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Anlage & Vorsorge
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Jahrgang 18 · Jänner 2007
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EXTRA
Absage an schulbegleitende Tätigkeiten
Ausflüge gestrichen PORTRAIT
Im Leben des Viumsers Rudi Chizzali dreht sich alles um Musik
KULTUR
Priesterseminar Brixen feiert Ende Jänner sein 400-jähriges Bestehen
SPORT
Halbzeit in der Serie B: Die Sektion Damenfußball des SSV Brixen
WIRTSCHAFT
Blindprobe in Neustift: Besondere Weinverkostung im Dunkeln
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Editorial
Politik & Gesellschaft
>>> 4
4 | Thema: Ausflüge gestrichen 8 | Vortrag Islam: Tatsachen gegen Vorurteile
Menschen & Meinungen
>>> 14
14 | Portrait: Der Spieltenor 19 | Pro & Contra 21 | Umfrage: Hat die Ehe Zukunft?
Kunst & Kultur
>>> 22
22 | Thema: 400 Jahre Priesterseminar 26 | Konzert: Mit Strauß ins Neue Jahr 27 | Buch: „Disagiati, ma non troppo“
Freizeit & Sport
>>> 32
32 | Thema: Brixner Damenfußball: Bilanz zur Halbzeit
Wirtschaft & Umwelt 38 | 41 | 42 | 45 |
>>> 39
Thema: Genuss im Dunkeln Event Raiffeisenkasse: Das Prinzip „Raiffeisen“ findet Zuspruch Betriebsportrait: IT aus Leidenschaft Event: Ein geselliger Treffpunkt
Extra 50 | Anlage & Vorsorge
>>> 50
Abo-Aktion 2007 Mit dieser Ausgabe startet unsere jährliche AboAktion. Wir bitten Sie auch heuer eindringlich, „Freund“ oder „Gönner“ unserer Zeitschrift zu werden – oder auch nur einen Euro einzuzahlen. Dies ist deshalb so wichtig, weil wir nur dann ermäßigte Posttarife anwenden können, wenn ein Großteil unserer Leser für diese Zeitschrift bezahlt – wie hoch oder niedrig der Beitrag ist, ist dabei vollkommen irrelevant. Ein Verzicht auf die ermäßigten Posttarife würde die Rentabilität unseres „Brixners“ arg in Frage stellen. Wir legen dieser Ausgabe einen Posterlagschein bei, der die Einzahlung erleichtert. Im Namen des gesamten Teams bedanke ich mich im Voraus herzlich für Ihre Unterstützung! Hin und wieder bekommen wir zweifelhafte Leserbriefe, deren Absender wir schwer nachprüfen können. Deshalb sieht unser neues Layout auch ein Foto des Absenders vor. Wir sind der Meinung: Wer einen Leserbrief schreibt, soll auch dazu stehen. Wie vermutet, hat das Interview mit Landeshauptmann Luis Durnwalder im Dezember-„Brixner“ einiges Aufsehen erregt. Die allermeisten Reaktio nen waren positiv; persönlich habe ich viel Lob erhalten für die Vielfalt der für das Eisacktal wichtigen Themen, die im Interview zur Sprache kamen. Einige waren weniger erfreut, dass wir dem Landeshauptmann zwölf Seiten (die sich, wenn man die Werbung wegzählt, auf acht reduzieren) gewidmet haben. So ist mir zu Ohren gekommen, dass Europaparlamentarier Sepp Kusstatscher sich auf einer Zugfahrt nach Bozen über die Länge des Interviews im „Brixner“ beschwert hat. Das tut uns Leid. Wir versprechen hiermit aber hoch und heilig, auch dem Herrn Kusstatscher ein Zwölf-Seiten-Interview zu gewähren, sobald er Landeshauptmann sein wird.
Ihr Willy Vontavon
Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 50 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________
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Politik & Gesellschaft
ABSAGE VON SCHULBEGLEITENDEN TÄTIGKEITEN
Ausflüge gestrichen Das Lehrerkollegium des Grundschulsprengels Brixen hat beschlossen, nicht mehr alle geplanten schulbegleitenden Tätigkeiten durchzuführen – zum Missfallen vieler Eltern. Was bewegt das Lehrpersonal dazu, die Ausflüge abzusagen?
„
W
ir Lehrpersonen des Grundschulsprengels Brixen teilen mit, dass wir nicht mehr alle geplanten schulbegleitenden Tätigkeiten durchführen werden. Das damit verbundene Risiko ist uns zu groß. Anlass dafür ist der Unfall in der Acquarena und das anschließende Gerichtsverfahren gegen drei unserer Kolleginnen“, lautete die Mitteilung des Lehrerkollegiums des Grundschulsprengels Brixen an die Schülereltern.
Der zitierte Unfall in der Ac-
quarena war einer mit Todesfolge: Der achtjährige Grundschüler Ergis Cara starb im Juni vergangenen Jahres während eines Schulausfluges im Brixner Schwimmbad. Was als fröhliche Abwechslung gegen Ende des Schuljahres geplant war, endete mit dem Schlimmstmöglichen. „Der Unfall hat ein Nachdenken und Innehalten ausgelöst; so ein Vorfall lässt Einen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und alle geplanten Aktivitäten routinemäßig wieder aufnehmen“, erklärt Marianna Fischnaller Stöckl, die Direktorin des Grundschulsprengels Brixen. Der Tod des Schülers hat nicht nur bei den Lehrerinnen Betroffenheit und Bestürzung ausgelöst, in vielfältigen Formen und mit den unterschiedlichsten Reaktionen. Für die Lehrerinnen jedoch wurde innerhalb von Minuten jenes Schreckensszenario zur Realität, von dem sie zwar
wussten, dass es im Bereich des Möglichen liegt, aber mit dem wohl niemand wirklich rechnet – unter anderem, weil man in ständiger Erwartung desselben wohl kaum den Lehrerberuf ausüben könnte.
Gegen drei der Lehrerinnen, die die Schüler im Schwimmbad beaufsichtigt hatten, wurde ein Strafverfahren eingeleitet: „Die Lehrpersonen müssen sich vor Gericht verantworten und sich privat einen Anwalt suchen“, schildert Marianna Fischnaller Stöckl die derzeitige Lage. „Derzeit läuft jedoch noch die Erhebungsfase, und der Ausgang lässt sich nicht voraussagen. Auch nicht, ob den Lehrerinnen die Anwaltskosten zurückerstattet werden oder nicht.“ Besonders bitter dürfte sich für
hat uns alle sehr erschüttert“, bestätigt die Direktorin, „die Lehrpersonen sind sich ja von vorne herein ihrer Aufgabe bewusst und tun alles, damit Unfälle vermieden werden. Mit solchen Begriffen konfrontiert zu werden, ist für uns schon sehr ernüchternd – insbesondere, weil wir wenig Erfahrung mit der Justiz und der Gerichtssprache haben.“ Der Unfall in der Acquarena war der Anstoß, aber nicht die Ursache für den Beschluss des Lehrerkollegiums, einige der schulbegleitenden Tätigkeiten einzustellen: Vom Schulplan gestrichen wurden jene Ausflüge, die nach Auffassung der Lehrpersonen mit einem besonderen Risiko behaftet sind. Dazu gehören das Eis Laufen, der Wintersporttag, der Maiausflug,
„Wenn Schulqualität eingefordert wird, dann müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen.“_Marianna Fischnaller Stöckl die Lehrerinnen der Wortlaut der Anklage anhören: Beihilfe zur fahrlässigen Tötung. Im allgemeinen Verständnis – fernab von den juridischen Definitionen – wird damit ein aktives Mitwirken und Nachlässigkeit assoziiert. Somit wird die Anklage zu einer erschreckenden Anschuldigung. „Diese Anklage
die so genannte „Settimana Azzurra“ sowie der Aufenthalt in der Erlebnisschule Langtaufers. „Die Solidarität mit den drei angeklagten Lehrpersonen spielt bei dieser Entscheidung eine große Rolle, aber der Hauptgrund liegt in den unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen.
Der Unfall hat uns auch vor Augen geführt, wie es um die rechtliche Situation der Lehrpersonen bestellt ist: Die Absicherung ist alles andere als zufrieden stellend“, erklärt die Direktorin. Angesichts der hohen Kosten für Versicherungsprämien – sie betrugen rund 400.000 Euro im Jahr – hat die Landesregierung im Jahr 2001 die Entscheidung getroffen, sämtliche Haftpflichtversicherungen abzuschaffen. Tritt ein Schaden ein, so wird dieser nun direkt vergütet. Mit jährlichen Schadensbegleichungen von etwa 50.000 Euro ist dies die wesentlich billigere Variante. Durch das Landesgesetz vom 9. November 2001 Nr. 16 ist daher unter anderem die Haftpflichtversicherung für die Lehrpersonen aufgehoben worden, die vom Schulfürsorgege-
AUS MIT DEM SPASS: Schulausflüge sind den begleitenden Lehrpersonen zu riskant
setz vorgesehen war. „Dieses Landesgesetz – und das ist der Haken – gilt für alle Landesbeamten. Mein Lehrerkollegium ist mit mir der Meinung, dass die Lehrpersonen und Kindergärtnerinnen im Vergleich zu einem Beamten ein sehr viel höheres Risiko tragen – und dem muss Rechnung getragen werden“, schildert Marianna Fischnaller Stöckl. Ein Beamter hinterm Schreibtisch trägt kaum an der Last, dass ein ihm beruflich anvertrauter Mensch körperlichen Schaden erleiden könnte. Die Lehrpersonen hingegen müssen damit tagtäglich rechnen, im kleineren oder größeren Ausmaß. „Sowohl wir als auch die Schulgewerkschaften haben uns des Öfteren bemüht, die Haftpflichtversicherung für Lehrpersonen wieder einzuführen, was jedoch
aufgrund der von der Landesregierung getroffenen Grundsatzentscheidung für das gesamte Personal bis dato nicht möglich war“, beteuern Landesrat Otto Saurer und der Schulamtsleiter Peter Höllrigl in einem Brief an die Lehrpersonen und die Direktion des Grundschulsprengels Brixen. „Um sich gegen die Berufsrisiken abzusichern, besteht jedoch die Möglichkeit, dass sich die Lehrpersonen selbst Haftpflicht versichern.“
Aufrecht blieb hingegen
die Unfallversicherung zugunsten der Schüler, die Schäden abdeckt, die sich die Schüler selbst oder anderen Schülern zufügen. Der wirtschaftliche Schaden bei Unfällen dieser Art ist durch diese Versicherung abgedeckt – zumindest in den meisten Fällen. Im Falle
von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann ein Rückgriffsrecht ausgeübt und die Schadenersatzzahlung aufgehoben werden. Ein grob fahrlässiges Verhalten kann unter anderem ausgeschlossen werden, wenn Lehrpersonen und die Schule – unter Berücksichtigung des Alters, der Persönlichkeit und des Reifegrades der Kinder sowie der örtlichen schulischen Verhältnisse – Maßnahmen und Anordnungen zur Schadensverhütung getroffen haben und diese, nach einer Empfehlung des Schulamtes, auch schriftlich festhalten und als Protokoll verwahren.
„Die Regelung der Haftung
im Schulbereich ist im Grunde nicht als ständige Bedrohung für die Lehrpersonen und die Schule anzusehen. Selbstver-
ständlich muss die Aufsicht, die einen wesentlichen Bestandteil des Lehrberufs darstellt, mit äußerster Sorgfalt ausgeübt werden“, finden Landesrat und Schulamtsleiter. Zumindest habe es in Südtirol noch nie einen Fall gegeben, in dem eine Lehrperson infolge von Unfällen zivilrechtlich belangt worden sei, da die Schülerunfallversicherung die wirtschaftlichen Folgen größtenteils abdeckte. Strafrechtlich sieht die Sache ganz anders aus: Bei der strafrechtrechtlichen Verantwortung handelt es sich um eine persönliche Haftung, die als solche nicht versichert werden kann und die unabhängig von der zivilrechtlichen besteht. Die Anklage zur Beihilfe zur fahrlässigen Tötung gehört beispielsweise ins Strafrecht. „Natürlich versteht jeder, dass dem Straf
Politik & Gesellschaft
Der beliebte Aufenthalt in Langtaufers wurde vom Schulplan gestrichen
recht niemand entgeht, aber zumindest sollten die Lehrer sicher sein, dass sie nicht finanziellen Schaden erleiden – sie gehen ja nicht als Privatperson auf einen Schulausflug, sondern im Dienst“, findet die Direktorin. Der Entschluss, einige der schulergänzenden Tätigkeiten zu streichen, liegt in diesem Fehlen von Garantien und Rahmenbedingungen, „die es einfach braucht, damit ein Lehrer in einem zuversichtlichen Klima mit den Kindern unterwegs sein kann. Im Moment ist es fast so, dass er auf persönlicher Verantwortung Ausflüge unternimmt, und das darf nicht sein. Wenn Schulqualität eingefordert wird, dann müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen.“ Bis zum Todestag von Ergis Cara wiegten sich die Lehrpersonen in der notwendigen Sicherheit, heute sind sie mehr als verunsichert. „Bei Informa tionsveranstaltungen wurden den Lehrpersonen durchaus diese Garantien vermittelt“, erzählt
die Direktorin, „es gibt jedoch auch im zivilrechtlichen Bereich Einschränkungen und einen Ermessensspielraum des Landes, der nachdenklich macht.“
Die Eltern protestieren zwi-
schenzeitlich gegen die Weigerung der Lehrpersonen, sich mit den Kindern auf Schulausflüge zu begeben. „In den Reihen der Eltern gehen die Emotionen hoch. Sie fordern die schulbegleitenden Tätigkeiten ein und möchten nicht, dass ihre Kinder eine verminderte Schulqualität haben“, erzählt Marianna Fischnaller Stöckl von einer vor kurzem stattgefundenen Versammlung. Der pädagogische Wert der Ausflüge ist den Lehrern durchaus bewusst, das Risiko aber auch - und nach den vorgefallenen Ereignissen umso mehr. Die Eltern hingegen wünschen sich, ebenso verständlicherweise, für ihre Kinder diese kleinen Höhepunkte im Schulalltag. „Viele Eltern verstehen zwar die Positionen der Lehrpersonen, aber ungeachtet dessen möchten sie, dass die schulbegleitenden Tätigkeiten so schnell als möglich wieder aufgenommen werden“. Ein Teil der Eltern ist auch bereit, das Anliegen der Lehrer zu unterstützen, weil sie deren Dilemma nachvollziehen können. „Die Streichung der Tätigkeiten ist für uns auch ein Signal an die Eltern, dass nicht
alles selbstverständlich ist: Die schulbegleitenden Tätigkeiten sind zwar sehr wertvolle Aktivitäten und gehören zu einer zeitgemäßen Schule dazu, aber unter diesen Rahmenbedingungen sind sie nicht einforderbar“, so die Ansicht des Lehrpersonals und der Direktorin. Eine Durchführung der abgesagten Ausflüge ist derzeit im Grundschulsprengel Brixen nicht in Sicht. Zunächst wird der Ausgang des Gerichtsverfahrens abgewartet, weiters muss man sehen, inwieweit sich die Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen verändern. „Derzeit ist ein Landesgesetz zur Schulordnung in Ausarbeitung – das wäre eine Gelegenheit, die Bedingungen für die
„Im Moment ist es fast so, dass die Lehrperson auf persönlicher Verantwortung Ausflüge unternimmt, und das darf nicht sein.“ _Marianna Fischnaller Stöckl
Lehrer zu verbessern“, meint die Direktorin und bedauert auch, dass es wirklich schade wäre, „wenn die Tätigkeiten in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden könnten.“
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Richtigstellung Rechtsanwalt Paolo Corti bittet uns im Namen von Marina Landi aus Brixen um folgende Richtigstellung, die wir im Sinne des Pressegesetzes gern veröffentlichen: In relazione all’articolo „Schlaflos in Brixen“ apparso sul numero di settembre 2006 di questa rivista, in cui appaiono alcune foto di ragazzi minorenni in gruppo, alcuni dei quali ritratti in primo piano ed a viso aperto, è pervenuta a questa redazione una denuncia con la quale si lamenta che le fotografie pubblicate ritraggono ragazzi minorenni riconoscibili e che detti ragazzi appaiono coinvolti con i fatti denunciati nell’articolo. Si rettifica pertanto l’articolo, chiarendo che le fotografie dei ragazzi pubblicate sul giornale sono fotografie di repertorio, scattate per accompagnare l’articolo e che, in particolare, il gruppo di ragazzi ed i minori che compaiono nella fotografia di prima pagina a viso aperto non hanno nulla a che fare con i fatti di disturbo della quiete pubblica ed in generale di vandalismo denunciati nell’articolo.
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Tatsachen gegen Vorurteile Großen Anklang fand kürzlich ein Vortrag von Don Mario Gretter im Volksbanksaal über die Herausforderung des Islams.
A
n die 150 Interessierte mittleren und älteren Jahrgangs sowie höheren Bildungsgrads, allesamt nicht muslimischen Glaubens, sind der Einladung der drei Brixner Serviceclubs Zonta Club, Rotary Club und Lions Club und am 16. Jänner in den Volksbanksaal gefolgt. Unter ihnen befanden sich auch einige honorige Personen wie Landtagsabgeordneter Hans Heiss, Bürgermeister Albert Pürgstaller, Stadträtin Paula Bacher Marcenich und der Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, Artur Scheidle. Die Erwartungen waren hoch, birgt doch das Thema Islam einige Brisanz: Was würde man Neues
über die als mehr oder weniger streitbar bekannten Vertreter dieses Glaubens erfahren? Welche Auswege würde der Vortragende aus dem so genannten Kampf der Kulturen aufzeigen?
Der Vortragende ist kein Un-
bekannter: Don Mario Gretter, Referent für den interreligiösen Dialog in der Diözese BozenBrixen, gilt in Südtirol als die kompetenteste Persönlichkeit, was Völkerverständigung anlangt. Nach der Ausbildung zum Priester bewogen ihn seine Erfahrungen mit den muslimischen Einwanderern, die er als Kooperator in Bozen gemacht hatte, dazu, Islamistik
und Arabisch in Rom zu studieren. Zwei Jahre verbrachte er dabei in Kairo. Seit zwei Jahren organisiert Gretter in Bozen christlich-muslimische Gesprächsrunden. Gleich nach der Begrüßung durch die drei Präsidenten der Clubs Uta Damiani, Markus Piffer und Willy Vontavon räumte Don Mario Gretter ein, dass er trotz seines Wissens und seiner Erfahrungen keine Lösungen und Auswege anbieten könne. Von seiner eigenen Biografie ausgehend stieg er ins Thema ein und rief anhand von Fotos die gegensätzlichen Ausprägungen des Islam in Erinnerung. Die Verfechter des Djihad
seien viel stärker in den Medien präsent und würden unsere Haltung zum Islam einseitig prägen. Tatsächlich könne man nicht von „dem Islam“ sprechen, weil sich diese Religion im Lauf der Zeit in mehrere Strömungen gesplittet hat. Die gemäßigteren Strömungen hätten es laut Gretter schwer, sich durchzusetzen, weil Meinungsfreiheit keinen hohen Stellenwert genießt. Die zwei größten und bekanntesten Gruppen, die Sunniten und die Schiiten, haben jeweils ihre eigenen religiösen Zentren. Dennoch sei die Gemeinschaft, die Umma, in der Reiche und Arme einander helfen, eines der wichtigsten Ele-
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mente des Glaubens. Der Uneinheitlichkeit entspricht auch die Einstellung zum Thema Kopftuch innerhalb des Islam. Für die einen ist es ein Symbol der Sittlichkeit und Anständigkeit, für die anderen als Teil einer Tracht ein Symbol der Bindung zur Tradition.
Diese Vielfältigkeit der In-
terpretation habe mit dem Charakter des Korans zu tun. Er erzähle keine durchgehende Geschichte, sondern sei eine Sammlung von sich oft widersprechenden Weisheiten und Regeln. Der Grund für die fehlende Einheit im Islam liege darin, dass es keine höchste Instanz wie im Christentum gebe, die über die „richtige“ Auslegung des Korans wache. In seinem Vortrag vermittelte Gretter grundlegende Kenntnisse zum Thema Islam. Er wies auf die Gründe für die Radikalisierung wie auf die vielen positiven Aspekte im religiösen Leben der Muslime und die Gemeinsamkeiten zwischen dem Islam und dem Christentum hin, die für ein friedliches Zusammenleben genützt werden könnten. Kritik übte er an der Haltung westlicher Länder, die von Menschenrechten predigen, den Muslimen aber das Gefühl vermitteln, ein Mensch zweiter Klasse zu sein. Vom Islam zurückzuweichen, die christlichen Symbole aus der Öffentlichkeit zu verbannen oder scheinbar verletzende Theaterstücke vom Programm zu nehmen, seien keine Lösung. Die Herausforderung bestehe für die westliche
Don Mario Gretter: „Der Charakter des Korans lässt vielfältige Interpretationsmöglichkeiten zu“
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Räumlichkeiten für Büros und Magazin auf der Hauptstrasse Welt vielmehr darin, für sich eine Identität zu finden, aber auch den Muslimen die gleichen Lebensbedingungen zuzugestehen, „ihnen ein Zeichen zu geben, dass es sich lohnt, hier (in Südtirol) zu leben.“ Die Muslime ihrerseits müssten sich der Herausforderung stellen, „mit den gegensätzlichen Strömungen fertig zu werden und sich mit modernerem Denken konfrontieren“. Die im Anschluss an den Vortrag eröffnete Diskussion zeigte, dass im Publikum sowohl das Interesse des Aufeinanderzugehens als auch Skepsis der moslemischen Weltanschauung gegenüber vorhanden waren. Einige Stimmen aus dem Publikum übten Kritik am rückwärts gerichteten Denken im Islam, insbesondere in Bezug auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft und in Bezug auf die Trennung zwischen Religion und Politik. Ob man den Islam überhaupt kritisieren dürfe? Auch diese Frage wurde wie alle anderen von Gretter kompetent beantwortet. albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Politik & Gesellschaft
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Braut & Bräutigam z Sie haben geheiratet und möchten nun mit Ihrem schönsten Hochzeitsbild ein romantisches Candlelight-Dinner gewinnen? Im nächsten „Brixner“, der um den 20. Februar erscheinen wird, gestalten wir wiederum unsere Extraseiten zum Thema „Braut & Bräutigam“. Dabei kommen die Hochzeitsbilder unserer Leserinnen und Leser zum Zuge: Wir veröffentlichen gerne Ihr Foto und verlosen unter den ausgewählten Einsendungen ein Abendessen
bei Kerzenschein im Restaurant Finsterwirt. Wer mitmachen möchte, sendet sein Bild auf dem Postweg an den „Brixner“, Brennerstraße 28, in Brixen, oder per E-Mail an redaktion@ brixner.info (Dateigröße mind. 700 KB). Einsendeschluss ist am 10. Februar – wir freuen uns auf Ihre Fotos! db
P&G Politik & Gesellschaft
BRIXEN/OLIFANTSVLEI
Kindergarten für Südafrika
SMS
z Studenten der Fakultät für Architektur der Universität Inns bruck bauten in Südafrika eigenhändig einen Kindergarten – und mit dabei war auch die Brixnerin Birgit Dejaco. Sowohl sie als auch die Kinder in einem schwarzen Township, Olifantsvlei bei Johannesburg, sind über die dabei gemachten Erfahrungen und das Ergebnis mehr als glücklich. Zudem ist ein beachtliches Stück Architektur entstanden. Die Idee zu diesem Projekt stammt von Professor Volker Giencke, der etwa 30 Studenten für die Ent-
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wurfsaufgabe des Kindergartens begeisterte. Das besondere daran aber war, dass die Studenten ihren gemeinsamen Entwurf auch selber bauen sollten – eine Aufgabe, die endlich einmal Kopf und Hand des Architekten zusammenbringen sollte. Vor Ort wurden von den betonierten Fundamenten bis zum letzten Türgriff die Materialien für den Bau organisiert und zu einem beachtlichen Gebäude zusammengefügt. Das erforderliche Geld hierzu kam von privater Seite und durch das Sponsoring von Baufirmen. Aber auch die
2006 ist die Bevölkerung in Brixen um 281 Personen von 19.504 auf 19.785 angestiegen. Geht man davon aus, dass die Bevölkerung in Brixen auch im kommenden Jahr in ähnlichem Ausmaß zuwächst, so darf die Stadt 2007 ihren 20.000. Einwohner willkommen heißen.
Studenten trugen ihren Teil dazu bei: Sie bezahlten ihre Flüge nach Südafrika und ihren Aufenthalt dort von sechs bis acht Wochen größtenteils selbst. Das Geld dafür brachten sie unter anderem über Glühwein- und Bierverkaufstände am Christkindlmarkt in Innsbruck zusammen. agh
Der Stadtrat hat die Gebühren für den Parkplatz Priel festgelegt: Die ersten 15 Minuten sind frei, die ersten 30 Minuten kosten 0,75 Euro. Für jede angefangene Stunde zwischen 7 und 20 Uhr zahlen die Parkenden 1.30 Euro, zwischen 20 und 7 Uhr 0,60 Euro. Erhältlich sind auch Monatsabos.
Das Komitee „Pro Lebbrosi” von Brixen verkauft am 27. und 28. Januar an verschiedenen Standorten in Brixen und Milland den „Honig der Solidarität“. Am Sonntag kann man den Honig aus dem fairen Handel auch von 9.30 bis 12.30 Uhr am Domplatz erwerben.
Nachgefragt
„Keinerlei Auswirkungen“ GIANLORENZO PEDRON, Brixner Stadtrat für Mobilität, über die Auswirkungen eines Urteils des Kassationsgerichts in Rom, das unter gewissen Umständen die Bestrafung von Parksündern in Frage stellt. Herr Pedron, das Kassationsgericht in Rom hat entschieden, dass Fahrzeughalter, die keinen Gratis-Parkplatz in unmittelbarer Nähe finden, ihr Auto ohne Strafe auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abstellen dürfen. Ist Brixen von diesem Urteil betroffen? Nein. Das Urteil des Kassa tionsgerichtes muss in seiner Gesamtheit gelesen werden. Dann kommt klar zum Vorschein, dass diese Regelung nur dann zur Anwendung kommt, wenn es sich beim entsprechenden Gebiet nicht um eine Zone von „urbanistischer Wichtigkeit“ han-
delt. Die Gemeinde Brixen hat schon im Jahr 2003 oder 2004 den gesamten Altstadtbereich und darüber hinaus als solche eingestuft.
men. Anders ist es in der Peripherie. Dort muss es in der Tat freie Parkplätze geben. Brixen ist in beiden Bereichen sehr gut ausgestattet.
Was bedeutet für den Gesetzgeber „urbanistische Wichtigkeit“? Es handelt sich dabei um Zonen, die aus ihrer urbanistischen Beschaffenheit möglichst wenig mit Autoverkehr belastet werden sollen. Dem entsprechend verbietet man in diesen Zonen das freie Parken, um Parksuchverkehr zu vermeiden – natürlich mit der Zurverfügungstellung von genügend zahlungspflichtigen Parkräu-
Ich kann mir vorstellen, dass das Urteil einige Unruhe stiftet… Es stiftet vor allem Verwirrung unter den Autofahrern, die jetzt glauben, jeden Strafzettel anfechten zu können. Bevor man umsonst den Friedensrichter mit Arbeit zuschüttet, sollte man sich also gut informieren. Das Urteil des Kassationsgerichtes hat für Brixen keinerlei Auswirkungen. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Politik & Gesellschaft
z Sie arbeiten im Jahr zusammen etwa 15.000 Stunden, davon 5.000 Stunden gänzlich unentgeltlich und die übrige Zeit für einen Stundenlohn, der bestenfalls als symbolisch bezeichnet werden kann. Sie fahren 60.000 km jährlich, um 27.000 Essen an jene zu verteilen, die sich selber nichts mehr einkaufen oder kochen können. Ebenfalls rund 60.000 km werden gefahren, um Behinderte zu transportieren. Sie leisten einsamen Alten Gesellschaft, gehen mit Behinderten spazieren, kaufen ein und versorgen Kranke, helfen von Gewalt bedrohten Frauen und deren Kindern bei der Eingewöhnung im Frauenhaus, übernehmen Hauspflege und vieles andere, was aus den unterschiedlichsten Gründen in der Familie nicht mehr geleistet werden kann. Sie tun das solidarisch, aus Nächstenliebe und mit Freude. Wer sind diese Menschen? Es sind
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Frauen und Männer, im Schnitt 45 Jahre alt, berufstätig oder Pensionisten. Oft wünschen sie sich, etwas Sinnvolles zu tun, was sich nicht in Geld aufwiegen lässt. Sie empfinden mit Mutter Teresa, dass „am Ende nur das bleibt, was man verschenkt hat“. Diese selbstlosen Helfer erhalten bei der Eisacktaler Bezirksgemeinschaft unter Herbert Leitner, dem Assistenten der Direktion der Sozialdienste, Einblick in die Organisation, Betreuung, Fallbesprechungen und Koordination. Gemeinsam feiern sie Feste, machen Ausflüge und Wanderungen oder gehen zum Kegeln – ein bescheidener Ausgleich für die anderen erbrachten Dienste. Wer sich dieser freiwilligen Arbeit anschließen möchte, wende sich an die Bezirksgemeinschaft Eisacktal, Telefon 0472 830511. agh
z Sechs Pflegepersonen aus den Krankenhäusern Brixen und Sterzing haben sich zur Arbeitsgruppe „Evidence-baced Nursing“ (EBN) zusammengefunden, um Pflegestandards zu entwickeln. Die EBN-Methode bietet eine Möglichkeit, die derzeit besten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die tägliche Pflegepraxis einzubauen und so den ständig wachsenden Anforderungen an eine professionelle Pflege gerecht zu werden. Im Rahmen des Projekts hat die Arbeitsgruppe Themen für Pflegestandards gesammelt, in relevanten Datenbanken nach entsprechenden Forschungsergebnissen gesucht und einer kritischen Beurteilung unterzogen. Diese bildete die Grundlage für die zu erarbeitenden Pflegestandards, die im Rahmen von Schulungen dem Pflegepersonal vorgestellt und daran anschließend mit praktischen Übungen in die tägliche Pflege der Patienten aufgenommen und vertieft wurden. Befragungen der Pflegenden halfen der Arbeitsgruppe, die Umsetzung der Standards zu beurteilen. Wissenschaftlichen Beistand erhielt die Gruppe durch Gero Lange von der Universität Halle/Wittenberg. Aufgrund der positiven Erfahrungen im Sanitätsbetrieb Brixen wurde nun auch auf Landesebene eine Arbeitsgruppe EBN ins Leben gerufen. amm
BRIXEN
Autobahnausfahrt in Betrieb
Foto: Oskar Zingerle
z Die neue Autobahnausfahrt in Brixen Süd, die seit dem 3. Jänner in Betrieb ist, scheint sich positiv auf die Verkehrs situation in Brixen auszuwirken: Der Verkehrsfluss an den zwei Stadteinfahrten von Brixen hat sich in den Spitzenzeiten am Morgen und am späten Nachmittag erheblich verbessert. Wie empfindlich der Verkehr in Brixen auch schon auf scheinbar kleine Verkehrsverminderungen reagiert, beweisen die auf den ersten Blick mageren Statistiken, die uns von der Brennerautobahn AG mitgeteilt wurden: So fahren in Albeins pro Tag im Durchschnitt über
300 Autos in die Autobahn, und fast 600 verlassen die Autobahn an dieser Stelle – Tendenz steigend. Ein Großteil der Benutzer
sind Schwerfahrzeuge. Die Autobahnausfahrt wird aber auch von Pendlern der Industriezone und Milland benutzt. wv 13
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Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen RICHTIGE INTERPRETATION: „Die Musik ist nur Dienerin des Textes“ (Rudi Chizzali)
Portrait
Der Spieltenor RUDI CHIZZALI: Er stand jahrelang auf großen Opernbühnen, bis er schlussendlich in seine Heimat zurückkehrte. Die Liebe zur Musik ist geblieben und prägt noch immer sein Leben.
D
as Haus der Familie Chizzali in Viums ist ein durch und durch musikalisches Haus – angefangen von den gläsernen dunkelroten Noten, die die Haustür zieren, bis hin zu einem Musikzimmer im Zubau, in dem liebevoll gerahmte Plakate und Fotografien von den Erfolgen eines leidenschaftlichen Sängers zeugen. Klaviermusik dringt bis auf die Straße hinaus, begleitet uns sanft durch das Interview. Michael Chizzali sitzt am Klavier, während sein Vater Rudi von seinem Werdegang erzählt.
terberuf keine Erfüllung finden würde. Seinen tiefreligiösen Eltern fiel es nicht leicht, diese Entscheidung zu akzeptieren. „Ich möchte mein Theologiestudium jedoch keinen Tag missen“, sagt Rudi Chizzali. Seine Sängerinnen und Sänger sind ihm manches Mal dankbar für den einen und anderen guten Gedanken. Außerdem liegt es ihm am Herzen, Lieder richtig zu interpretieren, denn „schließlich ist die Musik ja nur Dienerin des Textes.“
Familie offenbar in die Wiege gelegt“, schmunzelt er. Rudi Chizzalis Vater sang 64 Jahre lang im Kirchenchor und spielte Trompete bei der Musikkapelle Untermoj, die Otto Rubatscher gegründet hatte. Seine Mutter habe er nur ein einziges Mal singen gehört, und damals sei er fasziniert gewesen von ihrer melodischen Stimme. Rudi Chiz zali selbst habe immer schon ein Faible für die Kirchenmusik gehabt. Die „Einladung zum Klavierspielen“ von seinem Musiklehrer Josef Knapp war dann der Auftakt zu einer bemerkenswerten Karriere. Chizzalis Vater, „ein ruhiger Mensch, der mit seinen 93 Jahren immer noch tagtäglich in den Stall geht“, ermöglichte seinen Kindern in einer für die damalige Zeit weit blickenden und weisen Art ein weiterführendes Studium. Welche Leistung das gewesen sein mag, zeigt sich schon allein dadurch, dass er von seinen Freunden und Nachbarn deswegen belächelt, ja gar für dumm erklärt wurde. Bei so viel Arbeit am Hof die Kinder länger als notwendig in die Schule zu schicken – dafür erntete Chizzalis Vater nur Unverständnis und Kopfschütteln. Trotzdem ließ er sich nicht beirren. Rudi Chizzali, der Zweitgeborene, kam ins Vinzentinum – ursprünglich mit dem Ziel, Priester zu werden. Er hatte jedoch recht bald den Mut zu erkennen, dass er im Pries-
Rudi Chizzali mit Auszeichnung ab. Er hatte auch schon eine Stelle als Chorleiter und Musiklehrer in Tramin in Aussicht. Trotzdem war da ein leises Unbehagen, waren da Zweifel ob des so klar vorgezeichneten Weges. Blieb mit einem Gesangsdiplom wirklich nur der Weg in den Lehrberuf? Seine Lehrerin bewog ihn schließlich dazu, an der Münchner Staatsoper vorzusingen: „Ich ging hin ohne sonderliche Ambitionen, denn ich hatte ja nichts zu verlieren.“ Scheu und zurückhaltend war er damals „und voller Komplexe“. Von 92 Bewerbern wurden nur vier genommen. Rudi Chizzali war einer von ihnen.
und der Basilio in Figaros Hochzeit. „Ich fühlte mich wie ein Fisch außerhalb des Wassers“, erinnert er sich schmunzelnd, „am Ende des ersten Jahres meinte ein Regisseur gar, dass er mit mir nichts anfangen könne“. Am meisten fürchtete sich Rudi Chizzali vor jenen Rollen, bei denen er auch spielen musste: „Ausdruck und Präsenz sind das Um und Auf, wenn man auf der Bühne Erfolg haben will“. Am meisten liebte er „Rollen, wo ich Spieltenor sein durfte.“
Sein Gesangsstudium am 13 Jahre lang blieb er in der „Die Musikalität ist unserer Bozner Konservatorium schloss bunten Welt der Oper, war auf
du und du mit Carreras und Co. und erlebte namhafte Regisseure wie J. Pierre Ponnelle, Otto Schenk und Günther Rennert: „Man wird sehr gefordert, für Privates bleibt da kaum noch Zeit.“ Irgendwann beschloss er dann, nach Südtirol zurückzukehren. Die Entscheidung ist ihm nicht leicht gefallen, „es war wohl die schwierigste Zeit in meinem Leben“. Rudi Chizzali spricht mit sehr viel Bedacht und mit einem kleinen Hauch von Wehmut von jener Wende in seinem Leben. Seine Liebe zur Familie siegte jedoch über die Faszination des unsteten Künstlerlebens. Bereut hat er seine Entscheidung jedoch nie.
„Die Musikalität wurde unserer Familie offenbar in die Wiege gelegt“_Rudi Chizzali Trotzdem erbat er sich vom Generaldirektor Bedenkzeit – zum Entsetzen aller, die ihm nahe standen. „Als ich damals durch die Theaterräume ging, die ausgestopften Tiere und all die anderen Utensilien sah, die zu einer Bühnenausstattung gehörten, hatte ich das Gefühl, nicht dorthin zu gehören“. Schließlich nahm er das Engagement an, „wenn auch etwas zögerlich“. Seine ersten Rollen waren der Monostatos in der Zauberflöte
Und er widmete sein Wirken weiterhin dem Gesang. Mit dem Vinzentiner Knabenchor sang er unter anderem bei den Berliner Festwochen und mehrmals bei den Salzburger Festspielen. Der Neustifter Männerchor errang beim internationalen SchubertWettbewerb in Wien im Jahr 2005 zwei erste Preise. Der Viumser Singkreis entstand unmittelbar, nachdem Rudi Chizzali nach Südtirol zurückgekehrt war. Er hatte Frauen und Kinder
Steckbrief
RUDOLF CHIZZALI wurde
am 1. Juli 1944 in Welschellen geboren. Gemeinsam mit vier Geschwistern wuchs er am elterlichen Hof in Untermoj auf. Nach der Matura am Vinzentinum studierte er Theologie und gleichzeitig Orgel bei Otto Rubatscher und Choralgesang bei Domkapellmeister Angelo Alverà. Im Jahre 1970 begann er ein Gesangsstudium bei Hedda Helsing Bragato am Bozner Konservatorium, das er mit Auszeichnung abschloss. Unmittelbar darauf erhielt er ein dreijähriges Engagement im Opernstudio der Bayrischen Staatsoper München. 1976 ermöglichte ihm ein Stipendium des Bayrischen Ministeriums die Teilnahme an den Bayreuther Festspielen. In den Jahren 1976, 1977 und 1978 wirkte er bei den Münchner Opernfestspielen mit. Von 1978 bis 1988 war Rudi Chizzali Opernsänger an den Städtischen Bühnen in Freiburg, sang gleichzeitig das Konzertfach in anderen Städten Deutschlands. 1988 kehrte er nach Südtirol zurück. Seitdem leitet er den Vinzentiner Knabenchor und den Männerchor Neustift, den Singkreis Viums und seit 2006 auch den Stiftschor Neustift. Seit 1977 ist Rudi Chizzali mit Elisabeth Troi verheiratet und hat die drei Kinder Michael, Barbara und Alexander. z
aus der Nachbarschaft zum offenen Singen in sein Haus eingeladen. Sie sind ihm bis heute treu geblieben. marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 15
Menschen & Meinungen
LÜSEN
Jungdesigner z Gleich zwei bemerkenswerte Projekte hat der Jungdesigner Martin Oberhauser aus Lüsen entwickelt. Da wäre einmal „speak balloon“, ein Regal, das nicht nur aussieht wie eine Sprechblase, sondern zugleich auch wie ein Lautsprecher funktioniert. Die Oberfläche des Regals ist nämlich mit einer Spezialfolie überzogen, die wie ein Verstärker wirkt. Beim zweiten Projekt war Martin Oberhauser als Teil eines fünfköpfigen Designerteams bei der
Entwicklung des Multifunktionsmoduls „Wall inclusive“ beteiligt. Es handelt sich dabei um eine transportable Wohnwand, die vom Bett über Regal bis hin zu Tisch und Stühlen alles enthält. Ungenutzt kann die Wand auf kleinstem Raum verstaut werden. „Wall inclusive“ war bis vor kurzem auf der „imm cologne“, der internationalen Möbelmesse in Köln, ausgestellt. oz
M&M Menschen & Meinungen
Der Spruch vom Much EISACKTAL/WIPPTAL
SMS
I woaß schun, prum’s huier in der gånzn Welt soffl wårm isch. Die SVP isch schuld...
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Vielfaches Glück z Die Aktion der Weihnachts überraschung der Kaufleute vom Eisacktal und Wipptal war ein voller Erfolg: „Die neu eingeführten Rubbellose fanden bei den Kunden großen Anklang“,
erzählt der Obmann der Kaufleute und Dienstleister von Brixen, Hans Astner. Besonders gefreut haben sich die Gewinnerinnen der drei Hauptpreise: Emanue la Pattis aus Brixen, Christine
Die Ortsgruppe Afers der Südtiroler Bäuerinnenorganisation feierte ihr 23-jähriges Bestehen. Bei den Festlichkeiten wurden Emma Frener, Hilda Prader und Marianna Prader geehrt. Der neue Ausschuss besteht aus Margaret Frener, Annelies Messner, Hanni Prader, Brigitta Prader und Alma Frener.
Zu Ehren von Ernst Parschalk, Träger des Tiroler Verdienstkreuzes, organisierte die Gemeinde Vahrn, die SVP-Ortsgruppe Vahrn und die Schützenkompanie Vahrn einen feierlichen Abend. Bruno Hosp hielt die Laudatio zur Anerkennung der Verdienste Parschalks für seinen Einsatz für die Heimat.
Niederkofler aus Weitental und Waltraud Oberpertinger aus Ster-
zing durften kürzlich ihren „errubbelten“ VW Polo in Empfang nehmen. Die Gewinner der zahlreichen Einkaufsgutscheine können ihren Gewinn noch bis 31. März 2007 in einem der teilnehmenden Betriebe einlösen. db
Elf Jugendliche aus Vals waren nach alter Tradition im Advent an vier Abenden unterwegs, um in den einzelnen Familien die Herbergsuche zu besingen. Den Erlös dieser Aktion konnte am Dreikönigabend die Vinzenz-Konferenz Brixen an eine bedürftige allein stehende Frau überreichen.
Ooops me i n H o pp a l a
Alois Gurndin, Professor für Pastoraltheologie an der Theologisch-Philosophischen Hochschule Brixen
Zum Wohl! Als ich noch Kooperator von Klausen war, wurde ich eines Tages ins Haus einer Bäuerin gerufen, die einen Schlaganfall erlitten hatte. Nachdem ich an Ort und Stelle angelangt war, ging es der Patientin dank der Hilfe des Arztes bereits relativ gut, und ich spendete ihr das Sakrament der Krankensalbung. Glücklich über den glimpflichen Ausgang servierte mir die Familie der Patientin einen Schnaps, den ich gerne annahm. Als ich allerdings das „Stamperle“ leerte, war darin kein Klarer, sondern vielmehr Wasser. Ich trank es ohne mit der Wimper zu zucken und erwähnte das Versehen mit keinem Wort. Als ich zwei Wochen darauf mit dem Dekan die Kranke besuchte, hatte die Familie inzwischen ihren Irrtum bemerkt. Eine wohl meinende Nachbarin hatte nämlich für alle Fälle eine Flasche mit Weihwasser mitgebracht. Diese Flasche sah genau so aus wie jene, in der die Familie normalerweise den Schnaps aufbewahrt.
Leser kochen für Leser
mmh!
Reisauflauf mit Himbeersirup > Zutaten für 2-3 Personen > 150 Gramm Rundkornreis 1/2 Liter Milch Salz 1 Vanillezucker Zitronenschale 90 Gramm Zucker 4 Eier
> Zubereitung Den Reis mit kalter Milch aufsetzen; Salz, Vanillezucker und Zitronenschale dazugeben, bei kleiner Hitze zum Kochen bringen und weich kochen. Dabei das Umrühren nicht vergessen! Anschließend den Reis vom Herd nehmen, die Dotter und die Hälfte des Zuckers unterrühren und erkalten lassen. Das Eiweiß mit dem restlichen Zucker zu Schnee schlagen und locker unter die Reismasse heben. Eine Auflaufform einfetten, die Masse einfüllen und im Backrohr bei 180 Grad Celsius
eine halbe Stunde backen. Den Reisauflauf aus dem Backrohr nehmen und mit – nicht zu wenig! – Himbeersirup übergießen… schmeckt fantastisch!
Stefan Braun, Moderator bei Südtirol 1 und begeisterter Theaterspieler, hat uns das Rezept seiner Lieblingsnachspeise verraten.
Das Restaurant für große Feste und Feiern.
Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
Voting Ihre Meinung online Ergebnis der Online-Umfrage:
„Soll der Flughafen Bozen erweitert werden?“
ja La vera cucina siciliana · Großes Fischmenü · Fleischspezialitäten
· Pizza aus dem Holzofen · Sizilianische Desserts
· Live Musik Mittwoch, Freitag u. Samstag Abend · Jeden Mittwoch und Donnerstag Fischfest: nur 18 Euro
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nein
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Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“.
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Die aktuelle Frage des Monats:
täglich geöffnet von 10-15 u. von 18-1 Uhr · Dienstag Ruhetag Tischreservierungen erwünscht: Tel. 0472 845322 oder 320 0772417
„Sollten Kinder von Zuwanderern vor dem Schulantritt Sprachkurse besuchen müssen?“
RESTAURANT PIZZERIA KRONE · Klausen · Bahnhofstraße 21
Stimmen Sie mit! www.brixner.info 17
Menschen & Meinungen
LAMMento
r
Ja bin ich denn Methusalem? Schon beim Betreten von Friedas Cafè ist mir der Franz sehr betreten vorgekommen, und als er dann vollkommen geistesabwesend fĂźnf LĂśffel Zucker in seinen geliebten Macchiato gelĂśffelt hatte, wusste ich: Heute musste etwas Schreckliches passiert sein. „Ich werde den Brixner Citybus nie mehr benutzen!“, schĂźttelt der Franz betreten seinen Kopf, als ob er meine Gedanken gelesen hätte. Bist du mit dem groĂ&#x;en Zeh unter das vordere Busrad gelangt? frage ich ihn, während Frieda unaufgefordert auch meinen Macchiato vorbeibringt. „Vielleicht hat er mit dem Fahrer gestritten“, mischt sich Frieda ein. Ich hake nach: Hat etwa die Zeittafel nicht gestimmt? „Vielleicht hat er deshalb zu lange auf den Citybus warten mĂźssen?“ mischt sich Frieda abermals ein. Aber der Franz schĂźttelt nur seinen auf Halbmast abgesenkten Kopf und sagt „Nein, das ist es nicht. Stellt euch vor: Ich steige in den vollbesetzten Citybus, und so ein HalbwĂźchsiger steht auf und will mir seinen Sitzplatz anbieten. Ja bin ich denn Methusalem?“ Friedas Blick kreuzte sich daraufhin mit einem verdächtigen Grinsen mit meinem, und beide wussten wir: Es gibt nichts, was wir zur Rettung der Laune vom Franz unternehmen konnten. „Das wird schon an deinen feschen grauen Schläfen liegen“, versucht Frieda nach nicht enden wollenden 15 Sekunden einen ersten VorstoĂ&#x; zur Aufmunterung. Und? sagte ich, hast du das Angebot des Teenagers angenommen und seinen Platz okkupiert? „NatĂźrlich!“, sagte der Franz mit einem schweinischen Grinsen, „aber zuerst habe ich ihm eine gescheuert, dem RotzlĂśffel!“
SCHALDERS
Ein Kalb fĂźr den Sangeskollegen z Jeder Bauer weiĂ&#x;, wie sehr es schmerzt, wenn nach dem Almabtrieb ein Tier im Stall fehlt. Ein Lied davon kann Martin Zingerle vom Spitzhof in Schalders singen, der nach dem heurigen Sommer den Verlust eines Kalbes zu beklagen hatte. Selbst den Sangeskollegen im Männergesangverein Brixen blieb es nicht verborgen, wie sehr den Jungbauer das qualvoll im unwegsamen Gelände verendete Tier traurig stimmte. Mit einem neuen Kalb wäre dem Zingerle Martin vulgo „Schalderer Carreras“ wohl am meisten geholfen, dachten sich die Sänger. Und so wurde eifrig gesammelt. Nach der musikalischen Umrahmung eines Rorate-Amtes im Brixner
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Dom durch den MGV war es dann soweit: Obmann Alfred Ellecosta vollzog gemeinsam mit dem Schirmherrn des Männergesangvereins, Zeno Giacomuzzi und dem unermĂźdlichen Initiator Renato Corradini die feierliche Taufzeremonie. Getauft wurde das Kalb nicht etwa auf einen Namen, sondern mit dem GrĂźndungsjahr des MGV Brixen, der Jahrzahl „1862“. Der ansonsten nicht mundfaule Zingerle rang sichtlich nach Worten, und die Augen glänzten wie bei einem Kind vor dem Christbaum. Nach einem musikalischen Ständchen durfte das frisch getaufte Kalb schlieĂ&#x;lich die Heimreise nach Schalders antreten. db
BRIXEN
Chef des Jugendgemeinderates
z Michael Hofer aus Brixen ist der neue Vorsitzende des Jugendgemeinderates „AgorĂĄâ€œ der Gemeinde Brixen. Der 19-Jährige SchĂźler ist seit zwei Jahren Mitglied des Gremiums. Mit Anfang dieses Jahres lĂśste er die bisherige Vorsitzende Martina Leitner nach anderthalb Jahren Amtszeit wie vorgesehen ab. „Als Vorsitzender liegen meine Aufgaben darin, die Sitzungen zu leiten, Arbeitsaufteilungen vorzunehmen und bei der Organisation von Projekten mitzuhelfen“, erklärt Hofer. Derzeit arbei-
tet der Jugendgemeinderat beispielsweise daran, in St. Andrä einen Treffpunkt fĂźr Jugendliche zu grĂźnden. Im vergangenen Jahr haben sich die Jugendlichen am Projekt EPI („European Partizipation Inspectors or Investigators“) beteiligt, das zum Ziel hatte, das politische Engagement von Kindern und Jugendlichen zu dokumentieren und Erfahrungen auszutauschen. „Als Jugendgemeinderat sind wir in Brixen ein beratenes Organ fĂźr den richtigen Gemeinderat“, erläutert der Vorsitzende, „unsere Aufgabe liegt darin, dem Gemeinderat Vorschläge aus der Sicht der Jugendlichen zu unterbreiten“. db
Pro& Contra
Foto: Oskar Zingerle
Soll die Autobahnausfahrt Klausen durch die Bezeichnung„Brixen-Süd“ ergänzt werden?
GREGOR BEIKIRCHER, Gemeinderatsmitglied der Grünen Bürgerliste Brixen: „Nur zwei Wörter – so einfach wäre die Lösung!“
Pro Mehr als zehn Jahre lang hat man den Bau einer Autobahnausfahrt im Süden von Brixen als unnotwendig hingestellt und eine direkte Verbindung mit der Industriezone verzögert. Jetzt, da diese Ausfahrt da ist, bleibt sie mit der Ausfahrt von Norden und der Einfahrt nach Norden nur eine halbe Lösung. Die andere Hälfte von Süden her, die noch ungelöst ist, liegt nämlich an der Ausfahrt in Klausen. Dort zeigen alle großen Aufschriften nur die Ausfahrt „Chiusa – Val Gardena/Klausen – Gröden“ an. Trotz meiner mehrmaligen Aufforderung an die verantwortlichen politischen Verwalter, endlich die Hinweistafeln an der Ausfahrt in Klausen mit „Bressanone Sud-Brixen Süd“ zu ergänzen, lässt man die uninformierten Autofahrer von Süden kommend weiterhin bis zur Autobahnausfahrt „Bressanone – Val Pusteria/Brixen – Pustertal“ fahren, um von dort wiederum durch Vahrn und Brixen nach Süden fahren zu müssen. Nur eine einzige kleinere seitliche Hinweistafel, wer sie nicht übersieht, weist irgendwo dazwischen kurz hin, dass man von der Autobahnausfahrt Klausen auch nach Brixen kommen würde. So passiert es, dass nun seit Jahren zu Stoßzeiten, wie im August, am 8. Dezember, um Weihnachten, Ostern und Pfingsten viele Urlauber, die von Süden kommend Brixen erreichen wollen, bis zur Autobahnausfahrt „Brixen – Pustertal“ fahren und dann plötzlich merken, dass sie, um nach Brixen zu kommen, wiederum ein großes Stück nach Süden fahren müssen. So entstehen an den genannten Tagen häufig lange Staus zwischen Vahrn und Brixen. Dabei müsste man auf die Bodenmarkierung und die bestehenden Tafeln zusätzlich nur zwei Wörter mehr draufschreiben. So einfach wäre die Lösung! z
Genug gute Gründe für einen Wechsel ! ...diesmal die sportlichsten Brillen der Welt!
FERDINAND WILLEIT, Präsident der Brennerautobahn AG: „Die jetzige Beschriftung ist nicht für die Kolonnenbildung in Brixen verantwortlich“.
Contra In enger Zusammenarbeit mit der Landesregierung Südtirol und den interessierten Gemeinden im Eisacktal konnte eine Autobahnausfahrt „Brixen Süd – Industriezone“ für den Verkehr nach Norden und vom Norden am 28. Dezember des vergangenen Jahres dem Verkehr übergeben werden. Obwohl diesbezügliche Initiativen über ein Jahrzehnt zurückliegen, konnte die Verwirklichung nicht vor einer vernünftigen Regelung der Verkehrssitua tion außerhalb der Autobahn in Angriff genommen werden. Für die Ausfahrt von Süden und die Einfahrt nach Süden bleibt die Autobahnstation „Klausen – Gröden“. Eine Abänderung der Bezeichnung in „Klausen – Gröden – Brixen Süd“ erscheint nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Unabhängig von Platzgründen auf den Ausfahrtstafeln, die in beiden Landessprachen aufscheinen müssen, erscheint die Situation keineswegs dramatisch. Sicherlich ist es nicht die jetzige Beschriftung der Ausfahrtstafeln, die für die Kolonnenbildungen zwischen Vahrn und Brixen verantwortlich ist. Dafür liegen andere Gründe vor, die außerhalb des Verantwortungsbereiches der Brennerautobahn liegen. Schon jetzt, das darf betont werden, wurde durch die Industrieausfahrt „Brixen Süd“ eine Erleichterung der Verkehrssituation in Brixen erzielt. Es kann sich in der Praxis bei Fahrten zur Ausfahrt nach „Pustertal – Brixen“ nur um Tagesgäste handeln, die nicht aufmerksam sind, da in Klausen die erreichbaren Orte (auch Brixen) auf besonderen Tafeln angegeben sind. Trotz der negativen Ausrichtung der Brennerautobahn werde ich die Bezirksgemeinschaft Eisacktal um eine Stellungnahme und um ein Gutachten ersuchen. z
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Menschen & Meinungen
Echo
Leser schreiben uns
„Für ein paar Silberlinge“ Zum Interview mit Luis Durnwalder im „Brixner“ Nr. 203
Markus Lobis, Sprecher der Transitinitiative
Es mag das Privileg eines Landeshauptmannes sein, auf einem Dutzend „Brixner“-Seiten und von sieben PortraitFotos herab darzulegen, was er für seine Untertanen Gutes zu tun gedenkt und einem fragwürdigen Personenkult zu huldigen. Dem Leser sollte aber nicht vorenthalten bleiben, dass unser Landeshauptmann die Ein-WegKommunikation bevorzugt und jede Veranstaltung meidet, bei der Normalsterbliche zu Wort kommen oder wo er sich im Dialog oder gar in der Diskussion mit Kritikern oder Gegnern auseinandersetzen muss. Da ist man dann recht leicht ein großer Macher und tatkräftiger Entscheider, Herr Durnwalder! Wer mit ansieht, wie jetzt in Mauls, in Aicha und im Riggertal gehaust wird und wie bald in Pfitsch geklotzt werden wird, der bekommt den Eindruck, dass Durnwalder & Co. gerade dabei sind, unser Land und seine Leute für ein paar Silberlinge zu verraten. Von einer Hetze gegen den BBT, wie sie der Landeshauptmann ortet, kann keine Rede sein. Vielmehr versucht er selber, mit hetzerischen Methoden die BBT-Skeptiker und -Gegner mundtot zu machen. Die Argumente, die für den BBT sprechen, sind sehr schwach und halten keiner engagierten und gleichberechtigten Debatte stand. Deshalb sollten wir zum Wohle unseres Landes eine offene und faire Diskussion zum BBT führen dürfen. Und nach einer ausgiebigen Diskussion und demokratischem Wettstreit der Argumente sollten wir noch die Kirsche auf die Torte setzen und das Volk befragen, ob es will, dass sich unser Land dem BBT-Trubel anschließt oder dagegen opponiert. Das wäre der Königs20
weg. Nicht das Diktat aus dem Landhaus I!
„Sachkenntnis, Erfahrung und Qualifikation“ Zum Beitrag des Vereins heimat Brixen im Dezember Nr. 203
Heinrich Ferretti, SVP-Fraktionssprecher im Gemeinderat
In der Dezemberausgabe des „Brixner“ hat der Verein heimat Brixen in seiner Rubrik seine Vorstellungen zum Leitbildprozess für Brixen präsentiert. Bewusst oder unbewusst hat er dabei seine Vorschläge als richtige Alternative der nicht näher definierten, aber anscheinend falschen Vorgehensweise der Gemeinde gegenübergestellt. Eine Vorgehensweise, die seit Ende November in Treffen und Kontakten mit den Fraktionssprechern aller Parteien im Gemeinderat im gemeinsamen Einvernehmen festgelegt werden soll – wie im Übrigen auch der Verein heimat Brixen weiß. Zurückzuweisen ist vor allem die Unterstellung, dass die Aufbereitung von verschiedenen Themenbereichen in gesellschaftlichen Gruppen durch Vertreter der politischen Parteien erfolge. Die politischen Parteien wurden lediglich eingeladen, entsprechend ihrer Vertretungsstärke im Gemeinderat – also nach einem anerkannten und gutgeheißenen demokratischen Prinzip – Vorschläge zu unterbreiten. Dass dabei nicht der Parteiausweis, sondern Sachkenntnis, Erfahrung und Qualifikation ausschlaggebende Kriterien sind, wurde als selbstverständlich erachtet. Dies sei an dieser Stelle jedoch nochmals wiederholt, denn für den Verein heimat Brixen, der sich als dezidiert parteiunabhängig begreift, scheint dies so selbstverständlich nicht zu sein. Begeisterung, Partizipation und Akzeptanz bilden das Fundament des Leitbilds, und entsprechend soll der Prozess ausgerichtet werden. Wobei zu präzisieren ist, dass ausnahmslos alle Bürger zur Teilnahme eingeladen sind: parteiunabhängige, aber auch solche, die den Mut haben, (partei)politisch Farbe zu bekennen.
„Lösungen von gestern“ Zum Interview mit Luis Durnwaler im „Brixner“ Nr. 203
Sepp Kusstatscher, Mitglied des Europäischen Parlaments
Luis Durnwalder hat in der Weihnachtsnummer des „Brixner“ eine ganze Reihe von Aussagen zu Themen gemacht, die für Brixen sowie das Eisack- und Wipptal von großer Bedeutung sind. Er hat dabei seine Thesen zum BBT verkündet und unwahre und vor allem unfaire Bemerkungen über die BBT-Skeptiker gemacht. Aber das ist ja nicht wirklich neu. Willy Vontavon hat schon im Editorial darüber geschrieben, dass das Interview wohl nicht unkommentiert bleiben werde. Da hat er Recht. Schade ist allerdings, dass der „Brixner“ es nicht der Mühe wert findet, die komplexen Themen im redaktionellen Teil zu behandeln und die kritischen Geister auf die Leserbriefseiten verweist, obwohl gerade das Jahrhundertprojekt BBT eine ausgewogene Betrachtung im „Brixner“ verdient hätte, unter Beachtung aller Glocken, die zu diesem Thema läuten. So will ich halt in einem Leserbrief versuchen, meine Sichtweise in der gebotenen Kürze darzulegen. Im Jahr 2004 wurden in rund 2,7 Millionen LKW-Fahrten über 31 Millionen Tonnen an Gütern über den Brenner transportiert, mehr als über alle Schweizer Alpenübergänge zusammen. Es gibt Prognosen, die davon ausgehen, dass bis 2013 die Zahl von 4,7 Millionen LKW-Fahrten überschritten wird. Dabei handelt es sich aber hauptsächlich um Extrapolationen, die auf weiteres Wachstum aufbauen und davon ausgehen, dass keine politisch motivierte Steuerung erfolgt oder Einbrüche auf Grund mangelnder bzw. zu teurer Energieträger eintreten oder dass alternative Transportszenarien umgesetzt werden können. Trotzdem ist klar: Die Belastungen für die Bevölkerung haben schon seit längerem das Maß des Erträglichen überschritten. Die Dumpingkonditionen an der Brenner-Route ziehen Verkehr an und sorgen dafür, dass etwa
ein Drittel der LKWs am Brenner Umwege bis zu 300 km zurücklegt, um die Schweiz zu umfahren. Den Bürgern wird weisgemacht, dass eine Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene nur realisiert werden kann, wenn Mega-Projekte umgesetzt werden. Dem ist nicht so. Im Alpenraum steht ein leistungsfähiges Bahn-Netz zur Verfügung, das heute schon in der Lage wäre, die per LKW transportierten Güter aufzunehmen. Durnwalder möge erklären, wann und mit welchen Mitteln die Zulaufstrecken gebaut werden. Wer die Verwüstungen südlich von Mauls und im Riggertal jetzt anschaut und weiß, dass diese Arbeiten nur im Zusammenhang mit den Baustelleneinrichtungen für die Errichtung des Probestollens erfolgten, kann nicht behaupten, dass die Eisackund Wipptaler von den Bauarbeiten kaum belästigt würden. Wir müssen die verschiedenen Bahn-Strukturen im Alpenraum als ein Netz verstehen und führen und große Investitionen in dieses Netz tätigen: Wir brauchen Verladestationen, Lärmschutz durch entsprechende Vorrichtungen, Einhausungen und örtliche Umfahrungen. Wir brauchen Rollmaterial, das auf neuestem technischem Stand und leise ist. Wir benötigen moderne und funktionale Bahnhöfe, service- und kundengerechte Fahrpläne sowie attraktive Transportdienstleistungen. Diese Investitionen hätten wesentlich höhere Beschäftigungseffekte und Wertschöpfungspotenziale für die regionalen Klein- und Mittelunternehmen als Mega-Projekte, die sehr maschinen- und kapitalintensiv sind und die, so wie das BBT-Projekt, kaum Entlastungen für die geplagte Bevölkerung an den Transitrouten bringt. Nicht zuletzt, das zeigen die Erfahrungen von anderen Mega-Projekten, ziehen diese auch das organisierte Verbrechen an. Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
Umfrage
Hat Ehe Zukunft? Warum wollen immer weniger Paare eine eheliche Bindung eingehen? Macht es überhaupt noch Sinn zu heiraten? Halten Sie die derzeit diskutierte Einführung außerehelicher Lebensgemeinschaften (PACS – patto civile di solidarietà) für sinnvoll? Mit diesen Fragen haben wir in der Brixner Altstadt Passanten konfrontiert.
Für Lori Ferrario ist „der allgemeine Wohlstand für die abnehmende Anzahl der Ehen verantwortlich. Außerdem haben Frauen heute viel mehr Möglichkeiten als früher. Ich bin auf jeden Fall für die Legalisierung außerehelicher Lebensgemeinschaften, denn jeder soll sein Leben so führen dürfen, wie er will. Einzig bei den Homosexuellen bin ich etwas skeptisch, was die Adoption von Kindern betrifft.“
„Die Leute wollen sich nicht mehr so sehr und für so lange Zeit binden“, ist Günther Hinteregger der Meinung. „Sicher spielt der Wohlstand hier eine maßgebliche Rolle. Ich bin allerdings schon dafür, dass Lebensgemeinschaften auf eine Ehe aufgebaut sind, denn Familie gibt all ihren Mitgliedern Halt in vielen Situationen. Ich bin deshalb auch nicht für die Pacs, denn eine richtige Ehe kann nur durch Heirat geschlossen werden.“
„Vielleicht spielt die abnehmende Religiosität der Leute eine Rolle, oder die Überzeugung vieler Menschen, dass ganz normales Zusammenleben schon ausreicht“, meint Sonja Kompatscher. „Was die Pacs betrifft, bin ich eher traditionell eingestellt. Lebensgemeinschaften sollten nach wie vor ehelich sein.“
„Durch die Legalisierung der Scheidung ist die Ehe heute nicht mehr so ‚zementiert’ wie früher“, glaubt Helmut Amort. „Die neuen Möglichkeiten, eine Lebensgemeinschaft zu führen, erfordern ein hohes Maß an Reife und Verantwortung. Ich bin für die rechtliche Absicherung der Lebensgemeinschaften. Eine gute Partnerschaft, die auf Vertrauen, Respekt und Liebe beruht, muss aber weiterhin das Ziel sein.“
Für Hubi Nössing macht es „nicht viel Unterschied, ob man verheiratet oder nicht verheiratet ist, solange keine Kinder da sind. Die derzeitige Lebenseinstellung vieler ist so, dass sie lieber frei sind, als dass sie eine Verantwortung für das ganze Leben übernehmen. Man kann ruhig zusammenleben, ohne verheiratet zu sein, denn die Prinzipien sind dieselben. Die Einführung außerehelicher Lebensgemeinschaften würde ich prinzipiell befürworten.“
Claudia Messner findet Heiraten „auf jeden Fall noch zeitgemäß, wenn ein Paar davon überzeugt ist. Das soll aber nicht heißen, dass jemand weniger Rechte hat, wenn er nicht heiratet. Bei den Pacs geht es hauptsächlich darum, in einer eheähnlichen Beziehung das schwächere Glied – meistens die Frau – zu schützen. Deswegen befürworte ich die Pacs.“
Sabine Rabanser meint, dass es sich „vielleicht nicht mehr auszahlt zu heiraten, oder es ist ein Modetrend. Wenn Leute von ihrer Beziehung überzeugt sind, sollten sie allerdings schon heiraten. Familie ist immer etwas Einzigartiges und wird es auch immer bleiben. Eine richtige Familie kann nur ein verheiratetes Paar abgeben, deshalb bin ich auch gegen die Legalisierung der Pacs.“
Barbara Kerschbaumer denkt, dass „immer weniger Paare heiraten, weil Frauen es heute nicht mehr nötig haben. Früher waren sie fast dazu gezwungen und dann noch oft vom Ehemann abhängig. Ich finde es sinnvoll zu heiraten. Gerade, wenn man eine Familie gründen und Kinder in die Welt setzen will, müssen sich die Partner schon aufeinander verlassen können. Außereheliche Lebensgemeinschaften sollten aber trotzdem rechtlich geregelt sein.“ 21
400 JAHRE PRIESTERSEMINAR
Kunst & Kultur
Übers Brüggele D
as Seminarium ist dem Wortsinn nach eine Pflanzenschule, ein Ort des Gedeihens und der Pflege. Im Priesterseminar wird eine Berufung gepflegt und auch überprüft – jene Berufung, die Männer dazu bewegt, sich für eine Ausbildung zum Priester zu entscheiden. „Die Klärung der Berufung zum Amtspriestertum, die Einübung in ein dieser Berufung entsprechendes Leben und eine darauf ausgerichtete wissenschaftliche, geistliche und praktische Ausbildung sind Sinn und Ziel des Priesterseminars“, wird in der Lebensordnung des Seminariums die Aufgabe der Ausbildungsstätte beschrieben. Eine Aufgabe, die nunmehr seit 400 Jahren wahrgenommen wird. Nach längeren Diskussionen mit dem Domkapitel gründete Fürstbischof Andreas von Spaur im Jahre 1607 das Priesterseminar in Brixen. Zwei Jahre später zog das so genannte „tridentinische Priesterseminar“ nördlich des heutigen Kassianeums ein. Der Name verweist auf den Beschluss des Konzils von Trient vom 15. Juli 1563, der die Ausbildung der Priester regelte und so zu einer Art Grundstein für das Brixner Priesterseminar geworden war: Den Konzilsvätern von Trient war es ein großes Anliegen, dass Priester für die Seelsorge in den Pfarreien herangebildet werden. Somit wurde beschlossen, dass in jeder Diözese eine Anstalt zu errichten sei, die „Knaben ehelicher Abkunft ab dem 12. Lebensjahr“ 22
zum geistlichen Beruf literarisch und theologisch unterrichten und erziehen soll.
Mit der Domschule hatte
Brixen lange Zeit vorher bereits einen geistlichen Ausbildungsort. Wahrscheinlich existierte die Schule schon vor der Verlegung des Bischofssitzes in den Talkessel auf Säben. Urkundlich nachweisbar ist die Brixner Domschule in der Zeit des Bischofs Albuin um etwa 975 bis 1006. Untergebracht im Gebäude im Südosten des Kreuzganges, genoss sie hohes Ansehen und lockte viele Schüler von weit her nach Brixen: Gelehrt wurde – wie überall an den Dom- und Klosterschulen – das Trivium, bestehend aus Grammatik, Dialektik und Rhetorik, sowie das Quadrivium mit Arithmetik, Geo metrie, Astronomie und Musik.
auf der „Insula Sanctae Crucis“ im heutigen Stadtteil Gries. Das Hospiz war um 1157 gegründet worden, um vor allem Pilger, Bedürftige und Kranke aufzunehmen sowie Verstorbene zu begraben. Die Kreuzesinsel wurde auf der einen Seite vom Eisack begrenzt, auf der anderen von einer Wiere, einem Nutzwasserkanal, über den eine Brücke zum Dom und in die Stadt führte. Deshalb wird heute noch von jemanden, der ins Priesterseminar eintritt, gesagt, er gehe „übers Brüggele“.
Fürstbischof Leopold von Spaur ließ an der Stelle des al-
ten Spitals in den Jahren 1764 bis 1772 einen Neubau erstellen, der Platz für 100 Studenten bot. Die Bauleitung übertrug er Georg Tangl aus Fulpmes und Franz de Paola Penz aus Navis
„Das Priesterseminar ist ein lebenswichtiger Ort für die Diözese“ _Bischof Wilhelm Egger Das Priesterseminar im Cassianeum bot nur 14 bis 16 Schülern Platz und konnte somit kaum die notwendigen räumlichen Voraussetzungen erfüllen. Nach rund 150 Jahren in beengten Verhältnissen siedelte es im Jahre 1751 dorthin, wo es heute noch zu finden ist: Fürstbischof Kaspar Ignaz von Künigl erwarb durch einen Tausch das alte Heilig-Kreuz-Hospital
– einem priesterlichen Gespann, das sich bereits beim Neubau des Brixner Doms bewährt hatte. Tangl und Penz wollten mit dem neuen Priesterseminar einen tirolischen Escorial schaffen – nicht in den Ausmaßen des spanischen Vorbildes, wohl aber in der Grundstruktur. Die Anlage des Baues ist ein Viereck: Über dem Haupteingang im Nordwesten liegt die
Foto: Oskar Zingerle
Das Priesterseminar Brixen feiert Ende Jänner sein 400-jähriges Bestehen. Wie aus dem einstigen Hospiz eine theologisch-philosophische Hochschule wurde – ein Rückblick auf 400 Jahre Priesterseminar Brixen.
(alte) Bibliothek und in der Achse gegenüber die Kirche, was – passend für eine kirchliche Ausbildungsstätte – ausdrücken will, dass man durch das Studium der Theologie zu Christus komme. Die Seminarkirche wurde nach kurzer Bauzeit im Jahre 1767 geweiht. Dank ihrer vorzüglichen Ausstattung mit edlen Materialien und erstklassigen Kunstschöpfungen gilt sie als großartiges Gesamtkunstwerk. Mit dem Baustil und Grundriss der Seminarkirche hatten Tangl und Penz einen neuen Kirchentypus geschaffen, der vorbildlich für viele Bauten in der Diözese Brixen geworden ist und viele Male nachgebaut und variiert wurde. Nicht minder wertvoll ist der barocke Bibliothekssaal des Priesterseminars über dem Haupteingang. Er erstreckt sich über zwei Stockwerke; die Decke wird von zwei Säulen getra-
Das Priesterseminar wurde in den Jahren 1764 bis 1772 auf Initiative von Fürstbischof Leopold von Spaur erbaut
gen, die die Zweiheit „Schrift“ und „Tradition“ versinnbildlichen. In den sechs von kunstvollen Stuckaturen umrahmten Flachkuppeln hat Franz Anton Zeiller Darstellungen der theologischen Fächer gemalt, die damals gelehrt wurden: Bibelwissenschaft, Mystik und Aszetik, Dogmatik und Moral, Jurisprudenz, Apologetik und Rhetorik. Ursprünglich waren die Bücher der jeweiligen Fächer in den Regalen unter den entsprechenden Bildern zu finden.
Rund 20.000 Bände beher-
bergt die Bibliothek: Die ältesten Bestände gehen zurück auf die Privatbibliotheken der Brixner Fürstbischöfe. In einer getrennten Abteilung sind illuminierte Handschriften und Frühdrucke untergebracht, darunter wertvolle handgeschriebene Bücher wie die aus dem frühen 12. Jahrhundert stam-
menden Messbücher von Karnol bei Brixen, die „Karnoler Missale“. Eine große Anzahl von Bibelausgaben in den verschiedensten Sprachen, darunter Hebräisch, Arabisch, Äthiopisch oder Armenisch, gehört ebenso zu den Kostbarkeiten. Kaum war der barocke Bau fertig gestellt, schien das Brixner Priesterseminar allerdings wieder vor dem Aus zu stehen: Kaiser Joseph II. ließ 1782 in Inns bruck ein Generalseminar für alle Welt- und Ordenspriester errichten, das vor allem treue Beamte für den Staat heranbilden sollte. Obwohl Fürstbischof Josef von Spaur sich um die Erhaltung des Brixner Priesterseminars bemühte, konnte er nur erreichen, dass die Absolventen auf ihre Tauglichkeit zu den höheren Weihen überprüft werden durften. Das Innsbrucker Generalseminar wurde zwar acht Jahre später wieder
aufgehoben, das Brixner Priesterseminar konnte jedoch nicht wieder besucht werden.
Die Säkularisation von 1803 und der Übergang der
Grafschaft Tirol an das Königreich Bayern sorgten für eine scharfe Zäsur: Der bayerische Staat schloss 1807 das Brixner Priesterseminar und verlegte die Ausbildung wiederum nach Innsbruck. In den folgenden Jahren diente das Seminar als französisches Militärspital, dann als Kaserne für das französische Militär. Nach jahrelangen Bemühungen konnte es 1823 wieder eröffnet werden, und die Seminarvorstände Michael Feichter und Georg Habtmann festigten die Position des Seminars. Nach diesem Ab folgte das große Auf: Insbesondere die hochkarätigen Professoren sorgten für Ausstrahlungskraft und breite kirchliche
Wirkung. Das „Brixner Dreigestirn“ – bestehend aus dem späteren Brixner Fürstbischof Vinzenz Gasser, dem späteren Bischof von Linz Franz Joseph Rudigier und dem späteren Bischof von St. Pölten Joseph Feßler – bescherten dem Seminar einen hervorragenden Ruf. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte die Ausbildungsstätte zu den berühmten theologischen Lehranstalten des Habsburgerreiches. Unter den Professoren ragten der Neuscholastiker Franz Egger, der Kirchenrechtler Simon Aichner, der Kirchenhistoriker Johann Nepomuk Zobl und der Zeitungsverleger und Sozialpolitiker Aemilian Schöpfer hervor.
Der ausgezeichnete Ruf des
Brixner Priesterseminars wurde damals auch durch die Tatsache bezeugt, dass Bischöfe von 23
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Fr 5. Jänner 2007 - 20.00 Uhr Neujahrskonzert - Straußorchester Wien-Tirol
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Mi 7. Februar 2007 - 20.00 Uhr Was lachen Sie? - Karlheinz Hackl & Heinz Marecek
Mi 14. März 2007 - 20.00 Uhr
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„Rasura“ - Oper von Manuela Kerer - Libretto von Kurt Lanthaler - aufgeführt vom Tiroler Landeskonservatorium
Mo 26. März 2007 - 20.00 Uhr
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Dialogo musicale - Irene Troi, Alfredo Bernardini u.a.
Mi 28. März 2007 - 20.00 Uhr Neue Bühne Senftenberg - Südtiroler Kulturinstitut ▶ „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller
Mo 9. April 2007 - 19.00 Uhr Frühjahrskonzert der Bürgerkapelle Brixen
Sa 14. April 2007 - 20.00 Uhr
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Jugendsymphonieorchester Südtirol Nathan Chizzali Violoncello, Stephen Lloyd Leitung
Di 17. April 2007 - 20.00 Uhr Tanztheaterwerkstatt „transparent“ - Elfi Troi Leitung
Sa 21. April 2007 - 20.00 Uhr Frühjahrskonzert der Musikkapelle Pfeffersberg
So 22. April 2007 - 17.30 Uhr Oper „Der Mond“ von Carl Orff - Othmar Trenner Ltg.
Sa 28. April 2007 - 20.00 Uhr Big Band „River Swing Orchestra“ Rovigo
Fr 8. Juni 2007 - 20.30 Uhr
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„Follie d’operetta“ - Ensemble Musica 900
Mi 13. Juni 2007 - 20.30 Uhr Jazz-Konzert - Festival „Jazz and Other“
Fr 28. September 2007 - 20.00 Uhr
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Orchester der Mahler Akademie Bozen
Mi 17. Oktober 2007 - 20.00 Uhr Theateraufführung - Südtiroler Kulturinstitut
Di 23. Oktober 2007 - 20.00 Uhr
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Martin Stadtfeld Klavier ▶ J. S. Bach & Franz Schubert
Di 20. November 2007 - 20.00 Uhr
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Trio Ondine ▶ J. Haydn, F. Schubert, A. Nordentoft
Mi 28. November 2007 - 20.00 Uhr Theateraufführung - Südtiroler Kulturinstitut
Sa 1. Dezember 2007 - 20.00 Uhr Cäcilienkonzert - MGV und Bürgerkapelle Brixen
Fr 7. Dezember 2007 - 20.00 Uhr
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Musik und Lyrik zum Advent schnittpunktvokal – Pixner Trio – Innsbrucker Tanzlmusik e-mail: cultur@kulturverein.it • Jänner 2007 • Änderungen vorbehalten
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Preußen während des Kulturkampfs einen Teil ihrer Theologiestudenten an die Brixner Lehranstalt sandten. Die Profilierung schrieb sich im 20. Jahrhundert fort, unter anderem mit dem Moraltheologen und Sozial ethiker Sigismund Waitz, dem Kunsthistoriker Josef Weingartner oder dem Kirchenhistoriker Anselm Sparber. In den Kriegsjahren des Ersten Weltkrieges war das Priesterseminar genauso wie das Vinzentinum mit Kranken und Verwundeten belegt. Brixen war eine Lazarettstadt geworden, das städtische Krankenhaus reichte für die Aufnahme von Kriegsopfern bei weitem nicht aus. Eine neue Phase begann für das Priesterseminar nach 1918, da durch die neue Staatsgrenze am Brenner die Diözese Brixen zweigeteilt wurde: Mit Nord- und Osttirol sowie Vorarlberg verblieb ein großer Teil
Die historische Bibliothek des Priesterseminars beherbergt rund 20.000 Bände der Diözese bei Österreich, der obere Vinschgau, das Eisackund Pustertal kamen zu Italien. Zunächst besuchten die Theologiestudenten aus Österreich und jene des „deutschen Anteils“ der Diözese Trient noch das Priesterseminar in Brixen, ab 1938 blieb den Theologen jenseits des Brenners der Zutritt jedoch verwehrt. Von den Italianisierungsbestrebungen der Faschisten blieb das Priesterseminar jedoch im Unterschied zu sonstigen Bildungseinrichtungen unbehelligt. Im Jahre 1944 mussten die meisten Theologen des Brixner Priesterseminars zur Wehrmacht einrücken, so dass das Studien jahr mit nur vier Hörern im Cassianeum eröffnet wurde, da das Seminargebäude vom Deut-
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schen Militär besetzt war. 1945 stand es wieder den Theologen zur Verfßgung, beherbergte aber fßr mehrere Jahre auch verschiedene Üffentliche Schulen.
am Anfang alle Erwartungen: Es meldeten sich viel mehr Teilnehmer an, als sich die Professoren vorgestellt hatten.
im Jahr 1957/58 das Seminar vollständig umbauen und an die Wohnverhältnisse der Zeit anpassen, nachdem der Bau bereits um die Jahrhundertwende um ein Stockwerk erhÜht und um den Ostflßgel erweitert worden war. Zählte die Theologische Lehranstalt zunächst noch 83 Studenten, so sank deren Zahl bis Anfang der 70er Jahre infolge des Rßckgangs der Priesteramtskandidaten auf 23 Personen ab. War bis 1976 das Studium am Priesterseminar allein diesen vorbehalten, so erhielten in diesem Jahr mit der Einfßhrung der Brixner Theologischen Kurse und dem Studiengang zur Ausbildung von Reli gionslehrern auch Laien Zutritt. Diese Öffnung dßrfte wohl eine der bedeutendsten Veränderungen in der langen Geschichte des Priesterseminars darstellen. Das Interesse an dem Theologiestudium ßbertraf
Hochschule verschiedene StudienmĂśglichkeiten an. Diese qualifizieren fĂźr die praktische Arbeit in der Seelsorge, fĂźr den ReliÂgionsunterricht und die Mitarbeit in kirchlichen Institutionen oder fĂźr den Dienst als Diakon und Priester. Das Vollstudium reicht Ăźber zehn Semester und schlieĂ&#x;t mit dem Bakkalaureat in Theologie ab: Nach Erlangung dieses Diploms steht es den HĂśrern offen, sich fĂźr mindestens ein Semester an der Theologischen Fakultät in Innsbruck zu inskribieren und dort anschlieĂ&#x;end den akademischen Grad eines Magisters zu erhalten. Priesteramtskandidaten ergänzen das Vollstudium mit zwei praxisbegleitenden Semestern, dem so genannten Pastoraljahr. FĂźr zukĂźnftige Religionslehrer bietet sich der Studiengang Ăźber acht Semester an, der zum Unterricht an allen Schulstufen berechtigt.
Derzeit bietet die Brixner Bischof Joseph Gargitter lieĂ&#x; Philosophisch-Theologische
Quellen: J. Messsner: Von der Domschule zur Phil.-Theol. Hoch schule. In: Der Schlern 7 (2001); K. Gruber: Das Priesterseminar in Brixen, Bozen 1990; Fuchs, Heiss, Milesi, Pfeifer (Hrsg): Brixen. Die Geschichte, Bozen 2004
AuĂ&#x;erdem wurde die Zusammenarbeit mit dem Institut fĂźr Christliche Philosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck intensiviert: Nun wird ein eigenes Diplomstudium in Philosophie angeboten – mit einem akademischen Abschluss, der auch in Italien staatlich anerkannt wird. â€žĂœbers BrĂźggele gegangen“ sind derzeit acht Priesteramtskandidaten.
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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KONZERT
Das Straußorchester Wien-Tirol eröffnete die diesjährige Kulturreihe „Forum Cultur“ mit Ohrwürmern und Klängen der Wiener Walzertradition.
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Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
Mit Strauß ins Neue Jahr s ist heute kaum vorstellbar, dass der revolutionäre Dreivierteltakt und die unerhört enge Tanzhaltung dieses Tanzes im 19. Jahrhundert für regelrechte Skandale in der höheren Gesellschaft sorgten. Wenig später aber war halb Europa vor Begeisterung für den Walzer kaum mehr zu bremsen. Auch das Brixner Publikum im gut besuchten Saal Prihsna ist begeistert – vom Wienerischen Anmut und Witz dieser Musik und vom Charme der Stehgeigerin und Leiterin Eszter Haffner und ihres Ensembles.
Das Straußorchester Wien-Ti-
rol besteht aus jungen Musikern aus (Süd)Tirol und aus Mitgliedern des Wiener Strauß Festival Orchesters. Der Großteil seines Programms stammt von Johann Strauß Sohn, dessen Beiname „Walzerkönig“ sicher kein bloßes Ornament ist, da er diese Form zweifellos zur Vollendung brachte. Sein Vater, ebenfalls Komponist, hatte für den Sohn eigentlich eine Beamtenlaufbahn vorgesehen, um ihm ein unsicheres Leben als Musiker zu ersparen. Strauß Junior entschied sich aber gegen dessen Willen und mit Unterstützung der Mutter trotzdem für die Musik und hatte den Vater bald an Popularität übertroffen. Das Straußorchester eröffnet mit der Ouvertüre aus seiner „Fledermaus“, die als Gipfelpunkt
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der klassischen Operette gilt und bis heute die einzige Operette ist, die an der Wiener Staatsoper gespielt wird. Es erklingen feingliedrige, nachsingbare Phrasen, die sich in immer neue Motive fügen und von der Bassgruppe geschmackvoll und harmonisch transparent begleitet werden. Während Eszter Haffner hier noch den Taktstock schwingt, nimmt sie im darauf folgenden „Mein Herr Marquis“ Geige und Bogen in die Hand.
Die Koloratursopranistin Claudia Emà Camie betritt die Bühne und singt diese Arie aus der „Fledermaus“ schwungvoll keck und
klanglich auf feine Nuancen und Pointen bedacht. Der Spitzenton dieser Arie, das dreigestrichene d, scheint kein Problem darzustellen. Nach „Frühlingsstimmen“ schickt Schlagzeuger Philipp Höller die Stehgeigerin lautstark an seinen Platz und stellt sich an die Front des Ensembles, um „Im Krapfenwaldl“ den Kuckuck zu imitieren. Köstlich, wie Geigerin Sylvia Lanz ihn mit einer Vogelpfeife neckt oder Nathan Chizzali am Cello ihn durch das Umdrehen der beiden überdimensionalen Noten aus dem Konzept bringt. Die Musiker des gesamten Ensembles zeigen aber nicht nur bei diesem Stück schauspielerische Qualitäten. Man bekommt bei diesem Konzert einen Eindruck, für wie viele größere Anlässe wie Bälle, Feierlichkeiten angesehener Firmen oder aktuelle Anlässe der Stadt Strauß Sohn ein eigenes Stück schaffen musste, das ins Ohr ging und im Gedächtnis des Publikums haften blieb. Er schrieb unzählige Werke, obwohl er ein stattlicher Mann gewesen sein soll und drei Mal verheiratet war. Aber auch die jüngeren StraußBrüder Josef und Eduard waren als Geiger und Komponisten in der Wiener Ballszene tätig, und das Orchester spielt Josefs „Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust“.
Das Brixner Publikum war begeistert vom Charme der Stehgeigerin und Ensemble leiterin Eszter Haffner
Ob in Lehárs „Weibermarsch“,
im „Kaiserwalzer“, „Wiener Blut“ oder im „Schwipslied“ aus „Eine Nacht in Venedig“: Das Straußorchester beherrscht die Wienerische Spielweise, wird im zweiten Teil immer sicherer, verzögert, zieht an und legt typischerweise mehr Wert auf Schönheit und Gefühl in der Musik als auf sture Präzision oder Genauigkeit. So verzeiht man gerne kleine rhythmische Wackler und Impräzisionen, zumal wohl genau sie den Wiener Charme ausmachen. Beeindruckende Eigenart der Kompositionsweise von Johann Strauß ist, dass er trotz Vitalität, Leichtigkeit und Heiterkeit seiner Musik keineswegs auf Nuancierungen im Moll-Bereich verzichtete. Dies wird auch im letzten Stück des Konzertabends klar, der heimlichen österreichischen Nationalhymne, dem „Donauwalzer“. Das begeisterte Publikum lässt die Musiker aber erst nach der dritten Zugabe, dem „Radetzkymarsch“, von der Bühne abtreten. manuela.kerer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
BUCH
„Disagiati, ma non troppo“ In seinem Buch über die Befindlichkeit der Italiener in Südtirol hat Lucio Giudiceandrea den Mut, frei von ideologischem Tamtam die bitteren Wahrheiten beim Namen zu nennen und Auswege aufzuzeigen.
D
er Titel des Buchs „Spaesati. Italiani in Südtirol“ wirkt schon durch den Gebrauch der deutschsprachigen Bezeichnung des Landes aussagekräftig: Die Italiener fühlen sich als Fremde in einem Land, das zu erobern ihnen nicht gelungen ist. Ihre Wurzeln haben sie weiter im Süden und in ihrer Sprache, kein Wort für den Begriff „Heimat“. Mehr als mit dem Land, in dem sie leben, identifizieren sie sich mit ihrer Familie und deren Herkunftsort. Sie findet auch in der Kurzbiografie Lucio Giudiceandreas Erwähnung, der 1956 in Brixen von einer aus Kalabrien stammenden Familie geboren wurde. Die Verwendung der Bezeichnung „Südtirol“ im Titel weist auf die unvoreingenommene Haltung des Autors im Buch voraus.
In der Einleitung stellt Giudi-
ceandrea klar, dass es ihm nicht um die Südtirol-Frage („questione sudtirolese“) gehe, sondern um die Frage der Italiener in Südtirol („questione altoatesina“), um deren Existenz- und Identitätskrise. Die Altoatesini haben nicht nur zahlenmäßig den historischen Tiefpunkt erreicht – bei einem deutlich größeren Überhang an Überfünfzigjährigen als in der deutschen Bevölkerungsgruppe –, sie sind auch in ihrem politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Gewicht zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Die Schuld am Ganzen geben sie bevorzugt der SVP, die das Land wie einen geschlossenen Hof verwalte, darauf bedacht, sie, die Italiener, an den Rand zu drängen. Giudiceandrea stellt dagegen die These auf, dass die Situation der Italiener selbstverschuldet oder viel mehr selbstverantwortet sei. Gründe für das „debâcle italiana“ findet er zahlreiche: in der mangelnden Kenntnis der
len zurück und tönt im Gleichklang mit ihren Konkurrenten Forza Italia und Unitalia. Damit disqualifiziere sie sich als möglicher Koalitionspartner der SVP.
Ganz unschuldig an der
Sprache und der Geschichte des Landes, im Opportunismus und in der Perspektivlosigkeit der italienischen Parteien, die es nicht lassen können, „dem deutschen Feind Widerstand zu leisten“ und sich dabei aufreiben. Weiters vermutet er Gründe in den von Ignoranz und Vorurteilen bestimmten Denkmustern und der einseitigen, ideologisch verbrämten Sichtweise der Realität, die immer wieder in den Medien verbreitet werden, sowie in der Schulpolitik, die weder eine positive Einstellung zur deutschen Sprache noch dem Bildungsstand entsprechende Sprachkenntnisse vermittelt. So komme es, dass die Schüler in Bozen die deutsche Sprache weniger gut beherrschen als jene in Trient und mehr als die Hälfte von ihnen zugibt, „nicht gerne deutsch zu sprechen“. Während der Linken mit Ende des Kalten Krieges die Klasse und mit jeder Schließung eines Industriebetriebs in Südtirol mehr Wähler wegbrechen, mangle es der Alleanza Nazionale an Überzeugungskraft, ihre Anhänger auf eine zustimmende Haltung zum Autonomiestatut einzuschwören. Wenn es um ethnische Fragen geht, fällt die AN wieder auf ihre alten Paro-
schlechten Befindlichkeit der Italiener sei aber auch die SVP nicht: Nach dem Paketabschluss „hätte Magnago seinen Leuten sagen können, dass sie den Krieg gegen Italien als beendet sehen sollen. [...] Ihm hätten vielleicht auch die Italiener geglaubt, wenn er gesagt hätte, dass auch für sie Platz im System sei“, meint Giudiceandrea und fordert die SVP auf, die „questione altoatesina“ endlich ernst zu nehmen. „Il nostro ‘disagio’“, schreibt Giudiceandrea, „è il sentimento esattamente contrario alla loro Heimat.“ Der disagio sei das Ergebnis einer Reihe von Fehlentscheidungen, eine kleine Lektion der Geschichte Italiens, dass für jeden Fehler früher oder später bezahlt werden muss. Ihn zu überwinden verlange Einsatz, Ausdauer und Kompetenz und heiße, die Vorurteile zu verwerfen, eine positive Einstellung zum Autonomiestatut und Methoden des Kennenlernens und Verstehens zu entwickeln, aufmerksam zu machen auf seine Probleme und selbst Hand anzulegen an der Verbesserung der Situation.
Die sachlich fundierte Analy-
se jener nicht leicht fassbaren, ideologisch aufgebauschten Befindlichkeit der Disagiati weist Lucio Giudiceandrea als einen jener wenigen Italiener aus, die die Geschichte Südtirols bis hin zu den jüngsten Entwicklungen in- und auswendig kennen. In der Argumentation leicht nachvollziehbar, sprachlich klar und fesselnd geschrieben, ist Giudi-
ceandrea alles andere als eine fade Abhandlung gelungen. Das Buch tischt zwar bittere Wahrheiten auf, macht aber mit den Auswegen, die es eröffnet, Mut zum Weiterdenken. Man kann ihm nur wünschen, dass es viele Südtiroler, nicht nur die italienischsprachigen, lesen. albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Lucio Giudiceandrea: Spaesati. Italiani in Südti rol. Bozen: Edition Raetia 2006, 168 Seiten, 15 Euro.
Marktgemeinde Mühlbach Katharina-Lanz-Straße 47 39037 Mühlbach Tel. 0472 849446
Bekanntmachung Der Bürgermeister gibt bekannt, dass das Sportzentrum inkl. tennishalle mit zwei Spielplätzen und und öffentlichem Barbetrieb in Vals ab April 2007 für die Dauer von fünf Jahren in Pacht vergeben wird. Interessierte möchten im Gemeindesekretariat in die Vertragsunterlagen Einsicht nehmen und innerhalb 5. Februar 2007 im Gemeindeamt ein Ansuchen auf Stempelpapier um Einladung zur Offertstellung abgeben. Der zu zahlende Mindestjahrespacht ist 10.000 Euro. Dr. Franz gruber - Bürgermeister -
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ARCHÄOLOGIE
Kunst & Kultur
Arche Flash z Der Verein Arche Brixen gibt wiederum Einblicke in die archäologischen Ausgrabungen rund um Brixen: Im aktuellen Kalender „Arche/Arca Flash Brixen“ hielt der Verein wichtige archäologische Spuren in der Zone Rosslauf fest, die in den vergangenen zehn Jahren durch die vom Amt für Bodendenkmalpflege der Provinz Bozen in Auftrag gegebenen Ausgrabungen zutage befördert wurden. In Fotografien festgehalten sind sowohl die Fundorte als auch die Fundstü-
cke wie Münzen, Bronzefibeln, Keramikgefäße oder Graburnen, die von der Gesellschaft für Archäologische Ausgrabungen von Giovanni Rizzi aus Brixen geborgen worden sind. „Der Verein Arche wollte durch diese kleinen Flashs bleibende Eindrücke von diesen Zonen vermitteln“, erklärte die Vereinspräsidentin Gertraud Larcher Rizzi. Neue Mitglieder werden übrigens jederzeit gerne aufgenommen; Infos unter archeo@dnet.it oder Telefon 0472 836031. db
K&K Kunst & Kultur
FILM
SMS
Europäischer Filmpreis fürs tpz
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z Die Videowerkstatt „Bluebox“ des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen (tpz) hat einen europäischen Filmpreis erhalten: Der „European Youki Award 2006“ wurde den Jugendlichen der tpz-Werkstatt unter der Leitung von Thomas Troi, Theaterpädagoge und Absolvent der Filmschule Zelig, für ihren Kurzfilm „Fahrkarte. Annas Version“ verliehen. Beteiligt hatten sich an dem Wettbewerb zahlreiche Nachwuchs-Filmemacher aus ganz Europa; das Festival selbst wurde von rund 4.500 Interessierten besucht. Der Siegerfilm
des tpz spielt, ohne zu moralisieren, mit dem Thema Internetbekanntschaften: Was passiert, wenn die Figur der Träume immer nur ein Traum bleibt oder gar zum Albtraum wird? Was geschieht, wenn das Ungewisse einer Internetbekanntschaft konkret wird – oder auch nicht? Die prominent besetzte Jury des internationalen Jugendmedien festivals Youki lobte bei der Preisvergabe an Julia Vontavon und Anna Heiss unter anderem die schauspielerische Leistung von Jasmin Kerschbaumer (im Bild), einer langjährigen Schau-
Lutz Prader, Wolfgang Mitter rutzner und Martin Überegger wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft bei der Bürgerkapelle Brixen geehrt. Artur Oberhofer, langjährige Musikant, Vizekapellmeister und Leiter der Brixner Böhmischen, erhielt die Ehrenmitgliedschaft.
Unter dem Motto „Winter(wehwechen) & Kräuter(teechen)“ präsentieren die Bibliothek Vahrn und die Bibliothek der EURAC bis Ende Februar Bücher über Heilpflanzen, Kräutertees, Naturheilkunde, chinesische Medizin, Infektionskrankheiten und vieles mehr.
spielerin des tpz. Neben all der Ehre erhielt die Videowerkstatt auch ein Preisgeld von 600 Euro sowie Einladungen zu weiteren internationalen Jugendfilmfestivals in Deutschland, Irland und Finnland. db
Die Gemeinde Brixen schreibt einen Ideenwettbewerb zur Erweiterung der Rathausgalerie aus. Neben Kunstausstellungen soll die neue Galerie auch Raum für das Kunstgespräch schaffen und somit den Dialog zwischen Kunstschaffenden, Kunstinteressierten und der Bevölkerung fördern.
Nachgefragt
„Und mehr verrate ich nicht!“ GEORG KASER, Brixner Theaterprofi und Regisseur bei der heurigen Faschingsrevue des Männergesangvereins, über Inhalte und Erfolgsrezept des Stadtlerlachns, das unter dem Motto „Wir verkaufen uns“ steht.
Das Stadtlerlachn des MGV hat in Südtirol einen ausge-
zeichneten Ruf. Was machen die Brixner besser als die restlichen Veranstalter von Faschingsrevuen? Keine Ahnung! Ich glaube einfach, das hat viel mit Tradition zu tun und mit dem Engagement der Mitwirkenden. Passieren in Brixen überhaupt noch Dinge, die in einer Faschingsrevue thematisiert werden können? Oh ja, da braucht man nur die Zeitungen analysieren. Themen gibt es genügend! Die Kunst besteht darin, aus den Themen lustige Stücke zu schreiben mit vielen Pointen. Das ist schwierig.
NEU im Regal
Bischof Albuin Der Kirchenhistoriker Josef Gelmi kann auf eine lange Liste von Publikationen – vornehmlich im kirchengeschichtlichen Bereich – verweisen. Neu erschienen ist nun sein Werk „Bischof Albuin. Ein Heiliger um die Jahrtausendwende“, das detailliert Auskunft über das Leben und Wirken des Brixner Bischofs, der von 975 bis 1006 gelebt hatte, gibt. Erst im Jahr zuvor hatte Gelmi ein Buch über Bischof Ingeniun veröffentlicht: „Obwohl zwischen diesen beiden rund 400 Jahre liegen, so gehören sie doch zusammen“, erklärt der Autor. Bischof Albuin ist in erster Linie wegen der Verlegung des Bischofssitzes von Säben nach Brixen um das Jahr 990 bekannt. Durch seine Treue zum sächsischen Kaiserhaus und durch sein kirchenpolitisches Geschick gelang es Albuin, den Besitzstand des Bistums zu festigen und ihm eine solide wirtschaftliche Basis für die Zukunft zu verschaffen. Kurz nach seinem
Werden die Brixner wieder viel zum Lachen haben? Ohne Zweifel! Das ist doch der Sinn vom Stadtlerlachn, oder? Wir nehmen den erneuerten Stadtrat unter die Lupe, ein Sketch spielt im Krankenhaus, in einem geht es um Schützen, in einem anderen um die Bauwut in Brixen. Es gibt viel Musik, unter anderem von Markus Dorfmann, der einige Stücke geschrieben hat, die in der Folge von Andreas Ellecosta für den Chor bearbeitet wurden. Und mehr verrate ich nicht. Der Kartenvorverkauf startet am 3. Februar im Waltherhaus.
Foto: Oskar Zingerle
Herr Kaser, verkaufen Sie beim heurigen Stadtlerlachn Brixen? Nein, ich selbst verkaufe Brixen natürlich nicht, aber viele sind der Meinung, dass Brixen sich vor lauter Effizienz selbst verkauft. Das ist der Grund, warum der MGV dieses Thema als Rahmen für das heurige Stadtlerlachn gewählt hat. Wobei man bei der Auslegung des Slogans „Wir verkaufen uns“ vorsichtig sein muss: Der Slogan kann die Stadtentwicklung negativ, aber auch positiv werten.
willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Gemeinde Brixen Provinz Bozen Comune di Bressanone Provincia di Bolzano
KUNDMACHUNG Die Verantwortliche der Führungsstruktur Generalsekretariat Dienst: Generalsekretariat - Personal
gibt bekannt
dass die Gemeindeverwaltung beabsichtigt, den Termin für die Einreichung der Gesuche zur Besetzung folgender befristeter Stelle wieder zu eröffnen:
Funktionär/in der Verwaltung oder des Rechnungswesens (8. F.E.) Bereich Steuern der italienischen Sprachgruppe vorbehalten
Gelmi, Josef: „Bischof Albuin. Ein Heiliger um die Jahrtausendwende.“ Ver lag A. Weger, Brixen 2006
Tode wurde der Bischof als Heiliger verehrt. Gefördert wurde dies vor allem durch Hartmann von Brixen, der im Jahre 1141 die Reliquien an den Hochaltar des Doms überbrindb gen ließ.
Voraussetzungen: · Doktoratsdiplom in Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, politische Wissenschaften, Soziologie oder Statistik · Zweisprachigkeitsnachweis „A“ Verfallstermin: 31. Jänner 2007, 12.00 Uhr Mündliches Auswahlverfahren: Dienstag, 06. Februar 2007 ab 08.30 Uhr Die Prüfungen finden im Büro der Vize-Generalsekretärin im Rathaus von Brixen, Große Lauben 5, statt. Die Gesuche können auch ONLINE gestellt werden. Gesuchsvorlagen erhalten Sie im Bürgerschalter oder auf der Internetseite www.brixen.it. Nähere Auskünfte erteilt der Bürgerschalter (Tel. 0472/062000-70-72-76). Brixen, den 19.12.2006 RA Dr. Gabriele Morandell
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JUGENDLITERATUR
Kunst & Kultur
Odyssee der Namenlosen
DIVERSES
Historischer Buchbestand wird erfasst z Vor kurzem wurde im Vinzentinum mit der Erfassung des historischen Buchbestandes begonnen. In den Regalen befinden sich neben den historischen Beständen der Schule auch die wertvolle Parschalkbibliothek, die Privatbibliothek von Alois Staindl, eine umfangreiche Sammlung von etwa 11.000 Bänden an Schulschriften und Jahresberichten der Gymnasien aus dem gesamten Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie sowie einige Inkunabeln. „Diese historischen Buchbestände sind eine Dokumentation der Bildungsarbeit des Vinzentinums und gleichzeitig Spiegelbild der kulturellen Veränderung und des geistesgeschichtlichen Pano ramas“, erklärt der Direktor des Vinzentinums, Christoph Stragenegg. „Viele dieser BĂźcher haben einen groĂ&#x;en historischen und wissenschaftlichen Wert. Leider wurden sie bislang nur wenig genutzt, weil sie nicht digital erfasst und deshalb fĂźr viele
nicht zugänglich sind.“ Durch eine Vereinbarung mit Pater Bruno Klammer von der Sozialgenossenschaft „Bibliogamma“ ist nun auch das Vinzentinum in das Projekt eingebunden. FĂźr die DurchfĂźhrung der Arbeiten wurde die Altphilologin Klara Tutzer gewonnen. Das Projekt „ErschlieĂ&#x;ung der historischen Buch- und Bibliotheksbestände“ wird von der Stiftung SĂźdtiroler Sparkasse finanziert und besteht seit zehn Jahren. Es zielt darauf ab, die historischen Buchbestände SĂźdtirols, die zum Teil noch im Verborgenen schlummern, digital zu erfassen und damit der Ă–ffentlichkeit und der Forschung im In- und Ausland bekannt und zugänglich zu machen. Die Bestände werden geordnet und nach international gĂźltigen Regeln katalogisiert. Die Angaben werden in einer digitalen Datenbank gespeichert, die Ăźber das Internet abrufbar ist. db
z Drei HĂśrspielproduktionen und ein HĂśrspielbuch sind das Ergebnis des Jugendliteraturwettbewerbs 2006 von SĂźd-, Nord- und Osttirol. Der Wettbewerb stand diesmal im Zeichen des HĂśrspiels, das Thema konnte frei gewählt werden. Teilnahmeberechtigt waren Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren. Die von SĂźdtiroler SchĂźlern eingesandten Texte wurden von einer Jury aus SĂźdtirol bewertet, während die restlichen von den insgesamt 135 eingereichten StĂźcke von einer Ăśsterreichischen Jury beurteilt wurden. In SĂźdtirol entschloss sich die Jury, zwei erste Preise zu vergeben: Katharina Obwexer aus Vahrn, Manuel Troger und Anna Oberrauch aus Klausen und Carmen Holzmann aus Ratschings erhielten fĂźr ihr HĂśrspiel „Odyssee der Namenlosen“ den ersten Preis ex aequo mit den Verfassern des Textes „Ver(w)irrt“. Der dritte
Preis wurde fĂźr das StĂźck „Sieg durch Liebe“ vergeben. „Wir haben ein HĂśrspiel Ăźber Kindersoldaten geschrieben, da wir uns von dieser Problematik am meisten betroffen und angesprochen fĂźhlten. Besonders gefallen haben der Jury vor allem die feine Ausarbeitung der Geräuschkulisse und die treffende Wortwahl“, erzählt Obwexer. Die SiegerstĂźcke dieses Wettbewerbs wurden im Dezember als HĂśrspiel im RAI Sender Bozen ausgestrahlt. Sepp Mall, der auch Mitglied der SĂźdtiroler Jury gewesen war, verĂśffentlichte die besten 19 HĂśrspiele im Buch â€žĂœber beide Ohren – Jugendliche schreiben HĂśrspiele“, das im Skarabaeus Verlag erschien. Im Bild: Landesrätin Sabina Kasslatter-Mur, Katharina Obwexer, Anna Oberrauch, Carmen Holzmann, Manuel Troger und der Tiroler Landesrat Erwin Koler. hg
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SCHULAUFFÜHRUNG
Mozart lebt! z Im vergangenen Jahr feierte die ganze Welt Wolfgang Amadeus Mozart. Dazu wollten die drei Musikklassen der Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ ihren Beitrag leisten und präsentierten in ihrer Aufführung „Ich, Wolferl“, gewissermaßen als Abschluss des Mozartjahres, Musik, Tanz und Szenen rund um den berühmten Komponisten. Mit Hilfe ihrer Lehrer boten die Schüler ein
z Der Kulturverein Brixen, der Verein Pro Cultura, die Gemeinde Brixen und das Forum Brixen haben nun zum zweiten Mal die Veranstaltungsreihe „Forum Cultur Brixen“ zusammengestellt. Das Programm enthält 23 Kulturveranstaltungen im Bereich Musik und Theater, die im Jahr 2007 auf der Bühne des Forum Brixen stattfinden. Mit dabei sind Konzerte der Bürgerkapelle Brixen, der Musikkapelle Pfeffersberg und des Südtiroler Jugendsinfonieorchesters, Auszüge aus der Oper „La Bohéme“ und die Aufführung der Oper „Der Mond“ von Carl Orff durch den Südtiro-
wahres Spektakel, das beim Publikum stürmischen Applaus hervorrief. Fetzige Rhythmen, harmonische Chorgesänge, witzige Theaterszenen, flotte Choreographien, instrumentale und gesangliche Soloeinlagen und die Auftritte historischer Figuren wie Kaiserin Maria Theresia und Mozart höchstpersönlich bildeten ein abwechslungsreiches und höchst unterhaltsames Potpourri. Die Schüler beleuchteten unterschiedliche Facetten des Künstlers und präsentierten schwungvoll und voller Begeisterung sein Leben und vor allem seine Musik wie „Eine kleine
ler Sängerbund. Jazzig und swingend geht es mit der Big Band „River Swing Orchestra“ und einem Jazzkonzert im Rahmen des Bozner Festivals „Jazz and other“ zu. Im März wird die Oper „Rasura“ der Brixner Komponistin Manuela Kerer vom Tiroler Landeskonservatorium uraufgeführt. Das Südtiroler Kulturinstitut und das Teatro Stabile Bolzano machen auch Station in Brixen und veranstalten mehrere Gastspiele im Forum. Im Bereich Tanztheater wird die Tanztheaterwerkstatt „transparent“ des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen mit den zwei Stücken „Der Gefesselte“ und „Pina“ auftreten. Für
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Nachtmusik“, „Der Vogelfänger“ oder „Die Entführung aus dem Serail“. Am Ende der Aufführung versucht der Tod, Mozart von der Bühne zu holen, aber – so die Botschaft der Schüler – Mozart lebt nach wie vor in seinen Werken und in Werken über ihn und seine Musik. Dies unterstreicht die anschließende Tanzeinlage zu Falcos „Rock me Amadeus“, die den fulminanten Abschluss des Musikprojekts darstellte. Ziel der Musikklassen der Mittelschule Wolkenstein ist es, Talente zu entdecken und zu fördern. Wer Freude am Singen und Musizieren hat, kann sich
für einen Eignungstest anmelden, der jedes Jahr im Februar stattfindet. Am 8. Februar findet um 17 Uhr im Musikraum 1 der Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern es statt.
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die Forum-Cultur-Reihe kann ein übertragbares Abonnement für sechs der zehn Konzerte erworben werden, das zudem ermäßi-
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BRIXNER DAMENFUSSBALL IN DER SERIE B
Freizeit & Sport
Bilanz zur Halbzeit H
albzeit in der Serie B des Damenfußballs. Mit dem Meisterschaftsspiel am 21. Jänner gegen San Martino endet für die Fußballerinnen des SSV Brixen, die nach zwei gewonnenen Meisterschaften heuer erstmals in der dritthöchsten Liga spielen, der erste Teil der neuen Saison. Dass die „Mann“schaft von Trainerduo Fabio Pelanda und Florian Demetz den Sprung in die obere Liga gewagt hat, war keineswegs die logische Konsequenz nach dem erfolgreichen Abschluss der letzten Saison.
Aller Anfang ist schwer. Um
die Serie-B-Meisterschaft bestreiten zu können, mussten einige Hebel in Bewegung gesetzt werden. Neben einem finanziellen Aufwand, der sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht hat (!), erfordert die höhere Liga mehr Trainingseinheiten der ersten Mannschaft, vor allem aber den massiven Ausbau der Jugendarbeit. Möglich war der Schritt nur auf Grund großer Anstrengungen auf vielen Ebenen, nachdem Vereinsführung, Trainer und Spielerinnen die Devise „Let’s go!“ ausgegeben hatten. Die Verantwortlichen des SSV Brixen und der Sektion Fußball unterstützten das Projekt in allen Belangen. Die schwerste Hürde war erwartungsgemäß das hohe Budget. Von öffentlicher Seite waren es die Gemeinde Brixen und die Region Trentino Südtirol, die einen Beitrag für das „Abenteuer Serie B“ zur Verfügung stellten. Von privater Seite war ein finanzkräftiger Hauptsponsor notwendig, der mit dem Baumarkt OBI 32
gefunden werden konnte. Hinzu kommt ein Pool von weiteren 20 privaten Sponsoren. Sektionsleiterin Renate Hillebrand ist zufrieden: „Ohne die breite Unterstützung wäre der Aufstieg nicht möglich gewesen“. Damit ist der SSV Brixen neben dem ASV Vintl die zweite Süd tiroler Mannschaft in der Liga, alle weiteren stammen aus anderen norditalienischen Regionen.
Und so soll es auch bleiben,
zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Verantwortlichen geht: „Unser Ziel in dieser Saison heißt Klassenerhalt“, meint die Sektionsleiterin zuversichtlich. Dass das Ziel auch erreicht wird, davon ist sie fest überzeugt, auch wenn die bishe-
Mannschaft am 17. Dezember denn auch ins lokale Derby gegen den ASV Vintl, das die Mannschaft aus dem Pustertal vor großer Zuschauerkulisse in Rodeneck denkbar knapp mit 1:0 für sich entschied. Nach nunmehr zehn Spielen mit zwei Siegen und zwei Unentschieden steht der SSV mit acht Punkten auf dem vorletzten Rang und damit noch immer auf einem der drei Abstiegsplätze. Die aktuelle Tabelle ist dennoch kein Spiegelbild der Leistung und schon gar nicht des Potentials: „Vor dem Tor fehlt uns die notwendige Kaltschnäuzigkeit“, weiß Trainer Pelanda zu berichten und deutet damit auf die Verbesserungsmöglichkeiten für die anstehenden Spiele hin.
„Vor dem Tor fehlt uns die notwendige Kaltschnäuzigkeit“_Trainer Fabio Pelanda rigen Resultate noch kein Garant dafür sind. Nach den ersten vier Spielen, die allesamt verloren gingen, sah die Situation zunächst alles andere als rosig aus. Im fünften Spiel dann endlich ein verdienter Ausgleich gegen den damaligen Tabellen-Ersten – und damit der erste Lichtblick der Saison. Im sechsten Spiel schließlich kam der erste Sieg mit einem satten 4:0. Gegen den Tabellenletzten zwar, aber die Leistungskurve der Mannschaft deutete zu diesem Zeitpunkt eindeutig nach oben. Mit Zuversicht ging die
Die junge Truppe mit einem
Durchschnittsalter von 18 Jahren wurde heuer von außen verstärkt und verzeichnet vier starke Neuzugänge: Mit Karin Mair, Margot Fodor und Katya Schroffenegger kommen drei junge Talente vom Bozner SC, Desire Righi spielte zuletzt beim SC Passeier. Alle vier sowie die Brixnerin Verena Pöhl aus der U-14 wurden bereits zum Training der Nationalmannschaft eingeladen, Fodor und Schroffenegger werden im Dress der Nationalmannschaft höchstwahrscheinlich an der U-17-Europameisterschaft im
Foto: Ingo Dejaco
Der erste Teil der neuen Saison ist für die Damenfußballerinnen des SSV Brixen vorüber. Wie kommen die Fußballerinnen in der oberen Liga voran, und woran mangelt es noch?
September teilnehmen. Von den Stammspielerinnen sind einige wenige übrig geblieben, in die Mannschaft wurden in den letzten Jahren schrittweise junge Spielerinnen integriert. Insgesamt ist der SSV Brixen Damenfußball ein starkes Ensemble, das von Spiel zu Spiel besser zueinander findet – zumindest dann, wenn die meisten auf dem Spielfeld mit dabei sind. „In einem einzigen Spiel standen wir bisher in Vollbesetzung am Platz“, erzählt Trainer Florian Demetz über das Verletzungspech in dieser Saison, „immer wieder mussten wir auf mehrere Stammspielerinnen verzichten.“ Zum Glück waren es meistens nur harmlose „Wehwehchen“. Schlimmer hat es kürzlich Neuzugang Fodor getroffen: Auf sie muss die Mannschaft nach einem Meniskusriss bis Mitte März verzichten. Die Ausfälle bedingen allerdings auch, dass die jüngeren Spielerinnen verstärkt zum Zug kommen und Spielpraxis sammeln können.
Der vorletzte Tabellenplatz der Brixner Damenfußballmannschaft spiegelt nicht das derzeitige Leistungspotenzial wider
zweiten Derby gegen den starken ASV Vintl kommt – diesmal vor heimischer Kulisse. ingo.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
info Die Rückrundenspiele des SSV Brixen Damenfußball vor heimischer Kulisse
Die Jugendarbeit der Sektion beim traditionellen Nikolausturist zu einer wichtigen Säule geworden. Im letzten Jahr ist man bereits mit einer U-14-Mannschaft gestartet. Heuer ist die U-19 „Primavera“ sowie eine U10- und U-8-Mannschaft hinzugekommen. Selbst die Kleinsten, die zweimal wöchentlich spielerisch an den Sport herangeführt werden, hatten bereits ihren ersten „offiziellen“ Heimauftritt
nier in der Sporthalle am Fischzuchtweg. Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit birgt Potential für einen längerfristigen Verbleib des SSV Brixen in der Serie B. Dafür muss aber heuer zunächst der Klassenerhalt geschafft werden – keine Utopie, aber bis dahin noch ein mühevoller Weg. Schon in den beiden ersten Rückrun-
Dank engagierter Aufbauarbeit und finanzkräftigen Sponsoren spielt die Damenfußballmannschaft des SSV Brixen in der dritthöchsten italienischen Liga denspielen trifft die Mannschaft auf die direkten Konkurrenten um die Nicht-Abstiegsplätze. Hochspannung gibt es schließlich Ende April, wenn es zum
04.02.: SSV Brixen - Gruppo A. Calcio 11.02.: SSV Brixen - Graphis tudio C. 18.03.: SSV Brixen - Exto Scle dum 06 15.04.: SSV Brixen - Valbruna Vicenza 29.04.: SSV Brixen - ASV Vintl 20.05.: SSV Brixen - San Martino Die ersten zwei Spiele beginnen um 14.30 Uhr, alle anderen um 15 Uhr. Gespielt wird am Fußballplatz Klaus Seebacher in Brixen. 33
Handball/fussball
Freizeit & Sport
Panathlon-Preis 2006 z Der Panathlon-Club von Brixen wird ab sofort jährlich an zwei Brixner den „Panathlon-Preis“ vergeben. Prämiert werden sollen junge Sportler, die nicht nur in ihrer Disziplin, sondern auch im schulischen Alltag gute bis hervorragende Leistungen bringen. Vor kurzem wurden mit der Handballerin Barbara Wassermann und dem Fußballer Daniel Niederjaufner die ersten Preisträger bekannt gegeben und ihm Rahmen einer kleinen Feier von Walter
Ritsch, Präsident des Panathlon Clubs, vorgestellt. Barbara Wassermann besucht derzeit die 5. Klasse des Pädagogischen Gymnasiums in Brixen; im Vorjahr war sie mit einem Notendurchschnitt von 8,6 Klassenbeste. Auch Daniel Niederjaufner, der das fünfte Jahr der Geometerschule besucht, ist ein hervorragender Student. to
F&S Freizeit & Sport
Leichtathletik
Manager bei den Asiatischen Spielen
SMS
z Die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Turin im Februar des vergangenen Jahres war gigantisch, Tausende von Zuschauern verfolgten die Feier sogar live vor Ort im Stadion in Turin. Dass diese Menschenmasse auch reibungslos zum Stadion hin und weg transportiert werden kann, dafür sorgte der Brixner Stefano Ferraro: Er koordinierte als „Venue Transport Manager“ immerhin 150 Mitarbeiter. Diesen Job hat der junge Brixner anscheinend zur Zufriedenheit der Organisatoren gemeistert, denn seit August ist er im Scheichtum Qatar am Persischen Golf bei
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den 15. Asiatischen Spielen als „Venue Operation Manager“ tätig. Auch dort koordiniert er die Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie alle Leichtathletikwettkämpfe. Seine Aufgabe ist es, die Tätigkeiten aller verschiedenen Abteilungen des Stadions aufeinander abzustimmen, um einen reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe zu gewährleisten. Stefano Ferraro organisiert Meetings in Anbetracht der täglichen Aktivitäten der Sportler und ist Bezugsperson zwischen den einzelnen Wettkampfstellen und dem Organisationskomitee der Spiele. dp
Während der Faschingsferien ist die Eishalle Brixen von Montag bis Freitag jeweils von 15 bis 17 Uhr sowie an den beiden Wochenenden jeweils von 14 bis 16 Uhr für den Publikumslauf geöffnet.
Nach fünf Jahren Pause wird die Stadt Brixen heuer wieder ein internationales ATP-Challen ge-Tennisturnier bekommen. Nachdem weltweit nur vier ATPTurniere gleichzeitig stattfinden dürfen, muss der genaue Termin für Brixen laut Klaus Schraffl, Präsident des Brix-Team, erst noch festgelegt werden.
Zum ersten Mal seit zehn Jahren fand in Brixen ein Handball-Län derspiel statt. Ein „Heimspiel“ hatten dabei die einberufenen Spieler des SSV Brixen, Andreas Salcher, Andreas Kammerer, Filiberto Kokuca und Sigi Prentki. Nach einer guten ersten Halbzeit der verloren die „Azzurri“ gegen die Schweiz mit 26:34.
Nachgefragt
„An meine Grenzen gehen“ ADAM KOOSA, ungarischer Boardercross-Snowboarder, über sein Leben in Brixen und seine sportlichen Ziele für die heurige Saison. Herr Koosa, Sie arbeiten nun schon seit mehreren Jahren in Brixen. Wie lässt sich das mit Ihrem Sport unter einen Hut bringen? Ich arbeite bereits seit zwei Jahren in Brixen und habe mittlerweile auch angefangen, hier zu trainieren. Natürlich ist meine Freizeit und somit die Zeit zum Trainieren durch meine Arbeit eingeschränkt, dennoch schaffe ich es durch konsequentes Training, meine Form zu halten. Zusammen mit meinem Coach Alex Angerer versuche ich, jede freie Minute auf der Piste oder in der Kraftkammer zu verbringen.
Die Schneebedingungen waren bis jetzt nicht gerade gut. Wann, wo und mit wem trainieren Sie hier in Südtirol? Allerdings! Die Schneebedingungen waren bis jetzt alles andere als gut, doch trotzdem versuchen mein Trainer und ich das Beste daraus zu machen. Ich trainiere mit dem Snowboardclub Villnöss. Das tägliche Training findet somit auf der Plose oder in Villnöss statt. Ich bin bereits 28 Jahre alt und will sehen, wie weit ich noch gehen kann – ich will an meine sportlichen Grenzen kommen.
Welche sportlichen Ziele haben Sie für die nächsten Rennen? Pro Saison mache ich zehn bis zwölf internationale Rennen, und wenn ich bei allen relativ gut abschneide und somit viele Punkte sammeln kann, dann bin ich schon mehr als zufrieden. Im März will ich meinen Titel als ungarischer Meister verteidigen, um somit als Anwärter für die olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver weiterhin im Rennen zu bleiben und einen Startplatz zu erreichen. Das wäre eines meiner derzeitigen sportlichen Ziele.
Als ungarischer Meister haben Sie gute Karten für diese Saison.
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Rekordhalterin im Schwimmen z Die 17-jährige Brixnerin Laura Letrari schwimmt seit September 2006 wieder beim SSV Brixen Sektion Schwimmen unter dem Training von Paul Dalsass. Nach einem einjährigen Ausflug zum „AS Roma 1953“ ist Letrari somit wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Das erste Rennen für den SSV Brixen bestritt Südtirols Aushängeschild in Sachen Schwimmsport beim internationalen Meeting in Bozen im November des vergangenen
Jahres. Mit zwei neuen Regionalrekorden ließ Laura Letrari aufhorchen. Mittlerweile sind diese Rekorde schon wieder hinfällig: Sie selbst hat die eigenen Rekordzeiten wiederum unterboten. Zurzeit hält die junge Brixnerin nicht weniger als fünf stolze Regionalrekorde: 50 Meter Rücken in 29,07 Sekunden, 100 Meter Rücken in 1.02.3 Minuten, 50 Meter Kraul in 26,00 Sekunden, 200 Meter Lagen in 2.19.2 Minuten und 100 Meter Delphin in 1.03.0
TOURENSKI
Spannendes Ski-Uphill
Minuten. Die Formkurve zeigt immer noch steil nach oben, nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Lignano ist sie jetzt wieder richtig fit für die anstehenden Wettkämpfe. Nächstes großes Highlight in dieser Saison wird die JugendItalienmeisterschaft im März in Imperia sein. Dort will Letrari besonders gut abschneiden, da es für sie die letzten Meisterschaften in der Klasse „Jugend“ sein werden. Sie wird dort in sechs verschiedenen Disziplinen am Start sein. Wenige
Wochen darauf finden dann die Italienmeisterschaften der allgemeinen Klasse statt. Auch hier gilt es, ein akzeptables Ergebnis zu erzielen, denn nur die schnellsten vier Schwimmer pro Kategorie qualifizieren sich für die internationalen Wettkämpfe der laufenden Saison. Durch ein gutes Ergebnis erhofft sich Letrari die Aufnahme in eine staatliche Sportgruppe, um sich dann noch mehr auf den Schwimmsport konzentrieren zu können. dp
Gemeinde Brixen - Dienst Steuern Gemeindesteuer auf Immobilien I.C.I. Jahr 2007 z Über einige hochkarätige Athleten konnten sich die Veranstalter des 7. TourenskiNachtrennens „Ski-Uphill“ freuen, das kürzlich in Vals-Jochtal über die Piste ging. Streckenrekordhalter Urban Zemmer aus Kastelruth, der Weltcup-Spitzenreiter Manfred Reichegger aus Mühlwald, Hansjörg Lunger, der in der vergangenen Saison bei mehreren internationalen Wettkämpfen nicht zu schlagen war, und der Ex-Österreichmeister im Skitourenlauf Alexander Lugger waren unter den 162 teilnehmenden Sportlern zu finden. So war es für Titelverteidiger Urban Zemmer gar nicht so leicht, seine Kontrahenten im Zaum zu halten. Vor allem Manfred Reichegger attackierte ihn immer wieder, bis im 45 Grad steilen Zielhang die Entscheidung fiel: Zemmer, Spezialist auf extrem steilen Hängen, konnte den auf lan-
ge, alpine Rennen eingestellten Reichegger um 8 Sekunden distanzieren, wobei letzterer erstaunliche Sprintqualitäten bewies. Ähnlich packende Szenen spielten sich 100 Meter dahinter ab: Der Kärntner Alexander Lugger hatte Hansjörg Lunger im Nacken, dieser seinerseits den Trentiner Ivan Antiga. Während Zemmer von Reichegger zu einem neuen Streckenrekord von 25,15 Minuten getrieben wurde und seinen eigenen alten Rekord damit um eine halbe Minute verbesserte, gelang es 31 Athleten, die magische 30-Minuten-Grenze auf der 630Höhenmeter-Strecke zu unterschreiten. Bei den Damen war heuer der Streckenrekord nicht in Gefahr. Favoritin Astrid Renzler, die zurzeit eine Kinderpause einlegt, war nicht am Start, und so holte sich Maddalena Wegher vom Brenta Team in 34,48 Minuten souverän den Sieg. db
Der verantwortliche Beamte teilt mit, dass die Ansuchen zur Erhöhung des Freibetrages von Euro 309,87 bis 31.01.2007 eingereicht werden können. Ansuchen können Personen für ihre Hauptwohnung, wenn sie sich in besonders schwieriger, sozialer oder wirtschaftlicher Lage befinden. Der verantwortliche Beamte Rag. Antonio Zipponi Das Steueramt der Gemeinde Brixen steht für alle weiteren Informationen zur Verfügung Tel. 0472 262 040 • Fax 0472 262 044 E-mail: antonio.zipponi@brixen.it
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Wirtschaft & Umwelt
WEINE IM DUNKELN VERKOSTEN
Genuss im Dunkeln 70 Prozent der menschlichen Wahrnehmung geschieht durch den Sehsinn. Wird das Sehen ausgeschaltet, verschärfen sich die anderen Sinne: Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Das ist die einfache Rezeptur einer ganz besonderen Weinverkostung.
U
m Weine möglichst objektiv zu vergleichen, verhüllen Weinfachleute bei Verkostungen die Etiketten oder füllen die Weine in neutrale Flaschen um. Diese Methode wird üblicherweise als „Blindprobe“ bezeichnet. Aber ist damit das visuelle Vorurteil wirklich ausgeschaltet? Der aus Deutschland stammende Weinimporteur Jörg Linke und Florian Derouaix legten den Begriff der „Blindprobe“ einmal etwas strenger aus und luden zu einer besonderen Weinverkostung ins Kloster Neustift.
Florian Derouaix bereitet uns
mit ein paar Worten auf das vor, was uns in den kommenden eineinhalb Stunden bevorsteht. Wir, das sind eine Hand voll Presseleute mit teils guten, teils keinen Vorkenntnissen auf dem Gebiet der Weine. Auch ohne dass es uns mitgeteilt wird: Man merkt, dass Derouaix blind ist. Nicht seine sichere Stimme, aber seine leicht zögerliche Körpersprache verrät sein Handicap. Er führt uns in eine Dunkelkammer, einem etwa zehn Meter langen und drei Meter breiten, völlig abgedunkelten Raum. Mit dem Schließen der Türe vertauschen sich schlagartig die Rollen: Florian Derouaix wird zum „Sehenden“, die Journalisten nehmen dankbar seine Anweisungen entgegen. Jeder von uns wird zu einem Stuhl an der langen Tafel geführt, die sich in der Mitte des Raums befindet. 38
Wir machen die – gezwungenermaßen rein akustische – Bekanntschaft mit Silvio Nitzsche, einem sehr renommierten Sommelier aus Deutschland. Silvio macht uns mit unseren noch funktionstüchtigen Sinnen vertraut. Drei Gegenstände werden die Runde gereicht. Mit dem ersten, einem Stück Holz, tun sich alle leicht, den Schieferstein können nur einige genau zuordnen, mit dem dritten, besonderen Gestein kann niemand richtig was anfangen. So langsam wird einem die Dunkelheit vertraut, man gewöhnt sich an die anfangs seltsam klingenden Stimmen aus dem Nichts, malt sich ein inneres Bild, wo die einzelnen Personen wohl sitzen müssen.
Die Orangen wurden nämlich am Nachmittag in zwei Hälften geschnitten und sind in der Zwischenzeit etwas oxidiert, wodurch dieser eigenartige Geruch entstand. So bewusst an etwas zu riechen bin ich gar nicht gewohnt und es macht mir richtig Spaß. Silvio erklärt uns, dass es etwa 20.000 verschiedene Gerüche gibt, von denen der Mensch ungefähr 10.000 unterscheiden kann, geschulte Nasen bis zu 15.000. Im Wein konnten bisher 5.000 verschiedene Gerüche nachgewiesen werden – unglaublich, wenn man bedenkt, dass es sich eigentlich um nichts anderes als vergorenen Traubenmost handelt.
gehen die Runde, Riechen ist angesagt. „Etwas überreife Mandarinen“, schießt es mir spontan durch den Kopf, als ich meine
ordnen – eine Limone, wie sich im Nachhinein herausstellt. Dafür genügt beim Kaffee im dritten Behältnis schon ein kurzer
Den Geruch aus dem zweiten Drei bauchige Glasvasen Glas kann ich nicht wirklich zu-
„Blindprobe ist eine Methode, mit deren Hilfe auf eine andere als die gewohnte Weise innere Bilder der Wirklichkeit entstehen.“_Stefan Lindl Nase in das erste Gefäß halte. In der Tat sind es Orangen, wie uns Silvio verrät, aber das Attribut „überreif“ gefällt ihm gut.
Atemzug. Als nächstes serviert uns Derouaix kleine Holzplateaus, auf denen vier mit Wasser gefüllte Stamperln stehen.
Unser Geschmacksinn wird auf die Probe gestellt. Süß, sauer, salzig und bitter kann man relativ leicht unterscheiden, die Erfahrung im Dunkeln macht das Erlebnis aber besonders spannend. Man kann den Inhalt des Glases nicht sehen, auch nichts riechen. Erst sobald die Flüssigkeit die Zunge berührt, schießt es einem durch den Kopf. Jetzt wird es Zeit für die „Königsklasse“, dem Weinverkosten. Wieder erhält jeder ein Holzplateau. Diesmal befinden sich darauf vier mit etwa vier Zentiliter Wein gefüllte und mit Holzstopfen verschlossene Fläschchen.
Der erste Wein wird ins Glas
gefüllt. Man fühlt schon beim Anfassen der kleinen Flasche, dass er aufgrund seiner Temperatur wohl vorher im Kühlschrank gestanden haben muss. Ein Eindruck, den man
bei Licht, durch die optischen Eindrücke abgelenkt, vielleicht gar nicht wahrgenommen hätte, zumindest nicht so intensiv. Zunächst riechen wir am Wein. Seine erfrischende Note lässt auf einen Weißwein schließen. Die Umschreibungen der anderen Teilnehmer verraten, wo diejenigen sitzen, die sich etwas mehr mit Wein auskennen und seinen Duft erstaunlich treffend umschreiben können. Silvio löst auf: Es handelt sich um einen Chablis, einen aus ChardonnayReben gekelterten, nach seinem Ursprungsort benannten Weißwein aus Frankreich. Bei der zweiten Kostprobe handelt es sich offensichtlich um einen Rotwein. Einige umschreiben ihn als etwas unscheinbaren, flachen Wein. Trotzdem kann man verschiedenste Düfte ausmachen; versucht, die geschmackliche Ausprägung zuzuordnen. Es ist ein Südtiroler
Foto: Oskar Zingerle
Wein verkosten, ohne ihn sehen zu können, ist ein besonderes Erlebnis für den Gaumen und die Nase
Florian Derouaix ist blind. In absoluter Dunkelheit wird er zum einzigen „Sehenden“ Vernatsch aus der Literflasche, also „ein klassischer Zechwein“, wie ihn Jörg Linke umschreibt. Interessant ist aber, dass auch ein solcher Wein, wenn er die nötige Aufmerksamkeit erhält, durchaus etwas zu bieten hat
und unseren Geschmack und Geruch ordentlich herausfordert. Die dritte Probe, ein eigenartiger Geruch, „muss wohl ein Rotwein sein“. Er leidet etwas unter der zu kühlen Serviertemperatur. Der Wein kommt erst im Mund, sobald er eine angemessene Temperatur erreicht, voll zur Entfaltung. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dieser Probe um den „Hausherrn“, einen Lagrein Dunkel von der Stiftskellerei Neustift.
merken und später zuordnen zu können, ist nicht jedermanns Sache, aber das Erlebnis bei der Blindprobe macht auf jeden Fall Lust nach mehr. Das Ausschalten des Sehsinns schärft die verbleibenden Sinne und eröffnet somit neue Welten, in denen auf ungewohnte Weise innere Bilder der Wirklichkeit entstehen können. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Heiße Diskussion auch beim vierten Kandidaten. „Es dürfte sich um einen Cabernet Sauvignon aus Übersee handeln“, vermutet jemand. In der Tat ist die Rebsorte richtig erraten, der Wein stammt aus Chile. Es ist für mich faszinierend, welch typischen Geschmack Weine herausbilden können. Sich diese Geschmäcker und Gerüche
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WWW.DOC.BZ
Lifestyle
www.provinz.bz.it/trend Die Umwelt sind wir! 40
Martin Ragginer,
schlechner
isabeth Mut
Erich Zini
ger, El Marlene Volg
Armin Staffler, Adolf Schwienbacher, Ingrid Gantner, Alexander Kern
EVENT
Das Prinzip„Raiffeisen“ findet Zuspruch Zweimal jährlich lädt die Raiffeisenkasse Eisacktal ihre neuen Mitglieder zu sich in den Hauptsitz, um ihnen in feierlichem Rahmen Selbstver ständnis, Vision und Strukturen des Unternehmens vorzustellen.
Walter Colombi, Brigitte Ferdigg, Rudi Rienzner
Richard Cimadom, Bernhard Plaickner
Maria Ramoser, Martin De Rossi, Elisabeth Jaist
z Präsident Rudi Rienzner betonte, dass die Philosophie, die hinter dem Begriff „Raiffeisen“ stecke, immer mehr an Zuspruch gewinne. Die Idee der Solidarität, Eigenverantwortung und Gemeinschaftlichkeit, so Rienzner, bewegten die Menschen gerade in der heutigen Zeit. Allein im letzten Jahr nahm die Bank fast 90 ihrer Kunden als Mitglieder auf. So zählte im Jahr der Fusion 1973 die Raiffeisenkasse Eisacktal 373 Mitglieder. Durch ein konstantes Wachstum der Mitgliederanzahl vor allem in den letzten Jahren hat die Raiffeisenkasse heute mehr als 2.300 Mitglieder.
„Mitglied zu sein“, erklärt
Rienzner, „bedeutet auf der einen Seite, Rechte zu haben, aber auch Verantwortung zu übernehmen.“ Zu den Rechten zählen Teilnahme und Stimmrecht bei der jährlichen VollverKarl Heinz Plaseller, Michaela Gasser, Johanna Schwienbacher
Silvia Ragginer, Maria Anna Reifer
Waltraud Mitterrutzner, Elfriede Stampfl
Markus Gaiser, Barbara Faller
sammlung, aktives und passives Wahlrecht für Verwaltungs- und Aufsichtsrat, Einsichtnahme in Bilanz und Berichte, Vergünstigungen bei bestimmten Produkten – vor allem im Versicherungsbereich – sowie Mehrwerte wie etwa die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen. Unter Verantwortung versteht Rienzner die aktive Mitarbeit mit der Bank: „Immerhin unterstützen Mitglieder damit ein attraktives lokales Unternehmen, das durch sein wirtschaftliches Handeln seine Finanzkraft in die örtliche Wirtschaft zurückfließen lässt und dadurch zu einer nachhaltigen Mehrung des Wohlstands beiträgt.“ Von besonderer Bedeutung ist die Spenden-, Werbe- und Sponsoringtätigkeit, in deren Rahmen jährlich über 500.000 Euro für Projekte, Initiativen und Vereine im Tätigkeitsgebiet zur Verfügung gestellt werden.
Anna Pichler, Anton und Waltraud Mitterrutzner 41
Wirtschaft & Umwelt
BETRIEBSPORTRAIT
IT aus Leidenschaft Software, Hardware, Service – mit diesen drei Bausteinen realisiert die ACS Data Systems AG innovative IT-Lösungen. Wie der Südtiroler Pionier in der Realisierung von Informationstechnologien seinen Kunden zum Erfolg verhilft. Steckbrief
I
n der heutigen Geschäftswelt ist eines unerlässlich: Das reibungslose Funktionieren der Informationstechnologie, kurz IT genannt. Die verschiedenen Verwaltungs- und Kommunikationsbereiche sind rasanten Entwicklungen ausgesetzt und müssen flexibel auf neue Anforderungen in den Bereichen Software, Hardware und Wartung reagieren. Expertenwissen ist mittlerweile zur Voraussetzung geworden, um effizient das betriebsinterne Netzwerk erweitern, nutzen oder betreuen zu können.
Vor über 20 Jahren begann
die ACS Data Systems AG mit der Entwicklung von Software, dem ersten Baustein des Unternehmens. „Unsere Spezialisten entwickeln Unternehmenssoftware, die alltägliche Tätigkeiten automatisiert und so Freiräume für die betriebliche Weiterentwicklung der Kunden schafft“, erläutert Paul Schäfer, der Geschäftsführer im Bereich Software der ACS Data Systems AG. „Unsere Software unterstützt Klein-, Mittel- und Großbetriebe 42
bei der effizienten Abwicklung von wiederkehrenden Geschäftsprozessen.“
Eine von ACS entwickelte
Softwarelösung ist Radix: Ein umfangreiches, modular aufgebautes und flexibles Instrument mit schier grenzenlosen Anwendungsmöglichkeiten für den Einsatz im Unternehmen – das bereits mit über 200 Installationen in Südtirol und Norditalien im Einsatz ist. „Weiters entwickelten wir ausgefeilte Software-Branchenlösungen für Tischlereien, Bäckereien, Baufirmen und Installationsfirmen sowie ein Zeiterfassungssystem“, erklärt Paul Schäfer.
Neben diesen Softwarepake ten entwerfen die Spezialisten
der ACS Data Systems jedoch auch individuelle Lösungen: In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kunden und dessen Bedürfnissen entstehen hoch effiziente Programme, die passgenau auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sind.
In der ACS Data Systems AG gewährleisten rund 60 spezialisierte Mitarbeiter aktuelles Know-how und qualifizierte Gesamtlösun gen
Die Hardware ist der zweite
wichtige Baustein der ACS Data Systems AG. „Gemeinsam mit unseren Business-Partnern unterstützen wir Unternehmen bei der Planung, dem Aufbau und bei der Wartung von IT-Umgebungen“, umreißt Martin Plunger, Geschäftsführer im Bereich Hardware, diesen Baustein. Ob Server, Workstations, Drucker, Telefon, Videoüberwachung oder andere IP-Dienste – das Unternehmen projektiert, installiert und betreut gesamte Firmennetzwerke. „Heute müssen Betriebe ständig auf wechselnde Geschäftsanforderungen reagieren und gleichzeitig die ITKosten unter Kontrolle halten. Unsere Stärke liegt dabei neben dem Preisvorteil, der durch hohe Volumina erzielt wird, vor allem in der Kaufberatung“, erläutert Martin Plunger.
Firmenname: ACS Data Systems AG Firmen-Standorte: Brixen, Brennerstraße 72 Bruneck, St.-Lorenzner-Straße 34 Bozen, Galileo-Galilei-Straße 2 (ab April 2007) Homepage: www.acs.it; www.radix.it Produkte/Dienstleistungen: Software-Hardware-Service; ganzheitliche, innovative IT-Lösungen für Unternehmen; Entwicklung der ERP-Software Radix, Arbor, Panis, Alvus und Admin und des Zeiterfassungssystem Horas sowie verschiedenste Individualsoftware Gründungsjahr: 1983 Firmenentwicklung: seit 1983 Software-Entwicklung, seit 1987 Angebot von Hardwarelösungen, 1995 erster Internetanbieter in Brixen, 2001 Eröffnung des Brunecker Firmensitzes, 2004 Umwandlung in eine AG, seit 8 Jahren HP-Partnerprogramm für den Vertrieb Hardware Geschäftsführer: Hansjörg Cimadom, Martin Plunger, Luis Plunger, Michael Markart, Paul Schäfer, Eugen Pichler Anzahl Mitarbeiter: 60 Umsatz 2006: 10,6 Mio. Euro Auszeichnungen, Zertifizie rungen: ISO 9001: 2000, Südtiroler Qualitätsgütesiegel, HP Businesspartner 2007, Ein Unternehmen aus Südtirol Referenzen: P.Grohe GmbH, Damiani Holzindustrie GmbH, TTControl GmbH, Intercable GmbH, Auer Hansjörg, Dabringer GmbH, EurAC, Kostner GmbH Absatzmärkte: vorwiegend Südtirol, SoftwareProdukte auch im norditalienischen Raum, Österreich, Deutschland Leitsatz des Unternehmens: Qualität, Kompetenz, Fairness; Ideas.Action
www.radix.it
horas ideas. action. Die ACS Data Systems AG entwickelt innovative IT-Lösungen von höchster Qualität
Die ACS Data Systems AG
setzt auf strategische Partnerschaften: Mit dem Marktführer Hewlett Packard besteht beispielsweise seit Jahren eine enge Zusammenarbeit. „Dadurch erfahren wir sofort neue Entwicklungen und können diese unseren Kunden weiterreichen.“
Diesem praktizierten Teamworking kommt vor allem im
dritten Baustein, dem Service, eine wesentliche Bedeutung zu. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden übernimmt die ACS Data Systems AG unter anderem die Wartung der Informationstechnologien zahlreicher Unternehmen. Schnelle Service-Einsätze, Fernwartung oder andere Servicepakete sorgen für einen reibungslosen Büroablauf beim Kunden. „Wir ermöglichen es dem Unternehmen auch, ihre IT auf ein Shared-Service-Modell umzustellen und somit die Betreu-
ung des gesamten Firmennetzwerkes auszulagern“, so Martin Plunger. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die qualifizierten Systemadministratoren der ACS Data Systems werden im Unternehmen des Kunden eingesetzt und liefern sehr viel Know-how auf dem aktuellsten Stand gleich mit.
Fragebogen an das Unternehmen wir Lösung aller Aufgaben im IT-Bereich zuständig ist.
Doch auch bei den 60 Mitar-
beitern der ACS Data Systems AG wird Teamwork großgeschrieben. „Jeder der drei Bausteine Software, Hardware und Service wird von Spezialisten ihres Faches betreut“, schildern die Geschäftsführer. „Dies gewährt zum einen, dass wir in den einzelnen Bereichen hoch qualifizierte Lösungen bieten können – aber auch, dass durch das Zusammenspiel von allen Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten optimale Gesamtlösungen geliefert werden können.“ An einem fehlt es dabei sicher nicht: an der Leidenschaft, die besten IT-Lösungen für die Kunden zu realisieren. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Martin Plunger und Paul Schäfer, Geschäftsführer Was ist Ihr Erfolgsrezept? Unser Erfolgsrezept liegt darin, dass wir mit Begeisterung und Leidenschaft die IT-Anforderungen des Kunden in der gleichen Art und Weise lösen, als ob es die Lösung für das eigene Unternehmen wäre. Wie unterscheiden Sie sich von der Konkurrenz? Wir bieten ganzheitliche IT-Lösungen in den Bereichen Software – Hardware – Service. Der Kunde hat mit ACS Data Systems einen einzigen Ansprechpartner, der für die
Auf welches Produkt sind Sie besonders stolz? Radix ist unser Flaggschiff, darauf sind wir alle wirklich stolz! Radix ist ein besonderes Produkt, eine umfangreiche ERP-Software (Enterprise Resource Planning), die zum Einsatz für die Unternehmenssteuerung verwendet wird. Welche Herausforderung war für Ihr Unternehmen am bedeutendsten? Die große Herausforderung in unserem Sektor ist der ständige Wandel in den Produkten und in der Art der Dienstleistungserbringung. Wir können uns an neue Entwicklungen erst gar nicht gewöhnen, denn dann sind sie schon wieder veraltet.
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VALENTINSWOCHEN 07.02. - 17.02.07 Feine Häppchen & Vorspeisen und ein perfekt darauf abgestimmtes Glas Wein. Feine Bandnudeln mit Wokgemüse, Lachsschnitte und Olivenkruste Anthilia, Sizilien Steinpilz-Lauchteigtaschen mit Seeteufel im Lardomantel Sauvignon „Indra“, Girlander Kellerei Feine Petersilien-Bandnudeln mit Fenchel und Orangenfilet auf Jakobsmuschel Aragosta, Sardinien Variation vom Thunfisch und Lachs Sylvaner, Kellerei Neustift Variation von Gemüse: Gegrilltes Gemüse, Gemüseteigtaschen & -lasagnette Sauvignon „Indra“ u.v.m.
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Albert Pürgstaller, Peter Michaeler und Helene Michaeler
EVENT
Ein geselliger Treffpunkt Die Bar Millenium in der Altenmarktgasse ist vor einigen Tagen wiedereröffnet worden.
Stefan und Martina
Hans und Monika Astner mit Sohn Alexander
Peter Michaeler und Klara Clara
z Eine Bar ist ein Ort, an dem man Freunde trifft, Bekanntschaften schließt oder sich einfach mal die Zeit nimmt, ein wenig in der Zeitung zu blättern und sich über tagesaktuelle Meldungen zu informieren. Mit der Wiedereröffnung der Bar Millenium in der Altenmarktgasse hat Brixen seit kurzem ein solches Juwel wieder. Mit der Übernahme des Barbetriebes hat sich der gelernte Koch Peter Michaeler aus Vahrn einen lang gehegten Traum erfüllt.
Am 13. Jänner fand die Eröff-
Moni und Wally Nagler
Peppi Öttl mit Frau Anni
Michaela Weissteiner und Fernando
Luis, Sepp und Rudi
Klara Clara und Toni Jöchler
Peter und Doris Brunner mit Verena
Elsa Comploj und Konrad Schenk Ein gelungenes Fest
Martha und Helene Michaeler
nungsfeier in geselliger Runde statt. Viele Freunde und Bekannte waren erschienen, um Peter einen guten Start in seine neue berufliche Laufbahn zu wünschen. Der frischgebackene Barbetreiber dankte allen Beteiligten für das gute Gelingen, allen voran seiner Mutter Helene Michaeler, dank deren gute Kontakte zur Eigentümerfamilie Weissteiner er die Bar Millenium übernehmen konnte, seiner Mitarbeiterin Wally Nagler für ihren unermüdlichen Einsatz und nicht zuletzt Roland und Michaela Weissteiner für ihre Unterstützung und ihr großzügiges Entgegenkommen bei der Barübernahme. Die Feier war ein großer Erfolg und damit gleichzeitig ein viel versprechender Start der Bar unter neuer Führung. Bis in die frühen Abendstunden genossen die Gäste die angeregte Unterhaltung in geselliger Runde und das musikalische Rahmenprogramm. 45
Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
Müll im Untergrund z Mit Anfang Januar gibt es in Stufels sowie in der Zone Landwirt keine Abfalltonnen mehr, die regelmäßig auf die Straße gestellt werden müssen. Zum Großteil unterirdische angebrachte Müllcontainer ersetzen die üblichen Tonnen: Der so genannte „Eco-Underground“ kann rund um die Uhr benutzt werden. Eine eingebaute Waage ermöglicht dabei, das individuelle Müllgewicht jedes einzelnen Benutzers unter Einhaltung der geltenden Müllbestimmung
festzuhalten. Die Müllsammelstelle ist an das Fernleitsystem der Stadtwerke Brixen angeschlossen, wodurch alle eventuell auftretende Schwierigkeiten auf ein Minimum reduziert werden können. Der „Eco-Underground“ in Stufels und in der Zone Landwirt ist der erste Schritt zur Umstellung des Abfallsystems in der Brixner Altstadt. Das Projekt soll in den nächsten Jahren auf weitere Zonen der Stadt ausgedehnt werden. db
W&U Wirtschaft & Umwelt
INDUSTRIETECHNIK
Ein Viertel Jahrhundert
SMS
z Das Brixner Unternehmen Industrietechnik feierte kürzlich im Haus Voitsberg in Vahrn mit 200 geladenen Gästen seinen 25. Geburtstag. Seniorchef Claudio De Biase, der die Firma 1981 gegründet hatte, blickte in seiner sympathischen Rede auf die Entwicklung des Unternehmens zurück, das er nun in die Hände seiner Tochter Elke legt. Industrietechnik beschäftigt heute 60 Mitarbeiter und fertigt Messgeräte und Regelungen für Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, Strömung und Luft, seit den Neunziger Jahren auch
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hochtechnologische Digitalregler und Mikroprozessorsteuerungen. Die Produktpalette wird inzwischen in fast 100 Länder exportiert. Landeshauptmann Luis Durnwalder gratulierte der Belegschaft zum Jubiläum und wünschte viel Erfolg für die Zukunft. Landesrätin Luisa Gnecchi und Bürgermeister Albert Pürgstaller schlossen sich den Gratulationen an. Elke De Biase erläuterte anhand einer Powerpoint-Präsentation die Visionen des Unternehmens für die nächsten Jahre und bedankte sich bei den Mitarbeitern für
Die Grüne Fraktion des Südtiroler Landtags fordert für den Bahnhof Brixen weitere 10 bis 15 Einzeichnungen für Parkplätze, da die bisherigen 50 nicht ausreichen. Weiters solle die Verschmutzung durch Laub und Müll umgehend beseitigt und der Bahnsteig überdacht werden.
ihr Engagement. Im Bild: Claudio De Biase, Industriellen-Chef Udo Perkmann, Landesrätin Luisa Gnecchi, Elke De Biase, Landeshauptmann Luis Durnwalder, Bürgermeister Albert Pürgstaller und Franz Schöpf. wv
Der Bezirksausschuss Eisack- und Wipptal im Unternehmerverband begrüßt die Eröffnung der Autobahnausfahrt Brixen Süd. Er werde nun darauf hinarbeiten, dass Berufspendler den Abschnitt zwischen Vahrn und Brixen bis zur Verwirklichung der Westumfahrung kostenlos nutzen können.
Die Ausbauarbeiten an der Landesstraße von Brixen nach Lüsen sind fertiggestellt: Die Straße wurde in drei Abschnitten verbreitert, Gehsteige angelegt, eine neue Brücke errichtet und für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt.
Stadtgeheimnisse Warum haben die Kleriker im Kreuzgang abgewetzte Nasen? Durch das Domportal gelangt man über zwei Steinstufen in den direkt an den Brixner Dom angrenzenden mittelalterlichen Kreuzgang. Links, nach der dunklen Holztür, die zum Chor des Domes führt, zieren über 20 Grabdenkmäler die Mauerwand. Es handelt sich hierbei um Gedenksteine an Bischöfe und Domherren, die einst im Brixner Dom bestattet worden sind. Da diese Grabplatten zumeist in den Fußboden eingelassen waren, wurden sie im Laufe der Jahrhunderte durch das häufige Begehen der Kirchenbesucher so stark abgenutzt, dass gar mancher der steinernen Kleriker eine platte, abgewetzte Nase davongetragen hat. Dass diese Gedenksteine heute noch erhalten sind, ist dem Historiker Joseph Resch zu verdanken: Beim Abbruch des alten Domes 1745 wurden die Gedenksteine nach seiner Intervention sichergestellt und längs des Kreuzgangs montiert. Diese Grabmäler sind nicht nur außerordentliche Geschichtsdenkmäler, sondern sie sind auch von großer künstlerischer Bedeutung für die Entwicklung der Plastik und der Wappenkunde und stellen einen einmaligen Kulturschatz dar. hg Anregungen: redaktion@brixner.info
MÜHLBACH
Verein der Hüttenwirte
z In der Ski- und Almenregion Gitschberg Jochtal wurde Ende des letzten Jahres ein neuer „Verein der Hüttenwirte“ gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Abenteurer Tobias Fischnaller wurden für heuer bereits mehrere Aktionen geplant, beispielsweise die Herausgabe eines kostenlosen Hüttenführers sowie eine musikalische und kulinarische Almenwoche. Die Gäste haben die Möglichkeit, ihre „Lieblingsalm des Jahres“ zu wählen. Zu einem der Ziele des Hüttenvereins gehört auch die Erneuerung der Hüttenbeschilderung. Erika Fischnaller vom AVS Mühlbach erklärte hierzu, dass die gesamte Wegebeschilderung landesweit erneuert werden soll. Dies würde aber noch etwa zwei Jahre dauern. Ob die Hüttenwirte diese Zeit abwarten, um an der einheitlichen Beschilderungsaktion teilzunehmen, steht noch nicht fest. Um die Qualität an den einzelnen Hütten zu steigern, werden anonyme Tester entsandt, die die Leistungen testen und bewerten. Am Ende der Aktion wird eine Top-5-Ranglis-
te erstellt. Die anonymen Tester sind bereits unterwegs. Die musikalische und kulinarische Almenwoche findet vom 15. bis 21. Juli statt; auf den Hütten in Vals und Spinges werden in dieser Zeit passende Gerichte zum Thema „bunte Knödelwelt“ serviert, Lüsen, Rodeneck und Pfunders locken mit der Aktion „Milch ist Kuh-l“, während in Meransen „die süßesten Grüße“ winken. Volkstümliche Musikgruppen werden den einzelnen Aktionen den passenden Rahmen verleihen. oz
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Fischzuchtteich wurde saniert Nach der Regulierung des Eisacks Ende des 19. Jahrhunderts blieb vom alten Flussbett nur der heute noch erhaltene Weiher übrig. Er diente zunächst als Fischteich für die 1890 in seiner Nähe errichtete Fischzuchtanstalt. Die Umgebung des Fischzuchtteiches wurde zeitgleich mit den Rappanlagen und den Eisackpromenaden als öffentlicher Park angelegt. In den 1950-60er Jahren beherbergte der Teich noch eine vielfältige Flora und Fauna. Zahlreiche Wasserinsekten, Frösche, Muscheln und Krebse waren hier beheimatet, und manche seltene Pflanze säumte seine Ufer. Die Bezeichnung „Lido“ bürgerte sich ein, als am östlichen Ende des Teiches ein Schwimmbecken angelegt wurde. In den 1980er Jahren wurde der Park verschönert und ein Kinderspielplatz errichtet. Als besondere Attraktion wurden Gehege für Kleintiere errichtet und am Teich Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne angesiedelt. Leider ging es in dem Maß, wie sich die Wasservögel vermehrten, mit der heimischen Flora und Fauna des Gewässers bergab. Die Pflanzen wurden bis auf den letzten Halm abgefressen, die Ausscheidungen der Vögel führten zur Überdüngung des Teiches, und der Teichboden bedeckte sich mit einer dicken Schlammschicht. Im Frühjahr 2006 entschloss sich die Gemeindeverwaltung zu einer gründlichen Sanierung und Renaturierung des Gewässers. Der Teich wurde abgelassen und ausgebaggert. Von den abgefischten Fischen (ca. 400 kg, großteils Karpfen) wurden nur ausgewählte Arten (Rotaugen, Rotfedern, Lauben, Hechte und Schleien) wieder eingesetzt, dazu Elritzen und Flusskrebse (Dohlenkrebs), die es früher hier gab. Ergänzt wurde die Gewässerfauna mit Wasserschnecken, Insekten und Kleinkrebsen aus der Millander Au. Die Uferbereiche wurden mit Schilf, Rohrkolben und anderen Sumpfpflanzen großflächig bepflanzt. Die Abfischung wurde vom Amt für Jagd und Fischerei und vom Fischereiverein Eisacktal/Brixen durchgeführt. Der Brixner Limnologe Andreas Declara leitete die Sanierungsarbeiten. Jetzt kann sich der Fischzuchtteich wieder zu einem naturnahen Biotop entwickeln, wo heimische Tiere und Pflanzen in ihrem Lebensraum beobachtet und erlebt werden können.
Dieser Beitrag stammt vom Verein „heimat brixen bressanone persenon“, der sich seit seiner Gründung im Jahre 2004 um die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes bemüht. Internet: www.heimat.bz 48
Acqua-wo? z Ja, es nässt wirklich in Brixens schönem Hallenbad Acquarena. Nicht gerade durchs Dach – wie sonst gemeinhin bei Bauschäden gewitzelt wird – sondern durch die Decke, und zwar durch jener zwischen Umkleiden im Erdgeschoss und Saunabereich im Obergeschoss. Es tropft durch. Von Anfang an. Mal mehr, mal weniger. Eine Zeitlang gar nicht mehr, und der aufmerksame Beobachter vermutete, dass findige Hydrauliker die Ursache des Wasserschadens gefunden und beseitigt hätten. Aber nein, es tropft weiter. Die abgehängte Gipsdecke ist durchweicht, manchmal steht ein Plastikeimer drunter, meist steht das Wasser aber nur als schlichte Pfütze am Boden, und die Saunagäste patschen durch. Apropos – der Schweiß der Saunagänger kann es nicht sein, dafür ist es zuviel Flüssigkeit. Wir befragten den Architekten. Aus seiner Stimme klang müde Abwehr: Ja, man kenne das Problem, alles sei verund untersucht worden – aber man fände die Ursache nicht. Vermutlich sei ein in die Decke einbetoniertes Rohr schadhaft. Dazu müsse man aber einmal die tragende Betondecke aufbrechen. Und auch dann sei nicht sicher, ob hinter der Wasseraustrittsstelle auch das schadhafte Rohr läge, das Wasser könne
Foto: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt
lebensräume
BRIXEN
sich durch den Beton verbreiten und ganz woanders heraustropfen. Um so eine Arbeit durchzuführen, müsste die Acquarena aber eine zeitlang geschlossen werden. Das sei mit den Öffnungszeiten „365 Tage im Jahr!“ nicht zu vereinbaren. Bis auf weiteres bleibt die Acquarena also eine Tropfsteinhöhle. agh
Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen
Bar Restaurant Elvas ------------------------ Bar Café Millenium ----------------------------Brixen, Elvas 28
Brixen, Altenmarktgasse 28/2
Die bekannte Bar Elvas ist unter neuer Führung. Die neuen Pächter heißen Gianluca Cassiano und Martina Misurova. Ihren Gästen servieren sie neben der traditionellen Tiroler Küche auch mediterrane Fischspezialitäten. Dienstag ist Ruhetag.
Das Bar-Café Millenium ist wieder von Montag bis Samstag von 7.30 bis 20 Uhr geöffnet. Der neue Pächter und Barbetreiber Peter Michaeler verwöhnt seine Kunden mit Imbissen, Kaffee, Kuchen, Cocktails. Neu sind auch seine Frühstücksangebote.
Der „Brixner“ unterstützt durch diese kostenfreie Rubrik den Start neuer Unternehmen im Einzugsgebiet: starthilfe@brixner.info
Nachgefragt
„Florierende Wirtschaft nĂźtzt allen“ JOSEF INSAM, Vorsitzender des SVP Wirtschaftsausschusses Brixen, Ăźber die von diesem Gremium organisierte Veranstaltungsreihe „Wirtschaft im Visier“, die vor kurzem ihren Auftakt im Forum Brixen hatte.
Der Begriff „Wirtschaft“ ruft
in der breiten BevÜlkerung nicht immer Begeisterung hervor‌ Das stimmt – aber man sollte dabei auch bedenken, dass die Lage der Wirtschaft uns alle betrifft und dass ein gut funktionierendes Wirtschaftsleben allen zugute kommt. Daher mÜchten wir die BevÜlkerung auch informieren und sensibilisieren: Erfolg haben kann man nur, wenn die Grundidee von einem breiten Konsens mitgetragen wird. Welche Aufgaben ßbernimmt der Wirtschaftsausschuss Brixen, um die Wirtschaft von Brixen zu stärken?
Wir sind ein neues, motiviertes Team, das sich im Anschluss an die letzten Gemeinderatswahlen gebildet hat und mÜchten helfen, jene Weichen zu stellen, damit der Wohlstand und das Gemeinwohl auch weiterhin gewährleistet werden. Dafßr sind eine mittel- und langfristige Planung im Bereich der Wirtschaft notwendig. Im Wirtschaftsausschuss sind nunmehr alle Wirtschaftszweige vertreten, und daher sind wir fßr Einzelbetriebe und Verbände ein wichtiger Ansprechpartner, um entsprechende Sachthemen zu erÜrtern.
Foto: Oskar Zingerle
Herr Insam, der SVP Wirtschaftsausschuss Brixen lädt die BevÜlkerung zu einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe ßber die Brixner Wirtschaft ein – mit welchem Ziel? Eine florierende Wirtschaft gewährleistet der gesamten BevÜlkerung ein sicheres Alltagsleben und ist ein wichtiges Standbein fßr jeden von uns. Daher sollte die Lage der Brixner Wirtschaft, deren Bedingungen und notwendigen Veränderungen auch einem breiten Publikum bekannt gemacht werden.
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Extra Anlage & Vorsorge
In guten Händen
ALPENBANK
Seit über 20 Jahren zählt die AlpenBank in Innsbruck zu einer der ersten Adressen für Geldanlagen und Vermögensverwaltung. Der Südtiroler Markt wird seit sieben Jahren von der Niederlassung in Bozen betreut.
D
urch ihre Spezialisierung auf Vermögensverwaltung und -vorsorge sieht sich die AlpenBank als Nischenplayer und sinnvolle Ergänzung zu den Haus- und Geschäftsbanken. Und der Erfolg gibt ihr Recht: Seit Jahren verzeichnet die AlpenBank konstante Zuwächse an Kunden und an zu verwaltendem Vermögen. Die spezialisierte Privatbank hat in einer Marktnische eine hervorragende Marktposition gefunden.
Dass Vermögensverwaltung
nicht gleich Vermögensverwaltung ist, beweist die AlpenBank mit einem Konzept, das den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Im Gegensatz zu anderen Anbietern bietet die AlpenBank weder eigene Produkte noch Standardkonstrukte an, sondern stellt individuell nach Kundenbedürfnissen maßgeschneiderte Vermögensportfolios zusammen. Durch ihre Produktunabhängigkeit sieht die AlpenBank eine größtmögliche Objektivität in der Produktbewertung gewahrt.
Im Beratungsgespräch mit
dem Kunden wird der Rahmen für die Strukturierung des zu verwaltenden Vermögens festgelegt und entschieden, welches Risiko er zu tragen bereit ist, welchem Investitionsstil nachgegangen werden soll oder welche Ausrichtung die Zusammensetzung seines Vermögensportfolios haben soll. Je nach Vermögensgröße, Ertragserwartung, Lebenssituation und Lebensplanung ergibt sich, ob in Wertanlagen investiert oder vielleicht doch auf traditionelle Sparformen zurückgegriffen werden soll. „Sparen, Anlegen und Investieren sind nicht dasselbe“, so Hans-Christoph von Hohenbühel, stellvertretender Direktor der AlpenBank Bozen, „Aktien, Zertifikate, Fonds oder sonstige Wertprodukte haben wenig mit Sparen zu tun, es handelt sich vordergründig um Investitionsprodukte, die dazu dienen, aus dem investierten Vermögen Ka50
Das Private-Banking-Team der AlpenBank mit Direktion (v.l.n.r.): Vittorino Carion, stv. Direktor Hans-Christoph von Hohenbühel, Silvano Momentè, Direktor der AlpenBank Bozen Norbert Alber, Helmut Huber, Gianfranco Polla, Matteo Caracristi, Giancarlo Eheim pitalerträge zu erwirtschaften.“ Dass die AlpenBank ihr Metier kennt, hat sie in der Vergangenheit wiederholt unter Beweis gestellt. So war sie beispielsweise die erste Bank in Südtirol, die in Zertifikate investiert hat. Oder die sich in einer Phase lang anhaltender Negativtrends vorzeitig im Jahr 2001 aus den Aktienmärkten zurückgezogen und 2002 in einer Niedrigzinsphase verstärkt auf Bonuszertifikate gesetzt hat.
In Schwellenländern verfolgt
die AlpenBank politische und wirtschaftliche Entwicklungen laufend mit, um stabilisierende, aufsteigende Volkswirtschaften frühzeitig ins Portfolio zu holen. „Märkte in Osteuropa, Asien, Afrika oder Lateinamerika sowie jene der Rohstoffe und anderer Sektoren verdienen heute eine ganz andere Betrachtung als vor zehn Jahren. Sie haben heute in den Überlegungen für eine ausgewogene Vermögensanlage einen berechtigten Platz“, erklärt Hans-Christoph von Hohenbühel. „Die klassischen Märkte reichen nicht mehr aus, um eine
marktgerechte Wertentwicklung des Portfolios zu erzielen.“
Die AlpenBank genießt bei
Anlegern und Mitbewerbern gleichermaßen einen hervorragenden Ruf als Vermögensspezia list. Dies war auch der Grund, warum im Jahr 2006 zwei langjährige Brixner Bankangestellte zur AlpenBank Bozen wechselten. Die beiden Anlageexperten Helmut Huber und Matteo Caracristi sahen im Wechsel zur AlpenBank enormes Potenzial zur persönlichen Weiterentwicklung und Steigerung ihrer Betreuungsexpertise.
Leiter der Alpenbank in Bo-
zen ist Direktor Norbert Alber. 1999 wurde er mit dem Aufbau des Italiengeschäfts der Österreichischen Privatbank betraut. Heute beschäftigt die positiv bilanzierende AlpenBank in Bozen 21 Mitarbeiter. Das Private-Banking-Team besteht aus Norbert Alber, seinem Stellvertreter und Leiter des Private-Banking-Teams Hans-Christoph von Hohenbühel sowie Matteo Caracristi, Helmut
Huber, Silvano Momentè, Vittorino Carion, Giancarlo Eheim und Gianfranco Polla. z
MATTEO CARACRISTI und HELMUT HUBER, zwei Brixner Berater der AlpenBank Bozen Kundenorientierte Vermögensverwaltung erfordert strategische Weitsicht und Offenheit gegenüber innovativen Produkten. In diesen Bereichen hat die AlpenBank eine Vorreiterrolle übernommen. So war es die AlpenBank, die als eine der ersten Südtiroler Banken in Zertifikate als Anlageprodukte beziehungsweise in Schwellenländer und Rohstoffmärkte investiert hat.“
Extra
„Unsere Kompetenz ist eine erfolgserprobte Verbindung aus traditionellen Werten wie Sicherheit, Kontinuität und Diskretion mit einem modernen Anlagemanagement.“
SPEZIALISIERT auf Ihr Vermögen. Ihr Private Banking Beraterteam v.l.n.r.: Helmut Huber, Matteo Caracristi, stv. Direktor der AlpenBank Bozen Hans-Christoph von Hohenbühel und Silvano Momentè
AlpenBank Bozen, Raingasse 20/I (Greif Center), 39100 Bozen, Tel. +39 0471 30 14 61, Fax +39 0471 97 74 04, www.alpenbank.it
Extra Anlage XXX & XXX & Vorsorge
Vorsorge ist wichtig
VOLKSBANK
Um für sich und seine Angehörigen rechtzeitig eine finanzielle Absicherung aufzubauen, ist eine gute Beratung sowie eine maßgeschneiderte Vorsorge genau das Richtige.
Karl Psenner: „Bis 30. Juni müssen sich Arbeitnehmer entscheiden, ob sie ihre Abfertigung beim Arbeitgeber lassen oder auf einen Zusatzfonds überweisen wollen“
W
ie bekannt, ist mit 1. Jänner 2007 die Abfertigungsreform in Kraft getreten, die von der Regierung um ein Jahr vorgezogen worden ist. Nachstehend ein kurzer Über-
blick zur neuen Abfertigungsregelung, die für viele Berufstätige der Privatwirtschaft einen bedeutenden Teil der künftigen Vorsorge darstellt. Im folgenden Interview wird ein Teilaspekt der insgesamt umfangreichen Materie behandelt. Für alle weiteren Auskünfte stehen die Kundenberater in jeder Volksbank-Filiale zur Verfügung.
läuft sich auf 6,91 Prozent der jährlichen Bruttoentlohnung. Der Abfertigungsfonds muss jährlich laut den gesetzlichen Bestimmungen aufgewertet werden. Diese Aufwertung beträgt 75 Prozent der Inflationsrate, zuzüglich 1,5 Prozent fix. Im Jahr 2005 betrug die Aufwertung der Abfertigungsfonds etwa 2,8 Prozent, im Jahr 2006 sind es zirka 3,0 Prozent.
Herr Psenner, was heißt Abfertigung (TFR = trattamento di fine rapporto) eigentlich? KARL PSENNER: Die Abfertigung wurde bisher in der Regel am Ende des Arbeitsverhältnisses zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber ausbezahlt und be-
Was bedeutet aber nun diese neue Regelung, die jetzt gültig ist? Das bedeutet zuallererst, dass sich die betroffenen Arbeitnehmer bis zum 30. Juni 2007 entscheiden müssen, ob sie – wie bisher – ihre Abfertigung beim
Arbeitgeber lassen oder auf einen Rentenzusatzfonds überweisen wollen. Sollte hingegen jemand keine Entscheidung treffen, dann fließt dessen Abfertigung in einen geschlossenen Rentenzusatzfonds. Dies ist jener Fonds, der zwischen Arbeitgeber und der betreffenden Kategorie der Arbeitnehmer gegründet wurde. Diese neue Regelung betrifft allerdings nur die ab 1. Jänner 2007 anreifende Abfertigung, die bis zum 30. Dezember 2006 angereifte Abfertigung bleibt unberührt. z
Altersvorsorge und Abfertigungsreform: Eine komplexe Angelegenheit.
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Eine gute Lösung
ITAS
D
ie Arbeitnehmer müssen sich bis 30. Juni 2007 entscheiden, ob sie die anreifende Abfertigung künftig einem Rentenfonds ihrer Wahl oder einer anderen Zusatzrentenform zukommen lassen wollen oder ob diese weiterhin im Betrieb hinterlegt werden darf. Die Entscheidung sollte gut überlegt sein, da die freiwillige Ergänzungsvorsorge künftig als integrativer Bestandteil der gesetzlichen Rente einen angemessenen Lebensstandard im Alter gewährleisten soll. Der „ITAS Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“ bietet mit dem PensPlan Plurifonds einen Rentenfonds zur ergänzenden Altersversorgung. Es handelt sich hierbei um einen Zusatzrentenfonds der ITAS VITA AG, der in Zusammenarbeit zwi-
schen der Centrum PensPlan AG der Region Trentino-Südtirol und der Versicherungsanstalt ITAS geschaffen wurde. Der PensPlan Plurifonds zeichnet sich durch eine Reihe an Vorzügen aus. Die Mitglieder profitieren von den äußerst niedrigen Verwaltungskosten, da die Centrum Pensplan AG alle Kosten für Verwaltungsdienste, Beratungen, Weiterbildungen und die Fondsverwaltung trägt.
Die Höhe des einzuzahlenden Betrages kann frei gewählt werden, die in den Fonds jährlich eingezahlten Beiträge können bis zu einem Maximalbetrag von 5.164,57 Euro vom besteuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Die eingezahlten Beiträge werden von der Fondsverwaltung in den Finanzmärkten weltweit investiert, mit dem ausschließlichen Zweck, den Mitgliedern eine sichere Altersversorgung zusätzlich zum öffentlichen Pflichtrentensystem anzubieten. Es stehen fünf Investitionslinien zur Auswahl, ab April folgt eine neue „ethische“ Linie. Weitere Informationen findet man online auf www.plurifonds.it oder können in der nächsten ITAS-Agentur eingeholt werden. z
Extra
Die neue Abfertigungsregelung bringt sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer einschneidende Veränderungen mit sich.
Peter Palese ITAS Landesagentur Brixen Der PensPlan Plurifonds wurde 1999 als erster Rentenfonds in Südtirol im Rahmen eines innovativen Rentenprojektes der Region Trentino-Südtirol geschaffen. Heute zählt der Rentenfonds fast 20.000 Mitglieder, mit einem verwalteten Vermögensportfolio von zirka 65 Millionen Euro.
Hauptagentur Brixen Rottensteiner & Palese Burgfriedengasse 1, Brixen - Tel. 0472 836158 - Fax 0472 837569 agenzia.bressanone@gruppoitas.it
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Impressum
Die Schneeschaufler Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Brixen, Samstag, den 19. Jänner 1924
Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixen.net Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Manuela Kerer (mak) Dietmar Pattis (dp) Hildegard Gargitter (hg) Elisabeth Stürz (es) Albina Kritzinger (ak) Andreas Gottlieb Hempel (agh) Günther Eheim (gevs) Ingo Dejaco (id) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info
Jänner 1924
Auch nix deutsch Brixen, Samstag, den 5. Jänner 1924 Es ist männiglich bekannt, dass der Kommissär Urli keinerlei deutsche Sprachkenntnisse besitzt. Das hat den Vorteil, dass er mit der Bevölkerung nicht verkehren kann und deshalb sehr wenig von ihr belästigt wird. Nun hat der Herr Urli auf Kosten der deutschen Stadt Brixen ganz eigenmächtig, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung, einen sicheren Ingenieur Zambonini als provisorischen Sekretär angestellt, der ebenfalls die deutsche Sprache nicht beherrscht. Wir hätten dem Kommissär doch so viel Takt zugemutet, dass er bei einer so wichtigen Anstellung, wie es die eines Sekretärs ist, auch auf die tatsächlichen Be-
zige Rotkehlchen ist aber schon so zahm, dass es seit Tagen Futter aus der Hand frisst und, sobald das Fenster aufgemacht wird, als erster Gast heranfliegt.
Neustifter Sternsinger
Eine Abtei, deren Lebensdauer auf 800 Jahre zurückreicht wie das Chorherrenstift Neustift bei Brixen, ist auch eine Heimstätte alter Überlieferungen, eine Dornröschenburg, in der heimische Volksbräuche die Jahrhunderte überdauern. Ein solch alter Brauch, der den schönsten Zeiten mittelalterlicher Mystik entstammt, ist das Drei-KönigenSternsingen. Bis ins vorige Jahrhundert haben es die Neustifter Chorknaben alljährlich gehal-
Grafik: Gabriele Tauber, Tel. +39 0472 060208 gabriele.tauber@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Brennerstraße 32, I-39042 Brixen www.athesia.it
Seit 1916 sei nicht mehr so viel Schnee gewesen wie heuer. Das schafft Verdienstmöglichkeit. Nach jedem Neuschnee tauchen die Schneeschaufler auf, um nach einigen Tagen wieder zu verschwinden. So geht es jetzt schon seit bald einem Monat. Man hat sich schon ganz daran gewöhnt und es würde unserem Straßenbild etwas fehlen, wenn die Schneeschaufler nicht da wären. Wenn man bedenkt, dass sie fortwährend der Kälte ausgesetzt sind, dass die Arbeit selbst keine leichte ist, so wird man den ihnen bewilligten Stundenlohn von L. 1,20 bis 1,30 sehr bescheiden finden. Ansonsten scheinen die Schneeschaufler einen mächtigen Schutzpatron zu haben, denn es schneit wieder weiter.
Bobrennen Brixen, Samstag, den 26. Jänner 1924 Zum ersten Mal findet am Sonntag, 27. Jänner, in Brixen auf der Straße St. Andrä – Milland ein Bobrennen um den Preis des Grafen Albertoni statt. Es haben sich zu diesem Rennen schon einige auswärtige Konkurrenten gemeldet. Start 4 Uhr nachmittags in St. Andrä, Gasserwirt. Abends 8 Uhr im Hotel „Excelsior“ Preisverteilung, anschließend Sportkränzchen.
Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Februar 2007 Nächster Redaktionsschluss: 5. Februar 2007 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 54
dürfnisse Rücksicht nehme. Aber nein, er zwingt die Bevölkerung, einen Menschen zu bezahlen, den sie nicht versteht. Die Bevölkerung empfindet die darinliegende Beleidigung ganz gut, wie sie es auch als Hohn empfindet, wenn man ihr gegen alles Gesetz nur mehr mit rein italienisch abgefassten Kundmachungen und Erlässen aufwartet.
Wenn man die Vöglein füttert
In einer Villa hier in Brixen werden schon seit zirka 14 Tagen die Vögel mit verschiedenem Futter, das auf ein Brett vor das Fenster gelegt wird, gefüttert. Finken, Rotkehlchen, Ammern, Meisen und sogar Amseln kommen, um den Hunger zu stillen. Das her-
ten. In schönen Ornaten haben sie mit den alten, seligen Weihnachtsweisen den Stiftsherrn und Dorfbewohnern die Weihnachten ausgesungen. Das alles erneuernde 19. Jahrhundert hat auch den Sternsingern Schweigen geboten. Heute wieder zum ersten Mal seit 100 Jahren haben sich die Neustifter Sängerknaben zum festlichen Drei-Königen-Zug aufgemacht. Mit ihrem selbst als König auftretenden Chordirektor Josef Gasser sind sie letzten Sonntag und Montag durch des alten Stiftes dämmerigen Gänge gezogen und haben mit ihren Liedern längst verklungene Träume wachgerufen. Tags darauf sind sie dann durch die Gassen des Dorfes gezogen, überall in jedem Hause Weihnachtsfreude weckend, Weihnachtsfrieden lassend.
Die Zeitungsartikel auf dieser Seite wurden von Günther Eheim aus der „Brixener Chronik“ entnommen, die 1888 gegründet wurde und bis 1925 erschien. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
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