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Brixner 435 - April 2026

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Verantwortungslos

Mit mehreren redundanten Pressemitteilungen, dramatischen Social-Media-Posts und einer lächerlichen „Volksumfrage“ hat es die Süd-Tiroler Freiheit tatsächlich geschafft, einen neuen Tiefstand im Diskussionsniveau der Südtiroler Landespolitik zu erreichen. Das ist gar nicht so einfach, denn die Konkurrenz ist (leider!) groß. Die derzeitigen vermeintlichen Feindbilder der STF, die sie seit Wochen gnadenlos durch ihre Kanäle bläst, sind 94 Familien mit Kindern. Dazu ein kurzer Realitätscheck: Was die Partei hier als Skandal verkauft, nennt sich Sozialpolitik. Sie ist dazu da, den Schwächsten zu helfen. Ein Sozialsystem beruht auf einem einfachen Grundsatz: Wer Hilfe braucht, dem wird so gut wie möglich geholfen – wissend, dass man nie allen zu 100 Prozent gleich gerecht werden kann. Hilfsbereitschaft sollten wir trotzdem alle verteidigen – in der Hoffnung, nie selbst in einer Situation zu sein, in der wir sie brauchen. Nur weil man persönlich nicht direkt von einer Maßnahme profitiert, ist sie noch lange nicht falsch. Dabei lässt sich inhaltlich durchaus darüber diskutieren, ob die gewählte Form des Integrationsprojekts sinnvoll ist. Der Gedankengang ist für mich nachvollziehbar: Die Landeshauptstadt soll entlastet, die Familien auf Südtirol verteilt und damit Integration erleichtert werden. Das Land gibt außerdem derzeit zwei Millionen Euro pro Jahr für provisorische Unterkünfte aus. Ist es da nicht langfristig klüger, diesen Familien eine echte Chance auf Integration zu ermöglichen? An der Realität ist nicht zu rütteln: Diese Flüchtlingsfamilien sind hier, sie haben ein Bleiberecht – und ein Recht darauf, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Anstatt eine Lösung zu suchen, entmenschlicht die Süd-Tiroler Freiheit diese Familien bewusst, vermischt Inhalte und schürt die Neiddebatte unerbittlich. Dieses Verhalten ist verantwortungslos, und die Konsequenzen daraus beschränken sich nicht nur auf diesen Einzelfall. Sie haben langfristige Auswirkungen darauf, wie unsere Gesellschaft miteinander umgeht. Wenn Landesrätin Rosmarie Pamer auf Social Media auf das Übelste beschimpft wird, ist das eine direkte Folge der aufwiegelnden Botschaften der STF. Aber hey: Was tut man nicht alles für das eigene politische Kapital.

Ihre

„

Work in progress“

INTERVIEW: Die neuen Gemeinschaftshäuser, die Wartezeiten, die Vernetzung der sieben Südtiroler Krankenhäuser, die immer wieder stark kritisierte IT des Gesundheitswesens und ein Hilferuf an die Bevölkerung – Landesrat HUBERT MESSNER gibt im Gespräch mit dem „Brixner“ zu, dass es noch viele offene Baustellen gibt, die Lage sich aber erheblich verbessert hat.

Herr Landesrat, wie geht es dem Südtiroler Gesundheitswesen?

HUBERT MESSNER: Ich bin davon überzeugt, dass sich die Lage im Südtiroler Gesundheitswesen maßgeblich beruhigt hat. Diese Meinung deckt sich mit den vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die ich tagtäglich bekomme. Ich führe aber auch sehr viele Gespräche mit meinen ehemaligen Kollegen, und die Resonanz ist grundsätzlich relativ positiv. Natürlich gibt es offene Baustellen, aber die Ärzte haben verstanden, dass wir an diesen Baustellen intensiv arbeiten. Ziemlich heftig diskutiert wird derzeit aber über die Neuordnung der wohnortnahen Versorgung.

Zu den Gemeinschaftshäusern kommen wir noch; ich möchte aber zunächst noch über die vergangenen zwei Jahre sprechen. Lassen Sie uns einen Zeitensprung ins Jahr 2024 machen, als Sie zum Landesrat ernannt wurden: Welche Probleme haben Sie damals als akut betrachtet, und welche dieser Probleme sind seitdem gelöst oder zumindest abgeschwächt worden?

Ich komme ja aus dem Krankenhauswesen, und mir war von Anfang an klar, dass die Krankenhäuser miteinander vernetzt werden müssen. Das ist inzwischen im Ansatz gelungen: Wir sind nicht mehr sieben autonom agierende Krankenhäuser, sondern wir sind ein Krankenhaus mit sieben Standorten. Diese sieben Standorte müssen imstande sein, in den verschiedenen Fachrichtungen strukturiert zusammenzuarbeiten. Es gibt inzwischen das Modell der verpflichtenden verbindlichen Zusammenarbeit zwischen den Fachgruppen.

Funktioniert das? Die Kirchtürme sind ja auch in den Krankenhäusern sehr hoch …

Es funktioniert sehr gut, und das bringt auch mehr Ruhe in den Betrieb. Damit geben wir auch den Führungskräften Verantwortung, weil sie gemeinsam an den jeweiligen Konzepten arbeiten müssen.

Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?

Wo es wirklich gut funktioniert, ist zum Beispiel in der Gynäkologie oder auch in der Radiologie: Die verschiedenen Primare entscheiden gemeinsam nach wissenschaftlichen Kriterien, wo was gemacht wird. Damit werden endlich die Grenzen der einzelnen Gesundheitsbezirke und der Krankenhäuser überschritten. Die Primare müssen also unbedingt zusammenarbeiten und sich austauschen – auch bei Engpässen.

Davon profitiert am Ende der Patient?

Ja, absolut. Als wir in Schlanders und Meran in der Pädiatrie einen Engpass hatten, haben Bozen und Brixen ausgeholfen. Im Moment gibt es ein Problem in Innichen, also hilft Bruneck aus. Es geht einerseits um gegenseitige Hilfe, aber andererseits vor allem auch um den Austausch von Know-how und Wissen. Es klingt ein bisschen paradox, aber früher war das nicht der Fall; jeder Bezirk und jedes Krankenhaus hat sich auf sich selbst beschränkt.

t LANDESRAT

HUBERT

MESSNER:

„Ziel ist, 90 Prozent der angefragten Dienstleistungen innerhalb der in den drei Dringlichkeitsgruppen vorgesehenen Zeitrahmen zu erbringen“

Die Vernetzung der sieben Krankenhäuser scheint also auf einem guten Weg zu sein. Bei der digitalen Vernetzung ist hingegen noch Vieles im Argen: Immer wieder hört man von Problemen der IT …

Die Digitalisierung war vor zwei Jahren in der Tat ein weiteres erkanntes Problemfeld. Sie müssen sich vorstellen, dass die Ärzte früher in den Krankenhäusern mit insgesamt bis zu 300 verschiedenen Software-Programmen gearbeitet haben, die miteinander überhaupt nicht kommuniziert haben. Jeder Arzt hat also sein eigenes Süppchen gekocht. Man hat dann versucht, zumindest für Brixen und Bruneck ein gemeinsames hausgemachtes Programm aufzubauen, aber Meran und Bozen hatten mit einer anderen Software gearbeitet. 2018 hat der Betrieb dann in eine neue Software investiert, aber die Installation und Inbetriebnahme ließ auf sich warten. Als ich Landesrat wurde, haben wir die neue Software, die modular aufgebaut ist, zunächst für Bozen aktiviert, dann kamen Meran und Schlanders dazu – das

„ Die Gemeinschaftshäuser haben die Aufgabe, den Hausarzt in seiner Arbeit zu unterstützen“

Landesrat Hubert Messner

war ein äußerst schwieriges Projekt. Die Herausforderung war, die einzelnen Module – von der Ersten Hilfe bis hin zur Aufnahme, von den verschiedenen OPs bis zur Entlassung –so zu entwickeln, dass sie am Ende von allen Akteuren auf dieselbe Art und Weise genutzt werden können. In Bozen und Meran funktioniert es inzwischen halbwegs, jetzt kommen Brixen und Sterzing dran, 2027 folgen dann noch Bruneck und Innichen.

Eine Umstellung der IT stößt normalerweise auf Widerstand …

Veränderung geht mit Ängsten einher, und dementsprechend war der Widerstand heftig, die Diskussionen ebenfalls. Digitalisierung bedeutet Mentalitätswechsel: Es geht um eine Standardisierung der Prozesse. Und es geht darum, dass innerhalb dieser Standards die Module in den verschiedenen Abteilungen erarbeitet werden müssen: Die verschiedenen Akteure müssen wissen, was die Software liefern soll, und sie müssen die Module nach ihren eigenen Erfordernissen anpassen. Brixen hat hier den Vorteil, dass es von der Vorarbeit von Bozen und Meran profitiert, aber es gibt trotzdem noch sehr viel Widerstand, es bleibt immer noch viel zu tun.

Die Frage ist ja, ob die 2018 erworbene Software grundsätzlich funktioniert, ob sie den großen Herausforderungen gerecht wird. Sind die Ärzte und die Mitarbeiter in Bozen und Meran inzwischen von den Vorteilen überzeugt?

Nein, sie sind noch nicht vollends zufrieden. Dazu muss man feststellen, dass die Softwarefirma es auch nicht geschafft hat, einen angemessenen Support zu leisten. Es handelt sich dabei um eine riesengroße Firma, die europaweit tätig ist. Wir haben versucht, dem Problem entgegenzuwirken, indem wir insgesamt etwa 900 „Key-User“ ausgebildet haben, die direkt in den Strukturen angesiedelt sind und bei kleinen Problemen ihrer Kolleginnen und Kollegen schnell Hilfestellung leisten können. Das läuft inzwischen recht gut, aber noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Wir sind eben mittendrin in einem „work in progress“.

Vor Jahren hat es ja geheißen, Südtirol solle sich an Trient anlehnen und deren Software ankaufen ...

Aus heutiger Sicht wäre das ein Schuss ins Knie gewesen, weil inzwischen auch Trient zur Erkenntnis gelangt ist, dass unsere Software unterm Strich die bessere ist – ihre alte Software entspricht auch nicht mehr den rechtlichen Voraussetzungen des Datenschutzes, und sie haben nun dasselbe Programm von derselben Firma wie wir angekauft. Aber es bleibt die Problematik, dass unsere Nutzer nach wie vor nicht zufrieden sind. Mein Appell lautet aber: Wir

p Landesrat

Hubert Messner: „Veränderung geht mit Ängsten einher, und dementsprechend war der Widerstand gegen die neue IT heftig, die Diskussionen ebenfalls“

brauchen etwas Geduld, wir arbeiten Schritt für Schritt an der Entwicklung der einzelnen Module und an den sicher noch notwendigen Verbesserungen. Ziel ist, dass wir Ende 2027 ein funktionierendes System haben, mit dem die Ärzte und Mitarbeiter gut arbeiten können und mit dem die Krankenhäuser miteinander gut kommunizieren können.

Ist es zumindest in der Zwischenzeit so, dass die Patientenakten in allen Strukturen abgerufen werden können? Das ist das Ziel, daran arbeiten wir eben. Im Moment sind noch nicht alle Krankenhäuser miteinander verbunden. Bruneck ist noch überhaupt nicht angebunden, Brixen hat erst das erste Modul eingeführt. Ja, es gibt nach wie vor Probleme, wir sind in ständigem Austausch mit der Softwarefirma, und ich hoffe, dass der Support zeitnah so funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Es ist zugegebenermaßen nicht einfach. Die Prozesse eines Gesundheitssystems sind extrem komplex und vielfältig, und die Software muss entsprechend viel leisten, und je mehr sie leisten muss, desto schwieriger und komplexer ist die Umstellung. Brixen hatte ein einfaches und ziemlich übersichtliches und benutzerfreundliches Programm, aber diese Software entspricht nicht mehr den Datenschutzregeln, und zudem hatten die Hausärzte Zugriff auf die Daten, was die Datenschutzbehörde in Rom bereits dazu veranlasst hat, uns empfindliche Strafen auszustellen.

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Also mussten Sie die Verbindung kappen?

Ja, wir waren dazu gezwungen. Auch das hat bei den Hausärzten natürlich für Unmut gesorgt, weil sie gesagt haben, dass sie nun die Patienten nicht mehr angemessen betreuen können, aber andererseits … die westliche Landeshälfte hatte diesen Zugang zum Informationssystem nie, und man wird doch nicht behaupten, dass der Vinschger Hausarzt seine Patienten bisher schlechter behandelt hat als der Pustertaler. Auch diese Kritik ist inzwischen abgeflaut, weil man offensichtlich erkannt hat, dass es ein Muss war, diese Verbindung zu kappen.

Sie sagen, es braucht Geduld. Mit Ende 2027 wird also der Großteil der heute noch existierenden Probleme gelöst sein?

Es ist eine Herkulesaufgabe, und wir brauchen dazu die proaktive Mitarbeit aller. Unsere Software ist noch mitten in einem Entwicklungsprozess: Sie ist zurzeit noch nicht sehr benutzerfreundlich, und sie ist sehr umständlich. Wir kennen die Probleme, und wir arbeiten intensiv an Lösungen. Mein Ziel ist es, wie gesagt, mit Ende 2027 ein funktionierendes System zu haben, das alle auf ihre eigenen Bedürfnisse angepasst haben und trotzdem standardisiert alle Krankenhäuser miteinander verbindet. Aber es ist klar, dass es auch danach noch ständig Anpassungen und Verbesserungen geben wird, wie das eben bei jeder komplexen Software der Fall ist.

Aber die Hausärzte haben ihre eigene Software?

Ja, das ist korrekt. Auch hier braucht es aber eine Standardisierung; heute arbeiten sie mit fünf unterschiedlichen Programmen, bis vor kurzem waren es noch acht. Wir stellen die Schnittstellen zu unserer IT zur Verfügung, aber die jeweiligen Programme müssen natürlich an unsere IT angepasst werden. Ziel ist auch hier eine Standardisierung und eine unkomplizierte Datenübermittlung in unser „Zentralgehirn“.

Wie haben sich die Wartezeiten in den letzten zwei Jahren entwickelt? Ich gehe davon aus, dass Sie vor zwei Jahren auch dieses Problemfeld erkannt haben.

Das ist korrekt, ja. Wir haben sofort eine betriebliche Arbeitsgruppe bestellt, und wir haben vom ersten Monat an die Wartezeiten in den verschiedenen Strukturen und Abteilungen genau überwacht; ich bekomme am Ende jedes Monats eine detaillierte landesweite Analyse der Wartezeiten bei prioritären, aufschiebbaren und programmierten Visiten. Damit einher ging der Auftrag, dass wir versuchen müssen, den Angebotsindex von den anfangs erfassten 70 auf 90 Prozent zu erhöhen.

p Landesrat

Hubert Messner:

Können Sie den Begriff „Angebotsindex“ erklären? Wir wollen 90 Prozent der angefragten Dienstleistungen innerhalb der in den drei Dringlichkeitsgruppen vorgesehenen Zeitrahmen erbringen. Gerade in Brixen sind wir von Monat zu Monat besser geworden: Bei den prioritären Visiten haben wir zum Beispiel im vergangenen Februar je nach Abteilung einen Index zwischen 84 und 90 Prozent. Das ist vor allem auch deshalb sehr erfreulich, weil wir gleichzeitig eine erhebliche Zunahme der Anforderungen verzeichnet haben – und trotzdem war man in Brixen imstande, den Angebotsindex zu erhöhen. Die genaue Datenerfassung ermöglicht uns, in Problemsituationen schneller einzuwirken. Wo wir nach wie vor Probleme haben, sind die nicht prioritären Visiten der Urologie und der Kardiologie sowie der Neurochirurgie, und auch in der Schmerztherapie oder Magnetresonanz sind wir noch nicht am Ziel.

„Wir Südtiroler sind ein Abbild der europäischen Gesellschaft –wir sind weder schlechter noch besser“ Hoher Wohnkomfort und geschmackvolle

Nehmen wir Südtiroler eigentlich im Vergleich zu anderen Regionen die Gesundheitsinfrastrukturen mehr oder weniger häufig in Anspruch?

Wir Südtiroler unterscheiden uns nicht von anderen; der Anstieg an Anforderungen wird in allen Ländern verzeichnet.

Woran liegt das?

Das liegt an der fehlenden Gesundheitskompetenz der Leute und einer damit zusammenhängenden gefühlten Unsicherheit, und daran, dass wir alle gern die Verantwortung für unseren Körper delegieren. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen: Früher war die Oma die erste Ansprechperson, wenn man irgendwas spürte, und heute ist man ziemlich ratlos und weiß nicht, wo man sich über die eigene Gesundheit informieren kann.

Schlimmstenfalls fragen die Leute dann Dr. Google …

Ja, das ist ein ganz schlimmes Phänomen: Die Leute googeln ihre vermeintlichen Symptome und gehen dann zum Hausarzt mit klaren Anforderungen an Medikamentenverschreibungen, denen dann oft auch stattgegeben wird. Ich würde einem solchen Patienten eher sagen, dass er sich doch von Dr. Google behandeln lassen soll, wenn er zu ihm schon mehr Vertrauen hat als zum Hausarzt.

Der demografische Wandel wird zu einer massiven Steigerung der Anforderungen ans Gesundheitswesen führen …

… umso wichtiger ist es, dass wir alle in großer Eigenverantwortung auf unseren Körper achten.

Rubner Fenster ist stolzer Partner des Wohnprojekts „Mirabel Homes“ in Brixen.

Was machen wir falsch?

In unserer Gesellschaft hat sich der Lebensstil verändert: Wir bewegen uns zu wenig und essen zu viel. Überhaupt achten wir viel zu wenig auf unsere Ernährung. Und wir leben in einer rasanten Zeit, in der wir uns keine Ruhe mehr gönnen. Wir nehmen uns nicht mehr die Zeit zum Regenerieren, die Batterien aufzuladen, damit wir am nächsten Tag wieder ordentlich funktionieren können. Durch unseren Lebensstil erhöhen sich auch unsere chronischen Erkrankungen. Das ist ein Phänomen der gesamten westlichen Welt und auch bei uns in Südtirol: 30 Prozent der Bevölkerung haben zumindest eine chronische Krankheit, und diese 30 Prozent verursachen mehr als 70 Prozent unserer Gesundheitsausgaben. Die Entwicklung der kommenden Jahrzehnte ist also durch die älter werdenden Boomer sehr besorgniserregend.

Wenn wir uns die Daten des Gesundheitswesens anschauen – wo liegt Südtirol im Vergleich zu den Nachbarregionen? Ich bin der Meinung, Südtirol verfügt trotz einiger offener Baustellen im Allgemeinen über ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Gesundheitswesen. Das gilt sowohl für die Krankenhäuser als auch für die wohnortnahe Versorgung. Die „Agenzia Nazionale per i Servizi Sanitari Regionali” (AGENAS) veröffentlicht periodische Analysen; da stehen wir grundsätzlich gut da. Die Bersaglio-Studie des renommierten Netzwerks der „Scuola Superiore Sant’Anna“ in Pisa stellt der Leistung des öffentlichen Gesundheitssystems in Südtirol in mehreren Bereichen ein gutes Zeugnis aus. Wo wir Südtiroler nach wie vor Handlungsbedarf haben, ist die Prävention: Wir haben italienweit die schlechtesten Impfquoten; in diesem Bereich sind wir auch schlechter als Österreich und Deutschland.

Woran kann das liegen?

Ich glaube, das ist historisch bedingt: Schon Andreas Hofer hat sich damals gegen die Pocken nicht impfen lassen. Im Passeiertal sind dann 33 Kinder gestorben – und er war trotzdem dagegen, weil die Impfpflicht von den Franzosen eingeführt worden war. Und ich bin davon überzeugt, dass die hier gültige verpflichtende Impfung nicht hilfreich ist; in Österreich und Deutschland gibt es keine Impfpflicht, und trotzdem ist die Impfbereitschaft höher. Und es gibt bei uns auch eine starke Lobby der Impfgegner, von denen einige Exponenten ja im Landtag sitzen. Einmal im Monat bin ich gezwungen, mich mit deren Aussagen auseinanderzusetzen.

Ist das nervend?

Es ist sehr mühsam, ja. Da prallen zwei Fronten aufeinander, und es gibt keine Möglichkeit der Annäherung.

Wenn weltweit gültige wissenschaftliche Analysen und Erkenntnisse einfach vom Tisch gefegt werden, ist eine fachliche und sachliche Diskussion schwierig. Wenn ich dann im Landtag zu bedenken gebe, dass die Aussagen dieser Abgeordneten nicht evidenzbasiert sind, werde ich beschimpft. Ja, es ist in der Tat mühsam.

Gibt es in Südtirol eigentlich Krankheitsbilder, die im Vergleich zu anderen Regionen auffällig sind?

Bei den Krebserkrankungen sind wir im nationalen Durchschnitt, auch bei den Kinderkrankheiten oder bei Demenz oder Alzheimer. Interessanterweise gibt es aber einige auffällige Zahlen bei den Tumoren im Hals-Kopf-Bereich.

Ist das genetisch bedingt?

Nein. Das liegt am Rauch, am Alkohol und an der Ernährung.

Wie sieht es mit der psychischen Gesundheit aus?

Nach der Pandemie hatten wir besonders bei den Jugendlichen eine auffällige Zunahme. Ich würde viele dieser Fälle aber nicht als psychische Krankheiten bezeichnen, sondern als starkes Unwohlsein. Eine der Ursachen ist sicher die Pandemie, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Jugendlichen im Allgemeinen viel resilienter waren als wir Erwachsene. Schlimmer als die Pandemie wirken sich die sozialen Medien auf die Psyche der Jugendlichen aus. Im Landtag überlegt man sich, die Handys in den Schulen zu verbieten, und in mehreren Ländern diskutiert man inzwischen über ein Mindestalter für die Nutzung der sozialen Medien. Das funktioniert aber nur, wenn die globalen Player mitspielen und effiziente Zugangskriterien einbauen.

Es ist schwer vorstellbar, dass das funktionieren kann … Ja, es ist schwierig, aber wir müssen in diesem Bereich im Interesse unserer Kinder aktiv werden. Auch in Südtirol gibt es inzwischen Kinder und auch Erwachsene, die sich sozial isolieren. Sie verlassen ihr Zimmer nicht mehr und sind den ganzen Tag vor dem Bildschirm. Das Phänomen Hikikomori gibt es inzwischen überall – auch bei uns. Zusammenfassend darf also gesagt werden, dass wir Südtiroler ein Abbild der europäischen Gesellschaft sind – wir sind weder schlechter noch besser.

Ich habe es vorhin schon mal angesprochen: Wie wird sich der demografische Wandel auf das Gesundheitssystem auswirken?

Wir alle werden älter, und die damit zusammenhängenden chronischen Erkrankungen werden unser Gesundheitssys-

tem in Zukunft sehr belasten. Das ist der Grund, warum für mich die Prävention wirklich extrem wichtig ist. Wir müssen vom derzeitigen krankheitszentrierten System der Gesundheitsversorgung in eine präventive vorsorgliche Gesundheitsversorgung gelangen. Dieses Konzept verfolge ich seit meinem ersten Tag als Landesrat.

Klingt gut, aber … wie schafft man das?

Wir müssen viel mehr in Prävention investieren. Wir sind dabei, den Präventionsplan abzuschließen, der eine ganze Reihe von Initiativen enthält. Nächste Woche starten wir zum Beispiel die Bewegungskampagne „Fit – Beweg dich gesund“. Wir investieren in Absprache mit den psychologischen Diensten und den Schulen viel in die Schulpsychologie. Über das Forum Prävention organisieren wir die „frühen Hilfen“ von 0 bis 10 Jahren. Im vorhin genannten Bereich der Hals-Tumoren haben wir eine Zusammenarbeit mit den Zahnärzten und HNO-Ärzten initiiert, die Auffälligkeiten als erste erkennen können. Wir bieten Screening-Programme an, weil wir auch in diesem Bereich aufholen müssen. Es gibt eine ganze Reihe an Initiativen, die alle dabei helfen wollen, Krankheiten früher zu erkennen oder zu vermeiden.

Das klingt wie ein Hilferuf des Landesrates für Gesundheit: Leute, helft uns dabei, dass unser Gesundheitssystem den demografischen Wandel halbwegs gut übersteht … Richtig. Wir müssen versuchen, länger gesund zu bleiben – das ist das Ziel. Ich möchte nicht länger leben, aber ich möchte mehr Tage gesund sein – das ist das Konzept. Das erreichen wir nur durch Prävention. Dabei geht es auch um die soziale Prävention: In Südtirol gibt es 90.000 Einzelhaushalte – dabei sind sicher viele Junge, aber hauptsächlich ältere Leute, und die brauchen unseren Beistand. Wenn diese älteren Leute nicht mehr das Haus verlassen, werden sie krank. Die Landesregierung reagiert darauf auch mit recht banalen Initiativen: Es ist uns wichtig, dass in den Dörfern eine Bar und ein Lebensmittelgeschäft offen bleiben kann. Das sind kleine Maßnahmen, die dabei helfen, dass die älteren Mitbürger jeden Tag ihr Haus verlassen, mit anderen Leuten reden, sozialisieren. Prävention heißt: Selbstverantwortung. Tun wir gemeinsam etwas, damit unser Gesundheitswesen aufrechterhalten bleiben kann.

Ist das ziemlich heftig diskutierte Projekt der Neuordnung der wohnortnahen Versorgung mit den Gemeinschaftshäusern und Gemeinschaftskrankenhäusern den bevorstehenden

Problemen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel geschuldet?

Die wohnortnahe Versorgung ist in der Tat auch einer unserer Schwerpunkte. Aber eigentlich ist die Idee ja nicht neu: Schon die Landesräte Otto Saurer und Martha Stocker hatten ein ähnliches Konzept auf ihrer Agenda, und auch im Landesgesundheitsplan 2016-2020 war das Konzept enthalten. Das in den USA entwickelte Chronic-Care-Model sieht ebenfalls die Behandlung der chronischen Krankheiten hauptsächlich außerhalb der Krankenhäuser vor, und auch in Deutschland diskutiert man schon seit Jahren über die Notwendigkeit von Gemeinschaftshäusern. Die Politik scheitert aber andauernd; die eigentlich notwendige Realisierung ist also offenbar schwierig umzusetzen. Die italienische Regierung hat sich dann ein Herz gefasst und 2022 ein Ministerialdekret erlassen; damit wurden PNRR-Gelder verpflichtet. Die PNRR-Gelder waren für mich aber absolut nicht ausschlaggebend; ich bin einfach davon überzeugt, dass wir dieses Projekt umsetzen müssen, um das Gesundheitssystem auf die kommenden Herausforderungen bestmöglich vorzubereiten. Es ist für mich ein Kernthema dieser Amtszeit.

p Landesrat

Hubert Messner: „Wir müssen vom derzeitigen krankheitszentrierten System der Gesundheitsversorgung in eine präventive vorsorgliche Gesundheitsversorgung gelangen“

Viele Hausärzte behaupten ja, dass die wohnortnahe Versorgung vor allem auch in der Peripherie im Grunde bereits gut funktioniert; es bestehe also eigentlich kein Handlungsbedarf.

Die hausärztliche Tätigkeit funktioniert in der Tat großteils sehr gut, besonders in der Peripherie, etwas weniger in den großen Städten. Bozen hatte zum Beispiel immer schon ein eigenes Organisationsmodell. Ich kann also die Argumentation der Hausärzte nachvollziehen, aber wir müssen an die Zukunft denken: Der Hausarzt hat einen nationalen Vertrag mit täglich drei Stunden Ordinationszeiten. Ich betone es immer wieder: Wir haben sehr gute Hausärzte, die neben den Ordinationszeiten natürlich auch andere Arbeiten erledigen: Bürokratie, Hausvisiten, integrierte Hausbetreuung. Wir sind aber gezwungen, die wohnortnahe Versorgung neu zu denken, weil das Gesundheitssystem die Herausforderungen der kommenden drei Jahrzehnte sonst nicht bewältigen kann. Wir hatten noch nie so viele Hausärzte wie derzeit, und trotzdem gibt es Probleme: Von den 310 Hausärzten haben 26 nur einen provisorischen Vertrag, weil sie zum Teil sprachliche Probleme haben und deshalb nicht optimale Ansprechpartner für die Bevölkerung sind. Es wird in Zukunft immer schwieriger werden, genügend Hausärzte zu finden, weil die Anforderungen der Bevölkerung weiter steigen werden. Also braucht es ein Umdenken – davon bin ich absolut überzeugt.

Warum ist es notwendig, diese Strukturen aufzubauen, wenn wir an die Zukunft denken?

Das Krankenhaus muss wieder zu einem Akutkrankenhaus werden, und die Notaufnahme muss zu einer wirklichen Notaufnahme werden. Die Notaufnahme sollte eigentlich nur noch schwere Unfälle, Traumata oder medizinische Notfälle behandeln müssen.

Im Moment ist dies nicht der Fall?

Nein. Heute ist die Notaufnahme so etwas wie ein Poliambulatorium; über 70 Prozent der Leistungen in der Notaufnahme sind nicht dringend. Der Großteil dieser Patienten kann in Zukunft ohne Probleme im Gemeinschaftshaus betreut werden. Das wiederum hat zur Folge, dass der Arzt in der Notaufnahme für die wirklichen Notfälle mehr Zeit hat.

Nun, Brixen ist ja im Grunde ein gutes Beispiel, um das neue Konzept in Frage zu stellen, denn ich habe den Eindruck,

dass sowohl die Notaufnahme sehr gut funktioniert und dass die Hausärzte ebenfalls eine ausgezeichnete Arbeit verrichten. Die Frage ist also: Sind Gemeinschaftshäuser nur für das restliche Staatsgebiet und vielleicht auch für Bozen sinnvoll, aber für den Rest Südtirols eigentlich nicht? Sie haben recht, im Raum Brixen machen die Hausärzte wirklich ausgezeichnete Arbeit, und auch die Zusammenarbeit mit dem Sprengel und mit dem Krankenhaus funktioniert gut. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Problematik. Und: Für den Hausarzt ändert sich ja eigentlich nichts – er wird weiterhin seine Ordinationszeiten haben und ist nach wie vor an Wochentagen von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten kann sich der Patient 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche aber an die Nummer 116117 wenden; wir haben somit eine Betreuungskontinuität, die über die Hausärzte nicht gegeben ist. Bis dato sind diese Fälle ausnahmslos in der Notaufnahme gelandet, die durch das neue Konzept maßgeblich entlastet wird. Ihr in der Frage geäußertes Fazit ist also nicht korrekt.

Könnte es aber sein, dass die Schlangen wartender Patienten von der Notaufnahme lediglich auf die Gemeinschaftshäuser verschoben werden und das Grundproblem der langen Wartezeiten dadurch eigentlich nicht gelöst wird?

Das wird nicht passieren, weil ich mit 116117 einen ersten qualifizierten Ansprechpartner habe, der viel abfangen wird. Er filtert die Anrufe und schickt Patienten, sofern er ihnen nicht bereits am Telefon helfen kann, entweder in die Notaufnahme, in das Ambulatorium des Gemeinschaftshauses oder vielleicht auch zum Hausarzt, sofern er gerade seine Ordination offen hat.

Wirkt sich aber das neue Konzept auf die Peripherie negativ aus? An Wochenenden oder nachts ist der Hausarzt erreichbar, wenn er Nachtdienst hat; in Zukunft müssen die Leute einen relativ langen Weg ins Gemeinschaftshaus in Anspruch nehmen.

Schauen Sie, gerade in abgelegenen Tälern wird es in Zukunft schwierig sein, Hausärzte zu finden. In Deutschland ist es bereits soweit; dort bricht die gesamte wohnortnahe Betreuung zusammen, weil die Kommunen keine Ärzte finden. Umso wichtiger ist der Dienst 116117, der, wie erwähnt, 24 Stunden am Tag aktiv sein wird. Der Telefondienst wird in diesem Sinn zu einer wichtigen Schnittstelle.

Nun, der Hausarzt kennt aber seine Patienten und kann eventuelle Beschwerden viel besser einordnen. Eine anonyme Person am Telefon hat diese Kenntnisse natürlich nicht.

Wir dürfen nicht vergessen: Es geht um ein nicht dringendes klinisches Problem; jeder Arzt muss imstande sein, diese Patienten bestmöglich zu betreuen, auch wenn er sie nicht persönlich kennt. Ich war 40 Jahre lang in der Notaufnahme und kann das recht gut beurteilen. Es geht nicht darum, das Vertrauensverhältnis zwischen Hausarzt und Patient in Frage zu stellen – ganz im Gegenteil. Die Gemeinschaftshäuser haben die Aufgabe, den Hausarzt in seiner Arbeit zu unterstützen.

Warum kommen Sie bei den Hausärzten mit diesen Botschaften nicht an?

Hausärzte sind Freiberufler und möchten auch in Zukunft als Freiberufler arbeiten; die auch nur stundenweise Mitarbeit in unseren Gemeinschaftshäusern passt ihnen vielleicht nicht ins Konzept. Sie sind Einzelkämpfer und befürchten, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Hausarzt durch die Gemeinschaftshäuser gestört wird. Das ist aber absolut nicht in unserem Sinn; wir übernehmen lediglich die Betreuungskontinuität.

p Landesrat

Hubert Messner: „Südtirol verfügt trotz einiger offener Baustellen im Allgemeinen über ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Gesundheitswesen“

Der Patient profitiert dadurch?

Ja, natürlich, denn er behält nach wie vor von 8 bis 20 Uhr seinen Hausarzt, aber darüber hinaus bekommt er sieben Tage die Woche 24 Stunden am Tag eine Ansprechperson. Und befindet er sich in einer dringenden Situation, ist die Notaufnahme nicht überfüllt.

Aber die Hausärzte sollten im Idealfall natürlich auch im Gemeinschaftshaus aushelfen?

Wenn jeder Hausarzt pro Monat sechs Stunden im Gemeinschaftshaus arbeiten würde, könnten wir alle Dienste abdecken. Diese Arbeit wird natürlich bezahlt; dem Hausarzt entstehen also keine ökonomischen Nachteile. In Südtirol zahlen wir dafür viel mehr, als der nationale Vertrag vorsieht.

Ist das System eigentlich bereits erprobt? Gibt es Regionen, in denen es bereits funktioniert?

Österreich ist ein gutes Beispiel: Es gibt dort Gemeinschaftspraxen und Gesundheitszentren. Auch Deutschland ist dabei, entsprechende Strukturen aufzubauen.

Können Sie das Konzept in einfachen Worten erklären? Ja, gern. Die in Südtirol bereits seit Jahrzehnten als funktionierendes Modell der territorialen Versorgung bestehenden Gesundheits- und Sozialsprengel erhalten durch die Gemeinschaftshäuser und durch die Gemeinschaftskrankenhäuser gewissermaßen ein „Upgrade“. Jene Sprengelstrukturen und -stützpunkte, die nicht zu einem Gemeinschaftshaus ausgebaut werden, bleiben bestehen und erfahren im Netzwerk mit den ausgebauten und neuen Strukturen ebenfalls eine Aufwertung. Im Gemeinschaftshaus arbeiten also gesundheitliche und soziale Dienste Hand in Hand. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Sprengel bieten Gemeinschaftshäuser eine breitere Palette an Diensten und Gesundheitsangeboten, die von Allgemeinmedizin, fachärztlichen Leistungen und Basisdiagnostik über krankenpflegerische Betreuung und Therapieleistungen bis hin zu Diensten des Sozialbereichs und Beratungsangeboten unterschiedlicher Natur geht. Eines der Hauptziele ist es, die fachärztliche Betreuung von Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes,

Herzinsuffizienz, chronische Atemwegserkrankungen und rheumatoide Arthritis zukünftig im Gemeinschaftshaus anzubieten. Dafür werden die Facharztvisiten, die derzeit im Krankenhaus stattfinden, in die Gemeinschaftshäuser verlegt. Unter dem Dach des Gemeinschaftshauses arbeiten Gesundheits- und Sozialberufe interdisziplinär und nach

„ Natürlich gibt es offene Baustellen, aber die Ärzte haben verstanden, dass wir daran intensiv arbeiten“
Landesrat Hubert Messner

dem Ansatz einer patientenzentrierten Rundumversorgung zusammen. In jedem Gemeinschaftshaus gibt es zudem ein Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten, in dem ärztliches und pflegerisches Personal Dienst tut und das zu den Öffnungszeiten des Hauses für nicht lebensbedrohliche, aber dringende Gesundheitsbeschwerden wie zum Beispiel kleinere Verletzungen aufgesucht werden kann. Und über dem Ganzen steht die Telefonnummer 116117, die inzwischen europaweit fast flächendeckend funktioniert.

Hat diese Nummer die Funktion einer ersten Triage?

Eigentlich nicht; es ist die Nummer für nicht dringende medizinische Notfälle. Der Patient fühlt ein Unbehagen, kann 24 Stunden am Tag die Nummer anrufen und erfährt dort eine erste medizinische Beratung. Die Nummer 116117 ist also in Zukunft für die gesamte Bevölkerung ein erster Ansprechpartner.

In der Romstraße in Brixen arbeitet man ja gerade am ersten Gemeinschaftshaus. Wie viele Leute werden dort arbeiten?

Neben den derzeitigen Mitarbeitern des Sprengels werden untertags zwei Allgemeinmediziner ihren Dienst versehen, aber wir brauchen noch Fachpersonal und Fachärzte für Kardiologie, Diabetes, Rheuma und Pneumologie. Die sind dann natürlich nicht jeden Tag anwesend, sondern an klar definierten Tagen. Natürlich ist es eine organisatorische Herausforderung, das alles unter einen Hut zu bringen, aber wir sind guter Dinge.

Ich habe eine Statistik gesehen, die besagt, dass Italien weit hinterherhinkt mit der Realisierung der Gemeinschaftshäuser, und Südtirol ist auch nicht gut unterwegs. Es hat ein bisschen gedauert, das gebe ich zu. Aber im Mai öffnen wir Brixen, Bozen, Innichen und Klausen; im Juni kommen dann Leifers, Mals und Naturns dran. Danach folgen noch Bruneck und Sterzing. Meran bekommt einen Neubau, der spätestens 2027 eröffnet werden soll; Bozen II und Neumarkt wird noch etwas dauern.

Eine letzte persönliche Frage: Sie waren ja viele Jahrzehnte Arzt, nun sind Sie seit zwei Jahren Landesrat. Bereuen Sie inzwischen Ihre Entscheidung, sich politisch zu engagieren?

Da muss ich etwas ausholen: Es war für mich eine sehr schwierige Entscheidung, mit der ich sehr lange gekämpft habe. Nach vielen Gesprächen mit Freunden und Kollegen und mit Landeshauptmann Arno Kompatscher habe ich

am Ende dann doch beschlossen, mich der Wahl zu stellen. Mir war bewusst, dass es eine sehr herausfordernde Arbeit sein würde. Aber gleichzeitig habe ich gehofft, dass ich mit meiner Erfahrung im Gesundheitswesen etwas bewegen kann. Das war mein Antrieb. Allerdings bin ich kein Wahlkämpfer – dieses Metier ist mir völlig fremd; entsprechend allein habe ich mich im Wahlkampf gefühlt. Ich war der Meinung, dass ich den Einzug in den Landtag sowieso nicht schaffen würde – vom Wahlergebnis war ich dann sehr überrascht. Als der Landeshauptmann mir vorgeschlagen hat, Gesundheit und Soziales zu übernehmen, habe ich aber geantwortet, dass ich mich auf die Gesundheit konzentrieren möchte – da gibt es genug zu tun. Daraufhin habe ich mit Hilfe von Kollegen einen Elf-Punkte-Plan erarbeitet und dem Landeshauptmann präsentiert. Wichtig war für mich, bestimmte Leute im Team zu haben – seitdem arbeiten wir gemeinsam diese elf Punkte ab. Inzwischen macht mir die Arbeit wirklich viel Spaß, weil ich den Eindruck habe, dass etwas weitergeht. Und ich habe die Unterstützung des Landeshauptmanns – das ist natürlich auch wichtig. Nach fünf Jahren möchte ich sagen können, dass wir das Südtiroler Gesundheitswesen stabiler gemacht haben. 2027 wollen wir zudem den neuen Landesgesundheitsplan präsentieren – wenn das gelingt, bin ich mehr als zufrieden, weil wir mit dem neuen Landesgesundheitsplan die Leitplanken setzen, an die sich das Gesundheitswesen in den nächsten Jahren richten wird.

willy.vontavon@brixner.info

Lebendige Hörgeschichte

BRIXEN/ST. ANDRÄ: Ein neues Oral-History-Projekt des Bildungsausschusses blickt auf das Leben im Dorf vor mehreren Jahrzehnten zurück. Dem mittlerweile abgetretenen Vorstand ist damit ein besonderes Abschiedsgeschenk für das Dorf gelungen.

Handy raus, Kopfhörer rein, ein kurzer Scan des QR-Codes an der Schautafel – und schon ist man mittendrin im St. Andrä der Mitte des 20. Jahrhunderts. Zwölf Zeitzeugen im Alter von Mitte 60 bis 93 Jahren erzählen in kurzen aufgezeichneten Gesprächen keine trockenen Zahlen und Fakten, sondern ihre persönliche Erfahrung. Hildegard Agreiter erinnert sich beispielsweise daran, wie sie in den Siebzigerjahren mit einer Klingel durch das Dorf lief, um die Schulpausen allen Klassen anzukündigen, die damals noch über drei Gebäude verteilt waren. Albin Mitterrutzner erzählt von seiner Zeit am Ticketfenster der Seilbahn Mitte der Sechzigerjahre, die von Milland bis nach Kreuztal führte und im Dorf eine Station hatte.

„Oral History Ploseberg“ nennt sich das Projekt des Bildungsausschusses St. Andrä. „Wir wollten damit eine Welt wieder öffnen –man sollte erleben, wie es damals war“, erklärt die mittlerweile ehemalige Vorsitzende Bea Hinteregger.

Die subjektive Wahrheit

Die Idee kam dem Bildungsausschuss Ploseberg vor etwa zwei Jahren. „Der Anlass war das 850-Jahr-Jubiläum der ersten Nennung der Kirche in St. Andrä“, erklärt Andrea Bodner. Man überlegte, wie ein sinnvolles Projekt gestaltet werden müsste: „Wir wollten Geschichte moderner und lebendiger aufarbeiten.“ Eine ausführliche Dorfchronik war bereits 2010 erschienen. „Also versuchten wir es mit Audiodateien, die noch niederschwelliger sind als ein Buch.“

Hinter dem Begriff Oral History steckt eine Form der Geschichtsaufarbeitung, die sich hauptsächlich an den Erinnerungen von Zeitzeugen orientiert. Die Erzählungen sollen so authentisch wie möglich sein und geben geschichtlichen Ereignissen Kontext. Der Anspruch liegt dabei weniger auf der Aufarbeitung objektiver geschichtlicher Tatsachen, wie auch Hinteregger bestätigt: „Es ging um die persönliche Erinnerung.“ Viele der Erzählungen

seien so subjektiv, dass sie in einem klassischen Geschichtswerk kaum Platz gefunden hätten; „sie sind aber ein unersetzlicher Teil der Dorfgeschichte und machen das Projekt nahbar“, ist sie überzeugt. Professionelle Unterstützung holte sich der Bildungsausschuss von der Journalistin Sigrid Flenger. Die Themen wurden im Vorfeld grob eingeteilt, damit die Ansprechpartner sich vorbereiten konnten. Aus den zahlreichen Gesprächen entstanden zehn Audiobeiträge zu je elf bis 15 Minuten, die an sechs Schautafeln über das Dorf verteilt zu finden sind. „Wir haben sie bewusst nicht als Rundweg konzipiert, sondern die Schautafeln sollen einem im alltäglichen Leben begegnen“, erklärt Bodner. Sie sind so platziert, dass man wichtige Schauplätze sieht, um die es in den Aufnahmen geht: mit Blick auf die Kirche, auf die Schule oder zum Festplatz, wo die Seilbahn stand und wo das Geschäft zu finden war. Das Format der aufgenommenen Hörgeschichten ähnelt einem Radiobeitrag – persönliche Erfahrungen sind gepaart mit ein paar Hintergrundinformationen, damit die Geschichten auch für Menschen von außerhalb des Dorfes interessant und verständlich sind.

Lange her – oder doch nicht?

Wer sich durch die Audiodateien hört, taucht in ein Dorfleben ein, das man sich heute kaum noch vorstellen kann. Die Erzähler sprechen von den unterschiedlichen Handwerksberufen, die Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch im Dorf zu finden waren: Schmiede, Fassbinder, Schneider. Sie erzählen vom Geruch nach verbranntem Fleisch, wenn die Pferde beschlagen wurden, und davon, wie

Schweine noch mitten im Dorfkern geschlachtet wurden. Hans Jocher, der sowohl von seiner Zeit als Lehrer in der Grundschule als auch von seiner Kindheit während des Zweiten Weltkriegs erzählt, erinnert sich an die Angst vor den Bomben im Bunker und daran, wie er sich später aus dem Flügel eines abgestürzten amerikanischen Flugzeugs einen Ring für seine Zither bastelte. Auch Anekdoten und besondere Ereignisse sind den Erzählern noch gut in Erinnerung – daran, wie die Truthähne vom Gasserhof ausbüxten und schnurstracks im Dorfladen landeten. Oder an den Bau der Feuerwehrhalle, dem Altbürgermeister Zeno Giacomuzzi nur zustimmte, wenn die Bürger „Robotschichten“ leisten würden – also selbst unbezahlt beim Bau mithalfen.

In nur wenigen Jahrzehnten hat sich das Dorfleben drastisch verändert – und die Menschen, die zu dieser Zeit aufwuchsen, haben das selbst miterlebt. An Station sechs – Landwirtschaft – erfährt man beispielsweise, wie der technische Fortschritt zwischen 1950 und 1980 Einzug hielt. Maschinen verdrängten langsam die Zugpferde, Knechte und Mägde, und sie sorgten für Arbeitslosigkeit, aber

Bea Hinteregger (links) und Andrea Bodner haben in ihrer Zeit im Bildungsausschuss ein Geschichtsprojekt ins Leben gerufen, das dem Dorf noch lange Freude bereiten wird
Die Schautafeln sind im Dorfkern von St. Andrä zu finden

auch für schnellere und unkompliziertere Arbeit.

Und man erfährt vom damaligen Dorfleben, das einer strengen Hierarchie folgte: Der Lehrer und der Pfarrer waren Respektfiguren im Dorf. In der Schule war es noch üblich, schlechtes Verhalten mit Schlägen zu bestrafen – zu Hause erzählte man lieber nichts davon, um nicht noch einmal für das Fehlverhalten gerügt zu werden.

Gleichzeitig war es eine entschleunigte Zeit: Außer dem „Postauto“ und dem Fahrzeug mit

nicht trocken sein. Das zeigte sich auch, als der Bildungsausschuss die Audiodateien bei der kürzlich stattgefundenen Jahreshauptversammlung abspielte: „Die Menschen waren begeistert: Die eigenen Erinnerungen kommen beim Zuhören hoch“, sagt Andrea Bodner. Ein bisschen Nostalgie für die Vergangenheit. „‚Das waren noch Zeiten‘, haben wir oft gehört“, sagt Hinteregger.

Die aufgenommenen Erinnerungen sind für viele Generationen nahbar: Wer selbst in den Sechziger-

„ Die Menschen waren begeistert: Die eigenen Erinnerungen kommen beim Zuhören hoch“
Andrea Bodner

Plose Mineralwasser gab es keinen Verkehr; die Kinder spielten seelenruhig Volleyball auf der Straße. Auch Fernsehgeräte waren eine Seltenheit – im Pfarrhaus wurden SchwarzWeiß-Filme gezeigt, wenn sie aus Bozen geliefert wurden. Und eines der wenigen Telefone stand beim Dorfladen Jocher – wenn Menschen einen Anruf erhielten, musste Sohn Michael zu ihnen laufen und ihnen Bescheid geben. Auch an die Freundschaftsspiele auf dem Fußballplatz erinnerten sich einige – mit Lederbällen, die sich bei Regen vollsaugten und schwer wurden.

Brücke zwischen Generationen

Das Projekt auf dem Ploseberg macht deutlich: Geschichte muss

Im Fokus Im Fokus

und Siebzigerjahren aufgewachsen ist, wird in die eigene Kindheit zurückversetzt. Die folgende Generation erinnert sich vielleicht noch an die Erzählungen ihrer Eltern – und jüngere Menschen staunen darüber, wie es im Dorf früher ausgesehen haben muss. Besonders gut in Erinnerung geblieben sind den Erzählern auch die vielen Feste und Feiern, die auf dem Festplatz abgehalten wurden. Damals bezahlte man noch für die Tänze: Drei Tänze kosteten 100 Lire. Die Vereine, viele von ihnen entstanden ebenfalls in diesem Zeitraum, nutzten den Festplatz, um die Vereinskassen aufzufüllen. Es gab kaum ein Wochenende ohne ein Wiesenfest. „Früher kam man im Dorf noch mehr zusammen, auch mangels Alternativen“, beschreibt Hinteregger den damaligen

Oral History Ploseberg: Geschichte zum Mitnehmen

Die Erzählerinnen und Erzähler: Hans Jocher, Andreas Piok, Franz Stockner, Paul Profanter, Christoph Gostner, Franz Goller, Hildegard Agreiter, Albin Mitterrutzner, Eva Maria Goller, Michael Jocher, Helmuth Agreiter und Albin Goller.

Zusammenhalt. Heute müsse man diesen aktiv pflegen, da man seine Freizeit problemlos füllen könne, ohne jemals am Dorfleben teilzunehmen.

Neuer Vorstand für den Bildungsausschuss Ploseberg

Für Hinteregger bedeutete die Arbeit im Bildungsausschuss auch, das aktive Dorfleben zu pflegen. „Der Bildungsausschuss versteht sich als Bindeglied, das nicht nur klassische Bildungsarbeit leistet, sondern die Gemeinschaft im Dorf beisammenhält“, erklärt sie. „Wir haben in den letzten Jahren immer eine kleine Bestandsaufnahme gemacht, welche Angebote im Dorf erwünscht sind. So organisierten wir auch Yogakurse und Informationsveranstaltungen, und wir koordinierten den gemeinsamen Kalender der Vereine“, sagt sie. Ein aktives Dorf braucht viele helfende Hände im Hintergrund.

Während der Coronazeit gelang dem Bildungsausschuss ein weiteres Projekt, das im Dorf großen An klang fand: Frauen tauschten sich untereinander darüber aus, wo sie in schweren Momenten Kraft fan den. Sieben Frauen verfassten einen Text und sprachen ihn selbst ein, Hinteregger gestaltete die Bänke kalligrafisch. Wanderer können auf diesen „Kraftbänken“ einen Mo ment innehalten, Kraft tanken und sich von den Geschichten anderer Frauen inspirieren lassen.

Vor wenigen Wochen endete die Amtszeit des Vorstands, und es wurde neu gewählt. Der künftig zweisprachige Bildungsausschuss besteht aus der Vorsitzenden Laura Cesaro, der Vize-Vorsitzenden Bri gitte Lusser, Elena De Nardin, Jo hanna Jocher und Martina Scolini. Bea Hinteregger, Andrea Bodner und Sarah Köpplmayr standen nicht mehr zur Verfügung. „Es war Zeit für einen Neubeginn und frische Energie“, sagt Hinteregger. Ge meinsam mit Andrea Bodner freut sie sich, einen finanziell gesunden Verein übergeben zu können, der auch in den kommenden Jahren das Dorfleben bereichern soll – und dass zum Abschied noch ein Projekt gelungen ist, das den Dorfbewohnern und Besuchern viel Freude bereiten wird.

Die Audiodateien sind über den QR-Code an den Schautafeln oder im Internet zu finden

anina.vontavon@brixner.info

BRIXEN/VARDE

Austausch, der verbindet

Vom 14. bis zum 20. März waren elf Schülerinnen und Schüler einer Internatsschule im dänischen Varde im Rahmen des Erasmus+-Programms zu Gast an der Brixner Fachoberschule für Wirtschaft, Grafik und Kommunikation „Julius und Gilbert Durst“. Gemeinsam mit den Südtiroler Jugendlichen, die bereits im vergangenen Herbst nach

Dänemark gereist waren, erlebten sie eine intensive Woche im Zeichen von Kreativität und europäischem Miteinander. Auch abseits des Unterrichts wurde der Austausch aktiv gelebt, etwa beim Besuch des Klosters Neustift oder bei einem gemeinsamen Kegelabend. Untergebracht waren die Gäste entweder bei den Schülerinnen und Schülern zu

65 Stimmen für einen Padelplatz in Vahrn: Das ist das Siegerprojekt der Initiative „Turbogemeinde“, die Ende März mit der Abstimmung ihren Abschluss fand. Vom 20. bis zum 22. März konnten junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren, die in der Gemeinde an-

KURZ

NOTIERT

sässig sind, online über die zuvor eingereichten Projekte abstimmen. 397 Stimmen wurden in Vahrn abgegeben – die Wahlbeteiligung lag damit bei 22,71 Prozent. „Wir hatten optimistisch mit etwas mehr gerechnet, realistisch mit weniger. Dementsprechend sind

Mit der Eröffnung der Gemeinschaftshäuser und der Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten wurde das Angebot der Blutabnahmen erweitert. In Mühlbach sind sie montags von 7.45 bis 9.10 Uhr, im Gemeinschaftshaus in Brixen ab 6. Mai mittwochs von 7.30 bis 8.55 Uhr möglich.

Hause oder im Jugendhaus Kassianeum. Den Abschluss bildeten eine feierliche Zertifikatsverleihung und eine traditionelle Marende. „Die Erasmus-Schüler sind begeistert von Brixen. Für unsere Stadt sind solche Austauschprogramme ein wichtiges Schaufenster nach außen“, sagt Koordinatorin Cristina Carbetto, die sich zugleich bei den Familien für ihre Gastfreundschaft bedankt. Seit 2023 verfügt die Fachoberschule über eine Erasmus-Akkreditierung. „Heutzutage ist der Austausch zwischen jungen Menschen enorm wichtig. Er zeigt ihnen nicht nur neue Perspektiven, sondern auch, wie gut es uns hier in Südtirol geht und wie bedeutend der Zusammenhalt in der EU ist“, so Carbetto. Weitere internationale Begegnungen stehen bereits bevor: In den kommenden Wochen werden Gruppen aus Polen, Spanien, Kroatien und Deutschland erwartet. sf

VAHRN

Padelplatz ist Siegerprojekt

wir mit dem Ergebnis zufrieden“, sagt die zuständige Referentin Gabriela Mair am Tinkhof. Insgesamt wurden 29 Projekte eingereicht, von denen 19 zur Wahl zugelassen wurden. „Die anderen Projekte sprengten entweder das Budget oder waren nicht umsetzbar“, so Mair am Tinkhof. Nun geht es also an die Realisierung und die Klärung der letzten Details: „Es gibt bereits ein Projekt für einen Padelplatz, das bislang aus Finanzierungsgründen nicht realisiert werden konnte“, erklärt die Referentin, „in den kommenden Wochen und Monaten werden

Bei einem Netzwerktreffen in Vahrn tauschten sich Vertreter von Vereinen und Institutionen über aktuelle Herausforderungen im Bereich Familie und Soziales wie Fragen der Kinderbetreuung oder Einsamkeit im Alter und die Integration von Familien mit Migrationshintergrund aus.

wir gemeinsam ausarbeiten, wie es weitergehen soll.“ Vahrn war eine von 15 Gemeinden in Südtirol, die sich an der Initiative beteiligten und dafür ein eigenes Budget im Haushalt für Jugendprojekte vorsahen – im Fall von Vahrn handelte es sich um 45.000 Euro. „Unabhängig vom Siegerprojekt hat die Initiative die Jugendthematik wieder belebt und zeigt, was jungen Menschen in Vahrn wichtig ist“, freut sich Mair am Tinkhof, „es sind viele tolle Ideen eingereicht worden, die uns künftig als Impulse dienen können.“ av

Zu Veranstaltungen im Sinne religiöser Jugendarbeit lud zuletzt der Jugenddienst Brixen, darunter zu einem Besuch bei Sr. Gudrun, die von ihrem Alltag im Kloster erzählte. Dem konkreten Umweltschutz widmeten sich die Jugendlichen mit dem Bau von Wildbienen-Nisthilfen und Insektenhotels.

Frau Sparber, das Südtiroler Kinderdorf hat im Rahmen seines Schutzkonzepts eine unabhängige Ombudsstelle eingerichtet, für die Sie zuständig sind. Was bedeutet das?

Ich bin die erste Anlaufstelle für Menschen, die in der Vergangenheit im Südtiroler Kinderdorf jegliche Formen von Gewalt oder Grenzverletzungen erlebt haben –seien sie psychischer, physischer oder sexueller Natur. Betroffene können sich an mich wenden, den Vorfall melden und darüber sprechen. Wichtig ist zu betonen: Es handelt sich hierbei um eine neutrale Stelle, die nicht am Kinderdorf angesiedelt ist. Die Ombudsstelle ist eine Figur von außen, die in

„Eine Figur von außen“

MARIA SPARBER über ihre neue Funktion als Ombudsfrau des Südtiroler Kinderdorfs – und wie man sich bei ihr melden kann.

keinem Abhängigkeitsverhältnis zum Südtiroler Kinderdorf steht und somit Neutralität gewährleistet.

Wie läuft die Aufarbeitung solcher Fälle ab?

Wenn sich jemand bei mir meldet, biete ich ein Gespräch an, das an einem neutralen Ort und nicht im Kinderdorf selbst stattfindet. Der weitere Verlauf hängt von der jeweiligen Person ab: Falls gewünscht, verschriftliche ich das Gespräch und schicke es als Meldung an das Südtiroler Kinderdorf, das dann entsprechend darauf reagiert. Gemeinsam mit den Betroffenen wird auch entschieden, ob eine Aussprache gewünscht ist und welche Art der Aufarbeitung im Sinne

der Person ist. Ich vermute, dass es Menschen gibt, die das Erlebte schon seit vielen Jahren mit sich herumtragen und eine persönliche Aussprache suchen; anderen ist es möglicherweise nur wichtig, ihre Geschichte weiterzugeben, damit das Kinderdorf weiß, was in der Vergangenheit passiert ist. Auch psychotherapeutische Unterstützung wird bei Bedarf angeboten.

Wie kann man sich bei Ihnen melden? Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder telefonisch unter 392 5431274 oder per E-Mail an ombudsstelle@kinderdorf.it. Alle Anfragen werden vertraulich und mit größtem Respekt behandelt. anina.vontavon@brixner.info

TAG DER

OFFENEN TÜR

16. Mai 2026 9-12 Uhr

• Hightech-Neuheit: 3D-Probesehen vor der Augen-OP

• Verschiedene Fachvorträge unserer Ärzte

• Führungen durch die Abteilungen und ihre Leistungen: Alle Stationen besuchen und Preise gewinnen (dermatologische Visite, kardiologische Visite, Augenvisite)

Alle Programmdetails hier

Neues Ambulatorium geöffnet

Seit 1. April gibt es in Brixen das neue Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD) im Gemeinschaftshaus in der Romstraße 5. Patienten mit dringenden, aber nicht ernsten gesundheitlichen Beschwerden können dort kostenlos und rund um die Uhr behandelt werden. Versorgt werden Wunden, Verletzungen oder Schmerzen an

den Gliedmaßen, Hautrötungen, Insektenstiche, Fieber, Hexenschuss, Unterleibsschmerzen, kleine Traumata, Hautirritationen, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Koliken, Grippesymptome, Schwellungen sowie Übelkeit oder Brechreiz. Aus Sicherheitsgründen sind die automatischen Türen von Montag bis Freitag von 8 bis 19

Uhr geöffnet – ein Allgemeinmediziner ist jedoch auch außerhalb dieser Zeiten, an sieben Tagen die Woche 24 Stunden am Tag vor Ort und empfängt Patienten. „Ein kurzer Anruf vor dem Besuch wird empfohlen“, erklärt Dr. Christina Troi, Sanitätskoordinatorin und Primarin des Labors für Klinische Pathologie. Unter 0472

BRIXEN/ST. ANDRÄ

813671 kann der diensthabende Arzt immer erreicht werden. Das AKD soll die bestehenden Angebote ergänzen und entlasten, jedoch nicht ersetzen: Der eigene Hausarzt ist nach wie vor die erste Kontaktperson. Sollte er nicht erreichbar oder nicht im Dienst sein, ist das AKD bei nicht allzu ernsten Beschwerden ein zusätzliches Angebot, das die Notaufnahme im Krankenhaus entlastet. Letztere verzeichnete in den letzten Jahren einen stetigen Besuchsanstieg: 2018 waren es noch 33.000 Fälle, 2025 bereits 39.000. „Die Hälfte der Beschwerden wies dabei eine geringe Dringlichkeit auf und könnte von der Allgemeinmedizin behandelt werden“, erklärt Bezirksdirektorin Elisabeth Montel. Im Bild (sitzend): Carina Elizabeth Urrejola; (stehend von links): Elisabeth Montel, Judith Gostner, Christina Troi, Christine Engl und Stefania Negro. av

Ortskern: Arbeiten laufen

Kürzlich haben die Arbeiten in St. Andrä zur Neugestaltung des Ortskerns begonnen. Die Umsetzung kostet rund 780.000 Euro und ist auf etwa vier Monate Bauzeit ausgelegt. Das Vorhaben gliedert sich in zwei Abschnitte: Im ersten, entlang der Landesstraße, steht die klare Trennung von Fahrbahn und Gehsteig im Vordergrund: Während die Fahrbahn asphaltiert wird, werden die Gehsteige sowie die bestehenden Bushaltestellen mit Porphyr bepflastert. Beidseitig werden Entwässerungsrinnen aus Granit angelegt, die durch ihre optische Wirkung auch zur Geschwindigkeitsreduzierung beitragen. Im Bereich des Widums engt ein schmaler Seitenstreifen

die Fahrbahn zusätzlich ein; am Abschnittsende sorgt eine Mittelinsel für weitere Verkehrsberuhigung und eine höhere Fußgängersicherheit. Der zweite Abschnitt entlang der Dorfstraße wird als Begegnungszone „Shared Space“ gestaltet: eine durchgehende, niveaugleiche Pflasterfläche ohne Trennung der Verkehrsarten. Vor der Raiffeisenkasse entsteht ein platzartiger Bereich, der durch ein abweichendes Pflastermuster und eine andere Farbgebung hervorgehoben wird. Die Neugestaltung geht auf das LEADER-Projekt „St. Andrä 2030“ zurück, das 2019 in enger Abstimmung mit der Bevölkerung erarbeitet worden war. Neben der urbanistischen Entwicklung des Dorfes standen dabei vor allem die Neugestaltung der Dorfdurchfahrt und die Belebung des Ortskerns im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren entstanden daraus bereits wichtige Infrastrukturen: eine Apotheke, eine Kita, ein Jugendraum und ein neuer Supermarkt. av

Foto:
Oskar
Zingerle

BRIXEN

Gesprächsabend zum Thema

Suizidprävention

Am 26. Mai laden die Südtiroler Kiwanis Clubs zu einem Gesprächsabend nach Brixen: Im Rahmen der Reihe „Über das Schweigen hinaus“ sprechen

Betroffene und Fachleute offen über Suizid – ein Thema, das weit mehr Menschen betrifft, als die Gesellschaft wahrhaben möchte. Die Veranstaltung fin-

det im Firmensitz von Progress statt; Beginn ist um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Initiator ist Robert Stafler, der 2023 seinen Sohn Johannes verlor und seine persönliche Geschichte teilt. Zunächst werden filmische Beiträge gezeigt: der autobiografische Film „Lichter im Chaos“ von Fabian Zöggeler sowie der Kurzspielfilm „Giocattoli“ von Robert Stafler. Anschließend diskutieren Marlene Kranebitter, Landesleiterin der Notfallseelsorge im Weißen Kreuz, Hartmann Raffeiner, Psychologe und Psychotherapeut, sowie Erwin Steiner, Leiter der Notfallpsychologie und psychologisches Krisenmanagement im Südtiroler Sanitätsbetrieb, über Warnsignale und Hilfsangebote. Der Abend wird moderiert von Markus Frings. Hinter der Initiative stehen alle sieben Südtiroler Kiwanis Clubs. Ein erster Abend findet bereits am

19. Mai in Meran statt, weitere Termine sind für Herbst 2026 in Bruneck und Bozen geplant. Die Veranstaltungen richten sich an Lehrkräfte, Eltern, medizinisches Personal, Jugendliche und alle Interessierten. Die Organisatoren wollen mit den Gesprächsabenden zeigen, dass über seelische Leiden zu sprechen kein Zeichen von Schwäche ist, sondern ein mutiger Akt der Prävention. In Südtirol gibt es Hilfe für alle, die Unterstützung brauchen: Unter anderem ist das psychologische Krisentelefon 800101800 rund um die Uhr erreichbar, ebenso die Telefonseelsorge der Caritas unter 0471 052052 oder unter www.telefonseelsorge.bz.it. av

Foto Matteo Risaliti

Der Domdekan

PORTRAIT: Der Arbeitsplatz von ULRICH FISTILL ist ein bedeutendes Baudenkmal, doch sein Blick gilt primär den Menschen. Ein Leben zwischen Liturgie, Verwaltung und Wissenschaft.

Ulrich Fistill wartet an der Portierloge des Priesterseminars auf mich. Ein intensiver Tag liegt hinter ihm: Vorlesungen, Besprechungen, um 19 Uhr die nächste Sitzung. Als Professor für Altes Testament an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen und als Domdekan hat er „schon einiges zu tun.“ Trotzdem nimmt er sich Zeit für unser Gespräch, entspannt, fröhlich, unkompliziert. Wir setzen uns in einen karg möblierten Seminarraum, und es entspinnt sich eine Plauderei über seinen Werdegang, gespickt mit ganz persönlichen Einblicken und immer wieder unterbrochen von einem lauten und herzlichen Lachen.

Ulrich Fistill wuchs gemeinsam mit zwei jüngeren Geschwistern, einer Schwester und einem Bruder, im Gadertal auf. Während der Mittelschulzeit in Stern wäre es ihm im Traum nicht eingefallen, von daheim wegzugehen. „Und dann wollte ich plötzlich nur mehr weg.“ Viel Auswahl bei den Oberschulen habe es damals nicht gegeben. Die alten Sprachen gefielen ihm, und so kam er schließlich ins Vinzentinum nach Brixen. Heimweh verspürte er nie; an einem anderen Ort zu sein bedeutet für ihn, einfach in die Realität einzutauchen, sich auf die neue Situation einzulassen. Seiner Mutter hatte er versprochen, sie sofort nach seiner Ankunft in Brixen anzurufen. Eingefallen sei ihm das aber erst eine Woche später. „Wir hatten viele Möglichkeiten, viel Zeit für außerschulische Tätigkeiten, für Sport und Musik.“ Das Leben im Heim, die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, das alles habe er genossen.

Von Brixen über Gröden nach Rom

1986 legte er die Maturaprüfung ab und begann danach ein Theologiestudium. „I probiers hålt amål.“ Zwei Jahre am Brixner Priesterseminar, danach ein Jahr in Wien – und irgendwann die Erkenntnis, dass der Priesterberuf „ein Beruf ist, den ich mir vorstellen kann.“ 1991 wurde Ulrich Fistill zum Diakon geweiht, ein Jahr später zum Priester. Endlich etwas tun dürfen – darauf freute er sich. „Mit 25 Jahren muss man schließlich wissen, was man will.“ Zwei Jahre lang war er Kaplan in Gröden, „eine sehr schöne Zeit.“ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Unterricht in der Schule, Seelsorge. Eigentlich hätte er noch ein weiteres Jahr dortbleiben sollen, aber durch verschiedene Wechsel in der Diözese war er „irgendwie zu viel.“

Der Generalvikar meinte, er solle zum Bibelstudium nach Rom. Fistill war davon gar nicht begeistert, wusste er doch, dass „da unter sieben Jahren nichts geht.“ Er solle das mit Bischof Wilhelm Egger besprechen, meinte der Generalvikar und reservierte vorsichtshalber schon ein Zimmer in Rom. Es sei eine gute Schule, meinte der Bischof, der selbst Bibelwissenschaftler war. Und so ging Ulrich Fistill nach Rom.

Vor Ort in Jerusalem

Er vermag es, sich Herausforderungen auf eine beharrliche und zugleich sanfte Art zu stellen. Die Ausbildung sei grundlegend und sehr weitreichend gewesen. Alles, was er bis dahin zu lernen gehabt hatte, sei ein Kinderspiel gewesen im Vergleich zu dem, was nun folgte. Lediglich fünf Vorlesungen pro Semester durfte man belegen, „und ich habe recht bald verstanden, warum.“ Intensive Beschäftigung mit den Inhalten, Vertiefung im Selbststudium, drei Jahre bis zum Lizenziat, danach ein Jahr Vorbereitung auf die Zulassung zum Doktoratsstudium. Die Prüfung bestand darin, innerhalb von 24 Stunden eine Vorlesung zu einem vorgegebenen Thema vorzubereiten und sie dann auch zu halten. Seine Aufgabe war der Vergleich von zwei Erzäh-

t BEHARRLICH, HERZLICH, NEUGIERIG:

Ulrich Fistill hat seine Berufung in der Bibel gefunden – und im Brixner Dom sein Zuhause

lungen über Massa und Meriba aus dem Buch Numeri und aus dem Buch Exodus – biblische Geschichten, die die Beziehungen zwischen dem Volk Israel und Gott darstellen. Fistill bestand die Prüfung und beendete vier Jahre später sein Studium mit einer Arbeit über die Quellen und Texte des letzten Teils des Buches Numeri.

„Schreiben war oft mit viel Mühe verbunden“, erzählt er, „und manchmal konnte man das nur aushalten, weil man sah, dass andere dasselbe Los teilten.“ Irgendwann sei dann der Augenblick gekommen, „wo die Sache sich gelichtet hat.“ Ulrich Fistills Professor begleitete ihn sehr engmaschig und zitierte ihn alle zwei Wochen zum Rapport. Was er niemals missen möchte, ist das lange Semester in Jerusalem, das zum Bibelstudium dazugehört. Jüdische Bräuche, Archäologie, Geschichte – all das hautnah erleben zu dürfen habe ihn vieles anders einordnen und ihn die Bandbreite des Glaubens erleben lassen. Zurück in Brixen, erhielt er einen Lehrauftrag an der Philosophisch-Theologischen Hochschule und war Kooperator in Schlanders. Bald danach übernahm er die Pfarreien Albeins und Sarns.

Neue Aufgabe: Domdekan

„ Das Gebäude, die Musik, die Liturgie, die Messfeiern — dieses Gesamtkunstwerk gibt einem schon etwas“

Domdekan Ulrich Fistill

Als Karl Golser zum Bischof geweiht wurde, wurde ein Platz im Domkapitel frei, und als Ivo Muser Bischof Golser nachfolgte, wurde Ulrich Fistill zum Domdekan gewählt. Er mag es, „den Betrieb im Dom zu koordinieren“ und die Harmonie zu spüren, die sich aus dem Zusammenspiel vieler Menschen ergibt. „Das Gebäude, die Musik, die Liturgie, die Messfeiern – dieses Gesamtkunstwerk gibt einem schon etwas.“ Wenn man die Studienjahre mitrechnet, dann hat Ulrich Fistill mehr als die Hälfte seines Lebens in Brixen verbracht. Er fühlt sich als Brixner, „auch wenn die Gadertaler Wurzeln nicht zu verleugnen sind.“ Auf der Homepage des Priesterseminars findet man unter dem Titel Lebensbilder auch eine Aussage von Ulrich Fistill. „Wenn man mir zu Seminarzeiten gesagt hätte, dass ich eines Tages an der Hochschule unterrichten würde, hätte ich geantwortet: ‚Ihr seid total verrückt!‘ Aber dann kam es anders als gedacht, und Bischof Egger beauftragte mich zum Bibelstudium. Schon während meines Studiums habe ich gemerkt, wie spannend und vielfältig die Bibel ist. Seitdem ist die Bibel sozusagen ‚mein Leben‘. Als Hochschulprofessor kann ich mein Wissen und – ich denke – auch meine Begeisterung für die Heilige Schrift weitergeben und vertiefen.“

marlene.kranebitter@brixner.info

BRIXEN

Zöbl Primar der Pädiatrie

Dr. Michael Zöbl (im Bild) ist der neue Primar der Pädiatrie am Krankenhaus Brixen. Er ist seit 2006 im Südtiroler Sanitätsbetrieb tätig –zunächst am Krankenhaus Meran, dann an den Krankenhäusern Bozen und Brixen. Für Dr. Zöbl dürfte die Rolle mit ihren Arbeitsbereichen nicht neu sein: Ab 2019 war er stellvertretender Primar am Krankenhaus Brixen, und seit 2024 leitete er die Abteilung Kinderheilkunde geschäftsführend. Der Österreicher wurde 1975 in Wels geboren und studierte in Innsbruck Medizin. 2006 schloss er die Ausbildung als Arzt für Allgemeinmedizin, 2011 die Facharztausbildung für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien ab. Zudem verfügt er über ein Diplom in Palliativ- und Ernährungsmedizin und über einen Masterabschluss

in Rhino-Allergologie an der Universität Verona. Die Kinderabteilung am Krankenhaus Brixen betreut Frühgeborene ab der 34. Schwangerschaftswoche sowie Kinder und Jugendliche ganzheitlich bis zum Alter von 15 Jahren. Ebenfalls in der Kinderabteilung in Brixen zu finden ist das landesweite Referenzzentrum für die Behandlung von Essstörungen im Kindes- und Jugendalter bis 18 Jahren. Durch seine Ausbildung und seine jahrelange Erfahrung in den Bereichen Essstörungen und Ernährungsmedizin – Dr. Zöbl betreut das Referenzzentrum bereits seit 2011 – liegen dem Primar diese Bereiche sowie die Betreuung von Kindern mit Allergien und Asthmaerkrankungen besonders am Herzen. av

VAHRN/LAS VEGAS

Ausgezeichnetes Eis

Die Verbindung von Geschmack und Herkunft war es, was dem Eis von Elisabeth Stolz eine Sondererwähnung beim Wettbewerb „Gelato Festival World Masters“ in Las Vegas einbrachte, der Ende März stattfand. „Schätze unserer Berge“ nannte sich das Eis, mit dem Stolz angetreten war: Die Basis bildet ein frisches Joghurteis, das für die Qualität der Südtiroler Milch steht. Kombiniert wird es mit einer Reduktion aus Bierwürze – dem Malzsaft aus dem Brauprozess –, in Honig gekochten Äpfeln und einem karamellisierten Getreidecrumble. Die Vahrner Eismacherin freut sich über den Erfolg: „Für mich bedeutet das sehr viel. Es zeigt, dass Produkte geschätzt werden, die aus der eigenen Region kommen, natürlich sind und handwerklich hergestellt

KURZ NOTIERT

Sophie Biamino aus Mühlbach wurde mit Dienstantritt am 1. August zur neuen Direktorin der Agentur Landesdomäne ernannt. Die Agentur Landesdomäne verwaltet und bewirtschaftet die land- und forstwirtschaftlichen Flächen des Landes Südtirol, darunter den Agrarbetrieb Laimburg.

werden.“ Entscheidend für den Geschmack sei die Balance der einzelnen Zutaten: „Die größte Herausforderung ist, dass jede einzelne Komponente klar herauszuschmecken ist, ohne dass das Eis überladen wirkt“, erklärt sie. Der Eis-WM vorausgegangen waren die nationalen Qualifikationsrunden: Stolz erreichte beim Italienfinale Ende Jänner in Rimini Platz vier und war damit Teil der vier Finalisten, die Italien in Las Vegas vertraten. Es war die dritte Qualifikation für Elisabeth Stolz: Bereits 2016 und 2022 konnte sie an der Eis-WM teilnehmen. av

Der Brixner Martin Kammerer wird zum 1. September zum Dekan von Klausen-Kastelruth, zum Leiter der Seelsorgeeinheit Klausen Sabiona, zum Pfarrer von Klausen, zum Pfarrseelsorger von Gufidaun, Waidbruck, Kollmann, Latzfons und Feldthurns sowie zum Pfarradministrator von Villanders und Barbian ernannt.

Christian Sigmund, Georg Frener, Martin Hofer, Konrad Hofer, Günther Mair, Herbert Röden, Helmuth Bacher, Manfred Hilpold, Franz Huber, Robert Klement, Josef Mitterrutzner, Josef Kiener, Hubert Lechner und Karlheinz Oberhofer erhielten beim Bezirksfeuerwehrtag das Verdienstkreuz in Gold.

mein Hoppala

Stretchlimo

Vorausschicken möchte ich, dass ich beim folgenden Missgeschick erstens noch sehr jung und zweitens eigentlich schuldlos war. Ich war vier Jahre alt, als ich mit meinem Bruder, meinen Eltern und einer befreundeten Familie einen Urlaub in den USA verbrachte. Da wir zu acht waren, leisteten wir uns in New York einmal für den innerstädtischen Transport eine superlange Stretch-Limousine mit sehr edlem Interieur. Wir setzten uns also in die noblen Ledersessel, und da ich vom Flug noch müde war, wollte ich es mir besonders gemütlich machen und zog meine Sandalen aus. Das war keine gute Idee: Im Wagen verbreitete sich ein unmissverständlich scharfer Duft, den man irgendwie zwischen Hühnermist und Emmentaler Käse einordnen könnte – kein Wunder, denn meine Sandalen waren erstens schon in dritter Generation getragen worden und dementsprechend mehrfach „eingeschweißt“, und zweitens war es in New York ziemlich schwül und meine Füße entsprechend verschwitzt. Der Aufschrei der Anwesenden war jedenfalls erheblich – und für mich war der Vorfall ein Fauxpas, den ich bis heute nicht vergessen habe.

Karamellisierte Paprika mit Frischkäse

Zutaten

1 rote Paprika

180 ml weißer Essig

140 g Zucker

1 Packung Philadelphia (150 g) Ritz-Cracker

Zubereitung

Die rote Paprika in sehr kleine Würfel schneiden. Paprika, Essig und Zucker in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Sobald

die Mischung dickflüssig wird und eine karamellisierte Konsistenz erreicht, vom Herd nehmen, abkühlen lassen und über die Philadelphia gießen. Mit Ritz-Crackern servieren – und buen provecho!

María Mercedes Liendo stammt ursprünglich aus Venezuela und lebt seit über 20 Jahren in Brixen. Normalerweise kocht sie eher nach Gefühl als nach genauen Mengen – für den „Brixner“ hat sie nun doch alles genau aufgeschrieben. Der Snack darf auf venezolanischen Festen nicht fehlen, wie sie sagt: „Viele Freunde und Bekannte haben mich nach dem Rezept gefragt – und da der Sommer vor der Tür steht, ist jetzt der perfekte Moment, es mit den Lesern zu teilen.“

Leser kochen für Leser Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

LAMM ento

Alles Dilettanten

„Na ja“, sagt der Franz, während er wieder einmal lautstark an seinem geliebten Cappuccino schlürft. Und Frieda zwinkert mir zu, weil wir beide dasselbe denken: Was heißt „Na ja“? „Alles Dilettanten“, erlöst uns der Franz, „dieser komische Lehrerverein, der sich laufend in die Lohnverhandlungen einmischt, fordert ja nur Peanuts. Dabei sind sie sich gar nicht bewusst, wie systemrelevant die Lehrer sind.“ Und?, sag ich, was würdest du fordern? „Für Erpressungen muss man a bissl kreativ sein“, sagt der Franz. „Zum Beispiel könnte man eine Reduzierung der Arbeitszeit auf zwei Tage die Woche bei vollem Gehalt fordern, eine Reduzierung der Schulstunde auf fünfeinhalb Minuten, eine Kreidestaub-Gefahrenzulage von 100 Euro pro Kreidestück, einen Lärmschutzbonus, weil 20 Kinder ziemlich laut sein können, eine Bar mit Kellner im Lehrerzimmer, das natürlich mit Massagesessel ausgestattet werden muss. Und einen Dienstwagen, möglichst Porsche Panamera, mit Glasdach. Und Chauffeur, der aber jünger als 35 und sportlich sein muss. Und vielleicht auch eine kostenfreie Dienstwohnung, aber bitte nur jeweils in der letzten Etage, zwecks Sonnenterrasse. Und einen jährlichen Kuraufenthalt, möglichst fünf Wochen, aber nicht um Fasching, denn da sind sie sowieso in Ägypten. Das wären Forderungen, gegen die niemand etwas haben kann, denn … eine Gesellschaft ohne Lehrer ist nicht zukunftsfähig, verstehst du?“ Stimmt, sag ich. Aber … wenn du das Gedankenspiel weiterspinnst, sind die meisten Berufe irgendwie systemrelevant. Wer soll das dann alles bezahlen?

Peter Unterkircher, Alma Oberhauser, Anna und Walter Wachtler, Elisabeth und Luis Pichler, Hotel Majestic KG, Filomena und Franz Kuen, Herbert Hinteregger, Alois Schatzer, Alois Gebhard, Annelies Ellemund, Stefan Deporta, Luigi Ruggera, Gertraud und Hubert Gruber, Luisa und Albert Posch, Lea Stampfl, Andreas Salcher, Christine und Luis Rüdl, Edgar Leitner, Helga Prosch, Elsa Kofler, Daniela Unterhofer, Zäzilia und Bruno Unterkofler, Otmar Gasser, Josef Pius Gritsch, Maria Magdalena Dallago, Rita und Augustinus Grünfelder, Giovanni Bendinoni, Helmuth Schranzhofer, Claudia und Herbert Lanz, Irmengard Schmiedhofer, Verena und Ivo Barth, Renate und Johann Brugger, Lydia und Paul Oberrauch, Karl Hinterlechner, Christoph Sailer, Martha Pürgstaller, Renate Mittermair, Erich Mayrl, Albin Blasbichler, Alois Thaler, Gretel Demetz, Monika und Richard Mitterer, Roland Pichler, Margareth und Georg Pallua, Margareth und Erich Psaier, Nikolaus Schraffl, Eva und Egon Urthaler, Gertrud Lechner Grünfelder, Günter Koch, Giovanni Battista Chiari, Werner Hinteregger,

Danke!

Christoph Prugger, Rosa Forer, Emma Kerschbaumer, Walter Kircher, Pius Heidenberger, Werner Michael Stolz, Luise Hofer, Sybille Prader, Albert Palfrader, Gerda und Klaus Messner, Daniela und Martin Schatzer, Waldtraud Mair, Karin Vontavon, Peter Winkler, Peter Priller, Christoph Ladinser, Anna Keim, Ernst Alois Demetz, Waltraud Pachner, Anton Bachmann, Anna Baur, Renate und Martin Wachtler, Christine und Robert Fischnaller, Imgard Tauber, Stefania Favretto, Helga Pircher, Renate Burger, Christa und Georg Fischer, Huberta Leitner, Helga Zenleser, Hansi Baumgartner, Konrad Markart, Alexandra Leitner, Philipp Tauber, Karl Larcher, Harald Knoflach, Margarethe Salcher, Anna Kainzwaldner, Hans Stifter, Edith Schaller, Konrad Moser, Paul Tschurtschenthaler, Christoph Lechner, Alexander Fusco, Carmen und Martin Aricochi, Rosa Maria Oberhofer, Margareth Michaeler, Dietmar Lamprecht, Hermann Priller, Erika und Gottfried Braun, Melanie Profanter, Maria Aloisia Gafriller, Helga Graus, Ulrich Fistill, Othmar Stedile, Aloisia Plank Cassar, Christoph Stiemke, Karl Astner, Paul Priller, Ingrid Huber, Andreas Kreil,

Verena Zöschg, Norbert Krapf, Josef Silbernagl, Gertraud Wilhelm, Helmuth Pfattner, Walter Brida, Elisabeth Michaeler, Erhard Markart, Elfrieda Fischnaller, Egon Maier, Walter Nith, Ingrid Obermair, Astrid Maria Wolfsgruber, Klammer & Partner GmbH, Albin Sigmund, Martha Schwamberger, Monika Volgger, Barbara Thaler, Mirta dalle Carbonare, Romeo Sommavilla, Herbert Baumgartner, Maria Teresa Geiregger, Bernhard Pichler, Dorothea Walch, Helga Fill, Arne Ortlinghaus, Adolf Kier, Margareth Fischnaller, Adelheid Huber, Alfons Oberhofer, Paula Kral, Hermann Hofmann, Andreas Oberrauch, Georg Delueg, Anna Gasser, Elisabeth Gisser, Werner Rizzi Ladinser, Leopold Wurzer, Brigitte Plunger, Georg Unterkofler, Anna Hofer, Sophie Klammer, Martina Penazzi, Luis Morin, Walter Brugger, Anna Maria Resch, Matthias Rainer, Josef Lamprecht, Judith Seebacher, Peter Gasser, Karl Messner, Rosa Frener, Monika Huber, Angela Moling, Thomas Nami, Maria Laimer, Andrea Ramoser, Veronika Anranter, Giovanna Vikoler, Hermann Plieger, Olga Reichegger, Walter Kircher, Christina Mader

Diese Liste enthält alle Freunde und Gönner des „Brixner“, deren Beitrag uns bis zum 17. April erreicht hat. ACHTUNG! Neue Abonnenten müssen uns unabhängig von der Zahlung des Beitrags auch ihre Adresse mitteilen – am besten HIER:

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„Kosten nicht auf Bewohner übertragen“

Leserbrief zum „Nachgefragt“, Ausgabe Nr. 433, Februar 2026, S. 17

Leser schreiben uns derhergestellt werden. Damit die Gehälter langfristig an die Inflation angepasst werden können, wird in den nächsten Monaten eine kollektivvertragliche Regelung zur jährlichen Anpassung der Gehälter verhandelt. Das wurde mit Landeshauptmann Arno Kompatscher in einer Absichtserklärung so vereinbart. Die anfallenden Kosten der steigenden Löhne sollten jedoch vom Landeshaushalt getragen und nicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnheime übertragen werden.

Inflation betrifft uns alle. Wir verdienen weniger, auch wenn unser Lohn gleichbleibt. Daher möchte ich im Namen der Fachgewerkschaft „Öffentlicher Dienst FP/ÖDV“ im SGB/CISL im Anschluss an das Interview mit dem Präsidenten des Öffentlichen Betriebs für Pflegeund Betreuungsdienste (ÖBPB) „Zum Heiligen Geist“ klarstellen, dass die Inflationsanpassung der Gehälter der Bediensteten eine notwendige und richtige Maßnahme war. Nur so kann die verlorene Kaufkraft zumindest teilweise wie-

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen

E-Mail: echo@brixner.info

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Ist es sinnvoll, die Ausschüttung der Pendlerpauschalen zu deckeln?

DANIEL ALFREIDER,

Landesrat für Mobilität:

„Ein großer Teil der Pendler erhält in etwa gleich viel wie vor der Beitragsumstellung“

Der Hintergrund:

Wer im Vorjahr kein öffentliches Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit nutzen konnte, kann um einen Beitrag für die entstandenen Pendlerspesen ansuchen. Anspruch auf den Beitrag haben unselbständig Beschäftigte, die sich an mindestens 120 Tagen im Jahr aus beruflichen Gründen von ihrem Wohnort entfernen und dabei einen Weg von mehr als 18 Kilometern zurücklegen mussten. Die Kriterien zur Höhe des Pendlergeldes wurden vor einigen Wochen angepasst.

Jahr für Jahr werden die Öffis ausgebaut, um verlässliche Dienste für all jene zu erreichen, die darauf angewiesen sind, wenn sie morgens zur Arbeit fahren. Nicht alle können sie aber verwenden – etwa, weil sie im Schichtdienst in der Nacht arbeiten. Dafür gibt es seit vielen Jahren das Pendlergeld – ein Fahrtkostenbeitrag, dessen Abschaffung in mehreren „spending reviews“ empfohlen wurde. Als Mobilitätsressort haben wir jedoch darauf bestanden, ihn beizubehalten – aus Fairness gegenüber all jenen Pendlern, die auf ein Auto angewiesen sind. Bis 2023 waren die entsprechenden Beiträge flexibel gestaffelt, die Ansuchen in Papierform und die Kontrollen umständlich. 2024 haben wir sie deshalb digitalisiert, mit automatischem Abgleich des Pendlerwegs mit dem Öffi-Fahrplan und nur mehr vier Beitragskategorien zwischen 600 und 900 Euro pro Person und Jahr. Diese neuen Kriterien haben dazu geführt, dass sich die Beitragsausschüttung laufend und deutlich erhöht hat – mit einer Zunahme der Summe von 2022 auf 2025 von 28 Prozent und einer Zunahme der Anträge allein von 2024 auf 2025 von 12 Prozent. Um die Kosten und Ausgaben im Rahmen zu halten und gleichzeitig die Anzahl der Beitragsempfänger hochzuhalten, wurden die Beiträge in den vier Kategorien reduziert. Dadurch wurden vor allem die Spitzen gesenkt; ein großer Anteil der Pendler erhält nach wie vor in etwa gleich viel wie vor der Beitragsumstellung.

MARIA ELISABETH RIEDER, Landtagsabgeordnete (Team K): „Hier wird am falschen Ort gespart“

NEIN

Die Deckelung des Pendlerbeitrags bei drei Millionen Euro führt zu einer pauschalen Kürzung von 250 Euro in allen Kategorien. Laut schriftlicher Antwort des zuständigen Landesrats beliefen sich die Ausgaben 2024 auf rund 3,47 Millionen Euro und 2025 auf rund 3,88 Millionen. Die Zahl der Ansuchen ist von etwa 4.300 auf 4.800 gestiegen. Das bedeutet, dass mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in abgelegenen Gebieten oder an Orten mit unzureichender Anbindung an den öffentlichen Verkehr wohnen oder Turnusarbeit leisten, zur Arbeit fahren. Diese Pendler haben keine Alternative zur Nutzung des eigenen Autos. Tatsache ist: Die erforderlichen zusätzlichen Mittel von rund einer Million Euro ließen sich im Rekordhaushalt von knapp neun Milliarden Euro mit entsprechendem politischem Willen problemlos finden. Die Deckelung auf drei Millionen Euro steht daher in klarem Widerspruch zur sonstigen Haushaltsrealität. Während in vielen Bereichen öffentliche Gelder großzügig ausgegeben werden, wird hier am falschen Ort gespart. Die Deckelung ist eine rein politische Entscheidung der Landesregierung – auf Kosten der Pendler. Gerade in Krisenzeiten und angesichts täglich steigender Treibstoffpreise ist diese Maßnahme ein Schlag ins Gesicht jener Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit wesentlich zum Rekordhaushalt des Landes beitragen. Hier wird zur falschen Zeit am falschen Ort gespart.

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Mit Freizeittickets ins Sommervergnügen?

UMFRAGE: Der Sommer steht vor der Tür, und damit auch die „mySummercard“, die Freizeitangebote aus 18 Gemeinden zu einem erschwinglichen Preis bündelt. Wie wird sie in Brixen genutzt?

„Die Summercard ist eine tolle Sache. Ich kaufe sie schon – denn mit ihr gehe ich, anders als wenn ich sie nicht hätte, öfter und regelmäßig schwimmen, dann gehe ich wandern, zum Beispiel mit meiner Schwester. Ich finde sie günstig, und sie motiviert mich, die Angebote zu nutzen“, sagt Monika Dorfmann, und sie ergänzt: „Auch die ‚WinterCard‘ ist ein gutes Angebot.“

„Wir werden die Karte heuer wieder kaufen und schauen, welche neuen Angebote es gibt. Zum Schwimmen gehen wir nach Mühlbach – es ist schön, dass dieses Schwimmbad wieder dabei ist. Außerdem fahren wir auf den Gitschberg und nutzen die Karte auch sonst viel. Sie ist eine gute Sache und eine Möglichkeit, die Einheimischen zu unterstützen“, sagt Ulrich Kofler aus Raas.

„Wir haben die Summercard in den vergangenen Jahren immer gekauft und werden das auch heuer so machen. Damit sind wir eigentlich nur ins Schwimmbad gegangen. Die anderen Angebote, wie den kostenlosen Eintritt in die Museen, haben wir wegen der Kinder weniger genutzt“, sagt Philip Baccelliere.

„Ich habe bisher nur die Liftcard genutzt. Heuer werden wir die Summercard kaufen, um damit in die Acquarena zu können. Beide Karten finde ich super, und man hat sogar zwei Karten mit einem unterschiedlichen Angebot zur Auswahl“, meint Claudia Wiesflecker.

Serafin Pramsohler kauft die Summercard nicht: „Wenn ich im Sommer zum Wandern gehe, dann will ich nicht immer an denselben Ort. Ich nehme den Bus und fahre nach Villnöß, da gibt’s wunderschöne Wanderungen. Ich bin in Villnöß aufgewachsen und ausgewandert, aber es zieht mich immer wieder zurück. Außerdem ist die Karte nicht einmal so billig, finde ich.“

“Noi siamo residenti a Bressanone e siamo interessati all’Acquarena. È molto bello avere sia la Summercard che la Wintercard, però sarei molto lieta se avesse un costo un po’ più economico per i residenti. Penso soprattutto alle famiglie con due o tre bambini. E poi sarebbe molto bello se includesse anche la palestra”, wünscht sich Irisi Naska.

„Ich finde, dass die Summercard eine super Sache ist. Ich nutze sie sehr viel, zusammen mit der ganzen Familie – vor allem das Schwimmbad, aber auch die Plose und Gitschberg-Jochtal. Diese Kooperationen über Brixen hinaus sind super. Da wird schon viel gemacht für die Brixner“, meint Holger Kovacs.

„Ich habe das Angebot der Summercard noch nie in Anspruch genommen“, sagt Gerlinde Lunger. „Ich bin noch nicht so lange wieder in Brixen, und deshalb hat es sich bisher noch nicht ergeben. Aber dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mich mehr mit dem Angebot zu befassen und mir genauer zu überlegen, ob ich sie mir hole oder nicht. Bisher hatte ich nur noch keine Gelegenheit dazu.“

HARPF WEINVERKOSTUNG — BOLLICINE

& BEGEISTERUNG

Einen ganzen Nachmittag lang stand im harpf Getränkemarkt in Vahrn/Brixen alles im Zeichen Italiens bester Schaumweine. Weinliebhaber, Sommeliers und Gastronomen trafen bei der kostenfreien Veranstaltung auf elf Produzenten aus Franciacorta, Valdobbiadene, Trento und Apulien. Die Winzer und Önologen waren persönlich vor Ort und verrieten spannende Hintergrundinformationen über die rund 40 verschiedenen Schaumweine, die in besonderem Ambiente und begleitet von Jazz-Musik verkostet werden konnten.

Die Veranstaltung, die unter dem Titel „harpf Weinverkostung – Bollicine Edition“ stand, fand heuer bereits zum dritten Mal im harpf Getränkefachmarkt statt. Jedes Jahr widmet sich das Event einem neuen Thema, der Fokus liegt jedoch stets auf dem Trinkgenuss, den sich das Unternehmen harpf auf die Fahnen schreibt.

Ein besonderes Highlight 2026 war ein Weingut aus Apulien, das den weiten Weg auf sich nahm, um seine Bollicine aus der für Süditalien typischen Rebsorte „Bombino Bianco“ zu präsentieren. Zur Verkostung gab es neben den Weinen auch eine im Minutentakt frisch zubereitete Pasta, die das Geschmackserlebnis perfekt abrundete.

Insgesamt war es ein Nachmittag voller prickelnder Entdeckungen – die perfekte Gelegenheit, neue Weine kennenzulernen, Wissen zu vertiefen und sich mit Fachleuten auszutauschen.

VERANSTALTUNGEN RUND UM WEIN, BIER, SPIRITS

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Bürgerkapelle feiert Die

MUSIK: Aus dem Leben von Brixen ist sie nicht wegzudenken: die Bürgerkapelle. Heuer feiert sie ihr 225-jähriges Bestehen und ist damit eine der ältesten Blasmusikkapellen Südtirols.

Töne schwirren durch die Luft, Notenblätter rascheln, und dazwischen wird noch ein Stuhl zurechtgeschoben. In wenigen Augenblicken beginnt die Probe der Bürgerkapelle Brixen. Die viele positive Energie im Probelokal am Priel-Areal ist förmlich zu spüren. Zuerst begrüßt Obmann Philipp Hilpold die Musikantinnen und Musikanten. Es ist eine der ersten Proben nach dem Jubiläumskonzert Ende März. Er informiert über die künftigen Termine. Anschließend setzt sich der Kapellmeister Hans Pircher ans Pult. Bevor das Musizieren losgeht, gibt er Einblicke in das musikalische Programm der kommenden Wochen. Schnell wird klar: Im Jubiläumsjahr ist die Bürgerkapelle ganz be-

sonders gefordert. Was die Musikanten spielen werden, bewegt sich von traditioneller Blasmusik, sakralen Stücken bis hin zu zeitgenössischer Musik und neuen Arrangements. Etwas Zeit zum Proben haben sie dafür noch.

Ein Klangteppich entsteht

Die Probe beginnt mit dem St.-Florians-Choral und dem Einsatz für die Holzblasinstrumente. Nach und nach greifen die Blechblasinstrumente das musikalische Motiv auf, und der Klang verdichtet sich. Das Probelokal füllt sich buchstäblich mit Musik, und es ist ein besonderer Moment, mittendrin zu sein in dieser Klangwolke. Man spürt, dass hier gemeinsam unter der Führung des Kapellmeisters Musik zum Leben erweckt wird. Mit Begeisterung, mit Konzentration. Und zwischendurch – auch das hat Platz – mit Lob, Kritik und einem Augenzwinkern.

Die Freude an der Musik und an der Gemeinschaft bringt die Musikanten zusammen. Sie sind bereit, gemeinsam zu musizieren, aufeinander zu hören, sich musikalisch einzu-

„ Die Förderung der Jugend ist uns ein echtes Anliegen, und wir arbeiten diesbezüglich sehr gut mit der Musikschule zusammen“

Philipp Hilpold, Obmann

p 225 JAHRE

BÜRGERKAPELLE

BRIXEN: Das Jubiläumsjahr will sie gebührend feiern; es steht unter dem Motto „Klangfarben im Wandel der Zeit“

bringen und einzuordnen, damit ein gemeinsames Ganzes entstehen kann. Dass Musik Menschen über Generationen hinweg miteinander verbindet, wird an diesem Donnerstagabend einmal mehr deutlich.

Viele Höhen und Tiefen hat die Bürgerkapelle in den vergangenen 225 Jahren gemeistert. Oder, wie es Obmann Philipp Hilpold formuliert: „Von 1801 bis heute – das ist eine lange Zeit, in der es immer wieder Schwierigkeiten gab, die überwunden wurden. Wichtig ist, dass wir die in der Kapelle vorhandene Energie gut einsetzen und von jedem das Maximum herausholen.“

Zurück zu den Anfängen

Vor knapp 225 Jahren, vom 16. bis zum 23. August 1801, fand in Brixen ein Freischießen statt. Am Festzug nahm, wie es in einem zeitgenössischen Bericht heißt, auch die „Brixner Musikbande“ teil. Dieser Festzug der Schützen und Musikanten wurde, wahrscheinlich ziemlich detailgetreu, von Josef Weger bildlich in einer kolorierten Radierung festgehalten: Elf marschierende Männer in Tracht – vier Blech- und vier Holzbläser sowie drei Schlagzeuger mit Tschinellen, einem Schellenbaum und einer großen Trommel – folgen einem Fahnenträger. Wie viele Mitglieder diese erste „Brixner Musikbande“ zählte, in welcher Besetzung und zu welchen Anlässen sie auftrat, ob sie regelmäßig miteinander probte oder sich nur anlassbezogen zusammenfand – all das weiß man nicht.

Überhaupt lassen sich die vergangenen 225 Jahre nicht als lineare Abfolge von Daten und Ereignissen erzählen, denn

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Bürgerkapelle 1947 neugegründet werden; im Bild die Musikanten ein Jahr später

die Musikanten der Bischofsstadt treten erst in den 1830erJahren wieder in schriftlichen Quellen in Erscheinung. 1838 begrüßten sie, zusammen mit Kapellen aus der Umgebung und im Gefolge der Schützenkompanien, Kaiser Ferdinand bei der Eröffnung der Festung Franzensfeste.

Im Jahr 1855 erwähnt die Stadtverwaltung erstmals eine „städtische Musikkapelle“, und 1857 erhielt der Kapellmeister zum ersten Mal eine Besoldung von der Stadtgemeinde. 1862 wurde als wichtige Vereinigung im Brixner Gesellschaftsleben der Männergesangverein gegründet, der heute noch besteht. Anders verhielt es sich mit verschiedenen musikalischen

Gruppierungen, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten, wie etwa der Harmoniekapelle oder der Feldkapelle: Manche konkurrierten untereinander, manche schlossen sich zusammen, manche lösten sich wieder auf. Im Jahr 1903 traten schließlich alle Formationen gemeinsam und in einheitlicher Tracht unter der Leitung von Alexander Myon (1870-1919) als „Brixner Feuerwehrmusik“ auf, und auch von einer „Bürgermusik“ war damals schon die Rede. 1910 fuhr die „Brixner Bürgermusikkapelle“ sogar nach München und trat dort in der königlichen Residenz auf.

Weltkriege und ein Neubeginn

Im Ersten Weltkrieg wurden viele Musikanten in den Kriegsdienst einberufen, sodass die Bürgermusikkapelle 1914 aufgelöst wurde. Die Feuerwehrmusik hingegen überdauerte diese Jahre und löste sich 1925 auf, wurde aber zwei Jahre später von der faschistischen Gemeindeverwaltung als „Banda Cittadina Dopolavoro Bressanone“ wieder aufgebaut. In italienischen Uniformen fuhren die Brixner 1929 sogar nach Rom zur Audienz bei Papst Pius XI. und Benito

„ Im Vordergrund steht für uns die Freude an der Musik: Das ist unsere Botschaft an die Stadt Brixen, aber auch an unsere Musikanten“
Philipp Hilpold, Obmann

Große Auswahl an Obst- und Nutzbäumen aus eigener Anzucht:

Äpfel - Zwetschgen

Kirschen - Birnen

Marillen - Pfirsiche

Mussolini. Doch das Vereinsleben gestaltete sich während der Zeit des Faschismus alles andere als einfach, sodass die Kapelle 1937 schließlich aufgelöst und die Instrumente an den Domchor verkauft wurden.

Schwierig war auch der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg, denn zunächst fehlte es an allem: an Instrumenten und Notenmaterial, an Musikanten und einem Kapellmeister, an einem Probelokal und an Geld. Doch dank der Beherztheit und des Muts von Männern wie Angelo Alverà, Gottfried Zagler, Franz Kapferer, Karl Tinkhauser und Josef Prosch, dem ersten Obmann der Nachkriegszeit, gelang es, Gönner zu finden, die bereit waren, die Neugründung ideell und finanziell zu unterstützen. So konnte die Brixner Bürgerkapelle 1947 wiedergegründet werden. Das erste Konzert unter der Leitung von Angelo Alverà fand im Garten des Hotels Elephant statt; geprobt wurde in der „alten Post“, einem Nebengebäude des Hotels, das Wolfgang Heiss unentgeltlich zur Verfügung stellte. Die Kapellmeister wechselten in den ersten Jahren häufig: Neben Angelo Alverà standen Luis Stockner, Anton Jellici, Wolfram Rabensteiner, Engelbert Sader, Josef Bonell, Emil Hornof und Rino Maier in den ersten zehn Jahren am Dirigentenpult.

Anlässlich des Jubiläumsjahres brachte die Kapelle auch eine Festschrift mit historischen und aktuellen Fotos heraus, in der sie einen Einblick in ihre Vergangenheit gibt. Zu den Meilensteinen der jüngeren Vereinsgeschichte gehören die Übersiedlung in das (mittlerweile alte) Probelokal in Priel im Jahr 1986 und in das heutige Probelokal im Frühling 2021 (siehe „Brixner“ Nr. 374, März 2021). Die heutige

Männertracht der Bürgerkapelle löste 1981 die Eisacktaler Gebietstracht ab und orientiert sich deutlich an der historischen Bürgertracht. Die Frauentracht ist an das Brixner Bürgerkleid angelehnt und wird seit 1993 von den Musikantinnen und Marketenderinnen getragen.

„Klangfarben im Wandel der Zeit“

Heute setzt sich die Bürgerkapelle Brixen aus rund 60 Musizierenden zusammen. Von den Jugendlichen bis zu den älteren Semestern verbindet sie vor allem eines: die Liebe zur Musik. Zuletzt stellten sie dies einmal mehr beim diesjährigen Jubiläumskonzert im März unter Beweis. Unter dem Titel „Klangfarben im Wandel der Zeit“, der sich im Übrigen auch als Motto des heurigen Jubiläumsjahres versteht, hatte Kapellmeister Hans Pircher mit ihnen ein abwechslungsreiches und durchaus anspruchsvolles Konzertprogramm erarbeitet, das die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden sollte und mit dem „Marsch für’s bürgerliche Schützencorps“ des aus Sterzing stammenden

p Heute setzt sich die Bürgerkapelle Brixen aus rund 60 Musizierenden zusammen, die die Liebe zur Musik verbindet

Komponisten Johann Baptist Gänsbacher eröffnet wurde. „Wir wollten damit zeigen, wie die Blasmusik früher geklungen hat und die verschiedenen Klangfarben dieser 225 Jahre chronologisch darstellen“, sagt Kapellmeister Hans Pircher. „Auch einfache Stücke wie diesen Marsch muss man sich erarbeiten.“ Der Abend schloss mit der Uraufführung von „Humoresque“, einem Auftragswerk an den jungen Komponisten Matthäus Pircher.

„Für uns ist das heurige Jahr ein ganz besonderes“, erzählt Philipp Hilpold. „Im Vordergrund steht für uns die Freude an der Musik: Das ist unsere Botschaft an die Stadt Brixen, aber auch an unsere Musikanten.“ Neben den kirchlichen Festen – allein im April war die Bürgerkapelle an jedem Sonntag zu hören – stehen heuer besondere Termine auf dem Programm. „Am 6. Juni begeht die Bürgerkapelle ihre Jubiläumsfeier mit einem Sternmarsch aller sechs Musikkapellen der Gemeinde und anschließendem Festakt in der Hofburg“, erzählt Stabführer Nathan Vikoler. „Auch für die bereits zur Tradition gewordenen Hofburgkonzerte ist etwas Neues in Vorbereitung, und zwar ein gemeinsames

Konzert mit dem Popduo Anger am 1. August.“ Hans Pircher ergänzt: „Wir sind offen für viele Stilrichtungen und scheuen uns nicht, Neues auszuprobieren. Nur weil wir als Bürgerkapelle in Tracht auftreten, bedeutet das nicht, dass wir ausschließlich traditionelle Blasmusik spielen.“

Außerdem richtet die Bürgerkapelle heuer im September das Bezirksmusikfest am Domplatz aus. Das traditionelle Cäcilienkonzert Ende November gestaltet sie zusammen mit dem Männergesangverein. Selbstverständlich darf auch ein Stand der „Brixner Musig“ beim Altstadtfest im August nicht fehlen.

Auftritte und musikalische Akzente

Die Offenheit für verschiedene Genres, von der Hans Pircher spricht, brachte die Bürgerkapelle in den vergangenen Jahrzehnten auch musikalisch weiter. Die erste Schallplatte spielte die Bürgerkapelle Brixen im Jahr 1980 unter dem Kapellmeister Otto Rabensteiner ein und setzte darauf mit dem von Rabensteiner komponierten „Brixner Bürgermarsch“ auch ihrer Heimatstadt ein Denkmal. 2001 wurde das Jubiläumskonzert unter der Leitung von Kapellmeister Sepp Fischnaller auf CD aufgezeichnet. Das heurige Jubiläumskonzert machte Rai Südtirol dank zweier Sendetermine und Streamings Blasmusikfreunden weit über Brixen hinaus zugänglich.

Neben Terminen, die sich jährlich wiederholen und dennoch nicht alltäglich werden, gibt es auch solche, die wohl noch lange in Erinnerungen und Anekdoten weiterleben. Dazu gehören vermutlich der Auftritt im GiuseppeMeazza-Stadion in Mailand beim Achtelfinale des UEFA-

p Kapellmeister

Hans Pircher: „Wir sind offen für viele Stilrichtungen und scheuen uns nicht, Neues auszuprobieren“

Cups zwischen Inter Mailand und dem Hamburger SV (1984) oder die Reisen nach Bled in Slowenien (2004) und Havlíčkův Brod in Tschechien (2007) anlässlich der offiziellen Besiegelung der Städtepartnerschaften. Lebhaft in Erinnerung dürfte vielen der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Brixen (2008) oder die Papstaudienz in Rom (2010) sein. Auch über den ersten von der Bürgerkapelle organisierten Trachtenball im Forum (2011) oder die Fahrt nach Wien, wo im Jänner 2015 der Tiroler Ball im Rathaus eröffnet wurde, gäbe es sicher viel zu erzählen. Solche Auftritte und Reisen sind für die Gemeinschaft wichtig. Gerade die Musikkapelle ist ein Verein, in dem verschiedene Generationen ihren Platz finden. „Ein älterer Musikant hat vielleicht schon mehrere Ausflüge hinter sich, für die jüngeren sind es wichtige Erlebnisse“, sagt Hans Pircher, „sie geben allen die Möglichkeit, sich auch außerhalb der Proben von einer anderen Seite kennenzulernen.“

Jugendarbeit und Ensembles

Auch die Arbeit in Ensembles fördert den persönlichen Austausch und die klangliche Vielfalt. 14 Musikanten unter der Leitung von Ewald Stampfl haben sich als Brixner Böhmische der böhmischen und mährischen Blasmusik verschrieben. Die Brixner Weisenbläser hingegen bringen in einer kleinen Besetzung aus zwei Flügelhörnern, Tenorhorn und Tuba unter der Leitung von Gregor Wohlgemuth alpenländische Weisen zum Klingen. Die Jungbürgerkapelle „BrixBanda“ unter der Leitung von Kapellmeister Hans Pircher bietet derzeit rund 15 Kindern und Jugendlichen

die Möglichkeit, Erfahrung im Zusammenspiel zu sammeln und ein buntes Repertoire an Blasmusik kennenlernen zu können. Als Jugendleiterin setzt sich Julia Kaser engagiert für den musikalischen Nachwuchs ein. „In einer Stadt wie Brixen, in der jungen Menschen heute so viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung offenstehen, ist es nicht einfach, sie für die Blasmusik zu gewinnen“, sagt Philipp Hilpold, der nunmehr selbst seit 21 Jahren Mitglied der Bürgerkapelle ist. „Die Förderung der Jugend ist uns ein echtes Anliegen, und wir arbeiten diesbezüglich sehr gut mit der Musikschule zusammen.“

Für alle ist Platz in der Kapelle

Dass die Bürgerkapelle auch musikalisch Akzente zu setzen weiß, zeigt sie immer wieder – etwa mit Uraufführungen zeitgenössischer Werke oder in gemeinsamen Konzerten mit den Regensburger Domspatzen oder dem Gitarristen Manuel Randi. Ihr hohes musikalisches Niveau stellte sie zuletzt 2022 beim Bundeswettbewerb „Polka, Walzer, Marsch“ des Österreichischen Blasmusikverbandes in Wien unter Beweis, wo sie den zweiten Platz erspielte.

Dennoch oder gerade deswegen betonen sowohl Hans Pircher als auch Philipp Hilpold: Jeder Musikant, jede Musikantin ist wichtig. Für alle ist Platz in der Kapelle. Pircher ist Direktor der Landesmusikschule Lienzer Talboden und leitet die Bürgerkapelle seit 15 Jahren. „Ich fahre ja weit zur Probe, und wenn ich merken würde, dass die Leute nicht mit dem Herzen dabei sind, dann wäre mir jeder einzelne Kilometer einer zu viel“, sagt er und ergänzt: „Die Leistung, die die Musikanten erbringen, muss man

Foto: Matthias Gasser

p Obmann

Philipp Hilpold:

„Der Verein lebt, und wenn alles gut geht, werden wir auch das 250-JahrJubiläum noch erleben“

schon anerkennen.“ Schließlich sind alle freiwillig dabei, besuchen nach einem Arbeitstag die Probe und investieren viel Freizeit in den Verein. „Alle sind bereit, das umzusetzen, was ich als Kapellmeister einfordere. Das ist das, was für mich zählt. Jeden kann man dort einsetzen, wo man ihn braucht. Jeder ist wertvoll.“

Und noch einen Aspekt bringt Pircher ins Gespräch ein: das Publikum. Viele Menschen in und um Brixen bringen der Kapelle nach Konzerten oder bei kirchlichen Auftritten ihre Wertschätzung zum Ausdruck. „Umgekehrt möchten auch wir dem Publikum in dem, was wir tun, Wertschätzung entgegenbringen.“

Eines darf bei allem Anspruch an das Niveau der Kapelle nicht auf der Strecke bleiben: die Liebe zur Musik und der freundschaftliche Ton im Verein. „Dass die Musikanten nach der Probe noch ein bisschen dableiben und sich miteinander unterhalten, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Philipp Hilpold. Schließlich versucht der neunköpfige Vereinsvorstand in seiner Tätigkeit, Akzente zu setzen und den Mitgliedern etwas zurückzugeben. „Gerade bei den älteren Musikanten fällt mir oft auf, dass sie die schönen Momente bewusst genießen“, meint Hans Pircher. Die Proben, die Auftritte, die Gemeinschaft: Es gibt so vieles, das in der Bürgerkapelle Jung und Alt miteinander verbindet. „Der Verein lebt“, ist Philipp Hilpold überzeugt, „und wenn alles gut geht, werden wir auch das 250-JahrJubiläum noch erleben.“

johanna.bampi@brixner.info

FERN DER WELT

Klangbäder im Klimastollen Prettau

jeden Freitag im Mai und Juni 14.40h

Standort Prettau

THEATER

Ein Stück im Stück

Mit der Gruselkomödie „Das Revival“ brachte das Theater Schabs unter der Regie von Gerd Weigel ein unterhaltsames und spannungsgeladenes Stück auf die Bühne. Das Stück stammt von James Cawood. In insgesamt sechs Aufführungen stellten neun Schauspielerinnen und Schauspieler ihr Können unter Beweis. Im Mittelpunkt stand ein Stück im Stück: Die Theatergruppe befindet sich kurz vor der Premiere des wiederentdeckten Stücks „Zu Tode erschrocken“. Die Nerven liegen blank: Der Regisseur hat eine offensichtlich untalentierte Hauptdarstellerin engagiert, das Ensemble wirkt zunehmend verunsichert, und ominöse Warnungen über einen Fluch machen die Runde. Trotz wachsender Zweifel besteht Michael, der Regisseur, unbeirrt darauf, weiterzumachen. Die Situation spitzt sich zu, bis die letzte Probe schließlich in einer Katastrophe endet. Besonders hervorzuheben ist das aufwendig

MUSIK

Stimmen aus dem

Gadertal im Brixner Dom

Sonntagvormittag, 12. April, im Brixner Dom. Zu hören: ein seltener Moment, in dem ein Gadertaler Jugendchor wie Kyrios über sich hinauswächst und den Dom mit jungen Stimmen füllt. 53 an der Zahl, geleitet von Julia Frenademetz, Musikstudentin aus dem Gadertal, Mitte 20. Auf dem Programm: nichts Geringeres als die Krönungsmesse KV 317 von Wolfgang Amadeus Mozart. Weich hob der Klang an, teils fast schwebend, manchmal wuchtig getragen. Die jungen Stimmen, klar und zugleich überraschend kraftvoll,

verschmolzen mit dem Orchester aus jungen Musikstudierenden zu einem Klangkörper, der berührte. Der Chor verlieh den thematischen Bezügen, die Mozarts Werk durchziehen, musikalischen Ausdruck. So wurde etwa das im Kyrie eingeführte Motiv im „Dona nobis pacem“ des Agnus Dei wirkungsvoll aufgegriffen und weitergeführt – nur ein Beispiel dafür, wie die Geschlossenheit des Werkes hörbar wurde. Kyrios vereint ausschließlich junge Talente aus Badia und ist seit 1973 kontinuierlich gewachsen – sowohl

Am 18. April fand in der Herz-Jesu-Kirche in Brixen ein Konzert der Akkordeonschülerinnen und -schüler der deutsch-, ladinisch- und italienischsprachigen Musikschulen gemeinsam mit dem Kinderchor St. Michael Brixen und Studierenden des Hohner-Konservatoriums Trossingen statt.

gestaltete Bühnenbild, das gemeinsam mit den detailreichen historischen Kostümen eine dichte Atmosphäre schuf. Auch schauspielerisch überzeugte die Inszenierung: Die Darstellung des Regisseurs Michael als nervöser Stress-Esser sorgte für humorvolle Momente und authentische Einblicke hinter die Kulissen eines Theaterbetriebs. Für echte Gänsehaut sorgten gezielt eingesetzte Gruseleffekte. So ließ der plötzlich auf dem Innenbalkon erscheinende Geist das Publikum erschauern, während eine geheimnisvolle Geisterglocke und ein unerwartet herabfallendes Bild zusätzliche Schreckmomente erzeugten. Das Theater Schabs bewies einmal mehr, dass Humor und Spannung kein Widerspruch sind, und schenkte seinem Publikum einen kurzweiligen Theaterabend. jmf

in der Mitgliederzahl als auch im künstlerischen Anspruch, sich quer durch das gesamte Chorrepertoire zu bewegen. Die klassische Welt ist für Kyrios noch vergleichsweise neu; umso mehr überzeugten Präzision und emotionale Reife von Chor und Orchester. Für Gänsehautmomente sorgten die Sopranistin Lea Peer aus

Bis Ende Mai ist in der Sonderausstellung „Il potere delle macchine“ im Wissenschaftsmuseum MUSE in Trient eine Leihgabe aus dem Pharmaziemuseum Brixen zu sehen, und zwar ein historischer Apothekerschrank aus der Zeit um 1600.

Feldthurns, die Altistin Julia Weber, der Tenor Paul Heidegger und der Bassist Simon Sandbichler. „Es war ein Herzensprojekt“, resümiert die Chorleiterin, „das meine Erwartungen übertraf.“ Die Besonderheit spiegelte sich auch im Publikum wider: Der Dom war bis auf den letzten Platz gefüllt. lh

Unter dem Titel „Natura“ stellen Diana LoMeiHing und Bill Hornaday ihre Fotografien aus. Die Ausstellung ist bis zum 7. Mai im rechten Innenhof des Ex-Sanatoriums (Krankenhaus Brixen) zu sehen.

„Ein akustischer Befreiungsschlag“

MICHÈLE SCHLADEBACH, Komponistin und Pianistin, über ihr neues Album „Lamponi“ und den männlichen Blick auf die Frau in der Kunst.

Frau Schladebach, vor wenigen Wochen erschien das Album „Lamponi“ mit Ihren Kompositionen. Was ist darauf zu hören?

Dieses Album enthält die Musik, die ich für das Tanztheater „Lamponi“ geschrieben habe – ein weiblich besetztes, tänzerisches Divertissement, in dem drei junge Frauen den Raum betreten, als kämen sie aus einem Kunstwerk, einem Stillleben mit einer Schale roter Früchte. Die Aufführung hinterfragt die Darstellung von Frauen in der Kunst und den männlichen Blick, der sie geprägt hat. Anfangs verkörpern die Tänzerinnen klassische Stereotype, die sich im Verlauf

auflösen und vielschichtigere, stärkere Identitäten sichtbar machen. Die Musik beginnt mit einem klassischen, leicht verzerrten Walzer, der nach und nach von elektronischen Elementen verdrängt und schließlich von Urlauten und Schreien erstickt wird – wie ein akustischer Befreiungsschlag vom männlichen Blick auf die Frau.

Wie kam es zu dieser Komposition?

Die Choreografin Silvia Dezulian der Tanzkompanie „Azioni fuori posto“ gab mir die Musik in Auftrag. Für mich war es eine sehr inspirierende Arbeit, da ich während des Kompositionsprozesses immer

wieder mit ihr im Austausch war. Außerdem habe ich zum ersten Mal eine tänzerische Erzählung vertont. Das hat mir neue Kompositionstechniken eröffnet, mit denen ich auch in meinem nächsten Album „Musik – aber zeitgenössisch“ experimentiere.

Wo findet man „Lamponi“?

Das Album wurde von „Artis Records“ veröffentlicht und ist auf den gängigen Streaming-Plattformen zu finden. Das Tanztheater wurde unter anderem beim Risalite Festival in Trient und dem Umbria Dance Festival in Perugia aufgeführt. johanna.bampi@brixner.info

Auf Muskelkraft setzen und in Schwung bleiben

Ein aktiver Lebensstil macht den Unterschied. MACH MIT UND SEI FIT!

Wie war nochmal was?

Im Mehrzwecksaal der Grundschule Raas feierte das Theaterstück „Gerüchte, Gerüchte“ von Neil Simon unter der Regie von Sonja Ellemunt eine rundum gelungene Aufführungsserie. Im Zentrum der klassischen Boulevardkomödie steht eine feine Abendgesellschaft, die den zehnten Hochzeitstag eines wohlhabenden Ehepaares feiern will. Doch statt eines eleganten Abends bricht ein turbulentes Chaos herein: Der Gastgeber liegt angeschossen im Schlafzimmer, die Gastgeberin ist spurlos verschwunden. Die eintreffenden Gäste versuchen verzweifelt, die Situation voreinander und vor der Polizei zu verbergen – und verstricken sich dabei immer tiefer in ein Netz aus Ausreden, Halbwahrheiten und Gerüchten. Die Inszenierung überzeugte durch durchgehend gute bis sehr gute Schauspielleistungen. Besonders die Dynamik zwischen den Figuren sorgte für Tempo und

zahlreiche Pointen. Die Dialoge zeigten eindrucksvoll das hilflose Verhalten der High Society unter Druck und trieben die Handlung mit präzisem Timing voran. Gespielte wurde ausschließlich im Salon des Gastgeberehepaars, was die Intensität der Farce zusätzlich steigerte. Eine charmante Besonderheit der Aufführung war die Verlegung einzelner Details nach Südtirol: So ereignete sich der ominöse Autounfall nicht in New York, sondern in der Dantestraße, und anstelle des stellvertretenden Bürgermeisters von New York trat jener von Natz-Schabs auf. Für zusätzliche Authentizität sorgten Carabinieri anstelle amerikanischer Polizisten. Diese kleinen Anpassungen verliehen dem Stück lokalen Reiz. Die Botschaft blieb dabei klar und augenzwinkernd: Lästern lohnt sich nicht – außer für einen äußerst unterhaltsamen Theaterabend. jmf

Stadtgemeinde BRIXEN

Steuern – Maria-Hueber-Platz 3 – 3. Stock

KUNST

Feuerstein erhält den Martin-Rainer-Preis

Nach Michael Fliri und Letizia Werth steht der Preisträger der dritten Ausgabe des Martin-Rainer-Preises fest, der alle zwei Jahre von der Familie Rainer und dem Südtiroler Künstlerbund vergeben wird. Unter zahlreichen Einsendungen zum Thema „Peripherien“ überzeugte der österreichische Künstler Thomas Feuerstein die Jury. „In seinem Werk wird die Peripherie zu einem produktiven Raum des Übergangs – zu einer Zone des Werdens und der Transformation“, heißt es dazu in der Begründung der Jury. Ihr gehörten an: Lisa Trockner, Geschäftsführerin des Südtiroler Künstlerbunds, der Künstler Josef Rainer, Paulus Rainer, Kurator im Kunsthistorischen Museum Wien, Hannes Egger, Künstler und Träger des Anerkennungspreises 2024 und Martina Oberprantacher, Direktorin von Kunsthaus Meran. Bei der Preisverleihung am 11.

April in der Hofburg in Brixen wurden neben dem Hauptpreis an Thomas Feuerstein auch zwei Anerkennungspreise vergeben, und zwar an die Künstlerin Sylvie Riant und an das Künstlerduo Florian Gass und Mirja Reuter. Alle Künstlerinnen und Künstler nahmen in ihren Arbeiten der Preisausschreibung entsprechend auf das Schaffen Martin Rainers Bezug. Feuersteins Arbeit mit dem Titel „Spiral mirror objects in the future are closer than they appear in the mirror of the past” aus dem Jahr 2019 war im Anschluss an die Preisverleihung zwei Wochen lang im Kellergewölbe der Hofburg ausgestellt – in direkter Gegenüberstellung zu Rainers Gipsarbeit „Die Parabel der langen Löffel oder Himmel und Hölle“ von 1974 und inmitten der Jahreskrippe, die Rainer für und zusammen mit seiner Familie geschaffen hatte. job

Gemeindeimmobiliensteuer L.G. Nr. 3 vom 23.04.2014

FÄLLIGKEIT AKONTOZAHLUNG

16.

JUNI 2026

Im Falle von Neubau, Wiederaufbau oder Erweiterung einer Immobilie muss die GIS auf den Marktwert des Baugrundes berechnet werden. Für eine korrekte Berechnung muss die Kubaturberechnung vorgelegt werden

Wir bitten alle Steuerpflichtigen, die es noch nicht gemacht haben, die notwendigen Dokumente wie Mietverträge, Nutzungsleihe oder Ersatzerklärungen bei uns abzugeben

Diese Unterlagen sind innerhalb 30 Juni vorzuweisen, andernfalls verfällt der Anspruch auf Herabsetzung der Steuersätze.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Brixen – www brixen it

Bitte kontaktieren Sie uns per Telefon 0472 – 062040/062045/062043 oder per E-Mail siro.dallaricca@brixen.it

Ein ganz normaler Morgen im Königreich: Der Hofstab um Sporti, Putzi und Potschi erwacht und wartet auf das alles entscheidende Ereignis, damit der Tag beginnen kann: das allmorgendliche Niesen des Königs. Es bringt das Leben im Schloss erst so richtig in Gang: Der König bekommt seine Krone aufgesetzt, den Königsmantel umgehängt, er wird rasiert, die Füße werden pedikürt, Witze erzählt, Tänze und Zauberkünste vorgeführt … Alltag auf einem ganz normalen Königshof eben. Bis das Niesen eines Tages ausbleibt, was die alltäglichen Routinen völlig aus dem Gleichgewicht bringt. Zum Glück riecht des Gärtners Apfelbaum so gut, dass es dem König

Quirlig-fröhlich

wieder in der Nase kitzelt – sehr zur Freude seines Volkes. Die Heimatbühne Meransen brachte das Kindertheaterstück „Ein Niesen in Ehren“ von der argentinischen Autorin María Rosa Finchelman auf die Bühne. Es erzählt spielerisch von Situationen, in denen das Unerwartete eintritt, und auch die jungen Darstellerinnen und Darsteller haben die Erwartungen übertroffen: Vom Kinderbonus mal abgesehen, haben sich Sofie, Mia, Timo, Mira, Leonie, Noemi, Anna, Peter, Nina, Tamina und Emmi den Applaus mehr als verdient. Mit Tempo, Spiel- und Wortwitz haben sie das Publikum mitgerissen und die sympathische Geschichte kurzweilig erzählt. Ein Sonderapplaus ging an die Theaterpädagogin Lisi Kiebacher, die das Beste aus dem Stück und aus den Nachwuchsschauspielern herausgekitzelt hat. oz

Classic Rock im Astra

Led Zeppelin, Pink Floyd, Deep Purple, Black Sabbath, Queen, AC/ DC – die Liste der legendären Bands, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren die kommerzielle und ästhetische Hochphase der Rockmusik verkörperten, ließe sich endlos weiterführen. Einige der Legenden sind heute tatsächlich noch live unterwegs, und von den anderen gibt es unzählige Coverbands, die sich aber normalerweise jeweils auf eine der Bands beschränken, weil Stilrichtungen, Instrumentierung und Stimme der einzelnen Legenden sich dann doch zu sehr unterscheiden. Der Band „Rock Unlimited“ aus Ulm hingegen gelingt seit 35 Jahren (!) das Kunststück, so ziemlich alle Legenden perfekt nachzuspielen. Ihre Auftritte sind entsprechend abwechslungsreich, denn sie spielen eigentlich ausschließlich bekannte Stücke, die jeder halbwegs musikinteressierte Boomer auswendig mit-

singen kann. Ihr Repertoire reicht von Deep-Purple-Klassikern à la „Child in Time“ oder „Highway Star“ bis hin zu „Enter Sandman“ von Metallica, von Bon Jovis „Livin‘ on a Prayer“ bis Led Zeppelins „Whole Lotta Love“, von Pink Floyds „Shine On You Crazy Diamond” bis hin zu „Don‘t Stop Believin‘“ von Journey. Am Samstag, 30. Mai, spielen „Rock Unlimited“ um 20 Uhr im Astra in Brixen. Das Konzert ist für etwas ältere Semester eine wunderbare Gelegenheit, in alten Zeiten zu schwelgen, die musikalisch ja ohne Zweifel mehr zu bieten hatten als die heutige Zeit. Und für junge Musikfans ist es eine wunderbare Gelegenheit, die Musik ihrer Eltern lieben zu lernen. Tickets: www.mytix.bz. wv

Gesangstexte von Robert Gilbert Musik von Ralph Benatzky

Sechs musikalische Einlagen von Robert Gilbert, Bruno Granichstaedten und Robert Stolz

Was kann Pinocchio heute erzählen? Welchen Versuchungen würde er begegnen? Wird er sich für den ehrlichen Weg entscheiden, Verantwortung übernehmen und sich um den einsamen Geppetto kümmern? Der Musical Club des

Jukas holt Carlo Collodis Holzpuppe in die Gegenwart und spürt dabei nicht nur Themen nach, die Groß und Klein heute bewegen, sondern stellt sich auch Fragen, die für die Jugendlichen selbst auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben

„Weil’s den Kühen gut gehen soll.“

Margareth Vanzetta, Bergbäuerin aus Ratschings

wichtig sind. Seit September treffen sich 18 Jugendliche zwischen elf und 14 Jahren zu wöchentlichen Proben und erarbeiten gemeinsam mit der Theater- und Erlebnispädagogin Barbara Rottensteiner Comploi das Musical „Pino“. Da-

bei lernen sie auch sich selbst ein Stück weit besser kennen, üben und schärfen ihre ganz eigenen Fähigkeiten, denn ein Musical verlangt den Darstellern einiges ab. Tanz, Gesang und Schauspiel galt es zu meistern, und auch hinter den Kulissen wurden die Jugendlichen in Sachen Kostüme, Bühnengestaltung und Requisiten eingebunden. In Dialogen und 15 Songs erzählen sie Pinos besondere Geschichte und schlagen dabei mal laute, mal leise Töne an. Gesungen wird in deutscher und englischer Sprache, und das Publikum darf sich etwa auf Songs von Radiohead, Taylor Swift, Lady Gaga und RIAN freuen. Am 15., 16. und 19. Mai bringen die Jugendlichen, begleitet von einer eigenen Band, das Musical Pino im Astra auf die Bühne. Die musikalische Leitung liegt bei Marion Palfrader; Regie führt Barbara Rottensteiner Comploi, die auch die Gesamtleitung innehat. job

Der lang erwartete Teil 2 der Schaßtrommeln ist da

THEATER: „In drei Tagen bist du Frustbuchtl“ – die tragikomische Unterhaltungsshow in der Dekadenz bewegt sich zwischen Anpassung und Individualität.

Nach dem Kult-Kabarett „Drei Schaßtrommeln für Südtirol“ kehrt das Erfolgsformat zurück: mit „In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol“ präsentiert der Kulturkeller Dekadenz die lang erwartete Fortsetzung: eigenständig, bissig und hochaktuell.

Christa und Margit sind geblieben. Seit Jahren leben die beiden Österreicherinnen in Südtirol, haben sich eingerichtet zwischen

Spargelkönigin und E-Mountainbike, aber sind sie wirklich angekommen? Oder nur perfekt angepasst? In einer ebenso absurden wie entlarvenden Integrationsshow stellt ein selbsternannter SüdtirolExperte die alles entscheidende Frage: Wer darf bleiben?

„Sag ja zu Südtirol“

Zwischen Identität, Anpassung und feinem Spott entfaltet sich ein

Abend voller Witz und Schärfe. Oder, wie es heißt: „Sag ja zu Südtirol … das Land, das mit festen Wurzeln voranschreitet.“

Ein neues Stück mit vertrautem Sound und garantiert frischem Blick auf ein Land, das wir zu kennen glauben.

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol

Ein Abend von Dietmar Gamper, Christina Khuen, Margot Mayrhofer

Gastspiel des Theaters in der Altstadt im Kulturkeller Dekadenz

mit Christina Khuen, Margot Mayrhofer, Reinhardt Winter Regie und Bühne: Dietmar Gamper

Musik: Simon Gamper

Freitag, 8. Mai (Brixen-Premiere)

Sonntag, 10. Mai

Mittwoch, 13. Mai

Freitag, 15. Mai

Samstag, 16. Mai

Donnerstag, 21. Mai

Freitag, 22. Mai

Samstag, 23. Mai

Vorstellungsbeginn: 20 Uhr, sonntags 18 Uhr

Reservierungen: dekadenz.it

Eventmarkt SelberGMOCHT

Authentisch, regional und echt – alles, was hier angeboten wird, trägt die Handschrift lokaler Kunsthandwerker, Künstler und Handwerker. Ca. 100 Verkaufsstände präsentieren eine breite Palette an handgemachten Produkten: Strickwaren, Schmuck und Keramik, handgeschmiedete Kunstwerke, handgewebte Textilien und Möbel. Und natürlich kulinarische Spezialitäten direkt vom Bauernhof.

* Samstag, 25. Mai, 9 –16:30 Uhr

Domplatz, Brixen

Eintritt frei

ENTDECKEN, ERLEBEN, MITMACHEN – EINZELNE

FREIE PLÄTZE

Mo., 6.7. – Fr., 10.7. jeweils von 9 – 14 Uhr Elektronik-Freunde aufgepasst! Schnupperkurs für technikbegeisterte 12 bis 14-Jährige

Mo., 6.7. – Fr., 10.7. jeweils von 9 – 14 Uhr Willkommen, kleine Clowns! Theater – Bewegung – Sprache für 8 bis 11-Jährige

Mo., 13.7. – Fr., 17.7. jeweils von 9 – 14 Uhr Flotte Schminktipps und Entspannung. Beauty- und Kosmetikwoche für 11 bis 14-Jährige

Mo., 13.7. – Fr., 17.7. jeweils von 9 – 14 Uhr 3D – Druck und Elektronik. Für 12 bis 14-jährige Technikfans

Mo., 20.7. – Fr., 24.7. jeweils von 9 – 14 Uhr Stark wie eine Löwin – Selbstbewusst durchs Leben. Für 11 bis 13-jährige Mädchen

Mo., 27.7. – Fr., 31.7. jeweils von 15 – 19 Uhr Lasst uns Zirkusluft schnuppern: Zirkuswoche für 7 bis 10-Jährige

Mo., 3.8. – Fr., 7.8. jeweils von 9 – 14 Uhr Achtung PC-Fans! Basiswerkstatt. Programmieren für 12 bis 14-Jährige

Mo., 10.8. – Fr., 14.8. jeweils von 8:30 – 14 Uhr Neugierige Forscherinnen und Forscher unterwegs: Für naturbegeisterte 7 bis 10-Jährige

Mo., 17.8. – Fr., 21.8. jeweils von 9 – 14 Uhr LÖWENHERZ – stark und selbstbewusst durchs Leben: Für 7 bis 10-jährige Mädchen

Mo., 17.8. – Fr., 21.8., jeweils von 9 – 14 Uhr Von der Fotogeschichte zum Animationsfilm. Trickfilmwerkstatt für 10 bis 13-Jährige

Freitag, 1. Mai

Theater 20 Uhr

Himmel, Erde und Herz-Ass Heimatbühne Afers

Grundschule, Afers

Samstag, 2. Mai

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm

Treffpunkt: Hofburg

Diverses 12:30 – 22 Uhr

UpCon Festival 2026 und 5 Jahre REX

Schenoni Areal, Brixen

Sonntag, 3. Mai

Konzert 20 Uhr

Zwei Meister, zwei Welten: Mozart und Mussorgsky mit dem Jugendsinfonieorchester „Matteo Goffriller“ Forum, Brixen

Montag, 4. Mai

Konzert 20 Uhr

The Night of Musicals Forum, Brixen

Dienstag, 5. Mai

Buchvorstellung 19:30 Uhr

A metà strada – Auf halbem Weg mit der Autorin Gentiana Minga Stadtbibliothek, Brixen

Diverses ab 20 Uhr

Spieletreff

Vintlerhof, Milland

Konzert 20 Uhr

Helge Schneider live Forum, Brixen

Mittwoch, 6. Mai

Theater ab 18 Uhr

Sapperlot – internationales Jugendtheater-Festival Astra, Brixen

Donnerstag, 7. Mai

Theater ab 11:30 Uhr

Sapperlot – internationales Jugendtheater-Festival Forum, Brixen

Vortrag 20 Uhr

Pubertät – der ganz normale Wahnsinn mit Christa Ladurner, organisiert vom Bildungsausschuss Milland Jakob-Steiner-Haus, Milland

Freitag, 8. Mai

Literatur ab 9 Uhr

Theater ab 11:30 Uhr

Sapperlot – internationales Jugendtheater-Festival Forum und Astra, Brixen

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Theater 20 Uhr

Mords-Party

Theaterverein Mühlbach Santerhof, Mühlbach

Samstag, 9. Mai

Literatur ab 9 Uhr Festival de poesia alpina d’aldedaincö

Stadtbibliothek, Brixen

Diverses 10 u. 11 Uhr

Classic Car Paradefahrten Milland – St. Andrä

Führung 10:30 Uhr Weißer Turm

Treffpunkt: Hofburg

Theater ab 11:30 Uhr

Sapperlot – internationales Jugendtheater-Festival Forum und Astra, Brixen

Konzert

19 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy: „Lobgesang“ mit MGV Bozen, VocalArt Brixen, Amarida Orchester Dom, Brixen

Konzert

19 Uhr

Martina Linn, GOTA und Nicole Coceancig organisiert von SAAV und ZeLT Stadtbibliothek, Brixen

Konzert

19 Uhr Muttertagskonzert der Bürgerkapelle Mühlbach Graf-Meinhard-Haus, Mühlbach

Freiluftkino 21 Uhr Grave of the Fireflies (japanisch, engl. UT) Schenoni Areal, Brixen

Sonntag, 10. Mai

Theater 18 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Dienstag, 12. Mai

Anmeldung NUR online: https://www.jukas.net/veranstaltungen/jukas-sommer/

Bildungshaus Jukas, Brixen Tel. 0472279923, bildung@jukas.net, www.jukas.net

Festival de poesia alpina d’aldedaincö mit 15 Autorinnen und Autoren Stadtbibliothek, Brixen

Theater 20 Uhr

Mords-Party Theaterverein Mühlbach Santerhof, Mühlbach

Diverses ab 20 Uhr

Spieletreff

Vintlerhof, Milland

Mittwoch, 13. Mai

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Donnerstag, 14. Mai

Diverses 18 – 20:30 Uhr

Repair-Café Kolping-Mensa, Brixen

Führung 18 Uhr

Nor. Monia Ben Hamouda (Anmeldung)

Kunstraum bARTh, Brixen

Konzert 19 Uhr

Andante – Musik, die bewegt Ein besonderer Klangspaziergang Vinzentinum, Brixen

Musik 19:30 Uhr

Neustifter Singstund’ für alle, die gerne singen mit Esther Falkensteiner und Rudi Chizzali

Vereinssaal, Neustift

Konzert

Credere Glauben Crëi mit dem Chor NovAntiqua Pfarrkirche, Brixen

Freitag, 15. Mai

20 Uhr

Theater

Mords-Party Theaterverein Mühlbach Santerhof, Mühlbach

Samstag, 16. Mai

Vortrag 15:15 Uhr

Blockchains: Technology, impact, and common myths (engl.) mit Quentin Botha Parzivalsaal Vinzentinum, Brixen

Diverses 16 Uhr

Vorlesen und Basteln für Kinder ab 4 J. Stadtbibliothek, Brixen

Musical 19:30 Uhr

Pino: Ein Musical für Groß und Klein von Barbara Rottensteiner Comploi Astra, Brixen

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Tanz 20 Uhr

When the universe dances Tanzsportverein Dynamic Dance Forum, Brixen

KULTURZENTRUM ASTRA

Pino: Ein Musical für Groß und Klein von Barbara Rottensteiner Comploi nach der Geschichte „Pinocchios Abenteuer“

* Fr., 15. Mai, 19:30 Uhr

* Sa., 16. Mai, 15 und 19:30 Uhr

* Di., 19. Mai, 19:30 Uhr

liter.astra Literaturkreis

* Di., 19. Mai, 18:30 Uhr

Pub-Quiz

* Mi., 20. Mai,19 Uhr

liter.astra Literaturkreis

* Mi., 27. Mai, 18:30 Uhr

Rock Unlimited

Konzert (Classic Rock)

* Sa., 30. Mai, 20 Uhr

20 Uhr

Musik ab 20 Uhr

Queer B Party Wunderbar, Brixen

Sonntag, 17. Mai Museum ab 10 Uhr

Infos: www.astrabx.com

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm Treffpunkt: Hofburg

Musical 15 u. 19:30 Uhr

Pino: Ein Musical für Groß und Klein von Barbara Rottensteiner Comploi Astra, Brixen

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Tanz 20 Uhr

When the universe dances Tanzsportverein Dynamic Dance Forum, Brixen

Internationaler Museumstag

Freier Eintritt, Führungen und Aktionen für Kinder, Erwachsene und Gehörlose. Hofburg, Pharmaziemuseum, Festung Franzensfeste

Tanz 18 Uhr

When the universe dances Tanzsportverein Dynamic Dance Forum, Brixen

Dienstag, 19. Mai

Buchvorstellung 18:30 Uhr

Das Blau ferner Räume mit der Autorin Vera Zwerger Bonell Stadtbibliothek, Brixen

Literatur 18:30 Uhr liter.astra Astra, Brixen

Musical 19:30 Uhr

Pino: Ein Musical für Groß und Klein von Barbara Rottensteiner Comploi Astra, Brixen

CONNECTION QUEST 2.0

Let’s Connect… again!

Dopo il successo delle scorse edizioni, torna al Centro Giovani Connection la rassegna CONNECTION QUEST 2.0, dedicate al gioco, alla fantasia e alla condivisione.

Serate tra giochi da tavolo e avventure di ruolo vi aspettano in uno spazio dove incontrarsi, mettersi in gioco e divertirsi insieme. Ogni appuntamento sarà un’occasione per vivere nuove sfide, storie e momenti di condivisione.

Giochi da tavolo con Emanuele Colombi

Mer., 29 aprile, ore 20–23

Mer., 27 maggio, ore 20–23

Mer., 10 giugno, ore 20–23

Mer., 24 giugno, ore 20–23

Giochi da ruolo

Con la collaborazione di Davide Cecere, Filippo Innocenti e Gianluca Noziglia

Ven., 15 maggio, ore 20–22: Avventura piratesca

Titolo: In mare con Spade e Pistole

Ven., 29 maggio, ore 20–23: Avventura fantascientifica

Titolo: Un’avventura nello spazio profondo

Ven., 19 giugno, ore 20 – 22: Avventura esplorativa

Titolo: Alla scoperta di un segreto perduto

Ven., 3 luglio, ore 20 – 22: Avventura investigativa

Titolo: Un mistero da risolvere

Centro Giovani Connection Via Ponte Widmann, 4/A

controgiovaniconnection

TIMER Mai 2026

Diverses ab 20 Uhr Spieletreff Vintlerhof, Milland

Samstag, 23. Mai

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm

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Mittwoch, 20. Mai

Literatur 18:30 Uhr

Literaturmenü

Treffpunkt: Hofburg

Konzert 18 Uhr

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Wo, Ort

Tag, 24. Monat

Veranstaltung Uhrzeit Was?

NACH UNS DAS NICHTS?

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Jugendtheater sapperlot bringt die Welt nach Brixen

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130 Jugendliche aus 10 Ländern, ernste Themen mit skurriler

Wo, Ort

Note – und eine Menge Dystopien stehen beim internationalen Treffen für Jugendtheater auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Viele Stücke kommen dabei bewusst ohne Sprache aus. Bewegung, Klang und Bilder erzählen die Geschichten, sodass sie universell verständlich werden –eine echte Einladung zum interkulturellen Dialog jenseits von Wörtern.

Mittwoch, 6. Mai

18 Uhr: Opening: Die teilnehmenden Gruppen stellen sich vor. Astra

20 Uhr: Hilfe! Meine Braut ist eine Leiche! (TPZ Brixen, TW Knallrot) / Genre: Theater, deutsch / Astra

Donnerstag, 7. Mai

11:30 Uhr: Little Reds epic quest (Theatreschool in Borgå, Finnland) / Genre: Comical Mask Theatre, nonverbal / Forum

14 Uhr: Die Unruhigen

Genre: Dystopie, türkisch mit ganz wenig Text / Forum

18 Uhr: Inside (Insight) alice (Flyinc Cow, Estland)

Genre: Fantasy, russisch und englisch / Forum

20 Uhr: Circle (Plesni studio Doma kulture Kristalna kocka Vedrine, Kroatien) / Genre: Dance theatre, Contemporary dance, nonverbal / Forum

Freitag, 8. Mai

11:30 Uhr: Just One Last Thing (UngKunstThy, Dänemark)

Genre: Performance, dänisch und englisch / Forum

16 Uhr: Rubble (Central Youth Theatre, Großbritannien)

Genre: Puppentheater, englisch / Astra

18 Uhr: Hortense (muziektheater JONNA, Belgien)

Genre: Musiktheater, englisch / Forum

20 Uhr: ANTI-Gone (TPZ Brixen, TW Honiggelb)

Genre: Drama, deutsch / Astra

Samstag, 9. Mai

11:30 Uhr: Kuriose Symbiose (TPZ Brixen, TW Peppermint)

Genre: Dystopie, absurdes Theater, deutsch / Astra

14 Uhr: The City Between the Worlds (So Trupa, Rumänien)

Genre: Physical Theatre, englisch / Forum

16 Uhr: Alice (Theatretrain Reading, Großbritannien) / Genre:

Physical Theatre, englisch / Astra

18 Uhr: Angatar (Ensemble HOP HOP, Tschechische Republik)

Genre: Physical Theatre, tschechisch und englisch / Forum

20 Uhr: Abschlusszeremonie / Astra

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

Die Vorstellungen finden im Astra und im Forum statt. Infos und Tickets: www.tpz-brixen.org

Markus Fritz und Donatella Giglio präsentieren literarische Neuerscheinungen des letzten Jahres. Stadtbibliothek, Brixen

Diverses 19 Uhr

Pub-Quiz Astra, Brixen

Donnerstag, 21. Mai

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Freitag, 22. Mai

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Tanz 20 Uhr Echoes

Show des SSV Brixen Sektion Tanzsport Forum, Brixen

Grenzenlos im Einklang mit den Landesjugendchören von Südtirol, Vorarlberg und Graubünden Dom, Brixen

Theater 20 Uhr

In drei Tagen bist du Frustbuchtl. Oder: Sag ja zu Südtirol Dekadenz, Brixen

Tanz 20 Uhr

Echoes

Show des SSV Brixen Sektion Tanzsport Forum, Brixen

Sonntag, 24. Mai

Tanz 18 Uhr

Echoes

Show des SSV Brixen Sektion Tanzsport Forum, Brixen

Dienstag, 26. Mai

CLASSIC CAR

Talk 20 Uhr

24.–26.

Grantler Unlimited Live IV mit Wolfgang Mayr und Hans Heiss Dekadenz, Brixen

HISTORISCHES REVIVAL BRIXEN

MAI / MAGGIO '24

CLASSIC CAR

Historisches Revival Brixen – St. Andrä

Freitag, 8. Mai

14:30 – 16:30 Uhr: Technische Abnahme und Ausgabe der Startnummern im Hotel My Arbor 16:45 Uhr: Ausstellung der Fahrzeuge auf dem Domplatz in Brixen

Samstag, 9. Mai

10 Uhr: 1. Paradefahrt Milland – St. Andrä

11 Uhr: 2. Paradefahrt Milland – St. Andrä

* Freitag und Samstag, 8. und 9. Mai

Brixen – St. Andrä

Mittwoch, 27. Mai

Literatur 18:30 Uhr

liter.astra Astra, Brixen

Donnerstag, 28. Mai

Vortrag 19 Uhr

Einsamkeit im Alter kann krank machen

mit Dr. Christian Wenter in Zusammenarbeit mit dem KVW Brixen

Stadtbibliothek, Brixen

Konzert 20 Uhr

Um/Welt

Jazz mit Marco Centasso, Sarra Douik, Manuel Caliumi und Riccardo Sellan Dekadenz, Brixen

Freitag, 29. Mai

Diverses 9 u. 10 Uhr

Reime für Kleine. Rime Piccine (Anmeldung)

Fingerspiele und Geschichten für Kinder bis 4 J.

Stadtbibliothek, Brixen

Theater 20 Uhr

Io.Co Show mit Gianluca Iocolano und Patrizia Solaro Dekadenz, Brixen

Samstag, 30. Mai

Diverses 10 – 12 Uhr

Lesefest Multilingual Geschichten in verschiedenen Sprachen Stadtbibliothek, Brixen

Führung 10:30 Uhr

Weißer Turm

Treffpunkt: Hofburg

Konzert 17:30 Uhr

Tempo Sospeso mit dem Celtic Spirit Haus Voitsberg, Vahrn

Konzert

18 Uhr

Kammerchor Stuttgart und Streicherakademie Bozen Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy Dom, Brixen

Konzert

Rock unlimited Astra, Brixen

MUSIKALISCHE HIGHLIGHTS IM MAI

* Samstag, 9. Mai, 19 Uhr Dom, Brixen

20 Uhr

SOUND CONNECTION 2.0

Let’s Connect… again!

Dopo il successo dell’anno scorso per festeggiare il quarantesimo anniversario dell’associazione, anche quest’anno il Centro Giovani Connection ospiterà una rassegna eventi dinamici e coinvolgenti.

Tra questi, la rassegna SOUND CONNECTION 2.0: concerti, DJ set e performance live animeranno le serate, trasformando il Centro in uno spazio dove ballare, cantare, incontrarsi, esprimersi e brindare insieme. Segnatevi le date e non mancate: la musica vi aspetta!

* Techno and Art

DJ Set con Davide Piras Ven., 22 maggio, ore 20

* Grunge in the Dolomites con Grunchpit Band Ven., 12 giugno, ore 20

* Back to the 2016

DJ set con ef-st-in Sab., 20 giugno, ore 20

Centro Giovani Connection Via Ponte Widmann, 4/A

controgiovaniconnection

Felix Mendelssohn: Symphonie Nr. 2 „Lobgesang“ VocalArt Brixen, MGV Bozen, Amarida Orchester Marian Polin, Leitung

Der „Lobgesang“ von Mendelssohn überbrückt die Grenze zwischen Symphonie und Oratorium. Mendelssohn komponierte das Werk anlässlich der 400-Jahr-Feier der Erfindung des Buchdrucks. Es thematisiert den Übergang von der Finsternis zum Licht und zählt zu den beliebtesten Chorwerken.

Kartenvorverkauf: online www.mytix.bz oder im Tourismusbüro Brixen

* Samstag, 23. Mai, 18 Uhr

Dom, Brixen

„Grenzenlos im Einklang“ Landesjugendchor Südtirol

Bündner Jugendchor

Landesjugendchor Vorarlberg „Voices“

Wenn junge Stimmen aus drei Regionen zusammenkommen, entsteht mehr als Musik – es entsteht Begegnung. Das grenzüberschreitende Chorprojekt der Landesjugendchöre aus Südtirol (Leitung: Johannes van der Sandt), Graubünden (Leitung: Martin Zimmermann) und Vorarlberg (Leitung: Jakob Peböck) verbindet kulturelle Vielfalt mit musikalischer Qualität und steht für Austausch, Gemeinschaft und die Begeisterung junger Menschen fürs Singen.

In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Chorverband Freiwillige Spende

* Samstag, 30. Mai, 18 Uhr Dom, Brixen

„Verleih uns Frieden” Kammerchor Stuttgart

Streicherakademie Bozen Frieder Bernius, Leitung

Die Streicherakademie Bozen wurde vor 40 Jahren von Georg Egger ins Leben gerufen. Eine enge Zusammenarbeit entwickelte sich mit dem Ausnahme-Dirigenten Frieder Bernius und dem Kammerchor Stuttgart. Mit diesem feiert die Streicherakademie ihr Jubiläum –mit wunderbaren Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Kartenvorverkauf: online www.mytix.bz oder im Tourismusbüro Brixen www.musikbrixen.it

Weiterbildungsangebote im Bildungshaus Kloster Neustift

Berufsbegleitende Lehrgänge

Lehrgang: Kräuterpädagogik 2026/2027

Mo., 11.5.2026 bis Sa., 8.5.2027

Lehrgang: Coaching als Führungsaufgabe

Mo., 18.5. bis Mi., 11.11.

Kurzlehrgang: Betriebliche Gesundheit

Di., 19.5.2026 bis Do., 28.1.2027

Lehrgang: Mediation und Konfliktmanagment

Do., 28.5. bis Sa., 5.12.

Bibel & Glaube

Neustifter Bibelgespräch:

Ev.: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Mt 28, 16 – 20: Fr., 15.5., 16 –17 Uhr

Ev.: Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig. Mt 11, 25 – 30: Fr., 12.6., 16 –17 Uhr

Kunst & Kreativität

Rhythmisches Schreiben mit Pinsel, Cola-Pen & Co. mit Claudia Dzengel

Do., 14.5. bis Sa., 16.5., 9:30 –17 Uhr

Grundlagen Illustration mit Elisabeth Mair

Fr., 15.5. bis Sa., 16.5., 9:30 –17 Uhr

Mit dem Skizzenbuch nach draußen mit Tilo Schneider

Mi., 20.5. bis Sa., 23.5., 9:30 –17 Uhr

Achtsamkeit und Zeichnen im Einklang mit Brigitte Schneider

Mo., 25.5. bis Sa., 30.5., 9:30 –17 Uhr

Gesundheit & Wohlbefinden

Mentales Training im Sport Mi., 13.5., 9 –17 Uhr

Wir erwarten ein Baby! Vorbereitungskurs auf Geburt und Elternschaft

Do., 21.5., 8:30 –17:30 Uhr

Gesunde Ernährung im Arbeitsalltag

Mi., 27.5.2026, 9 –17 Uhr

Handreflexzonenmassage

Fr., 29.5., 9 –17 Uhr

Natur & Umwelt

Zwischen Weide und Wolf – Wandern in Gebieten mit Herdenschutz

Do., 28.5., 9 –17 Uhr

Wein & Köstlichkeiten

Cocktail-Liebe: einfach & kreativ

Do., 21.5., 18:30 – 21:30 Uhr

Beruf- & Arbeitswelt

Finanzbuchhaltung für AnfängerInnen

Di., 19.5. bis Do., 21.5., 8:30 –16:30 Uhr

KI für Social Media

Marketing

Do., 21.5., 9 –17 Uhr

Die Macht der Körpersprache. Gestik, Mimik und Körper in der Rhetorik

Mi., 27.5., 9 –17 Uhr

Arbeitssicherheit

Grundausbildung für SicherheitssprecherInnen

Mo., 11.5. und Do., 19.5., 8 –17 Uhr

Auffrischungskurs für Arbeiten in geschlossenen

Räumen

Do., 21.5., 8 –12 Uhr

Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten

Mi., 27.5., 8 –17 Uhr

Weitere Infos und Anmeldung unter www.bildungshaus.it

Bildungshaus Kloster Neustift Stiftstr. 1

39040 Vahrn 0472 835 588

bildungshaus@kloster-neustift.it www.bildungshaus.it

Märkte

Bauernmarkt mittwochs und samstags, 7:30–13 Uhr Hartmannplatz

Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Am Priel, Tratten- und Albuingasse, Hartmannplatz

Eventmarkt SelberGMOCHT Samstag, 23. Mai, 9–16:30 Uhr Domplatz

Ggumperermarkt Samstag, 23. Mai, 8–17 Uhr Albuingasse

BRIXEN WATER LIGHT FESTIVAL

bis 16. Mai

geführter Rundgang täglich 21:15 Uhr Brixen

Benefizflohmarkt der Pfarrcaritas Vahrn Samstag, 2. Mai, 9–17 Uhr Alter Kindergarten, Vahrn

Brixen

24.4.–12.5.2024

21–24 Uhr

SCULPGARDEN ’26

Kloster Neustift

24.4.–29.6.2024

10–17 Uhr

Der Kunstkreis St. Erhard organisiert zusammen mit dem Staudenparadies Seidnerhof die dritte Skulpturenausstellung im Freien mit über 70 Skulpturen von 20 Künstlern aus Südtirol und Österreich.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

Anton AMORT • Peppi AUGSCHÖLL • Ludwig BLASY • Lothar DELLAGO

Friedrich Sebastian FEICHTER • Armin GRUNT • Josef HUBER Lisa JENEWEIN • Gabriel KÖFLER • Patrick MORODER Gerhard PLONER • Sebastian RAINER • Gabriel RAUCHEGGER

* 30. Mai bis 24. Oktober

Gärtnerei Staudenparadies Seidnerhof Köstlanerstraße 119, Brixen

Eröffnung: Samstag, 30. Mai, 11 Uhr Skulpturenausstellung

Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–12 Uhr und 15–18 Uhr, Sa. 9–12 Uhr Oder nach Terminvereinbarung: Tel. 334 938 0431 Der Eintritt ist kostenlos. Infos unter: + (Kunstkreis St. Erhard und Staudenparadies) www.sculpgarden.com waterlight.it

Simon RAUTER • Andreas RENDL • Isak RUNGGALDIER • Matthias SIEFF Sergio SOMMAVILLA • Martina THALER • Veronika THURIN

Ausstellungen

StadtGalerie bis 16. Mai

Monopoly

Christoph Hinterhuber, Maurizio Nardo und Ekkehardt Rainalter

Di.–Fr. 10–13 Uhr u. 16–19 Uhr, Sa. 10–13 Uhr

Hofburg Brixen bis 28. Juni

Harald Kastlunger.

Intuition – Komposition täglich 10–17 Uhr

Kloster Neustift bis 2. Mai

Spuren des Lichts. Fotografien aus dem Archiv von Kloster Neustift bis 31. Oktober

Spuren der Erinnerung. Das fotografische Archiv von Kloster Neustift Mo.–Sa. 10–17 Uhr

Orangerie, Stiftsgarten Neustift bis 30. Mai

Barbara Natter. Florales Mo.–Sa. 10–17 Uhr

Staudenparadies

SculpGarden 26

Kunstkreis St. Erhard

Mo.–Fr. 9–12 und 15–18 Uhr, Sa. 9–12 Uhr

Eröffnung: Sa., 30. Mai, 10 Uhr

Kunstraum bARTh bis 31. Juli

Nor. Monia Ben Hamouda Besichtigung nach Terminvereinbarung (art@barth.it)

Galerie 90, Mühlbach

15. Mai bis 15. August

Open your eyes, open your world

Besichtigung nach Terminvereinbarung

(Tel. 348 710 25 50)

Ex-Sanatorium, Krankenhaus Brixen bis 7. Mai

Natura

Fotoausstellung von Diana LoMeiHing und Bill Hornaday Mo.–Do. 8–17 Uhr, Fr. 8–12 Uhr

JUGENDSINFONIEORCHESTER MATTEO GOFFRILLER

Großes Orchesterkonzert

Zwei Meister, zwei Welten Ein Abend mit Mozart und Mussorgsky

Das Jugendsinfonieorchester Matteo Goffriller spielt Werke von Mozart und Mussorgsky. Auf dem Programm stehen das Klavierkonzert in d-Moll KV 466 von Wolfgang Amadeus Mozart und Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky in der Bearbeitung für Orchester von Maurice Ravel.

Jugendsinfonieorchester Matteo Goffriller Künstlerische Leitung: Stephen Alexander Lloyd Solistin: Evelyn Kerschbaumer, Klavier

* Sonntag, 3. Mai, 18 Uhr Forum, Brixen

OPEN YOUR EYES OPEN YOUR WORLD

Eine außergewöhnliche Kunstausstellung mit Werken von: Joseph Beuys, Peter Fellin, Hermann Nitsch, Karl Plattner, Mario Schifano, Willy Valier, Victor Vasarely, Luigi Veronesi, Vanni Viviani

* 15. April bis 15. August

Galerie 90, Mühlbach

Besichtigung nach Terminvereinbarung

info@alexpergher.com Tel. 348 710 2550

Samstag, Sonn- und Feiertage geschlossen

Karten

Vorverkauf: info@brixen.org

Abendkasse im Forum ab 17 Uhr

Stille Retter

FREIZEIT/EHRENAMT: In Brixen und Umgebung decken zwei ehrenamtliche Organisationen einen großen Bereich im Rettungswesen am Berg und im Gelände ab. Der „Brixner“ hat mit einer von ihnen hinter die Kulissen geblickt.

Die Bergretter gehören zum Alltag im Rettungsgeschehen wie die freiwilligen Feuerwehren und das Rote sowie Weiße Kreuz, und dies bei weitem nicht nur am Berg. In Brixen kann man im Notfall auf zwei Organisationen zählen, die Hilfe in vielen Situationen leisten und ein sehr wichtiges Glied in der Rettungskette bilden. Neben dem Bergrettungsdienst (BRD) im AVS sind rund 30 engagierte und gut ausgebildete Freiwillige in der Südtiroler Bergund Höhlenrettung der Ortsstelle Brixen aktiv. Ihren Namen verdankt diese Organisation der Übersetzung der italienischen Bezeichnung CNSAS – Corpo Nazionale

Soccorso Alpino e Speleologico. Die Organisation ist auf nationaler Ebene tätig, die Landesleitung hat ihren Sitz in Bozen. Ihr Ursprung hängt eng mit dem CAI zusammen, also dem italienischen Alpenverein, und führt für die Brixner Ortsstelle auf das ferne Jahr 1954 zurück. Damals und auch später gab es noch in allen möglichen Bereichen eine strikte Trennung zwischen italienisch- und deutschsprachigen Vereinen; jede Initiative musste in beiden Sprachen angeboten werden. Die Realität heute ist zum Glück eine andere: Die Mitglieder der Brixner Bergrettungsorganisationen sind, sprachlich gesehen, eine bunte Mischung, und

sie arbeiten eng zusammen. Tür an Tür im Zivilschutzzentrum hinter dem Krankenhaus zu Hause, startet man gemeinsam zu Einsätzen.

Mit vereinten Kräften

Patrick Kofler, technischer Leiter des CNSAS Brixen, blickt zurück auf „alte Zeiten“: „Es gab lange Zeit verschiedene und getrennte Stützpunkte. Wir waren beispielsweise in Milland und in der Runggadgasse stationiert. Bei Einsätzen rannten alle los; es fehlte die Koordination der Rettungskräfte. Dies hat sich in den letzten rund 13 Jahren grundlegend verändert: Unser Treffpunkt bei Einsätzen ist nun das Zivilschutzzentrum, das 2012 eingeweiht wurde. Von dort rücken wir gemeinsam aus“, so Kofler. Die Beschaffungslogistik läuft indes noch getrennt: Dem Verein stehen insgesamt fünf Geländefahrzeuge und ein Transportfahrzeug zur Verfügung. „Die Nutzung erfolgt jedoch nach Bedarf.“

Dass die Rettungskräfte ihre Kräfte bündeln, hat viele praktische Gründe und Vorteile, ergibt sich jedoch auch aus der Notwendigkeit, die zunehmende Anzahl der Einsätze und deren technische Komplexität bedienen zu können. Die Brixner Retter sind für das zweitgrößte Einsatzgebiet Südtirols zuständig: Es reicht von der Villanderer Alm fast bis zum Penser Joch, umfasst Lüsen, die Plose und Franzensfeste Richtung Spinges. 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr wird Bereitschaft garantiert; rund 100 Einsätze pro Jahr werden durchschnittlich abgewickelt.

Nicht nur am Berg

Entgegen der weitverbreiteten Auffassung handelt es sich dabei zum größten Teil nicht um klassische Rettungsaktionen auf den Bergen, denn die Bergretter sind für vieles mehr zuständig. Verkehrsunfälle auf nicht asphaltierten Straßen, Arbeitsunfälle am Berg, Suchaktionen, Bergungen in unwegsamem Gelände, Unfälle von Paraglidern, Mountainbikern oder Mountaincarts zählen zu ihren Aufgabengebieten. Samuel Vilei, der als Jüngster seiner Truppe die Ortsstelle Brixen mit vier weiteren Ausschussmitgliedern leitet, darf auf eine 30 Mann starke Truppe zählen. „Zusammen mit dem BRD im AVS mit insgesamt zirka 70 Bergrettern decken wir das ganze Jahr ab“, so Vilei, „bei der Annahme der Rettungsfälle wechseln wir uns nach geraden und ungeraden Tagen ab.“ Auch die Wochenenddienste mit jeweils zwei Personen vor Ort werden koordiniert. Bei den Einsätzen selbst hängt es von den Notwendigkeiten ab, wer und wie viele der Bergretter aktiv dabei sind. „Wir haben zwar intern keine spezifischen ‚Task Forces‘, unsere Mitglieder sind aber nach Vorlieben und Kenntnissen auf das eine oder andere spezialisiert. Manchmal braucht es eher Kraft, manchmal eher Führungskompetenzen“, erklärt Vilei.

Ständig im Wandel

p EINSATZ AM BERG:

Die Bergretter helfen unter anderem bei Verkehrsunfällen auf nicht asphaltierten Straßen, bei Arbeitsunfällen am Berg, bei Suchaktionen und bei Bergungen in unwegsamem Gelände

Parallel zu allgemeinen technischen und medizinischen Entwicklungen verändert sich auch im Rettungswesen vieles. Kofler, der für die Ausbildung zuständig ist, gibt Einblick in die spezifische Situation seiner Mannschaft. „Abgesehen von der sehr anspruchsvollen Ausbildung müssen wir uns natürlich ständig up to date halten und im Training bleiben“, sagt er. Ausrüstung und Geräte verändern sich. „Das bedeutet für uns, dass wir in Übungen alles kennenlernen müssen, den Umgang mit dem Material und die Abläufe üben und beherrschen sollen.“

Am Berg ist oft vieles anders als in anderen Rettungssituationen, führt er aus. „Meist hat man wenig Material und wenig Leute, befindet sich in einer Gefahrensituation,

p Damit die Abläufe im Ernstfall sitzen und um sich up to date zu halten, führen die Bergretter regelmäßig Übungen durch aus der man so schnell wie möglich herauskommen muss.“ Das Ziel ist die Erstversorgung zur Sicherheit – auch „taktische Medizin“ genannt – ähnlich den Prinzipien beim Militär. Von großem Vorteil ist, dass die Fort- und Ausbildungen auf Vereins- und Landesebene von Leuten unterrichtet werden, die zugleich Bergretter und Mediziner sind – beim CNSAS sind es beispielsweise das Ausschussmitglied Johannes Kircher, der von Beruf Pflegekoordinator ist, und Blasco Russo, der hauptberuflich in der Pistenrettung auf der Plose tätig ist. Auch Thomas Leitner kommt aus dem Pflegebereich. Dazu kommt der Notarzt Dr. Christian Masoner, der nicht nur in der Mannschaft aktiv ist, sondern den medizinischen Bereich auf Landesebene betreut. Konkrete Erfahrung gesammelt wird zudem auf den Pisten der Plose, wo die Bergretter an Wochenenden und bei Hochbetrieb mit Blasco im Einsatz sind.

Motivationsquellen

Verantwortung, Training, Wochenenddienste, belastende Erlebnisse – es stellt sich ohne Zweifel die Frage, warum begeisterte und versierte Bergsteiger sich für den Rettungsdienst bereitstellen. Für Patrick Kofler war es ein persönliches Grenzerlebnis vor elf Jahren, das ihn zur Entscheidung bewegte. „Ich war viel in den Bergen unterwegs, technisch und konditionell gut drauf“, erzählt Kofler. „Einige meiner Freunde waren bereits in der Bergrettung aktiv, und die Möglichkeit stand eigentlich schon im Raum. Als bei einer Tour am Ortler-Hintergrat dann mein Freund vom Hubschrauber geholt werden musste und auch ich letztlich am Gipfel vorbeiflog und nicht oben stand, war es für mich klar.“ Seine Überzeugung und sein Engagement sind deutlich spürbar; für die Jüngeren im Verein ist er Vorbild

q Der Ausschuss der CNSAS-Ortsstelle Brixen (von links): Johannes Kircher, Blasco Russo, Samuel Vilei, Florian Wieland und Patrick Kofler

und Ansprechpartner. „Auch wenn unsere Arbeit vielfach im Verborgenen bleibt, so bereitet es uns doch viel Freude, helfen zu können.“

„In den vergangenen Jahren sind vier junge Bergbegeisterte zu uns gekommen“, resümiert Ortsstellenleiter Vilei, dessen Vize Florian Wieland der zweitjüngste im Verein ist. Vilei ist mit der Nachwuchssituation durchaus zufrieden. „Meistens läuft der Kontakt zu uns über Freundschaften. Oft sind es junge Bergsteiger, die ohnehin gute technische und konditionelle Voraussetzungen besitzen und einiges an Erfahrungen gesammelt haben“, sagt er. Interessierte können mit einer „Kennenlern-Ausbildung“, genannt OSB – Operatore di Soccorso Base (Basis-Bergretter) – starten, das sind ein Tag im Winter, einer im Sommer und eine Erste-Hilfe-Ausbildung.

Geprüft fürs Helfen

Die Zulassungskriterien für die Aufnahmeprüfung zum Bergretter sind streng: Gewisse Fähigkeiten im Klettern, Wissen über Sicherheitstechniken, Erfahrung mit Touren im Fels, auf dem Gletscher und Skitouren müssen vorgelegt werden. Auch die Teamfähigkeit ist wichtig und wird anhand von Übungsteilnahmen beurteilt. Die Ausbildung selbst umfasst 18 Tage in maximal zwei Jahren und erstreckt sich über alle Bereiche am Berg, im Sommer wie im Winter, bis hin zum Fahrsicherheitstraining. Die Kosten für Unterkunft, Material und Ausbildner werden von der Landesleitung getragen.

Besonders für junge Retter übt die Flugrettung eine gewisse Anziehungskraft aus, doch Flugretter zu werden ist laut Kofler kein leichtes Unterfangen. „Im Grundlehrgang ist zwar eine Hubschrauberausbildung dabei“, erläutert er, „man darf mitfliegen. In unserem Verein gelten jedoch die strengen nationalen Regeln. Ich muss sagen, dass dies verständlich ist, denn dieser Job ist mit sehr viel Know-how und Verantwortung verbunden.“

Üben für den Worst Case

Auch nach erfolgreicher Prüfung bleiben die Bergretter der CNSAS-Ortsstelle Brixen ständig durch Übungen auf dem Laufenden. Erst Mitte April übten sie einen gar nicht so realitätsfernen Ernstfall am Brixner Hausberg. Ob im Sommer oder im Winter – die Kabinenbahn von St. Andrä nach Kreuztal könnte durchaus einmal zum Stillstand gezwungen sein. Sollte eine Bergung mit dem Hubschrauber nicht möglich sein, müssten die Bergretter vom Boden aus anrücken. Um zu trainieren, nahm man den Worst Case an – mit einem Teil der Bergung in einem sehr steilen Abschnitt unterhalb der Mittelstation, wo das Gelände eher einer

Wand als einem Hang ähnelt, und großen, schweren und schwerfälligen Personen, die aus der Kabine über schwierigstes Gelände in eine sichere Zone gebracht werden müssen. Die Übungsleiter teilten das Rettungsteam, zu dem auch die Anwärter gehörten, zunächst in mehrere Gruppen auf. Während die einen Standardmanöver laut Evakuierungsplan übten, widmeten sich einige Spezialisten zusammen mit einem CNSAS-Ausbildner dem sehr steilen Gelände und erprobten dort verschiedene Techniken, um letztendlich eine davon als Standardverfahren für derartige Situationen festzulegen und dabei, wie bei allen Einsätzen, Material- und Zeitaufwand so gering wie möglich zu halten, die Sicherheit für Patienten und Retter jedoch jederzeit zu gewährleisten.

Von vielen getragen

Während der Nachwuchs lange Zeit eher aus dem Stadtbereich kam, freuen sich Vilei und sein Ausschuss mittlerweile über Unterstützung auch aus den umliegenden Dörfern. „Natürlich scheiden auch mal Mitglieder aus“, so Kofler, „je nach den Lebensumständen ist es nicht immer einfach, die Tätigkeit als Bergretter mit Familie und Beruf abzustimmen. Bei der Einteilung der Dienste versuchen wir, auf die persönlichen und beruflichen Gegebenheiten der einzelnen Rücksicht zu nehmen, doch unsere Arbeit ist allemal anspruchsvoll“, meint er. „Zum Glück zeigen die meisten Arbeitgeber viel Verständnis, wenn ihre Mitarbeiter sich bei uns engagieren.“

Ausbildung und Ausrüstung werden den Bergrettern zur Verfügung gestellt, und auch versicherungstechnisch sind sie gut abgedeckt. Nach schwierigen und psychisch belastenden Einsätzen wird zudem für eine gute Nachbetreuung gesorgt. „Manchmal braucht es schon etwas Motivation und Disziplin, wenn mitten in der Nacht der Alarm losgeht“, sind sich Kofler und Vilei einig, „doch die Genugtuung nach einem erfolgreichen Einsatz und der Teamgeist entschädigen für vieles.“

Ob jeder abgesetzte Notruf wirklich einen aufwändigen Rettungseinsatz rechtfertigt, stellt sich zumeist erst im Nachhinein heraus. Wenngleich die Rettungszentrale einen ersten Filter darstellt, der neben den grundlegenden Infos auch Prioritäten weitergibt, hat die Anzahl von Bergungsaktionen sehr berguntüchtiger Touristen in den vergangenen Jahren zugenommen. „Es kommen halt sehr viele Feriengäste zu uns, die die Verhältnisse am Berg nicht kennen und falsch einschätzen“, so die Bergretter, „und sie sind im Ernstfall dann auch schnell mal hilf- und ratlos.“

CNSAS-Ortsstelle Brixen

Alle, die die Mitarbeit in der Bergrettung interessiert, können sich direkt bei der CNSAS-Ortsstelle Brixen melden: bressanone@soccorsoalpino.org

Auf dem Instagram-Kanal @cnsas_bressanone halten die Bergretter über ihre Aktivitäten auf dem Laufenden.

Nebenbei spielen sie Fußball

FUSSBALL: Beim ASV Milland konzentriert man sich nicht ausschließlich auf Tore und Tabellen, sondern vor allem auf die Jugendarbeit. Kürzlich erreichte die Sektion Fußball dafür den zweiten Platz beim Wettbewerb „Vorbildliche Jugendarbeit im Sportverein“ des Verbands der Sportvereine Südtirols.

Wenn es ums Kicken geht, setzt Milland Maßstäbe – und ist nun auch offiziell ausgezeichnet. Am 10. April wurde die Sektion Fußball des ASV Milland vom VSS im Bozner Raiffeisensaal mit dem zweiten Platz und einem Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro für ihre vorbildliche Jugendarbeit geehrt. Platz eins ging an den ASV Spinges.

Die Freude darüber ist groß. Sektionsleiter Markus Gruber spricht von einer Gemeinschaftsleistung des

gesamten Vereins und bedankt sich bei den Kindern, Eltern, Sponsoren und Unterstützern. Besonders hebt er das Engagement im Nachwuchsbereich hervor und lobt dabei Jugendleiter Manuel Berretta, der die Entwicklung der jungen Spielerinnen und Spieler mit viel Einsatz und Herzblut vorantreibt. „Es ist einfach mega – eine wunderschöne Auszeichnung für ganz Milland. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet“, freut sich Berretta.

GROSSE

DENKERINNEN

IM FOKUS

Vorlesungsreihe für Interessierte an der Phil.Theol.

Hochschule

Brixen am 7., 21., 28.05. und 04.06.2026 von 14.00 bis 17.30 Uhr

Doch was macht die Nachwuchsarbeit des Vereins so besonders? Laut VSS sind es vor allem die Anzahl der Jugendmannschaften, das vielfältige Ausbildungsangebot sowie der klare Fokus auf Integration und soziale Werte.

Ein Verein in Bewegung

Die Jugendaktivitäten in Milland wachsen stetig. Rund 350 Kinder sind mittlerweile Teil des Vereins.

Mit insgesamt 18 Fußball-Jugendmannschaften verfügt der ASV Milland über eine beeindruckende Breite im Nachwuchsbereich. Die Altersstruktur reicht von der U8 bis zur A-Jugend. Zum Angebot zählen A-, B- und C-Jugendteams, eine eigene C-Jugend der Mädchen, die Pulcini, die U15 Ost sowie mehrere Mannschaften in den Altersklassen U13 bis U8 in unterschiedlichen Trainingsgruppen. So können die fußballbegeisterten

Unsere 7-Loch-Executive-Anlage eignet sich hervorragend sowohl für Anfängerinnen und Anfänger als auch für Fortgeschrittene.

Interessierte können auch ohne Clubzugehörigkeit das Golfspielen erlernen. Ab Mai bieten wir Anfängerkurse für Kinder ab 12, Jugendliche und Erwachsene an. Anmeldung unter +39 333 815 4350 oder per E-Mail an info@golf.bz.it.

Nach Vereinbarung können auch professionelle Golfstunden gebucht werden: dienstags bei PGA Professional Malcolm Harrison (T +39 366 533 2376) und mittwochs bei PGA Professional Martin Turley (T +43 699 1353 0700).

Spezialangebot Anfängerkurs mit Platzreife und Mitgliedschaft!

wünschen schönes Spiel!

Neben den sportlichen Leistungen sind dem Jugendbereich im ASV Milland die Vermittlung von Werten wie Verständnis, Respekt und soziales Lernen wichtig

Kinder gezielt gefördert und langfristig begleitet werden.

„Im Männerfußball ist die Leistungs- und Ergebnisorientierung oft schon in jungen Jahren stärker ausgeprägt. Gleichzeitig zeigen sich im Frauen- wie auch im Männerfußball jeweils eigene Stärken und Herausforderungen“, weiß der Jugendleiter.

Breites Ausbildungsangebot

Neben dem regulären Spielbetrieb setzt der Verein auf ein umfassendes

stützen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Leistung, sondern vor allem Spaß an der Bewegung, gesundheitliche Förderung und das psychische Wohlbefinden der Kinder.

Gleichzeitig hat sich auch die Trainingsarbeit im Laufe der letzten Jahre verändert. „In der heutigen Zeit müssen andere Prioritäten im Umgang mit den Kindern gesetzt werden. Methoden von vor 20 Jahren lassen sich nicht mehr einfach übertragen. Die Rolle eines Trainers

„
Kind ohne Beeinträchtigung kann mehr von einem beeinträchtigten Menschen lernen als umgekehrt“

Manuel Berretta, Jugendleiter

Ausbildungskonzept. Dazu zählen eine Bewegungsschule in Zusammenarbeit mit der Volksschule Brixen-Milland, eine Fußballschule sowie ein Fußballkindergarten. Ziel ist es, Kinder frühzeitig für Bewegung zu begeistern und ihre motorischen Fähigkeiten spielerisch zu fördern.

In der Bewegungsschule werden grundlegende sportliche Kompetenzen vermittelt, die weit über den Fußball hinausgehen. Elemente wie Akrobatik, Klettern, Leichtathletik und verschiedene Ballsportarten tragen dazu bei, die körperliche Entwicklung ganzheitlich zu unter-

hat sich im Gleichschritt mit der Gesellschaft weiterentwickelt“, betont Manuel Berretta.

Inklusion auf dem Platz

Ein besonderer Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt im Bereich der Inklusion. Seit Herbst letzten Jahres besteht eine Zusammenarbeit mit den Special Kickers. Die Special Kickers sind die Sektion Fußball des ASV Sport & Friends Südtirol, eines Vereins für und mit Menschen mit Beeinträchtigung.

Diese Fußballmannschaft trainiert abwechselnd eine Woche in

Milland und in Albeins. Falls möglich, findet einmal im Monat ein gemeinsames Training mit dem ASV Milland statt, bei dem die Kinder aus den Jugendteams gemeinsam mit den Special Kickers auf dem Platz stehen. Dabei geht es neben der sportlichen Leistung verstärkt um gegenseitiges Verständnis, Respekt und soziales Lernen. Gerade diese Einheiten liegen dem Jugendleiter besonders am Herzen. „Ein Kind ohne Beeinträchtigung kann mehr von einem beeinträchtigten Menschen lernen als umgekehrt, vor allem in einem achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander“, so Berretta. Diese integrativen Ansätze sind ein zentraler Bestandteil der Vereinsphilosophie und wurden auch bei der Auszeichnung in Bozen hervorgehoben.

Mehr als nur Fußball

Man merkt: Hier geht es um mehr als nur den Sport. „Es sollen brave Buben und Mädchen ausgebildet werden, die nebenbei Fußball spielen. Ohne Bildung wird niemand zum Fußballer“, bringt es der Jugendleiter Manuel Berretta auf den Punkt. Inklusion und soziale Kompetenzen werden dabei als Grundlage für jede sportliche Karriere gesehen. Für den Verein ist die Ehrung eine Bestätigung und Ansporn zugleich. Sie zeigt, dass nachhaltige Jugendarbeit, die über den reinen Sport hinausgeht, wahrgenommen und geschätzt wird. Am Ende zählt nicht nur das Ergebnis auf dem Platz, sondern vor allem das, was daneben entsteht.

Samuel Fink

SCHWIMMEN

Auftakt in Brixen

Die Freibadsaison wird in Brixen seit nunmehr neun Jahren mit einem zweitägigen internationalen Schwimmwettkampf eröffnet. Für viele junge Schwimmer aus Nah und Fern wird auch die diesjährige Langbahnsaison mit dem „Brixen Swim Meeting“ ihren Auftakt finden. Rund 500 Nachwuchsathleten im Alter ab elf Jahren werden am 16. und 17. Mai in der

LEICHTATHLETIK

Acquarena erwartet. Die Mannschaften, die aus Südtirol und dem Trentino, Ober- und Mittelitalien und den österreichischen und süddeutschen Nachbarregionen anreisen, werden am frühen Samstag- und Sonntagmorgen beim Aufwärmprogramm im olympischen Becken ihre Bahnen ziehen, um dann über die verschiedenen Distanzen und in mehreren Stilen an den Start zu ge-

Wettkämpfe vom Feinsten

Im Kalender der europäischen Leichtathletikjugend zählt das Brixia Next Gen-Meeting zu den Fixpunkten. Am 31. Mai ist es wieder so weit: In der „Brixia Arena“, so nennt sich die Sportanlage im Süden, messen sich 16 U18Teams aus vier Ländern. Waren es im vergangenen Jahr noch 600 Athletinnen und Athleten, so sind es diesmal 800, die in den verschiedenen Disziplinen an den Start gehen und neben den Individualwertungen Punkte für ihre Mannschaft erkämpfen. Das Programm erstreckt sich vom 1.500-MeterLauf bis zu 5.000 Meter Gehen

über alle Leichtathletikdisziplinen, wobei grundsätzlich eine Athletin oder ein Athlet pro Team am Start steht. Den Auftakt gibt traditionsgemäß 5.000 Meter Gehen; bis in den Nachmittag hinein folgen im genau definierten Zeitplan die einzelnen Rennen, von denen jedes viel Spannung verspricht. Die Rennen können auch im Livestream „Atletica TV“ des italienischen Leichtathletikverbands verfolgt werden. Unter den Anmeldungen befindet sich die 16-jährige Sprinterin Kelly Ann Maevane Doualla aus der Lombardei, die 2025 einen neuen U18-Europarekord über 60

Schnelle Zeit beim LeichtathletikSaisonauftakt in Bozen: Marie Burger gewann mit 12,19 Sekunden kürzlich den 100-Meter-Lauf des Eröffnungsmeetings der allgemeinen Klasse.

hen. Besondere Spannung verspricht dabei das K.o.-Finale am späten Samstagnachmittag, das für Athleten wie Zuschauer stets voller Überraschungen steckt. Wie bereits im vergangenen Jahr, sind auch Athleten mit mentaler Beeinträchtigung am Start, denn das „Brixen Swim Meeting“ ist eine der wenigen Schwimmveranstaltungen, bei der FIN- und FISDIR-Teams gleichberechtigt teilnehmen. Für die Veranstalter – den Schwimmclub Brixen und die Sektion Behindertensport im SSV Brixen – laufen die Vorbereitungsarbeiten seit Monaten. Wettkampfablauf und -gelände, Zeitnehmung, Schiedsrichter, Verpflegung, Prämierungen und viele bürokratische Anforderungen wollen organisiert sein, um die Acquarena ein Wochenende lang in Wettkampfstimmung zu versetzen und dem Publikum auf der Tribüne vor Augen zu führen, wofür viele Kinder und Jugendliche täglich trainieren. sd

Meter indoor lief und vor Kurzem die jüngste italienische Teilnehmerin bei den Indoor-Weltmeisterschaften in Polen war. Die SG Eisacktal zeichnet in Zusammenarbeit mit dem FIDAL-Landeskomitee Südtirol zum zweiten Mal für das Meeting verantwortlich.

Bei der 3. Etappe der Nachwuchs-Tennisturnierserie Waterdrop SRS in Brixen holten sich die Hausherren mehrere Titel: Patrick Innocenti und Elisa Crazzolara von Tennis Brixen gewannen jeweils in ihrer Kategorie.

Die Zuschauer in Brixen erwarten Leichtathletikwettkämpfe vom Feinsten mit hochkarätig besetzten Regionalvertretungen aus Italien und leistungsstarken Teams aus Bayern, Hessen, dem Tessin und Slowenien.. sd

Die Fußballerin Jana Oberparleiter aus Vahrn nahm kürzlich als Teil des U16-Nationalteams an einem UFEA-Turnier in Tirana teil. Die Abwehrspielerin, die bei Fiorentina im U17-Team spielt, erzielte ein Kopfballtor. Die Italienerinnen gewannen das Turnier.

„Bewegung hilft“

MARTIN PÖDER, Leiter vom Fitnessbereich der Acquarena, über ein neues Trainingsangebot, das gemeinsam mit dem Verein „Parkinson Aktiv“ entstanden ist.

Herr Pöder, gemeinsam mit dem Verein „Parkinson Aktiv“ bieten Sie im Fitnessbereich der Acquarena ein neues Trainingsprogramm an. Wie ist es entstanden?

Franz Wimmer ist an uns herangetreten, weil er in Eppan/Unterrain und Naturns bereits das Trainingsprogramm „Mit Bewegung gegen Parkinson“ ins Leben gerufen hat. Er wollte das Angebot in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Brixen AG, die die Acquarena bekanntlich führt, auch auf Brixen ausweiten. In unserem Fitnessbereich sind wir dafür bestens ausgerüstet und haben auch bereits Erfahrung mit Parkinsonpatienten. Seit Mitte April läuft das Training.

EISSTOCKSCHIESSEN

Wie sieht das Bewegungstraining für Parkinsonpatienten aus?

Gemeinsam mit der Uniklinik Innsbruck haben wir einen Trainingsplan erstellt, der sich an die Bedürfnisse und Möglichkeiten von Parkinsonpatienten anpasst. Vor allem geht es um Koordination, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Gleichgewicht. Die Übungen zielen darauf ab, die Bewegungsfähigkeit der Patienten durch gezielte Trainingseinheiten beizubehalten und zu stärken, damit Patienten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen können. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Bewegung das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt.

Gelungenes Turnier

Der SV Hohenfurch hat das diesjährige Eisstockturnier gewonnen, das Ende März in Brixen stattfand. Souverän setzte sich die Mannschaft aus Oberbayern gegen ihre Gegner aus Deutschland, Österreich und Südtirol durch. Mit 44 Spielpunkten ließ der SV Hohenfurch der Konkurrenz kaum eine Chance. Platz zwei ging an den ESV Mitterskirchen 1 aus Niederbayern. Bestes Südtiroler Team war SPG Luttach-Girlan, das Rang drei erkämpfte. Es war bereits die 58. Ausgabe des zweitägigen Eisstockturniers, an dem 27 Mannschaften teilnahmen. Die Sektion Eisstock des WSV Brixen, geführt von Raimund Prantner (im Bild), organisierte

auch diesmal ein gelungenes Turnier. Ähnlich wie beim Curling wird beim Eisstockschießen versucht, die Eisstöcke möglichst nah an die Daube – eine kleine Kunststoffscheibe, die als Ziel dient – zu spielen oder die Stöcke der Gegner wegzuschieben. Gewertet wird, welche Mannschaft mit einem oder mehreren Stöcken näher an der Daube liegt als der beste Stock des Gegners. Es gibt Spielpunkte für jede Partie sowie Stockpunkte, die Summe aller gewerteten Stöcke über das gesamte Turnier. Anders als beim Curling gibt es beim Eisstockschießen kein „Wischen“, um die Bahn und die Weite des Wurfs zu beeinflussen. av

Wann findet das Training statt, und wie kann man sich bei Interesse anmelden?

Wir trainieren immer dienstags und freitags von 10 bis 11 Uhr. Der größte Teil der Kosten wird vom Verein „Parkinson Aktiv“ durch Spenden aus der Privatwirtschaft sowie vom Südtiroler Sanitätsbetrieb übernommen; die Teilnehmenden bezahlen einen kleinen Beitrag für das Training. Für alle Parkinsonpatienten, die noch selbstständig Treppen steigen können, ist das Programm geeignet. Sie können sich direkt bei uns melden: entweder telefonisch unter 0472 823663 oder per E-Mail an fitness@acquarena.com. anina.vontavon@brixner.info

Foto: Helmut Moling

Extravaganz, Genuss und Natur

TOURISMUS: Im Rahmen des „Gemeindeentwicklungsprogramms Raum und Landschaft“ hat die Gemeinde Brixen neben den Siedlungsgebieten und der Mobilität auch ein umfassendes Programm für die Entwicklung des Tourismus erarbeitet. Es beleuchtet den aktuellen Stand einer Destination, die in den letzten 20 Jahren bemerkenswert gewachsen ist – und legt fest, wie Brixen bis 2030 und darüber hinaus zur Exzellenz im Alpenraum werden will.

Wer von Brixen spricht, denkt an die Lauben, den Dombezirk, den Weihnachtsmarkt – oder an frischen Südtiroler Weißwein und die Plose mit ihren Wanderwegen und Skipisten. Seit Jahrzehnten zieht die älteste Stadt Tirols Gäste aus nah und fern an, und das seit einigen Jahren in stark wachsender Zahl. Doch wie bei der Mobilität gilt auch im Tourismus: Wachstum allein ist kein Programm. Das zeigt das neue „Programm für die Entwicklung des Tourismus“, das im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprogramms (GEP) von Alois Kronbichler (Kohl+Partner) im Auftrag der Gemeinde Brixen erarbeitet wurde. Es besteht aus zwei Teilen: einer detaillierten Ist-Zustandsanalyse und einem strategischen Programm mit konkreten Zielen, Maßnahmen und Projekten – ein Fahrplan für den Brixner Tourismus bis 2030. Ähnlich wie bei der Mobilität, bei der sich der GEP am bereits im Vorfeld erarbeiteten „Nachhaltigen städtischen Mobilitätsplan“ und am „Biciplan“ orientierte, stammen die

meisten Inhalte des Tourismusteils aus dem Markenstrategiekonzept, das die Brixen Tourismus Genossenschaft bereits 2022 präsentiert hatte.

Eine Destination im Aufwind: die Zahlen

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 verzeichnete die Gemeinde Brixen 840.680 Nächtigungen – das sind 74 Prozent mehr als noch im Jahr 2001, als 484.143 Gästeübernachtungen gezählt wurden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Gästebetten von 4.231 auf heute rund 5.615 in 254 Beherbergungsbetrieben. Die Auslastung liegt bei 41 Prozent, was 150 Vollbelegtagen im Jahr entspricht – ein Wert, der sehr ähnlich dem Südtiroler Durchschnitt von 147 Vollbelegtagen ist.

Die Entwicklung verlief dabei nicht linear. Besonders stark gewachsen ist der nicht-gewerbliche Bereich: Urlaub auf dem Bauernhof und Privatvermieter haben sich seit 2001

QUANTITÄT: Das Tourismusprogramm des GEP ist ambitioniert verdoppelt, die Bettenzahl in diesem Segment stieg um rund 80 Prozent. Im gewerblichen Bereich hingegen reduzierte sich die Anzahl der Betriebe von 83 auf heute 72, während die Bettenanzahl leicht zunahm. Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Die Betriebe werden größer, professioneller und hochwertiger. Von den 72 gewerblichen Betrieben gehören inzwischen 44 der 3- bis 5-Sterne-Kategorie an – das sind immerhin 61 Prozent. Die 1- und 2-Sterne-Betriebe reduzierten sich im selben Zeitraum von 44 auf 14. Mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 47 Betten liegt Brixen auch über dem Südtiroler Schnitt von 41 Betten.

„Never trust your own statistic“ könnte man zweifelnd hinterfragen. In der Tat dürften die genannten Zahlen von 2001 mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht korrekt sein, weil einerseits nicht sichergestellt werden kann, ob vor 25 Jahren alle Hotels in der Meldung ihrer eigenen Bettenanzahl ehrlich waren – von der Auslastung ganz zu schweigen. Halbwegs

konkrete Zahlen über die effektive Anzahl der Betten lieferte erst Arnold Schulers Landesgesetz zur Bettenbegrenzung, wobei man auch hier noch mindestens bis Ende 2026 oder gar 2027 warten muss, bis die endgültigen Zahlen feststehen. Der vorhin genannte Grad der Steigerung der Bettenanzahl und der Auslastung seit 2001 ist in diesem Sinn mit Vorsicht zu genießen.

Ungleich verteilt

Ein Blick auf die geografische Verteilung innerhalb der Gemeinde zeigt interessante Unterschiede: Fast die Hälfte aller Betten (47,6 Prozent) befinden sich im Kerngebiet der Stadt Brixen, während St. Andrä – mit Palmschoß und Mellaun – mit 27,4 Prozent der Betten die meisten Nächtigungen pro Bett verzeichnet. Die Vollbelegtage liegen dort bei 182 und damit deutlich über dem Gemeindegesamtschnitt von 150 Nächten.

Hat also Brixen ein Problem mit dem vielzitierten „OverTourism“? Auch dafür gibt es eine Kennzahl: Der Grad der Tourismusintensität wird errechnet, indem man die Anzahl der jährlichen Nächtigungen in allen Beherbergungsbetrieben zuerst durch 365, dann durch die Bevölkerungszahl teilt. Trotz einiger neuer Hotelbauten am Berg und auch in der Stadt ist Brixens Tourismusintensität (10) noch sehr überschaubar – auch im Vergleich zu anderen Orten. Einige Beispiele: Bruneck (12), Klausen (11), Natz-Schabs (33), Mühlbach (82).

Die kurze Aufenthaltsdauer als Hausaufgabe

Trotz der genannten Wachstumszahlen gibt es einen strukturellen Schwachpunkt, der im Bericht klar angesprochen wird: die kurze Aufenthaltsdauer. Mit durchschnittlich 3,2 Tagen liegt Brixen deutlich unter dem Südtiroler Schnitt von 4,3 Tagen. Ein wesentlicher Grund ist der allgemeine Trend, der nicht nur Brixen betrifft: In den meisten Ferienregionen der Alpen sind die Aufenthalte in den letzten Jahrzehnten kürzer geworden: Gäste reisen häufiger, bleiben dafür weniger lang. Das Programm setzt hier bewusst einen Kontrapunkt: Die Verlängerung der Aufenthaltsdauer ist eines der zentralen strategischen Ziele. Anreize für Gäste, die länger bleiben – etwa über Vorteile bei der Gästekarte oder durch gezielte Nutzung der Ortstaxe – sollen das ändern. Gleichzeitig sollen die Vor- und Nebensaisonen gezielt belebt werden, um Brixen als echte Ganzjahresdestination zu etablieren. Brixen ist touristisch zu allen Jahreszeiten interessant; dieses Vorhaben wird durch gezielte Veranstaltungen und ein ganzjähriges Gästebetreuungsprogramm verfolgt.

Was Brixen stark macht – und wo es hapert

p QUALITÄT STATT

Die SWOT-Analyse des Berichts fasst Stärken und Schwächen der Destination nüchtern zusammen. Auf der Habenseite stehen einige Trümpfe: Brixen ist die Kulturstadt schlechthin im Eisacktal, mit einer historischen Altstadt inklusive der charakteristischen Lauben, der Hofburg, dem Domkreuzgang, dem Pharmaziemuseum und einigen attraktiven Veranstaltungen. Das Water Light Festival, der Weihnachtsmarkt oder das Törggelen in der Herbstsaison sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Nähe zu den Dolomiten und das Skigebiet Plose runden das Profil ab. Hinzu kommen die lokalen Produkte: Brixner Weißwein, Speck, Käse, Obst und Gemüse aus der Region sind nicht nur kulinarische Qualitätsmerkmale, sondern auch touristische Attraktionen. 209 Gastronomiebetriebe sorgen für ein breites Angebot, das vom Törggele-Buschenschank bis zum hochwertigen Restaurant reicht. Und nicht zuletzt: Brixen

Foto: Helmut Moling

H O F E R H O F

M A U L S

Der Hoferhof – ein Wohnkonzept für Jung und Alt Mitten im Dor fzentrum von Mauls, nahe dem Kindergar ten, liegt der Hoferhof –ein wahrer Blickfang!

Das Projekt umfasst 9 Wohnungen in verschiedenen Größen

Jede Einheit hat einen Balkon oder eine Terrasse, teils mit Gar ten, sowie einen großen Kellerraum Tiefgarage und überdachte Außenstellplätze sind ebenfalls vorhanden.

2, 3 - und 4 - Zimmer - Wohnungen

Wohnbeispiel im EG

ist eine vergleichsweise saubere, sichere und gut erschlossene Stadt mit funktionierendem öffentlichem Nahverkehr und guten Fahrradwegen.

Auf der anderen Seite benennt die Analyse auch schonungslos die Schwächen: die Verkehrsbelastung in den Stoßzeiten, der akute Mangel an Mitarbeiterunterkünften, der vor allem Beherbergung und Gastronomie unter Druck setzt, und eine im Vergleich zu anderen Destinationen wenig ausgeprägte Abendunterhaltungsszene. Besonders der Arbeitskräftemangel zieht sich als roter Faden durch das gesamte Programm: Wer keine bezahlbaren Unterkünfte für sein Personal findet, verliert im Wettbewerb um Fachkräfte – eine Herausforderung, die nicht nur den Tourismus, sondern alle Wirtschaftsbereiche betrifft.

Die Vision:

Extravaganz im Alpenraum

Der vielleicht faszinierendste Teil des Dokuments ist die strategische Ausrichtung, die aber im Prinzip auch keine Neuheit darstellt: Wie erwähnt, wurde diese Ausrichtung aus der Markenstrategie entnommen, die bereits 2022 veröffentlicht worden war – mit einem Leitwert, der auf den ersten Blick überraschen mag: „Extravaganz“. Dieser Begriff fungiert als zentrales Markenelement und wird mit den assoziierten Werten Selbstverwirklichung, Genuss, Sinnlichkeit und Nachhaltigkeit kombiniert.

Was bedeutet das konkret? Nicht Extravaganz im Sinne von Luxus oder Protz, sondern im Sinne von Eigenständigkeit und Einzigartigkeit. Brixen soll als eine Destination wahrgenommen werden, die sich nicht in das Schema der durchschnittlichen Alpendestination fügen lässt – eine Stadt, die Geschichte, Kultur, Natur und gelebte Lebensfreude auf unverwechselbare Weise verbindet. Die offizielle Vision lautet: „Brixen ist unverkennbarer, extravaganter Lebensraum für genussvolles Erleben und Momente der Sehnsucht. Durch nachhaltiges und innovatives Handeln ist Brixen für Gäste und Einheimische die Exzellenz im Alpenraum.“ Wer genau angesprochen werden soll, ist ebenfalls klar definiert: Die Brixen Tourismus Genossenschaft setzt auf die sogenannten „Nanos“ als Zielgruppe – Menschen mit einem lebhaften Interesse an Nachhaltigkeit, Aktivität, Natur und Originalität. Als SINUS-Milieu-Pendant hat Brixen Tourismus das „Liberal-intellektuelle Milieu“ identifiziert: Menschen mit liberaler Grundhaltung, postmateriellen Wurzeln, kritischer Weltansicht sowie Affinität zu Kunst und Kultur. Nicht der Massentourist, sondern der bewusst Reisende steht im Fokus.

Seilbahn und Hofburggarten

Das Programm listet eine beeindruckende Fülle an Maßnahmen und Projekten auf, die von sofort umsetzbaren Initiativen bis hin zu langfristigen Infrastrukturprojekten reichen. Drei stechen besonders heraus – auch dies keine besondere Überraschung, denn die Liste wurde ebenfalls aus dem Markenkonzept von 2022 übernommen.

Da ist zunächst die geplante Seilbahnverbindung zwischen der Stadt und dem Berg. Eine direkte Verbindung von Brixen zum Ploseberg wird nach wie vor als eines der wichtigsten Mobilitätsprojekte für den Tourismus eingestuft. Sie würde nicht nur die Verkehrssituation am Berg erheblich entlasten, sondern auch den Zugang zur Plose ohne Auto deutlich erleichtern. Die Maßnahme käme Gästen wie Einheimischen gleichermaßen zugute. Mit einer Priorität von 1-2 galt sie 2022 noch als zeitnah realisierbar – heute weiß man, dass das Projekt noch einige Jahre auf sich warten lassen wird.

Positiver ist die Perspektive zum Hofburggarten, dem zweiten großen Projekt. Das von André Heller konzipierte Gartenkonzept soll bereits 2027 zu einem Highlight Brixens

p Die meisten Beherbergungsbetriebe konzentrieren sich auf das Stadtgebiet: Die Größe der Kugeln stellen die Bettenanzahl dar, die Formen die Art der Betriebe (Gastgewerbe, Zimmervermietung und Ferienwohnungen, Urlaub am Bauernhof) sowie die Farben deren Klassifizierung – 4- und 5-Sterne-Betriebe sind dunkelgelb

Brixen Bressanone

Andere Gemeinden Altri Comuni

ologia

Gastgewerbe

Esercizi alberghieri Zimmerverm etung und Ferienwohnungen

Ur aub auf dem Bauernhof

Agriturismi

Schutzhütte

Druck. Öffnungszeiten wurden reduziert, manche Betriebe ganz geschlossen. Die Gemeinde steht gastronomischen Initiativen grundsätzlich positiv gegenüber und unterstützt innovative Konzepte – etwa Bar und Dorfladen kombiniert, oder Konzepte mit echtem Treffpunktcharakter, besonders

Auftraggeber:

Interessant ist auch das Thema Campingplatz. Brixen verfügt derzeit über keinen eigenen Campingplatz – und das Programm sieht hier klaren Handlungsbedarf. Sobald ein landesweiter Campingplan erarbeitet ist, soll geprüft werden, ob ein Campingplatz mit maximal 100 Stellplätzen im Gemeindegebiet realisiert werden kann. Dabei gelten strenge Vorgaben für die Standortwahl: Keine bewohnten Dorfgegenden, möglichst wenig Verkehrsbeeinträchtigung für Anrainer und eine gute optische Einbindung in die Landschaft werden vorausgesetzt.

Nachhaltigkeit: kein Zustand, sondern ein Weg Eines der zentralen Themen, das sich durch das gesamte Dokument zieht, ist die Nachhaltigkeit. Brixen Tourismus ist bereits GSTC-zertifiziert – das steht für „Global Sustainable Tourism Council“ und ist eine international anerkannte Garantie für nachhaltigen Tourismus. Die Gemeinde hat sich zudem 2024 dem Klima-Gemeinde-Programm des Landes

Im Bereich der touristischen Betriebe setzt das Programm auf schrittweise Zertifizierung: Neue gewerbliche Betriebe werden verpflichtet, sich spätestens 24 Monate nach Betriebseröffnung durch ein Nachhaltigkeitszertifikat ausweisen zu lassen. Für bestehende Betriebe wird die Zertifizierung empfohlen. Bis 2030 sollen mindestens 25 Prozent der Be herbergungsbetriebe zertifiziert sein. Konkrete Maßnahmen reichen von der Förderung erneuerbarer Energien und Wasser-

effizienz über die Reduktion von Lebensmittelverschwendung bis hin zur Bevorzugung lokaler Lieferanten.

Auch die CO₂-Bilanz von Brixen Tourismus selbst steht im Fokus: Im Rahmen des Klimaneutralitätsbündnisses mit „turntozero“ misst die Tourismusgenossenschaft ihren eigenen CO₂-Fußabdruck jährlich und kompensiert ihn durch entsprechende Projekte. „Nachhaltigkeit ist kein Zustand, sondern ein Weg, der vor uns liegt und gemeinsam gegangen werden muss“, heißt es treffend im Bericht.

Qualität statt Masse: die Bettenpolitik

Dass Brixen laut dem Landesentwicklungskonzept LTEK 2030+ als „touristisch entwickelte Gemeinde“ eingestuft ist, hat

p Brixen ist laut SWOT-Analyse mit seiner historischen Altstadt die Kulturstadt schlechthin im Eisacktal

direkte Konsequenzen für die Bettenpolitik. Das Programm definiert klare Entwicklungsziele: Die Gesamtzahl der Betten soll grundsätzlich gehalten und nicht ausgebaut werden.

Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus Tourismusentwicklung endet nicht an der Gemeindegrenze – das ist eine der Kernbotschaften des Programms. Brixen arbeitet im Rahmen des Projekts „Brixen Dolomites“ intensiv mit den benachbarten Tourismusorganisationen GitschbergJochtal, Klausen und Umgebung sowie Natz-Schabs zusammen. Ziel ist eine stärkere Internationalisierung und eine bessere Vermarktung der Gesamtregion. Acht Themenfelder werden seit 2025 gemeinsam bearbeitet – von Ski & Winter über Bike bis hin zu Nachhaltigkeit.

In diesem Zusammenhang ist auch die Erreichbarkeit ein zentrales Thema. Mit dem Bau der Riggertalschleife und des Brenner-Basistunnels wird Brixen in den nächsten Jahren mit dem Zug deutlich besser erreichbar sein. Diese Infrastrukturverbesserungen sollen genutzt werden, um die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aktiv zu fördern und zu bewerben – auch über die Gästekarte und gezielte Kooperationen mit Nachbargemeinden.

„Worte interessieren mich nicht, wenn Taten nicht folgen!“

Das neue Tourismusprogramm der Gemeinde Brixen ist ein ambitioniertes Dokument. Es setzt auf Qualität statt Quantität, auf Nachhaltigkeit statt Wachstum, auf Zusammenarbeit statt Einzelkämpfertum. Es benennt Stärken und Schwächen mit seltener Offenheit und gibt eine klare Richtung vor: Brixen soll eine unverwechselbare Destination werden, die nicht nur Gäste anzieht, sondern auch die Lebensqualität der Einheimischen schützt und verbessert.

Wie viele der beschriebenen Maßnahmen bis 2030 tatsächlich umgesetzt werden, hängt naturgemäß von politischem Willen, finanziellen Möglichkeiten und dem Engagement aller Beteiligten ab – von der Gemeinde über die Tourismusgenossenschaft bis hin zu den einzelnen Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben. Nicht zufällig schließt das Programm mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Worte interessieren mich nicht, wenn Taten nicht folgen!“ Ein Satz, der in seiner Schlichtheit mehr sagt als jeder Strategieplan.

willy.vontavon@brixner.info

„Beide Täler teilen dieselbe Vision“

INTERVIEW: Am 1. Jänner haben sich die Tourismusorganisationen von Lüsen und Villnöß zusammengeschlossen und treten nun unter der gemeinsamen Marke „Odles Slow Dolomites“ auf. Direktor KLAUS MESSNER spricht über die Gründe der Fusion, die konkreten Ziele sowie die Resonanz bei Gästen und Einheimischen.

Klaus Messner, Direktor von „Odles Slow Dolomites“: „Der Gast soll das Ursprüngliche unserer Destination spüren“

Herr Messner, wann entstand der ursprüngliche Gedanke für den Zusammenschluss zwischen dem Tourismusverein Lüsen und der Tourismusgenossenschaft Villnöß, und welche ausschlaggebenden Beweggründe gab es für diese Entscheidung?

KLAUS MESSNER: Vielleicht lässt es sich in einem Satz zusammenfassen: Der Beweggrund war die Erkenntnis, dass zwei Täler dieselbe Vision teilen und gemeinsam stärker sind. Uns war bewusst, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten aufweisen: Beide Tourismusorganisationen wa

ren strukturell in etwa gleich groß, bedienten dieselbe Gästeschicht mit Wandern als Hauptfokus und sind energieautark. Erste Fusionsversuche gab es bereits 2007. Den entscheidenden Anstoß gab schließlich die gesetzlich vorgesehene Neuordnung kleinerer Tourismusorganisationen: Wir wollten nicht abwarten, bis die Veränderung per Gesetz kommt, sondern proaktiv eine neue Marke aufbauen. Denn auf dem Papier ist eine Fusion relativ einfach umzusetzen – wenn man aber wirklich eine neue Marke konzipieren will, ist das weitaus aufwändiger. Uns

war aber bewusst: Wenn wir alle Bereiche abdecken wollen, die den modernen Tourismus prägen, gelingt das in der gemeinsamen Struktur schlicht besser.

Wie kam es zur Definition des Namens „Odles Slow Dolomites“? „Odles“ bezeichnet unsere Berggruppe auf Ladinisch und verbindet beide Täler geografisch in einem Begriff. Da wir als alpine Region im Bereich Aktivitäten am Berg weltweit eine tragende Rolle spielen wollen, brauchten wir einen Begriff, der im Deutschen, Italienischen und Englischen gleich wirkt. Zugleich liefert er eine klare geografische Verortung: Der Gast weiß schnell, wo er sich ungefähr befindet. Mit dem Zusatz „Slow Dolomites“ grenzen wir uns bewusst von den „normalen“ Dolomiten ab: Wir sind eine Region ohne großflächige Aufstiegsanlagen, die nicht primär auf Wintersport setzt und touristisch langsamer gewachsen ist als andere Gebiete.

Welche Eigenheiten bringen Lüsen und Villnöß als Destinationen mit,

und welche Synergien können genutzt werden?

Das Kernprodukt und Hauptthema ist in beiden Tälern identisch: Wandern vom Mittelgebirge bis ins Alpine. „Slow Dolomites“ ist der rote Faden, der sich durch die gesamte Marke und alle Produkte zieht. In der Produktentwicklung wollten wir zudem dem Nachhaltigkeitsprogramm Südtirols nachkommen. Villnöß war die erste „Slow Food Travel“-Region Südtirols, und in Lüsen haben wir mindestens zehn Betriebe identifiziert, die dieselben Voraussetzungen erfüllen. Innerhalb der ersten drei Monate ist uns dieser Schritt gelungen: Der neue Verein „Slow Food Travel Odles“ bündelt diese Betriebe bereits. Die Herstellung, die Produkte selbst und die Sichtbarkeit der Höfe, auf denen der Gast sehen kann, woher die Rohstoffe stammen, wurden damit auf eine gemeinsame Ebene gebracht. Eine weitere Produktschiene ist das „Wandern zu allen Jahreszeiten“: Beide Täler veranstalten wöchentliche Schneeschuhwanderungen und sind auch hier bereits gut angeglichen. Seit dem 1. Dezember 2025

LIVE IN CONCERT

Fotos: Oskar Zingerle

teilen wir zudem dieselbe Gästecard, die nun „Odles Slow Dolomites Card“ heißt. Während in Villnöß das Angebot an Mobilität vielleicht noch etwas besser ausgebaut ist als in Lüsen, kämpft Villnöß dafür im Gegensatz mit dem Thema Tagestourismus, an dem gezielt gearbeitet werden muss.

Stichwort Tagestourismus: Villnöß leidet unter Besucherströmen an einigen Hotspots, Lüsen ist ruhiger. Wie geht man damit um?

Auf die Strategie und Markenphilosophie wirkt sich das nicht aus, aber es erfordert klare operative Maßnahmen. Da wir uns als „Slow Dolomites“ präsentieren, müssen wir natürlich alles dafür tun, auch so erkennbar zu werden. Wir verfügen über Konzepte zur Gästelenkung und Entzerrung von Besucherströmen, eine klare Parkraumbewirtschaftung sowie Reservierungssysteme für stark frequentierte Zugänge. Im Naturpark Zans funktioniert die Besucherlenkung bereits seit Jahrzehnten recht gut; ähnliche Konzepte werden nun für St. Magdalena in Kooperation mit der Gemeinde entwickelt. Mit

Mehr Infos:

klaren Reservierungssystemen müssen Zugänge so buchbar gemacht werden, dass man den Ansturm unter Kontrolle bekommt. Da solche Schritte in der Projektierung eine lange Anlaufzeit haben, setzen wir derzeit alle bereits möglichen kurzfristigen Lösungen um. Parallel arbeiten wir an einer besseren Busanbindung zum Naturpark Zans im Halbstundentakt – so wie es Richtung Würzjoch bereits Realität ist.

Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht auf ökologische Aspekte. Wie profitiert die lokale Bevölkerung konkret vom Zusammenschluss?

Das Projekt „Slow Food Travel“ hat sich als ideales Instrument auch für die lokale Wirtschaft erwiesen. Wir sehen die Ergebnisse in den Menüs der Gastronomiebetriebe und in unseren Spezialitätenwochen. Derzeit arbeiten über 30 lokale Produzenten mit der Gastronomie vor Ort zusammen – auch wenn ihre Produkte im Einkauf teurer sind als im normalen Handel. Nach einer kurzen Anlaufzeit hat die Gastronomie erkannt, dass sie diese Qualität auf der Karte entsprechend ausprei-

sen kann. Auch bei den Produzenten war ein Umdenken nötig, um den Betrieben eine verlässliche Menge garantieren zu können. Wo Einheimische unter dem Tagestourismus leiden, wollen wir gezielt Ausgleich schaffen – etwa durch die Buchbarkeit oder den Gratis-Zugang zu den Parkplätzen sowie Mitarbeitervorteile in den Betrieben.

„Odles Slow Dolomites“ ist Südtirols erste zertifizierte „Slow Food Travel“-Destination. Was bedeutet das konkret, und wie gestaltet sich der Ablauf in den teilnehmenden Betrieben?

„Slow Food Travel“ ist ein Unterprodukt von „Slow Food“. Mit dem Villnösser Brillenschaf und dem Geisler Rind verfügen wir über zwei anerkannte Präsidien. Bei „Slow Food Travel“ begibt sich der Gast auf die „Reise zu den Wurzeln des guten Geschmacks“. Für die Zertifizierung gibt es präzise Kriterienkataloge für Restaurations- und Unterkunftsbetriebe sowie Lebensmittelproduzenten, die international für verschiedene Regionen ausgearbeitet werden. Unser Katalog ist

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Klaus Messner: „Der asiatische und der amerikanische Markt steigen – Märkte, die wir derzeit gar nicht bewerben“

eine Mischung aus der italienischen und der Kärntner Version und wurde von „Slow Food Italia“ anerkannt. Zu den konkreten Kriterien zählt unter anderem die Nutzung von Produkten aus der unmittelbaren Umgebung. Jeder Betrieb muss sich jährlich fortbilden und einen sogenannten Erlebnisbaustein anbieten: Der Gast kann der Herstellung typischer Produkte – etwa des Bauernbrots – direkt beiwohnen, sie verkosten und erwerben, und er findet sie im Idealfall am Esstisch wieder. Der Hof wird zur Bühne;

Der globus Kids Club ist unser kostenloses Loyalty-Programm für Familien mit Kindern von 0-12 Jahren, die Mode lieben und gemeinsam etwas erleben möchten.

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der Gast erhält einen echten Bezug zum Produkt.

Gibt es eine bestimmte Zielgruppe, die durch die neue Präsentation auf dem Markt vermehrt angesprochen werden soll?

Wir versuchen, in erster Linie einen europäischen Gast anzuziehen, auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Diese Philosophie findet sich natürlich auch im Werbebudget und in der Positionierung der Werbung wieder. Derzeit betreiben wir die Kommunikation gemeinsam mit der IDM; in Zukunft werden wir sie vermehrt autonom abwickeln. Uns ist bewusst, dass wir in einem Spannungsfeld liegen, was den internationalen Tourismus anbelangt. Villnöß beispielsweise verzeichnet 60 verschiedene Nationalitäten im Jahr. Wir wissen auch, dass beispielsweise der asiatische und amerikanische Markt steigen – Märkte, die wir ja derzeit gar nicht bewerben. Man hat also nicht alles selbst in der Hand. Im Allgemeinen möchten wir aber Menschen mit Naturverständnis anziehen, die das Produkt „gute Küche“ und den Genuss mit regionalen Produkten attraktiv finden und sich darüber hinaus gerne in der freien Natur bewegen. Interessant ist, dass unsere Gästeschicht sich konstant verjüngt: Die Klientel hat sich bei uns tendenziell von älteren Gästen zu jungen Familien und Paaren im Alter von 25 bis 40 Jahren entwickelt. Die Italiener bleiben weiterhin wichtige Gäste, die auch etwas „dolomitenaffiner“ sind. Zu billiger und schneller Tourismus ist auch nicht in unserem Sinn, weil er nicht mit unseren Werten der Entschleunigung und Qualität übereinstimmt.

Welche Eindrücke sollen Gästen und Besuchern nach einem Aufenthalt im Einzugsgebiet in Erinnerung bleiben?

Der Gast soll das Ursprüngliche unserer Destination spüren – dass die Bevölkerung vor Ort mit der Natur und den Traditionen verbunden ist, und dass es bei uns etwas langsamer zugeht als im alltäglichen Berufsleben gewohnt. Dabei müssen wir insbesondere darauf achten, dass die Menschen vor Ort auch offen für alle Gästegruppen sind und bleiben – speziell dann, wenn sich sehr viele Touristen auf einen Punkt konzentrieren. Das optimale Szenario wäre, dass niemand Berührungsängste hat und sich mit allen Gästen unterhalten kann. Das geht vielleicht nicht von

heute auf morgen, aber wir werden auch intern proaktiv dazu beisteuern, dass uns dies in Zukunft immer besser gelingt.

Welche organisatorischen Veränderungen brachte die Fusion auf administrativer Ebene mit sich?

Die erste Änderung war struktureller Natur: Lüsen war ein Verein, Villnöß eine Genossenschaft – jetzt sind wir eine Genossenschaft. Im Verwaltungsrat sitzen je sieben Vertreter aus Lüsen und Villnöß sowie eine frei wählbare Person. Die Präsidentschaft wechselt im Drei-Jahres-Rhythmus zwischen den Orten; die jeweils andere Seite übernimmt die Vizepräsidentschaft. Derzeit ist Michael Messner der Präsident, Lukas Hinteregger sein Vize. Zusätzlich gibt es eigenständige Ortsgruppen mit klaren Geschäftsordnungen –das ist sehr wichtig für die Entwicklung spezifischer Projekte, denn es braucht Menschen vor Ort, die das lokale Wissen einbringen und die Beziehungen kontinuierlich pflegen. Dabei sind sehr klare Regelungen immer essenziell, insbesondere in finanzieller Hinsicht – und das gelingt uns bereits gut.

Wie haben die Mitgliedsbetriebe und die lokale Bevölkerung auf den Zusammenschluss und die neue Marke reagiert?

Kurzfristig geht es darum, das Produktangebot zu homogenisieren: gleiche Ausgangslage für alle Betriebe, Ausbau der Mobilität und der internen Kommunikation. Langfristig soll die Marke so etabliert werden, dass Gäste nach einigen Jahren wirklich wissen, wofür „Odles Slow Dolomites“ steht. Dann steht natürlich der Ausbau aller Nachhaltigkeitsthemen auf dem Programm, da wir überzeugt sind: Je klarer wir unsere Ziele im Sinne der Nachhaltigkeit definieren, umso besser können wir dies auch nach außen kommunizieren. Geplant ist auch eine engere Kooperation mit Nachbardestinationen im Rahmen der Gästecard, wofür eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet wird.

Welche Entwicklungsstrategie verfolgt die neue Organisation in Bezug auf die Bettenanzahl?

Villnöß hat bei 2.600 Einwohnern derzeit 1.600 Betten – deutlich weniger als in vergleichbaren Destinationen, wo die Bettenzahl mindestens der Einwohnerzahl entspricht. Es entstehen noch ein Hotel in Zans und zwei in St. Magdalena; danach greift die Bettenbegrenzung, zumindest nach den derzeitigen Regelungen. Geringe Erweiterungsmöglichkeiten gäbe es noch durch „Urlaub auf dem Bauernhof“-Betriebe, aber hier sprechen wir – wenn überhaupt – von zusätzlichen 50 Betten. Wir haben meiner Meinung nach derzeit auch keinen größeren Bedarf. Wenn wir erhalten, was wir haben, die Qualität sichern und die Betriebe auch mal einige Wochen im Jahr schließen, um der Natur eine Ruhephase zu gönnen, sind wir auf einem guten Weg.

22.05. - 31.05.2026

Das ist sehr unterschiedlich. In der jüngeren Schicht wurde die neue Marke auf jeden Fall sehr positiv aufgenommen. Auch unsere 170 Mitglieder haben natürlich Bekannte und Verwandte, die die Marke leichter mittragen und verstehen. Die Produktfindung wurde in einer Steuerungsgruppe vollzogen, in der alle sozialen Schichten sowie die Gemeinde, der Naturpark und verschiedene Verbände vertreten waren. Wir merken am Feedback der Bevölkerung auf jeden Fall, dass die Marke gefällt, aber noch etwas zu wenig bekannt ist – nach wenigen Monaten ist das auch verständlich. Jedoch beginnen die Menschen so langsam, die Marke zu verfolgen; das ist ja eigentlich das Ziel, das wir erreichen wollten. Auch das Thema Finanzierung ist sehr wichtig für uns. Für mich war immer klar: Es gibt eigens definierte Konten, und alles, was vor Ort erwirtschaftet wird, wird auch vor Ort wieder investiert.

Welche Ziele wurden für die erste Phase definiert, und wie sieht die Entwicklung der Bettenkapazitäten aus?

Welches Fazit lässt sich nach etwas mehr als drei Monaten ziehen?

Von Stammgästen haben wir bereits positive Rückmeldungen und interessante Fragen zur Fusion erhalten. Für alle anderen ist ein Fazit noch zu früh – wir sind in erster Linie eine Sommerdestination, und die Buchungen liefen bis vor Kurzem noch über die jeweiligen Websites der beiden Orte. Wir merken aber das wachsende Interesse vor Ort: Einwohner informieren sich aktiv, frühere Verwaltungsratsmitglieder erkundigen sich nach dem Stand der Dinge. Intern laufen die Abläufe gut, da Strukturen und Zuständigkeiten bereits im Vorfeld der Fusion klar definiert wurden.

sandra.unterkofler@brixner.info

Genießen Sie den Frühling von seiner genussvollsten Seite: Zarter Spargel, frischer Fisch und feine Aromen treffen auf entspannte Wohlfühlmomente im Stafler. Ein Kurzurlaub für alle Sinne – kulinarisch, erholsam und einfach besonders.

Gesundheit ganzheitlich gedacht

BETRIEBSPORTRAIT: Mit einem ganzheitlichen Ansatz und einem starken Netzwerk aus Experten verfolgt Omnia Physio ein klares Ziel: Menschen physiotherapeutisch zu begleiten und ihre Lebensqualität nachhaltig zu steigern – individuell, evidenzbasiert und mit einem klaren Blick auf den gesamten Menschen.

Als Meinrad Vigl, Armin Harrasser und Davide Lorenzi ihre Praxis gründeten, war ihnen eines sofort klar: Moderne Therapie darf sich nicht nur auf einzelne Beschwerden konzentrieren, sondern muss den Menschen als Ganzes sehen. Genau daraus entstand die Idee hinter Omnia Physio. Die drei Gründer der Praxis in Vahrn wollten bewusst neue Wege gehen. Ihr Anspruch: Therapie, die wirklich beim Patienten ankommt und sich an seinen Bedürfnissen orientiert. Von Anfang an spielte dabei auch die schnelle Verfügbarkeit eine entscheidende Rolle: „Kurze Wartezeiten sind wichtig für den Therapieerfolg und das Wohlbefinden. Deshalb haben wir unser Team Schritt für Schritt erweitert, um die nötige Behandlungsfrequenz sicherzustellen und jedem Patienten eine kontinuierliche Betreuung durch spezialisierte Therapeuten zu bieten“, erklärt Armin Harrasser.

Therapie im Wandel

Physiotherapie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Während früher oft einzelne Methoden im Fokus standen, zeigt die moderne Forschung: Beschwerden entstehen meist durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Genau hier setzt Omnia Physio an – mit einem Ansatz, der weiter denkt. Neben klassischer Physiotherapie und aktivem Training werden auch Ernährung, mentale Faktoren, Belastungssteuerung, Regeneration und Lebensstil in die Therapie einbezogen. Ziel ist es, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern die Ursachen zu verstehen und langfristig etwas zu verändern. Gleichzeitig lernen Patienten, ihren Körper besser wahrzunehmen und aktiv an ihrer Gesundheit zu arbeiten.

Multidisziplinär und vernetzt

Ein Schlüssel zum Erfolg ist die enge Zusammenarbeit im Team und darüber hinaus. Omnia Physio arbeitet nicht nur intern abgestimmt, sondern auch mit externen Spezialisten und internationalen Partnern zusammen. So bekommt jeder Patient genau die Betreuung, die er braucht.

Auch der Alltag spielt eine wichtige Rolle: „Viele Faktoren, die unsere Gesundheit beeinflussen, passieren außerhalb der Therapie. Deshalb beziehen wir das gesamte Lebensumfeld unserer Patienten mit ein“, sagt Davide Lorenzi. Armin Harrasser ergänzt: „Wir verbinden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit individueller Betreuung – das ist unser Anspruch.“ Ein großer Vorteil ist dabei die durchgehende Begleitung. Gerade nach Operationen oder bei

längeren Reha-Prozessen profitieren Patienten davon, nicht ständig den Anbieter wechseln zu müssen. Innerhalb der Praxis greifen die einzelnen Bereiche nahtlos ineinander – ohne Informationsverlust und ohne Neustart.

Qualität durch Spezialisierung und Innovation

Bei Omnia Physio steht Qualität an erster Stelle. Alle Therapeuten bilden sich regelmäßig weiter –national und international – und bringen neue Impulse direkt ins Team ein. Gleichzeitig spezialisiert sich jeder in bestimmten Bereichen, um höchste Qualität zu gewährleisten. Zusätzlich arbeitet die Praxis eng mit internationalen Partnern zusammen und nutzt moderne Geräte sowie innovative Therapiekonzepte, an deren Entwicklung sie teilweise selbst beteiligt ist. Dieses Know-how wird

nicht nur angewendet, sondern auch weitergegeben: Omnia Physio organisiert und hält regelmäßig Kurse und Fortbildungen weltweit. Dass das Konzept funktioniert, zeigt sich an der Nachfrage: Neben regionalen Patienten werden auch Menschen aus dem Ausland betreut – darunter Hochleistungssportler. Gleichzeitig bleibt der Anspruch klar: „Für uns ist es genauso wichtig, einem älteren Menschen zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verhelfen wie einen Sportler auf seinem Niveau zu unterstützen“, betont das Team.

Trotz des breiten Angebots ist den Gründern bewusst, dass nicht jede Fragestellung intern optimal abgedeckt werden kann. In solchen Fällen greift das Netzwerk aus spezialisierten Partnern. „Wenn wir wissen, dass ein anderer Experte besser helfen kann, verweisen wir unsere Patienten gezielt weiter.

Das Team von Omnia Physio setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und moderne Therapieansätze, um Patienten ganzheitlich zu betreuen

Unser Ziel ist immer die bestmögliche Lösung für den Einzelnen“, betont Harrasser.

Helfen als Antrieb

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Egal ob Alltag, Sport oder Rehabilitation – entscheidend ist, dass Patienten wieder das tun können, was ihnen wichtig ist. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn Menschen ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückgewinnen“, sagt Vigl. „Das beste Ergebnis ist für uns, wenn Patienten uns irgendwann nicht mehr brauchen, weil sie ihre Beschwerden nachhaltig in den Griff bekommen haben“, ergänzt Lorenzi. Ganz im Sinne ihrer Mission: Lebensqualität verbessern – ganzheitlich, nachhaltig und mit einem 360-Grad-Blick auf Gesundheit.

Aktive Rehabilitation ist ein zentraler Bestandteil des ganzheitlichen Behandlungskonzepts

Omnia Physio Therapy Training

Team: acht multidisziplinäre Experten

Leistungsspektrum:

• Physiotherapie

• Manuelle Lymphdrainage

• Manuelle Therapie

• Osteopathie

• Faszientherapie

• Stoßwellentherapie (radiär & fokussiert)

• Human Tecar Therapy

• Sportphysiotherapie

• Craniomandibuläre Therapie (CMT)

• Rehatraining

• Neuroathletiktraining

• „BlackBoard“-Training

• Spiraldynamik

• Testbatterien (VALD-Performance)

Löwecenter, 3. Stock Eisackstraße 1 39040 Vahrn

Tel. 0472 055030; 328 0048287 info@omnia-physio.it

Bei Omnia Physio steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt der Therapie

Die Zukunft der Immobilienverwaltung

BETRIEBSPORTRAIT: Zwei Unternehmen, ein Ziel: Mit der Übernahme der Kondominium KG wird Vewa zu einem der führenden Kondominiumverwalter Südtirols – digital, innovativ und nah am Menschen.

Andreas Gschnitzer: „Wir wollen Immobilienverwaltung einfacher, moderner und für alle zugänglich machen“

Was als Zusammenarbeit begann, entwickelt sich jetzt zu einem neuen bedeutsamen Schritt für die Branche: Vewa und Kondominium KG gehen von nun an gemeinsame Wege.

Gegründet wurde Vewa Anfang 2021 von den zwei Brixnern Andreas Gschnitzer und Damian Kerschbaumer. Von Anfang an haben sie eng mit Kondominium KG zusammengearbeitet. Genaugenommen war es der Geschäftsführer Christian Rottonara, der sie auf die Idee gebracht hatte, das Unternehmen zu gründen: Er sah nämlich damals schon, dass es in dieser Branche einen Mangel an jungen und motivierten Verwaltern gab und dass er selbst und seine Kollegen früher oder später ihren Platz abgeben würden. „Wir wussten damals selbst nicht wirklich, was wir

taten“, schmunzelt Mitbegründer Damian Kerschbaumer heute. Das Unternehmen Kondominium KG ist älter als die zwei Gründer von Vewa, und Christian Rottonara und Matthias Fischnaller haben von Anfang an tatkräftig bei den vielen Fragen geholfen, die einen Kondominiumverwalter tagtäglich beschäftigen. Die zwei Unternehmen haben sich immer schon ergänzt – die jahrelange Erfahrung der Kondominium KG mit den neuen Ideen und neuem Schwung von Vewa.

Erfahrung trifft Zukunft

Wie so oft kommt dann irgendwann der Zeitpunkt, an dem eine Generation der nächsten das Zepter übergibt – und dieser Moment war

Anfang dieses Jahres. Vewa hat sich inzwischen im Bereich der Kondominiumverwaltung als vertrauenswürdiges Unternehmen etabliert und betreut mittlerweile knapp 200 Kondominien, davon 100 in Brixen. Damit bewegen sie sich schon in der gleichen Größenordnung wie Kondominium KG, die ebenfalls um die 200 Kondominien betreut, fast ausschließlich in Brixen und Umgebung. Um sich nicht gegenseitig in die Quere zu kommen, entschlossen sie im Oktober den Zusammenschluss. Das gemeinsame Unternehmen wird unter dem Namen Vewa weiterbestehen, mit Andreas Gschnitzer und Damian Kerschbaumer in der Geschäftsführung, während Matthias Fischnaller in seiner Position als Verwalter weitermachen und Chris-

Gemeinsam in die Zukunft: Damian Kerschbaumer, Christian Rottonara, Andreas Gschnitzer und Matthias Fischnaller (von links) bündeln Erfahrung und Innovation
Fotos: Oskar Zingerle

Die

tian Rottonara mehr in der internen Verwaltung tätig sein wird. Mit den knapp 400 Kondominien, insgesamt 6.500 bis 7.000 Wohnungen, wird Vewa damit zu einem der größten Kondominiumverwalter Südtirols.

Digitalisierung als zentraler Antrieb

„Die Branche der Kondominiumverwaltung hat den digitalen Umschwung noch vor sich. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen diese Sparte

Damian Kerschbaumer: „Unser Anspruch ist es, Verwaltung neu zu denken – digital, transparent und nah am Menschen“

modernisieren, digitalisieren und für alle Menschen einfach zugänglich machen“, so Gschnitzer. Kerschbaumer fügt hinzu, dass dieser Grundgedanke sie von Anfang an begleitet hat: „Digitalisierung war uns immer wichtig. Wir wollten nie alle Unterlagen ausschließlich auf Papier, sondern von überall aus Zugriff auf wichtige Daten und Dokumente haben.“ Das ist nicht nur für die Verwalter wichtig: Vewa hat auch eine App programmiert, die den Kunden helfen soll, den Überblick zu behalten.

Der Verwalter als „Buon Padre di Famiglia“

Der Beruf des Kondominiumverwalters hat in der Öffentlichkeit nicht den besten Ruf – das ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, warum immer noch der Nachwuchs in der Branche fehlt. „Das Berufsbild wieder aufzupäppeln, liegt uns natürlich am Herzen“, sagt Kerschbaumer. „Wir möchten als Verwalter eine Vertrauensperson sein, die einen Mehrwert bringt und eine Daseinsberechtigung hat.“ Ihre Priorität ist es, nicht einfach nur Buchhalter der Immobilie zu sein, sondern auch stärker in Richtung technische Abwicklung und Koordination zu arbeiten. Und genau darin liegt heute oft der Fehler: Viele schätzen den Verwalter als reinen

Vewa GmbH

Brennerstraße 21 39042 Brixen

Tel. 0472 694 382 info@vewa.it

Standorte in Brixen, Sterzing, Kastelruth und Bozen

Team: 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Anzahl Immobilien: 6.500 bis 7.000

Bürozeiten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr Freitag von 8 bis 12 Uhr

Buchhalter ein, aber das effektive Berufsbild ist um einiges vielseitiger. Man muss sich auch mit rechtlichen und technischen Problemen auseinandersetzen und hat mit vielen Gewerken zu tun. „Schlussendlich geht es uns darum, Menschen weiterzuhelfen und gemeinsam mit ihnen an der Werterhaltung der Immobilie zu arbeiten. Deshalb bringen wir auch proaktiv Vorschläge, wie ein Kondominium verbessert werden kann,“ so Gschnitzer. Beispielsweise sagen die beiden, dass einer der wichtigsten Aspekte, und gleichzeitig einer der am meisten vernachlässigten eines Kondominiums das Treppenhaus ist: „Das ist der erste Berührungspunkt, den die Leute mit dem Gebäude, in dem man lebt, haben. Wenn man dort keinen schönen Eindruck hinterlässt, ist das Gesamtbild gleich am Anfang negativ“, führt Kerschbaumer aus. Vewa arbeitet auch eng mit vielen Handwerkern zusammen, um bei Problemen schnellstmöglich eingreifen zu können. Um dabei so objektiv wie möglich die beste Entscheidung mit dem Kunden treffen zu können, verzichten sie auf jegliche Provision: „Mit Provision ist es kein ehrliches und transparentes Zusammenarbeiten. Wir wollen unseren Kunden nur die Leistungen vermitteln, die sie auch wirklich brauchen“, sagt Kerschbaumer. „Auf Italienisch nennt

man den Verwalter oft ‚Buon Padre di Famiglia‘, weil er auf alles schaut, alles im Blick hat und für alle nur das Beste will. So fühlen wir uns auch. Wir arbeiten im besten Wissen und Gewissen für unsere Kunden“, ergänzt Gschnitzer.

Fusion: für Kunden kaum Veränderungen

Für die Kunden der Kondominium KG und von Vewa ändert sich jetzt durch die Fusion so gut wie nichts – die Übergabe wird im Laufe dieses Jahres fließend passieren und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Im Zuge dessen wird das Unternehmen im Frühherbst auch seinen Sitz wechseln und von den getrennten Büros in der Brennerstraße in das neue, größere und modernere Büro in der Dantestraße ziehen. „Wir sind auch immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitenden, die unser Team ergänzen. Auch wenn gerade vielleicht keine passende Stelle ausgeschrieben ist, freuen wir uns immer über Initiativbewerbungen“, sagen die zwei Geschäftsführer. Ihr Ziel ist es vorerst, dieses Jahr erfolgreich abzuschließen und gemeinsam weiter daran zu arbeiten, die Qualität in der Branche der Immobilienverwalter weiter zu erhöhen und bestmöglich für ihre Kunden zu arbeiten.

neue Geschäftsführung von Vewa: Andreas Gschnitzer und Damian Kerschbaumer gestalten die Zukunft der Immobilienverwaltung

EISACKTAL

Winzer und Wirte arbeiten zusammen

Ein Weißwein als verbindendes Element zwischen Weinkeller und Küche: Mit dem Projekt „Sylvaner Teller“ haben 14 Gastbetriebe des Eisack- und Wipptals gemeinsam mit den Eisacktaler Weinproduzenten eine Initiative gestartet,

KURZ NOTIERT

die den Schulterschluss zwischen beiden Branchen in den Mittelpunkt stellt. So findet sich bis Ende Mai auf den Speisenkarten der beteiligten Gastbetriebe auch ein eigens kreiertes Gericht, das die Charakteristik des Eisacktaler Sylvaners unterstreicht und mit einem Glas aus den Kellern von 17 Eisacktaler Weinproduzenten besonders gut harmoniert. Die Grundidee der Initiative stammt von Manni Nössing; das Konzept wurde vom Grödner Spitzenkoch Armin Mairhofer erarbeitet und vom Verein „eisacktalWein“ umgesetzt. Kürzlich wurde die Initiative im Hotel Elephant präsentiert: „Der Sylvaner liegt uns Eisacktaler Produzenten besonders am Herzen“, erklärte Obmann Peter Wachtler. Dass die Kooperation Früchte trägt, zeigten die

UMWELT

Müll sammeln, Natur entlasten

310 Kilogramm in rund 50 Säcken Müll sammelten Freiwillige auf dem Pfeffersberg kürzlich innerhalb eines einzigen Vormittags. Die Feuerwehren von Tils und Tschötsch hatten gemeinsam mit weiteren Vereinen vom Pfeffersberg diese Müllsammelaktion ins Leben gerufen, um der Natur etwas Gutes zu tun. Insgesamt beteiligten sich rund 90 Freiwillige aus der Umgebung an der Aktion und suchten in Straßengräben, Böschungen, Wanderwegen und Waldabschnitten nach unsachgemäß entsorgtem Müll, weggeworfenen Verpackungen und anderen achtlos zurückgelassenen Gegenständen. Auch viele Kinder packten fleißig an. Die Stadtwerke Brixen unterstützten die Aktion logistisch und sorgten für die fach-

Bei der Jahresversammlung der HGV-Ortsgruppe Brixen wurde über die touristische Entwicklung der Stadt, die Rahmenbedingungen für die Betriebe sowie über Zukunftsthemen wie Mobilität, Mitarbeiterunterkünfte, Internationalisierung und künstliche Intelligenz gesprochen.

teilnehmenden Wirte: von der leichten Vorspeise bis zum Hauptgericht und einer Praline – alles ist abgestimmt auf den „stillen Star der Weinszene“, wie Hans Terzer, der Kellermeister der Kellerei St. Michael-Eppan, den Sylvaner im Zuge der Präsentation nannte. Während in Südtirol insgesamt der Weißweinanteil seit den Neunzigerjahren von rund 37 auf über 65 Prozent der Anbaufläche gewachsen ist, hat der Sylvaner im Vergleich zu trendigeren Sorten wie Kerner oder Grüner Veltliner an Boden verloren. Dabei passt der „Geheimtipp“ hervorragend zur regionalen Küche – etwa zu Spargel, Forelle, Saibling, Speckknödeln, Käse aus dem Tal oder hellen Fleischgerichten. wv

gerechte Entsorgung des gesammelten Abfalls. „Damit ein Ort sauber bleibt, braucht es beides: Menschen, die mitanpacken, und ein System, das den gesammelten Abfall verlässlich übernimmt“, sagt Franz Berretta, Generaldirektor der Stadtwerke Brixen. Er sieht es als Teil des Auftrags der Stadtwerke, solche Initiativen vor Ort zu unterstützen. Es sei wichtig, dass Menschen Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen, denn alle könnten einen wichtigen Beitrag leisten, die Natur sauber zu hinterlassen. av

Rund 70 Aufstiegsanlagen gewähren allen Nutzern des südtirolmobil-Passes im Rahmen des Seilbahnsommers Rabatte von mindestens 30 Prozent. Dafür kann man den alten Aufkleber nutzen, einen neuen beantragen oder einen digitalen Voucher von der suedtirolmobil-Website herunterladen.

Noch bis 4. Mai können online Anregungen für Verbesserungen der aktuellen Fahrpläne für Stadt- und Regionalbusse, Nightliner und Seilbahnen gegeben werden: www.suedtirolmobil.info/de/news/details/fahrplan-2027-jetzt-mitgestalten.

Foto: Willy Vontavon

STADTGEHEIMNISSE

Welche

Funktion

hatte das Ostheimer-Haus?

Im frühen Mittelalter entwickelten sich in der Altenmarktgasse neben Bürgerhäusern und Gaststätten auch Handwerksbetriebe, die ihre Entstehung der Mühlwiere verdankten: zwei Mühlen, eine Hammerschmiede, eine Färberei und zwei Badstuben. Um 1806 erwarb die aus Reutte in Nordtirol stammende Lebzelter- und Wachszieher-Familie Ostheimer hier ein Doppelhaus (heute Nr. 10/A und 10/B), übte hier knapp 200 Jahre den heute kaum noch bekannten Beruf der Wachszieherei aus und brachte es zu Ansehen und Wohlstand. Hergestellt wurden die Kerzen vorwiegend aus Bienenwachs. Mit dem Aufkommen des elektrischen Lichtes ging die Kerzenbeleuchtung in den Häusern und Kirchen stark zurück. In den Neunzigerjahren wurde das Haus veräußert. Die erste schriftliche Erwähnung des Hauses findet sich in einer Verkaufsurkunde des Jahres 1455. Damals gab es hier auch ein städtisches Badehaus, das Oberbad, wobei der Bader nicht nur für die Körperpflege sorgte, sondern auch als Barbier, Wundarzt und Naturheiler tätig war. Im Erdgeschoss ließ die Familie Ostheimer die Werkstätte einbauen und die beiden Obergeschosse zu einem repräsentativen Wohnbereich umgestalten, so auch die „Altdeutsche Stube“ im ersten Geschoss. Leider ist die Hauskapelle aus der Zeit um 1800 nicht mehr erhalten. Die Familie stand der katholischen Kirche sehr nahe. Mehrere Familienmitglieder gehörten auch dem geistlichen Stand an. Der Wachszieher Franz Ostheimer engagierte sich im Rahmen der katholisch-konservativen Bewegung in der Brixner Gemeindepolitik, gehörte seit 1850 dem Bürgerausschuss an, war Bürgermeister (1866–1876) und Magistratsrat (1876–1891), mehrere Jahre auch Landtagsabgeordneter. Die kritische Zeitschrift „Tiroler Wastl“ vom 27.7.1927 bemerkte, dass der Bürgermeister Ostheimer erklärt habe, er sei seinerzeit nicht für Brixen, sondern für Franzensfeste als Hauptbahnhof (Abzweigung ins Pustertal) gewesen, weil angeblich die Religion in Gefahr gewesen sei. Die Folge war, so der „Wastl“ weiter, dass Brixen „ein Krähenwinkel blieb“. ed

Anregungen: redaktion@brixner.info

hds: „Wir brauchen den Tourismus“

Der Handel und der Tourismus sind in Südtirol enger verflochten als vielen bewusst ist: Durchschnittlich ein Drittel des landesweiten Handelsumsatzes wird mit Gästen erwirtschaftet; in Städten wie Brixen schätzt man die Bedeutung des Tourismus für den Einzelhandel als noch bedeutend höher ein. Diese Botschaft stand im Zentrum der Bezirksversammlung des Wirtschaftsverbandes hds Eisacktal/ Wipptal, die kürzlich im Forum Brixen stattfand. hds-Präsident Philipp Moser brach ausdrücklich eine Lanze für den Tourismus und unterstrich dessen Bedeutung als Umsatzmotor für die heimischen Betriebe. Gemeinsam mit Vizepräsident Sandro Pellegrini verwies er auf den Erfolg der Südtiroler Handelspolitik: Anders als in den Nachbarregionen finde der Handel nach wie vor in den Ortszentren

statt – nicht im landwirtschaftlichen Grün oder in Gewerbegebieten. Genau diese belebten Ortskerne seien es, die Einheimische wie Gäste gleichermaßen anziehen. Bezirkspräsident Hartmut Überbacher mahnte dennoch, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen: Fehlende Arbeitskräfte und Leerstände blieben Herausforderungen. Er begrüßte die neue Musterverordnung des Gemeindenverbandes zur Förderung von Betrieben in den Ortskernen. Garfidi-Direktor Christoph Rainer zeigte auf, wie die Garantiegenossenschaft Kleinstund Kleinbetrieben den Kreditzugang erleichtert, und stellte eine Sondermaßnahme für nachhaltige Investitionen vor. Geehrt wurden langjährige Mitglieder – darunter die Universitätsbuchhandlung A. Weger, Elektro Reichhalter und die Tophaus AG. wv

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Der Wald im Mittelpunkt

Die Landesabteilung Forstdienst startete kürzlich eine neue Sensibilisierungskampagne, die dazu einlädt, den Lebensraum Wald neu zu entdecken. Die mehrjährige Kampagne soll außerdem seine Bedeutung für Natur, Mensch und Gesellschaft unterstreichen. „Unser Wald erfüllt zentrale Funktionen für Mensch, Tier und Umwelt“, betonte Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Initiative. „Gerade nach den Schäden der vergangenen Jahre ist es wichtig, stabile Mischwälder und den Schutzwald zu stärken und zugleich verständliche und leicht zugängliche Informationen bereitzustellen.“ Bereits bestehende erfolgreiche Projekte wie die Baumfeste oder die Forst-Info-Tage sollen im

Rahmen der Kampagne weitergeführt werden; zudem soll Wissen über den Wald und die Bedeutung eines respektvollen Umgangs und einer gewissenhaften Pflege dieses Lebensraums vermittelt werden. Auf der Website www.forstdienst. provinz.bz.it sind interessante Informationen rund um das Thema Wald zu finden – etwa, dass 51 Prozent der Südtiroler Landesfläche von Wald bedeckt sind, dass der Wald in Südtirol 62,5 Millionen Tonnen Kohlenstoff bindet und dass es 111 verschiedene Waldtypen gibt. Auch auf den Waldfonds wird hingewiesen: Privatpersonen und Unternehmen können dort anhand einer Spende die Wiederherstellung und Aufforstung des Waldes finanziell zu unterstützen. av

Starthilfe

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Öffnungszeiten:

Di. bis So., 8 bis 22 Uhr

Ende Januar geöffnet: Hier bietet er Training für mehr Kraft, Tiefenstabilität und bessere Haltung an und arbeitet gezielt gegen Beschwerden. Geeignet für jedes Alter, Geschlecht und Fitnessniveau.

Mit über 20 Jahren Erfahrung in der gehobenen Gastronomie hat Qualliu Haredin, auch bekannt als Dino, die Fischerstube übernommen. Er bietet mediterrane und regionale Küche mit ausgewählten Zutaten, Authentizität und persönlicher Handschrift. Der angrenzende idyllische Teich lädt zum Angeln ohne Lizenz ein. In diesem naturnahen, familienfreundlichen Ambiente verbinden sich Genuss und Einfachheit auf harmonische Weise.

Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info

GESUNDHEIT

Geburtstag einer Klinik

Die Privatklinik Brixsana in Brixen feiert am Samstag, 16. Mai, ihr zehnjähriges Bestehen und lädt alle Interessierten

zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 9 bis 12 Uhr können Besucher die Abteilungen besichtigen, sich über Leistungen

informieren und an Fachvorträgen der Ärzte teilnehmen. Wer alle Stationen durchläuft, hat zudem die Chance

auf attraktive Preise. Besonderes Highlight ist die Präsentation einer innovativen 3D-Brille, mit der sich das Ergebnis einer Augenoperation bereits im Vorfeld simulieren lässt. Seit einer strategischen Neuausrichtung im Jahr 2018 entwickelte sich die Klinik kontinuierlich weiter. Wichtige Meilensteine waren die behördliche Akkreditierung 2019 und in der Folge erste Konventionen mit dem öffentlichen Gesundheitswesen sowie der Ausbau von Fachbereichen und Bettenkapazitäten. Trotz Herausforderungen, etwa während der Pandemie, gelang es der Klinik, sich wirtschaftlich nachhaltig zu konsolidieren. oz

„27 Freizeitattraktionen in 18 Gemeinden“

FRANZ BERRETTA, Generaldirektor der Stadtwerke Brixen, über die neuen Angebote der Freizeitkarten „mySummercard“ und „myLiftcard“.

Herr Berretta, was gibt es Neues bei der „mySummercard“?

Neben den bewährten Leistungen konnten wir heuer mit dem Schwimmbad Feldthurns und dem Issinger Weiher zwei neue Partner dazu gewinnen sowie das Angebot vor allem im Wipptal mit entsprechenden Freizeitangeboten erweitern. So sind künftig die Gemeinden Freienfeld, Sterzing, Ratschings, Pfitsch und Brenner mit dabei; ebenfalls neu dabei sind Feldthurns und Villanders. Insgesamt beteiligen sich also 18 Gemeinden an der diesjährigen Ausgabe der „mySummercard“, das sind sieben mehr als noch im Vorjahr. 27 unterschiedliche Freizeitattraktionen können mit

der Karte genutzt werden, darunter Schwimmbäder, Museen, historische Sehenswürdigkeiten und Liftanlagen. Außerdem gibt es bei teilnehmenden Betrieben Ermäßigungen.

Wie sieht es mit den Preisen aus?

Trotz einer erheblichen Erweiterung des Angebots konnten wir die Preise des Freizeittickets für Familien stabil halten. Ermöglicht wird dies durch die Beiträge der Gemeinden sowie der Tourismusorganisationen Brixen, Gitschberg-Jochtal, Klausen und Natz-Schabs, die das Freizeitticket ebenfalls finanziell unterstützen. Übrigens: Im Fall der Gemeinde Brixen wird der Beitrag in der Summe von 150.000 Euro, den die Gemeinde be-

zahlt, zu 100 Prozent aus der Ortstaxe finanziert.

Wann und wie können die Freizeitkarten erworben werden?

Noch bis 22. Mai gibt es die „mySummercard“ vergünstigt im Vorverkauf: entweder online über www.mycard.bz.it oder direkt bei den Verkaufsstellen. Die „mySummercard“ erhält man zu diesem Zeitraum in der Acquarena, die „myLiftcard“ noch zusätzlich an der Talstation der Plose und in den Ticketbüros Vals und Meransen. Von 23. Mai bis 21. Juni kann die „mySummercard“ nur online zum Normaltarif erworben werden. Weitere Informationen zu den Preisen und allen Angeboten findet man auf der Website. anina.vontavon@brixner.info

Gemeinsame Gartenmomente

ZINGERLE GROUP: Mit den nachhaltig gefertigten Produkten der Zingerle Group wird jeder Außenbereich zum Ort des Miteinanders.

Warme Tage locken in den Garten –zum Entspannen oder Grillen. Schutz bei spontanen Wetterwechseln bieten die wasserdichten Faltpavillons von Mastertent®: In zwei Minuten aufgebaut, sorgen sie dafür, dass auch aufziehender Regen der Laune nichts anhaben kann. Gefertigt werden die Faltpavillons in Schabs. Rund 13.000 Exemplare produziert die Zingerle Group hier jedes Jahr – für Kun-

dinnen und Kunden in aller Welt. Dabei ist das Unternehmen fest in der Region verwurzelt: Etwa 60 Mitarbeitende arbeiten am Standort in Südtirol, viele davon seit Jahren.

Neuer Firmensitz

Erst im Sommer 2025 bezog die Zingerle Group ihr neues Firmengebäude an der Pustertaler Straße. Moderne Räume und kurze Wege schaffen optimale Bedingungen für die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb des vielseitigen Sortiments, das neben Faltpavillons auch aufblasbare Zelte und Bierzeltgarnituren umfasst. Durch den engen Austausch mit den elf Tochtergesellschaften der Gruppe – in Europa und den USA – ist der Arbeitsalltag stark

international geprägt. Gegründet wurde das Unternehmen 1948 von Maschinenschlosser Franz Zingerle. Heute führt Stefan Zingerle, der Enkel des Firmengründers, die Gruppe als CEO weiter.

Innovative Lösungen

Auch in dritter Generation hat sich der Anspruch der Zingerle Group nicht verändert: Sie realisiert langlebige und durchdachte Lösungen für verschiedene Einsatzzwecke im Freien. Angetrieben wird das Familienunternehmen dabei von seinem hohen Qualitätsanspruch und starken Fortschrittsgedanken. So wurde eigens für die Mastertent®Faltpavillons der innovative Zeltstoff Pirontex® entwickelt. Durch seine

extreme Robustheit sowie wasserund energiesparende Herstellung ist er der Inbegriff für einen der wichtigsten Unternehmenswerte der Zingerle Group: Nachhaltigkeit. Darüber hinaus setzt das Familienunternehmen auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Der Strombedarf am Hauptsitz in Schabs wird nahezu vollständig durch Solarenergie gedeckt. Am zweiten Produktionsstandort in Rumänien engagiert sich die Gruppe zudem in einem Aufforstungsprogramm. Im Rahmen dieses Projekts hat sie in den vergangenen Jahren bereits über 40.000 Bäume gepflanzt. So fertigt die Zingerle Group verantwortungsvoll Produkte, die weltweit Raum für gemeinsame Momente schaffen.

Außenbereiche zum Wohlfühlen

LEEB: Klare Linien, moderne Formen und eine breite Farbauswahl kennzeichnen die Alubalkone von Leeb. Eine spezielle Oberflächenbeschichtung sorgt dafür, dass die Balkone nicht nur gut aussehen, sondern ihre Schönheit über viele Jahre behalten.

Ob Neubau oder Renovierung – die Alu- und Glasbalkone von Leeb fügen sich harmonisch in jede Architektur ein und lassen sich auf nahezu jeden Haustyp individuell

abstimmen. Viele Balkonmodelle sind auch als Alu-Zaun in gleicher Ausführung erhältlich, was ein einheitliches Erscheinungsbild rund ums Haus ermöglicht.

Überdachungen aus Aluminium und Glas

Das Sortiment umfasst außerdem Aluminium-Glaskonstruktionen als Überdachungen – robust, witterungsbeständig und in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Alle Produkte – Balkone, Zäune und Überdachungen – sind dank Pulverbeschichtung weitgehend wartungsfrei und auf Wunsch auch in Holzoptik lieferbar.

50 Prozent Steuerersparnis bis Ende 2026

Wer im Rahmen von Sanierungsarbeiten bis 31. Dezember 2026 Balkone, Zäune oder Überdachun-

gen zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes anbringen lässt, profitiert noch von 50 Prozent steuerlicher Abschreibbarkeit.

Weitere Informationen und das gesamte Sortiment findet man unter www.leeb-balkone.com oder in den kostenlosen Katalogen. Anfragen können direkt an BZ Technik V. GmbH in Brixen gerichtet werden: per E-Mail an info@bztechnik.com oder telefonisch unter 345 754 09 26 oder 371 147 28 44. Die Ausstellung in der Julius-Durst-Straße 66 in Brixen ist nach Vereinbarung zugänglich.

Große Leeb-Ausstellung in der Julius-Durst-Straße 66 in Brixen

„Onyx“: das smarte Spiel mit der Sonne

HELLA: Mit dem Steuerungssystem „Onyx“ von Hella wird Sonnenschutz smart: Beschattungen passen sich automatisch an Sonne, Temperatur und Wind an und sorgen für Komfort, Schutz und Energieeffizienz.

Um eine optimale Gebäudeenergiebilanz zu erreichen, sollte der Sonnenschutz immer optimal ausgerichtet sein. Mit der Sonnenschutzsteuerung „Onyx“ von Hella ist das kein Problem. Auf Wunsch reagiert das Smart-Home-System nicht nur auf die Sonnenein-

strahlung, sondern auch auf das jeweilige Wetter.

Die drei Sensoren „Onyx.Tag sun“, „Onyx.Tag temperature“ und „Onyx.Tag wind“ können verschiedene Automatisierungen ganz einfach mit den „Onyx“-Steuergeräten kombinieren.

DIE KÄLTE BLEIBT DRAUSSEN

„Onyx.Tag sun“ zähmt die Sonne

Der Sonnen- und Helligkeitssensor „Onyx.Tag sun“ misst laufend die aktuelle Helligkeit und steuert Beschattungsanlagen vollautomatisch nach einem frei einstellbaren Schwellenwert. „Onyx.Tag sun“ agiert damit als idealer Blend- und Hitzeschutz im Außenbereich.

„Onyx.Tag temperature“: Temperatur im Griff!

Der neue Sensor „Onyx.Tag temperature“ überwacht die Temperatur im Innen- und Außenbereich. Der kompakte Sensor steuert die Sonnenschutzsysteme vollautoma-

tisch und sorgt für ein perfektes Raumklima – egal wie heiß oder kalt es ist.

„Onyx.Tag wind“: Windschutz für Markisen

Der 3D-Windsensor „Onyx.Tag wind“ ist ein unentbehrlicher Windschutz für jede Gelenkarmmarkise. Der Sensor misst kontinuierlich die bei Wind auftretenden Schwingungen an der Markise. Bei starkem Wind fährt die Markise automatisch ein. Weitere Informationen zum Steuerungssystem „Onyx“ unter www.hella.info.

Frühling unter den Füßen

DOMUS BAUEXPERT: Wenn die Tage länger werden und die Natur wieder aufblüht, zieht es uns automatisch nach draußen. Terrassen, Balkone und Gartenbereiche werden jetzt wieder zu Lieblingsplätzen für entspannte Stunden, gesellige Abende und kleine Auszeiten im Alltag.

Ein stimmiger Außenbereich beginnt nicht bei Möbeln oder Pflanzen, sondern beim Boden. Er ist die Basis für alles, was darauf entsteht, und entscheidet maßgeblich über Atmosphäre, Komfort und Langlebigkeit. Bei Domus Bauexpert finden Bauherren, Renovierer und Designliebhaber eine vielfältige Auswahl an hochwertigen Lösungen für den Außenbereich: funktional, langlebig und optisch auf höchstem Niveau.

Materialien mit Charakter

Ob warmes Holz, moderne WPCDielen, elegantes Feinsteinzeug oder charakterstarker Naturstein – jeder Belag erzählt seine eigene Geschichte. Holz bringt Natürlichkeit und Gemütlichkeit, WPC überzeugt mit minimalem Pflegeaufwand, während Feinsteinzeug und Naturstein mit Robustheit, Rutschfestigkeit und vielseitigem Design punkten. Gerade im Außenbereich zählen Eigenschaften wie Frostbeständigkeit, UV-Beständigkeit und Wasserunemp-

findlichkeit – Anforderungen, die bei den Terrassenlösungen von Domus Bauexpert konsequent erfüllt werden.

Von der Idee zur fertigen Terrasse

Doch der richtige Boden ist nur der Anfang. In den Showrooms von Domus Bauexpert steht die persönliche Beratung im Mittelpunkt. Erfahrene Fachberaterinnen und Fachberater begleiten jedes Projekt – von der Idee bis zur finalen Umsetzung. So entstehen Außenbereiche, die nicht nur gut aussehen, sondern sich auch langfristig bewähren.

Wer den Frühling nutzt, legt den Grundstein für einen Sommer voller Genuss. Mit den passenden Materialien und der richtigen Beratung wird der Außenbereich zum echten Lieblingsort – Tag für Tag. Domus Bauexpert bietet dafür alles aus einer Hand: Qualität, Design und verlässliche Begleitung.

Domus Bauexpert bietet eine große Auswahl an Bodenbelägen und fachkundige Beratung

Inzwischen hat auch der „Brixner“ einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb wir hier nun exakt 35 Jahre zurückblicken.

Über diesen QR-Code erreichen Sie die gesamte Ausgabe

Der „Brixner“ Nr. 15 April 1991

S. 3

1991 schien in Brixen die Welt für den Einzelhandel noch in Ordnung gewesen zu sein: „Ob es nun tatsächlich der Frühling ist, der uns eine derartige Flut von Neueröffnungen in den vergangenen beiden Monaten beschert hat?“, schreibt Chefredakteur Elmar Albertini in seinem Editorial. „Ich meine nämlich, wir sollten uns doch freuen, daß es den Wirtschaftstreibenden in Brixen so gut geht.“ Im selben Editorial freut sich Elmar auch auf neue Leser: „Liebe(r) Lüsner(in), zum ersten Mal kommen nun auch Sie kostenlos in den Besitz eines ‚Brixners‘ und ich hoffe, daß er Ihnen beim monatlichen Lesen ebensoviel Freude bereitet wie uns beim Schreiben.“

„Dicke Luft in Brixen“ – ziemlich reißerisch begann die Titelgeschichte auf Seite 4, für die sich Lukas Lobis samt Gasmaske für das Coverbild am Domplatz fotografieren ließ. „Mitte Februar kam unsere Stadt ungewollterweise in die Schlagzeilen: Urplötzlich hatte sich die Luftqualität verschlechtert; die sonst im Landesmittel eher guten Brixner Werte schienen außer Kontrolle geraten zu sein.“ Schuld daran waren natürlich die Autofahrer, schlecht eingestellte Heizungsanlagen und die Inversionslage, aber: „Verfolgt man die Stundenwerte etwas genauer, fällt auf, dass die höchste Konzentration von 7 bis 9 Uhr, gegen 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr auftritt – die Zeit, (…) in der die meisten Busse die Zone befahren. Die Fahrzeuge beschleunigen in wenigen Metern Entfernung von der Meßkabine an der Villa Adele.“ Noch schlechtere Werte hätte man vielleicht direkt am Auspuff der Busse messen können. Der Bericht enthält auch einige wenige Messwerte; ein Blick in die aktuellen Werte von 2025 beweist, dass sich – auch dank der Fernwärme – die Luftqualität in Brixen inzwischen erheblich verbessert hat. S. 4

Im April 1991 entstand auch das erste „Extra“-Thema: Im „Mode Spezial“ stellte der „Brixner“ neue Modetrends vor: „Die Entwicklung vom gestrigen Korsett, bei dem der falsche Busen, der für einen echten gehalten werden wollte, ärgerlicherweise immer herunterzurutschen drohte und familiärer Hilfe bedurfte, um alles wieder in Position zu wuchten, zu

der neuen Generation aus weichen Materialien mit und ohne seidigem Glanz, aus edelsten Stoffen und Spitzen, die nicht mehr einengen als sie einengen sollen.“ Offensichtlich sah man weder Schachtelsätze noch die Thematik damals besonders eng … ;-) S. 16

Dazu passt die Umfrage zum weltbewegenden Thema „Sind die Brixner modebewußt?“

Peter Stedile hatte dazu eine klare Meinung: „Von mir aus gesehen sind die Brixner nicht modebewußt – wenn man sich so umschaut, kann man das feststellen. (…) Ich möchte nicht sagen, daß wir Barbaren sind oder Neandertaler. Vielleicht bräuchte es etwas mehr Courage.“ S. 15

Im Brixner Gemeinderat hatte man heftig darüber diskutiert, ob es erlaubt sein sollte, Boiler von Solaranlagen am Dach anzubringen. Gemeinderat Roman Zanon hatte mit seiner Grünen Bürgerliste einen entsprechenden Beschlussantrag eingereicht, was den „Nüsslbeißer“ zu einem kritischen Kommentar veranlasste: „Es schwebt der Geist über all den Dingen – so oder ähnlich muß es dem Weltverbesserer Roman Zanon durch den Kopf gegangen sein.“ Die Baukommission hatte im Vorfeld entsprechende Anträge „aus ästhetischen Gründen“ abgelehnt. „Die Bürgerlisten-Analyse kam prompt, zu prompt vielleicht: Die Gemeinde sei gegen Umweltschutz, es sei leicht zu beweisen, sie habe ja alle Solaranlagen abgelehnt. Stadtrat Piok kündigte an, auch weiterhin den Boiler auf dem Dach nicht zu genehmigen und lud die Bauwerber ein, den corpus delicti unter dem Dach zu verstauen.“ Denn: „Auch dort kann der Geist der Solaranlage seine segensreiche Wirkung entfalten, ohne für kommunalen Ungeist zu sorgen, gell Roman!“ S. 32

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