Skip to main content

Brixner 438 - Juli 2026

Page 1


Stille Wasser, tiefe Pflicht

CHALETS im Grünen

BRIXEN - ST. ANDRÄ / NIEDERKARNOL

- Villa Chalet Marcus & - Villa Chalet Rosel

NEUBAU. Moderne Bauausführung. Traumlage mit Sicht auf Brixen. Baubeginn 2026 Konventionsfrei

Domplatz 20 39042 Brixen 0472 834 100 info@domus.cc www.domus.cc

ZUM NACHTLEBEN: „Eine lebendige Stadt fördern“

| Villa Sabiona: Reiche Bilderwelten MENSCHEN & MEINUNGEN

| PORTRAIT: Bea Hinteregger

22 | Pro & Contra: Wäre es besser, die sonntägliche Öffnung von Handelsbetrieben abzuschaffen?

| Umfrage: Lesen Sie noch Bücher?

26 | PETER MAFFAY IM INTERVIEW: „Musik ist viel mehr als nur Töne“ 32 | Kunstraum barth: Zimtduft inklusive

34 | Eisacktaler Volkstheater: Überall ist Liebe

36 | Tschumpus: Aus kleinen Lügen wird großes Theater

38 | InnStrumenti: Ein Abend beim Barbier

Richtige Strategie?

| SPORT: Neue Regeln in der Sportmedizin

& UMWELT

58 | TRINKWASSER-INTERESSENTSCHAFTEN: Die Hüter der Quellen

64 | Serie – Wo landet unser Müll? Was wird aus unserem Altglas?

66 | Ein zweites Leben für gebrauchte Kleidung

68 | Event: Durst Group – 90 Jahre Innovation im Druck

Wie angekündigt, haben wir in diesem „Brixner“ eine Gesprächsrunde zum Thema Nachtleben in unserer Redaktion organisiert. Der Ausgewogenheit wegen und weil es aus unserer Sicht für die Leserschaft spannend gewesen wäre, luden wir natürlich auch die Sicherheitsbehörden herzlich dazu ein, an der Gesprächsrunde teilzunehmen. Es ging uns dabei nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Lokalbetreibern und Behörden – vielmehr wollten wir an einem Tisch über die Bedürfnisse der unterschiedlichen Parteien sprechen und mögliche gemeinsame Lösungen suchen. Positiv überrascht war ich von der schnellen Rückmeldung, die noch am selben Tag erfolgte: Wie Sie auf den folgenden Seiten unschwer erkennen können, wurde unsere Einladung von der Quästur leider abgelehnt – mit der Begründung, dass man an Formaten wie einer Gesprächsrunde nicht teilnehmen könne, um die eigene Unparteilichkeit, Autonomie und Objektivität zu wahren. Das ist natürlich ihr gutes Recht – aus journalistischer Sicht aber schade, weil die Quästur uns durch die Absage ihre Perspektive vorenthält. Ich frage mich, ob die Strategie, gar nicht nach außen zu kommunizieren, wirklich die richtige ist: Gerade unpopuläre Entscheidungen werden besser verständlich, wenn man Kontext dazu liefert; Schweigen führt hingegen eher zu Misstrauen. Es wäre außerdem interessant gewesen zu erfahren, welchen Herausforderungen die Sicherheitsbehörden im Tagesgeschäft begegnen, während sie die öffentliche Sicherheit wahren. Ich hoffe, dass wir irgendwann in Zukunft die Gelegenheit haben werden, unseren Leserinnen und Lesern einen tieferen Einblick in die Arbeit der Sicherheitsbehörden zu gewähren.

Ihre

Anina Vontavon

„Eine

lebendige

INTERVIEW: Die zeitweilige Schließung der Diskothek „Club Max“ hat die Diskussion rund um das Nachtleben in Brixen und Südtirol neu entfacht. Ein Gespräch über fehlende Ausgehmöglichkeiten für die Jugend, über die Entwicklung in der Domstadt – und über Lösungsvorschläge.

Fotos: Oskar Zingerle

lebendige Stadt fördern“

Herr Taschler, Mitte Juni musste der Club Max nach Anordnung der Quästur bekanntlich zwangsweise für 15 Tage schließen. Als Reaktion darauf hat der Club die Türen seit Anfang Juli erneut geschlossen, diesmal freiwillig. Eine Wiedereröffnung steht jedoch im Raum. Was ist der letzte Zwischenstand?

FELIX TASCHLER: Derzeit gehen wir davon aus, dass wir den Club am Ferragosto-Wochenende wieder öffnen werden. Nach der zwangsweisen Schließung durch die Quästur kurz vor dem „School’s Out“ Mitte Juni hat die Diskussion eine Eigendynamik entwickelt: Wir haben unzählige Mitteilungen und Kommentare von jungen Menschen sowie deren Eltern erhalten, die die Schließung bedauerten. Auch Medien und Politik auf lokaler und auf Landesebene haben das Thema aufgegriffen. In den letzten Wochen wurde ich zu vielen Gesprächen eingeladen, und ich habe das Gefühl, dass Politik und Behörden bereit sind,

p IM GESPRÄCH MIT DEM „BRIXNER“: Naomi Kofler, Vera Obexer, Geschäftsführerin vom Jugenddienst Brixen, Felix Taschler, Geschäftsführer des Club Max, Hanna Gfader vom Astra und Stadtrat Peter Natter

gemeinsame Lösungen zu finden. Trotzdem wollten wir mit der mehrwöchigen Schließung ein Zeichen setzen, dass es uns ernst ist und dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Herr Stadtrat, welche Schlüsse hat die Gemeinde Brixen aus der Diskussion der letzten Wochen gezogen?

PETER NATTER: Ich will vorausschicken, dass wir als Gemeinde in den letzten Jahren einen konstruktiven und stetigen Dialog mit dem Club Max aufgebaut haben. Die Entscheidung der Schließung hat mich deshalb auch betroffen gemacht. Als Gemeinde haben wir uns daraufhin mit den Behörden ausgetauscht und die Verantwortlichen des Clubs zu einem Gespräch eingeladen, um unsere Unterstützung anzubieten. Dabei geht es uns nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, mit allen Akteuren eine Lösung zu finden. Die Jugend braucht Platz in Brixen, und gleichzeitig muss Sicherheit natürlich auch weiterhin

gewährleistet sein. Das gelingt am besten, wenn wir offen miteinander kommunizieren, nichts beschönigen, aber auch nicht vorverurteilen.

HANNA GFADER: Für uns ist das Thema natürlich auch relevant, weil wir als Astra zwar nicht direkt betroffen sind, aber uns natürlich auch Gedanken darüber machen, wie ein sicheres Nachtleben gelingt. Aus der Sicht des Astra wäre uns ein gemeinsamer Austausch mit allen Akteuren des Brixner Nachtlebens wichtig. Dann kann man gemeinsam auf eventuelle Probleme reagieren und besser zusammenarbeiten.

NAOMI KOFLER: Meine Schwester besucht die Oberschule und hatte sich mit ihrer Klasse bereits Tickets für das „School’s Out“ im Max besorgt. Dementsprechend enttäuscht waren sie, als das Event kurzfristig ausfiel – vor allem, weil es im Umfeld keine wirklichen Alternativen gibt.

Wie steht es grundsätzlich um das Angebot an Ausgehmöglichkeiten in Brixen?

Naomi Kofler: Es hängt etwas von der Jahreszeit ab – im Sommer gibt es unterschiedliche Pop-up-Events und Freiluftveranstaltungen, auch die Brixner Sommeremotionen sind ein gutes Angebot. Im Winter ist es hingegen sehr ruhig, und man findet am Wochenende kaum Orte, an denen man sich treffen kann. Grundsätzlich fehlen Pubs und Bars, die am Wochenende abends bis spät geöffnet haben und wo man spontan gemeinsam Zeit verbringen kann, ohne direkt in einem Club zu sein.

Felix Taschler: Die Anzahl an Pubs und Bars hat in den letzten zwei Jahrzehnten in Brixen in der Tat dramatisch abgenommen. Es gibt heute kein einziges Pub mehr; bestimmte Bars haben am Wochenende abends sogar komplett geschlossen. Das ist eigentlich Wahnsinn! Es war in der Altstadt in den letzten Jahren schwierig, allen Interessen gerecht zu werden: Die Jugendlichen wünschten sich Lokale, die Anrainer litten aber unter dem Lärm. Auch negative Begleiterscheinungen wie zerbrochene Flaschen, ausgerissene Pflanzen und Raufereien konnten auftreten, wenn viele Jugendliche zusammenkamen. Betreiber wurden dafür zunehmend verantwortlich gemacht, was dazu führte, dass sie heute lieber gar nicht erst öffnen.

Peter Natter: Eine attraktive Stadt muss das ganze Jahr über ein vielfältiges Angebot bieten: Dazu braucht es neben dem Club Max auch Bars und Kulturzentren wie das Astra.

p Vera Obexer, Jugenddienst

Brixen: „Wir beobachten im allgemeinen Ausgehverhalten einen deutlichen Unterschied zwischen Jugendlichen im Stadtgebiet und jenen der Fraktionen“

Stadtrat Peter Natter: „Es ist nicht fair, dass hunderte junge Menschen wegen des Fehlverhaltens einiger weniger draufzahlen müssen“ p

Auch ich bewerte die Entwicklung der Altstadt der letzten Jahre kritisch. Dass Bars am Wochenende abends nicht öffnen, liegt neben den genannten Schwierigkeiten aber auch am Personalmangel – es ist also ein vielschichtiges Thema. Gerade deswegen muss es uns als Politik wichtig sein, die Betreiber zu unterstützen. In einer Zeit, in der soziale Einsamkeit bei jungen Menschen häufiger wird und die digitale Welt an Bedeutung gewinnt, müssen wir ihnen Treffpunkte ermöglichen. Ausgehen gehört zum Erwachsenwerden dazu.

Felix Taschler: Auch wir Betreiber sind natürlich in der Pflicht, alle Bestimmungen einzuhalten. Gewisse Entscheidungen machen einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb von Lokalen aber fast unmöglich. Die Schließung im Juni durch die Quästur war bereits die zweite; nach vier erfolgt der Lizenzentzug. Wir sind deshalb gerade dabei, vor Gericht eine Löschung zu erreichen. Ich kann Lokalbetreiber verstehen, die sagen: Unter diesen Bedingungen lasse ich es lieber sein.

Peter Natter: Unberechenbare Schließungen von Nachtlokalen sind ein großer Störfaktor – sowohl für junge Menschen, die sich auf eine Party freuen, als auch für die

Betreiber, die im Vorfeld ein Event organisiert haben, mit allen damit verbundenen Kosten. Hier braucht es mehr Planungssicherheit, und diese Verantwortung würde ich den Polizeikräften gerne mitgeben.

Felix Taschler: Eine Schließung verfehlt meiner Meinung nach ohnehin ihr Ziel: Wenn man jungen Menschen die letzten Räume nimmt, an denen sie sich treffen können, dann feiern sie an ungeschützten Orten ohne Sicherheitspersonal und ohne Menschen, die wissen, wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Außerdem ist es für mich unverständlich: Wenn vor einem Supermarkt eine Schlägerei stattfindet, wird er ja auch nicht geschlossen.

Hanna Gfader: Ausgehlokale sollen sichere Räume sein. Sie sind dazu da, unter Aufsicht Spaß zu haben, aber auch eigene Grenzen ein bisschen auszutesten. Es sind auch Lernmomente dabei, wenn junge Menschen merken, dass sie mit ihrem Verhalten vielleicht ein bisschen über die Stränge geschlagen haben. Das gehört dazu – und dafür braucht es Menschen, die sie darauf aufmerksam machen. Es wäre viel problematischer, wenn das andernorts stattfinden würde, wo niemand darauf schauen kann.

Wie hat sich das Ausgehverhalten der Jugendlichen selbst in den letzten Jahren verändert?

Naomi Kofler: In meinem Umfeld sind viele derzeit für ihr Studium im Ausland und deshalb in einer Studentenstadt, wo mehr los ist. Die, die noch hier sind, treffen sich eher bei jemandem zu Hause und bleiben dort unter sich. Das hat sich so entwickelt, weil wir das richtige Feiern-Gehen eigentlich gerade erst begonnen hatten, als es durch Corona wieder unterbrochen wurde. Meine Schwester, die

„ Bei den ‚School ’ s Out‘Veranstaltungen ist in den letzten drei Jahren nie etwas passiert“

Felix Taschler, Club Max

mit ihren 18 Jahren drei Jahre jünger ist als ich, besucht den Club Max und andere Nachtlokale mehr als Menschen in meinem Alter. Auch Feste sind bei ihnen sehr beliebt.

Felix Taschler: Wir haben in den Jahren unmittelbar nach Corona ganz stark gemerkt, dass Jugendliche weniger feiern gehen – und jene, die zu uns kommen, sind viel ruhiger als früher. Man sieht weniger Emotionen und mehr Menschen, die einfach am Handy sind. Auch Alkohol wird weniger exzessiv getrunken, was natürlich positiv ist. Jugendliche sind viel bedachter darauf, wie sie sich darstellen: Mit den Smartphones kann jeder sofort ein Video machen und auf Sozialen Medien veröffentlichen. Vandalismus hat im Lokal, aber auch außerhalb, in den letzten Jahren stark abgenommen, was auch darauf zurückzuführen ist.

VERA OBEXER: Auch wir bemerken, dass Jugendliche weniger Alkohol trinken. Wir beobachten im allgemeinen Ausgehverhalten einen deutlichen Unterschied zwischen Jugendlichen im Stadtgebiet und jenen der Fraktionen. In den Fraktionen ist es noch verbreiteter, dass man sich abends einfach irgendwo trifft – gerade im Sommer – und

p Hanna Gfader, Astra: „Ausgehlokale sollen sichere Räume sein; sie sind dazu da, unter Aufsicht Spaß zu haben, aber auch eigene Grenzen ein bisschen auszutesten“

weniger auf die Angebote im Stadtgebiet zurückgreift. Auch Dorffeste sind dort sehr beliebt.

Welche Rolle spielt Prävention in diesem Zusammenhang?

Peter Natter: Auf Gemeindeebene wollen wir neben der Koordination zwischen Behörden und Betreibern vor allem auch Prävention verstärken. Wir befinden uns derzeit stark im Austausch, auch mit der Landesregierung, und sammeln unterschiedliche Vorschläge. Das Thema betrifft nicht nur Brixen, sondern ganz Südtirol. Denkbar wäre der Einsatz von Awareness-Teams, die als sofortige An-

JETZT KURSE ENTDECKEN

BIST DU BEREIT FÜR DEIN NÄCHSTES KLETTERABENTEUER?

Entdecke unsere Kletterkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene –vom spielerischen Einstieg bis zum gezielten Techniktraining

ONLINE-ANMELDUNG AB 18 AUGUST 2026, 18:00 UHR

Klettern lernen, gemeinsam wachsen und neue Höhen erreichen!

28.08. 2026

Kursaal Merano

Bomsori Kim

Seoul Philharmonic Orchestra

Teddy Abrams . Yuja Wang

Copland, Barber, Dukas, Prokofiev: Klavierkonzert Nr. 3

MI 09.09. HENRY & HARRY | POTTER & PURCELL

O/Modernt Orchestra Stoccolma

Voces8 Scholars Ensemble . Hugo Ticciati

DO 10.09. STAATSKAPELLE DRESDEN

Daniele Gatti . Beatrice Rana

Beethoven, Brahms: Symphonie Nr. 2

DI 15.09. BERGEN PHILHARMONIC ORCHESTRA

Dima Slobodeniuk . Leif Ove Andsnes

Brahms: Klavierkonzert Nr. 2, Sibelius: Symphonie Nr. 5

MI 16.09. DANIEL HOPE & IRISH BAND LÚNASA

Irish Roots and Irish Dreams

DO 17.09. CAMERATA SALZBURG . LUCAS & ARTHUR JUSSEN

Schubert: Symphonie Nr. 6, Mendelssohn: Konzert 2 Klaviere

DI 22.09. BALTIC SEA PHILHARMONIC

Robert Treviño . Charlotte Melkonian (Violoncello) Stenhammar, Tschaikowsky, Brahms: Symphonie Nr. 1

Präsident: Hannes Gamper . Ehrenpräsident: Hermann Schnitzer

Künstlerischer Leiter: Andreas Cappello

laufstelle in akuten Situationen direkt vor Ort sind. Wer etwa sexuelle Belästigung, Diskriminierung oder andere Grenzüberschreitungen erlebt hat, kann sich jederzeit direkt an das Team wenden und Hilfe bekommen. Eine andere Idee wäre der Einsatz von Streetworkern, wovon auch die Landesregierung spricht.

Vera Obexer: Streetwork richtet sich häufig an Jugendliche, die sich bereits in schwierigen Situationen befinden oder von bestehenden Angeboten kaum erreicht werden. Deshalb bin ich skeptisch, ob Streetwork allein für das Nachtleben die passende Lösung ist. Mobile Jugendarbeit setzt früher an. Wir wollen nicht erst warten, bis ein Problem entsteht, sondern präventiv, niederschwellig und direkt vor Ort sein und jungen Menschen vermitteln: Wir sind für euch da. Mit unserem Projekt „Mobiler Ratscher“ ist der Jugenddienst auf Festen unterwegs. Auf der Tschötscher Heide haben wir eine Chill-out-Zone mit Wasser, Decken, Äpfel und Traubenzucker eingerichtet und aktiv das Gespräch gesucht. Das wurde positiv angenommen. Künftig möchten wir das Angebot gerne auf weitere Feste ausweiten.

Nehmen Sie ein Sicherheitsproblem in Brixen wahr?

Felix Taschler: Ich finde nicht. Wenn im Lokal alles ordentlich geregelt ist, passiert drinnen sehr wenig. Auch bei den „School’s Out“-Veranstaltungen ist in den letzten drei Jahren nie etwas passiert, weil wir uns im Vorfeld mit der Gemeinde und den Behörden ausgetauscht haben und mehr Sicherheitspersonal eingestellt wurde. Umso unverständlicher war für mich die erzwungene Schließung. Vor einigen Jahren kam es noch zu viel mehr Prügeleien mit schweren Verletzungen als heute. Natürlich kommt es hin und wieder zu Vorfällen, aber das passiert auf jedem Dorffest. Was wir schon beobachten, und das möchte ich nicht schönreden: Heftigere Schlägereien finden bei uns vor allem unter einzelnen Ausländern statt, weniger durch Einheimische.

Vera Obexer: Anders ist es bei den Festen mit überwiegend einheimischem Publikum. Dort beobachten wir Auseinandersetzungen eher unter Einheimischen. Entscheidend ist die Zusammensetzung des Publikums. Naomi Kofler: Aus meiner Erfahrung und jener meines Umfelds kann ich sagen, dass wir uns auf Freiluftevents und auch in den Lokalen nicht unsicher fühlen, weil man dort unter Leuten ist. Eher ist es unheimlich, abends durch die leergefegte Altstadt nach Hause zu gehen.

Wie kann es gelingen, das Nachtleben in Brixen wieder aktiver zu gestalten und trotzdem die Sicherheit zu gewährleisten?

Felix Taschler: Wir stehen normalerweise mit den Sicherheitsbehörden in einem guten Austausch; unser Sicherheitspersonal arbeitet mit ihnen zusammen. Außerhalb unseres Clubs fehlt uns aber die Zuständigkeit; wir dürfen dort nicht eingreifen. Die Problempunkte sind nach unserer Erfahrung nicht im Club, sondern im Lido und bei den Schulen in Brixen Süd – allesamt dunkle Ecken, wo wir keine Handhabe zum Eingreifen haben. Erst vor Kurzem kam es im Lido zu einer Schlägerei, bei der mein Sicherheitspersonal trotzdem eingegriffen hat, weil keine Polizei vor Ort war. Was unserer Erfahrung nach Wirkung gezeigt hat, ist Polizeipräsenz. Wenn zwischen 2:30 und 4:30 Uhr morgens ein Streifenwagen an den sensiblen Orten steht, reicht das normalerweise aus, um abschreckend zu wirken und das Risiko für Zwischenfälle erheblich zu verringern. Bei allem Verständnis für die knappen Ressourcen der Polizei: Das würde die Situation, die ohnehin nicht schlimm ist, nochmal verbessern.

Peter Natter: Als Gemeinde sehen wir uns als Schnittstelle zwischen den Clubbetreibern und den Behörden

und versuchen, einen guten Ausgleich zu finden, damit die Attraktivität gesteigert werden kann. Alle müssen ihre Hausaufgaben machen: wir als Gemeinde, die Lokalbetreiber, Polizei und Justiz und natürlich auch die Jugendlichen. Bezüglich Sicherheit ist es mir wichtig, eines ganz klar zu betonen: Die Ursache dieser einzelnen Vorfälle ist nicht das Nachtleben an sich, sondern einige wenige Personen, die durch Respektlosigkeit und aggressives Verhalten auffallen. Junge Menschen, aber auch ihre Eltern, müssen darauf vertrauen können, dass man in Brixen sicher ausgehen kann. Und wenn es Vorfälle gibt, müssen diese klar und konsequent angesprochen werden. Eine Schließung von Lokalen ist jedoch das falsche Signal, denn es ist nicht fair, dass hunderte junge Menschen wegen des Fehlverhaltens einiger weniger draufzahlen müssen.

Vera Obexer: Zusammenarbeit ist wichtig, reicht aber nicht aus und muss durch sehr frühe Prävention ergänzt werden. Nachhaltige Prävention beginnt früher: Familien brauchen Unterstützung, damit Kinder stabile Beziehungen, Werte und Wertschätzung erfahren.

Wenn Sie einen Wunschzettel hätten: Was würde draufstehen, damit sich das Nachtleben in Brixen in ein paar Jahren positiv entwickelt?

Felix Taschler: Für mich bleibt der entscheidende Punkt: Landesregierung und Polizei sollten einen Weg finden, nicht mehr direkt das Lokal zu schließen, wenn außerhalb unseres Hoheitsgebiets etwas passiert. Dann würde es für Lokalbetreiber wieder attraktiver werden, am Wochenende zu öffnen.

p Naomi Kofler: „Für mich bleibt der zentrale Wunsch: mehr Orte wie in anderen Städten, die spät offen haben und die man spontan besuchen kann“

Menschen gibt. Aber auch ich selbst möchte manchmal länger in Lokalen bleiben können und nicht um 23 Uhr nach Hause geschickt werden. Im Astra machen wir ab Herbst ein tolles Programm, und ich freue mich, wenn viele junge Leute vorbeischauen.

„Ausgehen gehört zum Erwachsenwerden dazu“

Peter Natter, Stadtrat

Naomi Kofler: Für mich bleibt der zentrale Wunsch: mehr Orte wie in anderen Städten, die spät offen haben und die man spontan besuchen kann, ohne im Vorfeld Tickets kaufen zu müssen.

Hanna Gfader: Ich wünsche mir, dass mehr Leben in die Stadt kommt und dass es wieder mehr Räume für junge

Vera Obexer: Wir müssen mehr untereinander im Austausch bleiben und uns besser vernetzen. Als Jugenddienst kriegen wir oft Dinge zu wenig mit. Außerdem wünsche ich mir, dass die Gesellschaft jungen Menschen mehr zutraut und ihnen Platz gibt. Sie sind viel besser als ihr Ruf. Peter Natter: Viele unserer Barbetreiber und Jugendarbeiterinnen sind sehr engagiert – und wir müssen ihnen den Freiraum geben, ihre Arbeit zu machen. Ich wünsche mir etwas mehr Kulanz und Menschlichkeit in der Bevölkerung. Wir erhalten unmöglich viele Nachrichten, wenn eine Bar ein paar Minuten zu lange Musik spielen lässt oder eine andere Kleinigkeit passiert. Gleichzeitig müssen natürlich auch Feierlustige Rücksicht auf die Anrainer nehmen. Wenn alle ein bisschen aufeinander achten, kommt jeder auf seine Kosten. Wir wollen als Gemeinde klar signalisieren: Sicherheit ist wichtig, aber wir wollen Nachtleben und eine lebendige Stadt fördern.

anina.vontavon@brixner.info

t Felix Taschler, Club Max: „Ich kann Lokalbetreiber verstehen, die sagen: Unter diesen Bedingungen lasse ich es lieber sein“

Reiche Bilderwelten

BRIXEN: Die Villa Sabiona in der Plosestraße erzählt mit ihrem Bilderschmuck von der Geschichte Brixens, von persönlichen Interessen des Bauherrn und einer längst vergangenen Zeit. Neue Fotos zeugen von den einst reichen und festlich ornamentierten Fassaden, die inzwischen teilweise verschwunden sind.

Wer aufmerksam durch Brixen und Milland geht, begegnet immer wieder den Spuren des Baumeisters und Architekten Alois Gstrein (1869–1945). Sein Wirken prägte das Stadtbild nachhaltig: Verschiedene Gebäude und zahlreiche architektonische Details zeugen bis heute von seinem gestalterischen Gespür und seinem handwerklichen Können (der „Brixner“ berichtete in Ausgabe Nr. 434, März 2026).

Nach dem Bau der Villa Tirolerheim gegenüber der Widmannbrücke errichtete Alois Gstrein im Jahre 1906 unmittelbar daneben ein weiteres Eigenheim: die Villa

Sabiona (heute Plosestraße 3), die ebenfalls im Stil des Historismus gestaltet wurde. Die reiche Fassadengestaltung fällt noch immer ins Auge und regt zu einer näheren Betrachtung an.

Sabiona – ein Name mit geschichtlichem Bezug

Bereits die Namensgebung „Sabiona“ verweist auf die Geschichte: Sie erinnert an den ehemaligen Bischofssitz Säben oberhalb von Klausen sowie an die groß angelegte Jahrtausendfeier von 1901 in Brixen, die an die Schenkung des Hofes Prihsna erinnern sollte.

Den damaligen Festumzug ließ Ferdinand Kaltenegger in seinem „Schloss Taurenstein“, dem heutigen Rathaus, vom Innsbrucker Historienmaler Raphael Thaler bildlich nachgestalten. Von Raphael Thaler, den Alois Gstrein von den verschiedenen Burgrestaurierungen sicher gut kannte, dürften auch die reichen Fassadenverzierungen an der Villa Sabiona stammen, die derzeit allerdings nur noch an der Straßenseite deutlich sichtbar sind.

Begeisterung für die Jagd

ein Portalvorbau aus Holz und Glas unten links ins Haus führt.

Ein Fenster ins alte Brixen

Startklar ins Schuljahr

KOMPETENTE BERATUNG Hefte, Mappen, Farben, Bücher u.v.m. mit dem Familienpass *ausgenommen Sonderangebote Foto: www.freepik.com

Auch Bestellung per E-Mail möglich: info@weger.bz.it

Univ.-Buchhandlung A. Weger I-39042 Brixen - Weißenturmgasse 5 Tel. 0472 836 164 - www.weger.bz.it

Die mit verschiedenen Zierelementen versehene Fensterpartie im Zentrum wird von einer Jagdszene gerahmt: Im unteren Teil stehen ein Hirsch und eine Hirschkuh, im oberen Teil sind ein Wildschweinkopf und ein Widderkopf dargestellt. Im Maul tragen sie jeweils einen Ring, an dem Lorbeergirlanden hängen. Von den beiden darüberstehenden Putten stößt einer ins Jagdhorn, während der andere einen Sauspieß in den Händen hält. In der mit aufgebrochenen Blattelementen und Voluten versehenen Kartusche steht der Spruch: „Laß es dir genügen – Wie es Gott will fügen.“ Die Jagdmotive könnten daran erinnern, dass Alois Gstrein mit dem österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand befreundet war, der ja ein leidenschaftlicher Jäger war und den Gstrein vermutlich auf manchen Jagden begleitete. Zudem besaß die Familie Gstrein einst ausgedehnte Waldungen am Ploseberg und ging dort ebenfalls der Jagd nach.

Die Drillingsfenster sind nach dem Palladio-Motiv gestaltet. Gemalte Karyatiden tragen den unteren Fenstersturz. Unterhalb der Fensterpartie ziehen sich dekorative Bänder mit Fruchtgirlanden entlang. Auf der rechten oberen Seite befindet sich ein von Kragsteinen getragener Kastenerker, während

Die Sonnenuhr in der linken oberen Ecke stellt den Domplatz um 1565 dar. Von der ursprünglichen Überschrift „Alt Brixen am Hof“ ist nur mehr das „A[nno] Dom[ini] 1565“ erhalten. Auch die Bezeichnungen „Pfarr-Kirche, Das Münster [mit den Kirchen] Aller-Heiligen, Zu unserer lb. Frau, Skt. Barbara und Beinhaus, Skt. Salvator“ wurden im Zuge der Italianisierungsmaßnahmen in den 1920er-Jahren übermalt, lassen sich jedoch auf einem älteren Foto aus dem Besitz von Onorato Battocchi noch eindeutig lesen. Dasselbe geschah mit den Darstellungen des Domes und der Pfarrkirche. Sieht man ganz genau hin, erkennt man, dass sich die ursprünglichen Domfenster unter der neueren Farbschicht noch heute deutlich abzeichnen.

Historisch richtig wiedergegeben ist, dass der nördliche Domturm damals noch romanisch, der südliche hingegen schon gotisch war. Inzwischen tragen beide Domtürme einen Renaissanceabschluss. Der Weiße Turm war im Jahr 1565 allerdings noch „schwarz“ und trug noch nicht die Kupferhaube. „Am Hof“ ist die alte Bezeichnung für Hofplatz (heute Domplatz), weil sich dort neben dem Münster einst die bischöfliche Residenz befand. Als Vorlagen mögen dem Maler der bekannte Stich von Joris Hoefnagel aus dem Jahre 1588 und eine Ansicht des Brixner Dombezirkes aus dem 18. Jahrhundert gedient haben. Die Jahreszahl 1565 mit der dargestellten Prozession, die sich vom heutigen Pfarrplatz hinter der Kirche zum Dom bewegt, erinnert in erster Linie wohl an den von Papst Pius IV. auch für Brixen gewährten Jubiläumsablass. Dessen Erträge dienten der Befestigung

der Insel Malta gegen die Türken. Außer den üblichen Bedingungen mussten sieben Kirchen besucht werden: der Dom, die Pfarrkirche, Unsere Liebe Frau (im Kreuzgang), St. Katharina (heute Kapuzinerkirche), St. Elisabeth bei den Klosterfrauen (Klarissenkirche) sowie die Kirchen zu St. Erhard und zum Heiligkreuz (heute Priesterseminar).

Gleichzeitig fand 1565 in Brixen eine Diözesansynode statt, die der Koadjutor Johann Thomas von Spaur im Auftrag seines Onkels, des Fürstbischofs und Kardinals

Christoph von Madruzzo abhielt, um die Beschlüsse des Trientner Konzils (1545–1563) endlich auch in der Diözese umzusetzen.

Der Besuch von sieben Kirchen im Zusammenhang mit dem Jubiläumsablass 1565 erinnert möglicherweise an die „Sieben-Kirchen-Wallfahrt in Rom“, die kurz zuvor (1553) vom heiligen Philipp Neri begründet oder, besser gesagt, wiederbelebt wurde. Sie sah den Besuch der sieben Hauptkirchen Roms in folgender Reihenfolge vor: Petersdom, Basilika St. Paul vor den Mauern, Basilika St.

Sebastian vor den Mauern, Lateranbasilika, Basilika vom Heiligen Kreuz in Jerusalem, Basilika St. Laurentius vor den Mauern und Basilika Santa Maria Maggiore.

Im Jahr 1994 belebte die Pfarrei und das Dekanat Brixen den nach einer kurzen Unterbrechung aufgegebenen, aber bereits 1699 erstmals erwähnten Brixner „Sieben-Kirchen-Umgang“. Seither werden jeweils am dritten Sonntag im September die Kirchen wie folgt besucht: Pfarrkirche St. Michael in Brixen, St. Jakob in der Mahr, Johannes der Täufer in Tschötsch,

das Johannes- und das Nikolauskirchlein in Tötschling, St. Veit in Tils und St. Ulrich in Pinzagen sowie St. Cyrill, wo die Wallfahrt ihren feierlichen Abschluss findet.

Die verlorenen Bilder an der Nordfassade

Auch die Nordfassade war einst reich und festlich ornamentiert, wie ein historisches Foto eindrucksvoll belegt. Zwischen den beiden Fenstern im Obergeschoss befand sich das von einem Lorbeerkranz umgebene Brixner Lamm, das in

Von der einst reichen Fassadenmalerei ist an der Straßenseite noch vieles deutlich sichtbar erhalten
Historische Aufnahme der Westfassade: Einst zeigte sich die Villa Sabiona in voller ornamentaler Pracht
Foto: Archiv Onorato Battochi

PRODUKTIONSMITARBEITER

(m/w/d)

Sicherer Job. Wochenende frei.

Guter Verdienst.

Aufstiegschancen

Einstiegsgehalt ab 30.000 € brutto/Jahr

Die Sonnenuhr an der Westfassade zeigt den Brixner Domplatz um 1565 –die einstigen Beschriftungen wurden in den 1920er-Jahren übermalt

spiegelverkehrter Darstellung zur Stadt Brixen blickt. Glücklicherweise ist auf dem Foto oberhalb des Wappentiers noch die Jahreszahl MCMVI (1906) gut lesbar.

36h 15min effektive Arbeitszeit

Sicherer Arbeitsplatz …und viele weitere Vorteile

Montag bis Freitag

Mehr Freizeit durch feste Schichten

Über den ebenfalls reich verzierten Fensterlaibungen waren verschiedene Tierarten angebracht. Die Eichhörnchen am obersten Fenster, gleich unter dem schützenden Krüppelwalmdach, sind bis heute deutlich erkennbar. An der rechten Seite der Fassade befand sich auf einem festlich geschmückten Sockel die Darstellung eines Tiroler Brautpaares in Tracht. Die darunter angebrachte Inschrift ist jedoch weder auf dem historischen Foto noch an der Mauer selbst mehr lesbar.

Kennzeichen des Heimatstils und stammt sicher aus den eigenen Werkstätten des Bauherrn. Die Unterseite des umlaufenden Dachgesimses ziert ein bemaltes Dekorband.

Essens-/ Einkaufsgutschein 160 €/Monat

Haben wir dich neugierig gemacht?

Dann melde dich bei uns, wir freuen uns: personal@alupress.com

Dass die Fassaden der Villa Sabiona weniger aufwendig gestaltet waren als jene der Villa Tirolerheim, wie Susanne Waiz in ihrem Aufsatz „Alois Gstrein und seine Brixner Bauten“ (2014) meint, lässt sich nach den vorliegenden Beobachtungen nicht bestätigen. Die heutigen Zementbalkone an der Südseite wurden erst im Zuge eines späteren Umbaus angebracht. Im Jahre 1921 verkaufte Alois Gstrein die Villa Sabiona an den englischen Arzt Dr. Henry August Smith. In dessen Auftrag gestaltete Gstrein das Gebäude drei Jahre später nach bodenständigen Formen des 17. Jahrhunderts um und versah es innen mit einer reichen Holzvertäfelung. Dadurch erhielt die Villa den Charakter eines „Edelsitzes von sehenswürdiger Vornehmheit“, wie die damalige Meraner Zeitung schrieb. Die schwere dunkle Kassettendecke hat sich bis heute in den inzwischen zwei abgeteilten Räumen erhalten. Mitte der Zwanzigerjahre richtete Dr. Pius Dejaco († 1933), unterstützt von seiner Frau Elvira geb. Fontanari († 1953), in der Villa Sabiona ein kleines Privatsanatorium ein, das zugleich als Alten- und Pflegeheim diente. Hierfür eignete sich auch der weitläufige Garten rund um die Villa in besonderem Maße. Bereits ein in deutscher, italienischer und englischer Sprache erschienene Werbeprospekt des Privatsanatoriums aus den Dreißigerjahren weist auf die „feinst ausgestatteten Süd- und Ostzimmer“ hin, die aus- www.alupress.com

Heute sind an der Nordwand nur noch spärliche Reste der einstigen Fassadenmalerei erhalten. Ob auch diese Malereien übertüncht oder abgewaschen wurden, konnte hier nicht endgültig geklärt werden. Besonders von der Darstellung des Tiroler Trachtenpaares ist nichts mehr zu erkennen. Fest steht jedoch, dass die Mauer durch den Efeu erheblich beschädigt wurde, der sie in den Fünfzigerjahren vollständig überwucherte. Darüber hinaus war die Nordfassade den Witterungseinflüssen besonders stark ausgesetzt, was den Zerfall der Fassadenmalerei zusätzlich beschleunigte.

„Ein Edelsitz von sehenswürdiger Vornehmheit“

Die Süd- und Ostfassaden wurden vor allem durch Holzbalkone und Veranden, kleine Loggien sowie weitere Gestaltungselemente wirkungsvoll gegliedert. Gerade das reichlich verwendete, kunstvoll bearbeitete Holz ist ein typisches

Auf der historischen Aufnahme sind die ursprünglichen Beschriftungen der Sonnenuhr noch deutlich zu lesen

nahmslos über einen offenen oder geschlossenen Balkon verfügen, sowie auf den ausgedehnten Zierund Obstgarten. Einige Zeit führte der Sohn Dr. Marius Dejaco das Sanatorium und die Praxis seines Vaters weiter. Er verstarb 1949 als Arzt in Linz.

Durch Kauf ging die Villa 1942 an die Familie Fellin und 1956 an die Familie Parisi über. Im Jahr 2016 wurde die Dachgeschosswohnung im Einvernehmen mit dem Landesdenkmalamt unter

denkmalgerechter Sanierung der Fenster und des Bodens umgebaut. Es bleibt zu hoffen, dass auch die übrigen Teile dieses historischen Gebäudes in absehbarer Zeit einer umfassenden Sanierung unterzogen werden.

Die Nordfassade um 1920: Noch zeugen das Brixner Lamm, die Tierdarstellungen und das Trachtenpaar von der einst festlich ornamentierten Wand

Selbstverständlichkeit.

Rinder & Kälber vom Frickhof in Sterzing sowie von ausgewählten Bauern aus der Umgebung, die unsere Werte teilen. Kurze Transportwege, eigene Futtermittel, artgerechte Tierhaltung.

Weil uns Tierwohl und Handschlagqualität am Herzen liegen.

Frickshop im M-Preis, Vahrn • Metzgerei Frick, Sterzing am Untertorplatz www.frick.bz.it

Peter Frick
Linderho
AFERS, BERNHARD SCHROTT

BRIXEN

Gekühlte Musikschule

Die Musikschule „Am Priel“ in Brixen erhält eine Klimaanlage. Die Südtiroler Landesregierung hat auf Vorschlag von Christian Bianchi, Landesrat für Hochbau und Valorisierung des Vermögens, eine Vereinbarung mit der Gemeinde Brixen genehmigt und damit die Finanzierung des Projekts beschlossen. Ziel

der Aufrüstung ist es, die Musikschule mit einem effizienteren Klimasystem auszustatten, das den Anforderungen eines ganzjährigen Betriebs gerecht wird. Gleichzeitig sollen das Bildungs- und Kulturangebot sowie die Durchführung von Unterricht und Veranstaltungen erleichtert werden. Ebenso ist ein Aus-

Im Herbst werden in der Gemeinde Lüsen an ausgewählten Standorten der Fraktionen sowie im Dorfzentrum zwischen neun und zwölf sogenannte Mitfahrbänke aufgestellt. Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, nimmt darauf Platz und signalisiert das damit den vorbeifahrenden Autofahrerinnen und Autofahrern. „Die Bänke sind bereits bestellt und werden im Sommer von Kindern und Jugend-

Das Therapiezentrum Bad Bachgart feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumstagung in Neustift. Unter dem Titel „Psychotherapie im Wandel“ gab es ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Fachvorträgen und praxisnahen Workshops sowie Raum für Austausch.

bau der Sommeraktivitäten geplant. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich dabei auf knapp 1,6 Millionen Euro. Die Gemeinde Brixen übernimmt die Vergabe der Arbeiten sowie deren Vorfinanzierung. Nach Abschluss der Bauarbeiten und einer Vorlage der in der Vereinbarung vorgesehenen Dokumente werden die Kosten vom Land rückerstattet. „In die Qualität und Funktionalität unserer Bildungseinrichtungen zu investieren bedeutet, optimale Voraussetzungen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen zu schaffen“, betont Landesrat Christian Bianchi. Die Brixner Musikschule befindet sich seit 2021 im Eigentum des Landes. „Mit diesem Eingriff machen wir die Musikschule noch einladender sowie besser nutzbar und fördern die Ausdehnung der didaktischen und kulturellen Aktivitäten auch in der Sommerzeit“, so der Landesrat. sf

lichen im Rahmen der Sommerbetreuung bemalt“, berichtet die Bürgermeisterin Carmen Plaseller. Die Idee entstand im Zuge des Gemeindeentwicklungsprogramms: Eine Bürgerbefragung zeigte, dass die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr Richtung Brixen zwar gut bewertet wird, bei der Verbindung der Fraktionen jedoch Verbesserungsbedarf besteht. Da sie aus vielen verstreuten Höfen bestehen, sei eine Ergänzung zum bestehenden Mobilitätsangebot gesucht worden. „Früher hat man noch gestoppt; heutzutage ist es Autofahrern oft nicht klar, ob eine

Person, die an einer Haltestelle steht, auf den Bus oder auf eine Mitfahrgelegenheit wartet“, sagt Plaseller. Jetzt sollen die Mitfahrbänke für Klarheit sorgen. Die Bürgermeisterin ist davon überzeugt, dass das Projekt in Lüsen gut funktionieren kann: „Wir sind eine kleine Gemeinde, in der man sich gut kennt und ein Grundvertrauen vorhanden ist.“ Durch das Mitfahren soll das Gemeinschaftsgefühl im Dorf weiter wachsen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, das Angebot zu nutzen und aktiv mitzugestalten. sf

Beim Verkehrsdialog der SVPBezirke Wipptal und Eisacktal sprachen EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann und Kammerabgeordnete Renate Gebhard über Entwicklungen in Brüssel und Rom, und Landeshauptmann Arno Kompatscher über die Ausschreibung der Brennerautobahnkonzession und den „Digital Green Corridor“.

Bei einem Austausch mit dem Ortsausschuss des hds mit Giuseppe Specchio, dem Kommandanten der Carabinieri-Kompanie Brixen, und dem Unteroffizier Alessandro Bartoccini ging es um die Sensibilisierung für aktuelle Sicherheitsthemen sowie konkrete Verhaltensweisen im Geschäftsalltag.

Fahr mit!
Foto:
„Ziel deutlich nähergekommen“

über die nächsten Schritte zur Verlegung der Hochspannungsleitungen im Eisacktal.

Herr Landesrat, im Genehmigungsverfahren zur Reorganisation der Hochspannungsleitungen wurden kürzlich die Projektunterlagen in den betroffenen Gemeinden – also auch in Brixen – veröffentlicht. Was bedeutet das?

Die Veröffentlichung der Unterlagen ist ein wichtiger Meilenstein. Sie zeigt, dass eines der größten Energieinfrastrukturprojekte der vergangenen Jahrzehnte in Südtirol in seine entscheidende Phase eintritt. Gleichzeitig haben Bürger sowie Grundeigentümer nun die Möglichkeit, sich umfassend und transparent zu informieren sowie zu überprüfen, ob sie vom Projekt betroffen sind.

Welche Schritte sind als nächste geplant?

Die Unterlagen liegen für 30 Tage auf. In dieser Zeit können Hinweise oder Einwände eingebracht werden, die anschließend geprüft werden. Danach soll das staatliche Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden. Im nächsten Schritt wird der Netzbetreiber Terna die konkrete Ausführungsplanung weiter vorantreiben.

Wann ist mit dem Start der Arbeiten zur Verlegung der Hochspannungsleitungen zu rechnen?

Das hängt vom Abschluss des staatlichen Genehmigungsverfahrens und den weiteren Planungs-

TopHaus

schritten ab. Wir sind einem entscheidenden Ziel jedoch deutlich nähergekommen: Nach der endgültigen Genehmigung kann die Ausführungsplanung beginnen. Die Verlegung der Hochspannungsleitungen ist eine wichtige Voraussetzung für die Stromversorgung des Brenner Basistunnels und seiner Zulaufstrecken. Daher besteht ein enger Zusammenhang mit der Inbetriebnahme dieser strategischen Verkehrsinfrastruktur. Wichtig ist, dass wir das Projekt nun schrittweise umsetzen und dabei die Anliegen der betroffenen Gemeinden und Grundeigentümer bestmöglich berücksichtigen. anina.vontavon@brixner.info

bekennt Farbe

Neu im Standort Brixen!

• Komplettes Sortiment: Farben, Lacke, Beschichtungen und Zubehör

• Farbmischanlage

Women’s Run sucht Vorbilder

Das Organisationskomitee des Women’s Run Brixen vergibt heuer erstmals gemeinsam mit dem Südtiroler Künstlerbund den VALE-Award. Mit der Trophäe werden künftig Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Frauen, Gleichberechtigung, Empowerment und gesellschaftlichen Fortschritt einsetzen. Der Preis ist die Weiterentwicklung des bisherigen „Angelo di Valeria“, mit dem im Gedenken an die 2021 verstorbene Leichtathletin Valeria Todeschi bislang ein Kunstwerk unter den Teilnehmerinnen verlost wurde. Künftig stehen Menschen im Mittelpunkt, die sich mit ihrem Enga-

gement für Frauenbelange verdient machen. „VALE“ ist eine Anspielung auf Valeria Todeschi und steht für Stärke und Selbstbewusstsein, so das Organisationskomitee des Women’s Run. Die Trophäe entwirft die Grödner Künstlerin Indra Moroder, die sich mit ihrem Konzept bei einer Ausschreibung des Südtiroler Künstlerbundes durchsetzen konnte. Erstmals präsentiert wird der Preis am 28. August im Rahmen des Women’s Run am Domplatz. Ermöglicht wird die Initiative durch die finanzielle Unterstützung des Frauengesundheitszentrums LAMEDICA. Über die Vergabe entscheidet eine sechsköpfige Jury.

Bewerbungen und Nominierungen sind bis 31. Juli möglich. Gesucht werden volljährige Personen, die sich für Frauenrechte, Chancengleichheit und Empowerment engagieren. Das Bewerbungsformular steht auf womensrun.it zum Download bereit

und ist bis 31. Juli per E-Mail an info@womensrun.it einzureichen. Im Bild (von links): Evi Hilpold, Petra Ellecosta, Katrin Kaltenhauser und Christian Jocher vom Organisationskomitee des Women’s Run. sf

BRIXEN

Fotografische Zeitreise

Refotografie nennt sich die Disziplin des Fotografierens, bei der in der Regel alte, historische Bilder aus demselben Blickwinkel nachfotografiert werden. Werner Planinschek hat dem „Brixner“ dankenswerterweise zwei Alben seines Großvaters Matthäus Planinschek zur Verfügung gestellt mit wertvollen ZeitdokumentAufnahmen von Brixen und Umgebung in den Dreißigerjahren, also vor knapp 100 Jahren. Wir versuchen nun, diese Bilder aus möglichst exakt demselben Blickwinkel und mit einer möglichst ähnlichen Optik nachzufotografie-

ren und so gewissermaßen eine kleine Zeitreise zu ermöglichen. Gerade in der Altstadt mit ihren großteils geschützten Gebäuden sind bis auf die Spuren diverser Sanierungen oft gar keine so großen Veränderungen sichtbar. Während Sie ab sofort in jeder gedruckten „Brixner“-Ausgabe eine „Früher-Heute-Gegenüberstellung“ sehen, können Sie über den jeweils nebenstehenden QR-Code eine Animation des Bildwechsels abrufen. oz

Es war der 3. Juli, 9 Uhr früh, als zwei Brüder, 12 und 16 Jahre alt, sich in Sizilien ins Meer wagten. Leider gab es hohen Wellengang,

und als ihr Vater, Enrico Durasco, die Notlage seiner Buben erkannte, sprang er ebenfalls ins Wasser, schaffte es, die beiden an Land

BRIXEN

Für Familie Durasco aus Kiens

zu bringen, wurde aber wieder weggerissen – und ertrank. Enrico Durasco ist gebürtiger Neapolitaner, seine Frau Tiziana stammt aus Ragusa; vor fünf Jahren sind sie nach Südtirol gezogen, weil hier die Chance auf Arbeit größer war. In Kiens wohnen sie seitdem in Miete, Tiziana arbeitet bei der Post, Enrico war bis vor Kurzem Krankenpfleger und hatte sich kürzlich ebenfalls bei der Post beworben. „Solche Schicksalsschläge bewegen uns immer sehr“, sagt Tobias De Zordo, Präsident des Lions Clubs Brixen, „weshalb wir

uns dafür entschieden haben, die Familie zu unterstützen – und zwar mit dem Reinerlös unseres Standes am Altstadtfest.“ Der Lions Club Brixen organisiert auch heuer den inzwischen zur Tradition gewordenen Bier-Degustationsstand mit zwölf verschiedenen Biersorten aus aller Welt, die in kleinen Gläsern verkostet werden können, und mit den dazu passenden leckeren Leberkas-Semmeln und Brezen. Der Stand befindet sich, wie gewohnt, in der Hofburggasse; das Altstadtfest findet vom 21. bis 23. August statt. wv

EUREGIO

Brixner krönt Jubiläumsausgabe

Mit ihrer letzten Station in der Brixner Stadtbibliothek ist die Wanderausstellung zum zehnjährigen Bestehen des EuregioKalenders am 17. Juli zu Ende gegangen. Auf die Titelseite des diesjährigen Kalenders schaffte es das Foto „Sonnenaufgang am Terner Jöchl“ des Brixner Fotografen Fabio de Villa Palù. Das Motiv bildet einen Mann ab, der vor einer Bergkulisse über Felsen springt. Damit wollte der Brixner dem statischen Berg Dynamik und Bewegung verleihen. Aus mehr als 2.000 eingereichten Fotos wurden 49 Motive für die Jubiläumsausgabe ausgewählt. Bis Mitte Juli waren im Garten der Stadtbibliothek die Titelfotos der vergangenen zehn Euregio-Kalender auf elf Stehern zu sehen. Ergänzt wurde die Ausstellung durch die Monatsbilder der jeweiligen Ausgabe, Zitate der Fotografinnen und Fotografen sowie Meilensteine der Euregio. Das Ziel war es, die Menschen hinter den

Bildern ins Rampenlicht zu rücken. Seit ihrer Eröffnung am 25. Oktober 2025 legte die Jubiläumsausstellung zwölf Stationen und mehr als 800 Kilometer zurück. Halt machte sie an zentralen Orten der Heimatgemeinden aller bisherigen Titelfotografinnen und -fotografen sowie in den Landeshauptstädten der Euregio. Euregio-Präsident

Anton Mattle betonte die verbindende Kraft des Kalenders, der die unterschiedlichen Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger von Tirol, Südtirol sowie Trentino sichtbar macht. Der Kalender ist in der gesamten Euregio kostenlos erhältlich; über den QR-Code kann er auch heruntergeladen werden. Im Bild (von links): Vizebürger-

meister

Donnerstag 30.7. 13.8.

ab 18:00 Uhr – Altstadt Brixen

Ferdinando Stablum, Elena Rado (Euregio), Fabio de Villa Palù, Bürgermeister Andreas Jungmann. sf

Die Beobachterin

PORTRAIT: Die Fotografie erlaubt es BEA HINTEREGGER, Momente einzufangen und Geschichten zu erzählen und alle Facetten des Seins darzustellen.

Ihr Antrieb: Neugierde.

„Das beste Bild entsteht nicht in der Kamera, sondern im Gespräch davor.“ Der Satz von Bea Hinteregger beschreibt, was die Kraft ihrer Bilder ausmacht. Sie ist Unternehmerin, Fotografin, Autorin und Gestalterin. Vor allem aber ist sie eines: neugierig. Neugierig auf die Menschen, auf ihre Träume, Sehnsüchte, Ängste. Neugierig auf das Wesen hinter der Fassade. Neugierig auf den zweiten, den dritten Eindruck.

Ihre Bilder sind ungewöhnlich. Schonungslos auf eine feine, eine positive Art. Philosophisch angehaucht. Die Geschichten, die sie erzählt, bedürfen keiner Worte. Und wenn sie, allein oder im Kollektiv, doch zur Feder greift, dann sind ihre Worte knapp und umarmend zugleich, pointiert und Kreise ziehend. Ihre Projekte legen die Seele von Menschen behutsam offen. „Die besten Werke entstehen, wenn man etwas selbst aufarbeitet, etwas aufarbeiten muss“, sagt sie.

Herausforderungen meistern

Bea Hinteregger wuchs als älteste von vier Schwestern auf einem Bauernhof in Lüsen auf, ging ihren eigenen Weg, unbeugsam, „mit ein paar Trotzentscheidungen.“ Sie ist unkonventionell, mutig und beharrlich, und sie will frei sein in ihren Entscheidungen. Sie besuchte die Landwirtschaftsschule in Auer. „Eine ‚zache‘ Schule, nichts für Mädchen, die Schreibmaschine schreiben lernen sollen“, hatte man ihr in der Berufsberatung gesagt. Leben in einer Wohngemeinschaft mit sieben anderen Jugendlichen, die Mama, die jeden Mittwoch anruft – es waren Jahre, die sie geprägt haben. Ihr damaliger Freund war drei Jahre älter. Nach der Maturaprüfung belegte er ein paar EU-Kurse und machte den Militärdienst. Damit Bea Hinteregger mit ihm zum Studium nach Wien gehen konnte, absolvierte sie die vierte und die fünfte Klasse in einem Jahr. Viele Hürden, Skepsis von vielen Seiten. Sie aber zeigte es allen, lernte wie verrückt und bestand die Prüfung mit 42 von 60 Punkten. „Zufrieden war ich mit dem Ergebnis nicht.“ Sie zog mit ihrem Freund nach Wien und studierte Lebensmittel- und Biotechnologie. Die Beziehung ging bald auseinander. „So ist das Leben eben.“

Nach dem Abschluss ihres Studiums kehrte sie nach Südtirol zurück und arbeitete als Laborleiterin und Qualitätsmanagerin beim Milchhof Brimi. Lebensmittelsicherheit, neue Hygienebestimmungen durch die EU, Aufbrechen von alten Gewohnheiten – leicht sei das nicht gewesen: „Ich war jung, und ich war eine Frau.“

Menschen authentisch festhalten

2004, ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Hanna, wagte Bea Hinteregger den Schritt in die Selbstständigkeit. 2006 kam Sohn Christian zur Welt. Sie fotografierte viel mit dem Handy, begeisterte sich für die Makrofotografie und wollte es irgendwann „viel besser können.“ Ein Kurs bei Silbersalz in Welsberg, „drei Stufen zu hoch für mich.“ Unmittelbar danach – „der Hartnäckigkeit meiner Tochter sei Dank“ – ließ sie sich dann noch einmal auf das Abenteuer Fotografie ein, schloss Diplomlehrgänge für Bildbearbeitung und Digitale Fotografie an der LIK-Akademie in Wien mit Auszeichnung ab und beendete die Meisterklasse Digitale Fotografie mit ihrer Diplomarbeit „Von der Linse zur Legende“.

Heute ist sie Dozentin an dieser Akademie. Neuanfang mit Mitte vierzig. Wieder neuen Tritt fassen. Ihre Bilder fanden internationale Beachtung. Mit dem Porträt der Burger Liese, einer 88-jährigen Lüsnerin, gewann sie 2023 den ersten Platz bei den Nikon Female Facets. „Dabei wollte ich eigentlich nie Menschen fotografieren.“

„S_LFL_V_“ heißt ihr erster eigener Bildband. Durch seine konzentrierte Kargheit ist er unglaublich emotional. Facetten des Seins, die Unbeschwertheit, das Leuchten glücklicher Momente, die Müdigkeit, das Ausgeliefertsein. Selbstliebe, die erlernt werden muss. Die fehlenden Vokale als Sinnbild für die Unvollständigkeit.

Die Bilder sind 2024 während eines Workshops mit Andreas Jorns auf Usedom entstanden. Jorns ist bekannt dafür, dass er außerhalb aller Regeln fotografiert. Genau der richtige Nährboden für die Gestalterin Bea Hinteregger. Das Fotomagazin Schwarzweiss 167 von August/September 2025 trägt ihr Titelbild und widmet ihren Porträtaufnahmen einen achtseitigen Artikel, die Ausstellung auf Usedom geht über ein ganzes Jahr.

t UNVOREINGENOMMEN:

Bea Hinteregger hat ein sicheres Gespür für Menschen und Geschichten

Storytelling in der Fotografie. Oder besser: Storytelling durch die Fotografie. „Die Themen bringt das Leben“, sagt Bea Hinteregger. Collectiva***** nennt sich jene Gruppe von fünf Frauen, die Bilder und Worte miteinander verschränkt. Eine fotografiert, die anderen schreiben. Ein Bild und 1.000 Worte, wobei die Aufnahmen von Bea Hinteregger keiner Worte bedürfen.

Sie sei ständig auf der Suche nach schönen, nach attraktiven Menschen. „Das Aussehen ist dabei unwichtig.“ Bea Hinteregger spricht sanft, wählt ihre Worte mit Bedacht. Etwas planen und genauso umsetzen wollen, um dann auf etwas gänzlich Neues zu kommen. Sie ist voller Ideen, sprudelnd, tiefgründig und für ihren Geschmack „viel zu wenig strukturiert.“ Ideen entstehen, werden wieder verworfen, und aus dem Chaos, wenn man das überhaupt so nennen kann, entwickeln sich wunderbare Geschichten. „Ich arbeite nicht nach Drehbuch.“

Geschichten erzählen

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Schabs ist eine ihrer jüngst vollendeten Geschichten. 127 Jahre Geschichte, Stunden über Stunden an Recherche, zwei Jahre Herzblut. Bei der Präsentation Ende April vor dem Rathaus war es mucksmäuschenstill: Was Bea Hinteregger erzählte, traf die Menschen in ihrem Innersten. Auch wie sie es erzählte. Es ist ein Geschenk an alle Menschen des Dorfes, Vergangenheit und Gegenwart eng verwoben, Fundament für die Zukunft. Eine andere ihrer Geschichten ist das Oral-HistoryProjekt, das sie gemeinsam mit Andrea Bodner realisiert hat (der „Brixner“ berichtete in Ausgabe Nr. 435, April 2026). Geschichten zum Mitnehmen, zum Erinnern, zum Krafttanken.

Bea Hinteregger ist wach, sucht immer wieder nach neuen Projekten. Ihre Bilder sind das Ergebnis dieser fruchtbringenden Unruhe. Und sie gebieten in ihrer Konzentration auf das Wesentliche Einhalt. Weil es für das Leben kein Drehbuch gibt.

BRIXEN/SÜDTIROL

„selAví“ steht beratend zur Seite

Menschen mit Behinderungen dabei helfen, ihren Alltag selbstbestimmt zu organisieren und gleichzeitig über die Unterstützungsform der persönlichen Assistenz zu informieren: Das ist das Ziel

BRIXEN/NEW YORK

der Anlaufstelle „selAví“. Am 8. Juli wurde das Pilotprojekt auf einer Pressekonferenz im Haus Guggenberg vorgestellt, wo es seinen Sitz hat. Informationen zur Unterstützungsform der persönlichen Assistenz erhält man bei „selAví“ von Betroffenen für Betroffene: Anna Faccin, Silvia Rabanser, Max Silbernagl und Heidi Ulm stehen als Selbstvertreter in der Anlaufstelle in Brixen allen Interessierten beratend zur Seite. Im Unterschied zur herkömmlichen Betreuung geht es bei der persönlichen Assistenz vor allem darum, Menschen mit Behinderung bedarfsgerecht im Alltag zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht die Selbstbestimmung: Der Betroffene entscheidet selbst, welche Form der Assistenz er benötigt. In Tirol ist diese Unterstützungsform schon weit verbreitet, in Südtirol hingegen noch recht unbekannt und mit hohen bürokratischen Hürden verbunden. „selAví“ möchte deshalb so-

wohl Menschen mit Behinderungen als auch interessierte persönliche Assistenten sensibilisieren – durch individuelle Beratungsgespräche, Erstkontakte mit interessierten Personen, Informationsveranstaltungen sowie den Austausch mit Organisationen und Fachstellen im In- und Ausland. Die Initiative wird für die kommenden zwei Jahre durch den Europäischen Sozialfonds (ESF+) finanziert; Träger ist Kolping Südtirol. Weitere Informationen finden sich auf der Website www.selavi.it. Im Bild (hinten von links)

Heidi Ulm, Landesrätin Rosmarie Pamer, Anton van Gerven; (vorne von links)

Silvia Rabanser, Max Silbernagl und Anna Faccin. av

Brixner Tracht auf der Bühne in der Carnegie Hall

Ein Stück Brixen war Anfang Juni in einer der berühmtesten Konzerthallen der Welt zu sehen: Der ehemalige Schlagwerker der Bürgerkapelle Brixen, Tobias Gasser, spielte am 4. Juni bei einer Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“ in der renommierten Carnegie Hall in New York mit. Gemeinsam mit rund 150 Sängerinnen und Sängern sowie einem Orchester aus Bayern brachte er das weltbekannte Werk auf die Bühne. „Durch Bekanntschaft mit der Veranstalterin und Dirigentin Andrea Fessmann wurde ich für das Projekt als Schlagzeuger

Hugo Senoner, der in Brixen als Kaplan und Seelsorger wirkte, später die Pfarre Brenner, 1997 die Pfarre Mühlbach und dann auch Spinges übernahm, kann auf 60 Jahre als Priester zurückblicken. Noch heute ist er als Seelsorger in der gesamten Seelsorgeeinheit Rodeneck aktiv.

sowie für die Organisation des Schlagzeuginstrumentariums und der Registerkollegen vor Ort beauftragt“, erzählt Tobias Gasser. Ein besonderes Detail war, dass alle Mitwirkenden ihre jeweilige regionale Tracht trugen – darunter natürlich auch Gasser selbst, der in der Brixner Tracht auftrat. „Dankenswerterweise haben es Obmann Philipp Hilpold und Trachtenwart Martin Schrott ermöglicht, dass ich mich in New York in Brixner Tracht präsentieren konnte. Komplimente für die schöne Tracht blieben natürlich nicht aus!“, sagt Gasser. Aufgeführt wurde „Car-

mina Burana“ von einem Zusammenschluss verschiedener Chöre aus Bayern unter der Leitung von Andrea Fessmann, gemeinsam mit dem VOENA Children’s Choir aus Kalifornien. Den Höhepunkt des Abends bildete das eindrucksvolle Schlussstück „O Fortuna“. Gasser lebt inzwischen in München und ist seit 2018 Schlagzeuger beim Polizeiorchester Bayern. lv

Oberst Alessandro D’Errico, der neue Landeskommandant der Carabinieri, sowie Bürgermeister Andreas Jungmann und Vizebürgermeister Ferdinando Stablum unterstrichen bei dessen Antrittsbesuch, wie wichtig die Zusammenarbeit von Sicherheitskräften, Institutionen und Bevölkerung ist.

Sara Pacchioni ist die neue Präsidentin von Rotary Brixen. Sie möchte das Engagement für wohltätige soziale und kulturelle Projekte und den überregionalen Austausch stärken. Im Rahmen der Stabsübergabe wurde die Nachwuchsorganisation Rotaract des Brixner Clubs vorgestellt.

mein Hoppala

Auf Schafsjagd!

Als Peter Kantioler, der ehemalige Vinus-Besitzer, und ich gemeinsam das Restaurant Pichler in Mühlbach führten, hatte mich die Begeisterung für Ziegen- und Schafskäse bereits gepackt. Deshalb zogen mich meine Kollegen bei jeder Gelegenheit mit meinen „Freunden“, den Schafen, auf. Eines Tages kam Peter ganz aufgeregt zu mir: „Hansi, unten am Parkplatz steht ein Hirte mit einer ganzen Herde Schafe!“ Ich war völlig verwirrt. Zwar hatte ich schon öfter Tiere eigens für das Restaurant in der Metzgerei Pichler schlachten lassen, aber eine ganze Herde? Das musste doch ein Missverständnis mit dem Hirten sein! Also rannte ich verzweifelt zum Parkplatz – keine Schafe. Zurück im Restaurant meinte Peter: „Vielleicht sind sie schon im Schlachthaus.“ Also lief ich dorthin –wieder nichts. „Oder hat der Hirte sie in die Garage gebracht?“ Auch dort: Fehlanzeige. Erst als ich zum dritten Mal völlig ratlos und außer Atem zurückkam, konnte Peter sein Grinsen nicht mehr verbergen und sagte nur: „April, April!“

LAMM ento

Ein guter Tag für Südtirol

„ScheißegalDinkelstangerln“

Zutaten (für 6–8 Stangerln):

500 g Dinkelmehl

300 ml Wasser

11 g Salz

0,5 g Frischhefe

Zubereitung

Wasser, Mehl, Hefe und Salz in einer Schüssel vermischen, bis die Flüssigkeit vollständig aufgenommen ist und keine trockenen Mehlreste mehr zu sehen sind. Dadurch entsteht ein eher weicher Teig, den man aber nicht kneten muss. Diese Masse dann

in einen eingeölten Behälter geben und mit einem Deckel verschlossen über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche stürzen und auch die gesamte Oberseite ordentlich bemehlen. Längliche Stücke abschneiden und leicht in eine Form ziehen. Die Stangerln auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 230 Grad 20 bis 25 Minuten backen, bis sie goldbraun und schön knusprig sind.

Samuel Fink aus Verdings verstärkt seit Kurzem die „Brixner“Redaktion. Während der letzten Prüfungsphase an der Uni ist er auf Instagram über dieses Rezept gestolpert. Der Name hat ihn neugierig gemacht. Einfach zubereitet und praktisch zum Mitnehmen gehören diese besonderen Stangerln nun zu seinen Lieblingssnacks für lange Vorlesungs- oder Arbeitstage. Sein Tipp: „Wer abenteuerlustig ist, kann die Stangerln noch mit Basilikum, Thymian oder Rosmarin verfeinern.“

Leser kochen für Leser Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

„Ein guter Tag für Südtirol? Ma daiiii!“, sagte der Franz kopfschüttelnd, während er um halb acht in der Früh cappuccinoschlürfend auf Fetzbock umherscrollte und dabei einen Post des Landtagsabgeordneten (!) Jürgen Wirth Anderlan entdeckte, der sich offensichtlich darüber freute (!), dass eine Stunde vorher ein Teil des Bozner Gerichtsgebäudes in sich zusammengestürzt war. „Wie kann ein Landtagsabgeordneter (!) so etwas posten?“, fragte sich der Franz, „das ist doch ... mir fehlen echt die Worte.“ Nun, sag ich, eine Demokratie muss sogar solche Typen aushalten, auch wenn ich mich schon maßlos darüber ärgere, dass dieses Individuum von unseren (!) Steuergeldern lebt, das muss man sich mal vorstellen. „Und vor Kurzem wurde er sogar nach Straßburg eingeladen“, sagt Frieda, „wo er doch tatsächlich die Europäische Union als ‚Hiroshima Europas (!) und Sargnagel für Europas Kultur (!)‘ bezeichnet hat. Das ist Fremdschämen in einer völlig neuen Dimension.“ Zumindest hat er den Post vom Gerichtsgebäude wieder gelöscht, sag ich, vielleicht hat ein letzter Kubikmillimeter seines Verstandes rebelliert. „Nun, das ändert nichts daran, dass er endlich mal selbst Opfer eines gewaltigen Shitstorms geworden ist“, sagt der Franz, „einer hat sich zum Beispiel darüber gewundert, dass in jedem Beruf Qualifikationen verlangt werden – nur nicht für Politiker.“ Der Intelligenzquotient von diesem Anderlan ist nicht das Problem, sag ich, es sind viel mehr die Leute, die auf seine dumpfen Aussagen hereinfallen und ihn wählen. Und wir alle müssen ihn dann gemeinsam durchfüttern.

Wäre es besser, die sonntägliche Öffnung von Handelsbetrieben abzuschaffen?

ELISABETH FALK,

Kauffrau:

„Für den freien Sonntag“

Der Hintergrund:

Geschlossene Geschäfte am Sonntag – ja oder nein? Diese Frage spaltet die Südtiroler Gesellschaft nach wie vor. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nehmen dabei eine doppelte Rolle ein: einerseits als Konsumenten, andererseits als Beschäftigte. Laut einer aktuellen Umfrage des Arbeitsförderungsinstituts AFI sprechen sich 61 Prozent der Südtiroler Arbeitnehmer grundsätzlich gegen die Öffnung der Geschäfte am Sonntag aus.

Als Familienunternehmen wissen wir, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist. Deshalb setzen wir uns für die Sonntagsruhe im Handel ein. In jedem Südtiroler Handelsbetrieb stehen Menschen mit Familien, Kindern und persönlichen Verpflichtungen. Der Sonntag ist für viele der einzige Tag, an dem gemeinsame Zeit ohne Schichtplan und Zeitdruck möglich ist. Diesen Freiraum möchten wir unseren Mitarbeitern so weit wie möglich erhalten. Gerade im Handel, wo unregelmäßige Arbeitszeiten zum Berufsalltag gehören, ist der freie Sonntag ein wichtiger Anker für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichzeitig ist er ein entscheidender Faktor, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu halten. Der Fachkräftemangel im Handel ist bereits deutlich spürbar; zusätzliche Sonntagsöffnungen erhöhen diesen Druck nur weiter. Deshalb sprechen wir uns klar für die Sonntagsruhe aus, und zwar im Interesse unserer Mitarbeiter, ihrer Familien und eines starken und zukunftsfähigen Handels, der Verantwortung übernimmt. Man spricht andauernd über Nachhaltigkeit, bewussten Konsum und die Bedeutung von Ausgleich. Gleichzeitig soll Konsum immer und überall verfügbar sein, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den Werten, die wir als Gesellschaft vertreten wollen. Der Sonntag soll Sonntag bleiben, und zwar ein freier Tag für Menschen, Familien und Gemeinschaft.

MARCO GALATEO, Landeshauptmannstellvertreter (Fratelli d’Italia):

„Evitare effetti penalizzanti per le nostre imprese“

NEIN

Il tema delle aperture domenicali dei negozi non riguarda soltanto il commercio, ma anche la qualità della vita e l’organizzazione delle nostre comunità. Per questo è necessario affrontarlo con equilibrio, tenendo conto delle peculiarità dell’Alto Adige. Da un lato esiste una sensibilità diffusa verso la tutela del riposo settimanale (non necessariamente la domenica) e del commercio di prossimità; dall’altro non possiamo ignorare le esigenze di un territorio a forte vocazione turistica e di un’economia che deve restare competitiva. La mia convinzione è che la Provincia debba poter tornare a regolamentare in autonomia gli orari di apertura, individuando soluzioni adatte alla realtà locale. Qualunque scelta, però, dovrà evitare effetti penalizzanti per le nostre imprese: limitare le aperture domenicali senza un coordinamento con i territori confinanti significherebbe spostare una parte consistente degli acquisti verso altre province o oltreconfine, o peggio ancora favorire il commercio online, con ricadute negative sul fatturato delle aziende, sull’occupazione e sull’intero sistema economico. L’obiettivo deve essere quello di trovare un punto di equilibrio tra la tutela dei lavoratori e delle famiglie, il sostegno al commercio locale e la necessità di offrire servizi adeguati a cittadini e turisti, valorizzando il ruolo economico e sociale che il commercio svolge sul nostro territorio.

Der „Brixner“ als kostenlose App: Der „Brixner“ im Internet

www.brixner.info

Sowohl in der App als auch im Web finden Sie den aktuellsten „Brixner“ und alle Archivausgaben seit 1990 (!)

Der „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich im eigenen Briefkasten

Sie möchten Ihren „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich per Post zugesandt bekommen? brixner.info/de/epaper/neues-abo

Sie möchten für Ihr bestehendes Abo die Adresse ändern? brixner.info/de/epaper/ abo-adresse-aendern

Abo-Preise: In den Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen und Mühlbach ist die Zusendung kostenfrei. Im restlichen Staatsgebiet: 19 Euro pro Jahr (12 Ausgaben). Für das Ausland: 95 Euro pro Jahr (12 Ausgaben).

Unsere Bankverbindung für die Abo-Gebühren: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I – 39042 Brixen

Betreff: NEUES ABO

Südtiroler Volksbank:

IBAN: IT76 X058 5658 2200 7057 0164 004

Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN: IT57 A083 0758 2210 0030 0005 452

Südtiroler Sparkasse: IBAN: IT68 T060 4558 2200 0000 0855 000

BancoPosta: IBAN: IT76 V076 0111 6000 0004 2779 405

Aus für den Club Max?

Ein Leserbrief zum Editorial der Ausgabe Nr. 437, Juni 2026

Wenn sogar die Chefredakteurin auf die Erinnerungen an ihre Teenie-Zeit zurückgreift, so denke auch ich, der ich noch eine Generation älter bin, ebenso an die ausgelassenen Zeiten im Club Max. Zu meiner Jugendzeit war das Nachtleben in Brixen wohl eher schwach, bis dann das Pub Time Out und später der Club Max und danach verschiedene Lokale in der Altstadt eröffneten. Zur Einweihung des Club Max bin ich eigens von Innsbruck angereist, obwohl ich am nächsten Tag eine wichtige Prüfung hatte; dieses Ereignis konnte ich mir keinesfalls entgehen lassen. Eine Groß-

Zu den Leerständen in der Brixner Altstadt

Leserbrief zur Gesprächsrunde „Gerade passiert sehr viel“, Ausgabe Nr. 437, Juni 2026

Die Diskussionsrunde im „Brixner“ brachte gar einige gute Vorschläge und Tatsachen hervor. Als Laubenbewohner fallen mir manche Dinge auf: Die Laubengalerie ist eine Schande für die so gelobte Altstadt; da ja schon seit Jahren keine Geschäfte mehr drinnen sind, sollte man den

raumdiskothek in Brixen nach Adriamuster – das hatte es bisher noch nie gegeben, und selbst ich hatte Zweifel, ob dieses Muster hierzulande funktionieren könnte. In der Folge ist der Club Max über die Landesgrenzen hinaus zur Hochburg der Clubszene in Südtirol geworden. Selbst ich war als DJ in der Brixner Nachtszene tätig und habe einige Events im Club Max organisiert. Es ist schon nahezu eine Seltenheit, dass ein Club für über 30 Jahre vom selben Betreiber geführt wird, und allein dies verdient meinerseits ein hohes Maß an Anerkennung. In dieser langen Zeit sind einige auch unangenehmere Vorfälle über meinen Rechtsanwaltsschreibtisch gegangen, und verständlicherweise wären viele Brixner oder zumindest die Anwohner froh, wenn in den frühen Morgenstunden niemand vor ihrer Haustür grölt und die Nachtruhe stört. Dass im Nachtleben nicht alles reibungslos über die Bühne geht, ist ja wohl jedem bekannt, der nicht bereits um 22 Uhr ins Bett geht. Eine Schließung wäre da wohl die Lösung vieler Probleme. Aber … wollen wir das wirklich? Ich kenne die Details der Zwangsschließung vor dem Event „School’s Out“ leider nicht. Dazu kann ich nur sagen, dass meine 17-jährige Tochter seit Monaten über diesen Event gesprochen hatte und es dann wohl kaum erwarten konnte, ins Max

Leser schreiben uns

zu gehen, wo „alle“ anzutreffen sind; ein Muss für jeden Brixner Oberschüler im diskofähigen Alter. Mit der Schließung wollte man vielleicht mit einem Wisch alle nächtlichen Unruhen und die nötigen Interventionen der Einsatzkräfte unterbinden. Die goldenen Zeiten der Diskotheken sind bis auf Ausnahmen in Ibiza, Mykonos oder anderen Partyhochburgen wohl vorbei. Obwohl ich schon seit einigen Jahren nicht mehr im Club Max war, würde ich es sehr schade finden, wenn diese „Institution“ nach über 30 Jahren schließen würde. Nachdem die heutige Jugend stundenlang vor dem Handy sitzt und wenig Zeit mit persönlicher Kommunikation verbringt, braucht es noch Orte, wo man sich persönlich begeg nen und austoben kann. „Cool drinks, hot sound und funky people“ war einst ein Slogan „meiner“ Events, und so sollte es auch weiterhin bleiben im Club Max in Brixen.

04.8.–08.8. MAKE-UP-TIPPS

08.9.–12.9. KOSMETIKERIN CRISTINA

16.9.–19.9. SCHMINKBERATUNG MIT PAOLO

Durchgang besser schließen. Es hängen dort noch Plakatfetzen von Geschäften in den Vitrinen, die schon seit fünf und mehr Jahren ausgezogen sind. Einige Immobilieneigentümer scheinen wohl einfach gierig zu sein und lassen Räumlichkeiten lieber leer, als jemand anderem etwas zu gönnen. Viele obere Laubenetagen werden als Rumpelkammern angesehen; dabei ließen sich tolle Wohnungen – und nicht nur für Airbnb – daraus machen. Eine Verordnung, dass unbegründete Leerstände innerhalb einer Frist erneuert und zur Verfügung gestellt werden müssen, würde die Stadt (noch) schöner und auch preiswerter machen.

Die wenigen Veranstaltungen stören kaum. Den Verkehr im Großen Graben sollte man aber meiner Meinung nach stärker einschränken.

01.8.–08.8. VIELE DÜFTE

08.8.–15.8. SHISEIDO

15.8.–22.8. E. ARDEN

22.8.–29.8. BIOTHERM

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen

E-Mail: echo@brixner.info

29.8.–05.9. H. RUBINSTEIN

BRIXEN, DOMPLATZ 2 MO–FR 9–13 + 14.30–19 SA 9–13 + 14.30–18

Ingo Fink, Brixen

Lesen Sie noch Bücher?

UMFRAGE: In Zeiten der Digitalisierung gibt es viele Möglichkeiten, Geschichten und Wissen zu konsumieren. Greifen die Menschen in Brixen noch zum klassischen Buch –oder bevorzugen sie inzwischen E-Books?

„Ja, ich lese noch Bücher“, sagt Yvonne Wilhelms. „Mittlerweile greife ich allerdings meistens zum E-Book. Vor allem nachts, wenn ich nicht schlafen kann, ist das einfach praktischer, weil das Licht meinen Mann nicht weckt. Im Urlaub ist es ebenfalls angenehmer, nur ein Gerät statt mehrerer dicker Bücher mitzunehmen. Am liebsten lese ich Dramen.“

Rasa Weber hat eine klare Meinung: „Ich lese ausschließlich klassische Bücher. Mit den E-Books werde ich einfach nicht warm. Beruflich arbeite ich wissenschaftlich mit Büchern und schreibe deshalb direkt in diese hinein. Ich lese viel Fiktion und kaufe meine Bücher entweder im Buchladen oder bestelle sie – da bin ich ganz flexibel.“

„Sehr selten, ehrlich gesagt“, meint hingegen Erik Forss. „Zum Lesen komme ich kaum, weil im Alltag oft die Zeit fehlt. Wenn ich einmal ein Buch zur Hand nehme, dann meistens im Urlaub oder zwischendurch zur Unterhaltung, um ein bisschen abzuschalten. Für mich spielt es keine große Rolle, ob ich ein gedrucktes Buch lese oder zu einem E-Book greife.“

„Auf jeden Fall“, antwortet Claudia Ernstberger. „E-Books kommen für mich nicht infrage. Ich brauche einfach das Gefühl eines richtigen Buches. In meiner Arbeit sitze ich immer lange vor dem Laptop, weshalb ich es umso mehr genieße, ein Buch in der Hand zu halten. Außerdem finde ich es schön, meine gesamte Büchersammlung im Regal zu sehen.“

„Ich lese eigentlich jeden Tag – allerdings keine physischen Bücher, sondern ausschließlich in digitaler Form. Nachdem unser Haus einmal überflutet wurde und ich mehr als 400 Bücher wegwerfen musste, bin ich auf E-Books umgestiegen. Aus Platzgründen sind solche Bücher sowieso viel angenehmer – vor allem, wenn man auf Reisen ist“, erzählt Doris Panacek.

„Bücher lese ich eher weniger, mehr Zeitschriften oder Magazine“, betont Ralf Panacek. „Solange es geht, möchte ich morgens eine richtige Zeitung in der Hand halten. Mir ist es wichtig, darüber informiert zu bleiben, was in der Welt passiert. Daher gehört das Lesen von Zeitungen für mich dazu. Digitalen Zeitungen oder E-Books kann ich wenig abgewinnen.“

„Ja, ich lese viel“, räumt David Koch sofort ein, „allerdings nur gedruckte Bücher. Der Geruch der einzelnen Seiten gefällt mir einfach sehr. Wenn ich genügend Zeit habe, lese ich ein Buch schon gerne mal in einem Monat durch. Neue Bücher wünsche ich mir dann gerne zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Meistens leihe ich sie mir in der Stadtbibliothek aus.“

„Lesen gehört für mich dazu“, findet Simon Geditz, „am liebsten Philosophiebücher. Meine Mutter hat zwar ein E-Book, aber ich bin zu faul, mir ein solches Gerät zu kaufen. An sich finde ich es eine coole Idee, aber ich möchte kein Abo abschließen, um überhaupt erst auf ein Buch zugreifen zu können. Ich bin ein sehr langsamer Leser.“

„Musik ist viel mehr als nur Töne“

INTERVIEW: Am 19. Juni spielten PETER MAFFAY und seine Band in Natz beim AlpenFlair, und einige Wochen später trafen wir ihn in seinem Haus in Tutzing am Starnberger See. Im Gespräch mit dem „Brixner“ spricht Maffay vom AlpenFlair, von seiner Karriere und von seinen Ängsten über die stattfindende Radikalisierung der Gesellschaft.

Anlass dieses Gesprächs ist dein Auftritt beim AlpenFlair in Natz vor ein paar Wochen. Im Laufe deiner sehr langen Karriere hast du ja bei vielen Festivals gespielt –wie hast du das AlpenFlair empfunden?

PETER MAFFAY: Gebirgig! Eine solche Kulisse ist für euch normal, für uns ist das aber eher eine Ausnahme. Südtirol ist ja eine Gegend, in die man sowieso gerne hinfährt, weil sie schön ist, weil sich da Tradition mit Jetzt und Zukunft irgendwie harmonisch entwickelt – so ist jedenfalls meine Wahrnehmung. Also: schöne Gebirge, gut gelaunte Menschen, viel Energie.

„ Heute findet mit den Streamingportalen eine Ausbeutung statt, die unfassbar ist“
Peter Maffay

Wie hast du das Publikum empfunden? Zu laut, zu leise? Jemand fragte mich vor dem Konzert, ob mir bewusst sei, dass das Südtiroler Publikum ein bisschen braucht, bis es in Schwung kommt. Nun: Wie man in den Wald reinschreit, so kommt es wahrscheinlich heraus. Und so war es dann auch: Das Publikum war zum Teil sehr jung, aber es waren alle Generationen da. Ich fand es sehr positiv aufgeladen. Das hat natürlich einen Effekt auf die Art und Weise, wie man dann spielt. Da braucht man keinen Anlauf; man springt rein und fühlt sich wohl. Ich hätte ja gerne noch ein oder zwei Tage in Südtirol drangehängt, aber es ging noch in der Nacht weiter nach Hamburg.

Gab es im Vorfeld von irgendeiner Seite Vorwürfe, dass du beim AlpenFlair auftrittst?

Ja, es gab einige Stimmen: Wie könnt ihr bei Frei.Wild spielen? Ich habe dann geantwortet: Leute, wenn jemand irgendwo in seiner jugendlichen Vergangenheit einen Fauxpas begangen hat, wenn er sich dann vielfach zu diesen Umständen geäußert hat und seine heutige Position eine völlig andere ist, dann hat er ein Recht darauf, rehabilitiert zu werden. Ich kenne Philipp Burger, ich habe mit ihm oft darüber gesprochen. Meine Meinung ist: Man muss jemandem, der in der Vergangenheit einen Fehler begangen hat, auch die Möglichkeit geben, sich zu rehabilitieren, wenn er das mit seinen Aktivitäten belegt.

Welchen Bezug hast du grundsätzlich zu Südtirol?

t „SCHÖNE GEBIRGE, GUT GELAUNTE MENSCHEN, VIEL ENERGIE“: Peter Maffay über seinen Auftritt beim AlpenFlair in Natz

Manchmal hört man ja, dass du dich in Brixen herumtreibst ...

Naja, schau mal, ihr braucht drei Stunden, um hierher nach Tutzing zu kommen, und wir drei Stunden, um bei euch zu sein. Das ist ja nicht wirklich eine große Entfernung. Wir fahren von hier in Richtung Süden, sind in kurzer Zeit im Voralpen-Gebiet, an Garmisch und Innsbruck vorbei – und dann sind wir schon mittendrin. Wir haben ein kleines Wohnmobil, und wenn wir mal zwei oder drei Tage Pause haben, fahren wir mit der Kleinen meistens in Richtung Süden und nicht nach Norden. Ich mag die Berge; ich bin ja in den Karpaten aufgewachsen. Daher kommt meine Affinität zu solchen Landschaften – egal, ob im Sommer oder im Winter. Du machst die Tür vom Wohnmobil auf und hast frische Luft ohne Ende. Gibt es was Schöneres?

Blickst du eigentlich mit Stolz oder mit Wehmut auf deine inzwischen 56 Jahre währende Karriere zurück?

Wehmut würde ja bedeuten, dass ich bedauere, dass alles vorbei ist. Und das ist Gott sei Dank nicht der Fall. Also klar, ich bin kein Illusionist; mir ist schon gegenwärtig, dass ich mich in der letzten oder vielleicht vorletzten Phase befinde. Schau mal, wir haben gestern Abend ein kleines Benefizkonzert gespielt, und es war so wie in alten Zeiten. Den Chor und die Bläser haben wir zu Hause gelassen; nur die fünf Wilden turnten da herum, und es war ein riesiges Vergnügen. Ich habe also noch nicht das Gefühl, dass es vorbei ist – im Gegenteil, die Energie ist erhalten geblieben, da passt jeder gut auf sich auf.

Wenn es jemand schafft, nach 56 Jahren immer noch Hallen zu füllen und in die Charts zu kommen, muss er doch irgendwie ein Geheimrezept haben. Welches ist deines?

Ich bin da nicht unbedingt ein Einzelfall; ich kenne etliche Musiker, die immer noch denselben Ehrgeiz haben, denselben Biss. Wahrscheinlich war es immer gut, dass es keine Alternative für mich gab; ich habe ja nichts anderes gelernt. Mich haben andere Berufe nie interessiert. Ich war mir mit 14 oder 15 Jahren ganz sicher, dass es für mich nur eine Perspektive gibt: Musik. Wenn du dich darauf einlässt, hast du die Schlinge um den Hals, und du willst den Kopf nicht verlieren. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass Musik sehr viel mehr ist als nur Töne. Musik ist eine perfekte Plattform, um Menschen zu vernetzen, um Begegnungen zu erzeugen, an denen man wachsen kann. Es gibt viele Statements berühmterer Leute, die gesagt haben, sie wollen immer in der Nähe von jemandem sein, der es besser kann als sie, damit sie im Leben weiterkommen. Und das ist in meinem Leben auch so gewesen – ob das Musiker waren oder andere Persönlichkeiten ...

War der legendäre Konzertimpresario Fritz Rau eine dieser Personen?

Fritz? Ja, definitiv. Fritz war ab einer gewissen Zeit mein Vorbild, dann mein Mentor und zuletzt mein Freund. Als wir als Band den ersten Anlauf unternommen hatten, hat Fritz mich mit den Worten nach Hause geschickt: „Du musst noch lernen, komm in zwei Jahren wieder.“ Da war ich – wie sagt man so schön auf Englisch? Not amused. Aber er hatte recht! Das war

p Peter Maffay: „Widerstände sind dafür da, dass man lernt, sie zu überspringen“

der Ansporn, eine nächste Stufe zu betreten; nicht nur für mich, sondern auch für meine Band. Du kommst auf einer Treppe nicht hoch, wenn du dir nicht die Mühe machst, sie zu erklimmen. Ich habe immer verstanden, dass Widerstände, die es gibt, dafür da sind, dass man lernt, sie zu überspringen. Und das lernst du am besten von anderen, die das schon können.

War es aber vielleicht auch eine gute Strategie, dass deine Musik nicht einordenbar ist? Du warst für mehrere Zielgruppen nicht nur akzeptabel, sondern geradezu cool. Ich bin klein, aber ich passe nicht in eine Schublade. Ich bin nicht auf die Welt gekommen, damit andere Leute sagen: Schublade auf, da rein. Und Rock’n‘Roll war im Prinzip immer schon der Bruch mit dem Establishment.

Interessant ist aber, dass junge Leute dich vor allem wegen und durch Tabaluga kennen, aber deine großen Hits von früher sind ihnen nicht präsent. Stört dich das? Nein, denn ich habe ja die Möglichkeit, Konzerte zu spielen und die Lieder bekannt zu machen. „Sonne in der Nacht“ ist ja auch nicht gestern entstanden, sondern 1985. Lia, da warst du noch nicht geplant, oder? Wenn wir das heute spielen, gibt es viele junge Leute, die das inzwischen kennen. Die kennen vielleicht „Du“ nicht, aber ich habe ja auch nicht die Musik gehört, die meine Eltern gehört haben. Da gibt es irgendwo eine Bruchstelle, die völlig natürlich ist. Auch mein Sohn Yaris hört andere Musik als ich, auch wenn sie ziemlich ähnlich ist.

In zwei Monaten erscheint gemeinsam mit Johannes Oerding mit „Nashville“ ein neues Album, das ebendort aufgenommen worden ist. Ich war ein bisschen überrascht, dass es nicht nach Countrymusik klingt.

Du wirst in den anderen Liedern Country-Elemente entdecken, es ist aber keine Folklore. Das Album musste Oerding und Maffay bleiben und nicht irgendeine Kopie einer Vorlage. Aber Nashville inspiriert natürlich, das ist unausweichlich. Was wir als Rockmusik hier kennen, ist ja auch entstanden durch die Inspiration, die wir verspürt haben. Das Verrückte ist, dass das alles ein Kreislauf ist: Die Musik in Nashville ist ja eigentlich aus europäischer Musik entstanden, inspiriert von der Musik europäischer Einwanderer. Das Musikverständnis,

die Tonleiter, die Harmonik ist europäisch und hat sich in Amerika mit anderen Einflüssen verschmolzen, vor allem auch mit afrikanischen: Die Sklaven, die rübergebracht wurden, um auf den Baumwollfeldern zu arbeiten, haben ihre Musikalität ebenfalls mit eingebracht. Interessanterweise hatte Mexiko 1864 einen österreichischen Kaiser, Maximilian II., und der hat den Landler rübergebracht nach Mexiko, und daraus ist dann Mariachi entstanden. Und Mariachi ist hinübergewan-

„ Die Gesellschaft, die vor 30 Jahren noch so intakt schien, beginnt zu erodieren mit einer Geschwindigkeit, die atemberaubend ist“
Peter Maffay

dert über Texas nach Norden und ist dort zu Tex-Mex-Musik geworden. Daraus wiederum ist Countryrock und Southern Rock entstanden und vieles mehr. Und dann wanderte das alles in die multinationale Kulturwelt der Amerikaner und von dort nach England, weil Chuck Berry anfing, Rock‘n‘Roll zu spielen; die Rolling Stones fanden das gut und haben es in ihre Musik eingewoben. Wir wiederum haben „I can’t get no Satisfaction“ gehört und Elemente daraus in unsere Musik übernommen. Wenn man sich das alles zu Ende denkt, ist Musik ein unglaublich schöner Beweis dafür, wie Multinationalität funktionieren kann – ein Beispiel für unsere Gesellschaften, die heute leider aussondern und trennen.

1970 ist „Du“ erschienen – dein erster großer Hit, dein Durchbruch. Damals war man als Musiker abhängig von Plattenfirmen und Fernsehstationen; heute wird das Business durch die Streaming-Plattformen geprägt. Ja, mit katastrophalen Folgen für die Musiker. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist, das Monopol der Plattformen zu brechen, denn es ist übermächtig geworden; da sind Konstrukte entstanden, die von wenigen Leuten ausgedacht wurden und die einen desaströsen Effekt auf die Künstlerwelt haben. Heute findet eine Ausbeutung statt, die unfassbar ist. Einige wenige verdienen sich eine goldene Nase, und die Majorität, ich schätze mal 98 oder 99 Prozent aller Künstler, gucken in die Röhre. Das sind auch arrivierte Künstler, aber eben auch junge Leute, die nachwachsen und keine Chance auf Einkommen haben. Das schränkt viele Laufbahnen von Künstlern ein, die ökonomisch nicht überleben können. Wenn du einen Hit schreibst und nichts daran verdienst, dann kannst du deine Miete nicht bezahlen, und irgendwann kommst du zur Erkenntnis: „Wenn das so ist, dann muss ich eben etwas anderes machen.“ Die großen Entscheidungen fallen nicht in Deutschland, sondern irgendwo in den USA; da ist eine globale Krake entstanden. Die Musik ist dieser Krake nicht wirklich wichtig, sondern nur noch der Profit, den man damit machen kann.

Womit wir bei Yaris sind: Dein Sohn ist jetzt etwa so alt wie ich, 23, und er macht auch Musik. Ist es für ihn und die Künstler seiner Generation heute schwieriger, erfolgreich zu werden, als es für dich in den Siebzigerjahren war?

Es gab andere Strukturen, und auch die waren nicht einfach. Die technologischen Möglichkeiten sind heute aber sowohl im Bereich von Produktion wie auch Öffentlichkeitsarbeit viel ausgeprägter und vielschichtiger als zu unserer Zeit, und sie bieten viel mehr Optionen. Früher warst du abhängig vom Goodwill einiger weniger Leute, und wenn du den hattest, dann hattest du eine Chance. Heute kann dich jeder ablehnen; wenn du aber überzeugt von deiner Musik bist, dann vermarktest du sie eben selbst – du gehst ins Internet und sagst: Hier bin ich. Das konnte man früher nicht. Aber: Wenn du damals Erfolg hattest, hast du damit Geld verdient. Heute hast du einen Hit und verdienst nichts oder nur ganz wenig – auf jeden Fall nicht genug im Verhältnis dessen, was dein Produkt eigentlich wert ist. Das ist der große Nachteil der heutigen Situation. Was sich nicht verändert hat: Wenn man von Musik leben will, dann ist das kein Sprint, sondern ein Marathon. Genauso wie früher muss man auch heute lernen, dass Musik nicht nur Töne sind: Musik hat einen Hintergrund, der vielschichtig ist; wenn man diesen nicht einbezieht und lernt, damit umzugehen, hast du keine Chance. Man muss über Verträge Bescheid wissen und über Strukturen. Und man muss versuchen, sich Menschenkenntnis anzueignen. Das kommt nicht über Nacht; das ist eine Entwicklung. Es gibt auch heute noch Musiker, die hungrig genug sind und den richtigen Ehrgeiz haben – und die schaffen es dann auch. Kompliziert war es also früher wie heute.

Von den Tantiemen kann ein Musiker heute in der Regel nicht mehr wirklich leben, also spielen die meisten Bands Konzerte. Gleichzeitig habe ich aber das Gefühl, dass junge Leute auf kleinere Konzerte eigentlich nicht mehr Lust haben.

KULINARIK IM KOLPINGHAUS

Ihre Lösung für Firmen-Mittagessen. Essensgutscheine willkommen!

MACH KUNST DRAUS

Wenn alle die Zeitschrift gelesen haben, der Sommer sich dem Ende zuneigt und ihr Zeit habt für Kreativität, darf diese Zeitung zum Kunstwerk werden.

Dieser Aufruf geht an alle – Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Klebt, schneidet aus, gestaltet: Verwandelt die Seiten in ein Bild, eine Geschichte oder eure eigene Idee. Etwas Neues darf entstehen. Ob Collage, Landschaft oder Erzählung – es zählt euer Blick, eure Gestaltung.

Bringt eure Kunstwerke bis zum 4. September 2026 in die Festung Franzensfeste oder schickt sie an die info@franzensfeste.info. Alle eingereichten Arbeiten werden bis zum Saisonende am 8. November 2026 in der Festung ausgestellt und auf unseren Social-Media-Kanälen präsentiert.

Einfach mitmachen, gestalten und Neues ausprobieren.

Das kann ich nicht bestätigen. Wenn du siehst, welche Menge an Freiluftveranstaltungen in diesem Sommer passiert – da hast du alle Dimensionen, und es gibt überall Publikum.

Das wäre im Grunde eine positive, eine optimistische Perspektive – gerade hinsichtlich der KI, die ja ausschließlich künstlich ist: Die Leute wollen also doch wieder Musiker auf der Bühne sehen?

Genauso ist es. KI schwitzt nicht, KI kann nicht weinen, KI kann nicht irgendwie spontan auf das Publikum reagieren. Ein Musiker in Fleisch und Blut auf der Bühne hat da einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber der KI. Das ist die letzte Dimension, in die KI noch nicht eingebrochen ist.

In Deutschland wirst du ja auch sehr geschätzt dafür, dass du zu politischen Themen manchmal deine Meinung sagst. Wie empfindest du die Entwicklung von Deutschland in den letzten 20 Jahren?

Nun, wir radikalisieren uns gewaltig, nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Das Konzept der Demokratie, das sich die Menschheit über Jahrhunderte hinweg zurechtgelegt hat, die den Prototyp von sinnvollem Miteinander möglich macht, das wird immer mehr in Frage gestellt, weil vor allem die technologisch hochentwickelten Länder angefangen haben, sich zu überentwickeln – wie riesengroße Dinosaurier, die am Ende nicht mehr gehfähig sind, weil das eigene Gewicht sie erdrückt. Wir haben inzwischen so viele Regulative, dass jede Dynamik darin zu ersticken droht. Die Gesellschaft spürt die entsprechenden Nachteile und fängt an, darauf zu reagieren, indem sie sich radikalisiert. Das sieht man an den Umfrageergebnissen und den voraussichtlichen Endergebnissen, die mich nachdenklich machen, weil sie zusammenhängen mit Erfahrungen und Erlebnissen aus der nahen Vergangenheit unserer Geschichte und Wiederholungen möglich scheinen, die wir nie wieder haben wollen. Meine Befürchtung ist, dass wir nicht klug genug sind, genügend Einheit gegen diese Entwicklung zu bilden. Denn dann müsste es ja eine übergeordnete Denkweise bei vielen geben: Über den Tellerrand von parteipolitischen Vorgaben hinweg gibt es Ziele, die wir gemeinsam einhalten müssen, weil wir sonst baden gehen. Radikalismus hat einen unfassbaren negativen Effekt: Er setzt rationales Denken außer Kraft. Und dann ist man nicht mehr in der Lage, Kompromisse einzugehen, denn Kompromisse basieren auf Rationalität. Und ohne Kompromisse geht es nicht.

Das Problem ist aber, dass erhebliche Teile der Bevölkerung diese Problematik nicht erkennen.

Ja, weil es eben anstrengend ist, darüber nachzudenken. Das war immer schon der Grund für Fehlentwicklungen: Bequemlichkeit, fehlendes Interesse für etwas, was man eigentlich fürchtet, und dann für etwas einzustehen und zu verhindern, dass Fehlentwicklungen eintreten.

Ist die liberale Demokratie noch zukunftsfähig in der heutigen Zeit? Ist Europa noch zukunftsfähig?

Es gibt viele, die glauben, dass das nicht mehr der Fall sein wird, sonst würden keine Autokratien entstehen. Da sind Menschen am Werk, die sagen, diese Strukturen sind nicht mehr steuerungsfähig und deshalb auch nicht überlebensfähig. Wenn das der Fall ist, dann haben wir den Impuls, den die Griechen uns vorgegeben haben, verloren. Aber ich meine, es gibt ja inzwischen ganz andere Kräfte, die regulativ greifen: die Ökonomie. Wir werden nicht gesteuert von Politikern, sondern von Lobbyisten. Die wenigen Politiker, die im klassischen Sinn Volksvertreter sind, kommen gegen die sogenannten „Volksvertreter“, die eigentlich Firmen- oder Konzernvertreter sind, nicht mehr an. Warum? Weil die Kraft der Wirtschaft und der Industrie eigentlich den Takt angibt. Und trotzdem: Wir haben die sieben Gebote, wir

haben das Grundgesetz – irgendwie, auch wenn das beschwerlich ist, muss man versuchen, das zu erhalten.

1963 kamst du als Jugendlicher mit deiner Familie von Rumänien nach Bayern; du weißt also, was Fremdsein, Flucht, Diskriminierung und Neuanfang bedeuten. Wenn du auf die heutige Migrationsdebatte schaust: Erkennst du das Deutschland von damals noch wieder, das dich aufgenommen hat?

Ich bin der deutschen Gesellschaft dankbar und ihr etwas schuldig, weil man uns in einer Form Platz gegeben hat, unser Leben zu gestalten, eigenbestimmt zu leben. Das war in Rumänien nicht der Fall. In Rumänien haben wir über politische Vorgänge nicht viel gewusst und schon gar nicht darüber geredet, weil das gefährlich war. Also hat man die Klappe gehalten, um nicht im Gefängnis zu landen. Nach Deutschland gekommen, mussten wir lernen, was Demokratie eigentlich ist. Wir haben uns entfalten können; ich konnte Dinge machen, die mir nie eingefallen wären und von denen ich nicht die leiseste Ahnung hatte, dass sie machbar sind. Dass wir hier sitzen, ist ein Ergebnis davon. Dafür bin ich sehr dankbar. Und das versuche ich, meinen Kindern auch mitzugeben. Selbst die Kleine kriegt schon mit, wenn sie merkt, was wir in der Peter-Maffay-Stiftung machen, die Kinder in Notlagen unterstützt, und dass es eben Kinder gibt, denen es nicht gut geht. Dann fragt sie: Warum ist das so? Und gleichzeitig – und das ist das große negative Pendant – merke ich, dass die Gesellschaft, die vor 30 Jahren noch so intakt schien, zu erodieren beginnt mit einer Geschwindigkeit, die atemberaubend ist. Das ist wahnsinnig schade und will mir nicht in den Kopf. Wir hatten den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, wir hatten auch vorher jede Menge Konflikte, man weiß, was mit Cäsar passiert ist und mit Napoleon, und wir machen immer noch dieselbe Scheiße.

Macht dich die Wut im Land mehr sauer oder die Sprachlosigkeit zwischen den zwei sich radikalisierenden Lagern?

Das ist eine sehr gute Frage. Beides! Die Sprachlosigkeit ist ein Zeichen der Unfähigkeit zu erkennen, wo man sich gerade befindet. Wenn man es dann erkannt hat, hat man kein Mittel, dagegen anzugehen. Und die anderen, die das durchschauen, versprechen: „Wir machen das anders.“ Aber: Dieses Andere ist brandgefährlich, weil es dann zu einem autoritären Konstrukt kommt, in dem du von oben bestimmt wirst.

Als Peter Maffay am 19. Juni beim AlpenFlair auftrat, hatte er keine Zeit für ein längeres Gespräch, lud uns aber spontan ein, das Interview in seiner „Einsatzzentrale“ in Tutzing am Starnberger See nachzuholen, wo er und seine Familie auch wohnen. Bei unserer Ankunft hat er uns sofort das „Du“ angeboten, weshalb wir das Gespräch auch entsprechend transkribiert haben. Der fast zwei Stunden dauernde Besuch fand seinen Abschluss in einem „Selfie“, das uns mit Peter und, im Hintergrund, einem riesigen Bild von seinem „großen Vorbild Keith Richards“ zeigt, das in seinem Büro hängt. Das Bild ist ein Original des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein.

In wenigen Wochen wirst du 77 Jahre alt. Wie gehst du mit der Endlichkeit um?

Wie ich vorhin schon sagte: Mir ist mehr als früher klar, dass ich mich mit Sicherheit in der letzten oder vorletzten Phase befinde – und auf jeden Fall nicht mehr am Anfang. Ich hoffe, dass das Schicksal oder der liebe Gott uns allen die Gesundheit ermöglicht, die wir brauchen, um angefangene Wege zu Ende zu gehen. Ich habe mich manchmal gefragt, ob ich jetzt gerne noch einmal leben würde. Ich glaube, die Antwort ist: Nochmal die ganze Rutsche muss nicht sein, aber von der, die jetzt da ist, noch eine Zeitlang – das wäre schön. Ich beobachte auch mein Umfeld und erlebe Menschen, die durch äußere Umstände gezwungen sind, eine Abkürzung zu nehmen, und das beschäftigt mich. Ich habe meinen Vater erlebt, als er im Sterben lag; er war so aufgeklärt, wie ich mir diese Phase nur vorstellen kann. Er sagte: „Worüber regt ihr euch auf? Es ist so.“ Daraufhin habe ich ihm ein Lied geschenkt: „Wenn wir uns wiedersehen“. Das ist die Kraft, die am Ende übrigbleibt, diese Ausflucht – nicht unbedingt eine Unrealität: irgendwelche Wiedersehensmöglichkeiten. Und ich glaube, sich mit diesem inneren Frieden dann irgendwie auszuklinken und zu wissen, dass diejenigen, die hinterher weiterleben, versorgt und in Sicherheit sind – Willy, du als Vater von zwei Töchtern, die sehr jung sind, kannst das mit Sicherheit sehr gut nachempfinden – das ist eigentlich das, worum es geht.

Ich habe einen Favoriten unter deinen Liedern: „Sonne in der Nacht“ – ein perfekt komponiertes, sehr gut arrangiertes und produziertes Poplied. Welches ist dein persönlicher Favorit?

Das ist abhängig von meiner jeweiligen Stimmung. Mal bist du in der Stimmung für eine Ballade, aus welchen Gründen auch immer, und manchmal möchtest du eigentlich nur Gas geben. Mir ist diese Balance wichtig, weil ich auch im Leben so bin. Ich bin oft ziemlich nah am Wasser gebaut, mich kann man also richtig gut treten – und das beschäftigt mich dann emotional sehr. Aber ich kann auch genau das Gegenstück liefern, nämlich Kante, weil ich immer schon gesagt habe: Wenn man Musik macht und ein Gefühl hat für Empfindungen von Menschen, dann muss man auch diesen Fächer aufmachen, weil die auch so sind. Nicht jeder ist immer leise, nicht jeder ist immer laut. Und dazwischen gibt es noch viele Schwankungen. Es ist wie in der Politik oder auch im Umgang miteinander. Es gibt ein kleines Büchlein von mir, das heißt „Der neunte Ton“. Würde ich dich fragen, wie viele Töne eine Tonleiter hat, dann würdest du natürlich sagen: „Acht.“ Und darauf würde ich antworten, dass das nicht stimmt, denn es sind neun. Und du würdest dich dann zurücklehnen und behaupten, dass ich offensichtlich keine Ahnung von Musik habe, worauf ich antworten würde: „Doch, ein bisschen schon, ich bleibe aber bei neun.“ Und dann streiten wir uns ein bisschen, und irgendwann würdest du sagen, verdammt nochmal, was ist denn dieser neunte Ton? Und ich würde ein ganz wichtiges Gesicht machen und dir lächelnd antworten: „Das ist der gute Ton, ohne den Musik und Harmonie nie machbar sind. Er steht für Respekt, für Begeisterungsfähigkeit und Selbstvertrauen. Wenn wir alle diesen Ton beherrschen, können wir Perspektiven für eine Gesellschaft erzeugen, in der Vielfalt und Dialog selbstverständlich sind.“ Der neunte Ton – das ist eine nie endende Herausforderung, eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen, und dazu gibt es keine Alternative.

willy.vontavon@brixner.info lia.vontavon@brixner.info

Zimtduft inklusive

KUNST: In der Brixner Industriezone entstehen nicht nur Möbel für Museen in aller Welt, sondern auch Kunsterlebnisse, die allen offenstehen. In seiner neuesten Ausstellung zeigt der Kunstraum barth ein Werk, das eigens für diesen Ort entwickelt wurde.

Emanuele Guidi, Monia Ben Hamouda und Ivo Barth präsentieren eine Ausstellung, die Formen, Farben und Düfte miteinander verbindet

Acht Uhr morgens, zu Besuch im Brixner Unternehmen barth. Die automatische Schiebetür gleitet lautlos zur Seite, im Boden eingelassen führen bronzene Hundepfoten ins Gebäude hinein. „Die Pfoten unseres früheren Hundes“, sagt Ivo Barth lächelnd. Er streckt die Hand zum Gruß aus, vor diesem einen ersten Kunstwerk –einem von vielen, bevor die Werkshallen beginnen.

Dort wird bereits gearbeitet. Aus Holz, Aluminium und Stahl entstehen Vitrinen und Möbel für Museen in aller Welt. Eine junge Tischlerin arbeitet gerade an einem großen Schrank. Er ist für das Kepler-Museum in Regensburg bestimmt, welches das Brixner Unternehmen beliefert. Es sind keine gewöhnlichen Möbelstücke, sondern individuell entworfene Vitrinen, Schränke und Ausstellungssysteme, gefertigt für wertvolle Exponate. Nach der Fertigung werden sie probeweise montiert, millimetergenau kontrolliert und anschließend wieder zerlegt. Erst dann verschwinden sie in maßgefertigten Holzkisten, werden auf Lastwagen verladen und treten

ihre Reise an – per Lkw, Schiff oder Flugzeug. Manche gingen schon nach Abu Dhabi oder bis ins russische Nowosibirsk.

Holz, Stahl, Aluminium, Glas – nahezu jedes Material wird im eigenen Betrieb verarbeitet. Selbst eine Schlosserei gehört zum Firmengelände. „Weil wir alles selbst haben, können wir rechtzeitig liefern“, sagt Ivo Barth, der lieber einfach nur Ivo genannt werden möchte. „Wir arbeiten gut“, sagt er. Internationale Museen vertrauen auf die Brixner Werkstätten. Und gerade, weil die Möbel in die Welt hinausgehen, möchte Ivo die Welt auch nach Brixen holen. Der große Kunstliebhaber hat sich mit seinem Kunstraum im Firmengelände vor genau drei Jahren einen Traum erfüllt.

Kunst aus aller Welt

Nicht unweit von Werkbänken, Maschinen und Produktionshallen organisiert er zweimal im Jahr internationale Ausstellungen. Künstlerinnen und Künstler, deren Werke sonst in renommierten Museen und Galerien zu sehen

sind, stellen hier aus – mitten im Industriebetrieb. „Man muss weit vorausplanen“, sagt Ivo. Zwei Vernissagen organisiert er jedes Jahr; die nächste findet im September statt. Das Programm steht längst, bleibt vorerst aber noch geheim: „Bis 2028 habe ich bereits alles geplant.“ Wer renommierte Künstler nach Brixen holen wolle, brauche Vorlaufzeit, sagt er.

Der Unternehmer lädt Künstler ein, die ihn persönlich faszinieren. Empfehlungen spielen normalerweise keine Rolle; in den fünf bisherigen Ausstellungen sei das jedenfalls so gewesen. Bei dieser, seiner sechsten Ausstellung jedoch, macht er eine Ausnahme: Der Kurator Emanuele Guidi schlägt ihm die Mailänder Künstlerin Monia Ben Hamouda vor. Zunächst ist Ivo zurückhaltend, dann wächst die Neugier. Die Aussicht, an einer der ersten Einzelausstellungen der 35-jährigen Mailänderin in Italien mitzuwirken, überzeugt ihn schließlich.

Noch mehr begeistert ihn jedoch eine andere Idee: Zum ersten Mal soll für seinen Kunstraum ein Werk entstehen, das eigens

für diesen Ort entwickelt wird. Eine Arbeit, die aus dem Gebäude selbst, aus der Firmenphilosophie und den hier gefertigten Materialien heraus entsteht. „Eine solche Zusammenarbeit hat es in meinem Kunstraum bislang noch nie gegeben“, erzählt Ivo.

Und ein solches Kunstwerk erlebt man auch nicht alle Tage. Es ist kein Bild, sondern vielmehr eine Konstellation, die aus dem Boden wächst: Rund 40 Quadratmeter Bodenfläche werden von unterschiedlich großen Platten eingenommen. Sie scheinen kaum aufzuliegen, vielmehr wirken sie, als würden sie wenige Zentimeter über dem Boden schweben. Ihre Formen erinnern an tektonische Schollen, an Erdplatten in Bewegung, die sich verschieben, aufeinanderstoßen, auseinanderdriften. Keine gleicht der anderen. Manche sind massiv, andere filigran. Helles und dunkles Holz wechseln sich mit Aluminium, Messing und Glas ab. Materialien, die gerade vorhin noch in den Produktionshallen der Firma zu sehen waren – dort als Werkstoff für Museumsschränke, hier als eigenständige künstlerische Sprache.

Es ist, als würde sich das Unternehmen selbst im Kunstraum spiegeln. Seine Materialien, sein handwerkliches Potenzial und seine Präzision werden Teil einer Installation, die genau daraus ihre Kraft entwickelt. Nichts wirkt abgeschlossen, nichts endgültig; die Platten scheinen sich jederzeit weiter verschieben zu können. Sie erzählen weniger von einem fertigen Werk als von einem Zustand des Werdens. Von Veränderung. Von Bewegung. Von einem Prozess, der bewusst offenbleibt.

Kunst mit Zimtgeruch

Während der Blick noch über Formen, Oberflächen und Materialität wandert, formt die Nase des Betrachters plötzlich den Eindruck des Kunstwerks mit.

Es riecht nach Zimt. Warm und würzig liegt der Duft im Raum, beinahe irritierend, weil man ihn in einem Kunstraum nicht erwartet. „Auch Asche und Farbe gehören dazu“, sagt Ivo. All das gemeinsam bildet das Pulver, das die Oberflächen der Platten bedeckt. Zimtfarbene Pigmente ziehen sich über die Kanten hinaus bis auf die weißen Wände. Dort verlaufen sie scheinbar ungeordnet nach oben, bilden Spuren und Verdichtungen, die fast an ein Kornfeld erinnern –eine Assoziation, die sich beim Betrachten aufdrängt, obwohl sie von der Künstlerin nie beabsichtigt war, erzählt Ivo.

Je länger man die Platten betrachtet, desto mehr Details treten hervor. Feine Linien durchziehen die Oberflächen, sie erinnern an Schriftzeichen. „Fast wie arabische Kalligrafie“, sagt Ivo. Ein Hinweis auf die Biografie der Künstlerin: Monia Ben Hamouda hat tunesische Wurzeln. Ihre kulturelle Herkunft fließt in ihre Arbeiten ein, allerdings nie als eindeutige Botschaft. Die Linien wollen nichts übersetzen und nichts erklären. Sie sind Ausdruck einer Identität, die sich jeder einfachen Zuordnung entzieht. Gerüche, Pigmente und industriell gefertigte Materialien von barth verschmelzen miteinander.

Kunst mit Spielraum für Interpretation

Ivo steigt die Treppe zur Galerie des Kunstraums hinauf. Oben angekommen, bleibt er stehen, blickt hinab auf das Kunstwerk und sagt: „Von hier wirkt es völlig anders.“ Und tatsächlich verändert sich mit der Perspektive die gesamte Wahrnehmung. Von oben gleicht das Kunstwerk beinahe einer Landkarte, als würde der Betrachter einen geografischen Umriss vermessen. Die einzelnen Platten wirken wie Kontinente oder Territorien, deren Grenzen sich verschieben. Genau diese Offenheit ist Teil des Kunstkonzepts. Die Installation trägt den Titel „NOR“, das englische Wort für „weder noch“. Monia Ben Hamouda interessiert nicht die eindeutige Aussage. Sie möchte Kategorien auflösen, Gewissheiten infrage stellen und Räume öffnen, in denen verschiedene Lesarten nebeneinander bestehen können.

Auf der Galerie hängen einzelne Elemente der Installation zusätz-

lich an der Wand. Dunkles Holz, Messing und Aluminium greifen Motive des am Boden schwebenden Kunstwerks auf. Es sind Fragmente des Ganzen, Erinnerungsstücke einer Installation, die später einmal Ivos Kunstsammlung erweitern wird.

Kunst aus Leidenschaft

„Mein Unternehmen und auch mein Zuhause sind voller Kunst“, erzählt Ivo Barth. Über Jahrzehnte hat er gesammelt. Manche Werke mussten längst ins Depot umziehen, weil der Platz nicht mehr ausreicht. „Ich tausche die Kunstwerke auch immer wieder mal aus. Mal hängt dieses Bild, dann wieder ein anderes“, sagt Ivo.

Kunst gehört zu seinem Alltag, genauso wie zu jenem seiner Mitarbeiter. „Sie dürfen jede Ausstellung als Erste sehen – noch bevor sie eröffnet wird“, sagt er. Der Unternehmer legt Wert darauf, dass Kunst nicht exklusiv, sondern offen ist. Etwas, das weiterwirkt – im Alltag, am Arbeitsplatz und über das Unternehmen hinaus. Deshalb steht der Kunstraum grundsätzlich allen offen. Mit Voranmeldung kann ihn jeder besuchen: Brixnerinnen und Brixner, Reisende und Kunstinteressierte. „Das ist mir wichtig“, sagt Ivo.

Wie viel Geld er jedes Jahr für seine zwei Ausstellungen ausgibt, möchte er nicht sagen. Dass er sich als Kunstmäzen versteht, schon.

Der Rundgang endet – doch der Geruch nach Zimt bleibt, ebenso wie die Eindrücke des Kunstwerks. Und auch die Freude, die der Brixner Unternehmer und Kunstliebhaber ausstrahlt. Sie wirkt unaufgeregt, beinahe bescheiden, vielleicht gerade deshalb überzeugend. Sein erstes Kunstwerk kaufte er im Alter von 16 Jahren. Und in seinem Unternehmen schuf er nicht nur einen Ausstellungsraum, sondern einen Ort, an dem Handwerk, Unternehmertum und Kunst eine ungewöhnliche Verbindung eingehen.

Die Ausstellung kann noch bis Ende Juli mit Voranmeldung besichtigt werden. Zimtduft inklusive.

lisa.hintner@brixner.info

MONTAG - SAMSTAG: 09.00 - 12.30, 14.00 - 18.30 harpf.suedtirol harpf Trinkgenuss in Südtirol www.harpf.it

Überall ist Liebe

THEATER: Auf dem Stiftsplatz in Neustift spielten die Hormone verrückt. Das Eisacktaler Volkstheater präsentierte einen Abend voller Liebeslust und Liebesleid, Verwechslung, Verwünschung und Zauberei – zur Freude des Publikums.

Wenn es sich reimt, also wenn sich die Paare Reime zurufen und zuflüstern, dann ist es die große, wahre Liebe – zumindest in der Firma von Theseus und bei nächtlichem Treiben im kleinen Wäldchen. Doch wer nun wen liebt (oder nicht), ist alles andere als eindeutig, denn in der Firma herrscht absolutes Liebeschaos: Hermia liebt Lysander, Demetrius liebt Hermia, Helena liebt Demetrius. Und Theseus selbst? Der will sich wohl eher aus ökonomischen Gründen mit Hippolyta verheiraten, um die Firmenfusion aus Hotel und Weinbau auf eine weitere, stabilere oder auch romantischere Ebene zu stellen.

Dabei geht es auf dem Stiftsplatz in Neustift äußerst rasant zu, wenn die erfahrenen Darstellerinnen und Darsteller mehrerer lokaler Laienbühnen als Eisacktaler Volkstheater den „Sommernachtstraum“ von Michael Niavarani nach der Komödie von William Shakespeare auf die Bühne bringen –zündende Pointen und spritzige Wortgefechte inklusive.

Ein einziges Liebes-Wirrwarr

Als ob das Leben der verliebten Menschen unter den genannten Umständen nicht allein schon

kompliziert genug wäre, mischt einer in Shakespeares Zauberwelt noch gehörig mit: Puck, der Poltergeist des Feenkönigs Oberon, angestiftet durch Oberon selbst, der sich an seiner Gattin Titania rächen will. Denn selbst bei den Feen hängt der Ehesegen ziemlich schief: Oberon und seine Titania werfen sich in einem Wortgefecht gegenseitig Ehebruch vor, und dabei entfahren ihnen Worte, die einem Feenkönigspaar so gar nicht zu Gesicht stehen. Dazu kommt der Streit um das Sorgerecht für

Oberons kleinen Sohn, gezeugt mit einem Menschen, den die Elfenkönigin partout nicht ihrem Gatten überlassen will.

Oberon also befiehlt Puck, ihm eine bestimmte Blüte zu bringen. Denn diese, einst von Cupidos Pfeil getroffen, verbirgt einen besonderen Nektar: Träufelt man ihn einer Person auf die Augenlider, so verliebt sie sich beim Erwachen unsterblich in die Person (oder auch Kreatur), die sie als erste sieht. Titania, so der Plan von Oberon, soll dadurch die Qualen

der Liebe erfahren und später dann von ihm selbst davon wieder erlöst werden.

Doch der „Sommernachtstraum“ wäre keine (Shakespeare)Komödie, wenn alles glatt verlaufen würde. Schließlich treffen im Wald zwei Welten aufeinander: die Menschen und die für sie unsichtbaren Feen mit ihren jeweiligen Gangs. Hermia und Lysander sind geflohen, um Hermias Verlobten Demetrius zu entgehen, und lassen sich hier für die Nacht nieder. Helena, die unsterblich

Foto: Ulrich Kofler
Markus Markart, Christian Prader und Zita Plaickner Brenninger sorgen im „Sommernachtstraum“ für humorvolle Verwicklungen

in Demetrius verliebt ist und ihn nahezu stalkt, irrt todunglücklich umher. Und dann hat sich diesen Kraftplatz im Wald auch noch eine eher unbegabte Theatergruppe als Probenort ausgesucht, denn fünf Angestellte aus der Firma studieren hier unter der Leitung von Frau Squenz ein Stück über Pyramus und Thisbe anlässlich der Hochzeit ihres Firmenchefs ein. Es kommt, wie es kommen muss: Das Liebeschaos wird immer größer. Denn statt Demetrius (wie von Oberon befohlen) träufelt Puck dem schlafenden Lysander den Liebessaft auf die Lider, der dummerweise zuerst Helena erblickt; sofort ist die soeben noch für ewig geschworene Liebe zu Hermia verflogen. Und auch bei Herrn Zettl, einem der Laienschauspieler, der als Pyramus die Hauptrolle im Theaterstück im Stück spielen soll, hat Puck die Finger im Spiel: Er verwandelt ihn kurzerhand in einen Esel. Der singt zwar so grauenvoll, dass seine Schauspielkollegen den Schauplatz erschrocken verlassen, doch er weckt damit die schlafende Tita-

nia, und – Sie ahnen es – schon ist es um die schöne Feenkönigin geschehen. Damit sind die verzauberten Verwirrungen perfekt; ein Happy End scheint zunächst aussichtslos.

Ein großes Ensemble

Auf der Bühne dieses unterhaltsamen Theaterabends, der mit einigen lokalen Anspielungen gewürzt war, standen insgesamt 25 Schauspielerinnen und Schauspieler, darunter auch vertraute und erprobte Gesichter, die nicht zum ersten Mal Teil dieser mittlerweile über 40-jährigen Eisacktaler Freilichttheatertradition waren – wie Harald Duml als ergrauter Herr Flaut, der im Kleidchen und mit Lippenstift die junge Thisbe spielt, Hubert Fischer als geschäftstüchtiger Theseus und zugleich auch als Herr Schnock, der das Brüllen des Löwen übt, wie es sich für einen engagierten Schauspieler gehört, Zita Plaickner Brenninger als Spielleiterin Petra Squenz, die an Elfen glaubt, Petra Fink Taschler als elegante Feenkönigin

Titania, Andreas Penn als verliebter Lysander, Gabi Überbacher als strenge Frau Philostrata und Georg Stedile als Puck außer Dienst, der nicht dran denkt, dass er längst seine Unsichtbarkeit eingebüßt hat und einen flotten Striptease wagt. Nicht weniger überzeugend war das Spiel von Christa Issinger als leicht bissige Hippolyta, von Dagmar Salcher (Hermia), Sabine Stedile (Helena) und Karl Heinz Ranalter (Demetrius) als verlobte Verliebte, von Jan Kaden als überlegt agierender Feenkönig Oberon und von Christian Prader als gutmütiger Puck. Markus Markart, der theaterbegeisterte Niklas Zettel, verwandelte sich in den liebestollen Esel, Astrid Schatzer gab die ständig die Handwerker bei sich zu Hause koordinierende Frau Schnauz, und Marion Weissensteiner hatte als Fräulein Schlager immer genügend Essiggürkchen gegen die Unterzuckerung der Schauspieltruppe bei sich. Nicht zu vergessen die Oberon Gang (Hubert Ellemund, Helga Maria Kofler, Maria Tauber, Samira Tirler und Rosemarie Haniger) als Teu-

felchen, die sich als Kontrast zu den schwebenden Titania Hippies mit Engelflügeln (Miriam Tassara, Luis Costadedoi, Elisa Irsara und Karin Unterthiner) betont lässig gab und mit dem Motorrad vorfuhr. Regie führten Gabi Rothmüller und Alexander Liegl (Regieassistenz: Miriam Tassara). Für die arrangierten Kompositionen und die Live-Musik zeichnete Davide Lorenzato verantwortlich. Johannes Schlack verstand es, die lokalen Begebenheiten wie den sogenannten Türkenturm und die Türkenmauer geschickt in das Bühnenbild einzubeziehen, während Werner Lanz mit dem Lichtdesign Akzente setzte. Die so unterschiedlichen wie originellen Kostüme verdankte die Inszenierung Andrea Kerner. Gaby Engl Liensberger und Elisa Irsara bereiteten die Schauspielerinnen und Schauspieler in der Maske auf ihren Auftritt vor.

Pointiert, witzig und äußerst unterhaltsam präsentierte sich die gelungene Inszenierung vor einer einmaligen Kulisse. johanna.bampi@brixner.info

Musikschule, Bibliothek, Astra-Kino, Apotheke, Krankenhaus, Tourist Info, Plosehütte, Wohnhaus, Kita oder Grundschule – und ganz aktuell der Hofburggarten und die Sanierung eines historischen Gebäudes fürs WOBI. Wir freuen uns, immer wieder ein Teil von Brixen zu sein. #unionpower

BAUEN IST UNSER LEBEN. www.unionbau.it

Aus kleinen Lügen wird großes Theater

THEATER: Im ehemaligen Brixner Gefängnis wurde gelogen, was das Zeug hält: Mit „Gerüchte, Gerüchte“ hat Regisseur Lukas Lobis Neil Simons Boulevardklassiker für den Tschumpus adaptiert. Ein Abend voller Verwechslungen, Ausreden und Spielfreude.

Was passiert, wenn die Gäste zu einer Jubiläumsfeier erscheinen, die Gastgeberin spurlos verschwunden ist und der Hausherr mit einer Schussverletzung im Schlafzimmer liegt? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt von „Gerüchte, Gerüchte“, der Eigenproduktion des „Kultursommers hinter Gittern“. Regisseur Lukas Lobis schrieb Neil Simons Erfolgsstück „Rumors“ (zu Deutsch „Gerüchte“) aus dem Jahr 1988 eigens für den Tschumpus um und brachte damit eine klassische Boulevardkomödie auf die

Bühne des ehemaligen Brixner Gefängnisses am Domplatz.

Lügen, Gerüchte und immer neue Ausreden

Eigentlich sollte es ein festlicher Abend werden: Unternehmer und Kunstmäzen Ferdl – pardon: Ferdinand Pörnbacher und seine Frau Maria laden Freunde zur Feier ihres zehnten Hochzeitstages ein. Doch statt Musik, Champagner und guter Stimmung finden die ersten Gäste, Bert und Barbara

von Wiese, den Hausherrn mit einer Schussverletzung in seinem Schlafzimmer vor; von seiner Ehefrau Maria fehlt jede Spur. Aus Angst, selbst in den Verdacht zu geraten oder einen öffentlichen Skandal auszulösen, beschließen die ersten Anwesenden kurzerhand, den Vorfall zu vertuschen. Mit jedem neu eintreffenden Paar wird das Lügenkonstrukt allerdings größer und verwirrender. Was zunächst als harmlose Notlüge beginnt, entwickelt sich rasch zu einem undurchsichtigen Netz aus

Halbwahrheiten, Gerüchten und frei erfundenen Geschichten. Der Psychiater analysiert die Situation lieber, als sie aufzuklären, seine Frau beschäftigt sich indes mit Kochen anstatt mit der Wahrheit, ein Bürgermeisterkandidat streitet sich pausenlos mit seiner Partnerin, und zwei Damen entdecken im Gin eine wirksame Hilfe gegen die zunehmende Verzweiflung. Als schließlich auch noch zwei Polizistinnen erscheinen, gerät die ohnehin schon fragile Fassade endgültig ins Wanken.

Komödie mit Spielfreude

Lukas Lobis blieb dem Charakter des Originals treu und setzte auf klassisches Boulevardtheater. Das Stück lebt von schnellen Dialogen, pointierten Missverständnissen und Figuren, die sich mit jeder Lüge tiefer in Schwierigkeiten bringen. Lobis’ Bearbeitung verzichtet weitgehend auf einen ausgeprägten Südtirol-Bezug: Bis auf einige kleine Anspielungen, wie den Hausarzt Doktor Thuile, könnte die Geschichte nahezu überall spielen. Das fällt dabei kaum ins Gewicht, denn der Humor lebt weniger von lokalen Bezügen als vom perfekten Timing und den immer absurder werdenden Ausreden der Figuren.

Starke Leistungen auf zwei Ebenen

Ein großer Pluspunkt der Inszenierung ist das Bühnenbild: Die zwei-

stöckige Villa der Gastgeber nutzt den Aufführungsort hervorragend aus und eröffnet zahlreiche Spielmöglichkeiten. Türen, Treppen und verschiedene Ebenen sorgen dafür, dass ständig Bewegung auf der Bühne herrscht. Gleichzeitig entsteht immer wieder das Gefühl, dass sich hinter den verschlossenen Türen weitere Geheimnisse verbergen könnten.

Auch schauspielerisch überzeugt das Ensemble. Georg Kaser und Miriam Kaser beweisen einmal mehr ihr ausgezeichnetes Gespür für Timing und Situationskomik. Doris Pigneter liefert trotz einer Verletzung eine beeindruckende Vorstellung ab und begeistert mit einer Figur, die zwischen Panik, Verzweiflung und alkoholbedingter Ausgelassenheit hin- und herwechselt. Zu den Höhepunkten zählt auch Joachim Mitterutzner als Lorenz Hofmayr, dessen frei erfundene Schilderung der Ereignisse

Qualität, die man sieht, Erfahrung, die man spürt.

gegenüber den beiden Polizistinnen zu den stärksten Szenen des Abends gehört. Insgesamt harmoniert das Ensemble hervorragend und prägt das Stück mit seiner Spielfreude.

Das Chaos wird immer größer

Seine größte Stärke entfaltet „Gerüchte, Gerüchte“ vor allem in der zweiten Hälfte. Während sich die Handlung zu Beginn noch Zeit nimmt, die einzelnen Figuren und ihre Beziehungen zueinander einzuführen, überschlagen sich nach der Pause die Ereignisse. Eine Ausrede zieht die nächste nach sich, aus kleinen Missverständnissen entstehen immer größere Verwicklungen, und das Lügengebäude gerät zunehmend ins Wanken. Das sorgt für ein hohes Tempo und viele gelungene Pointen. Die erste Hälfte hätte dafür stellenweise etwas kompakter ausfallen dürfen,

Wir liefern und montieren Fenster in PVC, PVC-Alu, Holz und Aluminium sowie Haustüren und Sonnenschutz. Europas führende Hersteller – kombiniert mit 30 Jahren lokaler Erfahrung, Leidenschaft und Know-how. Sie finden uns in Schabs. Rufen Sie an und vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin.

EURO Türen & Fenster GmbH

Schabs, Gewerbezone Raut 37, T 0472 410 135 info@eurotueren.it, www.eurotueren.it

t Miriam Kaser, Georg Kaser und Joachim Mitterutzner verstricken sich immer mehr in Lügen und Ausreden

denn manche Dialoge und Ehe-Sticheleien wiederholen sich. Umso besser funktioniert der zweite Teil, der mit viel Witz und Dynamik bis zum offenen Ende unterhält. Selbst als sich die Ereignisse langsam zu entwirren scheinen, bleibt bis zuletzt die Frage offen: Was ist eigentlich wirklich passiert?

Das Stück wollte keine tiefgründige Gesellschaftsanalyse sein, sondern beste Unterhaltung bieten, und genau das gelang der diesjährigen Tschumpus-Produktion vollauf. Und vielleicht merken die Besucherinnen und Besucher am Ende: Gerüchte sind oft spannender als die Wahrheit. lia.vontavon@brixner.info

Ein Abend beim Barbier

MUSIK: Ein Friseursalon, eine drohende Deadline und jede Menge Wortwitz: Als Rossini höchstpersönlich in der Brixner Hofburg auftauchte, um seiner Coiffeuse sein KomponistenElend zu klagen, ahnte das Publikum noch nicht, wie kurzweilig dieser Abend werden sollte.

Zwischen Dialogszenen und Operngesang verwandelt sich der Innenhof für zwei Stunden in ein Stück Sevilla.

Samstagabend, 4. Juli, König Fußball tanzt im TV: Kanada-Marokko im Achtelfinale der Fußballweltmeisterschaft der Herren. Aber heute drängt sich für mich ohnehin das Tiroler Kammerorchester InnStrumenti mit dem „Barbier von Sevilla“ in die Favoritenrolle. Im Innenhof der Brixner Hofburg wird Gioacchino Rossinis Opernklassiker als – Achtung, Wortspiel! – „Ope(r)n Air“ aufgeführt. Fünf Minuten vor Beginn sind noch reichlich Stühle frei, aber dank der Unterstützung der Gemeinde Brixen und der Autonomen Provinz Bozen können derartige kulturelle Events selbst bei ausbaufähigem Zuschauerinteresse stattfinden. Gut – andererseits mischt sich Schauspieler Thomas Lackner unvermittelt ins Zuschauergemurmel und fragt sich, was die Anwesenheit von Publikum bei der heutigen „Lese-

probe“ solle. Wenn es sich um eine Leseprobe handelt, muss man wohl von Glück reden, dass nicht nur seine Kollegin Patrizia Pfeifer an diesem Abend da ist, sondern auch Sopranistin Vanessa Waldhart, Tenor Philipp Kapeller sowie die Baritöne Wolfgang Resch und Victor Dublyansky und – welche Überraschung (zwinker, zwinker!) – das Kammerorchester InnStrumenti mit Südtiroler Beteiligung und unter der bewährten Leitung von Dirigent Gerhard Sammer.

Kurzweilige Doku im Theaterformat

Die Aufführung eines 200 Jahre alten Opernwerks mag für den einen oder die andere zunächst nach einem mittelspannenden Abend klingen, aber dass es dazu nicht kommt, wird schnell klar: Lackner

schlüpft in die Rolle von Gioacchino Rossini, der der Coiffeuse Barbierezza (Patrizia Pfeifer) sein Leid klagt: Er muss in wenigen Tagen eine Oper komponieren, wo er doch noch nicht mal eine Ouvertüre dazu habe. Und schon wird der Zuschauer mitgenommen auf eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit – eine Geschichtsund Kulturdoku im Theaterformat gewissermaßen. Tatsächlich komponierte Rossini die Oper nämlich in nur rund zwei Wochen. Um Zeit zu sparen, recycelte er die Ouvertüre aus zwei früheren eigenen Opern.

Beeindruckendes Stimmengeflecht

Die amüsanten Dialoge, die ganz nebenbei die Handlung der Oper skizzieren und das gesungene, oft schwer verständliche „Opern-Ita-

lienisch“ für einen Opern-Laien wie den Autor dieser Zeilen entschlüsseln, sind jeweils Vorspiel für die musikalischen Darbietungen, die sich auf die Highlights aus dem Gesamtwerk konzentrieren. Neben der vorzüglichen Musik des Orchesters beeindrucken Sänger und Sängerin gleichermaßen mit ihren Stimmen – erst solistisch, dann im Zusammenspiel als Duett, Terzett und Quartett, bis sich am Ende alle Stimmen zu einem mitreißenden Ganzen verweben. Applaus, lang und herzlich. Ein 200 Jahre alter Opernklassiker, da und dort mit einer kleinen Unschärfe, aber mit umso mehr Herz vorgetragen – und ich für meinen Teil bin froh, mich an diesem Samstag nicht für König Fußball, sondern für König Rossini entschieden zu haben.

oskar.zingerle@brixner.info

Vor der stimmungsvollen Kulisse der Brixner Hofburg brachte das Kammerorchester InnStrumenti Rossinis Opernklassiker mit hörbarer Spielfreude auf die Bühne

DEINE

Mein Strom

SANIBOOK.SABES.IT

Dafür kann ich dir gute Gründe nennen:

→ LOKAL: In BEN stecken die Versorgungssicherheit und volle Servicequalität der Stadtwerke Brixen.

→ GÜNSTIG: BEN zählt zu den günstigsten Stromangeboten, regional und national.

→ GRÜN: BEN ist garantiert grüne Energie. Sichere dir 60 Euro Treuebonus und wechsle zu BEN: online unter www.ben.bz.it oder persönlich am Kundenschalter.

Seit 1903 sind wir deine Energie.

FÜHRUNG

Verborgene Schätze

Von den Tausenden Objekten im Bestand des Pharmaziemuseums bleibt ein Großteil den Augen der Besucherinnen und Besucher verborgen. Am 2. Juli ermöglichten Elisabeth und Oswald Peer einen Blick hinter die Kulissen und öffneten das Depot. In einer kurzweiligen Führung, die Teil des Vermittlungsprogramms der Stadtgalerie war, wussten beide allerlei Kurioses und Spannendes zu erzählen. Schließlich hatte das pensionierte Apothekerehepaar selbst in jahrelanger Kleinarbeit das Durcheinander im Dachboden beseitigt, sämtliche Objekte gereinigt, inventarisiert und ihnen mit der Errichtung des neuen Depots vor fast 20 Jahren auch eine Zukunft geschenkt. Alles, was hier zu sehen ist, war einst in der im Jahr 1602 gegründeten Apotheke in Gebrauch und wurde von der Familie Peer über Generationen aufbewahrt. So befinden sich im Depot historische

Schränke, teils mit kunstvoll verzierten Aufbewahrungsgefäßen, teils mit einfachen Schubladen für verschiedene Substanzen tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Dann gibt es eine ganze Reihe unterschiedlichster Gerätschaften, die im Verkaufsraum und im Labor zum Einsatz kamen. Und schließlich füllen Gefäße mit Substanzen viele Regalmeter. Gerade die Substanzen sind aus pharmaziehistorischer Sicht besonders interessant, erzählen sie doch, was im Laufe der Jahrhunderte zur Förderung der menschlichen Gesundheit verarbeitet und verabreicht wurde – damals, als der Apotheker noch selbst die Arzneimittel herstellte. Der Besuch im Depot wurde zu einer spannenden Begegnung mit einem Stück gelebter Pharmaziegeschichte. job

FILM

Krimiatmosphäre

Der erstmals im Jahr 2015 ausgestrahlte Bozen-Krimi hat sich inzwischen als ein bekannter Städtekrimi in der ARD durchaus etabliert. An 44 Drehtagen wurden bis Mitte Juli die Filme 23 und 24 gedreht, auch in Brixen und Umgebung. Für „Der Fluch des Ötzi“ (Film 23) war ein Drehtag in der Brixsana anberaumt, während „Rattenlinie“ (Film 24) zum Teil in Schabs gedreht wurde. Letzterer berührt Ereignisse aus der Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Schauplatz der Dreharbeiten war einer der Bunker in Schabs. Dort sind wie gewohnt

die Stars der Serie – Kommissarin Sonja Schwarz (Chiara Schoras), Kriminalpolizist Jonas Kerschbaumer (Gabriel Raab) und dessen Vater, der Polizist Peter Kerschbaumer (Hans-Peter Müller-Drossaart) – im Einsatz, wenn sich der dramatische Showdown der Folge entspinnt. Als Episodendarsteller standen in Schabs auch Katia Fellin, Nikolai Baar-Baarenfels, Simon Reichert Mair und Sebastian Santa vor der Kamera. Allein die Dreharbeiten in Schabs nahmen mehrere Tage in Anspruch; eine Szene wurde nachts gedreht. Der Aufwand für so einen Dreh

Arbeiten von Karolina Gacke sind bis 10. August in der Gemeinschaftsausstellung „Theatrum Naturae“ in der Vijion Art Gallery in Pontives zu sehen. Die Ausstellung „Operabook 2“ in Toblach zeigt neben anderen auch Werke von Alex Pergher, Leander Piazza und Sergio Sommavilla.

ist immens. Vier Filmminuten schafft man pro Tag, und dafür ist ein Stab von rund 40 Menschen im Einsatz. Hinter den Kulissen fanden sich viele Südtirolerinnen und Südtiroler, etwa für Koordination, Motivaufnahmeleitung, Kameraassistenz, Beleuchtung, Ton und Maske. Das Drehbuch für

Mit der Messe in h-Moll von J.S. Bach brachten das Chorwerk Ruhr und das Concerto Köln im Brixner Dom ein bedeutendes Werk der Musikgeschichte zur Aufführung. Kurz darauf begeisterten die Audi Jugendchorakademie und die Akademie für Alte Musik Berlin mit G. Verdis Requiem.

„Rattenlinie“ verfassten Thomas Schwebel und Thomas Schwarz, der Produktionsleiter für beide Filme war Wolfgang Moser aus Barbian. Produziert wurden sie von der Letterbox Filmproduktion im Auftrag der ARD Degeto Film. Die Ausstrahlungstermine stehen noch nicht fest. job

Elisa Tscholl Ratschiller aus Brixen und Matthias aus Feldthurns sind unter den zehn Finalisten der diesjährigen Südtiroler „Poetry Slam-Landesmeister:innenschaft“, die am 14. August auf der UFO-Summer-Bühne in Bruneck stattfindet. Lene Morgenstern führt durch den Abend.

Foto: Johanna Bampi

Herr Comploi, vom 29. August bis zum 6. September findet in Brixen der 9. Internationale Orgelwettbewerb „Daniel Herz“ statt. Was macht ihn so besonders?

Der Wettbewerb wird auf zwei verschiedenen Instrumenten ausgetragen – der DanielHerz-Orgel aus dem Jahr 1649 in der Frauenkirche und der Pirchner-Orgel von 1980 in der Domkirche. Wir haben knapp 40 Zusendungen erhalten, aus denen 20 Organistinnen und Organisten ausgewählt wurden. Sie treten am 1. und 2. September in der Auswahlrunde an; die besten spielen im Finale am 5. September.

„Es gibt nicht ‚die‘ Orgel“

FRANZ COMPLOI, Domorganist und Musikpädagoge, über einen speziellen Orgelwettbewerb, der diesen Sommer in Brixen ausgetragen wird.

Worin unterscheiden sich die zwei Orgeln?

Es gibt verschiedene Orgellandschaften, in denen sich die Instrumente in ihrem Bau und in ihrem Klang deutlich unterscheiden. Es gibt nicht „die“ Orgel, auf der man alles gleich gut interpretieren kann, ohne Kompromisse einzugehen. In ihrer bautechnischen und klanglichen Einmaligkeit ist die Herz-Orgel bestens geeignet für das reiche Repertoire an Orgelmusik des 16. Jahrhunderts im süddeutschitalienischen Raum. Die große Domorgel eignet sich vorzüglich für Musik der folgenden Jahrhunderte.

Auf welches Programm darf sich das Publikum freuen?

In der Auswahlrunde sind auf der Domorgel Werke von Bach, Schumann und Mozart zu hören und auf der Herz-Orgel Sweelinck, Froberger und Frescobaldi. Mit Andrea Marcon als Juryvorsitzendem konnten wir einen der renommiertesten Musiker und führenden Spezialisten für Alte Musik, Klassik und Frühromantik gewinnen. Der Bewertungsprozess erfolgt anonym. Wir laden alle ein, die Wettbewerbstage zu besuchen. Das Preisträgerkonzert am 6. September wird live auf Rai Südtirol übertragen. samuel.fink@brixner.info

28.-30.08.2026 | 10-17h

De Re Metallica Das Mittelalter

Historisches Reenactment am Standort Prettau

AUSSTELLUNG

Begegnungen festhalten

Beziehungen zu Menschen, Objekten, Momenten, in denen Nähe und Distanz unweigerlich eine Rolle spielen, macht die Ausstellung „RELATIONES“ in der Engelsburg in Neustift in fotografischen Arbeiten sichtbar. 18 Künstlerinnen und Künstler aus Südtirol, Österreich und Deutschland zeigen faszinierende wie unterschiedliche „fotografische Erkundungen des Dazwischen“, wie es im Untertitel heißt. Die Kuratorin Sandra Mutschlechner lässt zudem die romanische Architektur der Engelsburg selbst Teil der Ausstellung werden – einen historischen Ort, der noch heute von Begegnungen lebt. Im Erdgeschoss stehen menschliche Beziehungen im Zentrum. In den Arbeiten von Gustav Willeit, Michael Schmücking, Othmar Seehauser, Marko Zink, Werner Gasser, Anuschka Prossliner, Heinz Innerhofer und Christina Auer geht

es etwa um Nähe und Distanz, um Zugehörigkeit und Identität. Die Bilder im Obergeschoss erweitern den Horizont auf die Welt draußen: Hier thematisieren Katharina Theresa Mayr, Karin Schmuck, Anna Anvidalfarei, Giancarlo Lamonaca, Tiberio Sorvillo, Florian Borkenhagen, Karin Ferrari und Nicole Weniger Beziehungen der Menschen zu ihrer Umwelt, stellen scheinbar Augenscheinliches in Frage und geben dem Unscheinbaren der Natur ebenso Sichtbarkeit wie dem urbanen Raum. Der Frage nach dem Einzelnen als Teil des Ganzen widmen sich Sissa Micheli, Michael Fliri und Julia Bornefeld im ehemaligen Kapellenraum und legen Verbindungen offen, die weit über das Individuelle hinausreichen. Die Ausstellung kann bis 29. August besichtigt werden. job

KONZERT

Martin Luther Kings zeitlose

Visionen von Freiheit

Für ihre Konzertreise durch Südtirol haben der CoroPiccolo Karlsruhe, der Kammerchor der Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz, und das renommierte Peter Lehel Quartet eine Uraufführung im Gepäck: die von Peter Lehel komponierte Martin-Luther-King-Kantate mit dem Titel „Freedom“. Der international erfolgreiche Saxofonist und Komponist verwob in diesem Werk den Klang des Chores und des Jazzquartetts zu einer Hommage an die Visionen des amerikanischen Bürgerrechtlers, der zeitlebens für einen gewaltfreien Kampf gegen Diskriminierung und für soziale Gerechtigkeit eintrat. Seine Gedanken sind heute aktueller denn je. Ergänzt wird das Konzertprogramm durch Chorwerke nach Texten von Rainer Maria Rilke, dessen Todestag sich heuer zum 100. Mal jährt, sowie durch Jazzkompositionen

des Peter Lehel Quartets. Dieses setzt sich aus Peter Lehel (Saxofon), Ull Möck (Piano), Dirk Blümlein (Bass) und Markus Faller (Drums) zusammen. Der CoroPiccolo Karlsruhe wurde 1996 von Christian-Markus Raiser, dem Kirchenmusikdirektor an der Evangelischen Stadtkirche, gegründet, der ihn nach wie vor leitet. Schon lange zählt der rund 30 Sängerinnen und Sänger starke Kammerchor zu den profiliertesten Vokalensembles Süddeutschlands. Der CoroPiccolo Karlsruhe und das Peter Lehel Quartet machen am 6. August in Mühlbach Halt. Das Konzert in der Pfarrkirche St. Helena, organisiert vom Bildungsausschuss Mühlbach/ Vals, beginnt um 20.30 Uhr. Chor und Musiker versprechen dem Publikum einen „Abend, der unter die Haut gehen wird“. job

Foto: Tiberio
Sorvillo

AUSSTELLUNG

Historische Radios in der Stadtbibliothek

Hätten Sie gewusst, dass es in Südtirol vor 100 Jahren ein Unternehmen gab, das Radioempfänger gebaut und vermarktet hat? Max Glauber hatte 1925 in Toblach UNDA gegründet, das ein Jahr später bereits erste Radioempfänger herstellte. Nach dem Krieg geriet das Unternehmen allerdings in Schwierigkeiten; 1958 wurde es verkauft. Der „Radio Museums Verein Südtirol“ zeigt vom 3. bis 20. August jeweils von 15 bis 18 Uhr in der Brixner Stadtbibliothek eine interaktive Ausstellung nicht nur über UNDA, sondern allgemein zur Geschichte des zivilen Rundfunks. Der Verein mit Sitz in Brixen wurde von mehreren privaten Sammlern gegründet, die im Laufe der Jahre rund 750 historisch wertvolle Radiogeräte zusammengetragen ha-

Architetture

Zeitgenössische italienische Architektur, das Zusammenspiel von Formen, Raum, Atmosphäre und Ambiente: Der Architekt Andrea Milani hat seine Leidenschaft zu seinem Beruf gemacht. Die Monografie „Andrea Milani. Architetture“ von Marco Mulazzani, die kürzlich am Unternehmenssitz von Barth in Brixen vorgestellt wurde, blickt zurück auf 25 Jahre im Architekturberuf. Milani, geboren 1968 in Siena und Gründer des gleichnamigen Architekturbüros, hat in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten Bauwerke in Italien, aber auch in den Niederlanden, in Polen, China und Indien realisiert. Dass Architektur mehr ist als nur das Gestalten, Planen und Bauen von Gebäuden, sondern durchwegs eine Ausdrucksform der Kunst sein kann, geht aus dem Buch klar hervor. Bei der Buchvorstellung in Brixen im Kunstraum barth wurde deutlich, dass ein Bauwerk gelungen ist, wenn es im Einklang mit seiner Umgebung steht und wenn es schafft,

ben – darunter eben auch seltene UNDA-Radios und Marken aus aller Welt. Ziel des Vereins ist es, die auf Röhrentechnik basierende Radiotechnik von den 1920er- bis in die 1960er-Jahre zu bewahren und langfristig in einer festen musealen Einrichtung zugänglich zu machen. Als möglicher Standort ist die Festung Franzensfeste im Gespräch. Bemerkenswert: Viele der jahrzehntealten Geräte spielen nach kleinen Reparaturen sofort wieder, „als hätten sie nur darauf gewartet“, sagt Ekkehard Gröbner. Mit der Ausstellung in der Brixner Stadtbibliothek will der Verein die rund 100-jährige Geschichte des zivilen Rundfunks erlebbar machen und weitere Radio-Enthusiasten für das Südtiroler Museumsprojekt gewinnen. wv

NEU IM REGAL

Marco Mulazzani

Andrea Milani. Architetture Electa, 2026

sich im ästhetischen, kulturellen und sozialen Kontext einzufügen. Es sprachen Ivo Barth und Roberto Bosi, zudem Francesco Dal Co, Werner Tscholl, Andrea Milani und Marco Mulazzani.

„Architetture“ widmet sich ausführlich Milanis Arbeit und veranschaulicht mit den über 300 Illustrationen und Bildern einmal mehr, über welche Fragen und Themen moderne Architektur reflektieren kann und muss. Ein Buch für Branchenkenner und all jene, die die Reflexionen hinter zeitgenössischer Architektur besser kennenlernen möchten.

21.-22.-23. August - Agosto

Design: Harald Kastlunger

Im TPZ öffnet sich wieder der Vorhang

THEATER: Die Einschreibungen sind geöffnet. Ab September lädt das TPZ Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu ein, Theater zu spielen, Geschichten zu schreiben oder eigene Filmideen umzusetzen.

Nach einem Sommer voller kreativer Sommercamps startet das Theaterpädagogische Zentrum (TPZ) Brixen im September wieder mit seinen Werkstätten. Dort treffen sich Menschen unterschiedlichen Alters, um gemeinsam kreativ zu werden – über das Theater, das Schreiben oder Filmprojekte.

Werkstätten für Groß und Klein

Den Mittelpunkt bilden weiterhin die Theaterwerkstätten. Hier entstehen aus Improvisationen, Geschichten und den Ideen der Teilneh-

menden Szenen, die sich im Laufe des Jahres zu einem Theaterstück entwickeln. Dabei geht es nicht nur um schauspielerische Brillanz, sondern auch darum, Selbstvertrauen zu gewinnen, gemeinsam Lösungen zu finden und die Freude am kreativen Arbeiten zu entdecken.

Wer lieber spontan auf der Bühne steht, findet in den Improtheaterwerkstätten oder der Kursfolge Impro Nine2Five die richtige Herausforderung. Szenen entstehen aus dem Moment heraus und das macht neben einer ganzen Menge Spaß den Nervenkitzel aus, den diese Theaterform mit sich bringt.

Auch abseits der Bühne bietet das TPZ Raum für Kreativität. In den Schreibwerkstätten entstehen Geschichten, Gedichte oder vielleicht sogar erste Buchideen, während die Teilnehmenden der Videowerkstatt eigene Filmprojekte planen, drehen und schneiden.

Aus- und Weiterbildung

Neben den Werkstätten bietet das TPZ auch Aus- und Weiterbil-

MUSIKFEST NEUSTIFT

Die Musikkapelle Neustift verwöhnt Sie auf dem überdachten Stiftsplatz vor einer einzigartigen Kulisse, der Engelsburg des Klosters Neustift, mit Tiroler Spezialitäten und stimmungsvoller Musik. Kinder können sich in der Hüpfburg austoben!

* Sa., 15. und So., 16. August Stiftsplatz, Neustift

dungsmöglichkeiten an. Der Lehrgang „Schritte in die Theaterpädagogik“ richtet sich an Menschen, die theaterpädagogische Methoden kennenlernen und in Schule, Freizeit oder Beruf einsetzen möchten, sowie an alle, die sich persönlich weiterentwickeln und neue Zugänge zur kreativen Arbeit mit Gruppen entdecken möchten.

Die Einschreibungen für alle Werkstätten sind bereits geöffnet. Das Angebot richtet sich an Kinder ab vier Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Für alle, die das TPZ kennenlernen möchten, gibt es zu Beginn des Jahres eine zweiwöchige Schnupperzeit.

Der gemeinsame Start ins neue Werkstättenjahr wird am 10. September um 18 Uhr gefeiert. Bei der Eröffnung wird die neue Bühne in den vereinseigenen Räumlichkeiten in der Köstlaner Straße 28 eingeweiht. Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Feier eingeladen. Unter den Teilnehmenden wird außerdem ein kostenloses TPZWerkstättenjahr verlost.

15. August

10:30 Uhr: Festbeginn mit der Pfunderer Böhmischen

14:30 Uhr: Kühberg 4

19:30 Uhr: Läts Fetz: Mit dem Power-Trio aus Tirol sind Partys der Superlative garantiert. Die drei Musiker sorgen für beste Stimmung mit fetziger Volksmusik, gefühlvollem Schlager und vielen Party-Hits!

Do., 10. September, 18 Uhr TPZ, Brixen

Anmeldung erwünscht unter:

Informationen zu den Einschreibungen und Kursen:

16. August 10:30–14:30 Uhr: 70/30er Blech: Böhmische Klänge treffen auf moderne Partymusik – mit Sängerin Magdalena rockt die Band die Bühne! Und was der Name 70/30 bedeutet, wird auch aufgeklärt

Weiterbildungsangebote im Bildungshaus

Kloster Neustift

Lehrgänge

Lehrgang: Kräuterpädagogik 2026/2027

Fr., 4.9.2026 bis Sa., 24.7.2027

Kurzlehrgang: Sitzwache bei Sterbenden

Fr., 11.9. bis Sa., 28.11.

Kurzlehrgang: Verkaufstraining. Erstelle ein maßgeschneidertes Verkaufshandbuch

Mi., 16.9. bis Mi., 28.10.

Lehrgang: Vitalmasseur/in 2026/2027 berufsbegleitend

Do., 17.9.2026 bis Fr., 24.9.2027

Kurzlehrgang: Kirchenführer/in

Fr., 18.9. bis Mi., 14.11.

Kurzlehrgang: Betriebliche Gesundheit

Mi., 22.9.2026 bis Di., 23.2.2027

Lehrgang: Naturbasierte/r

Gesundheitstrainer/in

Fr., 25.9.2026 bis Sa., 3.7.2027

Bibel & Glaube

Neustifter Bibelgespräch Ev.: Nicht bis zu siebenmal musst du vergeben, sondern bis zu siebzigmal siebenmal (Mt 18,21– 35) Fr., 11.9., 16 –17 Uhr

Trauer

Kintsugi – Workshop: Narben aus Gold Sa., 12.9., 10 –17 Uhr

Kunst & Kreativität

Handlettering und Schmuckbuchstaben mit Gisela zur Strassen

Do., 20.8. bis Sa., 22.8., 9:30 –17 Uhr

Experimentelle Fotografie & freie Zeichnung mit Harald Priem

Mi., 26.8. bis Sa., 29.8., 9:30 –17 Uhr

Monotypie – Collage – Das Unikat mit Angela Smets

Di., 1.9. bis Mi., 2.9., 9:30 –17 Uhr

Gesundheit & Wohlbefinden

Meditation erleben: Entdecke

Deine innere Stille

Fr., 21.8. bis Sa., 22.8.

Mentales Training im Sport

Fr., 28.8., 9:00 –16:30 Uhr

Wir erwarten ein Baby! Vorbereitungskurs auf Geburt und Elternschaft

Sa., 12.9., 8:30 –17:30 Uhr

Natur & Umwelt

Gesundheit auf Pflanzenbasis: Küchenkräuter in Anwendung

Mi., 2.9. bis Do., 3.9., 9 –17 Uhr

Beruf- & Arbeitswelt

NLP Diploma

Mi., 2.9. bis Sa., 5.9., 8:30 –17 Uhr

Professionelles Medientraining

Mo., 21.9. bis Di., 22.9., 9 –17 Uhr

Arbeitssicherheit

Auffrischung für PAV/PES/PEI

Di., 8.9., 8 –12 Uhr

Auffrischungskurs für Erste Hilfe Beauftragte (alle Risikogruppen)

Do., 10.9., 8 –15 Uhr

Einweisung in die PSA 3. Kategorie gegen Absturz

Mi., 23.9., 8 –17 Uhr

Samstag, 1. August

Sport ab 10 Uhr

10. Steeldart Turnier mit Frühschoppen und After Show Party Vereinshaus, Natz

Sport 10 Uhr

2. Vallerbachlauf für Kinder Vals

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm Treffpunkt: Hofburg

Konzert 20 Uhr

Tra operetta, opera e canzone popolare: musica in giardino per un amico mit Martina Bortolotti (Sopran) und Stefano Ambrosi (Klavier) Badhaus, Brixen

Konzert 20:30 Uhr

Bürgerkapelle Brixen X ANGER

Hofburg, Brixen

Sonntag, 2. August Konzert 20:30 Uhr

Musikkapelle Vahrn Hofburg, Brixen

Montag, 3. August Führung 21 Uhr

Theatralische Führung Tschumpus, Brixen

Freilichtkino 21 Uhr

Filmclub: Glück auf einer Skala von 1 bis 10 Stadtbibliothek (Garten, bei Regen innen), Brixen

Dienstag, 4. August

Konzert 20:30 Uhr

Brixner Orgelkonzert Kirche des Priesterseminars, Brixen

Mittwoch, 5. August

Freilichttheater 17 Uhr

Pippi Langstrumpf Rotierendes Theater und Theakos Tschumpus, Brixen

Kulinarik 18 Uhr

Donnerstag, 6. August

Freilichttheater 17 Uhr

Pippi Langstrumpf Rotierendes Theater und Theakos Tschumpus, Brixen

Konzert 20:30 Uhr

Freedom.

Martin-Luther-Kantate mit dem CoroPiccolo Karlsruhe und dem Peter Lehel Quartett Pfarrkirche, Mühlbach

Führung 21 Uhr

Theatralische Führung Tschumpus, Brixen

Freitag, 7. August

Konzert 20:30 Uhr

Musikkapelle Peter Mayr

Pfeffersberg Hofburg, Brixen

Kabarett 20:30 Uhr

Heute Cababrett stasera! mit Gianluca Iocolano, Jakob Windschnur, Miriam Trockner, Yomer Tschumpus, Brixen

Samstag, 8. August

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm Treffpunkt: Hofburg

Musik 18 Uhr

Techno Tschumpus

Clubbing mit Davide Piras, LXTR, YOUDIDITAGAIN Tschumpus, Brixen

Konzert 20:30 Uhr

Bürgerkapelle Lana Hofburg, Brixen

Sonntag, 9. August

Konzert 16 und 18 Uhr

Weitere Infos und Anmeldung unter www.bildungshaus.it

Bildungshaus Kloster Neustift

Stiftstr. 1

39040 Vahrn 0472 835 588

bildungshaus@kloster-neustift.it www.bildungshaus.it

Dine, Wine & Music Altstadt, Brixen

Buchvorstellung 18:30 Uhr Il morto presunto (it.) Stadtbibliothek, Brixen

Sport ab 20 Uhr Sommereislauf Eishalle, Brixen

Winners of Crescendo Music Competition mit jungen Musikern aus Italien und New York Vinzentinum, Brixen

Freilichttheater 17 Uhr

Pippi Langstrumpf

Rotierendes Theater und Theakos Tschumpus, Brixen

Konzert 20:30 Uhr

Musikkapelle Niederdorf Hofburg, Brixen

Führung 21 Uhr

Theatralische Führung Tschumpus, Brixen

Montag, 10. August

Freilichtkino 21 Uhr

Filmclub: L’ultimo bacio (it. mit dt. UT)

Stadtbibliothek (Garten, bei Regen innen), Brixen

Dienstag, 11. August

Führung 21 Uhr

Theatralische Führung Tschumpus, Brixen

Mittwoch, 12. August

Konzert 20 Uhr

Sergei Rachmaninow: Ganznächtliche Vigil (Vesper) op. 37 mit dem Slowenischen Philharmonischen Chor Dom, Brixen

Sport ab 20 Uhr

Sommereislauf Eishalle, Brixen

Freilichttheater 20:30 Uhr Goethes Faust mit Georg Kaser und Peter Schorn Tschumpus, Brixen

Donnerstag, 13. August

Diverses ab 18 Uhr

Summer Emotions Altstadt, Brixen

Show 20:30 Uhr

Magicomio (it.)

Show mit Francesco Scimemi Tschumpus, Brixen

Freitag, 14. August

Konzert 18 Uhr

Brixner Orgelmeditation Dom, Brixen

Konzert 20 Uhr

Barocke Meisterwerke (nicht nur) mit Maria Beatrice Cantelli (Flöte), Tonia Solle (Fagott), Magdalena Moser (Orgel)

Pfarrkirche St. Michael, Brixen

Konzert 20:30 Uhr

Haydn Orchester von Bozen und Trient Hofburg, Brixen

Samstag, 15. August

Diverses ab 10:30 Uhr

Musikfest Neustift Stiftsplatz, Neustift

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm

Treffpunkt: Hofburg

Konzert 20:30 Uhr

Musikkapelle Abfaltersbach Hofburg, Brixen

Sonntag, 16. August

Diverses ab 10:30 Uhr

Musikfest Neustift Stiftsplatz, Neustift

Konzert 20:30 Uhr

Musikkapelle Anras Hofburg, Brixen

Montag, 17. August

Freilichtkino 21 Uhr

Filmclub: Thelma & Louise

Stadtbibliothek

(Garten, bei Regen innen), Brixen

Dienstag, 18. August

Konzert 20:30 Uhr

Brixner Orgelkonzert

Kirche des Priesterseminars, Brixen

Mittwoch, 19. August

Vortrag 20 Uhr

Il potere del male. Satanismo, esorcismo e occultismo (it.) mit David Murgia, P. Davide Traina und Andrés C. Pizzinini

Guggenberg, Brixen

Sport ab 20 Uhr

Sommereislauf Eishalle, Brixen

Freitag, 21. August

Diverses ab 16 Uhr

Altstadtfest Altstadt, Brixen

Samstag, 22. August

Sport 9:30 Uhr 4. Marblsee-Labesebenlauf Vals

Diverses ab 10 Uhr

Altstadtfest Altstadt, Brixen

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm

Treffpunkt: Hofburg

Sonntag, 23. August

Diverses ab 10 Uhr

Altstadtfest Altstadt, Brixen

Montag, 24. August

Freilichtkino 21 Uhr

Filmclub: Walk the Line

Stadtbibliothek

(Garten, bei Regen innen), Brixen

MUSIKERLEBNISSE

in Brixen und Sterzing

Sergei Rachmaninow: Ganznächtliche Vigil (Vesper) op. 37 Slowenischer Philharm. Chor Stephen Layton, Leitung

* Mi., 12. August, 20 Uhr Dom, Brixen

Salieri vs. Mozart

Maria Nazarova, Sopran Haydn Orchester von Bozen und Trient

* Fr., 14. August, 20:30 Uhr Hofburg Brixen, Innenhof

Mozart und Schubert

Chen Reiss, Sopran Brünner Philharmoniker

Dennis Russell Davies, Dirigent

* Sa., 29. August, 18 Uhr Pfarrkirche, Sterzing

Mozart in der Hofburg

Trio Boccherini

Werke von Mozart und Beethoven

* Sa., 5. September, 20 Uhr Hofburg Brixen, Kaisersaal

Kartenvorverkauf: www.mytix.bz oder Tourismusbüro Brixen

Freier Eintritt am 14. August Infos: Stiftung Musik Brixen www.musikbrixen.it

KULTURSOMMER HINTER GITTERN

* Pippi Langstrumpf Kindertheater

Koproduktion Rotierendes Theater und Theakos Mi., 5., Do., 6. und So., 9. August, 17 Uhr

* Heute Cababrett stasera!

Kabarett mit Gianluca Iocolano, Jakob Windschnur, Miriam Trockner, Yomer Fr., 7. August, 20:30 Uhr

* Techno Tschumpus

Clubbing mit Davide Piras, LXTR, YOUDIDITAGAIN Sa., 8. August, 18–23.30 Uhr

* Goethes Faust Theater mit Georg Kaser und Peter Schorn Mi., 12. August, 20:30 Uhr

* Magicomio Show mit Francesco Scimemi (it.) Do., 13. August, 20:30 Uhr

* Theatralische Führungen mit Georg Kaser, Joachim Mitterutzner, Anna Oberrauch, Patrizia Solaro, Andreas Zingerle Mo., 3., Do., 6., So., 9. und Di., 11. August, 21 Uhr

Tschumpus – Brixen, Domplatz 3 Reservierung: Tel. + 39 388 777 0077 (Mo.–Fr. 13–14 Uhr), auch per SMS und WhatsApp möglich E-Mail: reservierung@tschumpus.com www.tschumpus.com

Aus organisatorischen Gründen können Reservierungen über Homepage und E-Mail spätestens bis einen Tag vor der Vorstellung angenommen werden und sind nur nach schriftlicher Bestätigung gültig.

ZEIT FÜR FAMILIE

Werkstätten & Elternimpulse im Herbst/Winter

Fr., 9.10., 15 –17:30 Uhr Märchenwind und Farbenspuren: Geschichtenwanderung mit Kreativwerkstatt

Mit Maria Jocher & Leni Leitgeb

Sa., 10.10., 9:30 –12 Uhr Entspannt durch den Schulalltag. Elternseminar

Mit Carla Maria Felderer

Sa., 10.10., 14:30 –16 Uhr Dein Lesefreund auf vier Pfoten. Werkstatt für Grundschulkinder

Mit Carla Maria Felderer

Sa., 17.10., 14 –17:30 Uhr Kreis für Kreis: Rundweben von Mandalas. Familienwerkstatt

Mit Ingrid Bodner

Sa., 24.10., 9 – 12:30 und 13:30 – 17 Uhr Kinder für das Leben stärken: Mentaltraining für das Kindergarten- und Grundschulalter. Seminar

Mit Cordula Oberhuber

Sa., 24.10., 15 –18 Uhr Eine Insel für 2: Wohlfühlnachmittag für Mutter & Tochter, Oma & Enkelin, Tante & Nichte… Kurs

Mit Sylvia Weger

Fr., 13.11., bis So., 29.11. 9. Internationales Erzählkunstfestival.

73 Vorstellungen mit 38 Erzählenden und 8 Musikgruppen aus 5 Ländern!

Sa., 12.12., 13:30 –18 Uhr

In der Weihnachtsbäckerei… Familienwerkstatt in Salern

Mit Doris Wieland

Sa., 12.12., 14:30 –17:30 Uhr

Engel, Märchenfiguren und Fabelwesen. Mal-Werkstatt für Familien

Mit Alexia Gietl

Sa., 19.12., 16 –18:30 Uhr Märchenhafte Filzkugeln.... Gemeinsam filzen & Geschichten hören. Familienwerkstatt

Mit Leni Leitgeb & Rosemarie Mayer

Sa., 16.1., 9 –12:30 und 13:30 –17 Uhr

Jugendliche für das Leben stärken: Mentaltraining für das Mittel- und Oberschulalter. Seminar

Mit Cordula Oberhuber

Sa., 23.1., 14 –18 Uhr Hereinspaziert! Zirkus zum Mitmachen. Familienwerkstatt Mit Hannah Grüner

Fr., 29.1., 18 Uhr bis So., 31.1., 12:30 Uhr Ukulele: Wochenende für AnfängerInnen. Kurs Mit Ossy Pardeller

Mittwoch, 26. August

Konzert 20 Uhr

A. Vivaldi: Die vier Jahreszeiten und andere Konzerte mit dem Kreativ Ensemble, Sonia Demoutscheva und F. Turra (Violine) Pfarrkirche St. Michael, Brixen

Sport ab 20 Uhr

Sommereislauf Eishalle, Brixen

Freitag, 28. August Sport 18:30 Uhr

Women’s Run Domplatz und Altstadt, Brixen

Buchvorstellung 18:30 Uhr

Sette farmaci che hanno salvato il mondo (it.) Pharmaziemuseum, Brixen

Führung 19 Uhr

FORT biennale_02 tour mit Andrea Lerda und Museo Wunderkammer Festung Franzensfeste

Ausstellungen

Stadtgalerie bis 15. August

Staub mit Arbeiten von Alice Ahad, Jasmine Deporta, Jörg Hofer, Lois Weinberger, Alexander Kluge Di.– Fr. 10 –13 und 16 –19 Uhr, Sa. 10 –13 Uhr

Hofburg Brixen bis 15. November Hermann Josef Runggaldier. Zwischenräume täglich 10 –18:30 Uhr

Kloster Neustift bis 31. Oktober Spuren der Erinnerung. Das fotografische Archiv von Kloster Neustift ab 7. August

ALTITUDO. Vom Sehen der Berge Eröffnung: Do., 6. August, 18:30 Uhr

Mo.– Sa. 10 –17 Uhr

Ausnahmen: Sa., 15. August, geschlossen, Fr., 28. August, 12–17 Uhr

FREEDOM

Martin-Luther-King-Kantate

Mit der Uraufführung der Martin-Luther-King-Kantate „Freedom“ präsentieren der Kammerchor CoroPiccolo Karlsruhe und das renommierte Peter Lehel Quartet ein bewegendes musikalisches Projekt zwischen Jazz, Chorklang und zeitloser Botschaft.

Peter Lehel, Saxophone Ull Möck, Piano Dirk Blümlein, Bass Markus Faller, Drums CoroPiccolo Karlsruhe Christian-Markus Raiser, Leitung

* Donnerstag, 6. August, 20:30 Uhr Pfarrkirche St. Helena, Mühlbach

Anmeldung und Infos: Bildungshaus Jukas, Brixen Tel. 0472 27 99 23 bildung@jukas.net www.jukas.net

Eintritt: freiwillige Spende

Kloster Neustift, Engelsburg bis 29. August

Relationes. Fotografische Erkundungen des Dazwischen

Mo.– Sa. 10 –17 Uhr

Ausnahmen: Sa., 15. August, geschlossen, Fr., 28. August, 12–17 Uhr

Orangerie im Stiftsgarten Neustift bis 1. August

Natura Viva. Hanna Battisti Mo.–Sa. 10–17 Uhr

Staudenparadies bis 24. Oktober

SculpGarden 26

Kunstkreis St. Erhard

Mo.– Fr. 9 –12 und 15 –18 Uhr, Sa. 9 –12 Uhr

Galerie 90, Mühlbach bis 30. August

Open your eyes, open your world

Besichtigung nach Terminvereinbarung

(Tel. 348 710 25 50)

Franzensfeste bis 8. November

FORT biennale_02 Reclaiming

Collective Di.– So. 10 –18 Uhr

Märkte

Bauernmarkt

mittwochs und samstags, 7:30 –13 Uhr Hartmannplatz

Wochenmarkt montags,7:30 –13 Uhr

Am Priel, Tratten- und Albuingasse, Hartmannplatz

Ggumperermarkt

Samstag, 8. August, 8 –17 Uhr Albuingasse, Brixen

KINDERKUNSTKURSE

IM (SPÄT)SOMMER

Der Südtiroler Künstlerbund bietet zwei Kinderkunstkurse im Astra Brixen an. Leidenschaft für Kunst formt sich bereits im Kindesalter und in diesen beiden Kursen können die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch in diverse Medien eintauchen.

* Kurs 1: 24. bis 28. August, 14 –18 Uhr

Performative und künstlerische Praxis zum Thema Emotionen mit Sophie Lazari für Kinder von 7 bis 11 Jahren Astra, Brixen

* Kurs 2: 31. August bis 4. September, 9 –13 Uhr

Kinetische Mikroskulpturen entwickeln mit Peter Kompripiotr Holzknecht für Kinder und Jugendliche von 10 bis 15 Jahren Astra, Brixen

Der Preis pro Kunstwoche beträgt 90 Euro pro Kind. Anmeldungen ab sofort unter stadtgaleriebrixen@gmail.com

HOFBURGKONZERTE

Die Bürgerkapelle Brixen feiert ihr 225-jähriges Bestehen und lädt auch heuer zu einer ganz besonderen Ausgabe der Hofburgkonzerte ein. Unter dem Motto „Klangfarben“ werden heuer erstmals acht Konzerte präsentiert. Zum ersten Mal sind heuer die Musikkapellen Vahrn und Niederdorf Teil der Hofburgkonzerte. Das Eröffnungskonzert von der Bürgerkapelle Brixen gemeinsam mit dem Popduo ANGER bildet sicherlich einen Höhepunkt im diesjährigen Konzertsommer. Eine moderne Kombination aus Blasmusik und Pop, welche Grenzen ineinanderfließen lässt. An den folgenden Abenden präsentieren Musikkapellen aus dem Eisacktal, ganz Südtirol sowie zwei Kapellen aus Osttirol die gesamte Bandbreite traditioneller und symphonischer Blasmusik. Zur Freude vieler Klassikliebhaber konnte das international bekannte Sinfonieorchester „Haydn Orchester von Bozen und Trient“ für die Konzertreihe gewonnen werden. Dieses präsentiert im heurigen Sommer „Salieri vs. Mozart“ und tritt mit der Sopranistin Maria Nazarova auf. Die Zuhörer dürfen gespannt sein auf sommerliche Abende mit feinster symphonischer Blasmusik in der Hofburg Brixen.

Sa., 1. August: Bürgerkapelle Brixen X ANGER

So., 2. August: Musikkapelle Vahrn

Fr., 7. August: Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg

Sa., 8. August: Bürgerkapelle Lana

So, 9. August: Musikkapelle Niederdorf

Fr., 14. August: Haydn Orchester von Bozen und Trient

Sa., 15. August: Musikkapelle Abfaltersbach

So., 16. August: Musikkapelle Anras

Innenhof der Hofburg Brixen

Beginn: 20:30 Uhr

Musik – Sommer – Brixen
225 JAHRE
Eintritt frei Weitere Infos:

Neue Regeln in der Sportmedizin

SPORT: Seit dem Frühjahr gelten neue Regelungen für die sportmedizinische Untersuchung. Besonders eine Neuerung sorgt dabei für einen erhöhten Verwaltungsaufwand bei den Vereinen – war aus der Sicht des Amtes für Sport aber notwendig.

Auf den Sportplätzen ist es ruhiger geworden; die Spielsaisonen sind beendet und viele Athletinnen und Athleten genießen ihre Sommerpause. Hinter den Kulissen beginnt für zahlreiche Vereine jetzt eine arbeitsintensive Zeit, denn der Sommer ist traditionell jener Zeitraum, in dem viele die verpflichtende sportmedizinische Untersuchung absolvieren, um pünktlich zum Trainingsbeginn ein gültiges Attest vorweisen zu können. Im Frühjahr sind dafür neue Regelungen in Kraft getreten: Seit dem 1. März 2026 gelten in Südtirol dafür neue Bestimmungen.

Was ist neu?

Hintergrund für die neuen Bestimmungen war die Einführung eines neuen Leistungsverzeichnisses auf staatlicher

t SPORTMEDIZIN:

Seit dem 1. März gelten neue Regelungen für die sportmedizinische Untersuchung

Ebene, das sportärztliche Untersuchungen dem Bereich der Prävention zuordnet. Auch in Südtirol müssen die Leistungen daher aus dem bisherigen Verzeichnis der ambulanten Facharztleistungen herausgelöst und in ein eigenes Tarifverzeichnis überführt werden. Gleichzeitig sollen die Abläufe bei der Verschreibung und Erbringung der sportärztlichen Visiten vereinfacht werden,

„ Jetzt müssen die Athleten, meistens vertreten durch ihre Eltern, persönlich zu uns ins Büro kommen und das Zertifikat abholen“
Federico

Demetz, Sekretär des SSV Brixen

p Primar Daniel Neunhäuserer:

„Italienweit dürfte es – wenn überhaupt – nur wenige Provinzen geben, die eine derart flächendeckende öffentliche Versorgung im Bereich der Sportmedizin bei gleichzeitig sehr niedrigen Kosten gewährleisten können“

und die Tarife wurden angepasst: Eine sportmedizinische Standarduntersuchung kostet künftig 30 Euro, Visiten mit zusätzlichen Leistungen zwischen 60 und 80 Euro. Minderjährige, Menschen mit Behinderung, Personen mit seltenen Erkrankungen sowie Menschen mit geringem Einkommen bleiben weiterhin von den Kosten befreit.

Gesundheitslandesrat Hubert Messner bezeichnet die Neuregelung als wichtigen Schritt, um auch künftig qualitativ hochwertige sportmedizinische Untersuchungen sicherzustellen. Sportlandesrat Peter Brunner betonte in einer Pressemitteilung anlässlich der Neuregelung der sportmedizinischen Leistungen, dass Vereine sowie Sportlerinnen und Sportler durch die frühzeitige Information verlässliche Rahmenbedingungen für Training und Wettkämpfe erhalten.

Für den Leistungssport braucht es ein eigenes sportärztliches Zeugnis, das sportdisziplinspezifisch ist und von einer Sportfachärztin oder einem Sportfacharzt ausgestellt wird. Das allgemeine ärztliche Zeugnis, das für alle Sportdisziplinen gilt und von den Haus- oder Kinderärzten ausgestellt wird, genügt für den Nichtleistungssport. Für die spielerisch-motorische und laienhafte Tätigkeit sowie für die sportliche Tätigkeit im Vorschulalter, die von Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren ausgeübt wird, ist kein Zeugnis erforderlich.

Jährlich werden 30.000 Untersuchungen von der Abteilung für Sport- und Bewegungsmedizin durchgeführt. „Italienweit dürfte es – wenn überhaupt – nur wenige Provinzen geben, die eine derart flächendeckende öffentliche Versorgung im Bereich der Sportmedizin bei gleichzeitig sehr niedrigen Kosten gewährleisten können“, betont Dr. Daniel Neunhäuserer, Primar des landesweiten Dienstes für Sportmedizin.

Mehr als nur ein Tauglichkeitszeugnis

„Im Wesentlichen geht es um die Zugangsmöglichkeit“, weiß Laura Savoia, Direktorin des Amtes für Sport. Der Dienst für Sportmedizin sei bestrebt, den Leistungssportlern, für die das Gesetz eine sportärztliche Bescheinigung für die sogenannte „Tesserierung“ vorschreibt, einen effizienten Dienst anzubieten. „Anspruch auf die sportmedizinische Untersuchung im Dienst für Sportmedizin des Südtiroler

Auch für die Wintersaison können die sportmedizinischen Untersuchungen bereits durchgeführt werden

Sanitätsbetriebs haben demnach Mitglieder von Sportvereinen, die Leistungssport ausüben, und Schüler, die an der nationalen Phase der Schulsportmeisterschaften teilnehmen“, erklärt Savoia.

Je nach Herz-Kreislauf-Belastung der verschiedenen Sportarten gibt es zwei Untersuchungstypologien. Zudem, so Savoia, sind für Athleten ab einem bestimmten Alter besondere Tests vorgesehen. Anhand dieser beiden Elemente und der eventuell erforderlichen ergänzenden fachärztlichen Leistungen berechnet sich dann der zu zahlende Tarif.

p Federico Demetz, Sekretär des SSV Brixen: „Für berufstätige Eltern ist es schwierig, das Zertifikat persönlich abzuholen“

Dem Primar ist es ein Anliegen zu betonen, die Visite nicht nur als verpflichtende Voraussetzung für ein Tauglichkeitszeugnis anzusehen, sondern als eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten einer Screening-Untersuchung für jüngere Bevölkerungsgruppen, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen.

Eine Originalunterschrift als Herausforderung

In den Büros des SSV Brixen und des ASV Milland macht sich bereits bemerkbar, dass die Neuregelungen auch mit Mehraufwand verbunden sind. Das Hauptproblem ist laut ihnen eine Originalunterschrift. So ist künftig für den Zugang zum Dienst ein von der Präsidentin oder vom Präsidenten des jeweiligen Sportvereins original unterschriebenes Formular erforderlich. Eine eingescannte Unterschrift ist nicht gültig. In den letzten Jahren wurden die notwendigen Dokumente auf der Website des jewei-

„ Auslöser für die verschärften Bestimmungen – das muss man leider sagen – war ein vermuteter Missbrauch der bisherigen Formulare“
Laura Savoia, Direktorin des Amtes für Sport

ligen Sportvereins allen frei zur Verfügung gestellt und konnten von jedem, der eine sportmedizinische Untersuchung im Krankenhaus machen musste, selbstständig heruntergeladen werden.

Aufgrund der neuen Vorgaben – Originalunterschrift sowie Originalstempel des Vereins – kann das Formular „Antrag für eine sportmedizinische Untersuchung“ für die Mitglieder vom SSV Brixen derzeit ausschließlich persönlich im SSV-Büro abgeholt werden, und zwar zu den geregelten Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag. Elektronisch kann es nicht mehr versendet werden. Das Formular mit den neuen Regelungen muss zudem vor der Vereinbarung des Untersuchungstermins abgeholt werden, da Daten aus dem Formular bei der Terminvergabe abgefragt werden.

SSV-Sekretär Federico Demetz bestätigt, dass dies für einen höheren Verwaltungsaufwand und bei einigen Eltern für Unmut sorgt: „Athleten, meistens vertreten durch ihre Eltern, müssen persönlich zu uns ins Büro kommen und das Zertifikat abholen. Wir haben 3.000 Mitglieder im Verein; rund 1.000 davon brauchen die sportärztliche Visite.“ Deshalb treffen nun im Schnitt pro Tag drei bis vier Personen im Büro des SSV Brixen ein, um das Formular eigenhändig abzuholen. Nicht für alle ist dies einfach: „Einige Athleten, beispielsweise in der Sektion Turnen, wohnen in Sterzing oder in Gröden. Auch für berufstätige Eltern ist es schwierig, das Zertifikat persönlich abzuholen.“ Auf den neuen Formularen könnte außerdem der Platz für das Eintragen der notwendigen E-Mail-Adressen großzügiger gestaltet sein, so der SSV. Auch Konrad Markart, der beim ASV Milland und der Sektion Ski des WSV Brixen für die Bereitstellung der Formulare für sportmedizinische Untersuchungen

verantwortlich ist, sieht die Originalunterschrift kritisch. „Dass man für jeden der hunderten Athleten immer zum Präsidenten für eine Unterschrift laufen muss, ist eine riesige Arbeit und kann auch nicht für immer die ideale Lösung sein“, sagt er. Schließlich erledigen viele Vereinsfunktionäre ihre Aufgaben ehrenamtlich oder nebenberuflich, arbeiten von zu Hause aus und sind nicht ganztägig im Büro erreichbar. „Ebenfalls neu – dabei handelt es sich aber nur um eine kleinere Thematik – ist, dass man im Formular die jeweilige Matrikelnummer eintragen muss. Es kommt immer wieder vor, dass die Athleten selbst ihre Nummer nicht kennen“, weiß Markart.

Der Hintergrund: vermuteter Missbrauch

Einige Vereine stellen sich also die Frage: Aus welchem Grund kam es zu der Änderung, und warum müssen die notwendigen Formulare künftig mit der Originalunterschrift versehen werden? Dieser Schritt war dringend notwendig, weiß Laura Savoia: „Auslöser für die verschärften Bestimmungen – das muss man leider sagen – war ein vermuteter Missbrauch der bisherigen Formulare. Es wird nämlich angenommen, dass vorunterschriebene und nicht ausgefüllte Kopien in den letzten Jahren von nicht anspruchsberechtigten Personen, zum Teil sogar außerhalb der Sportvereine, genutzt wurden“, erklärt sie. Für den Sanitätsbetrieb und die Ärzte des Dienstes für Sportmedizin war es nicht möglich, bei jedem Athleten eine genaue Kontrolle durchzuführen und dementsprechend nachzuverfolgen, ob Patienten auch wirklich berechtigt und Teil eines Vereins waren. „Um diesem Problem in Zukunft vorzubeugen, wird das Formular jetzt nur noch original unterschrieben angenommen. Dadurch ist der Verwaltungsaufwand zwar etwas gestiegen, aber die Wartezeiten sollten sich verkürzen, weil nur mehr Berechtigte den Dienst in Anspruch nehmen können“, sagt Savoia. Die Einführung dieses neuen Systems war laut der Direktorin des Amtes für Sport die einzige realistische Möglichkeit, um eine nachgewiesene Anspruchsberechtigung sicherzustellen.

Auch Daniel Neunhäuserer bestätigt, dass objektive Kriterien zur Gewährleistung der Anspruchsberechtigung unerlässlich seien. Deshalb wurde entschieden, die Zugehörigkeit zu einem beim CONI registrierten Sportverein als maßgebliches Kriterium heranzuziehen. Die Originalunterschrift diene als formaler Nachweis der Vereinszugehörigkeit und trage zur Ablaufstandardisierung bei. „Unser Anspruch ist es, jedem Sportverein sowie jeder Sportlerin und jedem Sportler den bestmöglichen Service zu bieten“, sagt er. „Die neu eingeführten Kriterien sollen dazu beitra-

p Amtsdirektorin

Laura Savoia:

„Der Verwaltungsaufwand ist zwar etwas gestiegen, aber die Wartezeiten sollten sich verkürzen“

p Konrad Markart, Sekretär der Sektion Ski: „Dass man für jeden der hunderten Athleten immer zum Präsidenten für eine Unterschrift laufen muss, ist eine riesige Arbeit“

gen, die verfügbaren Ressourcen noch gezielter einzusetzen und die Qualität der Leistungen nachhaltig zu sichern.“ Bezüglich der von Markart angesprochenen Eintragungsnummer meint Savoia: „Hierbei geht es um die sogenannte ‚Tesserierungsnummer‘, die es grundsätzlich nur für Erneuerungen braucht. Der Verein bekommt diese Nummer für jeden Leistungssportler vom Sportverband zugewiesen und kann dann die entsprechenden Listen ausdrucken.“

Digitale Lösungen?

Markart zeigt Verständnis dafür, dass die Formulare nicht mehr frei über eine Website heruntergeladen werden können, da dies eine ausreichende Kontrolle erschwert. Er schlägt gleichzeitig eine Alternative für die Zukunft vor: „Sinnvoller wäre es, wenn die jeweiligen Verantwortlichen der Sportvereine die Unterschrift des Präsidenten sowie den Stempel des Vereins abspeichern dürften, diese in die jeweiligen Formulare einfügen und das Dokument den Athletinnen und Athleten als PDF per E-Mail oder WhatsApp zuschicken.“ Diese können sie dann selbst ausdrucken und ausfüllen. Dadurch ließe sich der organisatorische Aufwand für die Vereine deutlich reduzieren, findet er.

Auch der SSV Brixen arbeitet derzeit bereits an einer digitalen Lösung. Über ein Programm des Verbands für Südtiroler Sportvereine (VSS) namens Workplace soll es möglich gemacht werden, die digitale Unterschrift alle zwei bis drei Wochen einmal hochzuladen. Derzeit kümmert man sich darum, dass sich jedes Mitglied über ein Portal mit seiner Steuer- und Mitgliedsnummer anmelden kann, um das Zertifikat autonom herunterzuladen. Wie genau die Umsetzung aussehen wird, wird derzeit noch ausgearbeitet. Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand sowohl für die Vereine als auch für die Eltern zu reduzieren.

Auch Dr. Neunhäuserer hält die stärkere Digitalisierung und Vernetzung der Sportmedizin perspektivisch für eine gute Lösung. „Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass der Südtiroler Sportbereich sehr vielfältig und heterogen strukturiert ist“, sagt er. „Deshalb müssen mögliche digitale Lösungen sorgfältig geplant und gemeinsam mit den betroffenen Organisationen entwickelt werden, um praktikable und nachhaltige Verbesserungen zu gewährleisten.“

samuel.fink@brixner.info

Als sich der achtzehnjährige Dominik Ömböli vor gut zwei Jahren für Triathlon entschied und sich gleich schon einen Ironman zum Ziel setzte, erklärte ihn zumindest seine Familie in Kastelruth für

FUSSBALL

TRIATHLON

Wo ein Ziel, da ein Weg

verrückt – und unterstützte ihn trotzdem, als er im Schwimmclub Brixen seine neue Heimat fand und die Sportoberschule in Sterzing besuchte. Zunächst musste Ömböli das Schwimmen erlernen. Seine ersten Trainingseinheiten absolvierte er in den Nachwuchsgruppen bei Daniela Ianesi, bevor er zu den Gleichaltrigen wechselte und die Triathlontrainerin Manuela Ianesi ihn unter ihre Fittiche nahm. Mit eisernem Willen und konstanter Disziplin arbeitete er sich schrittweise nach vorne, trat erstmals in seinem Leben viele Kilometer auf dem Rennrad in die Pedale, lief unzählige Runden auf dem Sportplatz und rund um Brixen, zog Bahn für Bahn in den Becken der Acquarena. Nebenbei legte er noch die Prüfungen zum Bademeister und zur

„Eine Schippe draufgelegt“

Vom 24. bis 27. Juni fand in der Millander Sportzone zum vierten Mal der Clava Summer Cup statt. Insgesamt 34 Mannschaften kämpften vor den rund 600 Fans um den Turniersieg. Am Ende sicherte ihn sich der FC Cagliari, der sich im Finale mit 3:1 gegen den FC Carioca durchsetzte und dafür mit einem SkyAlps-Gutschein im Wert von 4.000 Euro belohnt wurde. CariocaSpieler Antonio Capobianco wurde zum besten Spieler gekürt, Felix Okafor vom FC Cagliari zum Torschützenkönig, und sein Teamkollege Rimbu Giova holte sich den Titel des besten Torwarts. Für zusätzliche

Fußballatmosphäre sorgte ein WMPublic-Viewing auf einer großen LED-Wall, ehe bei der Afterparty gemeinsam gefeiert wurde. „Die Spieler hatten enorm viel Spaß, die Stimmung war super, und es waren noch mehr Fans in der Sportzone als im letzten Jahr“, freut sich Ivan Angerer, CEO von Clava Sports, und meint, dass der Summer Cup in diesem Jahr „noch einmal eine Schippe draufgelegt hat.“ Neben der Bereitstellung der gesamten Anlage war der ASV Milland für den kulinarischen Teil des Events zuständig. Fußball-Sektionsleiter Markus Gruber blickt trotz einiger

Zur Vorbereitung auf die neue Fußballsaison schlugen erneut Profi- und Traditionsvereine in den „Brixner“-Einzugsgebieten ihre Zelte auf: Der 1. FC Heidenheim trainierte in Natz, der italienische Erstligist Bologna FC in Vals und die BSG Chemie Leipzig war in Lüsen zu Gast.

ersten Stufe des Schwimmlehrers ab. Die Wettkämpfe der letzten zwei Jahre waren für ihn immer auch Vorbereitung für sein großes Ziel. Mitte Juni war es in Klagenfurt dann so weit: Ömböli stand am Start seines ersten Ironman und hatte damit 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen vor sich. Unter dem Jubel seiner Familie und der Schwimmclub-Fans lief der junge Athlet nach neun Stunden und 32 Minuten mit einer Spitzenzeit (11. Platz in der Kategorie 18 bis 24 Jahre) und überglücklich ins Ziel: „Ich hatte noch nie so viel Spaß bei einem Rennen.“

Herausforderungen hinsichtlich der Organisation und Abwicklung auf „schöne vier Tage eines

Neuer Verein für Mikael Helmersson: Der Brixner Handballprofi verlässt den HSC 200 Coburg und spielt ab der kommenden Saison für den deutschen Zweitligisten TuS Ferndorf. Mit 190 Treffern wurde er in der vergangenen Zweitliga-Saison Vize-Torschützenkönig.

der tollsten Südtiroler Turniere in dieser Größenordnung“ zurück. sf

Mit Vanessa Ugolini, Aivie Giovanoli und Maximilian Siller waren Ende Juni drei Volleyballer des SSV Brixen für Südtirol bei der Trophäe der Regionen auf Sizilien im Einsatz. Die U15Mädchen sorgten mit Rang neun für eine Rekordplatzierung, die U16-Jungs erzielten Platz 18.

„Eine deutlich verjüngte Mannschaft“

MARTIN RAGGINER, Präsident des ASV Lüsen, über anfängliche Herausforderungen bei der Kaderplanung der ersten Fußballmannschaft, Gespräche mit dem AC Plose – und die Zukunft des Vereins.

Herr Ragginer, über die Zukunft des ASV Lüsen wurde in letzter Zeit spekuliert: Mehrere Spieler verlassen die erste Mannschaft altersbedingt oder wechseln zu anderen Vereinen. Ebenso war ein Zusammenschluss mit dem AC Plose im Gespräch. Was ist der aktuelle Stand?

Mitte Juli haben wir die erste Mannschaft für die kommende Saison angemeldet. Das mag zwar einige überraschen, aber durch sehr viel Überzeugungsarbeit und interne Gespräche ist es uns dennoch gelungen, eigenständig einen Kader für die 1. Amateurliga aufzustellen. Die Gespräche

mit dem AC Plose waren bereits weit fortgeschritten, wurden nun aber wieder auf Eis gelegt. Der AC Plose spielt wie bisher in der 2. Amateurliga.

Wie setzt sich die Lüsner Mannschaft für die kommende Saison zusammen?

Derzeit laufen noch einige Gespräche. Fest steht, dass wir mit einer deutlich verjüngten Mannschaft in die neue Saison starten werden. Zudem sind einige Reaktivierungen ehemaliger Spieler geplant. Im Moment überwiegt die Freude, dass wir trotz der Herausforderungen einen eigenen Kader auf die Beine stellen

konnten. Der Trainingsauftakt ist zeitnah geplant, der Meisterschaftsbeginn folgt Ende August.

Mit welchen Erwartungen blicken Sie in die Zukunft?

Ich blicke hoffnungsvoll in die Zukunft und bin zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren noch mehr junge Spieler aus den eigenen Reihen nachkommen und ehemalige zurückkehren. Die Stärke des ASV Lüsen war es schon immer, als kleiner Verein größtenteils auf einheimische Spieler setzen zu können. Daran möchten wir auch in Zukunft festhalten. samuel.fink@brixner.info

WIR BAUEN

SCHLÜSSELFERTIG

MIT HANDSCHLAGQUALITÄT SEIT 1962

FÜR PRIVATKUNDEN, ARCHITEKTEN UND BAUTRÄGER. KURZ ERKLÄRT

SCHWIMMEN

Auf Medaillenjagd

Für einige der Brixner MastersSchwimmerinnen und -Schwimmer hat die Teilnahme an den Italienmeisterschaften bereits seit vielen Jahren Tradition, und das mit bewundernswerten Ergebnissen. Das Vierer-Team, das sich Anfang Juli in Riccione auf der Langbahn der

Konkurrenz von 4.400 anderen Athleten aus ganz Italien stellte, gehörte wohl zu den kleinsten der 378 teilnehmenden Mannschaften und holte dennoch eine reiche Medaillenausbeute nach Brixen. Während sich Christa Huber über Bronze auf 50 und 200 Meter Brust

freute, punktete Barbara Letrari mit Silber über 200 Meter Lagen sowie dem dritten Platz über 400 Meter Lagen und 1.500 Meter Freistil. Christina Spitaler und Stephan Dejaco erkämpften Bronze über 50 Meter Brust, Stephan Dejaco holte zudem Silber über 100 Meter

Keine Lust auf Standard?

Dann baue mit uns die weltweit außergewöhnlichsten Fassaden!

Wir suchen Mitarbeiter (m/w/d) für die Bereiche:

• Projektlogistik

• Lager und Versand

• Arbeitsvorbereitung

• Schlosserei

BEWIRB DICH JETZT!

Brust. Der Weg zu diesen Erfolgen ist lang: Dreimal pro Woche wird trainiert, im 25-Meter-Becken des Hallenbads oder während der Sommermonate im olympischen Becken der Acquarena. Dass an Technik, Ausdauer und Schnelligkeit gefeilt wird, geschieht seit vier Jahren unter den Fittichen des Trainers Alessandro Battistella, der als ehemaliger Athlet die Leidenschaft und das Know-how mit seinen Schützlingen teilt. Insgesamt nahmen 17 Master-Schwimmerinnen und -Schwimmer der Sektion Schwimmen des SSV Brixen in der derzeit auslaufenden Saison an verschiedenen Wettkämpfen in Bozen, im Trentino, in Florenz, Turin, Treviso und Riccione teil – einige an zwei oder drei Veranstaltungen, andere an nahezu jedem Rennen bis hin zu den Europameisterschaften in der Slowakei, bei denen Christa Huber und Stephan Dejaco die Saison Mitte August beenden werden. sd

Griff um Griff nach oben

WASSERSPORT

Paddeln ausprobieren

Das Kletterteam des AVS Brixen blickt auf eine sehr erfolgreiche Saison zurück. Trainer Hannes Mantinger ist stolz darauf, dass sich 19 seiner 50 Athletinnen und Athleten für die Italienmeisterschaften in Arco qualifiziert hatten und dort kürzlich mit zahlreichen Podestund Top-Ten-Platzierungen in den Disziplinen Lead, Boulder und Kombination überzeugten. Der Nachwuchs der Kategorien U11 bis U15 beeindruckte mit dem Sieg in der Mannschaftswertung der insgesamt 82 Teams im Lead und im Boulder; die älteren Athleten (U17 bis U21) erreichten im hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld Platz fünf von 56 Teams. Auf regionaler Ebene belegten die Brixner in der Gesamtwertung des Juniorcups Platz zwei. Der Juniorcup umfasst Boulder, Speed und Lead und diente als Qualifikation für die Italienmeisterschaften. Beim Jugend-Italiencup der U15/U17 im

Wer den Kanusport einmal selbst ausprobieren möchte, hat dazu am 8. August Gelegenheit: Der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) veranstaltet gemeinsam mit der Sektion Kanu des ASV Milland einen Paddel-Schnuppertag am

Stausee in Mühlbach. Mitmachen können alle Interessierten ab zehn Jahren; gute Schwimmkenntnisse werden vorausgesetzt. Der Treffpunkt ist um 14 Uhr beim Sportplatz Campill in Milland. Von dort geht es gemeinsam zum Stausee, wo die Teilnehmerinnen und Teil-

nehmer von Fachleuten des ASV Milland begleitet werden. Auf dem Programm stehen kurze geführte Paddelrunden sowie eine Einführung in die richtige Körper- und Paddelhaltung. Die gesamte Ausrüstung – darunter Kanus, Paddel und Schwimmwesten – wird von

Lead holten sie sich im Juni den Mannschaftssieg in L’Aquila und in Verona, wo das Brixner Team zudem vier Finalisten stellte und zwei Podestplätze erreichte. Nadja Ranalter, die bereits in L’Aquila mit einem Sieg überzeugt hatte, sicherte sich auch den Gesamtsieg in der Lead-Gesamtwertung des Italiencups U15/U17. Der Klettersport ist schon lange kein Nischensport der alpinen Regionen mehr, sondern wird in ganz Italien auf hohem Niveau betrieben. Umso bemerkenswerter sind die Leistungen der Brixner Matilda Moar, Bettina Dorfmann, Romy Köllemann, Samuel Perntaler und Lorenzo Barbolini, die sie sowohl bei den Regionalmeisterschaften in Brixen als auch beim Italiencup mit zahlreichen Podestplätzen in den Einzelwettbewerben und Bronze in der Senior-Gesamtwertung im Italiencup Lead zeigten. sd

der Sektion zur Verfügung gestellt. Mitzubringen sind lediglich Badekleidung. Mit dem Schnuppertag möchte man die Faszination des Kanusports einem breiten Publikum näherbringen und erste Einblicke in die vielseitige Sportart ermöglichen. Ob entspannte Tour auf dem See oder anspruchsvolle Fahrt im Wildwasser – Paddeln bietet für jedes Niveau passende Möglichkeiten. Für schwierigere Gewässer seien jedoch Erfahrung, Übung und entsprechende Grundkenntnisse notwendig, betonen die Organisatoren. Wer Gefallen am Kanusport findet, kann seine Kenntnisse anschließend in weiterführenden Kursen vertiefen. Anmeldungen sind per E-Mail an kanu.milland@gmail. com oder telefonisch unter 348 6465090 erwünscht. sf

Die Hüter der Quellen

UMWELT: Dutzende private Interessentschaften sichern seit Jahrzehnten das Trinkwasser in den ländlichen Gebieten Südtirols – ehrenamtlich, mit viel Herzblut und zunehmend unter Druck – auch deshalb, weil neue Förderregeln des Landes vor allem kleine Interessentschaften in Bedrängnis bringen.

Dass bei uns reines und sauberes Trinkwasser aus den Wasserhähnen aller Haushalte rinnt, ist ein enormes Privileg von uns Südtirolern und gleichzeitig keine Selbstverständlichkeit: Irgendwo mussten dafür Quellen gefasst oder Tiefbrunnen gebohrt werden; das Wasser kommt dann über Leitungen zu Zwischenspeichern und über weitere Leitungen letztendlich in jedes Haus und in jede Wohnung. Dafür braucht es Institutionen, die dafür sorgen, dass die entsprechenden Infrastrukturen gebaut werden, und die darauf achten, dass die Anlagen auch gut gewartet werden, damit das Wasser, das wir trinken, nicht verunreinigt wird.

Und der Dienst ist in Südtirol im Vergleich zu Restitalien extrem zuverlässig: Das staatliche Statistikamt Istat befragt jedes Jahr die Bevölkerung, wie zufrieden sie mit dem Trinkwasser ist: Die Autonome Provinz Bozen hat mit Abstand die höchsten Zufriedenheitswerte. In Brixen befragen auch die Stadtwerke jährlich ihre Kunden – mit überragenden Ergebnissen.

Wem gehört das Wasser?

Wasser ist ein Allgemeingut – das heißt, dass es uns allen gehört. Gerade deshalb muss dessen Nutzung genau geregelt werden: Wer eine Quelle fassen will, braucht dafür eine Konzession, die vom Amt für nachhaltige Gewässer-

p Andreas Schroffenegger (TWI Pfeffersberg):

„Die Bauern haben eine emotionale Bindung zu ‚ihrem‘ Wasser, und sie verwalten die Infrastrukturen in der Regel sehr verantwortungsvoll“

Teil davon wird zum Trinken, Kochen oder Duschen verwendet; ein Teil geht durch marode Leitungen verloren, und ein großer Teil fließt einfach ab, reichert den Boden an und bedient am Ende die Natur.

Das Wasser für die Beregnung von landwirtschaftlich genutzten Flächen kommt bei uns übrigens fast ausschließlich von Bächen, Flüssen, Seen oder eigenen Tiefbrunnen; relevante Mengen an Trinkwasser – wenn auch erheblich geringere als für die Beregnung – verbrauchen lediglich Viehhaltungsbetriebe in ihren Ställen und Milchkammern.

Gemeinde Brixen: 26 private Wächter des Wassers

Während also das Fassen einer Trinkwasserquelle vom Land genehmigt wird, sind die jeweiligen Gemeinden für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zuständig. Meistens erledigen die Gemeinden dies nicht selbst, sondern beauftragen private oder öffentliche Institutionen mit dem Bau von Leitungen und Speichern. Größter Betreiber im Raum Brixen sind die Stadtwerke; wie das Wasser von den Quellen und Tiefbrunnen bis in die Häuser der Stadtwerke-Kunden gelangt, haben wir bereits in der „Brixner“-Ausgabe Nr. 374 vom März 2021 im Detail beschrieben.

„ Die bürokratischen Vorgaben werden von Jahr zu Jahr aufwändiger“

Fritz Starke, Ingenieur

nutzung ausgestellt wird und die genau vorschreibt, wie viel Wasser von der Quelle entnommen werden darf. Dieser Wert hängt einerseits von der Wassermenge ab, die die Quelle hervorbringt, und andererseits von der Anzahl der Menschen, die mit dieser Quelle versorgt werden sollen, wobei Hotelanlagen und auch Tierhaltung mitberechnet werden. Die Entnahme-Konzession für eine Quelle zu bekommen ist indes nicht einfach: Es gibt strenge technisch-hygienische Richtlinien für Qualitätsstandards bei Planung, Bau und Betrieb der Quellfassung. Das ist auch kein Wunder: Wasser ist die wichtigste Umweltressource auf der Erde, mit der entsprechend sorgsam umgegangen werden muss; Trinkwasser gehört zu den Grundbedürfnissen und ist lebensnotwendig, kann aber bei Verunreinigungen auch lebensgefährlich sein. Statistisch fallen in Südtirol jährlich etwa 5 Billionen Liter Niederschlag; landesweit gibt es etwa 2.000 Quellen und 80 Brunnen, die das Trinkwassernetz versorgen. Laut Astat werden pro Einwohner statistisch täglich 433 Liter Trinkwasser aus dem Boden entnommen; in Summe wären dies pro Jahr etwa 82 Milliarden Liter. Nur ein kleiner

t ZEITLICH

BEGRENZTE

AUFTRÄGE: Allein in der Gemeinde Brixen gibt es 26 Trinkwasser-Interessentschaften

Neben den Stadtwerken gibt es aber auch eine ganze Reihe an privaten Initiativen, die von den Gemeinden mit der Wasserversorgung ihres Umfeldes beauftragt wurden. Sie sind nicht nur Konzessionsinhaber von Quellen, sondern betreiben auch die Leitungen und Speicher – und sie definieren die Trinkwassertarife, mit denen sie ihre Kosten decken sollten und die sich manchmal auch erheblich von den Stadtwerke-Tarifen unterscheiden können. Wie aber sind diese privaten Initiativen strukturiert? Wie sind sie entstanden, und wie finanzieren sie sich? Wer trägt die Verantwortung, wenn mal etwas schiefläuft? Diesen Fragen will der „Brixner“ nachgehen.

Allein in der Gemeinde Brixen gibt es 26 sogenannte Trinkwasser-Interessentschaften (TWI), die unterschiedlich viele Haushalte versorgen. Ihre rechtliche Entstehung geht auf die Sechziger- und Siebzigerjahre zurück, die Quellen waren aber meistens schon vorher gefasst worden. In ländlichen Gegenden hatte (und hat) manchmal auch ein einzelner Bauernhof sein eigenes Wasser. 1933 wurden in Italien alle Gewässer zu öffentlichem Gut erklärt; damit verfielen die ursprünglichen privaten Wasserrechte, und mit dem Zweiten Autonomiestatut ging 1973 das Eigentum am öffentlichen Wassergut vom italienischen Staat an das Land Südtirol über, das seitdem die zeitlich begrenzten Konzessionen vergibt. Im ganzen Land wurden daraufhin Interessentschaften gegründet, die im Auftrag der jeweiligen Gemeinden und mit Hilfe von EU-Geldern in den zumeist ländlichen Gegenden Leitungen und Speicher bauten. In den allermeisten Fällen waren die Mitglieder selbst Abnehmer, was zur Folge hatte, dass mit viel Herzblut, Gemeinschaftssinn und ehrenamtlicher Mitarbeit gearbeitet wurde.

In manchen Fraktionen war die private Initiative damals auch unbedingt notwendig. „In den Siebzigerjahren hatten Tils, Pinzagen und Tschötsch zum Beispiel keine

gut funktionierende Wasserversorgung“, sagt Andreas Schroffenegger, der Präsident der TWI Pfeffersberg. „Der damalige Gemeinderat Max Rungg hat unsere Interessentschaft gegründet, mit EU-Geldern Quellen gefasst und ein 12 Kilometer langes Leitungsnetz gebaut – eine wahre Pionierleistung.“ Die Investitionen für Trinkwasserprojekte erfuhren damals eine hohe Förderung von bis zu 95 Prozent der Kosten.

Heute ist die TWI Pfeffersberg gut aufgestellt – auch, weil sie ihre Leitungen stets gut gewartet und ständig in die Infrastruktur investiert hat. „Als Präsident der TWI war

DÄMMPLUS

mir das immer schon sehr wichtig“, sagt Schroffenegger, „weil es ansonsten irgendwann zu einem Investitionsstau kommt, der dann von der Interessentschaft nicht mehr leicht bewältigt werden kann.“

Fördertöpfe nur für die Großen?

Denn die Interessentschaften sind als private Genossenschaften strukturiert und müssen sich selbst finanzieren –ob durch das Einheben von Gebühren oder durch Investitionsbeiträge der öffentlichen Hand, die aber seit drei Jahren erheblich reduziert wurden. Während bisher ohne Ausnahme 50 oder gar 80 Prozent der Investitionskosten von der öffentlichen Hand übernommen wurden, gelten seit 2022 neue Regeln: Die Arbeiten müssen mindestens 100.000 Euro kosten, und die ansuchende TWI muss einen Mindesttarif von 65 Eurocent pro Kubikmeter anwenden. Gespeist wird der Fonds von Geldern, die von den Konzessionären eingehoben werden: 10 Eurocent pro Kubikmeter fließen ans Land. „In den letzten Jahren wurden die meisten Fördergelder aber in große Projekte gesteckt; kleine Interessentschaften werden leider nicht prioritär behandelt“, sagt Schroffenegger. Auch Ewald Rogen, Präsident der TWI Spinges, kann der neuen Regelung nichts Positives abgewinnen: „Bis vor drei Jahren wurden unsere Investitionen über das Amt für Bergwirtschaft zu 80 Prozent gefördert – den Rest haben wir locker bewältigt. Jetzt ist das Amt für nachhaltige Gewässernutzung zuständig – dort weiß keiner, wer überhaupt zuständig ist, und als kleine Interessentschaft erreicht man da gar nichts.“

Offensichtlich drängt das Land auf eine vernünftige und ständige Investitionsstrategie und entsprechende Tarifgestaltung, die aber laut Rogen bei kleinen Interessentschaften nicht ausreicht, weil die Kosten zu hoch sind, um sie auf eine überschaubare Anzahl an Kunden abwälzen zu können. Da die TWI vollkommen autonom sind, kommt es außerdem manchmal zu unerwarteten Mehrkosten: „Wir hatten einmal eine dringende außerordentliche Instandhaltung von 40.000 Euro, die unseren Haushalt natürlich belastet hat“, sagt Schroffenegger. „Unsere Interessentschaft schüttet jährlich etwa 45.000 Kubikmeter aus; wir haben das Problem gelöst, indem wir für ein Jahr zusätzlich zu unseren üblichen Tarifen einen Euro pro Kubikmeter an unsere Mitglieder verrechnet haben.“ Das heißt, dass die etwa 1.000 Abnehmer je nach eigenem Wasserverbrauch die außerordentlichen Kosten in einem Jahr gemeinsam gestemmt haben.

Fotos: Oskar Zingerle

Kleine Interessentschaften in Schwierigkeiten

Nicht alle Interessentschaften haben aber viele Abnehmer: Pfeffersberg, Albeins, Afers, Meransen und St. Leonhard haben eine große Anzahl an Mitgliedern, Spinges ist mittelgroß, aber es gibt auch sehr kleine Organisationen, die lediglich eine Handvoll Bauernhöfe beliefern. Sind „kleine“ Interessentschaften aber zukunftsfähig? „Es gibt TWIs, die sehr wenige Abnehmer haben und die den richtigen Zeitpunkt für Investitionen verpassen“, sagt Fritz Starke, der in Bozen ein spezialisiertes Ingenieurbüro leitet und den infrastrukturellen Zustand der Interessentschaften im ganzen Land bestens kennt. Es sei nicht selten, sagt er, dass solche Genossenschaften sich irgendwann auflösen und Wasserkonzession, Leitungen und Speicher den jeweiligen Gemeinden zurückgeben, weil sie sich überfordert fühlen, den Dienst korrekt weiterzuführen – die TWI Sarns zum Beispiel wurde in den Neunzigerjahren aufgelöst, die entsprechenden Infrastrukturen wurden von den Stadtwerken übernommen. „Die bürokratischen Vorgaben werden außerdem von Jahr zu Jahr aufwändiger“, sagt Fritz Starke, „und da es im Moment durch die neuen Regeln der Landesregierung sehr schwierig ist, Investitionsförderungen zu bekommen, werden die Genossenschaften gezwungen, sich vor allem über die Wassertarife zu finanzieren, was bei größeren Projekten oder einem Investitionsstau sehr schwierig ist.“ Es sei also sehr wohl möglich, dass sich in den nächsten Jahren immer mehr kleine Interessentschaften die Sinnfrage stellen könnten.

Wäre es also grundsätzlich sinnvoll, wenn zum Beispiel die Stadtwerke oder ähnliche Strukturen alle Quellen und

p Ewald Rogen (TWI Spinges): „Das Fördersystem für Investitionen zu ändern war eine Schnapsidee“

Leitungen übernehmen würden – ganz einfach deshalb, weil sie die notwendigen Arbeiten strukturiert und mit einiger Wahrscheinlichkeit professioneller abwickeln können, was am Ende dem Verbraucher zugute kommt? „Das kann man so nicht ohne Weiteres sagen“, sagt Fritz Starke, „denn es gibt bei den Interessentschaften vollkommen verschiedene Realitäten. Es gibt auch welche, die eine gewisse Dimension haben, deren Infrastrukturen durch ständige Investitionen und perfekte Wartung up to date sind und die im Grunde ähnlich professionell wie die Stadtwerke verwaltet werden“ – zum Beispiel Pfeffersberg oder, in der Gemeinde Mühlbach, auch Meransen.

Durstige Hotels, trockene Quellen

Apropos Meransen: Besonders herausfordernd sind größere Hotelprojekte, die äußerst „hungrig“ nach Wasser sind, wie es sich herausgestellt hat: Hotels der gehobenen Kategorie müssen ihre Wellnessanlagen jede Woche mit einem gewissen Anteil von Frischwasser versorgen, um ihre Sterne behalten zu können. So entwickeln sich paradoxe Situationen: Ein einziges Hotel verbraucht oft dieselbe Menge Trinkwasser wie ein kleines Dorf. Das Problem wird meist durch einen eigenen Wasserspeicher gelöst, der nachts befüllt wird, wenn der allgemeine Verbrauch gering ist. Den Bau des Speichers muss der Hotelbetreiber natürlich selbst finanzieren.

Das alles funktioniert aber nur, wenn die Quellen genügend Wasser liefern – wie zum Beispiel jene von Meransen, die etwa 36 Sekundenliter ausschüttet. Anders sieht es in Spinges aus: „Unsere sechs Quellen schütten

05.08.2026

Mittwoch, 18– 24 Uhr Domplatz Brixen

gemeinsam normalerweise 2,4 Sekundenliter aus; heuer sind es sogar nur 1,7 Sekundenliter“, sagt Ewald Rogen. Die Folge davon ist, dass die Speicher manchmal leer sind, weshalb heuer schon zweimal der Tankwagen der Feuerwehr den Speicher auffüllen musste, damit die Bevölkerung überhaupt duschen und kochen konnte. Die TWI Spinges versorgt etwa 300 Einwohner, zwei Hotels und einige landwirtschaftliche Betriebe, die auch Urlaub am Bauernhof anbieten – „im Vergleich zu Meransen sind wir also sehr klein.“

Damit die Probleme von Spinges gelöst werden, muss ordentlich Geld in die Hand genommen werden: „Eine Machbarkeitsstudie besagt, dass wir etwa 500.000 Euro investieren müssten; außerdem bräuchten wir einen neuen Löschwasserspeicher, der weitere 800.000 Euro kosten würde“, sagt Ewald Rogen. Die neuen Förderkriterien seien für Spinges aber extrem ungünstig: „Wir sind entweder zu klein oder zu groß und fallen dadurch durch den Rost“, ärgert sich Rogen. Aufgeben sei aber keine Option: „Man hat uns vorgeschlagen, die Konzession und den Dienst an die Gemeinde zurückzugeben, die dann die Stadtwerke mit dem Dienst beauftragen könnte, aber

p Die TrinkwasserInteressentschaften sind für die Speicherung und Verteilung des Trinkwassers zuständig

… warum sollten wir das tun? Seit 1959 versorgen wir unser Dorf mit Trinkwasser, und bisher hat das gut geklappt. Es ist mir ein Rätsel, was sich die Landesbeamten dabei gedacht haben, als sie das eigentlich wunderbar funktionierende Fördersystem geändert haben. Das war eine Schnapsidee.“

Speicher, Tarife und Verantwortung

Der Wassermangel einer TWI kann übrigens mehrere Gründe haben: Manchmal sind Leitungen löchriger als Schweizer Käse, hin und wieder wird das Wasser aber auch für „alternative“ Zwecke abgeleitet – vor allem dann, wenn die TWI nicht über ein kapillares Netz an Wasserzählern verfügt, das Missbrauch sofort erkennt. Besonders problematisch wird es aber, wenn ein großes Hotel in einer wasserarmen Gegend entsteht. „In Afers gibt es zum Beispiel auch diese Problematik“, sagt Schroffenegger. Aber auch umgekehrt ist es nicht immer ideal: Jede TWI hat eigene Speicher, die mindestens um die 200 Kubikmeter Wasser speichern. „Theoretisch muss das Wasser in jedem Speicher innerhalb von 24 Stunden um-

SCHULE BEGINNT MIT ANKOMMEN

Der Weg vom Kindergarten in die Schule ist ein großer Schritt. Der erste Schultag macht aus einem Kind noch kein Schulkind.

waldorfbrixen.it

Unsere Kinder der 1. Klasse verbringen zu Beginn viel Zeit im Wald, hören Geschichten, bewegen sich und wachsen als Klassengemeinschaft zusammen. So finden sie Schritt für Schritt in den Schulalltag und entdecken die Freude am Lernen.

Georg Beyer

gewälzt werden“, sagt Schroffenegger, „das ist für manche Interessentschaft ein Problem, weil ihre Abnehmer zu wenig Wasser verbrauchen.“ Manchmal löst man das Problem mit einem permanent laufenden Brunnen. Ein kleinerer Speicher ist indes nicht die Lösung, weil die Trinkwasserspeicher im Brandfall auch als Löschwasser dienen müssen: „Das Brandschutzgesetz besagt, dass zwei Drittel eines jeden Speichers jederzeit für Löscheinsätze bereit sein müssen.“ Für Milland haben die Stadtwerke vor einigen Jahren übrigens einen enormen Speicher mit einem Fassungsvermögen von 1,6 Millionen Liter gebaut; dieser Speicher wird durch den hohen Verbrauch der Bevölkerung jeden Tag zweimal umgewälzt.

Spannend ist die Tarifgestaltung, wobei jede Interessentschaft eine eigene Strategie fährt. Theoretisch müsste jeder Haushalt einer Gemeinde denselben Preis für Trinkwasser bezahlen, aber die Praxis sieht anders aus: Auch wenn es keine offiziellen Unterlagen gibt, ist davon auszugehen, dass es Interessentschaften gibt, die ihre Mitglieder fast kostenfrei mit Trinkwasser beliefern, während andere durch getätigte Investitionen auch höhere Tarife als die Stadtwerke anwenden.

Ebenfalls spannend ist die rechtliche Verantwortung, die das Amt des Präsidenten einer TWI mit sich bringt: Mit der Beauftragung delegiert der Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde die Verantwortung für die Qualität des Wassers an die Genossenschaft; der jeweilige Präsident haftet strafrechtlich und zivilrechtlich. Im schlimmsten Fall einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch verunreinigtes Trinkwasser wird sofort überprüft, wie die Schadstoffe in die Leitung kommen konnten und ob alle gesetzlichen Pflichten erfüllt wurden. So ist die TWI zum Beispiel verpflichtet, einen Wasserwärter zu beauftragen, der regelmäßig die Qualität des Wassers überprüfen lässt. Diese Analysen müssen in einem Wartungsbuch samt Unterschrift vermerkt werden. Außerdem muss der Wasserwärter dafür sorgen, dass die Quellen, die Leitungen und die Speicher alle sechs Monate gereinigt werden –auch diese Arbeiten müssen natürlich dokumentiert werden. „Die Präsidenten wissen manchmal gar nicht, welche Verantwortung sie eigentlich tragen“, sagt Andreas Schroffenegger, „meist fehlt das technische Wissen.“ Ewald Rogen scheint das Risiko allerdings zu kennen: „Der Präsident ist ja mit einem Hax immer im Loch.“

Eine Sache des Herzens

Warum also übernimmt jemand freiwillig – und zumeist ehrenamtlich – eine so große Verantwortung? „Diese Genossenschaften sind historisch gewachsen“, sagt Schroffenegger, „die Bauern haben eine emotionale Bindung zu ‚ihrem‘ Wasser, und sie verwalten die Infrastrukturen in der Regel sehr verantwortungsvoll.“ Ökonomisch ist eine TWI eigentlich uninteressant, weil die Investitionen über die Gebühren in der Regel sowieso nicht finanzierbar sind; oft decken die Gebühren nicht einmal die Kosten der Wartung ab. Und unerwartete Reparaturen können ganz schön ins Geld gehen. Gibt es keine Beiträge der öffentlichen Hand, müssen die Kosten von allen Mitgliedern gemeinsam getragen werden. Das eigene Wasser verwalten zu dürfen ist also am Ende keine rationale, sondern eine rein emotionale Angelegenheit.

Aktionen für Ihre Gesundheit

OHRRINGE

Neue Ohrringe? Wir kümmern uns darum! Ohrlochstechen in der Apotheke –sanft, hygienisch & professionell. Für Groß und Klein.

Original 150 g

Extra klein 500 g

Tel. +39 0472 836 173, Whatsapp +39 328 80 21

Was wird aus unserem Altglas?

SERIE – WO LANDET UNSER MÜLL? Glas ist einer der wenigen Wertstoffe, die sich unendlich oft recyceln lassen, ohne an Qualität zu verlieren. Das ist schon mal eine gute Nachricht. Aber wie gut das Recycling gelingt, hängt maßgeblich von den Menschen selbst ab. Wie die „Brixner“Recherche zeigt, kann nicht alles, was wie Glas aussieht, auch als Glas recycelt werden.

Eine Flasche, die heute im Altglascontainer landet, kann in wenigen Wochen bereits wieder ein neues Gefäß im Supermarktregal sein – und das im Prinzip beliebig oft. Anders als Kunststoff, der bei jedem Recyclingdurchgang an Qualität verliert, bleibt Glas chemisch stabil: Es lässt sich einschmelzen und neu formen, ohne dass sich seine Eigenschaften verschlechtern.

Glasrecycling ist damit einer der wirkungsvollsten Kreisläufe überhaupt. Ökologisch am sinnvollsten bleibt zwar nach wie vor die Mehrwegflasche, die ganz ohne Einschmelzen mehrfach befüllt und wiederverwendet wird. Doch dort, wo Einweg unvermeidlich ist, bietet Glasrecycling eine gute Alternative.

Organisiert ist dieser Kreislauf in Italien noch gar nicht so lange. Erst 1997 wurde mit dem Consorzio Recupero Vetro (CoReVe) ein nationales System geschaffen, das Gemeinden für die getrennte Sammlung von Altglas entschädigt und dessen Verwertung sicherstellt. Seither ist die gesammelte Menge kontinuierlich gestiegen: Lag die Pro-Kopf-Sammlung 2019 noch

bei knapp 39 Kilogramm, sind es mittlerweile über 40 Kilogramm im italienweiten Schnitt. TrentinoSüdtirol gehört dabei traditionell zu den fleißigsten Sammlern des Stiefelstaates: Mit rund 54 Kilogramm pro Einwohner belegte die Region 2025 den zweiten Platz unter allen italienischen Regionen –hinter Aosta.

Eisacktal und Brixen: solide, aber ausbaufähig

Im Vergleich dazu fällt das Einzugsgebiet der Stadtwerke Brixen und jenes der Bezirksgemeinschaft Eisacktal mit rund 45 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2025 etwas hinter den Schnitt der Region zurück. Insgesamt wurden 2025 im Eisacktal 2.600 Tonnen an Altglas gesammelt, Tendenz steigend.

Auffällig ist ein Unterschied zwischen Stadt und Land: „In den ländlichen Gemeinden ist die Trennmentalität seit jeher besser“, bestätigt Ronald Amort von der Bezirksgemeinschaft Eisacktal. Während die Bezirksgemeinschaft zurzeit Altglas in der höchsten Qualitätsstufe an CoReVe liefert, schwankt bei den Stadtwerken laut Michele Bellucco, dem Leiter der Umweltdienste der Stadtwerke Brixen, die Qualität zwischen der zweiten und vierten Qualitätsstufe. Das hat auch finanzielle Folgen: Für die Sammlung von Altglas zahlt CoReVe den Gemeinden eine gestaffelte Vergütung, die sich streng nach der Sauberkeit des gelieferten Materials richtet: In der besten Qualitätsstufe gibt es 86,21 Euro pro Tonne, bei mäßiger Verunreinigung sinkt der Betrag rasch. Ab einem Fremdstoffanteil von über 0,5 Prozent bleiben von den ursprünglichen 86 Euro gerade einmal 3,86 Euro pro Tonne übrig.

Wie schnell sich das läppert, zeigt eine Beispielrechnung der Stadtwerke Brixen von Michele Bellucco: „Schon eine geringfügige Veränderung des Fremdstoffanteils, etwa von unter 0,4 auf über 0,5 Prozent, kann bei den jährlich rund 1.000 Tonnen Altglas aus dem Brixner Stadtgebiet einen Einnahmenunterschied von mehr als 20.000 Euro bedeuten – Geld, das sonst zur Entlastung der Müllgebühren beitragen könnte.“

Die tückischsten Störstoffe

Am häufigsten landen Kunststoffsäcke, -flaschen und Dosen im Altglas – Fehlwürfe, die sich meist noch gut aussortieren lassen. „Dosen landen wohl auch deshalb häufig im Glascontainer, weil in vielen italienischen Städten Glas und Dosen gemeinsam gesammelt werden, im sogenannten Multimateriale“, mutmaßt Bellucco. Weit problematischer sind aber sogenannte „infusibili“: nicht einschmelzbare Fremdstoffe wie Keramik, Porzellan oder hitzebeständiges Glas etwa aus Ofenformen (bekannt unter dem Markennamen Pyrex). „Problematisch ist vor allem die Steingutfraktion wie Porzellan oder auch Glasbackformen aus Borosilikatglas, die aussehen wie Glas, aber keines sind. Diese schmelzen bei der Glasschmelze nicht, sondern zersplittern in kleinste Teilchen und beeinträchtigen so die Glasqualität stark“, erklärt Amort. Diese Materialien sehen Glas zwar täuschend ähnlich, schmelzen aber bei ganz anderen Temperaturen. Landen sie unerkannt im Schmelzofen, zersplittern sie beim Abkühlen zu winzigen Partikeln, die im fertigen Produkt eine unsichtbare Sollbruchstelle bilden und die gesamte Charge

Michele Bellucco: „Zu den häufigsten Störstoffen in der Glassammlung zählen Kunststoffsäcke und Dosen“

unbrauchbar machen können. Schon geringste Mengen wirken sich daher überproportional auf die Qualitätseinstufung aus.

Zerbrochenes Geschirr ist nicht Glas

Für Haushalte und Betriebe heißt das konkret: Deckel und Ver -

Altglas anstatt im Restmüll landet, ist eines der hartnäckigsten Missverständnisse der Mülltrennung. „Unverständlich bleibt, dass immer wieder zerbrochene Teller, Tassen oder andere Keramikgegenstände in die Wertstoffglocken geworfen werden, obwohl auf jeder Glocke ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass diese Materialien dort

und Gläsern eingeschmolzen wird. Weitere 13 Prozent werden zu Glassand verarbeitet, der Rest verteilt sich auf Metalle und tatsächliche Störstoffe, die ebenfalls einer weiteren Verwertung zugeführt werden. Wird ausschließlich Altglas eingeschmolzen, lässt sich laut Fachliteratur zwischen 20 und 25 Prozent Energie gegenüber der

„ Schon eine Veränderung des Fremdstoffanteils von 0,1 Prozent kann einen Einnahmenunterschied von mehr als 20.000 Euro bedeuten“
Michele Bellucco, Leiter der Umweltdienste der Stadtwerke Brixen

schlüsse aus Metall gehören in die Dosensammlung, nicht ins Glas. Behälter sollten grob ausgespült werden. Und: In den Altglascontainer dürfen ausschließlich Verpackungen – also Flaschen und

Ronald Amort: „Die Trennmentalität ist in den ländlichen Gemeinden seit jeher höher als in den städtischen“

Gläser, die einmal ein Produkt enthalten haben. Trinkgläser gehören in den Restmüll, Glühbirnen und Energiesparlampen in die Elektroaltgeräte-Sammlung, Spiegel und Fensterglas in die Flachglassammlung, falls vorhanden, oder sonst je nach Menge in den Restmüll, Sperrmüll oder Bauschutt. Beim Austausch alter Fenster übernimmt meist ohnehin der Fachbetrieb die fachgerechte Entsorgung. Dass zerbrochenes Geschirr trotz deutlicher Hinweise auf den Sammelbehältern immer wieder im

nicht hineingehören“, wundert sich Bellucco.

Der Weg des Glases

Das im Eisacktal gesammelte Altglas wird zunächst im Abfallwirtschaftszentrum Schabs zwischengelagert und dort mit Radladern auf Großcontainer verladen. Von dort geht es zur Firma Julia Vitrum im friaulischen San Vito al Tagliamento – einer der modernsten Glasaufbereitungsanlagen Europas, die erst seit 2021 in Betrieb ist und heuer die Marke von einer Million Tonnen verarbeitetem Altglas seit Betriebsstart überschritten hat. Dort durchläuft das Material einen vierstufigen Prozess. Zunächst werden Metalle magnetisch entfernt, danach sortiert Fachpersonal von Hand grobe Störstoffe wie Keramik, Steine oder Textilien aus – der einzige manuelle Schritt in der gesamten Kette. Es folgt eine Reinigungsphase, wobei sich auch Etiketten lösen. Das technologische Herzstück ist die anschließende optische Sortierung: Hochauflösende Kameras erkennen jedes einzelne Glasstück nach Farbe; feinste Druckluftdüsen schießen es in die passende Bahn. Restmaterial wird abschließend zu Glassand vermahlen, anstatt als Abfall zu enden.

Am Ende dieses Prozesses werden rund 75 Prozent des angelieferten Materials zu ofenfertigem Sekundärrohstoff, der direkt in Glashütten zu neuen Flaschen

Ökologisch wirkungsvoll, aber…

Wenn Glas aber doch das am besten wiederverwertbare Verpackungsmaterial ist, warum hat es oft gegenüber Verpackungen wie PET-Flaschen oder Tetra Pak das Nachsehen? Das liegt vor allem am Gewicht: Höhere Transportkosten und aufwendigere Reinigung machen glasverpackte Produkte für Hersteller und oft auch für Konsumentinnen und Konsumenten teurer. Ein Vorteil bleibt Glas aber unbestritten erhalten: Anders als Kunststoff erzeugt es kein Mikroplastik. Und dank Betrieben wie Julia Vitrum legt das Eisacktaler Altglas bis zur nächsten Glashütte nur eine vergleichsweise kurze Strecke zurück, bevor es als neue Flasche wieder im Regal steht. oskar.zingerle@brixner.info

Neuproduktion aus Quarzsand sparen. Eine Tonne Altglas ersetzt zudem etwa 1,2 Tonnen Primärrohstoffe wie Quarzsand, Soda und Kalkstein.

40 Jahre natürlich gewachsen. Unsere Biopools sind mehr als ein Pool, sie sind Orte zum Eintauchen, Abschalten und Aufleben. Weil Natur die schönste Art ist, zu entspannen. rottensteiner.eu

Foto:

Ein zweites Leben für gebrauchte Kleidung

WIRTSCHAFT/UMWELT: Über WhatsApp gehen blaue Taschen voller Kleidung auf Reisen.

Saccopacko zeigt, wie unkompliziert Tauschen funktioniert, und stellt zugleich die Frage, wie nachhaltig Secondhand wirklich sein kann. Der „Brixner“ hat die Initiative selbst ausprobiert.

Es tut sich viel in der WhatsApp-Gruppe auf meinem Handy, in der ich seit rund zwei Monaten Mitglied bin. Dort werden regelmäßig Fotos gepostet, zeigen Frauen ihre neuen Hosen, Kleider, Röcke und T-Shirts und Fotos von blauen Taschen. Genau um diese Taschen und deren Inhalt dreht sich die Konversation in der fast 400 Mitglieder starken Gruppe. Das Projekt Saccopacko wurde vor gut einem Jahr von der Brixner Genossenschaft b*coop gestartet. Das Ziel: Gut erhaltener Kleidung ein zweites Leben schenken.

Wie funktioniert’s?

Die über Saccopacko weitergegebene Kleidung ist kostenlos. Das Prinzip beruht auf Geben und Nehmen. Wer sich selbst von Kleidung, die nicht mehr passt, nicht mehr gefällt oder nicht mehr gebraucht wird, trennen möchte,

bekommt in Brixen bei Sandra Costa im Geschäft Rebellion in der Altenmarktgasse eine leere Saccopacko-Tasche zum Befüllen. Die Kleidung soll sauber und gut erhalten sein; Unterwäsche und Schuhe, aber auch beschädigte und verschmutzte Kleidung haben in den blauen Taschen nichts zu suchen. Mit dem QR-Code auf der Tasche erhält man Zugang zur WhatsApp-Gruppe und kann dort seine Tasche zum Weitergeben anbieten, ergänzt mit Informationen zum Inhalt, zur Kleidergröße und zum Standort der Tasche. Dann vereinbart man mit einer interessierten Person einen Treffpunkt zur Übergabe, und schon geht die Tasche auf ihre Reise.

Selbst eine Tasche zu befüllen ist jedoch kein Muss, um dabei zu sein. Wer Kleidung tauschen möchte, findet den QR-Code für die WhatsApp-Gruppe auch auf der Website der Genossenschaft.

Aus den mittlerweile über 400 blauen Taschen, die im Umlauf sind, kann man sich nehmen, was gefällt, selbst gebrauchte Kleidung hineingeben und die Tasche anschließend innerhalb weniger Tage wieder weiterreichen. So will es die Theorie. Aber … funktioniert Saccopacko auch wirklich so? Die Antwort ist erfreulicherweise: Ja! Ich habe es selbst ausprobiert. Das System ist denkbar einfach und niederschwellig. Der Austausch in der Gruppe ist rege, die Übergabe von Taschen schnell organisiert, der Wille zu einem gelingenden Miteinander da. Was ich selbst in den Taschen gefunden habe, war saubere und gepflegte Kleidung. Das eine passt, das andere nicht, das eine gefällt, das andere nicht – das ist normal. Platz hat in einer Tasche ziemlich viel. Einmal waren es fünf Hosen, acht T-Shirts, ein Pullover, zwei Blazer und ein Rock, in einer anderen Tasche hingegen fanden sich neben mehreren Hosen und T-Shirts auch zwei Kleider und drei Blusen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Doch sind meine guten Erfahrungswerte Zufall? Was sagen diejenigen, die schon länger dabei sind?

Von Saccopacko überzeugt

Ich treffe Angelika Fischnaller und Julia Waldhart. Beide sind über Sandra Costa auf das Projekt aufmerksam geworden, beide sind überzeugt von der nachhaltigen Idee, tauschen sich gerne mit anderen aus und schätzen auch den ökonomischen Aspekt des Kleidertauschs.

„Ich finde es schön, dass man Kleidern auf diese Weise ein neues Leben schenken kann. Mittlerweile sind sicher rund 50 Prozent meiner Kleidung Stücke, die ich

bei Saccopacko gefunden habe“, sagt Waldhart. Als gelernte Verkäuferin hatte sie auch beruflich mit Kleidung zu tun und bereits selbst ein Modegeschäft geleitet. Von ihrer früheren Kleidung hat sie viel aussortiert und dank Saccopacko wieder viel „Neues“ im Schrank. „Kleidung und Mode machen mir Freude“, betont Waldhart, „ich muss aber keineswegs ständig das Neueste oder Teuerste haben und gehe kaum noch in ein Modegeschäft, sondern organisiere mir lieber ein paar Mal im Monat eine Saccopacko-Tasche. Ich stöbere gerne, finde viel, was mir gefällt, und gebe die Dinge nach einer gewissen Zeit auch von Herzen gern wieder weiter. So kommt viel Abwechslung in meinen Kleiderschrank – und das völlig kostenlos. Und obendrein habe ich durch Saccopacko auch viele gleichgesinnte Menschen kennengelernt.“

Auch Angelika Fischnaller hat „schon viele tolle Sachen gefunden, darunter neue Ware, an der noch die Preisschilder hingen, oder teure Markenkleidung.“ Sie nimmt Kleidungsstücke für sich, aber auch für ihre Familie, etwa die Tochter, das Enkelkind oder den Schwiegersohn. Denn Saccopacko gibt es auch für Männer und Kinder, wenngleich für diese zwei Zielgruppen auch weniger Taschen im Umlauf sind als für Damen.

Wenn Angelika Fischnaller etwas nicht passt, aber der Stoff gefällt, dann ändert sie manches Stück kurzerhand um oder näht etwas Neues daraus. Auf diese Weise sind bereits Röcke und TShirts für die Enkeltochter entstanden. „Manchmal könnte das Tauschen und Stöbern bei Saccopacko fast eine kleine Sucht werden“, meint sie, „dann mache ich bewusst eine Pause.“

Fast 400 blaue Saccopacko-Taschen sind mittlerweile in Brixen und darüber hinaus im Umlauf

Eigenverantwortung aller Beteiligten

Eine Frage liegt bei so viel Begeisterung nahe: Haben die zwei Frauen auch schlechte Erfahrungen mit den Taschen gemacht? Und wie verhält es sich mit der Qualität und dem Zustand der Kleidungsstücke?

„Man hört manchmal, dass sich in den Taschen nur schlechte und billige Sachen befinden. Das stimmt so nicht“, sagt Julia Waldhart. „Natürlich kann es sein, dass man eine Tasche mit Kleidung bekommt, die nicht passt und nicht gefällt. Dann gefällt sie vielleicht anderen.“ Negative Erfahrungen hat sie vereinzelt schon gemacht, was sie für das Tauschsystem sehr schade findet: „Es waren manchmal auch Dinge dabei, die kaputt und schmutzig waren – vielleicht auch, weil Menschen das System falsch verstanden haben oder einfach Klamotten loswerden wollten.“

Dennoch vertraut sie weiterhin auf die Eigenverantwortung aller Beteiligten.

Für Angelika Fischnaller ist dieses Gerücht ebenfalls nicht neu, und auch sie kann es im Großen und Ganzen entkräften. „Ob ein Kleidungsstück noch gut erhalten ist oder nicht, wird nicht von allen Menschen gleich empfunden“, meint sie und fügt ganz unaufgeregt hinzu: „Wenn ein Kleidungsstück wirklich einmal ein kleines Loch hat, dann flicke ich es. Und sollte etwas tatsächlich nicht mehr gut erhalten sein, dann entsorge ich es eben.“

Der Inhalt der Taschen, von der einfachen Trainingshose bis hin zu teurer Kleidung für besondere Anlässe, ist in seiner Bandbreite und seiner Qualität also ein Spiegelbild unseres Kaufverhaltens. Am Kleidertausch, das ist vor allem Sandra Costa wichtig zu betonen, beteiligen sich Menschen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen. Auch wenn die Kleidung kostenlos ist, so hat das Projekt nichts mit finanzieller Bedürftigkeit der Menschen zu tun.

Wie entstand die Idee zu Saccopacko?

„Als die Caritas ankündigte, die Altkleidersammlung einzustellen, habe ich zufällig in den Medien von einer Person gelesen, die innerhalb der Familie einen Koffer mit gebrauchter Kleidung weitergibt“, erzählt Alexander Nitz von

der Sozialgenossenschaft b*coop.

„Die Idee stieß in unserer WhatsApp-Gruppe auf Anklang, und so probierten wir es zunächst mit zehn Taschen aus.“ Die Nachfrage war groß, weitere Taschen – mittlerweile sind es ja mehr als 400 – wurden gekauft und in Umlauf gebracht. Jeder Tasche liegt ein Reisezettel bei, auf dem sich die Menschen namentlich eintragen sollen und Nachrichten hinterlassen können. „Eigentlich war gedacht, dass die Tasche durch diesen Reisezettel zuletzt wieder an die Person zurückgebracht wird, die sie in Umlauf gebracht hat“, sagt Alexander Nitz, „inzwischen haben wir aber beschlossen, die Taschen einfach laufen zu lassen, so sehr hat das Projekt seine eigenen Kreise gezogen.“

Das Gesicht von Saccopacko in Brixen ist Sandra Costa. In ihrem Geschäft sind nicht nur die Tauschtaschen erhältlich, sondern sie investiert auch viel Zeit in die Moderation und Organisation der WhatsApp-Gruppe. „Ich trage gerne gebrauchte Kleidung“, sagt sie. Sie ist in der Schweiz aufgewachsen, wo Secondhand schon damals weit verbreitet und es völlig normal war, gebrauchte Kleidung auch unter Freundinnen oder Nachbarn weiterzugeben. „Hier in Südtirol, so haben es mir viele Frauen erzählt, wüssten sie nicht, wem sie gebrauchte Kleidung anbieten könnten, ohne die Person zu kränken. In der WhatsAppGruppe treffen sich Gleichgesinnte, und das Tauschen funktioniert“, sagt sie. „So kann Damen- und Herrenbekleidung unkompliziert weitergegeben werden. Unsere Saccopacko-Taschen mit Kinderkleidung hingegen gehen weniger gut, denn Kinderkleidung im Bekanntenkreis weiterzugeben ist auch in Südtirol gang und gäbe.“

men, als die Caritas die Kleidersammlung effektiv einstellte“, sagt sie. „Ich komme oft am Recyclinghof in Brixen vorbei und habe Berge von Kleidung neben den vollen Containern gesehen, obwohl diese, wie mir die dortigen Mitarbeiter sagten, erst am selben Tag geleert worden waren. Das stimmt mich schon nachdenklich. Die Abgabe von Kleidung im Recyclinghof ist zwar kostenlos, aber natürlich werden die Kosten auf die Allgemeinheit umgelegt, und vieles, was dort abgegeben wird, könnte über Saccopacko neue Trägerinnen und Träger finden, statt im Müll zu landen.“ Die Sensibilisierung für einen bewussten Umgang mit Kleidung ist ihr wichtig; deshalb rührt sie für Saccopacko die Werbetrommel, unter anderem auf Vintagemärkten.

Um einen Punkt komme ich nicht herum, auch wenn mir die Idee von Saccopacko gefällt: Secondhand ist wichtig und sinnvoll, aber nicht automatisch nachhaltig. Denn: Kann ein informell geführtes Tauschsystem tatsächlich zu einem bewussteren Umgang

mit Kleidung beitragen, oder verschiebt es den Überfluss lediglich von einem Kleiderschrank zum nächsten? Nimmt man Kleidung aus der Tasche, nur weil sie kostenlos ist? Oder muss nicht eigentlich ein Umdenken bei Produzenten und Nutzern stattfinden und das Konsumgut Kleidung an sich wieder mehr Wertigkeit bekommen?

„Menschen für einen bewussteren Umgang mit Kleidung zu sensibilisieren ist uns ein Anliegen“, sagt Alexander Nitz. Für die Zukunft wünscht er sich, dass wieder mehr auf gute Qualität und Langlebigkeit gesetzt wird.

Wieder ploppt eine WhatsAppNachricht auf meinem Handy auf. In Sand in Taufers wird eine Tasche mit Damenbekleidung zum Tausch angeboten. Kaum veröffentlicht, hat sie auch schon eine neue Interessentin gefunden.

johanna.bampi@brixner.info

Saccopacko ist schon längst nicht mehr auf die Stadt Brixen und ihre Umgebung beschränkt. Mehrere Geschäfte in ganz Südtirol unterstützen die Idee, sodass man leere Taschen zum Befüllen inzwischen auch bei Lucidiluna in Bozen, Mode Bärele in Lana, First Class Secondhand in Eppan und in der Bar Sterzl in Sterzing abholen kann.

Nachhaltigkeit im Blick

Angelika Fischnaller betreut den Instagramkanal von Saccopacko. „So richtig Fahrt hat es aufgenom-

90 Jahre Innovation im Druck

EVENT: Mit dem NEXT Technology Festival feierte Durst Group in Brixen ihr 90-jähriges

Bestehen – und gab zwei Tage lang Einblick in die Zukunft der industriellen Produktion.

Am 25. und 26. Juni verwandelte sich der Hauptsitz von Durst Group in Brixen in eine Bühne für digitale Produktion und industriellen Druck. Anlass war das 90-jährige Bestehen des Unternehmens, das mit dem Durst NEXT Technology Festival gefeiert wurde. 1936 als Betrieb für Fototechnik gegründet, hat sich Durst über die Jahrzehnte zu einem international tätigen Unternehmen für digitale Produktion und industriellen Druck entwickelt. Unter dem Leitgedanken „Our World is Printed“ besinnt sich das Unternehmen auf seine Wurzeln und blickt gleichzeitig nach vorne, auf die Technologien und Ideen, die die nächste Ära der Produktion prägen werden.

Eine Idee, die bis heute trägt

„Durst ist vor 90 Jahren mit einer klaren Idee gestartet: gute Dinge besser zu machen“, erklärte CEO und Miteigentümer Christoph Gamper. „Diese Idee leitet uns bis heute – mit digitaler Produktion, Automatisierung und Industrial Intelligence als aktuellen Schwerpunkten. Das Festival gibt uns die Möglichkeit, unsere Türen zu öffnen, Menschen zusammenzubringen und über die Zukunft der Branche zu diskutieren.“

Gala und Publikumstag

Das Programm der beiden Tage war bewusst zweigeteilt. Den Auftakt bildete am 25. Juni die erstmals ausgerichtete Gala „Durst NEXT Honors“, ein Abend für geladene Gäste, der der Exzellenz von Partnern aus dem globalen Durst-Netzwerk gewidmet war. Am 26. Juni öffnete sich das Festival der Öffentlichkeit mit einem ganztägigen Programm aus Fachvorträgen, Live-Experiences und Community-Formaten, das sich Themen wie digitalem Druck, automatisierten Workflows und nachhaltiger Produktion widmete.

Technologie zum Anfassen

Neben dem Bühnenprogramm konnten Besucherinnen und Besucher ausgewählte Anwendungen live erleben, darunter RobotikTechnologien und 3D-Scanning. Kulinarik, Musik und gesellige Formate rundeten das Fest ab und unterstrichen sowohl die Südtiroler Verwurzelung als auch die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Mit über 1.150 Mitarbeitenden und mehr als 30 Gesellschaften weltweit bietet Durst heute integrierte Lösungen für Graphics, Labels, Textilien, Keramik und Verpackung an.

Ein Humanoid-Roboter begrüßte die Gäste Harald Oberrauch und Christoph Gamper
Die Südtiroler Brass-Band „Brasst Perfekt“ Weißwurst und Bier zum Auftakt
Harald Oberrauch, Christof Oberrauch und Christoph Gamper
Christoph Gamper eröffnete das Durst NEXT Technology Festival

Kunden aus aller Welt

Die Durst-Technologieplattform Kyveris™ gibt Einblick in die industrielle Druckproduktion der Zukunft

Der prägnante Firmensitz von Durst Group in Brixen
Die FF Milland am Grill
Durst NEXT Festival-Gelände
Sabine und Christian Harder
Martin Leitner mit Familie
Brooke Baldwin, Rachel Brill und Sandra Cetin
Kilian Widmann mit dem Unitree-Humanoidroboter
Alexander Schallenberg, Norbert Niederkofler und Christoph Gamper

UMWELT

Photovoltaik nimmt weiter zu

Die Gemeinde Brixen baut die Nutzung von Sonnenenergie konsequent aus. Derzeit sind auf öffentlichen Gebäuden und Anlagen 22 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 779 KilowattPeak installiert. Sie erzeugen jährlich rund 860.000 Kilowattstunden Strom. Peter Natter, Stadtrat für Umwelt, sagt: „Wir leisten damit bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von

AUSBILDUNG

Treibhausgasemissionen sowie zur Senkung der Energiekosten.“ Weitere Anlagen befinden sich bereits in Umsetzung, unter anderem auf der Grundschule und dem Kindergarten St. Andrä sowie auf dem Gebäude „Götschelehof“ in Milland. Mit deren Inbetriebnahme wird die jährliche Stromproduktion der gemeindeeigenen Anlagen die Marke von einer Million Kilowattstunden überschreiten.

Neue Qualifikation für pflanzenbasierte Küche

Das Berufsbildungszentrum „Emma Hellenstainer” erweitert sein Weiterbildungsangebot: Künftig können Köchinnen und Köche dort die berufliche Qualifikation „Koch/Köchin für pflanzenbasierte Küche“ erwerben. Die Landesregierung hat die Einführung des neuen Abschlusses in das Landesverzeichnis der „Abschlusstitel der Berufsbildung und der beruflichen Qualifikationen” auf Vorschlag von Bildungslandesrat Philipp Achammer beschlossen. Der neue Lehrgang vermittelt Fachkompetenzen

Außerdem wird das Monitoring der Anlagen ausgebaut, um ihre Effizienz langfristig zu sichern. Auch die Bevölkerung und die heimischen Betriebe setzen verstärkt auf Sonnenenergie: Laut Daten der staatlichen Energieagentur GSE gibt es im Gemeindegebiet derzeit 647 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 17.435 Kilowatt-Peak, die jährlich mehr als 19 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom erzeugen. Ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende war der Beitritt der Gemeinde zur Energiegemeinschaft EEG ISARCUS CER als Prosumer im April 2026. Umweltstadtrat Peter Natter betont, dass jede zusätzliche Photovoltaikanlage die regionale Wertschöpfung stärke und dazu beitrage, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. lv

für die Zubereitung innovativer pflanzenbasierter Gerichte sowie für die Entwicklung neuer Rezepte unter besonderer Berücksichtigung regionaler Produkte. Neben handwerklichem Können stehen moderne Arbeitsmethoden und aktuelles Fachwissen im Mittelpunkt. Nach Abschluss des Kurses legen die Teilnehmenden eine praxisorientierte Zertifizierungsprüfung ab. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten sie ein Zertifikat, das über das sogenannte EQR-Niveau 4 auch in Italien und Europa gültig ist. Mit der neuen Qualifikation reagiert das Land auf die steigende Bedeutung pflanzenbasierter Ernährung und baut zugleich das Angebot an international anerkannten beruflichen Weiterbildungen aus. Insgesamt umfasst das Landesverzeichnis mittlerweile 22 berufliche Qualifikationen – vom Skiservicetechniker bis zur Almsennerin. lv

Beim Sommercocktail der Jungen Wirtschaft in Brixen diskutierten nach einem Impulsvortrag von Gottfried Tappeiner drei junge Unternehmer und die zahlreichen Gäste über Erfahrungen und notwendige Voraussetzungen, um unternehmerischen Erfolg in Südtirol auch künftig zu sichern.

Mit dem neuen Format „Espresso to Know“ lädt das Stadtmarketing Brixen seine Mitgliedsbetriebe zum direkten Austausch über aktuelle Projekte und Themen. Beim ersten Treffen am 3. Juli kamen rund 30 Vertreter aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung zusammen.

Die Stadtgemeinde Brixen und die Stadtwerke Brixen wurden am 2. Juli in Rom im Rahmen der nationalen Preisverleihung der „Comuni Ricicloni 2026“ für die Qualität der Papier- und Kartonsammlung ausgezeichnet.

Foto: Oskar Zingerle

STADTGEHEIMNISSE

Wo befindet sich dieser Bildstock?

Der steil ansteigende Ortnerweg, benannt nach dem Ortnerhof in Kranebitt, ist die Fortsetzung der Schlipfgasse und führt vom Hartmannweg zur Elvaser Straße. Er war Teil der ehemaligen Römerstraße, die von Stufels über Elvas nach Natz-Schabs verlief und sich dort in Richtung Pustertal und Wipptal teilte. Am Ortnerweg steht ein gotischer Bildstock mit vier Nischen und einem mit Schindeln gedeckten Pyramidendach, der bereits in einer Grenzbeschreibung von 1601 erwähnt ist. Ob es sich ursprünglich um ein Peststöckl handelte und welche Fresken die Nischen einst schmückten, ist heute nicht mehr bekannt. 1949 erneuerte der bekannte Priestermaler Johann Baptist Oberkofler, ein Freund der Familie Oberhofer/Letzner, die Fresken. Besonders eindrucksvoll ist das dem Weg zugewandte Bild: Im Hintergrund sind eine Fliegerstaffel und Bombeneinschläge zu erkennen. Ein verängstigtes Kind flüchtet zu Jesus, der zu sagen scheint: „Lasset die Kleinen zu mir kommen!“ Das Gemälde erinnert an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, insbesondere an den Bombenangriff auf Brixen am 4. Oktober 1944. Besonders betroffen war wie immer wegen der nahegelegenen Eisenbahnbrücke das Dorf Albeins, wo auch das Schulhaus beschädigt und mehrere Kinder schwer verletzt wurden. Über der Darstellung befindet sich das verwundete Herz Jesu. Die übrigen Nischen zeigen an der Ostseite Johannes den Täufer, an der Westseite den Gekreuzigten vor dem Weißen Turm und den Domtürmen von Brixen sowie an der Südseite Maria mit dem Kind und Trauben in den Händen. Im Jahr 2000 wurde der Bildstock von Martin Oberhauser aus Lüsen restauriert. ed

Anregungen: redaktion@brixner.info

Neue Unternehmen in und um

Starthilfe

Restaurant Pizzeria Waldheim-Belvedere

Lüsnerstraße 12

39042 Brixen

M 344 410 4555

Öffnungszeiten: 11:30 bis 14 und 17 bis 22 Uhr, Mittwoch Ruhetag

Vor wenigen Wochen haben die zwei Freunde Galip Cikalleshi und Daniel Kozmaj, beide mit langjähriger gastronomischer Erfahrung, den Gastbetrieb Waldheim-Belvedere übernommen. Sie bieten mediterrane und italieni-

se zum Genießen mit herrlichem Blick auf Brixen ein. Um Tischreservierung wird gebeten.

PS ceramics

Mühlgasse 1b

39042 Brixen

347 6519723

ps.ceramics.atelier@gmail.com ps-ceramics.com

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

Seit Mai fertigt Sabine Palfrader in ihrem Atelier PS ceramics in Brixen einzigartige Keramik für Tisch und Zuhause mit zeitlosem Charakter. Neben handgefertigten Unikaten bietet sie Keramikkurse sowie Rohlinge zum Be-

malen an – für kreative Stunden und individuelle Gestaltung in entspannter Atmosphäre. Ein Teil des Sortiments kann zudem auch bequem online entdeckt und bestellt werden.

Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info

Klimapreis vergeben

Der Südtiroler Bauernbund und das Versuchszentrum Laimburg wurden kürzlich im Hauptsitz von Alperia mit dem „Umwelt & Klima Preis Südtirol 2025“ ausgezeichnet. Der Südtiroler Bauernbund gewann mit dem Projekt „CO2-Fußabdruck der Südtiroler Landwirtschaft – Entwicklung eines praxisnahen Klimarechners für Landwirtschaftsbetriebe“ die erste Kategorie „Projekte und Ideen“. Der Klimarechner soll landwirtschaftlichen Betrieben auf fundierter Basis dabei helfen, ihre eigene Wirkung auf das Klima besser zu verstehen. Dadurch können Einsparpotenziale erkannt und klimafreundlichere Produktionsweisen entwickelt werden. In der Kategorie „Maßnahmen und Aktivitäten“ gewann das Versuchszentrum Laimburg mit dem Projekt „Regionales Saatgut von Wildpflanzen in Südtirol“. Das Versuchszentrum sammelt dabei

reinigt und prüft das Saatgut und vermehrt die wildwachsenden krautigen Pflanzen in Südtirol. Die geplante Zusammenstellung einer Saatgutmischung und die Aussaat erhöhen dabei die Biodiversität auf landwirtschaftlichen

jekte erhielten je 1.000 Euro. Der „Umwelt & Klima Preis“ zeichnet Umweltideen und -projekte aus und stellt sie der Öffentlichkeit vor, um aktiven Umweltschutz zu fördern. Unter anderem waren auch das Institut De Pace Fidei

Hochschule in Brixen und „OEW – Organisation für eine solidarische Welt“ nominiert. Im Bild (von links): Arnold Biasion, Walter Guerra, Siegfried Rinner, Marianne Kuntz, Elena Wilhelm, Stefan Stabler und Angelika Ruele. av

16.07.–10.09. & 15.08. 21.00–22.30 h

NACH

„Frühzeitig eingreifen“

Stadträtin für Tourismus, über die neue Verordnung gegen das Wildcampen in der Gemeinde Brixen.

Frau Dejakum, welche Regeln gelten künftig für das Campieren in Brixen?

Das Parken von Wohnmobilen ist weiterhin erlaubt, sofern die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung eingehalten werden. Verboten bleibt jede Form des Campierens auf öffentlichen und privaten Flächen. Die Verordnung enthält ebenso klare Regeln zur Abfallentsorgung. Da

Müllentsorgung. Künftig wird verstärkt auf korrektes Parken und saubere Stellplätze geachtet.

Wie hoch fällt die Strafe für das Wildcampen aus?

Pro Verstoß ist eine Strafe von 220 Euro vorgesehen. Eine Erhöhung auf bis zu 600 Euro wäre möglich, ist aber nicht immer ratsam. Die Stadtpolizei versucht nämlich, den Betrag vor Ort zu kassieren. Eine Nachverfolgung

Haben die Verstöße in den vergangenen Jahren zugenommen?

Phasenweise. Auf den öffentlichen Parkplätzen innerhalb der Stadt hatten wir bisher selten Probleme. Zugenommen hat das Wildcampen in der Natur. Der Südtiroler Gemeindenverband hat eine Vorlage für eine entsprechende Verordnung zur Verfügung gestellt. Brixen ist nun eine der ersten Gemeinden mit einer umfassenden Regelung für Campieren auf öffentlichen und privaten Plätzen. Wir wollen diese Regeln auch in den Weiterempfehlungsportalen der Camperinnen und Camper verbreiten und frühzeitig eingreifen. samuel.fink@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Wir suchen (m/w/d): Montage: Mitarbeiter für unsere Projekte in Oberitalien und Süddeutschland Technisches Büro und Kalkulation: Technische Planer und Mitarbeiter im Angebotsbüro

Zehn Jahre Smart Living: Einzugsgebiet wird erweitert

SMART LIVING: Nach zahlreichen Projekten im Pustertal möchte der Brunecker Bauträger künftig auch im Eisacktal hochwertigen Wohnraum realisieren – und sucht dafür geeignete Grundstücke.

Die beiden Wohnbauprojekte „Grünfeld“ im Zentrum von Pfalzen und „Living Ahr“ am Dorfeingang von Gais wurden vor Kurzem fertiggestellt. Sie überzeugen durch effizient geplante Wohneinheiten, nachhaltige Bauweise und eine Bauausführung auf höchstem Niveau. Insgesamt umfassen die beiden Wohnanlagen 37 Wohneinheiten. Jede einzelne verfügt über einen Garten oder eine Terrasse sowie ein eigenes Kellerabteil. Im Wohnprojekt „Grünfeld“ befindet sich zudem im Untergeschoss ein hochmodernes Lebensmittelgeschäft der Marke Conad, das die

Nahversorgung und damit die Lebensqualität im Dorf wesentlich verbessert. Der Großteil der Wohnungen ist bereits verkauft –nur noch wenige Einheiten sind verfügbar.

Neuer Wohnraum im Eisacktal

Bislang hat Smart Living seine Wohnprojekte ausschließlich im Pustertal realisiert. Künftig möchte das Unternehmen auch im Eisacktal hochwertige Wohnbauprojekte umsetzen und damit zusätzlichen Wohnraum mit hoher

Lebensqualität schaffen. Dafür ist Smart Living laufend auf der Suche nach geeigneten Baugrundstücken und Bestandsimmobilien mit Entwicklungspotenzial. Gregor Wierer, operativer Leiter von Smart Living, verspricht verkaufsinteressierten Eigentümerinnen und Eigentümern eine persönliche und seriöse Betreuung sowie eine provisionsfreie Verkaufsabwicklung.

BAUGRUND GESUCHT !

Sicherheit beim Immobilienkauf

WILLEITIMMOJUS: Was Käuferinnen und Käufer vor dem Immobilienkauf wissen und beachten sollten, um Risiken zu vermeiden.

Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist für viele ein besonderes Ereignis im Leben. Oftmals ist die Kaufabwicklung aber mit viel Unsicherheit und Stress verbunden. Vor Vertragsabschluss sollte man deshalb einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachten. So empfiehlt sich für Kaufinteressenten unter anderem der Gang zum Grundbuchamt und zum Liegenschaftsregister, um sich einen Einblick über Eigentumsverhältnisse, Rechte, Lasten, Grenzen, Oberfläche, Gemeinschaftseigentum und Dienstbarkeiten zu verschaffen –denn in der Vorkaufsphase trägt vor allem der Käufer das Risiko. Der Verkäufer riskiert erst danach, falls die Bezahlung noch nicht vollständig geleistet wurde und der Käufer die Wohnung bereits bezogen hat.

Was in der Vorkaufsphase zu beachten ist

Zum Schutz des Käufers insbesondere in der Vorkaufsphase hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren eine Reihe von Verordnungen erlassen. So ist es beispielsweise bereits seit 1. Jänner 1997 möglich, den Kaufvorvertrag im Grundbuch

Hannes Willeit, Vertragsjurist und Immobilienmakler: „Gerne berate ich zu allen Immobilienfragen und betreue bei Immobilienrechtsgeschäften jeglicher Art“

vermerken zu lassen. Dies kann für den angehenden Käufer von Vorteil sein, falls der versprechende Verkäufer in der Bauphase Konkurs anmelden muss. Einen erheblichen Käuferschutz birgt auch das Gesetz Nr. 210 vom 2. August 2004 mit dem dazugehörigen gesetzesvertretenden Dekret 122/2005, das

Baufirmen zum Abschluss einer Bankbürgschaft für die im Voraus geleisteten Zahlungen und Raten sowie einer Versicherung gegen Baumängel mit zehnjähriger Gültigkeit verpflichtet. Grundsätzlich ist es immer ratsam, vom Verkäufer eine Bankgarantie für jene Zahlungen zu verlangen, die vor Abschluss des endgültigen Kaufvertrages geleistet werden.

Informieren und absichern

Vor jedem Immobilienkauf sollte man sich immer gut informieren und absichern. Beim Erwerb einer Liegenschaft in ehelicher Gütergemeinschaft oder Gütertrennung sollte man sich über die verschiedenen Vor- und Nachteile im Klaren sein. Der endgültige Kaufvertrag muss vor einem Notar unterzeichnet werden. Laut Entscheidung des Oberlandesgerichtes Trient, Außenstelle Bozen, vom 26. Mai 2004 ist es möglich, in Südtirol Kaufverträge durch einen österreichischen Notar kostengünstig beglaubigen zu lassen. Dabei ist jedoch zu präzisieren, dass dieser im Gegensatz zu seinen italienischen Amtskollegen ausschließlich die Unterschrift der

Vertragsparteien beglaubigt, nicht jedoch eine inhaltliche Prüfung der Urkunde vornimmt.

Rechtsberatung und Betreuung rund um Immobilien

Hannes Willeit vom Immobilienbüro Willeitimmojus hat sich auf die Abwicklung von Immobilienrechtsgeschäften spezialisiert. Sein Leistungsspektrum umfasst die Erstellung von Immobilienverträgen wie Kauf-, Miet-, Pachtoder Schenkungsverträgen, die Vermittlung von Immobilien in Südtirol und Innsbruck, die Abwicklung von Immobilienschätzungen, Unternehmensnachfolgen und Hofübergaben bis hin zur Regelung von Erbschaftsangelegenheiten. Kunden profitieren vom umfassenden Service sowie von der einwandfreien juristischen Abwicklung und Schaffung von Rechtssicherheit für alle Beteiligten – mit der Gewissheit, dass stets die steuergünstigste Variante erarbeitet wird.

Werteorientiertes Familienunternehmen

RUTH IMMOBILIEN: Die Immobilienagentur ist seit Jahrzehnten im Südtiroler Immobilienmarkt tätig und wird heute von Ruth Volgger gemeinsam mit ihren Kindern Alexandra und Maximilian Schenk Volgger geführt. Mit der Einbindung der nächsten Generation setzt das Familienunternehmen auf Kontinuität und eine langfristige Entwicklung.

Die Agentur legt besonderen Wert auf eine persönliche Betreuung und begleitet Eigentümer sowie Kaufinteressierte während des gesamten Vermittlungsprozesses –von der ersten Beratung über die Immobilienbewertung und die Vermarktung bis zum Vertragsabschluss. Im Mittelpunkt stehen dabei Transparenz, Verlässlichkeit und eine individuelle Beratung. Dass dieser Ansatz geschätzt wird, zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit Bauträgern. So wurde Ruth Immobilien unter anderem mit dem Exklusivvertrieb der Wohnanlage Soliman mit 31 Wohneinheiten in Brixen beauftragt. Unterstützt wird die Familie Volgger von den Mitarbeitern Alexander Gruber und Dennis Fanani, die das Team ergänzen.

Neue Website mit erweitertem Service

Mit dem Relaunch der Website hat Ruth Immobilien ihren Online-

Auftritt modernisiert und die Immobiliensuche weiter vereinfacht. Unter www.ruth-immobilien.com finden Interessierte das aktuelle Angebot an Wohnungen, Häusern, Geschäftslokalen, Büros und Baugrundstücken in Südtirol.

Schwerpunkt Eisacktal

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Eisacktal, wo die Agentur ihren Ursprung und ihren Hauptsitz in Vahrn hat. Neben zahlreichen bestehenden Angeboten werden in den kommenden Wochen zwei neue Wohnbauprojekte in Brixen vermarktet: eines im Stadtteil Milland und ein weiteres in zentraler Lage am Ufer der Rienz. Weiters startet Ruth Immobilien demnächst mit dem Vertrieb von Neubauwohnungen in Feldthurns, Neustift, Franzensfeste und St. Andrä.

Zu den derzeitigen Projekten zählen unter anderem Neubauwohnungen in Tils, am Hartmannweg

Vinzenz-Goller-Straße: letzte Neubauwohnung in sehr zentraler Lage

und in der Vinzenz-Goller-Straße sowie sanierte Wohnungen in einem historischen Ansitz in der Plosestraße.

Mit Standorten in Vahrn und Bozen verbindet Ruth Immobilien langjährige Erfahrung mit regionaler Marktkenntnis und einer persönlichen Betreuung, die auf nachhaltige Kundenbeziehungen ausgerichtet ist.

Vahrn, Dorfstraße 12 T 0472 970090

Bozen, Waltherplatz 2 T 0471 090790

info@ruth-immobilien.com

www.ruth-immobilien.com

Follow us on

Das Team von Ruth Immobilien (von links): Alexander Gruber, Alexandra Schenk Volgger, Ruth Volgger, Dennis Fanani und Maximilian Schenk Volgger
Brixen, Tils: Neubauwohnungen in Panoramalage
Brixen, Hartmannweg: Neubauwohnungen im kleinen Wohnhaus
Brixen,

Residence Soliman überzeugt

PLATTNER AG: Mit der Residence Soliman realisierte die Plattner AG am Eisackufer in Brixen eine elegante Wohnanlage, die höchste Ansprüche an Wohnkomfort und Nachhaltigkeit erfüllt. Die große Nachfrage bestätigt den eingeschlagenen Weg.

Wer am Eisackufer von der Brixner Altstadt in Richtung Neustift spaziert, dem fällt die Residence Soliman sofort ins Auge. Die moderne Wohnanlage besteht aus fünf Gebäuden mit stilvollen Holzfassaden, großzügigen Terrassen und Grünflächen. Insgesamt 31 Wohnungen in verschiedensten Größen verteilen sich auf die einzelnen Baukörper. Dank der abgestuften Bauweise genießen die Bewohner viel Tageslicht und einen freien Ausblick.

Hochwertige Bauqualität

Mit Vollendung im Frühjahr 2025 hat die Plattner AG ein weiteres zukunftsweisendes Wohnprojekt realisiert. Die große Nachfrage

bestätigt, dass die hohen Standards, die das Unternehmen seit Jahrzehnten anstrebt, überzeugen: Ein Jahr nach Fertigstellung sind bis auf eine Vierzimmerwohnung bereits alle Wohneinheiten verkauft.

Die Residence erfüllt die strengen Standards von KlimaHaus „A+ Nature“ und sichert damit einen niedrigen Energieverbrauch. Bei der Ausführung wurde zudem auf die Umweltauswirkungen des Projektes geachtet. Die Wohnungen gewährleisten besten Schallschutz, natürliche Belichtung und hohe Raumluftqualität. Im Sommer sorgt die Nähe zum Fluss zusätzlich für eine frische Brise und kühlere Temperaturen.

Letzte verfügbare Wohnung:

Alle Informationen unter www.plattner.bz/immobilien

Inzwischen hat auch der „Brixner“ einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb wir hier nun exakt 35 Jahre zurückblicken.

Über diesen QR-Code erreichen Sie die gesamte Ausgabe.

Während die Weltmeisterschaft 2026 Geschichte ist, dürfen wir daran erinnern, dass es im Jahr 1991 in Brixen ein außergewöhnliches „Sommerturnier“ gab: „Der Brixner Fußballsommer wird vom 23. bis 25. Juli erstmals vier Fußballmannschaften von internationalem Spitzenformat nach Brixen bringen.“ Die Mannschaften waren in der Tat attraktiv: „Neben den drei bekannten europäischen Clubmannschaften Atalanta Bergamo, Fortuna Düsseldorf und Sparta Prag wird auch ein Spitzenvertreter der südamerikanischen Fußballschule vertreten sein: Flamengo Rio de Janeiro.“ Bei Atalanta spielte damals auch Starfußballer Claudio Caniggia aus Argentinien, der es auf die Titelseite des „Brixner“ schaffte. Organisiert wurde das „einige hundert Millionen Lire“ teure Spektakel von „Alex Tabarelli und Markus Lobis.“ S. 4

Der „Brixner“ Nr. 18 Juli 1991

„Zuaschtänd wia in oltn Rom“ titelte der „Nüsslbeißer“. Dabei ging es um den neueröffneten Pub „Time Out, der unter den Jugendlichen und weniger Jugendlichen der Stadt und Umgebung sofort viele und begeisterte Freunde gefunden hat. In den letzten Wochen hat man dann viel Negatives darüber gelesen, denn rund um das Lokal wohnen Mitbürger, denen die Nebenwirkungen der neuen Initiative den verdienten Schlaf raubten. Es kam vor, daß besonders flotte PubBesucher vor dem Lokal wirkungsvoll prüften, ob alle Stimmbänder noch ein Fortissimo vertragen, in ihre turbopickerlverschandelten Kübel stiegen und die dezibelintensivste Kombination zwischen Türenknall, Gaspedal, Kavalierstart, Bremse und Musikanlage suchten.“ Der „Nüsslbeißer“ gab aber zu bedenken, dass die allermeisten Besucher sich sehr wohl zu benehmen wussten und die Übeltäter eine kleine Minderheit seien: „Es gibt sie, die Tschöggl, die nicht wissen, wie saublöd sie sich verhalten sollen. (…) Es braucht gesellschaftliche Selbstkontrolle, damit die paar Flegel kapieren, daß sie im Time Out falsch sind.“ Irgendwie schade, dass das „Time Out“, das wie ein sehr schöner alter englischer Pub gestaltet war, einige Zeit später den „Tschöggln“ zum Opfer fiel. S. 15

S. 10

Im Juli 1991 gab es in Brixen auch wieder Freilichttheater: Diesmal brachte die Kulisse „Figaros Hochzeit“. „Neben bewährten Kräften der Kulisse (Sepp Lanz als Graf und Lioba Baur als Gräfin, Ingrid Porzner als Marcelline, Helmuth Kaufmann als Figaro und Enrico De Dominicis als Bazile) kommen auch bekannte Gesichter auf der Bühne vor: Patrizia Solaro in der Rolle der Suzanne, Christian Seyr aus Bruneck als Bartholo und der Obmann der Mühlbacher Theatergruppe Egon Daporta als Antonio.“

„In eigener Sache“ war der Titel der monatlichen Umfrage – und dem entsprechend ging es darin um den „Brixner“: „Was gefällt Ihnen gut, was weniger?“

Alexa Dander war voll des Lobes: „Ich finde es gut, daß jemand so tatkräftig war und das Projekt durchgesetzt hat. Mit fortschreitender Erfahrung wird sich die Zeitung sicher ständig verbessern, obwohl ich eigentlich nichts besonderes auszusetzen hätte.“

S. 13

„Hafelegugger“ hieß der Vorgänger zum heutigen „mmmh“ – und im Juli 1991 präsentierte Georg Kaser das Rezept zu seinen selbst erfundenen „Gfehrlichen Peperoni-Speckknödel Tiroler Art“. De facto waren es eigentlich keine Knödel: „Er nimmt dazu vier milde grüne Peperoni, wäscht sie, schneidet den Deckel ab und ‚tuat des Dings außer‘. Dann macht er einen Knödelteig ohne Mehl, mit viel Speck und in Öl angerösteten Zwiebelwürfeln, fügt drei Eidotter hinzu und hebt anschließend steif geschlagenen Eischnee von vier Eiweiß unter.“ Gefährlich ist das Gericht, weil am Ende „als krönender Höhepunkt durch das Peperoni-Stingel-Loch ein großer, scharfer und roter Peperoncino gesteckt wird.“ Klingt spannend – das gesamte Rezept zum Nachkochen samt erklärender Zeichnung finden Sie in der „Brixner“-App oder über den oben angeführten QR-Code. S. 30

Lesen Sie den „Brixner“ kostenlos online oder in der „Brixner“-App!

Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, www.brixner.info redaktion@brixner.info

E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info

E-Mail-Adressen der Redaktion: vorname.nachname@brixner.info

Anzeigenleitung: Sonja Messner Tel. +39 0472 060212, sonja.messner@brixmedia.it

Verlag: Brixmedia GmbH

Herausgeber: Willy Vontavon (wv)

Chefredakteurin: Anina Vontavon (av)

Mitarbeiter der Redaktion: Johanna Bampi (job), Sabine Dejakum (sd), Ernst Delmonego (ed), Samuel Fink (sf), Jorin Massimo Flick (jmf), Lisa Hintner (lh), Hannah Hofer (hh), Marlene Kranebitter Zingerle (mk), Magdalena Lang (ml), Sandra Unterfrauner (su), Lia Vontavon (lv), Oskar Zingerle (oz)

Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz)

Grafik: Valentyna Pelykh

Titelbild: Oskar Zingerle

Druck: Athesia Druck GmbH

Der nächste „Brixner“ erscheint Ende August 2026

Nächster Redaktionsschluss: 10. August 2026

Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St., Eintragung im ROC Nr. 011109

Auflage: 11.000 Stück

Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Falls Sie Fragen zum Thema Datenschutz haben oder uns für die Ausübung Ihrer Rechte gemäß Verordnung (EU) 2016/679 kontaktieren möchten, verweisen wir auf unsere Datenschutzerklärung online unter: www.brixner.info/de/epaper/privacy.html

Der „Brixner“ ist Partner von:

Apple iPad 11"

11-Zoll-Tablet mit 128 GB Speicher, Touch, WLAN

Lenovo IdeaPad Slim 3

16-Zoll-Notebook mit Ryzen 5, 8 GB RAM und 512 GB SSD.

Lenovo IdeaPad Flex 5

14-Zoll-Convertible mit Touchdisplay, Ryzen 5, 16 GB RAM und 512 GB SSD.

Google Pixel 10a Smartphone mit KIFunktionen und Android, 5G, OLED

ASUS VG279QM5A

27-Zoll-Monitor, Full HD, 240 Hz. Bildschirm für Arbeit, Schule und Spass.

HP Smart Tank 5105 Multifunktionsdrucker mit Tintentank, WLAN sowie Druck-, Scan- und Kopierfunktion.

Apple MacBook Neo

13-Zoll-MacBook mit A18 Pro, 8 GB RAM und 512 GB Speicher.

Canon PIXMA TS3750i Kompakter WLAN-Multifunktionsdrucker zum Drucken, Scannen und Kopieren.

Samsung Galaxy A17 Smartphone mit 128 GB Speicher und 4 GB RAM.

Acer Aspire 14 AI

14-Zoll-Notebook mit Snapdragon X 16 GB RAM und 512 GB SSD

AUSWAHL AN

Angebot gültig bis 12.09.2026 bzw. solange der Vorrat reicht. Die Aktion gilt im Rahmen eines Kombinationsangebots (Antivirusprogramm). Irrtümer, technische Änderungen sowie Druckund Satzfehler vorbehalten.

Brixen, Kleiner Graben:

Gr. Dreizimmerwohnung + Balkon

· Ploseblick

· konventionsfrei, Keller

· Handelsfläche: 96 m²

Verkaufspreis: € 395.000,00; E.K. F

Brixen, Carduccistraße:

Brixen, Plosestraße:

Dreizimmerwohnung + Balkon

· Ostausrichtung

· Keller, Garage, Stellplatz

· Handelsfläche: 73 m²

Verkaufspreis: € 360.000,00; E.K. F

Zweizimmerwohnung + Terrasse

· Klimahaus A

· Keller, Garagenstellplatz

· Handelsfläche: 54 m²

Verkaufspreis: € 385.000,00

Brixen, Köstlanerstraße:

Dreizimmerwohnung + Balkon

· letzter Stock

· Keller, Autoabstellplatz

· Handelsfläche: 72 m²

Verkaufspreis: € 420.000,00; E.K. G

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook