SAISONKONZERT 4 FR 26.04.19 und SO 28.04.19
Matthias Goerne und Gregory Ahss —1
SAISON 2018/19 ABONNEMENT ABONNEMENT 2017/2018 2017/2018 SAISONKONZERT 4 FR 26.04.19 | 19.30 Uhr SO 28.04.19 | 11.00 Uhr5 SAISONKONZERT SAISONKONZERT 5 Großer Saal der Stiftung Mozarteum
FR 08.06.18 | 19.30 Uhr FR 08.06.18 19.30Uhr Uhr SO 10.06.18 | |11.00 SO 10.06.18 | 11.00 Uhr Mozarteum Salzburg, Großer Saal Mozarteum Salzburg, Großer Saal Einführungsvortrag:
jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Wiener Saal Einführungsvortrag: Einführungsvortrag: Jeweils 30 Minuten vor Jeweils 30 Minuten vor Saal Konzertbeginn im Wiener Konzertbeginn im Wiener Saal
Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: * Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: *
fREuNdE dER fREuNdE dER CAMERATA CAMERATA
Kultur Kultur
* Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte * Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte steuerlich absetzbar. 2 sind — VORWORT sind steuerlich absetzbar.
ÜBERSICHT
PROGRAMM
.....................................................................................
S. 4 – 5
BESETZUNG
......................................................................................
S. 6 – 7
KOMPONISTENTABELLE
.......................................................
WERKBESCHREIBUNGEN BIOGRAFIEN
S. 8 – 9
....................................................
S. 10 – 25
....................................................................................
S. 26 – 29
CAMERATA SALZBURG
..........................................................
S. 34 – 37
CAMERATA YOUNG .................................................................. S. 42 – 45 RÜCKBLICK FREUNDE
........................................................................................
S. 46 – 51
.............................................................................................
S. 52 – 53
VEREIN UND IMPRESSUM
..................................................
S. 54 – 55
—3
PROGRAMM
FRANZ SCHUBERT (1797–1828)
„DES FISCHERS LIEBESGLÜCK“ D 933 (1827) „DAS HEIMWEH“ op. 79,1 D 851 (1825) „GANYMED“ op. 19,3 D 544 (1817) „ABENDSTERN“ D 806 (1824) „PILGERWEISE“ D 789 (1824) „ALINDE“ op. 81,1 D 904 (1827) Dauer ca. 35‘ ................................................................................................................................
- PAUSE -
4 — PROGRAMMÜBERSICHT
Seite 28 – 31
PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKI (1840–1893)
SERENADE FÜR STREICHER C-DUR OP. 48 (1880/81) I Pezzo in forma di Sonatina: Andante non troppo – Allegro moderato – Andante non troppo (tempo del comincio) II Walzer: Moderato. Tempo di Valse III Élégie: Larghetto elegiaco – Poco più animato – Più mosso – Tempo I IV Finale (Tema Russo): Andante – Allegro con spirito – Molto meno mosso – Tempo I – Più mosso Spieldauer ca. 30‘ .........................................................................................................................
Seite 28 – 31
CAMERATA Salzburg ........................................................................................
Seite 40 – 47
Matthias Goerne, Bariton ............................................................................... Seite 32 – 33 Gregory Ahss, Konzertmeister und Leitung ..........................................
Seite 34 – 39
PROGRAMMÜBERSICHT — 5
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
DIE CAMERATA SALZBURG SPIELT IN FOLGENDER BESETZUNG VIOLINE 1 Gregory Ahss (Konzertmeister) Nanni Malm Stephanie Baubin Risa Schuchter Yoshiko Hagiwara György Acs VIOLINE 2 Yukiko Tezuka Silvia Schweinberger Kana Matsui Dagny Wenk-Wolff Izso Bajusz Keunah Park
6 — CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG
VIOLA Firmian Lermer Iris Juda Danka Nikolic Ágnes Répászky VIOLONCELLO Stefano Guarino Dana Micicoi Jeremy Findlay Shane Woodborne KONTRABASS Sepp Radauer Burgi Pichler
FLÖTE Christian Sprenger OBOE Andrey Godik KLARINETTE Wolfgang Klinser FAGOTT Marco Lugaresi HORN Johannes Hinterholzer
CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG — 7
RENAISSANCE 1400
BAROCK
-
1600
1600
-
1750
KLASSIK 1770
1780
1790
1800
1810
1820
1830
1840
Michail I. Glinka
Hector Berlioz
Ludwig August Lebrun Michael Haydn Leopold Mozart
Franz
* 1797 Wien
Schubert
† 1828 Wien
Wolfgang A. Mozart Joseph Haydn
Ludwig van Beethoven Wilhelm Friedemann Bach Carl Philipp Emanuel Bach
Carl Maria v. Weber
F. Mendelssohn Bartholdy
Johann Christoph Friedrich Bach
Robert Schumann Frédéric Chopin
Johann Christian Bach Christoph Willibald Gluck
R
Franz Xaver Richter Giacomo Meyerbeer E.T.A. Hoffmann Johann Strauß Vater Domenico Cimarosa Vincenzo Bellini Gaetano Donizetti Niccolo Paganini Gioachino Rossini Anton Diabelli Muzio Clementi
8 — KOMPONISTENTABELLE
KLASSIK 1750
ROMANTIK
1820
1820
-
NEUE MUSIK
1920
1920
ROMANTIK 1850
1860
1870
1880
1890
1900
1910
Sergei Prokofjew
Alexander Borodin Modest Mussorgski
Pjotr
Iljitsch
* 1840 Wotkinsk
1920
Aram Chatschaturjan Dmitri Schostakowitsch
Tschaikowski
† 1893 Sankt Petersburg
Witold Lutoslawski Sergei Rachmaninow
Alexander Skrjabin Benjamin Britten
Nikolai Rimski-Korsakow Edvard Elgar Edvard Grieg
Olivier Messiaen Gustav Holst Jean Sibelius Maurice Ravel
Jules Massenet Camille Saint-Saëns Claude Debussy
Arthur Honegg
César Franck George Bizet
Antonín Dvořák Bedřich Smetana
Carl Orff
Anton Bruckner
Karl A. Hartmann
Johannes Brahms Gustav Mahler Arnold Schönberg Anton Webern Alban Berg
Györ
Franz Liszt Richard Wagner
Paul Hindemith
Jaques Offenbach
Béla Bartók Igor Strawinski Johann Strauß Sohn Richard Strauss Giuseppe Verdi Ottorino Respighi Manuel de Falla Giacomo Puccini Isaac Albeniz
KOMPONISTENTABELLE — 9
AUSGEWÄHLTE LIEDER FRANZ SCHUBERT „Des Fischers Liebesglück“ D 933
BESETZUNG:
Entstehungszeit: 1827
1 Flöte
Text: Karl Gottfried von Leitner
1 Oboe 1 Klarinette
„Das Heimweh“ op. 79,1 D 851
1 Fagott
Entstehungszeit: 1825
1 Horn
Text: Johann Ladislaus Pyrker
Violinen I Violinen II
„Ganymed“ op. 19,3 D 544
Bratschen
Entstehungszeit: 1817
Violoncelli
Text: Johann Wolfgang von Goethe
Kontrabässe
„Abendstern“ D 806
Bariton
Entstehungszeit: 1824 Text: Johann Baptist Mayrhofer „Pilgerweise“ D 789 Entstehungszeit: 1823 Text: Franz Adolf Friedrich von Schober „Alinde“ op. 81,1 D 904 Entstehungszeit: 1827 Text: Friedrich Rochlitz
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
10 — WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DES FISCHERS LIEBESGLÜCK
LIEDER-SERENADE Orchestrierte Wanderung auf Schuberts Sehnsuchtswegen
Mit einer wunderbaren Barkarole bricht der Sänger auf zu seiner Wanderung durch die Natur, durch das Leben und zur Seele. Er begleitet den Komponisten Franz Schubert auf dessen Liederwegen, die in eine ungeahnte Ferne führen. Der Mensch in der romantischen Epoche war immer unterwegs, von seiner Sehnsucht geleitet, brach immer aus der Realität in eine andere, bess’re Welt auf, oft auf der Flucht vor einer enttäuschten Liebe, und irgendwann auf seiner einsamen Lebenswanderung zu sich selbst findend.
DES FISCHERS LIEBESGLÜCK
„Des Fischers Liebesglück“ ist ein seliger Beginn der Wanderung. Karl Gottfried von Leitners elfstrophige Dichtung führt den glücklich Liebenden gemeinsam mit seinem „Fein-Liebchen“ im Boot auf den See hinaus zu einer stillen Fahrt durch die „blassen Nachtnebel“, in denen die Erfüllung des Glücks der beiden Liebenden vor der Welt verborgen bleiben, die Küsse nämlich, die sie auf den sinkenden und schwellenden Wellen tauschen. Das ganze Lied hindurch komponierte Schubert eine sanft schaukelnde Bewegung im 6/8-Takt, mit punktierten Tonfolgen in der Singstimme und der durchgängigen Doppelfigur aus Achtel- und Viertelnote.
WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DES FISCHERS LIEBESGLÜCK — 11
Selten fand Schubert die Gelegenheit, die Erfüllung von Glück zu komponieren, aber Leitners Dichterworte ermöglichten ihm eine verklärende Musik. Nicht nur die beiden Liebenden, auch die Töne und Harmonien „schweben selig“ dahin, der dunkle See wird zum Himmel, in dem das Spiegelbild des Sternenzelts funkelt. Großteils dominiert Moll in dem Lied, hüllt die Intimität der Szene in eine vertraute Harmonie und ist ein inniger und beseelter Begleiter von Glück. Im Moment der Verklärung, dem Gefühl der Liebenden, „schon oben, schon drüben zu sein“, moduliert Schubert in diesem Schlussvers nach Dur, um dann im Nachspiel in das sanft wiegende Moll der Barkarole zurückzukehren.
Dort blinket durch Weiden und winket ein Schimmer blassstrahlig vom Zimmer der Holden mir zu. Es gaukelt wie Irrlicht und schaukelt sich leise, sein Abglanz im Kreise des schwankenden Sees. Ich schaue mit Sehnen ins Blaue der Wellen und grüße den hellen, gespiegelten Strahl. Und springe zum Ruder und schwinge den Nachen dahin auf dem flachen, kristallenen Weg.
12 — WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DES FISCHERS LIEBESGLÜCK
Fein Liebchen schleicht traulich vom Stübchen herunter und sputet sich munter zu mir in das Boot.
Nur Sterne belauschen uns ferne und baden tief unter den Pfaden des gleitenden Kahns.
Gelinde dann treiben die Winde uns wieder seeeinwärts vom Flieder des Ufers hindann.
So schweben wir selig, umgeben vom Dunkel, hoch überm Gefunkel der Sterne einher.
Die blassen Nachtnebel umfassen mit Hüllen vor Spähern den stillen, unschuldigen Scherz.
Und weinen und lächeln, und meinen, enthoben der Erde, schon oben, schon drüben zu sein.
Und tauschen wir Küsse so rauschen die Wellen im Sinken und Schwellen, den Horchern zum Trotz.
Text: Karl Gottfried von Leitner (1800–1890)
WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DES FISCHERS LIEBESGLÜCK — 13
DAS HEIMWEH Das Lied „Das Heimweh“ führt uns zum Ziel einer der wenigen wirklichen Reisen, die Schubert in seinem kurzen Leben unternahm. Im Sommer 1825 begleitete er den Hofopernsänger Johann Michael Vogl, einen der ersten bedeutenden Interpreten von Schubert-Liedern, auf dessen Reise zur Kur nach Badgastein. Dort traf Schubert einen wichtigen Unterstützer, den Geistlichen und Dichter Johann Ladislaus Pyrker. Pyrker, in Ungarn als Nachfahre eines alten Tiroler Adelsgeschlechts geboren, wirkte nach der Priesterweihe und seinen Pfarrersjahren als Abt von Lilienfeld, Bischof von Zips, Patriarch zu Venedig, Primas von Dalmatien und schließlich Erzbischof von Erlau/Eger. Der große Förderer der Künste trat auch selbst mit Dichtungen an die Öffentlichkeit, vor allem mit historischen Vers-Epen im klassizistischen Stil und vor nationalem und religiösem Hintergrund. Schubert hatte Pyrker über den Schriftsteller Matthäus von Collin kennengelernt und dem geistlichen Kunstsinnigen sein Liederheft op. 4 gewidmet, das das berühmt gewordene Lied „Wanderer“ enthält. Als sich die beiden 1825 in Gastein, wo Pyrker ein Kurhaus
für Kriegsinvaliden gegründet hatte, wieder begegneten, griff Schubert zwei Gedichte Pyrkers zur Vertonung auf: „Das Heimweh“ und „Die Allmacht“. Im „Heimweh“, Teil des Heldengedichts „Tunisias“, kommt die Sehnsucht eines in der Ferne kämpfenden Tiroler Schützen nach den heimischen Bergen zum Ausdruck. Schubert ließ sich zu einer großartigen Tondichtung inspirieren, die von der „verdunkelten“ Gegenwart des Schützen zu seiner „freudigen“ Erinnerung an die Alpen aufsteigt. Pyrkers Dichtung erzählt nicht nur vom Heimweh und von der nie versiegenden Anziehungskraft der Heimat, sondern entwirft auch ein schon in der Romantik verbreitetes und in unserer Industriegesellschaft wieder aktuelles Sehnsuchtsbild des in die Urbanität geworfenen Menschen nach der unberührten und unbeschwerten Natur. Schubert entwarf eine erste Fassung des Liedes noch im Gasteinertal, umgeben von solchen wie im Gedicht beschriebenen Felswänden, die „in erschütternder Hoheit aufgetürmt“ sind. Zu diesen Worten moduliert Schuberts Musik geradezu ekstatisch in höchste Höhen. Das Tem-
14 — WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DAS HEIMWEH
po verändert sich vom getragenen ersten Teil des Liedes in einen „geschwinden“ Mittelteil, in dem der Gebirgssohn endlich wieder die heimatlichen Berge sieht, wenn wohl auch nur in seiner Vorstellung. Da scheinen dann sogar Almenklänge mit Hirtenschalmei und Ländler-Rhythmen zu erklingen, wenn die Sennerin ein Lied singt und die Melodie in den Bergen widerhallt.
Ach, der Gebirgssohn hängt mit kindlicher Lieb an der Heimat! Wie, den Alpen geraubt, hinwelket die Blume, so welkt er, ihr entrissen, dahin. Stets sieht er die trauliche Hütte, die ihn gebar, im hellen Grün umduftender Matten, sieht das dunkele Föhrengehölz, die ragende Felswand über ihm und noch Berg auf Berg, in erschütternder Hoheit aufgetürmt und glühend im Rosenschimmer des Abends. Immer schwebt es ihm vor! Verdunkelt ist alles um ihn her. Ängstlich horcht er; ihm deucht: Er höre das Muhen der Kühe
vom nahen Gehölz und hoch von den Alpen herunter Glöcklein klingen; ihm deucht: Er höre das Rufen der Hirten oder ein Lied der Sennerin, die mit umschlagender Stimme freudig zum Widerhall aufjauchzt Melodien des Alplands; immer tönt es ihm nach. Ihn fesselt der lachenden Ebnen Anmut nicht, er fliehet der Städt’ einengende Mauern, einsam, und schaut aufweinend vom Hügel die heimischen Berge; ach, es zieht ihn dahin mit unwiderstehlicher Sehnsucht. Text: Johann Ladislaus Pyrker (1772–1847)
WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DAS HEIMWEH — 15
GANYMED Noch viel höher, weit über die Berge hinaus zu Gott, führt Schuberts Vertonung von Goethes Gedicht „Ganymed“. Was der Komponist wie eine beschauliche Pastorale beginnt, steigert er in der pantheistischen Verschmelzung des schönen Hirten mit dem geliebten
Frühling und dem „unendlich Schönen“ zu rauschhafter Erregung. Die Nachtigall stimmt in der Instrumentalbegleitung ihren verzückenden Gesang an, und auf den Schwingen der Entrückung fliegt Ganymed direkt in die Arme des „allliebenden Vaters“.
Wie im Morgenglanze du rings mich anglühst, Frühling, Geliebter! Mit tausendfacher Liebeswonne sich an mein Herz drängt deiner ewigen Wärme heilig Gefühl, unendliche Schöne!
lieblicher Morgenwind! Ruft drein die Nachtigall liebend mach mir aus dem Nebeltal.
Dass ich dich fassen möcht in diesen Arm! Ach, an deinem Busen lieg’ ich und schmachte, und deine Blumen, dein Gras drängen sich an mein Herz. Du kühlst den brennenden Durst meines Busens,
Ich komm! ich komme! Ach! wohin? wohin? Hinauf strebt’s, hinauf! Es schweben die Wolken abwärts, die Wolken neigen sich der sehnenden Liebe. Mir! Mir! In eurem Schosse aufwärts! Umfangend umfangen! Aufwärts an deinen Busen, allliebender Vater!
16 — WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - GANYMED
ABENDSTERN
Die Verlassenheit der Liebesgöttin Venus, dem „schönen Stern“, bringt Schubert mit einem Klagelied zum Ausdruck. In den Gesang und die Instrumentalbegleitung mischen sich Seufzermotive. Schwermut bremst den Fluss der Melodie. Der „Abendstern“ leuchtet nur fahl, verlassen vom „funkelnden Gewimmel“ der Sternenbrüder, wie es in Johann Mayrhofers Gedicht heißt. „Sie halten sich von der Liebe fern“, klagt Venus mit fallenden Intervallen und dissonant zur Begleitung stehenden Tönen. Sie will auch nicht den sie fliehenden, anderen Sternen folgen, sondern „trauernd still daheim“ bleiben. Bei diesen letzten Worten steigt die Gesangsstimme antriebslos sechs Töne hinunter. Venus sät nur Liebe, möchte aber deren Keimen und Wachsen nicht erleben.
Was weilst du einsam an dem Himmel, o schöner Stern? und bist so mild; warum entfernt das funkelnde Gewimmel der Brüder sich von deinem Bild? „Ich bin der Liebe treuer Stern, sie halten sich von Liebe fern.“ So solltest du zu ihnen gehen, bist du der Liebe, zaudre nicht! Wer möchte denn dir widerstehen? Du süßes eigensinnig Licht. „Ich säe, schaue keinen Keim, und bleibe trauernd still daheim.“ Text: Johann Baptist Mayrhofer (1787–1836)
s
WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - ABENDSTERN — 17
DIE PILGERWEISE „Die Pilgerweise“ ist ein Gedicht und ein Lied des Bekenntnisses. Franz von Schober, Schuberts engster und treuester Freund, hat in den Versen das Dasein des freien Künstlers geschildert, einem Wanderer ohne ständige Bleibe und Bindung, der still von Haus zu Haus geht und die anderen Menschen um „der Liebe Gaben“ bittet. Sein Dank ist „ein Lied zur Zither“, mit dem er vielleicht romantische Sehnsüchte in den anderen Menschen wecken könne. Der Sänger selbst aber ist „beseligt“ von der Entbehrung. Dieses Motiv der Entsagung treibt die beseelte Bewegung von Schuberts Komposition an, die das ganze Lied hindurch anhält, ja den einsamen Wanderer immer weiter durch die Welt führt, von Augenblick zu Augenblick. Das Lied im serenadenhaften Metrum des 6/8-Takts wird von modulationsreichen Harmonien begleitet, die den sehnsuchtsvollen und mitunter auch gequälten Melodien des Sängers stützen. Die Melodie des einsamen Pilgers, sprich: Künstlers, begleitete Schubert durch sein weiteres Leben, noch im Andantino seiner im Sterbejahr 1828 komponierten A-Dur-Klaviersonate erinnert er sich daran.
Ich bin ein Waller auf der Erde und gehe still von Haus zu Haus, o reicht mit freundlicher Gebärde der Liebe Gaben mir heraus! Mit offnen, teilnahmsvollen Blicken, mit einem warmen Händedruck könnt ihr dies arme Herz erquicken und es befrein von langem Druck. Doch rechnet nicht, dass ich euch’s lohnen, mit Gegendienst vergelten soll, ich streue nur mit Blumenkronen, mit blauen, eure Schwelle voll. Und geb ein Lied euch noch zur Zither, mit Fleiß gesungen und gespielt, das euch vielleicht nur leichter Flitter, ein leicht entbehrlich Gut euch gilt – Mir gilt es viel, ich kann’s nicht missen, und allen Pilgern ist es wert; doch freilich ihr, ihr könnt nicht wissen, was den beseligt, der entbehrt. Vom Überfluss seid ihr erfreuet und findet tausendfach Ersatz, ein Tag, dem andern angereihet, vergrößert euren Liebesschatz.
18 — WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - DIE PILGERWEISE
ALINDE Doch mir – so wie ich weiter strebe an meinem harten Wanderstabe, reißt in des Glückes Lustgewebe ein Faden nach dem andern ab. Drum kann ich nur von Gaben leben, von Augenblick zu Augenblick, o wollet vorwurfslos sie geben zu eurer Lust, zu meinem Glück. Ich bin ein Waller auf der Erde und gehe still von Haus zu Haus, o reicht mit freundlicher Gebärde der Liebe Gaben mir heraus! Text: Franz Adolf Friedrich von Schober (1796–1882)
Eine Serenade singt der Liebende an sein vermisstes Liebchen, „Alinde“. In der Klavierbegleitung imitiert Schubert die typischen unter freiem Himmel gespielten Blasinstrumente. Bei Sonnenuntergang, im Mondenschein, unterm Sternenhimmel und schließlich in schwarzer Nacht trägt der Liebende jeweils eine Strophe seines Liedes vor, fragt den Schnitter, den Fischer, den Jäger und schließlich sein eigenes Echo, ob sie nicht sein Liebchen gesehen hätten. Drei Mal erhält er eine abschlägige Antwort, doch nach des Echos leiser Antwort sieht der Liebende das Liebchen plötzlich neben sich stehen und hört sie von der Belohnung für seine Treue sprechen. Ob dies eine Wunschvorstellung des Liebenden, oder Alinde tatsächlich aus der schwarzen Nacht aufgetaucht ist, bleibt offen. Schubert steigert von Strophe zu Strophe die Intensität der Frage des Liebenden nach Alinde, bis seine Frage in der letzten Strophe in fremde Sphären aufzusteigen scheint, woher dann auch das Echo „herüberweht“. Alindens direkte Rede danach klingt wieder bodenständig. Vielleicht ist sie ja doch wirklich gekommen.
WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - ALINDE — 19
Die Sonne sinkt ins tiefe Meer,
In schwarzer Nacht steht hier der Hain,
da wollte sie kommen.
noch will sie nicht kommen,
Geruhig trabt der Schnitter einher,
von allen Lebend’gen irr ich allein
mir ist’s beklommen.
bang und beklommen.
Hast, Schnitter, mein Liebchen nicht gesehn?
Dir, Echo, darf ich mein Leid gestehn:
Alinde, Alinde!
Alinde! „Alinde“
„Zu Weib und Kindern muss ich gehn,
ließ Echo leise herüberwehn;
kann nicht nach andern Dirnen sehn;
da seh ich sie mir zur Seite stehn:
sie warten mein unter der Linde.“
„Du suchtest so treu, nun finde!“
Der Mond betritt die Himmelsbahn,
Text: Friedrich Rochlitz (1769–1842)
noch will sie nicht kommen. Dort legt der Fischer das Fahrzeug an, mir ist’s beklommen. Hast, Fischer, mein Liebchen nicht gesehn? Alinde, Alinde! „Muss suchen, wie mir die Reusen stehn, hab nimmer Zeit nach Jungfern zu gehn, schau, welch einen Fang ich finde.“ Die lichten Sterne ziehn herauf, noch will sie nicht kommen. Dort eilt der Jäger in rüstigem Lauf, mir ist’s beklommen. Hast, Jäger, mein Liebchen nicht gesehn? Alinde, Alinde! „Muss nach dem bräunlichen Rehbock gehen, hab nimmer Lust nach Mädeln zu sehn; dort schleicht er im Abendwinde.“
20 — WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT - ALINDE
SCHUBERT Schubert hat seine Lieder ausschließlich mit Klavierbegleitung komponiert (ausgenommen „Der Hirt auf dem Felsen“, wo noch eine Klarinette hinzutritt). Erst Jahre nach Schuberts Tod hat sein Zeitgenosse Héctor Berlioz erstmals ein Lied („Absence“) orchestriert und damit ein neues Genre eröffnet, das dann in den Orchesterliedern Gustav Mahlers, Hugo Wolfs, Arnold Schönbergs, Alban Bergs, Frank Schrekers, Alexander Zemlinskys und Erich Wolfgang Korngolds seine Höhepunkte erlebte. Berlioz war es aber auch, der erstmals ein Schubert-Lied, den „Erlkönig“, orchestrierte, Franz Liszt folgte mit mehreren Orchesterfassungen von Schubert-Liedern. Schon diese romantischen Komponisten haben erkannt, dass Schuberts Klavierpart nicht selten orchestrale Züge trägt, ja die instrumentale Begleitung geradezu nach den weit größeren farblichen und harmonischen Möglichkeiten des Orchesters verlangt, so wie ja auch Schuberts Klaviersonaten oft orchestralen Charakter anzeigen. Sind einige der Sonaten verschleierte Symphonien, so hatte Schuberts Beschränkung auf das Klavier in den Liedern auch aufführungsprakti-
sche Gründe, da damals in Wien kein größeres Instrumentalensemble, schon gar nicht ein Orchester im Rahmen von Liedervorträgen zur Verfügung stand. Aber Schubert hätte wohl auch das eine oder andere Mal eine orchestrale Begleitung komponiert, wären zu seiner Zeit Aufführungen mit Orchester möglich gewesen. Jedenfalls bieten sich nicht nur die Bläser-Imitationen in der Klavierstimme des „Alinde“-Liedes zur Orchestrierung an, sondern überhaupt die oft orchestrale Charakteristik des Klavierparts. Der Pianist Alexander Schmalcz, einer der renommiertesten Liedbegleiter unserer Zeit, hat im Auftrag von Matthias Goerne mehrere Schubert-Lieder orchestriert. Im profunden Wissen um die vielen das Klavier bis an die Grenzen ausschöpfenden, differenzierten Stimmungen und atmosphärischen Farben der Schubertschen Liedbegleitung hat Alexander Schmalcz feinfühlige Übertragungen des Klavierparts auf ein mit Streichern und einem Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn) besetztes Orchester geschaffen.
WERKBESCHREIBUNG - SCHUBERT — 21
SERENADE PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKI
SERENADE FÜR STREICHER C-DUR OP. 48
SPIELDAUER:
ORCHESTERBESETZUNG:
30‘
Violinen I Violinen II
SATZBEZEICHNUNGEN: I Pezzo in forma di Sonatina: Andante non troppo – Allegro moderato – Andante non troppo (tempo del comincio) II Walzer: Moderato. Tempo di Valse III Élégie: Larghetto elegiaco – Poco più animato – Più mosso – Tempo I IV Finale (Tema Russo): Andante – Allegro con spirito – Molto meno mosso – Tempo I – Più mosso
Bratschen Violoncelli Kontrabässe
ENTSTEHUNGSZEIT:
© Shutterstock | Ekaterina Kamenetsky
1880/81 URAUFFÜHRUNG: 18. Oktober 1881, Moskau, Dirigent: Eduard Franzewitsch Náprawnik CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
22 — WERKBESCHREIBUNG - TSCHAIKOWSKI
STREICHER-SERENADE Tschaikowskis romantische Rückkehr zum klassischen Ideal
Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Idol aus der musikalischen Vergangenheit war Mozart. Schon bei seinen ersten musikalischen Eindrücken, die der Knabe von einem so genannten „Orchestrion“ im elterlichen Wohnhaus bekam, einem mechanischen Schrank, der Musik wiederzugeben vermochte, hörte er auch Ausschnitte aus Mozarts „Don Giovanni“. Als Student und juristischer Beamter in St. Petersburg erlebte Tschaikowski Mozart-Aufführungen am Opernhaus. „Weder deprimiert noch erschüttert mich Mozarts Musik, aber sie bezaubert mich: Ihr zu lauschen bereitet mir ungetrübte Freude, löst ein Gefühl der Wärme in mir aus, ruft ein Empfinden hervor, als habe ich eine gute Tat vollbracht. Je länger ich lebe, je tiefer ich in Mozarts Musik eindringe, um so mehr liebe ich sie“, schrieb Tschaikowski. Mozarts Schaffen sei „der höchste Kulminationspunkt, den die Schönheit im Rei-
che der Musik je erreicht hat“. Auch in kompositorischer Hinsicht äußerte sich Tschaikowskis Bewunderung für Mozart. Seine Orchestersuite „Mozartiana“ op. 61 hat einige Mozart-Themen zur Grundlage. Die Serenade C-Dur für Streicher ist in ihrem klassizistischen Charakter eine Verbeugung vor Mozart. Keineswegs versuchte aber Tschaikowski darin, den musikalischen Stil der Klassik oder gar Mozarts zu kopieren. Er verwirklichte seine Idee von einer Serenade in seiner eigenen Sprache und Empfindung: Klassische Formensprache und romantischer Ausdruck gehen eine Symbiose ein. Tschaikowski, zum Zeitpunkt der Serenaden-Komposition Anfang der Achtzigerjahre schon ein weitgereister Mann, begibt sich mit dem Werk auf einen Streifzug durch verschiedene musikalische Welten, die ihn beeindruckten.
WERKBESCHREIBUNG - TSCHAIKOWSKI — 23
Er beginnt mit einem feierlichen Hymnus wie aus einem großen deutschen Kirchenraum, setzt im zweiten Satz seine Faszination für den österreichischen und französischen Walzer um und landet über die intime, lyrische Tonsprache der Elegie schließlich im heimatlichen Russland. Über dem ganzen Werk schwebt das faszinierende hymnische Eröffnungsthema, in dem die Streichinstrumente aus vielen Doppelgriffen dichte Akkordsäulen schaffen – man fühlt sich in die Architektur und Stimmung eines alten Sakralbaus versetzt. Der folgende Allegro-Teil führt dann in das weltliche Leben und wird von einem schönen, walzerähnlichen Thema im 6/8-Takt in Bewegung gehalten. Den ganzen Satz hindurch wird aber auch eine erwartungsvolle Spannung auf die Wiederkehr des Hymnus-Themas verbreitet, die dann zum Satzausklang tatsächlich erfolgt. Man ist wieder im Kirchenschiff angelangt. Im zweiten Satz folgt dann der tatsächliche Walzer: formvollendet, fein geschliffen, elegant, erfüllt von innerer Spannung. Die Elegie des dritten Satzes beginnt so wie der erste Satz mit einer Introduktion, aber nunmehr mit
24 — WERKBESCHREIBUNG - TSCHAIKOWSKI
einem aufsteigenden Motiv, aus dem das Gesangsthema in den ersten Violinen hervorwächst und sich dann in den Bratschen und Violoncelli zu schwärmerischer Leidenschaft aufschwingt. Die wehmütige Stimmung und der schwebende Klang in diesem Satz erinnern durchaus an langsame Symphonie- und Serenadensätze Mozarts. Die Elegie verklingt in höchsten Pianissimo-Tönen, an die das Finale anknüpft. Auch dem letzten Satz stellte Tschaikowski eine Einleitung voran. Hier ist es eine faszinierende Transformation, mit der sich langsam die vier absteigenden Töne des Eröffnungshymnus aus dem ersten Satz und in weiterer Folge ein satzbestimmendes „Tema Russo“ herausschälen, das aus den vier absteigenden Tönen des Hymnus vom Anfang des Werkes gebildet ist. In der Bewegung steigert sich das russische Thema aber zu einem Galopp. Ein gesangliches Seitenthema, von den Bratschen eingeführt, versteht sich gut mit dem „Tema russo“, das aber doch, magisch angezogen, dem hymnischen Eröffnungsthema des Werkes zustrebt. Wie erlöst tanzt es nach der Begegnung mit dem Hymnus dem Ausklang entgegen. Rainer Lepuschitz
— 25
© Pia Clodi
Der deutsche Bariton Matthias Goerne zählt zu den vielseitigsten und weltweit gefragtesten Sängern seines Stimmfachs. Er ist regelmäßig zu Gast in den international renommierten Konzertsälen und Opernhäusern sowie bei den bedeutenden Festivals und hat mit nahezu allen namhaften Dirigenten und Orchestern in Europa, Amerika und Asien zusammengearbeitet. Matthias Goerne singt an den großen Opernbühnen der Welt, darunter die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, das Royal Opera House Covent Garden, die Opéra National de Paris, das Teatro Real in Madrid, das Opernhaus Zürich, die Metropolitan Opera in New York und die Mailänder Scala. Das Spektrum seiner sorgfältig ausgewählten Opernrollen reicht von großen Partien bei Wagner und Strauss wie Wotan („Rheingold“, „Walküre“), Wolfram („Tannhäuser“), Amfortas („Parsifal“), Kurwenal („Tristan und Iseolde“), Orest („Elektra“) und Barak („Die Frau ohne Schatten“) bis zu den Titelpartien in Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“, Paul Hindemiths „Mathis der Maler“ und Alban Bergs „Wozzeck“. Als Botschafter
26 — BIOGRAFIE - MATTHIAS GOERNE
Lisa Batiashvili © Sammy Hart
MATTHIAS GOERNE
des deutschen Kunstlieds von Schubert über Brahms bis Alban Berg und Hanns Eisler hat sich Goerne international höchstes Ansehen erworben. Daneben widmet er sich auch Uraufführungen und Wiederentdeckungen bedeutender Werke der Neuen und Neuesten Musik, von Karl Amadeus Hartmann und Hans Werner Henze bis zum österreichischen Gegenwartskomponisten Thomas Larcher. Bei den Salzburger Festspielen 2019 wird er Baritonsolist in der Aufführung von Schostakowitschs 14. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Franz Welser-Möst sein und Schuberts „Winterreise“ singen, mit Markus Hinterhäuser am Klavier. Goernes erfolgreiche künstlerische Tätigkeit ist in zahlreichen CD-Aufnahmen dokumentiert, die teils mehrfach preisgekrönt wurden (u.a. Grammy Award, ECHO Klassik, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, ICMA Award 2014, Gramophone Solo Vocal Award, BBC Music Award und Diapason d’or). Nach seinen frühen, legendären Aufnahmen mit Vladimir Ashkenazy und Alfred Brendel hat Goerne eine Serie
mit ausgewählten Liedern von Franz Schubert für sein Exklusivlabel „Harmonia mundi“ eingespielt (Edition auf 12 CDs), unter anderen mit Christoph Eschenbach und Elisabeth Leonskaja am Klavier. Zuletzt erschienen Aufnahmen mit Werken von Wagner (Wotan in „Rheingold“ mit Hong Kong Philharmonic unter der Leitung von Jaap van Zweden), Mahler (Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ mit dem Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons sowie zehn frühe Lieder mit BBC Symphony unter der Leitung von Josep Pons), Schubert (Lieder mit dem Quatuor Ebène), Brahms („Vier Ernste Gesänge“ und ausgewählte Lieder mit Christoph Eschenbach) und Schumann-Lieder (mit Markus Hinterhäuser), mit Bach-Kantaten (Freiburger Barockorchester) sowie mit Szenen aus Wagner-Opern (Swedish Radio Symphony, Daniel Harding). Der gebürtige Weimarer studierte bei Hans-Joachim Beyer, Elisabeth Schwarzkopf und Dietrich Fischer-Dieskau.
BIOGRAFIE - MATTHIAS GOERNE — 27
GREGORY AHSS
Sein Debüt als Solist gab er 2004 unter Claudio Abbado und dem Orchestra Mozart Bologna, mit welchem er in weiterer Folge auch regelmäßig auftrat. Gregory Ahss‘ Aufnahme von Haydns Sinfonia Concertante mit dem Orchestra Mozart unter der Leitung von Claudio Abbado gewann eine Vielzahl an Preisen einschließlich der Auszeichnung als „bestes Konzert des Jahres 2015”.
28 — BIOGRAFIE - GREGORY AHSS
Gregory Ahss © Pia Clodi
Der israelische Violinist Gregory Ahss bekam seinen ersten Unterricht an der Gnessin School of Music in Moskau und setzte sein Studium am Israeli Conservatory of Music und an der Tel Aviv Music Academy unter Lena Mazor und Irina Svetlova fort. Er graduierte am New England Conservatory in Boston, an welchem er den Unterricht von Donald Weilerstein genoss. Noch während seiner Studienzeit gründete Ahss das Tal Piano Trio, welchem zahlreiche Preise wie etwa den ersten Preis des angesehenen Trio di Trieste chamber music competition verliehen wurden.
Als Solist arbeitete Ahss unter anderem mit Dirigenten wie Yannick Nézet-Séguin, Daniel Blendulff und Andres Orozco-Estrada, sowie dem Mahler Chamber Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und der Camerata Salzburg. Kammermusikalisch arbeitete er mit Natalia Gutman, Janine Jansen, Emmanuel Pahud, Gautier Capuçon, Nicolas Altstaedt, Alexander Melnikov und Sabine Meyer zusammen. Gemeinsam mit Pinchas Zukerman trat er auch als Violinduo auf. Gregory Ahss trat als Konzertmeister mit namhaften Ensembles wie dem Mahler Chamber Orchestra, Orchestra Mozart, Belgrade Philharmonic und dem Lucerne Festival Orchestra auf und sein Repertoire beinhaltet ein reichhaltiges Programm von Kammersymphonien bis hin zu großen symphonischen Werken. Er ist aktuell Konzertmeister der Camerata Salzburg und vom Lucerne Festival Orchestra.
BIOGRAFIE - GREGORY AHSS — 29
CAMERATA SALZBURG
MusikerInnen der CAMERATA: Seiten 30 — 6 bis 7
DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL.
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
DIE CAMERATA
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CAMERATA SALZBURG
Die CAMERATA Salzburg zählt zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Einladungen in die bedeutendsten Spielstätten von New York bis Beijing ergänzen die Konzerttätigkeit in der Salzburger Heimat. Hierzulande ist die CAMERATA eines der Stammensembles der Salzburger Festspiele und der Mozartwoche. Außerdem hat sie einen eigenen Abonnementzyklus im Großen Saal der Stiftung Mozarteum. Mit „Schubert in Gastein“ veranstaltet das Orchester seit mehreren Jahren sein eigenes KammermusikFestival in Bad Gastein. Im Zentrum des Repertoires steht neben den Werken von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert natürlich das Schaffen unseres Genius loci Wolfgang Amadeus Mozart. So ist es vor allem der typische „Salzburger Mozart-Klang“, der die CAMERATA über die Jahre hinweg zu einem Kulturbotschafter und internationalen Aushängeschild der Mozartstadt Salzburg werden ließ.
Höhepunkte der vergangenen Jahre waren Auftritte beim Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London, beim Edinburgh International Festival sowie in der Carnegie Hall in New York. Eine besondere Verbindung besteht zum Wiener Konzerthaus, zur Tonhalle Zürich, zur Alten Oper in Frankfurt, zum Kultur- und Kongresszentrum Luzern, dem Prinzregententheater München sowie zur Kölner Philharmonie und der Philharmonie de Paris. Persönlichkeiten wie Géza Anda, Sándor Végh und Sir Roger Norrington haben den CAMERATA-Klang geprägt. Bedeutende Musikerinnen und Musiker wie Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Alfred Brendel, Philippe Herreweghe, Franz Welser-Möst, Pinchas Zukerman, Anne-Sophie Mutter, Teodor Currentzis, Matthias Goerne, Fazıl Say, Renaud Capuçon, Yuja Wang und Hélène Grimaud konzertierten und konzertieren regelmäßig mit der CAMERATA.
32 — CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE
Schon bei der Gründung im Jahr 1952 durch Bernhard Paumgartner war das künstlerische Credo eines jeden einzelnen Orchestermitgliedes klar: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. Eine Maxime, die das Orchester und seine Mitglieder bis heute leben. Als ihre größten Inspiratoren und langjährigen Leiter prägten Bernhard Paumgartner und Sándor Végh den weltberühmten Klang der CAMERATA. Nach Véghs Tod beeinflusste Sir Roger Norrington als Chefdirigent das Orchester nachhaltig. Heute ist Sir Roger Conductor Laureate der CAMERATA. Seine Nachfolger als künstlerische Leiter waren Leonidas Kavakos und der französische Dirigent Louis Langrée. Seit 2016 haben die Musiker der CAMERATA die künstlerische Leitung in die eigenen Hände genommen. Geleitet von ihrem Konzertmeister Gregory Ahss als „primus inter pares“, suchen die Musiker gemeinsam nach Interpretation, Volumen, Rhythmus, Feinheiten und Klang. So bewahrt sich die CAMERATA auch im siebten Jahrzehnt ihres
Bestehens eine „Spielfreude, die ansteckend wirkt“ („Neue Zürcher Zeitung“). Regelmäßig lädt die CAMERATA auch GastdirigentInnen wie in der laufenden Saison Alondra de la Parra und Andrew Manze zur Zusammenarbeit ein. Platten- und CD-Einspielungen bei renommierten Labels wie der Deutschen Grammophon, DECCA, Sony oder Warner Classics – viele davon mit wichtigen Preisen ausgezeichnet – zeugen von der exzellenten Qualität und Musizierlust der aus mehr als 20 Nationen stammenden Musikerinnen und Musiker der CAMERATA.
CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE — 33
CAMERATA SALZBURG DIE CAMERATA
Gregory Ahss — Konzertmeister
Michaela Girardi, Violine*
Yukiko Tezuka, Violine*
György Acs, Violine
Izso Bajusz, Violine
Stephanie Baubin, Violine
Annelie Gahl, Violine
Yoshiko Hagiwara, Violine
Anna Maria Malm, Violine
Kana Matsui, Violine
Werner Neugebauer, Violine
Gabor Papp, Violine *Stimmführer
34 — — CAMERATA C A M E R A T A SALZBURG S A L Z B U R G- MITGLIEDER 80
Maria Sawerthal, Violine
Silvia Schweinberger, Violine
Dagny Wenk-Wolff, Violine
Iris Juda, Viola*
Firmian Lermer, Viola*
Danka Nikolic, Viola
Agnes Répászky, Viola
Wolfram Tröndle, Viola
Stefano Guarino, Violoncello*
Jeremy Findlay, Violoncello
Dana Micicoi, Violoncello
Shane Woodborne, Violoncello *Stimmführer
— 35 CAMERATA SALZBURG C A M E R ATA- MITGLIEDER SALZBURG — 81
CAMERATA SALZBURG DIE CAMERATA
Josef Radauer, Kontrabass*
Burgi Pichler, Kontrabass*
Christian Junger, Kontrabass
Wally Hase, Flöte*
Sonja Korak, Flöte
Matthias Bäcker, Oboe*
Laura Urbina, Oboe
Wolfgang Klinser, Klarinette*
Monika Wisthaler, Klarinette *Stimmführer
36 — — CAMERATA C A M E R A T A SALZBURG S A L Z B U R G- MITGLIEDER 82
Frank Forst, Fagott*
Marco Lugaresi, Fagott*
Christoph Hipper, Fagott
Johannes Hinterholzer, Horn*
Josef Sterlinger, Horn
Kurt Körner, Trompete*
Wolfgang Gaisböck, Trompete*
Charlie Fischer, Pauke
Rizumu Sugishita, Pauke *Stimmführer
— 83 37 CAMERATA SALZBURG C A M E R ATA- MITGLIEDER SALZBURG —
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CAMERATA YOUNG
Camerata Young vermittelt Kindern, wie wichtig klassische Musik für die Seele des Individuums ist und wie sinnstiftend diese in einer Gesellschaft wirkt. Als eines der führenden Kammerorchester der Welt sehen wir es als unsere Aufgabe, Erlebnisse zu ermöglichen, die tief berühren und nachhaltig die Werte kultureller Bildung verankern. Es liegt in unserer Hand, Kindern die Möglichkeit zu geben, in die Welt der klassischen Musik einzutauchen und ein lustvolles, fundiertes und emotional signifikantes Verständnis für Hochkultur zu entwickeln.
Die Bilder sind zum Projekt Papageno geht in die Schule , beim Anhören der Hebriden entstanden.
42 — CAMERATA YOUNG
© Emma
Diese wertvolle Investition in die Zukunft, die wir der nächsten Generation schuldig sind, zahlt sich für unsere Gesellschaft als ganze aus.
CAMERATA YOUNG — 43
© Tabea
© Erika Mayer
Nanni Malm, Initiatorin und Leiterin des Projekts „Papageno geht in die Schule“, über Sinn und Wert von Musikvermittlung für Kinder. Ist es relevant, für die Zukunft unserer Gesellschaft Kindern klassische Musik zu vermitteln? Der niederschwellig verfügbare globale Geschmackseinheitsbrei löst bei immer mehr Menschen Langeweile aus und weckt die Sehnsucht nach einmaligen Erlebnissen, die emotional mitreißen und in der Seele berühren. Gibt es etwas Schöneres, als sich den Ideen, Gedanken, Stimmungen und Gefühlen, die in diesem Moment auf der Bühne entstehen, auszuliefern? Die ein Erlebnis ermöglichen, dessen Ausgang unkalkulierbar ist und voller Überraschungen sein kann? Klassische Konzerte erschaffen einzigartige Momente. Sie sind live und analog und echt. Genau diese Möglichkeit, dem überschlagenden Strom des Alltags zu entfliehen und sich selbst begegnen zu können, indem man in die Welt klanglicher Emotion eindringt, möchten wir den Kindern vermitteln.
44 — CAMERATA YOUNG
Kinder langweilen sich oft beim Hören klassischer Musik. Warum? Klassische Musik kann unglaublich langweilig sein - wenn sie langweilig gespielt wird. Genau deshalb brauchen Kinder nicht musikalische Babynahrung, sondern substanzielle und raffinierte Kost höchsten Niveaus, um einen differenzierten Geschmack entwickeln zu können. Wie lässt sich Musik integrativ vermitteln? Die Module, die ich für die Kinder der integrativen Volksschule der Diakonie entwickelt habe, sind näher am wahren Kern der menschlichen Kunstform Musik, als dies das reine Reden über Musik sein kann. Wir singen, tanzen, spielen, komponieren, lauschen und fühlen mit den Kindern tief in die Musik hinein. So werden Harmonie, Rhythmus und Klang zur universellen Sprache, die alle Kinder individuell und direkt in ihrer Menschlichkeit anspricht. Begriffe wie Integration oder Inklusion werden dadurch überflüssig.
SETZEN SIE EIN ZEICHEN FÜR KULTURELLE BILDUNG CAMERATA YOUNG – FÖRDERER ab € 50,- p.a.
CAMERATA YOUNG – PATENSCHAFT ab € 500,- p.a.
CAMERATA YOUNG – CORPORATE PARTNERSHIP ab € 1.000,- p.a.*
© Erika Mayer
CAMERATA YOUNG – HAUPTSPONSOR € 10.000,- p.a.* (Ihre großzügigen Spenden sind natürlich steuerlich absetzbar.) * Bitte beachten Sie, dass sowohl CAMERATA YOUNG – CORPORATE PARTNERSHIP als auch CAMERATA YOUNG – HAUPTSPONSOR nur limitiert bzw. nur einmalig zur Verfügung stehen. Salzburger Landes-Hypothekenbank IBAN AT29 5500 0101 0000 0055 BIC SLHYAT2S I ZVR-Nr. 339311257
CAMERATA YOUNG — 45
RÜCKBLICK: SAISONKONZERT 3 & TOUR LISA BATIASHVILI & FRANÇOIS LELEUX
Wer François Leleux und Lisa Batiashvili mit der Camerata Salzburg im Herkulessaal hört, könnte meinen, das Ehepaar Batiashvili/Leleux hat eingeladen, um mit Freunden seine musikalischen Preziosen zu präsentieren. Paul Schaufele in der Süddeutschen Zeitung
46 — RÜCKBLICK - SAISONKONEZRT 3
„Das wird ein wunderbares Konzert“, meinte Cellist Shane Woodborne, der sich zehn Minuten vor dem Beginn noch einen Kaffee im Buffet gönnte. Er hatte wahrlich nicht zuviel versprochen. Roland Ruess in der Kronenzeitung
Lisa Batiashvili und François Leleux geben mit der Camerata ein umjubeltes Meisterkonzert in Wiesbaden. Weisbadener Kurier
Zum leisen Zupfen der Kontrabässe setzt die Solovioline „xx“ elegische Lichter in schillernden Kantilenen. Mächtig und geheimnisvoll die pochende Pauke. Marimba und Klavier lassen zarte Klangtropfen fallen. Ljubiša Tošić auf in „Der Standard“ Elisabeth Aumiller DrehpunktKultur
RÜCKBLICK - SAISONKONZERT 3 — 47
RÜCKBLICK: ROTTERDAM & COESFELD LUCAS UND ARTHUR JUSSEN
„Die Camerata Salzburg weist eine spieltechnische Präzession auf, die allen Vergleichen standhält und so in kollegialem Zusammenwirken ein Optimum des Ausdrucks erreicht.“ Ulrich Wesseler in der Allgemeinen Zeitung Coesfeld
48 — RÜCKBLICK - ROTTERDAM & COESFELD
„xx“
Ljubiša Tošić in „Der Standard“
RÜCKBLICK - ROTTERDAM & COESFELD — 49
RÜCKBLICK: LEOPOLD MOZART FESTKON
Andreas Spering © Christian Palm
ANDREAS SPERING, JOHANNES HINTERHOLZER, PREMYSL VOJTA, KUR
Im Gedenken an Leopold Mozart gab die CAMERATA ein würdiges virtuoses Festkonzert. Horst Reischenböck auf Drehpunkt Kutlur
50 — RÜCKBLICK - LEOPOLD MOZART FESTKONZERT
NZERT
RT KÖRNER, DUSAN KRANJC
„Dem Anlass würdig war auch die Leistung der Camerata, die diese nicht alltägliche Musik unter der Leitung von Andreas Spering rhythmisch prägnant und dynamisch differenziert musizierte. Es wurde vor allem augenscheinlich welch hervorragende Solisten in der Camerata musizieren.“ Florian Oberhummer in den Salzburger Nachrichten
RÜCKBLICK - LEOPOLD MOZART FESTKONZERT — 51
DIE CAMERATA BRAUCHT FREUNDE UND FÜRSPRECHER UND MITKÄMPFER, DIE UNSERE IDEALE, UNSEREN ENTHUSIASMUS UND UNSERE PASSION FÜR MUSIK UND KULTUR TEILEN.
52 —
WERDEN SIE FREUND, FÖRDERER, MÄZEN UND DAMIT EIN TEIL DER CAMERATA. ERLEBEN SIE DIE CAMERATA HAUTNAH, WIE DIES NUR DIE FREUNDE DER CAMERATA SALZBURG KÖNNEN.
FREUND AB € 80 (€ 30 FÜR UNTER 30-JAHRIGE) | FÖRDERER AB € 150 | MÄZEN AB € 500
FREUNDE DER CAMERATA — 53
© Pia Clodi
54 — CAMERATA SALZBURG
KARTENBESTELLUNG Kartenbüro der Stiftung Mozarteum im Mozart-Wohnhaus Theatergasse 2, 5020 Salzburg Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10.00 bis 15.00 Uhr +43 662 87 31 54 tickets@mozarteum.at www.mozarteum.at
VEREIN & IMPRESSUM VEREIN CAMERATA ACADEMICA DES MOZARTEUMS SALZBURG MEDIENINHABER
Im KunstQuartier, Bergstraße 12 5020 Salzburg, Österreich T +43 (0) 662 87 31 04 info@camerata.at, www.camerata.at FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH
Michael Sowa TEXTE Rainer Lepuschitz COVER-FOTO Marco Borggreve
VORSTAND Dkfm. Bernd Gaubinger (Präsident) KR Mag. Dr. Günther Ramusch (Vizepräsident) Dr. Peter Beisteiner (Kassier) Dr. Wolfgang Berger Wolfgang Gaisböck Christian Junger GESCHÄFTSFÜHRER DI Michael Sowa, MA KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO Bianca Schuller, BA Mag. Valentina Rhomberg Mag. Cristina Rodriguez
REDAKTIONSSCHLUSS 15.04.2019
PRAKTIKANT Moritz Wizany VEREIN & IMPRESSUM — 55
DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL. DIE CAMERATA
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