SAISONKONZERT 5 FR 24.05.19 und SO 26.05.19
Joshua Bell und Andrew Manze —1
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SIR ROGER NORRINGTON ARABELLA BERNARDA FINK RENAUD CAPUÇON KIRILL GERSTEIN DOROTHEE OBERLINGER
| SUSAN GRITTON STEINBACHER | GREGORY AHSS | GREGORY AHSS | LIONEL BRINGUIER | ALEXANDER SITKOVETSKY
CAMERATA SALZBURG
EINZELKARTEN & ABOS +43 662 873154 tickets@mozarteum.at 2—
SAISON 2019/20 Liebes Konzertpublikum, liebe Freunde der Camerata Salzburg, wir blicken auf eine erfolgreiche Konzertsaison zurück. Ausverkaufte Säle und ein begeistertes Publikum haben uns auf unseren zahlreichen Reisen begleitet. Auch die Saison 2019/20 führt uns wieder auf die großen Konzertpodien der Welt. Bei aller internationaler Konzerttätigkeit möchten wir aber auch in Salzburg tiefere Wurzeln zu schlagen. So ist es für unseren eigenen Konzertzyklus gelungen, ein ansprechendes, gleichzeitig aber auch anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen. Mit Sir Roger Norrington, Susan Gritton, Arabella Steinbacher, Bernada Fink, Renaud Capuçon, Kirill Gerstein und Lionel Bringuier gibt sich auch wieder in der kommenden Saison das ‚Who is Who‘ der klassischen Musikwelt im Großen Saal der Stiftung Mozarteum die Klinke in die Hand. Das Silvester- und Neujahrskonzert steht unter dem Motto „Guter Vorsätze“. Hier begrüßen wir als Solistin die Blockflöten-Virtuosin Dorothee Oberlinger. Dank unseres Frühbucherbonus haben Sie die Möglichkeit bis Ende Oktober Tickets für das Silvester- und Neujahrskonzert um bis zu 20 % ermäßigt zu erwerben. Menschen bis zum vollendeten 30. Lebensjahr bieten wir Karten zum Preis von € 12,für alle eigenveranstaltete Konzerte an. Im Namen aller Musikerinnen und Musiker möchte ich mich ganz herzlich für Ihre Begeisterung für die Camerata Salzburg und Ihre oft schon jahrzehntelange Treue bedanken. Wir freuen uns auch weiterhin darauf, einmalige Konzertmomente mit Ihnen, Ihren Freunden, Kindern und Enkelkindern zu teilen und wünschen Ihnen eine unvergessliche Konzertsaison. Michael Sowa Geschäftsführer —3
SAISON 2018/19 ABONNEMENT 2017/2018 ABONNEMENT 2017/2018 SAISONKONZERT 5 FR 24.05.19 | 19.30 Uhr SO 26.05.19 | 11.00 Uhr SAISONKONZERT 5 Großer Saal |der Stiftung FR 08.06.18 19.30 Uhr Mozarteum
SAISONKONZERT 5
SO 10.06.18 | 11.00 Uhr FR 08.06.18 | 19.30 Uhr Mozarteum Salzburg, Großer Saal SO 10.06.18 | 11.00 Uhr Mozarteum Salzburg, Großer Saal Einführungsvortrag:
jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Wiener Saal
Einführungsvortrag: Jeweils 30 Minuten vor Einführungsvortrag: Konzertbeginn im Wiener Saal Jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Wiener Saal
Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: * Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: *
fREuNdE dER CAMERATA fREuNdE dER CAMERATA Kultur Kultur
* Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte steuerlich absetzbar. 4sind — VORWORT * Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte sind steuerlich absetzbar.
ÜBERSICHT
PROGRAMM
.....................................................................................
S. 6 – 7
BESETZUNG
......................................................................................
S. 8 – 9
KOMPONISTENTABELLE
.......................................................
WERKBESCHREIBUNGEN BIOGRAFIEN
....................................................
S. 12 – 23
....................................................................................
S. 24 – 27
CAMERATA SALZBURG RÜCKBLICK
S. 10 – 11
..........................................................
S. 30 – 35
........................................................................................
S. 40 – 43
CAMERATA YOUNG
..................................................................
S. 44 – 47
—5
PROGRAMM
JEAN SIBELIUS (1865–1957)
RAKASTAVA. SUITE FÜR STREICHER, PAUKEN UND TRIANGEL OP. 14 (1911/12) Der Liebende: Andante con moto Der Weg der Geliebten: Allegretto Guten Abend – Lebe wohl: Andantino (alla breve) – Doppio lento – Vivace – Allargando – Lento assai ANTONÍN DVOŘÁK (1841–1904)
KONZERT FÜR VIOLINE UND ORCHESTER A-MOLL OP. 53 (1879–80; 1882) Allegro ma non troppo – Poco meno mosso – Quasi moderato – Adagio ma non troppo – Poco più mosso – Un tranquillo, quasi Tempo I Allegro giocoso, ma non troppo – L’istesso tempo – Tempo I – L’istesso tempo – Tempo I
– Pause –
6 — PROGRAMMÜBERSICHT
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827)
SYMPHONIE NR. 2 D-DUR OP. 36 (1802) Adagio molto – Allegro con brio Larghetto Scherzo. Allegro – Trio Allegro molto
CAMERATA Salzburg ........................................................................................
Seite 32 – 35
Joshua Bell, Violine ........................................................................................... Seite 24 – 25 Andrew Manze, Dirigent ................................................................................
Seite 26 – 27
PROGRAMMÜBERSICHT — 7
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
DIE CAMERATA SALZBURG SPIELT IN FOLGENDER BESETZUNG VIOLINE 1 Gregory Ahss (Konzertmeister) Silvia Schweinberger Stephanie Baubin Keunah Park Izso Bajusz Yoshiko Hagiwara Risa Schuchter VIOLINE 2 Michaela Girardi Yukiko Tezuka Kio Seiler Dagny Wenk-Wolff György Acs Sofia Roldan-Cativa
8 — CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG
VIOLA Iris Elisabeth Juda Firmian Lermer Ágnes Répászky Danka Nikolic Wolfram Tröndle VIOLONCELLO Paolo Bonomini Dana Micicoi Jeremy Findlay Shane Woodborne KONTRABASS Sepp Radauer Notburga Pichler Christian Junger
FLÖTE Jessica Dalsant Sonja Korak OBOE Matthias Bäcker Laura Urbina Staufer KLARINETTE Wolfgang Klinser Monika Wisthaler
HORN Johannes Hinterholzer Josef Sterlinger Svenja Hartwig Michael Reifer TROMPETEN Kurt Körner Wolfgang Gaisböck PAUKEN & TRIANGEL Rizumu Sugishita
FAGOTT Marco Lugaresi Christoph August Hipper
CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG — 9
RENAISSANCE 1400
BAROCK
-
1600
1600
-
1750
KLASSIK 1770
1780
1790
1800
1820 1820
1810
1830 1830 1840
1850 1840
Michail I. Glinka
Ludwig August Lebrun Michael Haydn Joseph Haydn Wolfgang A. Mozart
Ludwig
*1770 Bonn
van
Hector Berlioz
Beethoven
†1827 Wien
Franz Schubert Wilhelm Friedemann Bach Carl Philipp Emanuel Bach
Carl Maria v. Weber
F. Mendelssohn Bartholdy
Johann Christoph Friedrich Bach
Robert Schumann Frédéric Chopin
Johann Christian Bach Christoph Willibald Gluck
Ric
Franz Xaver Richter Giacomo Meyerbeer E.T.A. Hoffmann Johann Strauß Vater Domenico Cimarosa Vincenzo Bellini Gaetano Donizetti Niccolo Paganini Gioachino Rossini Anton Diabelli Muzio Clementi
10 — KOMPONISTENTABELLE
KLASSIK 1750
ROMANTIK
1820
1820
-
NEUE MUSIK
1920
1920
ROMANTIK 1860 1850 18 70
18601880
1890 1870
1880
1890
1900
1910
1920
Alexander Borodin
Sergei Prokofjew
Modest Mussorgski
Aram Chatschaturjan
Peter I. Tschaikowski
Dmitri Schostakowitsch
Nikolai Rimski-Korsakow Sergei Rachmaninow Alexander Skrjabin Edvard Elgar Edvard Grieg
Olivier Messiaen Gustav Holst
Jean
*1865 Hämeenlinna
Sibelius
†1957 Järvenpää
Benjamin Britten
Jules Massenet Camille Saint-Saëns Claude Debussy George Bizet
Arthur Honegger
César Franck
Darius Milhaud
Antonín
*1841 Nelahozeves
Dvořák
Maurice Ravel
†1904 Prag
Bedřich Smetana
Carl Orff
Anton Bruckner
Karl A. Hartmann
Johannes Brahms Gustav Mahler Arnold Schönberg Anton Webern Alban Berg
Franz Liszt chard Wagner
Paul Hindemith
Jaques Offenbach
Béla Bartók Igor Strawinski Johann Strauß Sohn Richard Strauss Giuseppe Verdi Giacomo Puccini Isaac Albeniz Manuel de Falla Ottorino Respighi
KOMPONISTENTABELLE — 11
DER LIEBENDE JEAN SIBELIUS „RAKASTAVA“ SUITE FÜR STREICHER, PAUKEN UND TRIANGEL OP. 14 (1911/12) SÄTZE : Der Liebende: Andante con moto Der Weg der Geliebten: Allegretto Guten Abend – Lebe wohl: Andantino (alla breve) – Doppio lento – Vivace – Allargando – Lento assai
BESETZUNG Pauken Triangel Violinen I Violinen II Bratschen Violoncelli Kontrabässe
SPIELDAUER: ca. 11’
Komponiert auf der Basis einer gleichnamigen, viersätzigen Chorkomposition aus dem Jahre 1894 über Texte aus der finnischen Volkspoesiesammlung „Kanteletar“.
© Shutterstock | Sarah Marchant
ENTSTEHUNGSZEIT: 1911/12 URAUFFÜHRUNG: 29. März 1912 in Helsinki vom Orchester der Philharmonischen Gesellschaft zu Helsinki unter der Leitung des Komponisten
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 8 – 9
12 — WERKBESCHREIBUNG - SIBELIUS
DAS GEHEIMNIS DES LIEBENDEN SÄNGERS Ätherische Streichermusik mit erdiger Begleitung: Sibelius’ „Rakastava“
Der 1865 in Hämeenlinna geborene Jean Sibelius wuchs zunächst schwedisch-sprachig auf. Der musikalisch Frühbegabte spielte die Violine bald so gut, dass er im familiären Hausmusikensemble Werke der Wiener Klassiker und Franz Schuberts, dessen Klaviertrios gerne auf den Notenpulten lagen, spielen konnte. Seine Mutter schickte Johan Julius (so der Taufname, Jean ist ein später gewählter Künstlername nach einem zur See fahrenden Onkel des Komponisten) auf die erste finnische Grammatikschule, was für seinen weiteren Werdegang von größter Bedeutung sein sollte. Die Beherrschung der finnischen Sprache eröffnete Sibelius die Welt der finnischen Mythologie, die in einer von Elias Lönnot 1835 herausgegebenen Sammlung von so genannten Runo-Gesängen in 23.000 Versen unter dem Titel „Kalevala“ festgeschrieben worden war. „Ich finde das ,Kalevala’ durch und durch modern. Meiner Meinung nach ist es reine Mu-
sik, ein Thema mit Variationen“, schrieb Sibelius 1890 in einem Brief aus Wien, wo er zu einem einjährigen Studienaufenthalt weilte, an seine Verlobte und spätere Frau Aino Järnefeldt. Die intensive Beschäftigung mit der Dichtung des „Kalevala“ während seines Aufenthaltes in Österreich, wo ihn die Bäume des Wienerwaldes an die finnische Heimat erinnerten, führte zur Komposition der „Kullervo“-Symphonie über einen der Kalevala-Helden. Nach der Uraufführung von „Kullervo“ in Helsinki wurde Sibelius spontan als bedeutendster Komponist seines Landes gefeiert, der dem unter russischer Herrschaft lebenden finnischen Volk eine eigene musikalische Sprache und Identität gab. Dabei hat Sibelius keine originalen volksmusikalischen Themen eingeführt, vielmehr den Runengesang karelischer Volkssänger studiert und einige Charakteristika davon auf die Melodien und die Metrik seiner Musik übertragen.
WERKBESCHREIBUNG - SIBELIUS — 13
„Rakastava“ vermittelt einen guten Eindruck von der melodischen Begabung Sibelius’. Die Musik stammt aus der frühen Schaffenszeit. 1894 schickte Sibelius für den Kompositionswettbewerb des Studentenchores Ylioppilaskunnan Laulajat ein dreiteiliges Chorwerk mit Tenorsolo ein. Den Text von „Rakastava“ (zu Deutsch: „Der Liebende“) bezog Sibelius aus der auf Elias Lönnots Aktivitäten zurückgehenden Volksliedersammlung „Kanteletar“. Der teilweise komplizierte Chorsatz irritierte die Jury und sie verlieh dem zweifellos stärksten Werk des Wettbewerbs nur den zweiten Preis. Auf die Aufführung von „Rakastava“ im Frühlingskonzert des Chores reagierte die Musikkritik allerdings sehr positiv und anerkannte die Originalität der Komposition. Auch Sibelius war von der Qualität des Frühwerkes offensichtlich überzeugt und fand die Musik noch 17 Jahre später substanzvoll genug, um während eines Aufenthaltes in Paris eine Instrumentalfassung für Streichorchester, Pauken und Triangel anzufertigen, die im heutigen Konzert zu hören ist. Zum einen sind alle drei Teile des Werkes von schönen lyrischen Melodien und eingängigen volksmusikalischen Weisen durchzogen, zum anderen aber zwischendurch andere typische Merkmale der Tonsprache von Sibelius in
14 — WERKBESCHREIBUNG - SIBELIUS
dieser kleinen Komposition auszumachen: Harmonische Felder ohne konkrete Themen, lang gezogene Phasen von Streicher-Tremolos und schattenhafte Klangwirkungen. Der erste Satz lebt von den Kontrasten zwischen einfacher Melodik und harmonischen Stimmungsbildern. Im zweiten Satz, „Der Weg der Geliebten“, erklingt über Pizzikatos, die den Eindruck einer Gitarren- oder Lautenbegleitung vermitteln, eine volksliedhafte Melodie, die von starken rhythmischen Akzenten durchpulst ist. Das Tenorsolo eines Abendliedes in der Chorfassung übernimmt im dritten Satz der Instrumentalfassung die Solovioline. Aus den folgenden Akkord- und Harmoniefeldern wächst ein kurzer Volkstanz hervor. Dann schwenkt die Musik in eine schwermütigere Melodik um, die von leisen Paukenwirbeln unterlegt ist. Elegisch verabschiedet sich Rakastava. Ein ätherischer harmonischer Zauber liegt über der Musik, die gleichzeitig auch von erdigen Tonfeldern in der Begleitung und in den Bassstimmen durchzogen ist. Diese Dualität verleiht der Musik etwas Unbestimmbares und Mystisches. Der Liebende trägt ein Geheimnis in sich.
© Shutterstock | blueQmedia
WERKBESCHREIBUNG - SIBELIUS — 15
VIOLINKONZERT ANTONÍN DVOŘÁK KONZERT FÜR VIOLINE UND ORCHESTER A-MOLL OP. 53
SÄTZE:
BESETZUNG:
Allegro ma non troppo – Poco meno mosso
Solo-Violine
– Quasi moderato – Adagio ma non troppo – Poco più mosso – Un tranquillo, quasi Tempo I Allegro giocoso, ma non troppo – L’istesso tempo – Tempo I – L’istesso tempo – Tempo I
2 Flöten 2 Oboen 2 Klarinetten 2 Fagotte 4 Hörner 2 Trompeten
SPIELDAUER: ca. 30’
Pauken Violinen I
ENTSTEHUNGSZEIT: 1879–80; 1882
Violinen II
© Shutterstock | Alexander Rosslin
Bratschen URAUFFÜHRUNG:
Violoncelli
14. Oktober 1883, Prag, Solist: František
Kontrabässe
Ondříček, Dirigent: M. Auer
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 8 – 9
16 — WERKBESCHREIBUNG - DVOŘÁK
SINGENDE LERCHE ÜBER DUFTENDEN HEIMATFLUREN Heroisch und kantilenenreich: Dvořáks Violinkonzert
Antonín Dvořák erhielt am 27. Jänner 1879 eine briefliche Anfrage von dem renommierten Verleger Friedrich Simrock: „Wollen Sie mir ein Violinkonzert schreiben? Recht originell, kantilenenreich und für gute Geiger? Bitte ein Wort!“ Dvořák schrieb. Im Sommer desselben Jahres. In den Tagen um seinen 38. Geburtstag am 8. September war das Violinkonzert fertig komponiert. Im November schickte er es per Post an den renommierten Geiger und Direktor der Königlich Akademischen Hochschule für ausübende Tonkunst in Berlin, Joseph Joachim. Der war schon der Ratgeber für Max Bruch und Johannes Brahms bei deren Violinkonzerten g-Moll und D-Dur. Beide Werke hatte ebenfalls Simrock verlegt.
Dem aus Kittsee stammenden Joseph Joachim, der als junger Geiger 1844 Weltberühmtheit mit der Londoner Erstaufführung von Beethovens Violinkonzert erlangt hatte, entsprach Dvořáks Werk wohl nicht dem Maßstab, den er an eine Konzertkomposition anlegte. Joachim nahm zwar die Widmung des Werkes an, machte aber bei einem Treffen mit Dvořák im April 1880 einige Änderungsvorschläge. Dvořák schrieb daraufhin eine Neufassung des Werkes, denn im Mai 1880 informierte er Simrock, er habe „das ganze Konzert umgearbeitet, nicht einen einzigen Takt [ ... ] behalten“ (von der ursprünglichen Fassung sind nur wenige Skizzen erhalten geblieben). Nachdem Dvořák die neue Fassung an Joachim geschickt hatte, verging eine lange Zeit, bis sich der Geiger im Som-
WERKBESCHREIBUNG - DVOŘÁK — 17
mer 1882 wieder beim Komponisten meldete: „Wenn ich das in aller Aufrichtigkeit sage, verehrter Herr Dvořák, so darf ich – ohne Gefahr, von Ihnen missverstanden zu werden – gestehen, dass ich das Violinkonzert in seiner jetzigen Gestalt noch nicht reif für die Öffentlichkeit halte.“ Diesmal nahm Joachim gleich selber Änderungen der Instrumentierung und Retuschen vor. Vor allem schien ihm das Orchester in den Rahmensätzen gegenüber der Solovioline zu stark präsent. Im November 1882 spielte Joachim das überarbeitete Konzert in einer internen Aufführung mit dem Orchester der Berliner Musikhochschule. Nunmehr schaltete sich noch der Lektor von Simrock, Robert Keller, ein und kritisierte, der erste Satz sei nicht vollständig und müsse um etwa ein Drittel verlängert werden. Damit sprach Keller eine ungewöhnliche formale Anlage des Satzes an, dessen Reprise Dvořák mit einer Entschleunigung verkürzte. Robert Keller wollte eine formgemäße Reprise und übersah, dass Dvořák eine wichtige Maßnahme für die Balance des ganzen Werkes gesetzt hatte. Eine vollständige Reprise in dem wuchtigen Satz hätte das übrige Werk erdrückt. So aber fließt der lyrische Mittelsatz auf
18 — WERKBESCHREIBUNG - DVOŘÁK
wunderbare Weise aus dem allmählich beruhigten Kopfsatz heraus. Dvořák reichten nun die Eingriffe und Einmischungen von außen in sein Konzert. Keller „sei diesmal zu weit gegangen“, teilte er Simrock mit, dass er den ersten Satz nicht verlängern werde. Inzwischen hatte Dvořák auch die Meinung eines weiteren bedeutenden Geigers, Pablo Sarasate, eingeholt, der dem Komponisten bestätigte, „dass die ersten zwei Sätze so bleiben können, wenn nicht müssen.“ Nach weiteren kleinen Änderungen im Finale konnte das Werk Ende 1882 schließlich in Druck gehen. Bei der Uraufführung errang der junge, damals 26-jährige tschechische Geiger František Ondříček am 14. Oktober 1883 in Prag einen großen Erfolg mit dem Werk. Widmungsträger Joseph Joachim hat das Konzert nie öffentlich gespielt. Den grandiosen, symphonisch zupackenden und instrumentierten Kopfsatz eröffnet ein heroisches, vom ganzen Orchester vehement in die Welt gesetztes Motiv, das sich mit einer kantablen Fortsetzung in der Solovioline zum dann doch melodisch dominierten Hauptthema weitet. Die Violine bringt das Orchester zwischendurch zu einer ruhigeren Ausdrucksweise, setzt dafür ihrerseits mit virtuosen Akkordpassagen
Im Finale bricht dann der „slawische Tonfall“ vollends durch. Ein brillanter Furiant – ein Volkstanz, in dem Zweiterund Dreiermetrum wechseln – dominiert das temperament- und effektvolle Rondo. In der schwungvollen melodischen und rhythmischen Führung der Solovioline merkt man, dass Dvořák selber als Streicher auf tschechischem Boden aufgewachsen ist. Ein weiterer slawischer Tanz, eine schwermütige Dumka, kontrastiert den fröhlichen Furiant, nimmt aber am Ende selbst auch hellere Züge an.
© Shutterstock | Nina Duran
Akzente. In einem weiteren Thema fließt unverkennbar böhmisches Blut. Dem Wunsch seines Verlegers, „kantilenenreich“ zu komponieren, kam Dvořák im Mittelsatz mit einer in weiten Bögen gespannten Melodik nach. Für den sehnsuchtsvollen Violingesang in diesem vollendet schönen lyrischen Satz fand der Dvořák-Biograph Otakar Šourek einen passenden Vergleich: „Als sänge eine Lerche über duftenden Heimatfluren.“
WERKBESCHREIBUNG - DVOŘÁK — 19
ZWEITE SYMPHONIE LUDWIG VAN BEETHOVEN
SYMPHONIE NR. 2 D-DUR OP. 36
SÄTZE:
BESETZUNG:
Adagio molto – Allegro con brio
2 Flöten
Larghetto
2 Oboen
Scherzo. Allegro – Trio
2 Klarinetten
Allegro molto
2 Fagotte 2 Hörner
SPIELDAUER: ca. 35’
2 Trompeten Pauken
ENTSTEHUNGSZEIT: 1801/02
Violinen I Violinen II
URAUFFÜHRUNG:
Bratschen
5. April 1803, Wien, Theater an der Wien, im
Violoncelli
Rahmen von Beethovens Akademiekonzert
Kontrabässe
© Shutterstock | Todamo
unter der Leitung des Komponisten
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 8 – 9
20 — WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN
MELODIENREICHER AUFBRUCH IN EINE NEUE WELT Ein Fest des Lebens mit manchen dunklen Untertönen: Beethovens zweite Symphonie
Ludwig van Beethoven überschritt mit seiner zweiten Symphonie Grenzen. Eine persönlich für ihn furchtbare Grenze von der Wahrnehmung der Außenwelt in die innere Isolation: Als Beethoven die Symphonie im Frühjahr 1802 fertig komponierte, war seine Erkrankung der Taubheit dramatisch fortgeschritten. „Meine Ohren, sie sausen und brausen Tag und Nacht fort. Ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu, seit zwei Jahren fast meide ich alle Gesellschaften, weil’s mir nicht möglich ist, den Leuten zu sagen: Ich bin taub.“ So schrieb der Komponist verzweifelt im Juni 1801 in einem Brief an seinen Jugendfreund Gerhard Wegeler. Der Musiker lebte akustisch mehr und mehr mit der Musik, die in ihm selber war und die er innerlich hörte. Eindrücke der Umwelt und Alltäglichkeiten, auch musikalischer Natur, drangen kaum und irgendwann gar nicht mehr in sein Be-
wusstsein. Die zweite Symphonie, entstanden in der Zeit des „Heiligenstädter Testaments“, spiegelt die Verzweiflung aber nur in einigen Momenten. Insgesamt befindet sie sich in Aufbruchsstimmung, neugierig, was denn da noch kommt im Leben und auf der Welt. Mit einem Melodienreichtum wie in keiner anderen seiner Symphonien. Die Symphonie als Fest des Lebens, das auch manch dunkle Untertöne hat. Die langsame Einleitung im Kopfsatz wurde oft mit den Introduktionen von Haydns „Londoner Symphonien“ verglichen und die ganze Symphonie rückblickend damit automatisch als Fortsetzung der Haydn-Mozart-Klassik eingestuft. Doch wenn aus Beethovens Musik auch noch die Tradition klingt, die er in Wien erlebte, so ging er ebenso darüber hinaus – bereits in dieser Einleitung, die in Motiven mündet, die das
WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN — 21
Hergebrachte aufbrechen. Das ganze Orchester stampft plötzlich einen punktierten Moll-Dreiklang abwärts. Lässt sich da das folgende Allegro con brio noch uneingeschränkt fröhlich hören? Liegt nicht auch eine Getriebenheit dahinter? Flieht der Satz nicht vor den mächtigen punktierten Noten der Einleitung? Ich will woanders hin, scheint Beethoven bedeuten zu wollen. Und er marschiert neugierig, kräftig und mutig dahin. In der Koda erkämpft er geradezu den Durchbruch ins Licht, das schließlich in aufsteigenden Tönen der Blechbläser strahlt. Im langsamen Satz, der erfüllt ist von einer dieser wunderbar strömenden Melodien Beethovens, kommt es zu kurzen Situationen der Traurigkeit und Einsamkeit. In einem kleinen Ausbruch bekommt der Satz einen tragischen Charakter. Diese Passage wirft schon einen Schatten auf die Trauermarsch-Steigerung der folgenden Symphonie, der „Eroica“, voraus. Aber immer wieder verströmt die Melodik dieses „singenden“ Larghettos Trost und inniges Glück. Im Scherzo wirken musikalische Figuren der Vergangenheit zum Teil schon pittoresk, indem sie von ihrem angestammten – metrischen – Platz verrückt
22 — WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN
werden. Im Trio-Mittelteil stimmen die Bläser eine freudige Weise an, in der schon manche Götterfunken aufleuchten. Eine kompositorische Grenze überschritt Beethoven mit dem Finale dieser Symphonie. Mit dem von energischen Drehimpulsen gekennzeichneten, respektlosen Hauptthema schleuderte er gleichsam die Musik aus dem Zeitalter des Höfischen hinaus, dem bis dahin auch die Tonsprache zu dienen hatte. Er ließ das Ancien régime hinter sich und trat ein in ein Reich, in dem das Individuum konsequent seinen eigenen Impulsen folgt und seine Standpunkte bezieht. Die in der Symphonie zwischendurch noch vorhandenen höfischen Gesten – Ornamente und Galanterien – erscheinen durch dieses Finalthema in einem anderen Licht. Beethoven wollte zeigen: Das war einmal, jetzt aber geht’s anders zu! Der individuelle Geist strebt Unabhängigkeit an, befreit sich von allen gesellschaftlichen Etiketten. Auf seinem Weg in eine neue Zeit ist er aber zwischendurch immer wieder von einer inneren Unruhe erfüllt, die erst in der Koda des Finales endgültig abfällt. Nach einem Innehalten auf einem langen Akkord gelingt endgültig der Durchbruch in die Freiheit, in die der Satz mit seinem
Schleuderthema von Anfang an aufbrechen wollte. Gelöster Jubel. Den Zeitgenossen fiel der ungewöhnliche Charakter der Symphonie deutlich auf. „Sie ist ein merkwürdiges, kolossales Werk, von einer Tiefe, Kraft und Kunstgelehrsamkeit, wie sehr wenige“, stand in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung zu lesen. „Der Menuet (sic!), so wie dem letzten Allegro hängt zwar etwas sehr Bizarres an: doch wenn uns das Humoristische in so manchem unserer Schriftsteller anziehet, warum wollen wir denn von dem Komponisten, der das ganze, so wenig noch erforschte Gebiet der Tonkunst in Anspruch nimmt, erwarten, dass er nur an hergebrachten Formen hange; nur immer dem Ohre schmeichle; nie uns erschüttere, und über das Gewohnte, wenn auch etwas gewaltsam, erhebe?“ Kolossal, tief, bizarr, erschütternd. So kommt uns heute diese Symphonie, mit unserem Wissen um all das Nachfolgende an Beethovenscher und späterer Symphonik, wohl kaum noch vor. Aber vielleicht sollten wir dieses vermeintliche Wissen hintanstellen und uns der Musik ausliefern, als würden wir etwas Neues hören. Die erste öffentliche Aufführung der Symphonie Nr. 2 D-Dur op.
36 fand im April 1803 im Theater an der Wien zusammen mit dem Oratorium „Christus am Ölberg“ und dem dritten Klavierkonzert in Beethovens erster großer Akademie statt.
Einführungstexte zu den Werken: Rainer Lepuschitz
WERKBESCHREIBUNG - BEETHOVEN — 23
Joshua Bell wurde in Bloomington/Indiana geboren und begann im Alter von vier Jahren mit dem Violinspiel. Ab seinem 12. Lebensjahr studierte er bei seinem Mentor Josef Gingold. Mit 14 Jahren debütierte Joshua Bell bereits als Violinsolist in einem Konzert mit dem Philadelphia Orchestra unter der Leitung von Riccardo Muti, mit 17 Jahren spielte er erstmals in Amerikas bedeutendster Konzerthalle, der Carnegie Hall in New York. Ein Jahr später erhielt er seinen ersten CD- und Plattenvertrag mit dem renommierten Label Decca, inzwischen ist der US-Geiger Exklusivkünstler des Labels Sony Classical. Seine jüngsten CD-Aufnahmen als Geiger umfassen Bruchs „Schottische Phantasie“ und g-Moll-Violinkonzert mit der von Bell seit 2011 als künstlerischem Leiter auch dirigierten Academy of St.-Martin-in-thefields, das Album „For the love of Brahms“ und ein Bach-Album sowie als Dirigent Beethovens 4. und 7. Symphonie mit der Academy of St.Martin-in-the-fields. CD-Aufnahmen Joshua Bells mit der Camerata Salzburg unter der Leitung von Sir Roger Norrington liegen von Beethovens und Mendelssohns Violinkonzerten vor. Für seine Aufnahme von Nicholas Maws Violinkonzert erhielt Joshua Bell einen „Grammy Award“, für fünf weitere „Grammys“ wurde Bell nominiert.
24 — BIOGRAFIE - BELL
Joshua Bell © Shervin Lainez
JOSHUA BELL
Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Joshua Bell weltweit als Solist in Rezitals und mit den führenden Orchestern in den bedeutendsten Konzerthäusern zu hören. Er konzertierte unter anderem mit New York Philharmonic und mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Im Wiener Konzerthaus war Bell vor drei Saisonen „Artist in Residence“. Im Jahr 2010 wurde er von „Musical America“ zum „Instrumentalist of the year“ ernannt. Das World Economic Forum reihte ihn als einzigen Musiker unter die 50 „Young Global Leader“. Joshua Bell hat für drei US-amerikanische Präsidenten konzertiert, zuletzt für Barack Obama, an dessen „Committee on the Arts and Humanities“ der Geiger und Dirigent auch im Rahmen einer Kulturmission für Kuba teilnahm. In seinen Bestrebungen, der klassischen Musik neue Impulse zu geben, hat Joshua Bell mit Musikern wie dem Pianisten Chick Corea, dem Trompeter Wynton Marsalis und dem Sänger und Gitarristen Sting innovative Projekte verwirklicht. Als Kammermusiker bildet
Bell in diesem Jahr für eine ausgedehnte Amerika-Tournee ein Trio mit dem Cellisten Steven Isserlis und dem Pianisten Jeremy Denk. Joshua Bell spielt die Huberman Stradivari Violine aus dem Jahre 1713 und verwendet einen Bogen von François Tourte aus dem 18. Jahrhundert. Am 12. Januar 2007 war Joshua Bell Protagonist eines Experiments der „Washington Post“: In Straßenkleidung, mit einer Baseballkappe auf dem Kopf und seiner Stradivari-Violine in der Hand stellte er sich inkognito in eine U-Bahn-Station in Washington, D.C. und spielte 43 Minuten lang Stücke u.a. von Bach und Schubert. Das Experiment wurde mit einer versteckten Kamera aufgezeichnet. Von 1097 Personen, die an ihm vorbeigingen, sind nur sieben stehengeblieben, um ihm zuzuhören, und nur eine hat ihn erkannt. Einige haben ihm Geld in den offenen Geigenkasten geworfen, in Summe ca. 32 Dollar.
BIOGRAFIE - BELL — 25
ANDREW MANZE
Seine Dirigentenlaufbahn führte Andrew Manze 2006 als Chefdirigent zum Helsingborg Symphonieorchester, mit dem er eine Reihe exquisiter CD-Aufnahmen veröffentlichte (u. a. vom gesamten Orchesterschaffen des schwedischen Symphonikers Lars-Erik Larsson, von den vier Brahms-Symphonien und
26 — BIOGRAFIE - MANZE
Andrew Manze © Benjamin Ealovega
Der gebürtige Londoner Andrew Manze wandte sich nach dem Studium der Altphilologie an der Universität Cambridge dem Violinstudium bei Simon Standage, Lucy van Dael und Marie Leonhardt zu und wurde schnell zu einem der führenden Spezialisten auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis. Gemeinsam mit dem Lautenisten Nigel North und dem Cembalisten John Toll rief Manze das Originalklangensemble Romanesca ins Leben. Er konzertierte auch häufig mit dem Cembalisten Richard Egarr. Er wurde Associate Director der Academy of Ancient Music mit Sitz in Cambridge und künstlerischer Leiter von The English Concert in London. Als Geiger hat Andrew Manze eine erstaunlich breite Palette an Repertoire gespielt und viele exemplarische CDs besonders von Musik des 17. und 18. Jahrhunderts aufgenommen.
von Beethovens „Eroica“). Von 2010 bis 2014 war Manze Assoziierter Gastdirigent des BBC Scottish Symphony und von 2008 bis 2011 Erster Gastdirigent des Norwegischen Radio-Sinfonieorchesters. 2014 ernannte ihn die NDR Radiophilharmonie in Hannover zum Chefdirigenten, unlängst wurde sein Vertrag dort bis 2023 verlängert. Zusammen mit dem Orchester erarbeitete Manze u. a. eine Gesamteinspielung der Symphonien von Mendelssohn. Die erste Folge des Projekts ist 2018 mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. Inzwischen hat Manze mit dem Hannoveraner Orchester auch die Symphonien g-Moll und „Jupiter“ Mozarts aufgenommen. Seit 2018 ist Andrew Manze Erster Gastdirigent beim Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, mit dem er das vollständige symphonische Werk von Vaughan Williams aufnimmt. Seit seinem sensationellen Konzert bei den BBC Proms mit drei Symphonien von Vaughan-Williams gilt Manze als der herausragende Interpret unserer
Zeit von der Musik dieses englischen Komponisten. Als Gastdirigent leitet Andrew Manze regelmäßig Spitzenorchester wie die Münchner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das BBC Symphony Orchestra, London Philharmonic, New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic, Boston Symphony Orchestra, Concertgebouworkest Amsterdam, NDR Elbphilharmonie Orchester, die Bamberger Symphoniker und das Deutsche Symphonieorchester Berlin. Andrew Manze lehrt als Gastprofessor an der Royal Academy of Music und an der Oslo Akademie. Er war an Neueditionen von Sonaten und Konzerten Mozarts und Brahms‘ beteiligt, die von Bärenreiter und Breitkopf & Härtel herausgebracht wurden. 2011 erhielt Andrew Manze in Stockholm der „Rolf Schock Preis“. 2016 wurde er zum UNESCO-Botschafter ernannt.
BIOGRAFIE - MANZE — 27
CAMERATA SALZBURG
MuskerInnen der CAMERATA: Seiten 28 — 32 bis 35
DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL.
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
DIE CAMERATA
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CAMERATA SALZBURG
Die CAMERATA Salzburg zählt zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Einladungen in die bedeutendsten Spielstätten von New York bis Beijing ergänzen die Konzerttätigkeit in der Salzburger Heimat. Hierzulande ist die CAMERATA eines der Stammensembles der Salzburger Festspiele und der Mozartwoche. Außerdem hat sie einen eigenen Abonnementzyklus im Großen Saal der Stiftung Mozarteum. Mit „Schubert in Gastein“ veranstaltet das Orchester seit mehreren Jahren sein eigenes KammermusikFestival in Bad Gastein. Im Zentrum des Repertoires steht neben den Werken von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert natürlich das Schaffen unseres Genius loci Wolfgang Amadeus Mozart. So ist es vor allem der typische „Salzburger Mozart-Klang“, der die CAMERATA über die Jahre hinweg zu einem Kulturbotschafter und internationalen Aushängeschild der Mozartstadt Salzburg werden ließ.
Höhepunkte der vergangenen Jahre waren Auftritte beim Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London, beim Edinburgh International Festival sowie in der Carnegie Hall in New York. Eine besondere Verbindung besteht zum Wiener Konzerthaus, zur Tonhalle Zürich, zur Alten Oper in Frankfurt, zum Kultur- und Kongresszentrum Luzern, dem Prinzregententheater München sowie zur Kölner Philharmonie und der Philharmonie de Paris. Persönlichkeiten wie Géza Anda, Sándor Végh und Sir Roger Norrington haben den CAMERATA-Klang geprägt. Bedeutende Musikerinnen und Musiker wie Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Alfred Brendel, Philippe Herreweghe, Franz Welser-Möst, Pinchas Zukerman, Anne-Sophie Mutter, Teodor Currentzis, Matthias Goerne, Fazıl Say, Renaud Capuçon, Yuja Wang und Hélène Grimaud konzertierten und konzertieren regelmäßig mit der CAMERATA.
30 — CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE
Schon bei der Gründung im Jahr 1952 durch Bernhard Paumgartner war das künstlerische Credo eines jeden einzelnen Orchestermitgliedes klar: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. Eine Maxime, die das Orchester und seine Mitglieder bis heute leben. Als ihre größten Inspiratoren und langjährigen Leiter prägten Bernhard Paumgartner und Sándor Végh den weltberühmten Klang der CAMERATA. Nach Véghs Tod beeinflusste Sir Roger Norrington als Chefdirigent das Orchester nachhaltig. Heute ist Sir Roger Conductor Laureate der CAMERATA. Seine Nachfolger als künstlerische Leiter waren Leonidas Kavakos und der französische Dirigent Louis Langrée. Seit 2016 haben die Musiker der CAMERATA die künstlerische Leitung in die eigenen Hände genommen. Geleitet von ihrem Konzertmeister Gregory Ahss als „primus inter pares“, suchen die Musiker gemeinsam nach Interpretation, Volumen, Rhythmus, Feinheiten und Klang. So bewahrt sich die CAMERATA auch im siebten Jahrzehnt ihres
Bestehens eine „Spielfreude, die ansteckend wirkt“ („Neue Zürcher Zeitung“). Regelmäßig lädt die CAMERATA auch GastdirigentInnen wie in der laufenden Saison Alondra de la Parra und Andrew Manze zur Zusammenarbeit ein. Platten- und CD-Einspielungen bei renommierten Labels wie der Deutschen Grammophon, DECCA, Sony oder Warner Classics – viele davon mit wichtigen Preisen ausgezeichnet – zeugen von der exzellenten Qualität und Musizierlust der aus mehr als 20 Nationen stammenden Musikerinnen und Musiker der CAMERATA. Der CAMERATA Salzburg ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit herausragenden Musikerpersönlichkeiten ein Anliegen. Ab der Saison 2019/20 arbeitet man intensiv mit dem Geiger Renaud Capuçon, dem Dirigenten und Oboisten François Leleux und dem Ausnahmepianisten Fazil Say als “offizielle künstlerische Partner” zusammen.
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CAMERATA SALZBURG
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CAMERATA SALZBURG
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RÜCKBLICK: COESFELD
© MCoesfeld
LUCAS & ARTHUR JUSSEN
40 — RÜCKBLICK - COESFELD
„Die Camerata offenbarte besonders in den schnellen Sätzen eine spieltechnische Präzision, die allen Vergleichen standhält, und hat so in kollegialem Zusammenwirken ein Optimum des Ausdrucks erreicht.“ Ulrich Wesseler in der „Allgemeine Zeitung Coesfeld“
RÜCKBLICK - COESFELD — 41
RÜCKBLICK: SAISONKONZERT 4 MATTHIAS GOERNE
„Feinabstimmung an Prägnanz und Intensität, mit dem Tema Russo als finalem Höhepunkt. Eine mitreißende Interpretation.“
© Erika Mayer
Florian Oberhummer in den „Salzburger Nachrichten“
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RÜCKBLICK – SAISONKONZERT 4 — 43
PAPAGENO GEHT IN DIE SCHULE
Als eines der führenden Kammerorchester der Welt haben wir es uns zum Ziel gemacht, Kindern und Jugendlichen den Wert von Kultur, insbesondere klassischer Musik, durch signifikante Erfahrungen und Erlebnisse zu vermitteln. Unser Musikvermittlungsprogramm in Salzburg wächst kontinuierlich. Ab nächster Saison bieten wir noch mehr Kindern die Möglichkeit in die Welt der klassischen Musik einzutauchen und ein tiefes Verständnis für Hochkultur zu entwickeln.
PAPAGENO GEHT IN DIE SCHULE Im Fokus unseres inklusiven Projektes für Kinder im Volksschulalter steht neben den kulturellen und bildungsspezifischen Aspekten vordergründig die Vermittlung von Musik anhand bleibender emotionaler Erlebnisse. Wir erforschen gemeinsam die Gefühlswelten der Musik. Wir suchen nach den Ursachen warum wir beim Hören eines Musikstückes vor Freude jauchzen, weinen oder vor Angst erschauern können. Bewusst fordern wir die Kinder mit anspruchsvollen Themen heraus und füh-
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ren sie spielerisch an die Idee heran, dass Musik ein Leben lang als Stütze dienen und Freude hervorbringen kann. In unserer “Tonlupe“ verraten wir den Kindern, wie durch ein imaginäres Vergrößerungsglas, ganz besondere Feinheiten unseres Musizierens, die normalerweise außerhalb des professionellen Diskurses kaum thematisiert werden, schon gar nicht bei Kindern. Die Entwicklung eines differenzierten Geschmacks wird nur durch die Vermittlung substanzieller und essenzieller Inhalte ermöglicht, die die Kinder für die Bandbreite möglicher Interpretationen und Klangwelten sensibilisieren. Im Kapitel „Tonspur“ werden die Kinder selbst zu Komponisten und experimentieren mit den verschiedensten Techniken. Wir Musiker animieren die Kinder kreativ und ohne Hemmungen mit der Welt der Töne, Klänge und Geräusche umzugehen und interpretieren an Ort und Stelle die gerade geschaffenen Werke. Wir arbeiten und musizieren mit den Kindern mindestens vier Mal pro Jahr in der Schule, laden sie zu Generalproben mit anschließendem Künstlergespräch ein, treffen uns mit ihnen in unserem
Young
© Erika Mayer
CAMERATA
Probelokal zu einer gemeinsamen Jause und zu Gesprächen über das Künstlerdasein an sich und unsere Instrumente im Besonderen und gestalten an einem Wochenende eine offene Probe für die ganze Familie. Um die verschiedensten Stilrichtungen kennen zu lernen beschäftigen sich die SchülerInnen mit Werken aus unseren Saisonprogrammen. Im Unterricht hören die Kinder ein ausgewähltes Musikstück und bringen ihre persönlichen
Eindrücke in Form von Bildern und Texten unvoreingenommen und impulsiv zu Papier. Wir geben den Kindern die Möglichkeit mithilfe von Musik dem treibenden Strom des Alltags zu entfliehen und freuen uns jedes Mal ihnen die wunderbare Magie und schöpferische Kraft der Musik näherbringen zu dürfen.
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CAMERATA
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© Erika Mayer
Diese Werke entstanden zur Musik “Die Hebriden” von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
In der Schule erarbeiten MusikerInnen der CAMERATA mit den SchülerInnen genaues Hinhören, Verstehen, Komponieren und Aufführen.
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© Neumayr/Leopold
EIN ZEICHEN SETZEN
CAMERATA Young wurde von Nanni Malm im Jahr 2016 konzipiert und wird unter ihrer Leitung kontinuierlich weiterentwickelt.
CAMERATA YOUNG WÄCHST STETIG Im kommenden Schuljahr ist „Papageno geht in die Schule“ in weiteren Schulen geplant. Darüber hinaus arbeiten wir an der Realisierung eines Projektes im SOS Kinderdorf sowie im Asylantenheim Bergheim. Für die Saison 20/21 ist eine eigene Konzertreihe für Kinder, und die Ausweitung des Projektes auf Kinder zwischen 11 und 18 Jahren angedacht.
Hier, heute und morgen sinnvolle Werte schaffen, das ist Teil der Vision der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Dies gilt nicht nur für die materiellen Werte unserer Anleger, sondern wir sehen es auch als unsere gesellschaftliche Verantwortung. In Österreich haben Kunst und Kultur eine lange und reiche Tradition. Umso wichtiger ist es uns, regional zu fördern, was in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten soll. Klassische Musik begeistert, bewegt, konfrontiert, berührt, verändert und belebt – sie bereichert unser Leben. Wir freuen uns, die Initiative CAMERATA Young als Partner unterstützen zu dürfen.
„Wir möchten schon heute das fördern, was wir uns als Werte im Leben der nächsten Generationen wünschen.“ HERMANN WONNEBAUER Vorsitzender des Vorstandes der Zürcher Kantonalbank Österreich AG
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WERDEN SIE FREUND, FÖRDERER, MÄZEN
WERDEN SIE FREUND, FÜRSPRECHER UND MITKÄMPFER, DIE UNSERE IDEALE, UNSEREN ENTHUSIASMUS UND UNSERE PASSION FÜR MUSIK UND KUNST TEILEN.
Die CAMERATA wird getragen vom Engagement der einzelnen Orchestermitglieder, das über das gemeinsame Musizieren weit hinausgeht.
FREUND FÖRDERER MÄZEN
Das Orchester benötigt auch Ihren Beitrag, um weiterhin die hohe künstlerische Qualität zu sichern und ein kulturelles Aushängeschild Salzburgs und Österreichs zu bleiben.
Freunde der Camerata Salzburg Salzburger Landes-Hypothekenbank IBAN AT69 5500 0150 0002 6309 • BIC SLHYAT2S
Mit Ihrem Beitrag tragen Sie zur Förderung und zum Bestand von Salzburgs traditionsreichem Klangkörper bei.
Sparkasse Berchtesgadener Land IBAN DE53 7105 0000 0000 0289 77 BIC BYLADEM1BGL
48 — FREUNDE DER CAMERATA
ab € 80 ab € 150 ab € 500
FREUNDE DER CAMERATA
UND DAMIT EIN TEIL DER CAMERATA ERLEBEN SIE DIE CAMERATA HAUTNAH, WIE DIES NUR DIE FREUNDE DER CAMERATA SALZBURG KÖNNEN.
HOLEN SIE SICH IHRE MITGLIEDSKARTE ... FREUNDE DER CAMERATA SALZBURG
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... und genießen Sie exklusive Vorteile: • Blick hinter die Kulissen • Gratis Programmheft gegen Vorlage der Mitgliedskarte • Teilnahme an Proben und Künstler begegnungen • Einladung zu Meet and Greet • Teilnahme an Reiseaktivitäten • Einladung zur exklusiven Programm präsentation mit musikalischer Um rahmung im Schloss Arenberg
Wie Sie wissen, üben wir alle unsere Tätigkeit ehrenamtlich aus und investieren dazu einige Zeit. So Sie Lust haben, uns in unserer Vereinsarbeit zu unterstützen, melden Sie sich bitte bei Dr. Helmut Stadler: stadler.helmut@speed.at. Wir freuen uns nämlich nicht nur über Ihren Mitgliedsbeitrag, sondern auch über Ihre Ideen und Ihr Engagement.
FREUNDE DER CAMERATA — 49
50 — CAMERATA SALZBURG
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
KARTENBESTELLUNG Kartenbüro der Stiftung Mozarteum im Mozart-Wohnhaus Theatergasse 2, 5020 Salzburg Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10.00 bis 15.00 Uhr +43 662 87 31 54 tickets@mozarteum.at www.mozarteum.at
VEREIN & IMPRESSUM VEREIN CAMERATA ACADEMICA DES MOZARTEUMS SALZBURG MEDIENINHABER
Im KunstQuartier, Bergstraße 12 5020 Salzburg, Österreich T +43 (0) 662 87 31 04 info@camerata.at, www.camerata.at FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH
Michael Sowa
VORSTAND Dkfm. Bernd Gaubinger (Präsident) KR Mag. Dr. Günther Ramusch (Vizepräsident) Dr. Peter Beisteiner (Kassier) Dr. Wolfgang Berger Wolfgang Gaisböck Christian Junger GESCHÄFTSFÜHRER DI Michael Sowa, MA
COVER-FOTO Benjamin Ealovega
KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO Mag. Valentina Rhomberg Bianca Schuller, BA Mag. Cristina Rodriguez
REDAKTIONSSCHLUSS
GRAFIK/SATZ Moritz Wizany
TEXTE
Rainer Lepuschitz
16.05.2019
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DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL. DIE CAMERATA
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