SAISONKONZERT 3 FR 15.03.19 und SO 17.03.19
Lisa Batiashvili & François Leleux —1
SAISON 2018/19 ABONNEMENT ABONNEMENT 2017/2018 2017/2018 SAISONKONZERT 3 FR 15.03.19 | 19.30 Uhr SO 17.03.19 | 11.00 Uhr 5 SAISONKONZERT SAISONKONZERT 5 Großer Saal der Stiftung Mozarteum
FR 08.06.18 | 19.30 Uhr FR 08.06.18 19.30Uhr Uhr SO 10.06.18 | |11.00 SO 10.06.18 | 11.00 Uhr Mozarteum Salzburg, Großer Saal Mozarteum Salzburg, Großer Saal Einführungsvortrag:
jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Wiener Saal Einführungsvortrag: Einführungsvortrag: Jeweils 30 Minuten vor Jeweils 30 Minuten vor Saal Konzertbeginn im Wiener Konzertbeginn im Wiener Saal
Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: * Die CAMERATA, gegründet 1952, dankt ihren Unterstützern: *
fREuNdE dER fREuNdE dER CAMERATA CAMERATA
Kultur Kultur
* Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte * Zuwendungen an die CAMERATA Salzburg und ihre Jugendprojekte steuerlich absetzbar. 2 sind — VORWORT sind steuerlich absetzbar.
ÜBERSICHT
PROGRAMM
.....................................................................................
S. 4 – 5
BESETZUNG
......................................................................................
S. 6 – 7
KOMPONISTENTABELLE
.......................................................
WERKBESCHREIBUNGEN
....................................................
S. 10 – 31
....................................................................................
S. 32 – 35
.........................................................................................
S. 36 – 39
BIOGRAFIEN INTERVIEW
CAMERATA SALZBURG RÜCKBLICK
..........................................................
S. 40 – 47
........................................................................................
S. 52 – 61
CAMERATA YOUNG VORSCHAU
S. 8 – 9
..................................................................
S. 62 – 65
.......................................................................................
S. 66
—3
PROGRAMM
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847)
„DIE HEBRIDEN ODER DIE FINGALSHÖHLE“. KONZERT-OUVERTÜRE H-MOLL OP. 26 MWV P 7 (1829/30) Allegro moderato - Animato Spieldauer ca. 9‘ ...........................................................................................................................
Seite 10 – 13
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847)
KONZERT FÜR VIOLINE UND STREICHER D-MOLL OP. POST. MWV O 3 (1822) I Allegro molto II Andante III Alegro - Adagio - Cadenza - A tempo Spieldauer ca. 20‘ ........................................................................................................................
Seite 14 – 17
GIJA KANTSCHELI (*1935)
„CHIAROSCURO“ FÜR VIOLINE UND KAMMERORCHESTER (2011) Spieldauer ca. 22‘ .........................................................................................................................
- PAUSE 4 — PROGRAMMÜBERSICHT
Seite 18 – 23
LUDWIG AUGUST LEBRUN (1752–1790)
KONZERT FÜR OBOE UND ORCHESTER NR. 1 D-MOLL I Allegro II Grazioso III Rondo. Allegro Spieldauer ca. 20‘ ........................................................................................................................
Seite 24 – 27
WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756–1791)
SYMPHONIE D-DUR KV 297 „PARISER SYMPHONIE“ (1778) I Allegro assai II Andante III Allegro Spieldauer ca. 18‘ .........................................................................................................................
Seite 28 – 31
CAMERATA Salzburg ........................................................................................
Seite 40 – 47
Lisa Batiashvili, Violine ..................................................................................... Seite 32 – 33 François Leleux, Dirigent und Oboe (Interview) .................................
Seite 34 – 39
PROGRAMMÜBERSICHT — 5
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
DIE CAMERATA SALZBURG SPIELT IN FOLGENDER BESETZUNG: VIOLINE 1 Gregory Ahss (Konzertmeister) Michaela Girardi Werner Neugebauer György Acs Silvia Schweinberger Gabor Papp VIOLINE 2 Yukiko Tezuka Nanni Malm Yoshiko Hagiwara Dagny Wenk-Wolff Iszo Bajusz Risa Schuchter
6 — CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG
VIOLA Firmian Lermer Ágnes Répászky Danka Nikolic Jutas Javorka VIOLONCELLO Stefano Guarino Jeremy Findlay Dana Micicoi Shane Woodborne KONTRABASS Sepp Radauer Notburga Pichler
FLÖTE Christian Sprenger Ahran Kim
HORN Johannes Hinterholzer Bernhard Obernhuber
OBOE Matthias Bäcker Laura Urbina
TROMPETE Kurt Körner Wolfgang Gaisböck
KLARINETTE Wolfgang Klinser Monika Wisthaler
PAUKE Charlie Fischer
FAGOTT Frank Forst Christoph Hipper
SCHLAGWERK Rizumu Sugishita KLAVIER Ellen Braslavsky
CAMERATA SALZBURG - BESETZUNG — 7
RENAISSANCE 1400
-
BAROCK 1600
1600
-
1750
KLASSIK 1750
1760
1770
1780
1790
1800
1810
1820
URAUFFÜHRUNG Pariser Symphonie: 1778
M
James Cook landet als erster Europäer auf Hawaii. Johann Wolfgang von Goethe verfasst das Gedicht „An den Mond“.
Ludwig August Lebrun * 1752 Mannheim
† 1790 Berlin
Michael Haydn Leopold Mozart Joseph Haydn
Ludwig van Beethoven Franz Schubert
Wolfgang A. Mozart * 1756 Salzburg
F. Mendelss
† 1791 Wien
* 1809 Hamburg
Carl Philipp Emanuel Bach
Fréd
Johann Christoph Friedrich Bach Johann Christian Bach Christoph Willibald Gluck
Carl Maria v. Weber
Franz Xaver Richter Wilhelm Friedemann Bach
Giacomo M E.T.A. Hoffmann
Johann Strauß Domenico Cimarosa Vincenzo Bellini Gaetano Donizetti Niccolo Paganini
Gioa Anton Diabelli Muzio Clementi
8 — KOMPONISTENTABELLE
KLASSIK 1750
ROMANTIK
1820
1820
-
NEUE MUSIK
1920
1920
ROMANTIK 1830
1840
1850
1860
1870
1880
1890
Alexander Borodin
1900 Sergei Prokofjew
Modest Mussorgski Peter I. Tschaikowski
Nikolai Rimski-Korsakow Sergei Rachmaninow
Michail I. Glinka
Alexander Skrjabin Edvard Elgar Edvard Grieg Gustav Holst
URAUFFÜHRUNG Die Hebriden: 1832
Jean Sibelius Hector Berlioz George Bizet
Gija Kantscheli
Jules Massenet
Johann Wolfgang von Goethe stirbt in Weimar
* 1935 Tiflis
Camille Saint-Saëns Claude Debussy
Arthur Honegger
Otto von Wittelsbach soll als König Otto I. den griechischen Thron besteigen.
Darius Milhaud
César Franck
Maurice Ravel Antonín Dvořák
Parlamentsreform in England, industriel-
Bedřich Smetana
le Überlegenheit
Anton Bruckner
Carl Orff
Johannes Brahms Gustav Mahler Arnold Schönberg
sohn Bartholdy † 1847 Leipzig
déric Chopin
Anton Webern Alban Berg
Robert Schumann
Béla Bartók Franz Liszt Richard Wagner
Paul Hindemith
Jaques Offenbach
Meyerbeer
Igor Strawinski Johann Strauß Sohn
ß Vater
Richard Strauss Giuseppe Verdi Ottorino Respighi Manuel de Falla Giacomo Puccini
achino Rossini Isaac Albeniz
KOMPONISTENTABELLE — 9
DIE HEBRIDEN ODER DIE FINGALSHÖHLE FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
KONZERT - OVERTÜRE D-MOLL OP. 26 MWV P 7
SÄTZE:
ORCHESTERBESETZUNG:
I Allegro moderato – Animato
2 Flöten 2 Oboen
SPIELDAUER:
2 Klarinetten
9‘
2 Fagotte 2 Hörner
ENTSTEHUNGSZEIT:
2 Trompeten
1829/30 (in Italien)
Pauken Violinen I
URAUFFÜHRUNG:
Violinen II
14. Mai 1832,
Bratschen
Philharmonic Society London,
Violoncelli
Dirigent: M. Attwood
Kontrabässe
© Shutterstock | KatMoy
„Ich fühle ein schwingendes Meer. Ich fühle Wind und Regen. Manchmal fühle ich irgend einen schönen Tanz. Ich fühle was Edles. Ich fühle was was mich aufrichtet.“ LUISE CAMERATA YOUNG S. 62 – 65
10 — WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
DARUM GÄBE ICH ALLE MEINE WERKE Felix Mendelssohns schottische Tondichtung von den Hebriden: Ein bewundertes Klangmirakel
Das herausragende musikalische Talent Felix Mendelssohns hatte kleinere Parallelspuren im bildnerischen und literarischen Bereich. Als Aquarellist und Zeichner betätigte er sich mit sicherem Geschmack, außerdem zeigte er in lyrischen Gelegenheitswerken eine starke sprachliche Begabung. Das materiell gesicherte familiäre Umfeld ermöglichte es dem jungen Künstler, sich auf Kulturreisen durch Europa weiterzubilden. Die Eindrücke schlugen sich in musikalischen Werken, aber auch in Bildern und in Reisebeschreibungen in Briefform nieder. Die Reise nach Schottland im Sommer 1829 führte zu reichen musikalischen Anregungen. Dort fand Mendelssohn den Anfang zu seiner Symphonie a-Moll, die später als Nr. 3 den Beinamen „Die Schottische“ erhalten sollte. Nach seinem Besuch auf der Heb-
riden-Insel Staffa wiederum ging ein Schreiben Mendelssohns an die Familie in Berlin, in dem er das thematische Grundmaterial der „Hebriden“-Ouvertüre skizzierte. Aus diesen Notizen entwickelte sich eine Komposition, der Mendelssohn ursprünglich den Titel „Die Fingalshöhle“ gab, und die dann als „Hebriden“-Ouvertüre bekannt wurde. Mendelssohn bezeichnete seinen Ouvertüren-Kompositionen als „Konzert-Ouvertüren“, womit er ausdrücklich ihre Bestimmung definierte: Kein Vorspiel zu einem Musiktheaterwerk, sondern eine konzertante Musik zur Imagination von poetischen Inhalten oder eben Landschaftsbildern; eine Art Tondichtung, die später zu einem eigenen Genre in der romantischen Musikepoche wurde. Literarischer Hintergrund der „Hebriden“-Ouvertüre waren die angeblichen
WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN — 11
Dichtungen eines altirischen Barden namens Ossian, die aber als stilistisch gelungene Fälschungen des Schotten James McPherson aus der Mitte des 18. Jahrhunderts entlarvt wurden. Johannes Brahms meinte bewundernd über die Komposition: „Alle meine Werke gäbe ich darum, wenn ich eine Ouvertüre wie die Hebriden von Mendelssohn hätte schreiben können.“ Tatsächlich ist das Werk ein Mirakel an Klang und thematischer Entwicklung. Mendelssohn gab dem Klang eine eigene kompositorische Bedeutung und setzte ihn als Gestaltungsmittel ein. Mit seiner Kunst der Instrumentierung löste Mendelssohn Stimmungen aus. Aus einem kleinen Kernmotiv erfand Mendelssohn in der Ouvertüre mit großer Phantasie drei Themen: eine absteigende Wellenbewegung, eine erhebende aufsteigende Melodie und ein fanfarenartiges Motiv. Aus diesem thematischen Material formte der Komponist mit kühner Harmonik eine schillernde Tondichtung, deren Stimmungen von heftiger Bewegung und strahlendem Glanz bis zu berührender Idylle (Klarinettensoli über mildem Streicherklangfeld) reichen.
12 — WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN
Den Entwurf von Schottland arbeitete Mendelssohn zum größten Teil während seiner nächsten Reise, die ihn nach Italien führte, 1830 in Rom aus. Die 1832 revidierte Ouvertüre wurde am 14. März dieses Jahres während einer Gastspielreise Mendelssohns nach England in einem Konzert der London Philharmonic Society uraufgeführt.
© Shutterstock | Elina Li
WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN — 13
KONZERT FÜR VIOLINE FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
KONZERT FÜR VIOLINE UND STREICHER D-MOLL OP. POST. MWV O 3
SÄTZE:
ORCHESTERBESETZUNG:
I Allegro molto
Solovioline
II Andante
Violinen I
III Allegro - Adagio - Cadenza -
Violinen II
A tempo
Bratschen Violoncelli
SPIELDAUER:
Kontrabässe
20‘ ENTSTEHUNGSZEIT: 1822 ERSTE AUFFÜHRUNG: 1822, Sonntagsmusik im Haus Mendelssohn, Berlin,
© Shutterstock | Angie Makes
Solist: Eduard Rietz ÖFFENTLICHE URAUFFÜHRUNG: 4. Februar 1952, Carnegie Hall New York, Solist: Yehudi Menuhin
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
14 — WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN
VOLLKOMMEN WUNDERBAR Mendelssohns Jugend-Violinkonzert: Späte und bestaunte Wiederentdeckung eines Geniestreichs
Sonntags, Anfang der 1820er-Jahre, in einem Haus in der Markgrafenstraße nahe dem Berliner Gendarmenmarkt: Ein Junge namens Felix ist der Mittelpunkt in den Hauskonzerten des Bankiers und Philosophensohnes Abraham Mendelssohn und seiner aus einer angesehenen und kunstsinnigen Berliner Familie stammenden Ehefrau Lea, geborene Salomon. Felix Mendelssohns Großmutter mütterlicherseits war noch eine Schülerin des Bach-Schülers Johann Philipp Kirnberger. Über sie und seine Mutter erhält der junge Musiker früh Zugang zum musikalischen Kosmos Johann Sebastian Bachs, eines damals weitgehend noch vergessenen Komponisten der versunkenen Barockzeit. Gleichzeitig wächst Felix Mendelssohn mit dem damals im öffentlichen Musikleben schon omnipräsenten Schaffen Mozarts auf, aber er lernt auch schon einige der in Mode befindlichen Werke
frühromantischen Stils aus Deutschland und Frankreich kennen und kann auch die europaweit erfolgreiche Opernmusik Rossinis nicht überhören. In den von Berlins geistiger Elite besuchten Sonntagsmusiken der Mendelssohns, die 1825 von der Markgrafenstraße in ein Palais in der Leipziger Straße übersiedeln, präsentiert Felix eigene Werke und führt mit einem kleinen Liebhaberorchester auch Werke der Wiener Klassik und von Bach auf. Ein bevorzugtes Stück ist dabei Bachs d-Moll-Klavierkonzert BWV 1052. Seine eigenen ersten Konzertwerke, das Violinkonzert und das Konzert für Klavier und Violine, legt Mendelssohn ebenfalls in der Grundtonart d-Moll an. Im Violinkonzert bildet, so wie in Bachs d-Moll-Klavierkonzert, ein vom Orchester „unisono“ eingeführtes, herbes Toccata-Thema mit spannungsreichen,
WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN — 15
chromatischen Zwischentönen die Grundlage des stürmischen und drängenden ersten Satzes. Die Solovioline setzt mit einer reich figurierten Melodielinie ein und umspielt mit ihr das Orchesterthema. Aus den schnellen Figurationen der Violine treten zwischendurch langsamere, gesangliche, innige und etwas wehmütige Melodiewendungen hervor. Trotz des barocken Vorbilds befleißigt sich Mendelssohn schon eines „romantischen“ Tonfalls. In der ausführlich gegliederten Form hingegen knüpft er bei der Klassik, speziell bei Mozart an. Am Ende des ersten Satzes setzt Mendelssohn in der Solostimme dann sogar auch zeitgemäße Akzente wie in einem Virtuosenkonzert. Sicher kannte der junge Musiker einige der Violinkonzerte von dem französischen Geigenvirtuosen und Komponisten Rodolphe Kreutzer, der damals in der Violinmusik das Maß aller Dinge war. Gänzlich in seiner eigenen musikalischen Welt kommt Mendelssohn im passionierten langsamen Mittelsatz an. Eine schwebende Melodik und klangsinnliche Harmonik erfüllen diese vollendet schöne lyrische Konzertmusik. Gegen Ende des Satzes setzt die Violine zu kleinen kadenzartigen Passa-
16 — WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN
gen an, die mit unheimlich wirkenden „Trommel-Rhythmen“ der tiefen Streicher unterlegt werden. Im Finale, in das nun eine veritable Kadenz eingebaut ist, vermischen sich Stil- und Epochenebenen. Der muntere Kehraus ist in der Tanzform der Gavotte angelegt. Der musikalische Charakter des Satzes hat aber nur mehr wenig mit dem barocken Tanz zu tun, vielmehr klingt er feurig und passt weniger zu einem Fest in Versailles des Sonnenkönigs als in eine Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts irgendwo in einem Schloss in Osteuropa. Denn die mitreißende und überraschungsreiche Konzertmusik hat merkwürdigerweise einen magyarischen Tonfall. Allerdings wissen wir von keinem ungarischen Geiger im Berliner Umfeld der Mendelssohns. Felix erhielt vielmehr bei dem um sieben Jahre älteren, aus einer angesehenen Berliner Musikerfamilie stammenden Eduard Rietz Geigenunterricht. Die Freundschaft, die sich zwischen den beiden jungen Musikern entwickelte, wird durch Felix’ Konzert für seinen Lehrer sicherlich noch gestärkt worden sein. Anzunehmende Aufführungen des d-Moll-Konzerts mit Eduard Rietz im Rahmen der Mendelssohn’schen
© Shutterstock | Elina Li
Sonntagsmusiken blieben für lange Zeit die letzten dieses Werkes. Nach Mendelssohns Tod ging das Autograph an den Leipziger Konzertmeister des Gewandhausorchesters, Ferdinand David, über. Erst 1951 tauchte das Manuskript wieder in der Öffentlichkeit auf. Der Amateurgeiger und Buchhändler Albi Rosenthal zeigte es dem Geiger Yehudi Menuhin, der verständlicherweise sowohl erstaunt als auch begeistert war, ein Vorläuferwerk zu Mendelssohns berühmtem e-Moll-Violinkonzert zu erkennen. Mit den Nachfahren Mendelssohns wurden die Rechte an dem Werk geklärt, das Menuhin im Verlag Peters edierte. 1952 brachte er es in der Carnegie Hall von New York zur vielbestaunten öffentlichen Uraufführung und legte Zeugnis von dem jungen Genie Mendelssohn ab. Die „New York Sun“ schrieb über das wiederentdeckte d-Moll-Konzert: „Vollkommen wunderbar“.
WERKBESCHREIBUNG - MENDELSSOHN — 17
CHIAROSCURO GIJA KANTSCHELI
KONZERT FÜR VIOLINE UND KAMMERORCHESTER
SPIELDAUER:
ORCHESTERBESETZUNG:
22‘
Solovioline Große Trommel
ENTSTEHUNGSZEIT:
Vibraphon
2010/11
Klavier Violinen I
URAUFFÜHRUNG DER FASSUNG
Violinen II
FÜR VIOLINE UND KAMMER-
Bratschen
ORCHESTER:
Violoncelli
25. Jänner 2012, Brüssel,
Kontrabässe
Solist: Gidon Kremer,
© Shutterstock | Ekaterina Kamenetsky
Orchester: Kremerata Baltica
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
18 — WERKBESCHREIBUNG - KANTSCHELI
MUSIK GEWORDENE STILLE IST MEIN TRAUM Gija Kantschelis „Chiaroscuro“: Zwischen einsamer Elegie und zerstörerischer Macht
Gija Kantscheli, 1935 in der georgischen Hauptstadt Tiflis geboren, kommt aus einem Land, dem aus musikhistorischer Sicht eine bemerkenswerte Rolle zufällt. Georgische Kirchenmusik, ab dem 4. Jahrhundert nachvollziehbar, zählt zur ältesten überlieferten Musik des Abendlandes überhaupt und lässt sehr viel früher Spuren von Mehrstimmigkeit erkennen als etwa die liturgische katholische Musik. In einem Satelliten der NASA, der mit zahlreichen Datenträgern über die Geschichte der Menschheit im Weltraum unterwegs ist, befindet sich ein Dokument mit einem frühen georgischen Tischlied. Auf dem Erdball wurden die georgischen Gesänge über Jahrhunderte hinweg mündlich überliefert, die Tradition der Volkssänger hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Die Stimme eines dieser Volkssänger namens Gonaschwili, der bei einem Autounfall ums Leben kam
und den Kantscheli sehr verehrt, hat der Komponist in dem Werk „V & V“ für Violine, Streichorchester und Tonband (entstanden 1994) verewigt. Die Gesänge Georgiens ziehen sich durch Kantschelis Musik, auch wenn er betont, dass er nie eine Melodie oder eine Weise zitiert habe. Die sakrale und folkloristische Musik der Vergangenheit aus seinem Heimatland stellt für ihn eine Autorität dar, die er nicht antasten will, sondern nur in ihren Stimmungen andeutet und wiedergibt. „An den mehrstimmigen volkstümlichen Gesängen Georgiens fasziniert mich ein ihnen innewohnender geheimnisvoller Geist, den zu begreifen ich nicht imstande bin. Echte künstlerische Vollkommenheit bleibt immer ein Geheimnis, und es hat keinen Sinn, sie in ihre einzelnen Bausteine zerlegen zu wollen in der Hoff-
WERKBESCHREIBUNG - KANTSCHELI — 19
nung, dann etwas Ähnliches schaffen zu können.“ Eine eindeutige Parallele zwischen der musikalischen Vergangenheit und Kantschelis Komponieren gibt es dennoch: Die georgische Kirchenmusik, wie sie sich im Mönchsgesang erhalten hat, lebt von extremen Kontrasten, sehr leise und innige Abschnitte wechseln mit abrupten lauten, kraftvollen ab; auch Kantschelis Musik ist von extremen dynamischen Kontrasten gekennzeichnet, auf lange Phasen zurückgezogener, introvertierter Musik folgen Ausbrüche und Klangballungen. Kantscheli drückt damit ein unheimliches Grundgefühl des Daseins aus: Die Geräusche in der Welt, seien sie natürlicher oder technischer Herkunft, sind vergänglich; was aber immer da ist und bleibt, ist die Stille – vor, während und nach den Klangeinschnitten. „Aus Musik entsteht Stille, und zuweilen wird die Stille selbst zur Musik. Eine solche Stille zu erreichen ist mein Traum.“ So formulierte Kantscheli eine der Intentionen seines Komponierens. Gija Kantscheli suchte just zu dem Zeitpunkt, da die Sowjetdiktatur zerfiel und
20 — WERKBESCHREIBUNG - KANTSCHELI
Georgien aus der jahrzehntelangen Unterdrückung durch das zentralistische Moskauer Regime in eine totale Unsicherheit entlassen wurde, den Weg ins Exil und übersiedelte nach Mitteleuropa. Das Gefühl von Heimatlosigkeit und die Situation des Exils kristallisierten sich als ein allgemeiner inhaltlicher Schwerpunkt von Kantschelis künstlerischem Schaffen heraus, worauf besonders deutlich die Titel und musikalischen Stimmungen in Werken wie „Trauerfarbenes Land“, „Lament“, dem Violakonzert „Vom Winde beweint“ und dem Kammermusikstück „Exil“ hinweisen. Als er zur Komposition dieser Stücke fähig war, lagen mehrere mühsame Jahrzehnte in Georgien hinter Kantscheli, in denen er sich als Komponist von Theater- und Filmmusiken unter anderem als musikalischer Leiter des Rustaweli-Theaters in Tiflis über Wasser gehalten hat. „Durch diese Einnahmen war ich in der Lage, immer wieder über mehrere Jahre hinweg an der Komposition einer neuen Symphonie zu arbeiten. Das Komponieren von Schauspiel- und Filmmusiken hat für mich aber nicht nur materiell eine positive Bedeutung gehabt. Ich musste in vielen verschiedenen Stilrichtungen schreiben – Kammermusik, Jazz, Zirkus-
musik und Schlager. Da ich all diese Musikrichtungen sehr gerne mag, war das für mich immer eine interessante Tätigkeit.“ Eingängige melodische Floskeln und harmonische Wendungen, die ihren Ursprung in populärer Musik verschiedenster Stilrichtungen haben können, tauchen in Kantschelis Werken bis heute schemenhaft auf und lösen ein unbestimmtes Gefühl der Erinnerung, ja der Sehnsucht nach etwas Vertrautem inmitten verzweigter melodischer Fortführungen, harmonischer Verfremdungen und dynamischer Ein- und Ausbrüche aus. Viel Musik für Solovioline und Ensembles bzw. Orchester hat Gija Kantscheli komponiert, inspiriert vom Spiel und der musikalischen Persönlichkeit Gidon Kremers, mit dem ihn eine jahrzehntelange künstlerische Freundschaft verbindet. „Chiaroscuro“ für Violine und Kammerorchester entstand allerdings 2010 auf Initiative und Anregung des Geigers Julian Rachlin, der das Werk auch im Rahmen des von ihm geleiteten Dubrovnik Festivals uraufführte. Einige Jahre später spielte dann auch Kremer das Werk und nahm es für CD auf. „Chiaroscuro“ ist ein exemplarischer
Titel für die von Hell-Dunkel-Kontrasten gekennzeichnete Musik Kantschelis auch in seinen anderen Kompositionen. In „Chiaroscuro“ wird dieser Kontrast aber in einer besonderen Schärfe, im Detail und in großer Form hörbar. In der Barockmalerei diente die Chiaroscuro-Kontrastierung zudem der Steigerung des räumlichen Effekts. Auch in Kantschelis Komposition entsteht daraus eine große räumliche Wirkung. Die Solovioline bewegt sich mit elegischem Gesang, wie um die verlorene Welt trauernd, durch eine trostlosen, unendlichen Raum, der zunächst von der Großen Trommel leise ausgeschlagen und dann von den Instrumenten des Kammerorchesters – Vibraphon, Klavier und Streicher – in Klang gesetzt wird. Die Streicher setzen mit aufsteigenden Halbtönen ein. Die Chromatik zeigt Schmerz, Leid, Trauer an. Streicherakkorde auf lange liegenden Akkorden, wie man sie schon aus den langsamen Sätzen von Beethovens und Brahms’ Klavierkonzerten kennt, schaffen eine Raumsituation von nicht endender Weite und den Eindruck von ewiger Stille sowie Einsamkeit. In diese Stille brechen vorerst noch vereinzelte scharfe Klangakzente des
WERKBESCHREIBUNG - KANTSCHELI — 21
Orchesters ein, kurze Klavierakkorde und angerissene Streichertönen. Doch die Solovioline singt ihren langsamen, traurigen und ebenso schönen Gesang weiter. Im Untergrund sind immer wieder bedrohliche Töne von der Trommel und zunehmend auch von tiefen Streichern zu hören. Die Solovioline wagt nur manchmal die Stimme etwas lauter zu erheben, zieht sich aber sofort wieder zurück, aus Sorge, zerstörerische Kräfte wachzurufen. Schlichte, choralhafte Passagen werden von der Violine in ihren Gesang integriert. Sie klingen wie unerhörte Gebete. Nach langen Phasen stiller Einsamkeit bricht plötzlich eine gewaltige geballte Macht aus geschlagenen und hart akzentuierten Akkorden des Streichorchesters los. Die Solovioline schraubt sich, wie flüchtend, in immer schnelleren Spiralen in höchste Höhen. Die Große Trommel zertrümmert mit ihren Schlägen schließlich alles. Zurück bleiben Stille, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, auch Angst und – in zarten und innigen melodischen Wendungen – trotz allem Schönheit. Für alle, die sie noch hören können. Wie ein Nachbeben taucht, nunmehr aus der Ferne, nochmals die Macht auf. Mit einer schlichten Liedweise singt die Violine, begleitet
22 — WERKBESCHREIBUNG - KANTSCHELI
vom Klavier, ein Ende herbei und verschwindet allmählich mit wiederholten Ganztonschritten in hoher Lage in der endgültigen Stille. (Die Aussagen in direkter Rede von Kantscheli entstammen Interviews, die der Autor mit dem Komponisten führte.)
WERKBESCHREIBUNG - KANTSCHELI — 23
© Shutterstock | Ekaterina Kamenetsky
ERSTES OBOENKONZERT LUDWIG AUGUST LEBRUN
KONZERT FÜR OBOE UND ORCHESTER NR. 1 D-MOLL
SÄTZE:
ORCHESTERBESETZUNG:
I Allegro
Solo-Oboe
II Grazioso
2 Flöten
III Rondo. Allegro
2 Hörner Violinen I
SPIELDAUER:
Violinen II
20‘
Bratschen Violoncelli
ENTSTEHUNGSZEIT:
Kontrabässe
1780 URAUFFÜHRUNG:
© Shutterstock | alwaysloved afilm
unbekannt ERSTVERÖFFENTLICHUNG: 1804 (posthum)
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
24 — WERKBESCHREIBUNG - LEBRUN
SÜSS WIE NEKTAR Der Oboist Ludwig August Lebrun und seine Musik: Von den Zeitgenossen gefeiert, heute vergessen
Ludwig August Lebrun und seine Ehefrau Franziska Dorothea Danzi waren in den europäischen Musikzentren eine Sensation. Der Oboist und die Sängerin glänzten bei ihren gemeinsamen Konzertauftritten nicht nur als Solisten in ihrem jeweiligen Metier, sondern begeisterten das Publikum von London, Paris und Berlin bis Prag, Wien und Neapel auch mit Duos, in denen die instrumentale und vokale Stimme artistisch aufeinander abgestimmt waren. Sie führten viele speziell für solche Darbietungen komponierte Arien für Sopran und konzertante Oboenstimme auf, die nicht nur von Lebrun, sondern auch von mehreren anderen Komponisten für das konzertierende Paar geschaffen wurden. Darüberhinaus gab es offenbar auch Darbietungen von Bearbeitungen. So ist von den damals berühmten Pariser Concerts spirituels überliefert, dass Franziska Dorothea Danzi in der Sai-
son 1779 – also ein Jahr nach Mozarts Pariser Auftritten – ursprünglich instrumentale Solostimmen von konzertanten Symphonien vokal mit unterlegten italienischen Textsilben ausführte. Wir können vermuten, dass in solchen Aufführungen ihr Ehemann die andere Solostimme auf der Oboe spielte. Beide kamen aus musikalischer Familie. Franziska war die Tochter des italienischen Cellisten Innocenz Danzi und Schwester des Komponisten Franz Danzi. Sie stieg zur Primadonna an der Berliner Hofoper auf und hatte auch umjubelte Auftritte am King’s Theatre in London und an der Mailänder Scala. Ludwig August Lebrun wuchs als Sohn des Mannheimer Hofoboisten Jakob Alexander Lebrun im damals berühmten Mannheimer Orchester auf, in das er schon im Alter von zwölf Jahren als Oboist aufgenommen wurde. Er hielt
WERKBESCHREIBUNG - LEBRUN — 25
dem Orchester auch nach dessen Übersiedlung nach München die Treue, wurde aber immer wieder für seine Konzerttourneen freigestellt. Lebrun zählte zu den bestverdienenden Musikern seiner Epoche und war eine europäische Berühmtheit. Christian Friedrich Schubart überschüttete ihn in seiner Schrift „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“ förmlich mit Lob: „Lebrun ist ein wahrer Künstler auf der Oboe und seine Kompositionen sind besonders feinsinnig und süß wie Nektar. Die ätherische Ausstrahlung seines Genies äußert sich in Allem, wie er spielt und komponiert.“ Bei Schubart erfahren wir zudem, dass Lebrun die Oboe spieltechnisch erweiterte und dem Instrument noch zwei zusätzliche Töne abgewann, die vor ihm keiner zu spielen imstande war. Schubarts Urteil über Lebruns Oboenspiel können wir nicht mehr überprüfen, jenes über seinen Kompositionsstil sehr wohl, wenn wir Aufführungen von Werken aus seiner Feder hören. Neben einigen Ballettmusiken komponierte Lebrun vor allem konzertante Werke für Blasinstrumente – bevorzugt natürlich für Oboe, aber auch für Flöte und Klarinette – sowie Kammermusik für Strei-
26 — WERKBESCHREIBUNG - LEBRUN
cher und Bläser, außerdem sechs Sonaten für Cembalo. Möglicherweise hat er mit den Sonaten auch seine Ehefrau zum Komponieren angeregt, von der zwölf in London komponierte Sonaten für Klavier und Violine überliefert sind. Von Lebruns 14 für Oboe und Orchester überlieferten Konzerten hat François Leleux das Konzert in d-Moll für seine Auftritte mit der Camerata ausgewählt. Es ist in den zwölf Jahren nach Lebruns Tod bei dem bekannten Verleger André in Offenbach erschienenen „Six Concertos“ als Nummer eins gereiht. Wann genau es Lebrun komponiert hat, ließ sich bisher nicht eruieren. Vergleicht man das d-Moll-Konzert mit Konzerten Mozarts für Melodieinstrumente, so kann man den Eindruck gewinnen, dass Lebrun Mozarts wahrscheinlich 1777 komponiertes Oboenkonzert C-Dur, aber auch das 1775 komponierte Violinkonzert A-Dur KV 219 gekannt hat. Es fallen Ähnlichkeiten auf: allgemein in bestimmten Bewegungen thematischer Gestalten, im Detail zwischen dem „alla turca“-Teil im Finale von Mozarts A-Dur-Violinkonzert und dem „Minore“-Mittelteil im Finale von Lebruns Oboenkonzert d-Moll. In beiden Fällen gibt es wie in der Janitscharenmusik „geschlagene“ Töne, wobei
In Lebruns Oboenkonzert geht diesem vergnüglichen und mit Stimmungskontrasten zwischen Dur und Moll spielenden Schluss-Rondo ein beeindruckender Kopfsatz mit einer Thematik im damals in Mannheim beliebten „Sturm und Drang“-Stil sowie ein langsamer Mittelsatz voraus, dessen Ausdruck einer Mischung aus Feierlichkeit und Innigkeit gleichkommt. Der Melodienreichtum aller drei Sätze zeichnet Lebrun als Komponisten aus, der keineswegs nur „Showstücke“ für sein Instrument schuf, sondern eine gefühlvolle Musik mit eine Stimmungsskala von heiter bis bewölkt, fröhlich bis wehmütig. Die oft kantable Führung der Solostimme macht aus der Oboe eine Sängerin ohne Worte und Schwester von Lebruns Muse Franziska Dorothea Danzi.
© Shutterstock | alwaysloved afilm
Mozart diesen Effekt auch extra durch die Spielangabe „coll’arco al roverscio“ kennzeichnet, damit die tiefen Streichinstrumente die Saiten mit der Rückseite des Bogens berühren.
WERKBESCHREIBUNG - LEBRUN — 27
PARISER SYMPHONIE WOLFGANG AMADEUS MOZART
SYMPHONIE D-DUR KV 297 „Pariser Symphonie“
SÄTZE:
ORCHESTERBESETZUNG:
I Allegro assai
2 Flöten
II Andante
2 Oboen
III Allegro
2 Klarinetten 2 Fagotte
SPIELDAUER:
2 Hörner
18‘
2 Trompeten Pauken
ENTSTEHUNGSZEIT:
Violinen I
1778 (in Paris)
Violinen II Bratschen
URAUFFÜHRUNG:
Violoncelli
26. Juni 1778, Paris,
Kontrabässe
© Shutterstock | Irina Sergeyeva
Concert spirituel, Leitung: Wolfgang Amadeus Mozart
CAMERATA BESETZUNG: Seite: 6 – 7
28 — WERKBESCHREIBUNG - MOZART
MIT ALLEM APPLAUSO Der junge Mann Mozart in Paris: Doch noch ein Erfolg mit der Symphonie D-Dur
Paris empfing den 22-jährigen Salzburger Komponisten nicht mehr mit offenen Armen wie noch im Jahrzehnt davor das Wunderkind. 1778 machte Wolfgang Amadeus Mozart viele vergebliche Bittgänge zu Konzert- und Opernveranstaltern. Letztlich konnte er nur eine Symphonie, eine Ballettmusik („Les petits riens“) und ein Konzert für Flöte, Harfe und Orchester im reichhaltigen Pariser Musikleben unterbringen. Zur unbefriedigenden künstlerischen Situation kam die private Tragödie, als die mitgereiste Mutter Anna Maria im Alter von 57 Jahren in Paris verstarb. Die „Pariser Symphonie“ ist das erste große Werk Mozarts, das er unter den kurz nacheinander empfangenen Eindrücken der damals führenden Orchester Europas von Mannheim und Paris komponierte. Auftraggeber der „Pari-
ser Symphonie“ war Monsieur Joseph Legros, der Leiter der Pariser „Concerts Spirituels“. Nach der Premiere, die „mit allem Applauso“ (Mozart in einem Brief an seinen Vater) bedacht wurde, war nur einer nicht restlos überzeugt: Legros, denn das Andante „hat nicht das glück gehabt, ihn zufrieden zu stellen – er sagt es seye zu viell modulation darin – und zu lang“, so Mozart junior im Brief an den Senior. Also komponierte er einen neuen Mittelsatz, der zusammen mit den bestehenden Ecksätzen aufgeführt wurde. Auch wenn in den Pariser Erstdruck der Symphonie dieses neue Andante aufgenommen wurde, ist die Nachwelt wieder dazu übergegangen, die Symphonie mit dem anderen Andante aufzuführen. Mozart hat mit einem Mal alle Erkennt-
WERKBESCHREIBUNG - MOZART — 29
nisse aus seinen Begegnungen mit den Mannheimer und Pariser Klangkörpern in seine Symphonie einfließen lassen. Er war sogar in der Lage, die damals in Mode befindlichen Elemente zu abstrahieren, etwa die sogenannte „Mannheimer Rakete“, diese in kleinen Notenwerten nach oben schnellende Tonskala, mit der die Symphonie Mozarts nach drei D-Dur-Einleitungsakkorden eröffnet wird. Die „Rakete“ kehrt so oft und überraschend wieder, dass man von einem prägenden Motiv sprechen kann. Es erscheint in verschiedenem Licht und dabei manchmal auch kurios. Typisch für den damaligen Stil ebenso das „Mannheimer Crescendo“: Mozart komponierte Passagen von harmonisch und rhythmisch gleich bleibenden Sequenzen, die eine entsprechende Wirkung zeigen, wenn sie in der Dynamik gesteigert werden. Die Besetzung des Pariser Orchesters eröffnete Mozart die Gelegenheit, die Partitur gegenüber den für die Salzburger Hofkapelle konzipierten Symphonien um verschiedene Instrumente zu erweitern. Vor allem die Klarinetten haben es Mozart angetan, denen er durch spezielle Instrumentierung eine besondere Position verschafft. Allgemein nützt Mozart die größere Bläserbeset-
30 — WERKBESCHREIBUNG - MOZART
zung zum Ausbau der thematischen Gestaltung. Auch in der Formgebung sprengt er den bis dahin bestehenden Rahmen. Den Kopfsatz füllt er mit weiteren Motiven und Thementeilen über das übliche Haupt- und Seitenthema hinaus an. Alles an diesem ersten Satz – Form, Thematik, Klanggestaltung – wirkt ein wenig überspitzt, auch jene galante Passage im Mittelteil des Satzes, mit der Mozart offenbar auf den allgemeinen damaligen Musikgeschmack in Paris anspielte. Der Satz vermittelt den Eindruck einer buffonesken Szene auf einer imaginären Bühne, auf der so manche kecke, freche und aufbegehrende Gestalt auftritt. Mit den vielen Modulationen im ersten Andante hat Monsieur Legros schon recht gehabt, aber sie machen erst den Reichtum dieses Satzes aus. Das Thema im 6/8-Takt gerät dadurch in immer neue Stimmungen, die von der beschaulichen Ausgangssituation über reizvolle klangliche Färbungen bis hin zu sehnsuchtsvollen Momenten in Moll reichen. Mit einer punktierten Tonfigur baut Mozart auch ein typisches musikalisches Accessoire in den Satz ein, wie es die Franzosen seit der Zeit Lullys schätzten.
Das Finale – Mozart folgt der damals in Mannheim und Paris üblichen, von der Opernsinfonia abgeleiteten Dreisätzigkeit – fegt bereits den Schlusssätzen der späteren „Haffner-Symphonie“ D-Dur KV 385 und Es-Dur-Symphonie KV 543 voraus. Über motorischen Achtelfiguren steigen die ersten Geigen mit einem flüchtigen Motiv ein. Doch ehe es noch richtig aufgetaucht ist, wird es auch schon von den massiven Dreiklangs-Türmen des ganzen Orchesters verschluckt. Vorerst. Denn es flitzt immer wieder aus allen Ecken des Satzes hervor und lässt sich auch von ernsthaften kontrapunktischen Entwicklungen nicht unterkriegen. Vielmehr gehen dieses bewegte Motiv sowie Fugatos und Imitationen eine gelungene Synthese ein.
© Shutterstock | Irina Sergeyeva
Rainer Lepuschitz
WERKBESCHREIBUNG - MOZART — 31
Lisa Batiashvili wird vom Publikum und von Musikern für ihre Virtuosität und ihr „tiefgründiges Einfühlungsvermögen“ („Financial Times“) gerühmt. Die vielfach ausgezeichnete Geigerin, die aus Georgien stammt und mittlerweile deutsche Staatsbürgerin ist, hat enge und beständige Beziehungen zu einigen der weltbesten Orchester, Dirigenten und Solisten aufgebaut. Zu den Höhepunkten der laufenden Saison gehören neben ihren Auftritten mit der Camerata Salzburg Konzerte mit den Berliner Philharmonikern, dem BBC Symphony Orchestra, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, dem Königlichen Philharmonischen Orchester Stockholm, dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra und dem Philadelphia Orchestra, mit dem sie auf Tournee in den USA unterwegs ist. Als „Artist in Residence“ in München wird Batiashvili Konzerte mit dem Quatuor Ebène, der Camerata Salzburg und im Trio mit Gautier Capuçon und Jean-Yves Thibaudet (mit denen sie auch durch Europa tourt) spielen.
32 — BIOGRAFIE - BATIASHVILI
Lisa Batiashvili © Sammy Hart
LISA BATIASHVILI
Als Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon veröffentlichte Lisa Batiashvili zuletzt das CD-Album „Visions of Prokofiev“ mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin, das die beiden Violinkonzerte des russischen Komponisten und Bearbeitungen von Stücken aus seinen Ballettmusiken für Violine und Orchester enthält und mit dem „Opus Klassik Award“ 2018 ausgezeichnet sowie für die „Gramophon Awards“ 2018 nominiert wurde. Davor erschienen CD-Aufnahmen der Violinkonzerte von Tschaikowski und Sibelius mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, des Violinkonzerts von Brahms mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann sowie des 1. Violinkonzerts von Schostakowitsch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen. Auf DVD sind ihre Konzerte mit den Berliner Philharmonikern und Yannick Nézet-Séguin mit Bartóks Violinkonzert Nr. 1 sowie Brahms’ Doppelkonzert gemeinsam
mit dem Cellisten Gautier Capuçon und der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann zu erleben. Lisa Batiashvili, die bei Ana Chumachenco und Mark Lubotsky studierte, fand bereits im Alter von 16 Jahren internationale Anerkennung als jüngste Teilnehmerin beim Sibelius Wettbewerb in Helsinki. Der Geigerin wurden der „MIDEM Classical Award“, der „Choc de l’année“, der Preis der „Accademia Musicale Chigiana“, der „Schleswig-Holstein Musik Festival Leonard Bernstein Award“ und der „Beethoven-Ring Bonn“ verliehen. Lisa Batiashvili wurde 2015 von „Musical America“ zur Instrumentalistin des Jahres und 2017 zu „Gramophone’s Artist of the year“ ernannt. 2018 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Sibelius-Akademie der Kunstuniversität Helsinki. Die Musikerin spielt eine Violine von Joseph Guarneri „del Gesu“ aus dem Jahre 1739, eine großzügige Leihgabe eines privaten Sammlers in Deutschland.
BIOGRAFIE - BATIASHVILI — 33
FRANÇOIS LELEUX
Als Oboen-Solist wird er seit vielen Jahren als führender Musiker seiner Generation im internationalen Musikleben anerkannt. Von mehreren zeitgenössischen Komponisten, darunter Gija Kantscheli, Michael Jarrell und Thierry Escaich, hat Leleux Werke uraufgeführt. Er tritt als Oboen-Solist u. a. in der Berliner Philharmonie, dem Wiener Musikverein, im Lincoln Center von New York und im Théâtre des Champs-Élysées in Paris auf und konzertiert mit Orchestern wie New York Philharmonic, dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Or-
34 — BIOGRAFIE - LELEUX
François Leleux © francoisleleux.com
François Leleux begann schon im Alter von 6 Jahren das Oboen-Studium am Konservatorium der nordfranzösischen Stadt Roubaix. Ab seinem 14. Lebensjahr besuchte er das Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Er gewann internationale Wettbewerbe in München (ARD) und Toulon. Im Alter von 18 Jahren wurde Leleux Solo-Oboist der Pariser Oper, vier Jahre später beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und ab 2003 im Chamber Orchestra of Europe.
chestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma, dem BBC Scottish Symphony Orchestra und dem Japanischen NHK-Orchester und unter der Leitung von Dirigenten wie Daniel Harding, Iván Fischer, Mariss Jansons, Alan Gilbert und Myun-whun Chung.
ra Bastille und des Bläsersextetts Les Vents Français. Darüber hinaus konzertiert er gemeinsam mit Viktoria Mullova, Natalia Gutman, Tabea Zimmermann, seiner Ehefrau Lisa Batiashvili und mit Yefim Bronfman.
Leleux hat sich auch selbst als Dirigent etabliert und leitet bedeutende Klangkörper wie die Bamberger Symphoniker, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das WDR-Sinfonieorchester Köln, das Orchestre de Chambre Paris, die Ungarische Nationalphilharmonie, das Scottish Chamber Orchestra, die Sydney Symphony und das Königliche Philharmonische Orchester Stockholm. Zum Teil trat er dabei auch in der Doppelrolle als Dirigent und Solist in Erscheinung, dies auch als „Artist in Residence“ des Orchestre Philharmonique de Strasbourg.
Zu Leleux’ CD-Aufnahmen als Oboen-Solist zählt ein Album mit der Camerata Salzburg und Werken Mozarts, des Weiteren von Strauss’ Oboenkonzert mit dem Schwedischen Radiosymphonieorchester, von Werken J. S. Bachs mit dem Chamber Orchestra of Europe und von Werken Haydns und Hummels mit dem Münchner Kammerorchester (alle beim Label Sony Classical). Im Salzburger Konzertzyklus der Camerata war François Leleux zuletzt im Frühjahr 2016 zu Gast, als er Werke von Schostakowitsch und Haydn dirigierte und als Oboen-Solist mit Musik von Mozart und Veress zu hören war.
Der Kammermusik misst Leleux besondere Bedeutung bei. Er ist Mitglied des Holzbläseroktetts der Pariser Opé-
Leleux hat eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater in München inne.
BIOGRAFIE - LELEUX — 35
DIE FUNKEN SPRÜHEN Seit seinem fulminanten Sieg beim ARD-Musikwettbewerb 1991 in München brilliert François Leleux auf den Bühnen der klassischen Musikwelt. Nicht nur als Ausnahmekönner auf der Oboe, sondern auch als höchst gefragter Dirigent. Und manchmal, wie nun in Konzerten mit der Camerata, auch gemeinsam mit seiner Ehefrau, der georgischen Weltklassegeigerin Lisa Batiashvili.
Sehr verehrter Herr Leleux, Sie kommen nach großartigen Konzerten mit der Camerata Salzburg im Frühjahr 2016 nun wieder in der Doppelrolle als Oboensolist und als Dirigent ins Mozarteum. Wollten Sie schon immer auch dirigieren, oder hat sich das erst mit der Zeit entwickelt? Ich dirigiere schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Als ich mit 19 Jahren mit der Oboe den ARD-Wettbewerb in München gewonnen habe, hat die Präsidentin des Wettbewerbs gemeint: „Sie sind ein geborener Dirigent und ich wette mit Ihnen, dass Sie Dirigent sein werden, bevor Sie 30 Jahre alt sind.“ Und sie hat Recht behalten.
36 — INTERVIEW - LELEUX
Ja, die Orchester, mit denen ich als Oboist konzertierte, haben mich dann in weiterer Folge immer auch als Dirigent gewünscht und eingeladen. Ich habe nicht nur mit der Oboe, sondern auch mit dem Taktstock große Freude am Musizieren. Mit der Camerata werden Sie diesmal ein Oboenkonzert von Ludwig August Lebrun spielen. Er war als Oboist Mitglied des berühmten Mannheimer Orchesters, das auch Mozart stark beeinflusst hat. Wie ist Lebruns Stil als Komponist? Für mich gehört er zu der Musikerfamilie des „Sturm und Drang“. In diesem Stil gibt es im sehr schönen ersten Satz
des Oboenkonzertes, das ich spielen werde, Verbindungen zu Symphonien von Joseph Haydn. Das Finale in Rondoform wiederum ist à la Mozart mit sehr viel Humor und Spielfreude. Dazwischen hat die Oboe im langsamen Satz eine sehr schöne Kantilene. Lässt Lebruns Oboenkonzert auch Rückschlüsse auf seine Spielweise als Oboist zu? Hat er das Oboenspiel gegenüber der Barockzeit modernisiert? Der Solopart ist sehr anspruchsvoll, mit Passagen in hoher Lage und virtuosen Stellen, schnellen Läufen. Eine ganz tolle Musik.
Lebrun unternahm mit seiner Ehefrau, der Sängerin Franziska Dorothea Danzi, erfolgreiche Konzertreisen durch Europa. Das dürfte eine Spezialität von Oboisten sein: Sie gehen auch mit ihrer Ehefrau, der Geigerin Lisa Batiashvili, auf Tourneen und geben gemeinsame Konzerte wie nun in Salzburg. Wie oft passiert das in einer Konzertsaison? Wir versuchen es, im Rahmen zu halten, weil wir ein Familienleben haben und unsere beiden Kinder nicht zu oft alleine lassen wollen. Vielleicht zwei Konzertserien im Jahr. Es ist aber immer eine besondere Freude, gemeinsam in verschiedenen Konzertsälen zu spielen und die Musik zu genießen.
INTERVIEW - LELEUX — 37
Ihre Frau wird in Salzburg ein Violinkonzert von Mendelssohn spielen, aber nicht das weltberühmte in e-Moll, sondern ein Jugendwerk in d-Moll. War das auch schon ein Geniestreich? Das Konzert sprüht Funken ohne Ende. Mendelssohn war schon in ganz jungen Jahren ein großer Komponist, hat viele schöne Streichersymphonien, ein Streichoktett und Konzerte geschrieben. Er spielte selber von Kindheit an Geige und hatte ein exzellentes Gefühl für Streichermusik. Zu seinen euphorischen Jugendwerken zählt auch das Violinkonzert in d-Moll. Lebt mit der Tonart d-Moll noch etwas vom „Sturm und Drang“ auf? Auf jeden Fall, es gibt auch vergleichbare Streichersymphonien. Immer, wenn Mendelssohn eine Molltonart benützt, kann man ein musikalisches Drama erwarten. Sie dirigieren ein weiteres Werk von Mendelssohn, die „Hebriden-Ouvertüre“, über die Johannes Brahms meinte, er hätte alle seine Werke dafür gegeben, um eine solche Ouvertüre schreiben zu können. Was bewunderte Brahms an dieser Ouvertüre so sehr?
38 — INTERVIEW - LELEUX
Den Klang, der gleich am Anfang die Hörer packt und sie in die Musik hineinzieht. Eine solche Bewegung mit einer breiten melodischen Linie, die in Mendelssohns Ouvertüre mit den Bässen und Violoncelli beginnt, hat auch Brahms am Anfang seiner Vierten Symphonie versucht. Mendelssohn hat das unglaublich schön komponiert, es gibt kein besseres Werk als die „Hebriden“, um ein Konzert zu eröffnen. Wir stellen damit in unserem Programm auch eine Verbindung zu Mozarts „Pariser Symphonie“ her, die wir am Schluss aufführen. Mozarts Symphonie ist schon so prickelnd und virtuos, nimmt Mendelssohns Stil in der „Hebriden“-Ouvertüre vorweg. Die Camerata ist besonders für ihr Mozart-Spiel weltberühmt. Was zeichnet es aus? Dieses Orchester hat eine phantastische Zeit mit dem ungarischen Geiger und Dirigenten Sándor Végh verbracht. Er verstand Mozart sehr persönlich und ging keine Kompromisse ein. Mozarts Musik darf nicht süß wie Honig klingen, sondern muss lebendig, spontan und feurig gespielt werden und Beethoven vorwegnehmen! Das hat Sándor Végh sehr gut verstan-
den, der Camerata zu vermitteln. Das Orchester hat diesen Mozart-Stil in der DNA. Es ist auch meine Sicht, dass Mozarts Musik auf keinen Fall nur schön gespielt werden soll. Sie muss eine richtige Rhetorik haben, mit der jeder Ton ausgedrückt wird. Neben Mendelssohns Violinkonzert wird Ihre Frau noch ein weiteres Werk spielen, „Chiaroscuro“ von Gija Kantscheli, der so wie Lisa Batiashvili aus Georgien stammt. Was kann man sich unter dieser mit „helldunkel“ betitelten Konzertmusik vorstellen? Gija Kantscheli ist eine Art Ennio Moricone von Georgien. So wie der italienische Komponist findet auch Kantscheli immer unglaublich schöne Klangfarben, von denen die Seele unmittelbar berührt wird. Zwischendurch gibt es in Kantschelis Musik aber immer wieder einen Kurzschluss, wie einen elektrischen Schlag, und es wird plötzlich sehr laut. Eine kontrastreiche Musik zwischen Angst und Paradies, zwischen schwarz und weiß.
INTERVIEW - LELEUX — 39
CAMERATA SALZBURG
MuskerInnen der CAMERATA: Seiten 40 — 44 bis 47
DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL.
CAMERATA Salzburg © Pia Clodi
DIE CAMERATA
— 41
CAMERATA SALZBURG
Die CAMERATA Salzburg zählt zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Einladungen in die bedeutendsten Spielstätten von New York bis Beijing ergänzen die Konzerttätigkeit in der Salzburger Heimat. Hierzulande ist die CAMERATA eines der Stammensembles der Salzburger Festspiele und der Mozartwoche. Außerdem hat sie einen eigenen Abonnementzyklus im Großen Saal der Stiftung Mozarteum. Mit „Schubert in Gastein“ veranstaltet das Orchester seit mehreren Jahren sein eigenes KammermusikFestival in Bad Gastein. Im Zentrum des Repertoires steht neben den Werken von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert natürlich das Schaffen unseres Genius loci Wolfgang Amadeus Mozart. So ist es vor allem der typische „Salzburger Mozart-Klang“, der die CAMERATA über die Jahre hinweg zu einem Kulturbotschafter und internationalen Aushängeschild der Mozartstadt Salzburg werden ließ.
Höhepunkte der vergangenen Jahre waren Auftritte beim Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London, beim Edinburgh International Festival sowie in der Carnegie Hall in New York. Eine besondere Verbindung besteht zum Wiener Konzerthaus, zur Tonhalle Zürich, zur Alten Oper in Frankfurt, zum Kultur- und Kongresszentrum Luzern, dem Prinzregententheater München sowie zur Kölner Philharmonie und der Philharmonie de Paris. Persönlichkeiten wie Géza Anda, Sándor Végh und Sir Roger Norrington haben den CAMERATA-Klang geprägt. Bedeutende Musikerinnen und Musiker wie Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Alfred Brendel, Philippe Herreweghe, Franz Welser-Möst, Pinchas Zukerman, Anne-Sophie Mutter, Teodor Currentzis, Matthias Goerne, Fazıl Say, Renaud Capuçon, Yuja Wang und Hélène Grimaud konzertierten und konzertieren regelmäßig mit der CAMERATA.
42 — CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE
Schon bei der Gründung im Jahr 1952 durch Bernhard Paumgartner war das künstlerische Credo eines jeden einzelnen Orchestermitgliedes klar: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. Eine Maxime, die das Orchester und seine Mitglieder bis heute leben. Als ihre größten Inspiratoren und langjährigen Leiter prägten Bernhard Paumgartner und Sándor Végh den weltberühmten Klang der CAMERATA. Nach Véghs Tod beeinflusste Sir Roger Norrington als Chefdirigent das Orchester nachhaltig. Heute ist Sir Roger Conductor Laureate der CAMERATA. Seine Nachfolger als künstlerische Leiter waren Leonidas Kavakos und der französische Dirigent Louis Langrée. Seit 2016 haben die Musiker der CAMERATA die künstlerische Leitung in die eigenen Hände genommen. Geleitet von ihrem Konzertmeister Gregory Ahss als „primus inter pares“, suchen die Musiker gemeinsam nach Interpretation, Volumen, Rhythmus, Feinheiten und Klang. So bewahrt sich die CAMERATA auch im siebten Jahrzehnt ihres
Bestehens eine „Spielfreude, die ansteckend wirkt“ („Neue Zürcher Zeitung“). Regelmäßig lädt die CAMERATA auch GastdirigentInnen wie in der laufenden Saison Alondra de la Parra und Andrew Manze zur Zusammenarbeit ein. Platten- und CD-Einspielungen bei renommierten Labels wie der Deutschen Grammophon, DECCA, Sony oder Warner Classics – viele davon mit wichtigen Preisen ausgezeichnet – zeugen von der exzellenten Qualität und Musizierlust der aus mehr als 20 Nationen stammenden Musikerinnen und Musiker der CAMERATA.
CAMERATA SALZBURG - ORCHESTERBIOGRAFIE — 43
CAMERATA SALZBURG DIE CAMERATA
Gregory Ahss — Konzertmeister
Michaela Girardi, Violine*
Yukiko Tezuka, Violine*
György Acs, Violine
Izso Bajusz, Violine
Stephanie Baubin, Violine
Annelie Gahl, Violine
Yoshiko Hagiwara, Violine
Anna Maria Malm, Violine
Kana Matsui, Violine
Werner Neugebauer, Violine
Gabor Papp, Violine *Stimmführer
44 — — CAMERATA C A M E R A T A SALZBURG S A L Z B U R G- MITGLIEDER 80
Maria Sawerthal, Violine
Silvia Schweinberger, Violine
Dagny Wenk-Wolff, Violine
Iris Juda, Viola*
Firmian Lermer, Viola*
Danka Nikolic, Viola
Agnes Répászky, Viola
Wolfram Tröndle, Viola
Stefano Guarino, Violoncello*
Jeremy Findlay, Violoncello
Dana Micicoi, Violoncello
Shane Woodborne, Violoncello *Stimmführer
— 45 CAMERATA SALZBURG C A M E R ATA- MITGLIEDER SALZBURG — 81
CAMERATA SALZBURG DIE CAMERATA
Josef Radauer, Kontrabass*
Burgi Pichler, Kontrabass*
Christian Junger, Kontrabass
Wally Hase, Flöte*
Sonja Korak, Flöte
Matthias Bäcker, Oboe*
Laura Urbina, Oboe
Wolfgang Klinser, Klarinette*
Monika Wisthaler, Klarinette *Stimmführer
46 — — CAMERATA C A M E R A T A SALZBURG S A L Z B U R G- MITGLIEDER 82
Frank Forst, Fagott*
Marco Lugaresi, Fagott*
Christoph Hipper, Fagott
Johannes Hinterholzer, Horn*
Josef Sterlinger, Horn
Kurt Körner, Trompete*
Wolfgang Gaisböck, Trompete*
Charlie Fischer, Pauke
Rizumu Sugishita, Pauke *Stimmführer
— 47 CAMERATA SALZBURG C A M E R ATA- MITGLIEDER SALZBURG — 83
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RÜCKBLICK: WIEN, KONZERTHAUS & 2. SA
„2. Camerata-Saisonkonzert grandios – Magie und Postillion“ Roland Ruess in der „Kronenzeitung“
52 — RÜCKBLICK - WIEN, KONZERTHAUS, SAISONKONZERT 2
© Erika Mayer
© Lukas Beck
© Lukas Beck
FAZIL SAY
AISONKONZERT
„Nach der Pause bot die Camerata vorzügliches Material (...) Ein Genuss!“ Horst Reischenböck in „Drehpunktkultur“
RÜCKBLICK - WIEN, KONZERTHAUS, SAISONKONZERT 2 — 53
RÜCKBLICK: MOZARTWOCHE, „T.H.A.M.O
© Matthias Baus
ALONDRA DE LA PARRA, LA FURA DELS BAUS
54 — RÜCKBLICK - MOZARTWOCHE
O.S.“
„Die Menschen beginnen zu fliegen, vier Fura-Artisten schweben schließlich über dem Orchestergraben, in dem die Camerata Salzburg und die Dirigentin Alondra de la Parra das Mozart-Potpourri kultiviert umsetzen.“ Ljubiša Tošić in „Der Standard“
RÜCKBLICK - MOZARTWOCHE — 55
RÜCKBLICK: MOZARTWOCHE MEISTERKL ANDRÁS SCHIFF
Es ist uns ein zentrales Anliegen, Sie mittels einem entsprechenden Rahmenprogramm künftig noch stärker in das Leben der CAMERATA miteinzubinden und Ihnen so auch einen Blick hinter die Kulissen unseres Kulturbetriebs und unserer Arbeit zu ermöglichen.
„Eine
Mit einem spannenden Atelier Gespräch in Zusammenarbeit mit der Stiftung Mozarteum und der Universität Salzburg, einem Künstlergespräch unseres engagierten Freundesvereins und der Präsentation unserer CAMERATA Weinedition haben wir erste Akzente Mexikanerin vergnügt sich beim Dirigieren“ gesetzt. Hedwig Kainberger in den Salzburger Nachrichten
© Wolfgang Lienbacher
DANKE an Alondra de la Parra, Alexan-
„Das mexikanische Debüt Alondra de la Parra dervon Melnikov, Gregory Ahss und Alexander Rudin für zwei unvergessliche verlief so verheißungsvoll, dass man die Estima Senora Saisonauftakt im Großen Saal der Stifbald wieder zu erleben hofft“ tung Mozarteum.
Roland Ruess in der Kronenzeitung
56 — RÜCKBLICK - MOZARTWOCHE
LASSE
RÜCKBLICK - MOZARTWOCHE — 57
RÜCKBLICK: MOZARTWOCHE AKADEMIEK
JANINE JANSEN, HENNING KRAGGERUD, ROBERT LEVIN, REGULA MÜH
„Eine Akademie wie zu Mozarts Zeiten, anno1783: (...) Star dieser Matinee war die konditionsstarke Camerata.“ Florian Oberhummer in den „Salzburger Nachrichten“
„Wahrer Mozart-Klang © Wolfgang Lienbacher
(...) Die Camerata Salzburg begeistert zusammen mit ihren Gästen Janine Jansen und Henning Kreggerud.“ Olaf Weiden in „Kölnische Rundschau“
58 — RÜCKBLICK - MOZARTWOCHE
KONZERT
HLEMANN, GREGORY AHSS
„Kühn, individuell, modern und voller revolutionärer Energie ist der viel gerühmte Salzburger Mozart-Klang der Camerata Salzburg.“ Markus Pacher in „Die Rheinpfalz“
RÜCKBLICK - MOZARTWOCHE — 59
RÜCKBLICK: DIALOGE (HILLBORG, MOZA
© Wolfgang Lienbacher
PEKKA KUUSISTO, ANDREW MANZE
60 — RÜCKBLICK - DIALOGE
RT)
„Was die Camerata zum Abschluss mit Teufelsgeiger Pekka Kuusisto an fast überirdischer Magie hingezaubert hat, wird nur noch äußerst schwer zu übertreffen sein.“ Roland Ruess in der „Kronenzeitung“
RÜCKBLICK - DIALOGE 1 — 61
CAMERATA YOUNG
Camerata Young vermittelt Kindern, wie wichtig klassische Musik für die Seele des Individuums ist und wie sinnstiftend diese in einer Gesellschaft wirkt. Als eines der führenden Kammerorchester der Welt sehen wir es als unsere Aufgabe, Erlebnisse zu ermöglichen, die tief berühren und nachhaltig die Werte kultureller Bildung verankern. Es liegt in unserer Hand, Kindern die Möglichkeit zu geben, in die Welt der klassischen Musik einzutauchen und ein lustvolles, fundiertes und emotional signifikantes Verständnis für Hochkultur zu entwickeln.
Die Bilder sind zum Projekt Papageno geht in die Schule , beim Anhören der Hebriden entstanden.
62 — CAMERATA YOUNG
© Emma
Diese wertvolle Investition in die Zukunft, die wir der nächsten Generation schuldig sind, zahlt sich für unsere Gesellschaft als ganze aus.
CAMERATA YOUNG — 63
© Tabea
© Erika Mayer
Nanni Malm, Initiatorin und Leiterin des Projekts „Papageno geht in die Schule“, über Sinn und Wert von Musikvermittlung für Kinder. Ist es relevant, für die Zukunft unserer Gesellschaft Kindern klassische Musik zu vermitteln? Der niederschwellig verfügbare globale Geschmackseinheitsbrei löst bei immer mehr Menschen Langeweile aus und weckt die Sehnsucht nach einmaligen Erlebnissen, die emotional mitreißen und in der Seele berühren. Gibt es etwas Schöneres, als sich den Ideen, Gedanken, Stimmungen und Gefühlen, die in diesem Moment auf der Bühne entstehen, auszuliefern? Die ein Erlebnis ermöglichen, dessen Ausgang unkalkulierbar ist und voller Überraschungen sein kann? Klassische Konzerte erschaffen einzigartige Momente. Sie sind live und analog und echt. Genau diese Möglichkeit, dem überschlagenden Strom des Alltags zu entfliehen und sich selbst begegnen zu können, indem man in die Welt klanglicher Emotion eindringt, möchten wir den Kindern vermitteln.
64 — CAMERATA YOUNG
Kinder langweilen sich oft beim Hören klassischer Musik. Warum? Klassische Musik kann unglaublich langweilig sein - wenn sie langweilig gespielt wird. Genau deshalb brauchen Kinder nicht musikalische Babynahrung, sondern substanzielle und raffinierte Kost höchsten Niveaus, um einen differenzierten Geschmack entwickeln zu können. Wie lässt sich Musik integrativ vermitteln? Die Module, die ich für die Kinder der integrativen Volksschule der Diakonie entwickelt habe, sind näher am wahren Kern der menschlichen Kunstform Musik, als dies das reine Reden über Musik sein kann. Wir singen, tanzen, spielen, komponieren, lauschen und fühlen mit den Kindern tief in die Musik hinein. So werden Harmonie, Rhythmus und Klang zur universellen Sprache, die alle Kinder individuell und direkt in ihrer Menschlichkeit anspricht. Begriffe wie Integration oder Inklusion werden dadurch überflüssig.
SETZEN SIE EIN ZEICHEN FÜR KULTURELLE BILDUNG CAMERATA YOUNG – FÖRDERER ab € 50,- p.a.
CAMERATA YOUNG – PATENSCHAFT ab € 500,- p.a.
CAMERATA YOUNG – CORPORATE PARTNERSHIP ab € 1.000,- p.a.*
© Erika Mayer
CAMERATA YOUNG – HAUPTSPONSOR € 10.000,- p.a.* (Ihre großzügigen Spenden sind natürlich steuerlich absetzbar.) * Bitte beachten Sie, dass sowohl CAMERATA YOUNG – CORPORATE PARTNERSHIP als auch CAMERATA YOUNG – HAUPTSPONSOR nur limitiert bzw. nur einmalig zur Verfügung stehen. Salzburger Landes-Hypothekenbank IBAN AT29 5500 0101 0000 0055 BIC SLHYAT2S I ZVR-Nr. 339311257
CAMERATA YOUNG — 65
SAISONKONZERT 4
FR 26.04.19 | 19.30 Uhr SO 28.04.19 | 11.00 Uhr Großer Saal der Stiftung Mozarteum
Tschaikowskis Streicherserenade Franz Schubert „Des Fischers Liebesglück“ D 933 „Das Heimweh“ D 851 „Abendstern“ D 806 „Pilgerweise“ D 789 „Alinde“ D 904, u.a. Pjotr Iljitsch Tschaikowski Streicherserenade C-Dur op. 48
MATTHIAS GOERNE Bariton GREGORY AHSS Konzertmeister und Musikalische Leitung
66 — VORSCHAU SAISON 2018/2019
Matthias Goerne © www.matthiasgoerne.com
SAISONKONZERT 5
FR 24.05.19 | 19.30 Uhr SO 26.05.19 | 11.00 Uhr Großer Saal der Stiftung Mozarteum
Joshua Bell mit Dvořák Jean Sibelius „Rakastava“ („Der Liebende“) op. 14 Antonín Dvořák Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53 Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Joshua Bell © Shervin Lainez
JOSHUA BELL Violine ANDREW MANZE Dirigent
VORSCHAU SAISON 2018/2019 — 67
DIE CAMERATA BRAUCHT FREUNDE UND FÜRSPRECHER UND MITKÄMPFER, DIE UNSERE IDEALE, UNSEREN ENTHUSIASMUS UND UNSERE PASSION FÜR MUSIK UND KULTUR TEILEN.
68 – — FREUNDE DER CAMERATA
WERDEN SIE FREUND, FÖRDERER, MÄZEN UND DAMIT EIN TEIL DER CAMERATA. ERLEBEN SIE DIE CAMERATA HAUTNAH, WIE DIES NUR DIE FREUNDE DER CAMERATA SALZBURG KÖNNEN.
FREUND AB € 80 (€ 30 FÜR UNTER 30-JAHRIGE) | FÖRDERER AB € 150 | MÄZEN AB € 500
FREUNDE DER CAMERATA — 69
70 — CAMERATA SALZBURG
KARTENBESTELLUNG Kartenbüro der Stiftung Mozarteum im Mozart-Wohnhaus Theatergasse 2, 5020 Salzburg Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10.00 bis 15.00 Uhr +43 662 87 31 54 tickets@mozarteum.at www.mozarteum.at
VEREIN & IMPRESSUM VEREIN CAMERATA ACADEMICA DES MOZARTEUMS SALZBURG MEDIENINHABER
Im KunstQuartier, Bergstraße 12 5020 Salzburg, Österreich T +43 (0) 662 87 31 04 info@camerata.at, www.camerata.at FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH
Michael Sowa
VORSTAND Dkfm. Bernd Gaubinger (Präsident) KR Mag. Dr. Günther Ramusch (Vizepräsident) Dr. Peter Beisteiner (Kassier) Dr. Wolfgang Berger Wolfgang Gaisböck Christian Junger GESCHÄFTSFÜHRER DI Michael Sowa, MA
COVER-FOTO Marco Borggreve
KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO Mag. Valentina Rhomberg Bianca Schuller, BA Mag. Cristina Rodriguez
REDAKTIONSSCHLUSS
GRAFIK/SATZ Moritz Wizany
TEXTE UND INTERVIEWS
Rainer Lepuschitz
01.03.2019
VEREIN & IMPRESSUM — 71
DER CAMERATA-KLANG IST UNSERE STIMME. MUSIK IST UNSERE SPRACHE, MENSCHLICHKEIT UNSER IDEAL. DIE CAMERATA
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