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Wälder an den Hängen des Teide und glasklares Wasser an die vielen beinah unberührten Strände. Passend zur Saison-Eröffnung des Rheinischen Karnevals stellen wir Kölns bunte Vögel vor (S. 6). Inklusive der echten Papageien, die sich im milden Klima des Rheintales heimisch fühlen. Ich persönlich, liebe Spartacus Traveler-Leser, verabschiede mich an dieser Stelle von Ihnen. Ich hoffe Sie haben auch in Zukunft weiterhin viel Freude am schwulen Reisemagazin Spartacus Traveler. Und vielleicht sehen wir uns ja schon bald an einer der schönen Destinationen dieser Welt wieder. Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen der aktuellen Ausgabe.

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05 Brandaktuell Schwule Reise-News

14 Brandheißes aus warmen Regionen

16 Siam Das wahre Siam beschreibt Michael Lenz: Dort wo Elefanten noch zum Alltag gehören und der Natur genügend Raum zum Durchatmen gegeben ist, hat Urlaub noch eine abenteuerliche Seite.

Regenbogenfamilie

22 Reiseplan: Unterwegs mit der 30 Jet Airliner News 38 São Paulo 46 Knackt die Reise-Codes! 54 Ostende 56 South Carolina emanzipiert

hot spot 24 Teneriffa Die Stimmung ist ebnso hoch wie der Vulkan Teide, nicht minder hoch ist die Stimmung auf der Insel. Deswegen kann sich das Eiland auch mit der schwulen Schwester Gran Canaria durchaus messen. 32 Florianapolis Männer ohne Ende und das Rosa Leben strotzt hier nur so vor Kraft. Ein wenig Machismo hin oder her. Florianapolis ist der schwule Hot Spot Brasiliens. Wir waren vor Ort.

city-trip

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06 Köln Köln hat sie wirklich: Echte Papageien! Doch auch sonst tummeln sich am Rhein die bunten Vögel in Massen. Nicht nur zum Karneval. 10 Turin Italiens Norden lockt mit Kultur und modischen Männern.

travelers style 40 Lausanne / Niederösterreich Auf geht’s zu den schönsten WeinRegionen mit schwulem Anschluss. Stil und Geschmack entscheiden. 48 Ich kauf mir was! Weihnachts-Shopping ist in Brüssel und New York ein Heidenspaß. Wir geben Einblicke.

navigaytor 58 Adressen und Daten für die globale Schwulenszene

standards 03 Welcome 04 Check in 66 Impressum

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überblick brandaktuell

Schneegestöber Sie ist die größte schwul-lesbische Winterveranstaltung der Schweiz und der beste Beweis dafür, dass das auf seine Unabhängigkeit pochende Alpenvolk nicht nur während des Europrides 2009 in Zürich zur Hochform auflaufen wird. Was mit der „Snow & Motion Week“ im Winter 2003 begann, hat sich unter dem Namen „Arosa Gay Skiweek“ inzwischen zu einer beliebtesten Ski- und Partywoche für schwule Wintersportfans entwickelt. Eine Woche lang lockt die Winter Edition 2009 vom 3. bis 9. Januar mit Sport, Kultur und jeder Menge Spaß. Im Stammhotel der Arosa Gay Skiweek, dem Hotel Eden, trifft man sich morgens am Welcome-Desk während am Abend ausgiebig gefeiert wird. Doch auch andere Hotels der als besonders gay-friendly geltenden Region, beispielsweise das Posthotel Arosa, locken mit speziellen

Angeboten während der schwulen Skiwoche. Auf deren Programm stehen eine Diva-Party mit Cabaret-Show, ein klassisches Klavierkonzert mit Pianist Michel Dalberto in der Dorfkirche, ein DragQueen-Day, eine schwule Schaumparty im Kitchen Club, ein zünftiger FondueAbend sowie eine große Abschlussparty unter dem Dresscode „Je Weißer desto Nicer!“ mit Gogo-Boys und DJ Ivan Pica aus Madrid (Space of Sound). Eventpässe kosten je nach Paket zwischen 80 und 200 Schweizer Franken, gebucht werden kann die „Arosa Gay Skiweek“ unter +41 (0)81 378 71 00 oder www.arosa-gayski week.com Gay-Boykott gegen Hyatt San Diego Schwul-lesbische Aktivisten rufen zum Boykott gegen das Manchester Grand Hyatt Hotel in San Diego auf, weil sich deren Besitzer im Kampf um die gleichgeschlechtliche Ehe auf die Seite der

Homo-Gegner geschlagen hat. Wie die „San Diego Union-Tribune“ berichtet, spendete Doug Manchester 125.000 Dollar an protectmarriage.com. Diese Gruppe setzt sich für das Verbot der Ehe für Schwule und Lesben in Kalifornien ein. Im November wird dazu eine Volksabstimmung stattfinden. Fred Karger, einer der Organisatoren des Boykotts, erklärte: „Dieser Mensch gibt einen Riesenberg Geld aus, um erstmals in der Geschichte Diskriminierung in der kalifornischen Verfassung festzuschreiben.“ Manchester gab dagegen an, er spreche sich für das Eheverbot aus, weil Schulen sonst wegen Diskriminierung verklagt werden könnten, wenn sie lehrten, dass die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau sei. Er sagte auch, dass seine Hotels und Restaurants natürlich trotzdem Schwule und Lesben als Gäste begrüßten.

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city-trip köln

Kölsche Papageien Das italienische Wort Papagallo steht für einen jungen Mann aus Köln, der erotische Abenteuer mit Touristen sucht - so ähnlich steht es im Lexikon. Köln hat aber nicht nur jeck balzende Gockel, sondern auch echte Papageien zu bieten. Bunte Vögel überall. Nicht nur zum Karneval beherbergt die Stadt des Frohsinns Liberalität sowie eine Menge mediterraner Lebensfreude. Und 2010 gar die Athleten der Gay Games. Ab dem 11.11. heißt es vorerst jedoch: „Kölle Alaaf!“

Daniel kommt aus dem Staunen nicht heraus. „Sag mal, gibt es bei euch frei herumfliegende Papageien?“ Gestern war er am späten Nachmittag am Aachener Weiher unterwegs. „Da sahen wir plötzlich einen ganzen Schwarm auf einem Baum sitzen. Wir dachten, das gibt’s doch gar nicht“, berichtet er aufgeregt einem Kellner in der Schwulenkneipe am Rudolfplatz. Dieser hört die Frage nicht zum ersten Mal. „Ja, die sind vor Jahrzehnten aus einer Käfighaltung ausgebüchst und konnten überleben und sich vermehren“, gibt er kundig zum Besten. Der 26-jährige Student aus Erfurt besucht mit seinen beiden Kommilitonen zum ersten Mal in seinem Leben Köln – und macht dabei Bekanntschaft mit einer der recht skurrilen Besonderheiten der Domstadt. Die Clique hegte schon seit längerem den Plan, sich die Stadt einmal anzuschauen: „Am Montag haben wir uns ganz spontan gesagt, morgen fahren wir los.“ Zwei Tage sind sie nun hier, von Dienstag bis Donnerstag. Eine günstige Jugendherberge in Deutz ist ihre Unterkunft. Für eines der vielen exquisiteren Schlafdomizile reicht ihr knappes Studentenbudget nicht aus. „Macht aber nix, wir sind eh nur zum Schlafen da. Wenn überhaupt.“, gluckst er nach dem vierten Glas Kölsch.

Auf den Dom sind sie auch schon raufgekraxelt. „Die Aussicht war die Mühe wert“, berichten sie. Geschlafen haben sie aber wenig. Dienstagabend haben sie Kölns schwulste Meile, die Schaafenstraße am Rudolfplatz unsicher gemacht und klapperten Bar für Bar ab. „Die Cocktailbar Iron und die Eckkneipe Ex-Corner gefielen uns recht gut. Am besten gefiel uns aber die Pink-Party am Mittwochabend im Club Neuschwanstein. Eine tolle Gay-Party mit vielen hübschen Jungs“, sekundiert Daniels Freund Peter.

Schwärme von Touristen Der Besuch des Jung-Trios aus Ostdeutschland ist eher untypisch für die schwulen Touristen, die zu Tausenden Jahr für Jahr nach Köln kommen. Die meisten Gay-Touristen besuchen die Domstadt im Sommer zum CSD oder im Winter zum Karneval. Das ist die Zeit, in der die Bars auf der Schaafenstraße förmlich überquellen, die Einwohnerzahl Kölns auf Gayromeo ins Unermessliche steigt und das Reinigungspersonal in den Gay-Saunen Phoenix und Badehaus darüber flucht, an diesen Tagen Dienst leisten zu müssen. Die Kölner Schwulen schmunzeln über den Besucheransturm

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zu diesen Zeiten. Nicht wenige freuen sich diebisch, dass sie zumindest zweimal im Jahr den Berlinern den Titel als unumstrittene Homo-Hauptstadt Deutschlands streitig machen dürfen. Klar, auch in Köln weiß man, dass Berlin viermal so groß wie die knapp eine Million Einwohner zählende Domstadt ist und man im Vergleich der Schwulenszenen allenfalls bei den Badehäusern die Nase vorn hat. Aber, und das hört man immer und immer wieder unter Kölner Schwulen, vielen ist die Hauptstadt zu groß und zu kalt. Damit ist nicht unbedingt der graue und – im Vergleich zu Köln – bitterkalte Berliner Winter gemeint. Die Rede ist von der Mentalität. Ein wenig dem, für das Überleben der Papageien wichtigen, milden Klima entsprechend, ist rheinische Wärme auch im Miteinander spürbar. Gemütlichkeit, Frohsinn, Lebensfreude, Humor und Jovialität sind des Kölners Markenzeichen. Eigenschaften, die den Hauptstädtern gänzlich fremd seien, so die Meinung vieler Kölner. Zwar finden viele Besucher, dass es nicht schaden würde, wenn der Kölner an sich etwas bescheidener mit seinem Lokalpatriotismus hausieren würde, aber das ficht den Kölner nicht an. Und erst recht nicht zum Karneval. „Dat Hätz

vun de Welt, jo dat is Kölle, dat Hätz vun de Welt, dat schläät am Rhing“, röhrt es jährlich zur fünften Jahreszeit aus den Kehlen hunderttausender, äußerst trinkfreudiger Kölner. Am 11. November wird es wieder so weit sein. An diesem Tag, um 11.11 Uhr, wird auf dem Heumarkt in der Kölner City die Karnevalssaison 2008/09 offiziell eröffnet. Alles, was Rang und Namen im Kölner Karneval hat, trifft sich mit dem Dreigestirn und Tausenden Jecken, um sich gemeinsam unter dem Motto „Unser Fastelovend – himmlisch jeck“ auf die fünfte Jahreszeit einzustimmen. Normalerweise findet die Sessionseröffnung am 11.11. in der Altstadt auf dem Alter Markt statt. Dort wird aber derzeit kräftig gebaggert und geschaufelt – die Kölner gönnen sich eine neue U-Bahn-Linie, die vom Breslauer Platz am Hauptbahnhof bis nach Raderthal in den Kölner Süden fahren wird.

Ob Karneval oder CSD: Bunte Vögel trifft man in Köln zu beinahe jeder Jahreszeit, denn Feiern ist im Rheinland fester Bestandteil der Kultur.

Spielen Cowboy und Indianer Kölns Schwule und Lesben feiern im Karneval kräftig mit. Mittlerweile gibt es mit den „Rosa Funken von 1995 e.V.“ und der „StattGarde Colonia Ahoj“ sogar zwei schwule Karnevalsvereine, die weit über die Szene

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city-trip köln

hinaus in Köln bekannt sind. Außerdem finden in der Karnevalssaison zahlreiche schwul-lesbische Sitzungen statt, die sich deutlich von den traditionellen Sitzungen unterscheiden. Da wären zum einen die alternative „Röschensitzung” im Mülheimer Kulturbunker sowie die schon Kultstatus genießende „Gloria-Sitzung” – beide halten in der Regel mehrere Sitzungen pro Session ab. Nicht zu vergessen sind außerdem die Kostümbälle zur närrischen Saison: Die „Rosa Funken“ halten traditionell am Karnevals-Samstag in der rechtsrheinischen Mülheimer Stadthalle ihre Sitzung ab. Die „StattGarde Colonia Ahoj“ lädt einmalig in den Alten Wartesaal ein. Für Karnevalsneulinge sind die Sitzungen geradezu ideal, sitzt man doch mit anderen Schwulen an einem großen Tisch und kommt dabei schnell ins stets kurzweilige Gespräch. Denn viel Zeit ist ja nicht, man muss nämlich alle Schlager mitsingen – wie immer in Köln. Zurück zum 11. November, dem Karnevalsauftakt: Die meisten Lesben und Schwulen in Köln dürften den Umzug zum Neumarkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Denn in der Altstadt ist die traditionelle Schwulenszene der Stadt zu Hause. Die meisten Bären-, Fetisch-, Lederund Stricherkneipen finden sich hier. Im Vergleich zu

den Gay-Kneipen am Rudolfplatz ist das Publikum in den Schwulenbars tendenziell älter. Zum Karneval aber lösen sich die Altersgrenzen vollends auf: Viele jüngere Schwule machen zum Warmglühen einen Abstecher in die Kneipen und Bars in der Altstadt, bevor sie sich ins schwule Epizentrum am nahen Rudolfplatz begeben. Vor allem die Szenekneipen „Brennerei Weiß“ und „Ex-Corner“ sind ab 18 Uhr zum Bersten voll. Für Besucher ist es in dieser Zeit ein herrlich leichtes Unterfangen, Kontakt zu den Einheimischen aufzunehmen. Allerdings unter zwei Voraussetzungen: Erstens sollte man im Kölner Karneval nicht allein und gelangweilt in der Ecke stehen und zweitens gänzlich unkostümiert erscheinen. Das mag der feierfreudige Kölner gar nicht. Während man sich in anderen Städten Deutschlands zur Karnevalszeit als Kostümierter womöglich in der Minderheit befindet, gehört es in Köln zum guten Ton, in Sachen Kleidung zu klotzen, statt zu kleckern. Und so verwundert es nicht, dass sich schon nach wenigen Stunden Engel und Teufel oder – gern auch – Cowboy und Matrose eng umschlungen und schunkelnd in den Armen liegen. Die Kölner sind halt gerne im Schwarm unterwegs. Den Papageien ähnlich, auch beim Balzen.

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Check it Out! Hinkommen Kaum eine andere Stadt wird von so vielen Günstigairlines angeflogen wie Köln. Germanwings bietet täglich mehrere Flüge von München, Berlin-Schönefeld, Dresden, Leipzig-Halle, Wien und Zürich in die Domstadt: www.germanwings. com • Tuifly bedient Köln von Hamburg, Berlin-Tegel, Graz, Innsbruck, Salzburg, Sylt und Memmingen: www.tuifly.com • Airberlin fliegt Köln von Berlin-Tegel, Nürnberg und Sylt an: www.airberlin.de • Lufthansa schließlich fliegt täglich von München, Hamburg und Berlin-Tegel in die Domstadt: www. lufthansa.de

Unterkommen & Rauskommen Maritim Hotel, Heumarkt 20, Tel. +49-221-2027-0, zentrales, in der Altstadt direkt am Rhein gelegenes 4-Sterne-Haus, 454 Zimmer, 5 Restaurants, Spa mit Schwimmbad, Sauna und Fitness-Raum, www. maritim.de • Brennerei Weiß, Hahnenstr. 22, großes Brauhaus, Kneipe, Biergarten und Restaurant in einem, typisch kölsche Küche, zum Karneval sehr populär: www.brennereiweiss.de • Era Café, Friesenwall 26, kleines Café, das sich schon vormittags großer Popularität erfreut, im Sommer Außengastronomie auf Kölns schwulster Meile, der angrenzenden Kettengasse: www.cafeera.de • Ex Corner, Schaafenstr.

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57-59, Kölns bestbesuchte Kneipe im Herzen des Schwulenviertels, abends stets gut gefüllt, am Wochenende bis 8 Uhr morgens recht voll: www.excorner.de • Phoenix Sauna, Richard-Wagner-Str. 12, neben dem legendären Badehaus (Friesenstr. 23-25) die beliebteste Sauna Kölns, viele Mottoabende, auch in der Nacht (vor allem am Wochenende) populär: www.phoenixsaunen.de

Karneval Am Dienstag, dem 11. November, wird die Karnevalssession 2008-2009 offiziell eröffnet. Der Höhepunkt des Straßenkarnevals

findet vom 19. – 24. Februar 2009 statt.

Reiseführer Marco Polo Reiseführer Köln, von Jürgen Raap, 131 Seiten, erschienen im Mairdumont Verlag, 4. Auflage 2008, Preis: Euro 9,95

Internet Eine Übersicht über das aktuelle Tagesgeschehen in der Schwulenszene bietet die Online-Version von Kölns kostenlosem Gay-Magazin rik: www.rik-online.de • Das Tourismusamt der Stadt Köln bietet auf seiner Webseite nützliche Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Unterkunft und vieles mehr: www.koelntourismus.de

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city-trip Turin

Numero Uno Die Männer sind gut gekleidet, und Homos erkennt man am Oberlippenbart. Und auch wenn Frankreichs First Lady Carla Bruni einst aus der Stadt geflüchtet ist, hat Turin noch einiges an Eleganz zu bieten, findet Autor Thomas Abeltshauser, der die Stadt während des schwul-lesbischen Filmfestivals besuchte.

Turin? Da waren doch die letzten Olympischen Winterspiele. Was macht man da sonst so? Oder: Ist das nicht die Fiat-Stadt? Viel mehr hat die spontan durchgeführte Umfrage im Bekanntenkreis nicht ergeben, als die Koffer für einen Trip über die Alpen gepackt wurden. Selbst die größten Italienfans mussten kurz überlegen, wo Turin denn genau liegt. Dabei hat die Stadt knapp eine Million Einwohner, vor der Industriekrise in den 80er Jahren waren es sogar 1,5. Ein bisschen spröde sei sie, wie seine Bewohner, klärte schließlich ein im Chat konsultierter Turiner auf, der sich Lucci78 nannte, aber auch unterschätzt. Die Stadt bezaubere erst auf den zweiten Blick. Musst dich halt drauf einlassen, meint er und gibt noch ein paar Ausgehtipps. Na, dann. Avanti! Auf nach Torino! Schon im Landeanflug wird deutlich, warum hier vor zwei Jahren die Winterspiele stattfanden: Die Stadt ist mit einem Bergpanorama gesegnet, das Münchens weißblauen Himmel vor Neid erblassen lässt. Der anschließende Spaziergang durch die belebte Innenstadt zeigt, für wie viel Schwung Olympia 2006 gesorgt hat. Die Piazza San Carlo, der schönste Platz Turins, war bis dahin noch ein öffentlicher Parkplatz. Jetzt gibt es eine Tiefgarage und oben lässt es sich autofrei prima stundenlang in Straßencafés aushalten. Die alte Fiatfabrik, das Lingotto, wurde von Architekt Renzo Piano in einen spektakulären Kultur- und Konsumkomplex umgestaltet, der maßgeblich dazu beiträgt, dass sich in den letzten zehn Jahren die Industriestadt zur Kulturmetropole mauserte, die mit Kunst, Gastronomie und Nachtleben ihre Besucher lockt. Das Stadtbild ist geprägt von Prachtbauten der Monarchie und Großindustrie. Die Prachtmeile, die Via Roma im Zentrum, ist gesäumt von Arkaden, unter denen sich hervorra-

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gend an den Stores der Luxuslabel vorbeiflanieren lässt. Immer wieder schlendern Männerpaare mit D&G- und Versacetüten bepackt vorbei. Wobei der Gaydar nicht immer zuverlässig funktioniert: Auch Hetenmänner sind hier meist extrem gut gekleidet. Oder zumindest bemüht. Der Homotrend 2008, zumindest hier: Oberlippenbart. Ob Bleistiftstrich oder Pornobalken: Vor allem Männer unter 35 scheinen gerade total auf sehr spezielle, akkurat gestylte Gesichtsbehaarung abzufahren. Etwas weniger hip, dafür umso gemütlicher, geht es da in Tunrins Homcafé „Numero Uno“ zu. Bei einem Espresso stärkt man sich im Caffè Leri für die nächste Runde. Ich bin längst bezaubert von der Alpenmetropole. Hat jemand spröde gesagt? Impossibile! In diesem Jahr ist die Stadt die erste „World Design Capitol“. Überall in der Stadt gibt es Ausstellungen zu allen Designbereichen, von Möbeln über Autos bis Grafiken. Aber auch die mehr als 80 Museen bieten von moderner Kunst (im Centro per L’Arte Contemporanea oder die Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli auf dem Dach des Lingotto-Fabrikkomplexes) bis zu barocken Palästen (Château Ducal d’Agliè) alles, was das Kulturschwuppenherz begehrt. Wirklich einzigartig ist das nationale Filmmuseum in der Mole Antonelliana, ein Gebäude, das 1863 bis 1880 ursprünglich als Synagoge gebaut wurde, der jüdischen Gemeinde aber dann zu protzig wurde. Im Hauptraum unter der Kuppel schießt der frei in der Mitte aufgehängte Glaslift Besucher zur Aussichtsplattform hoch. Schwindelfrei sollte man schon sein, irgendwie kommt Hitchcocks „Vertigo“ in den Sinn, auch wenn sich das Museum vor allem um italienisches Kino dreht. Unten steht die große Statue aus dem Monumentalstummfilm „Cabiria“ und von der Wand grinst Adriano Celentano.

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city-trip Turin

Turin brüstet sich damit, die homofreundlichste Stadt Italiens zu sein, weil hier traditionell der Einfluss der römisch-katholischen Kirche nicht so groß ist. Auch wenn das die Modetrinen in Mailand und die stolzen Römer wahrscheinlich anders sehen: Zumindest homohistorisch ist Turin in Italien ganz sicher Vorreiter: Seit Anfang der 70er Jahre gibt es hier eine Homobewegung, im Juli 1980 gründete sich in Turin Italiens erste Homovereinigung, die „Fondazione Sandro Penna“. Bis heute bietet sie Aufklärung an Schulen, unterstützt Forschungsprojekte und organisiert Treffen. Darüber hinaus ist die allgemeine Homobewegung ein bisschen eingeschlafen, eine CSD-Parade hat es zuletzt 2006 gegeben. Dieses Jahr ist man dazu lieber nach Bologna oder Mailand gefahren. Als Höhepunkt des schwulen Jahres bleibt so noch das im April stattfindende Homofilmfest, das sich „Da Sodom a Hollywood“ nennt und als eines der größten und ältesten weltweit gilt. Gefeiert wird in Turin vor allem am Wochenende. Im Club Le Gare hinter dem Hauptbahnhof Puerto Novo findet sonntags ein Gay-T-Dance statt, bei dem sich die piemontesischen Homos und ihre Freundinnen zuerst am riesigen Buffet Fingerfood reinpfeifen, um sich die Kalorien anschließend wieder euphorisch herunterzutanzen. Die Stimmung ist freundlich, die Meute gut gemischt, auch etliche feierwütige Heten, (fast) alle gut angezogen. Man macht sich fein zum Ausgehen in Turin. Schmutziges macht man woanders, in der Sauna, in Cruisingbars oder einfach zuhause. Die meisten Gaypartys wie „Queever“, „Les Folies Scandal“ und „Zoccola“ gastieren in etablierten Mainstreamclubs und wechseln auch mal die Location. Ein Blick auf die Websites ist empfehlenswert. Eine eigene, feste Homodisco gibt es in Turin nicht. Vielleicht hat sich auch deshalb hier nie das Konzept von Disco & Darkroom durchgesetzt. Stefano, 26, kommt fast jeden Sonntag ins „Le Gare“. „Mir gefällt die Mischung aus Essen, Party und Show. Und die Leute sind viel entspannter als in Mailand.“ Er macht ein paar abfällige Bemerkungen über Milanos Männer im Allgemeinen und Möchtegernmodels im Besonderen, die im House-Sound aber untergehen – und wahrscheinlich eh nicht druckfähig wären. Wie die meisten jungen Turiner spricht er ziemlich gut Englisch, was in Italien alles andere als üblich ist. Turin ist Universitätsstadt und hat sich von der Wirtschaftskrise der 80er erholt. Hier muss inzwischen keiner wegziehen, um Arbeit zu finden. Die derzeit bekannteste Tochter der Stadt, Frankreichs Premiere Dame Carla Bruni, flüchtete aus ganz anderen Gründen: Weil ihre Familie von der linksextremistischen Terrororganisation „Rote Brigaden“ bedroht wurde. Aber das ist eine andere Geschichte. 12

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Check it Out! INFOS

Nova Zentralstation. • HOTEL VICTORIA, VIA NINO COSTA, 4, WWW. HOTELVICTORIA-TORINO.COM. Hotel mit zauberhaftem Garten und Blick über die Altstadt von Turin. Im ägyptisch inspirierten Spa-Bereich fühlt man sich wie im Tempel, das Frühstück ist preisgekrönt. • ART HOTEL BOSTON, VIA MASSENA, 70, W W W.HOTELBOSTONTORINO.IT. Viersternehotel, das vor sechs Jahren komplett renoviert wurde und zum Designhotel umgestaltet wurde. Das dazugehörige Restaurant La Linea Continua bietet eine tägliche Mittags- und Abendkarte. • HOTEL NAPOLEON, VIA SETTEMBRE, 5, WWW.HOTELNAPOLEONTORINO.IT. Homo-Hotel mit ordentlicher Ausstattung und Frühstück, bei dem Spartacus-Leser einen 20% Rabatt erhalten.

www.comune.torino.it (mit deutschem Teil) • www.turismotorino. org (mit englischem Teil) • www. torinocultura.it (mit englischem Teil) • www.babiloniamagazine. it (italienisches Homomagazin mit Veranstaltungsterminen) • www. gaytorino.net (nur italienisch)

HINKOMMEN Direktflüge nach Turin bietet Lufthansa ab München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf, Air France fliegt über Paris. Vom Flughafen fährt alle halbe Stunde ein Zug in 19 Minuten in die Innenstadt. In Turin kommt man mit Bus und U-Bahn gut durch den Tag (nachts steigt man besser ins Taxi). Die Torino & Piemonte Card für die öffentlichen Verkehrsmittel und Eintritt in Museen kostet zwischen 18 Euro für zwei Tage und 35 Euro für sieben Tage. www.lufthansa.de www.airfrance.de

TERMINE 1. bis 25. September MITO SETTEMBRE MUSICA Das internationale Musikfestival in Turin ist seit 30 Jahren ein Kulturhighlight im Herbst, nun findet es zum zweiten Mal als Kooperation mit Mailand statt. In den beiden Städten, aber auch in kleineren Orten der Region, finden unzählige Klassikkonzerte statt. WWW.SETTEMBREMUSICA.IT Oktober SALONE DEL GUSTO Der Slowfoodtrend, also das bewusste , hat seinen Ursprung in der Region Turin. Im Oktober wird die Stadt zur kulinarischen Hauptstadt Italiens, wenn beim „Salone del Gusto“ Weine und Spezialitäten al italia präsentiert werden. WWW.SLOWDFOOD.IT April TORINO GLBT FILM FESTIVAL Das ältestes Homofilmfest der Welt findet im April 2009 zum 24. Mal stattfindet. WWW.TGLFF.COM

RAUSKOMMEN CAFFÈ LERI, CORSO VITTORIO EMANUELE II, 64, Kleines gemütliches Homocafé in der Nähe des Hauptbahnhofs. In einer Ecke werden Tshirts, Unterwäsche und andere Gay Accessoires verkauft. • MICROPLEX KING KONG, VIA PO, 21, WWW.KINGKONGMI-

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CRO.IT. Stylishe Bar-Restaurant mit kleinem Party-Kinosaal. Die Tische sind Glasvitrinen, in denen affige Plastikbananen liegen. • LA GARE, VIA SACCHI, 65, WWW.DISCOTECALAGARE.IT. Großraumdisco, in der regelmäßig Gay Parties stattfinden. • IL MALE PUB, VIA LOMBARDORE, 10, www.ilmalepub.blogspot.com. Klassische Homobierkneipe, rustikal und gemütlich. • GARAGE CLUB, CORSO STATI UNITI, 35, www.garageclub.it/. Turins populärste schwule Sauna, in der Nähe der Station Puerto Novo.

VIA ROMA Anlaufstelle Numero Uno für Turin. Auf dieser Prachtmeile wandelt man unter historischen Arkaden und schlendert so wohlbehütet an allen wichtigen Luxuslabelstores von Dior bis Valentino vorbei.

PASTIFICIO BOLOGNESE, VIA SAN SECONDO, 69, WWW.PASTIFICIOBOLOGNESE.IT. Laden mit 90 verschiedenen Pastasorten, die täglich frisch nach den Rezepten von Oma Alda und Großvater Guiseppe hergestellt werden. Mittlerweile führen die Enkel die Geschäfte. • LITTLE NEMO, VIA MONTEBELLO, 2/D, WWW.LITTLENEMO.IT. Sergio Pignatone hat sich in seinem Antiquariat auf seltene Bildbände aus dem 20. Jahrhundert, Kinderbücher von 1700-1950, alte Magazine, Filmposter, italienische Comics und Originalcomiczeichnungen spezialisiert. • LIBRERIA LUXEMBURG, VIA BATTISTI, 7, Buchhandlung mit englischsprachigen Büchern, exzellenter internationaler Zeitschriftenabteilung, großer Auswahl an schwuler Literatur und Videos. Weitere Abteilungen für Design, Architektur und Judaica. • BLOWUP, VIA MONTEBELLO, 22/E, WWW.BLOWUPDVD.IT. Wahrscheinlich einer der besten DVD Shops Italiens, ganz sicher der beste in Turin. Sensationelle Raritäten aus der Trash-, Horror- und 70s-Erotikecke.

Partys QUEEVER www.queever.it/home.asp LES FOLIES SCANDAL www.lesfoliescandal.it/ ZOCCOLA www.myspace.com/zoccola

RESTAURANTS KUOKI FAST GOOD, VIA GAUDINZIO FERRARI, 2/H, Exzellenter, minimalistisch designter Luxusimbiss, für die schnelle, leichte Küche im ItaloAsia-Style. Inhaber Toni Vitello war früher persönlicher Koch von Giorgio Armani.

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überflieger news

New york: 125 Jahre Met Rasur-Rituale im Männer-Spa Ende November eröffnet das neue 4.400 Quadratmeter große Spa des Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe im Hohenloher Land (BadenWürttemberg). Männern steht dann eine eigene Spa-Suite mit finnischer Sauna, Whirlpool und Dampfbad zur Verfügung. Des Weiteren kann sich das männliche Geschlecht, ganz unter sich, mit ursprünglichen Badeabläufen und traditionellen Rasur-Ritualen verwöhnen lassen. In Planung sind außerdem spezielle Pflegeprodukte für Herren. Überall im Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe sind Kunstwerke aus den verschiedensten Epochen zu finden, so auch im neuen Wellness-Areal. Neben der Spa-Rezeption mit Kultur-Lounge wird es einen Kunst-Wandelgang geben, der Bilder und Skulpturen aus der namhaften Firmensammlung der Würth-Gruppe ausstellt. Diese besteht derzeit aus 11.400 Werken von 2.000 verschiedenen Künstlern. www.friedrichsruhe.de

Modewoche in der Dominikanischen Republik Zum dritten Mal findet vom 13. bis 18. Oktober 2008 die nationale Modewoche „DominicanaModa“ in der Dominikanischen Republik statt, in der Hauptstadt Santo Domingo. An jedem Tag finden zwischen 12.30 Uhr und 22.00 Uhr insgesamt fünf Modeschauen statt. Ihre neuesten Ideen präsentieren die dominikanischen Couturiers Jorge Diep, Robert Flores, Giannina Azar, Marisol Henríquez, Belkola, Arcadio Díaz, Ana Montan, Luís Menieur, Hipólito Peńa, Diany Mota, Luís Domínguez und Gutiérrez Marcano. Unter den Marken haben Camila, Tioca und Leonisa ihre Teilnahme zugesagt. Neben Modedesignern aus der Dominikanischen Republik werden Stars der Modebranche aus Argentinien, Chile, Kolumbien, Ecuador und Venezuela erwartet. Mit der Modewoche „DominicanaModa“ in Santo Domingo will sich die Dominikanische Republik gezielt als Fashion- und Lifestyle-Nation präsentieren, die den weltweit anerkannten und beliebten Latino-Stil perfektioniert.

Zum 125-jährigen Bestehen eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt stehen noch bis Mai 2009 neue Produktionen und Sondervorstellungen auf dem Spielplan der New Yorker Met. Unter den sechs Neuproduktionen der Metropolitan Opera finden sich Opern wie „Der Troubadour“ von Giuseppe Verdi sowie „Doctor Atomic“ von John Adams. Darüber hinaus erleben Zuschauer die Inszenierungen „Thais“ von Massenet, „La Sonnambula“ von Bellini und Puccinis „La Rondine“. Zu den Aufführungen, die bereits vor der neuen Saison zu sehen waren, zählen Puccinis Madame Butterfly, Mozarts Zauberflöte, Eugen Onegin von Tschaikowsky sowie La Traviata und Rigoletto von Verdi. Am 15. März 2009 können Besucher der feierlichen Gala zum 125-jährigen Bestehen beiwohnen – das Datum markiert zugleich das 40-jährige Jubiläum Plácido Domingos an der Met. www.metopera.org

Design-Hotel für Budget-Reisende Seit dem 6. Juli 2008 gibt es in Stockholm eine neue und kostengünstige Alternative der Übernachtung: die Design-Jugendherberge STF Gärdet. Dabei handelt es sich – wie bei vielen so genannten Vandrarhem in Schweden – nicht um eine Jugendherberge im herkömmlichen Sinne. Denn in Schweden ist es nicht ungewöhnlich, dass auch Erwachsene die preisgünstige Unterkunft eines Vandrarhem einem Hotel vorziehen. Entsprechend werden häufig auch Einzel-, Doppel- und Familienzimmer angeboten. So auch in der neuen Design-Unterkunft des STF (Svenska Turistföreningen). Als wesentlicher Unterschied zu anderen Vandrarhem wurde hier aber auf die Verwendung von Etagenbetten verzichtet und zudem verfügen sämtliche Zimmer über TV, Dusche, WC und Bettwäsche. Einzelne Räume beinhalten außerdem eine kleine Pantry-Küche. Und auch in Sachen Gestaltung und Einrichtung geht das STF Gärdet andere Wege: Nach Angaben der Betreiber findet sich hier nicht ein einziges Möbelstück des typischen 0815-KiefernStils. Stattdessen wurden die Räume mit Einrichtungen verschiedener schwedischer Designer bestückt. Vertreten sind beispielsweise Marken wie Kallin & Franzen, Baltzar Beskow, Stolab, Thomas Sandell, Kinnebedden, Belid, LAVA und Ann Britt Franzen. www.svenskaturistforeningen.se

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Spartacus traveler-Support

Viva españa Andalusien mit Gaymondo.de Der explizit für die schwule Zielgruppe gegründete Unternehmenszweig Gaymondo.de bereichert aufs Neue die schwule Reise-Community mit seinen speziell für Gays konzipierten Gruppenreisen. Das Mutterhaus Amondo ist da natürlich von Bedeutung. Kann Gaymondo.de doch auf seine Kompetenz und Infrastruktur bauen. Dabei konzentriert sich das kompetente Mitarbeiter-Team nicht nur auf die Vermittlung exotischer und aufregender Reiseziele, sondern plant und setzt eigene Gruppenreisen für Schwule um. Ende Mai 2009 steht eine 8-tägige Gay Rundreise durch Andalusien auf dem Programm. In Malaga erwartet die Teilnehmer bereits ein erfahrener Gay-Reiseleiter und man hat ausgiebig Zeit, die Stadt und die Szene von Torremolinos kennenzulernen. Von Malaga geht es dann die weiteren Tage in die kulturellen Zentren Andalusiens – nach Granada, Cordoba, Sevilla,

WeLTMeISTeR IM ReISeN Norbert Breiter überzeugt viele Hotels und andere touristisch interessante unternehmen, nicht nur in der schönen Schweiz, sondern auch im alpenländischen österreich und anderen Ländern und Regionen europas, sich den schwulen Reisewünschen besser anzunehmen. Doch warum eigentlich? Traveler: Warum ein spezielles Gaymarketing, haben Schwule nicht dieselben touristischen Interessen wie Heten? Norbert Breiter: Viele Gays bevorzugen aus guten Gründen gayfriendly Hotels und Destinationen.Schwule müssen mindestens genauso willkommen geheißen werden, wie Heterosexuelle und sie dürfen keinerlei Nachteile spüren. Sensibilität und unbekümmerte Natürlichkeit in einem Guss sind hier gefordert.

Cadiz, Ronda und Benalmadena, wo am sich am letzten Tag am Strand erholen oder einen Ausflug nach Gibraltar unternehmen kann. Zu den Leistungen gehören 7 Übernachtungen mit Frühstück in ausgewählten Hotels (alle mit privatem Bad, Dusche und WC), 7 Abendessen in Hotels, die Rundreise ab/bis Malaga im klimatisierten Luxusbus, deutschsprachiger Gay-Reiseleitung, lokale Stadtführer in Granada, Cordoba, Sevilla, Cadiz und Ronda, ein Welcome-Cocktail bei Ankunft sowie alle Eintrittsgebühren

Traveler: Ab wann ist ein Hotel gayfriendly, was muss ein Hotel bieten, wenn es schwule Gäste gewinnen möchte? Norbert Breiter: Das Personal muss aufgeschlossen gegenüber Lesben und Schwulen sein und auch Informationen für den Schwulen Gast parat halten. Die Frage, wo etwa die nächste Schwulen-Bar zu finden ist, sollte ohne Umschweife und offen beantwortet werden können. Der Wohlfühl-Faktor ist entscheidend. Sind Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Diskretion gegeben, fühlen sich auch schwule Gäste gut aufgehoben. Traveler: In welcher Hinsicht beraten sie ihre Kunden, beispielsweise Hoteliers? Norbert Breiter: Wir beraten und unterstützen Hotel- und Restaurantbetriebe in erster Linie im strategischen Management. Wir werden von unseren Klienten zur komplexen Problemerkennung und -lösung herangezogen und unterstützen diese mit konkreten Maßnahmen bis zur erfolgreichen Umsetzung. Das gilt auch für Fragen der Werbung und des Marketings. Traveler: Wird auch ein spezieller umgang mit schwulen Gästen empfohlen?

(inkl. Alhambra). Reisetermin ist der 29.05. bis 5.06.2009, der Preis pro Person im Doppelzimmer beträgt 530 Euro (ab Teilnahme von 35 oder mehr Personen), bei weniger Teilnehmern wird die Reise etwas teurer. Gaymondo.de powered by Amondo, Friedrich-Breuer-Str. 26-28, 53225 Bonn, Service-Hotline: 0228-96450400, info@gaymondo.de, www.gaymondo.de

Norbert Breiter: Es muss selbstverständlich sein, jeden Gast gleich zu behandeln. Ein Marmorbad oder der üppige Obstkorb, können den negativen Eindruck, den der Gast angesichts eines unfreundlichen oder desinteressierten Personals erfährt, nicht Wett machen. Traveler: Welche Vorteile genießt ein Hotel, wenn dort auch gezielt und gerne Schwule residieren? Norbert Breiter: Diese Hotels genießen mit Sicherheit den Ruf, modern und aufgeschlossen zu sein. Da die schwule Zielgruppe Weltmeister im Reisen und häufig sozial sehr aktiv ist, fällt dort auch die Mund-zu-Mund-Propaganda noch mehr ins Gewicht. Traveler: Welche Hotels können sie persönlich schwulen urlaubern besonders empfehlen? Norbert Breiter: Ganz klar; das Posthotel Arosa, besonders zur Gay Ski Week. Für Städtereisende das Hotel Axel in Barcelona oder das Dolder Grand in Zürich.

www.breiter-beratungen.ch

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fernweh thailands norden

Das wahre Siam Von Elefanten und Babybienen berichtet Autor Michael Lenz aus Chiang Mai im Norden Thailands. Doch der S端dostasien-Fan kommt im Dschungel Siams auch dem Zusammenhang zwischen Eierkochen und Opium-K端che auf die Spur.

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In San Kamphaeng sprudeln heiße Quellen aus dem Boden. Die Thais hängen kleine Bastkörbchen mit rohen Eiern in das fast kochende Wasser und machen sich einen Heidenspaß daraus. Das Ergebnis bereichert das Picknick, das Familien unter dem Schatten mächtiger Bäume entlang der Bäche und Becken abhalten und dabei die Füße vergnügt in das inzwischen von kochend auf heiß abgekühlte Wasser hängen. San Kamphaeng liegt in der Nähe von Chiang Mai. Für so manchen ist der bergreiche und von dichten Wäldern bewachsene Norden Thailands das eigentliche, das wahre Siam. Das ist natürlich Ansichtssache. Aber Chiang Mai und seine weitere Umgebung haben mit Bergvölkern wie den Karen und wilden Elefanten im Dschungel, goldenen buddhistischen Tempeln und alten Festungen der Lanna-Könige, dem Golden Dreieck und dem mächtigen Mekong, Ökotourismus und Luxusherbergen mehr Vielfalt zu bieten als der Süden mit seinen Stränden. Ein kundiger und charmanter Führer durch Chiang Mai und seinem Umland ist Benira, obwohl sich der offen schwule Mann nicht Fremdenführer nennen darf. Dazu fehlt dem Sohn von Reisbauern aus dem armen Isaan im Nordwesten Thailands der notwendige Schulabschluss. „Ich musste von Kind auf meinen Eltern auf dem Hof helfen. Da war keine Zeit für Schule“, sagt der Mittdreißiger lapidar. Ohne ein Abschlusszeugnis aber kann man sich nicht für die staatliche Fremdenführer-

ausbildung anmelden. „Ich bin eben nur ein Taxifahrer“, lacht Beni, der sich sein ziemliches gutes Englisch ebenso selbst beigebracht hat wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Beni ist aber ein sehr kundiger „Taxifahrer“, der alle schönen und aufregenden Ziele im Norden Thailands kennt. Und wenn er auch nicht „führen“ darf, so gibt es kein Gesetz, dass es ihm verbietet, auf Fragen seiner Fahrgäste zu antworten. Wenn man Beni

Thailands Nationaltier, der Elefant, ist in der freien Wildbahn bedroht, als Arbeitstier und „Sportgerät“ beim Elefantenpolo aber immer noch im Einsatz.

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fernweh thailands norden

zum Beispiel fragt, wo man am besten wohnen kann, dann ist seine Antwort klar und eindeutig: „Im Ricefield House“. Wie wahr. Das alte kleine, im englischorientalischen Kolonialstil eingerichtete Haus mit drei luxuriösen Zimmern liegt etwas außerhalb von Chiang Mai inmitten von Reisfeldern mit Aussicht auf die Berge, die die Ebene von Chiang Mai umgeben. Das kleine Paradies mit Palmen und Swimmingpool haben sich das schwule Paar Don und Ken eingerichtet. Seit über zwanzig Jahren sind der Engländer und sein chinesischer Lebenspartner aus Hongkong zusammen. Mit dem Ricefield House haben sie ein Ziel: „Unsere Gäste sollen sich wohlfühlen.“ Was aber, wenn man aus dem ruhigen, entspannenden Paradies mal ins Nachtleben von Chiang Mai will? „Dann rufen wir Beni. Der Shuttle Dienst gehört zum Service.“

Elefanten in Thailands Wäldern Ausflugsziele gibt es rund um Chiang Mai reichlich: Knapp zwei Autostunden südlich von Chiang Mai in Lampang ist das „Thai Elephant Conservation Center“ zu finden. Es hat sich ganz dem Schutz und dem Erhalt der Elefanten in Thailand verschrieben. Um die thailändischen Nationaltiere ist es schlecht bestellt. 100 000 Elefanten bevölkerten noch vor 100 Jahren Thailands Wälder. Heute leben nur noch etwa 1500 in freier Wildbahn und gut 4000 als Nutztiere in Gefangenschaft. Im Elefantencamp, das als erstes seiner Art in Thailand gegründet wurde, können Besucher den mächtigen Urtieren Nahe kommen. Entweder nur durch einen kleinen Ritt, oder aber man belegt einen mehrtägigen Mahout-Kurs. Der ermöglicht einen tieferen Einblick in den Umgang mit Elefanten. Und Reiten steht hier ebenfalls auf dem Kurs-Programm. Während man im Camp von Lampang in ziemlich einfachen Hütten wohnt, geht es im Hotel Anantara Golden Triangle im Nordosten von Chiang Mai weitaus komfortabler zu. Das Luxushotel hat inzwischen ebenfalls ein eigenes Elefantencamp. Zudem fungiert das Domizil als Veranstalter des jährlichen ElefantenPoloturniers, wobei es standesgemäß um den Pokal des Königs geht, der wiederum wesentlicher Sponsor des Elefanten-Camps von Lampang ist. Wer jedoch ein richtiger Mahout sein will, muss sich in aller Herrgottsfrühe aus seinem Fünfsterne-Bett herausbequemen und zusammen mit anderen Elefantenreiter-Anwärtern und richtigen Mahouts einen hohen Berg hinaufsteigen um oben im dichten Dschungel die Elefanten aus ihrem Nachtlager zu holen. Das ist echter Abenteuer-Urlaub. Als Gegenmittel zu einer Überdosis Elefantenabenteuer, bieten sich im Goldenen Dreieck, dem Dreiländereck von Burma, Thailand und Laos, Ausflüge in LongtailBooten über den Mekong, ein Besuch von Bergstämmen oder Exkursionen über den Markt der burmesischen 18

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Strände, Kultur, Luxushotels – der Norden Thailands hinterlässt bei jedem Reisenden bleibende Eindrücke fern ab des Massentourismus.

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fernweh thailands norden

Grenzstadt Tachilek an. Einen ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart des Golden Dreiecks als Epizentrum des Opiumanbaus bietet derweil die „Hall of Opium“ bei Chiang Saen. Aber selbst im Opiummuseum kann man Elefanten nicht ganz entkommen. In Indien nämlich, so lernt man mit Erstaunen, verabreichten die Maharadschas früher ihren Kriegselefanten Opium, um sie auf dem Schlachtfeld gefügiger zu machen.

Check it Out!

Hinkommen Die LTU-Jets der Airberlin-Gruppe fliegen mehrmals die Woche via Berlin, Düsseldorf und München nach Bangkok in Thailand. www.airberlin.com • Umsteigen und Weiterfliegen in Thailand und ganz Südostasien mit Bangkok Airways, www.bangkok air.com

Unterkommen & Rauskommen THE RICEFIELD HOUSE, Chiang Mai, schnuckeliges Boutique-Hotel mit drei Zimmern, schwule Besitzer, Zimmer ab 44 Euro/Nacht aufwärts, + 66 (0) 898 539 03, www.rice field-house.com • MINICOST Apartment & Guesthouse, 19-19/4 Rachadamnoen Rd., Soi 1 Tha Pae Gate, exzellente Pension in zentraler aber ruhiger Lage, schöne moderne Zimmer, schwulenfreundlich, Zimmer ab 20 Euro/Nacht aufwärts, +66 (0) 53 4187878, www.minicostcm.com • HOUSE OF MALE, schwule Sauna mit Swimming Pool, 19 Sirimangklajarn Rd. Soi 3, www.houseofmale. com • Peak Bars, Chang Klan Rd., eine klei-

ne Ansammlung von schwulen Openair-Bars Chez Nous, MTVee oder Paradise hinter dem Night Bazaar Gebäude. • GOLDEN TRIAN GLE ANANTARA RESORT & SPA, 229 Moo 1, Chiang Saen, schwulenfreundlich, Zimmerpreise in der gehobenen Klasse, +66 (0) 5378 4084, www.goldentriangle.anantara.com • BEN’S TAXI SERVICE AND TOURS, Touren durch Chiang Mai und den Norden Thailands, +66 08 9853 7527, www.benstaxiservicean dtours.com

Weitere Infos Optimale Reisezeit, da keine Regenzeit, die mit schwüler Tropenhitze besticht, ist ab November bis April.

MEDIEN/FÜHRER Online Gay Guides www.dreadedned.com und www.stickyrice.ws

WÄhrung Thai Baht; 1 Euro = 46,92 Baht (Stand Ende August 08)

Massagen im Norden Aber zurück nach Chiang Mai. Die Stadt ist durchzogen von großen Straßen, deren Bild kaum anders ist als in anderen thailändischen Städten auch: Geschäfte, viel Verkehr und Märkte. Das wirkliche Leben in Thailands zweitgrößter Stadt aber spielt sich in den vielen Gassen ab, die von den Hauptstraßen wie der Thapae Gate Road abzweigen. Diese Viertel mit ihren Häusern im typischen Lanna-Stil aus dunklem Teakholz und spitzen Giebeldächern sind idyllisch und die ruhigen Gassen zu schmal für den Großstadtverkehr. Das Leben in den Vierteln wird bestimmt von traditionellen Handwerksbetrieben, Gästehäusern, Kochschulen, kleinen Restaurants und Lädchen, von denen manche Kleinkram für den Thaihaushalt feilbieten, während andere Kunsthandwerkliches im Angebot haben. Das Wohlbefinden steht in dieser thailändischen Metropole hoch im Kurs. Ob spirituelle Erbauung in einem der 200 Tempel in der von einer alten Stadtmauer und tiefem Wassergraben umgebenen Altstadt oder körperliche Wellness in Massagesalons, lukullische Hochgenüsse in den Restaurants entlang des Flusses Ping oder gemütliches Wohnen in den immer zahlreicher werdenden Boutiquehotels – die „Rose des Nordens“ bietet das alles. Natürlich auch ein beachtliches schwules Leben: Saunen, Massage-Salons und Bars geben ein kommerzielles Zeugnis davon ab. Am Rande des berüchtigten Nachtmarkts, wo Plagiate in trashiger Vielfalt verramscht werden, findet man rund um den „Peak“, einer künstlichen Kletterwand für Möchte-Gern-Extremsportler, die schwulen Bars Chiang Mais. Das beste Massage-Erlebnis ist jedoch an Sonntagen auf dem „Sonntagsmarkt“ rund um das Tapae Tor garantiert. Zu Tausenden flanieren Thais an den vielen Verkaufsständen mit Kunsthandwerk aus der Region vorbei, hören Straßenmusikanten zu oder bestaunen Kunststücke von Akrobaten. Das Treiben genießt man am besten von einem Platz in der ersten Reihe am Straßenrand in völliger Entspanntheit bei einer einstündigen Fußmassage. Danach geht’s in den Tempel, nicht zum Beten, sondern zum Essen. In den Innenhöfen der Tempel haben Garküchen ihre Stände aufgeschlagen und bieten das leckerste und authentischste thailändische Essen feil. Ein wenig Vorsicht ist beim Ordern geboten. Alles sieht superlecker aus, wie zum Beispiel die gelbe Eimasse, die in kleinen, aus grünen Bananenblättern geflochtenen Schälchen über glühender Holzkohle gestockt wird. Die mit Shrimps gefüllten sind durchaus auch für europäische Touristen verlockend. Aber wahlweise gibt es sie auch mit Ameise oder gekochter Babybiene. Und das ist schon eher gewöhnungsbedürftig und ebenfalls garantiert ein echtes Abenteuer im Norden Thailands.

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überflieger reiseplan

Familie ist … Eine Familie ist eine Familie, doch die Marketingstrategen der Freizeit-Industrie ignorieren die faktisch zunächst emanzipierten Regenbogen-Familien.

Ein warmer sonniger Nachmittag in Essen. An der Kasse des Grugabads stehen zwei Männer mittleren Alters mit zwei Mädchen um die zehn Jahre. Als sie die günstige Familienkarte verlangen, schaut die freundliche ältere Dame hinter der Kasse über den Rand ihrer Brille und legt die Stirn in Falten: „Die ist für FAMILIEN. Das heißt: Ein Ehepaar mit seinen eigenen Kindern.“ Die Dame sagt das ohne Boshaftigkeit, aber bestimmt und vor allem laut genug, dass es auch die anderen Wartenden mitkriegen. Sofort beginnt Getuschel und zwei pubertierende Jungs lassen die ersten Sprüche los. Eine mehr als unangenehme Situation, die viel Selbstvertrauen und Beherrschung erfordert. Viele schwule Väter und lesbische Mütter kennen solche Szenen wohl und meiden sie von vornherein, indem sie gar nicht erst nach Familienangeboten fragen. Auch und vor allem zum Schutz ihrer Kinder, die ja schließlich im Schwimmbad, im Freizeitpark oder beim Minigolf einen unbeschwerten Tag verbringen sollen, ohne ständig gefragt zu werden, warum sie denn zwei Väter oder Mütter haben. Eine werbeträchtige Öffentlichkeitsarbeit könnte solche Situationen entspannen, doch die Regenbogenfamilie wird von den Marketingstrategen der Freizeit-Industrie nach wie vor ignoriert. Erfreulicherweise machen Unternehmen, trotz der Vernachlässigung im Marketingbereich, keinen Unter-

schied zwischen „klassischen Familien“ und Regenbogenfamilien. Bei der Deutschen Bahn, dem Movie Park in Bottrop und dem Essener Grugabad ergibt sich ein einheitliches Bild: als Familie gelten 1-2 Erwachsene mit bis zu 4 Kindern im Alter von 6 bis einschließlich 14 Jahren. Geschlecht und verwandtschaftliche Verhältnisse spielen dabei keine Rolle. Das kommt sowohl schwul-lesbischen Eltern als auch Alleinerziehenden zu Gute. Selbst die Dame an der Kasse des Freibades in Essen hätte mit zwei Frauen oder Männern samt Kindern überhaupt kein Problem. Hier zeigt sich die Ruhrgebietsstadt, die übrigens 2010 Kulturhauptstadt sein wird, ganz metropolitisch. Bei dem Freilichtmuseum auf dem Land oder dem Schwimmbad in der Provinz kann das schon völlig anders aussehen. Zwar verlangen auch dort die Angebotsbestimmungen kaum einen direkten Verwandtschaftsnachweis, aber eine kleine unbedachte Bemerkung an der Kasse reicht aus, um die Stimmung zu ruinieren. Obwohl Regenbogenfamilien beim Ticketkauf somit nicht benachteiligt werden, bleibt doch die psychische Belastung der Rechtfertigung. Dabei wird der Begriff „Familie“ heutzutage komplexer interpretiert, als noch vor 100 Jahren. Ein Beleg dafür ist die große Anzahl an Regenbogenfamilien. Die Berliner Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport schätzt die Zahl homosexueller Eltern auf „zwischen 1 und 2 Millionen in Deutschland“. Trotzdem werden die Regenbogenfamilien von Marketingstrategen der Freizeit-Industrie ignoriert – und somit wird auch indirekt eine Tabuisierung dieser Familienform unterstützt, die sich in den Köpfen schwul-lesbischer Eltern und des sozialen Umfeldes festsetzt. Genau hier liegt das Problem: Durch Nicht-Beachtung alternativer Familienformen werden diese in einen Graubereich abgedrängt und ihre Existenzberechtigung als „Familie“ wird in Frage gestellt. Der Marketingbereich spiegelt hier die politische und soziale Situation der Regenbogenfamilie wieder. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland erkennt eklatante Unterschiede zwischen etablierten Familienstrukturen und Regenbogenfamilien: „In Deutschland und vielen anderen Ländern sind Regenbogenfamilien rechtlich ‚Familien zweiter Klasse’“. Im Freizeitbereich könnte sich das ändern, indem auch Regenbogenfamilien in Werbestrategien und familiäre Vergünstigungen explizit eingebunden werden. Dies

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erfordert die Mitwirkung von Freizeitunternehmen und eine Aufklärung der Mitarbeiter im Bereich unterschiedlicher Familienmodelle. Wenn die erste schwullesbische Familie auf Werbeplakaten zu sehen ist, wird sich auch im Umgang mit Regenbogenfamilien etwas ändern. Bis es allerdings soweit ist, sollten Schwule und Lesben an den Kassen der Freizeitunternehmen selbstbewusst auftreten und auch der Kassiererin im Freizeitbad klar machen: Ja, wir sind eine Familie. Honke Rambow/Chris Leinweber

Check it Out! Buch-Tipp Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland hat zum Thema Regenbogenfamilien einen Beratungsführer unter dem Titel „Regenbogenfamilien – alltäglich und doch anders“ herausgebracht und kann unter www.family.lsvd.de/beratungsfuehrer/index.php?id=23 eingesehen, heruntergeladen oder bestellt werden. Beratung und Infos für Regenbogen-Familien: www.family.lsvd.de

Das 4-Stern-Superior Hotel Loipersdorf Spa & Conference liegt direkt neben der Therme Loipersdorf, 45 Minuten von Graz und 90 Minuten von Wien entfernt. Umgeben von den Kürbisfeldern & Weingärten des Steirischen Thermenlandes finden Sie unser Hotel – eine Oase innerer Ruhe und Kraft – ein Refugium für Körper, Geist und Seele. In dieser landschaftlichen Umgebung laden wir Sie zu „Mehr im Leben“ ein.

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hot spot teneriffa

Insel der Paradiesvögel Die größte der kanarischen Inseln hat Spaniens höchsten Berg, wundervolle botanische Gärten, zahlreiche FKK-Strände und wartet im Norden auch mit heißem Gaylife auf. In seiner paradiesischen Vielfalt ist Teneriffa mehr als eine Alternative zu Gran Canaria. Hermann J. Huber hat die Vulkaninsel besucht.

Soll man im Süden oder im Norden von Teneriffa Urlaub machen? Das ist für viele Teneriffa-Touristen zur Glaubensfrage geworden. Im Süden scheint immer die Sonne. Im Norden hat man den Teide, den mit 3.718 Metern höchsten Berg Spaniens, im Rücken. Es kann daher manchmal bewölkt sein. Im Süden findet der große Hetero-Tourismus statt. Allein in Playa de las Américas hat sich eine eher kleine schwule Oase gebildet, angeführt von den Briten. Im Norden ist es landschaftlich zweifellos reizvoller. Und: In Santa Cruz, vor allem aber in Puerto de la Cruz, ist eine schwule Infrastruktur entstanden. Teneriffa hat wie Gran Canaria das ganze Jahr über Saison. Die Insel, 1.300 Kilometer vom spanischen Festland und 300 Kilometer von Afrika entfernt, ist 83 Kilometer lang und 51 Kilometer breit. Es gibt zwei Flughäfen: Teneriffa Nord und Teneriffa Süd. Obwohl man mit deutschen Charterflügen meist im Süden landet, ist es kein Problem, mit dem Shuttlebus oder dem Leihwagen auf der breiten Strandautobahn schnell in den Norden zu gelangen. Ein Mietwagen, preiswert wie auf den gesamten Kanaren, ist sehr zu empfehlen. So lässt sich die Insel am besten erkunden. 24

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hot spot teneriffa

Majestätisch trohnt der Teide über der größten kanarischen Insel. Besonders die nördliche Häfte hat eine reiche Vegetation. Hier wächst die begehrte Strelizie oft einfach am Wegesrand.

Teneriffa ist ein kleines Paradies. Wer sich hier bewegt, tut dies auf sieben Millionen Jahre alten Vulkanfelsen. Die karge Landschaft im Süden zeugt davon, vor allem aber die bizarren Gesteinsformationen der über 2000 Meter hoch gelegenen Canadas. Die Bergregion um den Teide wurde zum Nationalpark. Für Natur- und Wanderfreunde ein Traum. Durch den Esperanza-Wald ist der Pico de Teide zu erreichen. Zwei Gondeln führen auf die Bergstation in 3.555 Meter Höhe. Von Menschenhand geschaffen wurde der 13 Hektar große „Loro Parque” in Puerto de la Cruz, der seit seiner Eröffnung 1972 bisher fast 20 Millionen Besucher zählte. Der Tierpark beherbergt die größte Papageien-Sammlung der Welt. In einem untertunnelten Aquarium sind über 200 antarktische und subtropische Pinguine zu sehen, dazu Seelöwen und Delphine. Einen besonderen Reiz hat die Gorilla-Terrasse. Hier werden auf 3.500 Quadratmetern in Zusammenarbeit mit verschiedenen europäischen Zoos Menschenaffen gezüchtet und vor dem Aussterben bewahrt. Die Gorillas erhalten nur Obst und Gemüse aus biologischem Anbau und bekommen nur Mineralwasser zum Trinken. Das Gorilla-Haus verfügt über Klimaanlage und Fußbodenheizung. Eine Luxusherberge für Affen.

Wo die einheimischen Gays feiern Wer sich für den Norden Teneriffas entschieden hat, wird auch als schwuler Tourist bestens logieren können. Für Paare oder Gruppen ist die „Villa Maspalmeras” in Santa Ursula, direkt über Puerto de la Cruz, zu empfehlen. Das schwule Gästehaus verfügt über mehrere Apartments, Gärten sowie einen großen Pool mit Meerblick. Der Gast fühlt sich so, als mache er in seinem eigenen Ferienhaus Urlaub. Die Villa hat Stil. Kein Wunder, Inhaber Andrew Empson ist ein erfolgreicher Musicalproduzent und Designer aus London. Das Traumhotel schlechthin auf Teneriffa ist das „Hotel Botánico & The Oriental Spa Garden” am Fuße des Teide. Thailändische und einheimische Küche, mehrere Pools, Fitnesscenter und ein fantastischer Blick auf den Atlantischen Ozean lassen den Gast das Hotel wie im Film erleben. Der Besitzer des 5-Sterne-Hauses bemüht sich ganz besonders um schwule Touristen. Die werden immer mehr. Vor allem Puerto de la Cruz ist dafür gewappnet. In der Avenida Generalísimo haben sich zahlreiche Clubs etabliert, darunter die sehr 26

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Auf Teneriffa lässt sich der Urlaub offen schwul geniessen: verliebte Jungs vor tiefblauem Meer und „harte Kerle” am Bootshafen.

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hot spot teneriffa

Manuel Hauk

Meine Insel Der 27-jährige Thüringer, früher im Hotelfach in München und Lüneburg tätig, lebt und arbeitet seit zwei Jahren als Reiseleiter auf Teneriffa. Wo sollten Schwule Urlaub machen, im Süden oder im Norden Teneriffas? Meine Meinung: ganz klar im Norden. In Puerto de la Cruz und Santa Cruz sind nicht nur die besten Lokale, Clubs und Saunen, sondern auch die Landschaft ist viel interessanter. In Playa de las Américas im Süden tummeln sich viele schwule Engländer, im Norden trifft man viele spanische Gays. Die geben sich sehr körperbewusst und laufen mit nacktem Oberkörper durch die Stadt. Ich muss mich da fast täglich an den Mauern abstützen, damit ich nicht zusammenbreche. Ja, auch die Einheimischen kommen langsam raus. Die Bürgermeisterin von Santa Cruz gibt sich sehr schwulenfreundlich. Und selbst ein katholischer Pfarrer in der 100.000 Einwohner zählenden Bischofstadt La Laguna hat schon die Regenbogenfahne gehisst. Was ist für dich der schönste Platz auf der Insel? Das ist der Playa Jardín in Puerto de la Cruz. Hier abends am Strand zu sitzen oder im „Café de Paris” ein Glas Champagner zu trinken und den Sonnenuntergang zu beobachten, das ist für mich Entspannung pur. Was sind deine Lieblingsclubs? Am liebsten beginne ich den Abend im „La Barca” in Los Realejos bei Ricardo und Achim mit einer „schönen roten Lola”. Das ist ein ErdbeerDaiquiri. Oder ich gehe gleich ins „Tabasco” in der Avenida Generalísimo. Der Betreiber Thomas ist ein Freund von mir, er hat sich gerade verpartnert. Unbedingt zu empfehlen ist das „Angelus” mit seinen frechen Travestieshows. Aber vor 23 Uhr braucht man nicht weg zu gehen. Im „Vampi’s” endet eine richtige Diskonacht dann um 7 Uhr morgens. Wie gut ist die Küche auf Teneriffa? Es gibt eine sehr gute mediterrane Küche, aber die einheimischen Gerichte sind sehr deftig. Gofio ist so ein uraltes Gericht aus Getreide und Hülsenfrüchten. Unbedingt probieren sollte man die Papas Arrugadas, die kanarischen Schrumpfkartoffeln, die mit einer würzigen Mojo-Sauce serviert werden. Da wird man durstig. Was ist von den kanarischen Weinen zu halten? Der kanarische Wein hat eine 4000 Jahre alte Tradition. Die ersten Reben kamen aus Kreta. Ganz Teneriffa ist ein einziges Weinanbaugebiet. Der Wein gedeiht auf dem Vulkanboden prächtig. „Vino Norte de Acentejo” ist der beste Weißwein. Die Weine sind sehr fruchtig und kräftig, man sollte sie nur gut gekühlt trinken. Was ist das typische Mitbringsel? Weine, Zigarren, die berühmten Regenstöcke. Ein besonders Geschenk für sich selbst oder Freunde sind Strelizien, die wunderbar bunten Papageienblumen. Teneriffa ist eine Papageien-Insel. Hier werden 2000 Arten gehalten und damit vor dem Aussterben gerettet.

beliebte Travestiebar „Angelus”, in der ab Mittwoch das Gaylife startet. Immer Betrieb hat die Cocktailbar „La Barca”, der Geheimtipp im Norden. Unter den Schiffsglocken treffen sich bei Ricardo und Achim viele einheimische Gays sowie deutsche Touristen. Während die meisten Clubs in Puerto de la Cruz etwas angestaubt wirken, hat sich das Szeneviertel der Hauptstadt Santa Cruz herausgeputzt. Die Calle de la Noria, schon im 17. Jahrhundert die berüchtigtste Straße, wurde von Grund auf saniert und erstrahlt nun im einstigen kolonialen Glanz. Hier, wo früher Fischer und Hafenarbeiter ihre Feste feierten, warten idyllische Restaurants und Bars mit Livemusik auf ihre Gäste. Auch die Szenebar „Blue Dreams” hat sich neu gestylt und ist ein echter Blickfang. Die Mehrzahl der Gäste sind auch hier einheimische Gays, die immer mehr ihre Trutzburgen verlassen.

Lust an schwarzen Lava-Stränden Viele Schwule suchen nicht in den Bars, sondern an den Stränden ihre Kontakte. Der belebteste Gaystrand im Norden ist der Playa de los Patos, rund vier Kilometer vom Stadtzentrum von Puerto de la Cruz entfernt. Wem der schwarze Lavastrand zu steinig ist, der sollte die 20-minütige Busfahrt (Bus Nr. 914) nicht scheuen, um Las Teresitas bei San Andres, nördlich von Santa Cruz zu entdecken. Dieser Bilderbuchstrand mit Kakteen wurde künstlich mit Sand aufgeschüttet. Es ist ein herrlicher Spaß im türkisblauen Wasser zu schwimmen und draußen mit den gutaussehenden jungen Männern zu flirten. Viele natürliche Sandstrände von Teneriffa sind ausgewiesene FKK-Reviere, so der Playa de Las Gaviotas, Playa de Montana Pelada, der Playa de la Tejita sowie der schwule FKK-Strand von Medano. Ein schwuler Abenteurerstrand befindet sich nördlich von Puerto de la Cruz bei Punta del Freile. Der schwarze Lavastrand ist nur in einen zehnminütigen Fußweg über Treppen und Felsen zu erreichen. Wer hier herfindet (im Hotel fragen), kann sicher sein, sich unter Gleichgesinnten zu befinden. Ein Gaystrand befindet sich auch im Süden der Insel. Der „Spaghetti Beach” wird gerne von Booten und Katamaranen auf schwulen Inseltouren angesteuert. Wer Schifffahrten unternimmt, sollte unbedingt Los Gigantes besuchen. Von hier führt eine malerische Küstenstraße nach Icod de los Vinos. Die Sehenswürdigkeit ist ein mindestens 1200 Jahre alter Drachenbaum. Eine der schönsten Wanderungen auf Teneriffa ist die Tour zum Barranco del Inferno, einer Schlucht, an deren Ende der größte Wasserfall Teneriffas ins Tal stürzt. Um die antike Stadt La Orotava erstrecken sich riesige Bananenplantagen. Über eine wundervolle Altstadt verfügt auch La Laguna, die frühere Hauptstadt. Sie wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Zwischen den romantischen Mauern gibt es herrliche kleine Lokale. Überall werden Weinproben angeboten. Teneriffa hat kulturell wesentlich mehr zu bieten als Gran Canaria. Es ist auch landschaftlich reizvoller. Und das schwule Partyleben ist im Kommen. Also lohnt sich ein Trip immer – vor allem im Herbst und im frühen Winter.

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CHeCK IT OuT! HINKOMMEN Das größte Angebot bietet www.tui.de Am günstigsten fliegt man mit Ryanair von Frankfurt/Hahn. www.ryanair.com Air Berlin, mit den meisten Flugmöglichkeiten, bietet für Januar 2009 ein Spezialangebot mit Flug, 3-Sterne-Hotel üF ab 333 Euro. www.airberlin.com

UNTERKOMMEN Playa de las Américas Playaflor Chill-out-Resort, 3 Av. Rafael Puig Lluvina, moderne, 2006 eröffnete Gay-Ferienanlage mit 22 Bungalows (48-120 Euro), direkt an der Strandpromenade. Tel. 0034 – 922 789 624. www.playaflor. com • Flamingo Suites, Av. España S/N, Adeje, gayfriendly 4-Sterne-Apartmentanlage mit Pool; Apartment-Preis 628-952 pro Woche. Tel. 0034 – 922 718 400. flamingo-suites@arrakis. es Puerto de la Cruz Villa Maspalmeras, Vista Panorámica 20, Cuesta De La Villa, Santa Ursula, traumhaft in den Bergen gelegenes Gay-Gästehaus mit Apartments und Zimmern (250-300 Euro pro Woche). Tel. 0034 – 922 302 607.

w w w.villa-maspalmeras-tenerife.com • Hotel Spa Tierra de Oro, Urb. La Cartaya, Los Realejos, 4 km von Strand und Ortsmitte entferntes 4-SterneHotel mit Fitnesscenter (DZ ab 80 Euro). www.splendia.com/ hotel-tierra-oro • Hotel Las Águilas, C/Doctor Barajas 19, pinkfarbenes Luxushotel mit 220 Zimmern (DZ 51-100 Euro), Pools, Restaurants, Tennisanlagen und Panaromablick auf Teide und Meer; 3 km vom Strand entfernt. Tel. 0034 – 922 372 806. www.hotellasaguilas.com • Hotel Botánico, Av. Richard J. Yeoward 1, eines der besten Hotels der kanarischen Inseln, gebaut im orientalischen Stil, mit 5 Restaurants, 25.000 Quadratmeter großem Park, See und Wellness-Anlagen (DZ 88-390 Euro). Tel. 0034 – 922 – 381 400. www.hotelbotanico.com

RAUSKOMMEN Playa de las Américas Gay Sha, Centro Comercial Salytien, Local 45, eine der größten Gaydiskos der Insel, umgeben von den Discos Geminis und Punto Zero sowie den Gaybars Cellar und Chaplin Bar. Puerto de la Cruz In der Av. Generalísimo 24 befinden sich die Gay-Showbar Angelus sowie die Gaydiskos Anderson, D’espanto und Vampi’s (best besucht). In derselben Straße (Nr. 15) ist auch das romantisch-schöne Tabasco. Das schwul geführte Restaurant Mil Sabores (1000 Geschmäcker), C/Cruz Verde 3, bietet exzellente mediterrane Küche. Ein Geheimtipp ist die schwule Cocktailbar La Barca von Ricardo & Achim in Los Realejos, C/ Monturrio 12, Toscal Longuera, etwa 5 km vom Stadtzentrum entfernt. Santa Cruz Das Blue Dreams, C/San Miguel 14, ist die stimmungsvollste Gaybar der Hauptstadt mit Shows und Darkroom.

INFOS gaytenerife.net teneriffa.de loroparque.com

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Die größte Kanareninsel lockt ganzjährig Natur- und Badefreunde. Ob rauher Norden oder sonniger Süden – Teneriffa bietet ein abwechslungsreiches Strand-, Kultur- und Naturleben. Die Landschaften der Vulkaninsel reichen von kargen Landschaften bis zu bizarren Gesteinsformationen im über 2000 Meter hoch gelegenen Vulkankessel Cañadas. Und in Puerta de la Cruz trifft sich Nacht für Nacht die schwule Szene, in der sich Urlauber und Einheimische näher kommen. Lust bekommen, die Kanareninsel Teneriffa in all ihrer Schönheit zu entdecken? Einfach Coupon ausfüllen und losschicken an Bruno Gmünder Verlag, Spartacus Traveler, Kleiststraße 23-26, 10787 Berlin. Unter den Einsendern verlosen wir einen TUI-Reisegutschein für 2 Personen.* Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2008

Ich bin ein glücklicher Weltentdecker und möchte die "TuIKanaren"- Reise nach Teneriffa gewinnen!

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überflieger jet airliner & tipp

Fliegen für die Mullahs? Die iranische Mahan Air ist der günstiger Discounter für Flüge nach Indien oder Thailand – ist sie auch für Schwule eine Option? Ein gutes halbes Jahr war die iranische Mahan Air wegen angeblicher Sicherheitsbedenken auf der Schwarzen Liste der EU. Seit Juli ist sie auf dem Kontinent wieder zugelassen – und bietet wieder wahre Schnäppchen an, insbesondere ins Schwulen-Mekka Bangkok. Aber soll man eigentlich mit einer Airline aus einem Land fliegen, das Homosexuelle hinrichtet? Diese Frage muss wohl jeder selbst beantworten. Immerhin handelt es sich bei Mahan Air um eine private Airline, so dass die Einnahmen nicht direkt in die Taschen der Mullahs fließen. Und natürlich sollte man das Volk nicht für die Verfehlungen ihrer Führer bestrafen – ganz gleich, wie groß diese sind. Gerade bei kleinem Budget ist die Airline für Urlauber nämlich ein wahrer Retter in der Not. Dass sie nicht so zuverlässig ist wie Lufthansa und Co., das ist allerdings auch klar. Immer-

hin weiß man nicht, ob sie bald wieder auf der Schwarzen Liste erscheint. Denn auch wenn die EU es verneint, könnten politische Gründe eine Rolle gespielt haben, dass Mahan Air aufgenommen wurde. Immerhin gehört der ölreiche Iran nicht zu den größten Freunden des Westens. Um die eigene Sicherheit braucht man sich indes keine Sorgen zu machen: Die Maschinen sind von europäischen Gesellschaften gechartert und entsprechen europäischen Sicherheitsstandards. Sie sind allerdings älter und weniger komfortabel. So ist das Bord-Unterhaltungsprogramm eine wahre Katastrophe. Auch andere Aspekte sind wenig kundenfreundlich: Beispielsweise servieren die Stewardessen der Mahan Air weder Schweinefleisch noch Alkohol. Dafür gibt es eine große Auswahl an Fruchtsäften – die aber das Einschlafen nicht erleichtern. Der Umstieg in Teheran ist zu allem

Überfluss nicht der Hit: Der Flughafen ist klein und langweilig – immerhin erhält jeder Fluggast einen Gutschein für Kaffee und Kuchen, um den (hoffentlich kurzen) Aufenthalt hinter sich zu bringen. Eine Kuriosität: Bevor Frauen in den Flughafen gelassen werden, müssen sie Kopftücher anziehen. Diese werden nach der Landung vom Flugpersonal verteilt – Umhänge gibt es zudem, falls die Damen zu leicht gekleidet sind. Immerhin darf das weibliche Geschlecht diese nicht gerade modischen Accessoires behalten. Für Männer gibt’s nichts. In Kontakt mit Einheimischen kommt man in der Airline übrigens nicht: Passagiere, die nur nach Teheran fliegen, werden fein säuberlich von den Touristen getrennt. Ein Teil des Flugzeugs ist für sie reserviert, ein anderer für die „Ungläubigen“. Dennis Klein

Jet Airliner Ticker +++ cirrusairlines.de Cirrus Airlines startet ab 15. September eine neue Flugverbindung zwischen Mannheim und München. Die Strecke wird vom Lufthansa-Partner bis zu viermal täglich bedient. +++ germanwings.com Germanwings setzt auch im Winter 2008/09 die erfolgreiche Verbindung zwischen Köln und der Hansestadt Rostock fort. Die Günstig-Airline bedient die Strecke an den Wochentagen Freitag und Sonntag. +++ tuifly.com Ab 1. November fliegt TUIfly einmal in der Woche (samstags) vom Memminger Allgäu Airport nach Brindisi. Ab Sommer 2009 wird die Hafenstadt in Apulien sogar zweimal wöchentlich (montags und donnerstags) angeflogen. +++ airberlin.com Air Berlin hat bereits Mallorca-Flüge für den Sommer 2009 zur Buchung freigegeben. Der Sommerflugplan beginnt mit dem 3. April 2009 und endet am 31. Oktober 2009. +++ swiss.com Mit Beginn des Winterflugplans erweitert SWISS ihr Angebot in Europa. Die Verbindungen nach London City, Istanbul, Valencia und Budapest werden aufgestockt. +++ flyopenskies.com OpenSkies, die neue TransatlantikFluggesellschaft von British Airways, hat angekündigt, dass ein täglicher Flugverkehr zwischen Amsterdam Schiphol International und New York John F. Kennedy ab dem 15. Oktober 2008 aufgenommen wird. +++ condor.com Condor-Reisende können ab November 2008 in der neu eingeführten Premium Economy Class fliegen. Der Einstiegspreis nach Punta Cana liegt bei 477 Euro, ein Oneway-Flug nach Las Vegas ist ab 567 Euro zu haben. +++ airbaltic.com Neu im Flugplan von Air Baltic ist ab 26. Oktober Amsterdam, das für deutsche Reisende vom Niederrhein und aus Ostfriesland gut zu erreichen ist. Nach Riga geht es täglich mit einer Boeing 737-500 mit Abflug um 14 Uhr in Amsterdam und Ankunft um 17.15 Uhr Ortszeit. +++ flysas.com/gay Als erste europäische Fluggesellschaft hat Scandinavian Airlines eine schwul-lesbische Internetseite online gestellt. U. a. werden Ausgeh-Tipps von homosexuellen Flugbegleitern geboten. +++ de.jal.com Ab sofort kann das sogenannte „Bahntix“ auch in Verbin-

dung mit Flügen von Japan Airlines (JAL) elektronisch ausgestellt werden. Alle Economy-Class-Tarife ab Deutschland (mit Ausnahme von „Campaign Fares“) beinhalten bereits die kostenlose Hin- und Rückreise 1. Klasse mit der Deutschen Bahn. +++ lan.com Ab 2. Oktober können Passagiere täglich ab Frankfurt mit LAN über Madrid nach Ecuador fliegen. Die Strecke wird mit modernen Boeing B767 in neuer Konfiguration geflogen, d. h. mit der neuen Premium Business Class, die mit so genannten lie-flat-beds ausgestattet ist. +++ anaskyweb.com Kunden mit einem Fullfare-ANAFirst-Class- oder einem Fullfare-ANA-Business-Class-Ticket steht ab sofort für den täglichen Abflug NH210 von Frankfurt nach Tokio ein kostenloser Limousinen- sowie ein Gepäcktransport-Service zur Verfügung. +++ ethiopianairlines.com Ethiopian Airlines fliegt jetzt zweimal täglich, an vier Tagen der Woche sogar dreimal täglich, von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba nach Gondar. Von dort können Ausflüge zum SiemienGebirge, dem „Dach Afrikas“, unternommen werden. +++ airnewzealand. com Als erste Fluggesellschaft der Welt bietet jetzt Air New Zealand einen Concierge-Service über den Wolken an. Bis zu 90 speziell ausgebildete Mitarbeiter sorgen für das Wohlbefinden der Passagiere, während und nach dem Flug. +++ etihadairways.com Ab 2. Dezember 2008 fliegt Etihad Airways über ihr internationales Drehkreuz in Abu Dhabi auch nach Almaty in Kasachstan sowie ab 29. März 2009 nach Melbourne in Australien. +++ airdominicana.com.do Bereits seit dem 11. Juni 2008 besitzt Air Dominicana Starterlaubnis. Vorerst wird die neue nationale Airline der Dominikanischen Republik mit drei Flugzeugen ausschließlich Ziele in Süd-, Mittel und Nordamerika bedienen. +++ qatarairways.com Qatar Airways nimmt mit Beginn des Winterflugplans am 26. Oktober einen neuen täglichen Nonstop-Flug von Doha nach New York (JFK) auf. Zum Einsatz kommt ein neu ausgelieferter Jet vom Typ Boeing 777-300 Extended Range Micha Schulze

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Jakarta Underground Die indonesische Hauptstadt wird in der Regel nur als kurzer Zwischenstopp vor der Weiterreise nach Bali oder Java wahrgenommen. Doch auch hier gibt es schwules Leben, das es zu entdecken gilt. Kein Zweifel, diese Stadt ist hässlich und eine Zumutung für Fußgänger. Urbanes Leben, wie man es zum Beispiel von Bangkok gewohnt ist, wo auf beinahe allen Straßen Essensstände aufgebaut sind und auf den öffentlichen Plätzen das Volk flaniert, muss man sehr lange suchen. Hier geht man nicht spazieren, hier steht man mit dem Auto im Stau, um irgendwann von A nach B zu gelangen. Wer also die Stadt besichtigen möchte, der kann sich auf die wenigen Punkte konzentrieren, die im „Lonely Planet - Indonesia“ auf ein paar Seiten beschrieben sind: Das „Willkommensdenkmal“ mit den umliegenden großen Shoppingcentern, Kota, das alte Viertel der ehemaligen niederländischen Kolonie, das chinesische Viertel Glodok und zum Abschluss das National Monument, die riesige Säule inmitten eines Parks im Zentrum der Stadt, die von der Bevölkerung auch als Soekarno’s letzte Erektion verspottet wird. Der komplett mit Marmor verkleidete, 132 Meter lange und mit einer Aussichtsplattform bestückte Superdildo wurde von Diktator Soekarno 1961 in Auftrag gegeben, die Eröffnung erlebte er aber nicht mehr. Im Park – wie überall auf der Straße – kann es passieren, dass man von jungen Männern angesprochen und in Gespräche verwickelt wird. Man kann sich darauf gefahrlos einlassen, wenn man die Zeit hat, oder sich mit einer freundlichen Entschuldigung zurückziehen. Als Tourist ist man ein Exot in Jakarta, die Leute sind einfach nur neugierig, keiner möchte einem irgendwann Teppiche andrehen oder sich als vermeintlich günstiger Guide anbieten. Und es ist auch kein Cruising, wie man vielleicht vermuten könnte. Es ist die indonesische Form des Smalltalks. Wer im Sommer 2008 Jakarta einen Besuch abstattete, der wird bei diesen Smalltalks auf den großen Skandal mit dem homosexuellen Serienmörder Ryan angesprochen worden sein. Im Juli wurde der schwule Mann verhaftet, der insgesamt elf Morde an Männern gestand. Die Medien ließen Experten zu Wort kommen, die ernsthaft behaupteten, Homosexuelle neigten eher zu Verbrechen und unmoralischem Verhalten. Der Pressehetze folgte eine Kampagne gegen Schwule und Lesben, organisiert von religiösen Organisationen. Die Polizei führte verstärkt Razzien an schwulen Treffpunkten durch, wie die Homoorganisation „Rainbow Current“ berichtete. Das muslimisch geprägte Land hat nach wie vor seine Probleme mit Homosexualität, sobald sie an die Öffentlichkeit dringt. Glücklicherweise hatte die Aufregung um den Killer keinerlei Auswirkung auf das wichtigste Kultur-Event

Check it Out! Hinkommen der Community. Das schwul-lesbische „Q! Filmfestival“ konnte ohne Zwischenfälle stattfinden. Zum siebten Mal bereits wurden eine Woche lang internationale Spielfilme, Dokus und Kurzfilme gezeigt, eingerahmt von ausschweifenden Partys. Ein rund zwölfköpfiges ehrenamtliches Team organisiert das Festival, das mit 6.500 BesucherInnen in 2008 das größte HomoFilmfestival Südostasiens ist. Wer es in seinem Urlaub einplanen kann, der sollte versuchen, während des Festivals, das jedes Jahr im Sommer stattfindet, in Jakarta zu sein und den direkten Kontakt zu den Organisatoren suchen. Es gibt keine bessere Möglichkeit, Zugang zur Szene zu bekommen, die sich den Rest des Jahres eher bedeckt hält und deren Treffpunkte allein schwer zu finden sind. Das gilt selbst für das Heaven, Jakartas berühmteste Szenedisco, die jeden Freitag und Samstag fest in schwuler Hand ist. Kein einziges Hinweisschild führt zu dem überraschend stylischen Club mit Gogo-Dancern, der sich im Obergeschoss einer sonst längst geschlossenen Shopping-Mall versteckt. Im Heaven, wie auch in allen andere Cafés und Bars der Stadt, ist der Kontakt recht schnell hergestellt. Man muss einfach nur mit dem beginnen, was man tagsüber auf den stickigen Straßen Jakartas gelernt hat. Dem Smalltalk auf indonesische Art. Christian Scheuß

Von Deutschland aus bietet Lufthansa die meisten Verbindungen nach Jakarta an (mit kurzem Stopp in Singapur): www.luft hansa.com Alternativen lassen sich abfragen über www.billigflieger.de. Günstige Flüge ab Bangkok bietet Air Asia an, die sich auch online buchen lassen: www.airasia.com.

Unterkommen Das Designerhotel Alila in Jakarta ist das erste Haus der Stadt, das gezielt um schwule Gäste wirbt: www.alilahotels. com/jakarta/. Die Homofreundlichkeit mit Stil hat allerdings auch ihren Preis. Preisgünstiger und unkompliziert sind die Formule 1-Hotels der Accor-Kette, www.accorhotels.com/asia.

Infos Einen Adressguide für Jakarta mit Updates durch die User findet man bei www.utopia-asia. com. Infos zum Q! Filmfestival sind gelistet unter www.qfilmfestival.org.

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hot spot florianopolis

Boys, Boys, Boys Südamerikas Homoszene hat das brasilianische Florianópolis längst als sonniges Urlaubsziel entdeckt – für Europäer ist es dagegen noch ein Geheimtipp. Autor Torsten Dirk ließ sich von der magischen Insel begeistern.

Aus dem Flugzeug betrachtet wirkt das Zentrum von Florianópolis wie eine futuristische Metropole, die dem Festland vorgelagert auf der Insel Santa Catarina liegt. Für brasilianische Verhältnisse ist Floripa, wie die Stadt bei Einheimischen genannt wird, klein. 400.000 Einwohner leben auf der gesamten Insel, die dem Bundesstaat im Süden Brasiliens seinen Namen gab. „In der Hauptsaison von Dezember bis Februar können auch mal doppelt so viele Leute auf der Insel sein“, erzählt Marta dalla Chiesa. Vom einstigen Geheimtipp für schwule Urlauber – vor allem aus Brasilien und Argentinien, ist Floripa inzwischen ein fester Anlaufpunkt der Community, die auf der Insel ordentlich Party macht. Für Marta ein Glücksfall, denn sie führt mit ihrer Lebensgefährtin eine ökologisch ausgerichtete Reiseagentur. „Wir sind spezialisiert auf Schwule und Lesben und da wir hier seit langer Zeit leben, haben wir für jeden einen Tipp. Man kann hier alles haben, egal ob Party, Natur, Sport oder einfach Erho-

lung. Die Innenstadt mit den schwulen Hot Spots, Bars und Saunen ist quirlig, aber die kleinen Pousadas, die wir auch im Angebot haben, liegen meist abseits im Grünen.“ Auf der magischen Insel, wie Einheimische und Touristen Florianópolis liebevoll nennen, finden Urlauber neben dem Trubel eines Gay Hot Spots, in der Tat auch Ruhe inmitten blühender Gärten. Talmir vom Hotel Natur Campeche: „Bei uns können bis zu 20 Pärchen untergebracht werden.“ Und diese wissen auch die bemerkenswerte Gastfreundschaft der HotelBetreiber durchaus zu schätzen. Darunter sind auch viele Austernliebhaber – die begehrten Muscheln werden in den Küstengewässern rund um die Insel gezüchtet – die in Floripa auf ihre Kosten kommen. Besonders während des Karnevals im Februar läuft die Szene in Hochform auf. In Florianópolis gibt es noch den authentischen Straßenkarneval, der in Sao Paulo oder Rio längst in die Sambadrome und Stadien abwanderte. Samba und Merengue tanzende Menschen unter-

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Die Insel Santa Catarina im Süden Brasiliens lockt mit wunderschönen Stränden und ebenso attraktiven Männern.

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hot spot florianopolis

schiedlichster Hautfarbe und sexueller Orientierung feiern fröhlich vereint und vergessen für einige Tage alles um sich herum. In den Gassen sorgt der Trubel für eine exotische Atmosphäre. Jede Sambaschule gibt bis tief in die Nacht alles an Körperbewegung und präsentiert ihre Kostüme und Bauten, um die Gunst des Publikums auf ihre Seite zu bringen. Die ganze Stadt ist auch auf den Beinen, um am Faschingsdienstag die beste Transe des Landes zu küren. Pop Gay heißt die Veranstaltung, die auf dem zentralen Platz in der Nähe der Markthalle stattfindet. In zwei Kategorien stimmt eine hochkarätig – im Jahr 2008 mit der Tochter des Präsidenten Brasiliens da Silva – besetzte Jury über die Showtalente der Transen und die Kunst der plastischen Chirurgie ab. 34

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Jet Set vor Ort In den Homo-Clubs wie dem Concorde geht es nicht nur zu Karneval heiß her. Die Tanzflächen sind das ganze Jahr voll mit Männern, die sich zu Techno und House in ein schweißgetränktes Körpermeer verwandeln. Da wird geflirtet, getrunken und gelächelt, wie es sich ein Europäer vorstellt, wenn er ans schwule Paradies denkt. Eduardo, ein schwuler Barbesitzer, weiß: „Draußen auf den Straßen gibt es an Karneval den traditionellen Brauch, dass sich Männer“, und damit meint er ausdrücklich heterosexuelle Männer, „als Frauen verkleiden und die nicht als Frauen verkleideten Männer massiv anmachen. Man muss also aufpassen, um seine Flirtaktivitäten nicht ins Leere laufen zu lassen.“ Die Abwechslung dazu findet man im Norden der

Insel. Ein Hotspot für den brasilianischen Jet Set. Der Stadtteil Jurerê International ist Hot Spot des brasilianischen Jet Sets und nichts für Sparfüchse. Hier darf man mit Ausgaben von einigen Hundert Dollar pro Tag rechnen, um den Urlaub wirklich standesgemäß genießen zu können. Am Silvestertag werden hier schon mal 200 Dollar für ein Wasser am Strand fällig sobald man sich an der Bar niederlässt. Denn der Barhocker macht den Preis, nicht etwa die vermeintlich edle Wassersorte. Konsumiert werden kann, bis der Mindestverzehr aufgebraucht ist. All you can drink auf Brasilianisch. Mit dieser Idee halten die Betreiber den ungeliebten Normaltouristen auf Distanz. Ein Hubschrauberlandeplatz liegt in Jurerê International direkt am schmalen Strand und ein Luxusauto reiht sich an das andere. 35

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hot spot florianopolis

Nackt am Strand Eine Brücke verbindet Florianópolis mit dem Festland, Abends findet man in der Stadt immer ein angenehmes Plätzchen im Freien.

Die Mehrheit der Gäste verbringt ihren Urlaub, sicher auch aufgrund des begrenzten Budgets, an der Ostküste. Die Strände dort sind riesig, sehr sauber und feinsandig, das Wasser ist kristallklar, die Preise günstig und die Männer auf dem Boden geblieben. Der Strand heißt „Mole“ und ist der der schwule Flirtstrand Nr. 1. Am „Mole“ wird gefeiert und gezeigt, warum man sich tagtäglich im Fitnessstudio abrackert. Erst nach Karneval kehrt hier etwas Ruhe ein. Mit einem frischen Caipi in der Hand wird von früh bis spät zu House getanzt und für den Abend vorgeglüht. Ganz in der Nähe steigt – ebenfalls während des Karnevals – hier täglich nach Mitternacht die größte Open Air Party, organisiert von Sao Paulos bekanntestem Club „The Week“. Mole grenzt zudem an den FKK Strand Galehta. Einige Kilometer weiter südlich, an den einsamen Stränden, kann der ruheliebende Urlauber mutterseelenallein der Brandung des offenen Atlantiks zuhören. Ideal für Naturfans bieten die strandnahen Pensionen wie die „Pousada Natur Campeche“ schmuck eingerichtete Zimmer und Apartments abseits der Stadt. Beim Frühstück oder während einer Hängematten-Pause lernen sich die Gäste schnell kennen. Der Inhaber Talmir Duarte da Silva kennt die Bedürfnisse seiner Gäste: „Viele bevorzugen die Ruhe und die Natur. Party feiern und One-Night-Stands haben ist gut und schön, aber dauerhafte Kontakte bekommst Du sicher eher bei uns.“ Wer außerhalb der Saison kommt und die Partyszene liebt, sollte allerdings besser im Zentrum wohnen, wo die schwulen Clubs und Bars besonders an den Wochenenden voll mit Einheimischen sind. Auch dort wird man als weitgereister Europäer sicher bei dem ein oder anderen für aufmerksame Blicke sorgen.

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Check it Out! Allgemein Die Währung Brasiliens ist der Real (1 EUR = 2,6 Reais), das Preisniveau im Süden ist teurer als etwa in Rio oder Salvador, aber immer noch günstiger als in Deutschland.

Hinkommen Das Star-Alliance-Mitglied TAM fliegt täglich ab Frankfurt nach Sao Paulo und von dort weiter nach Florianópolis für ca. 850 Euro. www.tam.com.br

Meichiades de Souzza 638 – Centro. Schöne moderne Bar mit vorwiegend schwulem Publikum. • Bar do Deca, Treffpunkt der Feiergemeinde am Strand Mole, 20-30 min Busfahrt vom Stadtzentrum entfernt. Traumstrand, Traummänner. • Termas Oceano, Sauna, Rua Luiz Delfino, 231 – Centro, Sauna, Massagen,

pisch brasilianisches Grillrestaurant, Ampel am Tisch, Kellner servieren solange bis man auf die Idee kommt, sie auf „rot“ zu stellen. • Uma Rosa gastronomia, Rua Afonso Delambert Neto 315, Essen vom Buffet, Bezahlung nach Gewicht, landestypisch, günstig und nur mittags geöffnet.

Ausflüge Brazilecojourneys Wandern, Rafting, Ausflüge, KiteSurfing, Whalewatching und weitere Unterkünfte bieten die ReiseVeranstalterinnen von: www.brazilecojourneys.com

Unterkommen Majestic Palace Hotel, Av. Beira Mar Norte 2746 – Centro, Luxuriöses Business- und Touristenhotel mit Fitness, Spa und Pool, gutes Restaurant, Café Bar. www.majesticpalace.com.br • Pousada Natur Campeche, Familiär geführte wunderschöne Öko-Pension im Süden der Insel. www.florianopolis.info/gay-florianopolis.html

Rauskommen Während der Karnevalshochsaison geht die Post ab: 19. bis 25. Februar 2009. • Auch beim Gay Pride „Parada do Diversidade“ Ende April, Anfang Mai 2009 wird wild gefeiert. www.diversidadefloripa.com.br Concorde Club, Av. Rio Branco 729 – Centro. Größter schwuler Club der Stadt mit zwei Dancefloors und überdachtem Außenbereich. www. concordeclub.com.br • Mix Café Club, Rua Menino Deus 47 – Centro, Club im Zentrum mit Darkroom. House, Techno & Trance. • Floribar, Café Lounge, Bar, Rua Dorval

Ruheräume. • Termas Hangar, Sauna, Rua Henrique Valgas 112 – Centro, Sauna, Massagen, Ruheräume, Pool, Bar.

Restaurants Isadora Duncan, Rod. Jornalista Manuel de Menezes 2658, Barra da Lagoa. Gute bis gehobene Küche im mittleren Preissegment außerhalb des Zentrums. • Ostradamus Ribeirao, Rod. Baldicero Filomeno 7640, Freguesia do Ribeirao. Austernrestaurant im Süden der Insel im Zentrum des Zuchtgebietes der geliebten Gourmetmuschel. • Churrascaria Floripana, Av. Jorn. Rubens de Arruda Ramos 1210 – Centro. Ty37

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überflieger sao paulo

São Paulo –

Südamerikas rosa Megapolis!

Die brasilianische Metropole macht es einem nicht leicht, sie zu lieben. Hochhäuser und Hütten bis zum Horizont, die Straßen voller Autos – und nur wenige Grünflächen. Andererseits bietet – mit Ausnahme von Buenos Aires – keine andere Stadt in Südamerika eine so lebendige Schwulenszene. Ende Mai ist die Megapolis sogar Schauplatz der größten Schwulenparty der Welt: der Parada do Orgulho. 2008 feierten mehr als drei Millionen Menschen auf der Avenida Paulista ... Wenn man Luciane Leite nach den positiven Seiten São Paulos befragt, kommen ihre Antworten herausgerattert wie die Munition aus einem Maschinengewehr. Lebendige Theater, exzellente Museen, erstklassige Restaurants, exquisites Nachtleben und alljährlich stattfindende Festivals und Events, die international in der belle étage angesiedelt sind. São Paulo in dieses Licht zu rücken gehört zu ihrem Job. Seit einigen Jahren ist sie Direktorin des Tourismusamtes der Stadt. Sie macht keinen Hehl aus ihrer Sympathie zu São Paulo: „Wir sind die führende Kulturmetropole Südamerikas“,

schiebt sie in lupenreinem Deutsch hinterher. Was sie alles über die Stadt sagt, stimmt auch. Aber natürlich weiß sie auch um die Schwächen der Stadt. Denn städtebaulich gelungen ist sie nicht. Nachdem in den vergangenen Jahren die letzten Leerflächen im Bereich der Innenstadt geschlossen wurden, ist São Paulo heute im Umkreis von mehr als 25 Kilometern um das Zentrum durch Wohnblocks, Industriegebiete und Straßen zubetoniert. Großzügige Parks oder Wiesen, die Einheimischen wie Touristen als Erholungsflächen dienen könnten, existieren mit Ausnahme des - zugegebenermaßen opulenten - Ibirapuera Parks so gut wie nicht. Wer beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen Guarulhos das Glück hat, über bewohntes Gebiet zu fliegen, bekommt ein erstes ohnmächtiges Gefühl über die gigantische Größe dieser Stadt. Die Stachelpanzer aus Wohn- und Bürotürmen wuchern wild in alle Himmelsrichtungen. Während man in anderen Großstädten zumindest am Ende des Horizonts Wälder, Berge oder Seen entdeckt, sieht man hier nur Beton-

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wüsten. Wer bisher dachte, New York oder Los Angeles sind das Nonplusultra, muss sich neu orientieren. Mehr als 19 Millionen Menschen leben im Großraum São Paulo. Das sind mehr Einwohner als Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland Nordrhein-Westfalen hat. Mutig entschied sich das Tourismusamt der Stadt, in einer ihrer offiziellen Werbebroschüren die „Mythen und Wahrheiten“ offensiv auch auf Negatives aufmerksam zu machen. Zu den hohen Mordraten heißt es knapp: „Gewaltakte kommen häufiger in den Außenbezirken vor“. Für Besucher heißt das im Klartext: Man sollte um einige Stadtteile, wie zum Beispiel Jardim Ângela und Capão Redondo im Süden der Stadt, einen großen Bogen machen. Das Zentrum der Stadt - rund um die Viertel Consolação, Bella Vista und Jardins ist für Touristen aber recht sicher. Zwar ist auch hier jedes Wohnhaus durch einen mindestens zwei Meter hohen Zaun und einen Pförtner gesichert. Aber, und das entspricht auch der Wahrheit: Die Gefahr, Kriminalitätsopfer zu werden, ist nicht viel höher als in vergleichbaren Metropolen der Welt. Man sollte nur elementare Sicherheitsvorkehrungen beachten: Schmuck, Fotoapparate, IPod sowie ein prall gefülltes Portemonnaie sollten tagsüber - wenn überhaupt - nur dezent mit sich geführt werden; in der Nacht sollte man alles Wertvolle im Hotelsafe verwahren. Rund 200 brasilianische Real, umgerechnet rund 85 Euro, sind völlig ausreichend, um eine vergnügte Nacht in São Paulo zu verbringen. Für europäische Touristn ist das Leben durchaus erschwinglich – und das, obwohl São Paulo als teuerste City Brasiliens gilt. Wer keine großen Ansprüche an das Abendessen stellt, erhält in zahlreichen Eckkneipen eine schmackhafte Mahlzeit für umgerechnet drei bis fünf Euro. Für eine große Flasche Bier zahlt man nur rund einen Euro. Das Ambiente dieser Kneipen, von denen viele in Consolaçãos Schwulenviertel liegen, ist meist schlicht, die Stühle sind aus Plastik und manchmal bröckelt der Putz von den Wänden. Manche der Bars erinnern an eine in die Jahre gekommene Kneipe eines KreisligaFußball-Clubs in Wanne-Eickel. Und doch sollte man unbedingt einmal vorbeischauen. Denn wer hier nicht einkehrt, wird es schwer haben, einen wahren Eindruck von den Menschen in São Paulo zu bekommen. Etwas teurer ist es dagegen in den Gay-Clubs der Stadt. Viele Einheimische dagegen, vor allem die Jüngeren und jene aus den Vororten, können

sich den Besuch einer Bar, geschweige denn eines Nachtclubs nicht leisten. So bilden sich am Praça da República vor den Schwulencafés Abend für Abend zahlreiche Jugendcliquen, die auf den Straßen und Plätzen abhängen – und schauen, was passiert. Wer sich einen kompletten Überblick über das Szenetreiben São Paulos verschaffen möchte, sollte Ende Mai die Stadt besuchen. Dann steht die Parada do Orgulho, der CSD São Paulos, auf der Agenda. Und dabei wird geklotzt, und nicht gekleckert: Im Mai 2008 brach die Parade schon wieder einen Teilnahmerekord: rund drei Millionen Menschen demonstrierten und feierten unter dem Motto „Homophobie tötet“ auf der Avenida Paulista. Dabei gleicht der hiesige Gay Pride eher einer schwulen Ausgabe der Love Parade: Riesen-Trucks ziehen über die großzügige Parademeile, die DJs jagen in ohrenbetäubender Lautstärke House- und Technomusik durch die Boxen. Besonders politisch wie in den USA oder in Teilen Europas ist die Parade zwar nicht, aber Brasilianer – und mag es noch so klischeehaft klingen – sind nun einmal

zum Feiern geboren. Anhänger der US-CircuitPartys, auf denen Tausende gutgebauter Männer „topless“ zu House-Musik tanzen, finden in den Tagen vor der Parade ein besonders glücklich machendes Refugium: die Mega-Diskothek „The Week“ veranstaltet in der Woche rund ein Dutzend Partys (an manchen Tagen sogar zwei) in verschiedenen Locations in der ganzen Stadt. Und eines ist dabei sicher: Sämtliche Beaus aus Brasilien fliegen zum Event ein und feiern mehrere Tage lang durch. Wer am Ende der Feierlichkeiten noch immer nicht in den Armen eines Brasilianers liegt, dürfte da wohl selbst schuld sein ... Frank Störbrauck

CHeCK IT OuT! HINFLIEGEN Die brasilianische Airline TAM Linhas Aereas S.A. (tamairlines.com) bietet seit dem 1.Dezember 2007 tägliche Nonstopflüge zwischen Frankfurt am Main und São Paulo an. Die Flüge (ca. 12 Stunden) werden in beide Richtungen jeweils über Nacht durchgeführt, so dass zahlreiche Umsteigeverbindungen in São Paulo und Frankfurt zur Verfügung stehen. Die günstigsten Flugtickets für einen Hinund Rückflug gibt es ab 800 Euro (inkl. Steuern und Gebühren) für eine Person in der Economy Class. Seit dem 13. Februar ist das Sammeln von Prämienmeilen auf allen Linienflügen von TAM beim Vielfliegerprogramm Miles & More möglich.

üBERNACHTEN & AUSGEHEN Hotel Golden Tulip Belas Artes, Rua Frei Caneca 1199, Tel. +55 -11-35 49 64 64, zentrales, mitten in der Schwulenszene gelegenes 4-Sterne-Haus, exzellentes Frühstücksbuffet, kostenloses WLAN im ganzen Haus, ab 85 Euro pro DZ, golden tulipbelasartes.com • Restaurant Ritz, Alameda Franca 1088, sehr schwul angehauchtes Restaurant mit bildhübschen Modell-Kellnern, leichte Küche, sehr populär ab 21 Uhr • Frans Café, Rua Haddock Lobo, 586, in unmittelbarer Nähe zur Avenida Paulista gelegenes Café, das sich Tag und Nacht schwuler Besucher erfreut (24 Stunden geöffnet), franscafe.com.br • The Week, Rua Guaicurus, 324, mit Abstand größte und populärste Gay-Disco der Stadt, rund 20 Minuten vom Zentrum mit dem Taxi im Stadtteil Lapa gelegen, zwei Tanzflächen, Outdoor-Bereich mit Swimmingpool, freitags und samstags jeweils rund 2.500 Besucher, the week.com.br • Thermas Lagoa, Rua Borges Lagoa, 287, wohl die Sauna mit den mit Abstand attraktivsten Männern São Paulos, täglich ab 14 Uhr geöffnet, Erotik-Abenteuer fast ausschließlich gegen Bares, thermaslagoa.com.br

REISEFüHRER Stefan Loose Travel Handbuch „Brasilien“, 732 Seiten, erschienen im DuMont Reiseverlag, 2. Auflage 2008, Preis: Euro 24,95

INTERNET Auch Sao Paulos Szene ist schnelllebig, Bars und Clubs kommen und gehen. Aktuelle Infos liefert die Homepage guiagaybrasil.com.br • Kontakte zu anderen Schwulen finden sich auf der Webseite manhunt.net • Touristische Informationen über Sao Paulo hält die Webseite spturis.com bereit. 39

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traveler style schweizer wein aus dem waadt

Weinlese in Lausanne. Das ist ein Fest der Sinne. Die Olympia-Hauptstadt, wie sich Lausanne offiziell nennen darf, seit Baron Pierre de Coubertin sie 1915 zum Sitz des Olympischen Komitees gemacht hat, ist von Weinbergen umgeben. Der Kanton Waadt gilt als die zweitgrößte Weinbauregion der Schweiz, Lausanne ist seine Hauptstadt. Die Waadtländer Weine haben einen hervorragenden Ruf und sind in der gesamten gehobenen Gastronomie des Landes zu finden. Die Region La Cote vereint die Weinberge am Genfersee zwischen Genf und Lausanne. Mittendrin am Mont-sur-Rolle betreibt Jean-Daniel Gallay sein Weingut “Cave La Muscadelle”. 8 Hektar umfassen seine Hänge über dem See. Trauben für rund 70.000 Liter Wein kann er jährlich ernten. “Mein Betrieb hat eine mittlere Größe”, erzählt der schwule Winzer, der sich vor fünf Jahren geoutet hat und nun offen mit seinem Freund Luis lebt. Der 30-jährige Luis arbeitet als Koch im Strandrestaurant “La Plage” in Nyon. Er stammt aus Portugal und lebt seit zehn Jahren in der Schweiz. Jetzt zur Weinlese bekocht er die vielen Erntehelfer. Jean-Daniel, der früher verheiratet war, hat das Weingut 1995 von seinem Vater übernommen. Seit 1803 ist der Name Gallay ein Begriff im Weinbau am Genfersee. “Ich selbst wollte nie etwas anderes werden als Winzer”, sagt der heute 40-Jährige, der mehrere Dutzend Restaurants in der Schweiz und in Frankreich mit seinen Weinen beliefert. Er hat aber auch viele deutsche Kunden, die sich auf ihren Urlauben oft mit bis zu 150 Flaschen eindecken.

Leidenschaft aus dem Eichenfass

Glücklich am Berg In der Schweiz wird genauso viel Wein angebaut wie im Elsass. Doch nur zwei Prozent der Jahresproduktion werden ins Ausland exportiert. Man muss also das Land bereisen, um die meist sehr fruchtigen Qualitätsweine genießen zu können. Hermann J. Huber besuchte die Weinberge am Genfersee, die weltweit wichtigste Region für die Chasselas-Rebe - den Gutedel. Aber auch wundervolle Rote gibt es im La Cote zu entdecken.

Wie in der gesamten Weinregion zwischen Genf und Lausanne üblich, setzt auch Jean-Daniel vorwiegend auf die Chasselas-Traube, zu deutsch Gutedel. Die Rebe hat ihren Ursprung in Ägypten und soll dort bereits vor 5000 Jahren angebaut worden sein. Die Römer brachten sie nach Europa. In Chasselas, einem kleinen Ort in Burgund, hat im 16. Jahrhundert ihre heutige Blüte begonnen. Jean-Daniel Gallay kann mit zwei verschiedenen Appellationen aufwarten. Nur fünf Kilometer sind beide Anbaugebiete voneinander entfernt, doch der Mont-sur-Rolle, der auf lehmigem Boden gedeiht, und der Féchy, der einen kalkigen Untergrund hat, ergeben trotz derselben Chasselas-Rebe einen ganz unterschiedlichen Geschmack. Während der Chasselas vor seiner Abfüllung von Oktober bis März in drei verschiedenen Fässern lagert, wird der Chardonnay, den er ebenfalls anbaut, ungefiltert, direkt vom Fass in die Flaschen abgefüllt. Zu den Spezialitäten des “Cave la Muscadelle” gehören auch ein sehr würziger Pino Gris und ein wundervoll mediterraner Rosé, der Gamay de Tartegnin. Besonders stolz aber ist Jean-Daniel Gallay auf seine Roten, den Pinot-Noir “Tendresse” und vor allem den Gamaret “Passion”. Gamaret, das ist eine neue Schweizer Rebsorte, die Anfang der 1990er Jahre praktisch

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vor seiner Haustüre erfolgreich gezüchtet wurde. Die blau-schwarzen Beeren sind eine Kreuzung der Beaujolais-Rebe Gamay mit der deutschen Rebsorte Reichensteiner. Das Besondere: Die Rebe hat mehr Farbe und Alkohol und bildet keine Fäulnis mehr. Im Eichenfass gereift, schmeckt der Gamaret leicht nach Vanille, aber auch nach Himbeeren und Johannisbeeren. Ein wunderbarer Tropfen, um zwischenmenschliche Leidenschaften zu wecken oder zu begießen. Ganz profan: Etwa 13 Euro muss man im Einkauf dafür bezahlen. Etwa zwei Euro günstiger ist der süffige hauseigene Sekt “Le Melotin”, den es auch in Pfirsich-, Himbeer-, Johaniisbeer- und Brombeergeschmack gibt.

Ruhe und Zufriedenheit Jean-Daniel und Luis genießen ihren edlen Tropfen gerne abends vor dem Weinkeller, von dem sie einen traumhaften Blick über Europas zweitgrößten Binnensee und bei klarem Wetter auch auf Europas größten Berg, den Mont Blanc, haben. Der Winzer: “Ich bin schon etwas stolz, in dieser schönen Gegend zu leben. Der See kann genauso wie der Mont Blanc sieben bis acht verschiedene Farben annehmen. Dieses Naturschauspiel bei einem guten Glas Wein zu beobachten, das gibt innere Ruhe und Zufriedenheit.” Jean-Daniel Gallay hat nicht nur den Weinanbau im Blut, sondern auch das Ringen. Sein Vater war Schweizer Olympia-Ringer, er selbst ist Präsident des Ringervereins im Kanton Waadt: “Deswegen waren einige schon geschockt, als sie erfuhren, dass ich schwul bin!” Der Winzer, der die Schweizer Traditionen hochhält, plant mit seinem Freund Luis, das Weingut um Gästezimmer und ein Restaurant zu erweitern. Seine Idee: ein drehbarer Weinkeller mit Blick auf den See. Doch erst einmal wartet die Weinlese auf beide. Wenn die Trauben geerntet sind und sich der Wein in den großen Fässern und Tanks befindet, werden Jean-Daniel und Luis Urlaub machen. Das Ziel im Januar 2009 heißt Florida. Luis: “Wir werden dann auf eine Gay-Kreuzfahrt gehen und viel, viel Sonne tanken.”

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Check it Out! RAUSKOMMEN

UNTERKOMMEN

Le Pur, Rue du Port-Franc 17, Lausanne, Top-Lifestyle-Restaurant mit bester Küche und edlen Schweizer Tropfen. Tel. 0041 – 21 311 99 33. www.pur-flon.ch • ML 16, Av. Mon-Loisir 16, Lausanne, gemütliches Szenerestaurant. Tel. 0041 – 21 616 32 98. • La Certitude, Rue Rossi 7, Genf, schwul geführtes Bistro mit exzellenten kalten und warmen Büffets. Tel. 0041 – 22 738 27 26. • Café du Centre, Place du Molard 5, Genf, Klassiker mit gutem Fisch und großer Weinauswahl. Tel. 0041 – 22 311 85 86. www.ca feducentre.ch

Tiffany Hotel, Rue des Marbriers, Genf, 4-Sterne Belle-Epoche-Hotel unweit der Gayszene. Tel. 0041 – 22 708 16 16. www.hot tel-tiffany.ch • Rainbow Inn, Av. Tivoli 7-9, elegant-familiäres Gay-Gästehaus, geführt von den Betreibern der größten Gaysauna der Schweiz, dem Pink Beach, Tel. 0041 – 21 311 69 69. www.pinkbeach.ch

Weingut Cave la Muscadelle, 1185 Mont-sur-Rolle. Tel. 0041 – 21 825 19 62. www.cave-la-mus cadelle.ch Weinprobierstube Caveau, 1185 Mont-sur-Rolle. Tel. 0041 – 21 825 23 50. Hier kann man von Freitag bis Sonntag (16-21.30 Uhr) die Weine von 40 Weinbauern probieren und sich alle Infos besorgen. Unbedingt empfehlenswert!

GAYPARTY MAD, Trixx, Rue de Genève 23, Lausanne, jeden Sonntag ab 22 Uhr große Gayparty, veranstaltet von Alexandre Herkommer. Ein Muss! www.mad.ch

INFOS www.wein-aus-der-schweiz.com www.MySwitzerland.com www.lausanne.ch www.geneve-tourisme.ch www.gaymap.ch www.swiss-gastro.ch

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traveler style weinreise niederösterreich

Die lieben Kollegen Niederösterreich ist kein Zentrum der schwulen Szene. Trotzdem wagt sich Traveler-Autor Honke Rambow anlässlich der Weinherbsteröffnung in die Provinz, trinkt ausgezeichneten grünen Veltliner, genießt klassische Mehlspeisen und lernt Kollegen kennen.

Es sind die ersten Minuten, die bei einer Gruppenpressereise über den weiteren Verlauf entscheiden. Wenn kein Bekannter unter den Teilnehmern ist, muss möglichst schnell eine Bekanntschaft geschlossen werden, bevor alle interessanten Mitreisenden anderweitig vergeben sind. Erster Check am Flughafen: Es scheinen keine weiteren schwulen Journalisten in der Gruppe zu sein. Insgesamt liegt das Alter der Teilnehmer relativ hoch. Wer kommt in Frage für die Kontaktaufnahme? Sicher nicht dieses Paar – sie Fotografin, er vermutlich Redakteur. Die sympathische Dame Mitte vierzig mit den rot gefärbten Haaren? Eine Option, aber ist sie wirklich die perfekte Gesellschaft für vier Tage Provinz? Etwas abseits: Eine Frau mit riesiger 70er Jahre Brille. Interessant, aber sie scheint nicht wirklich Kontakt zu suchen. Doch besser ein Mann? Da sind zwei Herren, die sich schon zu kennen scheinen. Das ist in Ordnung, denn sie wirken nicht, als könnte man Spaß mit ihnen

haben. Dann da dieser sehr dünne Typ mit der Leica-Kamera über der Schulter und dem heftigen Überbiss. Könnte sein, dass er beim reden spuckt. Und einer mit langen wirren Haaren und einem ebensolchen Vollbart. Plötzlich ist ganz klar, mit wem die nächsten vier Tage viel Spaß machen werden: Ein junger Mann mit dickem dunklem Haar, geheimnisvollen Augen und einer spektakulär guten Figur tritt auf den Plan. Er erinnert an den Prinzen aus einem tschechischen Märchenfilm, der vielen Schwulen um die 40 beim Coming-out geholfen hat. Er kommt tatsächlich aus der Slowakei, spricht kein Wort deutsch und wohnt mit der Dolmetscherin in einem Zimmer – schade aber auch. Es ist schief gegangen – im Bus ist der Platz neben einer MDR-Redakteurin erstmal eine gute Überbrückung. Auf halber Strecke schaltet sich der Vollbärtige ins Gespräch ein, um es zu einem ausufernden Monolog zu machen. Dieser Monolog wird die nächsten Tage andauern, er ist intelligent, gebildet, extrem egozentrisch und auf Dauer auch sehr anstrengend. Doch um über Menschen etwas zu erfahren, muss man auch einfach mal zuhören können. Der Vollbart gibt allerdings nicht viel von sich preis – er tut alles, um sich in die Aura des Geheimnisvollen, aber sehr Wichtigen zu hüllen. Selbstverständlich tritt der erfahrene schwule Journalist eine Reise in so szeneferne Regionen nicht unvorbereitet an. Bereits einen Monat vorher war der Kontakt zum smartesten und charmantesten schwulen Mann der Region über ein entsprechendes Internetportal hergestellt und ein Treffen vereinbart. Die nächsten Tage sind voll mit Programm: Weingutbesichtigungen, Weinproben – vormittags –, die Loisium Kellerwelt, die eine André-Heller-mäßige Eventausstellung beherbergt, die schmucke mittelalterliche Stadt Krems, die eindrucksvolle Rosenburg, ein Ausflug in die Wachau und sehr viel gutes Essen von rustikal beim Heurigen bis zu edel bei der Eröffnung des

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Weinherbstes. Wer Wien besucht und nach der Großstadt noch ein bisschen Erholung sucht, kann gut ein paar Tage im schicken Spa-Hotel Loisium absteigen und von dort aus die Umgebung erkunden. Bereits am Ankunftstag wird ab fünf Uhr nachmittags Wein getrunken. Dass das nicht zu den ersten Aussetzern bei den Teilnehmern führte, ist der Vorliebe der Österreicher für junge Schoppenweine zu verdanken. Hauptsächlich ist das der Grüne Veltliner, aber auch Riesling wird wesentlich leichter gekeltert als hierzulande und selbst der Rotwein Zweigelt kommt süffig und frisch daher. So kann die eigenartige Szene, die sich am Abend im Hotel zuträgt, nicht allein dem Alkohol zugeschrieben werden. Der Vollbärtige und der Autor dieser Zeilen sitzen auf ein, zwei letzte Getränke im Innenhof des Loisiums, von wo aus durch die Glasfront die Bar gut einsehbar ist. Dort lungert ein letzter Gast herum: der Dürre

mit der Leica. Kaum möchte man ihn noch Kollege nennen, wenn man sich erinnert, wie er in einem Augenblick, da der Kellner gerade im Nebenraum Tische abräumt, hinter den Tresen greift und eine große, geschliffene und offensichtlich sehr teure Cognac-Flasche unter seinem Jackett verschwinden lässt. Durch die Scheibe wirkt das wie die mäßige Szene einer Vorabendserie. Wenige Sekunden verharrt der Täter, dann setzt er sich mit auffälliger Lässigkeit in Bewegung – Richtung Fahrstuhl. Sein teuflischer Plan scheitert nur, weil er dann doch einen Blick in den Hof wirft und die Zeugen bemerkt. Dass Journalisten in Hotels gern etwas mitgehen lassen, ist nicht neu. Doch handelt es sich da um Badeschlappen, Duschgel oder schlimmstenfalls mal einen Bademantel. Dieser Diebstahlversuch ist allerdings etwas ganz anderes, zumal der gestellte Täter aufs Dümmste leugnet. Es bleibt der einzige Skandal der Reise. Der Rest ist schnell erzählt: Die Internet-Verabre-

dung scheitert, weil der Niederösterreicher zwar smart ist, aber auch viel zu tun hat, der slowakische Märchenprinz ist nur zum Träumen gut, die Dreistigkeit des Leicaträgers nimmt in den kommenden Tagen noch zu, das Ehepaar hat für vierzig Jahre geheiratet, danach wollen sie die Konditionen neu aushandeln, die Weinherbsteröffnung wird zum Treffen der Provinzfürsten und nachdem der Vollbart zu anstrengend geworden ist, stellen sich die Rotgefärbte, die 70er-JahreBrille und ein junger Mann aus München, der zuvor ganz übersehen wurde, als angenehme Begleitungen heraus. Für den spektakulären SpaBereich des Loisiums war auf dieser Reise leider viel zu wenig Zeit. Das genussvolle WellnessErlebnis aber wird bei der nächsten Wien-Reise, bei einem Abstecher ins schöne Niederösterreich, bestimmt nachgeholt. Und dann garantiert ohne die lieben Kollegen. niederoesterreich.at, loisium-vinothek.at, loisiumhotel.at 43

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traveler style wein-accessoires

Wein und Design unterwegs Wenn Weinfans verreisen, wird die Leidenschaft schnell zum Problem. Wie soll die exquisite Neuentdeckung vom kleinen Weingut sicher nach Hause transportiert werden? Wie bleibt der Weißwein auch beim romantischen Abend am Strand kühl? Oder: Womit dekantiere ich den edlen Roten, wenn die Küche im Ferienhaus nicht perfekt ausgestattet ist. Autor Honke Rambow hat sich für Spartacus Traveler auf die Suche gemacht und einige Produkte gefunden, die dem Liebhaber edler Tropfen die Reise stilvoll erleichtern. QUICK-COOLER Die Marke Alfi ist vor allem für hochwertige Isolierkannen bekannt, bietet dem Weinkenner aber auch schicke Kühler aus Acrylglas (ca. 30 Euro) oder Edelstahl (ca. 50 Euro). Für die Reise sind beide Varianten allerdings wenig geeignet, da sie im Koffer zu viel Platz wegnehmen. Doch auch hier hat die Firma aus Süddeutschland eine gute Lösung parat. Der Quick-Cooler (ca. 15 Euro) ist eine Kühlmanschette, die sich dank Klettverschluss jedem Flaschenformat anpasst. Sie wird im Tiefkühlfach vorgekühlt und bringt so selbst lauwarmen Weißwein auf dem Weg zum Strand noch auf perfekte Trinktemperatur. alfi.de

Jahren produziert das Weingut Spitzenweine aus für die Schweiz typischen Rebsorten wie Gutedel (Chasselas), Pinot Gris, Blauburgunder, Gamay und Gamaret. Die Flaschenetiketten des Hauses ziert eine SmaragdEidechse. Davon leitete sich auch die Bezeichnung „Eidechsliwy“ für einen der bekanntesten Schweizer Weine ab, den intensiv fruchtigen „Aigles Les Murrailles“. Weitere Weine aus dem Hause Badoux werden unter dem Namen „La Maison du Lézard“ vermarktet. Zu einem Aigle empfiehlt Kurt Egli – natürlich – ein gutes Stück Schweizer Käse. Badoux.com

VIGNON Nein, selbst der fanatischste Weintrinker wird es nicht wagen seinen edlen Dekantierer aus Bleikristall ins Handgepäck zu packen. Bleibt die Frage, wie der Rotwein auch im Urlaub zum Atmen kommt. Aus Dänemark stammt eine ebenso elegante wie intelligente Lösung, die schon mit mehreren Designpreisen bedacht wurde. Der Ausgießer Vignon (ca. 35 Euro) von „Menu“ verwirbelt durch ein ausgeklügeltes System Luft und Wein, so dass es den klassischen Dekantierprozess fast vollständig nachahmt. Zudem garantiert er das tropffreie Einschenken und hält Kork und Ablagerungen zurück. Und ins Handgepäck passt das gute Stück aus Kunststoff, Edelstahl und Acryl auf jeden Fall. Menu.as

100 Jahre Badoux Auf manche Weine stößt man nur als echter Kenner. Schon beinahe Seltenheitswert haben Weine aus der Schweiz – zumindest in Deutschland und Österreich konzentriert man sich neben heimischen Produkten auf eher weiter südlich gelegene und sonnenverwöhnte Länder wie Italien, Spanien oder gar Australien, Kalifornien und Südafrika. Dabei hat die Schweiz ebenso wie ihre Nachbarländer eine seit der Römerzeit bestehende Anbautradition. „Zu den Problemen der Schweizer Weine gehört, dass viele Jahre lang nicht in den Export investiert wurde und dass viele Weingenießer die klimatischen Besonderheiten der Region nicht kennen und denken, dass es in den Bergen zu kalt und unfreundlich für den Weinabbau sei“, so Kurt Egli, Direktor des Weinguts „Henri Badoux SA – Vins“. Auf genau 100 Jahre kann das Familienunternehmen Henri Badoux inzwischen blicken, dessen Lagen sich rum um den im Westschweizer Waadtland gelegenen Ort Aigle an die Ausläufer der Alpen anschmiegen. Seit vielen 44

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Von Kürbis bis Wein Wandern und Schlemmen in der Steiermark Spartacus Traveler Support

Ganz im Südosten Österreichs, an der Grenze zu Slowenien liegt die Steiermark: Wein, Kürbiskernöl und viel Natur hat sie zu bieten. Am besten entdecken Gäste die Reize der Gegend beim Wandern und Schlemmen. Ideale Reisezeit ist der Herbst, wenn die Temperaturen angenehm mild sind. Der Reiseveranstalter Dertour hat eine sechstägige Tour zusammengestellt, bei der Bewegung und Genuss gleichermaßen im Mittelpunkt stehen: Das Zauberwort heißt Genusswandern – entlang der Schilcherweinstraße entdecken die Gäste dabei die außergewöhnliche Natur der Steiermark. Zwischendurch gibt es Kernölund Weinverkostungen, abends erwartet sie eine Brotzeit in einem typisch steirischen Buschenschank. Wie das Kürbiskernöl hergestellt wird, darüber klärt der Besuch in einer historischen Ölmühle an der Südsteirischen Weinstraße auf, mehr zum Thema Wein erfahren die Reisenden im Weinmuseum in Klöch. Übernachtet wird in Weingasthöfe und Hotels der 3- und 4-SterneKategorie. Die Reise wird nicht von einem Reiseführer begleitet, die Gäste sind auf eigene Faust unterwegs. Das komplette Programm ist von Dertour vorgebucht, so dass sich vor Ort um nichts mehr gekümmert werden muss.

Check it Out! Mehr Informationen gibt es in allen Reisebüros, online unter www.dertour.de, Rubrik Rundreisen/ Mietwagenrundreisen und per Telefon 01805 337666 (EUR 0,14/ Min. aus dem deutschen Festnetz).

Preisbeispiel Die Reise „Die steirische Weinstraße – von Kürbis bis Wein“ von Dertour beinhaltet fünf Übernachtungen in vorgebuchten 3- und 4-Sterne-Hotels mit Halbpension, inbegriffen darin sind zwei Buschenschankjausen, ein Degustationsmenü mit korrespondierenden Weinen, außerdem gehören zur Reise eine Genusswanderung mit Kernölschmölzi-Verkostung und Weinverkostung, eine Weinbergwanderung in der Südsteiermark mit Verkostung von steirischen Spezialitäten sowie zwei weitere Weinverkostungen. Die Reise kostet ab 395 Euro pro Person.

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überflieger codes

Nix verstehen! Kodierungen in Reisekatalogen sollten richtig verstanden werden, doch Tausende Abkürzungen können in der Tat verwirren.

Ein Hotel in Österreich preist an, dass es bei ihnen „BB“ und „GS“ gebe. Schwule mit Gayromeo-Erfahrung könnten meinen, in dem bieder dreinblickenden Tiroler Häuschen stünden Bareback und Gruppensex an. Aber weit gefehlt: „BB“ gedeutet Bergblick, „GS“ ganz profan die Gartenseite. Der Katalog weist weitere Kuriositäten auf. Ein dänisches Gästehaus ist günstig, wenn „NS“ stattfindet. Natursekt? Nein, Nebensaison! Fast jedes Haus preist sein „BD“. Nämlich das Bad, nicht fesselnde Bondage. Und für ganz Harte scheint es in Spanien SM zu geben. Damit wird nicht auf eine sexuelle Spielart hingewiesen, sondern auf seitlichen Meeresblick. Diese Abkürzungen saugen sich die Reiseveranstalter nicht aus den Fingern. Wie in Deutschland üblich, sind sie genormt – und zwar durch die DINNorm 77001 „Kurzzeichen in Reisekatalogen“. Das Deutsche Institut für Normung e. V. hat immerhin 72 Abkürzungen als verbindlich festgelegt von A (wie Abendessen) bis ZS (wie Zwischensaison). Besonders gebräuchlich sind dabei F, HP und VP (Frühstück, Halbpension, Vollpension). Auch Ü (Übernachtung) oder Ü/F (Übernachtung mit Frühstück) sind oft anzutreffen – und wenn’s in den Budget-Bereich geht, wird man OV (ohne Verpflegung) entdecken. Man sieht auch oft Punkte, die in manchen Gegenden von großer Wichtigkeit sind, wie beispielsweise AC (Air Conditioner/Klimaanlage). Allerdings reicht selbst diese umfangreiche Liste nicht aus, um das Kauderwelsch in Katalogen zu entflechten. Denn Reiseveranstalter bedienen sich nämlich oft einer Reihe von schönen Umschreibungen, die einen nicht perfekten Ort perfekt erscheinen lassen. Viele von diesen Taschenspielertricks

sind bereits von deutschen Gerichten verboten worden, da sie mehr verschleiern als aufklären. Touristen, die so geneppt wurden, können einen Teil ihres Geldes wieder zurückerhalten. Manche dieser Trickhalbsätze klingen wunderbar, wie „Hotel in aufstrebender Umgebung“. Wer will nicht dort hin, wo es bergauf geht in Zeiten flauer Konjunktur? Was damit aber wirklich gesagt werden soll, ist weniger schön: Es wird in der Umgebung viel gebaut, und der Lärm ist kaum auszuhalten. In eine ähnliche Richtung geht „Hotel in relativ ruhiger Lage“. Relativ zu was? Zur Kneipe an Silvester? Und auch gefährlich ist die Aussage: „gelegentlicher Fluglärm“. Wie „relativ“ ist das Wort „gelegentlich“ dehnbar: Ist es einmal in zehn Stunden oder zehnmal in einer Stunde laut wie bei einem Schlagbohrhammer? Das kann den Urlaubsgenuss verderben, vor allem wenn man ausgiebige Erholungstage im kühlen Nass gebucht hat.

Unerotische Trickser Bei Strandhotels tricksen die Schreiber von Reisekatalogen besonders gerne. „Direkt am Meer gelegen“ kann beispielsweise heißen, dass das Hotel oberhalb des Meeres auf einer Klippe liegt. Oder es kann sein, dass es zwar ein Meer gibt – aber keinen Strand. Diese Beschreibung ist nicht zulässig. Erlaubt ist dagegen eine Formulierung wie „Stadtstrand“ oder „naturbelassener Strand“ – das kann ein Hinweis darauf sein, dass hier nicht sehr oft sauber gemacht wird. „Korallenstrand“ kann bedeuten, dass überall spitze Korallenfelsen herumliegen und es unmöglich ist, sich auf dem Badetuch zu aalen oder ohne Schuhe zu laufen. Dagegen ist „Korallensand“ oder „Strand aus weißem Muschelkalk“

Check it Out! Überblick über die Abkürzungen nach DIN-Norm 77001 A AB AC AI AP

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Abendessen Altbau Air Condition All inclusive Appartement

EZ F FC FZ

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Einzelzimmer Frühstück Fitnesscenter Familienzimmer

N - NB - NH - NS -

Nordseite Neubau Nebenhaus Nebensaison

GS - Gartenseite

OV - Ohne Verpflegung

HH - HP - HS - HZ -

PB - Poolblick PO - Poolseite PS - Parkseite

Haupthaus Halbpension Hochsaison Heizung

BB - BD - BK - BS - BU -

Bergblick Bad Balkon Bergseite Bungalow

JS - Junior-Suite

DA - DB - DP - DU - DZ -

Doppelzimmer zur Alleinnutzung Dreibettzimmer Dependance Dusche Doppelzimmer

M - MB - MG - MS - MW -

LA - Laut Ausschreibung LB - Landblick LS - Landseite Mittagessen Meerblick Minigolf Meerseite Mietwagen

RF - Rückfront RR - Rundreise S - SB - SD - SF - SM - SP - SR - SS - ST -

Südseite Seeblick Standard Seitenfront seitlicher Meerblick Superior Straßenseite Seeseite Studio

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eine schöne Sache: Hier findet man feinsten weißen Sand, der zudem noch nicht so schnell heiß wird wie gewohnt. Natürlich sollen nicht alle Umschreibungen in Katalogen verschleiern. „Gute und viele Einkaufsmöglichkeiten nur 200 Meter entfernt“, bei dieser Aussage muss es auch genauso stimmen oder man kann den Reisepreis mindern. Der Hinweis ist insbesondere für Selbstversorger Gold wert. Bei der Angabe „in ruhiger Lage“ kann man sich wirklich entspannen. Allerdings werden hier Partygäste á la Ballermann nicht auf ihre Kosten kommen. Tritt ein Mangel auf, sollte man sich erstmal bei der Rezeption des Hotels oder dem Reiseveranstalter direkt beschweren – am besten schon während der Reise, so dass die Verantwortlichen die Möglichkeit haben, die Ursache der berechtigten Reklamation zu beheben. Wenn man einen Teil des ausgegebenen Geldes zurückerhält, dafür aber zwei Wochen in der Hölle gelebt hat, ist das für beide Seiten nicht befriedigend. Man sollte in seiner Beschwerde am besten den Seiten aus dem Katalog eigene Bildern und Beschreibungen der Situation gegenüber stellen. Hat der Reiseveranstalter versäumt, den Mangel zu beseitigen, kann man den Preis zurückverlangen oder sogar Schadensersatz verlangen. Zulässig ist, dass der Veranstalter seine Schadensersatzhaftung im Reisevertrag auf den dreifachen Reisepreis beschränkt (außer bei Körperschäden). Allerdings ist es nicht ratsam, auf Schadensersatz zu spekulieren. Denn eine Klage gegen den Reiseveranstalter kann langwierig, teuer und nervenaufreibend sein – danach bräuchte man also erstmal wieder einen langen Urlaub. Dennis Klein

SU - SW - TE - TP - TV - TW -

Suite Swimmingpool Terrasse Tennisplatz Fernseher Zweibettzimmer

U - Unterkunft U/F - Unterkunft mit Frühstück Ü - Übernachtung ÜF - Übernachtung mit Frühstück VG - VI - VL - VP - VR - VS - VW -

Vorgarten Villa Verlängerung Vollpension Veranda Vorsaison Verlängerungswoche

WO - Wohnraum ZB - Zusatzbett  ZS - Zwischensaison

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traveler style shopping new york

West Side Story Wer in New York schwul und hip ist, der zieht nach Hell’s Kitchen – einst Tummelplatz von Bandenkriegen und Heimat von Madonna

Nein, ein verruchtes Viertel mit Nutten, zwielichtigen Gestalten und billigen Pornokinos findet man hier nicht. Die Zeiten, als der in New York gerade boomende Stadtteil Hell’s Kitchen (auf deutsch „Höllenküche“) das Sammelbecken für den Abschaum der Großstadt war, sind passé. Während der Prohibition tummelten sich irisch-amerikanische Gangster in dem Gebiet zwischen der 34. und der 59. Straße, das sich westlich der 8th Avenue bis zum Hudson River erstreckt. Hier legen an den Piers 88, 90 und 92 inzwischen Kreuzfahrtschiffe wie die „Queen Mary 2“ an. Als in den 50er Jahren Einwanderer aus Puerto Rico den alteingesessenen Iren im Viertel auf die Pelle rückten, waren die ethnischen Konflikte Stoff für Leonard Bernsteins Erfolgsmusical „West Side Story“. Heute sind es neben der wohl buntesten Mischung an Bewohnern aus aller Herren Länder auch die Schwulen, die die Geschichte dieses seit jeher bei Schauspielern beliebten Stadtteils weiterschreiben. Nur wenige Schritte vom Broadway entfernt wohnten hier Stars wie James Dean, Jerry Seinfeld und Sylvester Stal-

lone, auch Sängerinnen wie Alicia Keys oder Madonna suchten sich einst ihre Bleibe in dem im Vergleich zum Rest Manhattans recht preiswerten Viertel. Doch längst hat Hell’s Kitchen den Anschluss zu Chelsea oder dem Meat Packing District weiter südlich gefunden – auch was die Mieten betrifft. Wie so oft haben schwule New Yorker den Stadtteil für sich entdeckt, ordentlich aufgemöbelt und in einen Szene-Hot-Spot verwandelt. Hell’s Kitchen gilt mit seinem fast unüberschaubaren Angebot an internationaler Küche – mit indisch, peruanisch, karibisch, deutsch, griechisch oder vietnamesisch, findet sich für jeden Geschmack das passende Angebot – noch immer als New Yorks Restaurantmeile Nummer eins. Der Szene gegenüber präsentiert sich das Viertel jedoch besonders stylisch. Mit schicken Bars und Lounges, die geschmacklich jenseits des oft schrammeligen Interieurs von Läden im West oder East Village liegen. Wer sich tagsüber zwischen ausgedehnten Shoppingtouren von Midtown Manhattan ins Viertel aufmacht, sollte sein Mittagessen im „HK“ einplanen. In diesem

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Shopping oder stilvoll abhängen: New Yorks Stadtteil Hellâ&#x20AC;&#x2122;s Kitchen (rechts die HK Lounge).

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traveler style shopping new york

in puristischem Weiß gehaltenen Restaurant, trifft sich eine Mischung aus schwuler Werbe-, Mode- und Theaterbranche zum Lunch. Bei Sandwiches, Burgern oder Salaten zu Preisen um die zehn Dollar bereitet man sich auf den Abend vor. Nachts steigen, gleich nebenan in der „HK Lounge“, die heißesten Homopartys des Viertels. Cooles Design prägt auch die beiden Lounges „Therapy“ und „Vlada“ (52. und 51. Straße). Mit Cocktails oder Snacks lässt sich hier exzellent in den Abend starten oder nach einer, der unzähligen Broadwayshows abhängen. Gleiches gilt für die typischen Neighborhood-Bars „Barrage“ oder „Posh“, in denen man sich zum Feierabend trifft. Wer es schriller mag, schaut im „Vynl“ vorbei. In diesem campen American Diner auf der 9th Avenue Höhe 51th Street steht die Speisekarte auf Plattenhüllen, jede Toilette ist als „Hall of Fame“ einem bestimmten Künstler gewidmet und Jungs wie Mädels können ihr Geschäft wahlweise in Sichtweite und zur Musik von Dolly Parton, Elvis Presley, Britney Spears oder Cher verrichten. Was könnte schwuler sein? Dirk Baumgartl

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Check it Out! Hinkommen Zum Shoppen oder City-Urlaub nach New York fliegt man ab vielen deutschen Städten (z.b. Berlin oder Frankfurt am Main) komfortabel mit Continental Airlines. www.continental.com

Unterkommen & Rauskommen Szeneinfos und Termine gibt es auf Homepage des Szenemagazins „HX“: www.hx.com • HK Lounge & Restaurant, 523 9th Avenue, www. hkhellskitchen.com • Vynl, 754 9th Avenue, www.vynl-nyc.com • Vlada, 331 W 51st Street, www. vladabar.com • Therapy, 248 W 52nd Street, www.therapy-nyc. com • Barrage, 401 W 47th Street • Posh, 405 W 51st Street

Shopping Schon immer galt New York als Paradies für Shopping-Süchtige. Der günstige Dollarkurs und das ohnehin niedrige Preisniveau – besonders bei Klamotten – sorgen für

fast ungebremste Einkaufslaune. Einen großen Shopping Guide findet man auf den Seiten von NYC & Company unter www.nycvisit.com • Century 21, 22 Cortland Street, www. c21stores.com. Der Tempel für deutsche Schnäppchenjäger gegenüber von Ground Zero ist und bleibt die Anlaufstelle für Markenfetischisten (Calvin Klein, Armani, Jean Paul Gaultier u. v. a.). • Abercrombie & Fitch, 720 5th Avenue, www.abercrombie.com. Wo wird man heutzutage noch von einem halbnackten Model am Eingang begrüßt? Hier! • Apple Store, 767 5th Avenue, www. apple.com. I-Pods, MacBooks und mehr. Ca. 30 Prozent günstiger als in Deutschland. • Brooks Brothers, 364 Madison Avenue, www.brooks brothers.com. Klassische Herrenmode und das beste Angebot an Schuhen für Männer. • F.A.O. Schwarz, 767 5th Avenue, www.fao. com. New Yorks größtes Spielwaren Kaufhaus für das Kind im Manne oder die Nichten, Neffen und Patenkinder zu Hause. • Forbidden Planet, 840 Broadway, www.fpnyc.com. Alles für Science-Ficti-

on- und Comic-Fans. • Kiehl’s, 109 3rd Avenue, www.kiehls.com. Kosmetik ganz klassisch. • Lexington Luggage, 793 Lexington Avenue, www.lexingtonluggage.com. Für alle, die für ihren Einkauf einen zusätzlichen Koffer brauchen. Rimowa, Samsonite u. a. zu guten Preisen. • Macy’s, 142 W 34th Street / Broadway, www.macys.com. Größer geht’s nicht. Auf der Größe eines Häuserblocks findet man alles, was Amerika zu bieten hat. Für Ausländer gibt es Discount-Voucher über 11 Prozent, mit denen man die Sales Tax spart. • Magnolia Bakery, 401 Bleeker Street, www.magnoliacup cakes.com. Der beste Kuchen der Stadt, bekannt aus Sex and the City. • Marc Jacobs, 382 Bleeker Street, www.marcjacobs.com. Kein anderer Modedesigner steht so sehr für New York wie dieses schwule Enfant terrible. • MoMa Design Store, 44 W 53rd Street, www.momastore.org. Designklassiker für Zuhause und viele Bücher. • Nasty

Pig, 265 W 19th Street, www.nasty pig.com. Gummi und Neopren nicht nur für Fetischfreunde. • St. Marks Bookshop, 31 3rd Avenue, www.stmarksbook shop.com. Der Klassiker für Leseratten und beste Anlaufstelle, um sich im Village mit schwulen Stadtmagazinen einzudecken. • The Original Levi’s Store, 750 Lexington Avenue. Jeans und mehr auf fünf Etagen. • The Oscar Wilde Bookshop, 15 Christopher Street, www. oscarwildebooks.com. Der größte schwule Buchladen im Herzen des West Village. • Tiffany & Co., 727 5th Avenue, www.tiffany.com. Schmuck, Uhren, Accessoires – ein New Yorker Pflichttermin. • Tower Records Outlet, 383 Lafayette Street, www.tower.com. Klassik, Jazz und Pop ab 3 Dollar. • Zoomies, 434 Hudson Street, www. zoomiesnyc.com. Lifestyleboutique für Hunde und deren Besitzer – Kleidung, Kekse & Toys.

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traveler style shopping brüssel

Schicke Einblicke „Als Frau im Modebusiness wird man von schwulen Männern unterdrückt“, erzählt Eva Gronbach. Die 36-jährige Modedesignerin aus Köln hat sich trotzdem durchgesetzt. Gerade machte sie mit dem Entwurf der neuen Uniformen für das Thalys-Personal einen riesigen Karrieresprung nach vorn. Honke Rambow traf die Modemacherin in der belgischen Hauptstadt - nicht nur zum Shoppen. Es ist spät am Abend in Brüssel. Eva Gronbach lehnt locker auf dem Bett in der Flat Bar. Die trägt ihren Namen zu Recht – alle Räume sind Zimmer einer Privatwohnung. Man kann es sich im Schlafzimmer auf dem Bett bequem machen oder nebenan im Badezimmer die Beine in die Wanne baumeln lassen. Trotz vorgerückter Stunde und einiger Gläser Wein und Caipirinha analysiert die Designerin, die immer energiegeladen und zerbrechlich zugleich wirkt, äußerst scharfsinnig: „Einerseits haben Frauen bei den starken Netzwerken der schwulen Designer kaum eine Chance sich durchzusetzen“, erklärt sie, „andererseits ist auch deren Frauenbild überhaupt nicht an modernen weiblichen Ansprüchen orientiert.“ Als Beispiel führt sie Jean Paul Gaultier ins Feld, der stets nur versuche aus allen Frauen seine Mutter zu machen. Gronbach selbst arbeitet in ihren Kollektionen an einem eher androgynen Bild des Überganges zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. „Die Thalys-Uniformen stellten da allerdings teilweise andere Ansprüche“, bemerkt sie. „Es war eine Herausforderung für mich, Entwürfe zu machen, die mindestens fünf – besser zehn

Jahre lang aktuell sein müssen“. Es sind eher klassische Formen, die sie gewählt hat. Bei den Schaffnern strenger, da sie Autorität ausstrahlen müssen, beim Servicepersonal verspielter und eleganter. „Da die Männer im Service des Thalys zum großen Teil schwul sind, konnte ich mich da auch etwas modischer geben.“ Wenn es um Mode in Belgien geht, fällt zunächst meist Antwerpen ein. Von der dortigen Modehochschule kommt eine ganze Riege erstklassiger Designer: Raf Simons, der mittlerweile für Jil Sander schneidert, Dries van Noten, Ann Demeulemeester und Kris van Assche, der die Herrenlinie von Dior übernommen hat.

Gegensätze in Brüssel Weit weniger bekannt ist, dass auch Brüssel mit La Cambre eine erstklassige Modehochschule hat. Hier hat Eva Gronbach studiert. „La Cambre war wunderbar, um meine Kreativität zu entwickeln. Am Schluss ging ich nur deshalb noch nach Paris, weil dort viel mehr zum Management vermittelt wird“, erinnert sich die Frau mit dem burschikosen Kurzhaarschnitt. Tatsächlich habe sie während ihres Studiums von Brüssel nichts außer der Hochschule, die idyllisch in einem Zisterzienserkloster untergebracht ist, den Ateliers und ihrer Wohnung gesehen. Sie habe während der ganzen Zeit keinen Schluck Alkohol getrunken und sei kein einziges mal ausgegangen. Zu intensiv war die Arbeit, als dass sie sich Ablenkungen hätte erlauben können. Heute ist Gronbach eine hervorragende Führerin durch diese Stadt, die immer so zerrissen und oft unnahbar wirkt. „In Brüssel“, erklärt sie „treffen zwei Lebensauffassungen zusammen: die romanische der Wallonen und die germanische der Flamen.“ Vielleicht ist das eine Erklärung für die oft scharfen Gegensätze, die es dem

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Reisenden zunächst so schwer machen, ein Gefühl für Brüssel zu bekommen. Eine andere könnte sein, dass die Stadt dezentral organisiert ist: Jeder Teil hat eine völlig eigenständige Verwaltung, eine eigene Müllabfuhr und sogar eine eigene Feuerwehr. Sich einfach nur treiben zu lassen und darauf zu warten, dass sich Brüssel einem erschließt, ist ein wenig erfolgversprechender Weg. Die bessere Variante: eine charmante Brüsselkennerin wie Eva Gronbach an seiner Seite zu haben. Aber wer kann das schon von sich sagen? So bleibt nur, sich anhand eines Reiseführers vorab ausreichend mit Informationen zu versorgen, um nicht unnötig herumzusuchen und dann das Wesentliche zu übersehen.

Romanische Genussfreude Selbst die Edelshoppingmeile Avenue Louise, in der Gucci, Prada und Dior residieren, offenbart ihren Glamour erst auf den zweiten Blick. Nicht zu vergleichen mit dem vordergründigen Geprotze einer Düsseldorfer Kö. Noch etwas versteckter sind manche der Boutiquen rund um die Rue Dansaert. Hier haben sich seit den 80er Jahren die Jungdesigner und

Check it Out! HINKOMMEN Ab Köln und Aachen mit dem europäischen Hochgeschwindigkeitszug Thalys für 29 Euro Hin- und Rückfahrt (bei Buchung zwei Wochen vor Reiseantritt). www.thalys.com

UNTERKOMMEN Ideal gelegen direkt am Grand Place und der schwulen Ausgehmeile: Hotel Amigo, Rue de l‘Amigo 1-3, www.hotelamigo. com. • Das Sofitel, 40 Avenue de la Toison d‘Or, liegt mitten in der edlen Einkaufsmeile rund um Le Louise. Das Designhotel wurde gerade für 13 Millionen Euro renoviert. Zimmer kosten in der Woche ab 430 Euro, am Wochenende sind Angebote ab 130 Euro zu haben. Ein weiteres Sofitel befindet sich am Place Jourdan 1. www.sofitel.com. • Ebenfalls auf der Avenue Louise befindet sich das Designhotel White Hotel. Der Name ist Programm: Neben Weiß setzt lediglich ein warmer Rotton Akzente. www.the-white-hotel-

brussels.h-rez.com

SHOPPING Rund um die Avenue Louise finden sich neben internationalen TopDesignern auch Boutiquen von belgischen Traditionsmarken wie dem Edel-Lederwaren-Label Delvaux, Boulevard de Waterloo 27. • Jüngere Designer siedeln sich im Viertel um die Rue Dansaert an. Stijl war hier der erste Laden, der in den 80ern zunächst mit Mode aus der Schweiz und Österreich startete und dann die Designer aus Antwerpen groß machte.

EVA GRONBACH Die Kölnerin hat seit einigen Monaten ihren ersten eigenen Laden in Köln auf der Maastricher Str. 47, www.evagronbach.com

INFOS Unter www.flandern.com und www.thalys.com finden sich neben allgemeinen Tipps zu Brüssel auch spezielle Infos für Schwule.

Absolventen von La Cambre angesiedelt. Die Brüsseler Organisation Modo Bruxellae, die ebenfalls hier ihr Büro hat, hilft da mit einem eigenen Plan und Broschüren weiter. Dass sich germanische Genauigkeit und romanische Genussfreude hervorragend verbinden lassen, zeigt sich im Restaurant Belga Queen. Ursprünglich wurde in dem imposanten Saal Geld gezählt und verwaltet. Heute ist die ehemalige Bank eines der besten und schicksten Restaurants der Stadt. Und im ehemaligen Tresorraum im Untergeschoss ist eine exklusive Raucherlounge und Cocktailbar untergebracht. Ob allerdings eher Wallonen oder Flamen dafür verantwortlich sind, dass die dekorativen Tresorfächer heute weitgehend hinter einer merkwürdigen 80er-Jahre-Karibikdeko inklusive eines künstlichen Sternenhimmels verborgen sind? An diesem Abend passte sie immerhin zur Musik des DJs der auch vor „Vamos a la playa“ keine Angst hat – und so hatte auch das schon wieder Charme. Und was macht Eva Gronbach als nächstes? „Jetzt würde ich gerne Uniformen für die deutsche Polizei machen“, lacht sie. Nein, ganz ernst meint Gronbach das nicht, aber zuzutrauen wäre es der Frau schon. 53

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überflieger Kunstmonate/Ostende

Kunst und Kulinarik

Die „Stadt am Meer“, wie sich Ostende heute selbstbewusst bezeichnet, ist mit rund 70.000 Einwohnern der rosa Hot Spot der flämischen Küste. Das liegt vor allem an den zahlreichen (Gay-)Touristen aus Belgien, die in den angenehm milden Sommermonaten wie die Bienen zum Honig herbeischwirren. Denn die Küstenstadt und ihre Umgebung bietet überraschend viel: zum Baden und Cruising gleichermaßen einladende Strände in den Nachbargemeinden Knocke-Heist und in De Panne, exklusive Gourmetrestaurants, erstklassige Museen und eine für die Größe der Stadt überraschend lebendige Schwulenszene. Wer die Bekanntschaft mit Gourmet und Kunst an einem Abend machen möchte, für den hält Ostende noch bis zum 22. März kommenden Jahres eine besondere Veranstaltung parat: „Mit Kunst am Tisch“ - eine gastronomische und künstlerische Spitzenveranstaltung. Zwölf Gourmetrestaurants präsentieren ein mehrgängiges, exklusives Menü, das auch dem verwöhntesten Gaumen ein Entzücken entraunen wird. Den Unterteller, den man am Ende erhält, wurde eigens für dieses Event von einem internationalen Künstler entworfen.

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Apropos Kunst: Ostende hat sich nicht nur als entspanntes Sommerrefugium einen Namen gemacht. Bekannt ist die Küstenstadt vor allem wegen ihres in ganz Flandern bekannten Museums für Moderne Kunst (PMMK) – untergebracht in einem von dem Architekten Gaston Eysselinck entworfenen und 1947 fertig gestellten Gebäude am Leopoldspark. In dem Museum entdeckt der Besucher Werke belgischer Künstler ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Ab März 2009 wird das Museum den Namen „Kunstmuseum aan Zee“ heißen – Folge der Vereinigung des PMMK-Museums mit dem renommierten Museum voor Schone Kunsten (MSK). Neben der ständigen Ausstellung von Spitzenstücken werden auch Sammlungspräsentationen und Wechselausstellungen stattfinden. Auch das von der Stadt Ostende verwaltete Ensorhaus, das ehemalige Wohnhaus und Atelier des Malers James Ensor (1860-1949) bekommen im Rahmen der Neustrukturierung eine wichtige Funktion zugewiesen; das Museum des Künstlers wird aber selbständig bleiben – und ist auch einen Besuch wert. Frank Störbrauck Weitere Informationen auf den Webseiten toerisme-oostende.be und metkunstaantafel.be

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überflieger south carolina

Die freundlichste Stadt Amerikas South Carolina, bekannt aus „Vom Winde verweht“ und beliebt als Baumwoll- und Tabak-Lieferant, wollte in einer Werbekampagne schwule Urlauber anlocken – bis engstirnige Politiker davon Wind bekamen. Der „Palmetto State“, so sein Spitzname, war eigentlich noch nie besonders fortschrittlich: 1861 begann hier der Bürgerkrieg, in dem sich die Südstaaten anschickten, ihr Recht auf Sklavenhaltung zu verteidigen. Und sogar bis 2003 war Homo-Sex zwischen Greenville und Hilton Head Island offiziell verboten – ein (zuletzt praktisch nicht mehr angewandtes) Gesetz sah bis zu fünf Jahre Haft vor. Daher kam die für eine briti-

sche Zielgruppe konzipierte Tourismuskampagne etwas überraschend: Für 5.000 US-Dollar buchte der Bundesstaat Plakate in Londoner U-Bahnhöfen. In großen Lettern stand dort für schwule Engländer zu lesen: „South Carolina is so Gay“. Nachdem konservative Politiker im beworbenen Land davon hörten, brach allerdings ein Sturm der Entrüstung los. Ein Beamter habe die Kampagne ohne Weisung von oben genehmigt, hieß

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es. Man werde daher die 5.000 Dollar nicht bezahlen. Politiker erregten sich, wie der republikanische Senator David Thomas: „South Carolina ist ein wundervolles, familienfreundliches Reiseland und keine SüdstaatenVersion von San Francisco. Die Kampagne geht gegen unsere wichtigsten Werte.“ Jetzt sammelt eine HomoGruppe Geld, um die Werbung zu finanzieren – vielen Schwulen ist die Aktion peinlich, denn South Carolina ist kein schlechtes Reiseziel.

BBQ und Romantik Der Staat bietet nämlich Sonne pur, lange Sandstrände, wundervolle Kolonialarchitektur – und auch eine lebendige schwule Szene. Im Landesinnern ist South Carolina zwar provinziell und konservativ – an der rund 300 Kilometer langen Atlantikküste gibt es aber lange Sandstrände und progressive Städte, in denen das Prinzip „Leben und leben lassen“ gilt. Allen voran die Küstenstadt Charleston. Schwule aus dem Umland ziehen in den Ort, der mit seinen alten Kolonialstilhäusern besticht und das ganze Jahr über Touristen anzieht. Diese Mischung sorgt für ein äußerst liberales Klima. Charleston unterscheidet sich positiv von den amerikanischen Retortenstädten. Die Stadtmitte („downtown“) liegt auf einer nicht einmal fünf Kilometer breiten Halbinsel direkt am Atlantischen Ozean und hat ihr Aussehen in den letzten 200 Jahren nur minimal geändert. Um die Insel herum sind mehrere Plantagen, die die Romantik aus „Vom Winde verweht“ beibehalten haben. Dazu gibt es mit „Southern Soul Food“ und „Barbecue“ eine bodenständige und abhängig machende Küche, bei der lediglich Kalorienzähler und Vegetarier nicht auf ihre Kosten kommen. Außerdem hat sich in gerade in Charleston eine feste Schwulenszene etabliert: In Etablissements namens „Dudley’s“ oder „Patrick’s“ kann man die „Southern Hospitality“ (SüdstaatenFreundlichkeit) näher kennen lernen.

Charleston knutscht Es ist hier sehr leicht, mit den einheimischen Huschen ins Gespräch zu kommen. Denn hier wird man traditionell freundlich empfangen; die Metropole wurde daher zum wiederholten Male zur „freundlichsten Stadt Amerikas“ gewählt – und das schlägt auch auf die schwule Szene durch. „Wir wollen schwule Besucher hier haben, gerade auch aus Deutschland“, erklärte deshalb auch Keith, der Bartender der Kneipe „Dudley’s“. „Denn wir müssen unseren idiotischen Politikern zeigen, dass die Kampagne richtig war. South Carolina ist wirklich schwul.“ Und schon plaudert der Experte aus

dem Nähkästchen: „So manches spielt sich zwar nicht offen ab, aber in Charleston lässt jeder seine Hemmungen fallen.“ Während er das erzählt, knutscht im hinteren Teil der Bar ein republikanischer Politiker wild einen Austauschstudenten. Wenn er am Montag wieder in der langweiligen Hauptstadt Columbia ankommt, wird dieser Zwischenfall nicht erwähnt. Auch das ist eine alte Südstaaten-Tradition. Dennis Klein

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navigaytor Europa Belgien Antwerpen Unterkommen Hotel SAS Radisson, Van Eycklei 32-36, Tel. 0032-3-2858585. Sehr schwulenfreundliches 4-Sterne-Haus, direkt vor den Toren des cruisinglastigen Stadtpark Antwerpens gelegen, Fitness-Studio und kostenloses Wireless-Lan. antwerp.radissonsas.com Gästehaus G8, Geulincstraat 8, Tel. 0032-4-77626281, Schwules Gästehaus im Gay-Viertel, G8.be Gästehaus 26, Pelgrimsstraat 26, Tel. 0032-4-97428369. Schwules Gästehaus im Gay-Quartier. Guesthouse26@hotmail.com Rauskommen Café Popi, Plantinkaai 12, Tel. 0032-32381530. Ideales Innenstadt-Café, um nach dem Shopping in Ruhe zu Kräften zu kommen, auch tagsüber gut besucht. popi.be Café/ Bar Hessenhuis, Falconrui 53, Tel. 0032-4-2311356. Historisches Ambiente, doch am Wochenende 1. Anlaufstelle für die Schönen vor dem Party-Hopping. hessenhuis.com Sauna Herrenhuis, De Lesduzestraat 63 (Berchem), Tel. 0032-3-2395195. Große moderne Sauna, gut besucht. Travelers Style Chocolaterie Hans Burie, Stefaniestraat 8. Erstklassige Pralinen, eigene Produktion nach jahrzehntelanger Tradition. chobel.be Swiet & Seksie, Oever 1 (beim Voetgangerstunnel), Süßwarenshop, für Fans der Erotik ein absolutes Muss. swiet-seksie.com Toys 4 Boys, Nosestraat 6. Auf zwei Etagen: allerlei nützliche bis bizarre Utensilien für intime Spielereien. toys4boysleather.com

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lich bis Leder- und Gummifetisch, gibt es hier zu kaufen. Darakan, Rue di Midi 9, Tel. 0032-25122076. Schwuler Buchladen im GayQuartier.

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Dänemark Kopenhagen Unterkommen Imperial, Vester Farimagsgade 9, Tel. 0045-33128000. Schwulenfreundliches 4-Sterne-Hotel im kl. dänische Design – sehr empfehlenswert. Imperialhotel.dk At Carsten´s, Christians Brygge 28, Tel. 0045-33149107. Zentral gelegen und Nahe der Schwulen-Szene gehört dieses Gästehaus zu oberen Kategorie.Carstensguesthouse.dk Copenhagen Rainbow, Frederiksberggade 25c, Tel. 0045-33141020. Privates Gästehaus für schwule Touristen. Enjoy Bed & Breakfast, Halskovgade 18 Tel. 0045-70220225. Weltweite private Zimmervermittlung mit Büroadresse auch in Kopenhagen. Ebab.dk Rauskommen Men´s Bar, Teglgardstaede 3, Tel. 004533127303. Macho-Cruising auf Nordisch. Dunkel Bar, Vester Voldgade 10. Alternative Bar, freitags und samstags mit DJs. Jailhouse CPH, Studiesstraede 33, Tel. 0045-33152255. Konzept-Event-Bar mit gutem Restaurant, lustig uniformierten Kellnern – sehr angesagt. Travelers Style Men´s Shop, Viktoriagade 24, Tel. 004533254475. Kopenhagens größter Utensilien-Shop für Liebes-Utensilien, Klamotten und mehr. Sauna Copenhagen Gay Center, Istedgade 34, Tel. 0045-33222300. Sauna mit Shop, wo es DVDs, Magazine und mehr zu kaufen gibt.

Der Schuh des Manitu Irgendwo im Wilden Westen: Apachen-Häuptling Abahachi und sein weißer Blutsbruder Ranger reiten durch die Prärie. Gold wird verprasst, Saloons leer getrunken und ein Schatz gesucht. Dass Bully seinen Mammut-Erfolg im Kino auch als Musical-Show versilbert, ist kein Wunder. Und uns Gays dürfte dabei sicherlich hauptsächlich interessieren, wie schwul Winnitouch, der tuntige Bruder von Abahachi, in der Musical-Version rüberkommt. Ob das wirklich saukomisch ist, bleibt individualisierte Geschmacksache. Doch weit mehr als zwölf Millionen Kinogänger sind schon einmal eine prima Grundlage für den zu erwartenden Musik-Theater-Erfolg. www.stage-entertainment.de

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sein - und schwer auf Techno abfahren. Berghain.de Schwuz, Mehringdamm 61. Charmante Location im „Alternative Look“, mittlerweile ein Klassiker mit wechselndem Partyprogramm. Schwuz.de Bangaluu, Invalidenstr. 30. Angesagter Disco-Club mit Restaurant und Bar – hipp! Bangaluu.com Gnadenbrot, Martin Luther Straße 20a Tel. 0049-30-21961786. Lecker Essen und geführt vom Möbel Olfe-Wirt

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Auf zum Pride Großbritannien ist ein zentralistisches Land. London steht als unumstrittene Metropole da und manchmal kann es wirken als gäbe es ansonsten auf der Insel nur viel schöne Landschaft und schlechtes Wetter. Das wirtschaftliche Zentrum des Landes lag aber mal ganz woanders: In Manchester, von dort ging die industrielle Revolution aus. Doch das ist schon längst wieder Vergangenheit und der Niedergang der Schwerindustrie war auch für die mittelenglische Stadt ein echtes Problem, allerdings eines, das sie in positive Energie umwandeln konnte. Vor allem in musikalischer Hinsicht. Manchester hat in den letzten dreißig Jahren mehr Bands hervorgebracht als die Hauptstadt und obenrein ganze Musikstile geboren. Vor allem der le-

gendäre Club Hacienda und das Label Factory Records sind dafür verantwortlich. Der britische New Wave und vor allem Rave haben hier ihr Zentrum. Joy Division, New Order, Charlatans, A Guy Called Gerald, 808 State, Stone Roses, James, Chumbawamba und nicht zuletzt die Happy Mondays, die mit ihrer EP „Madchester“ der Stadt ein Denkmal setzten – die Liste könnte beliebig erweitert werden. Sicherlich nicht finanziell, aber doch was das Selbstbewusstsein und -Verständnis der Stadt angeht, hat die Popmusik einen wesentlichen Beitrag zum Strukturwandel in der ganzen Region geleistet. Während in London das Kapital immer mehr das Leben prägt, ist Manchester eine coole Stadt geblieben. Noch immer spielt Musik eine wesentliche Rolle, aber hinzugekommen ist ein enormes

Angebot an Kunst und Kultur und eine Atmosphäre, die bestimmt ist, von einem entspannten Lebensgefühl. Improvisation, Experiment und der immer neue Aufbruch haben Manchester zur vielleicht spannendsten Stadt im vereinigten Königreich gemacht. Und wesentlich günstiger als in London ist der Urlaub hier auch. Und was man von einer ehemaligen Arbeiterstadt kaum erwarten würde: Die Toleranz ist hier großgeschrieben – immerhin ging von hier in den 90ern die Kampagne „Pop against Homophobia“ aus. Und auch jenseits der großen Pride Parade im August bietet Manchester ein das ganze Jahr vielfältiges schwullesbisches Leben. www.manchesterpride.com, www.visitengland.de/gaymanchester, www.visitmanchester.de

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Israel

NDW im Colosseum Nach zahlreichen Welterfolgen wie Joseph, Phantom der Oper, Aida, Mamma Mia und Elisabeth bekommt eines der schönsten Musical-Theater in Deutschland am 5.10. eine echte Weltpremiere. „Ich will Spaß“ heißt die Show, in der die Hits von Nena, Marcus, Ideal, Extrabreit, Trio und anderen Stars der Neuen Deutschen Welle noch einmal zum Leben erweckt werden. Die Story um eine Spießer- und eine Freakfamilie, in denen jeder auf seine Weise auf der Suche nach sich selbst ist, wird bei Weitem nicht so brav erzählt, wie man vermuten könnte. Es geht richtig zur Sache und wird eine ordentliche Portion bissigen Humor geben. Und wo anders könnte das spielen als in einem riesigen bühnenfüllenden Rubick’s Zauberwürfel. Dem Kniffel-Spiel, das in den 80ern fast jeden in den Wahnsinn getrieben hat – abgesehen von pickeligen Mathegenies. www.Musicals.com

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Karaneval / Sitges

Schweden

Schweiz

Stockholm

Zürich

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Spanien Barcelona Unterkommen Hotel Axel, Calle Aribau 33, Tel.

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Latin Fever / Puerto Vallarta

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Gran Canaria

HeiSSe Latinos Der Titel ist so schlicht, wie aussagekräftig: „Latin Fever“. Am ThanksGiving-Wochenende vom 27.11-1.12. präsentieren Will Gorges und Gilles Belanger in Puerto Vallarta in Mexico unter diesem Titel ein Partyfestival mit Top-DJs der Szene aus Kanada, Nordamerika und Mexico. Wie schon in den letzten Jahren ist Sofonda Cox der Topstar im The Palm. Ihre Show begeistert nicht nur in Nordamerika die schwule Szene, sondern genauso auf den großen jährlichen Events. Und vielleicht lädt sie ja auch in Puerto Vallarta zum Best Legs Contest, wie Sofonda es regelmäßig im Woody’s in Toronto tut. Schöne Männerbeine sind ja auch was wert. Willgorges.com 0034-93-3239393. Das schwule LuxusHotel in Europa. axelhotels.com Liberty, C/. de Cuba 45 (Sitges), Tel. 0034-93-811 0872. staysitges.com Hotel Regencia Colón, C/. Sagristans 13/17, Tel. 0034-93-389858. Rauskommen Casanova, Calle Casanova 57, Tel. 003493-3237860,. Inmitten des Gay-Viertels, sehr volle Sauna. Comedor del Axel, Calle Aribau 33, Tel. 0034-93-3239393. Wer hier nicht wohnt, sollte zumindest das Axel-Restaurant genießen. axelhotels.com Salvation, Ronda San Pedro 19-21, Tel. 0034-93-3180686. Angesagter Disco-Club. Grupo Arena: Zusammenschluss schwuler Unterhaltungs-Lokale; von Salsa bis Techno. arenadisco.com

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navigaytor Freedom Caribbean /Karibik

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Ungarn Budapest

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rett-Events und Partys an Bord. Oder doch lieber sportlich? Kein Problem. Volleyballfelder, Sportbecken und sogar ein Boxring und eine Eisbahn stehen zur Verfügung. Und dann ist da noch eine ganz spezielle Station an der Strecke: Labadee ist die einzige rein schwule Insel in der Karibik. Der Traum vom Homo-Paradies wird hier Realität, wo Adam endlich mal nicht aufpassen muss, dass Eva nicht wieder Dummheiten anstellt. Atlantisevents.com

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IMPRESSUM VERLAG Bruno Gmünder Verlag GmbH, Kleiststr. 23-26, 10787 Berlin

HERAUSGEBER Bruno Gmünder (V.i.S.d.P.)

CHEFREDAKTEUR Robert Niedermeier

AUTOREN/MITARBEITER Thomas Abeltshauser, Dirk Baumgartl, Thorsten Dirk, Hermann J. Huber, Dennis Klein, Robert Kühnl, Michael Lenz, Holger Lindner, Robert Niedermeier, Honke Rambow, Micha Schulze, Frank Störbrauck, Support: Spartacus International Gay Guide

GRAFIK & LITHOGRAFIE atelier holger lindner.de

BILDREDAKTION Robert Niedermeier, Holger Lindner

BILDNACHWEIS Titelfoto von Corbin Fisher / www.corbinfisher. com, Models: Derek & Dawson; Bernd Tochatschek (welcome), i-Stockphoto (brandaktuell, Turin, Florianópolis, New York, Köln-Tourimus, Thomas Abeltshauser (Turin), Matinee (Viva Espana), Michael Lenz (Thailand), Hermann J. Huber (Teneriffa, Schweiz), Manfred Schür, Thorsten Dirk (Florianópolis), Tourism Sao Paulo, Manopoly.com (Nix verstehen), Dirk Baumgartl, Holger Lindner (New York), Tourismus Flandern (Brüssel, Ostende), Stage Entertainment (Navigaytor/Musical), Visitbritain (Navigaytor/Manchester), Atlantisevents (Navigaytor/Cruise)

ANSCHRIFT DER REDAKTION Bruno Gmünder Verlag GmbH, spartacus traveler, Kleiststr. 23-26, 10787 Berlin Tel. 030/615 003-75, Fax -63, traveler@brunogmuender.com und robert.niedermeier@brunogmuender.com

ANZEIGENLEITUNG Thomas Purz, Tel. 030/615 003-26, Fax -61, anzeigen@ brunogmuender.com. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 01.01.2008

VERTRIEB Eigenvertrieb: Bruno Gmünder Verlag GmbH, Tel. 030/615 003-50, Fax -53, distribution@brunogmuender.com

DRUCK Druckhaus Wende, Berlin spartacus traveler erscheint alle zwei Monate zum Heftpreis von 3,95 EUR (7,10 Schweizer Franken). Das Jahresabo (6 Ausgaben) kostet 18,95 EUR (inkl. Versand innerhalb Deutschlands, im Ausland zzgl. 6 EUR Versandkosten). Abonennten der Zeitschriften „macho”, „dreamboys” oder „männer” zahlen für das Jahresabo 16,95 EUR.

Aboservice: Manuel Bieber, Bruno Gmünder Verlag GmbH, Postfach 30 13 40, 10721 Berlin, Tel. +49-(0)30-615 003 30, Fax +49-(0)30-615 003 20, abo@ brunogmuender.com Mitglied der Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jegliche Verwertung ohne Einwilligung des Verlags ist untersagt. Namentlich gekennzeichnete Artikel stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. © Bruno Gmünder Verlag GmbH, 2008 ISSN 1862-7943

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