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Camerata Salzburg - Saison 2018/19 - Saisonkonzert 2 - Programmheft

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SAISONKONZERT 2 FR 07.12.18 und SO 09.12.18

Fazıl Say & Gregory Ahss —1


SAISON 2018/19 ABONNEMENT 2017/2018 ABONNEMENT 2017/2018 SAISONKONZERT 2

FR 07.12.18 | 19.30 Uhr 17/2018

SO 09.12.18 | 11.00 Uhr 5 SAISONKONZERT SAISONKONZERT Großer Saal der Stiftung 5 Mozarteum

FR 08.06.18 | 19.30 Uhr FR SO08.06.18 10.06.18 | 19.30 11.00 Uhr SO 10.06.18Salzburg, | 11.00 Uhr Mozarteum Großer Saal Einführungsvortrag: Mozarteum Salzburg, Großer Saal

jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Wiener Saal Einführungsvortrag: Einführungsvortrag: Jeweils 30 Minuten vor Jeweils 30 Minuten vor Saal Konzertbeginn im Wiener Konzertbeginn im Wiener Saal

Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: * Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: *

fREuNdE dER CAMERATA fREuNdE dER CAMERATA

terstützern: *

MuSIK IST GESC MANChMAl SpIE MANChMAl VER MANChMAl ZuK SáNdOR VéGh

dE dER ERATA

Kultur Kultur

* Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte sind steuerlich an absetzbar. *2Zuwendungen die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte — VORWORT sind steuerlich absetzbar.


PROGRAMM LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827)

KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER NR 5. ES-DUR OP. 73 (1809) I Allegro II Adagio un poco mosso III Attacca il Rondo. Allegro Spieldauer ca. 40‘ ......................................................................................................................................

Seite 8

- PAUSE WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756–1791)

SERENADE D-DUR KV 320 „POSTHORN-SERENADE“ (1779) I Adagio maestoso – Allegro con spirito II Minuetto: Allegretto – Trio III Concertante: Andante grazioso IV Rondeau: Allegro ma non troppo V Andantino VI Minuetto – Trio I – Trio II VII Finale. Presto Spieldauer ca. 55‘ ...................................................................................................................................

Seite 12

CAMERATA Salzburg ...........................................................................................................

Seite 28

Fazıl Say, Klavier (Interview auf Seite 22).................................................................. Seite 20 Gregory Ahss, Violine....................................................................................................................... Seite 24

PROGRAMMÜBERSICHT — 3


CAMERATA Salzburg © Pia Clodi

DIE CAMERATA SALZBURG SPIELT IN FOLGENDER BESETZUNG: VIOLINE 1 Gregory Ahss (Konzertmeister) György Acs Gabor Papp Risa Schuchter Dagny Wenk-Wolff Silvia Schweinberger Izso Bajusz VIOLINE 2 Michaela Girardi Yukiko Tezuka Nanni Malm Yoshiko Hagiwara Werner Neugebauer Stephanie Baubin

4 — CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG

VIOLA Firmian Lermer Iris Elisabeth Juda Ágnes Répászky Claudia Hofert Wolfram Tröndle VIOLONCELLO Stefano Guarino Dana Micicoi Shane Woodborne Jeremy Findlay KONTRABASS Notburga Pichler Christian Junger Martin Hinterholzer


FLÖTE Wally Hase Sonja Korak

HORN Johannes Hinterholzer Josef Sterlinger

OBOE Matthias Bäcker Laura Urbina

TROMPETE Kurt Körner (Posthorn) Wolfgang Gaisböck

KLARINETTE Wolfgang Klinser Monika Wisthaler

PAUKE Rizumu Sugishita

FAGOTT Frank Forst Christoph Hipper

CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG — 5


RENAISSANCE 1400

BAROCK

-

1600

1600

-

1750

KLASSIK 1750

1760

1770

1780

1790

1800

1820 18

1810

URAUFFÜHRUNG Posthorn-Serenade: 1779

URAUFFÜHRU Klavierkonzert N

Das erste Museum Europas, das Fridericianum, wird in Kassel eröffnet. Der britische Seefahrer James Cook wird bei dem Versuch, den König der Sandwichinseln als Geisel zu nehmen, getötet. Michael Haydn Leopold Mozart Joseph Haydn

Österreich erleidet eine rott.

Die Kruppwerke werden Krupp in Essen gegründ

Mozart tritt erneut seine ungeliebte Arbeit als Hofmusiker für den Erzbischof in Salzburg an.

Die Familie Rothschild g don das Unternehmen N & Sons.

Wolfgang A. Mozart * 1756 Salzburg

† 1791 Wien

Franz Schubert

Ludwig van Beethoven * 1770 Bonn

Wilhelm Friedemann Bach Carl Philipp Emanuel Bach

† 1827 Wien

Carl Maria v. Weber

Felix

Johann Christoph Friedrich Bach Johann Christian Bach

F

Christoph Willibald Gluck Franz Xaver Richter

Gia E.T.A. Hoffmann

Johann S Domenico Cimarosa

Vincenzo Bellini Gaetano Donizetti Niccolo Paganini

Anton Diabelli Muzio Clementi

6 — KOMPONISTENTABELLE KLASSIK


KLASSIK 1750

1820

ROMANTIK 1820

-

NEUE MUSIK

1920

1920

ROMANTIK

820 18301830

1840 1840

1850 1850

1860 1860 18 70 18701880

1890 1880

1890

1900

Alexander Borodin

1910

Sergei Prokofjew

Modest Mussorgski Peter I. Tschaikowski

UNG Nr. 5: 1811

Nikolai Rimski-Korsakow Sergei Rachmaninow

Michail I. Glinka

Alexander Skrjabin Edvard Elgar Edvard Grieg

en Staatsbank-

Gustav Holst Jean Sibelius

n von Friedrich det.

gründet in LonN M Rothschild

Jules Massenet George Bizet Hector Berlioz

Maurice Ravel Camille Saint-Saëns Claude Debussy Arthur Honegger César Franck

Darius Milhaud Antonín Dvořák

Bedřich Smetana

Carl Orff

Anton Bruckner Johannes Brahms

Gustav Mahler Arnold Schönberg Anton Webern Alban Berg Béla Bartók

x Mendelssohn Robert Schumann

Frédéric Chopin Franz Liszt Richard Wagner

Paul Hindemith

Jaques Offenbach Igor Strawinski

acomo Meyerbeer Johann Strauß Sohn Richard Strauss

Strauß Vater

Ottorino Respighi Isaac Albeniz Manuel de Falla

Gioachino Rossini Giuseppe Verdi Giacomo Puccini

KOMPONISTENTABELLE KLASSIK — 7


FÜNFTES KLAVIERKONZERT LUDWIG VAN BEETHOVEN

KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER NR. 5 ES-DUR OP. 73

SÄTZE:

ORCHESTERBESETZUNG:

I Allegro II Adagio un poco mosso –

Soloklavier

III Attacca il Rondo. Allegro SPIELDAUER: 40‘ ENTSTEHUNGSZEIT: 1809 URAUFFÜHRUNG: 28. November 1811, Gewandhaus Leipzig

7 Violinen I 6 Violinen II 5 Bratschen 4 Violoncelli 3 Kontrabässe 2 Flöten 2 Oboen 2 Klarinetten 2 Fagotte 2 Hörner 2 Trompeten Pauken

CAMERATA BESETZUNG: Seite: 4-5

8 — WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN


KONZERT FÜR FRIEDEN UND FREIHEIT Zuversichtliche und vertrauensvolle Töne in Beethovens letztem Klavierkonzert

Das fünfte Klavierkonzert Beethovens entstand unter bedrohlichen äußeren Umständen. Napoleons Truppen belagerten 1809 Wien und besetzten schließlich die Stadt. „Welch zerstörendes, wüstes Leben um mich her! Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend in aller Art“, stieß Beethoven in einem Brief verzweifelt aus. Seine schöpferische Kraft war stärker. Beethoven baute ein monumentales Solokonzert als Schutzschild auf. Die festliche Tonart Es-Dur wählte der Komponist sicherlich nicht zufällig. In dieser Tonart steht auch die fünf Jahre zuvor entstandene „Eroica“, die Beethoven bekanntlich ursprünglich dem als revolutionären Befreier eingeschätzten Napoleon widmete, dann – nach dessen Selbstkrönung zum Kaiser und sei-

nen usurpatorischen Anwandlungen – die Widmung jedoch durchstrich. Jetzt setzte er in derselben Tonart ein Werk nach, das prunkvolle Klangsäulen, festliche Akkordbauten und brillante Figuren gegen die Bedrohung aufbaute. Beethoven stößt mit diesem Werk die Tür zum großen romantischen Klavierkonzert auf. Die Situation hat sich gegenüber Mozarts Konzerten entscheidend verändert: nicht mehr angeregter Dialog von zwei Partnern, Solist und Orchester, wie bei Mozart, sondern Symphonik im Konzertformat, eine von Solist und Orchester gemeinsam angegangene Weltverbesserung. Das Orchester gibt zu Beginn die grundlegenden Akkorde vor, die der Solist virtuos in figuralen Einzelteilen

WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN — 9


präsentiert. Solist und Orchester ziehen an einem Strang: Sie unterstützen einander gegenseitig, widmen sich hingebungsvoll denselben Themen und betrachten diese von allen Seiten. So kommt es, dass das zunächst erhebende Hauptthema später in lyrischer Gestaltung auftritt, hingegen das vorerst heiter-verspielte Seitenthema dann plötzlich als festlicher Marsch daherkommt, wie ein Triumphzug. Man denkt an die Befreiung der Gefangenen im „Fidelio“. Gemeinsam bauen Klavier und Orchester mit wuchtigen Akkorden und Skalen eine Welt aus Vertrauen, Zuversicht und Freiheit auf. Zum Thema Freiheit gehört auch dies: In keinem Solokonzert davor sind dem Solisten solch improvisatorisch wirkende, frei präludierende Passagen anvertraut, und zwar von den ersten Tonskalen an, die an kein Thema gebunden sind, sondern zunächst einmal den Tonraum ausleuchten, in dem die Musik stattfindet. Das Klavier wird als selbstständiges Wesen respektiert und gewinnt aus dieser Position heraus noch an Stärke, mit dem Orchester gemeinsam zu agieren. All diese Freiheiten sind von Beethoven freilich auskomponiert, er will diesen Zustand des von allen Zwängen losgelösten Improvisierens und Kadenzierens festhalten für alle Zeiten.

10 — WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN

Im langsamen Mittelsatz hebt Beethoven aus dem Es-Dur-Strahlen in ein entrücktes, zart glänzendes H-Dur ab. Das „es“ als letzter Ton des ersten Satzes ist im zweiten derselbe Anfangston, nunmehr aber als „dis“ und unter vollkommen veränderten harmonischen Umständen. Es ist, als ob man in eine Traumwelt versetzt wird. Die Streicher verströmen einen milden Gesang, von zarten Tupfern der Bläser begleitet. Das Klavier versenkt sich in meditative Bereiche voller Harmonie und entfaltet über wiegenden Triolen eine ruhevolle und innige Kantilene. Dann ein leiser Schritt vom „h“ um einen Halbton tiefer zum „b“ und von dort zurück in die Grundtonart Es-Dur, in der das Klavier leise das finale Rondothema vorbereitet, das dann mit enormer Energie losstürmt. Die Musik reitet förmlich dem Glück entgegen. Die Euphorie entsteht aus kräftigen musikalischen Motiven und einem unwiderstehlichen Rhythmus. Noch einmal hält das Klavier in diesem Finale über leise pochenden Paukenschlägen inne – eine Besinnung auf die Zartheit des Glücks. Ehe die Fahnen im Schlussjubel geschwenkt werden.


© Shutterstock | Anton Evmeshkin

Die Angelsachsen nennen ausgerechnet dieses Werk gerne „Emperor Concerto“, das in Wien zur Zeit der Belagerung durch den „Eroberer“ Napoleon entstand. Gewidmet hat Beethoven aber das Konzert, wie einige andere Werke auch, seinem Klavierschüler Erzherzog Rudolph, der ein Friedensstifter, Humanist und Mann der Kunst war. Rudolph förderte nicht nur Beethoven entscheidend mit materiellen Zuwendungen, sondern er unterstützte auch musikalische Institutionen wie die k.und k. Philharmonische Gesellschaft in Wien (aus der später die heute noch bestehende Gesellschaft der Musikfreunde hervorging). Beethoven fühlte sich mit dem Erzherzog in echter Freundschaft verbunden. Dem 5. Klavierkonzert stünde, entsprechend dem „Erzherzogs-Trio“ (op. 97), der Beiname „Erzherzogs-Konzert“ viel besser als der irreführende englische Titel.

WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN — 11


POSTHORN-SERENADE WOLFGANG AMADEUS MOZART

SERENADE D-DUR KV 320 „POSTHORN-SERENADE“ SÄTZE:

ORCHESTERBESETZUNG:

I Adagio maestoso – Allegro con spirito II Minuetto: Allegretto – Trio III Concertante: Andante grazioso IV Rondeau: Allegro ma non troppo V Andantino VI Minuetto – Trio I – Trio II VII Finale. Presto

7 Violinen I 6 Violinen II 5 Bratschen 4 Violoncelli 3 Kontrabässe

SPIELDAUER:

2 Hörner Posthorn 2 Trompeten

55‘ ENTSTEHUNGSZEIT:

2 Flöten 1 Piccoloflöte ad libitum 2 Oboen 2 Fagotte

Pauken

1779 (in Salzburg)

© Shutterstock | Anton Evmeshkin

URAUFFÜHRUNG: 1779 als „Finalmusik“ zur Feier des Studienabschlusses von Studenten der Universität Salzburg

CAMERATA BESETZUNG: Seite: 4-5

12 — WERKBESCHREIBUNG - POSTHORN SERENADE


SERENADE ZUR ABSCHIEDSFEIER Festliche und wehmütige Töne in Mozarts letzter Salzburger Finalmusik

Der junge fürsterzbischöfliche Hofmusiker Wolfgang Amadeus Mozart erlangte in seiner Heimatstadt Salzburg bald eine bevorzugte Stellung als Komponist von so genannten Final- und Nachtmusiken zu akademischen und familiären Feiern. Es entstanden Cassationen, Serenaden, Nachtmusiken und Divertimenti für die Salzburger Familien Haffner und Robinig oder für die Gräfin Lodron sowie für offizielle erzbischöfliche und universitäre Feiern. In ihrer Vielsätzigkeit und Bestimmung sind es spezifische „Salzburger“ Musiken, die damals andernorts keine Verwendung fanden. Heute sind sie ihrem unmittelbaren Anlass entzogen und als außergewöhnliche Orchestermusik geschätzt, als „reine Musik“ im „luftleeren Raum“, wie dies treffend der Mozart-Forscher Alfred Einstein formuliert hat. Die Serenade D-Dur KV 320 ist die

letzte und gewichtigste von Mozarts Salzburger Nacht- und Finalmusiken. Sie stellt den Abschied Mozarts nicht nur von diesem Genre, sondern auch von den musikalisch-gesellschaftlichen Gebräuchen seiner Heimatstadt dar. Im zweiten Trio des zweiten Menuetts baute Mozart ein Corno di posta, ein originales Posthorn ein, mit dem der Reise- und Postkutscher zur Abfahrt blies. Die Komposition erhielt deshalb auch nachträglich den Beinamen „Posthorn-Serenade“. Sie weist über ihren damaligen Gebrauch als Unterhaltungsmusik weit hinaus und schließt symphonische, konzertante und musikdramatische Elemente mit ein. Der langsame Satz, den Mozart vor dem Menuett mit dem „Posthorn-Intermezzo“ platzierte, ist von einer Ausdrucksintensität geprägt, die sich als persönliche Betroffenheit des Kom-

WERKBESCHREIBUNG - POSTHORN SERENADE — 13


ponisten deuten lässt. Mozart war 1779 von einer umfangreichen Reise mit tragischen Aspekten zurückgekehrt. In Paris verstarb im Sommer 1778 seine Mutter. Nach der Rückkehr aus der weiten musikalischen Welt wartete in Salzburg auf Mozart die inzwischen ungeliebte Arbeit als Hofmusiker für den Erzbischof, zu dem das Verhältnis nicht mehr zum Allerbesten stand. Der „Posthorn-Serenade“ hört man die Erfahrungen an, die Mozart auf jener Reise durch Deutschland und Frankreich machte. Die Eindrücke vom Mannheimer Orchester und dessen spezifischer Klang- und Spielkultur, von der beliebten Form der symphonisch-konzertanten Musik, vom Pariser Musikleben mit seinen exquisiten Orchestern und Solisten spiegeln sich im Verlauf der Serenade. Mozart war auf dieser Reise nicht nur menschlich, sondern auch musikalisch gereift. Er kehrte als ein ernsthafter junger Mann mit Ambitionen, im internationalen Musikleben Fuß fassen zu wollen, in die kleine Stadt an der Salzach zurück, wo er sich nur mehr als Musiker auf Abruf empfand. Erscheinungen wie das „Mannheimer Crescendo“ oder die konzertant-solistischen Bläsersätze (besonders im Trio

des ersten Menuetts und in den darauffolgenden Sätzen des Andante grazioso „concertante“ und des Rondos) sind in der „Posthorn-Serenade“ deutliche Zeichen für Mozarts Wandlung. Bedeutungsvoll, mit markanten Punktierten wie in einer französischen Ouvertüre, steigt das gesamte Orchester in die Serenade ein und geht nach diesen Takten barocker Prachtentfaltung in ein dramatisches Allegro über, das mit seinem bereits an die „Figaro“-Ouvertüre voraus weisenden Brio und Crescendo das Vorspiel zu einer Oper sein könnte. Allemal ist es Vorspiel zu einer Szene, in der Menschen zu einem festlichen und feierlichen Anlass versammelt und von verschiedensten Gefühlen ergriffen sind. Studenten wurden mit einer solchen „Finalmusik“ (wie Mozart selbst die Serenade in einem Brief bezeichnete) zu ihrem Studienabschluss verabschiedet. Sie fuhren wieder in ihre Heimatorte zurück – damit ist auch konkret der Einsatz des Posthorns im Trio II des zweiten Menuetts zu deuten, das zur Abfahrt mit der Kutsche bläst. Im Eröffnungssatz gerät Mozart mehrfach in einen Tonfall, der uns schon an

14 — WERKBESCHREIBUNG - POSTHORN SERENADE


Im folgenden Andante dringt Mozart ausgehend von der Grundtonart d-Moll überhaupt in dunkle Bereiche ein, in denen der Schmerz und die Tragik mancher kommender Klavierkonzertsätze, aber auch einiger Opern-Szenarien zu erahnen ist. Mit der Affektsprache greift Mozart barockes Vokabular auf, das er in persönlicher Ausdrucksweise von Traurigkeit und Leid anwendet.

© Shutterstock | Anton Evmeshkin

die späteren D-Dur-Symphonien „Haffner“ und „Prager“ gemahnt. Auch das folgende erste Menuett ist mit seinen Punktierten im repräsentativen Charakter komponiert. Mehr liedhaft erscheinen hingegen die aufsteigenden, gebundenen Passagen für Flöte und Fagott im Trio dieses Menuetts. Da kündigt sich schon jene „concertante Symphonie“ an, die Mozart mit den beiden folgenden Sätzen – einem idyllischen Andante grazioso und einem heiteren Rondeau – für Holzbläsersextett aus Flöten, Oboen und Fagotten einbaut. In die subtile Kompositions- und Klangkultur dieser beiden konzertanten Sätze, ihre Feinheit und Eleganz, dringt nur manchmal ein volkstümlicher Tonfall ein, wie ihn vielleicht die Hörerschaft in Salzburg häufiger in einer Serenade erwartete.

WERKBESCHREIBUNG - POSTHORN SERENADE — 15


Das zweite Menuett pendelt zwischen Festlichkeit und Verspieltheit. Im ersten Trio schmiegt sich ein extra vorgeschriebenes „Flautino“ – damit meinte Mozart entweder eine Sopranblockflöte oder eine Piccoloflöte – in oktavierter Lage an die Sequenzen der Violinen an. Im zweiten Trio meldet sich der Postillon mit seinen Signalen und Fanfaren, die er in sein „kleines Horn“ blies, um die Abfahrt und die Ankunft anzuzeigen sowie als Warnruf, wenn eine Kutsche entgegenkam. Mozart stellt spieltechnisch hohe Ansprüche an den Kutscher. In das symphonische Finale mit einem markanten, imposanten Unisono-Hauptthema und einem grazilen Seitenthema mischen sich zentral noch einmal konzertante Bläserstimmen mit eigenständiger Thematik. Üblicherweise wurden Finalmusiken dieser Art mit einem Marsch eingeleitet. Für die Serenade D-Dur sind gleich zwei Märsche überliefert, die sich zeitlich, in der Tonart und im Charakter diesem Werk zuordnen lassen und beide unter der KV-Nummer 335 zusammengefasst sind. Die Mozart-Forschung hat darin ganz persönliche Botschaften

Mozarts entdeckt. Im ersten Marsch zitiert Mozart in einem Bläserabschnitt den Beginn der Arie „Non so d’onde viene“ aus der Feder des väterlichen Ratgebers und Freundes Johann Christian Bach. Mozart hat speziell diese Arie sehr gemocht und auch während seines Pariser Aufenthaltes 1778 in einem „Concert spirituel“ gehört. In Mannheim hatte er für die angebetete Sängerin Aloysia Weber selber eine Arie über diesen Text komponiert. In den zweiten Marsch ließ Mozart, wie er selbst in einem Brief anmerkte, die Melodie eines Liedes „Lustig sein die Schwobenmedle“ einfließen, die sich auf einem Skizzenblatt von ihm aus jener Zeit findet. In der Schwabenstadt Augsburg war Mozart auf seiner zurückliegenden Reise mit seinem „Bäsle“ Anna Maria Thekla zusammengetroffen. Rainer Lepuschitz

16 — WERKBESCHREIBUNG - POSTHORN SERENADE


DER TROMPETER, DER DAS POSTHORN SPIELT Kurt Körner über das berühmte Solo in Mozarts Serenade D-Dur

Du bist Trompeter und für das Posthorn zuständig. Zählt das Posthorn also nicht zur Familie der Hörner, sondern zu den Trompeten? Ich finde schon, dass das Posthorn zu den Trompeten zählt. Wir Trompeter sind sehr froh darüber, dass Wolfgang Amadeus Mozart dieses Solo geschrieben hat, denn er hat sonst nichts Solistisches für Trompete hinterlassen. Sein Vater Leopold Mozart übrigens schon, von ihm gibt es ein Trompetenkonzert.

großes Horn verwendet haben. Schöne Melodien haben die ohnedies nicht gespielt, sondern Signale, um anzukündigen: „Achtung, Kutsche kommt, bitte macht das Stadttor auf!“ Außerdem gehört ein Trompetenmundstück auf das Posthorn, das Hornmundstück wäre zu klein.

Spielst Du das Solo also auf einem richtigen Posthorn? Auf einem ventillosen Posthorn in A. Es ist ein bisschen länger als eine normale B-Trompete.

Ist das Posthorn also eher der Trompete ähnlich? Hast Du ein Original, oder einen Nachbau? Ja, im Charakter der Signale und auch in historischer Hinsicht, denn Postillons auf der Postkutsche werden wohl kaum ein

Einen Nachbau. Das Instrument haben uns einmal die Freunde der Camerata

INTERVIEW - KURT KÖRNER — 17


großzügig gesponsert. Es hat ein österreichischer Instrumentenbauer hergestellt. Ventillos bedeutet auch, dass das Instrument exakt nur jene Töne hat, die Mozart in diesem Solo notierte: Fünf Naturtöne, am Schluss kommt noch ein sechster Ton dazu, das hohe C.

Du spielst schon seit vielen Jahren in der Camerata Salzburg. Wie oft hast Du schon den „Postillon“ im zweiten Trio des zweiten Menuetts dieser Serenade gespielt?

Das heißt, Du könntest jetzt eigentlich schon um Aufnahme in die Post bitten. Ich denke, ich kann um eine Zusatzpension ansuchen. Doch Spaß beiseite. Ich habe das Posthornsolo in die weite Musikwelt gebracht, zum Beispiel in die

18 — INTERVIEW - KURT KÖRNER

Kurt Körner © Pia Clodi

Zirka 15 Mal. Davon waren einige Aufführungen unter der Leitung von Roger Norrington. Die „Posthorn-Serenade“ ist eines der Lieblingsstücke von Sir Roger. Er hat sich einmal gewünscht, dass ich eine Post-Uniform anziehe und ein Kapperl aufsetze. Und das habe ich dann immer gemacht.


großen Musikzentren nach Wien, Paris und London, wo wir die Serenade in der Royal Albert Hall für 7000 Zuhörer gespielt haben.

Das ist im Charakter ganz anders als Mozarts schwungvolle, heitere Musik, die er in dem ganzen Menuett und den beiden Trios komponiert hat.

Wie ist das Solo beschaffen? Hat Mozart die damals üblichen Posthornsignale übernommen? Oder hat er im Charakter der Signale etwas Eigenes komponiert? Er hat nichts direkt übernommen, sondern aus den wenigen Tönen, die er zur Verfügung hatte, ein schlichtes, aber sehr effektives Solo komponiert, mit rhythmisch im Dreiertakt etwas verschobenen Akzenten, die es sehr reizvoll machen. Die Postillons haben sicherlich nur eine kurze Tonfolge ins Horn gestoßen und keine kunstvolle Musik auf einer ungefederten Postkutsche gespielt.

Die Serenade D-Dur erlangte wegen dieses Solos große Berühmtheit. Ist es das einzige Posthornsolo in der Musikgeschichte? Oder gibt es noch andere? In der 3. Symphonie von Gustav Mahler spielt ein Posthorn eine wehmütige und zarte Weise, die von weither kommt.

INTERVIEW - KURT KÖRNER — 19


FAZIL SAY KLAVIER

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazıl Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der noch bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazıl Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule Robert Schumann in Düsseldorf, danach in Berlin. Vor allem

20 — BIOGRAFIE - FAZIL SAY

Fazıl Say © Marco Borggreve

Mit seinem außergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say Publikum wie Kritik seit nunmehr einem Vierteljahrhundert. Konzerte mit diesem Künstler werden oftmals als „andere Konzerte“ empfunden. Sie sind direkt, offen, aufregend, können unmittelbar ins Herz treffen. Eben das spürte wohl auch der Komponist Aribert Reimann, als er 1986 während eines Besuchs in Ankara mehr oder minder zufällig in den Genuss kam, den damals 16-Jährigen zu hören. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den amerikanischen Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen, und er tat es mit den inzwischen geflügelten Worten: „Den musst Du Dir anhören, der Junge spielt wie ein Teufel.“


Says Mozart- und Schubert-Interpretationen haben hier ihren ästhetischen Urgrund. Seine herausragende Technik ermöglichte es ihm überdies bald schon, die so genannten Schlachtrösser der konzertanten Weltliteratur in staunenswerter Souveränität zu bewältigen. Und eben diese Mischung aus Feinsinn (bei Haydn, Bach oder Mozart) und virtuosem Glanz in den Werken von Liszt, Mussorgski oder Beethoven führten 1994 zum Sieg beim Internationalen Wettbewerb „Young Concert Artists“ in New York. Fazıl Say konzertiert seither mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen bedeutenden Dirigenten und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, das von Kompositionen von Johann Sebastian Bach über die „Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven sowie die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik reicht, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier. Von Mozarts Klavier-Sonaten liegt mittlerweile eine Referenz-Gesamtaufnah-

me vor. Den Salzburger Musikfreunden sind nicht nur seine bisherigen Auftritte mit der Camerata (u. a. mit „Pasticcio“-Klavierkonzerten Mozarts und dem eigenen Klavierkonzert „Silk Roads“) in Erinnerung, sondern auch seine zyklische Aufführung der Mozart-Sonaten im Rahmen der Mozartwoche. Als Komponist hat Fazıl Say unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Konzerthaus Dortmund, das Schleswig-Holstein Musik Festival und die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern geschrieben. Sein Schaffen umfasst Kompositionen für Soloklavier und Kammermusik bis hin zu Solokonzerten und großen Orchesterwerken. In Dresden wurde in diesem Spätsommer seine 4. Symphonie uraufgeführt, die den Titel „Hoffnung“ trägt. Seine Kompositionen tragen humanistische und auch politische Botschaften in sich. Im Jahr 2016 zeichnete ihn die Beethoven-Akademie Bonn mit dem „Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion“ aus.

BIOGRAFIE - FAZIL SAY — 21


BEETHOVEN, DER KLAVIER-FREAK Fazıl Say über die revolutionären Kräfte des Fünften Klavierkonzerts

Sehr geehrter Herr Say, im Großen Saal des Mozarteums, wo Sie in den vergangenen Jahren „Pasticcio-Konzerte“ Mozarts mit der CAMERATA und im Rahmen der Mozartwoche Mozarts Klaviersonaten spielten, führen Sie nun Beethovens Fünftes Klavierkonzert auf. Wie groß ist der Schritt von Mozart zu Beethoven? Es ist ein anderes, neues Format von Klavierkonzert, das Beethoven mit dem Fünften Konzert begonnen hat. Für mich ist es eine konzertante Symphonie mit Klavier. Es gibt viele symphonische Teile und auch sehr lange Orchestervorspiele. Immer wenn ich dieses Konzert spiele, höre ich mit meinem eigenen Komponistenohr, dass Beethoven dieses Werk nie selbst gespielt und die Uraufführung nicht gehört hat. Wenn man es auf heutigen Konzertflügeln spielt, wirft es einige Fragen auf. Das Orchester ist immer wieder melodietragend, bleibt aber im Pianissimo, während das Klavier Tonlei-

22 — INTERVIEW - FAZIL SAY

tern und Harmonieläufe im Fortissimo spielt. Die kräftigen Klaviere von heute bringen uns dazu, in der Partitur von Beethoven einiges zu ändern – natürlich keine Töne, aber Nuancen in der Dynamik und in den Bögen. Für die Aufführungen mit der Camerata werden wir solche Erneuerungen vornehmen. Ich denke, wenn Beethoven es selbst gehört hätte, würde er das vielleicht auch tun.

Beethoven hat das Fünfte Klavierkonzert während der Belagerung und Besetzung Wiens durch Napoleons Truppen komponiert, also inmitten von Krieg, Kanonen, Kämpfen. Hört man das dem Werk an? Man spürt natürlich in der Musik die Besetzung Wiens. Wenn man diese Situation vergleicht mit den Ereignissen im Gezi-Park in Istanbul, die wir vor fünf Jahren erlebt haben, dann fühle ich, dass die Widerstandskämpfe und krie-


gerischen Zustände schon in Beethovens Klavierkonzert zu hören sind. Das Finale kann man auch als Siegertanz interpretieren. Der langsame zweite Satz ist hingegen mehr eine Nocturne in Richtung Brahms und Wagner.

Von Ihnen liegen bisher auf CD eine wunderbare Aufnahme des Dritten Klavierkonzerts sowie Einspielungen von einigen Sonaten, „Waldstein“, „Mondschein“, „Appassionata“, „Sturm“ und das Opus ultimum 111, vor. Sind weitere Beethoven-Aufnahmen geplant?

Es gibt viele kühne Passagen in diesem Klavierkonzert wie zum Beispiel die sehr frei durch Tonarten präludierenden Passagen ...

Es ist eine Gesamtaufnahme der 32 Sonaten im Entstehen. Das ist sehr sehr viel Arbeit. 16 Sonaten habe ich bereits im Repertoire, die anderen 16, die ich noch nie gespielt habe, muss ich neu lernen. Ich beschäftige mich intensiv damit. Es ist immer wieder eine wahnsinnige Begegnung mit Beethoven, in jedem Alter. Seine Musik ist sehr gut zum Üben, zum Organisieren, zum Denken. Ich freue mich schon auf seinen 250. Geburtstag im Jahr 2020.

... in dem Werk gibt es vieles, das wir dann auch in den späteren Klaviersonaten Beethovens wieder vorfinden – die Klangfarben, die Harmonieläufe und die klanglichen Pastellfarben, die schon Richtung Impressionismus vorausweisen. Beethovens Klavierspiel hat sich permanent entwickelt. Er kam immer wieder ein Stück weiter und hat erneuert, revolutioniert. Er war ein Klavier-Freak, hat 32 Klaviersonaten, fünf Klavierkonzerte und mehr als 50 kammermusikalische Werke mit Klavier komponiert.

INTERVIEW - FAZIL SAY — 23


GREGORY AHSS MUSIKALISCHE LEITUNG

Der israelische Violinist Gregory Ahss bekam seinen ersten Unterricht an der Gnessin School of Music in Moskau und setzte sein Studium am Israeli Conservatory of Music und an der Tel Aviv Music Academy unter Lena Mazor und Irina Svetlova fort. Er graduierte am New England Conservatory in Boston, an welchem er den Unterricht von Donald Weilerstein genoss. Noch während seiner Studienzeit gründete Ahss das Tal Piano Trio, welchem zahlreiche Preise wie etwa den ersten Preis des angesehenen Trio di Trieste chamber music competition verliehen wurden.

Gregory Ahss‘ Aufnahme von Haydns Sinfonia Concertante mit dem Orchestra Mozart unter der Leitung von Claudio Abbado gewann eine Vielzahl an Preisen einschließlich der Auszeichnung als „bestes Konzert des Jahres 2015”.

24 — BIOGRAFIE - GREGORY AHSS

Gregory Ahss © Pia Clodi

Sein Debüt als Solist gab er 2004 unter Claudio Abbado und dem Orchestra Mozart Bologna, mit welchem er in weiterer Folge auch regelmäßig auftrat.


Als Solist arbeitete Ahss unter anderem mit Dirigenten wie Yannick Nézet-Séguin, Daniel Blendulff und Andres Orozco-Estrada, sowie dem Mahler Chamber Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und der Camerata Salzburg. Kammermusikalisch arbeitete er mit Natalia Gutman, Janine Jansen, Emmanuel Pahud, Gautier Capuçon, Nicolas Altstaedt, Alexander Melnikov und Sabine Meyer zusammen. Gemeinsam mit Pinchas Zukerman trat er auch als Violinduo auf. Gregory Ahss trat als Konzertmeister mit namhaften Ensembles wie dem Mahler Chamber Orchestra, Orchestra Mozart, Belgrade Philharmonic und dem Lucerne Festival Orchestra auf und sein Repertoire beinhaltet ein reichhaltiges Programm von Kammersymphonien bis hin zu großen symphonischen Werken. Er ist aktuell Konzertmeister der Camerata Salzburg und vom Lucerne Festival Orchestra.

BIOGRAFIE - GREGORY AHSS

— 25


CAMERATA SALZBURG

MuskerInnen der CAMERATA: Seiten 26 — xx bis xx


DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL.

CAMERATA Salzburg © Pia Clodi

DIE CAMERATA

— 27


CAMERATA SALZBURG

Die CAMERATA Salzburg zählt zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Einladungen in die bedeutendsten Spielstätten von New York bis Beijing ergänzen die Konzerttätigkeit in der Salzburger Heimat. Hierzulande ist die CAMERATA eines der Stammensembles der Salzburger Festspiele und der Mozartwoche. Außerdem hat sie einen eigenen Abonnementzyklus im Großen Saal der Stiftung Mozarteum. Mit „Schubert in Gastein“ veranstaltet das Orchester seit mehreren Jahren sein eigenes KammermusikFestival in Bad Gastein. Im Zentrum des Repertoires steht neben den Werken von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert natürlich das Schaffen unseres Genius loci Wolfgang Amadeus Mozart. So ist es vor allem der typische „Salzburger Mozart-Klang“, der die CAMERATA über die Jahre hinweg zu einem Kulturbotschafter und internationalen Aushängeschild der Mozartstadt Salzburg werden ließ.

Höhepunkte der vergangenen Jahre waren Auftritte beim Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London, beim Edinburgh International Festival sowie in der Carnegie Hall in New York. Eine besondere Verbindung besteht zum Wiener Konzerthaus, zur Tonhalle Zürich, zur Alten Oper in Frankfurt, zum Kultur- und Kongresszentrum Luzern, dem Prinzregententheater München sowie zur Kölner Philharmonie und der Philharmonie de Paris. Persönlichkeiten wie Géza Anda, Sándor Végh und Sir Roger Norrington haben den CAMERATA-Klang geprägt. Bedeutende Musikerinnen und Musiker wie Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Alfred Brendel, Philippe Herreweghe, Franz Welser-Möst, Pinchas Zukerman, Anne-Sophie Mutter, Teodor Currentzis, Matthias Goerne, Fazıl Say, Renaud Capuçon, Yuja Wang und Hélène Grimaud konzertierten und konzertieren regelmäßig mit der CAMERATA.

28 — CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE


Schon bei der Gründung im Jahr 1952 durch Bernhard Paumgartner war das künstlerische Credo eines jeden einzelnen Orchestermitgliedes klar: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. Eine Maxime, die das Orchester und seine Mitglieder bis heute leben. Als ihre größten Inspiratoren und langjährigen Leiter prägten Bernhard Paumgartner und Sándor Végh den weltberühmten Klang der CAMERATA. Nach Véghs Tod beeinflusste Sir Roger Norrington als Chefdirigent das Orchester nachhaltig. Heute ist Sir Roger Conductor Laureate der CAMERATA. Seine Nachfolger als künstlerische Leiter waren Leonidas Kavakos und der französische Dirigent Louis Langrée. Seit 2016 haben die Musiker der CAMERATA die künstlerische Leitung in die eigenen Hände genommen. Geleitet von ihrem Konzertmeister Gregory Ahss als „primus inter pares“, suchen die Musiker gemeinsam nach Interpretation, Volumen, Rhythmus, Feinheiten und Klang. So bewahrt sich die CAMERATA auch im siebten Jahrzehnt ihres Bestehens eine „Spielfreude, die anste-

ckend wirkt“ („Neue Zürcher Zeitung“). Regelmäßig lädt die CAMERATA auch GastdirigentInnen wie in der laufenden Saison Alondra de la Parra und Andrew Manze zur Zusammenarbeit ein. Platten- und CD-Einspielungen bei renommierten Labels wie der Deutschen Grammophon, DECCA, Sony oder Warner Classics – viele davon mit wichtigen Preisen ausgezeichnet – zeugen von der exzellenten Qualität und Musizierlust der aus mehr als 20 Nationen stammenden Musikerinnen und Musiker der CAMERATA.

CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE — 29


CAMERATA SALZBURG DIE CAMERATA

Gregory Ahss — Konzertmeister

Michaela Girardi, Violine*

Yukiko Tezuka, Violine*

György Acs, Violine

Izso Bajusz, Violine

Stephanie Baubin, Violine

Annelie Gahl, Violine

Yoshiko Hagiwara, Violine

Anna Maria Malm, Violine

Kana Matsui, Violine

Werner Neugebauer, Violine

Gabor Papp, Violine *Stimmführer

30 — — CAMERATA C A M E R A T A SALZBURG S A L Z B U R G- MITGLIEDER 80


Maria Sawerthal, Violine

Silvia Schweinberger, Violine

Dagny Wenk-Wolff, Violine

Iris Juda, Viola*

Firmian Lermer, Viola*

Danka Nikolic, Viola

Agnes Répászky, Viola

Wolfram Tröndle, Viola

Stefano Guarino, Violoncello*

Jeremy Findlay, Violoncello

Dana Micicoi, Violoncello

Shane Woodborne, Violoncello *Stimmführer

— 81 31 CAMERATA SALZBURG - MITGLIEDER C A M E R ATA SALZBURG —


CAMERATA SALZBURG DIE CAMERATA

Josef Radauer, Kontrabass*

Burgi Pichler, Kontrabass*

Christian Junger, Kontrabass

Wally Hase, Flöte*

Sonja Korak, Flöte

Matthias Bäcker, Oboe*

Laura Urbina, Oboe

Wolfgang Klinser, Klarinette*

Monika Wisthaler, Klarinette *Stimmführer

32 — — CAMERATA C A M E R A T A SALZBURG S A L Z B U R G- MITGLIEDER 82


Frank Forst, Fagott*

Marco Lugaresi, Fagott*

Christoph Hipper, Fagott

Johannes Hinterholzer, Horn*

Josef Sterlinger, Horn

Kurt Körner, Trompete*

Wolfgang Gaisböck, Trompete*

Charlie Fischer, Pauke

Rizumu Sugishita, Pauke *Stimmführer

— 33 CAMERATA SALZBURG - MITGLIEDER C A M E R ATA SALZBURG — 83


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01.02

Montag, 20 Uhr

Freitag, 15 Uhr

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Tickets: +43-662-87 31 54 www.mozarteum.at

MO

Z

CAMERATA SALZBURG, BACHCHOR SALZBURG

— 37


RÜCKBLICK: SAISONKONZERT 1

Vielen Dank an Sie, liebes Publikum! Sie inspirieren uns stets zu neuen Höch

„Eine Mexikanerin vergnügt sich beim Dirigieren“

© Erika Mayer

Hedwig Kainberger in den Salzburger Nachrichten

„Das mexikanische Debüt von Alondra de la Parra verlief so verheißungsvoll, dass man die Estima Senora bald wieder zu erleben hofft“ Roland Ruess in der Kronenzeitung

38 — RÜCKBLICK - SAISONKONZERT 1


hstleistungen!

“... Alondra de la Parra hat bei ihrem SalzburgDebüt am Pult der Camerata ihr Publikum begeistert ...“ 2”

Heidemarie Klabacher auf DrehpunktKultur

RÜCKBLICK - SAISONKONZERT 1 — 39


IMPRESSIONEN SAISONAUFTAKT

DANKE an Alondra de la Parra, Alexander Melnikov, Gregory Ahss und Alexander Rudin für zwei unvergessliche Saisonauftakt im Großen Saal der Stiftung Mozarteum.

40 — RÜCKBLICK - SAISONKONZERT 1

© Erika Mayer

Mit einem spannenden Atelier Gespräch in Zusammenarbeit mit der Stiftung Mozarteum und der Universität Salzburg, einem Künstlergespräch unseres engagierten Freundesvereins und der Präsentation unserer CAMERATA Weinedition haben wir erste Akzente gesetzt.

Atelier Gespräch im Wiener Saal

Backstage vor dem Konzert

© Erika Mayer

Es ist uns ein zentrales Anliegen, Sie mittels einem entsprechenden Rahmenprogramm künftig noch stärker in das Leben der CAMERATA miteinzubinden und Ihnen so auch einen Blick hinter die Kulissen unseres Kulturbetriebs und unserer Arbeit zu ermöglichen.

© Birgit Haidl

Impressionen einer großartigen Woche mit Alondra de la Parra, Alexander Melnikov, Alexander Rudin und unserem Gregory Ahss!

In Aktion: Alondra de la Parra


CAMERATA WEINEDITION Im Anschluss an das Konzert wurde die CAMERATA Weinedition, ein Grüner Veltliner vom Weingut Ecker-Eckhof präsentiert.

© Erika Mayer

© Markus Tschepp

Der „Grüne Veltliner“ vom Weingut Ecker-Eckhof beeindruckt in der Nase mit klassicher Würze und ist im Abgang vielschichtig und langanhaltend wie ein Camerata Konzertprogramm. Erhältlich ist das edle Stück in der Vinothek „De Gustibus“.

Michael Sowa mit Alexandra und Bernhard Ecker

© Erika Mayer

© Markus Tschepp

CAMERATA Wein vom Weingut Ecker-Eckhof

Shane Woodborne, Valentina Rhomberg und Bianca Schuller bei der ersten Kostprobe

Die Camerata Musiker begeisterten auch nach dem Konzert beim Meet & Greet im Wiener Saal

RÜCKBLICK - CAMERATA WEINEDITION — 41


ON TOUR MIT RENAUD CAPUÇON Große Erfolge für die Camerata in Asien und Abu Dhabi

„Eine Mexikanerin vergnügt sich beim Dirigieren“

© Erika Mayer

Hedwig Kainberger in den Salzburger Nachrichten

„Das mexikanische Debüt von Alondra de la Parra verlief so „40.000 verheißungsvoll, dass man die Estima Senora Kilometer Musik“ bald wieder zu erleben hofft“ Reinhard Kriechbaum auf DrehpunktKultur Roland Ruess in der Kronenzeitung

Unsere Musikerinnen und Musiker vor dem Konzert im National Center for the Performing Arts in Peking

42 — RÜCKBLICK - CAMERATA ON TOUR - ASIEN UND ABU DHABI


„Die halbe Weltreise der Camerata“ Roland Ruess in der Kronenzeitung

RÜCKBLICK - CAMERATA ON TOUR - ASIEN UND ABU DHABI — 43


VON ABU DHABI NACH PEKING Über 40.000 Kilometer ist die CAMERATA Salzburg in der laufenden Spielzeit als musikalischer Botschafter Salzburgs und der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart im Dienste der Musik unterwegs.

Einige gewichtige Kilometer haben unsere Musikerinnen und Musiker im Oktober mit Renaud Capuçon zurück gelegt. Nach Konzerten im Manarat Al Saadiyat, im Louvre sowie im Emirates Palace in Abu Dhabi folgte eine triumphale Asien Tournee mit Gastspielen in Korea, Macau, Teipei, Peking, Tinjian, Peking, Shanghai und Sozhou. Mit im Gepäck hatte die CAMERATA die Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Werke von Joseph Haydn und Eric Satie. Ausverkaufte Häuser und Standing Ovations standen an der Tagesordnung. Wir freuen uns bereits auf weitere spannende Projekte mit Stargeiger Renaud Capuçon! Mit Alexander Melnikov ging es Anfang November über Villingen-Schwenningen (D) nach Olten (CH).

Manarat Al Saadiyat

Renaud Capuçon und die CAMERATA

Das Publikum ist begeistert

44 — RÜCKBLICK - CAMERATA ON TOUR - ASIEN UND ABU DHABI


Danka Nicolic und Renaud Capuçon im Louvre

Shanghai Concert Hall

Publikum im Abu Dhabi Louvre

Concert Hall in Taipei, Taiwan

Busan, Südkorea

Concert Hall in Taipei, Taiwan

Konzertsaal in Souzhou, China

NCPA in Peking, China

RÜCKBLICK - CAMERATA ON TOUR - ASIEN UND ABU DHABI — 45


SO GEHT’S WEITER

SAISONKONZERT 3

Starsopranistin Lenneke Ruiten

Hell-Dunkel-Malerei

Victor Thomas © Victor Thomas

Lisa Batiashvili © Samy Hart

SILVESTER- & NEUJAHR

MO 31.12.18 | 19.30 Uhr DI 01.01.19 | 15.30 Uhr Großer Saal der Stiftung Mozarteum

FR 15.03.19 | 19.30 Uhr SO 17.03.19 | 11.00 Uhr Großer Saal der Stiftung Mozarteum

Viva la Diva

Lisa Batiashvili & François Leleux

Elegant, rasant und brillant führen die niederländische Diva Lenneke Ruiten und der russische Geiger Alexander Sitkovetsky in das neue Jahr: mit atemberaubenden Arien und Bravourstücken quer durch das Traumland von Oper und Operette, zündenden Polkas und beschwingten Walzern.

Felix Mendelssohn Bartholdy „Die Hebriden oder Die Fingalshöhle“ Violinkonzert d-Moll op. post.

Lenneke Ruiten, Sopran Alexander Sitkovetsky, Konzertmeister und Musikalische Leitung

46 — VORSCHAU SAISON 2018/2019

Ludwig August Lebrun Oboenkonzert Nr. 1 d-Moll Wolfgang Amadeus Mozart Symphonie Nr. 31 D-Dur KV 297 „Pariser“ Lisa Batiashvili, Violine François Leleux, Dirigent und Oboe


SAISONKONZERT 5

Serenade

Gesänge ohne Worte

Joshua Bell © Erik Kabik

Matthias Goerne © www.matthiasgoerne.com

SAISONKONZERT 4

FR 26.04.19 | 19.30 Uhr SO 28.04.19 | 11.00 Uhr Großer Saal der Stiftung Mozarteum

FR 24.05.19 | 19.30 Uhr SO 26.05.19 | 11.00 Uhr Großer Saal der Stiftung Mozarteum

Tschaikowskis Streicherserenade

Joshua Bell mit Dvořák

Franz Schubert „Des Fischers Liebesglück“ D 933 „Das Heimweh“ D 851 „Abendstern“ D 806 „Pilgerweise“ D 789 „Alinde“ D 904, u.a.

Jean Sibelius „Rakastava“ („Der Liebende“) op. 14

Pjotr Iljitsch Tschaikowski Streicherserenade C-Dur op. 48

Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Matthias Goerne, Bariton Gregory Ahss, Konzertmeister und Musikalische Leitung

Joshua Bell, Violine Andrew Manze, Dirigent

Antonín Dvořák Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53

VORSCHAU SAISON 2018/2019 — 47


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FREUND AB € 80 (€ 30 FÜR UNTER 30-JAHRIGE) | FÖRDERER AB € 150 | MÄZEN AB € 500

48 — FREUNDE DER CAMERATA


KARTENBESTELLUNG Kartenbüro der Stiftung Mozarteum im Mozart-Wohnhaus Theatergasse 2, 5020 Salzburg Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10.00 bis 15.00 Uhr +43 662 87 31 54 tickets@mozarteum.at www.mozarteum.at

VEREIN & IMPRESSUM VEREIN CAMERATA ACADEMICA DES MOZARTEUMS SALZBURG MEDIENINHABER

Im KunstQuartier, Bergstraße 12 5020 Salzburg, Österreich T +43 (0) 662 87 31 04 info@camerata.at, www.camerata.at FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH

Michael Sowa TEXTE UND INTERVIEWS

Rainer Lepuschitz COVER-FOTO Marco Borggreve

VORSTAND Dkfm. Bernd Gaubinger (Präsident) KR Mag. Dr. Günther Ramusch (Vizepräsident) Dr. Peter Beisteiner (Kassier) Dr. Wolfgang Berger Wolfgang Gaisböck Christian Junger GESCHÄFTSFÜHRER DI Michael Sowa, MA KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO Mag. Valentina Rhomberg Bianca Schuller, BA Mag. Cristina Rodriguez Michaela Preston (derzeit karenziert)

REDAKTIONSSCHLUSS

21.11.2018

VEREIN & IMPRESSUM — 49


Walzer, Oper und Operette MO 31.12.18 | 19.30 Uhr DI 01.01.19 | 15.30 Uhr

© Pia Clodi | CAMERATA Salzburg

Großer Saal der Stiftung Mozarteum

SILVESTER- UND NEUJAHRSKONZERT der CAMERATA Salzburg mit Starsopranistin Lenneke Ruiten 50 —


Schenken Sie

Machen Sie Ihren Liebsten eine Freude und schenken Sie Ihnen einen unvergesslichen Silvesterabend voller Emotionen und einem brillanten Klang.

Viva la diva

Lenneke Ruiten © Victor Thomas

das Geschenk der Musik!

Wolfgang Amadeus Mozart Ouvertüre zu „Die Entführung aus dem Serail“ Martern aller Arten Deutsche Tänze Nos 1, 2, 3, 6

„Viva la Diva“: Die CAMERATA lässt Lenneke Ruiten und mit ihr die bekanntesten Diven-Arien hochleben.

Jules Massenet Meditation aus „Thaïs“

Elegant, rasant und brillant führen die niederländische Diva, das Salzburger Orchester und der russische Geiger Alexander Sitkovetsky als Konzertmeister in das Neue Jahr: mit atemberaubenden Arien und Bravourstücken quer durch das Traumland von Oper und Operette, zündenden Polkas und beschwingten Walzern.

Gaetano Donizetti „Wahnsinnsszene“ aus „Lucia di Lammermoor“ Vittorio Monti Czardas Franz Lehár „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus der Operette „Giuditta“ Johann Strauss Sohn Lind-Gesänge Stürmisch in Lieb’ und Tanz. Polka schnell Tik-Tak. Polka schnell Frühlingstimmen-Walzer

PREISE € 14 | 27 | 41 | 51 | 67 | 72

TICKETS Kartenbüro Stiftung Mozarteum

CAMERATA Salzburg

+43 662 873154

Lenneke Ruiten, Sopran Alexander Sitkovetsky, Künstlerische Leitung

www.camerata.at

tickets@mozarteum.at — 51


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