Ein Feldlager in Schlesien
Singspiel in drei Akten in Lebensbildern aus der Zeit Friedrichs des Großen
Text von Ludwig Rellstab nach einem Entwurf von Eugène Scribe
Zum ersten Mal herausgegeben
von Volker Tosta
Partitur für die Auführungen an der Oper Bonn Erster Akt
Sy. 5617
Version 3.0, 1. September 2021
Copyright 2019-2021 by G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag GmbH, Berlin
Alle Rechte vorbehalten
All rights reserved / Tutti i diritti riservati
Revisionsbericht
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
Der vorliegenden Ausgabe des Singspiels Ein Feldlager in Schlesien liegen folgende Quellen aus den Beständen der Staatsbibliothek Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin zugrunde:
1. Partitur-Abschrift: Signatur: N.Mus.ms 10 115
2. Partitur-Abschrift, dritter Akt: Signatur: Mus.Mb.833(3)
3. Libretto-Abschriften mit autographen Eintragungen Meyerbeers: Signaturen: N.Mus.N.Mus.Nachl.97,R/18 und N.Mus.N.Mus.Nachl.97,R/22
4. Arien und Gesänge aus: Ein Feldlager in Schlesien, Berlin [1844]
Eine genaue Zuordnung der Quelle für die einzelnen Zeilen des vorliegenden Librettos bleibt der kritischwissenschaftlichen Edition der Oper überlassen. Eine gute Näherung ergibt sich aber durch folgende Zuordnung:
a. Für die Akte 1 und 2, sowie für den dritten Akt ohne die Traumbilder wurden die gesungenen Textzeilen der Quelle [1] entnommen. Gleiches gilt auch für die während der Musik gesprochenen Texte (Melodram).
b. Für den dritten Akt mit den Traumbildern wurden die gesungenen Textzeilen der Quelle [2] entnommen. Gleiches gilt auch für die während der Musik gesprochenen Texte (Melodram) und die Rezitationen der Borussia zu den Traumbildern.
c. Die gesprochenen Dialoge wurden der Quelle [3] entnommen, wobei die in der Quelle sichtbaren Striche berücksichtigt wurden, d.h. hier nicht wiedergegeben sind.
Solo-Gesangsrollen:
Ein Feldlager in Schlesien
Personen
Chor:
Sprechrollen:
Saldorf, Hauptmann außer Diensten Bass
Vielka, seine Pflegetochter Sopran
Therese, seine Nichte Sopran
Conrad, sein Pflegesohn Tenor
Tronk, Anführer einer Truppe ungarischer Reiter Bass ein ungarischer Reiter Tenor ein preußischer Soldat Bass ein Zietenscher Husar Tenor ein Grenadier-Unteroffizier Bass ein Artillerist Bass ein schwarzer Husar Tenor ein Husar Tenor Steffen, ein alter Landmann Tenor
Ungarische Reiter, preußische Soldaten aller Waffengattungen, Marketenderinnen, Landleute, Pagen, Diener
Nanette, Thereses Freundin stumme Rolle zwei preußische Soldaten Borussia (im Epilog)
Ort:
Zeit:
Schlesien, Potsdam
gegen Ende des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763)
Ein Feldlager in Schlesien
Verzeichnis der Musiknummern
Vielka, Therese, Saldorf, Conrad, Frauenchor
Vielka, Therese, Saldorf
Conrad
Vielka, Conrad
Vielka, Therese, Conrad, Saldorf, gemischter Chor
Tronk, Männerchor
Vielka, Tronk, Männerchor
Vielka, Therese, Conrad, ein ungarischer Reiter, Tronk, Saldorf, gemischter Chor
Zietenscher Husar, Schwarzer Husar, Grenadier-Unteroffizier, Männerchor
Grenadier-Unteroffizier, ein preußischer Soldat, Männerchor
Zietenscher Husar, Grenadier-Unteroffizier, Artillerist, Männerchor
Ein alter Landmann, gemischter Chor, sprechend: ein Husar
Zietenscher Husar, Schwarzer Husar, Grenadier-Unteroffizier, Artillerist,Männerchor sprechend: ein preußischer Soldat
Männerchor
Vielka, Therese, Zietenscher Husar, Schwarzer Husar, ein Husar, Grenadier-Unteroffizier, Artillerist, Saldorf, gemischter Chor sprechend: zwei preußische Soldaten
sprechend: Vielka, Conrad, Tronk, Saldorf
Vielka, Conrad, Tronk
Therese, Vielka
Vielka, Therese, Conrad
Seite
Vielka, Therese, Conrad, Tronk, Saldorf, gemischter Chor
Sopransolo (Therese), Borussia (sprechend), gemischter Chor
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
Therese, Vielka
Vielka, Therese, Conrad, Tronk, Saldorf, gemischter Chor
Inhaltsangabe
1. Akt, Zimmer in einem Landhaus in Schlesien:
In dem Landhaus lebt der pensionierte preußische Hauptmann Saldorf mit seiner Nichte Therese, dem Pflegesohn Conrad und der Pflegetochter Vielka, einer Zigeunerin. Zur Familie gehört auch Leopold, der Geliebte Thereses, ebenfalls ein Neffe Saldorfs. Er dient als Leutnant in der preußischen Armee, die nicht weit von Saldorfs Haus gelagert ist. Conrad, der zwar als Flötist musikalisches Talent zeigt, nun aber zur Ausbildung für einen bürgerlichen Beruf zu einem Kaufmann nach Berlin geschickt werden soll, bereitet sich zur Abreise vor. Am liebsten würde er jedoch daheim bleiben und an der Seite seiner geliebten Vielka leben. Die Familie ist besorgt um Conrads Reise, denn es ist Krieg und die feindlichen Heere sind in der Gegend im Aufmarsch begriffen. Conrad fürchtet sich, ungarischen Panduren in die Hände zu fallen. Vielka, die von ihrer Mutter das Talent zum Wahrsagen geerbt hat, prophezeit Conrad, dass er heute noch einen bedeutenden Menschen treffen wird. Nach langem Abschied verlässt Conrad das Haus.
Therese hat einen Brief von Leopold erhalten, den dieser nach der letzten Schlacht und gegen die Anordnung bei Nacht und Kerzenlicht geschrieben hat. Er bittet Therese, bei Saldorf die Einwilligung zur Hochzeit mit ihr zu erwirken, was Saldorf aber ablehnt.
Zur gleichen Zeit wird König Friedrich II. während eines Ausritts aus seinem Feldlager von einem Trupp ungarischer Reiter überrascht. Er kann gerade noch unter einer Brücke Zuflucht nehmen, wo er den sich ebenfalls verbergenden Conrad trifft und sich von diesem in das Haus Saldorfs führen lässt. Der zurückkehrende Conrad erzählt seiner Familie von seinem Erlebnis. Er hält den Fremden für einen Offizier, aber Saldorf erkennt in ihm den König, als er ihn in seinem Gästezimmer aufsucht und teilt Vielka und Therese, nicht jedoch Conrad, seine Entdeckung mit. Man berät einen Plan zu Rettung Friedrichs. Als die Verfolger eintreffen, bringt Vielka die ungarischen Soldaten und deren Anführer Tronk durch Wein, heimatlichen Gesang und Tanz davon ab, das Haus zu plündern.
Saldorf erfährt von Tronk, dass ein Leutnant Saldorf wegen nächtlichen Feuermachens vor ein Kriegsgericht gestellt werden soll. Das hätten ihm preußische Gefangene berichtet. Die verzweifelte Therese tröstet Tronk damit, dass Leopold selbst unter den Gefangenen ist. Er bietet Saldorf an, Leopold freizulassen, wenn dieser ihm hilft, den König zu fangen, von dem er weiß, dass er sich in der Nähe aufhalten muss. Saldorf hält Tronk mit dem Versprechen hin, ihm bei der Suche nach dem König zu helfen, verlangt dafür aber einen Freipass nach Berlin, ausgestellt auf den Namen seines Pflegesohns Conrad. Das Dokument lässt er mit Conrads Kleidern und Reiseutensilien, darunter dessen Flöte, von Vielka heimlich dem König übergeben, so dass dieser inkognito sein Versteck verlassen kann. Zwar wird er bald darauf von einem argwöhnischen Posten festgenommen, jedoch sogleich wieder freigelassen, nachdem er sich durch ein von Tronk gefordertes Probespiel auf der Flöte anscheinend zweifelsfrei als Besitzer des Instruments und damit als Saldorfs Pflegesohn legitimieren kann. Conrad hingegen muss gegen seinen Willen die Rolle Friedrichs spielen und wird im Mantel des Königs von Tronk und den Soldaten abgeführt.
2. Akt, preußisches Feldlager, im Hintergrund das Riesengebirge mit der Schneekoppe: Fröhliches Lagerleben mit Wein und Tanz. Kavallerie, Infanterie und Artillerie preisen sich selbst und die Vorzüge ihrer Waffengattung. Darüber geraten sie in Streit, den der Auftritt eines alten Landmannes beendet. Dieser erinnert an die Pflichten von Soldaten und Bauern für den preußischen Staat. Gegen die Belehrungen des Alten bietet der Auftritt tanzender Marketenderinnen eine willkommene Abwechslung.
Unter den Soldaten löst die Nachricht von der angeblichen Gefangennahme des Königs große Unruhe aus. Da bekannt wird, dass der König offenbar in Saldorfs Haus verhaftet wurde, verdächtigt die Menge diesen, den König verraten zu haben, um sich an ihm wegen der drohenden Exekution seines Neffen Leopold zu rächen. Bevor Saldorf der aufgebrachten Menge zum Opfer fällt, verbreitet sich die Nachricht von der Rettung des Königs durch Saldorf und seine Familie. Der rehabilitierte Saldorf reißt die Soldaten aus ihrer Verzagtheit und begeistert sie zu neuen Taten. Alle ziehen in die Schlacht.
3. Akt, Vorsaal zum Audienzzimmer im Schloss Sanssouci:
Nach der für Preußen siegreich verlaufenen Schlacht wird Saldorf mit seiner Familie vom König nach Sanssouci bestellt. Hier will er endlich Klarheit über das Schicksal seines Neffen Leopold erhalten. Obwohl dieser sich aus österreichischer Gefangenschaft selbst befreit und in der Schlacht zum preußischen Sieg wesentlich beigetragen hat, ist das Todesurteil wegen seines Disziplinarvergehens unverändert gültig. Conrad erscheint, erzählt von seinen Abenteuern als falscher König und hat die Absicht, sich auf eine Stelle in der Hofkapelle Friedrichs zu bewerben. Vielka ermuntert ihn, sein bereits im ersten Akt erklungenes Flötensolo hören zu lassen, worauf ihm der König aus seinem Zimmer, ebenfalls auf der Flöte, antwortet. Das Musizieren bringt Tronk auf den Plan, der inzwischen eine Anstellung am Hofe Friedrichs gefunden hat. Er schickt Conrad zur Bestrafung für die Ruhestörung in das Zimmer Friedrichs. Dieser gewährt Conrad einen Wunsch für die bei seiner Flucht geleisteten Dienste. Conrad ist sich nicht sicher, was er sich wünschen soll und bespricht sich mit Vielka und Therese, die ihn, zu seinem Frust, dazu bringen, um das Leben von Leopold zu bitten. Voller Furcht geht Vielka mit der niedergeschriebenen Bitte zum König. Doch dieser lässt nicht nur Gnade walten, sondern bezeugt darüber hinaus seine Dankbarkeit, indem er Leopold zum Kapitän befördert. Als auch noch Conrad, der zuvor seine Virtuosität auf der Flöte bewiesen hat, zum Mitglied der Hofkapelle ernannt wird, ist das Glück Saldorfs und der beiden Paare vollkommen. Visionär prophezeit Vielka dem Königshaus und dem Land eine Zukunft voller Glück und Ruhm.
Epilog:
In der Ursprungsversion zeigt der Schluss der Oper noch neun tableaux vivants (Traumbilder) aus der Geschichte Preußens als Träume des schlafenden Friedrich. Vor und während der Bilder erklärt und deutet die Schutzgöttin Preußens, Borussia, das Gezeigte:
1. Die Schlacht; Allegorie des Krieges
2. Der Frieden;
3. Das alte Opernhaus; mit einer Arie aus der Oper "Britannico" von Carl Heinrich Graun
4. Das Brandenburger Tor; Bau und Einweihung des Wahrzeichen Berlins unter König Friedrich Wilhelm II.
5. Die Bewaffnung der freiwilligen Jäger; Aufbruch der preußischen Freiwilligen 1813 in den Kampf gegen Napoleon
6. Des Friedens Einzug; Sieg der Preußen und ihrer Alliierten über Napoleon, Allegorie des Eisernen Kreuzes
7. Das Monument am Kreuzberg; Bau und Einweihung des Denkmals zur Erinnerung an die Befreiungskriege im Berliner Viktoria Park, Beschwörung der deutschen Einheit
8. Der Brand des Opernhauses; Zerstörung der Lindenoper durch ein Feuer im Jahr 1843
9. Das neue Opernhaus; Wiedereröffnung der Oper 1844 (unmittelbarer Anlass für die Aufführung des Singspiels), Schlusschor
Ein Feldlager in Schlesien Ouvertüre
cantabile con molto portamento
cantabile con molto portamento
cantabile con molto portamento
Ein Feldlager in Schlesien
Erster Akt
I-II-III e Tuba Timpani
[später I-IV]
[später I-IV]
[später I-IV]
dolce
[später I-IV]
dolce
dolce
dolce
Chor der Mädchen
Contrabbassi
Die Bühne stellt ein Zimmer in einem Landhause [in Schlesien] dar. Saldorf, Therese, Vielka umgeben den zur Reise gerüsteten Conrad. Landmädchen im Hintergrund bilden den Chor.
(indem er Conrad die Hand segnend auf die Schulter legt)
Sogeh’getrost
So
Soziehehin ziehehinmit mitGottesSegen, GottesSegen,und undunsbewahre unsbewahreLieb'und
Soziehehin
Soziehehin
Sogeh’getrost dolce dolce dolce dolce mit mit Solebtdennwohl! mit GottesSegen, GottesSegen, Mit GottesSegen! GottesSegenzieh undunsbe undunsbe ichgetrostder
cresc.
Treu'.Fürchte
cresc.
Treu'.Nichts
cresc.
gen.Nichts
treu.Nichts I
cresc. nichts,fürchte fürchte, fürcht'ich, fürchte,
nichtsfürchte
aufdesLebens
nichtsfürcht'ich
aufdesLebens
nichtsfürchte
aufdesLebens Wegen. Wegen. Wegen. Wegen.Vor
VorUnrecht Ichziehe Ÿ Unrecht
trageScheu. trageScheu. ganzgetrost,vor
Unrechteinzigtrag'ich
Scheu, I I hin, hin! lebtwohl,euchallen, dolce zieh' allenbleib'ich I dolce hinmitGottundunsbe treu. (Er wendet sich besonders zu Vielka.) > wahreLieb'und
leggiero e staccato
leggiero e staccato
leggiero e staccato
leggiero e staccato
Solassdichdennbeschenken
solassdichdennbeschenken
Solassdichdennbeschenken
Solassdichdennbeschenken
ponticello mit springendem Bogen sul ponticello mit springendem Bogen
vonheit'rerMädchenschar.
vonheit'rerMädchenschar. vonheit'rerMädchenschar.
vonheit'rerMädchenschar.
SiereichtzumAngedenken
SiereichtzumAngedenken
SiereichtzumAngedenken
SiereichtzumAngedenken
vonunsdiesBanddirdar,dies vonunsdiesBanddirdar, vonunsdiesBanddirdar, vonunsdiesBanddirdar.
@ positione naturale
(La
positione naturale arco I Solo
Band,diesBanddurch
diesBanddiesBand
diesBand,diesBand
michdiesBanddirdar,durch reichtdasBanddirdar, reichtdasBanddirdar, mich,durchmich,durch
diesBand,diesBand diesBand,diesBand michdiesBanddir dir
positione naturale
positione naturale
dar,siereichtzumAngedenken
dar,siereichtzumAngedenken
dar,siereichtzumAngedenken
dar,siereichtzumAngedenken
dar,siereichtzumAngedenken
dar,siereichtzumAngedenken
SiereichtzumAngedenken
leggiero e dolce
leggiero e dolce
leggiero e dolce
weck'erfrischenMut,
soweck'erfrischen
GedenkenurderTänze
gedenkenurderTänze
GedenkenurderTänze
GedenkenurderTänze
beisüßerFlöteKlang, beisüßerFlöteKlang, beisüßerFlöteKlang, beisüßerFlöteKlang, @ @ @ @
derScherze,Sträuße,Kränze
derScherze,Sträuße,Kränze
derScherze,Sträuße,Kränze
derScherze,Sträuße,Kränze
@ @ beiunser'mfrohenSang.Ge beiunser'mfrohenSang. beiunser'mfrohenSang. beiunser'mfrohenSang. @ @ positione naturale
denk,gedenkdes
arco I Solo
Gedenk,gedenkdes
Gedenk,gedenkdes
positione naturale
positione naturale
positione naturale
fröhlichenGesangs,ge
fröhlichenGesangs, fröhlichenGesangs, denk,gedenkdes gedenk,gedenk, gedenk,gedenk, fröhlichenGe
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
sangs,derSträuße,Kränze,Scherze
denkderSträuße,Kränze,Scherze
denkderSträuße,Kränze,Scherze @ @ @
Sang,derScherzeSträuße,Kränze
Sang,derScherzeSträuße,Kränze
Sang,derScherzeSträuße,Kränze
-sollnichtvonmirweichen,soweitmeinFußmich --
trägt,wieistmein
Herz,meinHerzbe
wegt,achsobe
Sogeh’getrost dolce dolce dolce dolce mit mit Solebtdennwohl! mit GottesSegen, GottesSegen, Mit GottesSegen! -GottesSegen
Soziehehin
Soziehehin
wegt.
cresc.
trostmit
cresc.
unddeiner
cresc.
zieh’ichge
cresc.
Sei
cresc.
cresc.
cresc.
cresc. Viel
trostent
schlicht,treuund
sozieh’ge ka gegender mutig,
bleibestets Welt, frommund
mezza voce
a2 Soli marcato
a2 Soli marcato
mezza voce
(Saldorf fasst Conrad kräftig bei der Hand.)
aufundscheide,dichdrängtdieZeit,schon
steigtdieSonne,dein
Jetzt Jetzt Wegistweit.
Jetzt Jetzt
aufundscheide,dich aufundscheide,dich aufundscheide,dich aufundscheide,dich staccato staccato staccato staccato
drängtdieZeit,schon
drängtdieZeit,schon
drängtdieZeit,schon
drängtdieZeit,schon
steigtdieSonne,dein
steigtdieSonne,dein
steigtdieSonne,dein
steigtdieSonne,dein
Wegistweit.
Wegistweit.
Wegistweit.
Wegistweit.
Dochhöreder
Vorsichtsorglichen
mezza voce
a2 Soli
mezza voce a2 Soli
mezza voce a2 Soli
mezza voce
Dochhöreder
Vorsichtsorglichen
Dochhöreder Rat,
Vorsichtsorglichen
Dochhöreder
Vorsichtsorglichen
Dochhöreder
Vorsichtsorglichen
Rat, Rat, vermeidedie Rat, Rat,
Straße,nimmeinsamen
vermeidedie vermeidedie Pfad. vermeidedie vermeidedie
Straße,nimmeinsamen
Straße,nimmeinsamen
Straße,nimmeinsamen
Straße,nimmeinsamen
Pfad.
Pfad, Es
Pfad. Pfad, a2
nimm streifenFeinderings nimm
Es ein a2
Es ein umdieFlur,es
streifenFeinderings samen streifenFeinderings
streifenFeinderings samen
umdieFlur, Pfad, umdieFlur,Kro
umdieFlur, Pfad, nimm atendortundPan nimm
ein durenhier,Kro
atendortundPan... samen... atendortundPan... atendortundPan... samen...
ein
(schreiend)
(schreiend)
(schreiend)
Es geschieht ein ferner Kanonenschuss. Die Mädchen schreien laut auf.
aufmerksam gehört hat, etwas unwillig)
Königmit
mutiger
Schar,dortweiltder
KönigmitmutigerSchar.
mezza voce
schützeihn, schützeihn, schützeihn schützeihn schützeihn, schützeihn,
der Vorschlag von oben der Vorschlag von oben der Vorschlag von oben der Vorschlag von oben der Vorschlag von oben
immerdar, immerdar. immerdar. immerdar. immerdar immerdar
Schütz'ihn schütz'ihn
mezza voce
mezza voce a2
Hör'unser
Flehen!
großer o großer o großer
Hör'unser
Flehen!
cresc.
Hör'unser (knieend) (knieend)
Flehen!
Hör'unser
Flehen!
Seignädig, Seignädig, Seignädig, Seignädig, gnädigihm! gnädig, gnädigihm, gnädig, gnädig, hör'das hör'das hör'das hör'das
cresc. cresc.
I-IV Ob. I-IV Cl. I-IV (Si )
Fg. I-IV Cr. I-II (La ) Cr. III-IV (Mi )
I-II (La )
I-II-III Tuba
Gott!
Flehen!
ihn, Flehen,
ihn, O,seiihm
O,seiihm oseiihm seiihm cresc. cresc. cresc. cresc.
gnädig, gnädig, gnädig gnädig dim. dim. dim. dim. gro gro Aufjetztundscheide,esmussendlichsein,
Herr
Herr (zu Conrad, der Vielka umarmt hält)
ßer
ßer > Auf, aufjetztundscheide,esmussendlichsein,
Gott,
Gott,
Gott!
Gott! lebtwohleuchallen, es seiihm seiihm dim.
-
Conrad geht ab. Die Mädchen begleiten ihn zum Teil bis an die Tür. Vielka umarmt Therese. Die Übrigen bilden eine Gruppe, als ob sie dem Abgehenden durch das offene Fenster nachschauten. [Schließlich, alle Landmädchen ab.]
Zweite Szene. Saldorf, Vielka, Therese
SALDORF:
(für sich)
Wenn er nur glücklich durch alle die Panduren kommt, die hier die Flur umschwärmen. (zu Vielka)
Es ist brav von dir, dass du dich so frisch hältst, ich war bange vor deinem Weinen und Klagen !
VIELKA:
O mein Vater, ich bin voller Vertrauen ... es wird ihm gut gehen, glücklich ... es wird Großes durch ihn vollbracht werden !
SALDORF:
Nun, nun, nur nicht allzu hoch hinaus ! Er wird sein Weiterkommen in Berlin finden, denn das hat mir mein alter Freund Warbeck versprochen; er hält ihm den Platz in seiner Handlung offen, bis er in Berlin eintrifft.
VIELKA:
Ach, die leidigen Zahlen und Rechnungen werden ihn wenig glücklich machen.
SALDORF:
Zu seiner Erholung wird er auf der Flöte blasen.
VIELKA: Er sollte nichts tun als das ... die Flöte, die Musik ist seine Bestimmung.
SALDORF:
Ich denke du bist seine Bestimmung auch. Als Kaufmann kann er etwas erwerben ... dich vielleicht heiraten. Höre ein vernünftiges Wort: ich habe vier Kinder ... die aber (er deutet auf Therese, die im Hintergrunde am Fenster mit Nanette flüstert) ist meine Tochter, denn sie ist meiner unvergesslichen, einzigen Schwester Kind ! Der Monsieur Lieutenant Leopold da drüben im Lager, der alle Tage einen dummen Streich macht, aber doch das Herz auf dem rechten Fleck hat, das ist mein Sohn, denn er ist meines Bruders Sohn, mein Erbstück ! Verstanden ?
VIELKA: (nickt)
SALDORF: Der Monsieur Conrad, der sentimentale Flötist ...
VIELKA: (lebhaft) ... er hat ein weiches, aber edles Herz.
SALDORF:
Genug ! Dieser ganz missratene Mensch und Flötenbläser Conrad ist auch mein Sohn, denn er ist Leopolds Milchbruder, und war von meinem Bruder an Kindes statt angenommen, folglich ist er mitgeerbt ... Basta ! Das sind drei und dieses junge widerspenstige Frauenzimmer hier, dieser schlechte Soldat ist Nummer vier, Basta !
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
SALDORF:
Ein Zaunkönig, der drei Zoll unterm Maß geblieben ist, der zum Soldaten so gut taugt wie der Riese Goliath zum Leibzwergen ...
VIELKA: ... der aber vielleicht so viel Mut hat wie der kleine David.
VIELKA:
Bester Vater ... aber ...
SALDORF:
Nichts aber ! Deine Mutter hat mir das Leben gerettet. Gerettet ... was sag ich ... sie hat zehnmal mehr getan. Die ungarischen Husaren hatten mich so zerhauen, dass kein Schneider mich hätte zusammenflicken mögen. Doch die Kräuter, die Pflege deiner Mutter taten es.
VIELKA: (lebhaft)
So denkt man bei uns. So denkt man in den Wanderstämmen, denen ich entsprossen bin, eine Abkunft, auf die ich stolz bin, der ich in Sitte und Tracht getreu bleibe, wenn man auch mein Volk verachtet.
SALDORF:
Dass ich, als sie hier starb, dich als ihren Nachlass an mich nahm, die kleine zehnjährige böse Sieben, das war mein Recht . Du bist auch mein Erbteil, und da ihr nun eurer vier seid, die ihr euch in so gut als nichts zu teilen habt, so rechne dir selbst aus, wie reich ihr seid, und ob es nicht ein Glück für deinen Hans Träumer von Flötenspieler ist, wenn er in ein reiches Kaufmannshaus kommt.
VIELKA:
(lächelnd, doch geheimnisvoll wichtig) Sein Glück steht anders in den Sternen.
SALDORF:
So ? Hast du etwa wieder geweissagt ? (er lacht)
VIELKA:
Lacht nur ... ich weiß, dass etwas von dem Erbteil meines Stammes auf mir ruht.
SALDORF:
(erblickt Therese, die einen Brief liest) He da ... du ... Therese ... was liest du da ?
THERESE:
Es ist ein Brief von Leopold, bester Vater.
SALDORF:
Und warum machst du mir nicht gleich einen Rapport davon ?
(er nimmt ihr den Brief fort und liest) "Teure Therese ! Heute haben wir uns den ganzen Tag geschlagen und dem Feinde hart zugesetzt. Der Tod sauste mehr als einmal dicht an mir vorbei. Da dachte ich ... wenn ich fallen sollte, ohne dich mein zu nennen, Therese, ..." In der Schlacht an solche Narrheiten zu denken, ein miserabler Soldat !
THERESE:
(für sich)
So treu, so voll Liebe !
SALDORF: (liest)
"In dem Augenblick riss mir eine Kugel den Hut ab !" Hm, hm ! Gott sei Dank, dass sie nicht drei Zoll niedriger traf ... "Da rief der König plötzlich dicht neben mir: 'Nehmt die Batterie dort oben !' Wir jagten übers Feld ... ich war so glücklich der erste in der Batterie zu sein."
Bravo ! "Der Tag war heiß. Jetzt ist stille Nacht. Ich schreibe heimlich bei einem kleinen Stümpfchen Licht auf der Säbelspitze, denn es ist uns verboten Licht zu brennen !" Der Teufelsjunge, er verdiente [...] "Morgen, denke ich, werden wir Ruhe haben, dann hoffe ich zu euch herüber zu kommen ! Therese, wenn du dann den Vater bewegtest, uns schnell zu vereinigen !" Er ist toll ... ganz toll ... "Ich höre kommen, lebwohl !"
THERESE: Nun lieber Vater ?
VIELKA: Ja, bester Vater !
SALDORF: Ihr seid alle nicht gescheut !
THERESE: Und wenn er nun heut' kommt, Väterchen ...
VIELKA:
Ja, wenn er kommt, wenn ...
(Sie schmiegen sich an Saldorf, der sich vergeblich loszumachen sucht.)
BEIDE: (zugleich)
Ja, wenn er kommt, Väterchen, wenn er kommt !
SALDORF: Schweigt ! Er wird nimmer kommen.
VIELKA: Es wird gewiss jemand kommen.
SALDORF: So ?
VIELKA: Ja gewiss ! Wichtiger Besuch wird uns kommen ... das habe ich schon diesen Morgen in den Wolken gesehen.
SALDORF: Aber Mädchen, ich glaube du scherzest nicht. Du träumst wirklich von Weltbegebenheiten in unserem kleinen Hause ?
VIELKA: (immer lebhafter) Ich scherze auch nicht ... es gibt ein Gefühl in meiner Brust ... wenn das eintritt, erleuchtet sich mir die Welt. Ich sehe weit in die Ferne. Es ist als ob sich die Dinge entschleiern.
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
WunderbareGestaltenum
gesprochen schwebenmich,wennichanEdles,anGrossesdenke,wiejetztanunser'nKönig,anSiegund
Todfür'sVaterland.Dannüberkommtesmich;dasistdieGabederMutter!
Dochdirbleibtder
treumichbe > wacht,hatmichtreube
Dialog 2:
SALDORF:
Verdient hast du den Muttersegen und seine Gabe gewiss, meine Goldtochter, ... doch ob sie so zuverlässig ist, als du meinst ?
VIELKA:
Horch, was ist das ? ... Es kommt jemand die Gartentreppe herauf.
THERESE: O sicher ist es Leopold. O Vater ...
SALDORF: Still ... er öffnet die Tür.
Dritte Szene. Conrad, Vorige. Die Seitentür öffnet sich, Conrad tritt ein.
SALDORF, VIELKA, THERESE: (zugleich) Conrad !
CONRAD: Ja, da bin ich wieder !
SALDORF: (unwillig erstaunt) Was führt denn dich wieder hierher ?
CONRAD: Ihr verwundert euch, nicht wahr ?
SALDORF:
Natürlich ! Im höchsten Grade ! Ich hoffte du wärest schon halb nach Berlin, ... aber ich glaube du hast nicht Verstand genug gehabt, bis über die Brücke zu finden.
CONRAD: Ich bin auch nicht über die Brücke gekommen.
SALDORF: Aber weshalb nicht ? Was willst du denn wieder hier ? Hast du deine fünf Sinne vergessen ?
CONRAD: Im Gegenteil, ich habe zehn mitgebracht ... nämlich noch einen Begleiter.
SALDORF: Und wen denn ?
CONRAD: Einen preußischen Offizier, glaube ich ...
SALDORF: Wo ist der Offizier ?
CONRAD: Er ist dort im Zimmer geblieben und verlangt, dass du zu ihm kommst.
SALDORF: Das ist eine Geschichte, aus der ich nicht klug werden kann.
CONRAD: Ja Vater, da habt Ihr Recht. Die Geschichte ist sehr seltsam. Hört nur zu !
aufzuHimmelsräumener
Klang,zumHimmelhellhinauf
töntmeinesLiedesKlang,
töntmeinesLiedesKlang,
MitSchrecken
streichen,durchsBlachfeldsausendstreichen.
unis.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
mirdichhinbegeben.
gesprochen: Erwarüberhaupt eineig'nerMann!Sehrgut... aberdochso-gewissermaßenerbotmireinePrisean,-doch allenRespekt-ichnahmsie nicht.
Haus!""InseinHaus?""Insein (verwundert)(kalt)
Haus!“inseinHaus?"insein "Wie,Herr? "Ja,ja,
SeitedasTalentlang,zueuchzurück.Wassucht’ich
Weite?Liegtdochda
SALDORF:
(die Melodie parodierend)
Du bist der größte Hasenfuß, den ich in meinem Leben gesehen habe. Aber so viel merke ich aus der Geschichte, dass der Offizier ein sehr vernünftiger, wichtiger Mann ist ... ich gehe zu ihm, ich werde mit ihm sprechen. (im Gehen)
Am Ende hat die Schelmin dort Recht, dass sich etwas von Wichtigkeit heute bei uns zuträgt. Ein Besuch ist wenigstens eingetroffen.
Er geht ab.
THERESE:
Der Vater ist fort ! Liebste Vielka ich kann es vor Unruhe nicht aushalten ... ich muss in den Garten und nach dem Felde hinaussehen, ob Leopold nicht kommt ... wenn der Vater zurückkommt, schmeichle ihm ein bisschen, dass er nicht böse wird.
Gleichfalls ab.
Vierte Szene. Conrad, Vielka.
CONRAD:
So bleiben wir beide allein, meine herzallerliebste Vielka. Das ist ganz herrlich. Wer hätte gedacht, dass ich so rasch zurückkommen sollte ?
VIELKA:
O ich wusste es schon heut Morgen. Ich habe gar nicht daran gezweifelt.
CONRAD:
(erfreut)
Ha ! Wie ? Das wäre dir schon bekannt gewesen ?
VIELKA: (deutet nach oben, scherzhaft feierlich) Hoch in den Sternen las ich's klar.
CONRAD: Am selben Tag ... das ist wahrhaftig mehr als wunderbar. Solche Augen möchte ich auch haben ... überhaupt Vielka, deine Augen ... die sind eigentlich Schuld, dass ich wieder hier bin. Ich hätte ja den Herrn Soldaten allein gehen lassen können, das Haus sah er ja vor sich. Überhaupt ... Krieg und Soldaten sind gar nicht meine Sache ... freilich, der Kaufmannsstand auch nicht !
VIELKA: Das ist leider wahr !
CONRAD: Am liebsten bleibe ich gleich ganz wieder hier. Ich soll Kaufmann, soll reich werden ? Das mag ich gar nicht ! Ich will nur dich !
VIELKA: Und ich nur dich.
Ob. I-II
Cr. ing. (Fa)
Cl. I-II (Do)
III (La)
bs. (Si )
Fg. I-II
I-II (Fa)
III-IV (Do)
Tr. I-II (Do)
HügelsSaum,dort, Ÿ dortandeinerSeite,welch’ein Ÿ Ach, gold’ner,gold’nerTraum. I solo
dolce ach,inkleinerHütteandes unis.
Ÿ -HügelsSaum,dort,
Cl. I-II (Do)
III (La)
bs. (Si ) Fg. I-II
(Fa)
(Do)
dortandeinerSeite,welch’ein
gold’ner,gold’nerTraum.
Welch’einsüssesLeben,welch’einsüssesLeben,
WennmeinArmumfangen,wennmeinArmumfangen
lock’ichausderFlöte
sanfterTöneKlang.
UndzumKlangderZither
weckenbangeLust,
vonderWelt,wenn
stetsvonderWelt,
stetsmeinArmumfangendicho wennmeinArm,meinArmumfangen
meinGeliebterhält, dichGeliebtehält,
andesHügelsSaum
andesHügelsSaum
fernevonderWelt,
fernevonderWelt,
welch’einschönerTraum,
welch’einschönerTraum,
hält.Gold’ner
I-II Ob. I-II
Cr. ing. (Fa)
I-II (Do)
bs. (Si )
I-II (Do)
schauen,sokannichdeinerKunstnichttrauen.
(Vielka nimmt Conrads Hand und untersucht die Linien derselben.)
DirdrohtGefahr!
Ob. I-II
Cr. ing. (Fa)
Cl. I-II (Do)
Cl. III (La)
bs. (Si ) Fg. I-II
Cr. I-II (Do)
Cr. III-IV (La) Tr. I-II (Do)
Duwirstge >
fangen,vielleicht...
(erschreckt einfallend)
Gefangen?
(mit kläglichem Ton)
Nein,nimmer
mehr,daswäre
die 4 Noten mit einem Finger gleiten
die 4 Noten mit einem Finger gleiten div. a3
sehrunange
nein,daskannnicht
klar,drohtmirGe
legt ihr von hinten die Hand auf die Schulter und zieht sie halb gewaltsam zu sich.)
I-II
Ob. I-II
Cr. ing. (Fa)
Cl. I-II (Do)
Cl. III (La)
bs. (Si )
Fg. I-II
Cr. I-II (Do)
Cr. III-IV (La) Tr. I-II (Do)
(Ihre Züge begegnen sich. Sie umarmen einander.) Schelmin,Schelmin,
Neckeihn!
neckenur, (entweder zu Conrad gerichtet, oder beiseite) dennoch,dennoch 3 Liebtermich!
lieb’ichdich.
Cl. bs. (Si )
I-II (Do) Cr. III-IV (La)
Dich,dichlieb’ichnur,
dein,deinistmeinHerz
hierundallerwärts,treuhier,treu
Treuhier,allerwärts.
wärts,treuhier,aller
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
Ob. I-II
Cr. ing. (Fa)
I-II (Do)
III (La)
bs. (Si )
Fg. I-II
I-II (Do)
III-IV (La)
Tr. I-II (Do)
doch,dochlieb’ichihn
treu,treu,istmeinHerz,
dolce
treuhier,treu
hierundaller
hierundaller wärts,treu wärts,treuhierund
dolce I solo hier,allerwärts,aller allerwärts, accel. I solo
treuhier,treu
Treu,
I-II Ob. I-II
Cr. ing. (Fa)
Cl. I-II (Do)
Cl. III (La)
Cl. bs. (Si ) Fg. I-II
Cr. I-II (Do)
Cr. III-IV (La)
dir.Neckenicht,gehe
Schelm,bistmirtreu?Aller
wärts?Allerwärts?
--
Bindirtreuallerwärts,
dir.Neckenur,Schelmindu!
allerwärts,ja,
Dialog 4:
Fünfte Szene. Vorige, Saldorf, dann Therese.
SALDORF:
(tritt hastig aus der Seitentür) Ja, ja ... so wird's gelingen. Der Plan ist gut ... Gott sei Dank.
THERESE: (stürzt herein) Ach Vater ... Gott im Himmel !
ALLE: Was ist dir ? Was gibt's ?
THERESE:
Ich war im Garten an der hinteren Mauer, um nach Leopold zu schauen ... da sprengt ein Trupp Reiter von der Mühle her...
SALDORF: (hastig) Feinde ?
CONRAD: Da haben wir's !
THERESE:
Zu Pferd und zu Fuß kommen andere Truppen vom Walde ...
CONRAD: Aber nicht Panduren ?
THERESE: Es scheint, das ganze Haus wird umringt !
(während Conrad ans Fenster läuft, um nach den Truppen zu sehen, heimlich zu den beiden Mädchen, die er beiseite führt)
Gast,denConradheimlich
hergeführt,der Der Der Königist’s! a tempo.
(erstaunt) (erstaunt) König?!
König?!
Fälltunser (feierlich) HerrundHauptin
FeindesHand,soist’sge
sollt’esumdenPreisdes
Begeisterung)
sollt’esumdenPreisdes
Lebenssein,kühn
wollenwiresseiner
Rettungweih'n.
wollenwiresseiner
Lebenssein,kühn
sollt’esumdenPreisdes
Lebenssein,kühn
wollenwiresseiner
Rettungweih'n.
Rettungweih'n,kühn,kühn,
kühn,
fahr,erretteihnausderGe
errette undsieverrät erretteihn
ihn,ausderGe michwohlnochgar, erretteihn
erretteihnausderGefahr,erretteihnausderGe
(kleinlaut und weinerlich)
Ja,jaesistummichge fahr.
scheh'n,jetztistesmirnurallzuklar,gefangenwerd'ichbaldmichseh'n,undsieverrätmichwohlnochgar,ach,ach,ach,
dolce
esstehtdie
Machtindeinen
Essteht
Washilft
Händen,dochwirver
trauendeinem
dieMacht,esstehtdie
Machtindeinen
mires,washilftes
kannichihnnicht
Undkannes
dolce dolce
meinGebetnicht
Schutz.Dukannstdas
Unheilvonuns
Händen, wenden, wenden,
dochmir
dassich wenden,dasohne trauen,wirver
ihnweiß,dassichihn
cresc.
trauendeinem 3 3 weiß,denSchicksals
änderlichdein
muss.
Schluss. cresc. dolce
Schluss. schluss,binicherst
cresc.
händen,binicherst
Vater, dolce Herr, inPanduren lassmichmitihm I Solo cresc.
molto cresc. molto cresc. molto cresc.
händen,werweißwas
enden,dass
dolce a2 unis.
cresc.
dolce
wenden,das
dolce
Unheilvonuns
muss,wasichnoch
dolce ohne wen lei muss,seinLosnicht dichunstreffen den scheuen poco rall. dim. muss. den. muss. muss. a4
wohnst wohnst mich, wohnst
Losnichtscheuen
in in um in jenen jenen michge jenen
un poco cresc.
Höh'n,duHerrso
un poco cresc.
Höh'n,duHerrso
un poco cresc.
scheh'n,jetztistes
martellato un poco cresc.
Höh'n,duHerrso
großundwunder
großundwunder
mirnurallzu
großundwunder
bar,erhöre
bar,erhöre klar,gefangen
molto cresc. a2
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
Fleh'n,erret
unserheisses
werd'ichbaldmich
arco arco tutti tutti
Gottmeinheisses, molto cresc.
bar,sohöre > > unserheisses
Fleh'n,errette
seh'n,undsiever
meinheisses
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc. tutti
arco molto cresc.
molto cresc.
ihn, rätmich
Fleh'n,erretteihnausderGe
o nochwohl fahr,ausderGe
ihn,er Herr,er gar,ge fahr,er rette rette fangen rette
ihnaus ihnaus werd'ich ihnaus derGe derGe baldmich derGe fahr,er fahr,er seh'n,und fahr. cresc. cresc. cresc. rett'ihn rett'ihn siever
SALDORF:
[(auf die Tür zum Zimmer mit dem König weisend)]
Du Monsieur Conrad, marsch fort, hier hinein.
CONRAD:
Ja herzlich gern, aber Vielka ...
SALDORF:
Vielka bleibt hier.
CONRAD: Aber ...
SALDORF:
Kein Aber ! Subordination ! Wetter und Teufel ! Hier gilt's um Kopf und Kragen ! Er schiebt Conrad [ins Zimmer] hinein.
(läuft an's Fenster, dann freudig zu Saldorf)
(Pause: sieht noch einmal hinaus)
Ungarische
Reiter!Ungarische
Reiter!Jetztlassetnicht
längerinSorgeunssein.Verwandteunsres
Stammesgehörensieuns
GästeandeinesHauses
-Herd.Eswirdinihrem -
an;siekennenuns're
Lieder,siescheu’ndenZauber
bann.Begrüssesieals
(dieser Takt wird solange gehalten, bis alle fortgegangen sind)
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
StammedasGastrechthochge
ehrt.
Ichholemeine
Therese links, Saldorf durch die Mitteltür, Vielka rechts ab. Die Bühne bleibt einige Augenblicke leer.
Dann zeigen sich Reiter [, angeführt von Tronk], die zum Fenster einsteigen und anderen nachhelfen.
Zither,meinTamburinherbei,ihrbringetWeinund
Becher,dassallesfröhlichsei.
Contrabbassi
29 Tempo del coro seguente.
[gespielt von der Trombone I]
die sforzati müssen nur leicht angedeutet werden
die sforzati müssen nur leicht angedeutet werden I I
die sforzati müssen nur leicht angedeutet werden
die sforzati müssen nur leicht angedeutet werden
In diesem Augenblick tritt Vielka ganz in phantastischem Zigeunerputz ein.
ein,schlagtein,schlagt Vielka
ein,schlagtein,schlagt
ein,schlagtein,schlagt
ein,schlagtein,schlagt
ein,schlagtein,schlagt
ein,schlagtein,schlagt
zeigt!WerGastrechtsheil’genFrieden (Sie legt die Zither auf den Tisch.)
Therese und einige Mädchen treten mit Bechern ein.)
Ottavino
Flauti I-IV
Oboi I-IV
Clarinetti I-II in Si
Clarinetti III-IV in La
Fagotti I-IV
Corni I-II in Mi
Corni III-IV in Mi
Trombe I-II in Mi
Timpani Triangel
Tamburino Castagnette
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
Chor der Soldaten
leggiero e stacc.
(Vielka schlägt selbst das Tamburin, den Triangel und die Kastagnetten, welche sie auf die bei den Zigeunern übliche Weise an sich befestigt hat.)
echtenStammesBlut,wohntindeinerBrustderMut,
ReicheSchätze,hoherRuhm,ha!
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
(Viele Soldaten umringen Vielka und strecken ihr die Hand entgegen. Sie betrachtet, auf und nieder wandelnd, eine nach der anderen, rasch, doch aufmerksam.) sein,dochvon
(Sie fällt in die erste Melodie und tanzt mit dem Tamburin, an die Soldaten gerichtet.)
rein,
Schwester,die
Schwester,die
Schwester,die ja Handreichtihr Handreichtihr Handreichtihr
Auf, Auf, Auf, Auf, folgtder folgtder folgtder folgtder
Schwesterauf
Schwesterauf
Schwesterauf
Schwesterauf grünenden grünenden grünenden grünenden Plan,zuden Plan,sie Plan,sie Plan,sie Tän führtzuden führtzuden führtzuden Tänzender
(Vielka schreitet tanzend und das Tamburin schlagend voran. Alle Soldaten folgen ihr mit Bechern in der Hand. Die Mädchen schließen sich an. Der Chor verlässt [mit Vielka] die Szene.)
Siebte Szene.
Saldorf, Therese, Tronk, später Vielka, Soldaten und Conrad.
SALDORF: (für sich)
Ich schöpfe Mut. Die Rettung wird uns gelingen. Es ist ein Wundermädchen.
TRONK:
(ruft einen der Leute zurück)
He Bzechin ! Die Leute mögen meinethalben lustig sein, doch du stehst mir mit deinem Kopf dafür, dass die Posten aufgestellt bleiben, wie ich sie angeordnet.
SALDORF: (für sich)
Ich muss sehen, ihn zutraulich zu machen. (laut [zu Tronk])
Ihr seid kein Freund vom Tanzen, mein Gast und Kamerad ?
Doch vielleicht vom Trinken. Lasst euch den Becher füllen ! Euer Wohlsein, mein Gast !
TRONK:
Und das Eure, mein Wirt ! Aber wie heißt Ihr ? Ein Ungar muss den Namen eines Gastfreundes für ewig behalten.
SALDORF: Kapitän Saldorf.
TRONK: Saldorf ? Saldorf ? ... Hieß nicht so ... hm, hm ... Habt ihr einen Sohn bei der Armee, Kapitän ?
SALDORF:
Allerdings ... ja ... Lieutenant Leopold Saldorf ! Kenn Ihr ihn ?
Therese tritt aufmerksam näher.
TRONK: Hm ... ja ... ich habe von ihm gehört.
SALDORF: Nur Gutes will ich hoffen.
TRONK: Gerad heraus, ich wollte ich hätte besseres gehört.
SALDORF: (auffahrend) Wie das ?
THERESE: Mein Himmel !
TRONK:
TRONK: Wir haben heut früh etliche Gefangene gemacht. Die erzählten uns den Vorfall.
THERESE:
Gott ... mein Vater ... und was wird sein Los sein ?
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
Der König hatte gestern nach der Schlacht Befehl gegeben, dass durchaus kein Feuer und Licht im Lager angezündet werden sollte, weil er uns irreführen wollte. Euer Sohn hat den Befehl übertreten. Der König hat es bemerkt. Er ist vor ein Kriegsgericht gestellt !
SALDORF:
Sagt' ich's nicht ! O Gott im Himmel !
THERESE: Gott, woher wisst Ihr ...
Saldorf wendet sich ab.
TRONK:
Er wird nicht lange darüber nachzudenken haben, glaube ich.
THERESE: O mein Vater !
SALDORF: Fasse dich, mein Kind !
THERESE: (leise)
Vater ! Der König ist hier ... wenn ich mich ihm zu Füßen werfe !
SALDORF: (ebenso)
Schweig ... Unglückliche ... Das hieße ihn verraten. Nein ... nein ... es darf nicht sein ! Doch fasse dich, verzweifle nicht !
TRONK:
Kapitän, es gibt noch eine Hoffnung für euch. Einer der Gefangenen, von denen ich sprach, ist euer Sohn.
SALDORF, THERESE:
Was sagt Ihr ? Ist's möglich ?
Vielka tritt trällernd ein.
TRONK:
Es ist also noch eine Hoffnung für euch da.
SALDORF:
Und welche ? Ich werde euch ewig dankbar sein.
TRONK:
Da hätte ich den Teufel davon ! Aber Ihr sollt mir einen Dienst leisten. Doch hört zu. Wir rekognoszierten heut' in der Dämmerung ein wenig um das preußische Lager herum. Da sahen wir ein kleines Kommando seinen Weg abseits vom Lager nehmen. Es waren die Leute, die Euren Sohn hinausführen sollten zum ... (er macht die Pantomime des Erschießens) Geschwind wie der Sturmwind waren wir über die Leute her, ein halb Dutzend blieb unser, darunter euer Sohn. Aber hört weiter. Unter den Gefangenen war auch ein Deserteur von uns ! Der Galgenstrick wusste, was seiner wartete. Er versprach uns aber, etwas wichtiges zu entdecken, wenn wir ihm die Strafe schenkten. Ich schlug ein. Da erzählte er uns: in derselben Stunde, wo das Kommando ausrückte um euren Sohn zu erschießen, sei der König in der grauen Morgendämmerung von der anderen Seite aus dem Lager geritten um mit einigen Offizieren zu rekognoszieren.
SALDORF:
(für sich) Ich bebe !
THERESE: (ebenso)
O Himmel !
VIELKA:
Um Gottes Willen, bleibe ruhig ! (sie summt das Liedchen und tut während des folgenden, als höre sie kaum hin)
SALDORF: (hastig)
Kennt Ihr den König denn ? Oder doch eure Leute ?
TRONK:
Nein ! Bis jetzt haben wir ihn nicht von Angesicht gesehen, gewöhnlich, das muss man sagen, hat er uns gejagt, dabei sieht man sich nicht viel um ... diesmal zwar jagten wir hinter ihm her, da hat er sich aber auch nicht umgesehen.
SALDORF: (gespannt) Erzählt, erzählt !
TRONK:
Auf einer Hügelspitze entdeckten wir ein halbes Dutzend Reiter, die kaum hundert Schritt von einem Gebüsch hielten. Wir, durch den Busch unvermerkt hinauf, dann, wie der Blitz einschlägt ... Donner und Wetter ! ... der König, er war im blauen Mantel, wandte sich um, sah, dass hier kein Zaudern galt, sein Schimmel flog wie ein Pfeil den Hügel hinab. Wir sind dem Schimmel nach ... ich selbst voran ! Er hatte aber hundert Schritte Vorsprung ... da jagte der Morgenwind eine Nebelwolke zwischen uns ... wir verloren die Spur !
SALDORF:
(der die ganze Erzählung mit seiner Pantomime begleitet hat, hebt seinen Blick dankend zum Himmel; gleich darauf gefasst)
Und der König entging Euch ?
TRONK:
Für jetzt ja ! Aber dort drüben traf ich den Schimmel ... ohne Reiter. So muss also der König hier in der Nähe zu Fuß umher irren, oder sich irgendwo im Felde versteckt haben. (Er schlägt Saldorf derb auf die Schulter.)
Kapitän Saldorf ! Der König hat euren Sohn erschießen lassen wollen, um einer Lumperei willen ... ich habe ihn gerettet ... wem seid Ihr Dank schuldig ?
SALDORF:
(etwas stockend)
Natürlich, Euch !
TRONK:
Und wenn Ihr uns jetzt zu dem Fang verhelft, so habt Ihr euren Sohn wieder.
SALDORF:
Topp, das gehe ich ein.
VIELKA, THERESE : O Himmel ! Was will er tun ?
SALDORF:
Aber ein Teil der goldenen Belohnung muss auch mein sein ... ich bin ein verdammt armer Teufel !
TRONK:
Ein Drittel meines Anteils, zehntausend Dukaten !
SALDORF:
Holla, das klingt ... ich bin Euer. Nun, alter Saldorf, kannst du noch gute Tage sehen.
VIELKA, THERESE: Vater ... um Gottes Willen, was tut Ihr ?
SALDORF: (heftig)
Schweigt ... und gehorcht mir ! Ich will es so. (zu Tronk) Ich knüpfe aber noch eine Bedingung daran ... eine Kleinigkeit !
TRONK: (ungeduldig) Noch etwas zum Teufel ? Nun, zur Sache !
SALDORF:
Ihr müsst mir einen Freipass für einen jungen Menschen, meinen Pflegesohn, geben, der heut' von hier nach Berlin wollte, durch eure Leute aber gehindert ist.
TRONK:
Freipass ? ... Ein junger Mann ? Nichts da ... ich brauche Rekruten, der kann bei uns eintreten.
VIELKA: (tritt hinzu, für sich)
Ich ahne etwas ! (laut)
Nein, das darf er nicht ! Er ist mein Verlobter. Soldat wird er nie, das steht in den Sternen. Mir werdet ihr doch den Freipass nicht versagen ...
TRONK:
Ins Teufels Namen, aber wir brauchen ...
VIELKA:
Er kann und soll nicht Soldat sein. Und was wollt ihr mit einem Flötenbläser ? ... Da liegt noch sein Reisemantel, die Flöte und die Noten stecken darin ... das sind seine Waffen. Als Ihr kamt, versteckte er sich. Uns Frauen ließ er hier ... ha, ha, ha ... das wäre ein Soldat !
Vor dem Finale. I la,la,la,la,nein,
Tempo der Zigeunerrunde.
1 La, poco
nein,nein,ein,Soldatwirdernimmermehr,dasles'ichklarimSternenheer,dasles'ichim -
9 > Sternenheer.Den
(gebieterisch)
folgt: Dialog -mich.
Freipassher,jafügedich,oderduerzürnstmich,jafügedichsonsterzürnstdu
Dialog 7:
TRONK:
In's Teufels Namen denn ... dir zu gefallen. (Er reißt ein Blatt aus seiner Brieftasche.)
Mein Name ... das genügt ... da !
SALDORF: (vor Bewegung zuckend)
Dank Euch ! ... Nun mein Versprechen ! ... In einer Viertelstunde habt Ihr den König in Eurer Gewalt.
THERESE:
Gütiger Himmel ... mein Vater ... nein, um diesen Preis ?
SALDORF:
Schweig ! Bei deinem Leben ... Gehorsam! Unser Glück ist gemacht. Willst du es stören ?
VIELKA: Ich fasse und begreife ihn doch nicht !
SALDORF: (streng)
Vielka ! Nimm jetzt diese Blatt und gib es dort (er zeigt auf die Tür, der gegenüber sich Conrad versteckt hat) deinem Bräutigam !
VIELKA: (freudig) Ha, ich ahnte richtig !
SALDORF:
Nimm ihm auch seinen Reiserock mit der Flöte und den Noten da mit hinein; er ließ ihn ja in der Angst liegen. ... Er soll aber auf der Stelle fort ... kein Abschied mehr ... er hat nun die höchste Eil' nötig, sonst erwischt er die Post in der Stadt nicht mehr und ... gelangt vielleicht nie in seinem Leben wieder nach Berlin !
([Vielka ab in das Zimmer mit dem König.])
Ottavini I-II
Flauti I-IV
Oboi I-IV
Clarinetti I-II in Si
Fagotti I-IV
Corni I-II in Mi
Corni III-IV in Mi
Trombe I-II in Mi
Tromboni I-II-III e Tuba
Timpani
Gran cassa e Piatti
Tamburo militare
Flauto obligato h.d. Szene
I-II bis T. 347
I-II bis T. 347
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
Therese
Tronk
Saldorf
I-II bis T. 64
gesprochen: Wirtrinken nocheins...danngeht unsereExpeditionan.
IchhabeUrsachenoch einigeMinutendamit zuzögern.
zu Tronk: Stoßtan!MeinPflegesohndarfnicht wissen,washiergeschieht. SiekönntenesihminBerlin übelbezahlen.
Chor der Soldaten
Tenor Bass
I
II
Viole
Violoncelli
Contrabbassi
später geteilt
später geteilt
später geteilt
später geteilt
drängt,mirahnungs
drängt,mirahnungs dasMädchenmüsst',aufmeineEhr'
WennnichtdesTeufelsGastrecht,wennnichtdes
vollbedrängt,wie vollbedrängt,wie nochheut',nochheut'aufmeinemGaulmitfort, drängt. > > achvonHoffen achvonHoffen dasMädchenmüsst,aufmeineEhr',
Ichzitt'reselbstbeidiesem undVerzagen undVerzagen aufmeinemGaulnochheut'mitfort -Wagen,andemdasLosderErde
wirddieBrustmir wirddieBrustmir
dasMädchenmüsst,aufmeineEhr',
hängt.Oschützedudenkühnen
ahnungsvollbe ahnungsvollbe
Plan,Gott,derderWeltGeschicke drängt,mirwirdvon drängt,mirwirdvon fort,siemüsst'noch lenkt,Gott,derder dolce I dolce
aufmeinemGaulnochheut'mitmir
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
AngstdieBrustbe
AngstdieBrustbe
heut',nochheut'mit
--
drängt,dieBrustbe
drängt,dieBrustbe
mir,nochheut'mit
lenkt,beschütze drängt. drängt. mir. ihn.
Kommt,trinktnocheins,lasst'seuchbehagen,
GernlassichmirdasGlasbehagenvon
solchenHändcheneingeschenkt,
frischmeinKind,frischmeinKind,
eingeschenkt!
(setzt den Becher an die Lippen)
Hochseidertapf're
Gastgeehrt!
Blitz,wiedieschwarzen
(Vielka stürzt atemlos freudig auf die Bühne und flüstert das folgende Therese ins Ohr.)
Augenglänzen!
Eristgerettet,istge
borgen.
Eristgerettet,istge (Therese flüstert Saldorf ins Ohr.)
borgen.
Eristgerettet,istge
DerPostenließihnausdem Schildwacht! borgen.
rettet,erist
Deinistdas
Deinistdas
dolce cresc. cresc. cresc. a2
I Solo dolce
Dein
Wollen, Wollen, istdasWollen, deindasVoll deindasVoll dein bringen, bringen, dasVollbringen, derinden derinSternen, derin dolce
Sternen,den derinSternen,
Sternendroben
Sternendroben
Sternen,den
Sternendroben,
Dank, Dank, unserDank,
Vater, > Va Ja,jetzt Vater,
dirsei ter,dirsei wirdes
dirsei dolce dolce dolce a2 dolce
unserDankge unserDankge Zeit, unser
bracht, bracht, Dankgebracht, dirsei dirsei undso dirsei,
Dankge
Dankge
mussesge
Vater, bracht,Dank bracht,ja,Dank lingen, Dank, dim. dim. dim. dim. seidir, dir, ja,ja,
Wort!Esheisstmarschieren,wirmüssenfort.DurchBuschundFelderführtihrunsjetzt,dochdiesesHaushierhalt’ichbe
[Tronk ruft durch das Fenster Soldaten herbei.]
setzt.
Haushierhalt’ichbe
Solo hatt’ihnimVorausge
(für sich)
DenFall,ich
Wehe!Was
Wehe!Was seh'n.
hör’ich,wiewird’sunser
hör’ich,wiewird’sunser
cresc.
geh'n?
geh'n?
Ja,dieses
Haushierhalt’ichbe
setzt!
MeinFreund,das
(zu Tronk, ihn bei der Hand nehmend) wirdnichtnötigsein,das,wasihrsuchetistschon
OHimmel!Ha,wassolldas
sein? sein?
OHimmel!Ha,wassolldas mein.
Er deutet auf die Tür des Zimmers, in welchem Conrad verborgen ist. >
Verborgen (zu Tronk, halb leise, geheimnisvoll)
istderKönig
hier.
AlleTeufel!Alle
Jetztistder Jetzt, Teufel!
molto dolce a2 Planverständlich jetztverständlich mir. mir.
dolce leggiero
Solo
I Solo dolce e leggiero
Wirnahmenhierihn
dolce e leggiero
dolce e leggiero
dolce e leggiero
aufinsHaus,
ichgabfürmeinen
Sohnihnaus.
handeltenachmeinerPflicht,dennwasgescheh'nwar,
wusst’ichnicht.
Jetztabersprichtdas
edles,
edles,
DeinistdasWollen, con delicatezza
owelch’ein
owelch’ein dein
treuesHerz!
treuesHerz!
dasVollbringen, Ja,die
Pflichtbe
jadiePflichtbe
(In diesem Augenblick treten die Soldaten, welche Tronk heraufgerufen hat, ein. Saldorf benutzt den Augenblick und flüstert Vielka einige Worte zu. Sie deutet an, dass sie ihn verstanden hat und schlüpft verstohlen in das Zimmer, in welchem der König verborgen war. Bald darauf kommt sie mit einem militärischen Mantel über dem Arm zurück, den sie in der Stille seitwärts über einen Stuhl hängt.)
Ja,diePflicht, derinden dolce
Sternen,der
siegetunsern siegetunsern indenSternen
Schmerz.
Schmerz. drobenwacht!
bedenkt,
Majestät,
dieunsjetztgegen
übersteht.Und
molto cresc.
molto cresc.
molto cresc. molto cresc. molto cresc.
ahntderKönig,
Vielka,Kindkomm
her!Ruf
ihn,alsobesConradwär’,dannöffnetergewissdieTür,amsicherstenvertrauterdir.
Wort,keinLaut! still!KeinWort,kein Wort,keinLaut!
Wort,keinLaut, still!KeinWort,kein
Wort,keinLaut,
(Die Soldaten und Tronk haben sich auf die Seite in den Hintergrund gestellt, so dass der eintretende Conrad sie nicht sogleich erblickt, doch Tronk vertritt ihm sofort den Rückweg.)
(heiter) binich!Istwirklichvor
glaubtnicht,wiesehrichinÄngstendortwar.
(Er erblickt plötzlich die Soldaten.)
leggiermente aten,verlorenbin
leggiermente
leggiermente
leggiermente (erschrocken)
(flüchtet zu Saldorf und den Frauen) Leben, IhrmüsstEucher
IhrmüsstEucher
IhrmüsstEucher
beschütztmein
(Conrad will zurückfliehen. Tronk vertritt ihm den Weg.) (ein wenig langsamer)
Vergeblich
zürnenMajestät.Siesehen,wiedieSache
steht.
(zu Therese und Vielka)
DenBruder,den
Bruder,kenntihrdenn
(sich verneigend)
Jetzt,Sire,be
(sich verneigend)
Jetzt,Sire,be nicht?
IchführedenBe
leggiermente
leggiermente
molto leggiero e con delicatezza
molto leggiero e con delicatezza
Ichweißnicht, 33
pizz. leggiermente (für sich)
leggiermente pizz.
mich,dochwassie
WillenKönigsein?
loren!
Weh,wirsindver
Weh,wirsindver
Ach,wehmirich
Wasgibt’sdafür
Lärmen,für
Weh,ichbinver
Wasgibt’sdafür
Wasgibt’sdafür
rück,man Man ich
He,wasistge Man
führtihnzu führtihnzu zittre,ich schehn,wasistge führtihnzu
rück!Ognädiger rück!Ognädiger bebe! schehn? rück!Ognädiger
Wasgibt’sdafür
Lärmen?
Wasgibt’sdafür
Lärmen?
Himmel,welch'
Schreckensge
Himmel,welch'
Ichzitt're,ich
Wasgibt'sdafür
Himmel,welch'
Schreckensge bebe,wie Lärmen,ha, Schreckensge
sicht,weh sicht,weh wird'smirer wasistge sicht,weh
uns,welch'Schreckensgesicht!
uns,welch'Schreckensgesicht! geh'n,wiewird'smirergeh'n?
scheh'n,ha,wasistgescheh'n?
unswelch'Schreckensgesicht,welch'Schreckensgesicht!
(Tronk ruft zum Fenster hinunter.)
Wie,nichtdurch?
(ganz außer sich)
Undhaltetunsnicht
Undhaltetunsnicht
Undhaltetunsnicht
Wort? Wort?
Undhaltetunsnicht
Undhaltetunsnicht
Wort?
(Er tritt ans Fenster.)
(Er wirft die Musik und die Flöte zum Fenster hinunter.) -Und -
sohättet
ihr'sgesehn.
Hermitdem
Zeug!Ihr > untendortlasstihnsogleichdiesblasenhier.
Weh!
Weh!
Schön!
kanner’snicht,sotötetihn!
-solleuchgleich...
Weh!
Dochblästerdas,solasstihnfort,sonst
Flötenkonzert!Ichglaube...ichbinbe-hext!Wahrhaftig!Erblästesbesserals......ich!
Oboi I-IV
Clarinetti III-IV in La
Fagotti I-IV
Corni I-II in Mi
Corni III-IV in Do
Timpani
Flauto obligato h.d. Szene
Vielka
Therese Conrad Tronk
Saldorf
Violini I prima metà
Violini I seconda metà
Violini II prima metà
Violini II seconda metà
Viole prima metà
Viole seconda metà
Violoncelli prima metà
Violoncelli seconda metà
Contrabbassi
Deinistdas
Deinistdas Sie Dein con sord.
senza sord. pizz. con sord. arco con sord.
senza sord. pizz. con sord. arco
senza sord. (beiseite) in Si / Do / Mi (beiseite) (beiseite) (beiseite)
senza sord. pizz. pizz. pizz.
Wollen, Wollen, hateswohl istdasWollen,
deindasVoll deindasVoll vo dein
bringen, bringen, rausgeseh'n, dasVollbringen,
Sternendroben
Sternendroben
schaft,Gefangen
Sternendroben
Rezitativ.
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
EsistnunZeit,wirmüssen
tutti arco (senza sord.)
weiter.Gehorsamstbitt’ichMajestät! Allegro.
Rezitativ. gleiten,daDienstund
TronkwirdvollEhrfurchtSiebe
tutti arco (senza sord.)
tutti arco (senza sord.)
tutti arco (senza sord.)
> > > > > arco
Sitteerversteht. 3 3 3 3 3
gesprochen: (zu den Soldaten) ErstdefiliertallevorSr.Majestät vorbeiundsalutiert! (bei Seite) Damitsieihnkennen,wennerflüchtenwollte.
(Vielka tritt leise hinter Conrad.) a tempo molto moderato. I Solo (im prophetischen Ton)
Durettest
ihn!Glückwirddir Ihn? (verwundert) blüh'n!Hieroder
Glück?
dort!Traumeinem
Dort? Wort, IhremWort? trau,jatraumeinemWort.
gesprochen: (zu den Soldaten) Achtung! Richteteuch! Vorwärts,Marsch!
Ottavini I-II
Flauti I-IV
Oboi I-IV
I-IV in La
Fagotti I-IV
Corni I-II in Mi
Corni III-IV in Si
Trombe I-II in Mi
Tromboni I-II-III e Tuba
Timpani
Gran cassa e Piatti
Tamburo militare
Vielka Therese
und die sforzati nur leicht angedeutet.
I-II bis T. 586 NB: Alle Instrumente pianissimo durch
Chor der Soldaten
(Während dieses Stückes kommen die im Hofe gewesenen Truppen ins Zimmer marschiert, defilieren vor Conrad vorbei und stellen sich dann im Hintergrunde auf.)
fort!DieListgelang,dieListge Und Und fort!DieListge
DieListgelang! lang!OwelcheinGlück,owelchein bergtdenSchatz,den bergtdenSchatz,den lang!Jetztgehtzu Ja,welcheinGlück!
Glück!MirschlägtdasHerzinFreuden euchdasGlückge euchdasGlückge
3 gleich!StolzschlägtdasHerz,dasHerzin dank. bracht. bracht arco arco
rettet, Eristge darumschweigt,hütetstill, JaTriumph,jaTri oftDarumschweigt,hütet das oftdas darumschweigt,hütetstill,
kehrtunszu rettet,Tri wohlbedacht,diesenSchatz,ja, umph,uns'reList,siege still,wohlbedacht,wohlbe Blattge Blattge wohlbedacht,diesenSchatz,seid
rück!Tri umph! diesenSchatz,den lang.Eristge dacht.Welch' wandt. wandt.Welch' still.
umph!
Ja,Tri
euchdasGlückge
rettet,kehrtzu
Glück,welch'
bracht.
rück,eristgeret
Glück!
Glück,welch' umph!
Glück! tet!Triumph!
EingoldnesLosfieluns'rer
EingoldnesLosfieluns'rer
Hand,eingoldnesLosfieluns'rer
Hand,eingoldnesLosfieluns'rer
Schweigtund
hütetstillbedacht,denSchatz,deneuchdasGlückgebracht. /Tronk deutet Conrad und den Truppen an, dass sie aufbrechen sollen.)
(Die Truppen marschieren ab, Conrad in ihrer Mitte. Man sieht sie durch das geöffnete Tor im freien Felde marschieren. Saldorf und die Mädchen verfolgen den Zug mit ängstlichen Blicken und gehen ihm langsam nach, als er ins Freie kommt, so dass die Bühne einen Augenblick ganz leer bleibt.)
(Saldorf und die Mädchen kommen eilig und ängstlich wieder auf die Bühne zurück mit gespannter Erwartung auf einen von Tronks Soldaten zeigend, der ihnen langsam folgt.)
(Der Soldat tritt ein, deutet auf den Mantel des Königs hin, der vergessen worden ist und den Tronk als Beweisstück nicht missen will. Er nimmt ihn und geht eilig ab. So wie er fort ist, eilen Saldorf und die Mädchen voll froher Begeisterung in den Vordergrund der Bühne, umarmen sich gegenseitig und bei den Worten "Er ist gerettet" knien sie nieder.)
Eristge
Eristge
Eristge
(die Hände betend zum Himmel hebend)
Deinistdas
Deinistdas
Deinistdas
Wollen, Wollen, Wollen,
lässtduge
lässtduge
lässtduge
lingen, lingen, lingen,
(Der Vorhang fällt.)