei teureren Autos 5.000. Der Herstelleranteil beträgt 3.000 bzw. 2.500 Euro. Relevant für die Anschaffung ist letzterer genau genommen nicht, da er quasi bei allen Herstellern im Listenpreis bereits enthalten ist. Übrigens werden auch gebrauchte Stromer bezuschusst, vorausgesetzt sie wurden nach dem 4.11.2019 erstzugelassen. Des Weiteren darf der Gebrauchte nicht länger als ein Jahr erstzugelassen gewesen sein und höchstens 15.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Auch beim Leasing gibt es Förderungen: Verträge mit einer Laufzeit von mehr als 23 Monate erhalten sie in voller Höhe. Bei kürzeren Vertragslaufzeiten wird die Förderung entsprechend gekürzt. Der größte Vorteil für Unternehmer ist der Entfall der Mehrwertsteuer, die inzwischen wieder 19 Prozent beträgt. Zur Berechnung der Förderung berechnen wir zunächst also den Listennettopreis, indem wir den Bruttopreis durch 1,19 dividieren. Wenn das Ergebnis unter 40.000 Euro liegt ziehen wir noch 6.000 Euro Umweltbonus ab, wenn es zwischen 40.000 und 65.000 liegt, dann eben 5.000 Euro. Diese Berechnungen müssen Sie übrigens nicht selbst anstellen. Wir haben in unserer Elektroautodatenbank (www. elektroautodatenbank.com) alle elektrischen Neuankömmlinge des Jahres 2021 inklusive Förderungen aufgelistet.

Zudem ist der Bonus an einen Kaufpreis von weniger als 60.000 Euro gebunden und die 3.000 Euro Herstellerbonus sind im Listenpreis bereits enthalten. Auch beim sogenannten Vorsteuerabzug gibt es einen Wermutstropfen: Nur die ersten 40.000 Euro sind anrechenbar. Wenn ein E-Auto also 60.000 Euro kostet, kann lediglich die Vorsteuer für 40.000 Euro angesetzt werden, das sind aber immerhin 6.667 Euro. Ein Beispiel soll die Förderungen in Österreich verdeutlichen. Der empfohlene Kaufpreis für den Skoda Eniaq IV 80 liegt bei 45.540 Euro. Bei 20% Mehrwertsteuer beläuft sich der Nettokaufpreis auf 37.950 Euro. Wir ziehen vom Bruttopreis für die Vorsteuer 6.667 Euro ab, bleiben 38.873, und dann kommt noch der Umweltbonus in Höhe von 2.000 Euro weg. Von den verbleibenden 36.873 Euro kann man schließlich noch die 14% Investitionsprämie (= 5.162 Euro) in Abzug bringen. Der Kauf des E-Skodas schlägt nach Abzug aller Förderungen also mit 31.711 Euro zu Buche, eine Ersparnis von knapp über 30% gegenüber dem Listenpreis. Erst ein Stromer über 80.000 Euro wird steuerlich mit einem Verbrenner gleichgesetzt: Hier entfällt der Vorsteuerabzug zur Gänze. Achtung: Bei einer Leasingfinanzierung kann die Investitionsprämie nicht beansprucht werden, nur bei einem Kauf. Allerdings kann man mit der Bank einen Mietkauf vereinbaren oder einen Finanzierungskredit aufnehmen. In beiden Fällen behält sich die Bank ähnlich wie beim Leasing einen Eigentumsvorbehalt vor.

Österreich Auch in Österreich wird für die Anschaffung von E-Autos in einem Betrieb ein hoher Anreiz gesetzt. Besser gesagt wurde er gesetzt. Denn die 14-prozentige Investitionsprämie ist zwar noch längere Zeit gültig, der Antrag musste jedoch bis Ende Februar 2021 beim Austria Wirtschaftsservice gestellt worden sein. Die ersten Schritte in Form eines Kaufvertrags oder eines verbindlichen Auftrags müssen dann bis Ende Mai gesetzt werden, für die Anschaffung selbst haben Sie bis zum 28. Februar 2023 Zeit. Wer also den Antrag gestellt hat, der kommt in den Genuss eines Zuschusses in Höhe von 14 Prozent, vorausgesetzt, der Kaufpreis übersteigt nicht den Betrag von 60.000 Euro. Das ist im Vergleich mit Deutschland ein großer Bonus, dafür ist der sogenannte Umweltbonus mit 5.000 Euro (davon 2.000 Euro für den Käufer) deutlich niedriger.

electricar 01/2021

DATENBANK In unserer Elektroautodatenbank (siehe nächste Seite und auf www.elektroautodatenbank.com) finden Sie alle Modelle inkl. Förderbeträge

Kaum bzw. kein geldwerter Vorteil Ein Sachbezug, wie es das Überlassen eines Firmenfahrzeugs an einen Mitarbeiter darstellt, ist immer ein geldwerter Vorteil, der als Einnahme und dadurch als steuer- und sozialversicherungspflichtiges Einkommen gilt. In Deutschland wird als geldwerter Vorteil bei der privaten Nutzung eines Firmenfahrzeugs üblicherweise ein Prozent des Listenpreises angesetzt. Bei Vollstromern sinkt dieser Prozentsatz auf 0,25 Prozent. In Österreich fällt der Sachbezug für die Privatnutzung von rein elektrischen Firmenfahrzeugen von 1,5 bis 2 Prozent (je nach CO2-Ausstoss) überhaupt auf null, ebenso wie der Privatanteil – ein nicht unwesentlicher Vorteil. Das bringt eine Ersparnis von einigen Tausend Euro pro Jahr. Weitere finanzielle Vorteile ergeben sich aus den niedrigeren Betriebskosten von E-Autos, sowie dem Entfall der Kfz-Steuer. Alles in allem Vorteile, die den zumeist etwas teureren Listenpreis eine Stromers egalisieren und die Anschaffung für Unternehmen, egal ob als Flottenfahrzeug oder Dienstwagen sinnvoll machen.

57


Elektroauto-Datenbank

“

DIE GROSSE ELEKTROAUTO TABELLE

“

58

Interessante Zahlen und klare Fakten zu den aktuellen E-Autos, sowie Preise nach Förderungen für Unternehmen finden Sie auf den folgenden sieben Seiten.

D

acia vor Renault und VW. In unserer nach Preis pro Kilometer Reichweite sortierten ElektroautoRangliste (kein Anspruch auf Vollständigkeit) finden Sie alle wichtigen Facts rund um die aktuell erhältlichen E-Auto-Modelle. Für Unternehmen wurden hierbei die Preise nach Förderungsabzug angeführt. Die Preisbeispiele sind sowohl für Deutschland als auch für Österreich ersichtlich. Auch online können Sie einen Blick auf die Datenbank unter www.elektroautodatenbank.com werfen. Der Vorteil hierbei ist das eigenständige Filtern nach Marke, Preis, Reichweite, Leistung, Preis/Reichweite uvm. Viel Spaß beim Stöbern!

JETZT NEU Alle Modelle und Förderungen auf einen Blick!

ELEKTROAUTO-DATENBANK Jetzt selbst alle verfügbaren Elektroautos in Deutschland und Österreich vergleichen! www.elektroautodatenbank.com


Elektroauto-Datenbank

Marke Dacia Modell Spring Electric

Renault Zoe R110 Z.E. 50

VW ID.3 Pro S

VW ID.3 Pro

Seat Mii Electric

Erscheinung

9 / 21

11 / 19

11 / 20

11 / 20

2 / 20

Antriebsart

FWD

FWD

RWD

RWD

FWD

Preis in Deutschland Listenpreis (€ inkl USt)

17 500 €

31 990 €

41 995 €

34 995 €

24 650 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

8 706 €

20 882 €

29 290 €

23 408 €

14 714 €

Förderung %

50,25%

34,72%

30,25%

33,11%

40,31%

Vorteil Mitarbeiter (€ pro Monat)

43,75 €

79,98 €

104,99 €

87,49 €

61,63 €

Preis pro Kilometer Reichweite

39 €

53 €

53 €

55 €

57 €

Preis pro PS

193 €

192 €

144 €

161 €

177 €

Listenpreis (€ inkl USt)

17 500 €

30 890 €

40 360 €

35 420 €

21 990 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

10 822 €

20 418 €

27 256 €

23 664 €

14 040 €

38,16%

33,90%

32,47%

33,19%

36,16%

48 €

52 €

50 €

56 €

54 €

240 €

187 €

134 €

163 €

169 €

Preis in Österreich

Förderung % Preis pro Kilometer Reichweite Preis pro PS

Reichweite Kapazität

27 kWh

52 kWh

82 kWh

62 kWh

37 kWh

Verbrauch / Wh/km

158

175

135

134

144

Reichweite / WLTP

225 km

395 km

549 km

426 km

259 km

Reichweite / Winter

145 km

260 km

355 km

275 km

165 km

0-100 km/h

15,0 s

11,4 s

7,9 s

9,6 s

12,3 s

Top Speed

125 km/h

135 km/h

160 km/h

160 km/h

130 km/h

45 PS

109 PS

204 PS

145 PS

83 PS

Leistung

Leistung

Aufladen Max. Ladeleistung

30 kW

45 kW

125 kW

100 kW

40 kW

10% - 80%

59 min

56 min

36 min

33 min

48 min

Sommer / Stadt

250 km

430 km

600 km

470 km

280 km

Sommer / Autobahn

170 km

300 km

410 km

320 km

190 km

Winter / Stadt

170 km

300 km

410 km

320 km

190 km

Winter / Autobahn

120 km

220 km

300 km

230 km

140 km

950 kg

1577 kg

1934 kg

1805 kg

1235 kg

300 l

338 l

k.A.

k.A.

251 l

Reale Reichweite

Größe Leergewicht Kofferraum-Volumen

Sicherheit (Euro NCAP) Erwachsene

k.A.

89%

87%

87%

81%

Kinder

k.A.

80%

89%

89%

83%

Fußgänger

k.A.

66%

71%

71%

45%

Sicherheitsassistenten

k.A.

85%

88%

88%

55%

Gesamt

k.A.

80%

84%

84%

66%

electricar 01/2021

59


60

Elektroauto-Datenbank

Marke Modell

Skoda Enyaq iV 80

Peugeot e-208

Opel Corsa-e

VW ID.3 Pure

Kia e-Niro 64 kWh

Erscheinung

3 / 21

2 / 20

3 / 20

02 / 21

12 / 20

Antriebsart

RWD

FWD

FWD

RWD

FWD

Listenpreis (€ inkl USt)

43 950 €

30 450 €

29 900 €

31 495 €

39 090 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

30 933 €

19 588 €

19 126 €

20 466 €

26 849 €

29,62%

35,67%

36,03%

35,02%

31,32%

109,88 €

76,13 €

74,75 €

78,74 €

97,73 €

Preis in Deutschland

Förderung % Vorteil Mitarbeiter (€ pro Monat) Preis pro Kilometer Reichweite

58 €

58 €

58 €

58 €

59 €

Preis pro PS

152 €

144 €

141 €

136 €

132 €

45 540 €

31 900 €

27 399 €

nicht erhältlich

42 390 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

31 711 €

21 142 €

17 916 €

nicht erhältlich

29 002 €

Förderung %

30,37%

33,73%

34,61%

nicht erhältlich

31,58%

Preis pro Kilometer Reichweite

59 €

62 €

54 €

nicht erhältlich

64 €

Preis pro PS

155 €

155 €

132 €

nicht erhältlich

142 €

82 kWh

50 kWh

50 kWh

45 kWh

67 kWh

190

164

170

131

159

Preis in Österreich Listenpreis (€ inkl USt)

Reichweite Kapazität Verbrauch / Wh/km Reichweite / WLTP

536 km

339 km

330 km

352 km

455 km

Reichweite / Winter

345 km

220 km

215 km

225 km

295 km

0-100 km/h

8,5 s

8,1 s

8,1 s

8,9 s

7,8 s

Top Speed

160 km/h

150 km/h

150 km/h

160 km/h

167 km/h

204 PS

136 PS

136 PS

150 PS

204 PS

Max. Ladeleistung

125 kW

99 kW

99 kW

50 kW

77 kW

10% - 80%

36 min

31 min

31 min

44 min

44 min

Sommer / Stadt

590 km

370 km

360 km

390 km

500 km

Sommer / Autobahn

400 km

250 km

250 km

260 km

340 km

Winter / Stadt

400 km

250 km

250 km

260 km

340 km

Winter / Autobahn

290 km

190 km

180 km

190 km

250 km

2117 kg

1530 kg

1530 kg

1725 kg

1812 kg

k.A.

265 l

309 l

k.A.

451 l

Erwachsene

k.A.

k.A.

k.A.

87%

83%

Kinder

k.A.

k.A.

k.A.

89%

80%

Leistung

Leistung

Aufladen

Reale Reichweite

Größe Leergewicht Kofferraum-Volumen

Sicherheit (Euro NCAP)

Fußgänger

k.A.

k.A.

k.A.

71%

57%

Sicherheitsassistenten

k.A.

k.A.

k.A.

88%

59%

Gesamt

k.A.

k.A.

k.A.

84%

70%

electricar 01/2021


Elektroauto-Datenbank

VW ID.4 Pro

Tesla Model 3 Long Range

Renault Zoe R110 Z.E. 40

Fiat 500 Limousine 42kWh

Citroen e-C4

Ford Mustang MachE Extended Range

1 / 21

11 / 20

11 / 19

11 / 20

12 / 20

04 / 21

RWD

AWD

FWD

FWD

FWD

RWD

44 450 €

49 990 €

29 990 €

31 560 €

34 640 €

54 475 €

31 353 €

36 008 €

19 202 €

20 521 €

23 109 €

40 777 €

29,46%

27,97%

35,97%

34,98%

33,29%

25,14%

111,13 €

124,98 €

74,98 €

78,90 €

86,60 €

136,19 €

60 €

62 €

64 €

64 €

66 €

67 €

154 €

82 €

176 €

174 €

170 €

139 €

43 970 €

53 990 €

33 090 €

27 560 €

35 950 €

55 600 €

30 361 €

38 978 €

21 995 €

18 031 €

24 044 €

40 362 €

30,95%

27,81%

33,53%

34,57%

33,12%

27,41%

58 €

67 €

73 €

56 €

69 €

66 €

149 €

88 €

202 €

153 €

177 €

137 €

82 kWh

79 kWh

41 kWh

42 kWh

50 kWh

99 kWh

171

148

175

170

180

200

522 km

580 km

300 km

320 km

350 km

610 km

340 km

380 km

200 km

210 km

100 km

400 km

8,5 s

4,4 s

11,4 s

9,0 s

9,7 s

6,2 s

160 km/h

233 km/h

135 km/h

150 km/h

150 km/h

180 km/h

204 PS

441 PS

109 PS

118 PS

136 PS

294 PS

125 kW

190 kW

46 kW

85 kW

99 kW

150 kW

36 min

34 min

45 min

27 min

31 min

43 min

570 km

640 km

330 km

350 km

390 km

670 km

390 km

440 km

230 km

240 km

140 km

460 km

390 km

440 km

230 km

240 km

140 km

460 km

290 km

320 km

170 km

180 km

100 km

340 km

2124 kg

1919 kg

1502 kg

1465 kg

1650 kg

2111 kg

k.A.

542 l

338 l

k.A.

380 l

322 l

k.A.

96%

89%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

86%

80%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

74%

66%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

94%

85%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

88%

80%

k.A.

k.A.

k.A.

electricar 01/2021

61


62

Elektroauto-Datenbank

Marke Modell

Nissan Leaf e+

Skoda Enyaq iV 60

Opel Mokka-e

Nissan Leaf

Tesla Model 3 Performance

Erscheinung

6 / 19

3 / 21

2 / 21

2 / 18

11 / 20

Antriebsart

FWD

RWD

FWD

FWD

AWD

Listenpreis (€ inkl USt)

38 350 €

38 850 €

34 110 €

29 900 €

54 990 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

26 227 €

26 647 €

22 664 €

19 126 €

40 210 €

Preis in Deutschland

Förderung % Vorteil Mitarbeiter (€ pro Monat)

31,61%

31,41%

33,56%

36,03%

26,88%

95,88 €

97,13 €

85,28 €

74,75 €

137,48 €

Preis pro Kilometer Reichweite

68 €

68 €

70 €

71 €

71 €

Preis pro PS

120 €

149 €

167 €

128 €

78 €

Listenpreis (€ inkl USt)

38 350 €

39 230 €

32 039 €

29 990 €

59 990 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

25 764 €

26 395 €

21 241 €

19 773 €

44 138 €

Preis in Österreich

Förderung %

32,82%

32,72%

33,70%

34,07%

26,42%

Preis pro Kilometer Reichweite

67 €

68 €

66 €

73 €

78 €

Preis pro PS

118 €

147 €

156 €

132 €

86 €

62 kWh

62 kWh

50 kWh

40 kWh

82 kWh

180

187

176

206

167

Reichweite / WLTP

385 km

390 km

322 km

270 km

567 km

Reichweite / Winter

250 km

250 km

210 km

175 km

370 km

Reichweite Kapazität Verbrauch / Wh/km

Leistung 0-100 km/h

7,3 s

8,7 s

8,5 s

7,9 s

3,3 s

Top Speed

157 km/h

160 km/h

150 km/h

144 km/h

261 km/h

218 PS

179 PS

136 PS

150 PS

513 PS

Max. Ladeleistung

100 kW

100 kW

99 kW

46 kW

250 kW

10% - 80%

35 min

33 min

31 min

40 min

21 min

Sommer / Stadt

420 km

430 km

350 km

300 km

620 km

Sommer / Autobahn

290 km

290 km

240 km

200 km

430 km

Winter / Stadt

290 km

290 km

240 km

200 km

430 km

Winter / Autobahn

210 km

210 km

180 km

150 km

310 km

1756 kg

1998 kg

1550 kg

1580 kg

1919 kg

420 l

k.A.

k.A.

435 l

542 l

Erwachsene

93%

k.A.

k.A.

93%

96%

Kinder

86%

k.A.

k.A.

86%

86%

Leistung

Aufladen

Reale Reichweite

Größe Leergewicht Kofferraum-Volumen

Sicherheit (Euro NCAP)

Fußgänger

71%

k.A.

k.A.

71%

74%

Sicherheitsassistenten

71%

k.A.

k.A.

71%

94%

Gesamt

80%

k.A.

k.A.

80%

88%

electricar 01/2021


Elektroauto-Datenbank

Peugeot e-2008

Hyundai Kona Elektro 64 kWh

Ford Mustang MachE Standard Range

VW ID.4 Pure

Hyundai IONIQ Elektro

Renault Twingo Electric

6 / 20

11 / 19

04 / 21

1 / 21

10 / 19

04 / 21

FWD

FWD

RWD

RWD

FWD

RWD

35 450 €

41 850 €

46 900 €

38 450 €

35 350 €

24 790 €

23 790 €

29 168 €

33 412 €

26 311 €

23 706 €

14 832 €

32,89%

30,30%

28,76%

31,57%

32,94%

40,17%

88,63 €

104,63 €

117,25 €

96,13 €

88,38 €

61,98 €

72 €

73 €

76 €

76 €

76 €

78 €

175 €

143 €

124 €

155 €

174 €

181 €

36 400 €

46 790 €

48 900 €

38 450 €

33 890 €

20 490 €

24 367 €

32 786 €

34 600 €

25 836 €

22 568 €

12 965 €

33,06%

29,93%

29,24%

32,81%

33,41%

36,73%

74 €

82 €

79 €

75 €

73 €

68 €

179 €

161 €

129 €

152 €

166 €

158 €

50 kWh

67 kWh

76 kWh

55 kWh

40 kWh

23 kWh

180

147

197

167

138

163

331 km

400 km

440 km

346 km

311 km

190 km

215 km

260 km

285 km

225 km

200 km

100 km

8,5 s

7,9 s

6,1 s

9,0 s

9,7 s

12,6 s

150 km/h

167 km/h

180 km/h

160 km/h

165 km/h

135 km/h

136 PS

204 PS

269 PS

170 PS

136 PS

82 PS

99 kW

77 kW

115 kW

50 kW

44 kW

22 kW

31 min

44 min

38 min

51 min

47 min

55 min

360 km

440 km

480 km

380 km

340 km

210 km

250 km

300 km

330 km

260 km

230 km

140 km

250 km

300 km

330 km

260 km

230 km

140 km

180 km

220 km

240 km

190 km

170 km

100 km

1548 kg

1760 kg

1993 kg

1966 kg

1602 kg

k.A.

434 l

361 l

322 l

k.A.

357 l

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

91%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

80%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

70%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

82%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

81%

k.A.

electricar 01/2021

63


64

Elektroauto-Datenbank

Marke Modell

Kia e-Niro 39 kWh

Mercedes EQA 250

BMW i3

Polestar 2

Tesla Model Y Maximale Reichweite

Erscheinung

12 / 20

4 / 21

10 / 18

08 / 20

6 / 21

Antriebsart

FWD

FWD

RWD

AWD

AWD

Listenpreis (€ inkl USt)

35 920 €

48 713 €

39 000 €

54 925 €

58 620 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

24 185 €

35 935 €

26 773 €

41 155 €

44 261 €

Preis in Deutschland

Förderung %

32,67%

26,23%

31,35%

25,07%

24,50%

Vorteil Mitarbeiter (€ pro Monat)

89,80 €

121,78 €

97,50 €

137,31 €

146,55 €

Preis pro Kilometer Reichweite

84 €

84 €

87 €

87 €

88 €

Preis pro PS

178 €

189 €

157 €

101 €

126 €

Listenpreis (€ inkl USt)

37 990 €

48 590 €

40 550 €

54 925 €

63 000 €

Preis für Unternehmen nach Förd.

25 506 €

34 334 €

27 419 €

39 782 €

46 726 €

32,86%

29,34%

32,38%

27,57%

25,83%

Preis in Österreich

Förderung % Preis pro Kilometer Reichweite

88 €

81 €

89 €

84 €

93 €

Preis pro PS

188 €

181 €

161 €

98 €

133 €

42 kWh

80 kWh

42 kWh

78 kWh

75 kWh

Verbrauch / Wh/km

153

177

153

190

171

Reichweite / WLTP

289 km

426 km

308 km

471 km

505 km

Reichweite / Winter

190 km

275 km

200 km

305 km

330 km

0-100 km/h

9,8 s

8,9 s

7,3 s

4,7 s

5,1 s

Top Speed

155 km/h

160 km/h

150 km/h

205 km/h

217 km/h

136 PS

190 PS

170 PS

408 PS

351 PS

Max. Ladeleistung

50 kW

100 kW

49 kW

151 kW

250 kW

10% - 80%

50 min

37 min

36 min

32 min

22 min

Sommer / Stadt

320 km

470 km

340 km

520 km

560 km

Sommer / Autobahn

220 km

320 km

230 km

350 km

380 km

Winter / Stadt

220 km

320 km

230 km

350 km

380 km

Winter / Autobahn

160 km

230 km

170 km

260 km

280 km

1667 kg

2040 kg

1345 kg

2198 kg

2000 kg

451 l

340 l

260 l

440 l

k.A.

Erwachsene

83%

k.A.

86%

k.A.

k.A.

Reichweite Kapazität

Leistung

Leistung

Aufladen

Reale Reichweite

Größe Leergewicht Kofferraum-Volumen

Sicherheit (Euro NCAP) Kinder

80%

k.A.

81%

k.A.

k.A.

Fußgänger

57%

k.A.

57%

k.A.

k.A.

Sicherheitsassistenten

59%

k.A.

55%

k.A.

k.A.

Gesamt

70%

k.A.

70%

k.A.

k.A.

electricar 01/2021


Elektroauto-Datenbank

Ford Mustang MachE Dual-Motor Extended Range

Mini Electric Cooper SE

Hyundai Kona Elektro 39 kWh

Smart EQ fortwo

Hyundai IONIQ 5

Ford Mustang MachE Dual-Motor Standard Range

04 / 21

3 / 21

11 / 19

1 / 20

06 / 21

04 / 21

AWD

FWD

FWD

RWD

AWD

AWD

62 900 €

32 500 €

34 850 €

21 940 €

59 990 €

54 000 €

47 857 €

21 311 €

23 286 €

12 437 €

45 412 €

40 378 €

23,92%

34,43%

33,18%

43,31%

24,30%

25,23%

314,50 €

81,25 €

87,13 €

54,85 €

149,98 €

135,00 €

89 €

91 €

91 €

94 €

99 €

101 €

136 €

116 €

171 €

152 €

148 €

150 €

64 200 €

32 500 €

39 990 €

25 770 €

k.A.

55 000 €

47 758 €

21 572 €

26 940 €

16 749 €

k.A.

39 846 €

25,61%

33,63%

32,63%

35,01%

k.A.

27,55%

88 €

92 €

106 €

126 €

k.A.

100 €

136 €

117 €

198 €

204 €

k.A.

148 €

99 kWh

33 kWh

42 kWh

18 kWh

73 kWh

76 kWh

187

152

143

161

158

206

540 km

234 km

255 km

133 km

460 km

400 km

355 km

155 km

165 km

85 km

300 km

260 km

5,1 s

7,3 s

9,9 s

11,6 s

5,2 s

5,6 s

180 km/h

150 km/h

155 km/h

130 km/h

180 km/h

180 km/h

351 PS

184 PS

136 PS

82 PS

306 PS

269 PS

150 kW

49 kW

50 kW

22 kW

232 kW

115 kW

43 min

29 min

50 min

40 min

18 min

38 min

590 km

260 km

280 km

150 km

510 km

440 km

410 km

180 km

190 km

100 km

350 km

300 km

410 km

180 km

190 km

100 km

350 km

300 km

300 km

130 km

140 km

70 km

250 km

220 km

2218 kg

1440 kg

1535 kg

1095 kg

2000 kg

2086 kg

322 l

211 l

361 l

260 l

531 l

322 l

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

electricar 01/2021

65


66

Vorstellung: E-Bikes

ZWEIRADFIEBER

AKTUELLE E-BIKES FÜR 2021

electricar 01/2021


Vorstellung: E-Bikes

67

Text: Peter Grett, Werner Köstle / Touremo

E

lektrofahrräder haben sich längst von Nischenprodukten zu boomenden Bestsellern entwickelt. So stellen E-Bikes inzwischen das am stärksten wachsende Marktsegment im gesamten Mobilitätbereich dar. Für jeden Einsatzzweck und alle potenziellen Zielgruppen gibt es inzwischen die passenden Modelle, vom klassischen Tiefeinsteiger über stylische Citybikes, ausdauernde Trekkingmodelle, Hightech-Maschinen für sportliche Bergtouren bis zu Lastenrädern mit großem Transportvermögen.

Vielfalt an Modellen und Antrieben Wie die Vielfalt der Produkte und das gewandelte Image vom Vehikel für Rentner und Unsportliche hin zum praktischen, ja sogar zum LifestyleProdukt, so hat sich auch das Spektrum der Hersteller dynamisch entwickelt. Neben klassischen Fahrradmarken erobern nun auch immer mehr auf E-Bikes spezialisierte Newcomer-Anbieter den Markt. Selbst Insidern fällt es heute angesichts der Vielfalt an Modellen zunehmend schwer, einen Überblick zu behalten. Was die Antriebssysteme betrifft, so überwiegen heute E-Bikes mit Mittelmotor, wobei vereinzelt immer noch Frontnabenantriebe speziell bei preisgünstigen Citybikes zur Anwendung kommen. Und bei den schnellen „S-Pedelecs“, deren Unterstützungsleistung bis 45 km/h geht, arbeiten in den meisten Fällen kräftige Motoren in der Hinterradnabe. Unter den Antriebslieferanten finden sich neben dem Platzhirschen Bosch immer mehr renommierte, klangvolle Namen aus der Fahrradbranche, aber auch aus anderen Industriefeldern wie etwa Shimano, Yamaha, Panasonic, Brose, AEG oder Sachs.

Wichtigste Kaufempfehlung: Ausprobieren Die am häufigsten gestellte Frage potenzieller Kunden angesichts des immer undurchsichtigeren Dschungels an Angeboten lautet: „Welches E-Bike ist aber nun das richtige für mich?“ Keine Sorge, es ist für jede und jeden das passende Rad dabei, doch sollten beim Kauf ein paar wichtige Dinge beachtet werden. Dazu gehört zuallererst: Hände weg von billiger Containerware aus Fernost, die ausschließlich über das Internet vertrieben wird. Nicht nur, dass solche Produkte oftmals qualitative Mängel aufweisen oder den geltenden Vorschriften nicht entsprechen, auch die Ersatzteilversorgung kann zu einem Abenteuer geraten. E-Bikes sollten möglichst beim Fachhändler gekauft werden, allein schon wegen dessen höherer Beratungskompetenz und der meist größeren Auswahl an Produkten. Wichtig:

electricar 01/2021

wenn Sie sich darüber klargeworden sind, wo und wie oft Sie in der Regel mit dem E-Rad unterwegs sind und welche Anforderungen etwa an Komfort oder Fahrdynamik es entsprechend erfüllen sollte und Ihnen der Händler schließlich verschiedene Modelle aus seinem Portfolio empfiehlt, dann belassen Sie es möglichst nicht bei einer bloßen Sitzprobe, sondern dringen Sie darauf, mit jedem E-Bike der engeren Wahl, zumindest eine kleine Runde drehen zu wollen. Ob das jeweilige Modell bequem ist, es gut zur Anatomie oder zu den individuellen Anforderungen passt, lässt sich nur bei einer Probefahrt herausfinden.

Was kostet ein vernünftiges ­Qualitäts-E-Bike? Auf die am zweithäufigsten gestellte Frage wollen wir ebenfalls noch eingehen, nämlich die, wieviel Geld man für ein vernünftiges E-Bike mindestens ausgeben muss bzw. sollte. Dies lässt sich nicht pauschal beantworten, da vereinzelt Modelle sogar von Markenherstellern angeboten werden, die – zumindest nach vom Händler reduzierten Preisen - unter 2.000 Euro zu haben sind. Insgesamt gesehen, erweisen sich E-BikeKäufer als wenig preissensibel, was allein schon darin zum Ausdruck kommt, dass der Durchschnittspreis von E-Bikes inzwischen bei über 2.500 Euro liegt. Die Gründe dafür sind u.a. das wachsende Qualitäts- und Image-Bewusstsein der Verbraucher, technische Innovationen, hochwertige Materialien und Komponenten sowie die Zunahme der Bedeutung von Fahrrad und E-Bike für die Alltagsmobilität. So ersetzen gerade in den Städten die flotten und kraftsparenden Elektroräder zunehmend manche Autofahrten z.B. auf dem Arbeitsweg. Auch Cargo-E-Bikes mit einem Transportvolumen vergleichbar dem eines Pkw-Kofferraums werden zunehmend für Besorgungs- und Lieferfahrten eingesetzt. In der Regel werden mit E-Bikes größere Strecken zurückgelegt als mit Fahrrädern ohne „eingebautem Rückenwind“, und das mit höherem Tempo. Damit bieten sie ein hohes Substitutionspotenzial von Autofahrten und können damit – trotz ihrer Akkus – einen essenziellen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Auf den folgenden Seiten stellen wir nach Anwendungsbereichen bzw. Produktkategorien geordnet einige neue Modelle der kommenden Saison vor.


68

Vorstellung: E-Bikes

FÜR DEN BERG

MOUNTAIN-BIKES

Auch die relative junge Sparte mit den höchsten Zuwachsraten differenziert sich immer weiter aus. Es gibt Hard-Tails mit starrem Rahmen und Fullies mit Vorder- und Hinterrad-Federung. Das klassische E-MTB ist das universelle All-Mountain-Bike, daneben existieren Enduros mit riesigen Federwegen, Downhill-Bikes mit extra starken Federgabeln, Modelle für Bikeparks, Rennen und Sprünge sowie „Fatties“ mit extrabreiten Reifen, für die auch extremstes Gelände kein „No-Go“ ist.

SCOTT RANSOM ERIDE 920 MOTOR BOSCH Performance CX Gen4

5.499 €

AKKU 625Wh Powertube Bat. RAHMEN Aluminium RAHMENGRÖSSEN S, M, L, XL FEDERGABEL Rock Shox Zeb 180mm SCHALTUNG Sram NX Eagle BREMSEN Shimano BR-MT520 LAUFRADGRÖSSEN 29“ – kompatibel mit 27,5“ REIFEN Maxxis F/R Assegai / Dissector UVP 5.499 € www.scott-sports.com


Vorstellung: E-Bikes

HOHEACHT SENTO TERENO 4.299 €

MOTOR Shimano EP8 AKKU Shimano Steps, wahlweise 500 Wh / 630 Wh RAHMENMATERIAL Alu – Diamant Hardtail UND FORM RAHMENGRÖSSEN 42, 44, 46 cm FEDERGABEL RockShox Recon Silver RL, 120 mm SCHALTUNG Shimano Deore XT 11fach mit DI2-Schaltautomatik BREMSEN Shimano Scheibenbremse M7120 (v), M7100 (h), 180 mm LAUFRADGRÖSSEN 29 v, 27,5 h REIFEN Schwalbe Nobby Nic UVP 4.299 € (inkl. 500 Wh Akku), 4.399 € (630 Wh Akku) BESONDERHEITEN Der integrierte BikeTrax GPS-Tracker von PowUnity schützt das Bike effektiv vor Diebstahl und unerlaubter Nutzung. Rahmen in vier Farben erhältlich www.hoheacht-bikes.de

TREK POWERFLY FS4 EQUIPPED 3.599 €

MOTOR Bosch Performance CX AKKU Bosch Power Tube 625 RAHMEN Aluminium RAHMENGRÖSSEN XS, S, M, L, XL FEDERGABEL SR Suntour XCR 34 SCHALTUNG Shimano Deore M5120, langer Käfig mit Shimano Deore M4100 Kassette, 11-46, 10 speed BREMSEN Hydraulische Scheibenbremse Tektro HD-M275 LAUFRADGRÖSSEN 27,5, 29“ REIFEN Bontrager LT4 Expert, Reflektionsstreifen, Drahtwulst, 60 tpi, 29x2.40“ UVP 3.599 € BESONDERHEITEN Das Fully ist ab Werk mit einem 625 Wh Akku ausgerüstet, um eine große Reichweite zu generieren. Im Vergleich zu den Powerfly FS Modellen verfügt dieses Modell über Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung. www.trekbikes.com

69


70

Vorstellung: E-Bikes

FÜR DIE STADT

CITY-BIKES

Citybikes machen das Leben in der Stadt leichter. Mit ihrer aufrechten Sitzposition, meist tiefem Durchstieg, einer gekapselten Nabenschaltung und moderaten Motor-Drehmomenten sind sie für alle Alltagsaufgaben gut gerüstet. Die straßentaugliche Ausstattung mit Ständer, Schutzblechen, Lichtanlage und Trägern für bis zu 20 Kg Gepäck tragen ihren Teil dazu bei. Eine eher an eine junge Klientel gerichtete Variante bilden Urban-Bikes: schnelle, leichte und gut „getarnte“ Bikes für das städtische Commuting auf meist kürzeren Strecken.

QWIC PREMIUM I MN7+BELT MOTOR Mittelmotor Bafang AKKU 18650 NCM LI-ion

3.299 €

RAHMENGRÖSSEN M, L FEDERGABEL Luftfedergabel + Lockout Funktion SCHALTUNG Shimano Nexus 7 BREMSEN Shimano MT200 LAUFRADGRÖSSEN QWIC 622 X 19C, Alloy 13G X 36 L REIFEN Schwalbe Energizer Plus UVP 3.299 € Inkl. 400 Wh Akku BESONDERHEITEN Gates CDX Riemenantriebssystem, wahlweise Akku bis zu 540 Wh erhältlich. www.qwic.de


Vorstellung: E-Bikes

STORCK URBAN CTS WAVE MOTOR Shimano E6100 250 W, 60 Nm

3.999 €

AKKU Shimano BT8035 504 Wh, 36 V RAHMEN Storck Urban CTS Carbon, integrierter Akku RAHMENGRÖSSEN S & M (Wave) FEDERGABEL Storck Urban CTS (Federgabel optional) SCHALTUNG Shimano M6000 10x BREMSEN Magura MT4 Disc 180mm/180mm LAUFRADGRÖSSEN 28“ oder 27,5“ REIFEN Schwalbe Marathon Allmotion oder Schwalbe Rocket Ron UVP ab 3.999 € BESONDERHEITEN Der superleichte Carbonrahmen ermöglicht ein vielseitig einsetzbares Bike ab 18,0 kg für City und Gelände. www.storck-bikes.com

SERIAL 1RUSH/CTY MOTOR Brose S Mag, bürstenloser Innenrotor, Mittelantrieb

4.699 € 4.299 €

AKKU 706Wh, integriert, abnehmbar RAHMEN Hydrogeformter Aluminium Rahmen, geschweißte Konstruktion, innenverlegte Züge RAHMENGRÖSSEN S, M, L, XL SCHALTUNG Enviolo AUTOMATiQAutomatikgetriebe BREMSEN hydraulische Tektro Vierkolben Scheibenbremsenvorne und hinten LAUFRADGRÖSSEN 27,5 Zoll REIFEN Schwalbe Super Moto-X 27,5 x 2,4 Zoll UVP 4.699 € BESONDERHEITEN Pendler-Bike der neuen Tochtermarke von Harley-Davidson, Gates Carbon Zahnriemenantrieb, Elektrische Anschiebehilfe, Kleines Staufach integriert www.serial1.com

electricar 01/2020

71


72

Vorstellung: E-Bikes

FÜR TRANSPORT & CO.

SPECIAL-BIKES

Zu den Spezialisten zählen Cargobikes, die entweder vorne oder hinten verlängert sind zur Unterbringung von Lasten und/oder Kindern, sowie Schwerlasträder auf drei oder sogar vier Rädern. Zudem S-Pedelecs, also Kleinkrafträder mit Versicherung und Kennzeichen, die sich immer mehr als Langstrecken-Commuter etablieren, aber auch e-unterstützte Rennräder und CyclocrossRäder, genannt „Gravel-E-Bikes“, gehören zu den „Spezialitäten“.

STROMER ST2 MOTOR Stromer CYRO Drive IG, 750 W, 40 Nm

5.890 €

AKKU BQ618, 8 V, 618 Wh, bis 120 km, Akku-Upgrade optional bis 180 km RAHMEN Aluminium RAHMENGRÖSSEN Sport M < 178 cm I L > 175 cm; Comfort M < 178 cm FEDERGABEL optional erhältlich SCHALTUNG 5-Speed by Sturmey Archer BREMSEN Stromer HD922 by Tektro LAUFRADGRÖSSEN Stromer 27.5 x 30 by Alexrims REIFEN Stromer E-Gridlock by Vee Tire / 57-584 UVP ab 5.890 € BESONDERHEITEN S-Pedelec mit Riemenantrieb. Reichweite optional bis 180 Kilometer, individualisierbare Sitzposition. Konnektivität via cloudbasierter Plattform OMNI connect. Smartlock, Over-theAir-Updates, Fahrstatistiken und vieles mehr. Unterstützung bis 45 km/h www.stromerbike.com


Vorstellung: E-Bikes

BIO-HYBRID DUO ANTRIEB Bio-Hybrid Pedelec MOTOR 2 Radnabenmotoren

9.990 €

AKKU 1,2 kWh, zweiter Akku optional FAHRWERK gefederte Vorder- und Hinterachse SCHALTUNG 42, 44, 46 cm FEDERGABEL RockShox Recon Silver RL, 120 mm SCHALTUNG automatisch BREMSEN vier hydraulische Scheibenbremsen CONNECTIVITY Wi-Fi / 4G / GPS / Bluetooth DASHBOARD 5-Zoll-Multi-TouchDisplay BELEUCHTUNG integriertes LEDLichtsystem mit Blinkern REIFEN 24 Zoll UVP 9.990 € BESONDERHEITEN Überdachtes vierrädriges Pedelec für zwei Personen. Auch in verschiedenen Cargo-Varianten erhältlich. www.biohybrid.com

RIESE & MÜLLER PACKSTER 70 AUTOMATIC MOTOR Cargo Line Cruise (Gen4)

7.299 €

AKKU Bosch PowerTube 500 Vertical, Bosch PowerTube 625 Vertical, 36 V, 16,7 Ah/625 Wh (2x ) RAHMEN Aluminium RAHMENGRÖSSEN universal FEDERGABEL Suntour Mobie A32, 20“, 70mm SCHALTUNG Enviolo Automatiq BREMSEN Tektro Auriga Comp HD500, disc brake; Tektro TRP C 2.3 disc brake* LAUFRADGRÖSSEN vorne 20‘‘, hinten 26‘‘ REIFEN Schwalbe Big Ben Plus 55-406 Reflex; Schwalbe Super Moto-X 62-559 Reflex; Schwalbe Smart Sam 57-559*; Schwalbe Smart Sam 60-406* UVP 7.299 € BESONDERHEITEN Cargobike mit drei Schaltvarianten und 240 l Ladevolumen. Mitnahme von bis zu 3 Kindern. www.r-m.de

73


74

Vorstellung: E-Bikes

FÜR DAS GELÄNDE

TREKKING-BIKES

Beim meistverkauften Segment zählen v.a. folgende Werte: Reichweite, geringes Gewicht, gute Rolleigenschaften bei leichter Geländetauglichkeit. Dementsprechend verbaut sind hier vorwiegend Kettenschaltungen und etwas stärkere Motoren sowie flache Lenker; die Sitzposition ist gestreckter, windschnittiger und effizienter. Für kürzere Strecken und höhere Anteile an Waldwegen ist die Variante Crossbike geeignet, für Mehrtagestouren und Radreisen gibt es sehr stabile Bikes mit zusätzlichen Gepäckaufnahmen.

CUBE NATURE HYBRID EXC ALLROAD 2.749 €

MOTOR Bosch Drive Unit Performance GEN3 (65Nm) AKKU PowerTube 500 RAHMEN HPA, High Performance Aluminium RAHMENGRÖSSEN Men: S, M, L, XL; Trapeze: XS, S, M FEDERGABEL SR Suntour XCR32 LO-R Air, 100mm, Lockout SCHALTUNG Shimano Deore, 11-46T, 1x10 BREMSEN Shimano BR-MT200 LAUFRADGRÖSSEN 28 Zoll REIFEN Schwalbe Land Cruiser, Active, 55-622 UVP 2.749 € BESONDERHEITEN Durch gefederte Sattelstütze, breite Reifen und eine Federgabel mit 100 mm Federweg auch für ruppige Wege geeignet www.cube.eu/cube-bikes/


Vorstellung: E-Bikes

HAIBIKE TREKKING 6 LOWSTEP 2.999 €

MOTOR Yamaha PW-SE System, 70 Nm AKKU Yamaha In Tube 500 Wh RAHMEN Aluminium RAHMENGRÖSSEN S, M, L FEDERGABEL SR Suntour NEX E25, Travel: 63 mm SCHALTUNG Shimano, Deore M5120 BREMSEN Tektro, T275, 2-Kolben Scheibenbremse, 180 mm/160 mm LAUFRADGRÖSSEN 27,5“ REIFEN Continental, Contact Cruiser, 62-584, 27.5“ x 2.4“ UVP 2.999 € BESONDERHEITEN Klassischer City-Cruiser mit tiefem Einstieg und aufrechter Sitzposition, der auch für Ausfahrten über Land geeignet ist. www.haibike.com

MY BOO MY JACOBU MOTOR Shimano Steps EP8

5.199 €

AKKU Shimano 504 Wh RAHMEN Bambus RAHMENGRÖSSEN 48, 52, 55, 58, 61 cm FEDERGABEL RockShox Paragon Gold Air, luftgefedert, 1 1/8 Zoll Ahead SCHALTUNG Shimano Deore XT1x10 Gang / Rohloff 14-GangNabenschaltung BREMSEN Shimano MT400 hydraulische Scheibenbremsen REIFEN Schwalbe Smart Sam Classic Skin 57-584 UVP ab 5.199,00 € BESONDERHEITEN Spezieller Rahmen aus Bambus. Durch den Akku mit hoher Kapazität sind Reichweiten über 200 Kilometer möglich. My Boo unterstützt über den Verkauf der Bikes Sozialprojekte bei seinen Rahmenlieferanten in Ghana. www.my-boo.de

75


76

Vorstellung: E-Bikes

ZUM MITNEHMEN

KOMPAKT-BIKES

Solche Bikes sind die Spezialisten für “verbundene Verkehre” oder Menschen, die sich auf großen Bikes unsicher fühlen. Ihre Fahreigenschaften stehen denen größerer Pedelecs in nichts mehr nach. Ihr Platzbedarf ist gering, beim Unterstellen ebenso wie etwa im Zug oder Kofferraum. Kompakt-E-Bikes sind meist mit einer Kettenschaltung ausgestattet und eignen sich auch für größere Unternehmungen, Falt-Modelle sind in der Regel etwas weniger sportlich und komfortabler ausgelegt und wechseln die Gänge per Nabenschaltung.

BERGAMONT PAUL-E EQ EXPERT MOTOR Shimano Steps, DU-E5000, 250 W, 36 V, max. 25 km/h

3.699 €

AKKU Shimano 504 Wh RAHMEN 20“, lite AL-6061 Rohrsatz, semi-integrierter Akku RAHMENGRÖSSEN One Size FEDERGABEL BGM Starrgabel, Aluminium SCHALTUNG Shimano Nexus 5 + Gates Riemen BREMSEN Shimano BR-MT200, hydraulische Scheibenbremse LAUFRADGRÖSSEN 20“ REIFEN Schwalbe Big Apple Race Guard UVP 3.699 € BESONDERHEITEN Unisex-Faltrad mit wartungsarmer Nabenschaltung und Riemenantrieb www.bergamont.com/de


Vorstellung: E-Bikes

77

VICTORIA EFOLDING 7.1 MOTOR BOSCH Mittelmotor Gen.3 „Active Line PLUS“. 36 V. 250 W AKKU BOSCH Lithium-Ionen mit BMS, 36 V 11,11 Ah 400 Wh

3.099 €

RAHMEN VICTORIA Folding, Bosch Alu RAHMENGRÖSSEN Unisex / cm FEDERGABEL Alu Unicrown SCHALTUNG 8-Gang SHIMANO „Nexus“ LL BREMSEN SHIMANO „BR-MT200“ LAUFRADGRÖSSEN 20 Zoll / inch REIFEN Schwalbe „Big Ben Plus“, 55-406 UVP 3.099 € BESONDERHEITEN Die kompakte Mobilitätslösung für alle mit ausgereiften Faltmöglichkeiten. Mit harmonischem Antrieb und solider Ausstattung. www.victoria-fahrrad.de

CORRATEC LIFES MOTOR Bosch Active Line Plus 50Nm AKKU Bosch PowerPack 500Wh

2.899 €

RAHMEN Corratec LifeS RAHMENGRÖSSEN uni FEDERGABEL inkl. In Frame SCHALTUNG Shimano Nexus 8S BREMSEN Shimano MT200 180mm/160mm REIFEN Innova 20“ x 3,0 UVP 2.899 € BESONDERHEITEN Hohe Stabilität durch spezielle Geometrie und breite 3.0“ Reifen. Viele Farbvarianten erhältlich. Neu in der Saison 21: semiintegrierter Akku. www.corratec.com


78

Laden im Eigenheim

LADEN IM EIGENHEIM

Die besten Heim-Ladestationen im Test

electricar 01/2021


Laden im Eigenheim

Text: EFAHRER.com

Eine eigene Ladestation zu Hause bietet Elektroauto-Besitzern eine Menge Vorteile. Vor allem erspart es das aufwändige und teurere öffentliche Laden. Vor dem bequemen Laden des E-Autos in der eigenen Garage steht jedoch der Kauf und der Einbau der Wallbox. Mittlerweile sind viele Wallboxen auf dem Markt - und finanziell förderbar. Doch es lauern auch versteckte Kosten.

electricar 01/2021

79


80

Laden im Eigenheim

E

FAHRER.com hat die wichtigsten Wallbox-Fakten für Sie zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, die richtige Wallbox zu finden und Kostenfallen zu vermeiden. Die EFAHRER-Experten haben alle vorgestellten Wallboxen auf ihre wichtigsten Eigenschaften hin geprüft. Dazu zählen: Montage-Kosten, Zubehör, Sicherheit und Funktionsumfang. Unser Test zeigt die wichtigsten Wallbox-Kategorien: 11 kW: Die getesteten Wallboxen liefern bis zu 11 kW. Damit können Sie Ihr E-Auto bis zu fünf Mal schneller als an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose aufladen. Ein Großteil der heute verbreiteten E-Autos und Hybride lädt an Wechselstrom mit um die 11 kW.

WALLBOX Mit einer Wallbox können Sie Ihr Elektroauto ganz bequem zu Hause aufladen.

Unter 11 kW: Viele Plug-In-Hybride und E-Autos mit kleinerer Batterie laden mit weniger als 11 kW. Traditionell waren Ladestationen mit weniger Leistung in der Anschaffung günstiger und die Installation musste nicht dem Netzbetreiber gemeldet werden. 22 kW: Einige Elektroautos können mit 22 kW laden. Das ist zehnmal so schnell wie an der Haushaltssteckdose. Wählt man die 22-kWVariante, ist für die Installation die Zustimmung

des Netzbetreibers erforderlich. Sind ohnehin bauliche größere Veränderungen am Hausnetz fällig, kann die zukunftsfähige 22-kW-Box auch die richtige Lösung sein.

Fakten zu unserem Vergleich: So wurde getestet EFAHRER.com führt den Vergleich der Wallboxen unabhängig und neutral durch. Die Bewertung beruht auf mehreren Informationssäulen. Ein aufwändiges Drei-Säulen-Verfahren ermittelt Fakten zu den aktuellen Wallboxen. Experten analysieren und vergleichen die technischen Daten der aktuellen Markenprodukte. Recherche und Vergleich der Ergebnisse von Warentest-Organisationen (wie etwa ADAC oder Stiftung Warentest) in Deutschland und Europa. EFAHRER erfasst das VerbraucherFeedback und analysiert dafür sowohl die direkte Produktbewertung als auch umfangreichere schriftliche Rückmeldungen, die Eindrücke aus realen Einsatz-Szenarien schildern. Die Erkenntnisse aus allen drei Informationssäulen bilden die Grundlage für die Produktbewertung in unserem Vergleich. Für den Vergleich der Wallboxen hat das CHIP-Testlabor, im Gegensatz zu anderen Testberichten auf EFAHRER.com, keine Messungen durchgeführt. Auch basieren die Einschätzungen nicht auf Tests unserer Redakteure, sondern wurden auf Basis des beschriebenen Drei-Säulen-Vorgehens durch Produktvergleichs-Experten ermittelt.

electricar 01/2021


Laden im Eigenheim

DIE VIER BESTEN WALLBOXEN MIT 11KW LADELEISTUNG PLATZ 1

PLATZ 2

ab 655,41€

ab 399,99€

PLATZ 4

PLATZ 3

ab 749,00€

ab 604,99€

Heidelberg Home Eco

Webasto Pure

ABL eMH1

Innogy eMobility Ladestation

Die Heidelberg Home Eco setzt in Sachen Preis-Leistung Maßstäbe. Die Home Eco ist sicher, einfach zu bedienen und lädt zuverlässig mit bis zu 11 kW. Die Home Eco ist hochwertig verarbeitet und besticht auch mit einem günstigen Preis. Leider ist das Status der Wallbox schlecht erkennbar. Die Home Eco ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar und soll auch widrigen Witterungsbedingungen wie Regen und Schnee standhalten. Sie verfügt über eine integrierte Strom-Sparfunktion im Standby-Modus und verursacht keine unerwarteten Folgekosten, da sie wartungsfrei ist und ohne spätere Software-Updates auskommt! AC- und DC-Fehlerstromschutz ist integriert. Trotz integriertem elektronischen AC-Fehlerstromschutz ist gemäß der Norm IEC 61851-1 ein vorgelagerter FI-A (RCD) erforderlich. Der Hinweis auf die Anmeldepflicht der Box beim Netzbetreiber fehlt.

Webasto wurde als Automobilzulieferer groß. Jetzt steuert der bayerische Traditionsbetrieb mit Ladestationen für Elektroautos direkt die Endkunden an. Die 11-kWWallbox Pure entwickelte Webasto mit besonderem Augenmerk auf ein faires Preis-Leistungsverhältnis. Das gelingt. Die Webasto-Wallbox ist hochwertig verarbeitet und gehört zu den günstigeren Wallboxen. Ihr cleveres Design macht die Box selbst zur Kabelaufhängung: Das festinstallierte Typ-2-Ladekabel zweimal um die Ladestation gewickelt und schon herrscht Ordnung. Die Webasto-Box erlaubt auch eine Zugangskontrolle: Mit einem beiliegenden Schlüssel können Sie die Webasto Pure Ladestation einfach absperren und bestimmen damit wer an Ihrer Ladestation lädt. Webasto setzt mit der Ladestation Webasto Pure auf Bodenständigkeit. Das Design und die Verarbeitung sind dabei anspruchsvoll und die Bedienung kinderleicht.

Der ADAC-Testsieger aus dem Jahr 2018 ABL eMH1 rangiert preislich im Mittelfeld, aber überzeugte die ADAC-Tester durch seine Sicherheit, Zuverlässigkeit, einfache Bedienung und das fest angebrachte Ladekabel. Einziger Kritikpunkt: Der Stecker ist nicht optimal in der Aufnahme fixiert. Dafür zieht die eMH1-Wallbox keine teuren Zusatzkosten durch FI-Hausinstallation nach sich. Die eMH1-Box liefert 11 kW Spitzenleistung. Ein Renault Zoe mit der Basis-Batterie lädt an so einem Lader etwa in 87 Minuten 70 Prozent seines Akkus auf. Ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass die meisten Elektroauto-Fahrer ihre Elektroautos daheim ohnehin über Nacht laden.

Für die viertplatzierte eBox von Innogy vergibt der ADAC zum ersten Mal keinen Einser mehr. Das dürfte wohl vor allem am fehlenden integrierten Fehlerstromschutz liegen, der die Installationskosten stark in die Höhe treibt. Wie der Testsieger lädt auch die Innogy-Box mit maximal 11kW. Ein integriertes Ladekabel fehlt ihr aber genauso wie ein Energiezähler oder App-Steuerung. Dank der einfachen Bedienung und Zuverlässigkeit, reicht es für die eBox in den Augen der ADAC-Tester jedoch noch zu einem guten Zweier.

Vorteile: - Einfach, sicher, zuverlässig - Günstig - Integrierter DC- und AC-Fehlerstromschutz Nachteile: - Status schlecht ablesbar - Meldepflicht-Hinweis fehlt - FI A (RCD) erforderlich

electricar 01/2021

Vorteile: - Einfach, sicher, fair gepreist - Cleveres Design - Zugangskontrolle Nachteile: - Sporadische Ladeabbrüche - Kein AC-Fehlerstromschutz - Öffnen der Wallbox unmöglich

Vorteile: - Sicherheit - Zuverlässigkeit - Einfache Bedienung - Fest angebrachtes Ladekabel - Keine Zusatzkosten Nachteile: - Ladekabel in Aufnahme schlecht fixiert - Hoher Preis

Vorteile: - Zuverlässigkeit - Einfache Bedienung Nachteile: - Zusatzkosten für Installation - Kein integriertes Ladekabel, Vernetzung und Energiezähler

81


82

Laden im Eigenheim

DIE BESTEN WALLBOXEN UNTER 11KW LADELEISTUNG PLATZ 1

So funktioniert eine Wallbox

PLATZ 2

ab 499,00€

ab 689,00€

Keba KeContact P30

WALLBE ECO 2.0

Die Keba KeContact P30 belegte im ADAC-Test den zweiten Platz. Allerdings lädt diese Box mit maximal 4,6 kW und liegt ebenso im mittleren Preissegment, wie der mehr als doppelt so leistungsstarke ADAC-Testsieger von ABL. Der Keba-Box fehlt ein FI-A-Schalter, der nachgerüstet werden muss, was den Preis noch weiter in die Höhe treibt. Der ADAC lobte die Box aber für Zuverlässigkeit, Sicherheit und einfache Bedienung.

Platz Fünf des ADAC-Tests geht an die Wallbe Eco 2.0, eine Wallbox mit einer kleineren Ladeleistung von maximal 3,7 kW. Die Wallbe kostet nur 499 Euro, kommt dafür aber ohne Kabel, Vernetzung, Energiezähler und der geringen Leistung von 3,7kW. Außerdem fehlt ihr ein FI-TYP-A und der kostet ohne Einbau schon um die 40 Euro.

Vorteile: - Sicherheit - Zuverlässigkeit - Einfache Bedienung Nachteile: - Nachrüstung FI-A-Schalter - Preis für Ladeleistung

Vorteile: - Anschaffungspreis

Hinter einer Wallbox, die gelegentlich auch als Wall Connector, Home Charging Station oder Wall Charging Station bezeichnet wird, verbirgt sich im Grunde genommen nichts anderes als eine Steckdose. Allerdings eine spezielle Steckdose, die für das rasche, komfortable und insbesondere sichere Aufladen der Elektroautos konzipiert wurde. Der Faktor Sicherheit wird bei den Ladestationen ganz großgeschrieben. Für jede Wallbox ist ein Leitungsschutzschalter und ein Fehlerstrom-Schutzschalter, dessen offizielle Bezeichnung seit 2008 Residual Current operated Circuit-Breaker kurz RCCB lautet, zwingend vorgeschrieben. Je nach Wallbox ist der FI-Schalter, wie der RCCB umgangssprachlich nach wie vor bezeichnet wird, bereits integriert. Ist kein FI-Schalter im Wall Connector integriert, muss er zusätzlich gekauft werden. Im Fachhandel erhalten Sie Wallboxen mit einer Ladeleistung zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. In Deutschland ist für die meisten Elektroautos eine Home Charging Station mit 11 Kilowatt, die einphasig genauso wie zwei- und dreiphasig laden kann, optimal. Die Akkus werden relativ schnell aufgeladen und der erforderliche Drehstromanschluss für die Installation der Ladestation, ist in fast jedem Haushalt bereits vorhanden.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten Nachteile: - Geringe Ladeleistung - Nachrüstung FI-A-Schalter - Kein Kabel, Vernetzung und Energiezähler

Beim Kauf der Wallbox spielen einige Faktoren eine Rolle, die durchaus individuell verschieden sind. Einige Fragen sind jedoch elementar, wie zum Beispiel: Ist der Stecker der Wallbox kompatibel mit Ihrem Elektroauto? Häufig sind die Ladekabel fest an der Wallbox integriert und im Grunde genommen ist das sehr praktisch. Sie müssen nicht ständig Ihr Ladekabel aus dem Kofferraum holen und laufen nicht Gefahr, das Kabel in der Garage zu vergessen. In Europa hat sich die Norm IEC 62196 durchgesetzt und dementspre-

GARAGENPARKPLATZ Sollten Sie einen Garagenstellplatz in einer Mietgarage besitzen, müssen Sie einige weitere Richtlinien zur Genehmigung beachten.

electricar 01/2021


Laden im Eigenheim

chend sind die Ladestationen mit einem Stecker vom Typ 2, der auch als Mennekes-Stecker bezeichnet wird, ausgestattet. Allerdings haben vereinzelt, insbesondere ältere E-Autos oder einige asiatische beziehungsweise US-Fahrzeuge, einen Stecker vom Typ 1. Während Stecker vom Typ 1 lediglich Ladeleistungen von maximal 7,4 kW ermöglichen, sind die Stecker vom Typ-2 für das sogenannte Schnellladen, mit einer Ladeleistung von bis zu 43 Kilowatt, geeignet. Vorsichtshalber vergewissern Sie sich daher vor dem Kauf einer Wallbox, mit welchem Steckertyp Ihr Akku aufgeladen wird. Alternativ haben Sie die Option eine Ladestation ohne fest installiertes Kabel einzubauen, sodass jeweils ein Adapter-Kabel je nach benötigtem Stecker-Typ eingesetzt werden kann. Achten Sie neben dem Steckertyp auch auf die Kabellänge. Kommt beispielsweise in einer Doppelgarage ein zweites Elektroauto dazu, sorgt ein zu kurzes Kabel rasch für Verdruss, wobei das Kabel auch nicht übertrieben lang sein sollte, da dieses sonst sehr schwer und unhandlich wird. Bei der Ladeleistung der Home Charging Station spielen zwei Faktoren eine Rolle: Die Ladeleistung Ihres Elektroautos sollte zur Ladeleistung der Wallbox passen. Lädt Ihr Auto also etwa nur mit 4,6 kW, nützt Ihnen die hohe Ladeleistung einer 22- oder 11- Kilowatt-Wallbox nichts: Der Akku lädt trotzdem nur mit 4,6 kW. Zudem stellt sich die Frage, inwieweit die Home Charging Station zu den bei Ihnen verlegten elektrischen Leitungen passt, beziehungsweise ob zusätzliche kostenintensive technische Arbeiten notwendig wären. Diese Frage betrifft vor allem die 22-Kilowatt-Wallboxen. Entscheiden Sie sich für eine 11-KilowattWallbox haben Sie diesbezüglich in der Regel keine Probleme. Mit der dreiphasigen Ladestation bleiben Sie flexibel und laden ältere Stromer mit geringer Ladeleistung genauso auf wie Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Schnellladung. Besitzt der Wall Connector einen FI-Schalter? Achten Sie beim Preisvergleich darauf, ob die Home Charging Station einen integrierten Fehlerstromschutzschalter beinhaltet oder nicht. Der FI-Schalter ist für die Installation der Wallbox zwingend vorgeschrieben. Müssen Sie den Fehlerstromschutzschalter separat erwerben, kostet Sie das um die 300 Euro zusätzlich. Dazu kommen Installationskosten! Ebenfalls sehr wichtig: Seit Mitte 2019 ist für die Anmeldung der Wallbox eine sogenannte Konformitätserklärung erforderlich. Achten Sie daher vor dem Kauf der Ladestation darauf,

electricar 01/2021

dass diese vorhanden ist. Möchten Sie die Wallbox draußen unter einem Carport anbringen, wählen Sie also ein wasserdichtes Modell aus.

Das sind die Vorteile von Wallboxen Der größte Vorteil der Wallboxen ist die weitestgehende Unabhängigkeit von dem öffentlichen Versorgungsnetz. Insbesondere in ländlichen Gegenden ist das ein sehr wichtiges Kriterium. Dazu kommt der Bequemlichkeits- und Zeitfaktor. Während Sie gemütlich Ihren Feierabend genießen, wird Ihr Elektroauto sicher in der Garage aufgeladen. Nicht zu vergessen die Kosten für die Aufladung der Batterie. Bei einer eigenen Wallbox bestimmen Sie die Konditionen maßgeblich mit, sei es durch die eigene Photovoltaik-Anlage oder einen günstigen Vertrag mit einem Energieversorger. Die Kosten für öffentliches Laden liegen meist wesentlich höher als die für heimischen Strom. Zudem ist eine Home Charging Station recht klein und hängt platzsparend an der Wand.

Das sind die Nachteile von Wallboxen Vor Inbetriebnahme der Wallbox müssen Sie sich, laut Paragraph 19 der Niederspannungsanschlussverordnung, mit Ihrem Netzbetreiber in Verbindung setzten. Beachten Sie, dass der Netzbetreiber nicht unbedingt identisch mit Ihrem Stromversorger ist. Für die Anmeldung der Ladestation benötigen Sie zwingend die bereits erwähnte Konformitätserklärung des Herstellers. Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, sich vor dem Kauf der Wallbox bei Ihrem Netzbetreiber über die jeweiligen Bedingungen zu informieren. Sind Sie Mieter, benötigen Sie zwingend die Einwilligung des Vermieters um eine Wallbox anzubringen. Die deutsche Bundesregierung plant zwar im Rahmen des Klimaschutzprogramms die Vermieter zu einer Duldung zu verpflichten, aber noch ist es nicht soweit. Bleibt die gesamte Finanzierung der Ladestation an Ihnen hängen, stellt sich die Frage, ob Sie lange genug dort wohnen bleiben, sodass sich die Kosten für Sie amortisieren. In einer Eigentumswohnung beziehungsweise einer Gemeinschaftsgarage dürfen Sie ebenfalls nicht nach Gutdünken entscheiden. Der Einbau der Home Charging Station muss bei einer Eigentümerversammlung einheitlich beschlossen werden. Bei nur einer Gegenstimme kippt Ihr Vorhaben bereits – zumindest nach der jetzigen Gesetzeslage.

DIE BESTE WALLBOX MIT 22KW LADELEISTUNG PLATZ 1

ab 2.219,00

€

Mennekes AMTRON Xtra 22 C2 Am Mennekes Amtron Xtra 22 C2 lädt der Renault Zoe mit Basis-Batterie in einer guten Dreiviertelstunde auf 70 Prozent Akku-Kapazität. Die schnellere Box ist im höheren Preissegment angesiedelt und damit deutlich teurer als der Test-Sieger. Die Mennekes-Box kommt dafür außerdem mit Energiezähler, langem siebeneinhalb-Meter-Ladekabel und lässt sich per App steuern. Laut ADAC ist sie genauso sicher, zuverlässig und einfach bedienbar wie der ABL-Testsieger. Einzig die aufwändige Installation und der schlecht ablesbare Energiezähler störte die Tester.

Vorteile: - Sicherheit - Zuverlässigkeit - Einfache Bedienung - Steuerbarkeit - Langes Kabel - Energiezähler Nachteile: - Aufwändige Installation - Schlecht ablesbarer Energiezähler - Sehr teuer

„Dieser Beitrag wurde uns von EFAHRER.com zur Verfügung gestellt – der #1 für Elektromobilität online. Finden Sie weitere Tests und Beratungen zur E-Mobilität unter www.EFAHRER.com.“

83


84

Teures Pflaster

TEURES PFLASTER

Die Initiative BUND nimmt 13 der unwirtschaftlichsten und unökologischsten Straßenprojekte in Deutschland unter die Lupe. electricar 01/2021


Teures Pflaster

1

Text: Christoph Lumetzberger

A

uf den ersten Blick ist das deutsche Autobahnnetz eine einzige Baustelle. Während einer Fahrt von München nach Hamburg hangeln Sie sich von Fahrbahnverengung zu Fahrbahnverengung, Brückenrenovierungen und Bankettarbeiten prägen das Bild entlang der Strecke. Kein Wunder, nimmt die Anzahl an zugelassen PKWs in Deutschland doch von Jahr zu Jahr zu. Und die wollen schließlich möglichst rasch von A nach B kommen. Ganze 120 Milliarden Euro will die Bundesregierung für Erhalt, Aus- und Neubau von Bundesfernstraßen ausgeben. Diese Kosten trägt zu 100 Prozent der Bund. Dass dabei nicht jedes Investment, jeder geplante Neubau oder jedes Straßenbauprojekt gleichermaßen effizient und nachhaltig sein kann, steht außer Frage. Dazu sind die Anforderungen einfach zu individuell. Dennoch ist es wichtig, genauer hinzusehen. Die Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) stellte im Rahmen einer Onlinepräsentation im Februar unter dem etwas hochtrabenden Claim Desaster im Dutzend die unwirtschaftlichsten Autobahnen- und Schnellstraßenprojekte in Deutschland vor. Darin ist die Rede von methodischen Kniffen, die beim 2016 vorgelegten „Bundesverkehrswegeplan 2030“ und dem daraus abgeleiteten Fernstraßenausbaugesetz angewendet wurden, um einen Straßenbaumaximalplan zu verabschieden und diesen gegen alle Widerstände durchzusetzen. Aus diesem Grund hat der BUND sich besagten Fernstraßen-Bedarfsplan vorgeknöpft, die darin enthaltenen Projekte nach einem Kosten-Nutzen-Verhältnis bewertet und kritisch hinterfragt. Dabei orteten die handelnden Personen zahlreiche Versäumnisse, nicht nur den Umweltschutz oder die Notwendigkeit betreffend. Ganze Landstriche, teils mit unberührter Natur und zahlreichem Artenreichtum würden dem Erdboden gleichgemacht. Wir geben Ihnen einen groben Überblick der größten straßenbaulichen Sünden in der Bundesrepublik.

electricar 01/2021

A20 Bad Segeberg - Westerstede

Klimaschädlich, naturzerstörend, unwirtschaftlich und ohne Nutzen. So wird die A20 in der BUND-Veröffentlichung betitelt. Und in der Tat ist sie ein Paradebeispiel für die Betonpolitik Deutschlands. Ein mehr als 200 Kilometer bestehender Abschnitt der Küstenautobahn entlang der Ostsee ist bereits in Betrieb und hat es sogar in die bundesdeutschen Schlagzeilen geschafft. Im Herbst 2017 ist die A20 auf mehr als 100 Metern abgesackt und die Ostseeautobahn sprichwörtlich im Moor versunken. In Planung befindet sich der Abschnitt zwischen Bad Segeberg und Westerstede, der nach geschätzten Kosten rund sieben Milliarden Euro verschlingen würde. Nachdem bereits der bestehende Abschnitt weitaus weniger Kraftfahrzeuge pro Tag zählt als angenommen, steht auch hinter dem nun geplanten Abschnitt ein großes Fragezeichen.

2

B96 Neubrandenburg Oranienburg

Der offizielle Grund für die Aufnahme der B96 in den Bedarfsplan 2016 war die bessere Verbindung zwischen der Region Berlin und Neubrandenburg sowie zwischen der Hauptstadt und Stralsund. Da allerdings bereits zwei Autobahnverbindungen zwischen Berlin und der Ostsee existieren, ist es zu hinterfragen, ob es die acht Ortsumfahrungen zwei-, drei- und vierspurig auf einer Länge von 47 Kilometern tatsächlich benötigt. Zudem sind zwischen den geplanten Ortsumfahrungen weitere 48 Kilometer in Planung, die häufig parallel zur bereits bestehenden, alten Bundesstraße entstehen sollen. In Fürstenberg wird die Notwendigkeit einer Entlastung vom Durchgangsverkehr seitens des BUND nicht bestritten, allerdings kommt es auf vielen weiteren Abschnitten zu massiven ökologischen Eingriffen.

3

A39 Lüneburg - Wolfsburg

Auf einer Strecke von rund 100 Kilometern ist die A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg geplant, parallel zur bereits bestehenden B4. Anstatt diese für lediglich 200 Millionen Euro naturschonend auszubauen, kassiert das Land Niedersachsen 1,5 Milliarden Euro vom Bund für das Autobahnprojekt. Dieses würde einen der größten, unzerschnittenen Räume in Deutschland und wertvolle Wasserschutzgebiete durchschneiden, kritisiert der BUND. Dabei ist der verkehrliche und wirtschaftliche Nutzen nur halb so hoch wie jener der Bundesstraße.

85


86

Teures Pflaster

4

B190n B4 - Seehausen

Die B190n ist Teil des „Hosenträgers“, eines Infrastrukturprojekts der frühen 1990er Jahre. Die Bundesstraße soll das Wendland mit Brandenburg verbinden und dient als Mittelsteg zwischen dem linken „Hosenträger“, der geplanten A39 von Lüneburg bis Wolfsburg (siehe Punkt 3) sowie der im Bau befindlichen A14 zwischen Schwerin und Magdeburg - dem rechten „Hosenträger“. Laut BUND rechtfertige die aktuelle Verkehrsbelastung in dieser Region keinesfalls das geplante Vorhaben, stattdessen reicht die bestehende Straße für die prognostizierten 5.000 Kraftfahrzeuge pro Tag auch im Jahr 2030 noch völlig aus, wenngleich punktuelle Optimierungsmaßnahmen nötig werden. Obwohl der Nutzen gering und die Umweltschäden hoch sind, halten Industrieund Handelskammern am Neubau fest.

5

A100 AD Neukölln Frankfurter Allee

Gerade einmal drei Kilometer lang ist der Bauabschnitt 17 der Berliner Stadtautobahn, dennoch will der Bund satte 473 Millionen Euro für die Errichtung der Verbindung zwischen dem Autobahndreieck Neukölln und der Frankfurter Allee zur Verfügung stellen. Damit würde nicht nur eine weitere breite Betonschneise mitten durch die Berliner Innenstadt geschlagen, sie würde auch den Verkehr und die damit verbundene Lärm- und Luftbelastung massiv erhöhen. Selbst der Berliner Senat lehnt den Weiterbau der A100 vom Treptower Park bis zur Storkower Straße inzwischen ab und würde nur zu gerne die Steuergelder für den öffentlichen Nahverkehr und moderne Mobilitätskonzepte verwenden. Ungeachtet dessen plant der Bund weiterhin die Verlängerung der A100.

6

A3 AK Leverkusen - AK Hilden

Die permanente Staugefahr auf der A3 zwischen Leverkusen und Oberhausen soll durch eine 860 Millionen teure Erweiterung von sechs auf acht Spuren beseitigt werden. Dabei liegt die Stauursache zumeist gar nicht auf der A3, sondern auf den die A3 kreuzenden Autobahnen A46 und A1. Schlimmer noch: Ein Ausbau der A3 würde das Verkehrsaufkommen und die damit verbundene Staugefahr sogar noch erhöhen. Der BUND sieht in einer Temporeduktion sowie der temporären Nutzung des Seitenstreifens geeignetere Maßnahmen zur Lösung des Stauproblems.

7

A553 AK Köln-Godorf AD Köln Lind

Die Errichtung der neuen Rheinspange auf rund zehn Kilometern zwischen der linksrheinischen A555 und der rechtsrheinischen A59 stößt auf großen Widerstand der betroffenen Kölner Stadtteile im Rhein-Sieg-Kreis. Die vierstreifige Autobahnquerspange wurde allein durch den Lobbysturm der regionalen Chemiewirtschaft in den „Vordringlichen Bedarf“ des BVWP 2030 gehoben.

8

A46 Hemer - Neheim

Der BUND betitelt die A46 als die „teuerste Ortsumfahrungs-Autobahn Deutschlands“. Mehr als 600 Millionen Euro dürfte es kosten, die vor mehr als 50 Jahren geplante Autobahn durch das Sauerland zu errichten. Seinerzeit sollte die geplante Strecke das östliche Ruhrgebiet entlasten, heute würde die Durchführung dieser Pläne den natürlichen Lebensraum zahlreicher seltener Tierarten zerstören.

9

A49 Neuental - Gemünden

Vielleicht sagt Ihnen dieses Autobahnprojekt auf den ersten Blick nichts. Wenn wir jedoch das Schlagwort Dannenröder Wald aufrufen, dürfte es Klick machen. Allgegenwärtig sind die Kampfszenen rund um die Rodung unzähliger Hektar Waldfläche, die bundesweit durch die Medien gingen. Der Neubau des Teilstücks der A49 in Hessen symbolisiert in einer grausamen Deutlichkeit die Folgen des Straßenbaus für die Natur und das Klima. Obwohl sich eine breite Bewegung für einen bundesweiten Stopp des Autobahnneubaus formiert hat, wurde der Bau auf Bundesebene mit der Regierungsmehrheit von CDU/CSU und SPD beschlossen und er wird auch fertiggestellt - allen sachlichen Argumenten, den Notwendigkeiten für mehr Klimaschutz und dem Schutz der Natur zum Trotz.

10

B26n Westtangente Würzburg

Nord-westlich von Würzburg soll eine neue, autobahnähnliche Bundesstraße gebaut werden, die die A7 und A3 verbinden soll mit dem Ziel, Würzburg vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Mehrere Gutachten belegen aber, dass dies kaum erreicht werden kann und zudem umliegende Orte wie etwa Karlstadt zusätzlich mit Lärm und einem Mehr an Verkehrsaufkommen rechnen müssen.

11

B10 Hinterweidenthal - Landau

Die bereits bestehende B10 ist bereits ortsdurchgangsfrei durch das deutsch-französische UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen für den regionalen Verkehr ausgebaut. Dennoch halten die Verantwortlichen an dem geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße durch das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas fest, welcher der B10 einen autobahnähnlichen Anstrich verpassen würde. Und das, obwohl nur wenige Kilometer nördlich mit der A6 und südlich mit der A4 bereits zwei leistungsstarke West-Ost-Verbindungen bestehen. Immerhin mehren sich kritische Stimmen, die dem Projekt eine sehr schwache Wirtschaftlichkeit attestieren. Außerdem besteht die berechtigte Sorge, der Ausbau der B10 zur Beinahe-Autobahn dürfte den Transit in der Region maßgeblich erhöhen.

12

A98 Rheinfelden - Tiengen

Für die horrende Summe von mehr als 880 Millionen Euro soll am Hochrhein zwischen Basel und dem Bodensee ein komplett neuer Autobahnabschnitt entstehen. Die geplante Trasse führt durch ein bislang unzerschnittenes und ökologisch höchst wertvolles Gebiet. Hauptaufgabe der A98 soll es sein, die Städte entlang der B34 zu entlasten. Allerdings stammen 80 Prozent des Verkehrs auf der besagten Bundesstraße aus diesen Städten selbst. Und dem Argument, die Autobahn stärke als leistungsfähige Ost-West-Verbindung den Grenzverkehr zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz kann entgegengehalten werden, dass aufgrund eines vom Schweizer Kanton Schaffhausen unmissverständlich abgelehnten Anschlusses an die bestehende A98 das Neubauprojekt zur beinahe eine Milliarde teuren Sackgasse verkommen würde.

13

B15n Landshut - Rosenheim

Der Widerstand in der betroffenen Bevölkerung gegen das gigantische Bauvorhaben gibt es seit nunmehr fast 50 Jahren. Die geplante Trasse durch die hügelige und bislang unbelastete Region östlich von München würde rund 1.000 Hektar fruchtbares Ackerland und Waldbestände zerstören. Neben den geschätzten Kosten von mehr als einer Milliarde Euro würden künftig rund 40.000 Kraftfahrzeuge mit einem Schwerlastanteil von etwa 20 Prozent die zahlreichen Umlandgemeinden massiv belasten.

electricar 01/2021


Teures Pflaster

A20 Bad Segeberg - Westerstede 214 km • 7 Milliarden Euro

1

B96 Neubrandenburg - Oranienburg 95 km, meist 3-streifiger Neubau 408 Millionen Euro

2

B190n B4 (Niedersachsen) Seehausen (Sachsen-Anhalt) 89 km • 294 Millionen Euro

4 3

A39 Lüneburg - Wolfsburg 106 km • 1,1 Milliarden Euro

5

A100 AD Neukölln - Frankfurter Allee 7,3 km • 848 Millionen Euro

A46 Hemer - Neheim 19,8 km • 610 Millionen Euro A3 AK Leverkusen - AK Hilden 52,7 km • 861 Millionen Euro

8 A49 Neuental - Gemünden 42 km • 550 Millionen Euro

6 7

9

A553 AK Köln-Godorf (A555) AD Köln Lind (A59) 10,2 km • 361 Millionen Euro

10

11

QUERBEET B26n Westtangente Würzburg 41,5 km • 172 Millionen Euro

Die von BUND angemahnten Bauprojekte erstrecken sich über die gesamte Bundesrepublik.

B10 Hinterweidenthal - Landau 31,1 km • 672 Millionen Euro

13 B15n Landshut - Rosenheim 132 km • bis zu 1,2 Milliarden Euro

12

A98 Rheinfelden - Tiengen 40,8 km • 882 Millionen Euro

electricar 01/2021

87


88

Boom der E-Mobility-Aktien

DER BOOM DER

E-MOBILITYAKTIEN

electricar 01/2021


Boom der E-Mobility-Aktien

Zwei Komponenten bestimmen den Höhenflug fast aller Aktien, die Elektroautos oder Zubehör dafür herstellen: Erstens boomt der Aktienmarkt der Pandemie trotzend bzw. den wirtschaftlichen Aufschwung im zweiten Halbjahr 2021 vorausnehmend und zweitens boomen im Moment auch Elektroautos.

Jahresperformance 1.3.2020 - 28.2.2021

+ 359%

Tesla

Text: Harald Gutzelnig

E

in paar Zahlen belegen den EAuto-Boom: In Deutschland wurden im Jahr 2020 rund 311.000 Pkw mit reinem Elektroantrieb zugelassen. Das ergibt ein Plus von 207 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 und dies, obwohl die Pkw-Neuzulassungen generell im Vorjahr um rund 19% einbrachen. Die E-Autos haben damit einen Anteil von 6,7% in Bezug auf alle Neuzulassungen. In Österreich zeigt sich in abgeschwächter Form ein ähnliches Bild: 2020 wurden rund 16.000 rein elektrisch angetriebene Pkw neu zugelassen, der Anteil der E-Autos an allen Neuzulassungen stieg auf 6,4 Prozent. Dass gerade jetzt die Zulassungszahlen für Elektroautos abheben, liegt in der Ausschüttung von Fördergeldern für Elektroautos. Bis zum 31.12.2021 wird in Deutschland ein Umweltbonus in Höhe von 9.000 Euro für die Anschaffung rein elektrischer Fahrzeuge ausbezahlt (6.750 Euro für Plug-In Hybride), sofern der Nettolistenpreis 40.000 Euro nicht übersteigt. Bis 65.000 Euro Anschaffungspreis reduziert sich der Bonus auf 7.500 Euro bzw. 5.625 Euro. In Österreich werden E-Autos ebenfalls stark gefördert. Kein Wunder also, wenn die Aktien der E-Auto-Hersteller nach oben schießen.

Welche Aktien sind vielversprechend? Allein in China gibt es unzählige Start-ups, die E-Autos herstellen. Einige recht erfolgreich wie etwa Byd, Li Auto, Xpeng oder Nio, andere mit wenig Erfolg, wie etwa Byton. Aber auch in den USA finden sich nicht wenige Hersteller, die sich auf E-Autos spezialisiert haben. Allen voran Tesla, gefolgt von weniger bekannten Marken wie Nikola Motors oder Workhorse. Und dann mischt neuerdings auch noch Europa mit: allen voran VW, BMW, Renault und Daimler. Allerdings fehlt den Europäern der Start-up-Status, der die Kauflaune der Aktionäre offensichtlich anheizt. Nachfolgend eine Auswahl an interessanten Aktien.

electricar 01/2021

Wie sonst könnte man sich erklären, dass Tesla seit dem Börsengang im Jahr 2010 sagenhafte 20.000 Prozent gestiegen ist. Selbst wer Mitte März 2020 eingestiegen ist, konnte sich ein Jahr später über einen Zuwachs von fast 1.000 Prozent freuen. Zehn Tesla-Aktien kosteten damals 660 Euro, nunmehr sind sie ca. 6.000 Euro wert. Auch wenn Tesla der weltweit führende E-Auto-Hersteller ist (was Absatzzahlen betrifft), die überbordende Euphorie der Aktionäre ist vollkommen überzogen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz KGV = Quotient aus Börsenkurs und Gewinn je Aktie) liegt bei fast 1.000, der Gewinn pro Aktie bei gerade einmal 0,5 Dollar. Damit hat das Unternehmen einen Börsenwert von über 600 Mrd. USD. Dies ist insofern interessant, weil man erstmals im Jahr 2020 einen Gewinn schrieb, die Jahre zuvor nur Verluste. Zum Vergleich: Das KGV von Daimler beträgt rund 20. Was die Marktkapitalisierung betrifft, schaffen alle großen traditionelle Autohersteller gemeinsam nicht den Wert von Tesla. Und wie wird sich die Aktie in den nächsten Jahren entwickeln? Sie ist vollkommen überteuert, insofern ist Vorsicht geboten. Seit Jahresbeginn bewegt sich die Aktie seitwärts. Andererseits hat Tesla beim Know-how einen so großen Vorsprung, dass dies die Fantasie der Aktionäre auch weiterhin beflügeln könnte. Die gängigen Investmentbanken raten von einem Kauf übrigens ab. Nur Goldman Sachs empfiehlt die Aktie zum Kauf mit einem Ziel von 780 US-Dollar.

Tesla, Inc. BÖRSENGANG

WKN: A1CX3T 29.06.2010

4,77 EUR

02.01.2020

86,05 EUR

31.12.2020

705,67 EUR

28.2.2021

599,70 EUR

89


90

Boom der E-Mobility-Aktien

Jahresperformance 1.3.2020 - 28.2.2021

+ 276%

BYD Jahresperformance 1.3.2020 - 28.2.2021

Byd ist der größte Elektroautohersteller Chinas und gleichzeitig der größte Produzent von wiederaufladbaren Akkus weltweit und produziert neben E-Autos und Batterien auch Busse, Elektrofahrräder und LKWs. Bis vor zwei Jahren waren die Chinesen in Europa eher unbekannt, doch 2020 kündigte Byd an, in Europa zu expandieren. Für dieses Jahr plant der chinesische E-Auto-Produzent den Marktstart in Europa, zunächst einmal in Norwegen. Neben einem SUV sollen vor allem Nutzfahrzeuge nach Europa kommen, jene Fahrzeugklasse, mit der BYD in China den gesamten Markt abdeckt. In China werden ca. 20 % der öffentlichen Busse bereits elektrisch betrieben, die meisten davon kommen von Byd. Zum Börsengang im April 2007 war die Aktie rund 1 Euro wert, aber es dauerte bis September 2020 bis sie sich verzehnfachte. Doch seither kennt sie nur eine Richtung: steil nach oben. Im Februar 2021 lag das Allzeithoch bei knapp 30 Euro. Ende Februar stand die Aktie bei 21,4 Euro. Die Jahresperformance beträgt über 250 Prozent. Das KGV nimmt sich in Vergleich zu Tesla mit etwas über 100 bescheiden aus, aber die Chinesen schreiben schon seit Jahren Gewinne und schütten auch Dividenden aus. Allerdings kam es im Jahr 2018 bedingt durch Förderkürzungen in China zu einem deutlichen Umsatzeinbruch. Inzwischen sind diese Probleme ebenso Vergangenheit wie 2020 der durch Corona bedingte Rückgang und der Absatz hat sich wieder stabilisiert, das Minus gegenüber 2019 ist im Vorjahr deutlich kleiner geworden und für 2021 rechnet man wieder mit einem Umsatzwachstum. Von fast allen Investmenthäusern gibt es deshalb Kaufempfehlungen. Auch Warren Buffet hat erstmals vor rund 13 Jahren investiert und hält nach wie vor an der Aktie fest.

Auch Nio ist mit fast 100 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ein Schwergewicht in der E-Mobilität. Nach dem Start im Jahr 2014 stiegen namhafte chinesische Unternehmen wie Tencent, Baidu und Lenovo ein. Das erste E-Modell, der elektrische Sportwagen NIO EP9 wird seit 2016 produziert. Im September 2018 ging Nio in New York an die Börse. Der Ausgabekurs lag damals bei 6,60 US-Dollar. Im Jahr 2019 fiel er bedingt durch die oben erwähnten Förderungskürzungen der chinesischen Regierung auf knapp unter 1,50 Dollar zurück. Doch bereits im dritten Quartal 2019 wurden die Erwartungen der Analysten wieder übertroffen und die Aktie kletterte bis Ende 2019 auf rund 2,50 Dollar. Anfang Januar 2020 gab etwa Credit Suisse ein vollkommen verrücktes Kursziel von 12,60 Dollar aus. Das wurde übrigens ein halbes Jahr später erreicht. Damit war aber mit der Rally noch lange nicht Schluss. Anfang Januar dieses Jahres kletterte die Aktie auf über 60 Dollar. Ende Februar lag sie bei rund 46 Dollar. Damit liegt die Performance im Jahr 2020 bei über 1.100 Prozent. Wenn es nach den Analysten geht, soll es aber demnächst weiter nach oben gehen. Die meisten empfehlen einen Kauf, an das Reduzieren oder gar Abstoßen denkt niemand. Als mittleres Kursziel werden 63,50 Dollar ausgegeben.

BYD Ord Shs A

Nio Inc - ADR

BÖRSENGANG

WKN: A0M4W9

April 2007

1,32 EUR

02.01.2020

5,08 EUR

31.12.2020

26,427 EUR

28.02.2021

21,31 EUR

+ 1014%

Nio

BÖRSENGANG

12.09.2018

WKN: A2N4PB 6,60 EUR

02.01.2020

3,72 EUR

31.12.2020

48,74 EUR

28.2.2021

38,70 EUR

electricar 01/2021


Boom der E-Mobility-Aktien

Performance 27.8.2020 - 28.2.2021 Performance 30.7.2020 - 28.2.2021

+ 49%

+ 53%

Xpeng

Ein weiterer chinesischer Hersteller von Kraftfahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik ist Li Auto. Das Unternehmen wurde bereits 2015 gegründet und erhielt für die Expansion Gelder von verschiedenen Investoren, darunter vom IT-Konzern ByteDance, der unter anderem die Social Media-App TikTok entwickelte. Im Jahr 2019 wurde mit dem Plug-in-Hybrid-Modell Li Xiang One das erste Auto ausgeliefert und am 30. Juli 2020 erfolgt zum Emissionspreis von 11,50 Dollar je Aktie der Börsengang, der dem Unternehmen rund 1,1 Mrd. US-Dollar in die Kassen spülte und eine Marktkapitalisierung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar brachte. Der Aktienkurs lag nach dem ersten Handelstag bei 16,5 Dollar, inzwischen – also rund ein halbes Jahr später - hat er sich beinahe verdoppelt. Ähnlich wie bei Xpeng schoss der Kurs im November von 20 auf über 40 Dollar nach oben, ehe eine Konsolidierung einsetzte und die Aktie Ende des Jahres auf 27 Dollar nach unten gedrückt wurde. Die Aktie wird noch mehr empfohlen als die meisten anderen Papiere dieser Branche. Das Kursziel wird im Mittel mit rund 42 Dollar angegeben.

Auch der chinesische Konzern Xpeng hat sich mit seinen PremiumElektrofahrzeugen G3 SUV und der viertürigen Limousine P7 als Tesla-Konkurrent positioniert. Vor allem der P7 erinnert in seiner Formensprache stark an den Tesla Model S. Ähnlichkeiten beim Preis findet man hingegen nicht. Die E-Limousine kostet in China gerade mal 229.900 Yuan bzw. umgerechnet 30.000 Euro. Der Preis des Model S liegt hierzulande bei rund 80.000 Euro. Kein Wunder also, dass Tesla den Chinesen Diebstahl von intellektuellem Eigentum vorgeworfen hat. Voriges Jahr investierten Alibaba und die Staatsfonds von Abu Dhabi und Katar 400 Millionen US-Dollar in Xpeng und am 27. August brachte man das Unternehmen an die Börse. Der Ausgabekurs lag bei 15 Dollar, doch bereits am ersten Handelstag stieg die Aktie um 40 Prozent auf über 20 Dollar. Das Allzeithoch erreichte sie am 23. November 2020 mit 72,17 Dollar. Seit jedoch Ende 2020 mit dem G3 der Gang nach Europa (zunächst in Norwegen) bekannt gegeben wurde, kletterte die Aktie wieder nach oben. Am 22. Januar erreichte sie ein Zwischenhoch mit 56 Dollar. Danach ging es in einem schwachen Marktfeld bis auf 34 Dollar nach unten. Das Xpeng-Papier wird von fast allen Analysten weiterhin zum Kauf empfohlen, auch wenn der aktuelle Börsenwert mit 47 Mrd. US-Dollar schon sehr hoch ist und bislang keine schwarzen Zahlen geschrieben wurden - aber das schaffte Tesla auch lange Zeit nicht.

Li Auto

Xiaopeng Motors

Li Auto

BÖRSENGANG

electricar 01/2021

WKN: A2P93Z 30.7.2020

16,95 EUR

31.12.2020

28,83 EUR

28.2.2021

25,30 EUR

BÖRSENGANG

WKN: A2QBX7

27.08.2020

22,33 EUR

31.12.2020

42,83 EUR

28.2.2021

34,17 EUR

91


92

Boom der E-Mobility-Aktien

Jahresperformance 1.3.2020 - 28.2.2021

Jahresperformance 1.3.2020 - 28.2.2021

+ 319%

EHang

+ 56%

Varta

Auf E-Mobilität der anderen Art setzt Ehang. Das Unternehmen baut Flugtaxis, das seinen Sitz – oh Wunder – ebenfalls in China hat. Die Entwicklung ist weit fortgeschritten, bereits seit 2016 entwickelt man autonome Flugtaxis. Ehang 184 war die weltweit erste Passagierdrohne, die 2016 auf der Consumer Electronics Show vorgestellt wurde. Ehang ist inzwischen mit vielen Unternehmen in Europa Partnerschaften eingegangen, unter anderem auch mit dem österreichischen Luft- und Raumfahrtkonzern FACC. Der Börsengang erfolgt am 12. Dezember 2019, der Schlusskurs am ersten Handelstag war 12,49. Dann tat sich ziemlich genau ein Jahr gar nichts. Die Aktie pendelte zwischen 8 und 13 Euro hin und her. Aber seit dem Ausbruch nach oben im Dezember 2020 kennt die Aktie kein Halten mehr. Kursgewinne von bis zu 30% täglich sind keine Seltenheit. Und dies bei einem Unternehmen, welches gerade einmal 30 Millionen Dollar Umsatz im Vorjahr gemacht hat. Was aber feuerte den Kurs an? Der Einstieg von VW in das bemannte Drohnengeschäft und eine mögliche Partnerschaft mit dem deutschen Konzern? Oder die bevorstehenden Testflüge in einigen europäischen Ländern? Anfang des Jahres jedenfalls lag der Kurs bei rund 21 Dollar, Ende Januar bei 66 und Mitte Februar bei 110. Eine Short-Attacke eines US-Hedgefonds ließ den Kurs am 16. Februar um über 60% einbrechen. Die Begründung: Ehang habe Umsätze geschönt und es gäbe Missstände in der Produktion. Das geschätzte KGV liegt bei weit über 300, man kann also von einer deutlichen Überhitzung sprechen. Allzu viele Analysteneinschätzungen gibt es zu Ehang nicht. Die Aktie ist nur etwas für spekulative Anleger.

Wenn wir von E-Mobilität reden, dürfen wir Batterie-Hersteller nicht außen vor lassen. Schließlich ist der Akku eines E-Autos ein in jeder Hinsicht gewichtiges Teil. Das deutsche Unternehmen Varta kennen die meisten von Autobatterien, den kleinen 9-Volt-Akkumulatoren und den noch kleineren Knopfbatterien. Bei Batterien für Hörgeräte und Kopfhörer ist man bereits Weltmarktführer, bei E-Auto-Batterien will man es werden. Und damit die E-Autohersteller die Auto-Akkus nicht zur Gänze aus Asien beziehen müssen, wird die Fertigung von Batteriezellen in Deutschland mit rund 1,7 und EU-weit mit 12 Milliarden gefördert. Auch Varta hängt mit rund 300 Millionen Euro an diesem Fördertopf und möchte in Zukunft seine Lithium-Ionen-Technologie auf größere Batterien wie jene von E-Autos übertragen. Dies beflügelt die Fantasie der Aktionäre. Der Börsengang am 19. Oktober 2017 war erfolgreich und brachte dem Konzern nun rund 230 Millionen Euro ein. Allerdings blieb der Kurs lange Zeit zwischen einer Range von rund 20 und 30 Euro, erst Anfang 2019 kam der Aufschwung. Die Aktie kletterte im Jahr 2019 von 25,80 auf 121,80 Euro, halbierte sich im ersten Quartal 2020 und verdreifachte sich seither. Das Gewinnwachstum ist aber auch beeindruckend und liegt seit Jahren bei rund 100 Prozent pro Jahr. Allerdings sind die Analysten im Mittel nicht auf Kaufen sondern auf Halten eingestellt. Einige senken auch das Ziel deutlich. Generell zeigte sich die Aktie aufgrund von Shortsellern zu Beginn des Jahres recht volatil. Die Short-Eindeckungen trieben die Aktie sogar auf 180 Euro hoch. Inzwischen ist zwar die Shortquote aber mit unter einem Prozent beinahe vernachlässigbar, aber Mitte Februar bescherte Varta den Anlegern einen wenig überzeugenden Ausblick auf 2021 und das Papier fiel innerhalb von zwei Tagen um 22 Prozent. Ende Februar lag es bei 114 Euro. So mancher Anleger sieht hier einen Einstiegskurs.

EHang Holdings Ltd - ADR

Varta AG

WKN: A2PWWB BÖRSENGANG

12.12.2019

12,49 EUR

02.01.2020

12,70 EUR

31.12.2020

21,11 EUR

28.2.2021

46,18 EUR

BÖRSENGANG

WKN: A0M4W9 19.10.2017 02.01.2020

20,10 EUR 124,20 EUR

31.12.2020

118,10 EUR

28.2.2021

115,80 EUR

electricar 01/2021


Boom der E-Mobility-Aktien

Indexfonds

Jahresperformance 1.3.2020 - 28.2.2021

+ 23%

Panasonic Nach wie vor ist die Batterie der Flaschenhals bei der Produktion von E-Autos. Wenn wundert es also, dass Varta groß einsteigen möchte. Weniger bekannt ist vielen, dass der Elektronikkonzern Panasonic schon seit fast zehn Jahren Akkus für E-Autos produziert – und zwar gleich für den König unter den E-Autos, für Tesla. Bislang war dies wenig profitabel, doch dies soll sich nun ändern. Bereits im Vorjahr konnte im Batteriegeschäft ein Gewinn ausgewiesen werden. Zusammen mit Tesla möchte Panasonic eine neue Batteriezelle entwickeln, die die Kosten einer Batterie halbieren. Außerdem soll die Produktion bis 2020 ausgebaut werden – um den Faktor 100. Das befeuert eine Kursrally, die im April 2020 mit rund 6 Euro begonnen hat und ihr Zwölfmonatshoch ein Jahr später bei ca. 12 Euro sieht. Eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Das KGV war 2020 mit 12,30 sogar im unteren Bereich. Das mittlere Kursziel sehen die Analysten bei knapp über 10 Euro. Allzu viel Potenzial hat die Aktie demnach nicht mehr, so ist die allgemeine Empfehlung auch „Halten“ und nicht „Kaufen“. Längerfristig kann man mit der Aktie dennoch nicht viel falsch machen. Ein Verhundertfachen der BatterieKapazität sollte die Aktie stark beflügeln – übrigens wie auch jene der anderen Akku-Produzenten Samsung, LG Chem und in Zukunft hoffentlich auch Varta.

Panasonic Corporation WKN: A0RAWF BÖRSENGANG

electricar 01/2021

17.06.1998

14,31 EUR

02.01.2020

8,55 EUR

31.12.2020

9,50 EUR

28.2.2021

10,65 EUR

Wem das Risiko von Einzelwerten zu groß ist, der kann auf sogenannte Indexfonds (oder auch ETF = exchange-traded fund) ausweichen. Hier werden mehrere Unternehmen einer Branche in einem Fonds gebündelt, was das Risiko eines Totalverlusts minimiert. Ein Beispiel ist der Ishares Electric Vehicles and Driving Technology Fond (WKN: A2N9FP), in dem Unternehmen wie Tesla, Byd, Kia, Samsung, GM und viele weitere zusammengefasst sind. Die laufenden Kosten sind mit 0,40 Prozent überschaubar und ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit einen Sparplan zu errichten. Das heißt man kann regelmäßig (etwa jeden ersten Montag eines Monats) einen bestimmten Betrag in einen Investmentfonds einzahlen. Eine noch bessere Jahresperformance weist der L&G Battery Value-Chain Fonds (WKN: A2H5GK) mit einer ähnlichen Zusammensetzung auf. Die Gebühren liegen hier bei 0,49 Prozent. Mit einem Plus von über 130 Prozent besonders stark entwickelt hat sich im letzten Jahr der Ishares Global Clean Energy Indexfonds (WKN: AoMWoM). Dieser ist aber eher in Unternehmen der Stromerzeugung wie Plug Power aus den USA., Vestas Wind aus Norwegen, Verbund aus Österreich etc. investiert.

Fazit Bei den Performancewerten bestimmter Aktien wie z.B. Tesla oder Ehang, ist es schwer nicht euphorisch zu werden. Kaum eine Aktie der E-Mobilitätsbranche, die in den letzten Monaten nicht mindestens 50% zugelegt hat. Wieso sollte ausgerechnet jetzt der Aufschwung vorbei sein? Fakt ist, der Aktienmarkt ist generell überhitzt und im Speziellen sind es die oben erwähnten Aktien. Tesla mit einem KGV von über 1.000 einem Anleger zu empfehlen, ist unseriös. Aber das wäre auch bei 500 schon der Fall gewesen, die bislang geltenden Gesetze der Börse scheinen wieder einmal außer Kraft gesetzt zu sein. Außerdem haben wir den größten Teil der Elektrifizierung des Verkehrs noch vor uns. Langfristig (mit einem Horizont von mindestens zehn Jahren) ist ein Investment also durchaus zu empfehlen, kurz- und mittelfristig muss man mit Rücksetzern rechnen - nicht weil die Branche schwächeln wird, sondern weil der Aktienmarkt mal einen Rücksetzer braucht. Mit den oben erwähnten Indexfonds streut man das Risiko, wer Einzelwerte mit Potenzial sucht, kann Nio, Xpeng oder Panasonic mal näher unter die Lupe nehmen.

93


94

Der Weg ist das Ziel

Moderne Fahrer­ assistenzsysteme, die die Fahrt sicherer machen und die Bequemlichkeit unterwegs steigern

DER WEG IST DAS ZIEL Text: Christoph Lumetzberger

M

oderne PKWs haben nicht mehr vieles gemeinsam mit Fahrzeugen, die vor 20 oder 30 Jahren auf unseren Straßen unterwegs waren. Heutzutage sind dies zumeist hochtechnologische und komplexe Gebilde, deren Zweck es ist, den Besitzer von A nach B zu bringen und dabei so gut als möglich zu unterstützen. Dazu stehen inzwischen unzählige Fahrerassistenzsysteme zur Verfügung, die in den Bestelllisten der einzelnen Hersteller durch ein Kreuzchen

hinzugebucht werden können. Einige Systeme sind bereits serienmäßig integriert. Die unterschiedlichen Optionen dienen mehreren Zwecken. Natürlich steht die Sicherheit im Vordergrund, die dank der zahlreichen Unterstützer während der Fahrt erhöht werden und etwaige Fahrfehler oder Aufmerksamkeitsdefizite ausgleichen soll. Außerdem steigern einige Systeme effektiv den Fahrkomfort und die Bequemlichkeit an Bord. Auf den nächsten Seiten geben wir einen Überblick der bekanntesten und am häufigsten verbauten und zugebuchten Assistenzsysteme.

electricar 01/2021


Der Weg ist das Ziel

95

ABS

ACC

BAS

Adaptive Cruise Control / Abstandsregeltempomat Hierbei handelt es sich um eine Geschwindigkeitsregelanlage und gewissermaßen um eine Erweiterung des herkömmlichen Tempomaten. Dieses System ermittelt die Position und Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs mit einem Sensor und passt die eigene Geschwindigkeit dementsprechend adaptiv mit Motor- und Bremseingriff an. Auch wenn heutzutage manche Fahrzeuge mit Schaltgetriebe über ein ACC-System verfügen, so findet sich diese mehrheitlich in Autos mit einem Automatikgetriebe, da dieses die Gangwechsel selbstständig ausführt.

Bremsassistent In aktuellen Fahrzeugen wird der Bremsassistent gerne auch als Elektronischer Bremskraftverstärker bezeichnet. Dieser sorgt dafür, dass der notwendige Pedaldruck, um eine Gefahrenbremsung auszulösen, bis auf den maximal möglichen Bremsdruck erhöht wird. Diesem System liegt ein hochtechnischer, komplexer Berechnungsvorgang zugrunde, welcher das Fahrzeug erkennen lässt, dass es sich nicht um eine herkömmliche Bremsung, sondern eine Vollbremsung aufgrund einer plötzlichen Gefahrensituation handelt. Dazu spielt etwa der zuletzt getätigte Gasimpuls sowie das ruckartige Entfernen des Fußes vom Gaspedals eine nicht unwesentliche Rolle.

ASR

Berganfahrhilfe

Antriebsschlupfregelung Der etwas sperrige Begriff ist zwar den meisten geläufig, allerdings können ihn viele nicht zuordnen. Im Prinzip ist die ASR nichts anderes als eine Traktionskontrolle - manche Hersteller benennen das System sogar so. Es ist beim Anfahren aus dem Stand dafür verantwortlich, dass die zur Verfügung stehende Kraft so optimal wie möglich auf alle vier Räder verteilt wird. Damit soll verhindert werden, dass diese beim Wegfahren durchdrehen. Gelingt ein sauberes Anfahren, muss die ASR kaum eingreifen, allerdings ist diese sehr hilfreich im Falle eines Kavalierstarts (Anfahrt mit zu viel Gas) oder bei schlechtem Untergrund wie etwa Schnee und Eis, Rollsplit oder nassem Kopfsteinpflaster. Das Gegenstück dieses Systems heißt übrigens Motor-Schleppmoment-Regelung (MSR), welches bei plötzlicher Gaswegnahme eine Fahrzeug-Instabilität verhindern soll.

Im Prinzip erklärt der Begriff bereits die Kernfunktion dieses Assistenzsystems. Kommt ein Wagen im Zuge einer Fahrt bergauf zum Stillstand, unterstützt die Berganfahrhilfe dabei, den Wagen wieder in Bewegung zu bringen, ohne dass dieser nach hinten rollt. Erkennt ein eingebauter Neigungssensor eine Steigung, aktiviert das System die Feststellbremse, sobald der Wagen angefahren wird. Erst wenn ein gewisser Drehmoment besteht, wird die Bremse gelöst und der Wagen rollt los. Dieses System unterstützt dadurch vor allem Wagen mit Schaltgetriebe, da diese über ein drittes Pedal verfügen.

electricar 01/2021

Einparkhilfe Im Prinzip werden unter dem Begriff Einparkhilfe zahlreiche unterschiedliche Assistenzsysteme zusammengefasst, die das Einparken des Fahrzeuges in eine Parklücke erleichtern sollen.

ACC Damit erkennt der Wagen Position und Geschwindigkeit des vorausschauenden Fahrzeugs und passt sich automatisch daran an.

Bild: Shutterstock.com / Chesky

Antiblockiersystem Heutzutage finden sich auf den Straßen fast nur noch Fahrzeuge mit eingebautem ABS (Antiblockiersystem) - der Mutter aller Assistenzsysteme. Dieses ist im Falle einer Vollbremsung dafür verantwortlich, dass nicht alle vier Räder gleichzeitig blockieren. Passiert dies, verliert der Wagen fast vollständig seine Lenkbarkeit, da keine Übertragung von Seitenkräften mehr möglich ist. Je nach Fahrbahnzustand, Reifenzustand und natürlich auch der Qualität des ABS-Systems kann selbiges sowohl zu einer Verkürzung, als auch einer Verlängerung des Bremsweges führen. Allerdings überwiegt der Sicherheitsgewinn durch das Erhalten der Lenkbarkeit beinahe immer gegenüber einem möglicherweise minimal verlängerten Bremsweg.

BAS Leitet der Fahrer eine Notbremsung ein, unterstützt das oftmals auch als Bremskraftverstärker bezeichnete System die Bremskraft, damit der PKW so rasch wie möglich zum Stillstand gebracht wird.


96

Der Weg ist das Ziel

Dabei wird der Fahrer durch akustische Signale, die bei kleiner werdendem Abstand zum Hindernis schneller und schließlich zum Dauerton werden, über den Abstand informiert. Die Daten werden entweder per Ultraschall- oder Radarmessung erhoben. Oftmals bietet die Parkhilfe auch optische Unterstützung im Display des Infotainmentsystems. Einige Fahrzeuge haben zudem eine Rückfahrkamera verbaut, deren Bild ebenfalls im Display angezeigt wird.

LKA Besser bekannt unter Spurhalteassistent. Erkennt eine gut markierte und erhabene Fahrspur.

Fernlichtassistent Moderne Kraftfahrzeuge verfügen heutzutage beinahe alle über diesen Assistenten. Er automatisiert das Auf- und Abblenden des Fernlichts bei Dunkelheit, erkennt entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge und passt die eigenen Scheinwerfer sowie den Lichtkegel so an, dass die Lichtverhältnisse optimal ausgenutzt werden, ohne andere Fahrzeuginsassen zu blenden.

ESP

Kurvenlicht

Elektronisches Stabilitätsprogramm Bestimmt haben auch Sie in Ihrem Fahrzeugt schon einmal das ESP-Symbol im Kombiinstrument aufleuchten gesehen. In der Regel passiert dies bei schlechten, rutschigen Fahrbahnverhältnissen, etwa bei einer verschneiten Fahrbahn im Winter. Das ESP wirkt durch gezieltes Ansteuern und Abbremsen einzelner Räder mit dem Ziel, ein eventuelles Ausbrechen oder Schleudern des Fahrzeuges zu verhindern. ESP-Systeme neuerer Bauart integrieren zudem gezielte Lenkeingriffe, außerdem arbeitet das System eng mit dem ABS zusammen, was zu einem noch stabileren Abfangen des Wagens führen kann.

Zur besseren Ausleuchtung des Sichtfeldes im Dunkeln hilft das Kurvenlicht. Scheinwerfer können entweder selbst ihre Position im Fahrzeug verändern (dynamisches Kurvenlicht) oder zusätzliche Scheinwerfer werden hinzugeschaltet (statisches Kurvenlicht). Beide System kommen dann zur Geltung, wenn sich der Lenkeinschlag über ein gewisses Maß hinaus verändert oder der Fahrtrichtungsanzeiger („Blinker“) betätigt wird.

LKA Lane Keeping Assistant Den LKA kennen Sie bestimmt unter Spurhalteassistent. Dieser unterstützt den Fahrzeuglenker

electricar 01/2021


Der Weg ist das Ziel

dabei, den Wagen sicher in der Fahrspur zu halten, mit ausreichend Abstand zum Mittelstreifen oder dem Bankett. Erkennt das System ein mögliches Abweichen von der Fahrspur, ertönt ein akustisches Signal oder das Lenkrad vibriert. Fahrzeughersteller verbauen Spurhalteassistenten mit und ohne Lenkunterstützung in ihren Wagen.

97

REGENSENSOR Hinter dem Frontspiegel befindet sich der Sensor für die Tropfenerkennung. Geschieht dies, aktiviert sich die Scheibenwischanlage.

Notbremsassistent Im Gegensatz zum herkömmlichen Bremsassistenten, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn bereits eine Reaktion des Fahrzeugführers erfolgt ist, arbeitet der Notbremsassistent in modernen Fahrzeugen autark. Dieser hat dank mehrerer Sensoren einen vorausschauenden Blick, warnt im Falle einer möglichen Gefahr den Fahrer, kann außerdem eine Notbremsung unterstützen (mit Hilfe des Bremsassistenten) oder sogar selbstständig bremsen.

Regensensor Fahrzeuge die mit einem Regensensor ausgestattet sind, aktivieren die Scheibenwischanlage sobald Niederschlag erkannt wird und steuern die Geschwindigkeit der Wischvorgänge je nach erfasster Regenmenge. Der dazu benötigte Sensor befindet sich in der Regel hinter dem Rückspiegel an der Windschutzscheibe.

Speedlimiter Ein simples Prinzip mit großer Wirkung: Sie legen eine Höchstgeschwindigkeit fest, die der Wagen nicht überschreiten darf. Unterhalb dieser Grenze bestehen keinerlei Einschränkungen in der Nutzung. Wird das Limit allerdings erreicht, beschleunigt der Wagen nicht mehr weiter, obwohl das Gaspedal noch durchgedrückt ist. In Ländern mit einem Tempolimit auf Autobahnen - also quasi überall außer in Deutschland - macht etwa diese Schallmauer Sinn. So lässt sich ein unbewusstes Schnellfahren bei niedrigem Verkehrsaufkommen und vielleicht sogar der eine oder andere Bußgeldbescheid vermeiden.

electricar 01/2021

Spurwechselassistent Oftmals wird dieses Hilfssystem auch TotwinkelAssistent genannt. Dieser erkennt beim Spurwechsel auf Autobahnen und Schnellstraßen vom Fahrer übersehene PKWs, Motorräder und sonstige Verkehrsteilnehmer und gibt bei Bedarf eine optische, akustische oder haptische Warnung von sich. Die Erfassung erfolgt mittels Ultraschall- und Radarsensoren bzw. Kameras oder Laserscannern.

Tempomat Im Fachjargon wird dieser Assistent Geschwindigkeitsregelanlage bezeichnet. Der Fahrer legt eine bestimmte Geschwindigkeit fest, die er per Knopfdruck oder Hebelbetätigung dem Tempomaten mitteilt. Dieser regelt die Drehzahl des Wagens so, dass die festgelegte Geschwindigkeit nach Möglichkeit konstant eingehalten wird.

Verkehrszeichenerkennung Dieses Fahrerassistenzsystem erkennt mit Hilfe einer im Bereich des Rückspiegels untergebrachten und nach vorne gerichteten Kamera Verkehrszeichen und blendet diese im Kombiinstrument, dem Bildschirm des Infotainmentsystems oder in einem Head-Up-Display ein.

Bild: Shutterstock.com / Chesky

Reifendruckkontrollsystem Zwei unterschiedliche Systeme sind in modernen PKWs in der Lage, einen fehlerhaften Reifendruck zu erkennen. Direkte Systeme erfassen diesen mit einem elektronischen Sensor im Reifen, indirekte Systeme erfassen die Raddrehzahlschwankungen und errechnen daraus einen möglichen Druckverlust. Mit optimalem Reifendruck lässt sich unnötiger Reifenverschleiß vermeiden und Kraftstoff bzw. Energie sparen.

Bildquelle: VW

RDK

SPEEDLIMITER Legen Sie eine bestimmte Geschwindigkeit fest, die der Wagen anschließend nicht mehr überschreitet.


CDA Verlag GmbH Bundesstraße 9, A-4341 Arbing Tel: +49 1805 263764 (0,14 EUR/min) Österreich-Support: +43 7269 60220-11 Support: support@cda-verlag.com Abo-Service: abo@cda-verlag.com Redaktion: redaktion@cda-verlag.com Web: www.electricar-magazin.de / www.cda-verlag.com Herausgeber: Harald Gutzelnig Geschäftsführung: Franziska Pointner Prokuristin: Marianne Gutzelnig Redaktionsanschrift Deutschland: Gautingerstraße 41, D-82061 Neuried Redaktionsanschrift Österreich: Bundesstraße 9, A-4341 Arbing Tel.: +43 7269 60220 Fax: +43 7269 60220-44

Testabo: 3 Ausgaben für 3 Euro*

Chefredakteur: Christoph Lumetzberger Projektleiter: Lukas Wenzel Redaktionelle Mitarbeiter: Philipp Lumetsberger, Harald Gutzelnig, Hartmut Schumacher, Dr. Susanne Roeder, Marijan Kelava, Michael Derbort Redaktionelle Kooperation: EFAHRER.com, Touremo Grafikleiter: Enrico Eichinger Grafik: Nadine Wagner, Verena Zachhuber, Lukas Wenzel Online: Hartmut Schumacher, Michael Derbort, Philipp Lumetsberger Office: Carina Lumetsberger Bildquellen: shutterstock.com Druck: Walstead NP Druck GmbH Vertrieb Österreich: PGV Austria Vertrieb Deutschland, Schweiz, Luxemburg: MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb GmbH&CoKG, Ohmstraße 1, 85716 Unterschleißheim Tel.: +49 89 31906-0 E-Mail: mzv@mzv.de, Internet: www.mzv.de Heftpreis: Deutschland: EUR 4,90 Österreich: EUR 4,90 Anzeigenleitung: Marianne Gutzelnig - Breiteneder Tel.: +43 7269 60220 E-Mail: m.gutzelnig@cda-verlag.com Anzeigen: Johannes Edl (j.edl@cda-verlag.com) Manuel Aigner (m.aigner@cda-verlag.com) Für den Inhalt der Anzeigen haftet ausschließlich der Inserent, eine Prüfung seitens des Verlags erfolgt nicht! Urheberrecht: Alle in den Publikationen des Verlags veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Jegliche Reproduktion oder Nutzung bedarf der vorherigen, schriftlichen Genehmigung des Verlags. Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz: Medieninhaber: CDA Verlag GmbH A-4341 Arbing, Bundesstraße 9. Unternehmensgegenstand: Betrieb eines Verlages und Handel mit Waren aller Art.

*jederzeit kündbar

b i t . l y/ t e s t a b o - e l e c t r i c a r


DER NEUE

OPEL MOKKA MEHR MUT. MEHR MOKKA Wir präsentieren: das mutige, neue Gesicht von Opel. Mehr Mokka gibts auf opel.de

Beispielfoto der Baureihe. Stromverbrauch Opel Mokka-e 18,0–17,4 kWh/100 km (kombiniert), Reichweite 313–324 km (bei voller Batterie). Die genannten Werte wurden anhand des WLTP-Testverfahrens bestimmt. Der tatsächliche Verbrauch und die tatsächliche Reichweite können unter Alltagsbedingungen abweichen und sind von verschiedenen Faktoren abhängig, insbesondere von persönlicher Fahrweise, Streckenbeschaffenheit, Außentemperatur, Nutzung von Heizung und Klimaanlage sowie thermischer Vorkonditionierung.

10858_225x297_Mokka_electricar.indd 1

25.02.21 09:16


electricar MAGAZIN

Optimieren Sie

electricar DAS MAGAZIN FÜR DIE MOBILITÄT VON MORGEN

Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA · Michelinstraße 4 · 76185 Karlsruhe · Deutschland · © Michelin · 02/2021 MICHELIN und die grafische Darstellung des Michelin Manns sind Eigentum der Compagnie Générale des Etablissements Michelin.

IHRE CO2-BILANZ

1/21 // April - Juni 2021 Deutschland € 4,90 Schweiz SFR 8,80 BeNeLux € 5,80 Österreich € 4,90

Elektrisierende Neuheiten Ford, Volvo, Mercedes und Co: Diese Modelle kommen 2021 neu auf den Markt

VOLLZEITSTROMER Ein erster Blick auf den neuen Opel Mokka-e ab S. 48

designed

NEU

Michelin e •Primacy

*In seiner Kategorie

2

Von Applus Idiada nach Auftrag von Michelin im Juni (an neuen) & August (an 2 mm abgerauten Reifen) 2020 an einer Maschine durchgeführte Rollwiderstandstests, an Reifen der Maße 205/55 R16 91V, zum Vergleich des MICHELIN e.PRIMACY (5,58 kg/t & 5,13 kg/t) mit dem MICHELIN PRIMACY 4 (7,74 kg/t & 6,25 kg/t); BRIDGESTONE TURANZA T005 (7,17 kg/t & 5,81 kg/t); CONTINENTAL ECOCONTACT 6 (6,39 kg/t & 5,49 kg/t); CONTINENTAL PREMIUM CONTACT 6 (8,93 kg/t & 6,94 kg/t); DUNLOP BLURESPONSE (7,97 kg/t & 5,54 kg/t); GOODYEAR EFFICIENT GRIP 2 (7,01 kg/t & 5,38 kg/t); PIRELLI CINTURATO P7 BLUE (6,96 kg/t & 6,30 kg/t); PIRELLI CINTURATO P7 (8,79 kg/t & 6,97 kg/t). Tatsächliche Kraftstoff- und Kosteneinsparungen können unter anderem je nach Fahrstil, Fahrzeug und Reifendruck variieren. Vgl: https://www.michelin.de/pruefberichte-michelin-e-primacy 2 Markt der Premium-Ersatzbereifung: Reifen, die nicht für die Erstausrüstung bestimmt sind (d. h. die nicht konzipiert sind, um spezifische Ziele von Kraftfahrzeugherstellern zu erreichen). 3 Während des Einsatzes erzeugt der MICHELIN e·Primacy im Durchschnitt 1,5 kg/t weniger Rollwiderstand im Vergleich zu Konkurrenzprodukten; dies entspricht einer Kosteneinsparung für den Kraftstoffverbrauch von bis zu € 80 und einer Verringerung der CO2-Emissionen von bis zu 174 kg. Die geschätzten Verringerungen bzw. Einsparungen beruhen auf dem Durchschnitt der Daten für neue und um 2 mm abgeraute Reifen, um der Leistung unter reellen Bedingungen Rechnung zu tragen. Alle geschätzten Einsparungen beruhen auf einer Basis von 35.000 km und einem Kraftstoffpreis von 1,46 €/l (https://ec.europa.eu/energy/data-analysis/weekly-oil-bulletin_en 6/1/2020 Gewichtung der 10 führenden Länder für Kraftfahrzeugbewegungen auf nationalem Gebiet und im Ausland – https://ec.europa.eu/eurostat/web/transport/data/database). Tatsächliche Kraftstoff- und Kosteneinsparungen können unter anderem je nach Fahrstil, Fahrzeug und Reifendruck variieren. 4 Ein fabrikneuer MICHELIN e·Primacy erzeugt im Durchschnitt 2 kg/t weniger Rollwiderstand als andere Konkurrenzprodukte; dies entspricht einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs von bis zu 0,21 l/100 km, einer Verringerung der CO2-Emissionen von bis zu 5 g bei einem VW Golf 7 1.5 TSI oder einer Erhöhung der Reichweite um bis zu 7 % bei einem VW e.Golf. 1

MIC_AZ_225x297mm_ePrimacy_RZ.indd 1

25.02.21 14:48

1/21 // April - Juni 2021

Reduzieren Sie Ihre CO2-Emissionen mit dem neuen MICHELIN e·Primacy – dem Reifen von Michelin mit dem niedrigsten Rollwiderstand unter den getesteten Wettbewerbern*1/2/3/4

STEIL BERGAUF

LADEN IM EIGENHEIM

ELEKTRO STATT MUSKELKRAFT

Darum boomen E-Mobility-Aktien

Die besten Wallboxen im großen Test

Wir stellen die neuesten E-Bikes für den Sommer vor

S. 88

S. 78

S. 66


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook