BĂźndner
Wald
Jahrgang 70 | Februar 2017
Von der Schnupperlehre bis zum Ingenieur
BUWA1701_001 1
13.02.17 08:28
AMAR
für standortgerechte Lösungen
ANZEIGE
AMAR
Andreas Marugg, Geschäftsführer
für standortgerechte Lösungen
AMAR Garten- und Landschaftspflege AG Entfernt Ihre Wurzelstöcke günstig, schnell und ohne Schäden.
Dank unserer Baumstockfräse gehört die mühsame Wurzelbeseitigung von störenden Stöcken der Vergangenheit an. Der frühere Baumstandort kann sofort wieder neu bepflanzt werden. Das Häckselgut dient, vermischt mit Erde, als wertvoller Pflanzgrund. Die kompakte Raupentechnik ermöglicht den Einsatz auch an schwer zugänglichen Stellen.
Beratung zum Beispiel vor Ort und ein Angebot gibt Ihnen gerne: Andreas Marugg, eidg. dipl. Förster 7405 Rothenbrunnen Telefon 081 650 12 12 Mobile 079 610 28 28 Web www.amar-ag.ch
AMAR Garten- und Landschaftspflege AG
AMAR.indd 1
07.02.17 09:46
Für jeden Einsatz haben wir die passende Maschine. • • • • • • • •
Eco-log 590D mit Traktionswinde Eco-log 550D John Deere 1510E mit Traktionswinde John Deere 1010E John Deere 1490D Hacker Albach Silvator 2000 Skidder John Deere 748U mit Rückekran Bobcat mit Seilwinde und Zubehör
Ihr Spezialist für die vollmechanisierte Holzernte am Hang! Volktrans GmbH
Neulöserweg 5 7205 Zizers Tel: 079 246 52 16 Mail: info@volktrans.ch
www.volktrans.ch
Unbenannt-1 1
BUWA1701_002 2
29.01.16 09:16
13.02.17 08:28
Inhalt
Von der Schnupperlehre bis zum Ingenieur Editorial.................................................. 4 WSL-Junior: Wissenschaftler beantworten Schülerfragen..................... 5 Regionalmanagement in Gebirgsräumen.................................. 10 Wald- und Forstwissenschaften an der ETH Zürich................................. 13 Seilkraneinsatzleiter und Forstwartgruppenleiter................... 16 OdA Wald GR und Weiterbildungsangebote der SELVA.............................. 19 Über den Tellerrand schauen – Bergwaldmanager/in............................. 22 Was heisst Praxisnähe in der forstlichen Bildung?..................... 25 Ziele und Angebote der Fachstelle für forstliche Bautechnik........................ 28
Wünsche und Gedanken unserer Lernenden................................ 31 Interkantonaler Waldfachtag in Maienfeld......................................... 38 50 Jahre Försterschule und fast 40 Jahre Markus Hürlimann................... 41 Die Anpassung des Gebirgswalds an den Klimawandel will geübt sein............ 46 Internationaler Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia....................... 51 Europameisterschaft der Forstschulen in Maienfeld................ 54 Comic Theo & Heinz.............................. 56 SELVA-Generalversammlung 2016......... 57 Wasser und Holz................................... 61 Vorschau «Bündner Wald» April 2017............................................. 63
Titelbild:
Bild Inhaltsverzeichnis:
Der «Rundholzer» und Kursinstruktor Luzi Scherrer
Im Baukurs erstellen die Lernenden nicht nur in-
erklärt im Baukurs, was beim Blockbau zu beach-
teressante Bauwerke, sie erlernen dort auch,
ten ist, damit das Werk gelingt.
wie sie sich auf nicht alltäglichen Arbeitsplätzen
(Bild: Felix Voneschen, AWN)
zu sichern haben. (Bild: Flurin Bott) Bündner Wald 1/2017 3
BUWA1701_003 3
13.02.17 08:28
Editorial
Zu der Zeit, als ich den beruflichen Wald weg wählte, musste man sich bereits früh zwischen dem akademischen Weg zum ingenieur oder dem handwerklichen Forst Weg zum Forstwart oder dann später zum Förster entscheiden. Für viele lag darin ein Entscheid zwischen Theorie und Praxis. Denn alles, was mit Planung, Aufsicht, dem Gesetz usw. zu tun hat, ist bekanntlich reine Theorie. Wer am Abend keine dreckigen Hände hat, der arbeitet ja schliesslich auch nicht wirklich richtig. Praktische Arbeit ist mit körperlicher Arbeit gleichzusetzen. Ist das wirklich so? Heute existiert da wohl eine etwas diffe renziertere Sichtweise. Auch in einem Büro werden praktische Arbeiten verrichtet, und dies wird auch allgemein «anerkannt». Heute haben die Jugendlichen mehr Spiel raum bei ihrer Berufswahl. Egal, welchen Weg jemand nach der Volksschule ein schlägt. Meistens stehen auch nachher noch alle Türen offen. Sei dies mittels einer zweiten Lehre (was vor 30 Jahren noch eher verpönt war) oder einem Studium. So gibt es heute unter den jungen Forstingenieuren viele, welche auch das Handwerk des Forst warts erlernt oder zumindest kennengelernt haben. Dadurch sprechen wir im Wald ra scher die gleiche Sprache. Theorie und Pra xis dürfen aber weder hier noch dort gegen einander ausgespielt werden. Es ist wichtig, dass sich auch angehende Forstwarte mit den theoretischen Grundlagen ernsthaft auseinandersetzen. Die Theorie enthält jene Kenntnisse, welche das Fundament für die Praxis bilden. In jeder Ausbildung und zu jedem Beruf gehört ein Grundstock an the oretischem Wissen. Einerseits, um Arbeiten korrekt ausführen zu können und brauch bare Produkte herzustellen und anderer seits, um Zusammenhänge zu erkennen. Bei uns sind dies oft Zusammenhänge in der
Natur. Es reicht nicht aus, nur in Franken und Rappen zu denken. Auch ökologische, gesellschaftliche und landschaftsprägende Aspekte müssen bei der täglichen Arbeit im Wald berücksichtigt werden. Letztendlich ist es doch gerade auch diese Vielfalt und Vernetzung, welche unsere Arbeiten im Wald und mit der Natur so reizvoll machen. Ein breites Wissen über die Zusammenhän ge in der Natur und die Auswirkungen un serer Arbeit gehören genauso zum Berufs stolz eines jeden, der im Forst arbeitet, wie auch die korrekte und sichere Ausführung der Arbeit. Auch weil die Auswirkungen forstlicher Arbeiten oft von weither und über Jahrzehnte hinweg sichtbar sind, sind wir der Kritik in der Öffentlichkeit stärker ausgesetzt als in manch anderem Berufs feld. Das ist mit ein Grund, weshalb unser Wissen über den Wald und die Zusammen hänge in der Natur nicht mit den Meinun gen und Ansichten des Stammtisches aus gereizt sein darf. Vernetztes Denken setzt im Wald ein breiteres Wissen über die un terschiedlichen Zusammenhänge und Ab läufe in der Natur und möglichst vielfältige eigene Erfahrungen voraus. Es lohnt sich auch immer wieder, kritische Stimmen anzuhören. Denn Kritik, sofern sie denn auch mit Respekt geäussert wird und auf Objektivität gestützt ist, und fremde Ansichten können zu unserer Weiterent wicklung beitragen.
Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch
4
BUWA1701_004 4
13.02.17 08:28
WSL-Junior: Wissenschaftler beantworten Schülerfragen Wie erkennt man das Alter eines Waldes? Die Wissenschaftler der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL beantworten diese und rund 100 weitere Fragen auf www.wsljunior.ch, einer Internetplattform für junge Menschen, die auch von Erwachsenen sehr geschätzt wird.
Max und Lucie, die beiden neugierigen und abenteuerlustigen Jugendlichen auf der Internetplattform der WSL. (Bilder: zVg WSL)
Waldfachleute, die informiert bleiben oder ihre Kenntnisse auf den neusten Stand bringen wollen, haben in der Schweiz die Qual der Wahl. Neben lignum.ch oder waldwissen.net, um nur diese beiden zu nennen, bietet auch die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL online und auf Papier zahlreiche Publikationen an, viele davon kostenlos. So richtet sich etwa das zweimal jährlich erscheinende Magazin «Diagonal» an die breite Öffentlichkeit; die Merkblätter für die Praxis, deren letzte Ausgaben das Eschentriebsterben und die Zukunftschancen der Eiche behandelten, sind an Fachpersonen gerichtet. Zudem bieten die Berufs- und Weiterbildungen durch die Wissenschaftler der WSL oder Veranstaltungen wie das Forum für Wissen Waldfachleuten die Gelegenheit, mit den Forschenden ins Gespräch zu kommen.
Doch wo findet eine Schülerin oder ein Jugendlicher verständliche, aktuelle und verlässliche Dokumente zu Wald- und allgemeinen Umweltthemen, um beispielsweise ein Referat vorzubereiten? Und gibt es, wenn sie keine Antwort finden, einen Kanal, über den sie einen Wissenschaftler direkt befragen können? Ziel der Plattform wsl-junior.ch ist es, diesem Bedürfnis nachzukommen. Vom Wettbewerb für Schulklassen zur Internetplattform Alles begann 2011 im internationalen Jahr des Waldes. Im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs, den die Forschungsanstalt WSL organisierte, waren Primar- und Sekundarschulklassen eingeladen, originelle Fragen zum Wald einzureichen. Die zehn Klassen mit den originellsten Fragen verbrachten je einen Tag mit Wissenschaftlern der WSL am Sitz der Forschungsanstalt in Birmensdorf oder im Arboretum von Aubonne VD. Unter den Gewinnern waren die ganz jungen Schüler der ersten und zweiten Primarklasse von Châbles FR. Sie wollten wissen, «wie man das Alter eines Waldes erkennt». Fachleute werden erkennen, dass diese Frage weit weniger trivial ist, als sie scheint. Es war gerade die Originalität der Frage, die den Veranstaltern gefiel, doch auch andere Fragen erstaunten, beispielsweise: «Wie viel Wald würde es geben, wenn man keine Bäume mehr fällen würde?», «Wachsen Bäume von den Wurzeln aus oder von der Krone aus?» oder aber «Wachsen Bäume auch, wenn niemand sie pflanzt?». Nach dem Wettbewerb veröffentlichte die WSL die Antworten auf Deutsch und Französisch online auf ihrer Website. Finanziert hat die Veröffentlichung das Bundesamt für Umwelt BAFU. Seither wurde das Angebot Bündner Wald 1/2017 5
BUWA1701_005 5
13.02.17 08:29
Auf der Plattform wsl-junior.ch sind Antworten zu vielen Waldfragen zu finden (Link zum abgebildeten Screenshot: http://www.wsl.ch/junior/wald/index_DE).
ausgebaut und thematisch aufgestockt; www.wsl-junior.ch umfasst heute fast hundert Seiten zu den Themen Wald, Biodiversität, Landschaft, Naturgefahren, Schnee und Eis. Neben den Antworten auf die Fragen, die 2011 im Wettbewerb gestellt wurden, bietet die Plattform auch News zu Themen aus der WSL-Forschung. In angemessener Sprache kommunizieren Das Redaktionsteam besteht aus Mitarbeitenden der Kommunikation der WSL und ihres Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos. Es erarbeitet die Texte zusammen mit den Wissenschaftlern. So wird sichergestellt, dass die Ansprüche an Genauigkeit und Aktualität erfüllt sind. Auch
das Schreiben für ein junges Publikum verlangt, dass mindestens dieselben Qualitätsstandards eingehalten werden wie für Erwachsene. Doch die Texte müssen nicht nur wissenschaftlich korrekt und trotzdem für Laien verständlich sein, sondern das Vokabular und der Stil müssen auch dem Zielpublikum – jungen Menschen zwischen acht und fünfzehn Jahren – angepasst sein. Je nach Alter, den im Unterricht behandelten Themen, Neugier und Interesse für die Umwelt haben nicht alle dasselbe Rüstzeug in Biologie oder Geografie und auch nicht dasselbe Niveau an Allgemeinbildung. Texte auf WSL-Junior zu komplexeren Themen richten sich darum eher an ältere Jugendliche. Für besonders Neugierige gibt es in den meisten
6
BUWA1701_006 6
13.02.17 08:29
Texten weiterführende Links zu WSL- oder externen Webseiten, die das Thema vertiefen. Doch WSL-Junior liefert nicht nur Antworten. Die Plattform vermittelt auch Einblicke in die aktuellen wissenschaftlichen Projekte der WSL. Die Antwort auf die Frage «Können Bäume verdursten und verhungern?» beschreibt beispielsweise die Fotosynthese und andere physiologische Prozesse und stellt dann in einfachen Worten eine Versuchsreihe vor, die die WSL im Frühjahr 2016 gestartet hat. Dabei werden Keimlinge von acht Baumarten unterschiedlichen Graden von Trockenheit und «Hunger» ausgesetzt. Ziel der Texte ist es, jungen Menschen und auch Lehrpersonen die Forschung der WSL näherzubringen. Letztere nutzen WSLJunior vermutlich ebenfalls. Seit 2016 bietet die Plattform auch News an. Diese basieren auf Pressemitteilungen der WSL für das erwachsene Publikum, sind aber sorgfältig umgeschrieben und dem Zielpublikum auf WSL-Junior angepasst. In den Dialog mit Wissenschaftlern treten Im Frühjahr 2016 erhielt die Website einen neuen Look, insbesondere dank der originellen Bilder des Westschweizer Zeichners Enrico Pestalozzi. Sie zeigen Max und Lucie,
zwei neugierige und abenteuerlustige Jugendliche. Die beiden regen die Benutzerinnen und Benutzer dazu an, den Wissenschaftlern in einem Onlineformular Fragen zu stellen. WSL-Junior wird nicht nur von Schülerinnen und Schülern genutzt, sondern auch von älteren Besuchern. Ein Lehrling in einem Logistikberuf hat beispielsweise für seine Vertiefungsarbeit folgende Fragen gestellt: «Wo wachsen am meisten Bäume in der Schweiz? Was braucht es für Bedingungen, dass ein Baum optimal wachsen kann?». Eine andere Benutzerin wollte etwas über die Geschichte der Eschenwälder in ihrem Kanton erfahren. Bei einigen Fragen kommt es lediglich zu einem Austausch von E-Mails, vor allem wenn verständliche Informationen auf der Website der WSL oder auf waldwissen.net ohnehin zur Verfügung stehen. Andere Fragen geben Anlass, neue Texte auf WSL-Junior zu erstellen. Der Wald – nach wie vor im Mittelpunkt Für Personen, die eine Forstausbildung machen, bietet WSL-Junior einen interessanten und hilfreichen Einstieg in Wald- und Forstthemen. Insbesondere die jüngeren unter ihnen und solche, die ihre Kenntnisse (wieder) auf den neusten Stand bringen wollen,
Max und Lucie sind auch beim SLF in Davos zu Gast und berichten über Schneethemen. Bündner Wald 1/2017 7
BUWA1701_007 7
13.02.17 08:29
Besonders zu Hause fühlen sich Max und Lucie im Wald. Dort sind fast unendlich viele Forschungsthemen zu finden und Fragen zu beantworten.
finden hier kurze und leicht verständliche Texte, die zudem mit Links und Illustrationen bereichert sind. Zahlreiche Themen und unterschiedliche Fragen wie etwa «Warum räumen Förster nicht auf, nachdem sie Bäume gefällt haben?» oder «Warum sind manche Wälder dichter als andere?» werden hier ohne Fachchinesisch beantwortet. Mehrere Texte, die für 2017 in Vorbereitung sind, werden Antworten auf Schülerfragen zu weiteren wichtigen gesellschaftlichen Themen der Forst- und Holzwirtschaft geben, zum Beispiel: «Was ist sinnvoller: Schweizer Holz kaufen und damit den Schweizer Wald ‹belasten› oder ausländisches Holz kaufen und damit den Schweizer Wald ‹schonen›?» oder «Inwiefern verändert sich die Bedeutung der Waldnutzung mit der aktuellen Diskussion zur Energiewende?». Videos zum besseren Verständnis Seit einigen Jahren bietet das Kommunika tionsteam der WSL vermehrt Videos zu diversen Forschungsprojekten an und dieser Trend wird anhalten. Es versteht sich daher von selbst, dass auch die Seiten von WSLJunior immer öfter auf diese Videos verweisen.
Ein neuer Ansatz wäre es, für diese Videos auf den Nachwuchs zu setzen. Denkbar wäre ein Wettbewerb 2017, zu dem die jungen Menschen eingeladen werden, WSLJunior-Texte ihrer Wahl mit kurzen Videos – Animationen, Interviews, Reportagen oder Fiktion – zu illustrieren. Das Redaktionsteam von WSL-Junior hat weitere Projekte in Planung, um die Plattform noch attraktiver zu gestalten und die Distanz zwischen den Wissenschaftlern und dem Publikum weiter zu verringern: So sollen etwa Porträts den Forschenden ein Gesicht und eine Stimme geben. In jedem Fall ist es das oberste Ziel von WSL-Junior, junge, von Natur aus neugierige Menschen klar und präzise über Waldund andere Umweltthemen zu informieren und sie für den Wald und die Natur zu begeistern – einige von ihnen sind vielleicht die Förster und Holzfällerinnen von morgen. Michèle Kaennel Dobbertin Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL CH-8903 Birmensdorf michele.kaennel@wsl.ch
8
BUWA1701_008 8
13.02.17 08:29
ANZEIGE
Kursangebot 2017 für das Forstpersonal
Kursanbieter:
Die Ausbildungen von RopeUp. – anseilen.ch entsprechen den Anforderungen der suva-Factsheets und sind speziell auf die Bedürfnisse des Forstpersonals zugeschnitten.
Planung und Ausführung von Arbeiten mit Seilsicherung im Forst (1 Tag) Intensivkurs für Kader mit Bauleiter-Funktion (Forstmanagement)
Baumsteigen Stufe 1 (1 Tag)
Einführungskurs Baumsteigen (auch für Forstwart-Lernende geeignet)
Baumsteigen Stufe 2 (2 Tage)
Bildungspartner:
Intensivkurs für alle Kletterarbeiten mit der Motorsäge auf Bäumen
Seilsicherung im steilen Gelände mit Absturzgefahr (1 Tag) Intensivkurs für Forstwarte (auch für Forstwart-Lernende geeignet)
Individualkurs Seilsicherungstechnik (Dauer nach Bedarf)
Spezialkurse in Seilsicherungstechnik, abgestimmt auf die betrieblichen Verhältnisse und die Fähigkeiten der Mitarbeitenden
Selbst- und Kameradenrettung auf Bäumen (1 Tag)
Equipmentpartner:
Intensivkurs Rettungstechniken vom Baum
Infos und Anmeldung: www.anseilen.ch oder Mobile 079 681 61 81 RopeUp. GmbH - Matthias Poschung - Stockentalstr. 90 - 3647 Reutigen - mail@anseilen.ch
- Statische Nachweise inklusive - Planungsleistungen inklusive - Bekannte Garantieleistungen Fa. Ribbert inklusive
Ribbert-Verbau – Das Original
Auch mit Holzverkleidung© RIBBERT AG Grundbautechnik Industriestrasse 19 7304 Maienfeld Telefon 081 / 303 73 50
info@ribbert.ch
Oder mit Steinkorbverkleidung©
www.ribbert.ch Bündner Wald 1/2017 9
BUWA1701_009 9
13.02.17 08:29
Regionalmanagement in Gebirgsräumen Regionale Wertschöpfung, Naturgefahrenmanagement und Biodiversität in Einklang zu bringen, erfordert ein breites, fächerübergreifendes Wissen und spezifische Managementkompetenzen. Der dreisemestrige, interdisziplinäre Master an der HAFL in Zollikofen in Korporation mit der Hochschule Weihenstephan in Freising bei München eröffnet neue berufliche Perspektiven. Im Rahmen des Masters in Live Science bietet die Hochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschule in Zollikofen in Korporation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf HSWT in Freising bei München seit zwei Jahren einen Master-Studienschwerpunkt «Regionalmanagement in Gebirgsräumen» an. In Gebirgsregionen wie in den Alpen sind dichte Siedlungsräume und Infrastrukturen für Tourismus und Verkehr eingebettet in Naturräume und extensiv bewirtschaftete Kulturlandschaften. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den raschen, gesellschaftlichen Veränderungen in den Berg
gebieten erfordert die Entwicklung dieser Räume ein langfristiges Denken und Lösungen, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Ansprüchen genügen. Regionale Wertschöpfung wie in Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Naturgefahrenmana gement und Biodiversität in Einklang zu bringen, bedingt zudem ein breites, fächerübergreifendes Wissen und Verständnis, das bisweilen in dieser Form nirgends in einem Studiengang erlernt werden konnte. Aus diesem Grund haben die beiden Hochschulen gemeinsam einen eng an die Praxis angelehnten Fachhochschul-Masterstudiengang entwickelt. Das Studienprogramm verknüpft die speziel len Anforderungen gebirgstypischer Landnutzungen und befasst sich mit Lösungen der verschiedenen Konfliktfelder im Gebirgsraum. Je nach absolviertem Bachelor in Agrar- oder Forstwissenschaften, Geografie und Biologie werden naturwissenschaftliche und sozio-ökonomische Grundlagen vertieft oder neu erworben und fächerübergreifend verknüpft. Die Studierenden lernen dadurch
HSWT Frühlingssemester (März bis Juli) Regionalplanung und Politik im Alpenraum
BFH-HAFL Herbstsemester (Sept. bis Januar) Land- und forstwirtschaftliche Produktion in Bergregionen
Schutzgut Gebirgsraum
Naturgefahren und Risikomanagement
Fallstudie 1
Fallstudie 2
Tourismus
GIS
Abb. 1: Aufbau und Module des
Interkulturelle Kompetenz
Leadership
Masterprogramms. (Grafik: HAFL)
Sozial- und Methodenkompetenz
Wahlpflicht
10
BUWA1701_010 10
13.02.17 09:41
Abb. 2: Ospiz Chapella, ein inspirierender Ort für die praxisnahe Ausbildung. (Bild: JJ Thormann)
interdisziplinär fachlich fundierte Lösungs ansätze für typische Querschnittsaufgaben in Gebirgsräumen zu finden, was in der Regionalentwicklung von grosser Bedeutung ist. Das Studium (Abb. 1) ist so aufgebaut, dass das Herbstsemester in der Schweiz an der HAFL in Zollikofen und das Frühlingssemes ter an der HSWT in Weihenstephan in Deutschland durchgeführt wird. Studieren de können sich dadurch wahlweise in der Schweiz oder Deutschland einschreiben und das Studium jeweils auch dort beginnen, wo sie eingeschrieben sind; also im Herbst in Zollikofen und im Frühjahr in Weihenste phan. Die Masterarbeit kann dann jeweils nach Wahl an einem der beiden Studien standorte durchgeführt werden. Alle Studieninhalte sind speziell auf den Ge birgsraum ausgerichtet und werden äusserst praxisorientiert an Beispielen aus den Alpen dargestellt. Neben der land- und forstwirt schaftlichen Nutzung des Alpenraums wer
den insbesondere auch die gravitativen Naturgefahrenprozesse wie Lawinen, Stein schlag, Rutsch und Murgang sowie die nachhaltige Schutzwaldpflege im Rahmen des integralen Naturgefahren-Risikoma nagements behandelt. Dazu kommen aktu elle Methoden zu geografischen Informa tionssystemen (GIS), Projektmanagement und Regionalplanung, Naturschutzpärken und Tourismus sowie ein Modul zu Öffent lichkeitsarbeit und Konfliktmanagement. Um die Praxisnähe zu erreichen, verbringen die Studierenden im Rahmen des Schweizer Semesters im Herbst zwei Wochen im Ospiz Chapella bei S-chanf im Oberengadin (Abb. 2), um vor Ort die Themen Land- und Forstwirtschaft und Naturgefahrenmana gement im Rahmen des Regionalmanage ments zu vertiefen. Dies wird mit einer ein zelnen oder in Gruppen zu einem Oberthema abgefassten Projektstudie abgerundet, die sie jeweils am Schluss des Semesters vor Ort interessierten Personen präsentieren. Die Bündner Wald 1/2017 11
BUWA1701_011 11
13.02.17 09:41
Beispiele abgeschlossener Projekte
Beispiele von Projekten in Bearbeitung
Agrotourismus im Engadin
Skitourenmanagement im Engadin
Regelung der Waldweide: Konflikte und Wirkung
Herdenschutz – von der Idee zur Umsetzung
Auswirkungen des Klimawandels auf das Landschaftsbild und den Tourismus in S-chanf
Potenziale regionaler Verarbeitung und Vermarktung von Rindfleisch
Das Biosphärenreservat «Val Müstair – Parc Naziunal» und die Erweiterungsauflage der UNESCO mit einer Beleuchtung auf die Gemeinde S-chanf
Touristische Aufwertung in peripheren Berggemeinden durch MikroEingriffe im Mountainbike-Bereich
Wahrnehmung der alpinen und aus seralpinen Bevölkerung zur Rückkehr der Grossraubtiere ins Engadin
Entwicklung und Nutzung des Raums durch das Rotwild im Oberengadin
Tab. 1: Beispiele von Projektarbeiten. (Quelle: HAFL)
gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Wald und Naturgefahren (AWN), einzelnen Forstbetriebsleitern und landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort bilden dazu eine wichtige Grundlage. Im Herbst 2016 wurde als Grundlage für die Themenfindung zur Fallstudie mit dem Oberthema «Einfluss der Land- und Forstwirtschaftspolitik auf die regionale Landschaftsentwicklung» eine Exkursion im Dreiländereck Österreich (Tirol) – Italien (Südtirol) – Schweiz (Val Müstair) durchgeführt (Abb. 3). Dabei wurde einerseits je ein Landwirtschaftsbetrieb in den drei Ländern und der Forstbetrieb Val Müstair besucht. Gefolgt von einem Seminar mit verschiedenen Referaten zur Entwicklung der Landund Forstwirtschaftspolitik in der Schweiz und Österreich (u. a. von Altständerat Theo Maissen und Prof. Markus Schermer, Universität Innsbruck), haben die Studierenden ein Projektstudienthema in diesem Zusammenhang gewählt, das sie nun erarbeiten und Anfang Februar 2017 in Chapella präsentieren. Die in diesem Projekt bearbeiteten Themen sind sehr vielfältig und wider-
spiegeln das breite Spektrum des Studiums. (vgl. Tab. 1). Das Studium eröffnet Forstingenieuren, Agronomen, Geografen, Umweltwissenschaftlern oder verwandten Bachelor-Absolventen aus dem Alpenraum interessante zusätzliche Berufsperspektiven in der Forschung und in Fach- und Führungspositionen an der Schnittstelle zwischen Natur, Gesellschaft und Wirtschaft in Berggebieten. Weitere Informationen Berner Fachhochschule – Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL, Zollikofen, www.hafl.bfh.ch oder Hochschule Weihenstephan-Triesdorf HSWT Fakultät Wald und Forstwirtschaft Freising, www.hswt.de.
Jean-Jacques Thormann Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL CH-3052 Zollikofen jean-jacques.thormann@bfh.ch
12
BUWA1701_012 12
13.02.17 09:41
Wald- und Forstwissenschaften an der ETH Zürich Nach dem Zusammenschluss der Forst- mit den Umweltnaturwissenschaften anno 2004 bestanden Befürchtungen, dass die ETHAusbildung den Bezug zur forstlichen Praxis verlieren könnte. Diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, besteht doch weiterhin ein gleichwertiges Ausbildungsprofil zum ehemaligen Forstinge nieur mit den ETH-typischen Qualitätsstandards. Die Ausbildung in Wald- und Forstwissenschaften an der ETH ist für die Praxis heute allenfalls weniger sichtbar, da sie in den Studiengang der Umweltnaturwissenschaften integriert ist. Die Vertiefung mit Wald- und Forstbezug wird ab dem dritten Jahr angeboten und endet in der Vertiefung «Wald und Landschaftsmanagement» im Masterstudium. Vertiefung «Wald und Landschaft» auf Bachelorstufe Das Zielpublikum des Studiums Umwelt naturwissenschaften mit Vertiefung Wald und Landschaft sind Maturandinnen und Maturanden, die sich einerseits tiefgrün diges Wissen in Wald- und Forstwissen schaften aneignen wollen, sich andererseits aber auch mit Waldnutzungsformen aus einandersetzen wollen, die praktischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rah menbedingungen Rechnung tragen. Die zu
künftigen Studierenden sollen sich demnach auch gerne im Wald und unter Praktikern bewegen, wo sie wichtiges Wissen und Er fahrungen abholen können. Wenn sie sich für das Studium entschieden haben, durch laufen die Studierenden in den ersten zwei Jahren eine allgemeine naturwissenschaftli che Grundausbildung. Hier werden den Stu dierenden die Grundlagen in Mathematik, Statistik, Physik und Chemie, aber auch Bio logie und Ökologie vermittelt. Das Ganze wird umrundet mit umweltspezifischen, geisteswissenschaftlichen und technischen Fächern. Erst im dritten Jahr fangen die rund 150 Stu dierenden an, sich auf gewisse Fachgebiete zu spezialisieren. In den Umweltnaturwis senschaften sind es fünf dieser sogenannten Systemvertiefungen, wobei eine davon «Wald und Landschaft» ist. Diese Vertiefung wird im Schnitt von rund 25 Studierenden gewählt und beinhaltet Fächer wie etwa Wald- und Landschaftsökologie, Naturge fahrenmanagement, Waldnutzungskonzepte und Umweltpolitik. Ein grösseres Praktikum wird begleitend dazu angeboten, in welchem die Studierenden in Kontakt mit Praktikern kommen und dabei mit praxisnahen Frage stellungen konfrontiert werden, die sie ange hen müssen. Das Bachelorstudium wird am Ende des dritten Jahres mit einer Bachelor
Marco Vanoni, Bereichsleiter Waldökologie, Amt für Wald und Naturgefahren, Kanton Graubünden: «Das Studium hat mir mit zunehmender Spezialisierung nicht nur fachspezifisches und ganzheitliches Wissen zu Waldökosystemen vermittelt, sondern auch die Verknüpfung mit weiteren Disziplinen gefördert. Für meine jetzige Stelle ist es weiter von Vorteil, dass mir verschiedenste Sichtund Denkweisen bekannt sind, da meine tägliche Arbeit unzählige Schnittstellen inner- und ausserhalb der kantonalen Verwaltung aufweist.» (Bild: zVg AWN)
Bündner Wald 1/2017 13
BUWA1701_013 13
13.02.17 08:32
Lukas Glanzmann, Fachlehrer Bildungszentrum Wald, Maienfeld, und Mitarbeiter Fachstelle für Gebirgswaldpflege: «Das Studium hat mich motiviert, auf einer breiten Basis von naturwissenschaftlichen Grundlagen die menschlichen Ansprüche an den Wald zu verstehen und mit wissenschaftlichem Denken wie auch mit Mut zu Pragmatismus ein komplexes Ökosystem sinnvoll gestalten und lenken zu lernen. Dies immer mit dem Bewusstsein, dass sich am Waldrand auch der Blick in die Ferne lohnt.» (Bild: zVg ibW Maienfeld)
arbeit abgeschlossen, in der die Studierenden ein erstes Mal eine wissenschaftliche Fragestellung angehen und selbstständig einen wissenschaftlichen Bericht schreiben. Vertiefung «Wald- und Landschafts management» auf Masterstufe Nach dem Bachelor treten die Studierenden der Umweltnaturwissenschaften in den Master über, wo sechs Vertiefungsrichtungen bestehen. Eine davon ist die Vertiefung «Wald- und Landschafts ma nagement», die im Schnitt von etwa 20 Studierenden gewählt wird. Die Vertiefung baut auf den Kenntnissen und Fähigkeiten des Bachelors auf, führt weitere wesentliche Wissensbausteine und Fertigkeiten ein und vernetzt das erworbene Wissen basierend auf komplexen, realen Problemen. Ziel dieser Ausbildung ist es, dass die Studierenden die Dynamiken von natürlichen Systemen verstehen und dabei die Inter aktionen mit den sich schnell ändernden gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen mit einbeziehen können. Basierend auf diesem Systemverständnis, sollen die Absolventinnen und Absolventen dieses Studiums befähigt sein, innovative Vorschläge für nachhaltige Ressourcennutzungen zu machen, die praktisch umsetzbar sind. Der Fokus der Vertiefung liegt auf Wäldern in der Schweiz, behandelt aber auch euro
päische und ausserkontinentale Beispiele. Die räumlichen und zeitlichen Perspektiven decken ein breites Spektrum ab, weshalb der Fokus nicht nur auf einzelne Bäume oder Waldbestände gelegt wird, sondern der Wald immer als Teil der weiteren Landschaft betrachtet wird, mit welcher er in verschiedenster Weise interagiert. Die Vertiefung ermöglicht den Studierenden weiter, anhand von konkreten Fallstudien praxisrelevante Fähigkeiten zu verbessern. Dazu gehört der Umgang mit GIS und Feldmessgeräten, das Ausarbeiten von Projekten und das Strukturieren von Problemen sowie das verständliche Textschreiben und Präsentieren. Die zwei Semester mit Vorlesungen werden mit einem Kurs abgeschlossen, indem die Studierenden in die Rolle des Planungsbüros schlüpfen. Dieser Kurs ist insofern speziell, da die Studierenden Fragestellungen an der Schnittstelle von Forschung und Praxis beantworten, die zusammen mit den kantonalen Dienststellen ausgearbeitet wurden. So wurde zum Beispiel die Schutzwirkung eines Waldes für die nächsten 50 Jahre modelliert, der gleichzeitig Schutzwald und Waldreservat ist, oder es wurde ein Konzept zur risikobasierten Schutzwaldpflege erstellt. In den letzten vier Jahren fand dieser Kurs jeweils im Kanton Glarus statt, wobei er seitens der Studierenden und auch der Mitarbeiter des Kantons auf sehr positives Echo stiess.
14
BUWA1701_014 14
13.02.17 08:32
Nora Zürcher, Geschäftsleiterin Gadola AG in Rabius: «Feldarbeit im Gebirgswald, Lawinengutachten, Computersimulationen, Projektierung von Schutzmassnahmen, Bauleitungen, Wald-Wild-Fragestellungen, Risikoanalysen – so vielfältig, wie mein heutiges Berufsleben als Forstingenieurin ist, so war auch das Studium an der ETH. Es hat mich mit vielem gerüstet, was ich täglich brauche: solide forstliche Grundlagen, naturwissenschaftliches Verständnis und die Fähigkeit, mich schnell in Neues einzuarbeiten.» (Bild: zVg Gadola AG)
Neben den zwei Vorlesungssemestern besteht das Masterstudium aus einem Semester, in dem ein Praktikum absolviert werden muss, und einem Semester, in dem die Masterarbeit geschrieben wird. In dieser Abschlussarbeit stellen die Studierenden ihre erworbenen Fähigkeiten praktisch unter Beweis, indem sie alle Schritte eines Forschungsprojekts selbstständig durchführen. Das Resultat soll allen wissenschaftlichen Anforderungen genügen und kann im besten Fall als Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert werden. Berufswahl und -möglichkeiten Die Absolventinnen und Absolventen – die sich im Übrigen etwa die Waage halten – zeichnen sich durch analytisches, vernetztes Denken aus und können neuartige Probleme strukturieren und Lösungsvorschläge entwerfen. Sie haben dazu ein solides theoretisch-fachliches Fundament und sind somit bestens geeignet für anspruchsvolle Berufe in Bereichen mit Wald- und Landschaftsaspekten. Eine detaillierte Absolventenbefragung (Wölfle 2014) hat ergeben, % der Studierenden nach dem dass 88 Studium im thematischen Bereich ihres Stu % direkt in diums bleiben und dass 42 Projektleitungs- oder Führungspositionen einsteigen. 96 % der Studierenden finden im ersten Jahr nach Abschluss eine Anstellung. Diese ist zu 37 % in der Privatwirt-
schaft, 29 % in der Forschung, 25 % in der Verwaltung und 9 % in der Lehre. Ein hoher Bedarf besteht insbesondere im Forstsektor, wo Studierende teilweise eingestellt werden, ohne sich bewerben zu müssen. Das ist zweifelsohne ein gutes Prädikat für die Qualität der forstlichen Ausbildung an der ETH Zürich. Weiterführende Informationen www.wald-und-landschaft.ethz.ch Literatur Wölfle S. 2014: Was wird aus den Ab gängern mit Vertiefung Wald- und Landschaftsmanagement? Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 12: 386 – 387.
Florian Knaus Institut für Terrestrische Ökosysteme ETH Zürich CH-8092 Zürich florian.knaus@env.ethz.ch
Mohammed Ibrahim Institut für Terrestrische Ökosysteme ETH Zürich CH-8092 Zürich mohammed.ibrahim@usys.ethz.ch
Bündner Wald 1/2017 15
BUWA1701_015 15
13.02.17 08:32
Seilkraneinsatzleiter und Forstwartgruppenleiter Seilkraneinsatzleiter Das ibW Bildungszentrum Wald Maienfeld bietet seit bald 20 Jahren einen Modullehr gang für die Erlangung des eidgenössi schen Fachausweises als Seilkraneinsatz leiterin/Seilkraneinsatzleiter an. In diesem Lehrgang werden Forstleute zu ausgewie senen Fachspezialisten im Bereich Seilkran bringung ausgebildet. Dadurch können sie bei der Bewirtschaftung von Schutzwäl dern entscheidend mitwirken und zur Ver besserung einer umweltgerechten, nach haltigen, waldbaukonformen, sicheren und wirtschaftlichen Holzernte in Schutzwäl dern beitragen. Der Lehrgang Seilkraneinsatzleiter wurde Ende der 90er-Jahre am Bildungszentrum Wald Maienfeld von Ruedi Aggeler konzi piert und aus sechs bestehenden Modulen des Baukastens Wald, dem modularen forstlichen Ausbildungssystem der Schwei zer Waldwirtschaft, zusammengebaut. So wohl der Lehrgang als auch der Beruf des Seilkraneinsatzleiters haben sich inzwischen in der Praxis gut etabliert. Der Stellenwert dürfte in Zukunft noch weiter zunehmen, da der Seilkraneinsatzleiter vor allem in grösseren Forstbetrieben und Forstunter nehmen zum Einsatz kommt. Dem Stand der Technik angepasst Weil durch den Sturm Lothar in der Seil krantechnik ein grosser Technologieschub ausgelöst wurde und sich dadurch die Ar beitsverfahren zum Teil vollständig änder ten, war der angestammte Lehrgang bereits nach wenigen Jahren nicht mehr in allen Teilen aktuell und musste überarbeitet wer den. So wurde 2009 ein Projekt gestartet, um den bestehenden Lehrgang den Bedürf nissen der Praxis (Anforderungen an einen Seilkraneinsatzleiter) anzupassen und auf den neusten Stand der Technik zu bringen.
Zu diesem Zweck wurden folgende Aufga ben gelöst: –– Auswertung und Nutzbarmachung der Erfahrungen mit dem ursprünglichen Lehrgang –– Erhebung und Berücksichtigung der Wünsche in der Praxis –– Vergleich der Modulinhalte mit dem Stand der Technik –– Anpassung der Modulbeschreibungen –– Überarbeitung der Unterrichtspläne Der aktuelle Modullehrgang Seilkranein satzleiter /Seilkraneinsatzleiterin setzt sich seither wie folgt zusammen: Modul E15 Instruktionsmethodik und Seilkranbau Modul E24 Detailplanung und Projektie rung von Seilkrananlagen Modul E23 Feinerschliessung im Seil krangelände Modul E22 Kenntnisse und Unterhalt von forstlichen Maschinen und Geräten Modul E25 Vertiefungsmodul für Seilkraneinsatzleiter Modul H3 Personalführung I Modul I4 Integrationsmodul Seil kraneinsatzleiter (Praktikum), inkl. Abschlussprüfung
Mobil-Seilkraneinsatz im Frühjahr 2016 im Schilstal. (Bild: Rolf Wallimann)
16
BUWA1701_016 16
13.02.17 08:32
Gute Abstützung in der Praxis In der Branche herrscht nach wie vor grosse Nachfrage nach Seilkraneinsatzleitern. Für die moderne und professionelle Holzernte braucht es kompetente Fachleute, welche die Planung und den Einsatz von Seilkran anlagen beherrschen. Dank den Anregun gen von Forstbetrieben und Forstunter nehmen, die vorwiegend im Gebirgswald arbeiten, ist es offenbar gelungen, den Mo dullehrgang optimal an die Bedürfnisse der Praxis anzupassen. Bis anhin absolvierten die meisten Seilkraneinsatzleiter ihre Ausbil dung auf Wunsch des Arbeitgebers. Der neu konzipierte Lehrgang konnte inzwi
2500% 2000% 1500% 1000% 500%
Total pro Jahr
2016
2015
2014
2013
2011
2012
2010
2009
2008
2007
0% 2006
Wichtiger Beitrag zur schonenden Waldnutzung und -pflege Seilkraneinsatzleiter/-innen sind die Spe zialisten für den Bau und Betrieb von Seil krananlagen. Ihre Aufgaben als Einsatzleiter reichen von der Planung über die Projektie rung, Organisation und operative Leitung des Arbeitseinsatzes bis zur Evaluation der ausgeführten Arbeiten. Sie führen neue Mitarbeiter in den Arbeitsprozess ein und instruieren die Teilarbeiten der Seilkranbrin gung. Dabei messen sie der Arbeitssicher heit und dem Gesundheitsschutz stets ei nen hohen Stellenwert bei. Sie haben für einen sicheren, wirtschaftlichen und ökolo gisch nachhaltigen Einsatz der Seilkran anlage zu sorgen und sind im Betrieb dafür verantwortlich, dass die eingesetzten Ma schinen und Geräte nach Herstellervorgaben gewartet werden und so funktionstauglich satzbereit bleiben. Als ausgewie und ein sene Fachspezialisten leisten die Seilkran einsatzleiter/-innen auch einen entschei denden Beitrag zu einer umweltgerechten, nachhaltigen, waldbaukonformen, sicheren und wirtschaftlichen Holzernte im entlege nen und unbefahrbaren Gelände (Bergflan ken, Täler, Gräben und empfindliche Bö den). Die moderne Seilkrantechnik ist ein strument für die Pflege des wichtiges In Schutzwaldes und hilft so, in den Gebirgs tälern die Sicherheit von Verkehrswegen (Strassen, Eisenbahn) zu gewährleisten. Sie ist aber auch für die schonende Nutzung der Holzressourcen im unwegsamen Gelän de von Bedeutung. Da die Betreiber von
Seilkrananlagen in der Regel regionale Un ternehmer oder öffentliche Forstbetriebe sind, leisten zudem die Ausbildung der Seilkraneinsatzleiter/-innen und die Förde rung der Seilkranbringung allgemein einen willkommenen Beitrag zur Wertschöpfung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in den Regionen.
2005
Der so überarbeitete Lehrgang Seilkran einsatzleiter/Seilkraneinsatzleiterin wurde am 25. Juni 2010 von der Qualitätssiche rungskommission des Vereins «Organisa tionen der Arbeitswelt im Berufsfeld Wald» (OdA Wald Schweiz) genehmigt.
Total bis 2016
Der überarbeitete und 2010 genehmigte Lehrgang hat der Seilkraneinsatzleiter-Ausbildung neuen Schwung verliehen. (Grafik: Beat Philipp) Bündner Wald 1/2017 17
BUWA1701_017 17
13.02.17 08:32
schen schon mehrfach durchgeführt werden und erfreut sich einer positiven Resonanz in der Forstwirtschaft im In- und Ausland. Sogar Forstleute aus Neuseeland und Chile haben sich schon für dieses Ausbildungskonzept interessiert. Forstwartgruppenleiter mit ibW-Zertifikat Die zweite Spezialität, welche nur beim ibW Bildungszentrum Wald Maienfeld angeboten wird, ist die Ausbildung als Forstwartg ruppenleiter/-gruppenleiterin mit ibW-Zertifikat. Die Funktion des Forstwartgruppenleiters hat sich in grösseren Forstbetrieben, wo oft in mehreren Kleingruppen gearbeitet wird, bereits etabliert. Der entsprechende Abschluss mit ibW-Zertifikat trägt dieser Entwicklung Rechnung. Der Modullehrgang Forstwartgruppenlei ter/-gruppenleiterin mit ibW-Zertifikat ist mit sechs Wochen eine relativ kurze Weiterbildung und somit auch ein interessanter Einstieg für Forstwarte und Forstwartinnen, welche nicht sicher sind, ob sie sich einen umfangreicheren Lehrgang zum Vorarbeiter oder Förster zutrauen wollen. Für den Abschluss mit dem ibW-Zertifikat müssen folgende Module absolviert werden: Modul E1 Berufsbildner, Grundlagen für Praktiker Modul G4 Persönliche Arbeits- und Lerntechnik Modul G5 Betriebsmittel und Infrastruktur bewirtschaften Modul D9 Waldfunktionen und Waldpflege Modul E19 Holzbereitstellung Mit der Ausnahme des Moduls E1 sind das alles Grundlagenmodule, welche sowohl von Forstwartvorarbeiter- als auch Försterkandidaten bestanden werden müssen.
Interessantes Berufsbild für engagierte Praktiker Forstwartgruppenleiter und -gruppenleiterinnen übernehmen in ihrem Betrieb neue und spannende Aufgaben. Sie führen ihre Mitarbeitenden oder ihr Team am Arbeitsplatz, organisieren und bereiten die Arbeiten am Einsatzort vor und informieren die Mitarbeitenden vor dem Start der Arbeiten. Sie arbeiten bei der Ausführung mit und überwachen die Arbeiten insbesondere mit Blick auf die Sicherheit, die Arbeitstechnik und den Einsatz der Arbeitsmittel. Bei Holzschlägen können sie in ihrer neuen Funktion auch mit der Holzeinmessung und -sortierung beauftragt werden. Forstwartgruppenleiter sind zudem in der Lage, Jungwaldpflege arbeiten selbstständig zu organisieren und deren Ausführung zu leiten. Gewissenhafte Zeiterfassung, Kenntnisse im Rapportwesen und Verständnis für wirtschaftliches Handeln runden das Profil der gelernten Forstwartgruppenleiter/-gruppenleiterinnen ab. Bisher konnte knapp 30 Absolventen ein Gruppenleiterzertifikat überreicht werden. Einige davon haben sich inzwischen auch zum Forstwartvorarbeiter weitergebildet.
Beat Philipp Fachvorsteher Wald ibW Höhere Fachschule Südostschweiz CH-7304 Maienfeld beat.philipp @ ibw.ch
Hanspeter Weber Ausbildungsleiter Forsttechnik ibW Höhere Fachschule Südostschweiz CH-7304 Maienfeld hanspeter.weber @ ibw.ch
18
BUWA1701_018 18
13.02.17 08:32
OdA Wald GR und Weiterbildungs angebote der SELVA
Der Baustellen- und Holzschlagsignalisationskurs der SELVA in Zusammenarbeit mit der SUVA und der Kantonspolizei Graubünden hat sich während mehrerer Jahre grösster Beliebtheit erfreut. (Bild: SELVA)
Die SELVA – Verband der Waldeigentümer Graubünden – bildet zusammen mit dem Verein Graubünden Wald, dem Bündner Forstunternehmerverband und dem Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden (AWN) die Organisation der Arbeitswelt Wald Graubünden (OdA Wald GR). Der Begriff «Organisationen der Arbeitswelt» (OdA) stammt aus dem Berufsbildungs gesetz. Gemeint sind damit die Verbände, welche als Partner des Bundes und der Kantone die Berufsbildung mittragen. In der schweizerischen Forstbranche haben die Verbände und Bildungszentren 2007 den Verein OdA Wald Schweiz gegründet. Er ist unter anderem Träger des Berufsbil dungsfonds Wald und erarbeitet Regle mente für die forstlichen Bildungsgänge.
OdA Wald Graubünden Die OdA Wald Graubünden wurde im Juni 2010 offiziell gegründet. Ihr ausführendes Organ ist die Ausbildungskommission, welche die ehemalige Kommission zur Fortund Weiterbildung von Forstwarten und Waldarbeitern von Graubünden Wald ersetzte. Sie übernimmt seither im Wesent lichen die Funktion einer kantonalen ÜKKommission (ÜK = überbetriebliche Kurse), wie sie in der Berufsbildungsgesetzgebung vorgeschrieben ist. Die Ausbildungskommission der OdA Wald Graubünden setzt sich zusammen aus ständigen Mitgliedern mit Vertretern des AWN, der Arbeitgeberverbände (Waldeigentümer und Forstunternehmer) sowie drei Vertretern des Forstpersonals bzw. der Lehrbetriebe. Diese drei Bündner Wald 1/2017 19
BUWA1701_019 19
13.02.17 08:35
Vertreter werden vom Verein Graubünden Wald, dem eigentlichen Forstpersonalverband Graubündens, gestellt. Zudem können bei Bedarf drei weitere Mitglieder in beratender Funktion beigezogen werden. Es sind dies je ein Vertreter vom Amt für Berufsbildung Graubünden (AfB) und vom Bildungszentrum Wald Maienfeld sowie ein Berufskundelehrer einer Bündner Berufsfachschule. Die Hauptziele der OdA Wald Graubünden sind die Umsetzung der Verordnung über die berufliche Grundbildung für Forstwart/in EFZ, die Organisation der ÜK, Sicherstellung der Koordination zwischen Lehrbetrieben, Berufsfachschulen und Anbietern der ÜK sowie die Förderung der forstlichen Aus- und Weiterbildung im Kanton Graubünden. Die OdA Wald Graubünden ist bemüht, die Bedürfnisse der Forstbranche zu erfassen, dem Wandel der Zeit Rechnung zu tragen und jedem Forstfachmann den persönlichen Wandel zu ermöglichen. Das Resultat dieser Bemühungen ist unter anderem das jährlich gemeinsam ausgeschriebene Weiterbildungsprogramm. Der umfassende Inhalt wird alljährlich in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wald und Naturgefahren, der SELVA und dem ibW Bildungszentrum Wald Maienfeld gestaltet. Gerne werden jeweils auch Spezialwünsche für betriebs interne Kurse entgegengenommen. Weiterbildungsangebote der SELVA Als erster kantonaler Waldwirtschaftsverband der Schweiz setzte sich die SELVA bereits früh für die speziellen Belange der Forstwirtschaft in den Bündner Gebirgswäldern ein und als wichtiger Arbeitgeberverband auch für eine spezifische Aus- und Weiterbildung der Forstleute. Die SELVA passt ihre Weiterbildungskurse stets an die
zeitlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Forstbranche an. Einige Anlässe und Informationsveranstaltungen der SELVA sind bereits zur Tradition geworden und kaum mehr aus der forstlichen Agenda im Bündnerland wegzudenken – so die SELVA-Informationsveranstaltung, welche jeweils Ende Jahr mit der Betriebsleitertagung ForstBAR kombiniert wird. Forstbetriebliche Themen wie auch die Holz energie stehen bei den SELVA-Kursangeboten seit jeher an vorderster Stelle. In Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie dem Dachverband WaldSchweiz, mit kantonalen Partnern (AWN, ANU, KaPo, TBA, ALG und AJF), der SUVA, Holzenergie Schweiz, mit Schulen der forstlichen Bildungslandschaft und vielen weiteren konnten einige spannende Angebote generiert werden. Spontane und nicht im offiziellen Jahresprogramm publizierte Veranstaltungen der SELVA zu aktuellen Themen stossen dabei auch immer wieder auf grossen Anklang. Entsprechende Wünsche und Bedürfnisse dazu können der SELVA-Geschäftsstelle jederzeit direkt gemeldet werden. Eine Übersicht über die aktuellen Veran staltungen und Termine findet man auf der Homepage www.selva-gr.ch unter der entsprechenden Rubrik.
Nina Gansner Geschäftsführerin SELVA CH-7302 Landquart info @ selva-gr.ch
20
BUWA1701_020 20
13.02.17 08:35
ANZEIGE
-
-
Bündner Wald 1/2017 21
BUWA1701_021 21
13.02.17 08:35
Über den Tellerrand schauen – Bergwaldmanager/in Die Chancen des länderübergreifenden Austauschs 1981 war Graubünden Wald eines der Gründungsmitglieder des Vereins ARGE Alpenländischer Forstvereine. Mittlerweile sind insgesamt acht Forstvereine aus fünf Alpenländern dabei. Die Tätigkeiten des internationalen Vereins beschränken sich nicht auf die zu erwartende, reine Branchenarbeit oder Lobbyismus. Mit dem Lehrgang Bergwaldmanager/in besteht auch ein konkretes Angebot für jedes Einzelmitglied. Doch was beinhaltet der Titel eigentlich? Magistra Monika Arzberger, die den Lehrgang schon mehrfach mitorganisierte, sowie Corsin Flepp, einer der Bündner Teilnehmer, geben uns dazu Auskunft. Der Lehrgang Bergwaldmanager/in (Mag. Monika B. Arzberger) In der täglichen Arbeit erleben Waldfachleute – sei es in der Schweiz, in Österreich, in Bayern oder Südtirol –, dass zum Erfolg nicht nur viel forstfachliches Know-how und Erfahrung gehören. Ebenso wichtig ist es, alle Interessengruppen, die den Wald vielfältig nutzen wollen, einzubinden. Wie für die Waldbewirtschaftung braucht es auch für die Kommunikation und die Beteiligung der verschiedenen Interessengruppen das passende Handwerkszeug. Im Rahmen des INTERREG-Projekts Schutzwaldplattformen/-foren in Tirol und Bayern (2009 – 2012) wurde ein Weiterbildungskonzept entwickelt, in dem Forstfachleute nicht nur in der Theorie über Moderation, Partizipation, Umgang mit Konflikten, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit reden, sondern das gemeinsam Gelernte in eigenen Praxisprojekten erproben können und dabei kollegiale Unterstützung erfahren. 2010 wurde der erste Lehrgang angeboten.
An konkreten Beispielen aus dem Arbeits alltag im Berg- und Schutzwaldmanagement werden kommunikative Strategien und der Einsatz von partizipativen Verfahren zum Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen (Forst, Gemeindeverwaltungen, Waldbesitzer, Tourismus, Wasserwirtschaft, Jagdvertreter, Naturschutz usw.) kennengelernt. Ziel ist es, Wege kennenzulernen, wie der Informa tions- und Wissensaustausch gelingen kann, um sich mit allen Beteiligten und Betroffenen über Planungen und Massnahmen in den Bergwaldregionen abzustimmen. Das Konzept des «voneinander, miteinander und übereinander Lernens» und die positiven Rückmeldungen aus den Forstverwaltungen hat auch die ARGE Alpenländische Forstvereine überzeugt: Das Weiterbildungs konzept wurde mit dem Alpinen Schutzwaldpreis 2011 ausgezeichnet. Mit dem Ende des INTERREG-Projekts musste ein neuer Träger für den modular aufgebauten Lehrgang gefunden werden. Die ARGE Alpenländische Forstvereine e. V. hat 2013 diese Aufgabe übernommen. Seitdem können Interessierte aus allen deutschsprachigen Alpenregionen teilnehmen. Im November 2016 wurde der sechste Weiterbildungsjahrgang für die erfolgreiche Teilnahme mit dem Zertifikat «Bergwalma nager/in» ausgezeichnet. Damit hat sich das Netzwerk der Absolventen auf 104 Personen erweitert. In insgesamt sieben Lehrgangstagen, verteilt auf drei Module, werden folgende Inhalte vermittelt: –– Grundlagen der Beteiligung im länd lichen/öffentlichen Raum –– Grundlagen der Prozessplanung (Projektmanagement) –– Grundlagen der Kommunikation und Gruppendynamik
22
BUWA1701_022 22
13.02.17 08:36
–– Beteiligungsmethoden und -verfahren; grosse Gruppen moderieren –– Umgang mit Konflikten, Grundlagen der Konfliktmoderation –– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zwischen den drei Modulen erarbeiten die Teilnehmenden ein konkretes Praxisprojekt und tauschen sich in länderübergreifenden Lernpartnerschaften über den eigenen Arbeitsalltag aus. Um das Netzwerk der Bergwaldmanager/in langfristig zu stärken und den Lehrgang an die sich verändernden Anforderungen der Arbeitgeber anzupassen, wird das Weiterbildungskonzept aktuell weiterentwickelt. Geplant ist es, die Fortbildung so zu gestalten, dass neben dem Zertifikat Bergwaldma nager/-in auch das europäische CECRAZertifikat für Beratung im ländlichen Raum erworben werden kann. Das CECRA-Zertifikat ist ein anerkannter beruflicher Qualifizierungsnachweis. 2018 soll das neue Angebot an den Start gehen. Für den Herbst 2017 entwickelt das Trainerteam aus Forst- und Partizipations exper ten für alle zertifizierten Bergwaldmanager / innen einen Vernetzungs- und Fortbildungstag mit dem Schwerpunkt «Wiederbe waldung nach Waldbrand – forstliche und kommunikative Herausforderung». Erfahrungen des Absolventen Corsin Flepp, Revierförster Medel (Lucmagn) GR Wald: Sie sind seit 33 Jahren Förster. In dieser Zeit kam es sicher zu Änderungen in Ihren Tätigkeiten. Welche Anforderungen haben an Bedeutung gewonnen, welche sind eher etwas in den Hintergrund geraten? Corsin Flepp: Heute ist der Förster Betriebsleiter, Planer, Kommunikator, Aufseher, Betriebswirtschafter, Konfliktmanager und er-
ledigt viel Administration. Vor 30 Jahren war er fast nur im Wald tätig; das heisst, Holzanzeichnung, Holzernte und Verkauf, Jungwaldpflege, wenig Administration. Im Bergwaldmanager-Lehrgang stehen im Wesentlichen die Themen Kommunikation und Interaktion im Zentrum. Wo sehen Sie die Verbindung zu den genannten Änderungen? Der Beruf des Försters ist viel komplexer geworden. Durch die genannten Änderungen hat der Austausch mit verschiedensten Kreisen zugenommen. Entscheide sind vermehrt an vorgegebene Verfahren gebunden, die den einzelnen Interessenten mehr Betei ligungsmöglichkeiten geben. Darum ist Kommunikations- und Konfliktmanagement viel wichtiger als früher. Der Lehrgang ist primär an Berufsleute aus Bergregionen der Alpen gerichtet. Welche aktuellen Aspekte, die der Lebensraum Alpen mit sich bringt, wurden darin speziell thematisiert? Der Wald wird heute von unterschiedlichen Akteuren «heimgesucht», gerade auch in den Alpen. Nicht alle haben die gleichen Vorstellungen und Wünsche, z. B. Jagd und Tourismus. Konflikte sind da vorprogrammiert. Wie man diese angehen kann und welche Lösungsansätze es gibt, war ein Hauptbestandteil des Lehrgangs. Ein Merkmal ist das länderübergreifende Teilnehmerfeld aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und der Schweiz. Was für Erkenntnisse brachte Ihnen die Internationalität des Lehrgangs? Andere Länder, andere Sitten. – Denkste! Unsere Nachbarn haben oft die gleichen Konflikte zu lösen. Sie werden jedoch unterBündner Wald 1/2017 23
BUWA1701_023 23
13.02.17 08:36
schiedlich angegangen. Diese unterschied lichen Wege zu sehen und sich darüber aus zutauschen, war spannend. Wo in Ihrem Alltag kommt das Gehörte und Erfahrene meist zum Einsatz? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Verschie dene Strategien können zum Ziel führen.
ARGE Alpenländischer Forstvereine Gründung
1981, seit 2015 Rechtsform als eingetragener Verein
Mitglieder
Acht Forstvereine (fünf Gründungsvereine)
Zweck
Zwischenstaatlicher Gedankenaustausch, Problemen der Waldbewirtschaftung mit gemeinsamen Lösungsinitiativen begegnen
Regel mässige Aktivitäten
Alle drei Jahre Fachtagung, jedes Jahr Schutzwaldpreis
Infos
www.arge.forstvereine.eu
Welche man anwendet, kann von entschei dender Bedeutung sein. So werden bei spielsweise meine Mitarbeiter heute stärker in Betriebsentscheide miteinbezogen. Wie ist Ihr persönliches Fazit zum Lehr gang? Der Meinungsaustausch mit Forstkollegen aus anderen Alpenländern war sehr interes sant. Es wurden verschiedene Möglichkei ten von Kommunikation und Problemlösun gen aufgezeigt. Der Lehrgang, den ich jedem empfehlen kann, war für mich eine positive Erfahrung. Walter Krättli Verein Graubünden Wald walter.kraettli @ ibw.ch
ANZEIGE
g
n lz: sche Behandlu arten und Hauesrhaft o h n e ni emi ald, G m dau Extre Kasta Ohne ch Für W
Castagnostyle Sagl Al Dosso CH-6807 Taverne www.castagnostyle.ch verkauf@castagnostyle.ch 079 132 31 30
Verbauungsholz, Pfähle, Rundholz, Bauholz
24
BUWA1701_024 24
13.02.17 08:36
Was heisst Praxisnähe in der forstlichen Bildung? Wer forstliche Aus- und Weiterbildung betreibt, sieht sich immer wieder mit der Forderung nach mehr Praxisnähe konfrontiert. Forstleute an der Front sehen sich selber gerne als die Praktiker schlechthin. Theorie ist in diesen Kreisen verpönt und Theoretiker ein Schimpfwort. Als Lehrkraft mit keiner oder wenig Praxiserfahrung hat man da eher schlechte Karten. Dafür erhöhen etwas Dreck unter den Fingernägeln und Harz bis zu den Ellbogen die Glaubwürdigkeit massiv. Die Frage ist nur, wie sich diese Haltung auf den Fortschritt unserer Branche auswirkt. Man darf sicher davon ausgehen, dass Forstwarte und Forstwartinnen, welche nach erfolgreich absolvierten Grundlagenmodulen und bestandener Eignungsabklärung zum Försterlehrgang zugelassen werden, einen guten Lehrabschluss in der Tasche haben und die persönlichen Voraussetzungen mitbringen, um gute Förster zu werden. Tatsache ist aber auch, dass diese Försterkandidaten und -kandidatinnen beim Antritt zum HF-Bildungsgang Waldwirtschaft – so heisst nämlich die Försterausbildung inzwischen – bereits sehr stark von ihrer noch relativ jungen forstlichen Vergangenheit in den Ausbildungsbetrieben und ihren ersten Schritten in der Berufswelt geprägt sind. Die Voreingenommenheit und die Ansichten, welche da manchmal zum Vorschein kommen, stellen der forstlichen Praxis nicht immer ein gutes Zeugnis aus: Grüne Anliegen werden aus Prinzip nicht ernst genommen, Sicherheitsvorschriften gelten als lästige Schikane, der höhere Forstdienst wird als störend empfunden, betriebliche Überlegungen, sorgfältige Planung und Büroarbeit werden belächelt, etc. … Und wer etwas anderes behauptet, wird als Theoretiker beschimpft. So geprägte, junge Forstleute haben ihr Weltbild
meist von zweifelhaften Vorbildern übernommen, ohne selber viel infrage zu stellen. Zum Glück sind aber solche Ewiggestrige unter den Studierenden dann doch eher die Ausnahme. Etwas verbreiteter ist hingegen die skep tische Erwartungshaltung, welche viele, durchaus interessierte Teilnehmende den forstlichen Weiterbildungen entgegenbringen. Sie sind es offenbar von der Grundausbildung her gewohnt, vor allem Lösungen auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Dies oft, bevor sie selber die betreffenden Fragestellungen erkannt oder gar verstanden haben. Versucht man Teilnehmern eines Kurses als Erstes die wichtigen, theoretischen Zusammenhänge zu einem Aufgabenbereich verständlich zu machen, wird sehr schnell der Ruf nach mehr Praxisnähe laut. Am liebsten in Form von Praxisbeispielen, welche man eins zu eins kopieren kann. Zusammenhänge zu verstehen, ist nicht so gefragt. Praktiker wollen Rezepte. Auch wenn man den Lernenden allgemeingültige Lösungsmuster für die Ausarbeitung kleiner Projekte abgibt, wird es manchmal schon schwierig. Anstatt für eine konkrete Pro blemstellung die relevanten Lösungsschritte zu erkennen und anzuwenden, wird dann das Problem dem Lösungsschema angepasst. Zum Beispiel, indem Variantenvergleiche mit Pseudovarianten angestellt werden, auch dort, wo sich offensichtlich nur eine sinnvolle Lösung anbietet. Einfach nur, weil im Schema als Entscheidungshilfe ein Va riantenvergleich vorgeschlagen wird. Wenn dann auch bei Projekten in der Praxis so gearbeitet wird, muss man sich nicht wundern, dass die Resultate als zu theoretisch kritisiert werden oder nur halbwegs zielführend sind. Leider sind nicht nur Lernende und Praktiker im Wald von dieser fragwürdigen AuffasBündner Wald 1/2017 25
BUWA1701_025 25
13.02.17 08:33
sung von Praxisnähe durchdrungen. Dieser Praxisfimmel hat seit einiger Zeit auch in den forstlichen Bildungs- und Prüfungsgremien auf höchster Ebene Einzug gehalten. So sind intelligent konzipierte Prüfungsanlagen mit Einzelaufgaben, welche geeignet sind, gewisse Kompetenzen ganz gezielt und effi zient zu überprüfen, fast tabu. Heute muss man zum Beispiel die Forstwartlernenden im Rahmen der Lehrabschlussprüfung einen ganzen Tag «praxisnah» bei ihrer täglichen Arbeit im Holzschlag beobachten, um he rauszufinden, ob sie die Holzereiarbeiten beherrschen. Wenn es dumm läuft und der Holzschlag keine besonderen Schwierigkeiten bietet, haben dabei die Experten kaum Gelegenheit, die Prüflinge bei einem anspruchsvollen Trennschnitt, einer besonderen Fälltechnik, einer kniffligen Situation beim Rücken oder Ähnlichem zu beurteilen. Grob gesagt, könnte man das mit einem Skirennen vergleichen, bei dem die Wettkämpfer den ganzen Tag auf der Piste beobachtet werden, anstatt dass man sie einen «künstlichen» aber anspruchsvollen Torlauf absolvieren lässt, um ihre Leistungen als Skifahrer zu messen. Aber Hauptsache, wir prüfen praxisnah. Richtig verstandene Praxisnähe geht doch anders. Praxisnähe heisst doch, sich mit den praxisrelevanten Fragestellungen auseinanderzusetzen, die entscheidenden Zusammenhänge – auch die theoretischen – zu verstehen und mithilfe des aktuellen Wissensstands nach zeitgemässen Lösungen zu
suchen. Somit muss die sinnvoll eingesetzte Theorie auch nicht im Widerspruch zur Praxis stehen. Sie hilft vielmehr, die Realität besser zu verstehen und ihr auf der Basis von fundierten, wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen wirksam zu begegnen. Nur theoretische Betrachtungsweisen erlauben uns, Probleme auch einmal aus un gewohnter Perspektive zu betrachten und vielleicht sogar grundsätzlich neue Lösungsansätze zu finden. Wenn wir uns immer nur an der bisherigen Praxis orientieren, werden sich unsere Fortschritte massiv in Grenzen halten. Wer auf neue Herausforderungen immer nur mit halbwegs passenden Rezepten reagiert und nicht selber nach mass geschneiderten Lösungen sucht, wird nie die bestmöglichen Resultate erreichen. Der wirklich professionelle Praktiker sollte sich nicht mit der Nachahmung von guten Beispielen begnügen. Was der Wald und die Waldwirtschaft brauchen, sind kreative Fachleute, welche ihre fundierten theore tischen Kenntnisse zweckmässig und wirkungsvoll in die Tat umsetzen können. Dafür setzt sich das Bildungszentrum Wald Maienfeld ein.
Beat Philipp ibW Höhere Fachschule Südostschweiz CH-7304 Maienfeld beat.philipp@ibw.ch
26
BUWA1701_026 26
13.02.17 08:33
ANZEIGE
Inserat Florinett AG 2014 (10.01.2014)
Mit Hand und Herz am Holz
Florinett AG Forstunternehmung Tel. 081 407 15 58
BERGHOLZ-ZENTRUM 7482 BERGÜN/BRAVUOGN
Bergholz-Zentrum Florinett AG Sägerei Tel. 081 407 11 74 Tonewood Switzerland Florinett AG Instrumentenholz Tel. 081 407 21 34
www.florinett-holz.ch | www.tonewood.ch Unser Unternehmen ist FSC zertifiziert: für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft! Bündner Wald 1/2017 27
BUWA1701_027 27
13.02.17 08:33
Ziele und Angebote der Fachstelle für forstliche Bautechnik «Ja, es geht um die Dokumentation der Dammbauten zur Geschiebelenkung in Sta. Maria in Val Müstair. Herr Weber, Sie sprachen davon, entlang der leitenden Dämme Rähnen realisiert zu haben. Für mich ist das neu, und es gibt sicher viele, die diese Art der Gerinnesicherung nie an gewendet haben. Das ist für unsere Samm lung spannend. Wir haben zur gemein samen Erarbeitung ein vorbereitetes Raster, das wir Ihnen senden. Am einfachsten ...» So oder ähnlich beginnt die Kontaktaufnah me der Fachstelle für forstliche Bautechnik (fobatec) zur Dokumentation von realisier ten Bauwerken oder Projekten. Nach wie vor gehört das Sammeln und Dokumentie ren des Berufswissens und Erfahrungs schatzes langjähriger Praktiker zur primären Aufgabe der Fachstelle. Mit deren Veröf fentlichung über die Website der Fachstelle profitieren sowohl die Berufswelt wie auch die Ausbildung. Die Entwicklung eines Fachbereichs Seit den Kriegsjahren der 40 er- bis in die frühen 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts herrschte im forstlichen Umfeld eine rege Bautätigkeit. Die technischen Fortschritte, das wirtschaftliche Umfeld und nicht zuletzt die guten Margen beim Holzverkauf ermög lichten diese Investitionen. Forschungs- und Entwicklungsarbeit waren unumstritten und führten zur eigenständigen Entwicklung des Fachbereichs der forstlichen Bautechnik. Führende Erkenntnisse und Techniken waren der Lohn dafür. In einer Vielzahl von Projekten bauten forstliche Kreise schweizweit einen riesigen Erfahrungsschatz auf. Forschungs- und Praxiserkenntnisse wurden direkt in der Ausbildung genutzt. Seither gingen die Zahl und der Umfang solcher Projekte zurück. Man konzentrierte sich immer mehr auf den Unterhalt und
die Instandsetzung der geschaffenen W erte. Der rückläufige Bedarf und – viel bedeu tender – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führten dazu. Der Forschungsbedarf nahm ab und der Stellenwert in der Ausbildung damit ebenso. Gleichzeitig machte damals wie heute der technische Fortschritt auch vor der Waldwirtschaft keinen Halt. Unterhalt und Instandsetzung genügen allmählich vielerorts den aktuellen Bedürfnissen einer zeitgemässen Waldbewirtschaftung nicht mehr. Notwendige Anpassungen stehen insbesondere bei der Walderschliessung an und müssen in technischer, ökologischer und finanzieller Hinsicht zukunftsorientiert ausgerichtet sein. Veränderungen in der Bildung Die Ausrichtung in der Ausbildung hat sich in derselben Zeit von der lernzielorientierten Wissensvermittlung hin zur Kompetenz entwicklung gewandelt. Berufliche Handlungsfähigkeit setzt sich gemäss beruflicher Bildung immer aus ausreichend entwickelter Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz zusammen. Die abnehmende Halbwertszeit des Wissens und gestiegene Wissensverfügbarkeit unterstützen diesen Trend. Durch diesen Wandel wird die Behandlung thematischer Pflichtinhalte offener. Ein Ausdruck dafür ist der weit verbreitete, modularisierte Unterricht. Er ermöglicht den Lernenden die Kompetenzerreichung bei gleichzeitig individueller, thematischer Schwerpunktsetzung. Einerseits bieten sich für die jungen Leute damit attraktive Möglichkeiten zur Mitgestaltung ihrer Ausbildung. Andererseits ist es für die Ausbildung herausfordernd zu definieren, welche Inhalte die notwendige Pflicht für alle Absolventen sein soll. In der Folge ist für die Berufswelt der direkte, themenspezifische Einsatz von Ausbildungsabgängern ohne Prüfung
28
BUWA1701_028 28
13.02.17 08:36
deren persönlicher Bildungsprofile heute weniger möglich. Es müssen vermehrt spezi fische Wissensdefizite nachgeholt werden. Aufgrund der schnellen Entwicklung unserer Zeit geht es aber nicht nur den Ausbildungs abgängern so. Ziele der Fachstelle Mit der Schaffung der Fachstelle für forst liche Bautechnik begegneten Kantone und Bund den genannten Entwicklungen und Herausforderungen. Die forstliche Bautech nik mit ihren naturverträglichen Methoden in Planung und Ausführung entspricht voll auf dem Zeitgeist des ressourcenschonen den Handelns auch über den Forstbereich hinaus. Daher wurden der Fachstelle fol gende Ziele mitgegeben: –– Erfahrungswissen sammeln, aufbereiten und weitergeben, –– Aktualitäten vermitteln, –– den Anschluss an gültige Standards der allgemeinen Baubranche (Normen, Sicherheitsvorschriften, Arbeits standards) knüpfen und pflegen, –– Anliegen und Erkenntnisse der Praxis an die Forschung und Ausbildung übermitteln sowie umgekehrt, –– Netzwerke zur Wahrnehmung der Aufgaben aufbauen und Kontakte an interessierte Kreise vermitteln, –– Angebote zur Weiterbildung im Fachbereich publizieren und organisieren. Angebote der Fachstelle Um die genannten Ziele zu erreichen, wur den bis zum dritten Betriebsjahr verschiede ne Instrumente und Formen geschaffen. Die Website bildet für die Fachstelle die hauptsächliche Informations- und Kommu nikationsplattform. Sie beinhaltet Basiswis sen zu den verschiedenen Disziplinen des
forstlichen Bauens, aber auch detailliertes Wissen in Form von Fachliteratur und Lite raturhinweisen. Eine Rubrik widmet sich ganz der für die forstliche Bautechnik ausschlaggebenden Bodenmechanik. Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse des Fach bereichs werden in den News publik ge macht. Im Weiteren wird auf eigene oder weitere Weiterbildungsangebote hingewie sen. Wichtig ist auch die Vernetzung zu wei teren spezialisierten Stellen und Gremien. Herzstück der Website bildet die Sammlung der schweizweit dokumentierten Bauwerke und -projekte. Wie eingangs des Artikels anhand eines Beispiels genannt, dokumen tiert die Fachstelle mithilfe von planenden und ausführenden Praktikern realisierte, forstliche Bauten. Dabei steht immer das Bestreben, regionale Ausprägungen und Projekt erfahrungen einfliessen zu lassen. Obwohl meist individuelle Vorgehenswei sen und Techniken angewandt wurden, wird die Relation zu den gültigen Normen und aktuellen Arbeitsstandards soweit möglich gemacht. Mit der Dokumenta tionsarbeit kann ein Teil des Erfahrungs schatzes von Praktikern erhalten und für kommende Berufsleute gesichert werden. Daher bildet die Dokumentation die Kern aufgabe der Fachstelle. Die geknüpften Kontakte bei der Dokumen tationsarbeit führen häufig zu weiterer Zu sammenarbeit wie beispielsweise der ge meinsamen Organisation und Durchführung von Fachtagungen. In Zusammenarbeit mit Spezialisten aus der Praxis, der Lehre oder Forschung werden zu unterschiedlichen Themen Weiterbildungsanlässe für die Be rufswelt organisiert. Für die Fachtagungen werden meist um fangreiche Tagungsdokumente oder auch nur Merkblätter erarbeitet, die möglichst alltagstauglich als Nachschlagewerke ge Bündner Wald 1/2017 29
BUWA1701_029 29
13.02.17 08:36
Rähne zum Schutz vor Murgangerosion in Val Quaunas, Val Müstair. Dokumentation auf www.fobatec.ch. (Bild: Hj. Weber)
dacht sind. Sie werden abschliessend auf der Website publiziert. Erfolgreich sind die genannten Tätigkeiten nur dank der wertvollen Mitarbeit der vielen Fachleute aus den Baugruben, den Trassen, den Bachläufen, den Felspartien, den Rutschungen, den Büros, den Verwaltungen, den Ausbildungsstätten und Forschungsanstalten – und letztlich dank euch Leserinnen und Lesern. Weshalb also nicht zum Hörer
greifen und die eigene Erfahrung weitergeben? Und plötzlich heisst es: «Ja genau, es geht um euer Projekt …» Walter Krättli Fachstelle für forstliche Bautechnik CH-7304 Maienfeld walter.kraettli@ibw.ch www.fobatec.ch
ANZEIGE
NAULI AG HOLZHANDEL Via Spinatsch 11 7014 Trin Wir empfehlen uns für den Kauf und Verkauf von Rundholz in jeglicher Form
Grischa-Brennholz.ch Tel. 081 353 41 51 info@nauli-holz.ch
Fax 081 353 41 54
Grischa-Kastanienholz.ch Handy 079 610 29 81 www.nauli-holz.ch
30
BUWA1701_030 30
13.02.17 08:36
Wünsche und Gedanken unserer Lernenden Weshalb machen Jugendliche eine Ausbildung im Wald? Was wünschen sie sich vom Lehrbetrieb? Was stösst ihnen «sauer auf»? Gefällt es ihnen wirklich im Wald oder verfolgen sie andere, neue Wege? Mittels einer Umfrage bei den Forstwartlernenden im 3. Lehrjahr der Berufsschulen Chur und Samedan versucht der «Bündner Wald» einige Fragen zu klären, Wünsche offenzulegen und auch zum Überdenken der täglichen Praxis anzuregen. Im letzten Herbst fragte ich beim Amt für Berufsbildung, ob man mir einen Bericht verfassen könnte, der unseren Ausbildungsbetrieben auch Hinweise für die «Rekrutierung» junger Berufsleute gibt. Ich wünschte mir zum Beispiel Antworten auf folgende Fragen: «Rekrutieren» wir teils die «falschen» Personen? Sollten wir in den Schulen bezüglich Information über die Waldberufe aktiver werden? Nach welchen Kriterien suchen sich die Jugendlichen den Forstwartberuf überhaupt aus? Wie und mit welchen Argumenten werden die Waldberufe seitens der Berufsberatung «schmackhaft» gemacht? Muss in der Schnupperlehre etwas Grundsätzliches geändert werden? Die telefonische Antwort auf meine Anfrage war sehr freundlich, aber für mich auch etwas ernüchternd. In den Berufsinformations zentren wird den Waldberufen relativ wenig nachgefragt. Das liege aber keineswegs an fehlendem Interesse bei den Jugendlichen. Nein, es scheint einfach so zu sein, dass sich jene, die sich für Waldberufe interessieren, auf anderen Kanälen über diese Berufe und die Möglichkeiten informieren. Die Antworten der Lernenden bestätigten nun auch diese Vermutung. Der direkte Kontakt mit der Natur ist offenbar bei der Wahl eines Waldberufes in den meisten Fällen so etwas wie der erste Funken eines Feuers. Dank der Mithilfe der Berufsschullehrer war es mit
geringem Aufwand möglich, den Lernenden einen Fragebogen zuzustellen und diesen von ihnen ausfüllen zu lassen. Die Antworten einiger Fragen könnten uns durchaus auch helfen, die Ausbildung unserer Lernenden weiter zu verbessern oder aber auch unser eigenes Handeln wieder einmal zu überdenken. Denn egal ob Forstwart, Waldarbeiter, Ingenieur, Vorarbeiter oder Förster, wir alle haben gegenüber unseren Lernenden eine wichtige Vorbildrolle wahrzunehmen. Nachfolgend wird nun der an die Lernenden abgegebene Fragebogen mit einer Zusammenfassung der Antworten präsentiert. Die Zusammenfassung und Interpretation der Antworten geschah ohne weitere Rückfragen an die Lernenden und nicht nach den «offiziellen» Regeln der Statistik. Sämtliche Aussagen beziehen sich ausschliesslich auf die ausgefüllten und zurückerhaltenen
Arbeit auf dem Polterplatz Klosters. (Bilder: Sandro Krättli) Bündner Wald 1/2017 31
BUWA1701_031 31
13.02.17 08:34
Fiutscher Chur 2010.
29 Fragebogen, Zahlen in Klammern hinter den jeweiligen Antworten geben Aufschluss darüber, wie viele Lernende in diesem Sinn antworte ten. Bei einigen Antworten sind auch Mehrfachnennungen möglich, bei an deren antworteten nicht alle, weshalb das Total aller Antworten nicht immer mit dem Total der zurückerhaltenen Fragebo gen übereinstimmt.
Fragen an die Forstwartlernenden im 3. Lehrjahr Du befindest dich nun im letzten Teil deiner Forstwartlehre und dein Weg führt dich in drei bis vier Monaten an den ersten Teil der Lehrabschlussprüfung. Somit ist es langsam auch Zeit, einen Blick zurück auf deine Lehrzeit zu werfen. Der «Bündner Wald» widmet sich 2017 in seiner Februarausgabe
dem forstlichen Bildungsweg. Wir möchten euch nun die Gelegenheit geben, an dieser Stelle den Ausbildungsbetrieben gewisser massen ein Zeugnis auszustellen und auch Anregungen mitzuteilen, wie die Ausbildung in den Betrieben verbessert werden kann. Es interessiert uns auch, wie ihr die über betrieblichen Kurse erlebt habt. Und wir möchten hier auch erfahren, was ihr Schü lern mit auf den Weg geben wollt, die sich erst mit dem Gedanken befassen, vielleicht einmal eine Forstwartlehre zu absolvieren. Dazu haben wir euch diesen Fragebogen zusammengestellt. Wir sind dabei auf ehr liche und offene Aussagen angewiesen, welche wir in zusammengefasster Form im Februar 2017 publizieren werden. Der Fra gebogen sieht keine Namen und Adress daten von euch vor. So können wir aus
32
BUWA1701_032 32
13.02.17 08:34
schliessen, dass aus diesen Formularen irgendwelche Rückschlüsse auf eure Person gemacht werden können. (Im gesamten Fragebogen wird bewusst nur die männliche Form verwendet. Fragen und Antworten gelten natürlich für Forstwartlernende beider Geschlechter gleichermassen.)
Väter auch im Wald arbeiten. Etwa ein Viertel der jungen Berufsleute entwickelte durch eigene Recherchen und Ferienjobs im Wald ein grosses Interesse am Forstwartberuf. Was war damals bei deiner Berufswahl der ausschlaggebende Faktor? Für 23 Lernende und somit fast 80 Prozent der Befragten war die Arbeit in und mit der Natur ein oder der ausschlaggebende Faktor bei der Berufswahl. Weiter bevorzugten die Lernenden auch schon vor Lehrbeginn körperliche Betätigung. Auch die Verbundenheit mit dem Wald und dem Holz kam bei einem Fünftel der Befragten klar zum Ausdruck. Nebst verschiedenen anderen Argumenten führten einige auch den Umgang mit Maschinen als (mit-) entscheidenden Faktor bei der Berufswahl an.
Beriet dich zu der Zeit deiner Berufswahl ein professioneller Berufsberater und aufgrund welcher Gegebenheiten hat er dir den Forstwartberuf empfohlen? Die Antworten auf diese Frage bestätigten die Aussagen von Frau Wiesendanger (Amt für Berufsbildung) vollumfänglich. 23 Lernende (fast 80 Prozent der Befragten), die sich in unserem Kanton aktuell für die Abschlussprüfung vorbereiten, geben an, ihre Berufswahl ohne Konsultation einer Berufsberatungsstelle getroffen zu haben. Jenen, welche eine Beratungsstelle aufsuchten, wurde der Forstwartberuf unter anderem mit Attributen wie Arbeit in der freien Natur, körperliche Arbeit, Teamarbeit und befriedigende Arbeit vorgestellt. Diese Argumente decken sich im Übrigen recht genau mit den Überlegungen, welche unsere Lernenden dazu bewogen, sich für die Arbeit im Wald zu entscheiden. Diejenigen, welche eine Berufsberatungsstelle aufsuchten, bestätigen heute auch, dass die dort erhaltenen Informationen der Realität entsprechen.
In wie vielen Forstbetrieben hast du wie viele Forstwart-Schnupperlehren absolviert? Die Jugendlichen möchten sich ihrer Sache so sicher wie nur möglich sein, bevor sie sich für einen Beruf entscheiden. Rund 80 Prozent von ihnen besuchen zwei, drei oder sogar vier Schnupperlehren. Bis auf wenige Ausnahmen wird jede Schnupperlehre in einem anderen Betrieb gemacht. Nur noch etwa ein Sechstel von allen entscheidet sich bereits nach einer Schnupperlehre im Wald für den Forstwartberuf.
Wie wurde aber der weitaus grösste Teil unserer Lernenden auf die Forstwartlehre aufmerksam? Knapp 40 Prozent unserer Lehrlinge des 5. Semesters wurden durch ihre Eltern, weitere Verwandte oder Freunde auf diesen schönen Beruf im Wald aufmerksam. Bei einzelnen trifft sogar das Sprichwort «Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», da deren
Bist du aus heutiger Sicht mit deiner damaligen Forstwart-Schnupperlehre (oder den Schnupperlehren) und dem dort Erlebten zufrieden? Obwohl sich über 80 Prozent dieser erlebten Schnupperlehren offenbar als zufriedenstellend bis sogar sehr zufriedenstellend erwiesen, zeigte sich auch ein Vorteil der heutigen Praxis, in der Regel mehrere SchnupperlehBündner Wald 1/2017 33
BUWA1701_033 33
13.02.17 08:34
ren in verschiedenen Betrieben zu besuchen. Sollte jemand nämlich aus irgendwelchen Gründen für seine Schnupperlehre einen für den Betrieb ungeeigneten Zeitpunkt wählen und nur ein sehr beschränktes Spektrum al ler Arbeiten erleben, so kann dieses Manko mit einer weiteren Schnupperlehre in einem anderen Betrieb wettgemacht werden. Aus dem Rückblick zeigt sich auch, dass eine gute Betreuung des Schnupperlehrlings von grosser Bedeutung ist, damit sich dieser während seines Besuchs im Betrieb auch wohlfühlt. Oft denken die Betriebe darüber nach, Schnupperlehrlinge nach einer einwöchigen Schnupperlehre einer kleinen Prüfung zu unterziehen, um besser beurteilen zu können, ob sich der Schnupper lehrling für einen Waldberuf eignet. Hattest du eine solche Prüfung abzulegen und was hältst du grundsätzlich von dieser Idee?
Sicherheitsholzerei entlang der A28 in Klosters Mezzaselva.
Etwas mehr als ein Drittel der Lehrlinge machte offenbar am Ende der Schnup perlehre eine kleine Prüfung. Fast alle von ihnen können diesem Verfahren durchaus Positives abgewinnen und erachten es als eine gute Idee. Dieser Meinung schliessen sich auch einige an, die nicht persönlich mit einem solchen Test konfrontiert wurden. Hingegen sind nur wenige wirklich der Ansicht, dass so etwas überflüssig ist. Was rätst du künftigen Interessenten respektive Schnupperlehrlingen? Welche Fragen sollten sie sich selbst stellen, bevor sie sich definitiv für den Forstwartberuf entscheiden? Wie wohl von den meisten erwartet, emp fehlen unsere Lernenden den Jugendlichen im Berufswahlprozess, sich vor der definiti ven Entscheidung in selbstkritischer Art und Weise nochmals folgende Fragen zu stellen: – Bin ich auch bei Wind, Kälte und nassem Wetter gerne draussen? – Bin ich wirklich fit und motiviert, körperlich zu arbeiten? – Bin ich 100-prozentig von meiner Berufswahl überzeugt und gut über den Beruf informiert? Wie hast du deinen Lehrbeginn (dein Befinden während der ersten Tage deiner Forstwartlehre) in Erinnerung? Etwa zwei Drittel der Befragten verbinden die Erinnerungen an ihre ersten Tage im Lehrbetrieb mit positiven Gedanken, auch wenn es natürlich sehr streng war und die Umstellung von der Schulbank zur Arbeit anfangs einem ersten Härtetest gleichkam. Es zeigt sich aus den Rückmeldungen auch, dass gerade in den ersten Tagen eine inten sive Betreuung und verständliche Erklärun gen für die Jugendlichen sehr wichtig sind, da sie sich von einem Tag auf den anderen
34
BUWA1701_034 34
13.02.17 08:35
in einem völlig neuen Umfeld zurechtfinden müssen. Der erste Kurs (ÜK-A) fand im Herbst des ersten Lehrjahrs statt. Wie beurteilst du diese Terminplanung? Hast du betreffend diesen Kurs offene Wünsche? Bei der Beantwortung dieser Frage zeigte sich ein grosser Unterschied zwischen Lernenden der Berufsschule Chur und jenen aus Samedan. Die meisten von ihnen erachten es als wichtig, bereits vor dem ÜK-A erste Holzereierfahrungen im Lehrbetrieb machen zu können. Den Wermutstropfen sehen die Engadiner Lehrlinge beim Kursort. Sie wünschen sich für die zukünftigen Lehrlinge ihrer Region einen näheren Kursort. Die Lernenden der Berufsschule Samedan absolvieren ihren ÜK-A in der Regel im November in den Kantonen ZH oder SH, was mit einer Reisezeit von vier bis fünf Stunden pro Weg verbunden ist. Da die Planung der Kurse kantonsübergreifend erfolgt und es ein Anspruch ist, eine optimale Teilnehmerzahl einzuhalten, sind die Ausbildungsverantwortlichen gezwungen, eine Kompromisslösung umzusetzen. In Rücksicht auf die Berufsschulen werden die Lernenden aus der Region Engadin deshalb gemeinsam in einen Kurs im Unterland integriert. Mit drei unterschiedlichen Fragen versuchte der «Bündner Wald» herauszufinden, ob die Lernenden im breiten Angebot der überbetrieblichen Kurse gerne eine Änderung hätten. Da das Spektrum dieser Kurse heute sehr breit gefächert ist, sehen die Lernenden kaum Bedarf an zusätzlichen Kursen. Indi viduelle Kurswünsche, die in bestimmte Nischen zielen, wie zum Beispiel die Baumpflege, können in Zusammenarbeit mit der OdA Wald Graubünden organisiert werden.
Der eine oder andere schlägt vor, den Nothilfekurs vor den ÜK-A zu schieben oder wünscht sich vermehrt regionale Kurse. Etwas kritisch stehen die Lernenden dem ÜK-D2 Ökologie und dem Forstgartenpraktikum gegenüber. Aus dieser Haltung entstehen wohl auch neue Fragen. Vielleicht entstehen daraus auch Fragen, die wir uns in den Ausbildungsbetrieben stellen sollten. Zum Beispiel zu unserem Umgang respektive unserem ehrlichen Bezug zum Thema Ökologie und wie wir unsere Lernenden auf das Forstgartenpraktikum vorbereiten. Wie beurteilst du das Angebot respektive die Ausbildung in deinem Ausbildungsbetrieb? (Die beantworteten Fragebogen stammten alle von Lernenden, welche ihre Ausbildung in einem öffentlichen Betrieb machen.) Rund zwei Drittel unserer Lehrlinge sind mit ihrem Ausbildungsbetrieb zufrieden und attestieren ihren Mitarbeitern hohe Fach kompetenz. Was die Lernenden ausserdem sehr zu schätzen wissen, ist eine gute Betreuung während der gesamten Lehrzeit und wenn sich der Betrieb für die Ausbildung bewusst Zeit nimmt. Dies dürften wohl auch die ausschlaggebenden Punkte dafür sein, dass sie sich dafür aussprachen, ihren Lehrbetrieb weiterzuempfehlen. Ein aus Sicht des Lernenden schlechtes Betriebsklima wirkt sich jedoch auch stark auf diese Wahrnehmung aus. Wo liegen die Stärken «deines» Betriebs? Anhand der Rückmeldungen darf davon ausgegangen werden, dass in den meisten Ausbildungsbetrieben ein gutes Arbeits klima herrscht und in die Ausbildung viel Zeit investiert wird. Rund ein Drittel der Lehrlinge sieht die Stärke seines Ausbildungsbetriebs in der gesamten Holzernte. Bündner Wald 1/2017 35
BUWA1701_035 35
13.02.17 08:35
Viele Lehrlinge erachten auch die Vielseitig keit ihres Betriebs als Stärke.
zei, Grenzwache, Landwirtschaft, Baubran che).
Wo liegen die Schwächen «deines» Betriebs? Dort, wo die einen die Stärken ihres Be triebs sehen, finden andere eine gewisse Schwäche. Wo mit dem betriebseigenen Personal nur relativ wenig Holzernte betrie ben wird, kommt dies in den Antworten klar negativ zum Ausdruck und wird sehr be dauert. Selbiges wird auch festgehalten, wenn das Betriebsklima eher frostig ist oder die Arbeitsorganisation zu kurzfristig ausge führt wird.
Was möchtest du künftigen Forst wartlehrlingen auf ihren beruflichen Weg mitgeben? Es ist bekannt, dass von Generation zu Ge neration Ratschläge weitergegeben werden. In gewissen Belangen sind es seit Jahrzehn ten dieselben. Ratschläge aus Erfahrungen gleichaltriger «Leidensgenossen» akzeptie ren wir eher. Bestimmt haben unsere jungen Berufsleute viele ihrer eigenen Ratschläge auch selbst erhalten – genau wie auch jene von uns, die schon seit zwanzig oder dreissig Jahren im Wald arbeiten. Doch Hand aufs Herz: Haben wir im jugendlichen Übermut und Tatendrang alles befolgt und ernst ge nommen? Oder stellten wir vielleicht erst Jahre später fest, dass der ältere Mitarbeiter von damals eben doch recht hatte? Stellver tretend für die ganze Vielfalt der Ratschläge werden die meistgenannten nachfolgend in möglichst originalgetreuem Wortlaut aufge führt: – Beachtet eure Körperhaltung, arbeitet sicher und genau, so könnt ihr viele Unfälle verhindern (10) – Motivation ist das A und O in der Lehre (7) – Sehr interessanter und abwechslungs reicher Beruf (3) – Immer am Ball bleiben und lernen, es bleibt nicht viel Zeit bis zur LAP (3) – Sagt auch mal stopp, wenn ihr euch überfordert fühlt (3) – Es lohnt sich, diese Lehre zu Ende zu bringen; sie öffnet dir viele Türen (2)
Wie beurteilst du den Inhalt des Fachunterrichts an der Gewerbeschule? Nebst verschiedenen persönlichen und so mit auch sehr individuellen Wünschen darf bei fast 90 Prozent der Lehrlinge eine gros se Zufriedenheit festgestellt werden. Ge wisse persönliche Vorlieben bezüglich der Themen dürfen durchaus als normal be trachtet werden. Welchen beruflichen Weg wirst du nach deiner Lehre einschlagen und weshalb? Über zwei Drittel der Lehrabgänger erklär ten, dass sie der Forstbranche weiterhin treu bleiben werden, wobei fast die Hälfte von ihnen eine forstliche Weiterbildung (Maschinenführer, WS-Kursinstruktor, Förs ter HF etc.) anstrebt. Knapp 20 Prozent der Lernenden möchten sich während der ihnen bevorstehenden Rekrutenschule noch genauere Gedanken zu ihrer beruflichen Zukunft machen. Nur gerade etwas mehr als 10 Prozent dieses Forstwartjahrgangs aus unserem Kanton gab an, die Branche nach dem Lehrabschluss zu wechseln (Poli
Welchen Wunsch möchtest du den Ausbildungsbetrieben mitteilen? – Weiter so! beziehungsweise keinen expliziten Wunsch (11)
36
BUWA1701_036 36
13.02.17 08:35
– – – – – – – – – – –
Geduld haben mit den Lernenden (2) Nicht mit Werkbetrieben fusionieren, Fokus auf den forstlichen Bereich setzen (1) Besser auf das Arbeitsklima achten und mehr Freude an der Arbeit zeigen (1) Individuelle Stärken und Schwächen der Mitarbeiter beachten und respektieren (1) Dass sie pflichtbewusste Lernende erhalten (1) Lehrlinge gut ausbilden, aber nicht übermässig unter Druck setzen (1) Gegenüber den Lernenden etwas mehr Geduld und Willen zeigen (1) Arbeitssicherheit einhalten (1) Der Arbeitsorganisation genügend Gewicht beimessen (1) Nur einen Lehrlingsausbilder anstellen (1) Der Lehrling sollte mit allen Mitarbeitern zusammenarbeiten dürfen (1)
Lehrbetrieben. Sie zeigen sich mit der Forstwartausbildung und ihren Ausbildungsbetrieben im Grossen und Ganzen sehr zufrieden. Es erscheinen aber auch Kritikpunkte, welche bei allen, welche in die Ausbildung unserer Lernenden involviert sind, ernst genommen werden sollten. Einen herzlichen Dank möchte ich allen Lernenden aussprechen, die den Fragebogen ausgefüllt und zurückgegeben haben, sowie auch den Berufsschullehrern, welche mich bei der Abgabe und beim Einsammeln der beantworteten Fragebogen bereitwillig unterstützt haben.
Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald
Unsere Lernenden berichteten hier sehr offen über ihre Ansichten und ihr Befinden während der Ausbildungszeit in unseren
Wasserfassungen_Kessler.pdf
1
29.03.16
Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch
13:49
ANZEIGE
Christian Kessler Dahlienstrasse 1 7302 Landquart
Bündner Wald 1/2017 37
BUWA1701_037 37
13.02.17 08:35
Interkantonaler Waldfachtag in Maienfeld Am 28. Oktober 2016 fand im ibW Bildungszentrum Wald Maienfeld bereits zum dritten Mal der Interkantonale Waldfachtag statt. Die Idee ist, dass an diesem Tag Waldfachverantwortliche beim Zusammentreffen mit den Studierenden vom aktuellen Försterlehrgang Einblick in die Försterausbildung erhalten und den Studierenden gleichzeitig Einblick in ihre Tätigkeiten und Anliegen als Vertreter der Waldeigentümer geben können. Wie schon in den früheren Durchführungen, fand auch diesmal bei engagierten Diskussionen ein reger, interkantonaler Austausch statt. Der Tag wurde um neun Uhr vom Fachvor steher Beat Philipp eröffnet. Er konnte zu sammen mit 22 Försterstudierenden neun Waldfachverantwortliche aus den Kantonen GR, SG und OW, den neuen Ausbildungs verantwortlichen des Kantons Tessin, Marco Marcozzi, sowie Nina Gansner, die Geschäfts führerin vom Verband der Waldeigentümer Graubünden SELVA, begrüssen. Im Rahmen einer Vorstellungsrunde erhielten dann die Teilnehmenden Gelegenheit, sich kurz zu präsentieren und ein erstes Statement zu ih rer Rolle im Wald abzugeben. Im Anschluss folgte ein Inputreferat des Fachvorstehers über die Position und die Rolle der Wald fachverantwortlichen, ein Überblick über die aktuelle Bildungslandschaft im Wald sowie eine Präsentation des ibW Bildungszentrums Wald im Allgemeinen und der Försterausbil dung in Maienfeld im Speziellen. Nach diesem eher theoretischen Block ging es auch für die Teilnehmenden an die Ar beit. Im Rahmen eines Workshops wurden in fünf Gruppen folgende Schwerpunktthe men zum Thema Försterausbildung erörtert: –– Welche Weiterbildungsbedürfnisse beste hen heute? Welche folgen? –– Ist die Schule ausreichend nahe an der Praxis?
–– Welche Eigenschaften und Fähigkeiten haben die Absolvierenden mitzubringen? –– Was erwarten Studierende von ihrem künftigen Arbeitgeber? –– Welche Stellenprofile gibt es im Forst dienst heute und in der Zukunft? Weiterbildungsbedürfnisse heute und morgen Grundsätzlich konnte festgestellt werden, dass heute viele Aus- und Weiterbildungs möglichkeiten bestehen, welche die aktuel len Bedürfnisse recht gut abdecken. Ge nannt wurden, um nur einige aufzuzählen, Ranger, Forstingenieur, Naturgefahrenbe auftragter und Umweltbeauftragter. Bedarf wurde vor allem bei den Spezialisierungs möglichkeiten in den Bereichen Betriebs wirtschaft, Holzhandel und Naturschutz geortet. Für die Zukunft kam man zum Schluss, dass bis in 20 Jahren die Digitali sierung weiter zunehmen und die Försterar beiten sich noch mehr im Büro und weniger im Wald abspielen werden. Der Spezialisie rungsbedarf werde zunehmen. Öffentlich keitsarbeit, Energiemanagement, Klima wandel, Naturgefahren und Neophyten wurden als Schwerpunktthemen der Zukunft bezeichnet. Damit der Förster HF auf dem Arbeitsmarkt attraktiv bleibe, sei es wichtig, diesen Entwicklungen in der Aus bildung Rechnung zu tragen. Ausreichende Praxisnähe? Die Beurteilung der Praxisnähe fiel sowohl den Studierenden als auch den Wald eigentümervertretern schwer. Man war sich einig, dass sich die Forstbetriebe und Forst reviere in ihren Strukturen stark unterschei den und ganz unterschiedlichen Ansprü chen aus der Öffentlichkeit unterworfen sein können. Demnach könne nicht von einer einheitlichen Praxis gesprochen wer
38
BUWA1701_038 38
13.02.17 08:33
den, nach welcher sich die Ausbildung zu richten hätte. Wichtig sei es, sich an allge mein anerkannten Fragestellungen und Er kenntnissen aus der Praxis zu orientieren und dabei vor allem die wichtigen Zusam menhänge zu verstehen. Was haben Absolvierende mitzubringen? Von den Absolvierenden der Försterschule werden vielerlei Kenntnisse und Kompeten zen gefordert. Hauptsächlich würden Fähig keiten auf der operativen und strategischen Ebene der Betriebsführung und Planung er wartet. Zudem seien gute Kenntnisse in den Bereichen Kommunikation, Budgetplanung, -präsentation und -überwachung gefragt. Förster sollten sich auch mit Öffentlichkeits arbeit auskennen und dabei über die nötige Kritikfähigkeit verfügen. Als selbstverständ
lich werden natürlich nicht zuletzt auch die rein forstlichen Fachkompetenzen im Be reich der Waldpflege und Waldbewirtschaf tung angesehen. Grundsätzlich sei es aber in allen Bereichen wichtig, dass die frischge backenen Förster fähig seien bzw. rasch die Fähigkeit entwickeln, das Gelernte bei der praktischen Arbeit anzuwenden. Erwartungen an die Arbeitgeber und künftiges Stellenprofil Die Studierenden erwarten von den künfti gen Arbeitgebern vor allem zeitgemässe An stellungsbedingungen mit genügend Kom petenzen und die Möglichkeit, sich bei Bedarf gezielt weiterbilden zu können. Im Gegenzug würden sie nach eigenen Ein schätzungen die Voraussetzungen mitbrin gen, um ein Forstrevier bzw. einen -betrieb
Abb. 1: Besonders während der Gruppenarbeiten fand ein reger Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Studierenden und Waldeigentümervertretern statt. (Bild: Sebastian Rohrer) Bündner Wald 1/2017 39
BUWA1701_039 39
13.02.17 08:33
ohne grosse Anlaufzeit fliessend überneh men und leiten zu können. Betreffend Stellenprofil des Försters der Zukunft kam man zum Schluss, dass mit zunehmend grösseren und komplexeren Gemeindeforstbetrieben, oft auch in Kom bination mit dem Werkbetrieb, die Anfor derungen an die Führungskompetenzen der Förster als Forstbetriebsleiter steigen wer den. Dazu gehören sicher auch erhöhte Fle xibilität und ausgeprägte Sozialkompeten zen. In Kombination mit der zunehmenden Digitalisierung und zusammen mit den be reits erwähnten steigenden Ansprüchen in den Bereichen Naturschutz, Landschafts pflege, Naturgefahren und Öffentlichkeits arbeit dürften sich die Aufgaben des Förs ANZEIGE
ters der Zukunft in Richtung Natur- und Umweltdienstleister sowie Naturgefahren manager entwickeln. Schlusswort Der Waldfachtag, der genau genommen nur ein Waldfachhalbtag war, endete mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa des Bildungszentrums. Dort konnte nach den an geregten Diskussionen in den Gruppen im ungezwungenen Rahmen weiter gefach simpelt werden. Der rege und engagierte Meinungs- und Erfahrungsaustausch wäh rend des gemeinsamen Vormittags und die freundlichen Rückmeldungen der Teilneh menden liessen keine Zweifel offen, dass sich auch die dritte Ausführung dieser Veranstal tung gelohnt hatte. Sowohl die Vertreter der Waldeigentümer als auch die Studierenden konnten von diesem halben Tag mit interes santen Einblicken in den Schulalltag bzw. in die anspruchsvollen Aufgaben und Funktio nen von Waldfachverantwortlichen und Förstern profitieren. Besonders wohltuend waren die Statements der Waldfachverant wortlichen. Sie zeigten sich der Bedeutung der Förster als unverzichtbare Funktionäre in der Öffentlichkeit sehr bewusst und hoffen auf schlagkräftigen Nachwuchs, welcher ih nen, den Waldeigentümervertretern, auch in Zukunft helfen wird, eine professionelle Pfle ge und Bewirtschaftung unserer Wälder zu gewährleisten. Für die Schule heisst das, dass es umso wichtiger ist, die Ausbildung lau fend den sich verändernden Bedingungen und Herausforderungen anzupassen. Beat Philipp ibW Höhere Fachschule Südostschweiz CH-7304 Maienfeld beat.philipp@ibw.ch
40
BUWA1701_040 40
13.02.17 08:33
50 Jahre Försterschule und fast 40 Jahre Markus Hürlimann «Wir wollen die zukünftigen Förster, die bei uns das Diplom erwerben, zur Beobachtung des Waldes erziehen. Den grössten Teil ihrer Informationen soll der Förster ja aus dem Wald selber herausholen, nicht aus Büchern. Wir wollen hier schliesslich keine Theoretiker ausbilden, sondern führend-tätige Waldpraktiker», so die Aus sage von Ernst Zeller, dem damaligen Direktor der Interkantonalen Försterschule Maienfeld, vor bald 40 Jahren. Nicht nur diese Aussage gilt seither immer noch an der Försterschule in Maienfeld – seither ist im «Maienfelder Bovel» auch Markus Hürlimann anzutreffen: Es gibt fast keinen in Maienfeld ausgebildeten Förster mehr, der nicht auch bei ihm die Schulbank drückte! Markus Hürlimann ist seit bald 40 Jahren an der
BüWa: Geschätzter Markus, kannst du dich den BüWa-Leserinnen und -Lesern vorstellen und deinen Werdegang zum eigent lichen «Urgestein» der Försterschule kurz schildern? Markus: Aufgewachsen bin ich im Glarnerland in der kleinen Gemeinde Sool, die heute Teil der Grossgemeinde «Glarus Süd» ist. Für mich war die Berufswahl bereits als kleiner Junge klar – auch ohne Berufsberatung: Ich wollte draussen in und mit der Natur arbeiten! Weil es für den Beruf des Wildhüters aber keine entsprechende Lehre gab, begeisterte ich mich schnell für die damals noch junge Berufslehre zum Forstwart. 1974 konnte ich meine Forstwartlehre bei der Nachbargemeinde Schwanden erfolgreich abschliessen. Als junge Burschen konnten mein Bruder und ich damals auch mit dem Bau einer privaten Berg- bzw. Maiensässhütte beginnen, die nach wie vor eine grosse Bedeutung für mich hat. Nach Lehrabschluss arbeitete ich zwei Jahre in einem Zürcher Stadtrevier als Forstwart und konnte mich nebenbei als Instruktor
Försterschule und es gibt fast keinen in Maienfeld ausgebildeten Förster mehr, der nicht auch bei ihm die Schulbank gedrückt hat. (Bild: Nina Gansner)
des Waldwirtschaftsverbands ausbilden lassen. Diese nebenamtliche Tätigkeit als In struktor und Kursleiter habe ich bis 1989 regelmässig ausgeübt. Die Försterschule habe ich selbst 1976 / 1977 besucht und die damals einjährige Ausbildung zum Förster absolviert. Während rund anderthalb Jahren nach der Försterschule leitete ich diverse Holzereikurse des WVS (heute Wald Schweiz) und investierte viel Zeit in den weiteren Ausbau der bereits genannten Hütte. Und dann bist du wieder zurückgekehrt zur Försterschule in Maienfeld? Genau – am 1. August 1978 hatte ich meinen ersten Arbeitstag an der Försterschule in Maienfeld und bin seither hier. Damals wurde ich als Instruktor eingestellt, um bei praktischen Übungen zu helfen. Nicht nur die Bezeichnung und die Aufgaben der daBündner Wald 1/2017 41
BUWA1701_041 41
13.02.17 09:44
maligen Instruktoren haben sich in der Zwischenzeit geändert – heute sind wir Fachlehrer und/oder Dozenten –, sondern auch das Ausbildungsspektrum der gesamten Schule und damit deren Benennung. Die Interkantonale Försterschule Maienfeld hat bereits in frühen Jahren ihren Beitrag zur Seilkranausbildung geleistet und auch einen Ausbildungslehrgang für ForstwartVorarbeiter angeboten. So wurde aus der Interkantonalen Försterschule Maienfeld bald das Bildungszentrum Wald Maienfeld (BZWM) mit modularen Ausbildungseinheiten für Forstwart-Vorarbeiter sowie Seilkraneinsatzleiter und einem breiten Ausbildungsangebot im Bereich Wald und Forst, das weit über den eigentlichen Försterlehrgang hinausging. Meine Haupttätigkeit beinhaltet seit jeher den klassischen Försterlehrgang, welcher grundsätzlich vier Ausbildungsbereiche beinhaltet: Allgemeinbildung, Betriebsführung,
Lehrwald mit Übernachtungsmöglichkeit: Das Bildungszentrum Wald verfügt über einen Lehr- und Übungswald und einer einfachen Schutzhütte. (Bild: zVg ibW Bildungszentrum Wald)
Waldbau & Ökologie sowie Forsttechnik. Neben gewissen Themen im Waldbau unterrichte ich h auptsächlich die Fächer Forstschutz sowie Wild & Jagd. Seit bald 20 Jahren betreue ich auch den Lehrwald in Rona, welcher praktisch von sämtlichen forstlichen Lehrgängen in der Schweiz irgendwann einmal aufgesucht wird. Neben zahlreichen Kleinversuchen und Anschauungsobjekten, die während dieser Zeit durchgeführt und eingerichtet wurden, konnten wir in den letzten Jahren vor allem mit Zollikofen zusammen Marteloskope einrichten. Ein Marteloskop ist ein sorgfältig dokumentiertes waldbauliches Trainingsgelände und damit ein wichtiges didaktisches Werkzeug. Dabei handelt es sich um eine genau definierte Fläche, in welcher nicht nur jeder Baum nummeriert, sondern auch sein Durchmesser, seine Art sowie der ökonomische und manchmal auch der ökologische Wert bekannt sind. Die Betreuung des Lehrwalds und die Koordination aller Lehreinsätze darin ist für meine Tätigkeit eine schöne Bereicherung. So habe ich die Möglichkeit, doch auch selber Hand anzulegen und praktische Arbeiten zu verrichten. Der Lehrwald bietet neben guten Anschauungsobjekten und Langzeitbeob achtungen auch einen wichtigen Beitrag zur Geselligkeit innerhalb der einzelnen Lehrgänge – mehrtätige Exkursionen und Ausbildungsaufenthalte schweissen auf eine andere Art und Weise zusammen, als dies im normalen Schulunterricht der Fall ist. Dein persönliches Jubiläum fällt also nicht ganz zusammen mit dem Jubiläum der Försterschule? Nein, leider nicht ganz. Die Interkantonale Försterschule Maienfeld feiert im 2017 ihr 50-jähriges Bestehen – ich selber kann erst im 2018 auf meine 40-jährige Tätigkeit an
42
BUWA1701_042 42
13.02.17 09:44
derselben zurückschauen. Natürlich habe ich bei Stellenantritt im Jahr 1978 nicht damit gerechnet, so lange hier zu sein. Allerdings hatte ich das Glück, dass sich die Aufgaben und Tätigkeitsbereiche ständig erweitert haben und ich mich aktiv bei der Gestaltung des modernen Försterlehrgangs einbringen konnte. Zum eigentlichen Jubiläum der Försterschule muss ich etwas ausholen: Die ersten Verhandlungen zur Gründung der Interkantonalen Försterschule hat der Bundesrat im Jahr 1965 geführt. So wurde der Grundstein für zwei solcher Schulen gelegt, eine davon für die West- und eine für die Südostschweiz. Bei uns konnte so 1967 – also vor genau 50 Jahren – der erste, damals noch einjährige Lehrgang im Plantahof Landquart durchgeführt werden. Weil die Förster am Plantahof allerdings nur Gastrecht während der Sommermonate in Anspruch nehmen konnten, war man glücklich über den Spatenstich im Jahr 1973 zur eigenen Försterschule in Maienfeld. Diese konnte dann am 17. September 1975 durch Bundesrat Hans Hürlimann eröffnet werden. Ich persönlich besuchte selber also den ersten Försterlehrgang, der komplett am neuen Standort in Maienfeld durchgeführt werden konnte – damals schon mit Internat, welches allerdings noch nicht in einem separaten Gebäude untergebracht war. Das 50-Jahr-Jubiläum umfasst also eigentlich 50 Jahre gemeinsame Försterausbildung in der Südostschweiz – als kantonsübergreifend zusammengeschlossene Ausbildung anstelle der kantonalen Kurse. Dieses Ju biläum soll 2017 im grossen Stil mit der Durchführung eines europäischen Forstwettkampfes gefeiert werden! Gut 70 bis 80 Studierende von Forstschulen aus 17 Ländern inklusive ihrer Betreuerteams werden dazu in der Auffahrtswoche zur European
Championship in Forestry Skills (ECFS) 2017 in Maienfeld erwartet. Wenn du persönlich auf die letzten 40 Jahre Försterschule zurückschaust – was hat sich alles geändert? Die im Jahr 1967 eingeführte einjährige Ausbildung, welche dann ab 1975 hier in Maienfeld einquartiert werden konnte, hat relativ lange angedauert. 1994 wurde der Försterlehrgang dann auf eineinhalb Jahre verlängert, was auch mit einem Um- und Ausbau der Försterschule an sich verbunden war. Die Verlängerung des Försterlehrgangs um ein halbes Jahr wurde als nötig erachtet, weil die Anforderungen an die Förster in der Praxis erheblich gestiegen waren. Eine Verbesserung der Ausbildung in allen Ausbildungsbereichen, insbesondere aber in Betriebsführung und Informatik, konnte somit gewährleistet werden. Einige Jahre später, im Jahr 2000, wurde mit dem Forstwart-Vorarbeiter-Lehrgang auch die Modularisierung der forstlichen Ausbildung in Maienfeld eingeführt. Seither gliedert sich die Försteraus bildung in zwei Teile: Der erste, berufsbegleitende Teil besteht aus sechs Grundlagenmodulen von ein bis zwei Wochen und einer Eignungsabklärung. Der zweite Teil ist ein Kompaktlehrgang als Vollzeitstudium. Dieser dauert 21 Monate inklusive 22 Wochen Praktikum. Das Berufsbild des Försters hat sich also grundlegend geändert und damit auch die Ausbildung? Genau. Das Berufsbild des Försters hat sich tatsächlich stark verändert, und damit auch die Ausbildung – insbesondere der Umfang des Lernstoffs ist gewaltig gestiegen. Dabei stelle ich mir manchmal schon auch die Frage, ob die angehenden Förster auch wirklich in der Lage sind, den Lernumfang verBündner Wald 1/2017 43
BUWA1701_043 43
13.02.17 09:44
hat – was aber wiederum nicht den Studenten zuzuschreiben ist! Ansonsten absolvieren die jungen Leute von heute gleich motiviert ihre Ausbildung mit Begeisterung für die Waldbranche. Die Ansprüche an Ausbildung und Beruf haben sich zwar stark verändert, aber die jungen Berufsleute kennen die Branche und wissen, auf was sie sich einlassen.
Die praktische Ausbildung draussen im Feld bzw. Wald ist eines der wichtigsten Anliegen von Markus Hürlimann. (Bild: zVg ibW Bildungszentrum Wald)
tieft zu verinnerlichen – oder ob manchmal etwas weniger nicht mehr wäre. Natürlich machen der Facettenreichtum und diese Spannweite auch genau die Faszination unseres Berufs aus und es wäre schade, davon Abstriche machen zu müssen – aber ohne enormen zusätzlichen Aufwand können viele Themen nach wie vor nicht weiter vertieft werden und bleiben oft nur oberflächlich behandelt. Ich könnte mir vorstellen, dass hier allenfalls in einem nächsten Schritt in der Grundausbildung leicht «abgespeckt» werden muss. Dafür könnten dann Weiterbildungen angeboten werden, die je nach Situation und Führungsaufgabe massgeschneidert sind und dem Einzelnen vermehrt Rechnung tragen. Bei den Schülern – Entschuldigung, heute spricht man natürlich von Studenten – hat sich vom Alter her nicht viel verändert, diese sind nach wie vor meistens zwischen 22 und 30 Jahre alt. Was sich diesbezüglich verändert hat, ist der Altersunterschied zu mir, welcher kontinuierlich zugenommen
Wurde denn die forstliche Bildungslandschaft nicht nur anspruchsvoller, sondern auch attraktiver gestaltet? Doch, das kann man schon so sagen. Die Weiterbildungsangebote nach der Grundausbildung als Forstwart wurden bedeutend attraktiver gestaltet mit der Ausbildungsmöglichkeit zum Gruppenleiter, ForstwartVorarbeiter, Maschinenführer, Seilkraneinsatzleiter und im Zusammenhang mit der Berufsmatura sogar zur Hochschulbildung. Trotzdem besteht das Problem in der Forstbranche, dass die jungen Berufsleute früh in andere Branchen abwandern. Das ist natürlich nicht primär ein Problem für die Förs terschule, aber der Verlust für die gesamte Forstbranche ist existenziell. Schliesslich braucht es auch Leute, die im Wald arbeiten! Mit deinen Ausführungen stehen wir thematisch schon mitten in der forstlichen Bildungslandschaft. Hatte die Schaffung der Fachhochschule Zollikofen grosse Auswirkungen auf die Försterschulen? Die Fachhochschule Zollikofen sollte wohl die Ausbildung zum Forstingenieur ETH ablösen. Leider hat man sich anfänglich zu wenig nach oben orientiert, sondern eher auch nach unten. Somit haben sich die Befürchtungen teilweise bewahrheitet, dass die «neuen» FH-Forstingenieure auch die Förster HF konkurrenzieren. Allerdings ist
44
BUWA1701_044 44
13.02.17 09:44
die Entwicklung der Studentenzahlen eher von anderen Faktoren abhängig. Die Integration der Försterschule Maienfeld in die Höhere Fachschule Südostschweiz ibW bedeutet für das Bildungszentrum Wald ganz klar Vorteile für dessen langfristige Sicherstellung. Die Weiterführung der Försterausbildung FH in zwei verschiedenen Schulen wird so sicherlich weniger infrage gestellt und die Diskussionen um einen Zusammenschluss zu einer einzigen Schweizer Försterschule sind abgeflaut. Zudem führt dieser «Zusammengang» mit der ibW zu weit besserer Auslastung der Schulräumlichkeiten und eröffnet die Möglichkeit, fachspezifisch weitere Lehrkräfte beizuziehen. Wie sieht denn deiner Meinung nach die Zukunft aus? Die Zukunft des Bildungszentrums Wald ist in der jetzigen Konstellation sehr gut aufgegleist und auch mit weiteren Standbeinen stabilisiert. Die Fachstelle für Gebirgswaldpflege und die Fachstelle für forstliche Bautechnik leisten dazu einen wesentlichen
eitrag, auch unter Berücksichtigung der B heutigen Bildungslandschaft. Wichtig ist, dass die praktische Seite in unserer Ausbildung weiterhin Platz hat – schliesslich ist es die grosse Stärke auch der heutigen Försterausbildung, dass Leute mit grossem Umsetzungsvermögen ausgebildet werden! Meine persönliche Zukunft ist langsam, aber sicher absehbar und voraussichtlich werde ich im Februar 2020 meine Pension antreten. Die Zeit vergeht schnell, ich habe das Gefühl, hier mit meiner Arbeitsstelle in Maienfeld erst grad begonnen zu haben – der Umgang mit jungen Leuten und ein toller Arbeitsplatz wie der meine scheinen definitiv jung zu halten!
Nina Gansner SELVA Bahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart info @ selva-gr.ch
ANZEIGE
Bündner Wald 1/2017 45
BUWA1701_045 45
13.02.17 09:44
Die Anpassung des Gebirgswalds an den Klimawandel will geübt sein Der Klimawandel ist ein allgegenwärtiges Thema. Doch was bedeuten die klimatischen Veränderungen für den Gebirgswald? Wie lassen sich die Konsequenzen abschätzen und Anpassungsmassnahmen treffen? Dies war das Thema der Sommertagung der Schweizerischen Gebirgswaldpflegegruppe, die vom 29. bis 31. August 2016 in Savognin stattfand, und an welcher die rund 60 Teilnehmenden genau dies an konkreten Beispielen übten. In den vergangenen 150 Jahren ist es in der Schweiz etwa 1,8 Grad Celsius wärmer geworden, und es dürfte nochmals wärmer werden – um 4, 3 oder 1 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts, je nachdem, wie rasch und stark die Treibhausgasemissionen weltweit reduziert werden. Im Sommer dürften die Niederschläge zudem abneh-
men und «Hitzesommer» wie 2003 könnten Ende des Jahrhunderts fast jedes zweite Jahr auftreten. So lassen sich die klimatischen Veränderungen, die für die Schweiz erwartet werden, grob zusammenfassen. In den vergangenen sieben Jahren wurden im Rahmen des von BAFU und WSL getragenen Forschungsprogramms «Wald und Klimawandel» die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald intensiv erforscht. Dabei zielte man von Beginn weg darauf ab, dass Praktiker und Praktikerinnen die Forschungsergebnisse bei forstlichen Entscheidungen, z. B. im Waldbau, umsetzen können. Die Schweizerische Gebirgswaldpflegegruppe (GWG) nutzte die Sommertagung 2016, um sich über wichtige Erkenntnisse ins Bild zu setzen und im Programm erarbeitete Beurteilungshilfen zu testen.
a .
b.
c .
Abbildung 1 a, b, c: Verteilung der Vegetationshöhenstufen heute (a. 1980 – 2010) und Ende des 21. Jahrhunderts (2070 – 2099) im Kanton Graubünden, modelliert mit dem RegCM3-Modell (b.) und dem CLM-Modell (c.) für das A1B-Emissionsszenario innerhalb des heutigen Waldareals. (Quelle: Frehner et al. [in Erarbeitung], Karte: Abenis AG) 46
BUWA1701_046 46
13.02.17 09:40
Standortkundliche Grundlagen: «Übersetzungshilfe» in Arbeit Der Schutzwald wird in der Schweiz auf Ba sis der Wegleitung «Nachhaltigkeit und Er folgskontrolle im Schutzwald» gepflegt (NaiS; Frehner et al. 2005 / 09). In Anforde rungsprofilen ist festgehalten, wie ein Wald auf einem bestimmten Standorttyp (Syno nym: Waldgesellschaft) aufgebaut sein soll, damit er gegenüber einer bestimmten Na turgefahr wirksam Schutz bietet. Für die Ansprache des Standorttyps bestehen in den meisten Kantonen Kartierungsschlüssel, zum Teil sind die Standorttypen gar lage genau kartiert. Im Zuge des Klimawandels ändern sich nun aber die Standortbedin gungen und es stellt sich die Frage, wie die Veränderung berücksichtigt werden kann, also wie sich sozusagen der heutige Stand ort in den zukünftigen «übersetzen» lässt. Dieser Frage hat sich im Rahmen des For schungsprogramms «Wald und Klimawan del» ein Team von Standortkundlern unter der Leitung von Monika Frehner angenom men. In einem ersten Schritt modellierten sie die Areale von Buche und Tanne und der kollinen Stufe in der Nordschweiz sowie die Grenzen der Vegetationshöhenstufen unter heutigem und zukünftigem Klima (Abbil dung 1). Dabei verwendeten sie für die Mo dellierung des zukünftigen Klimas das A1BSzenario, ein mittleres Szenario in Bezug auf die Entwicklung der Treibhausgasemissio nen, und sie wählten zwei regionale Klima modelle aus, die für dieses Szenario die Bandbreite der möglichen klimatischen Ent wicklungen aufzeigen. Den unteren Rand des Bands bildet das «RegCM 3»-Modell, welches im Schweizer Durchschnitt im Som merhalbjahr (April bis September) bis Ende des Jahrhunderts zwei Prozent weniger Nie derschlag und eine Erwärmung um 3,1 Grad Celsius Celsius im Vergleich zu heute prog
nostiziert. Den oberen Rand bildet das «CLM»-Modell mit einer Niederschlagsab nahme um 19 Prozent und einem Tempera turanstieg um 4,3 Grad Celsius (Remund et al. 2016). Die Modellierungen zeigen, dass sich bis Ende des Jahrhunderts die Vegetations höhenstufen markant (nach oben) verschie ben dürften (Abbildung 1). Viele Waldbe stände dürften daher künftig einer anderen Vegetationshöhenstufe angehören als heu te. Damit dürfte sich an vielen Orten auch die Zusammensetzung der natürlicherweise vorkommenden Baumarten stark verändern. In einem zweiten Schritt untersuchte das Projektteam, ob ein Standorttyp im Öko gramm der heutigen und der zukünftigen Vegetationshöhenstufe am gleichen Ort liegt oder ob er sich entlang der Feuchte achse verschiebt. Das Resultat der Analysen: Die meisten Standorttypen werden zwar trockener, aber nur so wenig, dass die Posi tion eines Standorts entlang der Feuchtach se als unverändert angenommen werden kann. Dieses geordnete «Mitschwimmen» der Standorttypen mit dem jeweiligen Öko gramm bedeutet, dass für die Ansprache der zukünftigen Standortbedingungen das Öko gramm derjenigen Vegetations höhenstufe verwendet werden kann, in welche ein kon kreter Bestand als Folge des Klimawandels künftig zu liegen kommen dürfte. Hervorzuheben ist, dass die Vegetations höhenstufen sich nicht überall in gleichem Mass verschieben. Daher ist der von Freh ners Team entwickelte Ansatz in der Praxis nur nutzbar, wenn auf hoch aufgelöste Kar ten zugegriffen werden kann, aus welchen die Verschiebung für jeden einzelnen Be stand herauslesbar ist. Die flächendeckend für die ganze Schweiz erarbeiteten Karten sollen deshalb online zur Verfügung gestellt werden. Bündner Wald 1/2017 47
BUWA1701_047 47
13.02.17 09:40
Von der Standortansprache über die Baumartenempfehlung zur Anpassungsmassnahme Mithilfe des oben geschilderten Ansatzes lassen sich die Potenziale und Risiken abschätzen, die sich für eine heutige Bestockung aus dem Klimawandel ergeben, und daraus lassen sich die waldbaulichen (Adaptations-)Massnahmen ableiten. Genau dies übten die Teilnehmenden der GWG-Tagung während eines ganzen Tages im Wald. Dabei prüften sie auch, ob der entwickelte Ansatz für die Praxis taugt. Im Folgenden wird auf zwei Fallbeispiele eingegangen. Fallbeispiel 1: Spegnas 1 Das Fallbeispiel Spegnas 1 liegt auf etwa 1750 m ü. M. in Nordostexposition oberhalb von Rona und befindet sich in der subalpinen Stufe. Beim Standorttyp handelt es sich um einen typischen Hochstauden-FichtenWald (Nr. 60 gemäss NaiS, Frehner et al. 2005 / 09). Der Bestand weist die für diese Höhenstufe typische Rottenstruktur auf und besteht zu 100 % aus Fichte (Abbildung 2). Die Bodenvegetation ist üppig, daher ist zur Verjüngung der Fichte das Vorhandensein von viel Moderholz notwendig. Von den Teilnehmenden der GWG-Tagung wurde die Verjüngung (Anwuchs und Aufwuchs) als ungenügend beurteilt. Die Mo-
Abbildung 2: Erscheinungsbild des heutigen Bestands Spegnas 1. (Bild: Raphael Schwitter)
dellierungen lassen erwarten, dass dieser Standort Ende des 21. Jahrhunderts neu der hochmontanen Stufe angehören wird. Der vergleichbare Standorttyp in dieser Höhenstufe ist der Hochstauden-Tannen-FichtenWald (Nr. 50). Auf diesem Standorttyp sind die Tanne und die Fichte die dominierenden Baumarten. Zur langfristigen Erhaltung der Stabilität und der Schutzleistung dieses Waldes kommen die Teilnehmer der GWGTagung zum Schluss, dass in den nächsten Jahren Schlitze in den Bestand gelegt werden sollen, um die Verjüngung einzuleiten. Damit diese Massnahme fruchten kann, ist allerdings die Reduktion des Wildverbisses eine zwingende Voraussetzung. Im betrachteten Bestand war die waldbauliche Lösung mit und ohne Klimawandel ähnlich; das Augenmerk wurde auf die Erhaltung und Verbesserung des horizontalen und vertikalen Gefüges des Bestands gelegt. Dies ist ein wichtiges Handlungsprinzip, denn Strukturvielfalt trägt dazu bei, klimabedingte Risiken zu reduzieren. Beim nächsten Eingriff – in dieser Höhenlage in rund 30 Jahren – wird dann aber ein zweites Prinzip im Zentrum des Handelns stehen: Die Erhöhung der Baumartenvielfalt durch das Einbringen der Tanne. Da im Bestand bereits ein Wildschutzzaun steht, sollten einige Tannen schon heute testweise angepflanzt werden. Fallbeispiel 2: Sagliot Die Auswirkungen des Klimawandels dürften für das oberhalb von Tiefencastel gelegene Fallbeispiel Sagliot (1350 m ü. M., Nordexposition) deutlich stärker sein. Beim Standorttyp handelt es sich um einen hochmontanen Karbonat-Tannen-Fichten-Wald mit Weisssegge (Nr. 52). Der Bestand – ein starkes Baumholz – setzt sich zusammen aus etwa 80 % Fichte und 20 % Tanne (Abbildung 3). Gegen Ende des Jahrhunderts
48
BUWA1701_048 48
13.02.17 09:40
wird für diesen Standort sowohl mit dem RegCM3- als auch mit dem CLM-Modell ein Klima prognostiziert, wie es heute in der kollinen Stufe anzutreffen ist. Dort kommt unter vergleichbaren Bodenbedingungen ein Eichen-Linden-Mischwald (25Q) vor. Im Naturwald dominieren auf diesem Standorttyp Esche, Kirschbaum, Traubeneiche und Winterlinde. Unter «weitere Arten» werden in NaiS für diesen Standort u. a. auch die beiden heute vorkommenden Arten Fichte und Föhre genannt. Was bedeutet dieser Wechsel des Standorttyps vom hochmontanen Tannen-FichtenWald zum kollinen Laubmischwald nun für die Behandlung des heutigen Bestands? Erwartet werden darf, dass die Risiken für die Fichte wegen zunehmender Sommertrockenheit und steigender Befallsgefahr durch den Borkenkäfer deutlich grösser werden. Die GWG-Mitglieder plädierten daher dafür, in den nächsten zehn Jahren die Verjüngung des Bestands einzuleiten mit dem Ziel, den Fichtenanteil zu verringern. Samenbäume der Waldföhre sind auf den trockeneren Kuppen (Standorttyp 53*, Erika-FichtenWald) vorhanden, und ein Teil der wärmeliebenden Arten kann sich bei geeigneten Lichtverhältnissen bereits heute etablieren, wie die Kirschbaum-Naturverjüngung im angrenzenden Wildschutzzaun zeigt (Abbildung 4). Solche Zäune könnten auch für Testpflanzungen genutzt werden, z. B. mit Abbildung 3: Aussehen des heutigen Bestands Sagliot. (Bild: Barbara Allgaier Leuch)
der Winterlinde, um so Samenbäume zukunftsfähiger Baumarten als «Vorposten» zu etablieren. Bereits heute Traubeneichen einzubringen, wird hingegen als nicht sinnvoll erachtet, denn es wird befürchtet, dass diese unter den heutigen klimatischen Bedingungen kaum überleben würden. In diesem Bestand ergab sich bei Berücksichtigung des Klimawandels wiederum eine Betonung der Baumartenvielfalt, aber auch eine frühere Einleitung der Verjüngung, um Risiken zu vermindern. Fazit Die an der GWG-Tagung bearbeiteten Objekte zeigen, dass als Folge des Klimawandels die Standortveränderungen unterschiedlich ausfallen können, und dass sie – man führe sich das Fallbeispiel Sagliot vor Augen – zum Teil sehr gross sein können. So muss man sich beispielsweise damit vertraut machen, dass das Klima künftig nicht nur im Churer Rheintal, sondern auch in Tiefencastel günstig für die Traubeneiche sein könnte. Die von Monika Frehner und Team erarbeiteten Grundlagen und Übersetzungshilfen bauen auf dem in der Praxis gut verankerten Instrument von NaiS auf. Die darin gutachtlich definierten Standortregionen und Höhenstufen werden an quantitativen klimatischen Parametern festgemacht und die Höhenstufen anschliessend für verschiedene mögliche Klimazukünfte modelliert. Die Tagungsteilnehmenden begrüssten den Ansatz sehr, realisierten aber, dass die sorgfältige Analyse von Standort und Baumarteneignung bei dessen Umsetzung noch wichtiger wird. Die als Prototyp vorliegenden Baumartenempfehlungen leisten hierfür Hilfestellung. In Ergänzung des Ansatzes soll auch das Auge im Wald geschärft werden. Denn gerade in Gebirgslagen wie im Kanton GrauBündner Wald 1/2017 49
BUWA1701_049 49
13.02.17 09:40
Abbildung 4: Kirschbaum-Naturverjüngung im unmittelbar an das Fallbeispiel Sagliot angrenzenden Wildschutzzaun. (Bild: Claudia Bieler)
bünden lässt sich einiges aus dem Gelände ablesen: Welche Baumarten wachsen einige Hundert Höhenmeter weiter unten, wo es wärmer ist? Welche Arten kommen auf den wärmeren Südhängen vor und welche auf den trockeneren Kuppen? Neben dem «Tal-», «Gegenhang-» und «Kuppenblick» darf auch der «Zaunblick» nicht vergessen gehen, denn dieser gibt Aufschluss darüber, welche Zukunftsarten vielleicht schon da wären, wenn sie ungehindert aufwachsen könnten. In Bezug auf die waldbauliche Behandlung der Bestände kamen die GWG-Mitglieder nicht zu wesentlich anderen Eingriffen als ohne Berücksichtigung des Klimawandels; sie massen aber der Baumartenvielfalt grösseres Gewicht bei und leiteten die Verjüngung zum Teil früher ein. Die Baumartenzusammensetzung bei der Verjüngung gezielt zu verändern, ist waldbauliches Handwerk und für die Bewirtschafter nichts Neues – es ändert sich aber teilweise der Zielzustand: Er wird mehr Baumarten enthalten, die an trockenere und wärmere Bedingungen gewöhnt sind.
Literatur Frehner M, Wasser B, Schwitter R (2005 /09) Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald. Wegleitung für Pflegemassnahmen in Wäldern mit Schutzfunktion. Bern: Bundesamt für Umwelt. Frehner M, Huber B, Zgraggen L, Zischg A, van Wijnkoop P, Braun S, Scherler M, Carraro G, Burnand J (in Bearbeitung) Adaptierte standortkundliche Grundlagen. Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms «Wald und Klimawandel». Zwischenergebnisse. Remund J, Rihm B, Huguenin-Landl B (2016) Klimadaten für die Waldmodellierung für das 20. Und 21. Jahrhundert. Schlussbericht. Forschungsprogramm «Wald und Klimawandel». Birmensdorf: Eidgenössische Forschungsanstalt WSL. 39 p.
Barbara Allgaier Leuch Eidg. Forschungsanstalt WSL CH-8903 Birmensdorf barbara.allgaier @ wsl.ch
Nora Zürcher Gadola AG – Naturgefahren Wald Umwelt CH-7172 Rabius zuercher.gasser @ gadola-ag.ch
Dr. Peter Brang Eidg. Forschungsanstalt WSL CH-8903 Birmensdorf peter.brang @ wsl.ch
50
BUWA1701_050 50
13.02.17 09:40
Internationaler Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia Bei der 11. Verleihung des Alpinen Schutzwaldpreises Helvetia wurden elf der 25 eingereichten Projekte ausgezeichnet. Der langjährige Vorarlberger «Kämpfer» Georg Fritz aus Möggers wurde zum Schutzwaldpaten für das Jahr 2017 gekürt. Er setzt seit Jahren auf Naturverjüngung und konnte mit seinem unermüdlichen Einsatz auch Jäger, Waldbesitzer und Landwirte von seiner Philosophie überzeugen (Youtube-Kurzvideo: https://youtu.be/wv5UVOUah4A). Mit der Auszeichnung von beispielhaften Projekten im Alpenraum wird die Öffentlichkeit für das Thema der Schutzwaldthematik sensibilisiert. Die Erhaltung und Verbesserung des Schutzwaldes hat im Alpenraum eine immens wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung. Nur dank der Schutzwälder können Menschen in vielen Gebieten der Alpen überhaupt wohnen und wirtschaften. Heuer wurde die internationale Veranstaltung im neuen Holzbürogebäude «Illwerke Zentrum Montafon» in Vandans ausgerichtet. Schutzwald ist eine grüne Lebensversicherung für Mensch und Infrastruktur Regierungsvertreter verschiedener Länder der ARGE-Mitglieder unterstreichen mit ihrer Teilnahme an der Preisverleihung die Bedeutung, die ein gesunder Schutzwald hat. Als prominente Schutzwaldbotschafterin war zudem die österreichische Skilegende Ale xandra Meiss nitzer in Vandans mit dabei. Intakte Berg wälder schützen vor Naturgefahren. Sie verhindern, dass Lawinen anbrechen, bremsen herabstürzende Steine und verhindern gefährliche Erosionen und Rutschungen. Mit Strassen, Eisenbahngleisen oder Skianlagen wird jene Infrastruktur geschützt, die für den Tourismus und den Gütertransport in den Alpen zentral ist. Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Schutzwäldern ist enorm. Die Schutzleistungen des
Waldes sind kostengünstiger, ökologischer und langfristiger als technische Verbauungen. Folgende Projekte durften am 20. Januar 2017 in Vandans eine Auszeichnung entgegennehmen: Kategorie Öffentlichkeitsarbeit, Schutzwaldpartnerschaften und Innovationen: – «Walderlebnistag – der Wald kommt in die Stadt», Kärnten (Preisträger) – «Zehn Jahre Silbertaler Waldschule», Vorarlberg (Auszeichnung) – «Integra – Erfolgreiche Arbeitsinte gration mit Arbeiten im Schutzwald», Vorarlberg (Auszeichnung) – «GWunderwald Heidboden Davos», Graubünden (Auszeichnung) Kategorie Erfolgsprojekte: – «Kirchwald Raggal», Vorarlberg (Preisträger) – «Erfolgsfaktoren im Balderschwanger Hochtal /Allgäu», Bayern (Auszeichnung) – «Steinschlagschutz mit Dauerwald», St. Gallen (Auszeichnung) Kategorie Schule: – «Grundschule Rettenberg – Premierschule der Bergwaldoffensive», Bayern (Preisträger) – «Birger erforschen die heimischen Bergwälder», Volksschule Schröcken (Auszeichnung) – «Wald- und Hüttentage des Kindergartens Prad», Südtirol (Auszeichnung) Kategorie Sonderpreis: – «Integrale Bergwaldsanierung des Fürstentums Liechtenstein»
Bündner Wald 1/2017 51
BUWA1701_051 51
13.02.17 08:30
Das ausgezeichnete Projekt «GWunderwald Heidboden Davos» stellt sich vor – ein Naturerlebnispfad für Gross und Klein Der «GWunderwald Heidboden Davos» ist ein Naturerlebnispfad, auf dem die Besu-
Beim Posten «Totholz» zum Beispiel wird das besagte Thema anhand einer Spechtschaukel angesprochen. (Bilder: A. Kindschi)
Beim Posten «Schutzwald» können die Besucher anhand einer Art Flipperkasten etwas über die Aufgaben des Schutzwaldes erfahren.
cher aktiv an 30 verschiedenen Posten etwas über Natur, Flora und Fauna, Landwirtschaft, Forstwirtschaft sowie über die Jagd und Landschaft erfahren können. Dabei sollen der Gwunder geweckt – oder eben die Wunder der Natur entdeckt werden. Der Pfad ist für Gross und Klein interessant. Das Zentrum des GWunderwaldes ist der Heidboden, ein bekannter, mit Lärchen bestockter Erholungswald. Er kann über verschiedene Pfade erreicht werden und verfügt über diverse Grillplätze. Die insgesamt acht Teilpfade starten und enden an einer Bushaltestelle der Verkehrsbetriebe Davos und führen an einem Restaurant vorbei. Alle GWunderwald-Strecken sind frei wähl- und kombinierbar. Der Unterhalt des GWunderwaldes wird durch motivierte Pensionierte gewährleistet. Jeder Teilpfad wird wöchentlich kon trolliert und unterhalten. Das GWunderwaldprojekt ist ausschliesslich auf Sponsoring aufgebaut und wurde durch eine achtköpfige Projektgruppe um den Initianten André Kindschi nebenberuflich rea lisiert. Der Davoser Forstwart und Schneesportlehrer hat mit dem Projekt seine Diplomarbeit zur Ranger-Ausbildung umgesetzt. Thema Wald im GWunderwald Zahlreiche Posten des GWunderwaldes sprechen in irgendeiner Form Waldthemen wie zum Beispiel Waldtierspuren, Forstschädlinge, einheimische Nadelbaumarten, wundervolle Tierwelt, Schutzwald, Erholung, Energie, Vögel, Baumrinde, Totholz, und den Wald als Ganzes an. Der GWunderwald ist hauptsächlich ein Sommerangebot und wird im Winter nicht speziell unterhalten. Die meisten Posten befinden sich aber entlang von Winter
52
BUWA1701_052 52
13.02.17 08:30
Beim Posten «Wald» sieht man die verschiedenen Entwicklungsstufen direkt vor Ort, da an besagtem Standort der Sturm Vivian seine Spuren hinterlassen hat. Vier schön gestaltete Schiebetafeln erklären die Funktionen des Waldes, die Entwicklungsstufen, die Holzhauerei sowie den Forstbetrieb Davos.
wanderwegen, Langlaufloipen oder Schneeschuhpfaden – somit werden vielleicht manche Gäste animiert, im Sommer wieder nach Davos zu kommen. Die Pfade sind selbstständig, zu Fuss oder mit dem Bike begehbar und eignen sich auch für Exkursionen, Ausbildung – oder einfach nur zur Entschleunigung. Es ist schön zu sehen, wie viel Freude der Naturerlebnispfad den verschiedenen Besuchergruppen bereitet. Weitere Infos unter www.gwunderwald.ch oder www.facebook.com/gwunderwald
André Kindschi CH-7270 Davos Platz, Landwasserstr. 14 andre-kindschi@bluewin.ch info@gwunderwald.ch
Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch
Bündner Wald 1/2017 53
BUWA1701_053 53
13.02.17 08:30
Europameisterschaft der Forstschulen in Maienfeld
Logo «European Championship in Forestry Skills» (ECFS) 2017 in Maienfeld. (J. Philipp, ibW/ BZWM)
Am 26. und 27. Mai 2017 werden in Maienfeld die 16. Europameisterschaften der Forstschulen stattfinden. Dieser internationale Wettkampf fand unter dem Titel «European Championship in Forestry Skills» (ECFS) bereits 15-mal in elf verschiedenen Ländern statt. 2016 nahm erstmals auch eine Schweizer Mannschaft teil. Das ibW Bildungszentrum Wald und die Stiftung «Interkantonale Försterschule Maienfeld (IFM)» stellen sich nun der Herausforderung, diese Meisterschaft erstmals in der Schweiz durchzuführen.
Das Schweizer Team 2016 beim Adventure-Posten in voller Aktion. (Bild: ibW/BZWM)
Mit der Durchführung dieser internationalen Veranstaltung werden von den Organisatoren folgende drei Ziele verfolgt: –– Würdigung des 50-Jahr-Jubiläums der «Interkantonalen Försterschule Maienfeld». –– Förderung des internationalen Ge dankenaustauschs und der grenzüberschreitenden Kameradschaft unter Forstleuten. –– Nutzung eines europäischen Berufs wettkampfs als öffentliche Plattform für die Belange der forstlichen Aus- und Weiterbildung. –– Präsentation des Försterschulstandorts Maienfeld und der vielfältigen Ferienregion Bündner Herrschaft und Heidiland vor einem internationalen Publikum. Die European Championship in Forestry Skills ist ein Vergleichswettkampf zwischen forstwirtschaftlichen Schulen aus knapp 20 Ländern Europas. Pro Land nimmt in der Regel eine Schule mit einem Team aus vier Studie renden teil. Die Schulen, welche teilnehmen dürfen, werden in nationalen Ausscheidungs wettkämpfen erkoren. Die Schweiz wird im Mai mit einer Mannschaft antreten, welche sich aus Studierenden der beiden Bildungszentren Wald Lyss und Maienfeld, sowie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) Zollikofen zusammensetzt. Die Meisterschaft setzt sich aus dem klassischen Holzereiwettkampf mit den Disziplinen Kettenwechsel, Zielfällung, Entasten, Kombinations- und Präzisionsschnitt sowie einem Postenlauf im Wald zusammen. Der sogenannte Forstparcours umfasst 16 Aufgaben aus der Waldmesslehre, der Naturkunde und der Nothilfe sowie einen eher spielerischen «Adventure-Posten», bei dem
54
BUWA1701_054 54
13.02.17 08:40
Ein traditionelles Highlight der ECFS ist jeweils der interna tionale Abend, bei dem sich die Mannschaften gegenseitig bewirten. Hier ein paar gut gelaunte Teilnehmer/innen der ECFS 2016 am Schweizer Tisch mit Bündner Spezialitäten. (Bild: ibW/BZWM)
Teamgeist und Geschicklichkeit eine Rolle spielen sollen. An den beiden Wettkampftagen wird von den Försterstudierenden beim Wettkampfplatz eine Festwirtschaft mit Verpflegungsmöglichkeit betrieben werden. Während-
Programm ECFS 2017 Nach der Anreise der voraussichtlich rund 120 Teilnehmer und Gäste im Laufe des Auffahrtstags wird die Veranstaltung an den folgenden zwei Tagen wie folgt ablaufen: Freitag, 26. Mai Vormittag: Forstparcours im Wald Nachmittag: Beginn des Holzereiwettkampfs beim Bildungszentrum Wald Maienfeld (BZWM) Abend: Eröffnungsfeier und interna tionaler Abend mit geladenen Gästen
dem der Forstparcours mit Ausnahme des Adventure-Postens eher im Verborgenen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird, kann sich das interessierte Publikum beim Holzereiwettkampf ab Freitagmittag auf einen spannenden Berufswettkampf mit topmotivierten Teilnehmern und Leistungen auf höchstem Niveau freuen. Den krönenden Abschluss werden am Samstagabend die öffentliche Siegerehrung und die Abschlussparty in Trimmis bilden. Für diese Party wird uns freundlicherweise die Ausstellungshalle der Mayer AG zur Verfügung gestellt. Diese, zwischen der Autobahn und dem Bahnhof Trimmis-Untervaz ideal gelegene Halle hat sich schon bei ähnlichen Anlässen als Festlokal bestens bewährt. Zusammen mit der Churer Partyband Skafari, welche unseren europäischen Gästen und dem Publikum bestimmt zünftig einheizen wird, steht also einer unvergesslichen Party nichts entgegen.
im BZWM Samstag, 27. Mai Ganzer Tag: Holzereiwettkampf mit VIP-Apéro und Führung durch den Wettkampf am Vormittag Abend: Siegerehrung und öffentliche Party mit der Churer Partyband Skafari in der Halle der Mayer AG in Trimmis
Beat Philipp Fachvorsteher Wald ibW Höhere Fachschule Südostschweiz CH-7304 Maienfeld beat.philipp @ ibw.ch
Bündner Wald 1/2017 55
BUWA1701_055 55
13.02.17 08:41
Comic Theo & Heinz
56
BUWA1701_056 56
13.02.17 08:37
SELVA-Generalversammlung 2016
Die 97. Jahresversammlung der SELVA fand am 22. April 2016 im Konzertsaal des Hotel Laudinella in St. Moritz Bad statt. 67 Personen – Mitglieder, Gäste und Medienvertretende – nahmen an der Versammlung teil. Davon waren 48 stimmberechtigte Mitglieder, welche 232 Mitgliederstimmen vertraten. Das vorliegende Protokoll ist eine gekürzte Fassung. Das vollständige Protokoll zuhanden der Generalversammlung 2017 wird im Jahresbericht 2016 publiziert. 1. Begrüssung durch den Präsidenten SELVA-Präsident Leo Thomann begrüsst die SELVA-Mitglieder und Gäste aus der Politik, der Verwaltung und aus den Verbänden der Wald- und Holzwirtschaft. Seine Eröffnungsrede beginnt er mit einem Blick auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses zu Beginn des Jahres 2015. Die schwierige Situation auf dem Holzmarkt und die Waldschäden durch das Schalenwild haben die SELVA anlässlich ihrer GV 2015 in Disentis dazu bewogen, konkrete Forderungen an Öffentlichkeit und Politik zu stellen. Die Forderungen für sofortige Hilfe für die Wald- und Holzwirtschaft mit Sicherstellung der Schutzwaldpflege sowie mit Bewilligung eines Nachtragskredits zur Bewältigung der Waldschäden wurden insofern erreicht, als dass die Holznutzung so hoch wie möglich gehalten und somit Schlimmeres verhindert werden konnte. Zudem wurde in der Zwischenzeit auch der geforderte Nachtragskredit von der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates genehmigt. Auch auf die SELVA-Forderungen zur Optimierung der Jagdplanung und Erfüllung der Abschusspläne wurde eingegangen: Insgesamt wurden 5164 Hirsche erlegt. Nun ist es aber äusserst wichtig, dass der aufgebaute Druck aus forstlicher Sicht weiterhin aufrechterhalten werden kann und
konstruktive Lösungen gefunden werden. Für die gute Zusammenarbeit mit den Mitgliedern, den Partnerorganisationen sowie den kantonalen Behörden bedankt sich SELVA-Präsident Leo Thomann herzlich. Seinen Dank für die gute Zusammenarbeit richtet er auch an die Vorstandsmitglieder, die Geschäftsprüfungskommission und die Mitarbeiter an der Geschäftsstelle. Insbesondere bedankt sich Leo Thomann bei den per GV 2016 zurücktretenden Vorstandsmitgliedern Ernst Sax (2004 – 2016) und Alfred Barbüda (2010 – 2016) sowie den beiden Revisoren Arnold Denoth und Christian Theus für ihren langjährigen Einsatz zugunsten der SELVA und der Bündner Waldwirtschaft.
Der Präsident mit seinen abtretenden und seinen neu gewählten Vorstandsmitgliedern (v. l. n. r.): Ernst Sax, Alfred Barbüda, Leo Thomann (Präsident), Kenneth Danuser (neu), Livio Zanetti (neu). (Bilder: SELVA)
2. Grussadressen Max Binder, Präsident von WaldSchweiz, hat den weiten Weg ins Engadin auf sich genommen, um der Versammlung die GrüsBündner Wald 1/2017 57
BUWA1701_057 57
13.02.17 09:33
se des Dachverbandes zu überbringen. Max Binder orientiert über aktuelle Geschäfte bei WaldSchweiz. Der Bündner Kantonsförster Reto Hefti überbringt die Grüsse von Regierungsrat Mario Cavigelli und des Amtes für Wald und Naturgefahren. Er unterstreicht die Bedeutung der SELVA dadurch, dass er im Verband der Bündner Waldeigentümer einen der wichtigsten Partner des AWN sieht, und orientiert unter anderem über die neue Leistungsvereinbarung mit der SELVA im Bereich Betriebsberatungen.
Der Präsident Leo Thomann leitet die 97. Jahresversammlung der SELVA im Hotel Laudinella in St. Moritz Bad.
3. Traktanden und statutarische Geschäfte Die üblichen Traktanden mit Information über Geschäftstätigkeit und Finanzdaten sind vorgelegt und durch die Versammlung genehmigt worden. Speziell zu erwähnen sind die nachfolgend beschriebenen Gesamterneuerungswahlen des Vorstands und der Revisoren sowie die Namensänderung des Verbandes. Gesamterneuerungswahlen: Vorstand und Revisoren Der abtretende SELVA-Vizepräsident Ernst Sax eröffnet das Traktandum mit dem Vor-
schlag zur Wiederwahl des SELVA-Präsi denten Leo Thomann. Die Mitglieder der Versammlung wählen Leo Thomann einstimmig und mit Applaus für weitere drei Jahre. In globo werden die Vorstandsmitglieder Stefan Engler, Jürg Michel, Vital Lötscher und Gian Cla Feuerstein für weitere drei Jahre als SELVA-Vorstand bestätigt. Die Amtszeit von Ernst Sax als SELVA-Vorstand endet infolge Amtszeitbeschränkung nach zwölf Jahren. Mit Alfred Barbüda tritt ein weiteres Vorstandsmitglied zurück. Auch Revisor Arnold Denoth hat die erlaubte Amtszeit von zwölf Jahren erreicht. Der zweite Revisor, Christian Theus, tritt deshalb zurück, weil er nicht mehr Gemeindepräsident von Bonaduz ist und deshalb die bei den SELVA-Ämtern übliche Repräsentanz von Mitgliedern nicht mehr gewährleisten kann. SELVA-Präsident Leo Thomann präsentiert mit dem Revierförster der Gemeinde Cazis und Grossrat Kenneth Danuser sowie mit dem Präsidenten des Bündner Forstunternehmerverbandes und Grossrat Livio Zanetti zwei nach Meinung des SELVA-Vorstands hervorragende Kandidaten für den SELVAVorstand. Die Wahl von Kenneth Danuser in den SELVA-Vorstand erfolgt einstimmig. Livio Zanetti wird mit grosser Mehrheit bei 23 Gegenstimmen ebenso in den SELVAVorstand gewählt. Als neue Revisoren werden durch Leo Thomann der Betriebsleiter der Forstbetriebe Tschiertschen-Praden und Maladers, Christoph Schaffer, sowie der Präsident des Forst- und Werkverbandes Albula und Gemeinde-Vizepräsident der Gemeinde Albula, Rico Liesch, vorgeschlagen. Beide werden einstimmig gewählt. Die abtretenden Vorstandsmitglieder Ernst Sax und Alfred Barbüda sowie die abtre tenden Revisoren Arnold Denoth und der
58
BUWA1701_058 58
13.02.17 09:33
für die heutige Versammlung entschuldigte Christian Theus werden mit einem herzlichen Dankeschön für ihren langjährigen Einsatz für den Bündner Wald sowie einem Geschenk und dem Applaus der Versammlung verabschiedet. Namensänderung und entsprechende Anpassungen Infolge der Namensänderung von Waldwirtschaft Schweiz, dem Verband der Waldeigentümer Schweiz (WVS) zu neu «WaldSchweiz» ist es der Wunsch des nationalen Verbandes, auch die kantonalen Verbände in den neuen Auftritt einzubinden. Die Versammlung genehmigt die Umbenennung einstimmig. Somit lautet die neue Bezeichnung «SELVA, Verband der Waldeigentümer Graubünden / Associaziun dals proprietaris da guaud dal Grischun / Associazione dei proprietari di bosco dei Grigioni». In Folge der Umbenennung des nationalen sowie des kantonalen Verbandes wurden auch die Statuten der SELVA und das Reglement des Bündner Waldwirtschaftsfonds angepasst. Die Änderungen werden von der Versammlung einstimmig genehmigt. Unter Traktandum 11 steht auch die Änderung des Beitragsreglements der SELVA an. Das abgeänderte Beitragsreglement wird einstimmig gutgeheissen. Markus Brunner, Direktor von WaldSchweiz, bedankt sich für die Übernahme des neuen Auftritts von WaldSchweiz durch die SELVA. 4. Rahmenprogramm Im Anschluss an die Generalversammlung gibt Rolf Dürig, Geschäftsführer von Codoc, interessante Einblicke zur forstlichen Ausund Weiterbildung. Unter dem Titel «Droht der Waldwirtschaft ein Fachkräftemangel?» zeigt Rolf Dürig die Situation in der forstlichen Aus- und Weiterbildung auf.
Reto Hefti, der Bündner Kantonsförster, gibt abschliessend Informationen zur forst lichen Aus- und Weiterbildungssituation in Graubünden. Mit dem Dank an die Geschäftsstelle, den Vorstand und die SELVA-Mitglieder schliesst der SELVA-Präsident Leo Thomann die 97. Generalversammlung der SELVA.
Urs Rutishauser SELVA Bahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart info @ selva-gr.ch www.selva-gr.ch
ANZEIGE
Handholzerkurs in Trin GR 19. - 25. März 2017 www.bergwaldprojekt.ch Bündner Wald 1/2017 59
BUWA1701_059 59
13.02.17 09:33
ANZEIGE
:
Jetzt anpacken
g n u d l i b r e t i We
Sie suchen neue Herausforderungen und interessieren sich für eine Weiterbildung im Bereich Wald? In der Försterschule Maienfeld haben wir bestimmt das passende Angebot für Sie:
dipl. Förster/-in HF Forstwart-Vorarbeiter/-in mit eidg. FA Seilkraneinsatzleiter/-in mit eidg. FA Forstmaschinenführer/-in mit eidg. FA Forstwart-Gruppenleiter/-in mit eidg. FA Haben Sie Fragen zu diesen Angeboten oder wünschen Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch? Kontaktieren Sie uns unter maienfeld@ibw.ch oder 081 403 33 33. Wir freuen uns auf Sie.
Die Arve wird von vielen als stand- und wetterfest, ausdauernd und genügsam beschrieben – Eigenschaften, welche auch in der forstlichen Bildung vorteilhaft sind. (Bild: J. Clavadetscher)
Gürtelstrasse 48, 7001 Chur Bildungszentrum Wald, Försterschule 2, 7304 Maienfeld Telefon 081 403 33 33, maienfeld@ibw.ch, www.ibw.ch
60
BUWA1701_060 60
13.02.17 09:33
Wasser und Holz
Vals ist bekannt für sein Wasser. Gleich neben der berühmten Therme von Architekt Peter Zumthor laden im Hotel Rovanada Wellness und viel Holz zum Entspannen ein. Schweizer Holz, natürlich! Das Fachmagazin «Wir Holzbauer» veröffentlichte in seiner Ausgabe 6 /16 den nachfolgenden Bericht über den Holzbau in Vals. Mehr Platz, mehr Komfort, mehr Genuss für die Gäste – das wünschten sich die Besitzer des Hotels Rovanada im bündnerischen Vals. Sie liessen deshalb das bestehende Gebäude, ein Hotelbau aus den 1960er-Jahren, um eine neue Etage mit elf Zimmern ausbauen. Die Schöb AG aus Gams SG führte die Aufstockung in nur zwei Monaten durch, sodass die neuen Zimmer rechtzeitig zu Beginn der Sommersaison 2016 bereitstanden. Aufgestockt in nur acht Wochen Zunächst wurden jedoch vier Jahre zuvor in einem ersten Schritt die umfangreiche Renovation von elf vorhandenen Zimmern durchgeführt – ebenfalls durch die Schöb AG – und nach der Baueingabe durch die eigene Architekturabteilung. Im Frühjahr 2016 setzten die Holzbauer von Schöb dann buchstäblich noch eins drauf: Sie rissen den alten Dachstuhl ab und errichteten auf einer Fläche von gut 600 Quadratmetern eine zusätzliche Etage mit elf weiteren Zimmern. In gerade mal acht Wochen – während der Betriebsferien des Hotels von Ostern bis Mitte Juni – mussten der Abbruch und der vollständige Neubau über die Bühne gehen. «An oberster Stelle stand die Einhaltung des Zeitplans», blickt Geschäftsleiterin Christine Egger Schöb zurück. Doch die Schöb AG liebt solche Herausforderungen: Das 1943 gegründete und mittlerweile in dritter Generation geführte Unternehmen ist auf den Holzsystembau spezialisiert. Insgesamt sind bei Schöb 85 Mitarbeitende in den Berei-
chen Architektur, Baumanagement, Holzsystembau, Holzleimwerk und Schreinerei tätig. 35 davon waren in das Hotelprojekt Rovanada involviert. Planung durchdacht, Produktion getaktet Für den Neubau der Hoteletage in Holzständerbauweise war vor allem eine gute Planung erforderlich, die Produktion musste durchdacht sein. So wurden die Module mit Bad (Dusche, WC und Lavabo), mit Platten und einem Eingangsbereich im eigenen Werk in Gams komplett vorfabriziert – gleichzeitig mit den Abbruch- und Vorarbeiten in Vals. Damit sparte das Unternehmen mehrere Tage auf der Baustelle ein, die – notabene – zeitweise mit 40 cm Neuschnee zugedeckt war. Schliesslich liegt Vals auf 1252 m ü. M. und der Baubeginn war im April. Auch die Logistik für die Module musste passen: Zum einen stellte die schmale Zufahrtsstrasse eine Herausforderung dar, zum anderen musste die Produktion exakt getaktet sein, damit rechtzeitig genügend Nachschub auf der Baustelle eintraf.
Die Zimmermodule wurden vorfabriziert und von der Schöb AG per Kran auf der neuen Etage positioniert. (Bilder: Schöb AG) Bündner Wald 1/2017 61
BUWA1701_061 61
13.02.17 08:41
Schweizer Holz mit Wohlfühlcharakter: Das Interieur im Hotel Rovanada verbindet Natur und Design.
Die 158 Kubikmeter Konstruktionsholz wur den im Holzleimwerk der Schöb AG produ ziert und sind zu 100 Prozent aus Schweizer Fichten und Tannen. Zudem wurden 1420 Quadratmeter sichtbare und 912 Quadrat meter nicht sichtbare Dreischichtplatten ver baut. Für die Fassadenschalung ist ebenfalls Holz aus heimischen Wäldern verwendet worden. Die Brandabschnitte und Zwischen wände sind mit Steinwolle gedämmt, das Dach hat eine Zellulosedämmung erhalten. Wände, Böden und Decken aus Nadelholz Neben der Aufstockung in Trockenbauweise übernahm das Holzbauunternehmen wei tere zahlreiche Arbeiten im Innenausbau. So tragen die Einbauschränke, die Bademöbel, die Sitzbänke auf den Balkonen und sogar die Trinkbrunnen in den Zimmern die Hand schrift der hauseigenen Schreiner. Die neue Etage präsentiert sich mit Wohlfühlatmo sphäre: Wände, Böden und Decken sind in naturbelassenem Nadelholz gehalten. Im Inneren dominiert ein zeitgemässer Alpen chic mit modernen Lampen und Sichttrenn wänden aus schwarzen MDF-Platten, die auf der CNC-Anlage der Schreinerei ausge
fräst wurden. Die Zimmerbrunnen spenden rund um die Uhr frisches Bergquellwasser. Der Eingangsbereich in jedem Zimmer ist mit einer dekorativen Steinwand versehen. Die Balkone mit ihren Gaubendächern vermit teln dem Gast den Eindruck, mitten in der atemberaubenden Bergwelt zu stehen. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Von April bis Juni 2017 – wiederum in nur acht Wochen – wird in einer dritten Ausbauetap pe der Rezeptionsbereich erweitert. «Wir hoffen auf eine zügige Bewilligung ohne Einsprachen, damit wir mit der Arbeitsvor bereitung bald beginnen können», so Chris tine Egger Schöb. Miriam Egli Agentur am Flughafen Flughafenstrasse 10 CH-9423 Altenrhein egli @ agenturamflughafen.com
Christine Egger Schöb Schöb AG Haagerstrasse 80 CH-9473 Gams c.egger-schoeb@schoeb-ag.ch
62
BUWA1701_062 62
13.02.17 08:41
Vorschau «Bündner Wald» April 2017 «Fum e fec in Mesolcina» Wo Rauch, da Feuer! Graubünden Wald trifft sich am 19. Mai zur Jahresversammlung in Soazza. Die Mesolcina bietet dem Forstdienst aus dem übrigen Kanton die Möglichkeit, in die Zukunft zu blicken. Die Folgen des Klimawandels auf den Wald können mittlerweile gut prognostiziert werden. Analysiert man diese Daten und Hinweise, kommt man zum Schluss – diese Auswirkungen können wir schon real anschauen. Leider sehr akut, denn wie es die Klimamodelle voraussagen, steigt auch die Waldbrandgefahr. Es geschah nicht im Hochsommer, nein, der Wald brannte zwischen Mesocco und Soazza Ende Dezember. Der «Bündner Wald» berichtet aber nicht nur über dieses aktuelle Ereignis. Soazza
bietet sehr viel mehr – touristisch, kulturell, landschaftlich und alles mit viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Darum herzlich willkommen in Soazza! Bèn venui a Suaza! Redaktion: Sandro Krättli
Vorschau auf die nächsten Nummern: Juni 2017: Der Wald als Inspirationsquelle Redaktion: Jörg Clavadetscher August 2017: Boden – Grundlage des Waldes Redaktion: Sandro Krättli
Herausgegeben vonvon Graubünden Wald, Amt für Wald Graubünden undGraubünden der SELVA. Herausgegeben Graubünden Wald, Amt und für Naturgefahren Wald und Naturgefahren und der SELVA. Verleger: Südostschweiz Presse und Print AG, Südostschweiz CH-7007 Chur Sekretariat: SELVA, Christophe Trüb, Verlag: © Somedia Production AG, Sekretariat: SELVA, Urs Rutishauser, BahnhofCH-7007 Chur Print, Bahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart, Telefon + 41 (0) 81 300 22 44, buendnerwald selva-gr.ch Redaktoren: Jörg Clava
@ platz 1, CH-7302 Landquart, Telefon + 41 (0) 81 300 22 44, buendnerwald @ selva-gr.ch Redak-
detscher, Revier forestal da Val Müstair, CH-7535 Valchava, Telefon + 41 (0) 81 858 58 21, forestal-muestair @ bluewin.ch.
toren: Jörg Clavadetscher, forestal-muestair @ bluewin.ch. Sandro Krättli, sandro.kraettli @ awn.gr.ch.
Sandro Krättli, AWN GR, Sagastägstrasse 96, CH-7220 Schiers, Telefon + 41 (0) 81 300 24 11, sandro.kraettli @ awn.gr.ch.
Die Redaktion behält sich vor, Beiträge in nicht verlangter Form ohne Rückfrage zu ändern. H erDie Redaktion behält sich vor, Beiträge in nicht verlangter Form ohne Rückfrage zu ändern Druckvorstufe (Satz, Lithos, Belichstellung: Somedia Presse Production, Chur. Erscheint sechsmal Auflage: 1700 tung) : Südostschweiz und PrintCH-7007 AG, Südostschweiz Print, Antonin Friberg jährlich. Druck: Südostschweiz PresseExemplare und Print AG, Inserate: Somedia Promotion, Telefon + 41 1, (0)CH-7007 81 650Chur, 00 70, thusis@somedia.ch Abonnements Südostschweiz Print, Postfach 508, Kasernenstrasse Telefon + 41 (0) 81 255 51 11, Fax + 41 (0) 81 255 52 89. Erscheint sechsmal jährlich. 1700 Exemplare Inserate: Südostschweiz Publicitas AG, Neudorfstrasse 17, preise: CHF 60.– (inkl. MwSt. fürAuflage Mitglieder Verein Graubünden Wald) Abonnemente/Adressände CH-7430 Thusis, Telefon (0) 81 650 70, abo Fax + 41 (0) 81 650 00www.buendnerwald.ch 74, thusis@so-publicitas.ch Abonnementspreise: rungen: Telefon + 41 + 41 (0) 81 255 540054, @ somedia.ch,
CHF 60.– (für Mitglieder Verein Graubünden Wald) Abonnemente/Adressänderungen: Südostschweiz Presse und Print AG,
Für Inseratetexte übernimmt die Redaktion keine Verantwortung, auch muss die Meinung der Beiträge Postfach 508, Abo- und Zustellservice, Kasernenstrasse 1, CH-7007 Chur, Telefon + 41 (0) 81 255 50 50,
nicht mit der Ansicht der Redaktoren übereinstimmen. Autoren, die zu obenstehenden Themen publiwww.buendnerwald.ch
zieren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Vorschläge Für Inseratetexte übernimmt die Redaktion keine Verantwortung, auch der mussRedaktion die Meinungeinzureichen. der Beiträge nicht mit der Ansicht der Redaktoren übereinstimmen. Autoren, die zu obenstehenden Themen publizieren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Vorschläge der Redaktion einzureichen.
Bündner Wald 1/2017 63
BUWA1701_063 63
13.02.17 08:41
ANZEIGE
HOCHBAU TIEFBAU TRANSPORTE SCHWERTRANSPORTE KUNDE NMAURERSERVICE
Darüber hinaus bieten wir individuelle Lösungen für: • • • • • • • •
Verankerte Stützwände Arbeiten am hängenden Seil Felsräumungen Sprengarbeiten Hangsicherungen Steinschlagverbauungen Lawinenverbauungen Anker- und Vernaglungsarbeiten / Mikropfähle / Litzenanker • Inklinometer • Sondier- und Abtastbohrungen • Gunit- und Spritzbetonarbeiten Ihr Partner für höchste Ansprüche: www.vetsch-klosters.ch info@vetsch-klosters.ch Telefon 081 422 14 48
Kraft Präzision Verlässlichkeit
Wir sind genau, effektiv und modern. Zudem zeichnet uns das spezielle Transportsystem, die Arbeitssicherheit sowie das umweltschonende Arbeiten aus.
Tabrec Recycling AG Industriestrasse 19 . CH-7304 Maienfeld Telefon +41 81 303 73 60 . u.guidon@tabrec.ch
BUWA1701_064 64
13.02.17 08:41