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Brixner 416 - September 2024

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App: Brixner ePaper www.brixner.info

Jahrgang 35 · September 2024

Stadtarchiv: die Machbarkeitsstudie

Ab ins Gefängnis Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung


DOM US FR I E D R IC H U BER B A C H ER

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Inhalt POLITIK & GESELLSCHAFT 04 | STADTARCHIV BRIXEN: Zukunft im Tschumpus?

Editorial

10 | Orchesterwoche: Wenn der Sommer nachklingt MENSCHEN & MEINUNGEN 18 | PORTRAIT: Sr. Berta Oberhammer 23 | Pro & Contra: Ist der Punkteführerschein eine sinnvolle Maßnahme? 24 | Umfrage: Worauf achten Sie bei Ihrer Ernährung? KUNST & KULTUR 26 | SERIE – BESUCH IM KÜNSTLERATELIER: Harald Kastlunger 30 | Berg wird Frau und Frau wird Berg in der Festung Franzensfeste VERANSTALTUNGEN 39 | TIMER: Oktober 2024 FREIZEIT & SPORT 48 | HANDBALL: Es geht wieder los 52 | Atemberaubende Drehungen der Modellflieger WIRTSCHAFT & UMWELT 58 | LEHRKRÄFTEMANGEL: „Es brennt!“ EXTRA 66 | FOTOAKTION: Chees e! 69 | Einrichten & Wohnen

Draghi-Effekt Eigentlich sollten wir alle ein bisschen so sein wie Mario Draghi. Stoisch und gelassen stand er Anfang September im Pressesaal der Europäischen Kommission in Brüssel. Ab und zu entlockte ihm ein Journalist einen Anflug von trockenem Humor. Kurz zuvor hatte Draghi seinen Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU vorgestellt. Ruhig, aber schonungslos legt er darin den Finger in die Wunde. Medien und Politik bezeichneten den Bericht des ehemaligen EZB-Präsidenten und italienischen Ministerpräsidenten mehrheitlich als Weckruf – dabei dürften die Ergebnisse kaum jemanden wirklich überrascht haben. Wenngleich das Ausmaß der nötigen politischen Handgriffe vielleicht anders ausfällt als von den Lindners und Salvinis dieser Welt erhofft, ist es keine Neuigkeit, dass es mutiger Investitionen in Forschung und innovative Technologien und vor allem mehr europäischer Integration bedarf, um das wirtschaftliche Potenzial der EU anzukurbeln und nicht endgültig hinter die USA und China zurückzufallen. Was werden die EUInstitutionen und vor allem die nationalen Regierungen aus Draghis 170 Vorschlägen machen? Werden die Mitgliedsstaaten endlich über ihren Schatten springen und bedeutsame Schritte in Richtung EUIntegration wagen, etwa den Binnenmarkt vollenden, die Kapitalmarktunion auf- und unnötige bürokratische Hürden für Unternehmen abbauen – oder bleibt es beim Wunschdenken? 2012 gelang es Draghi als EZB-Chef mit zwei historischen Sätzen, Ruhe in die durch die Eurokrise aufgerüttelten Finanzmärkte zu bringen: „Im Rahmen unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Notwendige zu tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, es wird genug sein.“ Ob sein Bericht einen weiteren Draghi-Effekt auslösen wird? Ich hoffe es, denn es gibt keine Alternative, wenn wir den Wohlstand in Europa erhalten wollen. Ihre Anina Vontavon


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±0,00 m

› Politik & Gesellschaft

Stauraum 3.00 m²

+0,74m

Innenhof

Innenhof

+0,34m

Stauraum 3.30 m²

WC 6.00 m²

Flur/ Gard. h 2.10

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+0,74m

Archiv 3 Rollregale

Büro Archivar 12 m²

WC Notausgang

WC 3.40 m²

Stauraum 2.30 m²

Flur/Biblio. 9.10 m²

Technikraum 5.35 m²

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Geräteraum 7.85 m²

Archiv 2 Rollregale 655

Besucherraum 74.60 m²

Sortierbereich 10.80 m²

Büro Archivar 22 m²

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Windfang Garderobe +0,34m

Platz fürs Stadtgedächtnis +0.18m

+0,34m Hebebühne

Haupteingang Archiv

Innenhof

Innenhof

Innenhof

Innenhof

Innenhof

ARCHIV

ARCHIV

BESUCHERBEREICH BESUCHERBEREICH

FLUSSDIAGRAMM: BESUCHER Innenhof

BRIXEN: Seit zweieinhalb Jahren arbeitet die Brixner Stadtgemeinde an der Vision einer Neuausrichtung des Stadtarchivs mit Übersiedlung in das Gefängnisgebäude am Domplatz. Inzwischen gibt es das spannende Konzeptpapier einer Steuerungsgruppe und eine raumplanerische Machbarkeitsstudie.

Das Brixner Stadtarchiv wurde von der Stadtverwaltung FLUSSDIAGRAMM: NEBENEINGANG bisher eher stiefmütterlich behandelt – anders ist es nicht BESUCHER DACHGESCHOSS zu erklären, dass in den letzten 30 Jahren mit Hubert Mock nur ein einziger Mitarbeiter für das Stadtarchiv zuständig war, der zudem nur einen Teilzeitvertrag von 67 Prozent hat. Mock schafft es größtenteils gerade einmal, die Kernaufgaben zu erfüllen, die das Gesetz vorsieht, nämlich die Übernahme, Erschließung und Verwahrung des Verwaltungsschriftgutes der Gemeinde. Doch seit etwas mehr als zwei Jahren weht – zumindest auf dem Papier – ein frischer Wind durchs Gebälk: Die Stadtverwaltung will das heute im alten Schulgebäude am Domplatz angesiedelte Stadtarchiv, das dort aus allen Nähten platzt, mit neuen Aufgaben, neuem Personal und neuen Räumen deutlich aufwerten. De facto handelt es sich um einen Paradigmenwechsel. Denn moderne Stadtarchive sind heutzutage nicht nur für die sichere Verwahrung von Verwaltungsakten zuständig, sondern im besten Fall eine spannende Anlaufstelle für Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, auf das historische Gedächtnis einer Stadt zugreifen wollen, das eben nicht nur aus Akten besteht, sondern auch

BESUCHE


Brixner Nr. 416  480 BIS 560 QUADRATMETER: Die Machbarkeitsstudie für das neue Stadtarchiv; nun folgt die endgültige Planung

e 225 lfm

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Archiv 1 Rollregale 353 lfm

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Euphorie: „Ein zeitgemäß als ‚Haus der Geschichte‘ konzipiertes Archiv braucht genügend Depotraum, passende Benutzerräume, ausreichend Personal und ausreichende finanzielle Ressourcen. Nur dann kann das Stadtarchiv neben seinen gesetzlich definierten Kernaufgaben zu einem urbanen Dokumentationszentrum ausgebaut und als solches geführt werden“. Das erste der vier Probleme löste sich allerdings ganz von allein, denn die Gemeinde ist seit Sommer 2016 Eigentümerin des alten Bezirksgefängnisses am Domplatz. Nachdem man sich in der SVP-Ratsfraktion einige Jahre vorher zur Entscheidung durchgerungen hatte, die neue Bibliothek am Domplatz zu errichten und nicht in der Zone Priel, versuchte der damalige Bürgermeister Albert Pürgstaller, das für den Neubau notwendige Gefängnisgebäude von der Domänenverwaltung zu bekommen – und biss sich trotz Unterstützung von Landeshauptmann Luis Durnwalder die Zähne an der römischen Bürokratie aus. Als dann 2015 Peter Brunner zum Bürgermeister gewählt wurde, wechselte er gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Landeshauptmann Arno Kompatscher die Strategie – und war damit in Rom schnell erfolgreich. Es ist anzunehmen, dass die beiden selbst überrascht waren, das Problem so schnell gelöst zu haben.

„ R äumliche Nähe von Archiv und Bibliothek ist ein großer Vorteil“ _ Stadtarchivar Hubert Mock „SommerKnastTraum“ als Impulsgeber

Innenhof

ARCHIV

ERBEREICH

01

PIANTA PIANO TERRA GRUNDRISS ERDGESCHOSS 1:100

aus bewegten und unbewegten Bildern, Schriftstücken, FLUSSDIAGRAMM: MITARBEITER Tonaufnahmen, Drucksachen. In vielen Fällen stammt das Material der Stadtarchive aus Privatbesitz. In seiner STEFANO PELUSO Gesamtheit ergibt es einen detaillierten Rückblick auf die | ARCHITEKT Stadtgeschichte – sofern es professionellARCHITETTO aufgearbeitet und verschlagwortet ist. „Im Kern wollen wir“, sagt Ingo Dejaco, „dass das Archiv in Zukunft nicht nur für die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrung von Verwaltungsakten zuständig ist, sondern viel mehr zu einem Ort wird, an dem aktuelle Ereignisse dokumentiert und zeitgeschichtliche Bestände gesichtet und gelagert werden, auf die dann die Bevölkerung zugreifen kann.“ „Haus der Geschichte“ Ingo Dejaco weiß, wovon er spricht: „Audiovisuelle Archive und Digitalisierung – das war das Kernthema meines Masterstudiums an der Universität für Weiterbildung in Krems“. Als die Idee zur Aufwertung des Stadtarchivs entstand, war er noch SVP-Gemeinderat, Bettina Kerer die zuständige Stadträtin. Stadtarchivar Hubert Mock war vom Grundgedanken natürlich angetan, bremste aber die

 Stadtarchivar Hubert Mock: „Machbarkeitsstudie hat mich beeindruckt“

Die angekündigte Übertragung des Eigentums des Gefängnisgebäudes an die Gemeinde weckte aber auch andernorts Begehrlichkeiten: Theaterikone Georg Kaser reagierte schnell und antichambrierte bei Bürgermeister Brunner und Kulturlandesrat Philipp Achammer mit einer Idee, von der die beiden sofort „hellauf begeistert“ waren, wie er im Interview für den „Brixner“ in der Ausgabe Nr. 316 erklärte: Er wollte sich den zum Gefängnis dazugehörigen Innenhof für ein Sommerkulturprojekt leihen – zumindest bis zum Bau der Bibliothek, von der man zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste, welche Räume für die Bibliothek gebraucht wurden. Gesagt – getan! Am 16. Juni 2016 feierte Kaser mit dem Kabarett-Stück „Ein SommerKnastTraum“ Premiere. Der Innenhof des „Tschumpus“ hatte sich auf Anhieb als attraktive Freilichtlocation etabliert. „Mein Traum wäre, wenn diese Spielstätte als Kulturort erhalten bliebe“, sagte Kaser damals, „zumindest für ein paar Jahre“. Sein Traum wurde wahr: Inzwischen verwaltete Kasers Truppe neun Sommer lang den Tschumpus, dessen Räume zum allergrößten Teil vom Neubau der Bibliothek nicht berührt wurden. Entsprechend nervös reagierte Kaser, als er vor zwei Jahren erstmals von den Plänen der Gemeinde erfuhr, dass die Räume des Tschumpus als Stadtarchiv genutzt werden sollten. Stadträtin Kerer versicherte ihm allerdings, dass auch die Gemeinde für eine Fortführung der Freilichtaufführungen sei: „Der Innenhof eignet sich wunderbar für Theater und Konzerte“, sagte sie ihm, „im Zuge der Planungen werden wir gemeinsam eine Lösung finden, die beiden Aktivitäten – also Archiv und Theater – auf dem Areal optimal unterzubringen“.


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› Politik & Gesellschaft +3,01m +3,86m

+3,01m

 Die Gefängniszellen im ersten Stock des Südtracks müssen Rollregalen weichen­­­­

Stauraum 3.15 m² Stauraum 5.20 m² Archiv 9 Standregale 33 lfm

Archiv 8 Standregale 42 lfm

Archiv 7 Standregale 64 lfm Archiv 4 (80cm Breite) Rollregale 500 lfm

Archiv 5 (80cm Breite) Rollregale 565 lfm

Archiv 6 Standregale 68 lfm

Die Steuerungsgruppe Für das Stadtarchiv setzte sie eine Steuerungsgruppe ein mit der Aufgabe, ein möglichst detailliertes Konzept zu erstellen, das in der Folge die Basis für eine Machbarkeitsstudie bilden sollte, mit der man evaluieren wollte, ob das Gefängnisgebäude für ein Stadtarchiv überhaupt geeignet wäre. Die damalige Direktorin des Südtiroler Landesarchivs, die Brixnerin Christine Roilo, nahm das Angebot des Stadtarchivars Hubert Mock gern an, mit ihrer Expertise an dieser Steuerungsgruppe teilzunehmen. Ebenfalls mit dabei waren neben Stadträtin Bettina Kerer auch der Direktor der Stadtbibliothek Brixen, Bruno Kaser, die damalige Vizegeneralsekretärin Juliane Rainer und der anfangs genannte Gemeinderat Ingo Dejaco. Die Steuerungsgruppe nahm im März 2022 ihre Arbeit auf und

PIANTA PIANO PRIMO GRUNDRISS 1 OBERGESCHOSS 1:100

Das RaumprogrammSTEFANO PELUSO ARCHITETTO | ARCHITEKT

p Bibliotheksdirektor Bruno Kaser: „Ohne Zweifel die bestmögliche Lösung“

Bürger:innendialog zum Gemeindeentwicklungsprogramm Pfeffersberg: 14.10.2024 19:30 Uhr, Vereinshaus Tils Ploseberg: 15.10.2024 19:30 Uhr, Mehrzwecksaal Grundschule St. Andrä Kranebitt, Elvas: 16.10.2024 19:30 Uhr, Mehrzweckgebäude Elvas Milland, Albeins, Sarns: 06.11.2024 19:30 Uhr, Pfarrsaal Milland Brixen Stadt: 07.11.2024 19:30 Uhr, Forum Brixen www.brixen.it

präsentierte zehn Monate später ein sechsseitiges Konzept, das dem „Brixner“ vorliegt. „Durch die Übersiedlung des Stadtarchivs in das ehemalige Bezirksgefängnis am Domplatz würde dem sogenannten Tschumpus eine passende Verwendung eröffnet“, steht im ersten Absatz des Konzeptpapiers, „zugleich würde zusammen mit der neuen Stadtbibliothek ein unvergleichliches Kulturensemble in zentralster Lage entstehen. Schließlich würde dieses Ensemble durch die Nähe zum Diözesanmuseum und zum Diözesanarchiv in einen Kontext eingebunden, der seinesgleichen sucht.“ Man erwarte sich Synergieeffekte: Die Durchführung gemeinsamer Initiativen 03 würde erleichtert, der Medienpool könnte von Besuchern und Mitarbeiterinnen gemeinsam genutzt werden.

Roilo und Mock überlegten sich, welche Räume in welcher Dimension notwendig wären: „Das Raumprogramm für öffentliche Archive lässt sich in die Funktionsbereiche Öffentlichkeit, Verwaltung und Magazine einteilen. Innerhalb dieses Rahmens müssen die Raumflächen so angelegt werden, dass sie dem Bedarf des Stadtarchivs langfristig genügen und ihm auch künftig zeitgemäße Entwicklungsmöglichkeiten bieten.“ Im Einzelnen bestünde Bedarf an Flächen für die Besucher, für Verwaltung und Depots, außerdem für diverse Nebenräume. Insgesamt errechnete die Steuerungsgruppe einen Flächenbedarf von 480 bis 560 Quadratmeter. In der Folge wurde Architekt Stefano Peluso beauftragt, anhand der bestehenden Räume des Gefängnisses eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Georg Kaser wandte sich zu jener Zeit wiederholt an die Gemeinde mit der Bitte, seine Wünsche vorbringen zu können, aber zu einem gemeinsamen Gespräch kam es nicht. „Es geht nicht um uns“, sagt er dem „Brixner“, „sondern darum, dass die Struktur so umgestaltet wird, dass ein kultureller Betrieb in irgendeiner Form überhaupt weitergeführt werden kann“. So sandte er eine E-Mail mit dem aus seiner Sicht notwendigen Raumprogramm für kulturelle Tätigkeiten – und erhielt auch auf diese E-Mail keine Einladung zu einem Gespräch. Für das Stadtarchiv hatte Bettina Kerer, wie erwähnt, eine eigene Steuerungsgruppe mit Fachleuten eingesetzt; dem Bereich Freilichttheater widmete sie offensichtlich weniger Aufmerksamkeit. Die Machbarkeitsstudie Architekt Stefano Peluso begann seine Arbeit mit der Erfassung des Ist-Bestandes: „Das ehemalige Gefängnisgebäude befindet sich in einem Kontext von hohem historischem und symbolischem Wert. Es befindet sich zwischen dem ehemaligen Gerichtsgebäude, dem Kreuzgang und der Johanneskirche“, schreibt er in der Machbarkeitsstudie, die im vergangenen Mai fertiggestellt wurde. Das Hauptziel der Sanierung bestehe darin, das Gebäude vollständig nutzbar zu machen und als Archiv zu verwenden. Auch der Dachboden müsse genutzt werden. In Anbetracht der Zweckbestimmung des gesamten Bereichs könnte man hier an die Schaffung multifunktionaler Räume für Workshops oder Seminare und für temporäre Einrichtungen oder Ausstellungen denken. Nach dem Konzept der Steuerungsgruppe muss das Archiv mindestens 2.500 Längenmeter Regalfläche für


Brixner Nr. 416 die Lagerung von Dokumenten bereitstellen. Bei diesem Punkt kommt das Gefängnisgebäude allerdings an seine Grenzen, wie Peluso rasch festgestellt hat: „Um diesen Bedarf zu decken, wird es notwendig sein, das bestehende Gebäude zu erweitern, indem der Hof an der Ostseite des Südflügels in Anspruch genommen wird.“ Hier soll also ein neues einstöckiges Gebäude entstehen. Aus der vorliegenden Projektidee ersieht man, wie sich Peluso die Raumeinteilung und die Abläufe vorstellt: Der Hauptzugang des Stadtarchivs ist im Süden vom Innenhof der Bibliothek aus geplant. Über einen mit einer Garderobe ausgestatteten Windfang wird der 75 Quadratmeter große Besucherraum direkt erschlossen. Hier kann die Bevölkerung Archivmaterial sichten oder auch eigene Bestände abgeben. Damit der große Raum entsteht, müssen einige Wände entfernt werden. Angrenzend gibt es einen eigenen Raum zum Sortieren sowie einen Geräteraum, in dem Scanner und andere Geräte untergebracht werden. Am östlichen Rand des Besucherraums ist ein Büro für den Archivar vorgesehen; im neuen Zubau gibt es ein zweites Büro und einen ersten großen Archivraum mit Rollregalen. Ein zweiter kleiner Zubau ist allerdings auch im Innenhof geplant – praktisch auf einer Seite der Freilichtbühne: „Wir brauchten im Erdgeschoss ein drittes WC und haben einfach keinen besseren Platz gefunden“, sagt Hubert Mock. Spätestens dieses kleine Detail hätte Georg Kaser ohne Zweifel energisch kritisiert – wäre er denn gefragt worden. Im ersten Stock des Südtraktes befinden sich heute die alten Zellen, die einem zweiten Archivraum weichen müssen: Hier sind wiederum Rollregale geplant. In den Räumen

 Stadträtin Bettina Kerer: „Unvergleichliches Kulturensemble am Domplatz“

p Ingo Dejaco: „Ein Ort, an dem auch aktuelle Ereignisse dokumentiert werden“

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im Südosten sollen einige Standregale aufgestellt werden. Aus statischen Gründen und angesichts des erheblichen Gewichts, das insbesondere in den Archivräumen auf den Böden lasten wird, müssen die vorhandenen Holzböden abgerissen und durch eine geeignetere Konstruktion ersetzt werden. Dieser Eingriff betrifft natürlich nur das Erdgeschoss und den ersten Stock des Südflügels. Peluso hat auch vorläufige Kosten errechnet: Insgesamt dürfte das Stadtarchiv inklusive Einrichtung etwa 2,5 Millionen Euro kosten. Positive … „Ich bin durchaus angetan von dieser Machbarkeitsstudie“, sagt Hubert Mock, „sie hat mich auch deshalb beeindruckt, weil Peluso nicht sehr viel von den besonderen Bedürfnissen von Archiven wusste. Aber er hat sich wirklich mit der Sache auseinandergesetzt, und man sieht das dieser Studie auch an.“ Trotz der Unterschiede zwischen Archiv und Bibliothek sei deren räumliche Nähe von Vorteil, sagt Mock, weil dadurch die Benützung der Bestände der Bibliothek sehr erleichtert wird. „Daneben kann die jeweilige Verfügbarkeit an Räumen und Ausstattungen bei entsprechender Abstimmung das Spektrum an Angeboten der beiden Einrichtungen in günstiger Weise erweitern – etwa in Hinblick auf Vorträge, Workshops oder Kurse, sodass hier Synergien im Sinne der Nutzer entstehen.“ Auch Bibliotheksdirektor Bruno Kaser ist begeistert: „Das ist ohne Zweifel die bestmögliche Lösung, weil ein Stadtarchiv perfekt zu einer Bibliothek passt. Man ergänzt sich gegenseitig in idealer Weise.“


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› Politik & Gesellschaft  Planübersicht: oben der Theaterbereich, unten das Archiv; rechts unten der Neubau der Erweiterung

OSTFLÜGEL 2.BAULOS

DURCHGANG

KREUZGANG

Eingang Innenhof

Änderungen noch möglich

INNENHOF

THEATERBEREICH IM FREIEN, MIT DAZUGEHÖRIGEN RÄUMEN

JOHANNESKIRCHE

INNENHOF BÜHNE

Erweiterung DURCHGANG

SÜDFLÜGEL 1.BAULOS

Haupteingang Archiv

08 NEUE STADTBIBLIOTHEK

PLANIMETRIA GENERALE LAGEPLAN

INNENHOF

… und negative Reaktionen Weniger begeistert ist Georg Kaser, der die Machbarkeitsstudie erst vor wenigen Tagen zur Ansicht bekommen hat. „Mein erster Eindruck? Wird das so realisiert, dann ist unser Betrieb eigentlich nicht mehr möglich“, sagt er. Das zusätzliche Klo im Erdgeschoss verkleinert auf der vom Publikum aus gesehen linken Seite die Bühne, „und stell dir mal vor, jemand muss während einer Vorstellung aufs Klo, und plötzlich geht dort das Licht an – das ist hirnrissig!“. Vor allem findet er es „schade, dass die Räume hinter der Bühne nicht mehr dramaturgisch genutzt werden können – hinter der Bühne muss man herumkommen, ohne vom Publikum gesehen zu werden“. In der Tat sind die entsprechenden Türen und auch die Fenster bei seinen Aufführungen immer ins Stück eingebaut worden – man denke nur an die Tür-Szene des diesjährigen Stückes „Sheining“. Peluso hat dafür in enger Zusammenarbeit mit Alexander Gruber bewegliche Kulissen und einen Seitenvorhang vorgesehen, aber wirklich durchdacht sieht der Plan nicht aus. Im westlichen Teil hat Peluso zwar zwei neue Umkleideräume vorgesehen, und die Vorderkante der Bühne würde er um ein paar Meter nach vorne schieben, was natürlich zu Lasten der Kapazität des Innenhofs geht. „Es ist wichtig“, sagt Georg Kaser, „dass im Zuge der endgültigen Projektierung Änderungen noch möglich sind“. Das ist effektiv der Fall, denn in der Zwischenzeit wurde in einem Wettbewerb die definitive Planung ausgeschrieben, die nicht Peluso, sondern ein Bozner Architekt gewonnen hat. Überhaupt haben sich inzwischen die Protagonisten geändert: Alexander Gruber ist beruflich nach Bozen übersiedelt; im Bauamt ist nun Renato Sette für das Projekt verantwortlich. Christine Roilo ist in den Ruhestand getreten; ihre Rolle der inhaltlichen und konzeptuellen Koordination übernimmt ihr Nachfolger im Landesarchiv, Gustav Pfeifer. Juliane Rainer war bereits von Gabriele Morandell ersetzt worden, die nun aber in die Region gewechselt ist, weshalb das Amt an Christine Zelger ging, und auch Bettina Kerer ist nicht mehr die fürs Stadtarchiv zuständige Stadträtin, sondern Monika Leitner.

1:200

STEFANO PELUSO ARCHITETTO | ARCHITEKT

 Georg Kaser: „Wird das so realisiert, ist unser Betrieb eigentlich nicht mehr möglich“

 Stadträtin Monika Leitner: „Möchte jetzt einen konkreten Austausch mit den Nutzern des Innenhofs“

Die gibt sich konziliant: „„Das Konzept des Archivs ist durch die Einbeziehung mehrerer Experten durchwegs stimmig. Was den Veranstaltungsraum betrifft, gehen wir jetzt in konkreten Austausch mit den bisherigen Nutzern und werden auch weitere Kulturschaffende einbinden“, sagt sie. Beim derzeitigen Projekt handle es sich lediglich um eine Machbarkeitsstudie; alle Details könnten für die effektive Planung noch in Frage gestellt werden. So kann man im Moment nur erahnen, wie sich die Machbarkeitsstudie entwickelt hätte, wenn es auch für den Veranstaltungsbereich eine eigene Steuerungsgruppe gegeben hätte. Möglicherweise hätte man zumindest den Gang hinter der Bühne fürs Theater reserviert, und fürs WC hätte man ohne Zweifel dann doch einen besseren Platz gefunden. Und vielleicht wäre die etwa 180 Quadratmeter große Erweiterung doch zweistöckig geworden, weil allein durch diese Maßnahme viel Druck vom Erdgeschoss genommen würde. Auch hätte man dann diskutieren müssen, ob es sinnvoll wäre, im Innenhof anstelle der inzwischen etwas wackeligen Eisentribüne eine fixe Tribüne zu errichten und die Bühne mit permanenter Bühnentechnik auszustatten, die aus dem Tschumpus-Innenhof neben Forum und Astra eine dritte vollwertige Veranstaltungs-Location machen würde. In diesem Fall würde sich dann die Frage stellen, wer denn nun in Zukunft den Tschumpus als Veranstaltungsort verwalten soll, denn bisher hat Kaser den Innenhof für den gesamten Sommer um wenig Geld angemietet, was einige Male zur Folge hatte, dass interessierte Künstler keine Chance hatten, dort aufzutreten. Mit der Aufwertung des Innenhofs würde dieses Mietmodell wohl abgeschafft – was allerdings nicht bedeutet, dass Georg Kasers Truppe sich vom Tschumpus verabschieden müsste: Eine Lösung wäre zum Beispiel, dass das Forum neben dem Astra auch den Tschumpus verwalten würde. Kaser würde sich dann für die von ihm beanspruchten Tage einmieten – wie jeder andere Veranstalter auch. Wie es am Ende auch immer aussehen mag: Das Stadtarchiv wird ohne Zweifel zu einem nächsten Highlight, das der breiten Bevölkerung einen echten Nutzen bringen wird. Dass die Gemeinde das Archiv realisieren will, steht außer Frage, und auch das notwendige Personal – das Konzept spricht von zwei fixen und zwei Projektmitarbeitern – wird sich finden und finanzieren lassen. Und wenn Georg Kaser und andere mögliche Nutzer nun in die endgültige Planung involviert werden und am Ende auch der Theaterbereich dieselbe ordentliche Aufwertung bekommen wird wie das Archiv, hat die Gemeindeverwaltung alles richtig gemacht. Ingo Dejaco bringt es auf den Punkt: „Wenn der Tschumpus als Veranstaltungsort nicht mehr geeignet wäre, wäre das ein Verlust für Brixen – diese Sensibilität muss die Stadtverwaltung schon auch haben.“

willy.vontavon@brixner.info


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› Politik & Gesellschaft

Wenn der Sommer nachklingt BILDUNG: Das neue Musikschuljahr beginnt mit einem besonderen Klang – dem Nachhall des Sommers. Erstmals wurde im August eine Orchesterwoche für Kinder und Jugendliche der Musikschule Brixen und der Außenstellen Vintl und Mühlbach veranstaltet. Ein Projekt, das neue musikalische Wege eröffnete. Es ist ein drückender Sommernachmittag im August. Die Luft hinter den Türen des Vortragssaals der Musikschule Vintl ist dicht und schwer, und das liegt nicht nur an der Hitze des Tages, sondern auch an der spürbaren Aufregung. Alle Augen sind nach vorne gerichtet. Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde warten dicht an dicht. Insgesamt 22 Kinder und Jugendliche der Musikschulen Vintl, Mühlbach und Brixen, die Violine, Violoncello oder Querflöte spielen, haben in den Som-

merferien etwas kennengelernt, das sie so noch nie erfahren haben: die Magie des gemeinsamen Musizierens in einem Orchester. „Mit diesem Projekt verfolgten wir mehrere Ziele“, erklärt Hans Peter Stifter, Direktor der Musikschulen Brixen, Vintl und Mühlbach, „es ging beispielsweise darum, einen förderlichen Rahmen zu schaffen, in dem die Kinder in einer Gruppe von Gleichgesinnten voneinander lernen, Spaß haben und die Kraft der Musik spüren können.“

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Gemeinsames Musizieren im Orchester Zum ersten Mal in der Geschichte der Musikschule Brixen fanden sich Schüler aus dem Hauptsitz und den Außenstellen zu einer Orchesterwoche zusammen. Die Tage wurden zu einem besonderen Sommererlebnis – voller intensiver Proben, Pausen und Spiele. „Wir haben richtig coole Stücke gespielt“, erzählt die elfjährige Emma Volgger stolz, während sie ihre Querflöte auf den Knien hält.

Die Idee einer Orchesterwoche schwebte schon lange in der Luft. „Wir wollten den Kindern und Jugendlichen die Chance geben, das gemeinschaftliche fächerübergreifende Musizieren zu erleben, das im normalen Schuljahr oft zu kurz kommt“, sagt Stifter, „und der Sommer schien uns der ideale Zeitpunkt, um ein solches Projekt zu realisieren.“ Die Begeisterung für diese Idee zeigt sich in den leuchtenden Gesichtern der jungen Musizierenden und der Freude der Eltern, die ihren Kindern zu-

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t Bei der Orchesterwoche der Musikschulen Brixen, Mühlbach und Vintl lernten die Kinder die Magie des gemeinsamen Musizierens kennen

zwinkern und für das Konzert die Daumen drücken. Musik und Spiel miteinander verbinden Jeden Vormittag, eine ganze Woche lang, versammelten sich die Teilnehmenden in den Räumen der Musikschule Vintl. Registerund Tuttiproben standen auf dem Programm: Geigen, Violoncelli und Querflöten probten unter der Leitung erfahrener Lehrer wie Andrew Davis, Martina Gasser, Sarah Hintner und Barbara Palfrader. Mit Geduld und Hingabe begleiteten sie ihre Schützlinge und waren beeindruckt, wie schnell die Kinder Fortschritte machten. „Die

vertrauen und sich auf die anderen verlassen.“ Und dieses Vertrauen zahlt sich aus. Am Tag des Abschlusskonzerts sitzt Emma im Orchester, bereit für ihren großen Moment. Ihr Blick schweift durch den Saal. Nervosität? Ja, aber sie ist in guter Gesellschaft. Auch ihre Mitschüler haben schwitzige Hände und klopfende Herzen. Doch sobald ihre Augen dem schwingenden Taktstock folgen, legen sich alle Zweifel. Die Musik füllt den Raum. Das Orchester spielt eine bunte Mischung aus bekannten und neuen Melodien. Die Spannung steigt mit jedem Takt, die Musik wird zu einem gemeinsamen Atem, der sich durch den Raum

an der Sache lag in der Luft“, sagt er später, „am meisten beeindruckt haben mich die Begeisterung und die Motivation der Kinder.“ Doch nicht nur das: Für ihn ist das Projekt auch ein Schritt in Richtung Zukunft. „Mein Wunsch wäre es, ähnliche Angebote auch für andere Klassen zu machen – vielleicht eine Kinderchor- oder Bandwoche.“ Das Gemeinsame, das in diesen Tagen gewachsen ist, wird nicht nur von den Kindern, sondern auch von den Lehrern geschätzt. In kurzer Zeit haben sie gesehen, wie die Kinder musikalisch und persönlich über sich hinausgewachsen sind. „Es war eine bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten“, resümiert Stifter. Das Konzert in Vintl endet, doch die Wirkung dieser Woche wird noch lange nachklingen. Als die letzten Töne des Orchesters

„ W ir wollten den Kindern und Jugendlichen die Chance geben, das gemeinschaftliche fächer­ü bergreifende Musizieren zu erleben“ _ Hans-Peter Stifter, Direktor der Musikschule Brixen Spiele, die wir zwischendurch gemacht haben, waren toll“, erinnert sich Emma Volgger mit einem breiten Lächeln, „vor allem das Becher-Spiel hat mir gefallen.“ Diese Aktivitäten brachten die Kinder zusammen und halfen, Freundschaften zu knüpfen, die die Orchesterwoche überdauern werden. „Ich habe viele neue Freunde gefunden“, erzählt die dreizehnjährige Emma Brignach, die mit ihrer Querflöte im Orchester sitzt. „Man lernt zusammenzuarbeiten, auch wenn der Dirigent nicht auf jeden hören kann. Man muss sich

zieht. „Es war unglaublich, wie wir plötzlich wirklich ein Orchester waren“, schwärmt die zwölfjährige Johanna Pertinger. „Man hat so viel dazugelernt, weil wir alle zusammengespielt haben.“ Die Musik trägt die Zuhörer mit, lässt sie für einen Moment vergessen, dass sie hier Kinder vor sich haben, die vor einer Woche noch nie in einem Orchester saßen. Der Applaus, als das letzte Stück verklingt, ist kräftig. Für Direktor Hans Peter Stifter ist das Konzert mehr als nur ein gelungener Abschluss. „Die Freude

verklungen sind und die Instrumente verstaut werden, steht fest: Dieses Projekt war mehr als nur ein Sommerexperiment. Es hat den frischen Wind des Sommers mit in das neue Schuljahr getragen – und vielleicht den Grundstein für weitere Gemeinschaftsprojekte gelegt, die noch viele musikalische Sommerabende wie diesen hervorbringen könnten. Ein Sommer, der nicht nur nachklingt, sondern auch nachwirkt. lisa.hintner@brixner.info

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› Politik & Gesellschaft BRIXEN/EUREGIO

Das Forum Brixen war am 7. September der Schauplatz für den dritten Euregio-Gemeindetag. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinden aus Tirol, Südtirol und dem Trentino sowie die Landeshauptleute aus Südtirol und dem Trentino, Arno Kompatscher und Maurizio Fugatti, und der stellvertretende Landeshauptmann von Tirol, Georg Dornauer, diskutierten mit weiteren politischen Vertretern über gemeinsame Herausforderungen der Gemeindeverwaltungen. In seiner Rede brachte Andreas Schatzer, Bürgermeister von Vahrn und Präsident des Gemeindenverbandes, die allgemeine Stimmung der

Südtiroler Gemeindeverwalter zum Ausdruck und fasste zusammen, welche Herausforderungen sie derzeit besonders beschäftigen. Dazu zählen extreme Wetterereignisse, Overtourism, Mobilitätsfragen, die Thematik rund um Wolf und Bär sowie der Borkenkäfer. Die Veranstaltung fokussierte sich auf die Themen Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Zunächst referierte Marco Montali, Professor an der Freien Universität Bozen, und anschließend fand eine Diskussionsrunde dazu statt. Die Digitalisierung muss nach Auffassung aller Redner dazu dienen, die öffentliche Verwaltung effizienter zu gestalten und den Alltag des

Foto: Willy Vontavon

Gemeinden zu Gast

öffentlichen Personals sowie der Bevölkerung zu erleichtern. Sie darf nicht zu zusätzlichen bürokratischen Hürden führen. Nach einer kurzen Präsentation des Projektes der Europahütte wurde Nadia

Paone mit dem Julius-Pera­ thoner-Preis des Südtiroler Gemeindenverbandes für ihre Forschungsarbeit zum Thema Wohnen und Betreuung im av Alter ausgezeichnet.

SÜDTIROL

Foto: Oskar Zingerle

EGA: Einverständnis gefragt

kurz

notiert

Die Elektronische Gesundheitsakte (EGA) ermöglicht als Onlinedienst den sicheren Zugriff auf die medizinischen Daten und Dokumente von Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus kann eigenständig die Wahl der Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin vorgenommen werden. Damit das Gesundheitspersonal bei medizinischen Behandlungen und in Notfällen auf die Gesundheitsakten zugreifen kann, ist eine Einverständniserklärung erforderlich. „Mit der Zustimmung wird die medizinische Versorgung verbessert, und die Patienten können schneller und effizienter behandelt werden, was in

erster Linie den Betroffenen selbst zugutekommt“, erklärt Landesrat Hubert Messner. Das „Einverständnis zur Konsultation“ kann online über den Onlinedienst abgegeben werden; der Zugriff erfolgt über SPID, den elektronischen Personalausweis „CIE“ oder die aktivierte Bürgerkarte. Alternativ kann das Einverständnis bei den Verwaltungsschaltern der Gesundheitssprengel und Krankenhäuser oder bei den Hausärzten und Kinderärzten freier Wahl erteilt werden. Die Einwilligung kann jederzeit ohne Auswirkungen auf die Gesundheitsleistungen widerrufen werden, und es ist

möglich, einzelne Dokumente zu verbergen, sodass sie für medizinisches Fachpersonal nicht einsehbar sind. Weitere Informationen zur Elektronischen Gesundheitsakte bietet die Website www.gesundheit. provinz.bz.it/ega lt

Die 197 Brixner Neugeborenen von 2023 wurden in einer gemeinsamen Initiative der Stadtgemeinde und der Pfarrei bei einem Gottesdienst willkommen geheißen. Anschließend segnete Dekan Florian Kerschbaumer den Neugeborenenbaum, einen Rotahorn in den Rappanlagen.

Am 13. Oktober von 10 bis 17 Uhr bieten das Weiße und Rote Kreuz, der Bergrettungsdienst im AVS, die Bergrettung CNSAS, der Zivilschutz Brixen und die Wasserrettung Eisacktal im Zivilschutzzentrum Brixen Schauübungen (13 und 15 Uhr), Kinderunterhaltung, Speis und Trank.

18 Kinder besuchen den neu erbauten, noch namenlosen Kindergarten Klosterwiese in Rosslauf, dessen Bau vorwiegend mit PNRR-Geldern (4,5 Mio. von 5,9 Mio. Gesamtkosten) finanziert wurde. Im selben Gebäude öffnet im November eine Kindertagesstätte.


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„Jugenddienst bekannter machen“ VERA OBEXER, neue Geschäftsführerin des Jugenddienstes Brixen, über Neuerungen und Zukunftspläne.

Ich musste mir zunächst einen Überblick verschaffen. Ich war zuvor „nur“ für einige Jugendräume zuständig und damit viel unterwegs. Die Rolle als Geschäftsführerin nehme ich zunächst vor allem als Verwaltungsarbeit wahr, damit muss ich erst warm werden – auch wenn ich einige Jugendräume weiterhin betreuen werde. Der Jugenddienst hat einige spannende Monate hinter sich …

Ja, mein Vorgänger Julian Stuefer hat in den letzten Jahren viel Vorarbeit geleistet. Wir sind zudem kürzlich vom Jugendhort in ein schönes Büro in der Runggadgasse gezogen. Dort haben wir endlich Platz für das gesamte Team, denn bislang hatten wir alle sechs im Homeoffice gearbeitet. Das Büro ist auch förderlich für den Teamspirit, da wir uns einfacher untereinander austauschen können. Außerdem haben wir seit 1. September Verstärkung durch Magdalena Rabensteiner für Tils, Tschötsch, Albeins, Sarns sowie Lüsen und Evelyn Götsch, die in Vahrn und für die Verwaltung zuständig ist.

Welche konkreten Zukunftspläne haben Sie?

Ich möchte in allen Jugendräumen, für die wir zuständig sind, Öffnungszeiten anbieten und gerade in St. Andrä und Afers die Jugendarbeit aufbauen. Außerdem möchte ich den Jugenddienst bekannter machen: Ich merke in meinem Alltag, dass viele Menschen uns nicht so richtig vom Kassianeum unterscheiden können. Deshalb möchte ich in Informationsarbeit investieren. Die Menschen sollen wissen, wo sie uns finden können und dass wir ein Ansprechpartner für Jugendliche sind. anina.vontavon@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Frau Obexer, seit dem 1. September sind Sie die neue Geschäftsführerin des Jugenddienstes Brixen. Wie waren diese ersten Wochen für Sie?

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› Politik & Gesellschaft

SÜDTIROL

Autonomie-Armaturenbrett Allerlei Interessantes und Kurioses verrät das neue Online-Tool „Autonomy Dashboard South Tyrol“: Wussten Sie zum Beispiel, dass im Jahr 2023 unter anderem eine Person mit neuseeländischer Staatsbürgerschaft in Südtirol lebte, eine mit maltesischer, vier mit isländischer? Seit Anfang September vereint das Online-Tool die wichtigsten Daten rund um Südtirols Demografie, Sprache und Sprachgruppen, Politik und Verwaltung sowie Finanzen, gesammelt und optisch ansprechend verpackt. So lernt man auf der Website unter anderem, dass die Bevölkerung in Südtirol wächst und gleichzeitig älter wird, dass von den über 534.000 Südtirolerinnen

und Südtirolern 10,2 Prozent im Eisacktal leben (am meisten in Bozen, dicht gefolgt vom Burggrafenamt) oder dass rund 46 Prozent der Südtiroler Betriebe als Kleinstunternehmen strukturiert sind. Umgesetzt hat das Projekt das Center for Autonomy Experience von Eurac research, das als Knotenpunkt für Aktivitäten und Initiativen rund um den Südtiroler Minderheitenschutz und das Südtiroler Autonomiemodell agiert. Die Daten sollen künftig immer im Februar und im August überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden. Das „Autonomy Dashboard South Tyrol” ist für alle frei aufrufbar: www.autonomy-dashboard.info. av

BRIXEN

Begleitdienst im Krankenhaus Dem Beispiel der Krankenhäuser Bozen und Meran folgend, nahm Anfang September auch das Krankenhaus Brixen in Zusammenarbeit mit dem Weißen Kreuz den Begleitdienst für ambulante Patientinnen und Patienten auf. Ziel des Dienstes ist es, den Menschen dabei zu helfen, sich in den Ambulatorien und Krankenstationen in den verschiedenen Gebäuden des Krankenhauses Brixen zurechtzufinden. Der Dienst steht montags und dienstags von 8 bis 12 Uhr zur Verfügung und befindet sich seit dem 2. Sep-

tember neben der Portiersloge im Eingangsbereich von Gebäude A und Gebäude A1. Dort erhalten Besucher und Patienten Informationen, wo genau sich die gesuchten Abteilungen und Dienste befinden, und werden auf Wunsch auch dorthin begleitet. Zudem bietet der Dienst seine Unterstützung bei der Abwicklung notwendiger Formalitäten an. Für den Begleitdienst sucht das Weiße Kreuz noch Freiwillige. Interessierte können sich telefonisch unter 0471 444399 oder per E-Mail an michaela.salt nin@wk-sb.bz.it wenden.

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BRIXEN

Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen, im Dritten Sektor, in Unternehmen und in privaten Organisationen. Neben den Kursen, die sowohl online als auch in Präsenz am

Campus in Brixen stattfinden, umfasst das Programm Workshops und praktische Projekte, um direkt anwendbare Fähigkeiten zu vermitteln. Um Berufstätigen den Zugang zu

erleichtern, werden die Vorlesungen hauptsächlich freitags und samstags Vormittag angeboten. lt

Begleitetes und Betreutes Wohnen für Seniorinnen und Senioren – ein Dienst des ÖBPB „Zum Heiligen Geist“

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Der Dienst „Begleitetes und Betreutes Wohnen“ ermöglicht es Menschen, im Alter so lang wie möglich autonom, sicher und selbstbestimmt zu leben. Der ÖBPB „Zum Heiligen Geist“ bietet dazu geeignete Lebens- und Wohnbedingungen an: Eine niederschwellige Begleitung durch eine Bezugsperson in einer barrierefreien Wohnung mit Notrufsystem. Bei Bedarf können verschiedene Zusatzleistungen (z.B. Reinigung der Wohnung, Unterstützung bei der Körperpflege, Mahlzeiten und anderes mehr) in Anspruch genommen werden.

Der Dienst wird angeboten in der Villa Lumen in Brixen, im Götschelehof in Milland (Eröffnung im Herbst 2024) und im Seniorenzentrum Elisabethsiedlung in Vahrn (voraussichtliche Eröffnung im Herbst 2025). Weitere Informationen in der Anlaufstelle für Betreuung und Pflege, Romstraße 5: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Tel. 0472 820 591 brixen@anlaufstelle.bz.it

PR-Info

Die globale politische und wirtschaftliche Lage stellt Südtirol und sein soziales Netzwerk vor Herausforderungen, die verstärkt zu komplexeren sozialen Bedürfnissen führen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind fachlich qualifizierte Expertinnen und Experten gefragt, die innovative Lösungen für drängende Probleme wie digitale Kluft, soziale Ungleichheit und die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben entwickeln und umsetzen können. Aus diesem Grund hat die Fakultät der Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen den Masterstudiengang „Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Lebensqualitätssteigerung“ konzipiert, der diesen Herbst startet und durch den Europäischen Sozialfonds finanziert wird. Der Studiengang, der eine Regelstudienzeit von 18 Monaten umfasst, bietet den Absolventinnen und Absolventen zahlreiche Berufsmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung, im

Foto: Oskar Zingerle

Neuer Masterstudiengang


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› Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Foto: Anina Vontavon

Sicher unterwegs

ßen beim Überqueren und achten auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Kurz vor Schulbeginn organisierte die Gemeinde Brixen auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Ortspolizei einen Empfang auf der Dachterrasse der Gemeinde, um die Schülerlotsen willkommen zu heißen, ihnen viel Erfolg bei ihrem Dienst zu wünschen und ihnen für

ihren Einsatz für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler herzlich zu danken. Jessica Ruffinatto, Kommandantin der Ortspolizei, betonte, dass der Einsatz der Schülerlotsen „für die Ortspolizei eine wichtige Unterstützung“ sei, der sie nicht nur entlaste, sondern auch die allgemeine Verkehrssicherheit verbessere. Für den Schülerlotsendienst stellen sich

in diesem Jahr Andrä Aichner, Arben Cara, Aldo Coccia, Pasquale Fallucca, Nicola Fidanzi, Augusto Frenademetz, Giorgio Giorgi, Giuseppe Greco, Oswald Hell, Werner Kiem, Ferdinand Klammsteiner, Mauro Marchesin, Antonio Masone, Pasquale Parisi, Piero Parisi und Anja Theresa Wenner zur Verfügung. av

WIRTSCHAFT/ZIVILSCHUTZ

Für den Ernstfall gerüstet „Silobrand mit vermisster Person“ – so lautete einer der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Brixen an einem Abend Mitte September, als sie auf dem Areal der Firma Rubner eine Übung durchführte. Mit einem großen Aufgebot an Fahrzeugen erschienen die 35 Feuerwehrmänner und -frau und probten auf dem Gelände der Holzbaufirma die Einsatzabläufe. „Diese regelmäßigen Proben sind wichtig, damit im Ernstfall alle Handgriffe sitzen und wir gut koordiniert zusammenarbeiten“, erklärte Zugkommandant Daniel Scanferla. Und so drehte sich etwa eineinhalb

Foto: Anina Vontavon

Auch in diesem Schuljahr sind die Schülerlotsen wieder im Einsatz. Ganze 16 an der Zahl werden wieder jeden Schultag vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss an Brixens Schulwegen stehen und die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen gewährleisten. Ebenso helfen sie älteren Personen auf vielbefahrenen Stra-

Stunden lang alles rund um die verschiedenen Einsätze: Routiniert suchten die Feuerwehrleute mit Einsatzfahrzeugen inklusive Drehleiter nach der „vermissten“ Person auf dem 20 Meter hohen Silo und bargen sie, testeten die Hydranten und Pumpen und die Wasserversorgung. Ein zweiter Einsatz wurde in der Lagerhalle geübt: Eine vermeintliche Person war unter Holz eingeklemmt worden und musste befreit werden. Für das Unternehmen Rubner bedeutete die Übung eine weitere Absicherung, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. „Wir verfügen zwar über ein ausgeklügeltes System an Präventionsmaßnahmen, aber es ist trotzdem sinnvoll zu wissen, was bei einem Zwischenfall beachtet werden muss“, sagt auch Georg Putzer, Produktionsleiter bei Rubner Holzbau. Er bedankte sich herzlich bei den Einsatzkräften für die erfolgreiche Übung. Wie wichtig eine gut organisierte Feuerwehr ist, bewies erst kürzlich der Brand in der Altstadt, der die Brixner Wehr sowie jene im Umfeld ordentlich auf Trab hielt. av


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Mittwoch

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9. Oktober 2024

BRIXEN

Mitreden und -gestalten Etwas weniger als 100 Personen hatten sich am 18. September im Forum Brixen zusammengefunden, um der Informationsveranstaltung zum Gemeindeentwicklungsprogramm zu lauschen. Die Expertinnen und Experten der verschiedenen Themenbereiche erklärten die Abläufe und den Zeitplan des Prozesses, den sich Brixen vorgenommen hat. Der hat es in sich: Die erste Analysephase soll bis Januar 2025 abgeschlossen sein, bevor es ab Februar bis Juni zum konkreten programmatischen Teil geht. Bis Ende 2025 soll das Gemeindeentwicklungsprogramm spruchreif und genehmigt sein. Zwei Mal hat die Bevölkerung die Chance, sich einzubringen: zunächst im analytischen Teil, im Mai dann im programmatischen. Im Oktober und November finden die ersten Bürgerversammlungen statt, bei denen alle Interessierten an Arbeitstischen mit den Experten zusammenarbeiten und ihre Ansichten zu den verschiedenen Themen einbringen

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19:30 | Brixen, Forum

können: Am 14. Oktober geht es im Vereinshaus Tils um die Zone Pfeffersberg, am 15. Oktober im Mehrzwecksaal der Grundschule St. Andrä um den Plose­berg, am 16. Oktober im Mehrzweckgebäude Elvas um Elvas und Kranebitt, am 6. November im Pfarrsaal Milland um Milland, Albeins und Sarns sowie am 7. November im Forum Brixen um das Stadtgebiet. Beginn ist immer um 19:30 Uhr; die Veranstaltungen stehen allen Interessierten offen. Eine genaue Übersicht zum Ablauf des Gemeindeentwicklungsprogramms ist in der Ausgabe Nr. 415 des „Brixner“ vom August 2024 zu finden – kostenlos in der „Brixav ner“-App.

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› Menschen & Meinungen

Die Brückenbauerin PORTRAIT: SR. BERTA OBERHAMMER aus Meransen hat fast drei Jahrzehnte in Ghana verbracht und dort als Krankenschwester unermüdlich für die Menschen gearbeitet. In ihrer Geschichte vereinen sich Bescheidenheit, Mut und ein tiefer Wunsch, die Welt ein Stück besser zu machen.

Wir treffen uns im Haus der Solidarität. An drei bis vier Tagen in der Woche ist Sr. Berta Oberhammer dort zu finden. Sie kommt die Treppe herunter, weiße Kittelschürze, eine grüne Gießkanne in der linken Hand, in der rechten einen Kübel mit Düngemittel. Und ein strahlendes Lächeln. Wenn sie lächelt, geht einem das Herz auf, und man kommt nicht umhin, von dieser bescheidenen und tatkräftigen Frau auf Anhieb begeistert zu sein. Um 11 Uhr werden die Lebensmittel vom Banco Alimentare geliefert. Es bleibt uns eine knappe Stunde, in der sie erzählt – von den 30 Jahren, die sie in Ghana gelebt hat, von dem Gefühl, dort zu Hause zu sein, von dem Vertrauen, das ihr dort geschenkt wurde. Heimweh hatte sie nie. Lediglich zehn Mal sei sie in diesen drei Jahrzehnten nach Südtirol gekommen. Ihre Mutter habe ihr alle zwei Wochen einen Brief geschrieben. Dadurch sei sie ihrer Heimat verbunden geblieben. „Diese Beziehung zu den eigenen Leuten hat mich gestärkt.“

Der Wunsch, etwas zu bewirken „Sogmo la frisch Du zi anånd“, meint sie. Wir bleiben dann doch beim Sie, wobei das der Vertrautheit im Gespräch keinen Abbruch tut. Sie ist als sechstes von neun Kindern in Meransen aufgewachsen. Im Alter von 20 Jahren trat sie bei den Steyler Missionsschwestern ein, bald darauf folgte das Noviziat in Stockerau im österreichischen Weinviertel. In Mistelbach besuchte sie drei Jahre lang die Krankenpflegeschule. Sechs Jahre lang bereitete sie sich auf die ewige Profess vor, im Jahr 1977 kam dann die Bestimmung für die Mission. Wer bei den Steyler Missionsschwestern eintritt, „muss den Willen haben, in andere Länder zu gehen.“ Drei Länder dürfe man vorschlagen, „wobei ich keine besondere Vorliebe hatte.“ Ghana wurde schließlich zu ihrer zweiten Heimat, vielleicht gar zu ihrer eigentlichen Heimat. Zunächst aber ging sie nach England, „um Englisch zu lernen.“ In einem Land, in dem unzählige Sprachen gesprochen werden, ist


Brixner Nr. 416 t ANPACKEND: Sr. Berta Oberhammer ist mit Empathie, Mut und Humor für andere Menschen da

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Klinik von Nkawkaw im Osten von Ghana, wo sie 16 Jahre lang als Krankenschwester gearbeitet hat. Die Ghanesen seien ein sonniges, ein gastfreundliches Volk, und sie habe viel von ihnen gelernt. Die hygienischen Voraussetzungen waren ganz andere, als wir es gewohnt sind, und die Medikamente waren knapp. Weggeschickt wurde aber nie jemand; die Menschen kamen, weil sie wussten, dass die Missionsschwestern für sie da waren. Malariaerkrankungen, Entzündungen, Schlangenbisse – „wir hatten es mit allem Möglichen zu tun.“ Wenn jemand nicht bezahlen konnte, fand Sr. Berta einen Weg. Spenden aus der Heimat, ein Charity-Fonds und ein Netzwerk an Wohltätern – „darauf konnten wir bauen.“ Nach diesen 16 Jahren wechselte sie ins Gesundheitszentrum nach Wiaga. Dort gab es keinen Arzt, „lediglich vier Krankenschwestern aus drei Kontinenten“ – eine Schwester aus Ghana, eine aus Indien, eine aus Deutschland und Sr. Berta Oberhammer. „Wir waren eine kleine internationale Gemeinschaft.“ 60 Schwestern aus 20 Nationen, auch das hat sie erlebt und mitgelebt. Das Verständnis füreinander, gerade weil alle so verschieden waren, dieses Bewusstsein, miteinander für dasselbe zu kämpfen, „das hat auch den Menschen, für die wir da waren, gut getan.“

„ D ie Sprache der Liebe verstehen alle Menschen“ Foto: Oskar Zingerle

_ Sr. Berta Oberhammer

das oft die einzige Möglichkeit, sich zu verständigen. Sie kann noch ein klein wenig Twi, eine Sprache, die von 3,4 Millionen Ghanesen gesprochen wird, wunderbar bildhaft und feinsinnig. Eines, sagt Sr. Berta Oberhammer, sei aber gewiss: „Die Sprache der Liebe verstehen alle Menschen.“ Den Wunsch, in die Mission zu gehen, irgendwo etwas bewirken zu können, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben – diesen Wunsch verspürte sie schon mit 14 Jahren. Die Begegnung mit einem Primizianten, die Weihe von 25 Neupriestern in einem einzigen Jahr, „das hat mich einfach inspiriert.“ Ob eine Entscheidung die richtige gewesen ist, „das weiß man oft erst im Nachhinein.“ Seinen Weg gehen, sich nicht beirren lassen, „und jeden Tag neu anfangen“ – Sr. Berta Oberhammer sagt dies mit sanftem Nachdruck und auf eine authentische Art, die beeindruckt. Ein wacher Geist und der Mut, kritische Gedanken auszusprechen zeichnen Sr. Berta aus. „Eine kleine internationale Gemeinschaft“ Seit 2009 ist sie wieder zurück in Südtirol. Sie musste aus gesundheitlichen Gründen zurückkehren: „Ich war viel zu oft an Malaria erkrankt.“ Sich als Europäerin in Afrika einzuleben ist leichter als umgekehrt. Zwei Jahre hat sie gebraucht, um innerlich wieder in Südtirol anzukommen. Die Jahre in Ghana haben sie geprägt, ihr Blick auf diese Welt ist ein besonderer. Sie erzählt, zumeist auf Hochdeutsch, von den Menschen dort, von ihrem täglichen Kampf ums Überleben in einem Land, das reich an Bodenschätzen ist. Sie erzählt von ihrer Arbeit in der

Fels in der Brandung Ihre Arbeit ist auch in einem Film dokumentiert. „Unterm Baba-Baum“, gedreht von Wolfgang Penn im Auftrag der Rai, taucht ein in ihre Welt. Der Affenbrotbaum wird auch Baum des Lebens genannt. Lebensgrundlage für viele Lebewesen, Sinnbild für die Arbeit der Steyler Missionsschwestern. Eine Südtiroler Tageszeitung widmete Sr. Berta vor Jahren eine ganze Seite: Von der Missionsschwester zum Hausengel. Der Titel beschreibt sie in ihrem ganzen Wesen. Mit ihrer bodenständigen und pragmatischen Art verstand sie es, den Herausforderungen des Lebens zu begegnen, sich durchzusetzen, ohne andere zu verletzen. „Ich habe gelernt, dass man auch mit wenig gut leben kann.“ Seit 2012 lebt sie gemeinsam mit drei Schwestern im 3. Stock des Brixner Pfarrhauses. Karl Leiter, Mitbegründer des Hauses der Solidarität, konnte sie davon überzeugen, dort mitzuarbeiten, ihre Erfahrungen aus Afrika einzubringen und damit einen echten Nährboden für gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Im Haus der Solidarität macht sie „das, was eine Hausfrau tut.“ Aber eigentlich tut sie sehr viel mehr: Durch ihr Dasein, durch ihre klare und bestimmte Art, mit den Menschen zu reden, durch ihre Gelassenheit ist sie ein Fels in der Brandung. Weil sie die Menschen, die im Haus der Solidarität leben, manche für kurze Zeit, andere länger, versteht. Ihre Träume, ihre Sehnsüchte, die knallharte Realität, mit der sie oft leben müssen, in einem Land, von dem sie glaub(t)en, dass es das Paradies sei. „Es ist mein Weg. Und er ist gut so.“

marlene.kranebitter@brixner.info


20 › Menschen & Meinungen

IN EIGENER SACHE

Grüße aus Hamburg „Unsererseits erneut ein großes Vergelt’s Gott für die wunderbare Gelegenheit, Hamburg zu erkunden!“, schrieb Annamaria Chizzali Pichler vor Kurzem per E-Mail an die „Brixner“-Redaktion. Sie war die Glückliche, die im Rahmen des Gewinnspiels zur 400. Ausgabe dieser Monatszeitschrift im vergangenen Jahr den Hauptpreis ergattern konnte. Und so ging es für sie, ihre Tochter Maria Kerschbaumer und ihren Enkelsohn Laurin Chizzali für ein paar Tage in die Hansestadt – inklusive Flug von Bozen, drei Übernachtungen mit Frühstück sowie Showkarten für ein Musical. Das Reisetrio ge-

noss den Klassiker „Der König der Löwen“, der seit 2001 in Hamburg zu Gast ist. Zudem nutzten die glücklichen Gewinner die Zeit, um den Hafen und die beeindruckende Elbphilharmonie zu erkunden, sie ließen das Flair der Hafenstadt auf sich wirken und bestaunten im Miniatur-Wunderland die größte Modelleisenbahnanlage der Welt. Einige Bilder ihres Abenteuers teilten sie mit der Redaktion, und wir veröffentlichen gerne eines davon mit einem herzlichen Dankeschön an die Reisefreudigen. av

BRIXEN

Foto: Oskar Zingerle

Amtsantritt

kurz

notiert

Die Philosophisch-Theologische Hochschule (PTH) Brixen hat einen neuen Dekan: Martin M. Lintner hat am 1. September sein Amt angetreten. Er folgt auf Alexander Notdurfter. Der Vatikan hatte der Ernennung Lintners erst im zweiten Anlauf zugestimmt: Lintner war bereits im November 2022 zum Dekan gewählt worden, das „nihil obstat“ vom Vatikan nach einer ersten Absage erhielt er aber erst nach internationaler Kritik und der Intervention von Diözesanbischof Ivo Muser. Trotz dieses anfänglichen Hindernisses freut sich der neue Dekan nun auf die

kommenden zwei Jahre. Besonders fokussieren möchte er sich auf die rückläufigen Studierendenzahlen in den theologischen Studiengängen: „Es ist eine Entwicklung, die wir europaweit an vielen theologischen Fakultäten sehen. Wir müssen jungen und interessierten Menschen besser vermitteln, dass das Theologiestudium interessante und lebensrelevante Fragen behandelt und auf pastorale und kirchliche Berufe vorbereitet, die sinnvoll sind und gute Zukunftsperspektiven haben – zum Beispiel im Religionsunterricht, in der Bildungsarbeit oder in der Krankenhauspastoral“, so der neue

Dekan. An der PTH Brixen werden die Studiengänge Fachtheologie und Religionspädagogik angeboten sowie in Zusammenarbeit mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck das Bachelorstudium in Philosophie. av

Rektor Paolo Lugli und die Dekanin Antonella Brighi überreichten 282 Studierenden, die vor Kurzem ihr Studium an der Brixner Fakultät für Bildungswissenschaften abgeschlossen hatten, in einer feierlichen Diplomverleihung in der Hofburg Brixen ihr Diplom.

Fabian Fischnaller aus Rodeneck kann sich „weltbester Maurer“ nennen, holte er sich doch bei den WorldSkills in Lyon die Goldmedaille. Der Maler Christoph Auer aus Mühlbach erhielt für seine hervorragenden Leistungen ein „Medaillon of Excellence“.

Im Rahmen der 3. Brixner Philosophietage an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen beleuchteten Experten und Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis Geschlechterstereotype und fassten konkrete Gestaltungsmöglichkeiten für mehr Geschlechtergerechtigkeit ins Auge.


mein Hoppala

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LAMMento Foto: Oskar Zingerle

O o op s

Brixner Nr. 416

Lia Vontavon, Brixen/Kopenhagen

Na woasch

„Freiheit!“ Kürzlich reiste ich für ein Konzert nach Amsterdam. Für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel, das etwas außerhalb lag, löste ich einen Fahrschein und durchschritt die elektronische Durchgangskontrolle zur U-Bahn. An der Station angekommen stieg ich aus, zerknüllte mein Ticket, warf es in den nächstgelegenen Mülleimer und begab mich zum Ausgang. Plötzlich versperrte mir dieselbe Durchgangskontrolle den Weg, die – Überraschung – nur mit Ticket durchquerbar war. Ich war gefangen! Mutterseelenallein stand ich vor diesem unvorhergesehenen Hindernis und überlegte fieberhaft, wie ich die Schranke davon überzeugen konnte, dass ich mein Ticket soeben zerstört hatte. Ich hielt nach einem Kontrolleur Ausschau, suchte eine Ticketmaschine innerhalb der U-Bahn-Station und versuchte, die Durchgangskontrolle durch böse Blicke dazu zu bringen, sich zu öffnen – vergeblich. Schließlich blieb mir nichts anderes übrig, als mein Gepäck irgendwie durchzuquetschen, mich auf den Boden zu legen und mühsam auf dem Rücken auf die andere Seite der Schranke zu robben. Freiheit!

Leser kochen für Leser

Zwetschgenmarmelade > Zutaten 1 kg Zwetschgen (sehr reif) 300 g Zucker 1 TL Zimt

„After siebmahålb year, sis isch again a messetsch from Brixen to Mischter Trump. Well, you remember, in the Ausgabe Nr. 325 of the ‚Brixner‘, we told you that America maybe is firscht, but Brixen isch af jedn Fåll förschter, gell? Because Brixen isch schtill the best town in the world, all the other cities are total losers. Sel isch wåhr! And now, Mischter Trump, in Brixen we are a little bit … ähm … sörprised about what you said about Springfield, because mir kennen net glabm that they are eating the dogs, and they are eating the cats, and you said they are eating also the pets of the people who live there! Na woasch. When my Muinele mi ärgert, now I threaten him that we go to live to Springfield, jå, i droh ihm mit der Übersiedlung, and s’Muinele from that moment on isch brav wia a Schafl. So cute. Listen, my Muinele isch the cutest Muinele in the world. It’s true! By the way, Mischter Trump: we have a few people in the Landtag who really believe in your daily Schwåchsinn, suscht tatn sie net selber again and again an Stuss redn, gell? So Mischter Trump, I would like to ask you if you could call the Jürgen and the Sven in your team, and you get gratis the Renate dazua. Nobody speaks more strange things and Blödsinn like they do, so they passn perfekt zu dir! So cute. But, listen to what I say: If the Americans have even a shred of brain matter left, werdn se woll die Kamala wähln. So sorry for you. But remember: no right of return, gell, you get what you see. Pfiati from Brixen, the greatest city in the world. It’s true! Thank you for reading.“

> Zubereitung Die Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen. Mit dem Zucker vermengen und über Nacht im Kühlschrank einziehen lassen. Etwa 1 Stunde lang köcheln lassen und dabei immer wieder umrühren.

Zum Schluss die Marmelade eventuell passieren und Zimt hinzufügen. Die Marmelade heiß in sterile Gläser abfüllen.

Passend zur Jahreszeit liefert Mirjam Unterfrauner aus Vahrn dieses leckere Marmeladenrezept, das ursprünglich von ihrer Tante stammt. Mirjam bereichert seit Ende August die Grafikabteilung von Brixmedia und hat unter anderem diese Ausgabe des „Brixner“ gestaltet. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

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22 › Menschen & Meinungen

Leser schreiben uns

BRIXEN

Von Küste zu Küste Einen Roadtrip der besonderen Art unternahmen kürzlich drei begeisterte Radfahrer aus Brixen: Sie durchquerten auf Mountainbikes Italien von der Adria bis zum Tyrrhenischen Meer. Die Idee dafür stand schon länger im Raum; mit der Pensionierung konnte das Vorhaben „from coast to coast“ endlich angegangen werden. Die Planung der Route begann für Robert Wilhelm, Gianfranco Ferrarese und Renato Baù bereits im Frühjahr. Am 3. September fiel der Startschuss mit einer Zugfahrt von Brixen nach Cesenatico als Ausgangspunkt für die Italiendurchquerung Richtung Westen. Auf Hotelbuchungen hatten sie vorab bewusst verzichtet, um Halte spontan einlegen zu können – schließlich war der Weg das Ziel. Und der war durchaus anspruchsvoll: Etwa 300 Kilometer verbrachten sie im Sattel und mussten genau 5.680 Höhenmeter bis an das Tyrrhenische Meer überwinden. In Summe traten sie

„Ich kann es nicht verstehen“

über 25 Stunden in die Pedale. Einen zweitägigen wetterbedingten Stopp gab es in San Gimignano. Unterwegs haben die Radler viel Aufmerksamkeit erregt und ebenso viele neue Eindrücke gesammelt. Mit großer Dankbarkeit blicken sie nun auf eine unfallfreie Tour zurück, die sie nach einigen Tagen in Marina di Cecina südlich von Livorno wieder bis zur Küste führte. „Wir haben wunderbare Leute getroffen. Geht es selbst an und macht euch auf den Weg!“, ist daher die Empfehlung der drei bz Mountainbiker.

Ein Leserbrief über illegale Müllentsorgung

Katharina Volgger, Brixen Es passiert immer wieder: illegale Müllentsorgung. Ich kann es nicht verstehen – wir haben in so vielen Dörfern Recyclinginseln, die benutzerfreundliche Öffnungszeiten haben. Wir haben einen Recyclinghof in Brixen mit durchgehenden Öffnungszeiten und hilfsbereiten Mitarbeitern.

Wie kann es da sein, dass man seinen Hausmüll einfach am Waldrand rauswirft? Danke allen, die sich jetzt bemühen müssen, diese Sauerei wieder zu entsorgen. Schade, dass man solche Übeltäter nicht belangen und zu einer Woche Müll sammeln entlang des Straßenrandes verdonnern kann. Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­straße 28, 39042 Brixen E-Mail: echo@brixner.info

Tag der offenen Gartentür Fachschule Salern, Vahrn Samstag, 5. Oktober 2024 10 - 13 Uhr Sie interessieren sich für naturnahes Gärtnern und möchten einen Vormittag im Grünen verbringen? Dann besuchen Sie uns in Salern! Programm: • Führungen durch den Schaugarten • Bastelstation für Kinder • Salerner Ladele • Produkte des Bartgaishofs

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PRO&CONTRA

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Ist der Punkteführerschein eine sinnvolle Maßnahme?

Der Hintergrund:

MARTIN VOPPICHLER, SGB-CISL: „Dringend notwendig, um die Sicherheitsstandards auf den Baustellen zu erhöhen“

Ab 1. Oktober 2024 müssen Unternehmen und Selbstständige, die auf zeitlich begrenzten und mobilen Baustellen tätig sind, einen „Punkteführerschein“ besitzen. Dabei beginnen sie bei 30 Punkten; bei Verstößen oder Unfällen werden davon Punkte abgezogen. Zusätzliche Punkte können durch Maßnahmen in den Arbeitsschutz erworben werden. Den Unternehmen, die weniger als 15 Punkte haben, drohen Verwaltungsstrafen und der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.

JA

Ja, es braucht den Punkteführerschein, da es dringend notwendig ist, die Sicherheitsstandards auf den Baustellen zu erhöhen. Leider passieren im Bausektor zu viele Unfälle, die oft leider auch tödlich enden, und der Punkteführerschein ist eine Maßnahme, die Arbeitgeber zu sensibilisieren. Zudem müssen Arbeitnehmer besser geschult, ausgebildet und sensibilisiert werden. Auf den Baustellen sind auch Arbeitnehmer verschiedener Nationen tätig, die der deutschen oder italienischen Sprache nicht mächtig sind. Hier benötigt es Sprachkurse, damit die Verständigungsschwierigkeiten gemindert werden können und auch eine gute Zusammenarbeit stattfinden kann. Die Liberalisierung, dass jeder Bürger auch ohne jedwede fachliche Erfahrung eine Baufirma gründen kann, hat die Probleme verstärkt. Bis heute ist ein Einzelunternehmer nicht dazu verpflichtet, einen Arbeitssicherheitskurs zu absolvieren. Es gibt auch schwarze Schafe bei den Arbeitgebern, die ihre Arbeitnehmer für den verpflichtenden Arbeitssicherheitskurs beim paritätischen Komitee zwar anmelden, die dann aber nicht daran teilnehmen. Auch der Zeitdruck auf den Baustellen ist enorm, und auch hier würde es für jedes Bauvolumen eine entsprechende vorgeschriebene Bauzeit brauchen, die die Bauherren auch akzeptieren müssen. Leider bringt dies alles auch Bürokratie mit sich, aber jene Unternehmen, die ihre Hausaufgaben machen, haben nichts zu befürchten.

Lesen Sie den Der „Brixner“ als kostenlose App:

„Statt eine Verbesserung zu erzielen, schafft er zusätzliche bürokratische Hürden“

NEIN

Der Punkteführerschein ist nicht die Lösung für eine stärkere Arbeitssicherheitskultur – er stellt leider erneut ein italienisches Sanktionsmodell dar, das das Problem nicht an der Wurzel packt und den tatsächlichen Nutzen für die Erhöhung der Sicherheit auf Baustellen verfehlt. Statt eine Verbesserung zu erzielen, schafft er zusätzliche bürokratische Hürden – vor allem für kleine Betriebe. Vielmehr muss die Durchsetzung der bestehenden Vorschriften verstärkt und eine nachhaltige Sicherheitskultur aktiv gefördert werden. Ein entscheidender Hebel wäre, die Arbeitssicherheit noch effizienter in die Ausbildung zu integrieren. Nur so kann das Bewusstsein für Risiken und Sicherheitsmaßnahmen von Beginn an in die Köpfe der Beschäftigten gelangen. Gleichzeitig sollten klare und verpflichtende Zugangsvoraussetzungen für bestimmte berufliche Tätigkeiten geschaffen werden. Derzeit genügt eine einfache Registrierung bei der Handelskammer, um als Bauunternehmen tätig zu werden – ohne dass spezifische fachliche Qualifikationen nachgewiesen werden müssen. Nur durch klare Zugangsvoraussetzungen lassen sich die Qualität der Arbeit und die Sicherheit auf Baustellen dauerhaft steigern. Der Punkteführerschein allein wird diese Probleme nicht lösen. Der Fokus muss daher auf präventiven Maßnahmen und gezielter Unfallvermeidung liegen – nicht auf einem Sanktionssystem, das im Kern an den Problemen vorbeigeht.

in Ihrem Wunschformat! Der „Brixner“ im Internet

www.brixner.info Sowohl in der App als auch im Web finden Sie den aktuellsten „Brixner“ und alle Archiv­ausgaben seit 1990 (!) Der „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich im eigenen Briefkasten Sie möchten Ihren „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich per Post zugesandt bekommen? brixner.info/de/epaper/neues-abo

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24 › Menschen & Meinungen

Worauf achten Sie bei Ihrer Ernährung?

Fotos: Mirjam Unterfrauner

UMFRAGE: Wie sich die Bevölkerung ernährt, wollte der „Brixner“ dieses Mal wissen. Und dabei kamen durchaus verschiedene Aspekte zur Sprache, denn schließlich ist Ernährung mehr als die bloße Aufnahme von Lebensmitteln.

„Ich ernähre mich bunt gemischt, aber ich achte beim Einkauf auf biologische Produkte. Die Auswahl im Supermarkt ist groß, auch an Bioprodukten“, erzählt Carmen Hörtnagl und fügt hinzu: „Zumindest steht auf vielen Lebensmitteln, dass sie biologisch angebaut wurden; ob das immer so ist, weiß ich nicht.“

„Ich esse am liebsten Nudeln“, sagt Luis Lageder; er probiert verschiedene Nudelsorten und Marken aus. „Auf den Preis achte ich beim Einkauf nicht, sondern nehme die, die ich im Geschäft sehe.“ Beim Thema Ernährung ist er gewiss nicht kompliziert: „Generell esse ich alles – meistens das, worauf ich gerade Lust habe, und dabei geht es mir gut.“

„Ich achte sehr bewusst auf die Verpackung: Obst und Gemüse sollen möglichst unverpackt sein. Ich esse ganz wenig Fleisch; wenn, dann aber hochwertiges Fleisch aus Südtirol.“ Fertiggerichte gibt es bei Martin Lercher nicht. „Der Preis spielt eine gewisse Rolle. Ausschließlich in Geschäften mit heimischen Produkten einzukaufen kann sich eine Familie nicht leisten.“

„Ich esse, wenn ich Hunger habe und worauf ich Lust habe. Nicht zu viel Süßes sollte es sein“, sagt Daniel Oberhollenzer. Eingekauft wird von seiner Mutter. „Sie achtet darauf, gesunde und regionale Sachen zu kaufen, vor allem beim Fleisch. Wenn mir langweilig ist, dann schaue ich öfters in den Kühlschrank und greife auch mal zu Nutella, sonst nicht.“

„Ich ernähre mich flexitarisch mit geringem Fleischkonsum, und wenn, dann bio und regional. Ich achte generell sehr darauf, wo die Lebensmittel herkommen und kaufe im Supermarkt, aber auch viel auf Bauernmärkten und direkt beim Bauern ein.“ Andreas Engelsberger findet, „dass Essen auch etwas mit Gesundheit zu tun hat. Und warum soll ich da sparen?“

Manfred Hofer vermeidet unnötige Verpackungen, erntet Gemüse im eigenen Garten und versucht, wo möglich, regional zu kaufen. „Wir waren in Sizilien, wo die Zitronen ganzer Haine nicht geerntet werden, weil es sich nicht lohnt. Und ich soll im Supermarkt Zitronen aus Südafrika kaufen? Das ist absurd und der Subventionspolitik geschuldet.“

Bei Christine Mair daheim wird „alles frisch gekocht. Wir haben zwar keinen Garten, aber wir achten sehr darauf, dass wir gute und frische Produkte verarbeiten. Eier und Speck zum Beispiel kaufen wir direkt beim Bauern; auch andere Lebensmittel, je nach Jahreszeit. Fertigprodukte verwende ich kaum.“

„Wir haben einen Garten und pflanzen selbst alles biologisch an“, erzählt Christine Tonner und räumt durchaus ein, dass der Anbau viel Arbeit macht. Damit sie nicht nur im Sommer frisches Gemüse hat, sorgt sie auch für den Winter vor: „Viele Gemüsesorten lassen sich lagern, nicht nur die Kartoffeln.“


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26 › Kunst & Kultur

„Ich mache alles gerne“ SERIE – BESUCH IM KÜNSTLERATELIER: Harald Kastlunger kennt man – nicht nur in Brixen. Im Oktober wird er 87 Jahre alt.

Es ist ein ganz besonderer Kosmos, das Atelier von Harald Kastlunger. Eine Altbauwohnung mit dem Charme historischer Details und typischer Zimmerfluchten, Wände voller Gemälde, Skulpturen, überbordende Bücherregale, elegante Möbel, die sich vornehm zurücknehmen. Und dazwischen flitzt Lora über die Teppiche, eine sympathische Rauhaardackeldame. „Wenn ich im Atelier bin, bin ich nie allein“, sagt Harald Kastlunger, „ich kann mit Lora reden, und sie widerspricht mir nicht.“

Auch außerhalb seines Ateliers sieht man Harald Kastlunger in Begleitung der Hündin. Und es gibt in Brixen wohl eine Figur Kastlungers, die jeder kennt: die etwas rundlichen Männchen in Bürgertracht, die pünktlich alle zwei Jahre die Plakate und Broschüren für das Altstadtfest schmücken. So auch heuer. Denn Harald Kastlunger, geboren am 4. Oktober 1937, arbeitet noch immer. Und zwar aus Freude. Mit wachem Geist beobachtet er, was in der Welt vor sich geht. Er bildet sich seine Meinung und steht dazu. Die Ideen gehen dem Exzentriker nicht aus, und er schöpft mit seiner überbordenden Fantasie und seinem untrüglichen Gespür für Farben, Formen und Proportionen aus dem Vollen. Ob figürlich oder abstrakt, ob Auftragswerk oder „einfach so“ entstanden, ob Zeichnung, Malerei oder Skulptur: „Ich mache alles gerne“, sagt er. Dass er scheinbar so mühelos zwischen den Genres springt und seinen Stil stets weiterentwickelt, verdankt er wohl auch seiner fundierten Ausbildung. „Man muss die


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Fotos: Oskar Zingerle

Cafè und Konditorei im Pfaundlerhaus – übernahm und bis 1989 weiterführte. Seither widmet er sich ausschließlich der Kunst. Und das mit Erfolg. Inspiration und Recycling Harald Kastlungers Kunst lässt sich in keine Schablone pressen, ebenso wenig der Künstler selbst. Er ist ein Freidenker, der nichts von festgefahrenen Traditionen hält. „Alles, was man findet, kann man verwenden“, sagt er im Hinblick auf seine Plastiken, für die er teils Alltagsgegenstände wie Dosen oder auch Fundstücke wie einen alten Hechel auf fantasievolle Weise zusammensetzt, mit einem feinen Hauch von Ironie und zuweilen auch Erotik. Eine Bovistenfamilie, zufällig entdeckt, mitgenommen und in Wachs getaucht – auch so entsteht eine Plastik. Für die grüne Sonnenblume hingegen kamen Reste vom alten Kupferdach des Brixner Doms zum Einsatz – „altes Kupfer aus Prettau“, ein Abfallprodukt von der letzten Renovierung des Dachs. Glasfaserkabel hat Kastlunger schon für sein Schaffen entdeckt, bevor sie für schnelles Internet in aller Munde waren. Das verdeutlicht ein ganz besonderes Lichtobjekt, in dessen Schale unzählige Punkte hell leuchten. „Das sind über tausend Punkte, und dafür hab ich Glasfaser gebündelt und heiß geschnitten.“ Herausgekommen ist ein Objekt, einfach und schön zum Anschauen. Und eine passende Geschichte kann Kastlunger dazu auch erzählen: „Ich habe diese Plastik im Jahr 2000 gemacht. Als ich damals ein paar Kilometer Glasfaserkabel kaufte, da sagte man mir, ich sei der erste, der so etwas kauft. ‚Sie werden sehen, das hat Zukunft‘, antwortete ich darauf. Und ein halbes Jahr später wurden am Flughafen von Venedig die Plafonds neu gemacht, mit diesen Beleuchtungspunkten und Kilometern an Lichtfasern.“ Mit sicherem Strich

 DER SYMPATHISCHE EXZENTRIKER: Harald Kastlunger in seinem Atelier

Sachen so lernen, dass man später im Berufsleben keine Probleme hat“, bringt er es auf den Punkt. Als er zwölf Jahre alt war, lernte er Zeichnen bei Eddy von Ferrari, drei Jahre lang. Darauf folgten zwei Jahre beim Bildhauer Josef Mersa zum Studium der Skulptur, gefolgt von einem Jahr Portraitstudium bei Conrad Peter Bergmann, um sich dann nochmal zwei Jahre bei Karl Weiss dem Modellieren zu widmen. So trugen diese fundierte künstlerische Ausbildung und seine Freundschaft mit dem Künstler Robert Scherer, mit dem er sieben Jahre lang zusammenarbeitete und von dem er vieles gelernt hat, dazu bei, dass der Künstler Harald Kastlunger heute das ist, was er ist: versiert in verschiedensten Techniken und völlig sicher in seinem schöpferischen Tun. Genau genommen erlernte Kastlunger auch einen Brotberuf: In Kufstein absolvierte er eine Konditorlehre und legte in Basel die Meisterprüfung ab. Mehr als zehn Jahre lang unterrichtete er an der Berufs- und Mittelschule in Brixen, bevor er 1974 den elterlichen Betrieb – Kastlungers

Nicht minder schöpferisch drückt sich Kastlunger in der Malerei aus. Da finden sich einmal großformatige Bilder an den Wänden, abstrakt, mit intensiv leuchtenden Farbflächen, immer wieder kombiniert mit Gold und dem unübersehbaren „K“, seiner charakteristischen Signatur. „Uralt“ seien sie, und nicht zuletzt schwer, denn allein auf einem der Bilder, auf das Kastlunger zeigt, befinden sich rund 250 Goldblättchen. Wesentlich jünger, ein bis zwei Jahre alt, sind Gemälde mit schwarzer Wachskreide. „Da unterhalte ich mich, wenn ich ganze Serien davon mache“, meint Kastlunger, und er erklärt, was er mit den Bildern, die er „genetische Poesie“ nennt, eigentlich meint: „Ich gehe zurück zu den ersten Menschen, denn wir kommen schließlich alle irgendwoher. Diese unsere Vorfahren mussten sich durchschlagen. Ich bilde mir ein, dass das, was unsere Augen aufnehmen, die Genetik ‚filmt‘ und speichert.“ Also auch die Lebensweise unserer Vorfahren, auch wenn sie im Fall des Homo sapiens Abertausende von Jahren zurückliegt. „Hier geht’s ums nackte Überleben. Und da bleibe ich naiv, kindlich, geradezu archaisch.“ Doch Kastlunger kann auch gänzlich anders und zieht ein kleinformatiges Gemälde hervor: Kirschen zum Anbeißen, so naturgetreu sind sie umgesetzt. Ebenfalls im kleinen Format, mit selbst gebauten und vergoldeten Rahmen, lässt er in Rollenbildern, wie „dem Politiker“, seinem Sinn für Satire freien Lauf: Gesichter in knallenden Farben, in kubistisch anmutender Weise in ihre Bestandteile zerlegt und doch eine Einheit bildend, ergänzt mit dreidimensionalem Material wie Vogelfedern.


28 › Kunst & Kultur Immer wieder bestechend sind die Farben. „Ich arbeite nur mit reinen Pigmenten. Farbe muss lichtecht und farbecht sein.“ Die braune Tinte für seine großformatigen Zeichnungen macht er selbst, und zwar aus dem Ruß von verbranntem Holz. „Mit Schmierseife einweichen, kochen, passieren – diese braune Tinte nennt man Bister; schon Rembrandt hat damit gearbeitet.“ Von der Krippe bis zu König Laurin Kastlungers Einfallsreichtum, Vielseitigkeit und nicht zuletzt seine Fähigkeit, mit feinen Zwischentönen zu arbeiten, sind gefragt. Für das Unternehmen Lepi, das Holzfiguren herstellt, entwarf er rund 280 verschiedene Figuren: von der klassischen Weihnachtskrippe, selbstverständlich mit einer Fülle von dazu passenden Hirten und Tieren, bis hin zu Märchen- und Romanfiguren wie dem gestiefelten Kater, dem Glöckner von Notre Dame oder Pinocchio. Beschäftigt hat er sich auch mit Südtirols reicher Sagenwelt und die teils fantastischen, teils historisch belegbaren Figuren zeichnerisch umgesetzt – wie zum Beispiel den sinnierenden König Laurin, das Pfeifer Huisele, das vom Teufel geholt wird, die Schlernhexen, den verdammten Müller, der den Leuten das Mehl abzwackte, den Riesen Ortler oder den Lauterfresser. Nicht weniger faszinierend und mit einem Hauch von Ironie hielt er historische Gestalten aus Südtirols Geschichte zeichnerisch fest: den singenden Walther von der Vogelweide, Andreas Hofer auf Franzosenjagd oder Oswald von Wolkenstein, der dem Brixner Bischof Ulrich Putsch einen Faustschlag versetzt. 300 Blätter sind entstanden. Und daraus sollen nun mehrere Bücher werden. Zu den Sagen selbst hat Kastlunger auch Videos aufgenommen, in denen er sie erzählt. Kastlungers Kunst – in der ganzen Welt zu finden Seine Werke hat Kastlunger bereits an vielen Orten gezeigt, in Europa, Amerika und Asien. Neben seiner Heimatstadt Brixen und anderswo in Südtirol waren sie

etwa in Venedig, Ferrara, Brescia und Padua, in Aachen und Würzburg, in Basel, Nizza und Stockholm, in New York, Los Angeles und Tokyo zu sehen. Studienreisen führten ihn in viele Länder der Welt. Und nicht zuletzt seine Kunstwerke sind heute in Sammlungen weltweit vertreten. Über 30 Jahre lang widmete sich Kastlunger ausschließlich der Kunst, lebte von ihr. Der Kunstmarkt hat sich während dieser Zeit verändert, die Welt ist eine andere. „In den Achtzigerjahren beispielsweise haben Menschen, die es sich leisten konnten, auch zehn Bilder auf einmal gekauft. Heute sind die Menschen nicht mehr dazu erzogen, sich mit schönen Dingen zu beschäftigen.“ Und als Beispiel

„Heute sind die Menschen nicht mehr dazu erzogen, sich mit schönen Dingen zu beschäftigen“

_ Harald Kastlunger, Künstler nennt er unter anderem eine TV-Dokumentation über neue und umgebaute Hotels in Südtirol. „Nur in einem einzigen Hotel sah man ein Bild an der Wand. Das sagt mir alles.“ Er sagt es ohne Bitterkeit. Er selbst muss sich nichts mehr beweisen, blickt abgeklärt auf sein Leben. Er weiß, was er kann, er weiß, was ihm guttut, und er genießt seine Zigarre, abends ein Glas Whisky oder Brandy vor dem Schlafengehen. Seine Kunst? Natürlich ist sie ihm wichtig, aber er nimmt sich selbst nicht zu ernst. „Nur keine Probleme“, sagt er. „Probleme machen dir schon die anderen.“ 20 Jahre lang hatte Kastlunger eine Klasse bei der Sommerakademie in Auer. Seinen Schülern legte er Folgendes ans Herz: „Wenn ihr zeichnet, dann müsst ihr genau hinschauen, doch wenn ihr malt, da dürft ihr alles, nur nicht denken. Denn dann baut sich schon eine Mauer vor dir auf, die du nicht überwinden kannst.“ In diesem Credo bestärkten ihn auch die Menschen mit besonderen Fähigkeiten, mit denen er über Jahre in der Seeburg gearbeitet hat. „Und was für schöne Bilder sie gemalt haben! Bei den Ausstellungen hat man sich fast darum gestritten.“ Seine Erklärung ist einfach, aber einleuchtend: „Die Menschen in der Seeburg konnten sich auf einem weißen Blatt Papier austoben. Ohne Regeln und Zwänge.“ Dass all das heute nicht mehr ohne weiteres gelingt in unserer schnelllebigen Zeit, sei bedauerlich. Umso besser, dass es Künstler wie Harald Kastlunger gibt, die sich für uns einen kreativen Blick auf diese Welt bewahren.

johanna.bampi@brixner.info

 Harald Kastlunger: „Farbe muss lichtecht und farbecht sein“


Brixner Nr. 416

Auf knapp 200 m2 Ausstellungsfläche entfaltet sich in den suggestiven historischen Räumen der Festung Franzensfeste die Darstellung des Auf knapp 200inm2seiner Ausstellungsfläche BBT-Projektes faszinierenden entfaltet technisich in den suggestiven historischen Räumen schen Vielseitigkeit bis hin zu Natur und Kultur. der Festung Franzensfeste die Darstellung des Highlights sind interaktive Scannerfahrten BBT-Projektes in seinerwie faszinierenden techniin den Tunnel genauso das multimediale schen Vielseitigkeit bis hin zu Natur und Kultur. Erleben des Tunnelvortriebs. Highlights sind interaktive Scannerfahrten in den Tunnel genauso wie das multimediale Erleben des Tunnelvortriebs.

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30 › Kunst & Kultur

Berg wird Frau und Frau wird Berg KUNST: Die diesjährige Kunstausstellung „FORT Biennale_01“ versammelt Arbeiten von 35 Kunstschaffenden aus dem In- und Ausland unter dem Motto „Im Körper der Sprache“. Es fehlt der quietschende Singsang des Windrads. Der Kanarienvogel, der lange Cowboymantel, die Stiefel und natürlich die Fliege auf dem faltigen Gesicht, eingefangen im Schaft des Colts. Charles Bronson wird nicht kommen und auf seiner Mundharmonika die wohl bekannteste Melodie der Westerngeschichte spielen, bevor er drei Schurken abknallt. Die Festung Franzensfeste gleicht an einem heißen Sommertag der Szenerie von „Spiel mir das Lied vom Tod“, dem berühmten Klassiker von Sergio Leone aus dem Jahr 1968, nur dass hier orangerostige Megafone über dem unteren Vorplatz hängen.

Aus ihnen schallen unverständliche Worte, unablässig. Der Multimediakünstler Hannes Hoelzl hat mit seiner Klanginstallation „100 001“ eine der eindrücklichsten Arbeiten zur Ausstellung „FORT biennale_01“ beigesteuert. Er hat dafür Stimmen in den in Südtirol am meisten gesprochenen Sprachen programmiert, die kontinuierlich steigende Zahlen aussprechen – dies angepasst an die Laufzeit der Ausstellung: So schwirrt gerade hebräisch gesprochen die Zahl 032781 über den Platz, als die Schreiberin dieser Zeilen die Ausstellung besucht, die unter dem Motto „In the Body of Language – Im Körper der Sprache – Nel corpo del linguaggio“ steht.

Nachdenken über Sprache Die jungen Kuratorinnen Ulrike Buck und Margareth Kaserer zeichnen verantwortlich für eine Kunstbiennale, die mit sehr kurzer Vorlaufzeit konzipiert wurde, wie in einem Interview nachzulesen ist. Das ist schade, denn die Ausstellung wirkt dementsprechend wie hastig zusammengewürfelt, und das Motto der Ausstellung kommt sehr gewollt philosophisch daher. „Im Körper der Sprache“ – Ratlosigkeit. Welche Sprache hat welchen Körper? Sich mit Sprache in Südtirol künstlerisch auseinanderzusetzen ist naheliegend. Das versprechen die Kuratorinnen auch, dass man sich mit dem Ort,

EISLAUFKURSE 2024 - 2025 *DIE PREISE SIND JEWEILS FÜR 1 TURNUS

1. TURNUS: 10 - 12/2024 2. TURNUS: 01 - 03/2025

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GRUNDSCHULE

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Love“ verfolgen. Dieser schon vor zehn Jahren entstandene Teil einer Dokumentarfilmreihe nähert sich leise und sinnlich der Natur des Menschen, spürt der sumerischen Tradition von „heiliger Prostitution“ nach, taucht Körper in Farben, schwelgt lasziv, faunisch und sirenenhaft.

Fotos: Oskar Zingerle

„Pisciadoi – Wasserfall – Cascata“

Wasserfälle in wilder Natur: Egon Rusinas 24 Wachskreidezeichnungen

der Festung Franzensfeste, auseinandersetzen wolle, den verschiedenen Sprachen und Kulturen, die aufeinandertreffen. Alle Sprachen, derer es – je nach Zählweise – über 7.000 weltweit gibt, sind noch nicht mal ausreichend beschrieben, analysiert, in ihrer lautlichen wie grafisch-schriftlichen Form erfasst, und doch sinnieren am liebsten Laien über „die Sprache“. Zumeist ist damit mittlerweile und selbstverständlich das „Englische“ gemeint, weil es über eine bisweilen aggressive Sprachenpolitik der USA und Großbritanniens eine erdrückende Vormachtstellung durchgesetzt hat. Offensichtlich eben auch in der Kunst, denn der Großteil der künstlerischen Arbeiten referiert aufs Englische. So zeigen Ellinor Aurora Aasgaard & Zayne Armstrong aus Berlin zusammen „Days“, einen experimentellen abendfüllenden Film, dessen Struktur auf einer Episode einer melodramatischen Seifenoper basiert. Hier wird nur noch Englisch gesprochen – „ein zeitgenössisches Porträt linguistischer Verkörperung“ im urbanen Raum. Wollte man wirklich den Ort Franzensfeste und auch Südtirol in seiner historischen wie politischen Entwicklung ernst nehmen, hätte hier aber das Englische maximal einen Platz am Katzentisch gehabt. Hätte man auch das Italienische ein wenig ernster genommen, hätte man auch über den Unterschied zwischen „linguaggio“ und „lingua“ als Übersetzung von „Sprache“ und „language“ räsonieren können, und man hätte das Ladinische in seiner Grödner wie Gadertaler Ausprägung ernstnehmen müssen. So aber irritiert diese Schau auch, denn viele der ausgestellten Arbeiten sind gewiss künstlerisch wertvoll – insbesondere die Arbeiten aus dem Fundus des Museion. Doch gerade sie passen so wenig zu dieser Ausstellung ohne erkennbaren roten Faden. So schlüpft man denn als irritierter Besucher in die Rolle des Trüffelschweins, um in den

Gewölben der Festung Franzensfeste doch die eine oder andere Entdeckung zu machen – und wird fündig. Musik als Universalsprache Es sind gerade die einheimischen Künstler, deren Arbeiten überzeugen: Neben der Klanginstallation von Hannes Hoelzl, der tatsächlich die Vielsprachigkeit des Ortes hörbar macht, sind es Max Castlunger, Roberta Dapunt, Karin Welponer und Egon Rusina. Der Künstlermusiker Castlunger stellt eine Gruppe von Musikinstrumenten in einen Raum – Musik als Universalsprache für alle zugänglich und nutzbar. Karin Welponer macht in ihren großformatigen Zeichnungen sexuelle Erregungen aller Art sichtbar, während Özlem Altın Collagen und Fotografien aus Körpern und Teilen neu zusammensetzt und verdichtet. Auch wenn zwei Exponate nicht explizit zu dieser Biennale gehören, passen sie doch hervorragend: Leander Schwazers Installation „Knocking on Heaven’s Door“ bricht sprachlich wie skulptural Peter Fellins „Göttliche Belastung“ auf und tritt mit ihr in Dialog – nach wie vor zwei der besten Arbeiten, auch wenn sie vermutlich eher zufällig in den Parcours eingebunden worden sind. Roberta Dapunt legt schlicht ihren Lyrikband „Synkope/Sincope“ auf einen Holztisch, in Deutsch und Italienisch (Übersetzungen von Alma Vallazza und Werner Menapace, Folio Verlag). Sie setzt sich mit dem eigenen Körper auseinander, seiner Gebrechlichkeit und seiner Unsicherheit, und kommt damit dem Thema der Ausstellung noch am nächsten. Sinnlich das Video samt Inszenierung von melanie bonajo: In einem erotisch rot ausgekleideten Raum kann sich der Besucher und auch die Besucherin behaglich auf einem Sitzkissen räkeln und das Video „Night-Soil-Economy of

Direkt daneben dann das Highlight der Ausstellung: Egon Rusinas „Pisciadoi – Wasserfall – Cascata“. Ein opulentes Tafelbild aus 24 Wachskreidezeichnungen steht dort wie ein leuchtend bunter Paravent aus Landschaftsmalereien. Beim Näherkommen werden die Landschaften zu weiblichen urinierenden Genitalien. Daneben die Erklärungen des Künstlers in Deutsch und Ladinisch: „Pisciadoi“ bedeute so viel wie „zwei, die pinkeln“ ebenso wie „chegadoi“ „zwei, die kacken“ bedeute. Kein Sprachexperte habe eine klare Antwort geben können, so Rusina, daher habe er in seinen Erinnerungen gekramt: Bei Spaziergängen in Gröden habe er – sich übrigens als Frau im Körper eines Mannes fühlend – des Öfteren beobachten können, wie seine weiblichen Begleiter urinieren mussten, angeregt durch rauschende Wildbäche: „In diesem wilden verlassenen Tal kommt kein Mensch vorbei, und deshalb durfte ich beide pinkelnden Wasserfälle mitansehen! Und das war wunderlich, und meine Fantasie brachte mich zu eigenartigen Visionen seltsamer Symbiosen: Frau wird Berg und Berg wird Frau.“ Ob Sprache als solche wirklich revolutionär ist, wie die Kuratorinnen postulieren, oder nicht einfach nur ein Handwerkszeug der Menschheit, soll hier nicht entschieden werden. Dass gute Künstler auch subversiv sein sollten, zeigt wieder mal eindrucksvoll der gebürtige Grödner Egon Rusina. Dessen Arbeit ist großartig, und wenn man nur seinetwegen die Franzensfeste bis 10. November besucht: Es lohnt sich. stephanie.risse@brixner.info

Video und Raum von melanie bonajo ineinander verwoben: Erotik, Sinnlichkeit und Prostitution


32 › Kunst & Kultur

THEATER

Heidi einmal anders Rund 25 Kinder, Jugendliche und Erwachsene stehen an drei Wochenenden im September und Oktober in Vahrn auf der Bühne und setzen ihre Version des beliebten Klassikers „Heidi“ um. Unter der Regie von Erich Meraner erarbeiteten sie in der vergangenen Probenzeit ihr ganz eigenes Stück, das parallel zwei Handlungsstränge erzählt. Einmal ist es die allseits bekannte Geschichte von Heidi und dem Ziegenpeter, dem Almöhi und der Tante Dete, der gehbehinderten Klara Sesemann und dem Fräulein Rottensteiner in Frankfurt. Daneben steht eine zweite Geschichte, geschildert von acht Jugendlichen als Erzählerinnen, die in eine leerstehende Kaserne einbrechen. „Bei diesem Projekt stehen mehrere Generationen im Alter von sieben bis 76 Jahren auf der Bühne“, erzählt Christian Unterthiner, Obmann der Heimatbühne Vahrn. „Die Kinder und Jugendlichen

und natürlich auch die Erwachsenen sollen Spaß am Theater haben. Es ist uns wichtig, mit dieser Inszenierung den Nachwuchs zu fördern und junge Menschen fürs Theater zu begeistern.“ Der Aufwand, den die Heimatbühne dafür betreibt, ist beachtlich: Allein das selbst gebaute Bühnenbild muss zwei parallele Erzählstränge bedienen; geprobt wird in zwei Gruppen, und die Szenenübergänge werden von zwei 16-jährigen Musikanten der Vahrner Musikkapelle live musikalisch gestaltet. Inhaltlich richtet sich „Heidi“ nicht nur an Kinder; auch für Erwachsene ist das generationenübergreifende Spiel einen Besuch wert. job

AUSSTELLUNG

Der Aktionskünstler und Professor Joseph Beuys brachte es einmal treffend auf den Punkt: „Jeder Mensch ist ein Künstler!“ Dass dieses provokante Zitat selbstverständlich zutrifft, belegte die kürzlich zu Ende gegangene Herbstausstellung der Südtiroler Freizeitmaler. Sehenswerte Exponate wurden von der Ortsgruppe Eisacktal hinter den sechzehneckigen Mauern der Neustifter Engelsburg präsentiert. Der Südtiroler Verein der Freizeitmaler existiert bereits seit 1977 und bietet in seinen sieben Ortsgruppen nicht nur Malkurse, sondern auch abwechslungsreiche Freizeitange-

kurz

notiert

bote an. Deren Mitglieder treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Malen – im Fall der Ortsgruppe Eisacktal befindet sich der Malraum im Kloster Neustift. Da liegt es nahe, die Engelsburg vor dem Kloster als Ausstellungsraum in Szene zu setzen. Das gelang ausgezeichnet: Die vielen Bilder gingen mit ihrer Farbigkeit und Leichtigkeit einen angenehmen Kontrast zum schweren Steinbau ein, neue Perspektiven – Richtung Ranui und Schlern, zum Kloster Säben und rund um das Kloster Neustift – taten sich auf, als könne man durch die Mauern blicken. Nicht weniger interessant:

Unter dem Titel „An den Grenzen von Text und Musik“ gestalteten die Lyrikerin Roberta Dapunt, die Übersetzerin Alma Vallazza und der Komponist Eduard Demetz in der Festung Franzensfeste sowie der Komponist Stefan Fraunberger einen Abend mit Gesprächen, Lesung und Musik.

Foto: Oskar Zingerle

Farbigkeit in der Engelsburg

Strahlende Aquarellblüten und feine Seerosen, eine überdimensionale Biene, die den Sommer zurückholt, detailgenaue Zeichnungen ebenso wie toskanische Sehnsuchtsmotive. Kurz: Die thematische Bandbreite

war in der dicht gehängten Engelsburg enorm – ein gutes, ja sicheres Zeichen, das belegt, wie intensiv sich die Hobbymaler mit ihrem Metier jedes Mal aufs Neue auseinanderbz setzen.

Im Astra feierte das Theaterpäda­gogische Zentrum den Auftakt des neuen Spieljahres, das im Übrigen Überraschungen bereithält, wie eine Improtheatergruppe für Menschen Ü35 oder eine Seniorentheatergruppe. Für beide sind Interessenten gesucht.

Dass sich Kinder und Jugendliche für Gesang begeistern, zeigten in zwei Initiativen des Südtiroler Chorverbandes die Buben der „Singwoche Boys Voice“ mit der Gestaltung eines Gottesdienstes im Dom und 22 Jugendliche beim Abschlusskonzert von „Musical Fever Plus“.


Brixner Nr. 416

‹ 33

„Dann hilft nix mehr“ GINTER TSCHURTSCHENTHALER, „Paartherapeut“ im Kabarett-Stück „Ninderscht isch nicht“, zur bevorstehenden vierten Südtiroltournee. dringend brauchen. Irene und i therapieren uns auch gleichzeitig. Der Erfolg gibt uns recht: Wenn de Paartherapie den Südtiroler Paarln nimmer hilft, hilft nix mehr. Und: Man geht bei dem Programm gscheider außi wia eini. Auf jeden Fall gscheider als Ginter.

Aber bis zur vierten „Ninderscht isch nicht“-Südtiroltournee im Oktober und November ist sie wieder da?

Ja, das hör ich auch manchmal, aber i kenn den Hochkofler lei von der Zeiting. Der Unterschied zwischen mir und ihm isch, dass er beim Frisurenaustoaln wåhrscheinlich hinter mir gståndn isch und nix mehr ogekriag håt.

Ja, logisch. Hauptsåch, sie isch dann fit für die Tour. Wenn wir jetzt zum vierten Mal mit unserer Paartherapie auf Tour sind, heißt das, dass die Leute diese Therapie

Manche Leute sagen, Sie ähneln total dem Thomas Hochkofler.

willy.vontavon@brixner.info

© Florian Andergassen

Na des tut mir leid, aber Irene isch ålleweil mit ihrer Freindin im Urlaub. Eigentlich waren Irene und i schon im Juni im Urlaub, oder, na ja, man kannat a lei sogn, i bin mit der Irene weggfohrn, weil sie es unbedingt wollte, gandalmuinawoasch, aber Urlaub kann man das ja nicht nennen. Dabei muss man betonen: Urlaub machen isch wichtig für a Beziehung, net lei mit der Musig, weil sem bin i im Ausschuss, gell? Und weil i mit der Musig in Urlaub gfohrn bin, in an All-inklusive,

will sie mit ihrer Freindin jedes Jahr nach Cesenatico, weil sie a amål es Meer segn will, und weil der dortige bagnino Roberto ihr das Schwimmen beibringt. Jetzt schon das vierte Jåhr. Ich hab dann gesagt, es wär gscheider, sie geht nicht mehr ins Meer. Wir sparen uns Geld, und in die Fisch ischs a gleich. Wenn net liaber.

Foto: Oskar Zingerle

Eigentlich wollten wir dieses Gespräch gemeinsam mit Ihrer Frau Irene führen. Wo ist sie?

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34 › Kunst & Kultur

BRIXEN

Neue Gesangsstätte

Foto: Oskar Zingerle

Am 8. September durfte der Brixner Domchor seine „neue“ Probeunterkunft feierlich einweihen: Der Kapitelsaal im ersten Stock des Domkapitelhauses, ehemalige Musikschule, wurde in den letzten eineinhalb Jahren auf Vordermann gebracht; der Chor war in dieser Zeit in das Priesterseminar ausgewichen. Saniert wurden sowohl der Domkapitelsaal als Proberaum als auch der angrenzende Archivsaal. „Ursprünglich war geplant gewesen, nur die Heizung zu erneuern und Toiletten zu errichten“, erzählte Domkapellmeister Andrea Tasser, „dann entschied man sich dazu, die Beleuchtung im Domkapitelsaal zu erneuern und ihn auch raumakustisch durch Akustikpaneele an den Wänden, oberhalb der Fenster und durch Vorhänge auf den neuesten Stand zu brin-

AUSSTELLUNG

„Sie machen einfach glücklich“, sagt Lisa Hilpold über ihre Begeisterung für Blumen. In ihrer ersten Einzelausstellung „Botanical Fineart“, die bis Ende September im Sitz des Kunstkreises St. Erhard zu sehen war, sind sie alleiniges Motiv. Beruflich nach wie vor mit Leib und Seele Floristin, setzt sich Hilpold erst seit wenigen Jahren auch intensiv mit der Malerei auseinander und bildete sich an der Accademia del Giglio in Florenz und an der Akademie der bildenden Künste in Kolbermoor fort. Inspiriert von der Natur und den Stimmungen, die sie dort wahrnimmt, komponiert Hilpold ihre Bilder oft nach Fotos oder Videoaufnahmen – so auch die fünfteilige Serie „Frühlingstal“, in der die letzten Sonnenstrahlen eines Frühlingstages die Schneeglöckchen zum Leuchten bringen. Überhaupt liegt Hilpold das Spiel mit Licht und Schatten, und gemeinsam mit fein aufeinander abgestimmten Farbnuancen verleiht

2022

dies ihren Bildern eine besondere Tiefe. Schicht für Schicht baut sie großformatige Blumenkompositionen auf, die den Betrachter in ihren Bann ziehen und den Blick über die Gemälde kreisen lassen. Es sind dies keine exakt naturgetreu gemalten Blumensträuße in der Art der alten Meister, sondern die Blumen wirken locker dahingesetzt und sind doch bewusster Teil eines großen Ganzen. Hilpold arbeitet am liebsten mit Acrylfarben; zu sehen ist jedoch auch ein Aquarell mit leuchtenden Mohnblumen und Kornblumen in bestechendem Blau – poetisch, zart und filigran. Für Hilpold hat es eine besondere Bedeutung: Sie malte es während ihrer Zeit in Florenz, und „mit diesem Bild habe ich mich auch in der Malerei wieder den Blumen zugewandt.“ job

Foto: Anina Vontavon

Gemaltes Glück

gen.“ Der angrenzende Archivraum wurde ebenfalls neugestaltet, um Platz für die rund 3.500 Werke des Domchores sowie eine Probemöglichkeit für kleinere Ensembles zu schaffen. Auch eine Kochnische und neue Sanitäranlagen sind nun dort zu finden. Domkapellmeister Andrea Tasser und Obfrau Sr. Maria Francesca Hofer bedankten sich herzlich bei den Verantwortlichen, die die Renovierung möglich gemacht hatten. „Der Domkapitelsaal ist ein geschichtsträchtiger Ort; nun steht ein Neubeginn mit neuer Kraft und neuem Schwung bevor“, freute sich auch Domdekan Ulrich Fistill bei der Einweihung. Die Kosten von rund 300.000 Euro hatten das Domkapitel, die Gemeinde Brixen, das Land und die Stiftung Sparkasse übernommen. av

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Mit Gesang Brücken bauen Menschen an ungewöhnlichen Orten mit Chorgesang erfreuen? Warum nicht, dachte sich der Brixner Chor novAntiqua – und machte sich mit einem Strauß bunter Lieder im Gepäck auf eine Reise mit dem Zug durch Südtirol. Schon während der Fahrt stimmten die begeisterten Sängerinnen und Sänger wahre Ohrwürmer an, und so manchen Zugreisenden stand die Überraschung über das unerwartete Konzert ins Gesicht geschrieben. „What a wonderful world“, wenn draußen die schöne Landschaft vorbeizieht und drinnen gemeinsam gesungen und mit Mitreisenden geredet wird. Die erste Fahrt führte den eigens nach der Mode der Fünfzigerjahre gekleideten Chor bis nach Mals. Kostproben seines Könnens gab der Chor auch in Glurns und Meran, wo auf Straßen und Plätzen den Menschen mit Liedern wie „Don’t worry, be happy“ und „Wochenend und Sonnenschein“ ein Lächeln ins Gesicht gezaubert wurde. Genauso positiv wie die Fahrt in den Vinschgau wurde jene nach Innichen und Bruneck aufgenommen. Wer nicht zufällig

mit den Sängerinnen und Sängern im Zug saß oder auf der Straße live dabei war, kann bei zwei Konzerten am 6. und 10. Oktober in der Cusanus Akademie in Brixen diese Gesangsreise miterleben, denn dann wird der Chor unter der Leitung von Hannes Knollseisen nochmals die Lieder von unterwegs zum Besten geben und persönliche Erinnerungen mit dem Publikum teilen – untermalt von Aufnahmen von Jakob Dellago, der die „Chorreise auf Schiene“ filmisch und fotografisch festhielt. job

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Das Kloster für Kinder Die prächtige barocke Stiftskirche, die Bibliothek mit ihren schier endlosen Bücherwänden, die exotischen Malereien im Chinesischen Kabinett, der achteckige Wunderbrunnen im Innenhof, der zierliche Pavillon im Stiftsgarten und die archaische Engelsburg: Kloster Neustift hat auch für Kinder viel zu bieten, regt ihre Fantasie an und macht neugierig auf mehr. Denn wer hat das Kloster mit der Kirche und den Nebengebäuden eigentlich gebaut? Wie lebt ein Augustiner Chorherr? Wer liest die vielen Bücher? Wer geht hier zur Schule? Was wächst im Klostergarten, und wer baut den Wein an? Antworten darauf gibt es im reich illustrierten Kinderbuch von Evi Gasser mit Texten von H. Christian Breuning, Kathrin Gschleier, Barbara Prugger und Hanns-Paul Ties zuhauf. Bischof Hartmann von Brixen, der Klostergründer höchstpersönlich, führt die kleinen Leserinnen und

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36 › Kunst & Kultur MUSIK

Foto: Willy Vontavon

Pixner erobert den Domplatz

Neue Band, neue Lieder, neue Klangfarben – so könnte man das Sommerkonzert von Herbert Pixner am Domplatz in Brixen in sechs Worten beschreiben, das am letzten Augusttag stattfand und in dem er das neue Album „From the dark side of the alps“ vorstellte. Wobei … ganz neu war die Band natürlich nicht, denn Gitarrist Manuel Randi ist selbstverständlich nach wie Oktober

NEU

es sein Verstärker? – streikte bei den letzten zwei Stücken. Herbert Pixner spielte das Konzert natürlich hochprofessionell zu Ende, und das Publikum, das größtenteils dem inzwischen starken Regen trotzte, belohnte die Band mit kräftigem Applaus. wv

Steinegg ist wieder „live!“ Chuck Berry, Albert Hammond, Gianna Nannini, Billy Cobham, Umberto Tozzi, Rainhard Fendrich, Monika Gruber, Johnny Winter, Suzi Quatro, Hiromi Uehara, Barclay James Harvest, Roger Hodgson und, last but not

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zweiten Teil mischte sich immer häufiger ein heftiges Donnergrollen in die Musik, und der Regenradar verhieß für die letzten 30 Minuten nichts Gutes. In der Tat entluden sich die Regenwolken am Ende des Konzerts ziemlich heftig, starker Wind wehte den Regen auch auf die Bühne, Trebo hatte Mühe, sein Keyboard halbwegs trocken zu halten, und Randis Gitarre – oder war

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vor das kongeniale Alter Ego des Multiinstrumentalisten. Pixner war die Freude an der neuen Besetzung anzusehen; entsprechend euphorisch stellte er die belgische Harfenistin Yseline Lentze, den quirligen Pianisten Alex Trebo und Bassist Werner Unterlercher vor. Die 2.200 Gäste am Domplatz erlebten zumindest im ersten Teil in jeder Hinsicht ein Konzert der Spitzenklasse, aber im

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least, Charlie Watts – die Liste der weltberühmten Musiker und Bands, die in den vergangenen 27 Ausgaben von „Steinegg Live“ den beschwerlichen Weg ins Bergdorf gemacht haben, ist sehr lang. Vom 23. bis zum 26. Oktober folgt Ausgabe Nummer

28, und das Highlight ist diesmal das „Weckl Kennedy Project“ aus den Vereinigten Staaten mit einem der weltbesten Drummer, Dave Weckl (im Bild), dem für seine virtuosen Fähigkeiten berüchtigten Bassisten Tom Kennedy, Keyboarder Stu Mindeman und Saxofonist Eric Marienthal. Einen Tag vorher ebenfalls in Steinegg zu Gast sein wird Kabarettist Michael Altinger aus Bayern, und am Freitag ist Blues angesagt mit der Henrik Freischlader Band sowie der Bruce Katz Band. Der Samstagabend gehört dann den Südtiroler Bands Blackout und dem Jemm Music Project von Max Castlunger & Co. Alle Tickets sind online günstiger zu bekommen als an der Abendwv kasse: www.mytix.bz.


Brixner Nr. 416

Mittwoch

16. Oktober 2024

MUSIK

10 x 1.500 Euro Während der Corona-Pandemie hat der Verein Liederszene Südtirol/rocknet.bz mit Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Autonomen Provinz Bozen mit „sonx 2021“ ein spannendes Kulturprojekt initiiert, bei dem 36 Südtiroler Musiker und Bands der Pop- und Rockszene für die Veröffentlichungsrechte jeweils eines Songs mit insgesamt 45.000 Euro belohnt wurden. Aus der Grundidee von 2021 wird nun ein jährlich wiederkehrendes Projekt in abgespeckter Form, das ab nun jedes Jahr im Dezember einen spannenden Querschnitt durch die Szene geben soll: Die Veröffentlichung „sonx 2025“ soll zehn Lieder beinhalten, die im Dezember auf den Streaming-Plattformen veröffentlicht werden wird; die Veröffentlichung der Songs wird mit jeweils 1.500 Euro belohnt. Teilnahmeberechtigt ist jeder in Südtirol ansässige Mu-

‹ 37

19:30 | Sterzing, Stadttheater siker aller drei Sprachgruppen; bei Musikgruppen müssen mindestens zwei Drittel der Formation in Südtirol ansässig sein. Zum einen wird durch den Wettbewerb die Südtiroler Pop- und Rockszene aufgefordert, ein kräftiges Lebenszeichen von sich zu geben, ihr kreatives Potenzial unter Beweis zu stellen und sich gleichzeitig dem Urteil einer Jury auszusetzen. Zum anderen winkt den Siegern neben einer Prämie auch verstärkte Sichtbarkeit über die Veröffentlichung und Bewerbung des Liedgutes. Die Bewerbungen für „sonx 2025“ müssen innerhalb 30. September 2024 erfolgen; die genauen Teilnahmebedingungen sind im Internet unter www.rocknet. bz abrufbar. wv

Die

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38 › Kunst & Kultur THEATER

„Tschitscherin“ in Kanada Vom 5. bis 12. September nahm die Theaterwerkstatt Tschitscherin des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen am internationalen Amateurtheaterfestival im kanadischen Mont-Laurier teil. Die jungen Schauspielerinnen präsentierten ihr Stück „Wenn wir uns wiedersehen“, das sie schon in Brixen erfolgreich gezeigt hatten. Darin erzählen sie die berührende Geschichte zweier Schwestern, von denen eine stirbt und die andere sich auf die Suche nach ihr macht. Trotz der Sprachbarrieren gelang es der Gruppe, das Publikum emotional zu erreichen; viele Zuschauer sprachen die Darstellerinnen nach der Vorstellung darauf an. Das Festival bot vielfältige Aufführungen von 24 Gruppen aus der ganzen Welt, vor allem aus Mittel- und Südamerika.

„Die Qualität der Aufführungen war hoch“, sagt Heidi Troi vom TPZ. Außerdem führten die Brixnerinnen im Rahmen ihres „Italienabends“ das „Krimidinner“ auf – übrigens ganz spontan in englischer Sprache und mit frisch zubereiteter original italienischer Bruschetta. Zweifellos hinterließen die Begegnungen mit Menschen aus aller Welt einen bleibenden Eindruck, genauso wie die Weite Kanadas und die Freundlichkeit der dort lebenden Menschen. „Theater kann helfen, Vorurteile abzubauen und emotionale Verbindungen zu schaffen“, betont Troi, die einräumt, wegen der weiten Reise ökologische Bedenken gehabt zu haben. „Doch auch die Teilnahme an so einem internationalen Festival ist eine Art Friedenserziehung, die noch lange nachwirken wird.“ job

LANDES HUBERTUS TAG 26.10.2024

MUSIK

Alles dreht sich um Mozart Mit dem selten gespielten Divertimento Puchberg KV 563 für Violine, Bratsche und Cello, das Mozart seinem Logenbruder und Freund widmete, und den Flötenquartetten können auch Mozartkenner Neues entdecken. Dass ihm die Ideen für ein „hoffentlich etwas größeres Mozartfestival im nächsten Jahr“ nicht ausgehen werden, davon ist Fornari überzeugt, denn „erst vor Kurzem wurde eine neue Version vom Köchelverzeichnis mit bis dato unbekannten Werken Mozarts vorgestellt.“ Und schließlich punktet das Festival in Brixen gerade mit wenig gespielten Werken dieses musikalischen Genies. job

LANDES HUBERTUS LANDESHUBERTUSTAG TAG2024 26.10.2024 Ein Tag im Zeichen von Jagdkultur, Wild und Genuss

Buntes Rahmenprogramm ab 14 Uhr: Infostände zu den vielen Bereichen der Jagd, Kulinarik, Wildpädagogik, Show-Cooking, Jagdhunde, Trachtenmodenschau, Jagdhornbläser, Kinderprogramm und vieles mehr Feierliche Hubertusmesse um 18 Uhr im Brixner Dom mit den Südtiroler Jagdhornbläsern und dem Jägerchor Passeier GettyImages: Dirk von Mallinckrodt

„Mozart war und ist in Brixen präsent“, sagt Giacomo Fornari, „denn er war mehrmals hier auf der Durchreise, und seine Musik ist noch heute regelmäßig hier zu erleben.“ Fornari ist selbst anerkannter Mozart-Experte und künstlerischer Leiter des Festivals „Mozart and Friends“, das nach der Drucklegung dieses „Brixner“ Ende September zum zweiten Mal stattfindet. Ganz besonders liegen Fornari die Gesprächskonzerte am Herzen: Dank Erläuterungen von Experten, kombiniert mit Musik von Mozart, die live aufgeführt wird, erschließen sich dem Publikum neue Facetten. Dass Mozarts Musik Balsam für die Seele sein kann, ist längst wissenschaftlich untersucht, und so erläutert der renommierte Psychiater Vittorino Andreoli, warum Mozarts Musik der menschlichen Psyche guttut. In die Symbolik der „Zauberflöte“, einer der wohl bekanntesten Opern des Salzburger Komponisten, führt Ekhart Wycik ein, und das Ensemble Windkraft und die Sopranistin Antonella Profera sind für den musikalischen Part dieses Gesprächskonzerts zuständig.

26. Oktober * Samstag, Domplatz Brixen Weitere Infos zum Programm: www.jagdverband.it


TIMER

Brixner Nr. 416

Oktober 2024

Bruckner „… ist mehr als Musik“ Das Herbstsymposion von Musik & Kirche steht im Zeichen des 200. Geburtstags von Anton Bruckner und versucht eine Annäherung an sein Genie. Als „Musikant Gottes“, wie Bruckner häufig genannt wird, schuf er Werke tiefer Religiosität, die auch die Menschen von heute mit ihrer spirituellen Sehnsucht im Inners­ ten berühren. Zwei Konzerte bereichern das Bruckner-Symposion: der bekannte Organist Hansjörg Albrecht wird am Freitag, 11. Oktober auf der Domorgel die Sinfonie f-Moll „Studiensinfonie“ und eine rekonstruierte Improvisation von Bruckner spielen, dazu noch ein Werk von Olivier Messiaen. Am Samstag wird Bruckners Messe in e-Moll vom Kammerchor Stuttgart und den Bläsern der klassischen Philharmonie Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius aufgeführt. Hörenswerte Vorträge Bei den Referaten in der Cusanus Akademie wird das komplexe Verhältnis zwischen Sakralität und Kunstreligion beleuchtet, ebenso

Foto: Jens Meisert

MUSIK: Anlässlich seines 200. Geburtstages zeigt Musik & Kirche die Aktualität und Modernität dieses Genies auf.

Bruckners musikalische Herkunft, seine Kirchenmusik und die Symbole in seinen Symphonien. Im Gespräch mit dem Bruckner-Dirigenten Remy Ballot geht es um den Ausspruch „Bruckner ist mehr als Musik“.

Den Abschluss des Symposions bildet der Gottesdienst im Dom mit Bischof Ivo Muser, dem Domchor Brixen und dem Landesjugendchor Südtirol. Der Gottes-

* Freitag, 11. Oktober

* Samstag, 12. Oktober

17 Uhr, Hofburg, Kaisersaal Eröffnung 19:30 Uhr, Dom Konzert

Hansjörg Albrecht, Orgel „Für die Ewigkeit“: Bruckner & Messiaen

Gottesdienst im Dom

9 Uhr, Cusanus Akademie Referate

dienst wird zusammen mit dem Südtiroler Chorverband gefeiert, der an diesem Wochenende in Brixen sein 75-jähriges Jubiläum begeht.

* Sonntag, 13. Oktober 10 Uhr, Dom Gottesdienst

mit Bischof Ivo Muser

18 Uhr, Dom Konzert Kammerchor Stuttgart Klassische Philharmonie Stuttgart Frieder Bernius, Leitung

Domchor Brixen (Ltg.: Andrea Tasser) Landesjugendchor (Ltg: Johann van der Sandt) Mozart, Bruckner, Spirituals

Anton Bruckner: Messe in e-Moll

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BAUERNFESTL IN TEIS Traditionelles Handwerk und bäuerliche Köstlichkeiten Thema 2024: Wild und Wald

20. Oktober Über Teis verteilt erwarten Sie… * Sonntag, ... bäuerliche Köstlichkeiten ab 10 Uhr Teis

... Vorführungen von traditionellem Handwerk ... musikalische Unterhaltung ... ein umfangreiches Kinderprogramm ... eine Ausstellung „Wild und Wald“ im Vereinshaus ... viele Standler ... ein Glückstopf mit Verlosung Infos: teis@villnoess.info, Tel. 0472 844522


40 › TIMER Oktober 2024

SÜDTIROL FILARMONICA 82 Südtiroler Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Dirigent Michael Pichler

25. Oktober, 20:30 Uhr * Freitag, Gustav-Mahler-Saal, Toblach

*

Samstag, 26. Oktober, 19 Uhr Konzerthaus, Bozen

27. Oktober, 17 Uhr * Sonntag, Kursaal, Meran 28. Oktober, 19:30 Uhr * Montag, Herkulessaal, München Programm: „Die Kraft der Freundschaft“ Werke von Ludwig Thuille, Richard Strauss, Maurice Ravel Dauer: 75 Minuten – keine Pause Tickets: www.suedtirol-filarmonica.it

HERTZDRAHT TRIFFT HERZBLATT Theater Schabs Der Erfinder Egon muss seine neueste Erfindung schnell zum Laufen bringen, um seine Schulden zu tilgen. Seine Untermieter Oliver und Steffi stehen vor dem Rauswurf, wenn sie ihm nicht helfen. Was wird ihnen wohl einfallen, um die Situation zu retten? Mit: Alexandra Oberhuber, Andreas Lorandi, Elisabeth Lanz, Hannes Volgger, Harald Fischnaller, Heike Sigmund, Helga Maria Kofler, Markus Bergmeister, Tanita Strobl Regie: Erich Meraner

Theater Schabs

11. Oktober, 20 Uhr (Premiere) * Freitag, Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs Weitere Aufführungen: Sonntag, 13. Oktober, 18 Uhr Mittwoch, 16. Oktober, 20 Uhr Sonntag, 20. Oktober, 18 Uhr Freitag, 25. Oktober, 20 Uhr Samstag, 26. Oktober, 20 Uhr

Kartenreservierung per Anruf oder WhatsApp: Tel. 349 563 69 49 Erwachsene: 12 Euro, Kinder (bis 14 J.): 5 Euro

THEATER

Draußen vor der Tür

Die Vodkagespräche

Mi, 9. Oktober, 19:30 Uhr Brixen, Forum Einführung: 19 Uhr Karten im Südtiroler Kulturinstitut: Tel. 0471-313800, info@kulturinstitut.org und online: www.kulturinstitut.org Die Veranstaltung wird von der Volksbank unterstützt.

Die Schwestern Edda und Freya treffen sich nach der Beerdigung ihres Vaters in ihrem Elternhaus. Alles, außer der Villa, hat der Vater einer Stiftung vermacht. Während sie den Kummer mit Vodka wegspülen, werden Erinnerungen an die Kindheit, die Glaubenssätze des Vaters und die abwesende Mutter wach. Es sind Gespräche voller Liebe und Feindseligkeit, wie nur Geschwister sie kennen und können. Selbst die sieben Todsünden kommen aufs Tapet. In einer Mischung aus szenischer Lesung und Schauspiel interpretieren die aus Film und Theater bekannten Schauspielerinnen Karoline Eichhorn und Catrin Striebeck das Stück „Die Vodkagespräche“ des dänischen Autors Arne Niel-

sen. Für Live-Musik sorgt Jonas Landerschier. Die Aufführung ist „nüchtern betrachtet: ein sehr komischer, durchaus auch trauriger, alles in allem ziemlich phänomenaler Abend,“ urteilte das Hamburger Abendblatt. Das Südtiroler Kulturinstitut holt die Aufführung ins Sterzinger Stadttheater. Foto: Joachim Flicker

Foto: Christian Schoppe

Fotos: Jan Bosch

THEATER

Ein Mann kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Beckmann ist sein Name. Einen Vornamen hat er nicht mehr. Er hofft auf einen Neuanfang, begegnet einem Menschen nach dem anderen. Viele der Türen, die er sieht, erkennt er wieder. Doch eine Tür nach der anderen schließt sich. Am Ende muss er draußen vor den Türen bleiben. Nur das kalte Elbwasser fließt und wartet auf ihn. Die Grenzen zwischen Realität und Albtraum verschwimmen. Oder ist der Albtraum zur Realität geworden? Im Mai 1945 kehrte Wolfgang Borchert selbst schwer krank aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Sein Drama „Draußen vor der Tür“ schrieb er in nur acht Tagen. Es gilt als DAS deutsche Antikriegsdrama schlechthin. Borchert starb einen Tag vor der Uraufführung des Stückes 1947, im Alter von 26 Jahren. Der Regisseur Thomas Bockelmann hat das Stück für das Hessische Landestheater Marburg inszeniert, das auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts damit im Brixner Forum gastiert und die neue Spielzeit in Brixen eröffnet.

theater.schabs

Mi, 16. Oktober, 19:30 Uhr Sterzing, Stadttheater Karten im Südtiroler Kulturinstitut: Tel. 0471 313800, info@kulturinstitut.org und online: www.kulturinstitut.org Die Veranstaltung wird von der Mediocredito Investitionsbank unterstützt.


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TIMERBrixner Oktober Nr.2024 416 Dienstag, 1. Oktober Führung 15 Uhr Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Diverses

Theater Heidi Heimatbühne Vahrn Haus Voitsberg, Vahrn

20:20 Uhr

Musiktheater

Mein Kampf (ital.) Teatro Stabile di Bolzano Forum, Brixen

Ans Eingemachte! Dekadenz, Brixen

Donnerstag, 3. Oktober Führung 9:30, 10:45, 14:30, 15:45 Uhr Mühlbacher Klause Mühlbach

Führung

15 Uhr

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen 20 Uhr

Der Traam mit René Dalla Costa, Georg Kaser, Brigitte Knapp und Viktoria Obermarzoner Dekadenz, Brixen

Konzert

ab 20 Uhr Alexander Eder und Band Forum, Brixen

Freitag, 4. Oktober Diverses 9:30–18:30 Uhr Südtiroler Brot- und Strudelmarkt Domplatz, Brixen

Musiktheater

20 Uhr

Der Traam Dekadenz, Brixen

Samstag, 5. Oktober Diverses 9:30–18:30 Uhr Südtiroler Brot- und Strudelmarkt Domplatz, Brixen

Diverses

10–13 Uhr Tag der offenen Gartentür Fachschule Salern, Vahrn 10:30 Uhr

Weißer Turm Treffpunkt Hofburg, Brixen

11 Uhr Präsentation des Ausstellungskataloges „Robert Pan. Alchemie der Farben“ Hofburg, Brixen

Diverses 18–20:30 Uhr Repair-Café Kolping-Mensa, Brixen Jazzkonzert

Tanztheater 20 Uhr

Theater

20 Uhr

Cave Stage TPZ, Brixen

Sonntag, 6. Oktober Diverses 9:30–18 Uhr Südtiroler Brot- und Strudelmarkt Domplatz, Brixen

Konzert

18 Uhr

Musik in vollen Zügen Chor NovAntiqua Brixen Cusanus Akademie, Brixen

20:30 Uhr

18 Uhr

18 Uhr

Heidi Heimatbühne Vahrn Haus Voitsberg, Vahrn

Montag, 7. Oktober Kino

Freitag, 11. Oktober Vortrag

17 Uhr Sakralität und Kunstreligion. Zur Musik von Bruckner und Brahms von Siegfried Oechsle Cusanus Akademie, Brixen 19:30 Uhr

„Für die Ewigkeit“ mit Hansjörg Albrecht, Orgel Dom, Brixen

20 Uhr Musik in vollen Zügen mit dem Chor NovAntiqua Brixen Cusanus Akademie, Brixen 20 Uhr Io.Co Show mit Gianluca Iocolano und Patrizia Solaro Dekadenz, Brixen

Theater

20 Uhr Filmclub: Rose – eine unvergessliche Reise nach Paris Astra, Brixen

20 Uhr Hertzdraht tritt Herzblatt Theater Schabs Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs

Dienstag, 8. Oktober Führung 15 Uhr

Samstag, 12. Oktober Vorträge 9–11:30 Uhr

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Symposium: 200 Jahre Anton Bruckner „… ist mehr als Musik“ Cusanus Akademie, Brixen

Diverses

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Kunst

Mittwoch, 9. Oktober Theater 19:30 Uhr Draußen vor der Tür (Wolfgang Borchert) Hessisches Landestheater Marburg Forum, Brixen

Donnerstag, 10. Oktober Führung 9:30, 10:45, 14:30, 15:45 Uhr Mühlbacher Klause Mühlbach

Führung Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

15 Uhr

10–18 Uhr Tag der zeitgenössischen Kunst Festung Franzensfeste

Führung

10:30 Uhr

Weißer Turm Treffpunkt Hofburg, Brixen

Führung

Sonntag, 13. Oktober Musik ab 10 Uhr 20. Landessingen des Südtiroler Chorverbandes Dom, Altstadt, Brixen

Diverses

10-17 Uhr Tag der offenen Tür Weißes und Rotes Kreuz, Bergrettungsdienst im AVS, Bergrettung CNSAS, Zivilschutz Brixen und Wasserrettung Eisacktal präsentieren ihre Tätigkeit Zivilschutzzentrum, Brixen

Theater

18 Uhr

Heidi Heimatbühne Vahrn Haus Voitsberg, Vahrn

Theater

18 Uhr Hertzdraht tritt Herzblatt Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs

Fest

10–18:30 Uhr

30. Apfelfest Natz

Montag, 14. Oktober Kino 20 Uhr Filmclub: Lichter im Chaos – junge Menschen, Depression und Wege zur Hoffnung Astra, Brixen

Dienstag, 15. Oktober Führung 15 Uhr Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Diverses

18 Uhr Kammerchor Stuttgart, Bläser der Klassischen Philharmonie Stuttgart Dom, Brixen

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Musiktheater 14 Uhr

Romanik in Neustift Kloster Neustift

Konzert

20 Uhr

Hell over Astra vol. 5 Astra, Brixen

Theater

Theater

20 Uhr Viva Voce – die a cappellaBand Forum, Brixen

Musik

Konzert

Der Traam Dekadenz, Brixen

19:30 Uhr

Heidi Heimatbühne Vahrn Haus Voitsberg, Vahrn

Konzert

Blu infinito (ital.) Teatro Stabile di Bolzano Forum, Brixen

Konzert

Theater

20 Uhr

Mirko Pedrotti Quintet Dekadenz, Brixen

Musiktheater

Musiktheater

Buchvorstellung

19:30 Uhr

Der Traam Dekadenz, Brixen

Mittwoch, 2. Oktober Talk 20 Uhr

Führung

17:30 Uhr

Gabbermeister Astra, Brixen

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Theater

Musik

20 Uhr

Otello Circus (ital.) Teatro La Ribalta Forum, Brixen

Mittwoch, 16. Oktober Theater 20 Uhr Hertzdraht tritt Herzblatt Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs


NEUE HORIZONTE ERÖFFNEN Kursangebote im Jukas

Donnerstag, 17. Oktober Führung 15 Uhr

Montag, 21. Oktober Kino 20 Uhr

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Filmclub: Die Gleichung ihres Lebens Astra, Brixen

Musik

19:30 Uhr Neustifter Singstund’ für alle, die gerne singen mit Esther Falkensteiner & Rudi Chizzali Vereinshaus, Neustift

Freitag, 18. Oktober Musik

Mo., 21.10., 18.11. und 25.11., 18:30 – 20:30 Uhr Häkel- und Stricktreff: Kreativabende Mit Ruth Gasser Sa., 26.10. und So., 27.10., 10 – 14 Uhr (1. Modul) Sa., 9.11. und So., 10.11., 10 – 14 Uhr (2. Modul) Das Fundbuch: Intensiv-erleben. Einführung in die kreative Biografiearbeit (online) Mit Anke Mühlig Di., 5.11., 18:30 – 20 Uhr Schreiben gegen den Novemberblues. Kreative Schreibwerkstatt (online) Mit Helene Leitgeb Mi., 6.11., 13.11. und 20.11., 9 – 11 Uhr Sprechen über Essstörungen (online) Mit Evi Ploner & Raffaela Vanzetta Fr., 08.11., 9 – 12:30 und 14 – 17:30 Uhr Grafikdesign mit Canva: Ansprechend, einfach und kostenlos (online) Mit Barbara Weidmann-Lainer

Do., 14.11. und Fr., 15.11., 9 – 12 Uhr Achtsamkeit und Resilienz: Vom guten Umgang mit sich bei alltäglichen Belastungen (online) Mit Barbara Hülmeyer So., 17.11., 10 – 12:30 Uhr Bis an ihr seliges Ende: Geschichten-Abschlüsse in der Erzählkunst Mit Karin Tscholl Di., 26.11., 9 – 12:30 und 13:30 – 17 Uhr Ressourcenaktivierende „Timeline-Arbeit“: Das biografische Potential erkennen Mit Martina Michaeler Sa., 30.11., 9 – 12 Uhr Mutter sein, Geliebte bleiben – geht das? Praxisseminar Mit Renate Höllmüller Sa., 30.11., 9:30 – 13 Uhr Weihnachtszauber aus Draht und Papier. Werkstatt Mit Alexia Gietl

Konzert

20 Uhr

… sed libera nos a malo Vokalensemble Allabreve Pfarrkirche, Brixen

Samstag, 19. Oktober Diverses 10–17 Uhr Herbstfest der Imkerortsgruppe Vahrn Stiftsplatz, Neustift

10:30 Uhr

Weißer Turm Treffpunkt Hofburg, Brixen

18 Uhr Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn Collegium Musicum Bruneck, Streicherakademie Bozen Dom, Brixen

Theater

20 Uhr

Stand-up Comedy Night TPZ, Brixen

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

20 Uhr Evolution mit Andreas Schaerer und Kalle Kalima Dekadenz, Brixen

Freitag, 25. Oktober Theater

20 Uhr Hertzdraht tritt Herzblatt Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs

Theater 20 Uhr Charleys Tante – reloaded Heimatbühne St. Andrä Mehrzwecksaal, St. Andrä

20:30 Uhr Quando un musicista ride (ital.) Teatro Stabile di Bolzano Forum, Brixen

Samstag, 26. Oktober Führung 10:30 Uhr Weißer Turm Treffpunkt Hofburg, Brixen

Diverses 20 Uhr

ab 14 Uhr Landeshubertustag: Jagdkultur, Wild und Genuss Domplatz, Brixen

Literatur

Verwirrt Dekadenz, Brixen

19:30 Uhr Kuss oder Schuss. Interaktives Lesungsevent mit Aperitif mit Drea Summer, L.J. Heart, Roland Hebesberger, Sara Pepe und Heidi Troi TPZ, Brixen

Theater

Theater 20 Uhr

Sonntag, 20. Oktober Kabarett 18 Uhr

18 Uhr Hertzdraht tritt Herzblatt Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs Anmeldung und Infos: Bildungshaus Jukas, Brixen Tel. 0472 279923, bildung@jukas.net, www.jukas.net

Donnerstag, 24. Oktober Führung 15 Uhr

Theater

Konzert

Kabarett

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Jazzkonzert

Verwirrt mit Lukas Lobis Dekadenz, Brixen

Mo., 11.11., 9 – 12:30 und 14 – 17:30 Uhr Du und ich: Wie begegne ich Kindern und Jugendlichen? Mit Klaus Obexer Do., 14.11. bis Mo., 25.11. 8. Internationales Erzählkunstfestival 82 Vorstellungen mit 35 Erzählerinnen und Erzählern und 8 Musikgruppen aus 10 Ländern! Das Detailprogramm finden Sie auf unserer Homepage www.jukas.net oder ist im Bildungshaus Jukas erhältlich.

20 Uhr

Verwirrt mit Lukas Lobis Dekadenz, Brixen

Führung

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Diverses 18 Uhr

Kultur in der Fabrik mit ROOFTOP und A Million Dreams Zingerle Group AG, Schabs

Kabarett

Dienstag, 22. Oktober Führung 15 Uhr

Fest

ab 10 Uhr Bauernfestl in Teis traditionelles Handwerk und bäuerliche Köstlichkeiten Teis

Hertzdraht tritt Herzblatt Theater Schabs Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs

Kabarett

20 Uhr Martina Schwarzmann. Ganz einfach Forum, Brixen


TIMERBrixner Oktober Nr.2024 416

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THEATER

OTELLO CIRCUS aufzuhalten, das unweigerlich in die Tragödie mündet. In diesem Zirkus erahnt man die Geister der Opfer der Frauenmorde, die, wenn auch scheinbar ohne Erfolg, versuchen diesen Reigen aufzuhalten und die Zuschauer daran zu erinnern, dass eine mörderische Liebe gegen die Natur ist. Foto: Vasco Delloro

Teatro la Ribalta

In einem alten, heruntergekommenen Zirkus ist Otello dazu verdammt seine persönliche Tragödie darzustellen; es ist dies die Strafe für den von ihm begangenen brutalen Mord. In der Manege sind ihm auch die anderen Figuren aus der Oper von Verdi und der Tragödie von Shakespeare zur Seite gestellt: Desdemona, Cassio, Jago, Roderigo und Emilia führen dabei die übli-

chen Rollen der Zirkusakteure aus, sie sind Akrobaten, Messerwerfer, Gleichgewichtskünstler, Diener und Dompteur. Seit Jahren schon und das jeden Tag, auch mehrmals, wiederholt sich somit diese Tragödie der Eifersucht, sodass die Darsteller inzwischen abgestumpft, schwach und zerbrechlich geworden sind, unfähig dieses Karussell von menschlichen Gefühlen

Die „andersfähigen“ Schauspieler des Teatro la Ribalta – Kunst der Vielfalt zeigen uns die Oper mit ihrem persönlichen Zugang, einer außergewöhnlichen Poetik, indem sie den großen Reigen der menschlichen Gefühle inszenieren, beherrscht von der Leidenschaft und dem Ehrgeiz der Darsteller. Regie führt Antonio Viganò, auf der Bühne stehen Rodrigo Scaggiante, Paolo Grossi, Maria Magdolna Johannes, Jason De Majo, Michael Untertrifaller, Sara Menestrina und Rocco Ventura. „Otello Circus“ ist

eine Produktion des Teatro la Ribalta – Kunst der Vielfalt in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Südtirol.

Teatro la Ribalta – Kunst der Vielfalt präsentiert OTELLO CIRCUS Di, 15. Oktober, 20 Uhr Brixen, Forum Die Zahl der Plätze ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich: info@teatrolaribalta.it, T. 0471 324943 Eintritt: 15 Euro (ermäßigt Studenten und Senioren 10 Euro) Die Veranstaltung wird von der Region Trentino-Südtirol und der Gemeinde Brixen unterstützt.

STEINEGG LIVE FESTIVAL Musik und Kultur – im Sternendorf!

MUSIK IN VOLLEN ZÜGEN

Das „Steinegg Live Festival“ gilt inzwischen als kleine Kulturinstitution. Es bietet ein Sammelsurium an Musik und Kultur, einen Mix aus heimischer Kunst und ausländischen Stargästen. Fix im Programm sind Kinder- und Jugendtheater, Kabarett, Konzerte, Jazz, Blues und das „Steinegg Live Fest“.

NovAntiqua unterwegs

… mit Weckl-Kennedy-Project (USA), Henrick Freischlader Band (D), Bruce Katz Band (USA), Michael Altinger (Bayern), den Südtiroler Bands „Blackout“, „ISA“ und „JammMusicProject“, Sepp Mattlschweigers Quintett Juchee. Detailliertes Programm: www.steinegglive.com

4. Oktober bis Sa., 26. Oktober * Fr., Kulturhaus, Steinegg Kartenvorverkauf: www.mytix.bz Infos und Tickets: Online-Tickets zu Vorzugspreisen (günstiger als Abendkasse) • Infos: Tel. 328 9469472 Kartenreservierung für Kindertheater, Rising Stars & Local Heroes: Tel. 338 8309014 (SMS/WhatsApp mit Angabe der gewünschten Ticktes und des eigenen Vor- und Nachnamens)

In den Zug steigen. Unterwegs sein. Die Welt entdecken. Abschied nehmen. Sich treiben lassen. Mit diesem Konzert nehmen wir euch mit auf eine Reise durch verschiedene Genres. Unter anderem singen wir: Locus iste (A. Bruckner), What A Wonderful World (G. Weiss, Arr. Hanf), Nearer, My God, To Thee (L. Stevens), That Lonesome Road (J. Taylor, Arr. Carrington), Ricordi Quel Treno (M. Maiero), Fata Morgana (EAV, Arr. Knollseisen) Leitung: Hannes Knollseisen Video: Jakob Dellago

6. Oktober, 18 Uhr * Sonntag, Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr Cusanus Akademie, Brixen 5. Oktober, 20 Uhr * Samstag, Ragenhaus, Bruneck

Eintritt: Karten an der Abend­ kasse, jeweils 60 Min. vor Konzertbeginn Erwachsene: 15 Euro, Kinder (bis 14 J.): 10 Euro


44 44 ›› TIMER TIMER Oktober 2024 Sonntag, 27. Oktober Tanz 18 Uhr

Diverses

Unanim us (Tanzvideo) mit Rixa Rottonara Erhardkirche, Brixen

Mittwoch, 30. Oktober Diverses 9:30–12:30 Uhr

Konzert/Tanz

20 Uhr Stabat Mater getanzt mit 3k Collective (Sabrina Fraternali, Marika Rainer, Michèle Schladebach) und Fritz Spengler Erhardkirche, Brixen

Montag, 28. Oktober Diverses 9:30–12:30 Uhr Workshop für Jugendliche: Sticken Stadtbibliothek, Brixen

Kabarett

20 Uhr

Ninderscht isch nicht mit Thomas Hochkofler und Karin Verdorfer Forum, Brixen

Kino

20 Uhr Filmclub: Juliette im Frühling Astra, Brixen

Dienstag, 29. Oktober Diverses 9:30–12:30 Uhr Workshop für Jugendliche: Häkeln Stadtbibliothek, Brixen

Führung

15 Uhr

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Kinderkino

16:30 Uhr Filmclub: Das fliegende Klassenzimmer Astra, Brixen

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Theater

20 Uhr Charleys Tante – reloaded Heimatbühne St. Andrä Mehrzwecksaal, St. Andrä

GESUND UND FIT MIT YOGA 40 Jahre Yoga mit Rakesh Nanda Rakesh Nanda ist in Indien in einer Familie geboren, in der Yoga seit Generationen praktiziert wird, verschiedene Yogatechniken und Yogainhalte gibt er seit 1983 in Yogakursen, Vorträgen und Yoga-Workshops weiter. Durch Yoga kommt unser gesamtes System in Ausgleich, Funkionien der Organe und Drüsen werden reguliert, körperliche und geistige Spannungen werden gelöst. Der Mensch erlebt tiefere Entspannung, ganzheitliche Gesundheit und Vitalität. So entsteht eine Harmonie von Körper, Geist und Seele.

Yoga mit Rakesh Nanda ab Donnerstag, 24. Oktober, 19:45–21 Uhr 6 Abende Bürgerheim, Brixen

*

Yoga für Schwangere mit Karin Nanda ab Donnerstag, 24. Oktober, 20–21 Uhr 5 Abende Bürgerheim, Brixen

*

Information und Anmeldung: Tel. 348 0314248, nandayoga@yahoo.de, www.nandayoga.de

Workshop für Jugendliche: Flicken Stadtbibliothek, Brixen

Donnerstag, 31. Oktober Diverses 9:30–12:30 Uhr Workshop für Jugendliche: Makramee Stadtbibliothek, Brixen

Ausstellungen StadtGalerie bis 16. November Äpfel und anderes Gemüse. Claudia Eichbichler, Gut plus plus, Christian Jankowski, Sonia Leimer, Suzan Noesen, Franziska Schink Di.–Fr. 16–19 Uhr, Sa. 10–13 Uhr Hofburg Brixen bis 24. November Robert Pan. Alchemie der Farben täglich 10–17 Uhr

Konzert

18 Uhr 20 Jahre Tiroler Landesjugendorchester Forum, Brixen

Theater

20 Uhr Charleys Tante – reloaded Heimatbühne St. Andrä Mehrzwecksaal, St. Andrä

Theater

20 Uhr

Das perfekte Geheimnis Theatergruppe Lüsen Gemeindesaal, Lüsen

Märkte Bauernmarkt mittwochs und samstags, 7:30–13 Uhr Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Am Priel, Tratten- und Albuingasse, Hartmannplatz Monatsmarkt Mittwoch, 9. Oktober, 8–13:30 Uhr Goethestraße, Runggadgasse, Don G. Franco Park Ggumperermarkt Samstag, 5. und 12. Oktober, 8–17 Uhr Albuingasse Bücherflohmarkt 1. bis 5. Oktober, 8:30–18:30 Uhr Stadtbibliothek, Brixen Benefizflohmarkt der Pfarrcaritas Vahrn Samstag, 5. Oktober, 9–17 Uhr Alter Kindergarten, Vahrn

Staudenparadies, Brixen bis 28. Oktober SculpGarden Mo.–Fr. 9–12 und 15–18 Uhr, Sa. 9–12 Uhr Cusanus Akademie, Brixen bis 25. Oktober Wohin. Fotoausstellung Mo.–Fr. 8–17 Uhr, Sa. 8–11:30 Uhr Kloster Neustift bis 26. Oktober ABITARSI. Zeitgenössische Kunst im Kloster bis 23. November Sankt Florian in Neustift. Eine neu entdeckte Gemäldeserie nach Albrecht Altdorfer Mo.–Sa. 10–17 Uhr Engelsburg, Neustift 3. bis 12. Oktober Goldener Oktober in der Engelsburg: Hanni Rifesser und Peter Spitzweck täglich 10–17 Uhr Eröffnung: Mittwoch, 2. Oktober, 18 Uhr Galerie 90, Mühlbach 15. bis 31. Oktober Celestina Avanzini. Aurea apprehensio Einführung: Fr., 18. Oktober, 18:30 Uhr bis 31. Oktober Peter Fellin. Installation. Hommage an Joseph Beuys (im Wolkensteinerkeller) Do.–Sa. 16–19 Uhr Franzensfeste bis 10. November FORT biennale_01: Im Körper der Sprache Eingebunkert Di.–So. 10–18 Uhr


Brixner Nr. 416

ENSEMBLE ALLABREVE …sed libera nos a malo

DIE NEUEN KURSE SIND DA –

JETZT ANMELDEN! Kultur & Gesellschaft

Hobby & Freizeit

Das Erbrecht Di., 22.10., 20–22 Uhr

Reiten – Pferde kennenlernen und erleben Sa., 5.10., 14–17 Uhr, 4 Treffen

Sprachkurse ohne Vorkenntnisse von Anfang an! Russisch: Di., 15.10., 17:15–18:45 Uhr, 8 Treffen Spanisch: Di., 15.10., 18:15–19:45 Uhr, 8 Treffen Französisch: Do., 17.10., 19:15–20:45 Uhr, 8 Treffen Englisch: Do., 17.10., 16:45–18:15 Uhr, 8 Treffen Italienisch Konversation A2–B1 Do., 17.10., 17–18:30 Uhr, 8 Treffen Gebärdensprache für Anfänger Mi., 23.10., 18–19:30 Uhr, 8 Treffen

Beruf Selbstbewusst durchs Leben Do., 17.10., 9-17 Uhr Angstfrei sprechen Di., 29.10., 18–20:30 Uhr, 4 Treffen Stress- & Energiemanagement Sa., 9.11., 8:30–16:30 Uhr

Gesundheit & Bewegung Zumba® Fitness Fr., 4.10., 17–18 Uhr, 10 Treffen

Schach-Kurs – Denksport für Klein und Groß Do., 10.10., 17–18:30 Uhr, 6 Treffen Gelliprint – Unikate drucken Fr., 23.11., 9 –17 Uhr Masche für Masche – einen Loop stricken Fr., 18.10., Fr. 25.10. und 8.11., 14–17 Uhr, IVHS: Wir verzieren Kerzen Sa., 19.10., 14–18 Uhr Crash Kurs E-Gitarre Sa., 19.10., 14–17 Uhr Teigtaschen und Nudeln selbst gemacht Sa., 12.10., 14–17 Uhr Wild – Ein besonderes kulinarisches Erlebnis Mi., 23.10., 18–22 Uhr IVHS: Auf dem Bauernhof Sa., 12.10. und Sa., 16.11., 8:30–11:30 Uhr 2 Treffen Wintergärtnern Do., 24.10., 19–21:30 Uhr Weitere Kurse in Präsenz und Online finden Sie auf www.vhs.it

Grundlagen der Chinesischen Medizin Sa., 5.10., Sa. 12.10. und Sa. 26.10., 14–18 Uhr Räuchern mit einheimischen Kräutern Fr., 22.11., 14–17 Uhr Meditation to go Mo., 11. und Mo., 25.11., 18:30–20 Uhr Erste Hilfe bei Kindern Sa., 26.10., 9–13 Uhr

Das Leben begleiten viele Arten von Herausforderungen. Ob in persönlichen, sozialen oder politisch- gesellschaftlichen Lebensbereichen – es gibt Zeiten, die schwierig sein können. In diesen Momenten ist es wichtig, nach vorne zu schauen und Hoffnung zu schöpfen. Der Glaube und unsere eigene innere Stärke sind eine Ressource aus denen wir Kraft gewinnen. Das Programm möchte genau diese Botschaft vermitteln. Wir laden alle ein, sich von unserer Musik inspirieren zu lassen. Denn durch die Musik finden wir Freude und Trost und die Möglichkeit uns mit anderen zu verbinden. Möge der Gesang von „Allabreve“ Menschen die Zuversicht geben, dass selbst in den dunklen Momenten ein Licht am Ende des Tunnels leuchtet. Lassen Sie sich von der Magie der Musik tragen. Leitung: Nataliya Lukina

18. Oktober, 20 Uhr * Freitag, Pfarrkirche, Brixen Freiwillige Spende

VORHANG AUF IM TPZ Cave Stage: Ein bunter Abend voller Poesie, Musik und unerwarteten künstlerischen Darbietungen. Zeig, was du kannst. Samstag, 5. Oktober, 20 Uhr

*

Stand-up Comedy Night Witzige Sprüche, schlagfertige Wendungen. Unsere Stand-up Comedians sorgen dafür, dass du lachen kannst, bis dir die Bauchmuskeln schmerzen. Samstag, 19. Oktober, 20 Uhr

*

Kuss oder Schuss Interaktives Lesungsevent mit Apertif. Eine literarische Reise durch verschiedene Genres, gewürzt mit der gewohnt spritzigen Moderation von Benni Troi. Als Autoren mit dabei: Drea Summer, L.J. Heart, Roland Hebesberger, Sara Pepe und Heidi Troi. Samstag, 26. Oktober, 19:30 Uhr

*

Alle Veranstaltungen

VHS Südtirol Zweigstelle Brixen Peter-Mayr-Straße 9 Tel. 0472 836 424, brixen@vhs.it www.vhs.it

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen Köstlanstraße 28 Informationen und Reservierung: www.tpz-brixen.org/programm


46 › TIMER

DAS PERFEKTE GEHEIMNIS 75 Jahre Theatergruppe Lüsen Die Handlung und der Wortwitz in Paolo Genoveses rabenschwarzer Komödie „Das perfekte Geheimnis“ sind genauso raffiniert wie bösartig. Das Stück macht aber nur dem Publikum höllischen Spaß – den Figuren auf der Bühne vergeht dieser nach und nach: Die Idee einer Abendgesellschaft, alle Handys auf den Tisch zu legen und alle Gespräche und Nachrichten zu „teilen”, führt zu heftigen Konflikten; zu fatal sind die Anrufe, zu explizit sind die Fotos und zu heißblütig die Textnachrichten. Was da an Geheimnissen und Heimlichkeiten ans Licht kommt, ist erschütternd...

19. Oktober * Samstag, 18 Uhr, Dom Brixen Joseph Haydn: Oratorium „Die Schöpfung“ Chor des Collegium Musicum Bruneck Streicherakademie Bozen Clau Scherrer, Dirigent Das Oratorium „Die Schöpfung“ mit seinen prachtvollen Chören und anmutigen Melodien vermittelt durch und durch ein optimistisches Menschenbild. Das lichtdurchflutete Werk macht uns gleichzeitig auch nachdenklich über unsere eigene Gegenwart. Kartenvorverkauf: online www.mytix.bz oder im Tourismusbüro Brixen, Tel. 0472 275252, info@brixen.org

Regie: Leo Ploner

31. Oktober, 20 Uhr (Premiere) * Donnerstag, Gemeindesaal, Lüsen Weitere Aufführungen: Samstag, 2. November, 18 Uhr Sonntag, 3. November, 18 Uhr Mittwoch, 6. November, 20 Uhr Freitag, 8. November, 20 Uhr Samstag, 9. November, 18 Uhr

HERBST 2024

Kartenreservierungen: bei Helmut Handy: 371 172 8833 + WhatsApp + SMS ab Mo., 14. Oktober, 17–19 Uhr Web: soatiater.com Das Stück ist ab 12 Jahren geeignet.

„AUREA APPREHENSIO“

31. Oktober * Donnerstag, 18 Uhr, Forum Brixen Jubiläumskonzert 20 Jahre Tiroler Landesjugendorchester Ensemble der Südtiroler Musikschulen Tiroler Landesjugendorchester Michael Schöch, Klavier Johannes Wildner, Dirigent Carl Nielsen: Helios Ouvertüre Peter Iljitsch Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1 Nikolai Rimski-Korsakow: Scheherazade Das Tiroler Landesjugendorchester wurde von den Tiroler Landesmusikschulen vor 20 Jahren aus der Taufe gehoben und ist seitdem ein wichtiger Klangkörper des Tiroler Profimusikernachwuchses. Es besteht aus herausra­ genden Musikschülern und Musikstudenten im Alter von 13 bis 26 Jahren. In Zusammenarbeit mit den deutsch- und ladinischsprachigen Musikschulen

4. November * Montag, 20 Uhr, Forum Brixen Ensemble Windkraft – Kapelle für Neue Musik Maria Eleonora Caminada, Sopran Marco Angius, Leitung

bis 31. Oktober * 15. Galerie 90 / Mühlbach Freitag, 18. Oktober, 18:30 Uhr Einführung mit Celestina Avanzini und Pietro Marangoni Öffnungszeiten: Donnerstag - Samstag, 16 - 19 Uhr info@alexpergher.com, Tel. 348 710 2550

Heuer feiert das Festival Zeitgenössischer Musik Bozen sein 50-Jahr-Jubiläum. Musik Kultur Brixen nimmt davon zwei herausragende Konzerte in das Saisonprogramm auf. Das Ensemble Windkraft spielt „Folksongs“ von Luciano Berio“, „The Yellow Skark“ von Frank Zappa und „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti. Kartenvorverkauf: online www.mytix.bz oder Forum Brixen, Tel. 0472 275588, info@forum-brixen.com In Zusammenarbeit mit dem Festival Zeitgenössischer Musik

www.musikbrixen.it


Brixner Nr. 416

MUSIK

Benefizveranstaltung Kultur in der Fabrik

GOLDENER OKTOBER IN DER ENGELSBURG

Hanni Rifesser und Peter Spitzweck

Hanni Rifesser und Peter Spitzweck zeigen eine Ausstellung mit Aquarellen aus dem Eisacktal, aus Südtirol, Italien und fernen Ländern. Abstrakte Bilder ergänzen die Motive aus der Natur. Dabei werden Techniken mit Acryl- und Ölfarben, Mischtechniken, Buchdruckfarben auf Papier, Radierungen und Tuschezeichnungen gezeigt. Die beiden Künstler freuen sich auf zahlreiche Besucher.

bis 13. Oktober * 3.Engelsburg, Kloster Neustift

Die achte Ausgabe von Kultur in der Fabrik steht bevor. Nach den erfolgreichen Auftritten von Max von Milland und ANGER in den letzten beiden Jahren wird in diesem Jahr die energiegeladene Showband ROOFTOP, ein Projekt von Lukas Augscheller, auf der Bühne stehen. Die siebenköpfige Band aus Lana wird das Publikum mit ihrer mitreißenden Rock-Show unterhalten. Die musikalische Darbietung wird von einer atemberaubenden Performance der Luftakrobatinnen Tina Schöpfer und Jennifer Ladurner, besser bekannt als A Million Dre-

ams, begleitet. Für alle die länger bleiben möchten, wird DJ SOKKE nach dem Konzert für eine tolle Atmosphäre sorgen. Alle Gäste sind herzlich eingeladen, den Abend bei Snacks und Getränken entspannt ausklingen zu lassen.

* Eröffnung: Mi., 2. Oktober, 18 Uhr Täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr | Eintritt frei

Spenden für einen guten Zweck Die Veranstaltung bietet nicht nur ein vielfältiges Kulturprogramm, sondern auch die Möglichkeit, sich für eine gute Sache zu engagieren. Wie gewohnt werden die freiwilligen Spenden sowie sämtliche Einnahmen vollständig gespendet. Der gesamte Reinerlös geht in diesem Jahr an den Wünschewagen, ein Gemeinschaftsprojekt des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz und der Caritas Diözese Bozen-Brixen. Dieses Projekt ermöglicht es schwer kranken Menschen, gemeinsam mit ihren Angehörigen letzte Ausflugswünsche zu erfüllen. Anmeldung Die Zingerle Group AG bittet alle Interessierten, sich aus organisatorischen Gründen vorab anzumelden: zingerle.group/anmeldung. Der Eintritt zur Benefizveranstaltung ist kostenfrei. Georg Zingerle und sein Team freuen sich auf ein zahlreiches Publikum und großzügige Spenden.

KULTUR IN DER FABRIK mit ROOFTOP und A Million Dreams Am Freitag, 18. Oktober, findet in der Produktionshalle der Zingerle Group die achte Ausgabe der jährlichen Benefizveranstaltung „Kultur in der Fabrik“ statt. Dieses Mal mit der Band ROOFTOP aus Lana und einer Luftakrobatik-Show von A Million Dreams. Die freiwilligen Spenden werden dem Wünschewagen (organisiert vom Weißen Kreuz und der Caritas Diözese Bozen-Brixen) gespendet.

18. Oktober, 20 Uhr * Freitag, Zingerle Group AG, Förche 7, Natz-Schabs Kultur in der Fabrik mit „ AN G E R“

Die Produktionshalle der Zinge Einlass ab 19.30 Uhr, Beginn um 20zum Uhr Konzertsaal Eintritt frei – freiwillige Spenden gehen Am Freitag, 06. Oktober 2023 ist es wieder an den Wünschewagen nefizveranstaltung „Kultur in der Fabrik“, b Anmeldung: www.zingerle.group/anmeldung guten Zweck gesammelt werden, findet wi

die Produktionshallen der Zingerle Group, w bekannten Bierzeltgarnituren, sowie Maste werden, zum Schauplatz für Musik, Kunst u

Freuen Sie sich heuer auf das Brixner PopTrio „3tre“ aus Meran sowie auf ein geselli


48 › Freizeit & Sport

Es geht wieder los HANDBALL: Bereits in den ersten Spielen der noch jungen Saison zeigten die Brixner Damen- und Herren-Handballteams ihr Können. Beide Mannschaften haben sich personell verändert. Der „Brixner“ stellt die Neuzugänge vor.

Die Handballsaison in Brixen ist vielversprechend gestartet: Während die Herrenmannschaft die prestigeträchtige Supercoppa in Brixen gewinnen konnte, mussten die Damen sich im Finale knapp geschlagen geben. Doch trotz dieser Niederlage können die Damen stolz auf ihren Saisonstart sein: Sie gewannen das erste Auswärtsspiel, und auch das erste Heimspiel entschieden sie für sich. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Italienmeisterinnen vom letzten Jahr sich aktuell im „Wiederaufbau oder Neuaufbau“ befinden, wie Trainer Lukas Waldner betont. Viele Spielerinnen vom Vorjahr sind heuer nicht mehr dabei, und die Mannschaft besteht nun aus jungen heimischen Talenten – darunter zwei neue italienische Profispielerinnen: Alessia Zizzo (18) und Giovanna Lucarini (23).

Lukas Waldner: neu in der A1 der Damen Lukas Waldner, der die „goldene Ära“ der Bozner als Spieler miterlebte und 18 Jahre lang deren Kapitän war, folgte Hubi Nössing als Trainer der Brixner Damenmannschaft. „Es ist eine große Ehre für mich, die Frauen Brixens zu trainieren und erstmals A1-Luft in der Damenliga zu schnuppern“, sagt er über diese neue Herausforderung. Besonderen Wert legt er auf die Teamarbeit: „Es ist mir persönlich sehr wichtig, dass wir als Team spielen und uns auch als solches fühlen. Die bisherigen Leistungen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Ein weiterer Punkt, der ihm am Herzen liegt: „Viele junge Spielerinnen aus Brixen haben nun die Chance, den Schritt nach oben zu machen. Es ist ihre Zeit, sich in der höchsten Liga zu beweisen und


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Fotos: Elke Niederwieser

Brixner Nr. 416

ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“ Waldner betont, dass die Spielerinnen als Einheit agieren und auftreten, und er sieht die junge Mannschaft als vielversprechendes Projekt für die Zukunft. Alessia Zizzo: ein Talent mit großen Zielen

 STARTKLAR: Die Brixner Herrenmannschaft setzt auf eine Mischung aus bewährten und neuen Spielern

Alessia Zizzo wechselte von Cassano Magnago nach Brixen. Die 18-Jährige, gebürtig aus Latium, hat sich bereits gut eingelebt: „Ich bin sofort herzlich in die Mannschaft aufgenommen worden. Die Stadt ist sehr schön und sauber, nur etwas kalt finde ich sie“, erzählt die junge Spielerin schmunzelnd. Zizzo spielt auf der Halbflügelposition und hat klare Ziele: „Ich möchte mich in Brixen weiter verbessern und auf meinen Stärken aufbauen.“ Obwohl sie in so jungen Jahren bereits als Profi in einer der besten Mannschaften Italiens spielt, träumt sie davon, eines Tages Auslandserfahrung zu sammeln. „Ich lebe diesen Traum für mich selbst, aber auch für meine Eltern, die mich immer schon sehr unterstützt haben.“ Giovanna Lucarini: Erfahrung und Teamgeist Giovanna Lucarini ist ebenfalls in diesem Jahr zum Brixner Kader gestoßen und bringt mit ihren 23 Jahren bereits Erfahrung auf der Mitte- und Halbflügelposition mit.

Während ihrer Jugend spielte sie bei Mestrino in Padua, bevor sie sich entschloss, nach Südtirol zu wechseln: „Es war für mich eine Ehre, das Angebot von Brixen anzunehmen. Die Erfahrung mit der Supercoppa hat mir bereits gezeigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, und jetzt bin ich bereit, mit der Mannschaft voll in die Saison zu starten.“ Trotz ihres jungen Alters gehört Lucarini zu den älteren Spielerinnen im neuen Brixner Team und übernimmt als Spielmacherin auf der Mitteposition Verantwortung. Sie sieht aber auch den positiven Einfluss der jüngeren Spielerinnen, denn diese „bringen viel Energie und Begeisterung mit, was uns allen zugutekommt.“ Bei den Frauen nicht mehr im Kader sind Nina Abfalterer, Giorgia Di Pietro, Andrea Eder, Bevelyn Eghianruwa, Sondes Hachana, Rosa Leal Armenteros und Vicky Vikoler. Pierandrea Izzi: Start mit der Supercoppa

 Die 18-jährige Alessia Zizzo wechselte von Cassano zum SSV Brixen Südtirol

Pierandrea Izzi aus Sizilien ist der neue Trainer der Herrenmannschaft. Brixen ist für ihn nicht neu, betreute er hier doch schon im vergangenen Jahr die Jugendarbeit. Natürlich ist er zufrieden mit dem Saisonstart seines Teams – der Sieg in der Supercoppa war ein wichtiger Meilenstein. „Die Gruppe ist als Mannschaft sehr stark und geeint“, erklärt er, „es hat sich nicht allzu viel verändert, und die


50 › Freizeit & Sport  Giovanna Lucarini übernimmt Verantwortung als Spielmacherin auf der Mitteposition bei den Damen

älteste Spieler im Kader und lebt schon seit mehr als zehn Jahren mit seiner Familie in Brixen. Als erfahrener Akteur nimmt er, ohne es bewusst zu wollen, eine Vorbild- und Führungsrolle für die jüngeren Spieler ein. „Meine Ziele bleiben aber dieselben wie früher“, betont er, „ich möchte weiterhin zeigen, wie gut ich spielen kann und auf einem hohen Niveau agieren.“ Basic ist dankbar, dass man ihm die Chance gegeben hat, zum SSV Brixen zurückzukehren. Nun möchte er seine Fähigkeiten auch weiterhin unter Beweis stellen. Mannschaft ist gut eingespielt.“ Izzi betont jedoch, dass es an der Breite des Kaders etwas mangelt: „Auf der Bank haben wir begrenzte Möglichkeiten, aber das Ziel ist, so viele junge Spieler des SSV wie möglich in die erste Mannschaft zu integrieren und ihnen Spielzeit zu geben.“ Andrea Basic: wieder zuhause Der erfahrene Kreisläufer Andrea Basic, der nach zwei Jahren in Bozen nun wieder für Brixen spielt, ist „glücklich, wieder zuhause zu sein.“ Der starke Kroate ist der

Tomás Della Vecchia: vom Meer in die Berge Der argentinische Flügelspieler Tomás Della Vecchia spielte zuletzt in Sassari und erlebt gerade einen klimatischen Wechsel von Meer und Strand hin zu den Bergen. „Es ist eine Umstellung, aber das Team ist stark und zusammengeschweißt“, sagt er. Della Vecchia, der auf dem Spielfeld immer 100 Prozent geben will, glaubt fest daran, dass die Mannschaft in dieser Saison viel erreichen kann. Seine Motivation zieht er aus einem Kindheitstraum: „Ich wollte immer Profihandballer sein, und jetzt lebe ich diesen Traum.“


Brixner Nr. 416

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Ebenfalls neu im Herrenkader ist Maksym Voliuvach. Seit fünf Jahren lebt der ukrainische Torwart in Italien, und seit seiner Ankunft hatte er den Wunsch, in Brixen zu spielen. Nun ist er in Erfüllung gegangen. „Hier in den schönen Bergen gefällt es mir sehr“, erzählt er, „die intensiven Trainingssessions machen mir Spaß, und ich will immer mein Bestes geben.“ Er möchte zeigen, dass er es verdient hat, Teil dieses besonderen Teams zu sein und mit ihm Titel zu gewinnen. „Handball ist meine Arbeit, und ich möchte in meiner Arbeit so gut wie möglich sein.” Die Heimspiele im Oktober Im Oktober gibt es gleich mehrmals die Chance, die neuen Spielerinnen und Spieler zuhause anzufeuern: Die Herren spielen am 5. Oktober gegen den Rivalen Bozen, am 17. und 19. Oktober im EHF European Cup gegen H71 von den Färöer-Inseln, am 22. Oktober gegen Cassano und am 30. Oktober gegen Meran. Die Frauen empfangen am Fischzuchtweg Casalgrande Padana am 16. Oktober und Lions Sassari am 19. Oktober.

 Für den ukrainischen Tormann Maksym Voliuvach ist mit dem Wechsel zu Brixen ein Traum in Erfüllung gegangen

mats.helmersson@brixner.info Der Kader des SSV Brixen Südtirol

Elektronische Gesundheitsakte Oh nein! Ich habe die Verschreibung zu Hause vergessen… :(

Keine Sorge. Wir können sie ganz einfach über die Elektronische Gesundheitsakte abrufen!

Marie Unterweger – Torfrau Francesca Luchin – Torfrau Marie Aichner – Rückraum Giovanna Lucarini – Rückraum Nelly Habicher – Rückraum Sarah Schatzer – Rückraum rechts Alessia Zizzo – Rückraum/Mitte Elisa Sozio – Flügel rechts Barbara Nothdurfter – Flügel rechts Sarah Hilber – Flügel rechts Sophie Hofer – Flügel rechts Elisa Sozio – Flügel rechts Giada Babbo – Flügel links Sophia Kiesenhofer – Flügel links Lena Di Carlantonio – Mitte Violetta Vegni – Pivot Andrea Oberhofer – Pivot Carolin Gamper – Pivot

Der Kader des SSV Brixen

In der Elektronischen Gesundheitsakte werden Ihre medizinischen Daten und Dokumente sicher zum Abruf bereitgestellt. Sie sind für das medizinische Fachpersonal nur mit Ihrem Einverständnis zugänglich. RUFEN SIE JETZT IHRE EGA AUF UND GEBEN SIE IHR EINVERSTÄNDNIS ZUR KONSULTATION. Unter: gesundheit.provinz.bz.it/ega oder über den QR-Code

Alessandro Lubinati – Tormann Maksym Voliuvach – Tormann Mohamed Ghoul – Tormann Tomas Canete – Rückraum Candido Paolo De Oliveira – Rückraum links Daniel Oberhollenzer – Rückraum links Lukas Stricker – Rückraum/Mitte Felix Mühlögger – Flügel rechts Juri Sozio – Flügel rechts Tomás Della Vecchia – Flügel rechts Stefano Arcieri – Flügel links Daniel Azzolin – Flügel links Ardian Iballi – Mitte Endrit Iballi – Mitte Junes Sader – Mitte Andrea Basic – Pivot Adam Puntaier – Pivot


Foto: Reinhold Engl

52 › Freizeit & Sport

Atemberaubende Drehungen MODELLFLUG: Nach einer zehnjährigen Pause wurde der World Cup der Klasse F3A am 7. und 8. September wieder am Modellflugplatz Oberplaickner in Neustift ausgetragen. 15 zertifizierte Piloten aus ganz Europa zeigten ihre fliegerischen Künste.

Die Bewertung eines ferngelenkten Flugmodells richtet sich danach, mit welcher Präzision und Perfektion die vorgegebenen Kunstflugfiguren ausgeführt werden. Die Punktrichter bewerten im Wesentlichen die Genauigkeit, die weiche und ansehnliche Ausführung, die Platzierung und Darstellung der Figur sowie die Grö-

ße der Figur im Verhältnis zum Flugraum und zu den anderen Figuren. Diese vier Kriterien sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aufgelistet; um aber eine hohe Wertung zu erhalten, müssen alle diese Aspekte erfüllt sein. Wichtig ist zudem, dass der Modellflieger die Maße der F3A-Kategorie einhält, wie zum Beispiel

eine maximale Spannweite von zwei Metern. Hannes Schenk holt sich den Sieg Der erfahrene Modellflugpilot Hannes Schenk aus Brixen flog die vorgegebenen Figuren am besten und sicherte sich den Sieg im

diesjährigen World Cup. Schenk begann seine Karriere inspiriert von seinem Vater; er nahm bereits an nationalen und internationalen Wettbewerben teil. Ein ganz besonderes Highlight seiner Karriere war der Sieg in der Europameisterschaft im Teambewerb. Das Teilnehmerfeld des diesjährigen Wettbewerbs war stark besetzt, und 47. Völse r

im Oktob

Kuchlka stl

er 2024

R in d & V ö ls e r e r K u h ö ls V e lt A


Brixner Nr. 416  Der F3-Worldcup wurde Anfang September in Neustift ausgetragen

es wurde auf hohem Niveau geflogen. Schenk platzierte sich aber mit seiner Erfahrung und seinem fliegerischen Können bereits in den Vorrunden an die Spitze der Rangliste und setzte sich letztendlich mit einer beeindruckenden Leistung gegen die internationale Konkurrenz durch. Hannes Schenk ist nicht nur als Modellpilot erfolgreich, sondern er baut sich mittlerweile seine Flugzeuge selbst. „Am Anfang habe ich meine Modelle gekauft, aber das ist sehr teuer. Heute baue ich meine Flugzeuge mit Geräten wie einem 3D-Drucker zu Hause selbst“, erklärte er. Der Bau eines solchen Modells, wie es Schenk fliegt, dauert etwa zwei Jahre. Alle

Tel. 0472 836 173 www.peer.it

spiel aus der Schweiz, aus Polen, Ungarn und Spanien“, sagte Reinhold Engl stolz. Die zweitägige Veranstaltung begann am Samstag mit dem Flugwettbewerb, und am Sonntagvormittag fanden die Finalläufe statt, die in zwei Durchgänge eingeteilt sind. Besonders viele Zuschauer lockte die Flugshow am Sonntagnachmittag an. Sie präsentierte die spektakulärsten Manöver der großen Modellflieger, die es in verschiedenen Formen wie Einfach, Doppel und Dreidecker gibt. Bei so atemberaubenden Drehungen dürfte selbst Piloten schwindelig werden, doch hier sitzt niemand im Cockpit.

„ E s ist ein unglaubliches Gefühl, wenn ein selbst gebauter Flieger perfekt funktioniert“ _ Hannes Schenk, Modellflugpilot

SERVICE

Flugzeuge sind elektrisch betrieben. Darauf, dass ein anderer Pilot ebenfalls mit einem seiner Modelle geflogen ist, war er besonders stolz: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn ein selbst gebauter Flieger perfekt funktioniert.“

ANGEBOTE

Zum 12. Mal in Vahrn Der Modellflugverein Buschflieger, dem Reinhold Engl als Präsident vorsteht, wurde vor 26 Jahren gegründet und zählt mittlerweile 50 Mitglieder, die sich regelmäßig an verschiedenen Veranstaltungen wie der Segelflugmeisterschaft, dem Motorkunstflug-Wettbewerb und dem World Cup F3A beteiligen. Bereits zum zwölften Mal organisierte der Verein heuer am 7. und 8. September den F3A-Wettbewerb, wenngleich das letzte Mal inzwischen zehn Jahre zurückliegt. Der Freude über die Veranstaltung tat dies keinen Abbruch: „Es sind Piloten aus ganz Europa angereist, um heute hier zu fliegen, zum Bei-

Sicherheit ist wichtig Einen Nachweis ihrer Fähigkeiten müssen die Piloten dennoch besitzen, und zwar einen speziellen Modellfliegerschein, ähnlich wie beim Fliegen einer Drohne, wie Engl erklärte: „Allerdings ist es wesentlich einfacher, eine Drohne zu fliegen.“ Außerdem müssen alle Teilnehmer ausreichend versichert sein, um an einem so hochkarätigen Wettbewerb teilzunehmen. Unfälle passieren jedoch sehr selten, und schließlich gingen in Vahrn ausschließlich hochqualifizierte Modellpiloten an den Start. mats.helmersson@brixner.info

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54 › Freizeit & Sport

TRIATHLON

Drei Sportarten – ein Ziel Es gibt nicht viele Vereine in Südtirol, die sich dem Triathlonsport verschrieben haben. Der Schwimmclub Brixen ist bezüglich der Nachwuchsarbeit in dieser vielseitigen Sportart landesweit federführend. Die Teilnahme an der intraregionalen Wettkampfserie „Tri Kids Nord Est Cup“ war in der nun auslaufenden Saison, wie seit vielen Jahren, für die Brixner Nachwuchsathleten Ziel, Motivation und Erfolg ihres aufwändigen Trainings beim Schwimmen, Laufen und Radfahren. Gut 30 ehrgeizige Jungs und Mädels zwischen sechs und 19 Jahren fuhren von April bis Anfang September mit ihren Trainern und meist auch den Eltern zu den Rennen in Parma, Bozen, Gorizia, Revine Lago (Veneto), Predazzo und Riva del Garda. In den einzelnen Etappen kämpfte man beim Duathlon (Laufen und Radfahren), beim Aquathlon (Schwimmen und Laufen) und dem klassischen Triathlon (Schwimmen, Radfahren, Laufen) um die Plätze. 26 der Schwimmclub-Athleten kamen durch die Teilnahme an mindestens drei Rennen in die Gesamtwertung, bei der Isla De Nigro und Laura Potauner Silber bei den Junioren und in der Kategorie Youth A holten, Victoria Dorfmann wurde Dritte (Junior). Top-Ten-Plätze gingen auch an

Mattia Podda (Vierter), Lukas Hinteregger (Siebter), Viktoria Vonklausner (Vierte), Dena Bacher, Francesca Podda und Felicitas Prosch. Als Mannschaft erwiesen sich die „Orangen“ aus Brixen als die zweitstärkste unter den 27 teilnehmenden Teams und durften beim Abschlussrennen in Riva neben dem gastgebenden Verein Tri Swim (Erste) sd und Buonconsiglio Nuoto aus Trient aufs Podest.

LAUFSPORT

Südtiroler Sprintchampions Am 8. September fand in der Sportzone Süd in Brixen das Landesfinale der Südtiroler Sprintchampions des VSS statt. Rund 360 Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren nahmen an dem sportlichen Highlight teil. Sie hatten sich zuvor in Vorrennen in ihren jeweiligen Gemeinden qualifiziert. Das Besondere an den Sprintchampions ist, dass jedes Kind mitmachen kann, unabhängig davon, ob es einem Verein angehört oder nicht. Das fördert den Spaß am Sport, und zugleich können verborgene Talente entdeckt werden. Reinhold Rogen, Referent für Leichtathletik

kurz

notiert

des VSS, zeigte sich begeistert von der hohen Teilnehmerzahl und der positiven Atmosphäre. Die Rennen waren in beinahe 80 Vorläufe unterteilt, bevor die besten Sprinter in den Finalläufen gegeneinander antraten. Die Sieger dieser Finalläufe in Brixen qualifizierten sich für das Euregio-Rennen, bei dem die besten Nachwuchssprinter aus Südtirol, Tirol und dem Trentino aufeinandertreffen. Das Event war geprägt von strahlendem Wetter und einer ausgelassenen Stimmung, die vom zahlreichen Publikum getragen wurde. Auch der ehemalige Bürgermeister von Brixen und jetzige

Landesrat Peter Brunner ließ es sich nicht nehmen, bei der Preis-

verleihung anwesend zu sein und den Athleten zu gratulieren. mh

Zehn Läufer des ASV Pfeffersberg liefen Anfang September bei der fünften Ausgabe des Resia-Rosolina-Relay in neuer Bestzeit (knapp 32,5 Stunden) vom Reschenpass bis Rosolina. Sie holten sich dabei den zweiten Platz in ihrer Kategorie und den insgesamt vierten Rang mit 36 beteiligten Mannschaften.

Zur fünften Etappe des Ladurner Grand Prix, organisiert von der SG Eisacktal, kamen rund 150 Südtiroler Leichtathleten der Kategorien U12 und U14 Mitte September nach Brixen. Bei diesem vorletzten Wettkampf der Saison vor den Regionalmeisterschaften wurden im Mehrkampf bereits die Regionalmeister ermittelt.

Unter dem Motto „Brückenbau“ stand kürzlich das erste inklusive Fußballfest im Brixner Jugendhort, bei dem Sportbegeisterte mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam Fußball spielten. Organisiert wurde die Veranstaltung von Special Olympics und dem SSV Brixen.


Brixner Nr. 416

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„De facto Ganzjahreskarte“ GEROLD SILLER, Koordinator der Freizeitkarte für Brixen, über die Ausweitung des Angebots der Summercard.

Das System ist flexibler und kann sich an die Realität der Familien anpassen. Hätten wir aus der Summercard und der Wintercard ein einziges Angebot gemacht, wäre es aufgrund der Preise für das Skifahren für Familien, die nicht Ski fahren, kaum erschwinglich gewesen. Franz Berretta und sein Team hatten deshalb die zündende Idee, zwei Karten daraus zu machen. Mit diesem Gesamtpaket decken wir das ganze Jahr ab – mit dem zusätzlichen Vorteil, dass all jene, die nicht Skifahren, im Sommer trotzdem ein attraktives Freizeitticket erhalten.

Welche Leistungen sind in der Wintercard enthalten?

Zunächst natürlich das Winterabo für die Skigebiete Plose, Gitschberg Jochtal sowie die Lifte in Lüsen, Villnöß, Feldthurns und Terenten. Zudem ermöglicht die Wintercard den Eintritt in das Hallenbad der Acquarena samt reduziertem Eintritt für die Sauna ebenso wie in die Vertikale, die Eishalle Brixen und das Pharmaziemuseum. Der Vorverkauf läuft vom 1. bis 31. Oktober – die Nutzer können zwischen einer physischen oder einer digitalen Karte wählen. Alle weiteren Informationen auf www.mycard.bz.it. anina.vontavon@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Ja! Wir wollten eigentlich von Beginn an für Brixen eine Ganzjahreskarte schaffen, nach dem Vorbild des Innsbrucker Freizeittickets. Durch die Wintercard entsteht nun de facto eine Ganzjahreskarte, denn Besitzer der Summercard erhalten die Wintercard zu einem günstigeren Preis und wir decken damit das ganze Jahr ab. Eigentlich ist dieses System von zwei Karten sogar noch besser als eine einzige.

Wieso das?

Foto Matteo de Stefano

Herr Siller, nach dem jahrelangen Erfolg der Summercard folgt nun die Wintercard. Ist damit der Schritt zur Ganzjahreskarte geglückt?

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56 › Freizeit & Sport

SPORTSCHIESSEN

Foto: Oskar Zingerle

Das Zentrum im Visier

MOUNTAINBIKEN

Auf flotten Rädern Die Mountainbike-Begeisterten kamen einem an den Tagen vom 19. bis zum 22. September oft entgegengeflitzt: Entweder noch frisch und voller Elan aus dem Stadtgebiet hin zu den verschiedenen Trails oder nach einer erfolgreichen Tour sichtlich begeistert auf dem Rückweg, um das getestete Bike wieder an seinen Ursprung an einem der Stände in der Innenstadt zu bringen. Seit 14 Jahren findet das Mountain Bike Testival in der Domstadt statt – und es ist für Fahrradbegeisterte Jahr für Jahr ein echtes Highlight. „Die Veranstaltung zieht ein tolles junges Publikum an, das positive Energie ausstrahlt und für eine gute Stimmung in der Stadt sorgt“, sagt Sara Dejakum, Brixner Stadträtin für Tourismus, bei der Eröffnung am 19. September. Die Fahrradbranche hatte in den letzten zwei Jahren nach dem Corona-Boom ein bisschen zu kämpfen, und dem-

entsprechend waren in diesem Jahr etwas weniger Stände in der Innenstadt anzutreffen als sonst. Dem Programm tat das keinen Abbruch, und neben interessanten Talks gab es auch heuer wieder viele Strecken und Trails zu erkunden, ebenso wie geführte Ganztagestouren mit lokalen Experten, die die Radfans mit abwechslungsreichen Strecken und Insider-Tipps versorgten. Die jüngsten Fahrradbegeisterten konnten sich auf dem Hindernisparcours auf dem Hartmannsplatz austoben. av

Die Trophäe der Stadt Brixen ist Südtirols einziger SportschießWettkampf, der den im nationalen Verband eingetragenen Athleten vorbehalten ist. Die 38. Ausgabe ging Anfang September im Schießstand von Neustift über die Bühne; etwa 100 Sportschützen aus Italien und Österreich nahmen daran teil. Anders als bei den Freischieß-Turnieren, wie beispielsweise dem Kassianischießen, melden sich die eingetragenen Athleten an und schießen an dem für sie reservierten Turnus eine 60er-Serie in einer vorgegebenen Zeit. Der Modus dieses Mannschaftswettbewerbs sieht vor, dass die zwei besten Luftdruck- und die zwei besten Kleinkaliber-Er-

gebnisse zusammengezählt werden – das Ganze jeweils für Pistole und Gewehr. Die Trophäe in der Disziplin Pistole ging an die Mannschaft aus Soave, während beim Gewehr die Sportschützen aus Innervillgraten die Nase vorn hatten. Der Wettbewerb war dieses Jahr Edith Gufler gewidmet, die 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Silbermedaille im Luftgewehr gewann. Gufler ist Mitglied des Schießsportvereins oz Brixen.


Brixner Nr. 416 LAUFSPORT

Brixen strahlt in violett Am 30. August fand die zwölfte Ausgabe des Women’s Run in Brixen statt. 1.000 Frauen verwandelten die Altstadt bei ausgelassener Stimmung und dank ihrer auffälligen Women’s-Run-T-Shirts in ein violettes Farbenmeer, bevor sie sich auf die gut vier Kilometer lange Strecke begaben. Auf die Vergabe von Startnummern, auf das Zeitnehmen und auf Platzierungen wurde wie üblich bewusst verzichtet. Dabei zu sein, Flagge zu zeigen und Gutes zu tun – das stand auch in diesem Jahr im Vordergrund. So ging es am frühen Abend auf einen Rundkurs durch die Stadt, der mit den Triathleten des Schwimmclubs Brixen als Vorläufer und unter den Anfeuerungsrufen der Cheerleader des SSV Brixen zu einer wahren Bühne für die teilnehmenden Frauen wurde. Beinahe „nebenbei“ kamen nicht weniger als 10.500 Euro für wohltätige Zwecke zusammen. Der Laufabend, der auch heuer wieder nur Siegerinnen kann-

te, klang nicht nur mit der Musik der Band „Sitting Bull“ aus, sondern hielt auch noch eine künstlerische Überraschung bereit: Unter den Teilnehmerinnen wurde das Kunstwerk „Angelo di Valeria“ von Lisa Hilpold in Erinnerung an die 2012 verstorbene Brixner Leichtathletin Valeria Todeschi verlost. Die 13. Auflage des Laufs wird am 29. August 2025 stattfinden. Anmeldungen sind ab 8. März, dem Tag der Frau, möglich. bz

ReSpeckt!

Foto: Harald Wisthaler

Speck ist nicht gleich Speck. Schon gar nicht bei uns in Südtirol. Die Siebenförcher Metzger-Meister verarbeiten nur die besten Zutaten mit handwerklichem Können zu ganz hervorragenden Produkten. Und genau darum schmeckt unser mehrfach ausgezeichneter Speck einfach ausgezeichnet.

an. Das schmeckt m Ehrlich.www.siebenfoercher.it

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Fotos: Oskar Zingerle

58 › Wirtschaft & Umwelt

„ Es brennt!“


Brixner Nr. 416

AUSBILDUNG: MARTIN REDERLECHNER, Direktor des Berufsbildungszentrums Tschuggmall in Brixen, schlägt Alarm: Dem Fachbereich Informatik gehen die Lehrkräfte aus. Im Gespräch mit dem „Brixner“ fordert er die Landespolitik auf, rasch zu handeln – und er hat auch Lösungsvorschläge.

Herr Direktor Rederlechner, Sie haben kürzlich in einem Treffen von Eisacktaler Unternehmern mit der Nachricht aufhorchen lassen, dass an der Berufsschule Tschuggmall die Weiterführung des Teilbereichs der Informatik problematisch werden könnte … MARTIN REDERLECHNER: Wir haben effektiv Eng-

pässe, generell bei Fachlehrern, und akut ist es im Unterrichtsfeld Informatik. Die älteren Lehrkräfte, die diese Ausbildung aufgebaut haben, werden in einigen Jahren in Pension gehen; junge Kräfte sind nur schwer bis nicht zu finden, da der Arbeitsmarkt nach diesen Fachleuten regelrecht giert und bessere Bedingungen bieten kann. Die Frage, wie es weitergeht, wird an zentraler Stelle in der Bildungsverwaltung entschieden; es ist dabei aber unabdingbar, dass neue Kräfte gefunden werden müssen. Und das ist wiederum eng zusammenhängend damit, ob die Landesregierung spürbare, besonders ökonomische Schritte setzt, nachdem es nun sprichwörtlich brennt. Hier jetzt weiterhin Zeit zu verlieren wäre fatal für die technische Ausbildung – und das geht dann später sehr zu Lasten vieler Betriebe, die diese Fachleute dringend brauchen. Wir haben nun über 20 Jahre Fachausbildung und spezialisierende Weiterbildung aufgebaut; sehr viele Unternehmen hängen regelrecht an „unseren“ Fachleuten.

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sehr praxisorientiert; unsere Schülerinnen und Schüler arbeiten an der Hardware und bauen selbst PCs, konfigurieren Netzwerke, konzipieren die IT-Sicherheit, sie lernen konkrete betriebliche Aufgabenstellungen und technische Herausforderungen. Die TFOs sind ein Stück weit breiter und allgemeinbildender mit gutem Grundlagenunterricht und bieten damit eine gute Vorbereitung für ein nachfolgendes technisches Studium. Unsere Absolventen sind nach der Ausbildung gut vorbereitet, in einem Betrieb zu arbeiten; die Betriebe holen die Absolventen direkt von der Schulbank in den Job. Entsprechend attraktiv ist unsere Schule für viele Jugendliche, die nach drei oder vier Jahren Ausbildung in einem Unternehmen anfangen wollen – oder sie hängen auch das fünfte Jahr an und maturieren auch. Den jungen Leuten gefällt dieses flexible Ausbildungsmodell, weil es immer wieder Optionen eröffnet: Schüler müssen sich nicht von vornherein auf eine fünfjährige Ausbildung festlegen, sondern können schon nach drei oder vier Jahren die Schule mit einem Diplom verlassen. Wie schwierig ist es heutzutage für einen Lehrer, im Bereich Informatik up to date zu bleiben? Kann es sein, dass die rasante Entwicklung beim Lehrpersonal Frust erzeugt?

Ein Informatiker muss ständig dazulernen, denn die technische Entwicklung verläuft in hohem Tempo! Darin unterscheidet sich die Informatik von anderen technischen Fachrichtungen wie zum Beispiel Mechatronik oder Elektrotechnik, die sich nicht derart schnell weiterentwickeln. In der Informatik hingegen muss eine Lehrkraft ständig lernen – und sie tut es auch. Unsere technischen Lehrkräfte sind aber meist dem Reiz des Neuen erlegen; sie sind technologieaffin, sie „wollen“ auf dem Laufenden bleiben. Sie empfinden die Schnelllebigkeit dieses Bereichs also nicht als Belastung, sondern finden das selbst spannend. Als Schule kann uns nichts Besseres passieren, als dass das Lehrpersonal mit Leidenschaft – also aus eigenem Antrieb heraus – à jour bleiben will.

Sie finden im Bereich Informatik keine Lehrer?

Es ist grundsätzlich viel schwieriger geworden, Lehrpersonal zu finden. Während es in den anderen Bereichen aber eher Interessenten gibt, kommt es im Bereich Informatik mittlerweile kaum mehr zu Einstellungsgesprächen. Als Schule setzen wir natürlich alle Hebel in Bewegung, wir selbst hätten ja Absolventen! Wir hatten auch junge Lehrer, die dann aber von Unternehmen abgeworben wurden. Auf der anderen Seite gibt es viele Jugendliche, die gern Informatiker werden?

In der Tat; heuer haben wir wieder zwei große erste Klassen, die Nachfrage ist also da. Als Schule versprechen wir optimale Ausbildung, und der Direktor muss gemeinsam mit dem gesamten Team schauen, dass diese Zusage auch eingehalten werden kann. Das ist auch unser eigener Anspruch. Die Not an Fachpersonal aber drückt. Haben auch andere Berufsschulen ähnliche Schwierigkeiten?

Akut ist die Problematik derzeit in der technischen Ausbildung und Lehre, aber auch im Bereich Naturwissenschaften. Ich habe gehört, dass zum Beispiel das Realgymnasium intensiv Mathematiklehrkräfte sucht. Wir hingegen suchen Informatiker. Die Hotelfachschulen suchen Köche, die Bozner Berufsschule dringend Elektrotechniker. Es zieht sich durch viele Fächer … Worin unterscheidet sich aber die Informatikausbildung an der TFO und an der Tschuggmall?

Da gibt es trotz derselben Fachrichtung Unterschiede bei den Schwerpunkten. Am Berufsbildungszentrum ist die Ausbildung

„ E s ist nicht akzeptabel, wenn das Einstiegsgehalt eines Absolventen der Schule deutlich höher ist als das Gehalt seines Lehrers mit zehn oder mehr Dienstjahren“ _ Martin Rederlechner, Direktor Die rasante Entwicklung in diesem Fachbereich scheint also nicht zu taugen als Begründung für den Lehrermangel. Kann hingegen die Tatsache problematisch sein, dass es im Eisacktal eine ganze Reihe an hochattraktiven Arbeitgebern im technischen Bereich gibt, die den Arbeitsmarkt leerfegen?

Es sind nicht nur die großen „Sterne“ in der Stadt wie Alupress, Durst, Progress oder Microtec, die Mitarbeiter im technischen Bereich brauchen, denn jeder mittelständische Betrieb, der seine IT gut aufgestellt haben und vor externen Angriffen schützen will, muss entweder eine spezialisierte Firma damit beauftragen – mit entsprechend hohem Kostendruck – oder eben einen gut ausgebildeten Informatiker im Team haben, der sich auch ständig weiterbildet. Jeder Betrieb ab etwa 20 Mitarbeitern braucht


60 › Wirtschaft & Umwelt im Grunde einen eigenen Fachmann, der sich nur um die IT kümmert, weil diese Säule DIE Schlüsseltechnologie ist, von der andere Prozesse und Verfahren und damit der betriebliche Erfolg abhängen. Entsprechend schwierig ist es für alle, Informatiker zu finden, weil der Bedarf so groß ist. Die private Wirtschaft reagiert darauf mit Benefits und generell einer deutlichen Erhöhung des Lohnniveaus. Das wird dann zum Kernproblem der Schule: Mit dem Lohnniveau im Lehrerberuf sind wir nicht mehr konkurrenzfähig; Benefits gibt es nicht. Die Personalpolitik im Land ist gefordert, endlich spürbare Lösungen zu bieten. Inflationsanpassungen sind keine adäquate Lösung. Wie könnte diese Lösung aussehen?

In Deutschland hat man zum Beispiel begonnen, unter Lehrern differenzierte Lohnsysteme zu schaffen – das wäre ein pragmatischer Ansatz. Man hat für Lehrkräfte in Schlüsseltechnologien die Gehälter auch erhöht. Man könnte ein Reglement entwickeln, mit dem man aufgrund objektiver Daten aus Arbeitsamt und Personalamt flexible Zulagen errechnen und anwenden könnte. Wenn es in einem bestimmten Bereich genügend Bewerber gibt, muss so eine Zulage gar nicht sein; wenn es aber in einem anderen Bereich keine Bewerber gibt, die amtlichen Ranglisten leergefegt sind und das Problem andauert, dann muss der Arbeitgeber darauf reagieren können – etwa mit einem dynamischen Gehaltsgefüge. Das Land müsste sich in diesem Sinn ein Stück weit an die Privatwirtschaft anpassen: Eine Verkäuferin verdient am Arbeitsmarkt zum Beispiel deutlich weniger als ein Informatiker, aber im öffentlichen Dienst gibt es nur eine einzige Kategorie

p Martin Rederlechner: „Die Landespolitik reagiert aus der Sicht von uns Direktoren kaum, bisher im Grunde eher gar nicht“

von Lehrpersonen – sie werden also gleich entlohnt. Das ist völlig realitätsfern. Eigentlich müsste Südtirol nur in die eigene Vergangenheit blicken, denn vor 30 Jahren hatte das Land bereits für Architekten und Ingenieure eine Technikerzulage eingeführt: Techniker, die in einem Berufsalbum eingetragen sind, kommen in eine höhere Funktionsebene und bekommen zudem eine respektable Zulage. Etwas Ähnliches müsste es auch für Informatiker oder für andere Lehrer-Berufskategorien geben, wo der Mangel an Kräften andauert. Außerhalb der Techniker, die in einem Berufsalbum eingetragen sind, gibt es heute keine Leistungsprämien?

Es gibt Leistungsprämien, aber sie sind völlig unzureichend und lösen nicht annähernd das Problem. Es ist auf Dauer nicht akzeptabel, wenn das Einstiegsgehalt eines Absolventen der Schule deutlich höher ist als das Gehalt seines Lehrers mit zehn oder mehr Dienstjahren. Das Lehrpersonal fragt sich da zu Recht: Was bin ich denn dem Südtiroler Bildungssystem wert? Für den Informatiker mag das stimmen, aber für die Verkäuferin oder für den Maurer hinkt der Vergleich, oder?

Beim Informatiker ist der Unterschied extrem, aber auch im Handwerk gibt es in der Privatwirtschaft gute Löhne. Lehrlinge vor dem Abschluss tauschen sich mit ihrem Lehrer aus – mit für die Lehrer dann oft ernüchternden Informationen.

Ich gehe davon aus, dass Sie diese Problematik bereits in der Landesregierung deponiert haben. Wie reagiert sie?

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Brixner Nr. 416 Die Landespolitik reagiert aus der Sicht von uns Direktoren kaum, bisher im Grunde eher gar nicht. Es hilft nichts, die Situation schönzureden oder wiederholt von der Notwendigkeit der Aufwertung der Lehrergehälter nur zu reden. Wir haben jetzt eine Landesrätin, die für diesen Bereich zuständig ist, und viele hoffen, dass jetzt etwas bewegt wird und sie sich durchsetzen kann. Es ist schon viel Zeit verloren gegangen: Bis eine Änderung der Rahmenbedingungen auf dem Gehaltszettel sichtbar wird, darf nicht mehr viel Zeit vergehen. Uns Schulleitern brennt es längst unter den Nägeln. Die Berufsschulen sind Landeskompetenz – also könnte die Landesregierung intervenieren …

Die Personalpolitik der Landesschulen ist eng verknüpft mit jener der Schulen staatlicher Art. Dass die Landesregierung eine einseitige Lösung nur für die Berufsschulen anpeilt, halte ich eher für unwahrscheinlich; das würde Gräben aufreißen und andere Probleme bringen. Es braucht aber mutige personalpolitische Entscheidungen, wenn wir nicht hinnehmen wollen, dass in ein paar Jahren gewisse Bereiche in Südtirol überhaupt nicht mehr unterrichtet werden können, die aus Sicht der guten zukunftsträchtigen Unternehmen jedoch Schlüsselbereiche und Zukunftsfelder sind. Die Wirtschaftstreibenden senden dauernd dasselbe Signal: Sie brauchen junge Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen, die in Südtirol ausgebildet werden – und die dann auch hier bleiben! In Brixen gab es ja vor einiger Zeit die Idee einer privaten Ausbildungsstätte …

Das Projekt liegt, soweit ich weiß, auf Eis, und ich bin skeptisch, ob es jemals starten wird. Es gab in Brixen ja auch die Forderung, eine weitere technische Schule zu gründen – auch dieses Projekt hätte aber das derzeit akute Problem des fehlenden technischen Lehrpersonals – bei insgesamt zudem abnehmender Schülerzahl.

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Martin Rederlechner: „Es braucht mutige personalpolitische Entscheidungen“

mit meinen Kolleginnen und Kollegen nur das Problem aufzeigen und auf drohende Folgen hinweisen. Bis jetzt waren wir zugegebenermaßen nicht recht erfolgreich. Daher muss die Thematik auch an die Öffentlichkeit, weil es sich letztlich um ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem handelt, für das wir Lösungen brauchen. Wir sollen nicht einfach nur zuschauen, wie sich die Situation dauernd verschlechtert und in Jahrzehnten aufgebaute Bildungssäulen nun schleichend erodieren. Gleichzeitig möchte ich aber auch festhalten, dass der Lehrerberuf schön und erfüllend ist! Warum ist der Lehrerberuf in den technischen Fächern spannend?

Wenn jemand gern mit jungen Menschen arbeitet und Freude an ihrem Lernfortschritt und ihrer Entwicklung spürt, ist er von der Grunddisposition pädagogisch geeignet. Wenn er dann auch eine Fachausbildung absolviert hat, bringt er die zwei hauptsächlichen Faktoren mit, um eine gute, vielleicht hervorragende Lehrkraft zu werden, die in einem Beruf arbeiten kann, der Freude bringt und sehr sinnstiftend ist und auch andere Freiheiten birgt, die ein Betrieb nicht geben kann. Die größte Genugtuung für eine Lehrkraft bleibt es aber, sich an der Entwicklung und am beruflichen Erfolg ihrer Schüler zu freuen.

Was haben Sie als Direktor einer Berufsschule getan, um des Problems Herr zu werden?

Neben der ständigen Suche nach Lehrpersonal kann ich

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62 › Wirtschaft & Umwelt

MOBILITÄT

Die für die Jahreszeit recht frischen Temperaturen schienen den fahrradbegeisterten Brixnerinnen und Brixnern wenig auszumachen: Dick eingemummelt mit Windjacken und Ohrenschützern tummelten sich mehrere hundert am 13. September auf dem Domplatz, um an der ersten „Radlnacht und Lichterparade“ teilzunehmen. Die Veranstaltung hatten die Gemeinde Brixen und Südtirolmobil organisiert, um das Fortbewegungsmittel Fahrrad in den Mittelpunkt zu rücken und um alle Verkehrsteilnehmenden auf die Sicherheit der Radfahrer aufmerksam zu machen. Dafür war auf dem Domplatz ein Radparcours für die kleinsten Verkehrsteilnehmenden aufgestellt worden, in einer Radwerkstatt wurden kostenlose Reparaturen angeboten, und die Fahrräder konnten durch Leuchtstäbe noch sichtbarer gemacht werden. Ab 19:30 Uhr bewegte sich eine Fahrradkolonne, bestehend aus hunderten Radbegeisterten, vom Domplatz in den Norden der Stadt und über die Hauptstraße zurück in die Stadt. Unter allen Teilnehmenden, die sich bis zum 6. September online angemeldet hatten, wurde ein E-Bike verlost; es ging an einen Bürger aus Steinegg. Stadtrat Thomas Schraffl zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden: „Brixen entwickelt sich immer stärker zur Fahrradhochburg.

Foto: Josef Cutajar

Radlnacht

Das liegt nicht nur an den politischen Maßnahmen, die wir im Rahmen des nachhaltigen urbanen Mobilitätsplan (PUMS) und des Biciplans setzen, sondern vor allem an der Bevölkerung: Die Brixnerinnen und Brixner nutzen gerade im Stadtgebiet immer häufiger das Fahrrad als beliebtes Fortbewegungsmittel“, so Schraffl. Die Gemeinde könnte sich vorstellen, die Radlnacht auch in den kommenden Jahren zu veranstalten. av

ZIVILSCHUTZ

GettyImages: zigzag

„lawinen.report“ informiert Wintersportler

kurz

notiert

Plötzlich auftretende Wetterumschwünge und die damit verbundenen Naturgewalten bergen ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Das Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung leistet mit seinen Vorhersagen einen wesentlichen Beitrag, den Aufenthalt in der Natur so sicher wie möglich zu gestalten. Im Blick auf die anstehende Winter- und damit auch Lawinensaison gibt es für Wintersportler und Urlaubsgäste mit dem Lawinenreport eine stets aktuelle Informationsquelle, die weit über Südtirol hinausreicht. So erscheint zwischen Anfang

Dezember und Ende April täglich, auch am Wochenende und an Feiertagen, der Lawinenreport der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, der zuverlässig Auskunft über die Schnee- und Lawinenlage gibt. Abrufbar sind diese Meldungen in sieben verschiedenen Sprachen auf www.lawinen.report, einem Gemeinschaftsprojekt der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, der dortigen Lawinenwarndienste und der Universität Wien. Über die kostenfreie Abo-Funktion (Schaltfläche „Abonnieren“) werden sie Nutzern außerdem bequem per Web Push, über den Messenger-

dienst Telegram, via E-Mail oder in verschiedene Apps zugestellt. Dieser Service steht in deutscher, italienischer und englischer Sprache zur Verfügung und kann gezielt für Tirol, Südtirol und das Trentino ausgewählt werden. Im Blog dieser Website veröffentlicht das Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung ferner weiterführende Informationen und Analysen für Wintersportler und Mitglieder von Lawinenkommissionen. bz

In vielen Gemeinden, darunter Mühlbach, Natz-Schabs, Lüsen und Vahrn, begann im September die Saat von Wildblumensamen auf neuen und bestehenden Blumenwiesen, um den Artenreichtum zu fördern. Das Projekt „Blumenwiesen“ wird vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz koordiniert.

Bis 31. Oktober können Forschungseinrichtungen wissenschaftliche Forschungsprojekte zum „Klimaplan 2040“ einreichen. Gefördert werden Kooperationsprojekte, die zwölf bis 14 Monate laufen und gemeinsam mit mindestens drei Projektpartnern umgesetzt werden.

Für die Errichtung von weiteren zwölf Digi-Points, also digitalen Unterstützungsdiensten für Bürgerinnen und Bürger, stehen PNRR-Beiträge zur Verfügung, für die Gemeinden, Bezirksgemeinschaften und der Gemeindenverband Anträge stellen können.


Brixner Nr. 416

STADTGEHEIMNISSE

Foto: Mirjam Unterfrauner

Wer wohnte im „Hirn-Häusl“?

WIR BAUEN FÜR SIE UM!

Zwischen dem ehemaligen Schulhaus am Domplatz, wo von 1984 bis 2021 die Stadtbibliothek untergebracht war, und dem alten Pfarrmesner-Haus steht das schmale Haus des einstigen Allerheiligen-Benefiziums mit dem polygonalen Erker, heute Domplatz Nr. 14. Lange Zeit wurde dieses Haus von alten Brixnern „das Hirn-Häusl“ genannt, weil hier der äußerst populäre Benefiziat Franz Hirn wohnte. Er stammte aus Mieming im Oberinntal und kam 1830 als Subregens und Verwalter ins Priesterseminar nach Brixen; 1845 wurde er Domherr. Franz Hirn zeichnete sich durch zahlreiche Stiftungen und Spenden für die Armen aus. So sorgte er für die Errichtung eines Grabsteins an der Kirche von Spinges für die beim Gefecht von 1797 gefallenen Tiroler, zumal er als 19-Jähriger selbst an jenem denkwürdigen Gefecht gegen die Franzosen teilgenommen hatte. In der Millander Au ließ er zum Andenken an die in den Kriegsjahren 1796/97 an Typhus verstorbenen 15.000 Soldaten einen Bildstock errichten. Insbesondere unterstützte er die Englischen Fräulein in Brixen, deren Kloster und Kirche 1837 abgebrannt waren, und kaufte den Tertiarschwestern für die Erziehung bedürftiger Mädchen in Mühlbach ein Haus. Franz Hirn starb 1862. Ähnlich wie sein Oberhirte Vinzenz Gasser war er äußerst konservativ. Hauptsächlich scheint er sich gegen die damals aufgekommene Mode der Reifröcke, „wogegen kein Predigen nützte“, ereifert zu haben. Kooperator Griessenböck, der hierüber nach „seinem Hinscheiden“ ein Gedicht verfasste, wurde dafür allerdings in ein entlegenes Bergdorf strafversetzt.

Ab 14. Oktober sind wir wieder für Sie da

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64 › Wirtschaft & Umwelt UMWELT

Illegalen Abfall melden dank „Junker“ Berretta. Viele Personen nutzen die App außerdem, um zuhause den Barcode von Verpackungen zu scannen und damit zu erfahren, wie man sie richtig entsorgt. Die App verfügt außerdem über einen Sammelkalender für die eigene Straße oder Zone mit der Option, Benachrichtigungen für die nächste Tonnenentleerung zu erhalten. av

Foto: Oskar Zingerle

Die praktische kostenlose Junker-App, die die Stadtwerke Brixen vor vier Jahren für die Domstadt adaptieren ließen, bietet nicht nur zahlreiche Tools zur richtigen Müllentsorgung, -trennung und -vermeidung, sondern man kann dadurch auch direkt mit den Stadtwerken in Kontakt treten. Wenn ein Abfalleimer oder Sammelcontainer überquillt, irgendwo im Gemeindegebiet illegal Müll entsorgt wurde, kann man in der App ein Foto machen und abschicken. In Echtzeit gelangen die gesendeten Meldungen samt Standortdaten an die Mitarbeiter der Umweltdienste, die sich dann so schnell wie möglich darum kümmern werden. „Wir laden die Bürgerinnen und Bürger ein, die Junker-App aktiv zu nutzen und ihre Funktionen im Alltag einzusetzen. Vor allem die Meldungen über illegale Müllablagerungen helfen uns, schnell zu reagieren und ein sauberes Stadt- und Landschaftsbild zu erhalten“, sagt Generaldirektor Franz

Südtiroler Almkost 12.10.–02.11.2024 Entlang der schönsten Wanderwege laden herbstliche Spezialitäten zum Schlemmen ein: Die Mühle Vals

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Brixner Nr. 416

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„Unglaubliches Aufgebot“ MANUEL OBERHUBER, aus Milland, ORF-Meteorologe, über die Unwetter in Niederösterreich. Herr Oberhuber, für den österreichischen Rundfunk ORF waren Sie zur Zeit des Hochwassers im September im Dauereinsatz. Wie haben Sie das erlebt?

Es war ziemlich aufregend. Uns Meteorologen wurde bereits früh aus Modellberechnungen ersichtlich, dass sich große Regenmengen für Teile Österreichs andeuteten. Die Situation hat sich ungewöhnlich früh konkretisiert, denn normalerweise dauert es bei Italientiefs wie diesem etwas, bis man eine genaue Prognose abliefern kann. Am Mittwoch gaben wir eine erste Warnung vor Überflutungen heraus, und eskaliert ist die Si-

Tischlerei.

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tuation in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Ab Freitag war es für uns sehr stressig, vor allem im Hintergrund: Wir arbeiteten neben den Wetterprognosen zusätzlich an der Koordination, beraten etwa die Journalisten, an welche Orte sie hinfahren sollen und welche zu vermeiden sind, und wann es Sondersendungen benötigt.

aufgestellt sind als wir. Trotzdem benötigten sie Hilfe aus den anderen Bundesländern, denn wenn im Flachland ganze Landstriche unter Wasser stehen, braucht es ein unglaubliches Aufgebot an Einsatzkräften und Ausrüstung, um es wieder wegzubekommen.

Sie sind selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr in Milland. War Österreich gut vorbereitet?

Es ist in jüngerer Vergangenheit zu mehr unwetterbedingten Einsätzen gekommen. Aufgrund des Klimawandels steigt auch bei uns die Wahrscheinlichkeit, dass es zu großen Unwetterereignissen kommt.

Ja, sogar sehr gut. In Niederösterreich ist das Einsatzwesen mit jenem in Südtirol vergleichbar; ich würde sagen, dass sie dort technisch noch etwas umfangreicher

Wie bewerten Sie das Unwetterrisiko grundsätzlich in Südtirol?

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66 › EXTRA: Fotoaktion

Cheese! FOTOAKTION: Auch heuer haben sich die Leserinnen und Leser des „Brixner“ fleißig an der Kinderfotoaktion beteiligt und uns die Lieblingsschnappschüsse ihrer Kleinsten zugesandt. Den Preis gewonnen hat Leonie Risaliti aus Brixen.

Wer hat die buntere Kopfbedeckung? Die kleine Leonie Risaliti grinst neben ihrer neuen tierischen Bekanntschaft in Ägypten in die Kamera. Das Kamel scheint es sich auf dem Strand gemütlich gemacht zu haben und liegt zutraulich neben der kleinen Brixnerin. Mit diesem Schnappschuss, den uns Mama Elisa Lavoriero zugeschickt hat, hat Leonie

die Herzen der Redaktion und damit das Überraschungsgeschenk von Brimi gewonnen. Wir bedanken uns herzlich bei allen Leserinnen und Lesern für die zahlreich eingesandten Bilder!

Alex Heidenberger, Brixen

Annika Engl, Brixe n Damian Sparber, Elvas

David und Diego Consalvo, Brixen

Die Brüder Samuel und Raffael Rossaro mit Cousin Ian Cetofante, Brixen

Die Cousins Felix, Fabian, Hanna, Valentin, Simon und Florian Lerchegger, Tils


Brixner Nr. 416

Elias Gruber, Spiluck

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Elias Totmoser, Brixen Elli Sagmeister, Mellaun

Emil Lorenzin Rainer, Mittewald

Emma Oberhauser, Sarns

Felix Prosch, St. Andrä

Hannah Pfattner, Vahrn

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Lisa, Brixen

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68 › EXTRA: Fotoaktion

Matilda Ugliano, Brixen

Mattia Ugliano, Brixen

Maria und Armin Unterthiner, Vahrn

Mia und Lena Sparb er,

Brixen

Paul Oberhauser, Sarns

Maximilian Braun, Vahrn

Rafael Gruber, Spiluck Theo Gasteiger, Elvas Paul, Leo und Toni Tauber, Raas

Timo Gasteiger, Elvas

Vicky Sparber, Elvas as Tommy Gasteiger, Elv


Brixner Nr. 416

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„ Zukunftsorientiertes Wohnen ist barrierefrei“ TISCHLEREI KRAPF: Warum man bereits bei der Planung des Eigenheims an das Wohnen im Alter denken sollte, erklärt DAGMAR KRAPF von der gleichnamigen Tischlerei. bereits an die Zukunft und bitten um Lösungen, die auch den Anforderungen eines barrierefreien Wohnens gerecht werden. Worauf ist beim barrierefreien Bauen zu achten?

Foto: Hannes Niederkofler

Es gilt in erster Linie, architektonische Barrieren abzubauen und zu vermeiden. Beispielsweise sind die Türbreiten so zu wählen, dass die Räume auch im Rollstuhl zugänglich sind; Stufen und Stolperfallen sind nach Möglichkeit zu beseitigen oder zu überbrücken. Nicht nur im Wohnbereich, sondern auch bei Objekteinrichtungen gilt es, das Mobiliar so zu wählen, dass eine flexible Umgestaltung bei Beeinträchtigungen möglich ist Frau Krapf, Sie haben sich mit Ihrer Tischlerei auf individuelle Einrichtungen und Objekteinrichtungen spezialisiert. Welche Leistungen bieten Sie konkret an? DAGMAR KRAPF: Als aus-

gebildete Architektin begleite ich unsere Kunden von der Planungsphase des Hauses oder der Wohnung und gebe nützliche Inputs für die Farb-, Licht- und Raumgestaltung. Hand in Hand geht die Umsetzung in die Fertigung in unserer Tischlerei einher, wo wir das Einrichtungskonzept von

allen Türen bis hin zum Mobiliar fertigen und anschließend vor Ort montieren. Diese ganzheitliche Vorgehensweise ermöglicht es uns, Kundenwünsche von Anfang bis zum Ende bestmöglich zu realisieren. Gibt es Aspekte des Bauens und Wohnens, die unabhängig von den individuellen Vorstellungen immer öfter zur Sprache kommen?

Gerade beim Umbau oder bei der Sanierung bestehender Wohnungen denken viele Bauherren

Dagmar Krapf: „Als ausgebildete Architektin lasse ich bauliche Aspekte optimal in die Einrichtungsgestaltung einfließen“

Barrierefreies Wohnen sichert gerade im Alter auch Autonomie ...

Das stimmt. Wir alle möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Daher sollten wir unsere Wohnungen frühzeitig seniorengerecht gestalten. Seniorengerecht bedeutet vor allem barrierefrei. Viele Menschen können sich bis ins hohe Alter selbst versorgen, sind aber in ihrer Beweglichkeit auf die eine oder andere Weise eingeschränkt. Barrierefreiheit unterstützt nicht nur das Wohnen im Alter, sondern birgt zudem einen wichtigen Sicherheitsaspekt, denn eine bedarfsgerecht gestaltete Wohnung trägt wesentlich zur Vermeidung von Stürzen und Verletzungen bei.

Welchen Tipp geben Sie allen, die ihre Wohnung altersgerecht gestalten möchten?

Dazu empfehle ich, alle Räume nach der eigenen Alltagsroutine zu betrachten und, wo möglich, Abhilfe zu schaffen: Ein erhöhtes Bett und ein hohes Sofa erleichtern das Aufstehen und Hinsetzen, Halterungen in der Dusche und im Bad unterstützen bei der Körperhygiene, Halte- oder Sitzmöglichkeiten in der Küche entlasten das Arbeiten, höhenverstellbare Arbeitsplatten oder Schränke unterstützen die Zugänglichkeit auch im Alter.

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Breite Durchgänge und ergonomische Sitzgelegenheiten erleichtern das Wohnen auch im Alter

Offene Regale unterstützen den Überblick und den Zugriff


70 › EXTRA: Einrichten & Wohnen

Die Multitasking-Duschkabine DUKA: Die neue Duschkabine „multi-S 4000“ fügt sich mit ihren zahlreichen Gestaltungs­ möglichkeiten mühelos in jeden Raum ein und beweist damit ihre unvergleichliche Vielseitigkeit.

Mit einem innovativen Design­ ansatz und einer höheren Funktionalität erfüllt die neue Duschkabine „multi-S 4000“ die Bedürfnisse verschiedener Lebensstile und Umgebungen. Dank einer Vielzahl von Modellen, maßgeschneiderten Optionen und verschiedenen Öffnungssystemen passt sich die Serie „multi-S 4000“ flexibel an jede Situation an. Damit fügt sich die Duschkabine „multi-S 4000“ nahtlos in jeden Duschraum, erfüllt Bedürfnisse und löst Probleme in einer Vielzahl von Situationen, wie teilweisen oder vollständigen Renovierungen oder Neubauten. Sie prägt jeden Kontext – ob Wohn-, Vertrags- oder Gastgewerbe. Die neue Duschkabine von Duka verbessert zudem die funktionale

Leistung und verbindet Schönheit mit Komfort, Montagefreundlichkeit und leichter Reinigung. Minimalistische Ästhetik Die formschöne Duschkabine ist zugleich Ausdruck des aktuellen architektonischen Zeitgeistes. Das Modell folgt dem ästhetischen Konzept des Minimalismus und verbindet im Design Leichtigkeit mit vollendeter Eleganz. Jedes Detail wurde mit Bedacht und Kreativität auf das Wesentliche reduziert. Das Ergebnis: maximale Glastransparenz. Scharnier, Griff und Profile fügen sich harmonisch im Gesamtauftritt ein und eröffnen neue Erlebnisse.

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Ob Falt-/Pendeltürlösung für Duschräume …

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Brixner Nr. 416

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„Bewusst wohnen“ ERDMAN: Der Innenraumgestalter HORST STUFFER verwandelt individuelle Träume in bewusste Wohn- und Arbeitsräume.

Herr Stuffer, worauf führen Sie den Erfolg Ihrer Innenraumgestaltungen zurück? HORST STUFFER: Ich liebe

es, mich in einen Raum hineinzuversetzen und ihn auf mich wirken zu lassen: Wie ist die Raumanordnung, woher kommt das Licht, welche Geräusche und Gerüche gibt es? All das gibt Hinweise darauf, wie der Raum funktioniert. Dann höre ich die Ideen meiner Kunden und finde heraus, was wirklich hinter ihren Wünschen steckt. Oft entstehen daraus Lösungen, die sie sich so nicht vorgestellt hatten. Steht die Vision, bringe ich sie in Form: visualisieren, kalkulieren, Angebote einholen und die Projektsteuerung übernehmen.

Wie gehen Sie bei der Visionsbestimmung vor?

Hierbei nutze ich die „InTouch Vision Moodboard®“-Methode, kurz IVM-Methode ®. Damit gehen wir in die Tiefe: Woher kommt das innere Feuer, das uns antreibt? Welche Kraftquelle können wir noch besser nutzen, um unsere Vision zu verwirklichen, und welche Talente dürfen dabei sichtbar werden? Alles, was uns auf diesem Weg unterstützt, fassen wir in einem Moodboard zusammen, welches wir bei der Raumgestaltung einsetzen. Ein Beispiel: Eine Kundin hatte eine besondere Vorliebe für Dunkelrot. Durch die IVM-Methode® erkannte sie, dass Dunkelrot für sie Lebendigkeit und Geborgenheit

symbolisiert – genau das, was sie sich für ihre Familie wünschte. Heute ist diese Botschaft bewusst im Raum verankert: Die Wand hinter dem Esstisch erstrahlt in Dunkelrot.

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Wie läuft die Arbeit anhand der Methode konkret ab?

Die IVM-Methode® ist wie eine Reise zu Ihrer persönlichen Vision. Zunächst fragen wir: Was soll dieser Raum für Sie tun? Gemeinsam entwickeln wir eine Vision, die Ihre Träume und Werte widerspiegelt. Wir verbinden diese Vision mit Ihren Emotionen, damit der Raum nicht nur gut aussieht, sondern Ihre Seele berührt. Am Ende setzen wir alles in die Realität um – mit Farben,

Horst Stuffer hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht


72 › EXTRA: Einrichten & Wohnen

Smartes Wohnen SELECTRA: Eine intelligent vernetzte Haustechnik bringt Wohnkomfort, sorgt für mehr Sicherheit und hilft, Energie zu sparen.

In einem Smarthome sind Energieversorgung, Haushaltsgeräte, Beleuchtung und mehr in einem ganzheitlichen Konzept vernetzt. Auch Heimnetzwerke, Unterhaltungselektronik, Sicherheitssysteme und mehr können Teil dieses Systems sein. Die Steuerung erfolgt komfortabel über Touchpads, Smartphones oder Tablets. Die Vorteile einer intelligent vernetzten Haustechnik äußern sich im reduzierten Energieverbrauch, in der verbesserten Sicherheitskontrolle und im erhöhten Wohnkomfort. Smarte Modernisierung Im Neubau sind Smart-HomeLösungen inzwischen Standard, doch auch in bestehenden Ge-

Schalter und Taster müssen heute nicht nur funktional sein, sondern auch mit einem ansprechenden Design überzeugen

bäuden sind vernetzte Lösungen sehr gefragt. Im Zuge von Modernisierungen lässt sich der Wohnkomfort damit auf das Niveau von Neubauten bringen. Während drahtgebundene Lösungen in Neubauten dominieren, lässt

sich die Smart-Home-Technik in bestehenden Gebäuden gut durch funkbasierte Systeme umsetzen. Mehr zu den Möglichkeiten einer intelligenten Haustechnik erfährt man in den Showrooms von Selectra.

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Exklusive Wohnund Küchenideen RESCH MÖBEL: Im Showroom in Kardaun liefert der Einrichtungsspezialist Inspirationen für Küchen, Wohnräume und vieles mehr.

Eine gute Einrichtungsplanung schafft Lebensräume mit Platz zur Entfaltung. Als Dreh- und Angelpunkt einer jeden Wohnung sollten insbesondere in der Küche Funktionalität und Komfort optimal zusammenspielen. Neben ausreichenden Stauräumen, modernen Geräten und ergonomischen Arbeitsbereichen, die den Arbeitsabläufen folgend angeordnet sind, gilt es, auch eine Sitzgelegenheit in der Küche anzudenken. Je nach Raumgröße und Vorlieben der Bewohner empfiehlt es sich, eine Frühstückstheke oder den Essbereich mit vorzusehen.

Individuelle Wohnkonzepte „Der Weg zur individuellen Traumküche führt über die persönliche Beratung“, verraten die Einrichtungsprofis von Resch Möbel. Deshalb stehen im eigenen Showroom in Kardaun professionelle Berater zur Verfügung, um auf die individuellen Einrichtungswünsche einzugehen und diese in ein schlüssiges Gesamtkonzept einzubinden. Und damit das Wohnkonzept bis ins letzte Detail passt, werden in der firmeneigenen Tischlerei maßgeschneiderte Lösungen handwerklich umgesetzt.

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74 › EXTRA: Einrichten & Wohnen

Den eigenen Wohntraum erfüllen VOLKSBANK: Das Eigenheim stellt für viele Menschen die Verwirklichung eines Lebenstraums dar. Damit die Umsetzung gelingt, braucht es eine gute Planung und jede Menge Unterstützung – ob es sich nun um den Kauf, den Bau oder die Renovierung einer Wohnung oder eines Hauses handelt.

Finanzierung und Absicherung Wer ruhig schlafen will, plant nicht nur die technischen Aspekte genau, sondern auch die Finanzierung. Es geht darum, eine maßgeschneider-

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te Finanzierungslösung zu finden, die zum eigenen Budget und zum persönlichen Lebensstil passt. Verschiedene Nebenkosten können bei der Rückzahlungsdauer eine entscheidende Rolle spielen. Die persönliche und ganzheitliche Beratung hilft bei der Erarbeitung des passenden Finanzierungsmodells. Selbst bei herausfordernden Projekten finden die langjährigen Expertinnen und Experten der Volksbank im Gespräch mit ihren Kunden die individuell beste Lösung. Sie beraten umfassend und begleiten die Häuslebauer auch dann noch, wenn die letzten Arbeiter und Handwerker die Baustelle längst verlassen haben. Auch ist es wichtig, die möglichen Förderungen oder steuer-

lichen Vorteile zu berücksichtigen, die in Anspruch genommen werden können, sowie zu prüfen, ob man für das Bausparmodell der Provinz Bozen in Frage kommt. Ebenso will an eine Absicherung der Familienangehörigen und des Eigenheims im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen gedacht sein. Eine Kreditrestschuld-Versicherung übernimmt die Zahlung der noch ausständigen monatlichen Raten, sollte die Kredit nehmende Person den Arbeitsplatz verlieren oder von einer schweren Krankheit getroffen werden. Auch bei Invalidität oder im Todesfall infolge einer Krankheit deckt die Versicherung die Restschuld.

WERBEINFORMATION. Für die Konditionen des Konto Young U18 und des Konto Direct U30 liegen die Informationsblätter zur Einsicht in allen unseren Filialen auf bzw. sind unter www.volksbank.it abrufbar.

Von der ersten Idee bis zur Realisierung eines Wohnprojekts ist es meist ein langer Weg. Wie gut, dass die Beraterinnen und Berater der Volksbank ihre Kundinnen und Kunden dabei mit einer kompetenten und individuellen Beratung begleiten. Als Finanzdienstleister und verlässlicher Partner bietet die Volksbank eine umfassende Analyse der finanziellen Ausgangssituation und der individuellen Bedürfnisse.


Brixner Nr. 416

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Sichtbare Bauqualität BAUUNTERNEHMEN GEOM. MARTIN GEBHARD: Mit hoher Baukompetenz zeigt das Bauunternehmen aus Lajen bei jedem Bauvorhaben sein großes Können.

Waschbeton ermöglicht individuelle Außengestaltungen

Sichtbeton und Waschbeton sind in der modernen Architektur beliebte Materialien, die sowohl ästhetische als auch funktionale Vorzüge bieten. Sichtbeton wird oft für seine natürliche Textur und die Möglichkeit, unterschiedliche Oberflächenstrukturen zu gestalten, bevorzugt. Beide Betonsorten können durch Farbzugaben oder diverse Zuschlagstoffe weiter ver-

Im Außenbereich punktet Waschbeton durch seine hohe Witterungsbeständigkeit und langlebig schöne Optik

edelt werden. Waschbeton ist eine dekorative Art von Sichtbeton. Er zeichnet sich durch seine reliefartige Oberflächenstruktur aus, die durch eine spezielle Behandlung entsteht: Beim Auswaschen des Zementleims werden die normalerweise verdeckten Gesteinskörnungen sichtbar. In den Sechziger- und Siebzigerjahren besonders populär, erlebt

der Waschbeton in der Designarchitektur gerade sein großes Comeback. Beide Betonsorten kommen im Innen- und Außenbereich zum Einsatz. Im Vergleich zu anderen Baustoffen ist Beton kostengünstig, äußerst witterungsbeständig und langlebig, wodurch er den Anforderungen einer nachhaltigen Bauweise gerecht wird. Positiv in der Umweltbilanz schlägt sich auch der hohe Recyclinggrad von Beton wieder, der am Ende des Lebenszyklus eines Bauwerkes einem neuen Verwendungszweck zugeführt werden kann.

umfassende Kompetenz im Neubau, im Umbau und in der Sanierung angeeignet hat und dank kontinuierlicher Weiterbildung sowie modernster Technik jeder baulichen Herausforderung gewachsen ist.

Kompetenz in Betonarbeiten Da die Bauweise mit Sicht- und Waschbeton ein hohes Maß an Fachwissen erfordert, empfiehlt es sich, für solche Projekte spezialisierte Bauunternehmen zu beauftragen. Ein solches ist das Bauunternehmen Gebhard, das sich in fast 45-jähriger Tätigkeit

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76 › EXTRA: Einrichten & Wohnen

Der Küchenprofi MÖBEL ROGEN: Damit man viele Jahre Freude an der eigenen Küche hat, sollte sie optimal auf die Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen der Bewohner ausgerichtet sein – denn die Traumküche soll nicht nur schön, sondern vor allem auch praktisch und komfortabel sein.

Ein Wohnspezialist mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Planung, Ausstattung und Einrichtung von Küchen ist Möbel Rogen in Mühlbach. Im Möbelhaus erwartet Interessierte eine große Auswahl an Küchen, Materialien und Mustern, darunter aktuelle Küchentrends und Einrichtungsstile. Erfahrene Einrichtungsberater unterstützen bei der Planung, Auswahl und Zusammenstellung. Beim Beratungsgespräch werden Wünsche und Bedürfnisse erfasst, ebenso wie Gewohnheiten und Vorlieben bei der Küchennutzung sowie die Anzahl der Personen, die in der künftigen Küche bequem Platz finden sollen. Realitätsnahe 3D-Visualisierung

Maßgefertigt für die perfekte Passform In der eigenen Tischlerei werden Küchenelemente bei Bedarf an-

gepasst und Einzelmöbel nach Wunsch angefertigt. Pünktlich zum vereinbarten Liefertermin übernehmen erfahrene Tischler den Transport und die fachmännische Montage vor Ort. Damit stellt Möbel Rogen sicher, dass von der Beratung bis hin zum letzten Handgriff alles bis ins letzte Detail perfekt passt.

© Argento Artistry

Alle wichtigen Details fließen in die Küchenplanung ein, bei der bis hin zu den Anschlüssen und Lichtquellen an alles gedacht wird. Das Ergebnis kann mittels VR-Brille realitätsnah in 3D erlebt werden – fast so, als ob man durch die neue

Küche gehen würde. Nach eventuellen letzten Feinschliffen und Änderungen beginnen bereits die Bestellvorgänge und individuellen Maßanfertigungen.

Mühlbach, Pustertaler Straße 30 info@moebel-rogen.it 0472 849522 WWW.MOEBEL-ROGEN.IT


Brixner Nr. 416

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„ Die Natur unter den Füßen spüren“ DOMUS BAUEXPERT: Der renommierte Anbieter von Wand- und Bodenbelägen beeindruckt mit einer vielfältigen Auswahl an hochwertigen Produkten in seinen über die gesamte Region verteilten Showrooms. Doch nicht nur die Vielfalt macht DOMUS bauexpert erfolgreich, wie CLAUDIA DAPORTA, Verkaufsleiterin in Brixen, verrät. Frau Daporta, wie gelingt es DOMUS bauexpert, seine führende Position in der Region beständig auszubauen? CLAUDIA DAPORTA: Unseren

Erfolg führen wir darauf zurück, dass wir unseren Kunden immer das Beste bieten wollen. Entsprechend sind wir ständig auf der Suche nach neuen Materialien und Partnern, die unsere Leidenschaft für Qualität, Design und Inneneinrichtung teilen. Auch pflegen wir langjährige Partnerschaften mit Lieferanten, die gemeinsam mit uns auf höchstem Niveau begeistern.

Wer wäre ein solcher Lieferant?

Da fällt mir zum Beispiel CP-Parquet ein, eine italienische Manufaktur aus Crespano del Grappa. CP-Parquet fertigt Holzdielen mit viel Liebe fürs Detail. Hochwertige Materialien und einzigartige Maserungen verleihen jeder CP-Parquet-Diele ihren eigenen Charakter. Bei der Herstellung des Holzbodens legt CP-Parquet außerdem großen Wert auf Gesundheit und Umwelt und verwendet beispielsweise ausschließlich Lacke und Leime auf Wasserbasis. „Die Natur unter den Füßen spüren“ – so könnte

man das Wohlfühlerlebnis der Echtholzböden von CP-Parquet beschreiben. Sie verkaufen nicht nur Fliesen und Bodenbeläge, sondern bieten auf Wunsch auch den Verlegeservice an?

Das stimmt. Bauherren wünschen sich heutzutage einen Komplettservice, worauf wir uns eingestellt haben. So unterstützt unser Verkaufspersonal bei der Auswahl, Planung und Mengenberechnung, und unsere Logistikabteilung kümmert sich um die Lieferung zur Baustelle, wo wir

Claudia Daporta, Verkaufsleiterin bei DOMUS bauexpert in Brixen: „Unsere Qualitätsböden, professionell verlegt, begleiten Sie ein Leben lang“

mit einem professionellen Bodenleger-Service die fachgerechte Verlegung sicherstellen.


Impressum

Beglückwünschung des neuen Bürgermeisters

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Chefredakteurin und presserechtlich verantwortlich: Anina Vontavon (av), Tel. +39 0472 060216 anina.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Johanna Bampi (job) Sabine Dejakum (sd) Ernst Delmonego (ed) Mats Helmersson (mh) Lisa Hintner (lh) Jorin Massimo Flick (jmf) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Stephanie Risse (sr) Lena Thielemann (lt) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) Benjamin Zwack (bz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Mirjam Unterfrauner, Tel. +39 0472 060208 mirjam.unterfrauner@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Oktober 2024 Nächster Redaktionsschluss: 15. Oktober 2024 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St., Eintragung im ROC Nr. 011109 Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Samstag, 27. September 1924

September 1924

Die internationale EisenbahntarifKonferenz Samstag, 6. September 1924

Die internationale Eisenbahntarif-Konferenz, welche im Hotel Jarolim tagte, hat ihre Arbeiten beendet. Ihre Auswirkung freilich hängt von der Zustimmung der betreffenden Regierungen ab.

Online unter: https://www.brixner.info/ de/epaper/privacy.html Sie erreichen uns auch unter: Tel. +39 0472 060200 | echo@brixner.info

Einbrüche Samstag, 27. September 1924

Mädchenhändler Samstag, 13. September 1924

In der Stadt geht das Gerücht, daß letzthin ein fremder Herr Erzieherinnen anwarb und mit einem Mädchen abreiste, von dem seither jede Nachricht fehlt. Hoffentlich ist das Ganze nur ein leeres Gerede, aber jedenfalls ist es für die jungen Leute eine Mahnung, Unbekannten gegenüber vorsichtig zu sein. Gerade in dieser Zeit findet in Graz ein internationaler Kongreß gegen den Mädchenhandel statt und die Einladungen weisen auf die ganz unheimliche Tatsache hin, daß jedes Jahr Tausende von Mädchen verschwinden und zumeist Opfer des Mädchenhandels sind.

Eichung der Maße und Gewichte von Brixen Samstag, 20. September 1924

In Abänderung des Zirkulars betreffs Versendung der Maße und Gewichte, die fehlerhaft befunden wurden, nach Bozen, teilt das Ufficio Metrico von Trient mit, daß solche fehlerhaft befundene Maße und Gewichte vorher von jedem einzelnen Interessenten repariert werden müssen; nach erfolgter Reparatur sind dieselben dem Eichamt in Bozen vorzulegen, und zwar in den Tagen: 23. September, 2., 4., 15., 16., 29. und 30. Oktober.

In der Nacht zum 25. September wurde in das Atelier des Photographen Largajolli eingebrochen. Der Dieb ist wahrscheinlich rückwärts durch die Gärten eingestiegen und hat einen photographischen Apparat und einen Geldbetrag als Beute mitgehen lassen. Vom Täter fehlt noch jede sichere Spur. – In der gleichen Nacht wurden dem Schuhwarenhändler Josef Widmann in der Griesgasse eine Anzahl Hennen gestohlen und auch bei Herrn Gordo, Pächter des Gasthauses zum „Weißen Rößl“, wurde in derselben Nacht eingebrochen.

Mädchenhändler Samstag, 27. September 1924

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für Zucker, Kaffee und Kaffee-Ersatz werden bedeutend erhöht; z. B. bei Zucker um 100 Lire für einen Zentner. Wer in seinem Besitz über 50 kg Kaffee oder über 100 kg Zucker oder Kaffeesurrogat hat, ist verpflichtet, bei der Finanzbehörde bis zum 20. September davon Anzeige zu machen zwecks Nachbemessung der Steuer.

Mittwoch, abends 8 Uhr, fanden sich der neue Gemeinderat, zahlreiche Gemeindeangestellte und die Obmänner und Vertreter vieler Vereine im Magistratsgebäude ein und der rangälteste Magistratsrat Herr Strasser richtete an den neugewählten Bürgermeister Dr. Lutz eine herzliche Beglückwünschung. Die Feuerwehrkapelle brachte gleichzeitig ein Ständchen, aber leider beeinträchtigte strömender Regen die Feier. Nachher war noch eine gemütliche Zusammenkunft im Hotel „Elefant“.

Steuerbewegung Samstag, 20. September 1924

Während ein Dekret, das schon mit 15. September in Kraft trat, die Weinsteuer zur allgemeinen Freude abschafft, drückt die Steuerpresse schon wieder auf einer anderen Seite umso kräftiger. Die Abgaben

Das Fräulein, von dem wir in der vorletzten Nummer unter obigem Schlagwort berichteten, daß es unter Vorspiegelung einer guten Anstellung in die Fremde gelockt wurde, ist glücklich zurückgekehrt. Im Hafen von Genua, knapp vor der Einschiffung, wurde ihr Begleiter von der Polizei verhaftet und das Fräulein heimwärtsgeleitet, bevor es noch übers Meer und wer weiß in welches Jammerschicksal gefahren ist.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944–2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


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