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Nachhaltig leben Best Cases Reisen

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Das Magazin für unsere Zukunft

Neues von der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel REVIEW BIOFACH 2026

Wie es sich am besten sitzt

Koch dich gesund

Wie man den Stoffwechsel aktiviert Alleine unterwegs sein,

ACHTSAMES REISEN

ÖkostromTarife im großen Vergleich S. 74

alleine reisen

Ein Trend, der seine Kreise zieht. Die Motive sind unterschiedlicher Natur: Achtsamkeitsgründe oder die Suche nach Freiheit, Mut zur Veränderung entdecken oder Lust auf Aha-Momente unterwegs. Cyclonautin Leoni Kolberg ist seit Jahren unterwegs.

Zunehmend mehr Menschen finden Gefallen daran, sich solo auf die Reise zu machen. Den Koffer nur für sich selbst zu packen, sich nach niemandem richten zu müssen, im eigenen Tempo unterwegs zu sein, zu essen, wann man Hunger hat, auf keine Befindlichkeiten Mitreisender Rücksicht nehmen zu müssen … Seien Sie ehrlich, haben Sie sich das nicht schon öfters gewünscht? Sicher, man kann sich nur auf sich selbst verlassen, checkt alles alleine, ist mehr gefordert, kann dafür ohne Rücksprache spontan die Route ändern, ist offener im Gespräch mit unbekannten Menschen und hat bei der Ankunft zuhause einiges zu erzählen. All das reizt laut einer YouGov-Umfrage drei von vier Menschen zwischen 15 und 30 Jahren – selbst, wenn sie in einer Beziehung leben. Ein weiteres interessantes Ergebnis:

Ein Viertel der Frauen, die es gewagt haben, gaben an, dass sie durch Solo-Reisen selbstbewusster wurden. Wir haben eine, auf die das ebenfalls zutrifft, zum Interview gebeten: Leoni Kolberg. Möglicherweise ist sie einigen von Ihnen schon als Cyclonautin auf Social Media, in den Medien oder der App „Polarsteps“ untergekommen. Denn sie ist in zweieinhalb Jahren mit dem Fahrrad von Deutschland durch Länder wie den Iran, Pakistan oder Indien bis nach Nepal gefahren – ohne davor jemals Europa verlassen zu haben. Danach begab sie sich auf eine fast einjährige Tour quer durch Südamerika und übernachtete zu 95 Prozent allein in ihrem Zelt mitten in der Natur. Bei unserem schriftlichen Interview war sie in Marokko unterwegs und auf dem Sprung zum einwöchigen „Atlas Mountain Race“, das in Marrakesch startet und nach 1.300 Kilometern und rund 20.000 Höhenmetern in Essaouira endet.

„Für mich heißt Reisen, Angst nicht zu verdrängen, sondern sie zu verstehen. Sie Schritt für Schritt in Vorsicht, Erfahrung und schließlich in Vertrauen zu verwandeln. Und genau das macht mich unterwegs ruhig und handlungsfähig.“

Text: Michaela Hocek
Bilder: Leoni Kolberg

Einfach losradeln und als weltenbummelnde „Cyclonautin“ Jahre unterwegs verbringen. War das dein Traum?

In meinen kühnsten Träumen hatte ich mir das tatsächlich ungefähr so vorgestellt. Oder sagen wir: Ich hatte die Weichen so gestellt, dass es so weit und so lange gehen könnte. Ich hatte mich bewusst entschieden, meinen Job zu kündigen statt nur ein Sabbatical einzulegen. Ich habe meine WG aufgelöst, anstatt sie zwischenzuvermieten. Und ich habe meine Auslandskrankenversicherung für fünf Jahre abgeschlossen. Also ja – dieser Traum war irgendwo schon da. Gleichzeitig liebte ich mein Leben zuhause in Hannover. Die Menschen, mit denen ich mich so geborgen fühle, die Möglichkeit, all meinen Hobbies nachzugehen, und die Sicherheit zu wissen, dass monatlich mein Gehalt reinkommt, ich ein Dach über dem Kopf habe und alles seiner geregelten Wege geht. Oben drauf war mir aber auch bewusst, dass ich dazu neige, Dinge zu romantisieren. Und ein Leben auf dem Bike hat definitiv enormes Romantisierungspotenzial. Ich bin dann aber doch sehr froh, dass ich den Ängsten einfach kaum Beachtung geschenkt habe, denn „here we are“: vier Jahre später. Gefüllt und erfüllt von Erfahrungen, die ich mir niemals hätte ausmalen können.

Wie fühlt es sich heute an?

Heute fühlt sich dieses Leben ganz normal an. Das Schlafen im Zelt. Das Aufwachen mit dem Sonnenaufgang. Die tägliche, stundenlange Bewegung. Das minimale Gepäck. Die Ungewissheit, wann die nächste Dusche kommt. Und die permanente Veränderung meines Umfelds.

Ist Angst bzw. Vorsicht ein guter Reisebegleiter?

Ja, ich glaube, die beiden können gute Reisebegleiter sein – solange sie nicht die Kontrolle übernehmen. Gesunde Vorsicht hilft mir, Situationen einzuschätzen, auf mein Bauchgefühl zu hören und rechtzeitig Grenzen zu setzen. Das ist gerade u nterwegs unglaublich wichtig. Angst dagegen ist oft einfach die Reaktion auf das Unbekannte. Sie taucht besonders am Anfang auf – nicht, weil etwas falsch ist, sondern weil man Neuland betritt. Mit Erfahrung verändert sich das. Was früher Angst war, wird mit der Zeit zu Klarheit und Vertrauen. Viele Dinge, die mir früher Respekt gemacht haben – allein einen Schlafplatz zu finden, fremde Menschen um Hilfe zu bitten, sehr abgelegene Strecken zu fahren – sind heute Teil meines Alltags. Ich habe gelernt: Ich kann damit umgehen.

In welche Situationen würdest du dich nicht mehr begeben wollen?

Ich würde heute nicht mehr in Städten wild campen, nur um Geld zu sparen. In meinem ersten Jahr durch Europa habe ich kein einziges Mal in einer bezahlten Unterkunft geschlafen. Das Motto war: Entweder Zelten oder Menschen fragen, ob ich bei ihnen unterkommen kann. Das hat zu einigen sehr lustigen Geschichten, aber auch anstrengenden Nächten im Zelt geführt, weil mein Nervensystem damals noch ständig auf Alarmbereitschaft war –und manche Orte waren auch ehrlich gesagt ziemlich sketchy. Zum Beispiel habe ich in Athen drei Nächte wild geschlafen: in einer verlassenen Schwimmbadanlage, einem eingezäunten Basketballfeld und in einem Kräutergarten etwas außerhalb der Stadt. Diese direkte Konfrontation mit Herausforderungen hat mich definitiv viel gelehrt. Aber je länger ich unterwegs bin, desto klarer wird mir auch: Es ist völlig okay, mir zwischendurch mehr Komfort zu erlauben. In Hostels zu gehen. Mir eine Dusche und eine Waschmaschine zu gönnen. Und dafür auch bewusst etwas mehr Geld auszugeben. Das fühlt sich auf lange Sicht nachhaltiger an und erlaubt mir auch, mich öfter wie ein „normaler“ Mensch zu fühlen. Außerdem liebe ich die Begegnungsmöglichkeiten mit anderen Reisenden.

„Wir glauben oft, wir müssten möglichst weit weg, um eine bestimmte Erfahrung zu machen oder einen ‚erfolgreichen‘ Urlaub zu haben. Dabei kann man unfassbar viel erleben –egal wo man ist. Genauso kann man auch fast nichts erleben, außer vielleicht etwas mehr Sonne auf dem Bauch, wenn man sich in einen Hotelkomplex auf der anderen Seite der Welt verfrachtet.“

„Reisen ist für mich keine Liste aus Top-Erlebnissen, kein „Da muss man hin“ oder „Das muss man gemacht haben“. Es ist eher ein Fluss aus unzähligen Momenten, Begegnungen und Erkenntnissen, der am Ende in ein großes Meer aus Erfahrungen mündet. Genau darin liegt für mich der Wert.“

Was liebst du am alleine Reisen?

Dass ich maximale Quality-Time mit mir selbst verbringe. In den letzten Jahren habe ich unglaublich viel über mich gelernt. Wenn man allein unterwegs ist, muss man sich mit sich selbst auseinandersetzen. Man meistert Herausforderungen selbst, kann keine Verantwortung abgeben und muss nicht stark für andere sein, sondern für sich selbst. Man ist gleichzeitig die beste Freundin und die Türsteherin des eigenen Lebens.

Ich habe gelernt, was ich wirklich will –und Entscheidungen konsequent danach zu treffen. Ich musste für die seltsamsten Situationen Lösungen finden und mich über einige der höchsten Pässe der Welt motivieren. Mit der Zeit ist daraus ein tiefes

Vertrauen entstanden: das Vertrauen, alles, was kommt, selbst meistern zu können. Ich weiß heute, dass ich allein glücklich sein kann.

Was ich aber vielleicht am meisten am Alleinreisen schätze, ist, dass ich die Gegenwart anderer Menschen viel bewusster erlebe. Gespräche werden tiefer, echter. Ich bin dankbar für Begegnungen mit Menschen, mit denen ich eine Ebene teile – ohne sie zu brauchen, um mich vollständig zu fühlen. Gleichzeitig habe ich gelernt, Stille wertzuschätzen und mich aus sozialen Räumen zurückzunehmen, wenn es reicht. Ich kann gut auf mich hören, meine Grenzen setzen und weiß: Verbindung ist wertvoll, aber Unabhängigkeit genauso.

Was würdest du jemandem raten, der sich das erste Mal allein aufmacht?

Jemandem, der zum ersten Mal allein reist, würde ich sagen: Hey, du hast den wichtigsten Schritt bereits getan – du bist losgegangen. Du hast dich deinen Sorgen und Ängsten gestellt, ohne dich von ihnen aufhalten zu lassen. Und das ist eigentlich das Schwierigste. Ab jetzt darfst du genießen. Nicht zu sehr am Plan festhalten. Und dich auf all die unplanbaren Dinge einlassen, die dir das Leben unterwegs in den Weg legt. Spiel mit ihnen, statt zu versuchen, ihnen auszuweichen oder dich über sie aufzuregen.

Was hast du auf den verschiedenen Kontinenten über nachhaltiges Reisen gelernt? Wie kann man sich deine Reiseplanung vorstellen?

Nachhaltiges Reisen ist überall das Gleiche. Es wechselt nicht von Kontinent zu Kontinent, und man kann auch nicht an Ort X nachhaltiger reisen als an Ort Y. Entscheidend ist nicht das Wo, sondern das Wie. Es ist das Reisen an sich, das den Unterschied macht: langsam, entschleunigt, bewusst, sich Zeit nehmen.

Ich glaube, wir hängen uns gerne an Dingen wie Müll in Ländern auf, die kein funktionierendes Entsorgungssystem haben – während wir selbst in neuen „fancy“ Outfits reisen, die wir für diesen Urlaub gekauft haben, obwohl unsere Kleiderschränke längst überquellen. Wir sehen oft nicht, was wir selbst an Müll und CO₂ produzieren. Kleine finale Side Note: Das Fahrrad ist ziemlich sicher eine der besten Lösungen, um so nachhaltig wie möglich möglichst viel zu erleben.

Bilder: Leoni Kolberg, Polarsteps

Was begeistert dich an der reiseapp Polarsteps?

An alle, die nicht wissen, was Polarsteps ist: Es ist eine App, die als digitales Reisetagebuch dient. Sie trackt deine zurückgelegte Strecke und visualisiert sie auf einer Weltkugel. Ich liebe es einfach, alle paar Tage – manchmal sogar täglich – kleine Einträge zu schreiben, sie mit Fotos zu hinterlegen und dann meine Reise auf der Karte zu sehen. Oft habe ich Menschen, die wissen wollten, wo ich mit meinem Rad entlanggedüst bin, einfach meine Route auf der Weltkarte gezeigt – und für erstaunte Gesichter gesorgt. Polarsteps ist außerdem ein super Netzwerk, um anderen Reisenden zu folgen und zu sehen, wo sie gerade sind. Kleine Story am Rande: Auf dem Flug nach Südamerika saß ich

neben einem Typen, der sich in Santiago de Chile einen Van kaufen wollte, um alle Kite- und Paragliding-Spots Südamerikas abzufahren. Wir haben uns auf Polarsteps connected – falls er mich irgendwann mit dem Van irgendwo einholen würde.

Im Unterschied zu klassischen sozialen Medien setzt Polarsteps auf achtsames Reisen und persönlichen Austausch im kleinen, vertrauten Kreis. Die App funktioniert wie ein persönliches Reisetagebuch, an dem ausgewählte Menschen live teilhaben können.

Schritt für Schritt nachhaltig reisen

Eurohike setzt auf bewusste Wanderreisen.

Aktiv und bewusst reisen liegt im Trend – und das aus gutem Grund. Wanderreisen zählen dabei zu den nachhaltigsten Formen des Urlaubs: entschleunigend, ressourcenschonend und nah an der Natur. Genau diesem Gedanken folgt Eurohike mit viel Herz und Verantwortung Nachhaltigkeit ist hier kein bloßes Versprechen, sondern fest im Unternehmen und in jeder Reise verankert. Ob am Welterbesteig durch die blühende Wachau in Österreich, bei einer Alpenüberquerung über saftige Almen bis nach Südtirol, entlang des ursprünglichen Lechwegs in Vorarlberg oder in den Julischen Alpen Sloweniens – Eurohike wählt Unterkünfte mit Sorgfalt aus, setzt auf regionale Kulinarik, stellt Reiseunterlagen digital bereit und gleicht unvermeidbare CO₂-Emissionen aus.

Das ganzheitliche Verständnis von bewusstem Reisen bestätigt zuletzt die TravelifeZertifizierung auf Basis von über 260 erfüllten Bewertungskriterien. Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, findet bei Eurobike ebenso achtsame Alternativen für Radreisen, bei denen man sich gut begleitet fühlt und sorglos unterwegs sein kann.

Wanderbare Glücksmomente finden Sie hier:

Schreibst du deine Einträge für dich selbst oder die Community?

Ich schreibe, um zu reflektieren, Gedanken in Worte zu fassen und Erfahrungen zu verarbeiten. Am Anfang meiner Reise hatte ich noch keine Online-Community (und es auch nicht drauf abgesehen), trotzdem habe ich geschrieben – zuerst in ein Buch, später auf meinem Handy. Mittlerweile ist es eine Mischung aus beidem.

Einerseits schreibe ich, weil es mir guttut, andererseits, weil es schön ist zu wissen, dass Menschen resonieren oder Inspiration finden. Es motiviert mich, kleine Geschichten aufzuschreiben, weil ich weiß, dass sie da draußen geschätzt werden. Wahrscheinlich wäre ich ein bisschen fauler und würde mir weniger Zeit fürs Schreiben nehmen, gäbe es diese Leserschaft nicht. Aber selbst ohne Publikum würde ich schreiben – einfach, weil ich Freude daran habe. Irgendwie gefällt mir der Gedanke, regelmäßig Kapitel meines Lebens zu veröffentlichen: wie eine Art Kurzgeschichten-Biografie, die ständig wächst. Ein lebendiges Buch.

Instagram: Lazerleo_cyclonaut

Polarsteps: Lazerleo

GEWINNSPIEL

„Auf einer Reise gibt es kein Richtig oder Falsch. Lass die Vorstellung los, dass alles so sein muss, wie du es dir am Anfang ausgemalt hast. Kitschig, aber wahr: Der Weg ist das Ziel. Oder vielleicht noch treffender – der Weg formt das Ziel.“

App Polarsteps: Individuell und nachhaltig reisen

Mit der kostenlosen App Polarsteps, die 2015 in Amsterdam gegründet wurde, ist die Planung einer Reise ebenso einfach wie die Daheimgebliebenen in geschütztem Rahmen auf dem Laufenden zu halten oder sich in einer Community mit 19 Millionen User:innen weltweit zu vernetzen. Entstanden ist die Idee, als Mitgründer Niek Bokkers während eines Segeltörns nach einer Möglichkeit suchte, seine Route und Erlebnisse einfach zu teilen – und später lebendig in Erinnerung zu behalten. Die Planung erfolgt KI-unterstützt per smartem Assistent, der basierend auf Vorlieben oder früherer Trips maßgeschneiderte Routen vorschlägt oder aufgrund von Inspirationen privater wie professioneller Reiseenthusiast:innen wie z. B. LonelyPlanet-Autor:innen. Features wie integrierte Buchungsfunktion oder

Fotos, Texte, Route, Statistiken und individuelle Reiseerinnerungen: Die digitalen Polarsteps-Aufzeichnungen lassen sich mit wenigen Klicks in ein gedrucktes Travel Book verwandeln. Halten Sie Ihre nächste Reise auf besondere Weise digital und vielleicht auch in einem Fotobuch fest. Wir verlosen drei Travel Books im Wert von ca. EUR 105,-

automatische Erstellung von Reise-Reels beleben das Reisen und mit wenigen Klicks kann aus den Einträgen ein Fotoalbum entstehen. Auch die Abstimmung mit Mitreisenden vereinfacht sich.

Abseits von Overtourism

Abenteuerliche Touren lassen nicht nur persönlich wachsen, vielmehr können Menschen durch bewusstes Reisen dazu beitragen, wertvolle Ökosysteme zu schützen und lokalen Gemeinschaften Einkommen zu ermöglichen. Polarsteps möchte Menschen ermutigen, langsam zu reisen und Orte abseits der Massen zu besuchen. „Wir finden es großartig, dass Reisende, die mit CO₂-armen Verkehrsmitteln unterwegs sind – wie Bikepacking und Bahnreisen – zunehmend Polarsteps nutzen, um ihre Trips zu dokumentieren. Wir möchten ihnen auf unserer Plattform einen prominenten Platz geben, um andere zu inspirieren“, sagt Polarsteps-CEO Clare Jones.

Mail an: gewinnspiel@nachhaltig-leben-magazin.de

Betreff: Nachhaltig leben - Polarsteps So nehmen Sie teil:

Teilnahmeschluss: 19. April 2026 | 23:59 Uhr

QR-Code scannen und App downloaden! www.polarsteps.com

Bilder: Leoni Kolberg, Polarsteps

Nachhaltig

unterwegs in SUdtirol

Wandern, schlemmen, mediterranes Flair in den Städten und ein endloses Meer an Alpenrosen, Zirbenduft, das Pfeifen der Murmeltiere und imposante Bergpanoramen vom UNESCO-Welterbe Dolomiten bis zum Ortlergebiet machen Urlaub in Südtirol zu etwas ganz Besonderem.

Eine Tour mit vielen Facetten könnte der Untertitel des Drehbuchs unseres letzten Südtirol-Aufenthalts sein. Der Start in Terenten, einem Hochplateau über dem Pustertal, mit Check-In im Aktiv- und Lifestyle-Hotel Terentnerhof war eine erholsame und wellnessreiche Zeit. Die wir in weiteren Panoramalagen am Gitschberg und in Schenna in aktivem Wohlfühltempo fortsetzten, bevor wir uns auf Teiletappen der „Sarntaler Hufeisentour“ zum Latzfonser Kreuz, einer der höchstgelegenen Wallfahrtsorte Europas, und zur Flaggerschartenhütte, die 1914 eröffnet wurde und nur einmal zu Beginn der Saison per Hubschrauber und die restliche Zeit zu Fuß beliefert wird, in hochalpine Höhen begaben. Zwei Nächtigungen,

die unvergesslich bleiben werden – ebenso wie der Grad der Erschöpfung nach Kammwanderungen, Begegnungen mit Grauvieh, Pferden, Murmeltieren und Steinwild sowie Gesprächen mit sympathischen Menschen der Region und Wanderern. Der vierstündige Abstieg nach Durnholz und die Weiterfahrt mit Bus und Bahn nach Brixen und Bozen waren geradezu ein Klacks.

Slow Food der Region

Dem Genuss widmeten wir in der Provinz Bozen das Ende der Recherche, wo es dem Engagement der Südtiroler Slow Food Presidi-Förderkreise zu verdanken ist, dass traditionelles Lebensmittelhandwerk und Qualitätsprodukte erhalten bleiben. Vier davon finden Sie auf der nächsten Seite.

Text: Michaela Hocek

Villnösser Brillenschaf

Seit 2011 ist diese Nutztierrasse als „Slow Food Presidio“ anerkannt. Oskar Messner, Chef de Cuisine im Zwei-Hauben-Restaurant „Pitzock“, Mitgründer der Lammdelikatessen-Marke Furchetta und Querdenker ist einer der treibenden Kräfte zur Bewahrung der Villnösstaler Viehzucht, Landschaftspflege, Wollproduktion und lokalen Traditionen.

pitzock.com I furchetta.it

Altreier Lupine

Auf eine über 100-jährige Geschichte blickt man beim „Altreier Kaffee“, der aus der Lupine gewonnen wird, zurück. Er wurde erstmals 1897 schriftlich erwähnt und bis in die 1960er-Jahre als Kaffeeersatz verwendet. Einige Altreier kultivierten die Pflanze auch danach. Seit 2005 pflegt der Verein der Altrei Lupinenkaffeeanbauer das Netzwerk zwischen Landwirten, Gemeinde, Tourismus und Dorfverbänden, um die „Voltruier Lupine“ – so lautet der Name des fertigen Produkts in Anlehnung an den mundartlichen Namen von Altrei –lebendig zu halten. Unser Tipp, wenn Sie in diese Gegend kommen: Verpassen Sie die Führung „Kulinarische Schätze von Altrei“ des Tourismusvereins nicht. caffedianterivo.it

Vinschger

Paarl

Das würzig-herzhafte Roggenmischbrot, das als Doppellaib gebacken wird, ist eine der ältesten Sorten der Region, wurde wegen seiner Form oft bei Hochzeiten gereicht und als Vorrat an der Decke getrocknet. Die Bäckerei Schuster in Mals bewahrt mit ihrem „Vinschger Urpaarl“ aus 100 Prozent Obervinschger Roggen auf Basis eines alten Rezepts des Klosters Marienberg diese Spezialität. schuster.it

Ahrntaler Graukäse

Der einzigartige Geschmack dieses Sauermilchkäses stammt aus der Verarbeitung komplett abgerahmter Milch, die in speziellen Behältern verweilt, bis sie gerinnt. Danach wird sie erwärmt, von der austretenden Molke getrennt und der Käsebruch von Hand zerkleinert, bevor es in den Reifeprozess geht.

Entdecken Sie die Spezialität an den Ahrtaler GrauKäseTagen von 5.-20.9.

ausschau halten

Wandersteine sind in Südtirol recht oft anzutreffen. Sie sind bunt bemalt oder mit einer Botschaft versehen, werden mitgenommen und wieder abgelegt. Wir haben unseren Findling mit „Alles hat seine Zeit“Schriftzug auf der hochalpinen Flaggerschartenhütte entdeckt. Sie ist eine der Unterkünfte, die im Zuge der sieben Tage dauernden „Sarntaler Hufeisentour“ erwandert werden kann.

Bilder: IDM Südtirol-Alto Adige (Manuel Ferrigato, Maximilian Egger, Armin Huber), SlowFood, Brigitte Demarki

hoteltipps

Terentnerhof

Das von Familie Engl im Pustertal geführte Hotel ist der ideale Ort, um Entspannung und sportliche Aktivität zu kombinieren. 47 Zimmer und Suiten sowie eine atmosphärische Bar, das Restaurant mit SepareeCharme und sehr smartem Service-Team sowie das Spa Torrentes, die Bio- und Eventsauna, der Infinity-Pool und die Yoga-Plattform mit Bergblick sind der perfekte Rückzugsort nach Ausflügen zu den Erdpyramiden, dem historischen Mühlenweg oder einer E-Bike-Tour durch das Winnebachtal auf die Astnerbergalm. Das Schöne daran: Der Start zu vielen Erkundungen ist direkt beim Hotel und mit der „Almencard Plus“ können die öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Südtirol kostenlos benutzt werden.

„Traditionell“ mit Südtiroler Spezialitäten, „Modern“ mit köstlichen Neuinterpretationen und „Vegan“ mit Schätzen aus der Natur versteht es Inhaber und Küchenchef Harald Engl täglich mit drei harmonisch abgestimmten Menüs ein Soulfood Dinner der Extraklasse zu servieren.

Steindlgut

Terentnerhof –active lifestyle hotel

Wolfgang und Steffi Oberhofer führen das biodynamische Weingut in Kranebitt bei Brixen und keltern mit Hingabe authentische und Demeter-zertifizierte Naturweine. Die Trauben werden von Hand gelesen und die Fermentation basiert auf Wildhefen. Auf künstliche Zusatzstoffe und Filtration wird verzichtet, stattdessen auf minimale Eingriffe und Einsaaten zur Vermeidung von Bodenverdichtung sowie Förderung der Biodiversität gesetzt. Mit ebenso viel Leidenschaft wurden auch der Kräutergarten und zwei Weinberg-Chalets inklusive Terrasse mit Panoramablick auf Brixen und Privatsauna, die seit 2025 Gäste willkommen heißen, umgesetzt. Natürlich inklusive gut gefülltem Weinkühlschrank.

Pustertaler Sonnenstraße 7 | I-39030 Terenten M +39 0472 54 61 17 terentnerhof.com Steindlgut Elvaser Straße 91 | I-39042 Brixen | M +39 328 732 4760 steindlgut.com

Bilder:

Solea Südtirol

Umgeben von

Apfelund Weinbergen

Eine kurze Busfahrt von Meran und dem Weingut Schloss Rametz entfernt, liegt das Hotel mit All-Inclusive-LuxuryKonzept und Fokus auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit sowie Fitness und Wellness.

Vom vitalisierenden Frühstück über die Marende bis zum Sundowner und Dinner mit schwerpunktmäßiger regionaler Weinbegleitung ist im Solea Südtirol für alles gesorgt, wonach es Gourmets gelüsten könnte. Die Cocktails wie z. B. „Dakapo sour“, der mit einem regionalen Likör zubereitet wird, sind äußerst empfehlenswert und die

Die Gemeinde Schenna ist nach den GSTCKriterien (Global Sustainable Tourism Council) als nachhaltige Destination ausgezeichnet. Seit 1994 besteht die Anreisemöglichkeit mit dem Meraner Land Express. Um Klimaschutz und neueste Technologien geht es beim Event „schenna e.motion – electric.experiencesüdtirol“ vom 1. bis 3.6. schenna-emotion.com

Bar ein beliebter Treffpunkt – ebenso wie die Terrasse, die so ausgiebig wie möglich bespielt wird.

Der Bewegungshunger wird mit einem Aktivitätenprogramm, das von Personal Training, Mobility- und Pilates-Training, Aquafitness bis zu geführten Wanderungen oder E-Bike-Touren in die Umgebung reicht, gestillt. Danach kann man bei exzeptionellen Saunaaufgüssen sowie entspannenden Klang- und Gongsessions regenerieren.

Das 4-Sterne-Superior-Haus, in dem auch Hunde gern gesehen werden, liegt erhaben über Meran und bietet einen unvergleichlichen Panoramablick auf die Berggipfel und die mediterrane Landschaft, die sich im Garten des Hotels mit Salzwasser-Outdoorpool und Palmen fortsetzt. Begrünt wurden auch alle Dächer und die Tiefgarage. E-Ladestationen sind vorhanden. Der neue Trakt wird mit Wärmepumpen beheizt und die Aufstockung des Gebäudes erfolgte in Holzbauweise. Der Energieverbrauch wird durch die smarte Steuerung der einzelnen Verbraucher optimiert.

Einkehr auf Schloss Rametz

Bei unserer Weinverkostung auf dem Castel Rametz, das seit 1227 existiert, haben wir nicht nur viel zur regionstypischen relativ kleinen Weinberggröße und den zum Klima passenden angebauten Sorten Sauvignon, Gewürztraminer, Riesling und Pinot Noir gelernt, sondern auch einen Spruch, der den Genuss und die Mentalität der Region gleichermaßen charakterisiert: „Wer Wein säuft, sündigt. Wer Wein trinkt, betet.“ Den Wissenserwerb haben wir bei der Verkostung von Vernatsch, Gewürztraminer, Castel Monreale Brut und Cabernet Riserva gefestigt.

Schennastraße 41 | I-39017 Schenna T +39 0473 945 660 suedtirol.solea-hotels.com

Bilder: Solea (Daniele Paternoster), Tourismusverein Schenna (Patrick Schwienbacher), Castel Rametz (CDA Verlag GmbH)
Solea Südtirol

Sympathiefaktor sehr hoch

Nicht nur beim Apero-Empfang wissen Barbara und Horst Peintner was für ihre Gäste gut ist. In den 40 Zimmern findet sich das orthopädisch-bioenergetische Samina-Schlafsystem. Im Restaurant wird Bio-Naturküche mit überwiegend Südtiroler oder aus dem Alpenraum stammenden Bioprodukten serviert. Der Panorama-Bergpool, der Duftgarten und das Spa mit besonderen Behandlungen wie z. B. Körperkerzen oder Themenaufenthalte „Das Glück in mir“ oder „Babymoon“ heben Erholung auf ein neues Level.

Biohotel Gitschberg

Endereckerstraße 2

I-39037 Meransen gitschberg.it

BIOHOTEL GITSCHBERG

Boutiquehotel mit Traumausblick

Klein, familiär, absolut naturverbunden und individuell mit baubiologischer sowie menschlicher Nachhaltigkeit könnte man das ganzjährig energieautarke Urlaubsparadies im Südtiroler Sonnendorf Meransen von Familie Peintner kurz zusammenfassen. Natürliche Textilien, Lärchen-, Zirben-, Fichten- und Eichenholz, chemiefreie Farben und Dämmmaterialien sowie die Begeisterung für Gourmetgenuss machen den Komfort aus.

Text: Michaela Hocek

Barbara und Horst Peintner sind nahbare und versierte Gastgeber, die ihre Wirkungsbereiche perfekt aufgeteilt haben. Sie sind im Hotel gefühlt rund um die Uhr anzutreffen und haben ein imposantes Wissen zu Wein, Kulinarik, gesunder Lebensweise, Kräutern und Wellness – was sich auf das Wohlbefinden während des Aufenthalts maximal positiv auswirkt. Dass die beiden „Kreativarbeit bis ins kleinste Detail“ lieben, haben sie nicht zuletzt bei der Renovierung letztes Jahr bewiesen. „Beim Umbau wollten wir die Natur ins Haus holen, es für alles Schöne und Gute öffnen, was

vor der Haustür ist. Die Terrasse ist zum Outdoor-Wohnzimmer mit verschiedenen Wohlfühlzonen und Sitzgelegenheiten geworden. Das Restaurant wurde mit 12.000 Eichenblättchen an der Decke zum Hingucker und Akustik-Traum. Bei uns lebt man 1.400 Meter über dem Alltag an einem Ort der besonderen Lebenskraft“, so Barbara beim Interview während unseres Aufenthalts. Umgesetzt wurde das mit der Vergrößerung der Balkone und großzügigen Fensterfronten unter Wahrung der Privacy durch einen Nischencharakter, der sich durchs gesamte Haus zieht – ebenso wie

angenehme Düfte, die es im Gitschberg atmosphärisch und heimelig machen.

Urlaub mit Mehrwert –Resilienz stärken

„Ferientage sind zu wichtig und zu kurz, um ohne Kraftpotenzial zu urlauben“, ist das dazu passende Credo. So wurde bei der Erneuerung der Zimmer auch in das Samina-Schlafsystem der gleichnamigen Vorarlberger Manufaktur investiert, da der Großteil der Regeneration des Menschen in der Nacht passiert. Verwendet werden ausschließlich naturreine Bio-Materialien, frei schwingende entlastende Lamellenrose in unverleimtem Buchenholz, punktelastische Naturkautschuk-Matratzen, klimaregulierende, allergikerfreundliche Topper aus Schurwolle und Bio-Keramik-Baumwolle sowie ergonomische und allergikerfreundliche Kissen und naturbelassene Schurwolldecken. Unser Fazit: Ja, es ist so erholsam, wie es sich liest. Zusätzlich stehen 16 Premium-Zimmer als „Samina Power Sleeping Rooms“ mit Erdungsauflage zur Verfügung.

Aufatmen – Loslassen –Stärken

Die von der Hausherrin und Kräuterpadagogin gepflanzten thematischen Kräuterkreise im Sonnengarten spiegeln die Stationen

des Urlaubs gut wider. Sie sind an traditionelle Bauerngärten angelehnt. Auch ihre selbstgemischten Tees beim Frühstück, Öle im Spa und essbare Blüten wie Gewürzkräuter in den Menüs sollte man ausgiebig genießen. Bioland-zertifiziert: Das Küchenteam kocht im Rhythmus der Jahreszeiten auf und verfolgt ein umweltfreundliches Waste-Management. Bekömmliche Gerichte, viel Hausgemachtes und Vegetarisches, Fleisch aus Hofschlachtung vom Bio-Frühstück über die Südtiroler Marende bis zum „Green Dinner Deluxe“ steigern täglich die Vorfreude auf regionale Köstlichkeiten. Die Auswahl der edlen Tropfen aus der Winebar und Grappathek bespricht man am besten mit Hausherr Horst. Auch antialkoholische, fermentierte Drinks, Mocktails und Bio-Säfte aus dem Vinschgau lohnen eine Verkostung. E-Bike-Touren, Wanderungen oder Waldbaden stehen abseits vom Hotel auf dem Programm – wenn man sich denn aus dem energieautarken Gitschberg, das bereits 2011 das erste bestehende Hotel in Südtirol war, das als Klimahotel zertifiziert wurde, raus bequemen möchte. Zu Recherchezwecken haben wir das natürlich getan. Auch wenn wir uns nur schwer loseisen konnten und den Blick über die Dolomiten des Pustertals und des Eisacktals von der Terrasse oder dem Pool stundenlang hätten genießen können.

Eigens entwickelte Spa-Behandlungen auf Basis alpiner Heilkunde, Heu-Ruheraum, Liegen aus Lärchenvollholz etc.: Intensive Ruhe und Naturmaterialien machen die Atmosphäre im Haus aus.

Naturnah und biologisch

Hausgemachtes Brot, SupernuturalNussmuszapfanlage, Omelette-Station mit netter Plauderei, selbstgepflückte und zusammengestellte Teemischungen: Es sind viele kleine Details, die Frühstücksfreuden hier ausmachen. Von unserem Galadinner blieben Waldmeister-Sorbet mit Katzenzungen, das Pfifferling-Frikassee mit Laugenknödeln und das Steak vom heimischen Rind mit Petersilienwurzel in bester Erinnerung.

Bilder: Hotel Gitschberg (Andre Schönherr, Marie Bärsch, Vera Prinz)

Das Magazin für unsere Zukunft

FIT UND GESUND

Nachhaltig unterwegs im

Tessin

Als ich Ende September 2025 zur Pressereise „Genusskultur und Slow Travel alla Ticinese“ aufbrach, freute ich mich auf die Region und das Programm, das im Rahmen der Pressereise angekündigt war, konnte aber noch nicht erahnen, wie außerordentlich sympathisch sich das Tessin und seine dynamischen Einwohner:innen entpuppen würden. Daher unser erster Tipp: Planen Sie genügend Zeit ein, um sich dieser Region eingehend widmen zu können. Es gibt viele Orte auf Hügeln, regionale Spezialitäten, Winzer und Köche mit inspirierenden Geschichten zu entdecken.

Von Ascona nach Locarno

Entgegen dem eigentlich ganzjährig milden, mediterranen Klima, das mit viel

Sonne und längeren Vegetationsperioden einhergeht, wurden wir von ausgiebigem Regen und Wind begleitet. Was zwar unserer Laune keinen Abbruch tat, aber die E-Bike-Tour von Ascona nach Locarno vereitelte. Die zehn Kilometer lange Etappe wäre mit 200 Höhenmetern sehr leicht zu bewältigen gewesen und hätte viele schöne Ausblicke geboten. Stattdessen hatten wir die mindestens ebenso schöne Sicht auf den See mit Morgennebel, der sich knapp über der Wasseroberfläche und vor dem Bergpanorama bald verzog.

Ganzjahresdestination

Was vielleicht weniger bekannt ist: Der Süden der Schweiz ist auch im Winter eine Reise wert. Viel Sonnenschein, helle Tage, frische Luft und milde Temperaturen von

Bellinzona

Die Stadt am Fuß des Gotthardmassivs glänzt mit entzückender Altstadt und vor allem dem Castel Grande. Wir hatten das Vergnügen, es mit Reiseleiterin Martina Gabrielli zu erkunden. Die historische Verteidigungsanlage mit ihren höher gelegenen Burgen Montebello und Sasso Corbaro zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der mittelalterlichen Festungsarchitektur im Alpenraum. Gemeinsam mit der imposanten Wehrmauer „Murata“ wurde sie im Jahr 2000 ins UNESCOWeltkulturerbe aufgenommen.

INFOS ZUM

CASTEL GRANDE

Text: Michaela Hocek

November bis Februar führten zur Tourismusinitiative „Ticino365“. Dies geht im Sinne der Nachhaltigkeit mit mehr Stabilität und Einkommen für die Betriebe, ein Plus an Übernachtungen, einem stärkeren Arbeitsmarkt und höherer Wertschöpfung einher. So startete man im Herbst mit OutdoorAktivitäten, Events und Kooperationen mit Railtour. Spaziergänge entlang der Seen, belebte Piazze und Besuche des Monte Carasso mit Blick über die Magadino-Ebene, ein Besuch des historischen Dorfes Curzútt oder das Überqueren der tibetischen Brücke sind möglich. Wer sich weniger bewegen möchte, dem sei die Centovalli-Bahn empfohlen, die Domodossola mit Locarno verbindet. Das Besondere dabei? Es geht durch 31 Tunnel und über 83 Brücken, während sich spektakuläre Landschaften aus dem Panoramafenster beobachten lassen.

Vielen Dank für die Einladung zur klimaneutralen Reise mit der Bahn, die perfekte Organisation und das vielfältige Programm, sowie das Kennenlernen außerordentlicher Hoteliers und auf höchstem Niveau querdenkende Gastronomen durch Tessin Tourismus ticino.ch . Ein großes Dankeschön auch an Catharina Berni, Head of Communication Ticino Turismo, und Ariane Husung von AHM Kommunikation für die persönliche Betreuung vor Ort.

Der Winzer und sein Fass

Die Azienda Terre d‘autunno ist in der Via Monticello 14 in Lumino zu finden.

Davide Biondina ist nicht nur Winzer, sondern auch Förster. So hat seine Liebe zu Holz ihn dazu inspiriert, seine eigenen Fässer zu bauen. Dafür ist er 15 Jahre lang zu Tonnellerien nach Frankreich gereist. Seine Begeisterung ließ uns tapfer durch den Regen stapfen, um seine Weinberge und Werkstatt zu sehen, tief in das Innere eines Weinfasses mit der Nase einzutauchen und über den Duft zu staunen. Eine Weinverkostung mit ihm, die für uns mit seinem preisgekrönten „le nostre vite“ endete, können wir wärmstens empfehlen.

terredautunno.ch

Die Tibetische Brücke „Carasc“ ist mit 270 Metern eine der längsten Hängebrücken der Schweiz und wiegt etwa 50 Tonnen. Ausflugstipps

Das Dörfchen Curzútt wirkt wie aus der Zeit gefallen und ist doch eher lebendiges Zentrum als Freilichtmuseum.

Zugfahrt mit der CentovalliBahn nach Verscio und Besichtigung des Teatro Dimitri.

Velotour „Agriesperienza - Una pedalata squisita“ mit Rad oder E-Bike. Z. B. mit Wasserverkostung, Weinprobe, Locarno-Besuch und Mittagessen am Bauernhof.

Ticino Ticket für Gäste von Hotels, Jugendherbergen und Campingplätzen. Damit kann der öffentliche Verkehr im gesamten Tessin frei genutzt werden und es gibt vergünstigte Eintritte in Freizeiteinrichtungen. ticino.ch/ticket

2001 ÜBERNAHM PAOLO HEFTI DIE WEINBERGE SEINES VATERS.

Salute

Eine Degustation auf dem modernen Weingut von Paolo Hefti in Verscio ist eine weitere gute Adresse, um die Charakteristika der Böden und Trauben der Region zu erfassen. Merlot, Merlot Barricato, Rosato di Merlot, Bianco di Merlot und Chardonnay: Fünf Weine umfasst das Sortiment „Tre Perle di Pedemonte“. Nicht zu vergessen sind zwei Sorten Grappa – wahlweise aus Merlot- oder Chardonnay-Trauben und der Likör Ratafià aus grünen Walnüssen der Region.

Hefti Vini

Salim 9 | 6653 Verscio M +41 79 509 83 52 heftivini.ch

Tradition bewahren

Einen Besuch in der Farina-bóna-Mühle und ein Treffen mit dem Produzenten und ehemaligem Lehrer Ilario Garbani sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Er lebt im oberen Onserone, das heute 60 Einwohner:innen hat, und macht ein beinahe in Vergessenheit geratenes Lebensmittel wieder attraktiv: Farina bóna. Das aus gerösteten Maiskörnern gewonnene Mehl ist glutenfrei und leicht bekömmlich. Es kann für glutenfreie, pikante Pfannkuchen, Müsli oder als gesunder Saucenbinder verwendet werden. farinabona.ch

Ilario Garbani produziert auch Maiswaffeln, Pasta, Bier etc. aus dem nach Popcorn schmeckenden Rohstoff.

Buon appetito

Wer Tessin sagt, muss auch „Osteria del Centro“ sagen. In der Küche eines alten Hauses im Herzen von Comano schafft Piero Roncoroni gemeinsam mit seiner Frau Mercedes und seinem hünenhaften Sommelier Aromen, Farben und kreative Kombinationen aus Gemüse und Kräutern, die auf raffinierter Schlichtheit beruhen. Neben einer Weinbegleitung haben wir auch die antialkoholische Variante mit hausgemachten Tees und fermentierten Säften probiert, die restlos überzeugte. Verarbeitet wird, was Markt und Saison hergeben. Mit dieser täglich gelebten Nachhaltigkeit ändern sich die Menüs laufend.

Osteria del Centro

Via Cantonale 50 | CH-6949 Comano T +41 91 930 80 62 osteriadelcentro.ch

Bilder: Hefti Vini, Intraina Alain, Alexandre Zveiger, Osteria del Centro

Hoteltipp

HOTEL BELVEDERE LOCARNO

Stadtnah und ruhig zugleich

Nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum auf einem Hügel über Locarno ist das einzige Vier-Stern-Plus-Hotel der Stadt gelegen. Dank der historischen Standseilbahn ist es direkt mit der monumentalen Wallfahrtskirche Madonna del Sasso und der Seepromenade verbunden.

Einfache und raffinierte Eleganz, exquisite Küche sowie ein herzlicher Empfang erwartet die Gäste in dem historischen Anwesen. In den 90 Zimmern und Suiten mangelt es nicht an Komfort. Zusätzlich entspannt wird im „Oasi Belvedere“, der Spa-, Wellness- und Beauty-Area. Im Adults-Only-Bereich kann man in zwei Saunen, einem Dampfbad, einem Kneipp-Parcours, einem Frigidarium, Entspannungsräumen entspannen sowie in einem großen Fitnessraum trainieren. Der für alle Gäste zugängliche Bereich verfügt über einen Whirlpool und einen Pool mit Innen- und Außenbereich.

Palmen und üppige Vegetation sind Teil des Flairs der großen Terrasse des Restaurants „La Fontana“, für das Küchenchef Rosario Stipo 14 Gault&Millau-Punkte erkochte. Das Konzept setzt auf leichte, regionale und vor allem nachhaltige Gerichte mit besonderem Augenmerk auf Neuheiten und Trends. Unerwartete Twists erwarten Feinschmecker:innen auch bei vegetarischen Gerichten. Vom Dinner sind uns besonders das marinierte Zandertartar, der Loto-Reis „Terreni della

Maggia“ – übrigens ideal für Risotto –mit Muskatkürbis, Zinkarlinkäse-Fondue, Haselnuss-Granella und Fruchtsenf in Erinnerung geblieben. Auch das Dessert „Sassi e Mieli delle Alpi“ war eine regionale Verbeugung an den Gaumen. Der Gang an die Bar ist in diesem Haus eine genussreiche Pflicht. Die Atmosphäre und lokale wie internationale Getränkeauswahl sind mondän und gemütlich zugleich. Mit den Zertifikaten „Swisstainable Level II – engaged“ und „CAS Corporate Responsibility“ ist das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit offiziell und nach außen sichtbar. Im Hotelalltag wird auf die Reduktion von Einwegplastik und Papier geachtet. Die organischen Abfälle des Restaurants werden in Biogas umgewandelt. Im Spa-Bereich wird auf Photovoltaik und Geothermie gesetzt, die Erneuerung des Heizungssystems ging mit der Installation von Wärmepumpen einher. Zahlreiche Kunstwerke im Hotel fördern die Schweizer und Tessiner Kunst und auch hier wird wie in vielen weiteren Vorzeigebetrieben an der Entsaisonalisierung und Beschäftigungskontinuität gearbeitet.

Der Blick aus dem Ruheraum des „Oasi Belvedere“-Spa auf die Stadt und die Berge ist ebenso entspannend wie Kräutersauna, Dampfbad, finnische Sauna und kühlendes Frigidarium.

Hotel Belvedere Locarno****s Via ai Monti della Trinità 44 CH-6600 Locarno T +41 91 751 03 63 belvedere-locarno.com

Schweizer

Das mehrfach prämierte und kürzlich renovierte Haus am Ufer des Lago Maggiores, das im Besitz der Tschuggen Collection ist, erfüllt die Nachhaltigkeitsstrategie der Schweizer Premium Hotelgruppe. So wurden durch das neue Energiesystem mit See- und Grundwasser mehr als 80 Prozent Gesamteinsparungen an fossilen Brennstoffen ermöglicht. Die neuinstallierte Heiz- und Kühltechnologie ist klimaneutral.

Hotel Eden Roc*****s

Via Albarelle 16

HOTEL EDEN ROC

WOHLFÜHLOASE

AM LAGO MAGGIORE

Mit privatem Badestrand, Bootssteg mit eigenem Yachthafen, 95 Zimmern und Suiten, vier Restaurants und einem über 10.000 Quadratmeter großem Garten sowie 2.000 Quadratmeter großem Spa und Zwei-Michelin-Sterne-Küche mit pflanzlichem Schwerpunkt beeindruckt das als „Leading Hotels of the World“ ausgezeichnete Haus.

Text: Michaela Hocek

Beach Resort und Fakten der Renovierung hinzuweisen. Diese führten zu einem enormen Anstieg der Nachhaltigkeit, was bei historischen Gebäuden oft eine Herausforderung ist. So sind die Heiz- und Kühlanlagen des Hotels heute klimaneutral. Von Oktober 2024 bis April 2025 wurden 46 Zimmer und Suiten, die Fassade und Balkone renoviert. Unter der Ägide der Tessiner Architekten Carlo Rampazzi und Fiorenzo Tresoldi wurde für mehr Leichtigkeit viel Glas integriert und der direkte Seezugang sowie die wunderschön bepflanzte Gartenanlage verstärkt in den Fokus der Gäste gerückt. Für die Gestaltung der neuen Möblierung hat man

CH-6612 Ascona edenroc.ch

Im Tessin zu urlauben, heißt Ruhe und Landschaft zu genießen, seine Tage in einem Kokon aus mediterranem Flair und Schweizer Verwöhnkultur zu verbringen. Ein besonders geeignetes Plätzchen dafür ist das Schweizer Fünf-Stern-Hotel „Eden Roc“ in Ascona am Ufer des Lago Maggiores. Mit Stolz behauptet man, allen voran Hoteldirektor Markus Tauss, hier von sich, das „einzig wahre Beach Resort der Schweiz“ zu sein. Er ließ es sich nicht nehmen, meine Pressekolleg:innen und mich zum Apéro zu begrüßen, uns persönlich durch das Haus und den Park zu führen, auf geschichtsträchtige Details

sich an alten Keramikmalereien aus Ascona orientiert – auch das eine Form der Nachhaltigkeit, die Atmosphäre schafft.

Eleganter Ausdruck der Lebensfreude

Natürlich wurde auch Altes bewahrt. Denn der Charme des 1971 erbauten Hauses ergibt sich aus einer friedlichen Koexistenz von glänzenden Marmorböden, sanft gewölbten Palazzo-Decken, hellen Farben, leichten Stoffen, dunklem Holz, antiken italienischen Lüstern und bunten modernen Sitzgarnituren in der Lobby sowie großzügiger Grandezza und Helligkeit in den Zimmern. Alle 95 Zimmer und Suiten zeichnen sich durch einen Balkon oder eine Terrasse mit Blick auf den See oder die Berge aus. Neben dem Gourmetrestaurant „La Brezza“, stillen das Bootshaus „La Casetta“, das sich auf frische Pastagerichte und Gegrilltes spezialisiert hat, und das Restaurant „Marina“, wo internationale Spezialitäten wie arabische Mezze oder asiatische Dim Sum serviert werden, den Appetit auf besondere Köstlichkeiten. Im Restaurant „Eden Roc“ verwirklicht Küchenchef Salvatore Frequente Schlichtes, Kreatives und erfrischend Gesundes. Allen gemein ist hochqualitative und schnörkellose Küche.

Gruß aus der Küche

In lichte Gourmethöhen schwingt man sich im „La Brezza“, das mit 19 Gault Millau-Punkten ausgezeichnet wurde. Der Werdegang und das Selbstverständnis des Executive Chef Marco Campanella ist geprägt von lokalen Spezialitäten, Teamgeist, Ideenaustausch als Philosophie , Bodenständigkeit und Reisen. „In den letzten Jahren bin ich mit meiner Frau viel gereist –von Südamerika über Asien bis Europa. Diese Reisen haben meinen Horizont erweitert und meine Küche stark beeinflusst.

Wer sich im Eden Roc zur Nacht bettet, kann zusätzlich die Dienste eines Schlafbutlers in Anspruch nehmen, der die individuelle Qualität der Nachtruhe optimiert.

Roc die Hauptrolle.

Marco Campanella hat sich das Ziel gesetzt, niemals Langeweile auf dem Teller aufkommen zu lassen.

Die Aromen, Techniken und Zutaten der verschiedenen Kulturen spiegeln sich in

meinen Gerichten wider. Dennoch lege ich großen Wert darauf, dass die Produkte im Mittelpunkt stehen: Eine Tomate bleibt eine Tomate, und ich möchte, dass unsere Gäste die Zutaten auf ihrem Teller wiedererkennen.“ Dies durften wir bei einem Fünf-Gänge-Menü, das von vielen wunderschönen Überraschungen noch vor der Vorspeise und nach dem Dessert flankiert wurde, am eigenen Leib erfahren. Es ist nicht nur die Qualität der einzelnen Kreationen, die beeindruckt, sondern auch wie sie dargeboten w er den. Vom Geschirr bis zum Showeffekt mit Trockeneis wurde über vier S tunden erlebbar, was professionelle Perfektion, Geselligkeit und Genuss be wirk en können. Das Staunen über die Darbietung und die aufeinandertreffenden Konsistenzen riss nicht ab. Das anschließende Gespräch mit dem absolut nicht abgehobenem Maestro, der uns sogar mit in die Küche nahm und jeden einzelnen seines Teams vorstellte, war ein weiteres unvergessliches Highlight.

Der 32-jährige Deutsch-Italiener, der im Zwei-Michelin-Sterne gekrönten Restaurant „La Brezza“ mit seinem Team, das er bei unserem Besuch in der Küche nach einem Dinner der Extraklasse für Auge und Gaumen persönlich vorstellte und in den Vordergrund rückte, wurde vom Gault&Millau Schweiz als „Koch des Jahres 2025“ ausgezeichnet. Seine Kreationen entstehen hauptsächlich mit regionalen Produkten des Lago Maggiore oder dem Vallemaggia.

Mannigfaltiger Geschmack, Atmosphäre und Ausblick spielen in den vier Restaurants des Eden
Marco Campanella
Bilder: Hotel Eden Roc, Karine & Oliver, Urs Homberger Arosa Switzerland

Das Magazin für unsere Zukunft

SCHOLLE, LACHS UND CO.

Welcher Fisch darf noch auf den Tisch?

Luftfahrt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit GRÜNER FLIEGEN

24 Türchen

Faire Schokolade und mehr

GROSSER GESCHENKEGUIDE

Inspirationen für ökologisches Shopping

In Bangkok, der Hauptstadt Thailands, leben auf 1.568 Quadratkilometern etwa 5,7 Millionen Einwohner – im Ballungsraum sogar etwas über elf Millionen Menschen.

Nachhaltig unterwegs in

bangkok

EBangkok ist eine pulsierende Metropole, die mit „geregeltem Chaos“ und buddhistischer Freundlichkeit seine Gäste in Empfang nimmt. Trotz mehrerer Millionen Menschen liegt hier eine spürbare Entspanntheit über der Stadt.

rstmals haben wir uns in diesem Feature für eine Fernreise entschieden. Wir haben soweit wie möglich umweltverträglich agiert und möchten vorab Aspekte, die berücksichtigt werden sollten, wenn Destinationen weit weg vom Heimatort angepeilt werden, vorausschicken: Dehnen Sie Ihre Reisedauer so lange wie möglich aus. Kompensieren Sie Ihre Flugkilometer. Achten Sie vor Ort auf die Konsumation von Regionalem. Wählen Sie nachhaltige Tourenanbieter aus. Unterstützen Sie lokale Initiativen und Unterkunftgebende. Bringen Sie der Kultur und den Traditionen des Landes Respekt entgegen.

Los geht’s

Wer in Bangkok nach dem Sightseeing – Tipps finden Sie auf der nächsten Dop-

pelseite – und stundenlanger Präsenz von Buddha-Statuen und Tempeln eine Auszeit braucht, kann sich in den Lumphini Park, einer grünen Oase mitten in der Stadt, oder den Benjakitti Forest Park, mit Sumpflandschaften und einem Skywalk, Lebensraum für Tiere und Ausblick für Menschen, zurückziehen.

Projekt „Green Bangkok 2030“

Das vordergründige Ziel dieses Projekts der Umweltabteilung der Bangkok Metropolitan Administration (BMA) ist die Vergrößerung der städtischen Grünflächen. Dazu werden öffentliche Flächen, Bereiche unter Schnellstraßen und zwischen Gebäuden sowie Grundstücke entlang der Kanäle etc. erschlossen. Sie sollen dazu beitragen, die sozialen Bindungen der Menschen weiter zu unterstützen, die Wirtschaft und den Tourismus zu fördern, die Artenvielfalt des städtischen Ökosystems zu stärken, die Luftverschmutzung zu verringern und den urbanen Wärmeinseleffekt zu lindern. Bis 2030 sollen dafür zehn Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner:in entstehen und innerhalb von fünf Minuten soll jede:r eine Grünfläche erreichen können. So wurde beispielsweise bereits der Kanal Khlong Ong Ang restauriert, der heute für seine Streetart und Kajakfahren in sauberem Wasser beliebt ist. Besonders sehenswert ist die Walking Street, eine lebhafte Markstraße, am Wochenende. Zum Teil sind auch schon E-Fähren, die jeweils 30 Passagieren Platz bieten, auf den Kanälen unterwegs.

Text: Michaela Hocek
Bilder: Centara Hotels & Resorts

Frisches Gemüse, Zitrusfrüchte und Kräuter: Die Centara Organic Farm findet sich im 26. Stockwerk.

CENTARA GRAND AT CENTRAL WORLD

Hoch hinaus in vielen Aspekten

Mitten im Herzen von Bangkoks Einkaufsviertel kultiviert das 55 Stockwerke hohe Hotel auf der 26. Etage seinen eigenen Bio-Garten. Die Gäste profitieren vom Farm-to-Fork-Erlebnis in den Restaurants des Fünf-Stern-Hotels.

Direkt nach der Fahrt vom Flughafen durch Straßenschluchten hatten wir unseren ersten nachhaltigen Moment in der thailändischen Hauptstadt in luftiger Höhe. Der Outdoor-Garten mit Hochbeeten voller Salate, Kräuter, Gemüsepflanzen und Töpfen mit Zitrusfrüchten auf dem Areal ehemaliger Tennisplätze des Central Grand repräsentiert einen fortschrittlichen Ansatz. Hier wird auf rund 251 Quadratmetern angebaut, was auf den Tellern der Gäste landet. In einer Frische, die sonst nicht möglich wäre. „Unser erhöhter Bio-Garten geht über die reine Quelle von Zutaten hinaus, wir offerieren die nachhaltigste Lebensmitteloption, die möglich ist“, so Robert Maurer-Löffler, Vize-Präsident Operations and General Management. „Wir sehen das Farm-toFork-Konzept nicht als Trend, sondern als Erfahrung aus erster Hand für unsere Gäste.“ Hier gedeihen Kopf- und Römersalat, roter Eichen- und Eisbergsalat ebenso wie Kale, Lemongrass, Salbei, Rosmarin oder Thymian. Die Auswahl an Basilikumsor-

ten ist ebenso bemerkenswert. Zudem reduziert die Bio-Farm den CO₂e-Fußabdruck. Verarbeitet werden die frischen Köstlichkeiten unter der Ägide der Sterneköche Borja Terry Borrego im Tapas-Restaurant „Uno Mas“ und Luca Russo im italienischen „Red Sky“ sowie den anderen kulinarischen Treffpunkten des Hotels. Hinzu kommt in Sachen Ökologie die größte Dach-Solaranlage ihrer Art für ein Hotel in Bangkok mit einer Kapazität von über 860 Kilowatt. Dies unterstützt auch die nationalen SCG-Programme Thailands, das grüne Wachstum voranzutreiben. Das Hotel hat für all seine Bestrebungen den „Letter of Recognition“ (LOR) im Rahmen des „Low Emission Support Scheme“ (LESS) erhalten, der von der „Thailand Greenhouse Gas Organization“ (TGO) für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 4.481 Tonnen CO₂e zertifiziert wurde.

Helles und modernes Design in Kombination mit viel Glas, Stein und Holz zieht sich durch das „Tea & Tipple“ im 23. Stock und das gesamte Haus.

Centara Grand at CentralWorld 999/99 Rama 1 Road, Pathumwan Bangkok 10330,Thailand cgcwreservation@chr.co.th bit.ly/centarahotelresorts

Wat Arun

Der Tempel der Morgenröte am Ufer des ChaoPhraya-Flusses ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Über und über sind die Türme und Gebäude der gesamten Anlage mit kunstvoller Keramik übersät. Den beleuchteten Anblick in der Dunkelheit sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Tipp: Wer schnell und günstig zur Besichtigung von der Innenstadt übersetzen möchte, nimmt die Fähre vom Tha Tien Pier.

UBAHN & CO.

Die öffentlichen Verkehrsmittel BTS Skytrain oder MRT sind ideal, um sich innerstädtisch fortzubewegen. Die Busse sind verkehrs- und baujahrtechnisch mitunter ein Erlebnis und gelegentlich verpasst man die richtige Station –dafür entdeckt man meist authentische Stadtteile. Zu Fuß ist Bangkok ebenfalls sehr gut und sicher zu erkunden.

Der Duft der Opfergaben auf dem Pak Khlong Talat, dem Frischblumenmarkt, und die vielen Bäume und Pflanzen entlang der Kanäle lassen aufatmen.

Parkbesuch, ja bitte

Der Chulalongkorn University Centenary Park ist ein grüner Rückzugsort im Herzen der Stadt, der zum 100-JahrJubiläum der Universität 2017 eröffnet wurde. Hier trainieren Einheimische oder treffen sich zum Picknick. Tourist:innen erholen sich vom Trubel der Stadt, entdecken Skulpturen und Kunstinstallationen oder machen Führungen über den Campus und in den Universitätsmuseen. Auch das überdimensionale Gründach und das unterirdische Abwassersystem, das zum lokalen Hochwasserschutz beiträgt, sind sehr interessant.

THAILÄNDISCHE MASSAGE

Wir haben eine Fußmassage in der Nähe des Tempels des Reclining Buddhas bei Watpo ausprobiert und waren begeistert. Die „Watpo Thai Traditional Medical and Massage School – Watpo TTM“ wurde 1955 gegründet. Wer länger Zeit hat, kann hier auch einen Workshop besuchen. Eine weitere Erfahrung in Sachen Massage ist MakaToksen. Eine Klopfmassage mit speziellen Tools, die auf alte thailändische Heiltraditionen zurückgeht.

Bilder: Shutterstock, CDA Verlag

Reclining Buddha

Wat Pho – dem königlichen Tempel Erster Klasse im Zentrum der historischen Altstadt – in der Nähe des Königspalastes, dessen Besuch man ebenfalls auf die Agenda setzen sollte, ist einer der ältesten und größten Tempel der Stadt. Seine Geschichte geht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Während man den liegenden Buddha bewundert, hallen die in den 108 Almosenschalen landenden Opfermünzen, die vor Ort gekauft werden können, meditativ durch das Gebäude. Auch die Ordinationshalle mit dem Phra Buddha Deva und die 42 Meter hohen Chedis im Innenhof sind beeindruckend. Die endlosen Reihen der sitzenden Buddhas waren übrigens ursprünglich Ballast zur Beschwerung für die mit Seide und Porzellan beladenen Schiffe, die als Zierde hier gelandet sind. Tipp: Die beste Besuchszeit ist morgens oder mittags.

46 Meter lang und 15 Meter hoch ist die vergoldete Statue des liegenden Buddhas, dessen riesige Füße 108 königliche, mythologische und glückverheißende Symbole in Perlmutt zieren.

Street Food

Kokoswasser direkt aus der frischen Kokosnuss, Eistees und kalte Smoothies sind ideal um mit den hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit zurechtzukommen. In Sachen Streetfood ist Chinatown die lebhafteste Gegend. Das Aroma von Zitronengras, Limette, Chili, Meeresfrüchten und Fleisch liegt ebenso in der Luft wie laut-schrille Musik und das Hupen der bunt und teilweise schräg beleuchteten TukTuks. Beliebt ist auch die „Boat Noodle Alley“ im Nordosten des Victory Monuments, wo typisch thailändische Nudelgerichte direkt an diesem Verkehrsknotenpunkt serviert werden. Obwohl sie so günstig sind, sind die Speisen an den OutdoorGarküchen frisch und hygienisch, da die Einheimischen lieber essen gehen, als selbst zu kochen. Die Kunst für Neulinge ist es, sich nicht zu rasch satt zu essen!

Bangkok ohne frisch zubereitete Speisen in thailändischer Fülle und Originalität sowie der populärsten Nachspeise Mango Sticky Rice wäre undenkbar. Marktleben

HOLISTISCHES PARADIES KAMALAYA KOH SAMUI

An der südlichen Küste von Koh Samui einzuchecken, bedeutet sich in einem ganzheitlichen Wellness Sanctuary Spa wiederzufinden, wo medizinische, wissenschaftliche und traditionelle Methoden auf eine ganz besondere Weise ineinandergreifen.

Text: Michaela Hocek

Als ich im telefonischen Vorgespräch zu Hause meine Kur auswählte, war mir nicht ansatzweise klar, was mich hier erwarten würde. Die Verschränkung unterschiedlichster Therapien und der gesunden oder Detox-Ernährung, die individuell an einen angepasst werden, ist beeindruckend und auf einem herausragenden Niveau. Dazu kommt ein Aktivprogramm, das mit Yoga-, Qi-Gong- und Chanting-Einheiten – ja auch ich habe frühmorgens Mantras gesungen – weiteren Ausgleich schafft. Selbst wenn man sich schon ausführlich mit seinem Körper und Geist auseinandergesetzt hat, prasseln hier täglich neue Erkenntnisse auf einen nieder. Dass das kein subjektives Empfinden war, sondern auch allen anderen Gästen widerfährt, war mein Aha-Erlebnis am „Sharing Table“ im

Restaurant Soma. Hier treffen sich bis zu zwölf Personen, die während des Essens offen für eine Plauderei und Tischgesellschaft sind. Meistens passiert dies nicht in den ersten Tagen, da man nach der Ankunft erst mal mit sich und der Erkundung des Areals zu tun hat. Es wurde um eine Mönchshöhle gebaut, die als Ort der Meditation 24 Stunden täglich zur Verfügung steht. Die Villen und Zimmer des Resorts sind elegant in die Landschaft eingebettet. Die natürlichen Granitfelsen, Wasserläufe und das üppige Grün sind ein prägender Teil der Architektur. Die Stufen in Kombination mit dem feucht-tropischen Klima sind anfangs eine Herausforderung. Denn das Thermometer zeigt hier das ganze Jahr über zwischen 25 und 33 Grad Celsius an. Die Regenzeit dauert normaler-

Das Resort, das im November sein 20-jähriges Bestehen feiert, liegt im Süden der thailändischen Insel Samui auf einem üppig grünen Hügel, der sanft zum ruhigen Laem Set Beach ausläuft. Erholungsuchende finden hier Natur, großzügige Unterkünfte und individuell abgestimmte asiatische und westliche Medizin zur persönlichen Transformation.

Kamalaya Koh Samui

102/9 Moo 3, Laem Set Road Na-Muang, Koh Samui 84140 Suratthani/Thailand kamalaya.com

Energie tanken
Bilder: Kamalaya Koh Samui (Ralf Tooten, JD Marston)

„Kamalaya“ bedeutet „Reich des Lotus“ und symbolisiert die Entfaltung des menschlichen Geistes. Der Weg zu individueller Balance und Vitalität führt hier über traditionelle und innovative Methoden. Neben Entgiftungs-, Schlaf-, Anti-Stress- und BurnoutPräventionsprogrammen sind die jüngsten Innovationen das „Brain Enhancement Program“ und das im Dezember startende „Sacred Renewal Program“.

weise von November bis Mitte Dezember. Doch mit Pausen, um die duftenden Citronella- und Jasmin-Bäume, Lotusblumen, tropischen Sträucher, blühenden Pflanzen und Palmen zu bestaunen, gewöhnt man sich schnell an die Auf- und Abstiege. Als Lohn winken herrliche Ausblicke und Auszeiten am Pool am höchsten Punkt mit Ausblick auf den Ozean zwischen den Mahlzeiten und den Behandlungen, die in wechselnden Räumen und MassageSalons durchgeführt werden.

Kamalaya – Reich des Lotus

„The Realm of the Lotus“ ist die Philosophie des Hauses und so findet sinnbildlich jede:r hier für sich seinen Samen, der in trübem Wasser und nährstoffreichem Schlamm wächst und wächst, höher kommt und an der Oberfläche zu blühen beginnt. Mein Programm enthielt in die Tiefe gehende Bauchmassagen wie Chi Nei Tsang und Lanna, Osteopathie, Personal Training, Fußund Handmassage mit Kräutern, Akupressurmassage für das Gesicht, einen Aufent-

halt in der Hyperbaric-Kapsel, Mentoring, Akupunktur, Schröpfen und einiges mehr. Der Fokus liegt auch darauf, den Menschen nicht nur vor Ort, sondern für den Alltag daheim Tools an die Hand zu geben, die die neugewonnene Kraft erhalten. Bis zu zwölf Monate nach der Reise stehen „Wellness Guardians“ für Fragen zur Verfügung und

Im Amrita-Café und Restaurant Soma werden die Mahlzeiten eingenommen – mit Blick auf das Meer, den Sonnenuntergang oder vorbeihüpfende Eichkätzchen. Die Speisen, Getränke und frischen Früchte sind bunt, frisch und perfekt in Szene gesetzt.

regelmäßige E-Mails erinnern an die nötige Selfcare im Alltag.

Vor Ort wurde im Februar die Eröffnung des „Cognitive House“ gefeiert, wo Gäste die Möglichkeit haben, mit Transkranieller Photobiomodulations-, Neuromodulations- und Neuro-Lympatischer Therapie d as Zusammenspiel von Nervensystem, Körperfunktionen und Heilprozessen im Kopf zu stärken. Dazu passend wird nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen das holistische Konzept des „Brain Enhancement Wellness Program“ mit IV-Infusionen aus wichtigen Nährstoffen mit Fitness- und Bewegungspraktiken sowie Methoden zur Stärkung der mentalen Gesundheit und kognitiven Funktionen umgesetzt. Leider hatte ich nicht die Zeit, um all das auszutesten. Sicher ist: Noch lange Zeit wird mir das „Three Treasures Kamalaya Signature Treatment“ in Erinnerung bleiben – eine 90-minütige intensive Massage mit tiefwirkenden und betörend duftenden Ölen in Kombination mit Reiki.

Bilder: Kamalaya
Koh Samui
(Ralf Tooten, JD Marston)

grüner fliegen

Die Luftfahrt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Text: Lisa Gutzelnig

Der Luftverkehr verursacht bis zu drei Prozent der weltweiten durch Menschen verursachten CO 2 -Emissionen –eine Zahl, die bis 2050 auf 12 bis 18 Prozent ansteigen könnte, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Angesichts dieser dramatischen Klimafolgen hat sich die Branche mehr Nachhaltigkeit verordnet.

Von nachhaltig produziertem Flugkraftstoff (SAF) über Wasserstofftriebwerke und Elektroflugzeuge bis hin zu Initiativen, wie dem von der EU mitfinanzierten „Clean Aviation Joint Undertaking“ (CAJU) wird an allen Fronten geforscht und entwickelt.

Nachhaltigkeit, vor allem im ökologischen Sinne, treibt die Luftfahrt und damit auch die Fluglinien maßgeblich an. Die Branche sieht sich einer umfassenden Transformation gegenüber, denn wie viele andere steht sie vor der Herausforderung, nachhaltiger zu werden und ihren CO 2Ausstoß gemäß der globalen Klimaziele deutlich zu reduzieren. Und so manche Fluglinie nutzt bereits heute die Chance, die Zukunft der grüneren Luftfahrt mitzugestalten.

Neue Lösungen, sicher erprobt

Die Luftfahrt ist eine enorm langfristig orientierte Industrie. Nicht verwunderlich, denn aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen dauert es oft Jahrzehnte, bis sich neue Werkstoffe, neue Technologien

oder Prozesse wirklich durchsetzen und zugelassen werden. Die Antriebstechnologie ist dabei das komplexeste Element, das aber gleichzeitig den größten Einfluss auf umweltschonendes Fliegen hat. Lösungen für ein klimaneutrales oder gar emissionsfreies Fliegen werden bereits systematisch erforscht und teils erprobt.

Die großen OEMs (Originalausrüstungshersteller) verfolgen bereits konkrete Konzepte für alternative Antriebsmodelle von Flugzeugen auf Basis von „Sustainable Aviation Fuel“ (SAF) oder grünem Wasserstoff. SAF, nachhaltiger Luftfahrttreibstoff, wird aus nichtfossilen Rohstoffen hergestellt. Aktuell wird Biokerosin oder synthetisch hergestellter Treibstoff, wie z. B. E-Fuel dem klassischen Kerosin nur beigemischt. Diese Beimischung bis zu einer Quote von 50 Prozent bewirkt aber, dass das Endprodukt den internationalen Standards entspricht.

Klimakurs

Mit ausgeklügelten Flugplanungssystemen, die Echtzeit-Wetterinformationen, den Luftverkehr und andere Variablen berücksichtigen, lassen sich Flugrouten optimieren, was Treibstoff und Emissionen einspart.

Der Strategieberater Roland Berger genießt seit langem eine ausgezeichnete Reputation als Spezialist für Nachhaltigkeit in der Luftfahrt. Sein Unternehmen hat zahlreiche Unternehmen auf ihrem Nachhaltigkeitspfad begleitet, von Airlines über OEMs und Zulieferer bis hin zu Kraftstoffproduzenten und staatlichen Einrichtungen. Er bietet wegweisende Einblicke, die Unternehmen bei ihren ersten Transformationsschritten unterstützen, sie fit für die Grüne Null 2050 machen und die Branche insgesamt auf die technologischen Disruptionen der kommenden Jahre vorbereiten. Der Spezialist geht davon aus, dass die Luftfahrtindustrie ihre CO2- und NichtCO2-Emissionen bis 2030 um 31 Prozent und bis 2050 um ganze 83 Prozent reduzieren kann.

Emissionsfreies Fliegen wird nicht durch die eine Lösung, sondern durch eine Kombination verschiedener Aktionen und neuer Technologien erreicht werden können. Rund 50 Prozent der notwendigen Reduktionen lassen sich durch das Optimieren bestehender Prozesse, Technologien und Flotten erzielen. Dazu zählen die ideale Nutzung des Luftraums, der durchgängige Einsatz von Flugzeugen der neuesten Generation (den NEOs) und verbesserte Routen durch niedrigere Flugbahnen. Ein paar Vorgänge gibt es auch, die vom Cockpit aus umweltschonend gesteuert werden können. Kaum jemand weiß, dass man bei der Landung eines Flugzeuges um ein Vielfaches CO 2 einsparen kann, wenn im wahrsten Sinne des Wortes weniger gebremst wird. Weniger bremsen bedeutet weniger Abnutzung der Bremsen. Eine Erneuerung der vier Bremsen eines Flugzeuges kostet den Fluggesellschaften etwa 40.000 Euro. Piloten werden also angehalten, immer öfter anfänglich rein durch Schubumkehr zu bremsen und erst später die Bremsen einzusetzen. Das ist selbstverständlich nur eine von vielen Maßnahmen zur Verbesserung der Gesamteffizienz.

Die Antriebstechnologie ist das komplexeste Element in der Luftfahrt mit dem höchsten Impact auf umweltschonendes Fliegen.

Die neuen NEOs-Flugzeugtypen (Flugzeuge des Herstellers Airbus mit neuen Triebwerken, die sparsamer sind als ihre Vorgänger) verbrennen ca. 33 Liter Kerosin pro Minute, das ist deutlich weniger als alte Flugzeugtypen. Die Branche signalisiert dabei nicht nur eine kurzfristige Reaktion auf Umweltbedenken, sondern zeigt auch eine langfristige Verpflichtung zur Integration nachhaltiger Praktiken. Diese Maßnahmen tragen somit dazu bei, die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen und eine nachhaltigere Zukunft für die Luftfahrt zu gestalten.

Nachhaltigkeit ist und bleibt dreifach: ökologisch, wirtschaftlich und sozial

Neue Geschäftsmodelle der Fluggesellschaften, die Ausbreitung prekärer

atypischer Beschäftigungsformen und in jüngster Vergangenheit die COVID19-Pandemie haben die Branche schwer erschüttert und die Arbeitsbedingungen des Flugpersonals verschlechtert. Der grüne Wandel kann und darf jedoch nicht auf Kosten der Arbeitnehmenden und Sozialstandards in der Luftfahrt gehen, sondern muss integraler Bestandteil des „Nachhaltigkeitsdreiecks“ sein, hält die ECA - die European Cockpit Association (ECA), in ihrem Positionspapier fest.

Die ECA befürchtet, dass Fluggesellschaften Kosten, die durch die Anstrengungen zur Dekarbonisierung entstehen, durch Beschäftigungsformen wie beispielsweise Null-Stunden-Verträge oder ausbeuterische Pay-to-Fly-Systeme kompensieren könnten. Deshalb fordert sie die Prüfung von Umweltschutzmaßnahmen auf ihre sozialen Auswirkungen, damit sie keine oder nur minimal negative soziale Auswirkungen auf die Beschäftigten im Luftverkehr haben. Beispielsweise ist die ECA überzeugt, dass eine Kerosin-Steuer, die vom Fluggast getragen wird und auf dem Flugticket ausgewiesen ist, die Fluggesellschaften davon abhält, die Kosten

der Steuer auf ihre Arbeitnehmenden zu übertragen, indem sie deren Löhne senkt und Arbeitsbedingungen verschlechtert.

Optimierter Flugbetrieb

Flugzeuge fliegen in großen Höhen und verursachen dabei nicht nur CO2 sondern auch anderen klimawirksame Emissionen wie Stickoxide, Kondensstreifen und Rußpartikel. Die Klimaschädlichkeit von NichtCO2-Emissionen wie z.B. Stickoxide kann über das Vierfache von jener von CO2 steigen. Ihre Minimierung ist daher genauso wichtig wie die Reduktion von CO2. Neben technologischen Innovationen kann auch die Optimierung des Flugbetriebs zu erheblichen Umweltvorteilen führen. Daher setzen Fluggesellschaften und vor allem deren Flugverkehrsmanagementsysteme verstärkt auf Strategien, die Treibstoff und Emissionen sparen.

Die Technik des kontinuierlichen Sinkflugs (Continuous Descent Operations, CDO) minimiert zum Beispiel den Treibstoffverbrauch und die Lärmbelastung, da die Flugzeuge kontinuierlich und nicht schrittweise sinken. Durch diese Methode sind weniger Flugabschnitte in der Ebene erforderlich, in denen die Motoren weni-

ger effizient laufen. Mit ausgeklügelten Flugplanungssystemen, die Echtzeit-Wetterinformationen, den Luftverkehr und andere Variablen berücksichtigen, lassen sich Flugrouten optimieren, was Treibstoff und Emissionen einspart. Auch beim Rollen am Boden kann Treibstoff gespart werden, indem nicht beide, sondern nur ein Triebwerk verwendet wird.

Erneuerbare Energie für den Bodenbetrieb

Auch der Bodenbetrieb am Flughafen kann nachhaltiger gestaltet werden, indem elektrische Bodengeräte (Schlepper, Gepäckwagen, Hubfahrzeuge, etc.) verwendet werden und Flughäfen Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Elektrisch betriebene Bodengeräte sind zudem leiser und kostengünstiger. Um ihren Energiebedarf zu decken, investieren viele Flughäfen in Photovoltaik. Der „Cochin International Airport“ in Indien konnte als erster, vollständig mit Solarstrom betriebener Flughafen der Welt, seinen CO₂-Fußabdruck drastisch senken. Es gibt Pläne, auch den „Gautam International Airport“ in Nepal zu einem vollständig solarbetriebenen Flughafen zu machen.

Der Weg zur Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung der Luftfahrtindustrie wird zweifellos schwierig. Noch klaffen Anforderungen und technologische Möglichkeiten auseinander. Der Infrastrukturausbau kommt nicht richtig voran und Regulierungen müssen an die neue Zeit angepasst werden. Zugleich birgt er aber auch eine Fülle an Chancen.

Fazit

September/Oktober 2025

5/25

Das Magazin für unsere Zukunft

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Nachhaltig unterwegs

pillerseetal

Im Pillerseetal in den Kitzbüheler Alpen lässt es sich umweltfreundlich und stressfrei urlauben. Die Region ist ein Paradies für Wanderfans und Radfahrer:innen in den schneefreien Jahreszeiten. Im Winter gibt es Pisten für jedes Niveau, Loipen und Seen zum Aktivwerden. Drei schneereiche Skigebiete liegen nah beieinander: der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn und die Skigebiete Waidring-Steinplatte sowie Pillersee/Buchensteinwand. Kostenlose Shuttleservices und sanfte Mobilität erlauben es, das Auto stehen zu lassen – am besten reist man mit dem Zug an. Die Bahnhöfe Fieberbrunn, Pfaffenschwendt oder Hochfilzen bieten sich an. Mit der Gästekarte können alle Regio-Busse und Nahverkehrszüge kostenlos benutzt werden.

Buchensteinwand

Das Jakobskreuz auf der Buchensteinwand auf 1.456 Metern Seehöhe ist mit seinen 30 Metern Höhe das größte begehbare Gipfelkreuz der Welt. Es ist in der Sommer- und Wintersaison geöffnet und mit der Seilbahn bzw. über mehrere Wanderwege von Fieberbrunn über die Tennalm, von Hochfilzen über die Hoametzl Alm und von St. Jakob in Haus weg erreichbar. Die vier Aussichtsplattformen in 19 Metern Höhe sind per Lift erreichbar und bieten barrierefreie Panoramaausblicke. Ebenfalls beeindruckend ist die Architektur aus einer Stahlfachwerkkonstruktion mit Holzschindelfassade. Das Gebäude beherbergt auch Tagungs- und Ausstellungsräume. Kinder können auf der Buchensteinwand dem „Geheimnis des Steinbergkönigs“ auf die Schliche kommen.

Buchensteinwand – Bergbahn Pillersee

Buchenstein 13, A-6393 St. Ulrich am Pillersee bergbahn-pillersee.com

Angesichts seiner smaragdgrünen Schönheit kann man gar nicht anders als den Naturbadesee zu umrunden –zu Fuß oder mit dem Rad bzw. E-Bike. Passt das Wetter, steht dem Badevergnügen nichts im Wege. Auch Hunde dürfen im See baden. Eislaufen mit Spiegeleis mit Blick bis auf den Grund ist ein Highlight im Winter. Auch Eisbaden wird in der Region angeboten.

BIENENLEHRPFAD

Wer den kurzen Rundweg noch mitnehmen möchte, erfährt auf Infotafeln einiges über Bienenzucht, Honigproduktion und Umweltschutz.

Bilder: Shutterstock.com (josefkubes),
Bergbahn Pillersee (Andreas Langreiter), CDA Verlag GmbH

Huwi’s Alm im Priesteregg

Sonnberg 22

A-5771 Sonnberg priesteregg.at

Edle Hütte

Ein Alm-Restaurant mit besonderem Flair findet sich über Leogang auf 1.100 Metern. Der zugehörige Bauernhof inkl. Black Angus-Rinderzucht wird seit jeher biologisch geführt. Typisch für diese Location ist das Hut-Essen, wo ein Eisenhut kräftig angeheizt wird, in dessen Krempe Rindsuppe und Gemüse auf das Verspeisen warten, während mariniertes Fleisch auf dem Hut den gewünschten Grillstatus erreicht. Die begleitenden Ofenkartoffeln sind aus kontrolliertem Anbau. Auf das Vorbestellen nicht vergessen! Tipp der Redaktion: Etwas Hunger für den Kaiserschmarren als Nachspeise aufsparen.

Biathlon WM

Pfad Hochfilzen

Ein sportlicher Themenpfad mit 16 Stationen und Rätselrallye, der zu Fuß absolviert wird, findet sich in Hochfilzen. Am Ende winkt sogar eine Medaille. Einfach am Startbildschirm an der Bushaltestelle Warming anmelden, QR-Codes auf den Pylonen scannen und los geht’s! Schlag den Landi: Der ehemalige Biathlet Dominik Landertinger, der in seiner Laufbahn übrigens vier Olympiamedaillen und fünf WM-Medaillen gewann sowie 37 Weltcup-Podestplätze erklomm, hat eine Zeit von 00:15:41 vorgelegt. biathlon-wm-pfad.at

Einkehren bei Mama Thresl

Der Slogan „urban soul meets the alps“ wurde hier vom Interieur bis zu den Speisen homogen umgesetzt. Modern-gemütlich sitzt man vor der Speisekarte und hat die Qual der Wahl zwischen FlammkuchenVariationen von Pastrami Rinderbrust bis zu veganen Optionen, Fisch aus der Region und Kreatives zum Nachtisch wie Tonkabohnenparfait mit Schokolade, Rum und Waffel. Neben Gaumengenuss werden hier rund ums Jahr auch ansprechende Events wie Jazzbrunch, DJ-Clubbings, Yoga-Bike/Hike-Days, Embodiment Boost, Me-Time-Retreats veranstaltet. mama-thresl.com

BIOLIFESTYLE SHOP

Die Müslis, Granolas, Snacks, Proteinriegel, Porridges und Getreideprodukte dieses BioSpezialisten in Hochfilzen sind wärmstens zu empfehlen. biolifestyle.at

JETZT GEWINNEN AUSZEIT IM FAIRHOTEL HOCHFILZEN

Raus aus dem Alltag, rein ins Naturerlebnis: Gewinnen Sie drei Übernachtungen im umweltfreundlichen

Fairhotel Hochfilzen –für erholsame Tage mit Bewegung, Wellness und regionalem Genuss.

Fairhotel Hochfilzen

Kulturhausstraße 1, 6395 Hochfilzen

Österreich | Tel.: +43 (0)5359 / 234 56

fairhotel-hochfilzen.at info@fairhotel-hochfilzen.at

Urlaub und Natur sind im Fairhotel Hochfilzen eng miteinander verbunden. Hans Eder, ein Landwirt mit Herz für die Umwelt, und der Sportwissenschaftler Markus Förmer haben in dem kleinen Bergdorf in den Kitzbüheler Alpen ein Refugium für nachhaltige Naturerlebnisse gegründet: Das erstes Passiv-Energie-Hotel Tirols mit hauseigenem Sportzentrum, der Nordic Academy. Bereits bei der Ankunft in den gemütlichen Zimmern fühlen sich Gäste wie Zuhause. Die Einrichtung ist in Naturtönen gehalten, an den Wänden hängen farbenfrohe Kunstwerke und große Fenster holen die Bergkulisse nach Innen.

Am Morgen sorgen Kaffee, Müslis, knackiges Obst sowie Käse und Wurst aus der Region für den perfekten Energieschub. Nach dem ausgedehnten Frühstück mit Blick auf die Gipfelwelt ist Zeit für einen Ausflug an der frischen Luft. Direkt vor der Haustür erstreckt sich ein Sommerparadies, das für jeden Gast die passende Aktivität bereithält. Wer Tipps oder Hilfe bei der Entscheidungsfindung braucht, findet in der hauseigenen Nordic Academy geeignete Ansprechpartner. Wie wäre es mit der ausgefallenen Sportart Nordic Skating? Mit speziellen, extralangen Inline-Skates gleitet man über die Wege und sorgt dabei mit

Stöcken für Schwung und Stabilität. Die Technik ist vergleichbar mit Skilanglauf und wird oft als Sommertrainingsmethode eingesetzt.

Wenn sich ein erlebnisreicher Urlaubstag dem Ende neigt, ist im Fairhotel Hochfilzen Entspannung angesagt: Bei einem Glas Wein an der Hotelbar lassen Urlauber:innen den Tag Revue passieren oder tanken im Wellnessbereich mit finnischer Sauna, Infrarot-Kabinen und Zirbenruheraum neue Energie. Denn am nächsten Morgen warten ja schon neue Urlaubsabenteuer.

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Wir verlosen drei Nächte für zwei Personen inklusive reichhaltigem Frühstück sowie freiem Zugang zum Wellnessbereich. Der Gutschein ist zwei Jahre lang gültig und nach Verfügbarkeit einlösbar.

Mail an: gewinnspiel@nachhaltig-lebenmagazin.de

Betreff: Nachhaltig leben - Fairhotel Hochfilzen

Teilnahmeschluss: 31.10.2025 | 23:59 Uhr

Bilder: Fairhotel Hochfilzen

FAIRHOTEL HOCHFILZEN

EINFACH UNKONVENTIONELL

Hotelchef Hans Eder hat das erste Passivhotel Tirols vor zwölf Jahren nach seinen eigenen Vorstellungen geformt. Sein Sinn für Nachhaltigkeit wurde u. a. mit dem Europäischen und Österreichischem Umweltzeichen ausgezeichnet.

Text: Michaela Hocek

Das Fairhotel Hochfilzen thront mitten in der Landschaft. Von der Terrasse des Wellnessbereichs und Frühstücksraums genießt man den Blick auf eine weitläufige Wiese und die Berge. Im Sommer kann hier direkt mit dem E-Bike losgeradelt und im Winter in die Loipe eingestiegen werden.

Kleines Detail am Rande: Die Nachtloipe wird mit Solarenergie des Hotels beleuchtet. Sport ist hier allgegenwärtig – begünstigt dadurch, dass die „Nordic Academy“, das hauseigene Sportzentrum unter der Regie von Markus Förmer, Experte für mentale Fitness, nur ein paar Schritte von der Rezeption entfernt ist. Leihgeräte stehen zum Erkunden der Kitzbüheler Alpen bereit. Außerdem werden

viele Kurse wie z. B. Biathlon-Crashkurse, organisierte Touren und Personal Training angeboten. Die Region ist für den Biathlon bekannt und beliebt. Das Training hier ist kompetent: „Es gilt auf die optimale Energieeinteilung beim Laufen, den perfekten Fokus beim Schießen und den passenden Puls hinzutrainieren“, gibt Hotelchef Hans Eder einen kurzen Einblick.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Als erstes Passivhotel Tirol lebt das Fairhotel seine ausgeprägte Umweltschutzphilosophie seit 2013 tagtäglich. Im Haus herrscht durch kontrollierte Wohnraumlüftung permanente Frischluftzufuhr – unabhängig vom Öffnen der Fenster. Die Gäste Modernes Interieur, der Blick in die Natur, regionale Köstlichkeiten und optimales Raumklima machen das Frühstücksambiente aus.

Der Wellnessbereich hat großzügige Öffnungszeiten und ist ein edler Rückzugsort mit Infrarotkabine und Sauna. Den Ruheraum ließen wir links liegen, weil es sich in den verstellbaren TempurPremiumbetten in den Zimmern herrlich relaxen lässt.

Gäste profitieren von reduzierter Lärmund Schadstoffbelastung. Die Vollwärmeschutz-Fassade, dreifach verglaste Fenster und die Bauweise ohne Undichtigkeiten verhindert Heizwärmeverlust. Wärmepumpen entziehen der Abluft Wärme und geben sie der Frischluft zurück. Serviert wird bewusst nur Frühstück. Für den Rest des Tages werden gerne persönlich Restaurant- und Hüttenempfehlungen gegeben. Morgens genießt man Bio-Eier der Rotachmühle aus dem nahe gelegenen Fieberbrunn, Bio-Brot, Bio-Kaffee/-Tee, hausgemachte Marmeladen, Limonaden und Smoothies, eine reiche Auswahl an Cerealien vom nahegelegenen BioLifestyeShop, Rohkost, Wurst und Käse sowie eine vegane Frühstücksauswahl. „Wir stellen so viel in Bio-Qualität zur Verfügung, wie geht“, so Eder. Vieles kommt aus der eigenen Land- und Viehwirtschaft.

Mit dem Chef auf Achse

Bei unserem Aufenthalt hatten wir das Vergnügen mit dem E-Bike in den familieneigenen Wald und auf die Alm zu fahren, bevor es weiter über einen Wanderweg – vorbei an Enzian, Mehlprimeln und Trollblumen, zeitweise mit Blick auf die Loferer Steinberge – zum Jakobskreuz auf der Buchensteinwand ging. Wir haben einiges über Waldbewirtschaftung, den Wandel vom reinen Fichten- zu einem gesunden Mischwald und den Erhalt von Hochmoorflächen gelernt. Eders Steckenpferd ist es, mit seinen Gästen neue Bäume in seinem Wald zu pflanzen. Der Landwirt möchte dazu motivieren, behutsam mit der Natur umzugehen, die Grundlage seiner eigenen Arbeit und unseres Lebens ist. Neben guter Stimmung am Berg ist ihm Wissenstransfer wichtig: „All die Setzlinge werden

das schädliche Treibhausgas CO2 binden und Sauerstoff freisetzen. Deshalb sind Bäume so gut für unser Klima – sie halten die Temperatur auf der Erde stabil.“

Ideale Lage

Das Hotel liegt nur 500 Meter und sieben Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Fieberbrunn, Wörgl und Kitzbühel sind innerhalb kurzer Zeit zu erreichen. Mit der Gästekarte kann das gesamte Pillerseetal kostenlos erkundet werden. Salzburg, Innsbruck und München sind 70 bis 140 Kilometer entfernt. Es gibt einen großen Parkplatz inklusive E-Ladestationen.

Seine Liebe zur Natur lebt Hotelchef Hans Eder nicht nur in seinem Passivhotel aus, sondern auch in seinen Wäldern und im Hochmoor Kryn. Wenn die Saison passt, wandert und pflanzt er mit seinen Gästen neue Baumsetzlinge.

Zentral und naturnah

Das Fairhotel verursacht rund 90 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Betriebe. Ein wesentlicher Teil des Konzepts ist, dass Hotelchef Hans Eder seine Liebe zur Region durch Empfehlungen örtlicher Gastronomen, Skischulen, Ausflugsziele und Landwirte etc. an seine Gäste überträgt. Das neunköpfige Team ist ein wichtiger Faktor für das familiäre Ambiente und Juniorchef Andi setzen wir punkto Sympathiewerten ex aequo mit seinem Vater.

Fairhotel Hochfilzen

Kulturhausstraße 1, A-6395 Hochfilzen fairhotel-hochfilzen.at

Bilder: Fairhotel Hochfilzen

Gespür für Gäste

SeeSpa, Bio-Badeteich und SkyLoft mit eigenem Pool: Das Element Wasser ist im Rieser Achensee Resort allgegenwärtig. Mit einem umfangreichen Programm und Ruheinseln ist dafür gesorgt, dass kleinen und großen Gästen nicht langweilig wird und auch Erholung aufkommt. Die Wellnessarea ist lichtdurchflutet und es gibt AdultsOnly-Bereiche. Die Spa-Anwendungen reichen von Gesichtsbehandlungen über Soulfulvoice-Massagen bis zu Ayurveda-, Schwangeren- und Kindermassagen.

RIESER ACHENSEE RESORT

75-JAHRJUBILÄUM

Außen Natur pur und frische Luft zum Aufatmen, innen viel Holz, Stoffe in angenehmen Farben und großzügige Architektur: Am malerischen Achensee, eingebettet in die Tiroler Bergwelt des Karwendels, liegt das Vier-Stern-Superior-Familienhotel.

Text: Michaela Hocek

Auf der Suche nach einem ausgleichenden Ort für Körper und Geist ist das Ankommen im Rieser Achensee Resort eine Punktlandung. Die familiäre Atmosphäre ist in dem weitläufigen Hotel zu jeder Zeit spürbar. Wie Zuhause gibt es Räume für gesellige Zusammentreffen und Rückzugsorte, gemeinsame Aktivitäten und Mahlzeiten – in stilvollem Rahmen und größeren Dimensionen als daheim. Wird hier ein beachtliches Jubiläum mit einer riesigen Gästeschar gefeiert, fühlt es sich an wie eine Geburtstagsfeier, die niemand versäumen möchte, weil man sich aufrichtig mag. Und unabhängig davon, ob man

das erste Mal hier ist oder seit mehr als 50 Jahren immer wieder anreist.

Party, Party, Party

Gefeiert wurde das 75-Jahr-Jubiläum über das ganze Haus verteilt – von der SkyLoftSuite mit Weinverkostung und Häppchen über die Bar und Lobby mit Marktflair, gehostet von einigen Kooperationspartner:innen, bis zu den Speisesälen, wo die Köstlichkeiten vom Buffet an den festlich gedeckten Tischen genossen wurden. Das Rahmenprogramm mit tollen Bands aus der Region und einem DJ, der in den späteren Abendstunden für eine volle Tanzfläche

sorgte, belebte das Fest. Die Moderatorin Claudia Giner (www.strahlefrau.at) führte gekonnt durch den Abend: Gäste gaben ihre persönlichen Geschichten zum Haus preis und Seniorchef Hans Rieser, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feierte, erzählte gemeinsam mit der ältesten Mitarbeiterin des Hauses die besten und abenteuerlichsten Ereignisse der Hotelgeschichte. Betont wurde, dass Stammgäste, die vielfach oder gar seit 1973 anreisen, für die Riesers keine Seltenheit, aber auch keine Selbstverständlichkeit, sind. Der Antwort auf die Frage, worauf man stolz sei, wurde von Gabi und Ernst Rieser zuallererst die Dankbarkeit vorangestellt, gefolgt von den drei Töchtern, Alexandra, Partricia und Theresa, den Schwiegersöhnen und sechs Enkeln sowie dem Team und langjährigen Partner:innen. „Es darf ka Radl ausfallen, sonst funktionierts glei nimma.“ Die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis lautete: „Auf lange Sicht denken. Klarheit. Verlässlichkeit. Respekt gegenüber Mitarbeitenden und Partnern.“

Familiäres Ambiente

Das tägliche Treffen der gesamten Familie am Mittagstisch um 12.30 Uhr ist eine unumstößliche Tradition. Kulinarisch wird auf Regionales und Produkte der eigenen Landwirtschaft gesetzt. Täglich wechselnde Frühstücksspecials und vegane Menüs verstehen sich hier ebenso von selbst wie eine umfangreiche alkoholfreie Cocktailkarte – zusätzlich zu einer Speisen- und Getränkefolge, die jedem Geschmack gerecht wird und einer netten Plauderei mit dem Servicepersonal.

Das Aktiv- und Vitalprogramm mit geschulten Trainer:innen ist umfangreich und holt die Gäste bei ihrer Lieblingssportart und auf ihrem Level ab. Für Kinder stehen der Indoor-Poolbereich MiniSplash, eine Textilsauna und gemütliche Kuschelnischen zur Verfügung. Die Teeniezone punktet mit Billard, Tischtennis und weiteren Spielmöglichkeiten. Ein Spielzimmer, der Abenteuerspielplatz, Tennisplätze etc. und großzügige Familienzimmern sowie Suiten bieten jede Menge Platz.

Am 22. Mai wurde mit langjährigen Gästen und Partner:innen, allen Familienmitgliedern, Urgesteinen des Teams, Sänger:innen, DJs und Bodypainter gefeiert. „Bei uns fühlt man sich wohl, es werden neue Freundschaften geknüpft. Unser Hotel ist ein Ort, der Generationen verbindet. Wir wollen für unsere Gäste ein zweites Zuhause schaffen.“, so Ernst Rieser.

Nachhaltige Details

Im Rieser Achensee Resort leben vier Generationen unter einem Dach. Der Fokus auf langjährige Mitarbeitende ist mitverantwortlich für die gute Atmosphäre im Haus. Die Energie des großzügige SeeSpas wird zu zwei Dritteln von einer Wasser-Wärmepumpe gedeckt. Zusätzlich wird Photovoltaik gesetzt. Im Outdoorbereich gibt es einen Bio-Badeteich. In der Küche wird auf den Einsatz regionaler Produkte und kurze Lieferwege geachtet. Das Fleisch kommt aus eigener Landwirtschaft.

Rieser Achensee Resort Karwendelstraße 40 A-6213 Pertisau am Achensee hotel-rieser.com

Hinkommen, um anzukommen: Das Aktivund Entspannungsprogramm schafft einen Ausgleich für Körper und Seele.

Bilder:
Rieser Achensee Resort (Gerd Eder, Stefan Gimpl,
Florian Andergassen, HallaStudio)

Auf Tour mit dem Xpeng G6

Ideal für Geschäftsreisende und andere Vielfahrer:

Das E-Auto besticht durch modernen Komfort, schnelles Stromziehen und Effizienz im Verbrauch.

Deutsche Alpenstraße

Sie ist kurvenreich und 484 Kilometer lang. Die Route führt von Lindau (Bodensee) über das Allgäu, Tölzer Land und den Chiemgau bis nach Berchtesgarden beim Königssee. Ein Tipp für einen Stopp in der Natur ist der Bankerlweg in Aschau.

Ein Asiate im Alpenland. Mit China Speed durch die Berge. Oder auch: Cool bleiben bei 31 Grad im Schatten. Die Kontraste wirken an diesem strahlenden Sommertag besonders krass. Zügig und überraschenderweise ohne größere Zähflüssigkeiten sind wir vergleichsweise entspannt aus München kommend auf der A utobahn in Richtung Salzburg unterwegs. Wir nehmen die Ausfahrt Achenmühle, gut zehn Kilometer südöstlich von Rosenheim, und biegen auf die Deutsche Alpenstraße ab. Mit dem neuen Xpeng G6 auf die älteste Ferienroute der Republik –noch so ein starker Gegensatz. Auf dem idyllischen wie anspruchsvollen Abschnitt zwischen Chiemsee und Inntal möchten wir dieses rein elektrische SUV-Coupé der Mittelklasse in der Praxis testen. Bereits auf der Autobahn ist uns aufgefallen: Das neue Modell des chinesischen Herstellers wirkt überraschend ausgereift, was den Fahrkomfort betrifft. In einigen Bereichen präsentiert sich der Xpeng – ausgesprochen Ex-Peng oder eingedeutscht Ix-Peng – sogar herausragend. Die knappe Stunde aus der bayerischen Metropole heraus waren das reine Vergnügen: kaum Verkehr und ein Auto, das geschmeidig und leise Kilometer macht. An dieser Stelle werfen wir schon einmal ein: Das Soundsystem des G6 ist nachhaltig beeindruckend. Klar, massiv und einnehmend. Da klingt selbst die Eingangsmelodie zu den 13-Uhr-Nachrichten so kraftvoll und brillant wie ein klassisches Konzert.

X dominiert die Frontpartie

Wir fahren auf der Alpenstraße gen Süden, gut temperiert. Wie dezent und effizient die Klimaanlage arbeitet, ist zu spüren, als wir in Neubeuern einen Halt einlegen –und aussteigen. Die Hitze drückt, selbst im Schatten des Bäckerhauses. Wir nutzen die Gelegenheit, um unser Testfahrzeug etwas genauer zu betrachten. Es ist kurios. Von vorn wirkt der G6 modern, nüchtern und klar, ohne großes Blabla, doch von speziel-

ler Dynamik. Es dominieren das schmale, durchgehende Lichtband und das X – im Logo und akzentuiert über die gesamte Frontpartie. Von der Seite betrachtet, erscheint das SUV-Coupé kräftiger, fast bullig. Lang der Radstand, hoch die Dachlinie, die sanft nach hinten abgleitet.

Der Xpeng, es wird dem Betrachter schnell klar, hat seinen eigenen Charakter – optisch und inhaltlich, wie der Blick in den weiterhin vorbildlich gekühlten Innenraum bestätigt. Auch hier setzen die Designer auf einfache und klare Formen. Die Materialien wirken selbst im Detail hochwertig und entsprechend sauber verarbeitet. Vom Scheitel des Fahrers bis zur Klappe des Kofferraums reicht das gläserne Panoramadach, per Knopfdruck kann ein elektrischer Sonnenschutz ausgefahren werden.

Veganes Kunstleder

Knöpfe und Schalter sind in dem Xpeng allerdings eher dezent integriert. Auf dem minimalistisch gehaltenen Lenkrad gibt es

Das sportlich und dynamisch gezeichnete SUV-Coupé hat ein Ladevolumen von 571 Litern –bei umgeklappten Rücksitzen werden daraus bis zu 1.374 Liter.

IN DEN BAYRISCHEN BERGEN

electricar-Chefredakteur und Gast-Autor dieser Ausgabe Armin Grasmuck testet das E-Coupé Xpeng G6 auf der Deutschen Alpenstraße. Wallboxen finden sich vielerorts wie z. B. im Hotel „Feuriger Tatzlwurm“ in Oberaudorf, das bewusst auf Nachhaltigkeit setzt. So wird die Klimaanlage des Hauses vom Gebirgsbach gekühlt und eine biologische Kläranlage betrieben.

Grosse Klappe
Text: Armin Grasmuck

Zahlen, Daten, Fakten

210 Kilowatt, rund 286 PS, maximales Drehmoment 440 Newtonmeter. Von 0 auf 100 in 6,7 Sekunden.

Bei Leasing ist mit monatlichen Raten von 381 bis 546 Euro zu rechnen.

lediglich eine Drehwalze und einen Vierfachdrücker pro Seite, dazu zwei Schalthebel – das ist alles. Es reicht zum schnöden Fahren. Die meisten Funktionen werden jedoch über den 15 Zoll großen Touchscreen gesteuert, der zentral angeordnet die Armaturen überragt. Es braucht schon ein wenig Übung, dann wischt, schiebt und drückt es sich mitunter einfacher. Praktisch: Mit dem schlichten Fingerwisch von oben nach unten, erscheint eine neue Übersicht, auf der die wichtigsten Funktionen wie das Einstellen der Außenspiegel oder das Öffnen des Kofferraums schnell und direkt ausgeführt werden können.

Raffiniert: Die veganen Kunstledersitze vorn können elektrisch verstellt und sogar bis in die Horizontale gefahren werden. Verbunden mit der Rückbank, entsteht so eine große Liegefläche, die zu einer ausgiebigen Siesta einlädt.

Legendäres Steuerrad

Für uns ist es allerdings keine Option. Wir wollen fahren, um mehr über den Xpeng

G6 zu erfahren. Weiter geht es durch das Inntal flussaufwärts. Um die Bandbreite dieses Stromers auszuloten, erlauben wir uns einen kleinen Schlenker nach links die Anhöhe hinauf, Kurs Samerberg. Das SUVCoupé liegt stabil auf der Straße, auch in den Kurven. Es wirkt sportlich und souverän, speziell in den engen Kehren jedoch etwas steif. Wir genießen es, leise schnurrend in diesem zauberhaften Ambiente aus saftig grünen Wiesen, felsigen Gipfeln und teils atemberaubender Fernsicht zu gleiten –und ja, auf dem Weg zurück ins Tal, auch ordentlich zu rekuperieren. Der Neustarter aus China im Alpenland, es passt tatsächlich zusammen.

Großes

Ladevolumen

Dabei ist der G6 ein durchaus voluminöses Modell, das seinen Insassen entsprechend üppigen Freiraum gewährt. Auch auf der Rückbank gibt es reichlich Platz, selbst groß gewachsene Passagiere können hier entspannt sitzen, ohne Gefahr für Frisur und Kniescheiben. Der

Nachhaltig

Kofferraum ist größer, als es die rasante Heckklappe vermuten lässt. 390 Liter fasst das SUV-Coupé. Wird die Abdeckung des Kofferraums ausgehängt, sind 570 Liter möglich. Die Rücksitze umgeklappt, können sogar 1374 Liter transportiert werden.

Wir nutzen die Gelegenheit und folgen der Alpenstraße, die auf der anderen Seite des Inns erneut in das Gebirge führt. Der Tatzelwurm ist, wie der Name es andeutet, ein anspruchsvoll geschlängelter und kurvenreicher Abschnitt mit ausgesprochen engen Passagen, entlang steil abfallender Hänge, auf dem auch ambitionierte Radfahrer unterwegs sind. Der Xpeng hat damit kein Problem. Fast galant gleiten wir die rund 16 Kilometer lange und bis zu 13 Prozent ansteigende Tatzelwurmstraße nach oben.

Bis

zu 570 Kilometer im Akku

Unser Testwagen, der Xpeng G6 in der Long-Range-Variante, ist ein ausdauerndes Kraftpaket. Seine Batterie fasst 85,7 Kilowattstunden netto und liefert laut Hersteller bis zu 570 Kilometer nach WLTP-Standard, ohne nachzuladen. Der Verbrauchswert liegt demnach bei 17,5 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Im Praxistest werden daraus immerhin knapp 480 Kilometer bei dem Verbrauch von weniger als 20 Kilowattstunden.

Der G6 schiebt mit der Leistung von 210 Kilowatt, rund 286 PS, bei dem maximalen Drehmoment von satten 440 Newtonmetern an. Er zieht in 6,7 Sekunden von null auf Tempo 100 – bei 200 wird er automatisch abgeregelt.

Ultraschnell Strom ziehen

Außergewöhnlich stark performt der Xpeng an der Schnellladesäule, die wir am frühen Abend ansteuern, der neuen 800-VoltTechnologie sei Dank. Wir kriegen große Augen: In kürzester Zeit erreicht der Xpeng die Ladeleistung von satten 275 Kilowatt –und er bleibt oben. 197 Kilowatt zeigt das Display, als wir den Ladevorgang beenden.

224 Kilowatt im Durchschnitt – boah!

Konsequent reduziert

Die wichtigsten Funktionen werden im Xpeng G6 über Druckknöpfe und Drehwalzen am Lenkrad bedient. Den Fahrgästen ist vorn wie im Fond ist reichlich Platz geboten.

In gut 15 Minuten haben wir Strom für mehr als 300 frische Kilometer in die Akkus gezogen. Schnellladen und Reichweite, so lautet speziell für Geschäftsreisende und andere Vielfahrer die Zauberformel auf dem Weg in die Mobilität von morgen. Der G6 setzt zumindest in seinem Segment neue Maßstäbe nach dem Motto: Laden hoch Reichweite.

Dazu kommt der Preis, der – gemessen an der Ausstattung – ebenfalls eine attraktive Note hat. Klar, die 47.600 Euro, die für den Xpeng G6 Long Range auf der Liste stehen, erscheinen auf den ersten Blick kräftig. Doch was der Neustarter neben der voluminösen Batterie und der herausragenden Ladeleistung serienmäßig an Bord hat, ist beeindruckend: Panoramadach, vegane Sitze, Sitzheizung auf allen Plätzen, Wärmepumpe, das 18-Lautsprecher-Xopera-Surround-Soundsystem, der riesige Touchscreen, 360-Grad-Kamera, elektrische Heckklappe, LED-Scheinwerfer – alles drin, und noch einiges mehr.

Einer für die Langstrecke

Vertrauensbildend wirkt die von Xpeng angebotene Garantie: sieben Jahre oder 160.000 Kilometer auf das Fahrzeug – je nachdem, was zuerst eintritt. Acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf die Batterie. Die monatlichen Leasingraten für den G6 Long Range liegen derzeit im Bereich zwischen 381 und 546 Euro, abhängig von Laufzeit und Kilometerleistung – in den bayerischen Alpen und bundesweit.

Juli/August 2025

Das Magazin für unsere Zukunft

URLAUB IM CHIEMSEEALPENLAND

Sanfter Tourismus zwischen Bergen, See und lebendigem Brauchtum

Strategien für heiße Nächte SCHLAFEN BEI HITZE

Must-have der Saison Effektive Sommerpflege

Grilltrends, coole Drinks, Öko-Ideen und mehr

DIE BESTEN PFLANZENSHOPS

Online-Gartencenter im Test

Nachhaltig unterwegs

ChiemseeAlpenland

Wasser und Berge nahe beieinanderliegend, sind eine hervorragende Urlaubspaarung. Der sanfte Tourismus in der bayerischen Region zwischen Alpen, See, Moor und lebendigem Brauchtum sowie abwechslungsreicher Kulinarik lockt das ganze Jahr über sportliche und Genussmenschen sowie Erholungssuchende an. Wander- und Ausflugsbusse machen es einfach, das Auto stehen zu lassen. Das Zertifikat „Reisen für alle“ wird mit Stolz geführt, da hier auch barrierefreier Urlaub möglich ist. Netzwerken wird großgeschrieben. So sind mehr als 250 Betriebe Partner von „Natürlich bewusst“. Ein Beweis, dass man hier schon immer auf Nachhaltigkeit eingestellt war, ist einerseits die Existenz vieler alteingesessener Familienbetriebe und andererseits ein Fakt rund um die Wendelsteinbahn: Schon 1910, zwei Jahre vor der Eröffnung der Bahn, wurde in Brannenburg ein eigenes Wasserkraftwerk errichtet, um den Betrieb der Zahnradbahn umweltfreundlich mit Strom zu versorgen. Diese vorausschauende Investition in erneuerbare Energie macht die Wendelsteinbahn zu einem echten Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit – lange bevor dieser Begriff populär wurde.

chiemsee-alpenland.de

IMMER WAS LOS AM CHIEMSEE

Neben den üblichen Wassersportvergnügungen können hier Libellenparadiese und Biber erkundet, erdgeschichtliche Zeitreisen mit Waschpfanne und Sieb sowie Vögel bei Tag und Fledermäuse mit Detektor in der Nacht beobachtet werden.

Bergsteigerdorf Sachrang

Was hat ein „Bergsteigerdorf“ mit Nachhaltigkeit zu tun? Sehr viel, sagen der Deutsche Alpenverein, der das gleichnamige Zertifikat vergibt, und die ausgewählten Dörfer.

Es gilt, Tradition und Kultur zu bewahren, die Orte lebenswert zu erhalten und gleichzeitig in eine gute Zukunft zu gehen. Das heißt: Die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe erhalten, die im Priental übrigens alle ökologisch wirtschaften, eine Nahversorgung mit regionalen Produkten gewährleisten, kleine touristische Betriebe stärken, auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr achten und vieles mehr.

Bergsteigerdorf zu sein, heißt auch: Es dürfen keine Technologien für das Freizeitangebot bestehen, die große Energie-Ressourcen verbrauchen und keine MotorsportEreignisse veranstaltet werden.

Der Genuss der schönen Natur- und Kulturlandschaft mit ihrer artenreichen Flora und Fauna schenkt Wandernden und Radfahrenden Erholung und Erlebnisse „direkt vor der Haustür“. Themenwege lenken den Blick auf verschiedene Inhalte: In Sachrang lernt man z. B. auf dem Weg „WaldApotheke“ Sträucher und Bäume sowie deren Heilwirkung kennen. Oder man erwandert den „Grenzenlos-Weg“ bis Tirol und lässt sich auf dem „Sinn-Stifter-Weg“ inspirieren.

Auch für Kunst und Kultur muss man nicht weit fahren: Das Musik-Forum Sachrang bietet Meisterkurse und Konzerte. Das Müllner-Peter-Museum führt in die Zeit um 1800 (heuer mit der Sonderausstellung „Spui ma zam“ = Spielen wir zusammen mit Spielzeugen und Musikanten-Treffen).

bergsteigerdoerfer.org / musik-forum-sachrang.de / muellner-peter-museum.de dernaturaufderspur.de

Erlebnis Zahnradbahn

Der Wendelstein, mit 1.838 Metern einer der markantesten Gipfel der Bayerischen Alpen, ist nicht nur eines der beliebtesten Ausflugsziele des Chiemgaus, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel für nachhaltige Mobilität mit Tradition. Bereits 1912 wurde hier ein technisches Meisterwerk vollendet: die Wendelstein-Zahnradbahn –Deutschlands älteste Hochgebirgsbahn. „Nachhaltigkeit ist für uns kein modernes Schlagwort, sondern gelebte Unternehmensgeschichte. Schon Erbauer Otto von Steinbeis hat auf erneuerbare Energie gesetzt – diese Haltung prägt unser Handeln bis heute“, erklärt Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelsteinbahn.

Auch heute bleibt die Wendelsteinbahn ihrem nachhaltigen Erbe treu. Das Wasserkraftwerk in Brannenburg ist weiterhin in Betrieb und deckt einen Großteil des Energiebedarfs der Bahn. Zudem entlastet der Einsatz der Zahnradbahn das sensible Hochgebirge vom Individualverkehr und sorgt für eine geordnete Besucherlenkung im Naturraum.

Von der Höhle bis zur Sternwarte

Rund um den Wendelsteingipfel gibt es eine Fülle an Natur- und Kulturerlebnissen: Vom Gipfel- und Panoramaweg, der unterwegs auf geologische Besonderheiten hinweist, über das schmucke Wendelsteinkircherl – die höchstgelegene Kirche Deutschlands – bis hin zur Sternwarte am Gipfel, von deren Spiegelteleskop Astronomen die Weiten des Weltalls erforschen. Auch das Innere des Wendelsteins können Besucher:innen bei einer Entdeckungsreise in Deutschlands höchstgelegene Schauhöhle erkunden. Wanderbegeisterte und Familien finden zahlreiche Wanderwege und alpine Routen, und auch Wendelsteinhaus und Mitteralm laden mit regionaler Küche zur nachhaltigen Einkehr ein. Ein Besuch am Wendelstein ist nicht nur ein eindrucksvolles Naturerlebnis, sondern auch eine Reise zu einem der frühesten Beispiele gelebter Nachhaltigkeit im Alpenraum.

wendelsteinbahn.de wendelsteinhaus.de mitteralm-wendelstein.de

Bild: Peter Hofmann
Bild: wendelsteinhaus.de

Zusammenkommen im Finkennest

Mit Hofcafé, Restaurant und Hofladen hat Simon Fink einen besonderen Ort geschaffen, der für nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung, Direktvermarktung und Erlebnis steht. Die biologisch-zertifizierten Köstlichkeiten sollte man sich nicht entgehen lassen.

finkennest-zillham.com

Feinstes Fischereihandwerk

Seit mehr als 400 Jahren ist die Familie Stephan mit der Chiemseefischerei eng verwoben. Seit 2019 führen Verena Stephan und ihr Mann Martin Schönleitner den Betrieb mit frischen und geräucherten Spezialitäten und dem renovierten Standort sowie neuem Bistro. See-Sushi, Fischpflanzerl, gegrillte Renke etc. stehen ebenso auf der Karte wie – immer freitags – der Backfisch mit Kartoffelsalat und Remoulade.

chiemseefischerei-stephan.de

Events

Sachranger „grenzenlos“

Bauern- und Kunst-Handwerker-Markt

Am 20. und 21. Juni findet der Markt zum 24. Mal statt und Buttern, Käsen, Wolle spinnen, Töpfern, Korbflechten, Glasfertigen u.v.m. können live erlebt werden. Ein Tipp für den 10. August ist das Dorffest des Trachtenfests, wo bayerische Kultur pur erlebt werden kann. markt-sachrang.de

350 Jahre „Comödispielen“

Das Volkstheater Flintsbach ist Teil der „Europäischen Route Historische Theater“ und feiert 2025 ein besonderes Jubiläum. Die Spielsaison läuft von 20. Juni bis 17. August. volkstheater-flintsbach.de

Bild: Chiemsee_Fischerei

Where to go ...

Green Foods –Hotel/Coffee & Day Bar Traunsteiner Straße 35 D-83358 Seeon-Seebruck green-foods-chiemsee.de

Luitpold am See Seestraße 110 D-83209 Prien luitpold-am-see.de

Pura Restaurant Gstadter Straße 1 D-83254 Breitbrunn puracosmos.com

Ritterschauspiele Kiefersfelden

Im ältesten Dorftheater Deutschlands geht von 26. Juli bis 31. August das Stück „Ulrika oder die Entscheidung um Mitternacht“ über die Bühne. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1618. ritterschauspiele-kiefersfelden.de

Schmankerlstraße und Bauernherbst Rosenheim

Ende September ist es wieder soweit: Auf dem Ludwigsplatz präsentieren über 30 Aussteller:innen regionale Produkte. bauernherbst.de

Apfelmarkt Bad Feilnbach

Von 9. bis 12. Oktober findet Bayerns größter Apfelmarkt mit Rahmenprogramm, Kunsthandwerk und Spezialitäten von über 250 Aussteller:innen statt. apfelmarkt-bayern.de

Stubn in der Frasdorfer Hütte Zellboden 2 D-83112 Frasdorf stubn.co

Lokal Landl

Finsterwalderstraße 1 D-83071 Stephanskirchen lokal-landl.de

Naturpavillon Übersee Hochfellnweg 1 D-83236 Übersee naturpavillon.de

Künstlerhaus Exter Blumenweg 5 D-83236 Übersee

Gärtnerei Jolling

Demeter-Gärtnerei und Hofcafé Jolling 14

D-83093 Bad Endorf jolling.farm

Entspannt

Das Bahn- und Nachtzugnetz in Europa ist beachtlich. Entsprechend lohnt es sich für nachhaltige Reisende, einmal den Blick zu weiten. Die Art, wie wir reisen, prägt maßgeblich unser Urlaubserlebnis und unser Verständnis von Umweltschutz.

Es gibt kaum eine schönere und entspanntere Art in einer Stadt anzukommen, als gemütlich mit dem Zug einzufahren. Kein langwieriger Check-In, kein Bangen um die Koffer an den Gepäckbändern, keine Passkontrollen, keine nervigen Verkehrsstaus, Anstellen an der Transferbusstation oder kilometerlange, öde Gewerbegebiete mit dem Taxi oder Leihauto hinter sich zu lassen. Stattdessen erreichen Sie den Hauptbahnhof einer pulsierenden Stadt mitten im Zentrum, der in vielen europäischen Städten ein architektonisches Schmuckstück für sich und allein deshalb schon einen Besuch wert ist.

Romantik auf Schiene

Historische Bahnhöfe, meisterliche Viadukte, dunkle Tunnel – über zweihundert

Jahre inspiriert das europäische Schienennetz Reisende, Künstler:innen und Schriftsteller:innen von William Turner bis Agatha Christie. Das Goldene Zeitalter von einst wird heute widergespiegelt durch Hochgeschwindigkeitszüge, markante Knotenpunkte und kleinen oder historischen Dampf- und Bimmelbahnen auf Nebennetzen. Sie entschleunigen, beruhigen das grüne Gewissen und lassen uns ganz im Sinne von Slow Travel das Reisen frei von Hektik erleben.

Zahlreiche Zugverbindungen führen aus Österreich und Deutschland zu verschiedenen Reisezielen in ganz Europa. Wir präsentieren unterschiedliche Routen in den Süden, mit traumhaft schönen Abstechern zu idyllischen Destinationen auf Nebenstrecken – und haben unsere Highlights herausgepickt.

Text: Lisa Gutzelnig

Dolce Vita in Rimini

Statt Stau auf der Autobahn und Stunden später erschöpft und mit müden Augen in Italien anzukommen, steigen Sie am frühen Morgen in München in den Zug ein und lassen den Abend mit einem Bad an der Adria ausklingen. Der Blick auf die vorbeiziehende Landschaft reicht weit, die Berge sind hoch und beeindruckend, die Beine haben Freiraum, um sie weit von sich zu strecken. Von der bevölkerungsreichsten Stadt Deutschlands bringt Sie in den Sommermonaten ein Direktzug an die italienische Küste –beispielsweise bis nach Rimini. Wer einmal in dem speziellen Licht durch die Altstadt und die Strände entlang geschlendert ist, echten italienischen Espresso getrunken hat und die Lebendigkeit des Küstenortes in der Emilia-Romagna gespürt hat, wird immer wieder kommen wollen. Außerhalb der Hochsaison ist ein Zwischenstopp in der hübschen Stadt Bologna einzulegen, bevor Sie nach einer Stunde Weiterfahrt das Meer erreichen. „La Rossa“ wartet mit extraköstlicher Pizza und Eis – nicht zuletzt dank der renommierten Eisschule „Carpgiani Gelato University“ auf. Die labyrinthische Altstadt mit ihren schier endlosen Arkaden, 40 Kilometer sind es insgesamt, geht auf die Zeit der Renaissancefürsten zurück. Noch ein Tipp für das finale Reiseziel: Wenn Sie sich nach Ihrer Ankunft in Rimini nicht gleich in die Wellen stürzen wollen, sollten Sie Ihren Anreisetag mit einem abendlichen Spaziergang über die Ponte di Tiberio ausklingen lassen.

Bilder: shutterstock.com

Fährverbindungen nach Mallorca gibt es ab Barcelona, Valencia, Gandia und Denia. Die Überfahrten dauern zwischen fünf und sieben Stunden – je nach Abfahrthafen und Fährunternehmen. Auch aus Frankreich startet eine Fähre. Die Fahrt von Toulon nach Alcudia im Norden Mallorcas dauert allerdings über zwölf Stunden. Aus Deutschland kommend ist die Fahrt ab Barcelona am sinnvollsten, auch weil die katalanische Hauptstadt ein absolutes Highlight ist. Von Wien aus ist ein Zwischenstopp in Mailand zu empfehlen. Mein persönlicher Tipp: Von Mailand ist man mit dem Schnellzug in knapp sechs Stunden in Toulon an der Côte d’Azur. Entlang der Mittelmeerküste ist das Vorankommen mit der Bahn unglaublich einfach. Außerdem ist diese Strecke wohl eine der schönsten Routen, die ich je mit dem Zug gefahren bin.

Yoga Finca auf Mallorca

Mallorca, die Lieblingsinsel der Deutschen, wird in der Hochsaison täglich von über 1.300 Maschinen angeflogen. Eine unfassbar hohe Zahl mit einem noch höheren CO2Ausstoß. Wer lieber mit Zug und Fähre anreist, tut dies zwar auch nicht zu 100 Prozent klimaneutral, aber doch deutlich weniger umweltbelastend als auf dem Luftweg. Warum Sie einen unschlagbaren Spottpreis und 2,5 Stunden Flugzeit gegen die längere Anreise auf Schienen und dem Wasser tauschen sollten? Ganz einfach: Weil allein der Weg ein Abenteuer ist. Das Unternehmen „Neue Wege Reisen“ organisiert z. B. seit über 30 Jahren nachhaltige Yoga- und Ayurveda-Reisen. Die eigene Finca auf Mallorca wird mit Solarstrom betrieben, setzt auf ressourcenschonendes Wohnen und regionale und saisonale Lebensmittel, teilweise aus eigenem Anbau. Denn bei diesem Reisespezialisten fängt das Bewusstseinstraining nicht erst In-House an und endet bei der Abreise. Es geht dem Unternehmen vielmehr auch darum, dass achtsam gereist wird. So ist es nur die logische Konsequenz, dass nicht nur der Aufenthalt vor Ort nachhaltig ist, sondern auch die Anreise.

Antiker Zug Tren de Soller - ein öffentliches Verkehrsmittel am Bahnhof Bunyola auf Mallorca in Spanien.

Süße Träume von Wien bis Split

Während Sie noch von Sonnenschein und der kroatischen Adria träumen, bringt Sie die EuroNight-Verbindung der ÖBB von Bratislava über Wien und Graz in nur einer Nacht nach Split. Kristallklares Wasser, Top-Gastronomie, Kulturgenuss und Natur pur machen Kroatien zum Urlaubsparadies. Mit seiner knapp 6.000 Kilometer langen Küste – die über tausend Inseln miteingeschlossen – ist Kroatien zurecht eine von Europas TrendDestination geworden. Das kleine Land an der Adriaküste, das auf Sauberkeit an den Stränden besonders viel Wert legt, gehört zu den 30 wasserreichsten Staaten der Welt. Beim Urlaub in der

Nachhaltige Mobilität steht für viele Reisende im Mittelpunkt. Nachtzüge sind eine attraktive Alternative zu Flugreisen.

historischen Stadt Split wird Geschichte lebendig. In den verwinkelten Gassen Splits kann man sich herrlich verlaufen und immer wieder einen Blick auf das glitzernde Meer erhaschen. Besonders einladend für alle, die auch nachts noch auf den Beinen sind: Die Flaniermeile Riva an der von Palmen gesäumten Promenade des Hafens. Tagsüber darf man sich den Diokletianpalast aus dem vierten Jahrhundert nicht entgehen lassen, denn die weißen Gebäude des Palastes sind nicht nur spektakulär und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, sondern waren auch „Game of Thrones“-Drehorte. Zum Sonnentanken bietet sich der hippe Sandstrand Bacvice an, wo das Wasser besonders türkis schimmert.

Die größte Stadt Dalmatiens erreichen Sie bequem über Nacht. Mit den topmodern ausgestatteten ÖBBNightjets reisen Sie beispielsweise in 14 Stunden von Wien aus und erreichen am nächsten Morgen ausgeruht und entspannt Ihr Ziel – direkt im Zentrum. Auf ausgewählten Verbindungen können Sie auch Ihr Auto oder Motorrad im Zug mitnehmen.

Nachtreisekomfort mit den ÖBB

Durch die frühe Ankunft direkt im Zentrum der Zieldestination können Sie wertvolle Zeit und zusätzliche Hotelkosten sparen. Fahrgäste im Schlaf- und Liegewagen erhalten zudem ein Begrüßungsgetränk und morgens vor der Ankunft direkt im Abteil ein Frühstück serviert. Paris, Rom, Venedig, Cinque Terre, Rijeka, Zagreb und Split sind nur einige Sommerdestinationen, die angefahren werden. Umweltfreundlich in Richtung Urlaub wird in Wien, Salzburg, Linz, Graz und Innsbruck sowie Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, München und Stuttgart gestartet.

SummerRail der DB

Mit der deutschen Bahn gelangt man ebenfalls an europäische Sehnsuchtsorte am Wasser, in den Bergen oder in verträumte Altstädte mit Nähe zum Meer. An die Aarhusküste an der dänischen Ostküste starten Sie beispielsweise fünf Mal täglich von Hamburg aus. Nur 20 Minuten Zugstrecke liegen zwischen Amsterdam und Almere, der jüngsten Stadt der Niederlande. Im Juli und August verkehrt der TGV zwischen Frankfurt und Bordeaux acht Mal täglich. Ins adriatische Cattolica gelangt man von München über Bologna mit dem Railjet 83.

Bilder: shutterstock.com

REITERS SUPREME

EIN HAUCH JAPAN

Das „Kensho Spa“ mit Panoramasauna, Onsen-Pools und Naturschwimmteich, Ayurveda-Behandlungen und Yoga im Adultsonly-Hotel sorgen für entspannende und das Aktivprogramm für sportliche Momente.

Text: Michaela Hocek

Nikola und Karl J. Reiter sind in der Tourismusbranche aufgewachsen – die eine in Salzburg, der andere in Tirol. Sie lernten sich kennen und lieben, wollten irgendwann etwas Eigenes. Miami, Vietnam und Bad Tatzmannsdorf waren im Gespräch. Geworden ist es das burgenländische Refugium, weil hier „das Klima passt, Platz für die Landwirtschaft ist und sich viele Interessen oder Ideen, die von Reisen mitgebracht werden, realisiert werden

Das auspowernde Fitnessprogramm, Salzgrotte, Hammam, Solebecken, das neue japanische Kensho Spa mit heißen Onsenbecken sowie viel Grün um das Haus haben unser Herz gewonnen.

können“, erzählt die sympathische Unternehmerin im Interview.

Drei Journeys und mehr

Gäste, die zum Wellnessen kommen, können sich für klassische Thermalanwendungen, indische Ayurveda-Behandlungen des vierköpfigen indischen Teams oder das japanische Kensho-Spa entscheiden. Letzteres ist der neueste Coup der beiden inspirierenden Unternehmer. Auf ihrer letzten Japanreise haben sie die Passion für die dortige Kultur entdeckt und sich mit beratenden Expert:innen und einem Tiroler Architekt ihren Zubau und das Programm nach dem Motto „Place to me“ bauen lassen. Sportler:innen können dem Golf direkt vor der Haustür frönen. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird dieser mit Regenwasser gegossen. Radler:innen finden weitläufige Strecken ohne hügelige Höhenmeter vor. Das Inhouse-Aktiv-Tagesprogramm kann sich ebenfalls sehen lassen: Wir haben bei Tabata- und Faszientraining geschwitzt und Appetit entwickelt.

Regionale Kulinarik

Kalb- und Rindfleisch stammen aus eigener Landwirtschaft. Die Tiere – 70 Pferde, 200 Rinder, weiße Esel, viele Ziegen und Hühner – können auf den weitläufigen Grünanlagen rund um das Hotel auf den Koppeln beobachtet werden. Selbst produziert werden Br ot, getrocknete Tomaten, Chutneys, Würste, Eis, Süßspeisen, Säfte, Wein u. v. m. Die Frühstücksauswahl kann sich sehen lassen: Selbstgemachte Marmeladen, Mehlspeisen, Aufstriche, Würstel, Bio-Eier von den eigenen Hühnern, Käse, Wurst, Säfte, Öle, vegane Köstlichkeiten, südburgenländische Spezialitäten wie Grammelpogatscherln und Hirschbirnensaft, eine schier nicht enden wollende Teebar, Saftcorner zum Selbstpressen sind die Highlights. Die meisten Lebensmitteln kommen von über 60 regionalen Lieferant:innen oder wohl gewählten Kooperationspartnern – wie z. B. Oliven aus Kalamata. Auch die Abendmenüs punkten mit hohem regionalem Anteil. Glutamat und Geschmacksverstärker sind tabu.

Hausgemachte Nudeln sind nur eine von vielen kulinarischen Verlockungen, die das Küchenteam auf die Beine stellt.

Nachhaltigkeit auf einen Blick

Auf die Frage nach Umweltmaßnahmen im Haus antwortet die Chefin: „Für uns ist es selbstverständlich alles zu tun, was möglich ist.“ So wird mit Einsatz von Biomasse, Holzhackschnitzeln und Photovoltaik energiefreundlich gearbeitet. Mülltrennung versteht sich von selbst. Das Lichtsystem ist tageszeitlich reguliert. Bioabfälle werden in eine regionale Biogasanlage eingespeist.Auf den Zimmern findet sich

Edles, langlebiges Interieur und beeindruckende Ausblicke machen das Flair der Zimmer, teilweise mit eigener Dachterrasse, aus. Outdoor-Pools gibt es mehrere auf dem großzügigen Areal.

faire, vegane und tierversuchsfreie Naturkosmetik. Auf dem Gelände finden sich Schmetterlings- und Blumenwiesen, Nistkästen und Bienenstöcke. Die Tiere leben in artgerechter Freilandhaltung und jagdfreier Zone. Praktiziert wird Hofschlachtung und From-Nose-to-tail-Küchenphilosophie. Für die über 350 Mitarbeiter:innen gibt es zusätzliche Urlaubstage und flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuung, eine Lehrlingsakademie und Weiterbildungsangebote. Dies scheint zu fruchten, trauen wir uns aufgrund der äußerst freundlichen und herzlichen Behandlung während unseres Aufenthalts zu behaupten. Schließen wollen wir mit einem letzten Tipp: Wer hier urlaubt, sollte das Buchen einer Ayurveda-Behandlung und den Ausklang des Tages in der Hotelbar bei Klaviermusik nicht verpassen.

Ganzjährig geöffnet

Das Verwöhnpotenzial im Adultsonly-Hotel – die Family-Variante befindet sich gleich nebenan – von Nikola und Karl J. Reiter ist hoch. Es ist mit dem österreichischen Umweltsiegel ausgezeichnet. 168 Zimmer, 9.000 Quadratmeter Wellnessoase, Ayurveda-SpaExperience als Weg in die Tiefenentspannung, regionale Kulinarik und ein mit Regenwasser gepflegter Golfrasen sind einige anschauliche Eckdaten.

Hotel Reiters Supreme Am Golfplatz 1 A-7431 Bad Tatzmannsdorf supremehotel.at

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