03 März 2011
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Prolog
PROJEKTE
Wohn- und Geschäftshaus, Biel Staatssekretariat für Bildung und Forschung, Bundesarchiv, Bern 10 Quarantänestation Tierpark Dählhölzli, Bern
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WETTBEWERBE
Wohnüberbauung Brünnen Baufeld 13-15, Bern Sanierung und Erweiterung der Volksschule Rossfeld, Bern Gesamterneuerung des Verwaltungsgebäudes Schwanengasse, Bern
A U S K L A N G 18
Friedrich Achleitner
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PROLOG
Unsichtbare Architektur Einer der schönen Aspekte unseres Berufes ist es, dass wir sehen, was wir gemacht haben. Bei der Sanierung von Bauwerken ist es aber manchmal richtig, keine erkennbaren Spuren zu hinterlassen. Im Entwurfsprozess wird das Gebäude auf seine Qualitäten und Mängel analysiert. Der kreative Schwerpunkt unserer Arbeit verschiebt sich dann auf das Lesen vorhandener Gestaltungsabsichten und auf die Übertragung dieser Intention in aktuelle Raumdispositionen, Material- und Farbkonzepte. Die Beurteilung eines realisierten Projektes, ob diese Haltung auch baulich umgesetzt werden konnte, ist einfach: wenn man nicht offensichtlich sieht, dass wir da waren, dann haben wir unser Ziel erreicht. Dass diese unsichtbare Architektur von der Jury der ‚Architekturauszeichnungen Kanton Solothurn‘ wahrgenommen wurde, freut uns sehr. Nachfolgend ein Auszug aus dem Bericht zur Annerkennung der Sanierung Fachhochschule Nordwest, Solothurn (PORTFOLIO 01): „[...] Die Sanierungsmassnahmen betreffen die gesamte Gebäudehülle, die Haustechnik, die Sicherheit und Teile der Innenbereiche, sind aber kaum wahrnehmbar. Neue Fenster mit Rahmenflügeln statt der ursprünglichen Schiebefenster sowie die Einführung einer Mediothek beim Haupteingang stellen die grössten sichtbaren Eingriffe dar. Sie werden vielfältig eingesetzt: die Fenster zu einer spielerischen Rhythmisierung der langen Fassade und die Mediothek zur Klärung der vormals diffusen Eingangssituation und auch zur Stärkung des öffentlichen Charakters des Gebäudes. Kleinere, notwendige Anpassungen wie eine rollstuhlgängige Rampe oder zusätzliche Oberlichter für die Mediothek werden in Anlehnung an die bestehende gestalterische Sprache wie beiläufig eingefügt. Für dieses Sichzurücknehmen angesichts der vorhandenen Qualität, die - das muss betont sein - nur realisierbar ist, wenn jeglicher Eingriff von hoher Präzision ist, verleiht die Jury dieser Sanierung eine Anerkennung. [...]“
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PROJEK TE
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NEUE PR ÄSENZ
Wohn- und Geschäftshaus, Collègegasse, Biel Sanierung und Umbau nach MINERGIE Standard Das in den 60er Jahren errichtete Gebäude steht an repräsentativer Stelle in der Bieler Fussgängerzone. Eine neue Fassade verleiht dem Gebäude wieder einen gepflegten, aber auch dem Ort entsprechend markanten Ausdruck. Die Grundrisse der Büros und Wohnungen werden nach aktuellen Bedürfnissen reorganisiert und die Haustechnik gemäss den aktuellen Vorgaben erneuert. In der Fassade erzeugen die verschiedenen Ebenen mit ihrer unterschiedlichen Materialisierung Plastizität und Lebendigkeit. Der Ausdruck erinnert an einen gewebten Vorhang. Die Gestaltung der Fassade ist auch funktional begründet: die fix montierte Mattglasscheibe ist einerseits Witterungsschutz und auch Absturzsicherung für die dahinterliegenden Öffnungsflügel. Diese Disposition erlaubt die Frischluftversorgung und die natürliche Nachtauskühlung der Büros. Das in dunklem Putz gehaltene Attikageschoss beherbergt neu zwei loftartige Wohnungen und bildet so den formalen Abschluss des Gebäudes. Das zurückversetzte Sockelgeschoss wird als schwarze durchgehende Glassfassade formuliert und verstärkt so den schwebenden Ausdruck des Volumens. (Ausführung Frühjahr 2011).
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AU F TR AGGEBERIN „Zürich“ Anlagestiftung vertreten durch: Zurich IMRE AG Investment Management & Real Estate Postfach Thurgauerstrasse 80 8085 Zürich PLANUNG 2009 AUSFÜHRUNG 2010 – 2011 PA R T N E R unirenova, Karl Steiner AG, Bern Henauer Gugler AG, Bern PSS Engineering AG, Chur ibe Institut Bau + Energie AG, Bern
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VERGANGENHEIT LEBT AUF
Staatssekretariat für Bildung und Forschung, Bundesarchiv, Hallwylstrasse, Bern Sanierung unter Betrieb Die zwischen 1902 und 1914 erbaute Liegenschaft zeigt eine sehr gesunde und nachhaltig weiter gut nutzbare Bausubstanz, aber auch erheblichen Sanierungsbedarf. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz. Auszug aus dem Inventartext: „[...] Die qualitativ hochstehende Gruppe der Bundesbauten“ (Archiv, Münzstätte, Landestopographie) „besitzt seit der Errichtung der Monbijoubrücke wichtige optische Funktionen als Brückenkopfmassiv. [...] Die Anlage und niedrige Bebauung der Archivstrasse steigert die Monumentalität der Grossbauten; der Blick von der Archivstrasse her an der alten Landestopographie vorbei auf die Schmalseite und die flüchtende Hauptfassade des Archivs gehört zu den dramatischsten Architekturdurchblicken Berns. [...]“ Die originalen Elemente des Innenausbaus sind durch die diversen Umbauten weitgehend verloren. Mit der Farb- und Materialwahl soll die Stimmung im Gebäude ohne Verwendung von historisierenden Elementen wieder der ursprünglichen angenähert werden. Mit diesem Konzept wird die Gliederung und Funktion der verschiedenen Gebäudeteile verdeutlicht und damit die Orientierung im Komplex verbessert.
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AU F TR AGGEBERIN Bundesamt für Bauten und Logistik PLANUNG 2009 / 2010 AUSFÜHRUNG 2010 - 2011 PA R T N E R CSP Meier AG, Bern hpb consulting, Bern Peter Imhof GmbH, Belp Henauer Gugler AG, Bern Dr. Eicher + Pauli AG, Bern
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SICHERHEIT GEHT VOR
Quarantänestation, Tierpark Dählhölzli, Bern Neubau eines hochinstallierten Komplexes Die Quarantänestation dient als Isoliergebäude für Tiere aus dem Handel mit anderen Tiergärten und zur Separierung von kranken Tieren. Sie ist für Besucher nicht zugänglich. Mit der Lage am Hauptweg, nahe dem Eingang zum Vivarium ist sie aber prominent situiert und zieht die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Der Ausdruck des Gebäudes trägt dieser ambivalenten Situation Rechnung: die Fassade nimmt entsprechend der exponierten Lage, ohne eine einladende Geste, eine klare gestalterische Haltung ein. Durch die schwarze Fassadenfolie verschwindet das eigentliche Volumen, die Wahrnehmung konzentriert sich auf die liegende Verschalung. Das Gebäude erscheint auf dem schwarzen Sockel schwebend. Mit der durchgehenden horizontalen Struktur an der Rückseite werden die Fensteröffnungen visuell unterdrückt. Der Ausdruck des Gebäudes wird so auf Volumen und Oberfläche reduziert. Die Holzlamellen schützen von aussen den Tierarzt- und Pflegebereich vor Einblicken und lassen von innen trotzdem Ausblicke zu. Im Inneren ist die gesamte Länge des Gebäudes erlebbar und in drei durchgehende Raumschichten gegliedert: Tierbereich, Pflegebereich mit Erschliessung und spezielle Räume für Tierarzt, Technik, etc.
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AU F TR AGGEBERIN Stadtbauten Bern PLANUNG 2009/2010 AUSFÜHRUNG 2010 GENERALPLANER Suter + Patner AG Architekten, Bern PA R T N E R BERING AG, Bern Henauer Gugler AG, Bern Dr. Eicher + Pauli AG, Bern Grolimund & Partner AG, Bern
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STADTPARK - PARKSTADT
Wohnüberbauung Brünnen Baufeld 13-15, Bern öffentlicher Planungswettbewerb
AU F TR AGGEBERIN Ascom Pensionskasse, Bern WETTBEWERB 2010
Die direkte Nachbarschaft der Baufelder 13-15 zum Brünnenpark ist eine grosse Standortqualität für die geplanten Wohnbauten. Wir schlagen vor das städtebauliche Konzept neu zu interpretieren, indem die Grenze des Brünnenparks Richtung Süden an die Riedbachstrasse verschoben wird. Die Baufelder stehen neu nicht am Rand der Parkanlage, sondern sind in den Park integriert. Die Wohnbauten sind wie andere Park- Elemente Ereignisse, die helfen die Parkanlage zu möblieren und einzelne Bereiche zu definieren. Der städtebauliche Entwurfsansatz bedingt einen grossen Anteil Parkfläche zwischen den einzelnen Baukörpern. Die geforderte Bruttogeschossfläche wird möglichst konzentriert, auf einer minimalen Grundfläche realisiert. Aus diesen Vorgaben resultieren 4-geschossige Einzelvolumen, die sich frei auf die Grünfläche plazieren lassen. Unser Ausgangspunkt sind fünf quadratische Baukörper. Die Konsequenz dieser Volumen auf den Grundriss ergibt ein 4- bündiges Punkthaus. Dieses wird so aus der Nord-Südachse gedreht und verzerrt, das keine problematische Orientierung entsteht und Einblicke vermieden werden.
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PA R T N E R Arn Gadola Landschaftsarchitektur, Solothurn JURY Marlene Zingg, Leiterin Immobilien, Ascom Pensionskasse Hans-Ulrich Rohrbach, Architekt, Ascom Pensionskasse Ueli Marbach, dipl. Arch. ETH SIA BSA Zita Cotti, dipl. Arch. ETH SIA Christian Wiesmann, dipl. Arch. ETH SIA FSU
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RESPEK T VOR DEM ALTER
Sanierung und Erweiterung Volksschule Rossfeld, Bern geladener Projektwettbewerb 2. Rang Auszug aus dem Jurybericht: Ausgehend vom volumetrischen Ausdruck des Ensembles der Schule findet das Aneinanderfügen zwischen dem Bestandesbau und dem neuen Anbau statt. Es gibt eine Verschachtelung zwischen alt und neu. [...] Das Weiterbauen an der bestehenden Schulanlage ist sehr überzeugend mit einfachen Mitteln gelöst. [...] Im Vorschlag werden Erschliessungskorridor und Rückwand der Schulräume abgebrochen und durch einen nordseitigen Erweiterungsbau ersetzt, der in der Endausbaustufe wieder als einbündige Anlage mit erweiterten Schulzimmern und daran anschliessenden Gruppenräumen funktioniert. Trotz des nicht unbedeutenden Eingriffs in die Originalsubstanz des Pavillonbaus zeichnet sich das Konzept durch eine klare, an der ursprünglichen Anlage orientierten Erschliessungsstruktur aus, ferner durch die Massstäblichkeit der wiederum pavillonartig ausgebildeten neuen Raumschicht. Die Idee, den Lift ausserhalb des repräsentativen Treppenhauses in der Raumschicht der Klassenzimmer am Hauptkorridor zu platzieren, ist positiv zu werten. [...] 14
AU F TR AGGEBER Stadtbauten Bern WETTBEWERB 2010 PA R T N E R Arn Gadola Landschaftsarchitektur, Solothurn JURY Ernst Bodemann, Stv. Leiter Schulamt, Bern Ulrich Felber, Schulleiter VS Rossfeld, Bern Stefan Dellenbach, Dipl. Architekt ETH SIA Iris Kaufmann, Dipl. Architektin ETH SIA Beat Rothen, Dipl. Architekt ETH SIA BSA Melchior Dodel, Dipl. Landschaftsarchitekt FH
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FUNK TIONSZUWEISUNG
Verwaltungsgebäude Schwanengasse, Bern, Gesamterneuerung Studienauftrag im selektiven Verfahren 3. Rang Auszug aus dem Jurybericht: Der Projektvorschlag ist geprägt von drei wesentlichen baulichen Interventionen. Ein neuer, hindernisfreier Zugang mit Empfang an der Bundesgasse, die Neukonzeption des Verpflegungsangebots mit einer Kantine am bestehenden Standort im Dachgeschoss und einer Cafeteria im 1. Untergeschoss, sowie der Einbau eines neuen Personenaufzugs und die Neuorganisation der Sanitärräume. Im Übrigen orientiert sich der Projektvorschlag am Bestand, die Geschichte des Gebäudes wird zum zentralen Entwurfsthema. [...] Der sehr sorgfältige Umgang mit dem Bestand, welcher teilweise auch Rückführungen beinhaltet, wird vom Beurteilungsgremium grundsätzlich begrüsst. Die Gestaltung und Materialisierung entwickelt sich aus einer detaillierten Analyse der Baugeschichte. [...]
AU F TR AGGEBERIN Stadtbauten Bern WETTBEWERB 2010 PA R T N E R Arn Gadola Landschaftsarchitektur, SO BERING AG, Bern PGMM Schweiz AG, Bern JURY Marcel Mischler, Direktion FPI Markus Lehmann, Direktion BSS Philippe Knuchel, Direktion TVS Stefan Dellenbach, Dipl. Arch. ETH/SIA Sylvia Schenk, Dipl. Arch. HTL/SIA Evelyn Enzmann, Dipl. Arch. ETH/SIA/BSA Pius Flury, Dipl. Arch. ETH/SIA Oliver Sidler, Architekt Remo Grüniger, Dipl. HLK Ing. FH, NDS Markus Waber, Dipl. Arch. ETH/SIA Melanie Bachmann, Dipl. Arch. FH Fritz Scheidegger, HT Ing. HTL/NDS/BWL
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AUSKL ANG
klobrille Friedrich Achleitner
ZUR PERSON *1930 in Schalchen (A)
dieses wortmonster, dieses wortungeheuer ist eine unverschämtheit, eine maßlose übertreibung und eine fälschung sowieso, kurz, eine dumme affirmative übertreibung durch verdoppelung als anmaßung. das ist schön gesagt. wenn überhaupt, könnte man höchstens von einem monokel sprechen, einem riesenmonokel aus holz, blech oder plastik mit scharnier, ohne glas. ein monokel zum drauf sitzen oder hindurch schauen, in umgekehrter richtung. eine fehlkonstruktion, eine beleidigung des auges und der logik sowieso. ein gerahmtes nichts mit kanalanschluss. ein loch für ein loch. eine verhöhnung der edlen dingwelt, ja unserer abendländischen werte. der erfinder dieses monsters muss ein zyklop gewesen sein, selbst ein archaisches ungeheuer, sicher kein engländer, schon gar nicht einer der industriellen revolution. das wort gehört einfach abgeschafft, wie hosentürl oder blutschande. (aus „der springende punkt“, Zsolnay Verlag, 2009)
1950-53 Architekturstudium, Akademie der bildenen Künste Wien 1953-58 freischaffender Architekt in Arge mit Johann Georg Gsteu ab 1958 freier Schriftsteller 1954-64 „wiener gruppe“ 1958-59 das „literarische cabaret“ ab 1961 Architekturkritiker 1963–83 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste Wien über „Geschichte der Baukonstruktion“ ab 1965 Arbeit am „Führer zur Österreichischen Architektur im 20. Jahrhundert“ ab 1983 Vorstand der Lehrkanzel für „Geschichte und Theorie der Architektur“
Dieser Text ist nur einer der literarischen Genüsse, mit welcher Friedrich Achleitner am 9.November 2010 uns und unsere Gäste in der cinématte erfreut hat.
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an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien 2004 Mauriz-Balzarek-Preis
IMPRESSUM Herausgeber und Redaktion: Suter + Partner AG Architekten Thunstrasse 95 CH 3006 Bern Fotos: © Christian Helmle, Thun © Suter + Partner AG Architekten, Bern Pläne, Schaubilder: © Schreiner Kastler, Wien © Suter + Partner AG Architekten, Bern Grafik: © Gerhard Blättler, Bern © Suter + Partner AG Architekten, Bern
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SU TE R + PA R TN E R AG A RC HITEK TEN
Thunstrasse 95 CH 3006 Bern Tel 031 357 35 25 Fax 031 357 35 20 spa@suterpartner.ch www.suterpartner.ch 20