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Brixner 351 - April 2019

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EXTRA

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Haus & Garten

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Jahrgang 30 · April 2019

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Elefantenrunde zu den Europawahlen

Auf zur Wahl! UMWELT: Die neue Zufahrt zur Seiserleite in Neustift PORTRAIT: Federico Giudiceandrea, der philosophische Ingenieur SKILEGENDE: Kristian Ghedina im Interview KULTUR: Erstverfilmung der Geschichte des Frauenmörders Zingerle


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | EUROPAWAHLEN: „Diesmal geht es um alles“ 12 | Befreundete Städte von Brixen: Marquartstein 14 | Jugendsuizide: „Den Mut haben, sich helfen zu lassen“ 22 | Hofburggarten: Alternative mit Tücken Menschen & Meinungen >>> 26 26 | PORTRAIT: Federico Giudiceandrea 31 | Pro & Contra: 1 Euro Ortstaxe für die Bergbauern? 32 | Umfrage: Wofür können Sie sich begeistern? Kunst & Kultur >>> 34 34 | ZINGERLE-VERFILMUNG: Ungeheuer unmenschlich 38 | Hollawind: Nicht nur Theater 40 | Musik und Kirche: Wunderwerk Schöpfung Veranstaltungen 49 | TIMER: Mai 2019

>>> 49

Freizeit & Sport 54 | KRISTIAN GHEDINA: „Bodenständig bleiben“

>>> 54

Wirtschaft & Umwelt >>> 60 60 | ZUFAHRT SEISERLEITE: Für Eintracht und Frieden 64 | Event: Durst AG 66 | Kläranlage Brixen: Aufgepeppt und potenziert Extra 72 | Haus & Garten NEU! Brixner ePaper – die kostenlose „Brixner“-APP

>>> 72

#desmolwähli Und wieder steht eine Wahl an – diesmal geht es wortwörtlich um Europa. In vielen Ländern steigt die europakritische Haltung – was das größte Friedensprojekt der heutigen Zeit ins Wanken bringt. In Italien wird mit einiger Wahrscheinlichkeit die Lega am besten abschneiden, die die Europäische Union am liebsten abschaffen würde. Wie der Rattenfänger von Hameln bewegt sich Matteo Salvini: Er verspricht, Italien sicherer zu machen. Das „decreto sicurezza“ bewirkt aber, dass viele Tausende Immigranten ihre Arbeit und ihren Wohnplatz verlieren. Damit drängt Salvini diese Menschen in die Illegalität – mit dem logischen Effekt, dass es in den nächsten Jahren erheblich mehr Fälle von Kleinkriminalität geben wird. Es ist unglaublich, dass die Bevölkerung nicht durchschaut, welch perfide Strategie hinter dem politischen Aktionismus Salvinis steckt: Er weiß natürlich genau, dass jede einzelne Straftat, die von Immigranten begangen wird, Wasser auf seine Mühlen lenkt. Gerade wir Südtiroler müssen an Europa glauben, denn eine Rückkehr zu Nationalismus bedeutet unweigerlich, dass Grenzen wieder sichtbar und spürbar werden – und das kann nicht in unserem Interesse sein. Im „Brixner“ haben wir in den vergangenen Ausgaben versucht, Europapolitik und ihre Bedeutung für jeden Einzelnen zu erklären, vor allem für die Jugend. In dieser Ausgabe diskutieren die drei deutschsprachigen Spitzenkandidaten miteinander – mit dem Ziel, unseren Lesern eine Orientierungshilfe zu geben für die Wahl selbst. Was immer Sie wählen – es ist wichtig, dass Sie zur Wahl gehen. Die Wahlbeteiligung in Brixen lag 2014 bei nur 53,7 Prozent; im Eisacktal waren es 54,8 Prozent. Ich wünsche mir für 2019 eine höhere Wahlbeteiligung als 2014 – wenn Sie alle mithelfen, gelingt dies. Ganz nach dem Motto: #desmolwähli.

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 95 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

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Politik & Gesellschaft

ELEFANTENRUNDE ZU DEN EUROPAWAHLEN VOM 26. MAI

„Diesmal geht es um alles“ Herr Lantschner, am 26. Mai sind Europawahlen. Sie wurden erst Anfang April als Kandidat der Grünen bestätigt. Ist das nicht etwas kurzfristig? NORBERT LANTSCHNER: Ja, das ist in der Tat sehr kurzfristig. Aber die Spielregeln sind eben so wie sie sind, und daran muss man sich anpassen. Hätten die Südtiroler Grünen Sie nicht schon vor drei Monaten als Kandidat vorstellen können? NORBERT LANTSCHNER: Das ist nicht so einfach, denn es gelten Spielregeln, die für kleine Parteien sehr schwierig sind – vor allem die Vier-Prozent-Hürde. Wir hätten niemals alleine antreten können und mussten somit einen Partner suchen; das hat natürlich seine Zeit gebraucht. Auf nationaler Ebene waren mehrere Optionen möglich, aber wie es so oft ist beim Mitte-Links-Bündnis: Es war bis zum Ende ziemlich offen, wie sich die anderen präsentieren würden.

tig in diesem Wahlkampf ist, dass die Leute spüren, dass es in dieser Europawahl wirklich um alles geht. Die Sachthemen sind viel weiter in den Hintergrund gerückt; es geht mehr um die große politische Frage, ob wir überhaupt eine europäische Union wollen. Das ist insofern spannend, weil ich hoffe, dass es letztendlich dazu führen wird, dass mehr Menschen zur Wahl gehen werden. Frau Holzeisen, bei Europawahlen gab es bisher leider immer eine sehr niedrige Wahlbeteiligung – auch in Südtirol. Warum sollten die Südtiroler diesmal zur Wahl gehen? RENATE HOLZEISEN: Ganz einfach: Weil ihr Leben von Brüssel wesentlich mitbestimmt wird – durch

ausgehen, damit der Klimaschutz ernstgenommen wird. Die Energie- und Klimastrategie bis 2020

„Je mehr die Staaten an sich selbst denken, desto problematischer ist das für Südtirol“_ Herbert Dorfmann, SVP

Herr Dorfmann, für Sie ist es mittlerweile der dritte Wahlkampf. Was hat sich verändert im Vergleich zu den zwei vorherigen?

Rechtsbestimmungen, die jeden einzelnen betreffen. Die Bürger müssen direkt Einfluss nehmen, sonst kann dies negative Auswirkungen für alle haben.

HERBERT DORFMANN: In der Kommunikation hat der digitale Bereich zunehmend an Bedeutung gewonnen; den hatte es vor zehn Jahren noch nicht gegeben. Wich-

Herr Dorfmann, wenn Sie auf die letzten fünf oder zehn Jahre als Europaparlamentarier zurückblicken: Was haben Sie für Südtirol geleistet?

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HERBERT DORFMANN: Es gibt sehr konkrete Themen, die Südtirol betreffen – zum Beispiel die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Wir haben intensiv am Ausbau der Makroregion Alpen gearbeitet, und es gab viele Initiativen im Bereich Verkehr. Zum Glück haben wir noch in der vorletzten Woche der vergangenen Amtszeit des Parlaments ein neues Verkehrspaket verabschiedet, das auch viele Südtiroler Themen beinhaltet – zum Beispiel die Korridormaut. Die Landwirtschaft bleibt natürlich ein wichtiger Bereich in Brüssel. Und dann gibt es noch viele nicht unbedingt südtirolspezifische Themen wie Klimaschutz und Forschung. Diese betreffen zwar nicht Südtirol als Region, aber die Südtiroler in ihrer Rolle als Europäer.

Fotos: Oskar Zingerle

Welche Ziele verfolgen NORBERT LANTSCHNER (Europa Verde), HERBERT DORFMANN (SVP) und RENATE HOLZEISEN (+Europa) mit ihrer Kandidatur zu den Europawahlen vom 26. Mai? Der „Brixner“ hat die drei deutschsprachigen Spitzenkandidaten in die Redaktion eingeladen, um über die Zukunft Europas zu diskutieren. In einem waren sie sich einig: Bei diesen Wahlen geht es in Sachen Friedensprojekt Europa um die Wurst.

NORBERT LANTSCHNER: Mir hat in den letzten fünf Jahren vor allem mehr Mut in Bezug auf die größte Herausforderung der Menschen gefehlt: Klimaschutz ist heutzutage auf nationalstaatlicher Ebene nicht mehr machbar, also muss Europa hier die Verantwortung und eine Vorreiterrolle übernehmen. Und ich erwarte mir, dass von Europa in diesem Bereich neue Zeichen

ist ein großer Schritt in die richtige Richtung – aber der geplante nächstfolgende bis 2030 und 2050 ist zu wenig. Hier sieht man den Einfluss der großen Energiekonzerne in Europa. HERBERT DORFMANN: Andererseits gibt es keinen Staat auf der Welt, der in Bezug auf Klimapolitik aktiver war als die Europäische


ERSTES ZUSAMMENTREFFEN IM WAHLKAMPF ZU DEN EUROPAWAHLEN: Norbert Lantschner (Europa Verde), Herbert Dorfmann (SVP) und Renate Holzeisen (+Europa)

Union. Ohne die EU gäbe es das Pariser Klimaabkommen nicht, und wir haben in vielen Bereichen als einzige auch umgesetzt, was beschlossen worden war. NORBERT LANTSCHNER: Als reichste Staatengemeinschaft sollte die Europäische Union aber die Courage haben, erheblich mehr zu tun als andere. Das derzeitige Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, entspricht nicht dem Pariser Klimaabkommen – da müssten es mindestens 55 Prozent sein. Sich auszuruhen, weil die anderen gar nichts tun, ist mir zu wenig. Die Europäische Gemeinschaft muss hier mehr Mut beweisen. RENATE HOLZEISEN: Die EU hat in diesem Bereich eine ganz wesent-

liche Rolle gespielt, keine Frage. Aber: In Anbetracht dessen, wie die eigentlichen politischen Player der EU, sprich die Regierungsverantwortlichen, insbesondere jene Deutschlands, in der Hand der großen europäischen Automobilkonzerne standen und sich bis vor kurzem vor den Karren haben spannen lassen, klingen die Klimaziele, die beschlossen wurden, zwar ganz nett. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir einen enormen Dieselskandal hatten, der dem vorausging.

geht als andere, aber alles, was an Zahlen positiv klingt, ist in der Realität gefaked. Letztendlich braucht es hier eine Veränderung in der Mentalität, und wenn ich mir die Bewegungen in der Jugend so anschaue, setze ich alle Hoffnung in sie. Wir als Bürger müssen entsprechende Forderungen stellen.

HERBERT DORFMANN: Es gibt aber keinen Zusammenhang zwischen Dieselskandal und Klimaschutz.

RENATE HOLZEISEN: Das ist nicht nur eine Frage des Schadstoffausstoßes. Plastikmüll ist hier auch ein Riesenthema. Was sich in den Weltmeeren abspielt und was wir über die Nahrungskette aufnehmen, bringt hormonelle Veränderungen

RENATE HOLZEISEN: Doch, natürlich! Ich bin froh, dass die EU in diesem Bereich forcierter voran-

Nun hat Herr Lantschner erklärt, wir brauchen mindestens 55 Prozent weniger CO2-Emissionen. Was würden Sie fordern?

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mit sich. Das lassen wir schon seit Jahrzehnten über uns ergehen; das alles muss in einem Kontext gesehen werden. Wir brauchen keine Prozentsätze, sondern eine radikale Änderung. Deshalb: Je höher die Prozentsätze, desto eher gibt es eine Chance, dass wir es schaffen, eine Abkehr von einer ganz gefährlichen Richtung zu nehmen. Grundsätzlich stehe ich hier auf der Seite derjenigen, die die Höchstprozentsätze fordern. HERBERT DORFMANN: Nun, man muss aber schon auch die Realität etwas in Betracht ziehen. Die Europäische Union hat heute knapp ein Viertel der Weltwirtschaftsleistung – und ist nur für zehn Prozent der CO2-Ausstöße verantwortlich. Das zeigt anschaulich, dass wir in Europa einigermaßen effizi5


Politik & Gesellschaft Norbert Lantschner: „Mein konkretes Ziel ist es, die Energiewende voranzutreiben – die Hauptsäule dafür ist die Energieeffizienz“

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ent leben. In der vergangenen Amtszeit haben wir versucht, die Mitgliedsstaaten und die Regionen in die Pflicht zu nehmen. Ich habe oft den Eindruck, dass man das Thema Klimaschutz gern auf große Konzerne abschieben möchte; Inserat Mai eigentlich könnte man

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aber kleinräumig bessere Lösungen finden. Herr Lantschner hat ja viel Erfahrung damit, was eine Region selbst tun kann – insbesondere in Sachen Gebäudeeffizienz. Südtirol hat hier sehr viel geleistet. Gleichzeitig haben wir nach wie vor das Problem mit dem Verkehr – das hat aber nichts mit dem Dieselskandal zu tun, denn beim Diesel geht es um NOx (Anm. d. Redaktion: Stickstoffoxide) und nicht um den Ausstoß von CO2. Ich wiederhole: Als Europäische Union haben wir geliefert wie kein anderer Staat, aber wir müssen hier am Drücker bleiben, der Meinung bin ich auch. Gerade gestern haben wir in Straßburg Richtlinien für den CO2-Ausstoß von schweren Nutzfahrzeugen verabschiedet. Dazu gab es bisher keine Regeln. Die Industrie hat natürlich heftig protestiert, aber das Europäische Parlament hat sich durchgesetzt. NORBERT LANTSCHNER: Das Ziel sollte meiner Meinung nach sein, ab 2035 auf erneuerbare Energien aufzubauen. Das ist wichtig, weil Europa immer abhängiger wird von Energieimporten. Die eigene Versorgung durch Öl und Gas, sprich aus Großbritannien, Norwegen oder Holland, reicht für die Versorgung der Europäischen Union nicht aus. Eine große Wirtschaftsmacht wie Europa läuft hier Gefahr, in die Abhängigkeit von Staaten im Nahen Osten, Russland und Afrika zu geraten. Sich schrittweise von diesen fossilen Energieträgern zu entfernen ist also auch aus wirtschaftlicher Sicht klug. Und

es ist heute nachgewiesen, dass dieser Schritt machbar ist. Herr Dorfmann, Sie haben vorhin erklärt, dass Landwirtschaft ein Schwerpunkt Ihrer Politik sei. Fühlen Sie sich hauptsächlich als Vertreter der Landwirte? HERBERT DORFMANN: Nein, überhaupt nicht, auch wenn mir von manchen gesagt wird, dass ich ein ‚Bauernlobbyist‘ bin. Schauen Sie, wenn ein Bergbauer bezuschusst wird, kommt dieses Geld aus dem Bauch der Europäischen Union. Deshalb betrachte ich es als meine Pflicht, mich zu bemühen, dass unsere landwirtschaftlichen Betriebe ihren gerechten Teil des Kuchens abbekommen. Und sie kriegen heute deutlich mehr als noch vor zehn Jahren. Wenn man mir also wirklich zum Vorwurf machen will, dass unsere Bergbauern heute mehr Geld bekommen als früher, dann bin ich ganz gern Bauernlobbyist. Landwirtschaft ist ein Bereich, den man in Brüssel konkret angehen kann. Die landläufige Meinung, dass die EU nur Agrarkonzerne fördern würde, stimmt absolut nicht. Diese werden zwar auch unterstützt, aber aus Südtiroler Sicht kann man ohne Zweifel behaupten, dass sich ohne Brüsseler Geld viele unserer Bergbauern verdammt schwertun würden, weil die entsprechenden Beiträge mittlerweile ein elementarer Bestandteil ihres Einkommens sind. Frau Holzeisen, der Begriff „Bauernlobby“ kommt Ihnen wahrscheinlich bekannt vor ...

RENATE HOLZEISEN: Ich habe großen Respekt vor unseren Bauern, die unter oftmals schwierigsten Bedingungen wirtschaften. Viele unter ihnen brauchen unsere volle Unterstützung. Dennoch: Man schiebt doch hierbei die Kleinbauern vor, um Interessen der Agrarindustrie mitzubedienen; in Wirklichkeit geht es nämlich um die Interessen der Agrarkonzerne. Seit die EU existiert, fließt im Vergleich zur Wirtschaft oder zum Sozialen unverhältnismäßig viel Geld in den Bereich Landwirtschaft. Ich habe absolut nichts gegen die Förderung von Bergbauern, aber ich wünsche mir eine weitestgehende Selbstständigkeit der Landwirte. Ich habe vor Jahren auf der Seite von Milchbauern für ihre Rechte gegen Genossenschafts- und Verbandsstrukturen gekämpft, habe also dieses System in Südtirol sehr gut kennengelernt – und ich war entsetzt. Das war unter anderem ein Grund dafür, dass ich mich politisch engagiere. Landwirte waren und sind Unternehmer, und ihnen sollte aus der Position der Bittsteller und der Umklamme-

info Die Gesprächsteilnehmer: Renate Holzeisen Wirtschaftsanwältin, -prüferin und Steuerberaterin, laut eigenen Aussagen „Kämpferin gegen das System Südtirol und für Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie“. Sie tritt für das Team Köllensperger auf der Liste +Europa in der europäischen liberalen Fraktion ALDE an. Herbert Dorfmann Von Beruf Agrarwissenschaftler, war zunächst in Südtirol in verschiedenen Agrarbereichen tätig. Seit 2009 ist er „mit Freude und Enthusiasmus Mitglied des Europäischen Parlaments“, wie er sagt. Dorfmann tritt als Kandidat der Minderheitenpartei SVP in einem Listenabkommen mit Forza Italia in der konservativen Fraktion der Europäischen Volkspartei an. Norbert Lantschner, laut eigenen Aussagen „unermüdlicher Kämpfer für Umwelt- und Klimaschutz, hat aus einem Beruf Berufung gemacht“. Er ist Kandidat der Südtiroler Grünen, die auf der nationalen Liste Europa Verde und der European Green Party antritt.


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Politik & Gesellschaft

rung der Verbände herausgeholfen werden. Ich bin daher gegen die Entmündigung der Landwirte und wünsche mir, dass immer mehr junge Landwirte sich aufmachen auf einen eigenständigen, von den Genossenschaften und von den Verbänden autonomen Weg. Es ist absurd, dass Brüssel Agrarkonzerne und Spekulation massiv fördert – zum Beispiel, indem man den Export überschüssiger Lebensmittelproduktionen und der Butterberge bezuschusst, die dann nach Afrika verkauft werden und dort den Markt der lokalen Produkte kaputt machen. Wen wundert es dann, wenn sich viele auf den Weg zu uns machen? Hier muss die EU schleunigst eine andere Landwirtschaftspolitik einleiten! HERBERT DORFMANN: Sie sind schlecht informiert; diese Zuschüsse gibt es nicht mehr. RENATE HOLZEISEN: Aber es gibt heute andere Kreisläufe, und es gibt immer wieder andere Spielvarianten, haarsträubende Geschichten. Es gibt Vermittler, die diese Exporte organisieren. Die verdienen sehr viel Geld damit. HERBERT DORFMANN: Ich wiederhole: Exportsubventionen wie im Fall der Butterberge gibt es seit fast zehn Jahren nicht mehr. NORBERT LANTSCHNER: Fakt ist auf jeden Fall, dass diese Großkonzerne weltweit einen großen Einfluss ausüben, auch in Europa. Das gilt für die unermesslich reichen Agrarkonzerne genauso wie für Pharma- und Energiekonzerne. Der Bevölkerung muss bewusst werden, wie wichtig gesunde Ernährung ist. Gesund leben heißt gesund essen. In den vergangenen Jahren sind wir ein bisschen zu großzügig mit den wertvollen Gütern Boden und Trinkwasser

Herbert Dorfmann: „Ohne Zuschüsse aus Brüssel würden sich viele unserer Bergbauern schwertun“ umgegangen. Und es gibt einen massiven Einsatz von Chemie – hier müssen wir neue Ansätze bringen. Zum Beispiel? NORBERT LANTSCHNER: Zum Beispiel mit einer pestizidfreien Landwirtschaft. Ich will keine

gibt es hier noch einiges zu bewegen. Auch in diesem Bereich können sich Einzelstaaten nicht mehr wehren; hier braucht es die Staatengemeinschaft. Wenn entsprechende Regeln für alle gelten, stellen sich auch alle darauf ein. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber ich glaube, dass die Landwirtschaft

möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass es auch noch den Konsumenten gibt: Was produziert wird, hängt primär davon ab, was der Verbraucher am Ende einkauft. In Umfragen erklären heute 80 Prozent der Bevölkerung, dass sie lieber Bioprodukte kaufen wollen, aber weniger als 5 Prozent des effektiven Konsums

„Ich hoffe, dass die proeuropäischen Kräfte gestärkt werden, für Demokratie und Transparenz“_ Renate Holzeisen, +Europa Rückstände von Pestiziden auf meinem Teller haben. Ich will nicht, dass die Fleischproduktion mit Tierquälerei gekoppelt ist. Auch wenn es schon viele Initiativen dagegen gegeben hat, was man nicht abstreiten kann,

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Im Falle von Neubau, Wiederaufbau oder Erweiterung einer Immobilie muss die GIS auf den Marktwert des Baugrundes berechnet werden. Für eine korrekte Berechnung muss die Kubaturberechnung vorgelegt werden. 8

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in Richtung Nachhaltigkeit gehen muss. Denn auch Landwirtschaft hat mit Klimaschutz zu tun. HERBERT DORFMANN: Die Bauern müssen einen solchen Weg aber miteinander beschließen. Und ich

stammt aus der Bioproduktion. Würden alle Landwirte auf Bio umsteigen, würden sie wohl auf ihren Produkten sitzenbleiben. Der Treiber von Entwicklungen ist letztendlich der Konsument. Südtirol produziert mehr als die

Wir bitten alle Steuerpflichtigen, die es noch nicht gemacht haben, die notwendigen Dokumente wie Mietverträge, Nutzungsleihe oder Ersatzerklärungen bei uns abzugeben. Diese Unterlagen sind vorzuweisen, andernfalls verfällt der Anspruch auf Herabsetzung der Steuersätze. Parteienverkehr Mo – Fr: 08:30 – 12:15 Uhr Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Brixen – www.brixen.it Die telefonische Beratung ist am Nachmittag erwünscht Tel. 0472 – 062040-43-45 E-Mail: siro.dallaricca@brixen.it


info Alle Listen und Kandidaten im Walkreis Nordost-Italien Partito Democratico Carlo Calenda, Elisabetta Gualmini, Paolo De Castro, Achille Variati, Isabella De Monte, Roberto Battiston, Cecile Kienge, Antonio Silvio Calò, Cecilia Guerra, Furio Honsell, Alessandra Moretti, Eric Verron, Roberta Mori, Francesca Puglisi, Laura Puppato Europa Verde Silvia Zamboni, Angelo Bonelli, Chiara Bertogalli, Marco Affronte, Fiorella Belpoggi, Norbert Lantschner, Tiziana Cimolino, Davide Nava, Fatou Boro Lo, Alice Brombin, Eugenia Fortuni, Judith Kienzl, Giuseppe Prasel, Luca Saccone, Mao Valpiana Popolari per l’Italia Ivo Tarolli, Milena d’Imperio, Paolo Gottarelli, Monica Franch, Giovanni Chiucchi, Silvana Arbia, Pasquale Montalto, Francesca Pangallo, Michele Laganà, Maria Grazia Trombetta, Valentino Antonio Sacco, Patrizia Toselli, Agostino Migliorini, Manuela Vettorello, Andrea Mondini SVP Herbert Dorfmann, Claudia Segnana, Klaus Mutschlechner, Martina Valentincic, Otto von Dellemann, Sonja Anna Plank +Europa Federico Pizzarotti, Silvja Manzi, Philippe Daverio, Federica Sabbati, Eugenio Fusignani, Carlotta Cinti Luciani, Layla Yusuf, Renate Holzeisen, Giorgio Andrian, Laura Antonini, Davide Borrelli, Alessandra Chiantoni, Marco De Andreis, Giorgio Pasetto, Francesco Rolleri Lega Matteo Salvini, Alessandra Basso, Mara Bizzotto, Paolo Borchia, Vallì Cipriani, Rosanna Conte, Gianantonio Da Re, Marco Dreosto, Matteo Gazzini, Paola Ghidoni, Manuel Ghilardelli, Elena Lizzi, Emiliano Occhi, Gabriele Padovani, Ilenia Rento Forza Italia Silvio Berlusconi, Sandra Savino, Irene Maria Pivetti, Roberta Toffanin, Valentina Castaldini, Emanuele Crosato, Cristina Folchini, Ilaria Giorgetti, Paola Girolami, Anna Leso, Mario Malossini, Giuseppe Papa, Alfredo Posteraro, Matteo Tosetto, Valerio Zoggia Fratelli d’Italia Giorgia Meloni, Sergio Antonio Berlato, Cristian Bolzonella, Luca Ciriani, Renata Dalfiume, Isabella Dotto, Michele Facci, Elisabetta Gardini, Francesca Gerosa, Giulia Manzan, Massimo Mariotti, Fabio Pietrella, Remo Sernagiotto, Maria Cristina Sandrin Movimento 5 Stelle Sabrina Pignedoli, Marco Zullo, Viviana Dal Cin, Alessandra Guatteri, Elena Maz-

zoni, Claudio Fochi, Nadia Piseddu, Matias Eduardo Diaz Crescitelli, Cinzia Dal Zotto, Antonio Candiello, Ulderica Mennella, Carla Franchini, Salvatore Lantino, Simone Contro, Cristiano Zanella La Sinistra Silvia Prodi, Adelmo Cervi, Alessia Cerentin, Ismail Ait Yahya, Martine De Biasi, Andrea Bellavite, Luisa De Biasio Calimani, Mauro Collina, Chiara Mancini, Iztok Furlanic, Elena Mazzoni, Giacomo Gianolla, Maria Chiara Zandonella Fracchiel, Fausto Pozzobon, Matteo Segatta Destre Unite Simone Di Stefano, Elisabetta Uccello, Andrea Bonazza, Roberto Bussinello, Carlo Andrea Cardona, Francesco Clun, Rosa De Nunzio, Claudio Gagliano, Stefania Marcante, Pierpaolo Mora, Marco Mori, Giulia Pilloni, Katia Portaro, Maurizio Puglisi, Monica Tes Forza Nuova Roberto Fiore, Alessia Augello, Luca Castellini, Gloria Callarelli, Luca Leardini, Caterina Foti, Lorenzo Damiano, Stefania Venir, Michele Olivotto, Francesca Barbierato, Fedrico Corso, Giulia Sasso, Fiorenzo Consoli, Emma Marzari, Stefano Girella Partito Pirata Luigi Gubello, Stefania Calcagno, Giuseppe Cossalter, Cristina Diana Bargu, Aram Gurekian, Valentina Piattelli, Luigi Di Liberto, Maria C. Pievatolo, Marco Anselmo, Luca Calamari, Marco Ciurcina, Carlo Piana, Fabio Aaron Biancotti, Paul Stephen Borile

Hälfte aller Bioäpfel in Italien, weil es zum Glück einen wachsenden Markt dafür gibt und dieser auch gefördert werden sollte. RENATE HOLZEISEN: Ich bin dagegen, dass wir Steuerzahler weiterhin massiv Landwirtschaft fördern, die eben nicht im Sinne des Erhalts der Gesundheit ist. Es stimmt nicht, dass nur der Konsument verantwortlich ist. Die Politik ist ein Teil des Problems. HERBERT DORFMANN: Schauen Sie, wir fördern die Biolandwirtschaft in deutlich höherem Ausmaß als die herkömmliche Landwirtschaft. RENATE HOLZEISEN: Aber Sie fördern weiterhin auch alle anderen – mit allen gesundheitlichen Auswirkungen, die sich daraus ergeben. HERBERT DORFMANN: Also sollten wir den Südtiroler Bergbauern sagen, dass sie keine Förderungen mehr bekommen, weil sie nicht Biobauern sind? RENATE HOLZEISEN: Es sollte eine Grundsatzdiskussion geführt werden; eine klare Ja- oder Nein-

Antwort reicht nicht. Die Auswirkungen von Pestizideinsatz muss man auch gesamtvolkswirtschaftlich sehen. Ich kritisiere, dass wir mit Steuerbeiträgen eine Landwirtschaft pushen, die nach wie vor massiv chemische Pestizide einsetzt. Herr Lantschner, wofür würden Sie sich im Falle einer Wahl einsetzen? NORBERT LANTSCHNER: Mein konkretes Ziel ist es, die Energiewende voranzutreiben. Die Hauptsäule dafür ist die Energieeffizienz: Wie schafft man es, dass eine Leistung mit weniger Energieeinsatz gebracht wird, beispielsweise im Bereich von Gebäuden und Mobilität. Das Klimahaus ist hier ein Vorzeigeprojekt, mit dem wir bewiesen haben, dass es auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann, ein Haus zu bauen, das fast keine Energie mehr benötigt. Als zweite Säule soll sich bis 2035 die Energieversorgung auf erneuerbare Energien beschränken – schrittweise weg von Öl, Kohle und Gas. Und Sie, Herr Dorfmann?

Immer vor Ort ...

Partito Animalista Cristiano Ceriello, Anna Tonia Ravicini, Alberto Musacchio, Luisantonio Zanin, Alberto Montoro, Annunziata Bruno, Daniela Rinaldini, Isabella Campana, Popolo Partite IVA Marco Malandrucco, Paolo La Triglia, Brigitte Marie Autret, Lorenzo Franchi, Saverio Galli Torrini, Maria Marcianò, Maddalena Bedei, Umberto Amato, Simone Condurelli Partito Comunista Marco Rizzo, Laura Bergamini, Giuseppe Canzio Visentin, Rosanna Tracuzzi Spadano, Georgios Apostolu, Isabella Sartogo, Ugo Bertinelli, Daniela Giannini, Alessandro Mustillo, Silvia Stefani, Marco Trapassi, Giovannina Bastone, Alessio La China, Eleonora D’Antoni, Gianmarco Chilelli Popolo della Famiglia Mirko De Carli, Clara Gallosi, Vladimiro Campello, Laura Neri, Roberto Azzalin, Carla Condurso, Roberto Gualandi, Emanuela Biagi, Paola Ganz

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Politik & Gesellschaft

HERBERT DORFMANN: Je länger ich dieses Treiben in Brüssel beobachte, desto mehr gelange ich zur Erkenntnis, dass es nun wirklich um die Wurst geht. Wir werden in den nächsten Jahren eine Entscheidung treffen müssen: Fahren wir dieses Europäische Projekt gegen die Wand, oder wollen wir es weiterentwickeln? Zum Beispiel geht es auch um offene Grenzen: Noch vor fünf Jahren hätte niemand geglaubt, dass wir irgendwann wieder darüber diskutieren müssen, ob die

Grunde proeuropäisch ticken und als positives Gegenbeispiel zum Nationalismus dienen. Nationalismus führt uns wieder zurück in eine Sackgasse. Das europäische Projekt zu stärken – das ist die Triebfeder für meine Kandidatur. Welche Ziele haben Sie, Frau Holzeisen? RENATE HOLZEISEN: Ich bin für Transparenz auf allen Ebenen - angefangen von der ESFA, der Europäischen Behörde für

was überhaupt vor sich geht. Man könnte zum Beispiel ein Register für EU-Parlamentarier einführen, in dem aufscheint, mit wem sie sich treffen. Lobbyismus ist etwas ganz Normales; Interessensvertreter werden immer in einem Austausch mit Politikern stehen. Aber hier sollten dieselben Regeln gelten wie für EU-Kommissare. Auch EU- Parlamentarier sollten offenlegen müssen, mit wem sie sich treffen. Dann werden gewisse Entscheidungen etwas nachvollziehbarer.

„Es ist wirklich eine historische Wahl, und wir riskieren, dieses Friedensprojekt an die Wand zu fahren“_ Norbert Lantschner, Europa Verde Brennergrenze offenbleiben soll. Heute zwingt uns der wachsende Nationalismus wieder in diese Diskussion. Je mehr die Staaten an sich selbst denken, desto problematischer ist das für Südtirol. Die Stabilität unseres Landes haben wir der Europäischen Integration zu verdanken. Das Land Südtirol muss schon aus diesem

Lebensmittelsicherheit, die erst kürzlich per Urteil des Europäischen Gerichts zur Offenlegung von Studien gezwungen werden musste, auf deren Basis sie ihre Beurteilungen fällt. Gerade das Europäische Parlament sollte hier den Takt vorgeben. Politiker können nur dann richtige Entscheidungen treffen, wenn sie wissen,

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Sie haben erklärt, nicht der SVP ihren Sitz streitig machen zu wollen, sondern sich zu wünschen, einen zweiten Vertreter nach Brüssel zu senden. Ist das überhaupt in der derzeitigen Konstellation umsetzbar? RENATE HOLZEISEN: Natürlich. Es ist davon auszugehen, dass Herr Dorfmann genügend Stimmen bekommen wird; die SVP geht hier einen „Luxusweg“. Wir aber sehen dennoch die konkrete Chance, eine zweite Vertretung Südtirols nach Brüssel zu entsenden. Der Spitzenkandidat für +Europa, Federico Pizzarotti, hat bereits angekündigt, dass er sich zwar als Zugpferd zu Verfügung gestellt hat, letztendlich aber Bürgermeister von Parma bleiben will und somit bei einer eventuellen Wahl auf seinen Sitz im Europaparlament verzichten würde. Ist das nicht ein Betrug am Wähler? RENATE HOLZEISEN: Nein, weil er es ja im Vorfeld angekündigt hat. Wir stehen, wie Herr Dorfmann schon gesagt hat, vor einer echten Schicksalswahl, in der es darum geht, rechtspopulistischen Kräften Einhalt zu gebieten. Und da will der Bürgermeister von Parma sein Gewicht mit in die Waagschale werfen. Betrug wäre es nur dann, wenn sich jemand als Kandidat aufstellen ließe und ohne vorherige Ankündigung das Amt nicht antreten würde. Herr Lantschner, die Grünen stehen derzeit bei etwas mehr als 1 Prozent. Könnten die Stimmen der Südtiroler verlorengehen,

weil Ihr Bündnis die 4-ProzentHürde nicht schafft? NORBERT LANTSCHNER: Mit Prognosen sollte man grundsätzlich vorsichtig sein, wie die Geschichte immer wieder bewiesen hat. Gestern wurde beispielsweise eine Statistik veröffentlicht, die die italienischen Grünen schon bei 2 Prozent sieht. Aktuell sind die Grünen in vielen europäischen Ländern stark; es ist eine Welle erkennbar, von der auch Italien profitieren kann. Tatsache ist, dass wir tagtäglich für die Zukunft unserer Kinder kämpfen; die Grünen sind derzeit die einzigen mit einer konkreten Vision in Richtung Nachhaltigkeit. Zu diesen Werten stehe ich, und das wird hoffentlich auch vom Wähler anerkannt.

info Fünf Dinge, die Sie vor der Wahl wissen sollten Was wähle ich eigentlich? Das EU Parlament ist die „Stimme der Bürger“ in Brüssel: Es ist das einzige an der Gesetzgebung beteiligte Organ, das direkt gewählt wird. Je nach Brexit-Entscheidung gibt es 751 oder 705 Abgeordnete, und Italien verfügt über 73 oder 76 Vertreter. Wie viele Wahlkreise gibt es? Italien ist in insgesamt fünf Wahlkreise aufgeteilt. Südtirol befindet sich gemeinsam mit dem Trentino, dem Veneto, Friaul-Julisch Venetien und der Emilia Romagna im Wahlkreis Nordost. Wen kann ich wählen? Man kann sich in Südtirol zwischen 15 Listen entscheiden, und insgesamt haben sich 14 verschiedene Vertreter aus Südtirol auf diese Listen aufstellen lassen. Wie gebe ich eine gültige Stimme ab? Ähnlich wie bei den Landtagswahlen steht das Ankreuzen einer Liste für eine Stimme. Achtung bei den Vorzugsstimmen: Bei nationalen Listen können bis zu drei abgegeben werden, solange beide Geschlechter vertreten sind. Bei Minderheitenparteien, also auch bei der SVP, kann nur eine Vorzugsstimme genannt werden. Wann sind die Wahllokale geöffnet? Am Sonntag, 26. Mai, von 7 bis 23 Uhr.


Renate Holzeisen: „Ich bin für Transparenz auf allen Ebenen – angefangen von der ESFA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit“ Herr Dorfmann, die SVP tritt mit eigenem Listenzeichen mit Forza Italia als Listenverbündeten an. Damit brauchen Sie 50.000 Stimmen für einen Sitz. Die Entscheidung der Allianz zwischen SVP und Forza Italia wurde immer wieder kritisiert. Ist sie für den Wähler nicht nachvollziehbar? HERBERT DORFMANN: Dafür ist im Grunde das Wahlgesetz verantwortlich. Die Allianz mit Forza Italia ist für uns keineswegs ein „Luxusweg“ – sie ist sogar äußerst gefährlich. Man darf nicht vergessen: Die 50.000 Vorzugsstimmen nützen nichts, wenn die Verbindung in unserem Wahlkreis Nordost-Italien kein Mandat erreicht. Bei den letzten Wahlen war das kein Thema, weil der bisherige Partner PD immer mit Sicherheit mehrere Mandate geschafft hat. Ein Mandat „kostet“ 400.000 Stimmen – das müssen wir gemeinsam mit Forza Italia im Wahlkreis erstmal erreichen. Viel sicherer wäre unser Sitz mit einer Partnerschaft mit der Lega gewesen, die sie uns auch angeboten hatte. Die Europapolitik der Lega ist aber mit meinen Grundsätzen nicht vereinbar – auch nicht mit jenen der SVP. Außerdem war die SVP immer schon Teil der Europäischen Volkspartei und saß somit immer schon mit Forza Italia in einer Fraktion. Einzelne Politiker mögen dem einen oder anderen hier nicht passen, mir übrigens auch nicht – aber eigentlich ist

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es die politisch logischste Allianz auf Europaebene. RENATE HOLZEISEN: Fakt ist, dass in dem Fall die Südtiroler Wähler Kandidaten mitunterstützen, die sicher nicht europafreundlich sind, und dass die SVP hier wirklich von ihren Grundwerten abgerückt ist. Nach dem Bündnis mit der Lega auf Landesebene hat man hier einen weiteren Sündenfall begangen. Umso mehr ist es wichtig, dass die proeuropäische Bürgergesellschaft eine Alternative hat. Herr Lantschner, derzeit besteht der Wahlkampf in Südtirol vor allem aus einem kleinen Schlagabtausch zwischen dem Team Köllensperger und der SVP. Sie halten sich bisher etwas im Hintergrund. Warum? NORBERT LANTSCHNER: Ich glaube, dass die Leute diese strategischen Politspielchen einfach satthaben. Es sollte um Werte gehen und darum, diese zu kommunizieren. Es ist wirklich eine historische Wahl, und wir riskieren, dieses Friedensprojekt an die Wand zu fahren. Wir brauchen ein Europäisches Haus der Solidarität und der Gerechtigkeit. Die Ängste der Menschen, die von den Populisten geschürt werden, entstehen auch aus der sozialen Ungerechtigkeit heraus, die wir hier haben. Wir treten mit Werten an, um eine ökologisch und sozial nachhaltige Politik auf die Beine zu stellen, die wirklich Zukunft geben kann.

Ansonsten riskieren wir, die heutige Zivilgesellschaft in Frage zu stellen und schlimmstenfalls zu verlieren. Herr Dorfmann, es sieht derzeit so aus, als würden die zwei großen Fraktionen, die Europäische Volkspartei und die Sozialdemokraten, nicht mehr eine Mehrheit erreichen. Was wären mögliche Koalitionsszenarien?

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HERBERT DORFMANN: Man muss versuchen, sich mit den Liberalen oder den Grünen zusammenzuschließen. Ich hoffe, dass es eine klare proeuropäische Mehrheit geben wird, die die radikalen Linken genauso ausschließt wie die radikalen Rechten. Im Idealfall sitzen Sie drei also am Ende in derselben Koalition, und damit auch Frau Holzeisen mit Frau Mussolini? RENATE HOLZEISEN: Gott bewahre! Aber ich hoffe, dass die proeuropäischen Kräfte gestärkt werden, für Demokratie und Transparenz. Dafür ist es bestimmt nicht von Nachteil, dass es für eine große Koalition nicht mehr ausreichen wird. Und für Sachthemen kann man dann fraktionsübergreifend so abstimmen, wie es für die EUBevölkerung am besten ist.

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Das oberbayerische Marquartstein Foto: Hans Vodermeier

Im oberbayerischen Landkreis Traunstein liegt Marquartstein mit den größten Ortsteilen Piesenhausen, Niedernfels und Pettendorf. Dieser ruhige, im Chiemgau südlich des Chiemsees im Tal der Tiroler Achen liegende Luftkurort unterhält eine Partnerschaft mit St. Andrä. Eine Spurensuche.

Seit 1979 verbindet die 3.300-Seelen-Gemeinde Marquartstein eine Partnerschaft mit der Brixner Fraktion St. Andrä

I

n der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde die Burg Marquartstein gegründet. 1803 wurde das Pflegegericht aufgehoben. Auf dieses geschichtliche Ereignis folgte die Eingliederung in das Landgericht Traunstein. An das Verkehrsnetz konnte der Ort durch die Errichtung der Lokalbahn Übersee-Marquartstein angebunden werden. Ein Jahr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Marquartstein eine autonome politische Gemeinde, die aus Teilen einiger

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angrenzender Gemeinden und zweier Forstbezirke zusammengeschlossen wurde.

Jede Menge Handwerk. Die fast

3.300 Seelen zählende Gemeinde verfügt über jede Menge Handwerksbetriebe und touristische Einrichtungen, wie beispielsweise den Doppelsessel-Lift auf die Hochplatte und den MärchenErlebnispark. Beide können als die schönsten Ausflugsziele der näheren Umgebung für Familien angesehen werden. In Marquart-

stein, wo beinahe jeder jeden kennt, pulsiert die einheimische Wirtschaft. Nicht bloß das Handwerk steht auf dem bekannten goldenen Boden, sondern auch ein mittelständisches Trachtenmode-Unternehmen zählt zu einem Wirtschaftssektor in der dörflich geprägten Region. Ebenfalls im erweiterten Umkreis befindet sich die alte Chiemgau-Klinik, die in früheren Zeiten als Kureinrichtung der Deutschen Bundesbahn viele Menschen anlockte. Zudem ist Marquartstein ein bedeutender

Schulort mit vier Schulen; von der Grundschule bis zum Gymnasium mit Internat ist alles dabei.

Erholung pur. Der romantisch-

verträumte Luftkurort hat viele Kurgäste kommen und gehen sehen. Der deutsche Komponist Richard Strauss erkannte mit seiner Familie die Vielfalt, die die Gegend auszeichnet. So kam er mit seiner Familie und seinen Freunden gerne zur Sommerfrische. Freunde des Wanderns und der allgemeinen körperlichen Er-


tüchtigung fühlen sich hier richtig wohl, denn neben dem direkt an Marquartstein vorbeiführenden Maximiliansweg kann man nach Herzenslust Mountainbiken, Nordic Walken, Radfahren, Wandern, Baden, aber auch die Füße im Wassertretbecken entspannen oder die Seele baumeln lassen. In der kalten Jahreszeit eignet sich das Gebiet zum Rodeln oder Langlaufen oder zu einer ergiebigen Schneeschuhwanderung. Langweilig wird’s einem gewiss in dieser schönen Gegend nie.

Schmuckes St. Andrä. Und wie

kam es zur Freundschaft zwischen Marquartstein und St. Andrä? Der frühere Marquartsteiner Bürgermeister Hans Daxer verfolgte die Idee, eine Partnerschaft mit einer Südtiroler Gemeinde einzugehen. Dazu schilderte er dem Kulturwerk für Südtirol sein Anliegen. Luis Zingerle, der anno dazumal im Stadtrat von Brixen für die Fraktionen zuständig war, reagierte erfreut über das Schreiben aus Oberbayern und schlug die schmucke Pfarrgemeinde St. Andrä als Partnerort vor. Nach Besuchen im Herbst 1978 konnte man sich für die Idee der Ortspartnerschaft erwärmen. Im Frühling 1979 wurde dann die Partnerschaft unter Dach und Fach gebracht. Zuerst wurde die Freundschaft in Oberbayern, einige Monate später im Eisacktal

besiegelt. Für die Dauer von zehn Tagen hielten sich Kinder aus Marquartstein in St. Andrä und umgekehrt auf. Durch die Zusammenführung von Familien wurden erste Freundschaften geschlossen.

Kultur verbindet. Auch auf kul-

tureller Ebene hat sich in den letzten vier Jahrzehnten viel getan. So war die Heimatbühne St. Andrä öfters in Marquartstein zu Gast. Die Angehörigen des Laienschauspielensembles kamen als Gäste und gingen als Freunde. Selbst die Musikkapelle umrahmte manch schöne Veranstaltung. Mehrere Gegenbesuche gab es allein von den Marquartsteiner Kirchensängern, die mit ihrem Gesang die Sonntagsmesse in St. Andrä feierlich umrahmten. So belebten beispielsweise die Marquartsteiner Goaslschnalzer und Volkstänzer das Brixner Altstadtfest. Auch wenn sich die Beziehungen letzthin etwas gelockert haben, will man auf das Altbewährte zählen und die Freundschaft mit neuem Inhalt beleben. Andreas Raffeiner Leserbriefe an: echo@brixner.info

Foto: Gemeinde Marquartstein

info

Bürgermeister Andreas Scheck über St. Andrä „Ich erinnere mich gerne an Erlebnisse und Begegnungen in den vergangenen 40 Jahren unserer Freundschaft zurück. Mein erster ‚Urlaub‘ mit den Eltern führte uns nach St. Andrä, und als Jugendlicher durfte ich an einem Schüleraustausch zwischen unseren Gemeinden teilnehmen. Heute als Bürgermeister die Entwicklungen in unseren Orten zu beobachten und mich mit unseren Freunden aus Südtirol auszutauschen, ist eine angenehme Bereicherung in der kommunalen Arbeit.“


„Den Mut haben, sich helfen zu lassen“ Auch wenn es keine offiziellen Statistiken darüber gibt: Die Zahl der Jugendsuizide scheint in Südtirol zu steigen. Im Gespräch mit dem „Brixner“ erklären ROGER PYCHA, GUIDO OSTHOFF UND MARLENE KRANEBITTER, warum Jugendliche in eine Krise geraten – und wie sie aus ihr wieder herausfinden.

GUIDO OSTHOFF: Ehrlich gesagt, wissen wir das nicht mit Sicherheit. Auch wir haben von Fällen gehört, und auch wir haben manchmal das Gefühl, dass die Zahl möglicherweise gestiegen ist. Aber mit den uns bekannten statistischen Zahlen können wir einen Anstieg der Fälle in den letzten Jahren nicht bestätigen. Trotzdem: Jeder einzelne Fall ist einer zu viel. Auffällig ist, dass Suizid deutlich stärker von Männern aller Altersgruppen begangen wird als von Frauen. MARLENE KRANEBITTER: Ich habe mir heute die Zahlen der Einsätze der Notfallseelsorge besorgt, die bei Suiziden meist aktiviert wird. Diese Zahlen sprechen eine ziemlich klare Sprache: Aus meiner Sicht haben die Jugendsuizide zugenommen, ja. ROGER PYCHA: Ich bin derselben Meinung. Es tut mir leid, dass wir keine genauen Zahlen haben;

vor allem fehlen uns historische statistische Vergleichswerte. Derzeit gibt es pro Jahr in Südtirol, so meine Schätzung, insgesamt etwa 50 bis 60 Suizide, davon sind ein knappes Viertel unter 25 Jahre alt. Wenn es also etwa zwölf Jugendsuizide pro Jahr gibt, dann waren die acht Fälle im Raum Eisacktal/Pustertal innerhalb von 15 Monaten, die vor einiger Zeit thematisiert wurden, eine wirklich außergewöhnlich hohe Zahl. Wie kann ein Jugendlicher in die Situation kommen, sich das Leben nehmen zu wollen? ROGER PYCHA: Es ist anzunehmen, dass Jugendliche heute stärker Schwierigkeiten ausgesetzt sind als früher. Wir wissen, dass sie in der Adoleszenz viele Stolpersteine vorfinden, und es ist anzunehmen, dass diese Stolpersteine über die modernen Medien, die sozialen Netzwerke, zum Teil vergrößert werden. Es gibt also möglicherweise einen zusätzlichen Verstörungseffekt. In Deutschland versuchen die Psychologen schon seit vielen Jahren, eine Senkung der Jugendsuizide zu erreichen, und bis 2005 ist das auch sehr gut gelungen. Seither steigen

die Zahlen auch in Deutschland wieder an. Ulrich Hegerl, ein ausgewiesener Fachmann zum Thema, hat ebenfalls die Vermutung geäußert, dass der Einfluss der sozialen Netzwerke groß ist. Die traditionellen Medien, die einen Imitationseffekt transportieren könnten, halten sich ja strikt an die Vorgaben des Netzwerks Depression. Diese Vorgaben, die auf einen mehrfachen Suizid im Vinschgau im Jahr 1990 zurückgehen, der leider eine Reihe von Nachahmungen gefunden hat, beinhalten die Empfehlung an die Medien, entweder überhaupt nicht über Suizide zu berichten oder, wenn schon, dann in einer besonderen Weise, die den Werthereffekt auszuschließen versucht. Bei den sozialen Netzwerken funktioniert ein solches Regelwerk natürlich nicht. Laufen wir als Zeitschrift Gefahr, durch das Thematisieren dieses Phänomens Jugendsuizide zu fördern? ROGER PYCHA: Nein, denn wir sprechen über Strategien, die helfen können. Wir sprechen darüber, wie ein Jugendlicher Krisen erkennen und bewältigen kann. Und

wir steuern eine Liste von Adressen bei, wo sich die Leute Hilfe holen können. Durch das Lesen dieses Textes werden Betroffene durch das Düstere hindurchgeführt in Richtung Hoffnung und Hilfe. Das ist wesentlich. Können wir für unsere Leser den „Werthereffekt“ erklären? ROGER PYCHA: Johann Wolfgang

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Herr Osthoff, ich habe den Eindruck, dass die Zahl der Jugendsuizide in den letzten Jahren in Südtirol erheblich angestiegen ist. Entspricht diese Wahrnehmung der Realität?

Fotos: Oskar Zingerle

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„DIE AUFGABE, JUNGE MENSCHEN ZUM LEBEN ZU DRÄNGEN“: Marlene Kranebitter, Roger Pycha und Guido Osthoff im Expertengespräch

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von Goethe verliebte sich unsterblich und war dann entsetzt, weil diese Frau sich für einen anderen Mann entschied. Im Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ beschreibt Goethe, wie ein Mann zu Tode kommt durch Suizid. Dieser Roman wurde ein Erfolg und löste in ganz Europa Epidemien von toten jungen Männern aus, die alle im gelben Werther-Wams gekleidet waren.

Der „Werthereffekt“ ist also ein Effekt der Nachahmung. Sind die sozialen Medien heute also die größten Verursacher von Krisen, in die Jugendliche geraten können? ROGER PYCHA: Das Phänomen allein hiermit zu begründen wäre sicher falsch. Aber andererseits zirkulieren in den sozialen Medien

ungefiltert und unzensuriert auch schwierigste und todbringende Nachrichten. Das ist für viele Leute verstörend. GUIDO OSTHOFF: Die sozialen Medien eignen sich auch besonders für Cyber-Mobbing: Man kann heute jemanden in rasantem Tempo fertigmachen. Wenn mir ein Klassenkamerad aus irgendeinem Grund nicht gefällt, kann

ich peinliche Aufnahmen von ihm oder irgendwelche Lügen über ihn veröffentlichen und weiterleiten. Diese „Nachrichten“ verbreiten sich viral und in ungeheurem Tempo. Das kratzt dann natürlich am Ego des Mobbing-Opfers. Wenn diesem Jugendlichen die Sache peinlich ist, dann zieht er sich innerlich immer mehr zurück und findet irgendwann keinen Ausweg mehr. Die Gefahr ist dann groß,

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dass er nicht aufgefangen wird. Dieses neue Phänomen hängt ohne Zweifel mit den sozialen Medien zusammen, weil sich hier solche „Nachrichten“ unbeobachtet verbreiten können. Unter der „alten“ Gesellschaft hätte man die Situation viel eher erkannt. Heute passiert Mobbing in einer viel subtileren Art. ROGER PYCHA: In diesem Zusammenhang ist auch das HikikomoriSyndrom zu nennen, das in Japan sehr verbreitet ist, bei uns aber auch schon vorgekommen ist: Ein Jugendlicher hängt Tag und Nacht an seinem Computer, verlässt sein Zimmer nicht mehr, bleibt auch vom gemeinsamen Essen fern, ist auch nachts am PC, hat dort Sex, Selbstbefriedigung, Spiele, Kontakte aller Art. Das Zimmer vermüllt, er selbst verwahrlost. Wenn die Eltern dann, weil sie sich nicht mehr zu helfen wissen, sprichwörtlich den Stecker ziehen, wird er suizidal. GUIDO OSTHOFF: Ich glaube, ein Problem der heutigen Gesellschaft ist, dass von den Jugendlichen auf den verschiedensten Ebenen immer mehr Leistung

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Roger Pycha: „Es ist anzunehmen, dass Jugendliche heute stärker Schwierigkeiten ausgesetzt sind als früher“

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erwartet wird: Wir erwarten uns von jedem einzelnen Jugendlichen, dass er zumindest in einem Punkt, ob im Sport oder in der Schule oder sonstwo, herausragende Leistungen erbringt und großen Erfolg hat. Wenn er das nicht schafft, dann nagt dies an seinem Selbstbewusstsein. Bei einem der Fälle, der mir unter-

gekommen ist, ging es genau darum: Nicht eine herausragende Leistung zu bringen endete bei diesem jungen Mann im Drama. Das Hikikomori-Syndrom kann dann die Folge sein: Die Eltern ziehen irgendwann den Stecker und verbieten mir ausgerechnet das einzige, bei dem ich wirklich gut war. Grundsätzlich ist

es das Umfeld, das bestimmte Erwartungen hat, oft auch die Familie selbst. Oft kommt es auch zu kritischen Situationen, wenn in der Frage der Nachfolge im Familienunternehmen Druck aufgebaut wird. Es gibt eine ganze Reihe von Risikofaktoren, denen die Jugend heute in stärkerem Ausmaß als früher ausgesetzt ist.


MARLENE KRANEBITTER: Auch im Schulbereich wird Druck ausgeübt: Wer heute nicht maturiert, hat einen geringeren Stellenwert in der Gesellschaft, und dem Jugendlichen wird ständig vermittelt, dass ihm für die Zukunft viele Wege verbaut sind, wenn er die Matura nicht schafft. Wenn heute ein junger Mensch „nur“ in einem Geschäft als Kassier arbeitet, fühlt er sich minderwertig. Wenn ein Jugendlicher mit dieser seiner Situation unzufrieden ist, kommt es irgendwann zur Krise. Hat sich diese Selbstwahrnehmung in den vergangenen Jahren maßgeblich verändert? ROGER PYCHA: Ich zitiere hier den Soziologen Jocelyn Lachance, der die zwei Seiten unserer heutigen „hypermodernen Gesellschaft“ beschreibt: die Meritokratie und die Informationsgesellschaft. Einerseits werden die heutigen Jugendlichen konfrontiert mit einer gnadenlosen Leistungsgesellschaft, und andererseits werden sie über die neuen Medien ständig mit Informationen überschwemmt, die manchmal total gefaked sind. In den neuen Medien schaffen sich manche Jugendliche eine Parallelwelt, in der sie die Avatare sind, die dort vollkommen anders handeln als in der Realität. Die sozialen Medien bewirken, dass die

Marlene Kranebitter: „Jeder Lehrer stellt sich nach einem Jugendsuizid natürlich die Frage, ob er die Krise hätte erkennen müssen“

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setzt dies den Jugendlichen unter einen enormen Druck, den wir Erwachsene gar nicht verstehen.

siert eine ständige Angst, von anderen bewertet und kritisiert zu werden, ohne es zu merken.

MARLENE KRANEBITTER: Und hier kommt das Thema Mobbing wieder ins Spiel: Allein die Tatsache, dass ein Jugendlicher zum Beispiel nicht in eine Whatsapp-Gruppe aufgenommen wird oder dass einer aus einer Gruppe wieder entfernt wird, bewirkt bei ihm natürlich etwas. Früher gab es das auch, dass jemand von einer Gemeinschaft ausgeschlossen wurde,

Ich möchte einen Versuch der Relativierung machen: Ist es ein Massenphänomen, oder betrifft es einzelne Jugendliche? ROGER PYCHA: Die Krise, in die Jugendliche oft geraten, ist ohne Zweifel ein Massenphänomen. Schauen Sie, früher ist man sehr streng erzogen worden, und wenn man diesem strengen Muster ent-

„Die heutigen Jugendlichen werden auf bestimmte Frustrationen nicht mehr vorbereitet“_ Roger Pycha, Leiter der Psychiatrie in Brixen Jugendlichen ständig abgebildet und wahrgenommen werden wollen: Es geht um Bilder, um Likes und um Follower. Wenn hier der vermeintliche „Erfolg“ ausbleibt,

aber heute geschieht dies in viel subtilerer Art und Weise und mit einem viel höheren Tempo. Da passieren unter den Jugendlichen oft echte Gemeinheiten. Es gras-

sprochen hat, war man angepasst. Die heutigen Jugendlichen werden auf bestimmte Frustrationen nicht mehr vorbereitet. Die heutige Erziehung ist außerordentlich

fördernd; das ist wunderbar, es tut uns allen gut, wir sind narzisstisch viel ausgebreiteter als früher. Gewisse Zwangsstörungen, die es früher gab, gibt es heute kaum noch – zum Beispiel den Religionswahn. Dafür gibt es heute andere Störungen: Das oppositionelle Verhalten von Ju-

info Die Gesprächsteilnehmer Marlene Kranebitter, Direktorin der Hotelfachschule Bruneck, Landesleiterin der Notfallseelsorge, Notfallpsychologin Guido Osthoff, Fachbereichsleiter Caritas und Koordinator des Suizidpräventions-Netzwerks Roger Pycha, Leiter der Psychiatrie in Brixen, Familien-Psychotherapeut

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GUIDO OSTHOFF: Wir reden ja über suizidgefährdete Jugendliche, und da darf schon festgestellt werden, dass es natürlich eine sehr kleine Minderheit ist. Wir vergessen manchmal, dass es unglaublich viele positive Aspekte der heutigen Jugend gibt. Wir brauchen nur an die wunderbaren Initiativen „Fridays for Future“ denken oder an die vielen Jugendlichen, die sich sozial engagieren. Jugend hat also ein enormes Potential, nur gibt es eben auch die andere Seite der Medaille, auf die wir uns in diesem Gespräch konzentrieren. MARLENE KRANEBITTER: An was sollen sich die Jugendlichen denn anpassen in der heutigen Zeit, in der überhaupt nichts mehr klar ist? Ich stelle eine einfache Frage: Was stellen wir alle uns vor von einem „normalen Leben“? Früher hatten die Leute eine vollkommen andere Erwartungshaltung an ihr Leben. ROGER PYCHA: Aristoteles sprach ja immer von einer Hierarchie der Tugenden, und die höchste aller Tugenden war für ihn das Maßhalten. Wenn jemand maßhalten kann, also nicht zu viel von seinem Leben fordert, dann ist er heute am ehesten glücklich. Maßhalten ist aber in der heutigen Gesellschaft leider nicht mehr trendy. Gibt es heute keine zufriedenen Menschen mehr? ROGER PYCHA: Doch, ja. Aber man spricht nicht darüber. GUIDO OSTHOFF: Zur Zufriedenheit der Menschen werden ja ständig Umfragen gemacht, und die Zahlen beweisen eigentlich, dass es in

Guido Osthoff: „Krisen haben etwas Positives, weil man dadurch stärker wird“

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den letzten Jahrzehnten keine wesentliche Änderung gegeben hat; teilweise hat bei den Leuten die Zufriedenheit sogar zugenommen. Herr Pycha, Sie sagten vorhin, die Krisen seien bei Jugendlichen inzwischen zum Massenphänomen geworden. Wie manifestiert sich bei einem Jugendlichen eine „Krise“? ROGER PYCHA: Die Veränderung in der Umwelt ist größer als die Anpassungsfähigkeit – das ist in wenigen Worten die Erklärung. Eine Krise äußert sich auf der körperlichen Ebene vor allem durch Stress: Man ist hellwach, das Gehirn wird verstärkt durchblutet, man wird überschwemmt mit Gefühlen, die Angst machen. Man schläft schlecht, die Pupillen sind erweitert, die Verdauung wird geblockt, der Blutdruck steigt. Psychisch hingegen werde ich angespannter, hoffentlich leistungsfähiger – nicht immer, weil mich der Stress überschwemmt.

Auf der Verhaltensebene denkt man in der bekannten Flight-andfight-reaction: Entweder kämpfen oder fliehen. Gedanklich befindet man sich nahe an der Katastrophe: Ich derpack‘s nicht mehr. Nehmen wir an, ein Jugendlicher findet sich beim Lesen dieser Zeilen wieder. Welchen Ratschlag kann man ihm geben? GUIDO OSTHOFF: Das Wichtigste ist, jemanden zu kontaktieren – zum Beispiel Young&Direct, über Whatsapp oder Telefon oder E-Mail. Er sollte jemanden kontaktieren, zu dem er Vertrauen hat. Es ist ganz wichtig, den Mut zu haben, sich helfen zu lassen. ROGER PYCHA: Man muss Pläne und Vorhaben entwickeln, ja, gemeinsam mit anderen. Und wenn es nur ein gemeinsamer Kinobesuch ist. Ich kann auch mit paradoxen einfachen Methoden eine Krise auffangen. Interessanterweise ist die Bereitschaft, sich

helfen zu lassen, bei Jungen viel schwächer ausgeprägt als bei Mädchen. GUIDO OSTHOFF: Als Suizid-Präventionsnetzwerk setzen wir jetzt auch auf seelische Erste-Hilfe-Kurse. Wir wollen solche Kurse anbieten, auch an Schulen. Ziel ist es, die Schüler dazu zu animieren, ihre Mitschüler zu beobachten, darauf zu achten, ob jemand in Krise ist. Wichtig ist es dann, nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen, den Betroffenen anzusprechen: „Ich sehe, es geht dir schlecht. Kann ich etwas für dich tun?“ Wie erkennt man, ob jemand in einer Krise ist? ROGER PYCHA: Leute in Krise sind entweder besonders aufgeweckt oder benommen und abwesend, zurückgezogen. GUIDO OSTHOFF: Wenn man beobachtet, wie sich jemand immer mehr zurückzieht, dann sollte

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man die Courage haben, ihn anzusprechen: „Was ist mit dir los, komm mit mir, wir gehen mal was trinken, ich mache mir Sorgen um dich.“ Dieser Kontakt ist äußerst hilfreich und wird in der Regel auch sehr gut angenommen. Herr Pycha, ist ein Jugendlicher, der sich durch Ihre Beschreibung in einer Krise wiederfindet, krank? ROGER PYCHA: Aber nein, überhaupt nicht! Die Krise ist temporär und völlig normal. GUIDO OSTHOFF: Es gibt Studien, die besagen: Je älter jemand ist, der eine Krise hat, desto eher gibt es ein Krankheitsbild. Je jünger jemand ist, desto wahrscheinlicher ist es aber, dass jemand in eine Krise gerät, die dann in den allermeisten Fällen von sehr kurzer Dauer ist. Ein jüngerer Mensch ist viel gefährdeter, eine Krise zu durchleben, weil er durch seine Entwicklungsphase bereits in einem krisenhaften Alter ist. Wenn ein 17-Jähriger von seiner Freundin verlassen wird, bricht für ihn die Welt zusammen. Ein 37-Jähriger sieht eine solche Situation bereits viel gelassener. Wenn aber die „Krise“ bei Jugendlichen ein Massenphänomen geworden ist, dann heißt das gleichzeitig, dass die allermeisten aus dieser Krise wieder herauskommen? ROGER PYCHA: Ja, selbstverständlich! Diese Krisen sind entwicklungsbedingt, physiologisch. Sie sollen stattfinden, und sie sollen bewältigt werden. Nur aus Fehlern wird man klug, darum mach ich nie genug. GUIDO OSTHOFF: „Krise“ heißt ja eigentlich wörtlich übersetzt „Wende“. Wenn ich eine Krise gut durchlebt habe, habe ich eine Wende in meinem Leben geschafft, die auch sehr positiv sein kann. Ich habe also eine Erfahrung gemacht, aus der ich gestärkt hervorgegangen bin. Die Gefahr ist, dass ich aus dieser Krise nicht herausfinde, dass ich die Krise nicht zu überbrücken imstande bin und möglicherweise eine Kurzschlussreaktion mache. Der Jugendliche ist hier natürlich anfälliger als jemand, der schon mehrere Krisen durchlebt hat und dadurch gestärkt worden ist. Wichtig ist es, zu wissen, dass die allermeisten Betroffenen ihre Krisen bewältigen.

ROGER PYCHA: Es sind nur einzelne Fälle, in denen sich durch die Krise eine Krankheit entwickelt, die dann ein Eigenleben hat und eine gefährlichere Dynamik entwickelt.

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Wo ist die Grenze zwischen Krise und Krankheit? ROGER PYCHA: Nun, Krankheiten haben Symptome, die zeitkonstant bestehen. Wenn also jemand über mehrere Wochen drei Hauptsymptome hat wie innere Leere, Verlust von Freude und Interessen und gedrückte Stimmung, dann kann man von Krankheit sprechen, die aber auch gut behandelt werden kann. Es gibt für alles eine Lösung. Das gute Behandeln von Krankheiten und die entsprechende Vorbeugung wirkt sich positiv aus auf die Suizidrate.

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MARLENE KRANEBITTER: Es stellt sich heute aber schon die Frage, was ein Jugendlicher in der heutigen Gesellschaft eigentlich braucht, damit es ihm gut geht. ROGER PYCHA: Er braucht soziale Kontakte, die sich positiv auf ihn auswirken und die ihn bestärken in der Fähigkeit, Wertwichtigkeit zu haben.

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MARLENE KRANEBITTER: Wenn ein Jugendlicher das liest, wird er möglicherweise den Kopf schütteln. ROGER PYCHA: Dann etwas klarer: Wenn jemand allein ist, muss er die Sicherheit haben, dass es Freunde gibt, die sich für ihn Zeit nehmen, wenn er das Bedürfnis hat, mit jemandem zu reden. Oder eine Partie Schach zu spielen oder in die Kletterhalle zu gehen. Jugendliche treffen sich ja sowieso gern. In solchen Aktivitäten ist viel Spiel drin, da geht es endlich einmal nicht um Leistung. Es geht einfach nur darum, die Gemeinschaft zu genießen und die Solidarität, vielleicht auch den gemeinsamen Protest gegen die Erwachsenenwelt. GUIDO OSTHOFF: Bei den Demonstrationen „Fridays for Future“ ging es ja offenbar auch nicht „nur“ um Klimaschutz, sondern vor allem darum, dass sich die Jugendlichen zusammen als Gemeinschaft gespürt haben: Wir sind eine Gruppe! Das ist ein unglaublich positiver Nebeneffekt dieser Initiativen. Leider ufern solche Treffen dann aber oft aus in Richtung Alko-

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ROGER PYCHA: Ja, aber Haschisch hat bei einem 35-Jährigen leider einen ganz anderen Effekt als bei einem 15-Jährigen. Der Jugendliche kommt beim Konsum von Drogen in einen schwebenden Rausch, in dem er sich um nichts mehr schert. Die Droge gaukelt eine Biochemie des Glücks vor, die sehr kurzfristig ist, weil diese Substanz innerhalb von Sekunden aufs Gehirn wirkt und Annehmlichkeiten besorgt. Sind die Jugendlichen heute gegenüber ihren Mitschülern weniger empathisch als früher? ROGER PYCHA: Vielleicht sind sie sogar empathischer geworden. Wir sind in einer psychologisierten Gesellschaft; psychische Fähigkeiten wie Empathie werden heute großgeschrieben und hochgehalten, sie werden in der Schule auch erzogen. Die Schule ist nicht mehr jene wie zu Bismarcks Zeiten, als man die Schüler richtiggehend gedrillt hatte, sondern man will heute die Schüler zu ihrer ganzen Vielseitigkeit und ihren Talenten

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hol- oder Drogenexzess. Da sind die Jugendlichen sehr nah am Verhalten vieler Erwachsenen.

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hochentwickeln. Mir gefällt das sehr gut; aber vielleicht sind sie dadurch auch anfälliger für Frustrationen. Welche Rolle können Lehrpersonen einnehmen? Oder, anders gefragt: Erkennt ein Lehrer, dass ein Schüler sich in einer Krise befindet? MARLENE KRANEBITTER: Nein, nicht immer. Das ist für mich als Schuldirektorin schwer zu verdauen, ehrlich gesagt. Man ist über mehrere Jahre 36 Stunden pro Woche im Kontakt mit Ju-

zum Leben drängen. Das ist unsere Aufgabe. GUIDO OSTHOFF: Man darf auch nicht vergessen, dass dieser suizidale Tunnel nicht lange dauert – in der Regel nur 30 Minuten. Wenn es mir also gelingt, jemanden aus dieser Phase herauszuholen, habe ich ihn zunächst einmal gerettet. Das heißt aber nicht, dass er danach keine Probleme mehr hat. Aber wenn ich ihn einmal aus diesem Tunnel herausgeholt habe, steigere ich die Chancen, dass er erfolgreich an seinem Grundproblem arbeiten kann,

Das Netzwerk greift helfend ein, wenn es zu den Aktionen fachliche Informationen braucht. ROGER PYCHA: Südtirol ist im Volontariat ganz groß. Das ist die beste Basis für eine neue Kultur der Hilfsbereitschaft und Fürsorge. Das positive Fazit dieses Gesprächs lautet also: Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. ROGER PYCHA: Ja, ohne Zweifel. Krisen sind dazu da, dass man sie bewältigt. Und sie haben etwas

„Krisen sind bei Jugendlichen entwicklungsbedingt, physiologisch; sie sollen stattfinden, und sie sollen bewältigt werden“_ Roger Pycha gendlichen, und wir schaffen es meist nicht, Krisen zu erkennen. Es ist im Grunde nicht die Aufgabe des Lehrers, psychologisch einzugreifen, denn seine Aufgabe ist die Wissensvermittlung. Aber jeder Lehrer stellt sich nach einem Jugendsuizid natürlich die Frage, ob er die Krise des Jugendlichen hätte erkennen müssen.

denn er weiß dann, dass Krisen zu schaffen sind. Die von Ihnen genannten Mythen müssen wirklich zerstört werden. Es gibt das „Netzwerk Suizidprävention“. Welche konkreten Maßnahmen werden von diesem Netzwerk initiiert?

Es gibt mehrere Theorien zu suizidgefährdeten Menschen – zum Beispiel, dass man einen Suizid langfristig nicht aufhalten kann oder dass Menschen, die über Suizid sprechen, diesen Schritt dann nicht wagen. Mythos oder Realität?

GUIDO OSTHOFF: Unter anderem war es uns wichtig, die verschiedenen Player in diesem Bereich an einen Tisch zu holen: der klinische Bereich, die Notfallseelsorge, Schulen, Jugendarbeit, Sozialarbeit. Nur gemeinsam können wir ein Potential entfachen, die Menschen zu erreichen und andere Wege aufzuzeigen, wie sie mit ihren Krisen umgehen können. Konkret haben wir derzeit drei Baustellen: Wir pflegen den Informationsaustausch und die Vernetzung. Wir entwickeln „Seelische Erste-Hilfe-Kurse“, mit denen wir Menschen ermutigen, auf andere Menschen zuzugehen, wenn sie merken, dass es denen nicht gut geht. Und wir arbeiten gerade an einem Suizidpräventionsplan, in den alle Initiativen einfließen und verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel im Stärken von Lebenskompetenzen. Wir brauchen Sensibilisierung auf mehreren Ebenen.

ROGER PYCHA: Das sind ohne Zweifel gefährliche Mythen. Ich bin davon überzeugt, dass wir Hilfe anbieten müssen, wenn Menschen sich in einer schwierigen Situation befinden. Alles andere wäre reiner Zynismus. Wir müssen Menschen, die sich in einer Krise befinden,

MARLENE KRANEBITTER: Es ist unser Bestreben, das Netzwerk so zu knüpfen, dass es immer engmaschiger wird. Ziel ist es, dass es am Ende im ganzen Land viele kleine Aktionen von den verschiedenen Akteuren gibt – Schulen, Kulturvereine, Einzelpersonen.

ROGER PYCHA: Es ist in der Tat nicht sein Job. Und es gibt in der Schule auch nicht das entsprechende Know-How. MARLENE KRANEBITTER: Trotzdem: In vielen Schulen gibt es inzwischen schulinterne Beratungsstellen, niederschwellige Anlaufstellen, in denen Schüler die Möglichkeit haben, sich einfach einmal „auszukotzen“, jemandem vertraulich zu sagen, was ihm nicht passt. Manchmal brauchen Jugendliche nicht irgendwelche Tipps und Ratschläge, sondern einfach jemanden, der ihnen zuhört.

Positives, weil man dadurch stärker wird. Und es braucht den Mut, sich helfen zu lassen. Und den Mut von jedem einzelnen, Hilfe anzubieten, wenn man merkt, dass jemand sich in einer Krise befindet. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

info Hier findet man Hilfe Young+Direct Vertrauliche und kostenlose Beratung für Jugendliche Jugendtelefon: 840036366 (Mo. bis Fr. von 14:30 bis 19:30 Uhr) WhatsApp: 345 0817056 (Mo. bis Fr. von 14:30 bis 19:30 Uhr) Skype: young.direct (Mo. bis Fr. von 14:30 bis 19:30 Uhr) online@young-direct.it Telefonseelsorge der Caritas Täglich rund um die Uhr erreichbar, auch sonn- und feiertags, unter der Nummer 840 000 481 (ohne Vorwahl) oder online unter telefonseelsorge-online.bz.it (Erstantwort innerhalb von 48 Stunden) Fachambulanz für psychosoziale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter Brixen Tel. 0472 812958 Zentren für psychische Gesundheit Z.P.G. Brixen, Romstraße 7, Tel. 0472 812960


Alternative mit Tücken Ende März hat die „Initiativgruppe für einen Offenen Hofburggarten“ im gut besetzten Forum Brixen ihr „Projekt“ vorgestellt, das allerdings bei näherem Betrachten große Zweifel aufkommen lässt.

„Es ist wichtig, dass wir auch in Brixen lernen, Auseinandersetzungen in aller Klarheit und Härte zu führen“, sagte der ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen, Hans Heiss, im Zuge einer Informationsveranstaltung der „Initiativgruppe für einen Offenen Hofburggarten“, die Ende März im Forum Brixen stattfand. Es war die Antwort auf eine Stellungnahme, die im Diskussionsteil aus dem Publikum gekommen war: „Wir müssen vermeiden“, sagte ein Zuschauer, „nach der unguten Seilbahndiskussion die Brixner wieder zu spalten in Befürworter und Gegner eines Projekts – das tut uns nicht gut.“ Und trotzdem: Hans Heiss hat recht.Juni Gerade bei wichtigen ProInserat

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jekten der Stadt muss es erlaubt sein, dass sich Bürger zu Wort melden, sich eventuell in Initiativgruppen zusammenschließen und ihre Meinung verbreiten. Und natürlich ist es legitim, dass sie versuchen, die restliche Bevölkerung und die Politik von ihrer alternativen Idee zu überzeugen. Im besten Fall führt ein Wettbewerb der Ideen dazu, dass ein Projekt der Gemeinde dadurch verbessert wird. Die Visionen der Gemeindeverwaltung müssen ständig evaluiert werden – genauso wie natürlich auch jene, die aus der Bürgerschaft kommen.

Initiativgruppe besteht aus 50 Personen. Die „Initiativgruppe

für einen Offenen Hofburggarten“ besteht aus etwa 50 Brixnern, von denen interessanterweise ein erheblicher Teil sich bereits gegen das Seilbahnprojekt ausgesprochen hatte. Als Wortführerin ist letzthin Barbara Fuchs aufgetreten; im Forum Brixen hat sie

immer wieder, dass ein mit der „Marke“ André Heller verbundener Hofburggarten das Potential hat, ein wichtiger Impulsgeber zu werden für die Hofburg, die ganze Stadt und den Bezirk. Johann Kiem vertrat „De Pace Fidei“ und referierte zu den Werten von Solidarität und Gemeinwohl in der kirchlichen Moral. Dann kam die Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol, Claudia Plaickner, auf die Bühne. Der Hofburggarten sei kunsthistorisch ein einzigartiges Ensemble, erklärte sie, weshalb es wichtig sei, dass er nach der Umgestaltung noch als historisches botanisches Denkmal erkennbar sei. Derzeit sei die Gemeinde dabei, das Projekt von André Heller durch intensiven Dialog denkmalgerecht zu machen. Das wenige Wochen alte positive Vorgutachten des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler unterstreiche, dass der geplante Kunstgarten im Zentrum der Anlage in einem verträglichen

Claudia Plaickner in weiten Teilen mit jenen, die André Heller immer getätigt hatte – auch wenn die Initiativgruppe dies nie zugeben würde.

Düsteres Bild von Brixen. Mit Spannung wartete das Auditorium auf die Präsentation des Projekts für einen Offenen Hofburggarten, wie ihn sich die Initiativgruppe vorstellen würde. Das „Projekt“ entpuppt sich als einfache Skizze: Barbara Fuchs und Hans Heiss wünschen sich demnach einen einfach gestalteten Garten im Herzen der Stadt, ähnlich wie es ihn in Graz, Innsbruck oder München gibt. In ihren Ausführungen vergaloppierte sich Fuchs allerdings hin und wieder: Das heutige Brixen beschrieb sie in übertragenem Sinn als nicht lebenswerte graue Stadt ohne Grün, in der „jeder, der nicht die Seilbahn benutzen kann“, keine Möglichkeit habe, die Natur zu genießen. Dass dieses Bild unserer

„Unser Konzept sähe vor, dass die Finanzierung der Führungskosten über eine Anhebung der Ortstaxe erfolgen soll“_ Barbara Fuchs

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

gemeinsam mit Hans Heiss ihre Ansichten vorgetragen. Kurzreferate von einigen Experten waren der Vorstellung des „Projektes“ der Initiativgruppe vorausgegangen. Anni Schwarz, Direktorin der Stadtgärtnerei Meran, stellte das historische Tourismuskonzept von Meran mit seinen vielen Spazier- und Wanderwegen vor, von dem gegenwärtig auch die Einheimischen profitieren. Und sie erklärte, dass aktuelle Großprojekte wie die Therme Meran und die Gärten von Schloss Trauttmansdorff „ganz wichtige Impulsgeber für die Stadt“ seien – eine Aussage, die der Initiativgruppe mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht besonders gut gefallen hat, denn schließlich betont die Brixner Gemeindeverwaltung

Verhältnis mit dem Pomarium stehen müsse. Plaickner schien das amtsinterne Vorgutachten gut zu kennen – obschon es noch nicht veröffentlicht wurde. „Meinerseits bleiben starke Bedenken“, sagte sie, „ob sich denn im Falle einer definitiven Beauftragung Hellers der Garten in seiner historischen Einmaligkeit schützen lässt.“ Es sei durchaus sinnvoll, zwischen der Hofburg und dem Hofburggarten eine künstlerischinhaltliche Verbindung darzustellen, aber auch hier erscheine es Plaickner sehr wichtig, dass die Hofburg „nicht zum reinen Durchlaufposten“ werde. Und: „Eine Oase der Ruhe sollte es werden – heute wichtiger denn je.“ Paradoxerweise decken sich die gestalterischen Aussagen von

Stadt vollkommen verzerrt ist, ist augenscheinlich: Ein Blick vom Mittelgebirge aus genügt, um zu erkennen, dass Brixen im Stadtgebiet viele grüne Lungen hat. Sogar das Brain-Drain-Phänomen verbindet Barbara Fuchs mit der ach so schlechten Lebensqualität in Brixen: „Es braucht uns nicht zu wundern, wenn Brixner Jugendliche nach ihrem Studium nicht mehr zurückkommen wollen.“ Na ja ... Für Heiss und Fuchs braucht ein Garten „nicht besonders viele Gestaltungselemente: Es soll ein abwechslungsreiches Miteinander von Freiflächen, Nutz-, Zierpflanzen und Spazierwegen geben – und die Möglichkeit zur Erfrischung, Einkehr und Kommunikation“. Auch hier dürften


Billig ist am Ende teuer. Wah-

re Schwächen weist aber vor allem die Kostenrechnung der Initiativgruppe auf: Populistisch skandierte Barbara Fuchs ins Auditorium, dass „das Projekt von André Heller mindestens doppelt so viel kostet wie unseres. Unser Garten – das doppelte Vergnügen zum halben Preis“. Die Rechnung der Initiativgruppe geht aber nicht auf: Es stimmt zwar, dass die Investition in einen von André Heller gestalteten Garten erheblich höher ist als in einen einfachen Obstgarten – aber dafür birgt er auch die Möglichkeit, über die Eintrittspreise hohe Einnahmen zu generieren – von den Nebeneffekten auf die lokale Gastronomie und auf den krisengeschüttelten Handel in der Altstadt ganz zu schweigen. Bei Heller kämen die Einnahmen zum allergrößten Teil von den Gästen; die einheimische Bevölkerung würde entweder nur einen symbolischen Eintrittspreis bezahlen – „oder der Zutritt erfolgt kostenlos über die Bürgerkarte“, sagt Bürgermeister Peter Brunner. Hans Heiss begeht denselben Rechenfehler wie Barbara Fuchs: „Mit unserem Projekt gibt es sicher eine erhebliche Ersparnis.“ Fakt

Foto: Klaus Vontavon

viele aufmerksame Leser in der Zielsetzung Parallelen zum Konzept von André Heller erkennen. Was das „Projekt“ der Initiativgruppe vom Projekt von André Heller unterscheidet, ist der Zugang: Die Initiativgruppe wünscht sich, dass der Hofburggarten grundsätzlich ohne Eintrittsbeschränkung und ohne jedwede Schranken zugänglich ist – „im Winter von 6 Uhr früh bis 17:30 Uhr, im Sommer bis 22 Uhr“. Natürlich gäbe es, so Fuchs, „die Risiken Verwahrlosung, Vandalismus und Verunreinigung“, denen man aber „mit Aufsichtspersonal, regelmäßiger Reinigung und Beteiligung der Bürger an der Pflege des Gartens“ Herr werden könne. „Der Mehrwert eines öffentlichen Grüns sollte nicht den Ängsten vor negativen Erscheinungen geopfert werden“, sagte Fuchs, „denn es gibt machbare Lösungen.“ Viele Brixner tun sich schwer mit dieser Aussage: Im kleinen Herrengarten praktiziert man im Grunde seit vielen Jahren die von der Initiativgruppe vorgeschlagene „offene“ Vorgehensweise – mit zweifelhaftem Erfolg: Immer wieder findet man dort Sandler aus aller Herren Länder, die sich mit ihren Decken breitmachen und ihre unmissverständlichen Spuren hinterlassen.

Bürgermeister Peter Brunner erklärte dem Auditorium, warum die Gemeindeverwaltung am Projekt von André Heller festhält

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ist, dass die billige Investition unterm Strich die erheblich teurere wäre. Auch die von der Initiativgruppe errechneten jährlichen Führungskosten dürften vollkommen unrealistisch sein: Für Gartenpflege, Pflanzung, Düngung und Schnitt rechnet Barbara Fuchs mit 50.000 Euro pro Hektar – für den Hofburggarten wären das etwa 150.000 Euro pro Jahr. In Erinnerung darf gerufen werden, dass es für ein solches Projekt bereits eine sehr detaillierte Berechnung der Führungskosten gibt, die seinerzeit von der Laimburg erstellt wurde. Die Experten der Laimburg kamen auf das Vierfache. Unabhängig von der Korrektheit der einen oder anderen Kalkulation: Fakt ist, dass die Idee der Initiativgruppe auf jeden Fall den Haushalt der Gemeinde belasten würde, weil damit ja keine Einnahmen verbunden wären. Diese schiefe Optik war wohl auch der Initiativgruppe bewusst, weshalb Barbara Fuchs noch ein Ass aus dem Ärmel zog: „Die Finanzierung der Führungskosten soll bei uns über eine Anhebung der Ortstaxe erfolgen.“ Im Hofburggarten selbst möchte man also so wenige Gäste wie möglich sehen – bezahlen dürfen sie ihn aber schon.

BM Peter Brunner:„Klares Mandat vom Gemeinderat“. Dann

hatte Bürgermeister Peter Brunner das Wort. Er erinnerte daran, dass es bereits im Juni 2017 ein Treffen gab zwischen André Heller und vielen Interessensvertretern – auch jenen von Pro Pomarium und heimat Brixen. „Ziel der Gemeinde war es damals, dass man André Heller Leitplanken und Wünsche mitgeben kann für die

neue Gestaltung des Gartens.“ Im Dezember 2017 wurde über Hellers Gestaltungskonzept im Gemeinderat debattiert – der entsprechende Grundsatzbeschluss wurde ohne Gegenstimme genehmigt. Die Gestaltungsgrundlagen Hellers decken sich großteils mit jenen der Initiativgruppe: „Die Gestaltung muss im Sinne einer Aufwertung des Gesamtensembles Hofburg erfolgen. Die Tradition des Gartens muss respektiert werden – in enger Abstimmung mit der Hofburg und dem Amt für Bau- und Kunstdenkmäler. Wir wollen einen Garten für alle, vor allem auch für die Brixner.“ Es solle ein Garten der Schönheit werden, Natur, Kunst, Ruhe und Muse. „Wir dürfen nicht vergessen“, sagte Brunner, „dass das Land zugesichert hat, 80 Prozent der Investition für ein Heller-Projekt zu übernehmen. Beim Projekt der Initiativgruppe müssten die jährlichen Führungskosten vom Steueraufkommen der Brixner finanziert werden – das ist inakzeptabel.“ Nach dem positiven Vorgutachten des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler sei man derzeit dabei, Hellers Vorprojekt zu überarbeiten. Demnächst werde man beim Land um die Genehmigung zur Finanzierung ansuchen; danach kann das Einreichprojekt erstellt werden, das anschließend wiederum im Gemeinderat genehmigt werden soll. Dann dürfte es Schlag auf Schlag gehen: „In den Sommermonaten soll mit den Bodennivellierungs- und Bodenmeliorierungsarbeiten begonnen werden – die entsprechenden Gelder sind bereits im Haushalt der Gemeinde vorgesehen.“ Anschließend wird der Garten bepflanzt – „die Natur braucht aber

ihre Zeit“. Die Eröffnung lässt deshalb etwas auf sich warten: Sie ist erst für 2022 geplant – voraussichtlich. Auf jeden Fall aber will Peter Brunner den Dialog fortsetzen – „auch mit der Initiativgruppe“. Ziel sei es, dass am Ende ein Projekt realisiert werde, das „zumindest den Großteil der Bevölkerung begeistert und überzeugt“. Fazit: Die Gemeinde hält natürlich am Projekt von André Heller fest – was sollte sie auch anderes tun? „Ich habe ein mehr als eindeutiges Mandat des Gemeinderats“, sagte Brunner, „das ist das einzige Gremium, das vom Wähler in demokratischer Weise dazu legitimiert wurde, die gesamte Bevölkerung zu vertreten.“ Eindeutig ist das Mandat in der Tat: Von 27 Gemeinderäten hatte es keine einzige Gegenstimme gegeben und lediglich drei „grüne“ Enthaltungen. Auch die Initiativgruppe erhebt den Anspruch, die Brixner Gesamtbevölkerung zu vertreten. Auch wenn die Stimmung im Saal klar für die Idee der Initiativgruppe schien, ist es wohl sehr unwahrscheinlich, dass das anwesende Publikum die Bevölkerung von Brixen auch nur ansatzweise repräsentiert hat. Hans Heiss fragte am Ende der Veranstaltung den Bürgermeister in letzter Verzweiflung, wie er es verantworten könne, das Projekt von André Heller voranzutreiben – „trotz der Stimmung, die hier im Saal vorherrscht“. Es sei eine Gegenfrage erlaubt: Wäre es demokratisch zu verantworten, einen fast einstimmigen Beschluss des Gemeinderats zu missachten? willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 23


Politik & Gesellschaft

SÜDTIROL

Mutmacherbuch für Frauen Autorinnen sowie Interviewte waren Ende März bei der Vorstellung des Buches im Brixner Hotel Elephant anwesend, so Claudia Messner, Sabina Kasslatter Mur, Martina Kirchler, Marina Bruccoleri und Rut Bernardi. Bedeutende Themen sind zum Beispiel Betrachtungen zu „In Würde alt werden“, „Frauenanliegen richtig denken“, „Frauen und Mathematik“ und „Wie Frau sich wehren kann“. jb

P&G

Foto: Oskar Zingerle

z 25 Jahre lang gab es den Südtiroler Frauenkalender, der in seiner ersten Ausgabe als Wahlgeschenk von Sabina Kasslatter Mur verteilt wurde. Heuer wechselte man das Format und machte ein Lesebuch, das von Frauen erzählt, die mutig, engagiert und eigenständig ihren Weg gehen und das von eigenen Lebensentwürfen und politischem Einsatz für Mädchen und Frauen berichtet. Als Schwerpunkt wurde das Thema „Arbeit“ gewählt, da Frauenarbeit oft geringgeschätzt wird. Mehrere „Alchemillen“ und

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Erweiterung der Mensa

z Die Schulausspeisung in der Dantestraße versorgt seit ihrer Errichtung im Jahr 2001 die Grund-, Mittel- und Oberschulen der Zone

kurz

notiert

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Brixen-Nord. Seit der Einführung der Fünf-Tage-Woche wurde ein Ausbau des Mensagebäudes unumgänglich; bis jetzt war ein ho-

Noch bis zum 15. Juni können die Onlineeinschreibungen zum Ausspeisungsdienst der Gemeinde Brixen vorgenommen werden. Die Einschreibung erfolgt über das Portal myCIVIS mit den SPID-Zugangsdaten oder mittels aktivierter Bürgerkarte, Lesegerät und PIN-Nummer.

her organisatorischer Aufwand nötig, um die steigende Anzahl der Schüler, die den Mensadienst in Anspruch nehmen, zu regeln. Nach der Fertigstellung des neuen Schulhofes im vergangenen Frühjahr wird diesen Sommer auch dieses Projekt umgesetzt. Die Bauarbeiten sollen Anfang Juni beginnen und voraussichtlich Ende September abgeschlossen sein. Durch den Anbau eines Blocks sowohl auf der Südseite als auch auf der Westseite soll zu den bisherigen 250 Plätzen noch Raum für 150 weitere Sitzplätze

geschaffen werden. Auf Initiative von Stadträtin Monika Leitner fand ein Informationstreffen zwischen allen Beteiligten statt, um das Projekt in allen Details zu besprechen und die Abläufe zwischen den Schulen in der Umbauphase zu koordinieren, da sich sowohl Baubeginn als auch Bauende mit dem Schuljahr überschneiden. In diesen Zeiträumen ist der Ausspeisungsdienst aber trotzdem gewährleistet. lv

Die 51. Landestagung für Verwitwete und Alleinstehende im KVW fand im April im Forum Brixen statt. Rudi Gamper sprach in seinem Vortrag „Sag einfach danke“ über Wege aus der Trauer beim Verlust des Ehe- oder Lebenspartners. Die elf Ausschussmitglieder wurden bei den Neuwahlen des Vorstandes bestätigt.

Am Hochfest Verkündigung des Herrn hat die Marianische Frauenkongregation „Maria, Hilfe der Christen“ in der Frauenkirche im Kreuzgang zu Brixen ihr Hauptfest begangen. Stadtdekan Albert Pixner und Präfektin Antonia Mittermair Fink überreichten den neuen Mitgliedern das Kongregationszeichen.


NACHGEFRAGT

„Mehr als gerechtfertigt“ ALEXANDER ÜBERBACHER, Bürgermeister der Gemeinde Natz-Schabs, über die Vorwürfe der Dörferliste zum geplanten Vorhaben zum Bau eines Bildungshauses in Raas. Sinne ist es auch legitim, dass gewisse Finanzmittel für dessen Umsetzung vorgesehen werden. Im Bildungshaus werden Schule, Kindergarten, Bibliothek, Mehrzweck- und Theatersaal und Vereinsräumlichkeiten untergebracht sein. Das heutige Gebäude ist über 60 Jahre alt. Die geplante Maßnahme ist daher längst überfällig. Die Dörferliste schreibt außerdem, man hätte „eine intensivere Nutzung von bestimmten Räumlichkeiten für mehrere Zwecke vorsehen sollen“ ... Genau dem wurde im Vorprojekt besonders Rechnung getragen: Für die verschiedenen Nutzungs-

szenarien ist die übergreifende Nutzung von Räumen vorgesehen. Foyer und Mensa sind das Herz der Struktur und werden nicht nur von den im Bildungshaus untergebrachten Organisationen genutzt werden, sondern für vielfältigste Initiativen im Dorf. Die Schule nutzt die Bibliotheksräume mit – und so weiter. Das Konzept zum Bildungshaus wurde unter größter Bürgerbeteiligung erstellt. Die Infrastruktur kostet viel Geld, aber in Relation zum Mehrwert, der der Dorfbevölkerung daraus erwächst, ist die Investition mehr als gerechtfertigt.

Foto: Oskar Zingerle

Herr Überbacher, die Dörferliste Natz-Schabs kritisiert in einer Aussendung das Vorprojekt des Bildungshauses Raas: Eine Sanierung wäre dem geplanten Neubau vorzuziehen, so ein Argument. Ein berechtigter Einwand? Die Dörferliste hat selbst bis vor kurzem immer einen Neubau gefordert. Jetzt sollte es plötzlich eine Sanierung sein. Woher die Meinungsänderung kommt, weiß ich nicht. Die Gemeindeverwaltung redet seit über zehn Jahren von dem Vorhaben, und der Gemeinderat hat viele Beschlüsse gefasst, dass dies ein prioritäres Projekt ist. In diesem

oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

BRIXEN

Auf Altbewährtes setzen Die Vollversammlung wurde für die Ehrung langjähriger Mitglieder sowie für die Aufnahme der neuen Mitglieder Renate Ralser, Renate Langhofer, Lisa Markart und Margareth Marsoner (im Bild) genutzt. Den Abschluss der Versammlung bildete ein Bericht von Adolf Schwienbacher, dem Vorsitzenden des Trägervereins, zur aktuellen Situation der Schülerheime; im Januar dieses Jahres

musste nämlich die Führung der Brixner Heime „Marianum“ und „Maria Ward“ abgegeben werden. Das Schülerheim „St. Michael“ bleibt weiterhin unter der Führung des Trägervereins Kolping Brixen. Dem offiziellen Teil der Versammlung folgte ein gesellschaftlicher mit Gulaschsuppe und heimatlichen Klängen der Hausmusik Marsoner. eh

seeber-immobilien.com/de/Home/Jobs z Die Brixner Kolpingfamilie gehört zu den traditionsreichsten Vereinen der Bischofsstadt. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder im Kolpinghaus, um über das vergangene Jahr Rückblick zu halten. Auf der Tagesordnung der heurigen Vollversammlung standen unter anderem die Neuwahlen des Vereins – viel Neues gab es dabei aber nicht: Die Kolpingfamilie setzt nämlich auf Altbewährtes. Vereinsvorsitzender

Joachim Kerer wird auch künftig die Geschicke des Vereins leiten. Ihm zur Seite stehen Eduard Rieder, Herbert Lanz, Josef Treyer, Veronika Profanter, Maria Kinigadner und Renate Ralser. In ihrem Amt bestätigt wurden auch die Revisoren Pius Prader und Hubert Harder. Die stimmberechtigten Mitglieder entschieden einstimmig, dem bisherigen Vorstand ihr Vertrauen auch in der kommenden Amtszeit entgegenzubringen.

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Menschen & Meinungen

PORTRAIT

Der philosophische Ingenieur Seine Geschichte gäbe Stoff für einen bewegenden Film über das Leben zwischen oder besser mit zwei Kulturen, über ungestümen und ungebrochenen Unternehmergeist – und über jemanden, der unbeirrt und immer optimistisch seinen eigenen Weg gegangen ist: FEDERICO GIUDICEANDREA.

A

ls Federico Giudiceandrea – seine Freunde nennen ihn schlicht und einfach Fritz – im Jahr 1980 mit Paul Durst und Hansjörg Thaler die Firma Microtec gründete, schüttelten alle den Kopf. Die Wirtschaftslage war damals schwierig, die Kreditzinsen astronomisch hoch, und an den Traum der drei jungen Männer mit ihren langen Haaren, „wir waren eben Kinder unserer Zeit“, wollte niemand glauben. Sie wurden als Spinner abgetan. Attraktive Arbeitsangebote hätte es für die drei damals nach dem Studium genügend gegeben – bei Siemens oder IBM, „aber wir wollten auf keinen Fall von Brixen weg“. Eigentlich war es ihr Wunsch gewesen, bei der Firma Durst zu arbeiten, die sich aber zu jener Zeit in einer Krise befand.

sich niemals linear, sagt Giudiceandrea, sondern immer in Sprüngen. Und wenn dann die Zeit reif ist für den nächsten Entwicklungssprung, dann gelte es, die Chance zu begreifen und zu ergreifen. Federico Giudiceandrea spricht mit einer Leichtigkeit, die beeindruckt. Dabei ist er in seinem Leben nie bequeme Wege gegangen, „sondern immer jene Wege, von denen ich überzeugt war“. Sein Unternehmen Microtec ist heute in seinem Bereich Weltmarktführer. Im Oktober 2016 erhielt er gemeinsam mit Alexander Katsevich den Markus-Wallenberg-Preis, eine Auszeichnung für die Entwicklung eines CT-Scanners für Holzstämme, der die Holzverarbeitung weltweit revolutioniert hat. Überreicht wurde der Preis

als Oberschüler am italienischen Klassischen Lyzeum. Er verwarf damals den Wunsch, Medizin zu studieren, und wandte sich der Elektrotechnik zu: „Ich wollte Ingenieur werden.“ Der Drang des Menschen, sich ständig zu verbessern, nahm auch von ihm Besitz – und hat ihn bis heute nicht losgelassen. Seine Eltern stammen aus Kalabrien und sind der Liebe wegen weit in den Norden gezogen. Federico Giudiceandreas Vater war Lehrer für Griechisch und Latein, die Mutter eine seiner Schülerinnen, die er nach der Matura geheiratet hatte. Dies und der Altersunterschied von 16 Jahren waren zur damaligen Zeit nicht so gern gesehen, schon gar nicht im streng konservativen Süden Italiens, weshalb sich das Paar einen

„Dass meine Eltern mich damals in die deutsche Schule eingeschrieben haben, war ein riesengroßes Geschenk“_ Federico Giudiceandrea Also wagten sie den Sprung ins kalte Wasser – und machten sich selbständig. Das erste, was das junge Unternehmen Microtec auf den Markt brachte, war eine Obstsortiermaschine, ausgestattet mit einem Farbsensor für Äpfel, der grüne von gelben Golden Delicious unterscheiden konnte. „Es hat lange gedauert, bis ich mich endlich mit jenen Dingen beschäftigen konnte, die mich wirklich faszinieren.“ Zehn lange Jahre, in denen es darum ging, den Betrieb zu halten. Ein Jahrzehnt Aufbauarbeit. „Aber im Grunde hatten wir Glück, denn unsere Entwicklungen hätten auch nicht funktionieren können.“

„Die Chancen be- und ergreifen“. Die Technologie entwickle 26

vom schwedischen König Carl Gustav. Für seinen Pioniergeist, seinen Weitblick, für die Lust am Tüfteln und Entwickeln hatte er bereits im Juni 2013 den „Schweighofer-Prize“ erhalten, einen europäischen Innovationspreis für Holz- und Forstwirtschaft.

„... damit die Menschen besser leben können“. Letztendlich war es Prometheus gewesen, der bei Giudiceandrea die Begeisterung für Technik entfacht hatte. Der Feuerbringer und Lehrmeister der griechischen Mythologie wird auch als Urheber der menschlichen Zivilisation bezeichnet. Die Welt so zu verändern, dass die Menschen besser leben können – das faszinierte Federico Giudiceandrea schon in der Zeit

Lebensplatz möglichst weit weg von zu Hause suchte. Die Wahl fiel schließlich auf Brixen, weil der Bruder seines Vaters damals bereits Richter in Sterzing war.

Brixner mit kalabrischen Wurzeln. Federico Guidiceandrea

wurde 1955 in Brixen geboren. Seine Eltern schickten ihn in den deutschen Kindergarten, in die deutsche Grundschule und in die deutsche Mittelschule. Er empfindet das heute als riesengroßes Geschenk. Zwei Sprachen, zwei Denkweisen und zwei Kulturen als Schnittstelle, die ungeahnte Möglichkeiten birgt. Wenn Federico Giudiceandrea lacht, dann tut er das über das ganze Gesicht und auf eine ansteckende Art. Er wirkt gelöst

und gleichzeitig zurückhaltend, tiefsinnig und bedacht – ein durch und durch angenehmer Gesprächspartner. Müsste man Federico Giudiceandrea in wenigen Worten beschreiben, so könnte man ihn vielleicht bezeichnen als philosophischen Ingenieur mit einem außergewöhnlichen Kunstsinn.

Die Leidenschaft für M. C. Escher. Technik und Philosophie sind es, die sein Leben immer schon geprägt haben – und M. C. Escher. Bereits als Jugendlicher zog ihn der holländische Künstler in seinen Bann. Dessen Auseinandersetzung mit perspektivischen Unmöglichkeiten und mit optischen Täuschungen, die Gabe, mathematische Konzepte über die Kunst darzustellen, haben Federico Giudiceandrea tief beeindruckt. Ein Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift, die er zufällig im Physiklabor seiner Schule entdeckte, und Eschers Bilder auf Schallplatten von PopGruppen, das erste Buch über den holländischen Künstler, die erste Ausstellung – das waren die Wurzeln, die ihn mit der Zeit zu einem anerkannten EscherExperten haben werden lassen. Er hat so ziemlich alle Ausstellungen besucht, Eschers Briefe gesammelt und mit Freunden gesprochen, die den 1972 verstorbenen Künstler noch erlebt hatten. Escher selbst hat er aber leider nie persönlich kennengelernt. 180 Originale besitzt er mittlerweile, und er stellt sie auf der ganzen Welt aus. Die erste Ausstellung gab es auf Schloss Rodenegg, derzeit laufen Ausstellungen in New York und Neapel. Dass er sich als Kurator selbst darum kümmert, liegt auf der Hand. Und Federico Giudiceandrea liebt das antike Griechenland mit seinen großen Denkern und mit


Foto: Oskar Zingerle

„DIE KREISZAHL PI – EINE WUNDERSCHÖNE ZAHL“ – Federico Giudiceandrea vor dem Bild „Pi“ von Hartwig Thaler, eine Auftragsarbeit

seinen Tragödien. Vieles sei zum ersten Mal schon in der Antike gesagt worden, in einer genialen Gedankenwelt, nur aufgrund von Beobachtungen. Der Philosoph Epikur hat es ihm besonders angetan: „Genieße jeden Tag und jeden Augenblick.“ Und: „Lebe versteckt.“ An dieses Zitat des Philosophen hat er sich eine Zeit-

lang gehalten, dann aber erkannt, „dass man sich stellen muss“. Die Verantwortung für seinen Betrieb, für die Menschen, die dort arbeiten, hat ihn letztendlich dazu bewogen, sich auch im Unternehmerverband zu engagieren. Seit knapp zwei Jahren ist er Präsident, und er wird nicht müde, für die Faszination Technik zu werben.

Die technische Intelligenz entwickelt sich als letzte, deswegen sei ein spielerisches Herangehen die beste Förderung. In seinem Büro in der Brixner Industriezone hängt ein herrlich farbenfrohes Bild – nicht, wie man vermuten könnte, von M. C. Escher, sondern von Hartwig Thaler. Eine Auftragsarbeit. Die

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Kreiszahl Pi, „eine wunderschöne Zahl“. Mathematik als Lebenselixier.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 27


Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

BRIXEN

Zu Besuch beim„Brixner“ z Einen Blick hinter die Kulissen der „Brixner“-Redaktion konnte die Klasse 1 AR des Realgymnasiums „J. Ph. Fallmerayer“ vor kurzem werfen. Chefredakteur Willy Vontavon stellte den Betrieb und die unterschiedlichen Aufgabenfelder seiner Mitarbeiter

vor. Die Klasse besichtigte die verschiedenen Abteilungen und erfuhr, wie aus einzelnen Texten und Bildern eine vollständige Zeitschrift entsteht. Redakteurin Sabine Peer erklärte, welche journalistischen Textformen im „Brixner“ zu finden sind. Die Arbeit

in einer Redaktion, erfuhr die 1 AR, sei abwechslungsreich und vielfältig; gerade die für die Leser meist nicht sichtbaren Bereiche der Recherche und des Lektorats würden viel Zeit beanspruchen. Der Besuch beim „Brixner“, versicherten die Schüler, ermöglichte ihnen einen interessanten Einblick in den vielfältigen Redaktionsalltag. sp

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

Erste Filmhauptrolle z Schon seit Kleinkindertagen weiß der heute 13-jährige Philip Peter Heidegger aus Brixen, dass er Schauspieler werden will. Diesbezügliche Fähigkeiten bestätigten ihm auch seine Lehrer, und so war es eine logische Folge, dass Philips Eltern nicht zögerten, ihren Sohn auf die Südtiroler Schauspielakademie in Bozen zu schicken, die von Katja Lechthaler und Carlo Magaletti geleitet wird. Inzwischen besucht Philip die Akademie seit zwei Jahren – nicht umsonst, wie man sieht, denn Regisseur Giovanni Aloi hat Philip bereits entdeckt und ihm in seinem Film „Tensio-

kurz

notiert

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ne superficiale“ (vorläufiger Titel) die Hauptrolle gegeben. Gedreht wurde im oberen Vinschgau, wo Philip mit seiner Gang die Gegend unsicher macht. Der Film ist zweisprachig. Mit seiner Mutter (Christiana Dell’Anna) spricht Philip auf Italienisch, mit seinem Vater (Benno Steinegger im Bild) auf Südtirolerisch. Dass Dreharbeiten von frühmorgens bis spät in die Nacht sehr anstrengend sind und dass der Winter im Obervinschgau kalt und windig ist, hat Philip beim Dreh zu spüren bekommen: „Am Set war es oft saukalt! Ich spiele ja einen Jungen aus armen Verhält-

Die Schützenkompanie Rosenthal Lüsen hat zum 50. Todestag des akademischen Kirchenmalers Johann Baptist Oberkofler, der als Priester in Lüsen tätig war, dessen Entwurf zum ersten Deckengemälde der Lüsner Pfarrkirche zurückgekauft und der Pfarrei Lüsen übergeben.

nissen und hatte beim Dreh meist wenig an. Wenn’s zu kalt wurde, durften wir uns immer wieder kurz im Auto mit Wärmflasche und Tee aufwärmen.“ Der Film wird auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und Venedig gezeigt, wo man auf Prämierungen hofft. Im Spätsommer soll er in die Kinos kommen. sp

Im Rahmen ihres Frühjahrskonzertabends „Musik aus Ost und West“ im Forum Brixen ehrte die Bürgerkapelle Brixen auch einen ihrer Mitglieder: Walter Kerschbaumer erhielt für seine 40-jährige Mitgliedschaft im Verband Südtiroler Musikkapellen das Ehrenabzeichen in Gold.

Die seit mittlerweile 22 Jahren bestehende Parkinson-Selbsthilfe Brixen hat seit kurzem zwei neue Leiterinnen: Anni Pfattner und Maria-Luise Winkler werden der 15 Mitglieder starken Vereinigung nun vorstehen. Beide Damen folgen damit auf Martha Egger, Leiterin von 2001 bis 2018.


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Ariane Gruber, Latzfons

Hysterie 2019

Falsche Nummer(n) Es war in meiner Oberschulzeit, als ich während eines Diskothekenbesuchs einen netten jungen Mann kennenlernte, der mich offenbar auch recht sympathisch fand – jedenfalls fragte er mich beim Abschied nach meiner Handynummer, die ich ihm auch gerne gab. In den nächsten Tagen wartete ich ziemlich gespannt auf einen entsprechenden Anruf, der aber nicht kommen wollte. Ich war zuhause, als das Handy meiner Mutter signalisierte, dass eine SMS gekommen war. Sie schaute auf das Display und reichte mir das Handy mit den Worten: „Diese SMS, glaube ich, müsste für dich sein.“ Ich hatte meinem neuen Bekannten offensichtlich in der Aufregung nicht meine Handynummer gegeben, sondern jene meiner Mutter. Einige Zeit später rief uns am Haustelefon jemand an, der mich um die Handynummer meiner Mutter bat, weil er sie etwas fragen wollte. Ich gab sie ihm – und wenige Minuten später klingelte mein eigenes Handy. Ich hatte offenbar auch diesmal die falsche Nummer weitergegeben. Ooops!

Leser kochen für Leser

mmh!

Kichererbsen-Gerste-Salat > Zutaten (für 4 Personen)

> Zubereitung

zwei Handvoll Kichererbsen zwei Handvoll Gerste 1 Stange Mozzarella Grüne Oliven, entsteint etwa 20 Cocktailtomaten (halbiert oder geviertelt) 1 Dose Mais 1 frische Peperoni (grün oder orange) 2 Dosen guter Thunfisch Salz, Pfeffer, Origano, gehackte Petersilie Olivenöl

Die Kichererbsen über Nacht einweichen, dann eine Stunde kochen. Die Gerste 25 Minuten kochen. Beides unter kaltem Wasser abschrecken. Stangenmozzarella und Peperoni in mundgerechte Würfel schneiden. Alle Zutaten gut vermischen, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Origano würzen. Den Salat am besten zwei bis drei Stunden ziehen lassen und vor dem Servieren nach Geschmack noch etwas Olivenöl und Salz dazugeben. Balsamico-Essig nach Geschmack im Teller dazugeben.

Gebhard Mahlknecht hat ein Faible für gutes Essen – und fürs Kochen. Insbesondere – aber nicht nur – für die wärmere Jahreszeit hat er einen leichten und geschmackvollen Salat kreiert. Besonders praktisch ist das Rezept, wenn Gäste erwartet werden. Der vorher zubereitete Salat kann als vollwertige Abend-Mahlzeit serviert werden, und der Gastgeber hat mehr Zeit für seine Gäste ... Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

„Die Strahlung der 5G-Netze wird alle Vögel umbringen!“, ruft Frieda uns verzweifelt zu, während sie kopfschüttelnd einen Yellow Bird mit viel Rum und Ananassaft mixt, wobei sie den Cocktailshaker schüttelt, als ob davon das Leben der Vögel abhängen würde. „Und man kann auch keine Äpfel mehr essen, ohne Allergien zu bekommen“, sagt sie, „und vom Fleisch krieg ich sicher Rheuma, und mit dem Auto fahr ich auch nicht mehr, seit der Klimawandel die Insekten killt, aber eigentlich ist eh alles egal, weil ich an meinem giftigen Haarshampoo sterben werde! Das ist dann die Strafe Gottes dafür, dass ich meine Kinder hab impfen lassen, weil impfen ist ja brutal schädlich. Und fliegen tu ich auch nicht mehr, weil ... habt ihr gewusst, dass die Kondensstreifen der Flugzeuge Chemiestoffe enthalten, die von einer geheimen Weltregierung ausgehen, die uns alle vergiften will? Über die Chemtrails gelangen außerdem amerikanische Käfer auf unsere Felder, die die Ernte vernichten werden – wir werden alle verhungern! Und der Zucker – der Zucker! Ich darf keinen Zucker mehr essen, aber überall – ÜBERALL! – ist der böse Zucker drin, und wir alle werden an Herzinfarkt sterben, wenn wir nicht vorher an den Pestiziden gestorben sein werden, die ja ebenfalls überall – ÜBERALL! – gefunden werden, sogar im Salat. Also darf ich auch keinen Salat mehr essen, sonst werde ich am Glyphosat sterben!“ – Es ist höchste Zeit, denke ich mir, dass Frieda ihr Facebook-Konto löscht, bevor sie am Feinstaub des nächsten Silvester-Feuerwerks erstickt.

VERTRÄGE IMMOBILIENVERMITTLUNG ERBSCHAFTEN SCHÄTZUNGEN UNTERNEHMENS- UND HOFÜBERGABEN IHR PARTNER FÜR IMMOBILIEN UND IMMOBILIENRECHT:

DR. JUR. HANNES WILLEIT VAHRN, Eisackstraße 1 - Löwecenter STERZING, St. Margarethenstraße 74 T 0472 970 690 | Mobil: 349 776 1878 info@willeitimmojus.it | Terminvereinbarung erbeten

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Menschen & Meinungen

Freunde und Gönner Laura Tauber, Genoveva Kasseroler, Oswald Burgstaller, Egon Huber, Monika Huber, Helmuth Michaeler, Maria Brunhilde Schatz, Norbert Pichler, Gertrud Moret, Martha Dantone, Albert Maly, Zaneta Kurtovic, Adelheid und Paolo Huber, Thomas Nami, Marialberta Zennaro, Raimund Seebacher, Paula Hofer, Johann Keim, Josef Gelmi, Barbara Wenter, Christa Anna Wenter, Frieda Flenger, Horst Peintner, Andrea Reifer, Luis Costadedoi, Gertraud Mair, Eva Mitterrutzner, Josef Frener, Alois Erschbaumer, Josef Hinteregger, Maria Mitterrutzner, Clara Zingerle, Benjamin Zwack, Anton Oberhauser, Manuel Berretta, Erna Rizzardi, Karl Plaickner, Annelies Deltedesco, Hermann Priller, Wolfgang Rauchegger, Agnes Silginer Tauber, Wilhelm Weissteiner, Anton Planatscher, Martha Weissteiner, Hansjörg Waldner, Erwin Schönberg, Antonia Weissteiner Volgger, Mathilde Spiss, Wolfgang Leitempergher, Albin Sigmund, Maria Thaler, Salvatore Mura, Leonhard Psaier, Walter Weissteiner, Maria Gasser, Philip Froschmayr, Dorit Kessel, Elionda Dander, Loris De Vries, Waltraud Hofer Sigmund-Leitner, Rosanna Tomaselli, Georg Hofmann, Franz Rastner, Ermanno Prosch, Heinrich Profanter,

Paul und Waltraud Prader, Alois Zacher, Berta Marlene Friedrich, Alexander Goller, Steyler Missionsschwestern, Albert Prosch, Michael Federspieler, Sonia Chistè, Tomaso Pietro Lintner, Alois Gläserer, Matilde Lazzeri, Rosa Frener Oberhofer, Ulrich Fistill, Alexandra Baur, Johann und Genoveva Micheler, Südtiroler Hoteliers- und Gastwirteverband, Paul und Elisabeth Gisser, Esther Torggler, David Cassius, Hans Schrott, Erich und Zäzilia Lechner, Roland Burger, Johanna Haller, Monika Schatzer, Peter und Wilma Öhler, Franz und Anna Hinteregger, Brigitte Thöni, Hans Kostner, Anneliese Mair, Elsa Oberhofer, Alois Oberrauch, Juliane Gasser Pellegrini, Andreas Oberrauch, Roberto Scaggiante, Walter Pichler, Josef Berlanda, Öffentliche Bibliothek der Pfarrei Villanders, Michael Goller, Renate Huber, Richard Pichler, Karin Fössinger, Franz Rieder, Christina Fischaller, Martin und Carmen Aricochi, Hubert Baumgartner, Giorgio Bragagna, Johann und Anna Hofer, Michaela Dalla Torre, Margit Hofer, Hermann Hofmann, Paula Fischnaller Radmüller, Andreas und Hermelinde Oberhofer, Robert Messner, Moreno und Evi Baldessari, Margit und Michael Jocher, Georg und Edith Frener, Peter Kerschbaumer, Mario Barbato, Alfons Oberhofer, Erwin Schönberg, Verena Zöschg, Mirta

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Dalle Carbonare, Hermann Fink, Martin Schrott, Margarete Müller, Christoph Frontull, Benno Giacuzzi, Elfriede Fischnaller, Erhard Markart, Walter Brida, Hotel Grüner Baum, Friedrich Heinz Huisken, Herbert Gartner, Adolf Ritsch, Maria Zingerle, Marianna Winkler, Egon Stecher, Anna Kness, Peter Huber, Josef Obermarzoner, Maria Anna Deltedesco, Monika Brunner, Leo Gostner, Alois Habicher, Brigitte Plunger, Hans Unterfrauner, Hermann Kaneider, Gabriela Kaneider, Vinzenz Paul Kiebacher, Eisackwerk GmbH, Sieglinde Ebner, Peter Strauss, Maurizio Morocutti, Emma Schatzer, Josef Moosburger, Giuseppe Polidori, Irene Frenes, Martin Holzer, Thomas Völkl, Helga Prosch, Margarethe Niedermair, Sergio Ferraro, Roland Perathoner, Sabine Mair, Franz Berretta, Roland Kuhn, Ingrid Fischnaller, Heinrich Volgger, Anna Maria Kiebacher, Maria Überbacher, Viola Rasom, Walter Weitschek, Thomas Schraffl, Heinrich Lusser, Konrad Hofer, Maria Kammerer Tosoni, Enrico Declara, Herbert Lanz, Irene Eller, Marisa Torggler, Sabine Grethlein, Hans Kahl, Maria Laimer, Renate Pichler, Otmar Gasser, Emma Agreiter, Philipp Erschbaumer, Waltraud Stampfl, Martin Gostner, Lu-

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ciano Del Bello, Marialuise Jud Prosch, Irmgard Pradi, Christoph Mahlknecht, Elisabeth Unterweger, Robert Leitner, Helmuth Schranzhofer, Hildegard Reifer, Georg Pallua, Herbert Klammer, Marianna Fischnaller, Albuin Gasser, Johann Auer, Anna Weissteiner, Maria Goldiner, Leo Krismer Lambert, Gertrud Lechner Grünfelder, Margit Psaier, Sieglinde Sill, Richard Mair, Josef Froschmayr, Margherita Wieland, Rosa Gargitter, Silvia Kuppelwieser, Karin Goller, Martina Stanek, Erica Kircheis, Kurt Plaickner, Wilhelm Furlan, Bernhard Jarolim, Annamaria Waldner, Günther Michaeler, Susanne Leimstädtner, Chemische Reinigung Mahr, Nello und Erika Giubbini, Luise Hofer, Stefano Brocco

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Pro& Contra

Der Hintergrund:

Foto: allesfoto.com

Der Sarner SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher überrascht mit einem Vorschlag, der einiges Aufsehen erregt hat: Pro Nächtigung soll ein Euro für die Bergbauern reserviert werden, der über eine Erhöhung der Ortstaxe finanziert werden soll oder direkt vom Landeshaushalt – bei 33 Millionen jährlichen Nächtigungen wären dies 33 Millionen Euro.

FRANZ LOCHER, Abgeordneter im Südtiroler Landtag: „Noch ist es nicht zu spät!“

MANFRED PINZGER, Präsident des HGV: „Sachliche Diskussion Grundvoraussetzung“

Ja Dass die Bergbauern in Südtirol auf

Nein Der Beitrag der Berglandwirtschaft

für die alpinen Gebiete ist außer Frage. Gerade der Erhalt und die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft sowie die Produktion qualitativ hochwertiger Rohstoffe und Nahrungsmittel sind aus Sicht des Tourismus Leistungen, die es zu unterstützen gilt. Die Hotels und Gastbetriebe und die Lebensmittellieferanten setzen deshalb verstärkt auf regionale Produkte sowohl im Angebot als auch im Marketing. Ich erinnere an die diversen kulinarischen Wochen, bei denen lokale landwirtschaftliche Produkte im Mittelpunkt stehen. Die Verköstigung mit bäuerlichen Produkten in den Hof- und Buschenschänken, die die gesetzlichen Vorgaben über die Herkunft der Produkte erfüllen, wird von uns als Mehrwert angesehen. Wir wissen die teilweise aufwändige und anstrengende Arbeit der Bergbauern zu schätzen und sind für eine sachliche Diskussion zur Sicherung der Berglandwirtschaft offen. Dazu sollten alle öffentlichen Förderungen zugunsten der Berglandwirtschaft auf ihre Effizienz zur Erhaltung derselben hinterfragt werden. Bei festgestelltem Bedarf müssen diese optimiert werden. In jedem Fall gilt es sich bewusst zu machen, dass die Gäste und Gastwirte heute schon zwischen Gästekarten, Ortstaxe und freiwillige Mitgliedsbeiträge an die Tourismusorganisationen bis zu fünf Euro pro Übernachtung bezahlen. Dass der Abgeordnete Locher ohne tiefgreifende Analyse und ohne Abstimmung mit den Partnern einen Vorschlag über die Medien transportiert hat, erachte ich nicht als zielführend. z

07.5.–11.5. BEAUTY

21.5.–25.5. BEAUTY

04.6.–08.6. VISAGIST

04.5.–11.5. H. RUBINSTEIN 18.5.–25.5. SHISEIDO

SONDERWOCHEN

ihren Höfen geblieben sind, hängt von vielen Faktoren ab: Einerseits haben wir eine ziemlich arbeitswillige Bevölkerung, andererseits wurde zugegebenermaßen auch viel unternommen, um die Menschen auf den Höfen zu halten. Eine Vielzahl von Leuten unter uns hängen an den Höfen und wollen auch nicht weggehen, denn die Verbundenheit zu Haus und Hof ist dermaßen groß, dass so manches in Kauf genommen wird, um auf den Höfen zu bleiben. Ein Einkommen allein reicht aber meist nicht aus, um am Hof zu leben. Dann kommt noch dazu, dass die Bergbauernhöfe meist klein sind und an sehr steilen Geländen liegen. Die Ertragslage ist auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Ein durchschnittlicher Südtiroler gibt heutzutage nur mehr acht Prozent seines Einkommens für Lebensmittel aus. Die meisten Bauern müssen also einer Nebenerwerbstätigkeit nachgehen, um ihr Einkommen zu sichern. Dies ist eine akute Doppelbelastung, die nicht alle in Kauf nehmen wollen. Aber ich bin der Meinung, dass es noch nicht zu spät ist! Noch haben wir ein intaktes Landschaftsbild, und dieses gilt es zu behalten. Mein Vorschlag ist deshalb auf alle Fälle gerechtfertigt, ein Euro pro Nächtigung für unser einmalig gepflegtes Landschaftsbild einzuheben. Hätten wir nicht so eine schöne und attraktive Umgebung, würden sicherlich nicht so viele Touristen bei uns nächtigen. Ob dieses Geld nun aus dem Steuertopf kommt oder mittels einer neu geschaffenen Ortstaxe eingehoben wird, bezahlt von den Touristen, ist zweitrangig. z

SCHÖNHEITSBEHANDLUNGEN

Sollte die Ortstaxe um 1 Euro angehoben werden, um die Bergbauern zu unterstützen?

BRIXEN, DOMPLATZ 2 MO–FR 9–13 + 14.30–19 · SA 9–13 + 14.30–18


Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Wofür können Sie sich begeistern?

Foto: Oskar Zingerle

Was relativ simpel klingt, ist in Wahrheit eine nicht ganz einfache Frage: Können wir uns noch für etwas „begeistern“? Wir haben uns umgehört, ob sich die Brixner noch Zeit nehmen für das, was sie wirklich gern tun.

„Ich lese sehr gern“, sagt Sandra Satzinger. „Mindestens 20 Minuten pro Tag halte ich ein Buch in den Händen. Das ist allerdings ein Hobby, das ich erst vor ein paar Jahren wieder für mich entdeckt habe – vorher tat ich das relativ wenig. Heutzutage fehlt oftmals die Zeit, um seinen Hobbys nachzugehen und sich für etwas so richtig zu begeistern. Ich bin davon überzeugt, dass man die Dinge, die man gerne tut, auch unbedingt tun soll.“

„Meine Arbeit ist meine große Begeisterung“, sagt Maria Taschler, die in der Küche des Krankenhauses arbeitet. „Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit, und das wirklich mit Freude. Leider haben die Menschen heutzutage wenig Begeisterung für gewisse Dinge. Auch üben sie Jobs aus, die ihnen nicht Spaß machen, und das finde ich sehr schade.“ 32

„A me piace andare a pesca“, sagt Claudio Doro. „Questo mio hobby lo pratico da sempre ed è sempre un grande piacere. Da quando sono in pensione me lo godo ancora di più e ho anche più tempo per farlo. Ci vado almeno due volte al mese. E poi d’estate vado in montagna.”

„Radfahren ist mein großes Hobby – und jetzt fange ich auch bald wieder damit an. Im Winter bleibt das Rad stehen, aber wenn es etwas wärmer wird, kann ich wieder starten“, sagt Stefan Huber. „Ich glaube nicht, dass sich die Leute heute sich weniger begeistern können als früher. Ich bin immer schon gerne mit dem Rad gefahren und habe mir dafür auch immer die Zeit genommen.“

Ida Psaier lässt sich für die Gartenarbeit begeistern und für das Wandern: „Ich kann mich sehr wohl für Dinge begeistern und bin auch überzeugt davon, dass das auch andere Menschen tun. Immerhin gibt es sehr viele, die gern sporteln, Theater spielen oder auch anderes gerne tun – und das mit viel Begeisterung.“

Jasmin Girtler geht derzeit viel mit ihrem Kind spazieren: „Früher war ich ein richtiger Hockeyfan und habe mir viele Spiele angesehen. Mit einem kleinen Kind ist das jetzt etwas schwieriger. Heute wird viel Zeit zuhause oder mit dem Handy verbracht. Ich glaube, dass die Begeisterung für gewisse Dinge in den letzten Jahren nachgelassen hat. Mit einem Kind lernt man aber wieder, sich begeistern zu lassen.“

Für Tanja Zenleser ist „Skifahren das Leiwandste: Ich stand immer schon gerne auf den Skiern und bin damit den Berg hinuntergewedelt. Das begeistert und erfreut mich immer wieder aufs Neue. Sobald möglich, stelle ich mich auf meine Skier und nutze dann auch die ganze Wintersaison so gut aus, wie es geht.“

„Auf den Berg gehen, wandern, ins Schwimmbad gehen und die Freizeit genießen – das ist meine Begeisterung, das, was ich gerne tue“, sagt Manuel Harrasser. „Handy und Fernseher sind sicher Begeisterungskiller; es wäre wesentlich besser, wenn man sich ein richtiges Hobby suchen würde, anstatt immer das Handy in der Hand zu haben.“


Echo

Leser schreiben uns

Das falsche Stinkgassl Leserbrief zu den „Stadtgeheimnissen“ im „Brixner“ Nr. 350, S. 59

Richard Fink, Brixen

Ich habe in Ihrer März-Nummer in der Rubrik „Stadtgeheimnisse“ die mit meinem Namen signierte Zuschrift über das sogenannte „Stinkgassl“ gelesen. Der Text ist soweit in Ordnung. Falsch und jedenfalls irreführend ist das daneben publizierte Foto: Es zeigt nämlich den westlichen Teil der Domgasse (früher Finsterwirtgasse oder Siedlergasse – so benannt, weil im Finsterwirtshaus eine Auskocherei bestanden hat), die von der Erhardgasse zum Domplatz führt und im Hause Hofburggasse 2 eingeschossig überbaut ist. Diese Gasse hat mit dem in Frage stehenden „Stinkgassl“ überhaupt nichts zu tun. Letzteres bestand aus einem schmalen und finsteren Durchgang von den Großen Lauben (Haus Nr. 11) zum Domplatz (Ecke Bar Rossini) und ist heute mit dem Laubenhaus integriert und somit geschlossen. Aufgrund eines „Urtlbriefes“ vom Jahr 1432 musste dieser Durchgang von Frühmesszeiten bis zum abendlichen Aveläuten und bei Feuersnot auch nachts offen bleiben (Feuergassl). Das publizierte Foto ist auch dahingehend irreführend, weil die gezeigte Gasse ebenfalls auf den Domplatz führt und weil

in dieser Gasse und zwar genau an der abgebildeten Stelle bis vor kurzem jahrelang ein Käseladen bestanden hat, sodass der Leser glauben könnte, das „Stinkgassl“ hätte sich tatsächlich hier befunden. Ich ersuche Sie daher um Berichtigung.

„Die Lust auf Europa…“ Leserbrief zu den Europawahlen

Peter Natter, Brixen

Mitte April haben wir, eine Gruppe junger Leute der europäischen Aktion #desmolwähli, gemeinsam mit dem Jugendzentrum Kassianeum und dem Amt für europäische Integration eine Info- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Europa organisiert. Die Bewerbungen liefen, und wir haben uns als Team mit großer Motivation und Freude vorbereitet und organisiert – in der Erwartung eines größeren Publikums. Aus dem wurde leider nix: Nur eine Handvoll Jugendlicher sind der Einladung gefolgt. Die Diskussion war zwar überaus spannend, trotzdem ist mir eine Frage nicht mehr aus dem Kopf gegangen: Warum ist es so schwierig, Jugendliche für Europa zu begeistern, in ihnen die Lust auf Europa zu wecken und sie dazu zu bringen, sich mit dieser Thematik – gerade jetzt vor dieser wichtigen EUWahl – auseinanderzusetzen?

Klar – wenn man als Jugendlicher in der Zeitung Begriffe wie Schengener Abkommen, Kommission, EU-Rat oder Binnenmarkt liest, kann man diese zwar ungefähr einordnen, recht viel mehr sagen sie den meisten aber auch nicht. Die EU scheint für viele von uns schlichtweg viel zu weit weg zu sein. Alle sprechen zwar darüber, wie wichtig die Europäische Union gerade in der heutigen globalisierten Welt ist, aber die Frage, was die EU wirklich ausmacht, ist für viele schwierig zu beantworten. Dabei hat die Europäische Union gerade auch unserer jungen Generation entscheidende Vorteile gebracht: die Abschaffung der Roaming-Gebühren, Erasmus+, Erasmus für Jungunternehmen, DiscoverEU/Free Interrail, die Portabilität von Onlinediensten, Geoblocking beim Onlinehandel, Bologna-Prozess, die Anerkennung der Berufsqualifikationen… und noch vieles mehr! Wir Jugendliche machen fast ein Drittel aller Europäer aus. Uns muss bewusst werden, dass wir

die Möglichkeit haben und zugleich auch die Verantwortung tragen, die EU von morgen mitzugestalten! Wie viel die Jugend mit ihrer Stimme bewegen „könnte“, sieht man am Beispiel des Brexit-Referendums: 75 Prozent der Jugendlichen haben für den Verbleib in der EU gestimmt, aber nur 35 Prozent der jungen Wahlberechtigten sind wählen gegangen. Deshalb mein abschließender Appell an alle jungen und junggebliebenen Brixner: Sprecht miteinander über Europa! Diskutiert über die EUWahl! Was läuft gut, was weniger? Informiert euch – und lernt, Europa zu lieben!

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur DREHARBEITEN IM BRIXNER BEZIRKSGEFÄNGNIS: Das Bild mit Zingerle in Handschellen inmitten der Carabinieri entspricht der Originalaufnahme von 1950

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ERSTE VERFILMUNG DES KRIMINALFALLS GUIDO ZINGERLE

Ungeheuer unmenschlich Brixen, Vahrn und Mühlbach gehören zu den Hauptdrehorten der österreichischen Filmproduktion „Zingerle. Das Ungeheuer von Tirol“ von Regisseur Eric Marcus Weglehner. Authentizität, Detailtreue und Originalschauplätze waren für den Film wesentlich. Am 12. April wurde die grausame Kriminalgeschichte des Sexualmörders Guido Zingerle beim Bozner Filmfestival präsentiert. 34


„Seid brav, sonst holt euch der Zingerle!“ Sie spukt also immer noch herum in unseren Köpfen, die Bestie, das Ungeheuer, der „Luckner-Tuifl“, wie die Valler Guido genannt haben, als dieser noch ein Bub war. 1902 im Vinschgau als uneheliches Kind geboren, hatte die mittellose Mutter ihren Sohn noch als Säugling weggegeben. Auf dem Luckner Hof in Vals wurde er als Pflegekind aufgenommen; ein Zuhause fand er aber nicht, dafür viel Schläge und einen Schlafplatz im Stall. Die harsche Kindheit hatte Einfluss auf sein späteres Verhalten, sodass er, der „Bankert“, auch in der Schule ein Außenseiter und schließlich als „Luckner Tuifl“ verschrien war. „Schon damals waren die Wälder und Höhlen seine Zufluchtsorte; dort hat er sich beschützt gefühlt“, weiß Gudrun Weglehner-Auböck, und auch, „dass er am Patscherkofel bis ins Zillertal Höhlen kannte, die er – als er nach der Option in Innsbruck lebte – regelmäßig aufsuchte, und wo er auch immer wieder mehrere Tage verbrachte.“

Die„Methode Zingerle“. Im Wald

E

ine ganze Generation soll in panischer Angst vor „dem Zingerle, der einen holen kommt, wenn man nicht brav ist“, herangewachsen sein. Nicht nur im Eisacktal erinnern sich viele aufgrund eigener Erfahrung und noch mehr aufgrund von Erzählungen an den spektakulären Kriminalfall – Guido Zingerle, Triebtäter und Frauenmörder. „Bei unserer Suche nach wahren Begebenheiten, die sich zum Film eignen, wurden wir bei unseren Crew-Mitgliedern fündig. Unser Kameramann hatte sofort einen Namen parat: Zingerle!“, erinnert sich Gudrun Weglehner-Auböck, Produzentin des 40-minütigen Kurzfilms „Zingerle. Das Ungeheuer von Tirol“. Ihm selbst, so der Kameramann, sei als Kind im Familien- und Bekanntenkreis von Drohungen erzählt worden:

fühlte er sich sicher. Dort kannte Guido Zingerle sämtliche Wege und Pfade. Dieses Wissen erlaubte ihm, sich in der Zeit der Kriegswirren sein Geld als professioneller Schmuggler zu verdienen. Und dieses Wissen diente ihm auch für seine „Methode Zingerle“: Im Wald lauerte er seinen Opfern auf, verschleppte sie an Orte, die ihm vertraut waren, vergewaltigte sie, bedeckte sie mit Steinen und ließ sie dann eines langsamen Todes sterben. Für Gertrud Kutin etwa, Zingerles erstes Opfer, zu dem er sich später bekannte, soll der qualvolle Todeskampf unter dem schweren Steinhaufen mehrere Tage angedauert haben. Das war im Mai 1946 in Glaning bei Bozen. Mehrere Vergewaltigungen folgten, bis er sich 1950 an der englischen Touristin Helen Munro verging. Ihr lauerte er unterhalb des Patscherkofels auf, vergewaltigte und ermordete sie. Als bekannt wurde, wer für die grausamen Morde und Vergewaltigungen verantwortlich war, setzte eine regelrechte Massenhysterie ein: Frauen wagten sich nicht mehr auf die Straßen, Mädchen wurden weggesperrt. Denn die „Methode Zingerle“ hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet, und eine Hetzjagd begann, die die Bevölkerung in Nord- und Südtirol in Atem hielt – bis Guido Zingerle

nach fünf Wochen auf der Flucht 1950 in einer Almhütte in Vals gestellt werden konnte; in jener Gegend, die ihm seit Kindertagen vertraut war.

Festnahme im Jahr 1950. Mit

der Festnahme Guido Zingerles durch die Carbinieri im Stadel auf der Alm beginnt der Kurzfilm „Zingerle. Ungeheuer von Tirol“. Gemäß der wahren Begebenheit wird auch im Film die Verhaftung in Szene gesetzt: In Handschellen wird Zingerle vorgeführt, die Leute ringsherum beschimpfen und bespucken ihn. „Authentizität war uns bei unserer Arbeit absolut wichtig. Deshalb wählten wir eine wahre Geschichte, die wir so nahe wie möglich am Original nachzeichneten“, unterstreicht Gudrun Weglehner-Auböck. Um diesem Anspruch nach Authentizität gerecht zu werden, wurde ein Jahr lang akribisch recherchiert. Die Publikationen von Heinrich Schwazer („Der Zingerle: Geschichte eines Frauenmörders“; Raetia, Bozen 2002) und Artur Oberhofer („Die großen Kriminalfälle: Der Frauenmörder Zingerle“; edition arob, 2009) waren dafür ausgezeichnete Quellen. Originalzitate vom Zingerle-Verhör sind in die Filmdialoge eingeflossen. Nach dem handschriftlichen Geständnis von Zingerle sind Szenen nachgestellt worden. Der Film ist eine autobiographische Darstellung von Guido Zingerle, „aber es geht nicht nur um seine Taten. Wir zeigen das Leid, das von Zingerle verursacht wird, aber auch jenes Leid, das er selbst erfährt“. Und so werden im Film verschiedene Facetten des Menschen Zingerle dargestellt – jene des liebevollen Vaters, der am Bett der Tochter eine Geschichte vorliest, aber auch jene eines Menschen, der völlig abseits jeglicher Moral Frauen in Höhlen zerrt und seine Gier nach Macht befriedigt.

Originalschauplätze. Bei allem

aber war es den Filmemachern wichtig, so nahe wie möglich am Original zu bleiben. „Obwohl wir leider keine Förderung von Südtirol bekommen haben, haben wir uns entschlossen, in Südtirol an den Originalschauplätzen zu drehen“, sagt Gudrun WeglehnerAuböck. Auch im alten Gefängnis am Domplatz in Brixen wurde gedreht, weil Zingerle damals von den Carabinieri in Brixen verhört worden war und eine Zeitlang im Brixner Bezirksgefängnis inhaftiert wurde, bevor er nach seiner Verurteilung in Bozen ins Gefängnis in

Turi bei Bari gekommen ist. Dort verstarb er 1962 an Leberkrebs. „Als wir zum ersten Mal die Räume des seit den 90er Jahren aufgelassenen Gefängnisses sahen, konnten wir unseren Augen kaum trauen: Die Holztäfelung, die Fenster und die Tür zum Verhörraum entsprachen den Originalfotos der Festnahme.“ Sämtliche bürokratische Hürden für die Dreherlaubnis waren aufgrund des Wohlwollens der Brixner Gemeindeverwaltung schnell genommen, und die Dreharbeiten waren für Spätsommer 2017 zugesagt. Was man aber nicht wusste, war, dass zeitgleich zum zugesagten Dreh am Domplatz gleich zwei große Brixner Veranstaltungen stattfanden: das Mountainbike Testival und das Altstadtfest. „Das ließ uns zunächst die Luft anhalten“, denn das Equipment musste mit großen Transportern angeliefert werden, und an einen Dreh beim unweigerlich aufkommenden Festtagslärm war nicht zu denken. Die Ängste erwiesen sich aber als unbegründet, denn „wir haben von jeder Seite – Gemeinde, Tourismusgenossenschaft und Ortspolizei – Unterstützung, Teamgeist und Wohlwollen erfahren. Durch Zusammenarbeit waren dann weder Lärm noch Menschenansammlungen auf dem Domplatz ein Problem“.

Auf der Suche nach Locations.

Neben dem alten Bezirksgefängnis wurde auch in den Gemeinden Mühlbach und Vahrn gedreht; „allein für die Locationsuche bin ich an die 20.000 Kilometer gefahren.“ Ihren Anfang machte die Produzentin in der Gemeinde Mühlbach. Hier wurde ihr ein Nebengebäude des Gasthauses „Seppi“, eigentlich ein Abrisshaus, zur Verfügung gestellt. In diesem Gebäude habe man die Wohnung nachgestellt, in der Zingerle in Inns­bruck mit seiner Frau und seiner Tochter gewohnt hatte. Zudem gebraucht wurden eine Berghütte, ein Bergdorf und eine Höhle: „Was ich an Berghütten und Almen besichtigt habe, was ich durch den Wald gelaufen bin, um eine geeignete Höhle zu finden – das war wirklich abenteuerlich!“ Die Höhle, in der die Vergewaltigungsszenen nachgestellt werden sollten, hat WeglehnerAuböck schließlich in Vahrn gefunden, im Wald in Salern auf dem Weg zur Land- und Hauswirtschaftsschule. „Bei meiner Schauplatzsuche kam ich in Kontakt mit einem Einheimischen, der beim Geocaching eben auf 35


Kunst & Kultur Regisseur Eric Marcus Weglehner beim Dreh mit Ricardo Angelini (Carabinieri-Kommandant Olivotto), Martin Leutgeb (Staatsanwalt) und Roland Silbernagl (Zingerle)

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diesen Höhlenstollen im Wald von Salern gestoßen war. Wir haben ihn besichtigt und für geeignet befunden.“ Zunächst musste aber die Dreherlaubnis besorgt werden: „Als ich mich beim Grundbesitzer meldete und mein Anliegen vorbrachte, erzählte er mir eine kuriose Geschichte von seinem Vater, die sich wohl Ende der 30er Jahre zugetragen haben muss. Als der noch ein Bub war, hatte er den Zingerle selbst getroffen! Und zwar sei man beim Heumachen gewesen, als ein Mann aus dem Wald kam. Dem Buben deutete er, näher zu kommen. Er drückte ihm ein paar Geldstücke in die Hand und gab ihm den Auftrag, er möge im Dorf etwas zu essen

dem Balkon des Gerichtsgebäudes der Bevölkerung vorgeführt hat. Einige waren dabei gewesen, wie sie den Zingerle in Handschellen zum Gericht nach Bozen geführt haben am Tag der Verhandlung.“

Der Film entsteht. Vom Recher-

chebeginn bis zur Fertigstellung sind zweieinhalb Jahre ins Land gegangen. Gedreht wurde von einer 30-köpfigen Filmcrew in Tirol, Oberösterreich und Südtirol. Von den 16 Drehtagen entfielen zehn auf Südtirol, vier davon allein in Brixen. Finanziert wurde der Film zu einem Drittel aus Förderungen und Sponsorings, der Rest wurde aus Eigenmitteln aufgebracht. „Dazu habe ich mich

Für ihr Projekt konnten renommierte Schauspieler gewonnen werden, zum Beispiel Hauptdarsteller Roland Silbernagl: „Wenn man einen Menschen wie Zingerle spielt, bedarf es einer Riesenüberwindung, sich darauf einzulassen. Mit der Zeit hat mich die Rolle wirklich mitgenommen. Es gab schlimme Szenen, in denen ich das Gefühl hatte, aus meinem Körper auszutreten – als hätte Zingerle überhandgenommen.“ Mit ihrer Rolle intensiv auseinandergesetzt hat sich auch die weibliche Hauptdarstellerin Julia Rosa Peer, die sich selbst für die Rolle der „Ida“ gemeldet hat. „Ida“ ist die einzige Figur im Film, die nicht der Historie entspricht,

„Wir zeigen das Leid, das von Zingerle verursacht wird, aber auch das Leid, das er selbst erfährt“_ Gudrun Weglehner-Auböck, Produzentin kaufen und ihm bringen. Später sei man draufgekommen, dass das der Zingerle war.“ Solche kuriosen Geschichten habe man ihr viele erzählt, je länger sie für Recherchezwecke im Eisacktal war. „Alle haben uns bereitwillig erzählt, wenn sie selbst den Zingerle in Mühlbach persönlich erlebt hatten. Auch wissen einige noch davon, wie man damals den Zingerle auf 36

entschlossen, weil es für junge Filmemacher sehr schwer ist, eine Finanzierung zu bekommen, um im Filmbusiness Fuß zu fassen.“ Förderungen kamen vom Land Tirol, von der Stadt Innsbruck, dem Land Salzburg, der Stadt Salzburg und dem Land Oberösterreich. „Aber, dass wir mit diesem Stoff eine gute Geschichte haben – darin sind wir immer wieder bestärkt worden.“

sondern aus dramaturgischen Gründen hinzugefügt wurde – als Gegenpart zum Zingerle. „Die Entstehung und Entwicklung dieser Figur war nicht einfach. Wir haben uns dafür mit der Leiterin einer Selbsthilfegruppe für sexuellen Missbrauch getroffen, um Figur, Charakter und Reaktionen der ‚Ida‘ zu erarbeiten.“ Zingerle, der stets jegliche Schuld an seinen Taten von sich schob, sich als

Opfer sah und seinen Trieb als Krankheit rechtfertigte, muss am Ende seine eigene Verantwortung und Schuld eingestehen. Die Erkenntnis, dass trotz seines leidvollen Lebensweges er der Einzige ist, der für seine Taten Verantwortung trägt, wird ihm von Ida Hofer, selbst Vergewaltigungsopfer und Sekretärin der Polizeistation Brixen, vor Augen geführt.

Der Film. Die Intention der Filme-

macher ist es, ein ungeschöntes Portrait von Guido Zingerle mit all seinen Abgründen, aber auch seinen menschlichen Zügen zu zeigen. Keine Schwarz-WeißMalerei sollte betrieben werden; eine Darstellung in realistischeren Grautönen war wesentlich. Mit diesem Hintergrundwissen saß ich im Bozner Filmclub bei der Präsentation des Kurzfilms „Zingerle. Ungeheuer aus Tirol“ auf Südtirolerisch mit englischen Untertiteln. Wenn er nur etwas mehr Mutterliebe erfahren hätte, wäre alles anders gekommen, hört man gleich zu Beginn die Worte Zingerles, der bald darauf als liebevoller Vater, eine Gutenachtgeschichte vorlesend, am Bett seiner Tochter sitzt, die – wie man weiß – sein Ein und Alles war. Will der Zuschauer aber Mitgefühl entwickeln für einen Sexualverbrecher, der kein Mitleid hatte mit seinen Opfern, auch nach der Tat noch nicht,


Die Höhle in Salern musste für den Dreh gesäubert und mit Holzplatten ausgelegt werden

––

nachdem er sie unter schweren Steinen begraben hat, wo sie dann einen langsamen und qualvollen Tod sterben mussten? Vielleicht kommt Guido Zingerle im Film zu gut weg; das gezeichnete Bild ist geschönt. Fast zu oft hört man im Kurzfilm aus Zingerles Mund, dass er krank, schuldlos und Opfer dieses „Giftes“ sei, dass ihm in seiner

schweren Kindheit eingeprügelt worden war. Und dass er unter dem Namen „Luckner-Tuifl“ gelitten habe: „Ich habe selbst nie vor diesem Teufel Angst gehabt, weil ich weiß, dass der größte Teufel im Menschen selber ist.“ Alles Originalzitate, entnommen den Verhandlungsprotokollen. Der Film stellt sich der künstlerischen

Herausforderung, das Leben und Handeln dieses Mannes so lebensecht und realistisch wie möglich darzustellen, um die grausamsten Wahrheiten unserer menschlichen Psyche zu untersuchen. Lebensecht und realistisch ist der Kurzfilm in der Tat; manchmal zu realistisch, wie etwa während der beiden nachgestellten

Vergewaltigungen in der Höhle. War eine derart genaue bildliche Darstellung wirklich nötig? Letztendlich aber bleibt der Film konsequent. Er erfüllt auch in diesen grausamen, kaum auszuhaltenden Szenen die gleich hohen Maßstäbe wie im Text, in der Maske, beim Bild, beim Kostüm: Authentizität, Originalität und Liebe zum Detail. Und möglicherweise könnte gerade diese extrem detaillierte Darstellung der Vergewaltigungen Anlass sein, um thematisiert zu werden und im Gespräch zu bleiben über verdrängte Wahrheiten, über Voyeurismus und über Gewalt. Die nächste Gelegenheit, sich selbst ein Urteil zu bilden, wird vom 28. Mai bis 2. Juni geboten bei den Filmfestspielen in Innsbruck, wo der Kurzfilm präsentiert werden wird. Während dieser sechs Tage soll „Zingerle. Ungeheuer von Tirol“ auch in Südtirol erneut gezeigt werden.

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KINDERTHEATERFESTIVAL

Vier Tage Kindertheater aus dem gesamten europäischen Raum und darüber hinaus erwartet das Publikum beim Internationalen Kindertheaterfestival „Hollawind“, das vom 8. bis 12. Mai in Brixen stattfinden wird.

Aufwändige Organisationsarbeit. Von Anfang an im Organi-

sationsteam waren Heidi Troi, Annalisa Cimino und Thomas Troi. Dazugekommen sind im Laufe der Jahre die Theaterpädagogin Nathaly Ebner und die Brüder Benedikt und Jonathan Troi. Gemeinsam arbeiten sie seit etwa einem Jahr an der Ausgabe 2019 von „Hollawind“.

Foto: Tetyana Afanasyeva

E

s war im Jahr 2005, als das Theaterpädagogische Zentrum (TPZ) zum ersten Mal das Festival „Hollawind“ ausrief, und da war der damals elfjährige Fabio Vitalba, heute noch TPZler, schon dabei. Begeistert erzählt er davon: „Ich erinnere mich gern an die Euphorie, die in unserer Gruppe ausbrach, als wir von ‚Hollawind‘ hörten. Wir konnten den Auftritt kaum erwarten! Wir fühlten uns in diesen Maitagen wie in einer anderen Welt, obwohl wir ja in Brixen zu Hause waren. Die Teilnahme an den Workshops, die Aufführungen, die gemeinsamen Mittagessen mit Leuten aus ganz Europa, der Austausch mit anderen theaterbegeisterten Kindern – all dies lebt noch in mir. Wir kommunizierten mit Händen und Füßen, wie man so sagt. Unser Englisch war damals sehr bescheiden. Diese wunderbaren Erinnerungen sind vermutlich der Grund, dass ich immer noch Freude am Theaterspielen habe.“

Children’s Theatre Kalambur aus der Ukraine zeigt „Eine Geschichte über die Brüchigkeit der Zivilisation“

–

„Der Aufwand ist beträchtlich“, gesteht Heidi Campidell. „Es geht darum, unsere fünf TPZ-Kindergruppen künstlerisch zu begleiten. Und dann gilt es natürlich auch, die Kontakte mit den Gruppen aus Israel, England, Russland und der Ukraine aufrecht zu erhalten. Sambia, das vor zwei Jahren so begeistert hatte, musste diesmal

aus organisatorischen Gründen absagen. Derzeit bangen wir noch um die Teilnahme der ukrainischen Gruppe „Kalamur“, der 30 Kinder angehören. Ob es mit den Ausreisegenehmigungen wohl klappen wird?“ Was die Aufführungsorte angeht, ist die Organisation bereits Routine: Die Aufführungen finden

wieder im JUKAS und im DonBosco-Saal statt. Viel Einsatz hingegen erfordert die Organisation der Unterkünfte: Zwar werden die meisten Kinder mit ihren Begleitern – es sind 60 Kinder und 20 Erwachsene – im Kassianeum untergebracht, doch reicht der Platz nicht für alle, „sodass wir auf die Bereitschaft von gastfreundlichen

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Brixner Familien angewiesen sind. Zum Glück gibt es diese!“, sagt Campidell.

Ziele des Projektes. „Natürlich

wollen wir unserem Nachwuchs die Gelegenheit geben, auf der Bühne zu zeigen, was er im Laufe des Jahres gelernt hat“, erklärt Thomas Troi, der „Vater“ des TPZ. Es sind immerhin fünf TPZ-Gruppen: Sie nennen sich „Knallrot“, „Zinnober“, „Honiggelb“, „Peppermint“ und „Jeansblau“. „Genauso wichtig ist für uns Theaterpädagogen aber die Verständigung über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg: Kinder sollen Toleranz für andere Sichtweisen entwickeln, die Neugier auf Neues entfalten und Vorurteile abbauen. In diesem Sinne kann das Festival einen wichtigen Beitrag zur Friedenserziehung leisten.“

Finanzielle Unterstützung. Dass

ein solches Event Geld kostet, obwohl die einzelnen Gruppen die Reise selbst finanzieren, kann sich jeder denken. Folglich ist die Frage, ob man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln auskommt, eine weitere Sorge. Doch man ist optimistisch: Zu

Das Hollawind-Team arbeitet seit einem Jahr an „Hollawind 2019“ den Beiträgen der Gemeinde, des Landes und der Region sowie der Stiftung Sparkasse und kleinerer Sponsoren kommt heuer auch eine Summe der Raiffeisenkasse Eisacktal: Das Projekt „Hollawind“ wurde neben zwei weiteren für die Aktion „Werte mit Herz“ nominiert. Überzeugt war die Jury vor allem vom völkerverbindenden Element des Festivals.

Das Programm. Die insgesamt

neun Aufführungen gehen vom 9. bis 11. Mai über die Bühne; die einzelnen Termine finden sich

–

im „timer“. Besonders gespannt darf man auf die Vorstellung des „Piano Theatre“ aus Russland sein, sind es doch taubstumme Kinder, die versuchen werden, „ihre Sehnsucht nach Menschlichkeit und Herzenswärme auszudrücken – ohne Worte, mit poetischen, stimmungsvollen Bildern“. Bekannt sind auch das Ensemble „Eugen Nacht Acting Studio“ aus Tel Aviv und das „Central Youth Theatre“ aus Wolverhampton in England. Ja, und auch auf die fünf TPZ-Theaterwerkstätten darf das Publikum gespannt sein.

Eine vielversprechende Zusammenarbeit. Zu den Auftritten in

den Sälen kommen in diesem Jahr Straßenaktionen an verschiedenen Plätzen der Stadt zum Thema „Wasser und Licht“. Es ist den Organisatoren des TPZ gelungen, eine Kooperation mit dem Brixner Stadtmarketing einzugehen. Das bedeutet, dass die Festival-Teilnehmer auch an der Eröffnung des „Wasser-Licht-Festivals“ am 9. Mai mitwirken werden. johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Wunderwerk Schöpfung Seit 32 Jahren stellt sich die „Brixner Initiative Musik und Kirche“ der Aufgabe, hochklassige Veranstaltungen anzubieten und der kirchenmusikalischen Tradition moderne Ausdrucksweisen gegenüberzustellen. Die Bewahrung der Schöpfung steht heuer im Fokus der Programmgestaltung.

N

ur wenige Tage nach der Vorstellung des Jahresprogramms 2019 durch Präsident Paul Gasser und den künstlerischen Leiter Josef Lanz startete die Initiative Musik und Kirche mit der Brockes-Passion von Georg Friedrich Händel im Dom zu Brixen. Als überaus passender Introitus zur Karwoche wurde Händels einziges Werk in deutscher Sprache vom Chor des Norddeutschen Rundfunks und Le Concert Lorrain außergewöhnlich mitreißend ausgeführt. VieVox, ehemalige Wiener Sängerknaben, zwei Schlagzeuger und die Organistin Magdalena Hasibeder treffen am 29. April wie „Licht und Schatten“ in der Stiftskirche von Neustift aufeinander, wo zeitgenössische Werke zu Gehör gebracht werden. Im Mai wird in der Freinademetz-Kirche in Milland das Oratorium „Natura et quatuor elementa dolentia ad Sepulcrum Christi“ von Antonio Cesti vom Ensemble Polyharmonique und dem Concerto Melante aufgeführt. Fünf Sänger verkörpern die Allegorien Natur und die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, die sich am Grab Jesu versammeln und darüber sinnieren, wie sich der Tod Christi auf die Welt auswirkt. Es folgt ein besonders faszinierendes Werk von Heinrich Ignaz Franz Biber mit 14 verschiedenen Violinstimmungen am 18. Mai in der Kirche des Priesterseminars. Der zweite Teil der 16 Rosenkranzsonaten wird am darauffolgenden Tag in der Grabeskirche in Bozen aufgeführt vom Ensemble Bell’arte mit der Geigerin Annegret Siedel, die auf sieben Violinen abwechselnd spielen wird. Ende Mai kommt der Kammerchor Leonhard Lechner aus Gries nach Brixen, wo er unter der Leitung von Domkapellmeister Tobias Chizzali und mit dem Stiftskapellmeister von Muri Gries, Dominik

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Fotos: Konrad Eichbichler

Kunst & Kultur

MUSIK

Im Dom zu Brixen: Die Brockes-Passion von Georg Friedrich Händel, mitreißend aufgeführt vom Chor des NDR und Le Concert Lorrain

–––

Bernhard, an der Orgel Vesperpsalmen darbringen wird.

Hochkarätiger Sommer. Der

Sommer hält ein außergewöhnliches Klangfest bereit, wenn zum 50-jährigen Jubiläum der Partnerstädte Brixen-Regensburg das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn im Dom zu erleben sein wird. Mit von der Partie sind die Regensburger Domspatzen, der Domchor Brixen, das Kammerorchester Regensburg, Bläser der bayrischen Staatsoper und die Solisten Clara Sattler, Roman Pichler und Willi Schwinghammer. Ein musikalisches Großereignis steht am 17. Juli, wiederum im Dom zu Brixen, auf dem Programm, wenn über 150 Ausführende des Slovenian Philharmonic Orchestra und des Slovenian Philharmonic Choir die „Auferstehungssymphonie“ von Gustav Mahler erklingen lassen. Den Namen erhielt das Werk, weil es sich auf ein Gedicht von Friedrich Gottfried Klopstock bezieht mit dem Titel „Die Auferstehung“.

Im Juli und August kommen in Innichen italienische Motetten zur Aufführung und in Sterzing die Große Lauretanische Litanei sowie die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Unter der Leitung von Othmar Trenner mit dem Pfarrchor Lüsen und dem Amarida Ensemble werden in Lüsen und Vintl Konzerte abgehalten. „Die Kirchenchöre waren einst wichtige Volkskulturträger“, meint Josef Lanz, „mit der Konzerttätigkeit kann die Tradition fortgeführt werden – vielleicht, indem man den Begriff ‚Konzert‘ in ‚Musikgottesdienst‘ umtauft.“ Eine berühmte Te-Deum-Vertonung von Jean Baptiste Lully, ein Inbegriff barocker Pracht am Hofe des Sonnenkönigs, schließt die Sommersaison mit acht Solisten, Doppelchor und Orchester pompös ab.

Mozart im Herbst. Im Herbst

beschäftigt sich die Initiative mit Wolfgang Amadeus Mozart, da sich dessen Brixen-Aufenthalt heuer zum 250. Mal jährt. Bei

der zur Tradition gewordenen Mozartveranstaltung in der Hofburg am 7. September werden vom Bartholdy Streichquintett die Werke des Mozartfreundes Joseph Leopold Eybler aufgeführt. Tags darauf feiert Bischof Ivo Muser den Gottesdienst mit der SpaurMesse als feierliche Umrahmung. Im Anschluss daran wird im Kaisersaal ein Blick auf „Mozart in der Brixner Hofburg“ geworfen mit handschriftlichen Eintragungen von Leopold und Mozart. Sogar die Kleinsten dürfen im November Salzburger Genieluft schnuppern und in einem Marionettentheater Wolferl und Nannerl auf ihren Reisen begleiten.

Der Umwelt verpflichtet. Über-

aus großen Zuspruch verbucht die Initiative Musik und Kirche mit dem alljährlich stattfindenden Symposion, das vom 11. bis 13. Oktober 2019 unter dem Titel „Liebevolle Schöpfung“ stattfinden wird. Die Umweltzerstörung, der Klimawandel und die Folgen für den Planeten haben eine Di-


mension erreicht, die niemandem mehr gleichgültig sein darf. Josef Lanz und seine Mitstreiter wollen den Kampf um eine lebenswerte Zukunft nicht nur Umweltschützern wie Greta Thunberg überlassen, sondern selbst tätig werden: „Wir fühlen uns verpflichtet, dieses eminent wichtige Thema aufzugreifen und Verbündete zu suchen, um den Menschen das Anliegen auf breiter Basis zu vermitteln“, unterstreicht Josef Lanz. An erster Stelle wird hier das Institut „De Pace Fidei“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen genannt mit der Losung: Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung ist Ausdruck einer christlichen Identität. „Auch der Kunst kommt eine wichtige Rolle zu im Erhalt der Schöpfung, wo der Mensch sich selbst als Schöpfer erfahren darf“, postuliert Markus Moling. Der Südtiroler Künstlerbund und die Hofburg Brixen richten eine Ausstellung aus mit dem Titel „Beauty Case – Die Schönheit der Schöpfung bewahren“, kuratiert von Michael und Thomas Rainer. Im Spiel der beiden Wortbedeutungen, einerseits Kosmetikköfferchen oder im wörtlichen Sinne

Im Rahmen der jährlichen Pressekonferenz wurde das Programm 2019 der Initiative Musik und Kirche vorgestellt Aufbewahrungsort der Schönheit, erschließt sich das Konzept der Sonderausstellung. Die eigens konzipierten Werke von Südtiroler Künstlern konfrontieren uns mit Fragen zur Verletzlichkeit der Schöpfung und den Mitteln ihrer Konservierung. Das heurige Symposion soll uns dazu anregen, eine achtsame Beziehung zur Schöpfung aufzubauen und mit alternativen Lebensweisen eine Zerstörung der Umwelt nicht zuzulassen. In den Referaten des Symposions werden vielfältige Themen aufgegriffen: Von den Lebensstilen der Naturvölker wird Adriano Sella berichten, Markus Moling spricht vom menschlichen Verhalten zum Tier, und Gerhard Tarmann wird

sich mit der Artenvielfalt beschäftigen. „Jedes Jahr verschwinden Tausende Pflanzen- und Tierarten. Sie sterben aus Gründen aus, die mit dem menschlichen Tun zusammenhängen. Unseretwegen können bereits unzählige Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen“ (Papst Franziskus, Enzyklika „Laudato si“). Michil Costa spricht über Gemeinwohlökonomie, Georg Kaser über den Klimawandel aus naturwissenschaftlicher Sicht, und Lisa Plattner gibt Einblick in politische und wirtschaftliche Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels. Der musikalische Teil ist nicht auf Untergangsszenarien ausgerichtet, sondern auf eine liebevolle Beziehung zur Schöpfung.

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Hannes und Andreas bei einer Teambesprechung

PROGRESS GROUP – GEMEINSAM ZUM ERFOLG Die Brixner PROGRESS GROUP ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Eine bedeutende Stärke der Unternehmensgruppe ist es, mit dem Kunden gemeinsam komplette Werke für die Produktion von Betonfertigteilen bedarfsgerecht zu planen und umzusetzen. Die Unternehmen der PROGRESS GROUP realisieren eigenständige Projekte im Maschinenbau oder in der Softwareentwicklung. Eine wahre Herausforderung liegt insbesondere darin, wenn es darum geht, Großprojekte mit Kunden zu realisieren, wo gleich mehrere Unternehmen Produkte liefern und nur im Zusammenspiel der Projekterfolg erreicht wird. Dies ist nur möglich, indem man länder- und kulturübergreifend kommuniziert und zusammenarbeitet. Die Brixner Unternehmen Progress Maschinen & Automation und Progress Software Development haben gerade bei solchen Großprojekten einen erheblichen Anteil an der erfolgreichen Umsetzung der Projekte. Über die enge Zusammenarbeit zwischen den Firmen der PROGRESS GROUP können Hannes Tauber von der Progress Maschinen & Automation und Andreas Messner von der Progress Software Development berichten. Der Quereinsteiger Hannes Tauber aus Feldthurns hat vor sechs Jahren bei PROGRESS GROUP angefangen. Vorher hat sich der gelernte Schlosser in verschiedenen Sparten versucht, bis er dann als Monteur bei der Progress Maschinen & Automation eingestiegen ist. „Drei Jahre lang war ich als Monteur unterwegs“, erzählt der mittlerweile 34-Jäh-

rige. „Als mir die Firma einen Wechsel ins Projektmanagement angeboten hat, habe ich zugeschlagen. Ich liebe die Abwechslung, die Suche nach technischen Lösungen und die Umsetzung von großen Projekten. Das reicht vom ersten klärenden Gespräch mit dem Kunden und der gemeinsamen Entwicklung der Maschinen bis zur Auslieferung und Übergabe.“ Über seine Arbeit als Projektmanager erzählt Hannes: „Ich bin sozusagen das Bindeglied zwischen den einzelnen Abteilungen Konstruktion, Einkauf, Maschinensoftware, Produktion und Montage. Dabei sind vor allem eine klare Organisation sowie die interne Kommunikation zwischen den Abteilungen und Firmen, aber auch die ständige Rücksprache mit dem Kunden sehr wichtig.“ Der Allrounder Der 29-jährige Villnösser Andreas Messner hat gleich nach der Matura an der Gewerbeoberschule bei Progress Maschinen & Automation als Softwareentwickler angefangen. Nachdem er sieben Jahre lang Software für Maschinen entwickelt hat, wechselte er 2016 zur Schwesterfirma Progress Software Development. „In den vergangenen Jahren habe ich bei meiner Arbeit alle Ebenen der Softwareentwicklung kennengelernt. Es gibt keine Routine, es stellen sich immer neue Herausforderungen, da kommt garantiert

keine Langeweile auf – und genau das gefällt mir an meinem Job!“ Andreas ist mittlerweile Teamleiter im MES-Bereich, wo Softwaresysteme für die Planung, Steuerung und Optimierung der Produktion entwickelt werden. Er kommt bei den firmenübergreifenden Projekten dann ins Spiel, wenn es darum geht, die einzelnen Maschinen in Kombination am effizientesten zu nutzen. Für seine Arbeit braucht Andreas Kreativität, Eigenständigkeit, Kommunikationsfähigkeit und eine gute softwaretechnische Ausbildung. Für jeden etwas dabei „Ich schätze vor allem die Tatsache, dass junge, motivierte Menschen große Aufstiegschancen haben und gemeinsam die komplexesten Projekte umgesetzt werden“, erzählt Hannes. Dazu trägt laut Andreas auch die große Offenheit der Mitarbeiter in der Firmengruppe bei: „Mir gefällt besonders, dass der Wille da ist, etwas zu bewegen. Jeder weiß, dass man gemeinsam stark ist.“

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Brixen kunterbunt z Am Montag und Dienstag der Karwoche malten 75 Studierende aus dem dritten Studienjahr der Fakultät für Bildungswissenschaften der unibz diverse Zeichnungen auf die Pflastersteine der Bischofsstadt. Mit ortspolizeilicher Genehmigung wurde auf dem Boden vom Domplatz, MariaHuber-Platz und Marktplatz mit spezieller Kreide gezeichnet. Die Idee zur „Street-Art-Aktion“ hatte Klaus-Ove Kahrmann, Lehrbeauftragter für Kunstpädagogik an der Fakultät in Brixen: „Die

Studierenden sollen durch die Aktion lernen, wie man mit wenig Aufwand ein Gelände mitgestalten kann.“ Die Straßenaktion hatte dann schnell Mitakteure gefunden: Vorbeikommende Kinder entschieden spontan, selbst zur Kreide zu greifen und sich künstlerisch einzubringen. sp

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THEATER

Das Dschungelbuch z Es war Steffi Frener Leitner, die vor genau zehn Jahren Theaterbegeisterte dazu motivieren konnte, einen Theaterverein zu gründen, der sich durch die Verquickung zweier Silben der beiden Ortschaften Sarns und Albeins fortan „Salbeibühne“ nannte. Bis 2018 konnte Heidi Saxl Wachtler die Truppe als Regisseurin begleiten; im heurigen Jubiläumsjahr ließ sich Joachim Tauscher ein ganz besonderes Projekt einfallen. Der Albeinser Tausendsassa, der sonst auf der Bühne seinen Mann steht, wollte den Fans zum 10. Geburtstag ein besonderes Ge-

kurz

notiert

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schenk machen. Er arbeitete Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ als Bühnenfassung um, damit sie Kindern und Erwachsenen gleichermaßen zugänglich wird. Oma Ira (Zita Brenninger) erzählt Sarina (Hanna Ruhl) die Geschichte des Findelkindes Mowgli (bravourös: Leon Gafriller), das auf der Suche nach seiner Identität ist. Er lernt, dass Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft Geborgenheit bedeutet; dennoch steht er Neuem und Unbekannten aufgeschlossen gegenüber. Klein und Groß durften hautnah ins Dschungelleben eintauchen – mit Baghira, dem

Panther, dem Tiger Shir Khan, Balu, dem Bären und Kaa, der züngelnden Python im tollen Kostüm aus der Seeburg-Schneiderei. ird

Das diesjährige Frühjahrskonzert der Musikkapelle Schabs stand zum 35-jährigen Bestehen ganz im Zeichen des Projekts „Back to Musik(kapelle)“. Zum Mitwirken eingeladen waren auch alle ehemaligen Musikanten der Musikkapelle. 13 nahmen das Angebot an.

Am 20. April jährte sich zum 110. Mal der Geburtstag des Journalisten und Widerstandskämpfers Hans Egarter, der in Brixen begraben ist. Der Verein heimat Brixen und die italienische Partisanenvereinigung gedachte seiner in einer leisen Zeremonie am Friedhof mit Musik von Marcello Fera.

Einen überwältigenden Erfolg konnte kürzlich die Bühne Mauls verbuchen mit der Komödie „Ein Traum von Hochzeit“ unter der kundigen Regie von Ingrid M. Lechner, wobei vor allem die Komik von Hannes Überegger und Harald Prossliner für eine Bombenstimmung sorgte.


NACHGEFRAGT

„Musik kennt keine Sprachbarriere“ GIACOMO FORNARI, neu gewählter Präsident des Vereins Pro Cultura, über neue Zielsetzungen wie Förderung junger Musiker, breit angelegte Öffnung nach außen – und die große Jubiläumsfeier am 18. Mai. bung, Pressearbeit und Vereinsdokumentation. Unser Ziel ist, hochwertige Qualität aufzuweisen und gleichzeitig eine Plattform für die junge Generation zu sein, die noch Starthilfe benötigt. Sie sind Direktor des Konservatoriums Monteverdi und Opernexperte. Werden Sie in etwa Castiglionis Linie weiterführen? Oper ist mein tägliches Brot, ich unterrichte Musikdramaturgie und Geschichte des Musiktheaters. Die Oper wurde bisher in reduzierter Form angeboten, aber jetzt ist die Zeit reif, dem Publikum eine komplette Oper zuzumuten. Ich möchte eine kurzweilige, präg-

nante Einleitung gestalten, sodass die Menschen spielerisch etwas über die Musik lernen können.

Foto: Irene Dejaco

Herr Fornari, Sie sind vor kurzem zum Präsidenten von Pro Cultura ernannt worden. Kein leichtes Erbe nach 40 Jahren Ära Castiglioni … Mario Castiglioni hat hervorragende Kulturarbeit geleistet und großartige Ensembles und Solisten nach Brixen gebracht. Mit dem neuen, höchst effizienten Team, das Castiglioni nach wie vor tatkräftig unterstützt, bemühen wir uns noch intensiver um eine Öffnung. Wir möchten einladend für alle Bürger wirken, denn Musik kennt keine Sprachbarrieren. Wir wollen auch professioneller werden in Hinblick auf Wer-

Am 18. Mai findet im Forum Brixen eine große Jubiläumsfeier zu 70 Jahren Pro Cultura und 40 Jahre Castiglioni statt. Was erwartet uns? „Castiglioni & friends“ wird eine Art bunter Reigen mit vielen musikalischen Highlights sein. Es wird ein Opernrecital geben, Roman Pichler und Anna Maria Chiuri sind erlesene Gäste, Enrico Gerola wird am Klavier zu bewundern sein, und der Coro Plose hat auch einen Auftritt. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Sisters in Action z Seit Jahren bemüht sich Leo Ploner im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium Josef Gasser mit Schwerpunkt Musik, tolle Schulprojekte zu präsentieren, bei denen die Schüler ihre Talente unter Beweis stellen dürfen. Heuer fiel die Wahl auf das Musical „Sisters in Action“ in Anlehnung an den Film „Sister Act“ mit Whoopi Goldberg. Der Plot ist bekannt: Die Barsängerin Deloris wird Zeugin, wie ihr Lover, der Gansterboss LaRocca, einen Mord begeht. Um sie bis zur Zeugenaussage zu beschützen, bringt sie Leutnant Eddie Souther in ein Nonnenklos-

ter, wo die Widerspenstige den miserablen Chor übernimmt und zu ungeahntem Erfolg führt. Die Schüler machten allesamt eine gute Figur – nicht nur wegen ihrer Nonnenverkleidung oder Gangster-Outfits (Kostüme: Sieglinde Michaeler & Walter Granuzzo), sondern auch, weil sie singen, tanzen und im Orchester spielen, teilweise im fliegenden Wechsel. Wer allerdings neben braven Kirchenliedern auf Gospels hoffte, musste bis zum Schluss warten, wo „I will follow him“ die Zuschauer zum Toben brachte. ird

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Südtirols Bergseen leuchten und funkeln in vielen Farben von Türkis über Blau bis hin zu Aquamarin; seine Wasserfälle sind wild, stiebend und zahlreich. Für das vorliegende Buch hat die gebürtige Norddeutsche und heute in Bayern beheimatete Autorin Anja Eichelsdörfer die schönsten Seen und Wasserfälle Südtirols zu Fuß erwandert: kleine Seen unter hohen Gipfeln wie den Laugensee oder den Lech Sant, größere wie den Antholzer See oder den Montiggler See und rauschende Wasserfälle wie die Reinbachfälle oder den Partschinser Wasserfall. Unter den insgesamt 37 beschriebenen Wanderrouten finden sich beliebte Ziele wie der Karersee oder der Pragser Wildsee neben weniger bekannten auf ruhigen Wegen fernab der Massen, einfache Spaziergänge genauso wie anspruchsvolle Touren. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Wanderungen, die von

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den technischen Schwierigkeiten jeder meistern kann und die sich ideal für Familien mit Kindern und Hunden eignen. Zu den detaillierten Tourenbeschreibungen sind ebenso genaue Wanderkarten abgebildet, und man erhält Angaben zu Anfahrt, Gehzeit, Schwierigkeitsgrad und Einkehrtipps.


LITERATUR

Glühen für Literatur z Sie sind eine kleine Schreibgruppe, und sie nennen sich „Die Glühbirne“, um nach eigener Aussage Erhellendes in die Welt zu bringen. Anna Maria Parteli, Nadia Unterfrauner, Magdalena Ferdigg, Carmen Ramoser und Nadia Rungger aus Brixen und Umgebung schreiben Lyrik und Prosa und treten gemeinsam auf – wie letzthin in der Stadtgalerie von

Brixen. Nadia Rungger studiert in Graz Germanistik und schreibt auch auf Ladinisch. Magdalena Ferdigg ist erst 17 Jahre alt; sie textet nicht nur, sondern sie malt auch ausgezeichnet. Carmen Ramoser liebt fantastische Geschichten und erfindet Superheldinnen, obwohl sie im realen Leben eher wissenschaftlich orientiert ist und Biologie studiert. Anna Maria Parteli ist das Allround-Talent der Truppe: Sie schreibt mitreißende Texte, gewinnt Preise, komponiert Lieder, singt und spielt Gitarre und

Klavier. Nadia Unterfrauner hat mit viel Durchsetzungsvermögen schon zwei Romane veröffentlicht, in denen das zarte Mädchen nicht vor Gewaltexzessen zurückschreckt. Sprachspiele, Poetry­Slam und gefinkelte Gedankengänge zeichnen die Truppe aus, die, musikalisch unterstützt von Anna Maria Parteli, landauf landab für Furore sorgt. Wer die Schreiberinnen näher kennenlernen möchte, kann am 1. Mai bei Rai Südtirol in die „Kulturzeit“ zappen. ird

Queens

VORTRAGSWETTBEWERB

Foto: Matthias Gasser

Poetry-Slam-Workshop

z Die Schulbibliotheken der vier deutschsprachigen Oberschulen in Brixen haben dieses Frühjahr erstmals in Verbindung mit der

Stadtbibliothek einen Workshop rund ums Thema Poetry-Slam veranstaltet. Behilflich war den maximal sieben Schülern pro

POKER

Schule dabei Alex Giovanelli, der selbst ein erfahrener PoetrySlammer ist. Sein Ziel war es primär, jungen Menschen neue Formate zu bieten, mit denen sie ihre literarischen Fähigkeiten in einer neuen Art ausdrücken können. Gemeinsam bereiteten sie sich auf den Abschluss-Auftritt im Brixner Anreiterkeller vor, bei dem die jungen Teilnehmer ihre Texte auf der Bühne präsentierten. Die wortgewandte Jasmin Gfader aus Klausen war es schließlich, die den lautesten Applaus beim Publikum einheimste. lv

4 Königinnen, 1 Croupier und ein Duell bis zum letzten Tanz!

THEATER

Mordsmäßiger Spaß (Christa Issinger), die Anwältin Clarissa (Petra Fink Taschler) und der verrückte Leibarzt des Lords, Dr. Staletti (Joachim Mitterrutzner) machen dem Inspektor und seinem zart besaiteten Gehilfen (Florian Barth in einer komödiantischen Spitzenrolle)

das Leben schwer. Komik und Klamauk, gemixt mit Schlagern im Playback-Modus und bunte Kostüme aus den 60er-Jahren (Sieglinde Michaeler & Walter Granuzzo) lieferten gute Unterhaltung, die das Publikum mit viel Applaus quittierte. ird Foto: Ulrich Kofler

z Einen gelungenen Coup landete kürzlich die Theatergruppe Raas unter der Regie von Ulrich Kofler mit der wirklich durchgeknallten Krimikomödie „Die Tür mit den 7 Schlössern“. Sehr frei nach Edgar Wallace, haben Alex Liegl und Gaby Rothmüller das Stück für das Theater adaptiert und mit viel Slapstick, nebulösen Ereignissen und Schlagertexten garniert. Inspektor Martin (sehr glaubwürdig verkörpert durch Andreas Penn) stößt auf mysteriöse Todesfälle und gestohlene Schlüssel, die zur Gruft von Lord Selford führen. Geheimnisumwitterte Damen, die Bibliothekarin Sybil

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Debüt als Liedermacher

z Große Interpreten der deutschen Liedermacherszene wie Reinhard Mey, Marius MüllerWesternhagen und Rainhard Fendrich waren seine Vorbilder von Jugend an; ihre Texte inspirierten den Brixner Norbert

Nössing aus Kranebitt und ließen den Wunsch in ihm reifen, irgendwann selbst eine CD zu veröffentlichen. Sein Instrument war die Gitarre; das Spiel darauf brachte er sich selbst bei und bewies bald ein ziemliches Ge-

schick. Waren es zunächst noch Interpretationen von fremden Musikern, die er auf Festen und Veranstaltungen zum Besten gab, hat Nössing bald begonnen, seine eigenen Lebensthemen in Liedern zu verarbeiten. So thematisiert er etwa seine Liebe zum „Lånd, des i lieb“ in „Südtirol“, die soziale Verkümmerung in der digitalen Welt in „Sie huckt und druckt, er huckt und druckt“ oder den Tod seiner Mutter, die er im Alter von elf Jahren verloren hat, in „Zrugkimsch“; dieser Titel ist zugleich auch der Name seines ersten Albums, das

er, der diplomierte Bauingenieur, vor einigen Tagen auf den Markt gebracht hat. Am 12. April hat Norbert Nössing das gelungene Debütalbum in der duka in Brixen vorgestellt. Es enthält zwölf witzig-kritische, aber auch anspruchsvolle Eigenkompositionen, gesungen in seiner Südtiroler Mundart. Begleitet wird Nössing von Ingo Ramoser (Keyboards), Silvia Sellemond und Greta Nössing (Gesang); die Arrangements stammen von Klaus und Ingo Ramoser. sp

SCHULKONZERT

Für Goma

z Einen Blick über den Tellerrand wagte das Oberschulzentrum J. Ph. Fallmerayer mit seinem Benefizkonzert zugunsten der Organisation „Help Goma“ – und hat dabei dem Publikum einen Abend beschert, der sowohl mit seinem musikalischen Programm als auch seiner Form der Informationsdar-

bietung zu überzeugen wusste. Alexander Larcher, der selbst an der Schule unterrichtet und Mitglied von Help Goma ist, hat die Schüler und Lehrer in den vergangenen Monaten für die Lage der Menschen in Goma, einer Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, sensibilisiert. Mit

kreativen und mehrsprachigen Videobeiträgen, Powerpoint-Präsentationen, Gruppenvorträgen sowie lyrischen Texten vermittelten die Schulklassen dem Publikum die prekäre Lebenssituation in Goma. Das für unsere Smartphones, die wir im Durchschnitt 18 Monate nutzen, begehrte Erz Coltan wird

22.–26.07.19 Mo.–Fr. von 9–17 Uhr

VINZENTINUM, BRIXEN Mädchen und Buben von 11 bis 13 Jahren € 160,- inkl. Mittagessen Schulsekretariat Vinzentinum schule@vinzentinum.it oder +39 0472 821604 Anmeldeschluss: 31.05.19

in Goma abgebaut, aber die Menschen erhalten dafür nicht Wohlstand, sondern lediglich Berge an Elektroschrott. Beim Abbau von Coltan entstehen zudem Krankheiten, und häufig leisten Kinder die Arbeit für einen Hungerlohn. Neben den informativen Beiträgen wusste das Schulorchester unter der Leitung von Gaby Campidell das Publikum mit hochkarätigen Stücken zu überzeugen. Die musikalischen Einlagen wurden von der „Stimme der Schule“, Medea Hinteregger, gesanglich begleitet und riefen wohl auch aufgrund der dargebotenen Thematik Emotionen hervor. Was für die Beteiligten zunächst noch fremd wirkte, wurde im Laufe des Projekts doch allen klar: Das Schicksal der Menschen in Goma ist uns eigentlich ganz nah. fr

REDEN. KANN. JEDER. GUT ZU REDEN IST EINE KUNST.

Wir zeigen dir, was du mit deiner Stimme, deinen Händen und deiner Mimik alles bewirken kannst. Und was wären große Redner ohne Bühne? Daher bauen wir uns gleich eine solche dazu! Gestalte mit uns gemeinsam einen Raum, um ihn mit großen Worten zu füllen.

REFERENTEN Nina Maccariello

Architektin und Mitarbeiterin der Kunstund Architekturschule ‚bilding‘ in Innsbruck Birgit Dejaco Architektin Norbert Seeber Gymnasialprofessor und Theaterpädagoge Andres C. Pizzinini Gymnasialprofessor und Rhetoriktrainer

WEITERE INFOS AUF WWW.VINZENTINUM.IT

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TIMER

Mai 2019 KINDERTHEATERFESTIVAL

Hollawind! Immer ein Höhepunkt ist das alle zwei Jahre stattfindende Kindertheaterfestival „Hollawind“, das heuer bereits zum achten Mal vom Theaterpädagogische Zentrum Brixen veranstaltet wird. Vom 8. bis zum 12. Mai demonstrieren neben den eigenen TPZ-Jugendtheatergruppen auch internationale Jungdarsteller ihr Können in Brixen.

* Donnerstag 9. Mai Der beste Freund der Welt TW KNALLROT – TPZ Brixen

Ein Stück über unsichtbare Freunde.

11 Uhr, Theatersaal im JUKAS Running between the lines Central Youth Theatre – England

Ein Stück übers Durchhalten, über Hürden und wie man sie überwindet.

15 Uhr, Don Bosco Saal

z Das Internationale Kindertheaterfestival „Hollawind“ ist der kleine Bruder des ebenfalls alle zwei Jahre vom TPZ organisierten Internationalen Treffens für Jugendtheater „sapperlot“. „Hollawind“ ist ein gemütliches, kleines Treffen für Kinder, die gern Theater spielen. In vielen Aktivitäten, wie Exkursionen, Workshops und Themenabende ist dafür gesorgt, dass die Kinder trotz sprachlicher Hindernisse miteinander in Kontakt kommen.

Heuer mit dabei. Kindertheater-

gruppen mit Schauspielern im Alter zwischen zehn und 14 Jahren wa-

ren aufgefordert, sich am Internationalen Kindertheaterfestival zu beteiligen. Aus den eigenen TPZReihen werden die Theaterwerkstätten Knallrot, Zinober, Peppermint, Honiggelb und Jeansblau ihre Bühnenstücke präsentieren. International ist eine Jugendtheatergruppe aus England mit dabei, eine aus Israel, die ihr Stück auf Hebräisch inszeniert, während bei der Jugendtheatergruppe aus der Ukraine russisch gesprochen wird. Keine sprachliche Herausforderung ist dagegen bei der Jugendgruppe aus Russland geboten, die, durch die Darbietung einer Pantomime, gänzlich ohne Sprache auskommt.

Gestrandet TW ZINNOBER – TPZ Brixen

Ein Stück über das Tier, das im Menschen schlummert und zum Vorschein kommt, wenn keiner da ist, der es zähmt.

19:30 Uhr, Theatersaal im JUKAS

* Freitag 10. Mai Ein Fäustchen – alles Schwindel oder was? TW PEPPERMINT – TPZ Brixen Ein Stück übers Schwindeln.

11 Uhr, Theatersaal im JUKAS Emilia TW HONIGGELB – TPZ Brixen

Story Story Night Eugen Nacht Acting Studio – Israel

Ein Dorf feiert und erzählt Geschichten. Ein Theaterstück mit Musik und Tanz.

16:30 Uhr, Don Bosco Saal

* Samstag 11. Mai City oft he New World Children’s Theatre Kalambur – Ukraine Eine Geschichte über die Brüchigkeit der Zivilisation.

14:30 Uhr, Don Bosco Saal

Die Blutprinzessin TW JEANSBLAU – TPZ Brixen

Eine Geschichte über eine Prinzessin, die nie genug kriegt.

16 Uhr, Theatersaal im JUKAS Wings for Clowns Piano Theatre – Russland

Eine Pantomime voller poetischer, anrührender Geschichten.

17:30 Uhr, Don Bosco Saal www.tpz-brixen.org Reservierungen 17–19 Uhr oder SMS: 335 535 9955 oder kontakt@tpz-brixen.org

Die Geschichte eines Diebstahls und seiner Aufklärung.

15 Uhr, Theatersaal im JUKAS

Vortragsreihe an der Phil.-Theol. Hochschule Brixen mit Prof. Dr. Karl Gruber

MYTHISCHE ORTE IN SÜDTIROL Orte der Kraft, heilige Quellen und Spuren des Matriarchates

Nur ein Klick - und der aufgeklärte, moderne Mensch kann sich aktuelles Wissen aus dem Internet aus aller Welt holen. Verborgen bleibt ihm aber die jahrhundertealte Weisheit direkt vor der Haustür in seiner Heimat. Anhand von Lichtbildern, fundierten Erkenntnissen und interessanten Anekdoten werden die Anwesenden mit auf eine beeindruckende Reise durch unser Land und die Jahrhunderte unserer Geschichte genommen.

* Donnerstag, 9. & Donnerstag, 16. Mai, 10:30–12 Uhr

Auskünfte und Anmeldungen: Tel. 0472 271120 – annimi@hs-itb.it

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KABARETT

Veranstaltungen

Und wieder: Eppes Nuis!

z Nach zwei restlos ausverkauften Tourneen präsentieren Thomas Hochkofler und Marco Facchin nun zum dritten Mal ihr neues Kabarettprogramm „Eppes Nuis“. Am 17. Mai gastieren die beiden in Feldthurns, am 22. Mai in Brixen. Für das neue Kabarettprogramm zogen sich Thomas Hochkofler und Marco Facchin auf eine einsame Almhütte zurück – die aber

bald viel zu klein wurde, denn zu ihnen gesellten sich einige alte Bekannte und einige ganz neue Figuren. Am Ende war ein Kabarettprogramm der besonderen Art entstanden – „Eppes Nuis“ eben. Im Zentrum des Geschehens: Brad Bronski alias Thomas Hochkofler alias Brad Bronski. Denn die besten Geschichten passieren genau dann, wenn ein kaputter VW Golf

mit mindestens ebenso kaputten Gestalten über eine einsame enge Passstraße brettert, und niemand weiß, welcher Wahnsinnige an der nächsten Tornante auf ihn wartet. In dieser unglaublichen Geschichte, die wie ein exzellenter Film Noir in Farbe, Breitwand und mindestens drei Dimensionen über das Kabarettpublikum hereinbricht, gibt es viele Fragen, die vielleicht nur der Hausmeister beantworten kann. Oder Joe von Afing. Oder der Motschuner Peppn. Und außerdem: Spielen Miss Marco und die Lady wirklich nur die Quotenfrauen? Fakt ist: Bei diesem Kabarettprogramm handelt es sich mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit um eine spektakuläre Reise durch ein bekanntes kloans Landl in den Bergen. Mit von Hand hergestellter Musik und mit Geräuschen, die nie ein Mensch zuvor gehört hat. Thomas Hochkofler und Marco Facchin bringen Hollywood nach Südtirol – und Ulten nach Chicago. Wär doch gelacht!

Eppes Nuis! Brad Bronski und die Jagd nach dem Diadem des Grauens Text: Thomas Hochkofler, Alexander Liegl, Gabi Rothmüller Musik & Geräusche: Marco Facchin Regie: Gabi Rothmüller

* 8. & 9. Mai, Bruneck, UFO 15. Mai, Tramin, Bürgerhaus 17. Mai, Feldthurns, Castaneum 18. Mai, Rasen-Antholz, Kulturhaus Oberrasen 22. Mai, Brixen, Forum Brixen 24. Mai, Latsch, CulturForum 25. Mai, St. Leonhard Passeier, Vereinshaus 29. Mai, Bozen, Waltherhaus 31. Mai, Meran, Kimm

Beginn: jeweils um 20:30 Uhr

Kartenvorverkauf: Disco New, Bozen, Spitalgasse Reservierungen: www.rocknet.bz, tel.: 333 7767713, Mo–Fr., 15–19 Uhr

Medium Michael & Medium Susanne

KONTAKT IN DIE GEISTIGE WELT * Seelenplan: Kompass auf Deinem Weg Medialer Abend, Eintritt 20 Euro Donnerstag, 16. Mai, 19–21:30 Uhr Pfalzen, Vereinshaus

* Medialität: Klarheit im Leben finden Medialer Abend, Eintritt 20 Euro Freitag, 17. Mai, 19–21:30 Uhr Sand in Taufers, Bürgersaal

* Entdecke, verstehe Deinen Seelenplan

zweitägiges Seminar, Anmeldung erforderlich Samstag, 18. – Sonntag, 19. Mai, 9:30–18 Uhr Bruneck, Michael-Pacher-Haus

Medium Michael & Medium Susanne, seit Jahren im In- und Ausland erfolgreich, ermöglichen den Einblick ins Grenzenlose und den Kontakt in Channeling Sitzungen. Du profitierst von ihrer jahrelangen Praxis. Info, Anmeldung: Tel. 348-7745807 (14–20:30 Uhr) Details auf www.spiritquelle.org

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GRÜNKLANG Vokalensemble novAntiqua brixen Nomen est omen. Von Blumen und Pflanzen werden wir singen, quer durch das musikalische Gemüse von Nord nach Süd und West nach Ost. Den Klang einfangend von Primeln, Himmelschlüsseln, Narzissen und Rosen, von Bäumen und weiten Graslandschaften, von säenden Menschen – einen Hauch von Natur auf die Bühne zaubernd.

* Donnerstag, 9. Mai & Samstag, 11. Mai, 20 Uhr Neustift, Augustinersaal

* Donnerstag, 16. Mai, 20 Uhr Bruneck, Ragenhaus

* Samstag, 18. Mai, 20 Uhr

Bozen, Conference Hall Salewa

Eintritt: 15 Euro, 12 Euro reduziert Reservierung: novantiqua.eu/reservierung & reservierung@novantiqua.eru Reservierte Karten 30 Minuten vor Konzertbeginn abholen


KABARETT

Meran im Kabaretthimmel

z Die diesjährigen Preisträger des internationalen Radio-Kabarettpreises „Salzburger Stier“, Lisa Eckhart (A), Pattis Basler (CH) und das Duo Simon & Jan (D), werden gemeinsam mit Bayerns Kabarett-Legende Gerhard Polt, der 2019 den „Ehrenstier“ erhält, am 10. und 11. Mai im Kurhaus Meran ihr Können zum Besten geben. Gerhard Polt, der seit über 40 Jahren als Kabarettist und Satiriker, als Filmregisseur und Philosoph brilliert, wird den Abend am 10. Mai gemeinsam mit den „Well-Brüdern aus’m Biermoos“ bestreiten. Am 11. Mai präsentieren die drei diesjährigen Gewinner je ein rund 40minütiges Programm. Lisa Eck-

hart und Patti Basler sind wegen ihrer scharfen Zunge gefürchtet, und das Musik-Duo Simon & Jan kommt zwar ganz harmlos daher, aber der Eindruck täuscht. Das Organisationsteam rund um die „Stier“-Verleihung vor Ort setzt sich zusammen aus Meinhard Khuen (Kunstverein Kallmünz), Monika Gamper (Projektagentur Origamo), Marion Thöni und Robert Asam.

* Gerhard Polt und die „Well-Brüder aus’m Biermoos“ Freitag, 10. Mai, 19:30 Uhr

* Pattis Basler, Lisa

Eckhart, Simon und Jan Samstag, 11. Mai, 19:30 Uhr Kurhaus Meran

AUFFÜHRUNGEN IM MAI Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

Romeo und Julia – REDUX Die Theaterwerkstatt RAINBOW unter der Leitung von Thomas und Elfi Troi zeigt eine skurrile, verschrobene und höchst unterhaltsame Version von Shalespeare’s Klassiker „Romeo und Julia“. Ohne viele Worte erzählen die sechs jungen Schauspieler*innen die Geschichte – dafür mit ihrem Körper, Mimik und Gestik.

* 3., 4. & 5. Mai, 20 Uhr

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

Preise: zwischen 20 und 30 Euro Infos: www.kallmuenz.it Reservierung: www.ticket.bz.it, Tel: 0471 05 38 00 oder info@ticket.bz.it Vorverkauf: Sparkasse Meran

Die Menschen aus der Himmelsstraße Die Theaterwerkstatt TSCHITSCHERIN unter der Leitung von Nathaly Ebner und Heidi Troi erzählt die Geschichte von Lisl, die es in die Himmelsstraße verschlägt. Dort begegnet sie dem Tod in seinen verschiedenen Gesichtern, aber sie begegnet auch Freundschaft, Liebe, Stärke und Zivilcourage.

* 17., 19., 20. & 21. Mai, 20 Uhr

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

FRÜHJAHRSKONZERT der Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg

* Samstag, 4. Mai, 20 Uhr Forum Brixen

Sitzplatzreservierung ab 23. April, Tel. 0472 275 588 oder info@forum-brixen.com

Wings for Clowns Das Stück des Pantomime Ensembles PIANO THEATRE aus Russland ist wie ein Traum. Die jungen Schauspieler*innen schlüpfen in eine Vielzahl von Figuren und nehmen uns mit auf eine assoziative Reise, die mal komisch, mal rührend, poetisch, skurril, mal konkret, mal abstrakt ist, aber immer verzaubert und uns eintauchen lässt in eine Welt, in der Worte bedeutungslos werden.

* 11. Mai, 17:30 Uhr & 28. Mai, 18 Uhr Don Bosco Saal Brixen

Eintritt: freiwillige Spende Platzreservierung per SMS: 335 535 99 55

www.tpz-brixen.org

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ab 9:30 Uhr

Veranstaltungen

Diverses

Ehemaligentreffen Ehemalige Schüler können in Erinnerungen zu schwelgen und vor dem Umbau durch die Gänge des Herz Jesu Instituts schreiten.

Mühlbach, Herz Jesu Institut

ab 10 Uhr

Diverses

Mittwoch, 1. Mai

Diverses

ab 10 Uhr

20. Königliches Festival Zahlreiche Produktköniginnen aus dem In- und Ausland beehren Natz. Natz, Vereinshaus

Diverses

11 Uhr

Kulturwanderung Zum Wallfahrtskirchlein Maria-Hilf auf Freihenbühl in Afers

Afers, Gasthaus Alpenhof (Treffpunkt) Freitag, 3. Mai

Theater

20 Uhr

Wechseljahre Komödie über den Kampf gegen die Vergänglichkeit und den Menschheitstraum, die biologische Uhr zu überlisten. Autor: Reinhard Seibold, Heimatbühne Afers.

Brixen, Grundschule Mehrzwecksaal

20 Uhr

Theater

Romeo und Julia – REDUX Theaterwerkstatt RAINBOW, Leitung: Thomas und Elfi Troi

TPZ Brixen

Theater

20:30 Uhr

Picknick vor One Surrealistisches Zirkustheater. Als deutlich wird, dass ihr Date nicht erscheint, gleitet eine Frau in eine surreale Traumwelt ab.

Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 4. Mai

Diverses

ab 9 Uhr

Benefizflohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn bis 18 Uhr

Vahrn, alter Kindergarten

Freilichttheater 2019

BEI HITZE IST ” ES WENIGSTENS NICHT KALT“

Brixner Koffermarkt Kreativmarkt, um Privaten eine Plattform zum Verkauf von Selbstgemachtem zu bieten.

Brixen, 3fiori café, Bäckergasse

ab 10 Uhr

Diverses

Kunst & Handwerk im Staudenparadies Über 30 Aussteller präsentieren ihre Werke und Produkte von Pflanzen, Kräutern und Sträuchern.

Brixen, Staudenparadies Seidnerhof

17 Uhr

Diverses

Florianifeier 2019 Der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Brixen mit Gottesdienst und anschließendem Festakt auf dem Domplatz.

Brixen, Pfarrkirche

Diverses

ab 19:30 Uhr

Geburtstagsparty 70 Jahre Theatergruppe Lüsen

20 Uhr

Romeo und Julia – REDUX Theaterwerkstatt RAINBOW, Leitung: Thomas und Elfi Troi

TPZ Brixen

Musik

20 Uhr

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg, Kapellmeister: Bernhard Reifer.

Forum Brixen

Theater

20 Uhr

Wechseljahre Komödie über den Kampf gegen die Vergänglichkeit und den Menschheitstraum, die biologische Uhr zu überlisten. Autor: Reinhard Seibold, Heimatbühne Afers. Gibt es etwas Schlimmeres, als den 50. Geburtstag in einem spießigen Lokal mit der ganzen Familie feiern zu müssen, Geschäftskollegen des Mannes und Nachbarn inklusive? Lieber sucht die Geburtstagsdame mit ihrer Freundin die Flucht und gönnt sich ein Wellness-Wochenende. Dora Held schafft mir ihrem Bestseller eine Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Das Stück hat alles, was eine gute Komödie braucht: viel Witz, eine große Portion Herz, ein bisschen Drama und jede Menge Alltagssituationen, in denen sich das Publikum augenzwinkernd wiederfindet. Von Dora Heldt – Regie: Markus Nondorf – Spieler: Doris Fischnaller, Ulli Stampfl, Evi Delazer, Cornelia Brugger und Matthias Krapf

* 24., 26., 28., 29. & 31. Mai sowie

1., 2., 4., 5. & 7. Juni, jeweils 21 Uhr Santnerhof, Mühlbach

Kartenreservierungen: Papierhandlung Messner Mühlbach Tel.: 0472 849515 (zu Geschäftszeiten)

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Brixen, Grundschule Mehrzwecksaal

Theater

Jugendsinfonieorchester „Matteo Goffriller“ spielt gemeinsam mit dem Attergauer Jugendsinfonieorchester Stücke von Jean-Philippe Rameau, Ludwig van Beethoven und Camille Saint-Säens. Leitung: Irene Troi und Stephen Lloyd, zu Ehren des 360. Geburtstags des Geigenbau-Sohnes von Brixen: Matteo Goffriller.

Forum Brixen

20 Uhr

Theater

Romeo und Julia – REDUX Theaterwerkstatt RAINBOW, Leitung: Thomas und Elfi Troi

TPZ Brixen

Montag, 6. Mai

20 Uhr

Film

The Dawn Wall – Durch die Wand Dokumentarfilm

Forum Brixen

Donnerstag, 9. Mai

Diverses

ab 10:30 Uhr

Mythische Orte in Südtirol Orte der Kraft, heilige Quellen und Spuren des Matriarchates; Vortragsreihe

Brixen, Phil.-Theol. Hochschule

Diverses

Lüsen, Gemeindesaal

Theater

19 Uhr

Musik

20:30 Uhr

Picknick vor One Surrealistisches Zirkustheater. Als deutlich wird, dass ihr Date nicht erscheint, gleitet eine Frau in eine surreale Traumwelt ab.

ab 18 Uhr

Repair Café Gemeinsam mit Experten reparieren, was noch zu retten ist!

Bar Visavis, Fischzuchtweg

Musik

20 Uhr

Grünklang Vokalensemble novAntiqua brixen

Neustift, Augustinersaal Freitag, 10. Mai

Musik

20 Uhr

„Natura et quatuor elementa…“ Ensemble Polyharmonique & Concerto Melante (Berliner Philharmoniker), Leitung: Alexander Schneider

Brixen, Kirche des Priesterseminars

Theater

20 Uhr

Wechseljahre Komödie über den Kampf gegen die Vergänglichkeit und den Menschheitstraum, die biologische Uhr zu überlisten. Autor: Reinhard Seibold, Heimatbühne Afers.

Brixen, Grundschule Mehrzwecksaal

Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 5. Mai

Diverses

ab 10 Uhr

Kunst & Handwerk im Staudenparadies Über 30 Aussteller präsentieren ihre Werke und Produkte von Pflanzen, Kräutern und Sträuchern.

Brixen, Staudenparadies Seidnerhof

Musik

20:30 Uhr

Wiener Blond Wiener Blonf performen ihre selbstironischen Kompositionen mit verspieltem Charm und musikalischer Perfektion.

Dekadenz, Anreiterkeller


Samstag, 11. Mai

17:30 Uhr

Theater

Wings for Clowns Das Stück des Pantomime Ensembles Piano Theatre aus Russland ist wie ein Traum.

Brixen, Don Bosco Saal

20 Uhr

Theater

Wechseljahre Komödie über den Kampf gegen die Vergänglichkeit und den Menschheitstraum, die biologische Uhr zu überlisten. Autor: Reinhard Seibold, Heimatbühne Afers.

Brixen, Grundschule Mehrzwecksaal

20 Uhr

Musik

Grünklang Vokalensemble novAntiqua brixen

Neustift, Augustinersaal

Diverses

ab 10 Uhr

Internationaler Museumstag Freier Eintritt.

Brixen Hofburg

20 Uhr

Theater

Die Menschen aus der Himmelsstraße Theaterwerkstatt TSCHITSCHERIN, Leitung: Nathaly Ebner und Heidi Troi

TPZ Brixen

Montag, 20. Mai

20 Uhr

Theater

Die Menschen aus der Himmelsstraße Theaterwerkstatt TSCHITSCHERIN, Leitung: Nathaly Ebner und Heidi Troi

TPZ Brixen

ab 10:30 Uhr

20 Uhr

Theater

Mythische Orte in Südtirol Orte der Kraft, heilige Quellen und Spuren des Matriarchates; Vortragsreihe

Die Menschen aus der Himmelsstraße Theaterwerkstatt TSCHITSCHERIN, Leitung: Nathaly Ebner und Heidi Troi

Freitag, 17. Mai

Diverses

Brixen, Phil.-Theol. Hochschule

Theater

20 Uhr

Die Menschen aus der Himmelsstraße Theaterwerkstatt TSCHITSCHERIN, Leitung: Nathaly Ebner und Heidi Troi

TPZ Brixen

TPZ Brixen

Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt Lustspiel von Dora Heldt, Heimatbühne Mühlbach

Mühlbach, Santerhof Dienstag, 28. Mai

18 Uhr

Theater

Wings for Clowns Das Stück des Pantomime Ensembles Piano Theatre aus Russland ist wie ein Traum.

Brixen, Don Bosco Saal

21 Uhr

Theater

Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt Lustspiel von Dora Heldt, Heimatbühne Mühlbach

20 Uhr

Mittwoch, 29. Mai

Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt Lustspiel von Dora Heldt, Heimatbühne Mühlbach

Mühlbach, Santerhof Freitag, 31. Mai

Musik

Mittwoch, 22. Mai

Dom Brixen

Brixen, Apotheke Peer

20:30 Uhr

21 Uhr

Theater

„Sporternährung – Basis für Leistung und Wohlbefinden Vortrag von Dr. Susanne Reiffenstuhl

Kabarett

21 Uhr

Theater

Mühlbach, Santerhof

Dienstag, 21. Mai

Donnerstag, 16. Mai

Diverses

Sonntag, 19. Mai

20 Uhr

Magnificat – Vesperpsalmen Leonhard Lechner Chor, Leitung: Tobias Chizzali

Eppes Nuis Brad Bronski und die Jagd nach dem Diadem des Grauens. Mit Thomas Hochkofler und Franco Facchin

Forum Brixen

Freitag, 24. Mai

Musik

Tanzshow 19 Uhr

3fiori Featuring Offene Bühne für junge Musikschüler der Musikschule Brixen

Brixen, 3fiori cafè

Kabarett

20:30 Uhr

Einzelhaft Isoliert, alleine und in Reinform: Kabarettist Mathias Novovesky präsentiert sein Soloprogramm.

Dekadenz, Anreiterkeller

Kabarett

Theater

21 Uhr

Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt Lustspiel von Dora Heldt, Heimatbühne Mühlbach

Mühlbach, Santerhof Samstag, 25. Mai

20:30 Uhr Festival

Eppes Nuis Brad Bronski und die Jagd nach dem Diadem des Grauens. Mit Thomas Hochkofler und Franco Facchin

Zugluft 16. Auflage des offenen, bunten, charmanten Festivals für alle.

Samstag, 18. Mai

Festival

Feldthurns, Castaneum

Musik

Milland, Haus der Solidarität Sonntag, 26 Mai

20 Uhr

„Rosenkranzsonaten“ Heinrich Ignaz Franz Biber (Teil I) (Teil II: Sonntag, 19. Mai, Grabeskirche Bozen)

Brixen, Kirche des Priesterseminars

Zugluft 16. Auflage des offenen, bunten, charmanten Festivals für alle.

Milland, Haus der Solidarität

Hollawind 8.–12. Mai Das Internationale Kindertheaterfestival ist ein kleines Treffen für Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, die gerne Theater spielen. tpz-brixen.org

Wasser Licht Festival 9.–25. Mai täglich ab 21 Uhr Lokale und internationale Künstler verwandeln die unterschiedlichen Wasserstandorte der Stadt Brixen in ein Lichtermeer. Das Festival findet zum dritten Mal statt.

Ausstellungen Festung Franzensfeste bis 2. Juni Grenzgänger Di.–So., 10–18 Uhr Hofburg Brixen bis 31. Oktober Brixen in alten Ansichten Di.–So. 10–17 Uhr

20 Uhr

Poker Queens Rund 300 Tänzer des Tanzsportvereins Dynamic Dance zeigen ihr Können.

Forum Brixen

Theater

21 Uhr

Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt Lustspiel von Dora Heldt, Heimatbühne Mühlbach

Mühlbach, Santerhof

Märkte Bauernmarkt samstags, 8 – 13 Uhr Hartmannplatz Monatsmarkt Di., 21. Mai, Maidenmarkt 8-13 Uhr Schwesternau Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Parkplatz Brennerstraße, Albuingasse, Hartmannplatz, Trattengasse

Hofburg Brixen Rendezvous mit Regensburg. Kunst aus Brixens Partnerstadt 17. Mai bis 11. August Di.–So. 10–17 Uhr Hofburg Brixen Gesichter des Wassers Impressionen aus Brixens Geschichte 9.–25. Mai Di.–So. 10–17 Uhr Pharmaziemuseum bis 29. Mai Scharfmacher Mehrteilige Ausstellungsreihe über Gewürze Di., Mi. & Sa. 11–16 Uhr & 14–18 Uhr 53


KARRIERE NACH DER KARRIERE: KRISTIAN GHEDINA ERZÄHLT

Freizeit & Sport

„Bodenständig bleiben“

13 Siege im Ski-Weltcup gehen ebenso auf sein Konto wie die legendäre Grätsche auf der Streif: KRISTIAN GHEDINA ist auch nach seiner aktiven Ski-Karriere eine gefragte Persönlichkeit. Der heute 49-jährige Ampezzaner, der zeitweise mit seiner Lebensgefährtin in Brixen lebt, erzählt dem „Brixner“, wie er sich seine Karriere nach der Karriere aufgebaut hat – und worauf es dabei wirklich ankommt.

Herr Ghedina, macht man sich während seiner aktiven Zeit als Skirennläufer Gedanken über die eigene Zukunft? KRISTIAN GHEDINA: Nein, bei mir war das nicht der Fall. Als junger Bursche konzentriert man sich in erster Linie darauf, gut Skizufahren, in die Weltcupmannschaft zu kommen und bestenfalls Rennen zu gewinnen. Man blickt von Rennen zu Rennen, aber sicher nicht Jahrzehnte voraus. Wenn sich die Karriere dann dem Ende zuneigt, kommt irgendwann der Gedanke des ‚Danach‘ in einem auf, und man überlegt, was man mit dem noch relativ jungen Leben anfangen möchte – ich war ja bei meinem Karriereende erst 36 Jahre alt. Allerdings hatte ich ein Ass im Ärmel: Sobald ich begonnen hatte, im Weltcup etwas Geld zu verdienen, habe ich eine Pizzeria im Zentrum von Cortina erworben. Sie wird von meinem Onkel geführt, die Immobilie gehört mir – das gab mir die notwendige Ruhe, was meine finanzielle Zukunftsplanung anging. Und doch haben Sie sich überlegt, was Sie mit Ihrem weiteren Leben anfangen wollen? Ja, natürlich. Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich ein weiteres Feuer, das in mir loderte – und zwar jenes für den Motorsport. Ich wollte mich in irgendeiner Weise in dieser Branche betätigen. Mir war klar, dass ich nicht eine Karriere als Trainer oder gar einen Posten bei der 54

Finanzwache in Betracht ziehen würde, bei der ich ja angestellt war. Ich habe auch sofort nach meinem Rücktritt bei der Finanzwache gekündigt und effektiv in der Motorbranche Fuß gefasst. Das war allerdings nicht einfach, denn die Motorbranche funktioniert nicht wie die Skiwelt: Um dort bei Rennen an den Start zu gehen, muss man selbst einiges Kapital investieren – was nicht in meinem Sinne war. Ich wollte dort mein Hobby ausüben und vielleicht durch das eine oder andere Sponsoring etwas Geld verdienen, nicht umgekehrt. In dieser Zeit habe ich einige Erfahrungen machen müssen, aus denen ich sehr viel gelernt habe. Man muss aufpassen, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Und man muss sich gut informieren, bevor man irgendwohin seine Unterschrift setzt. Mein Freund, der ehemalige Rennfahrer Alex Zanardi, hat mir dabei geholfen, meinen Traum vom Autorennfahren zu verwirklichen. Es hat sich durch seine Kontakte ergeben, dass mich ein großer Autohersteller unter Vertrag nahm – als Rennfahrer in der Formel 3000 und als Markenbotschafter. Somit startete meine zweite Karriere, wenn man sie so nennen will.

ten konzentriert. Derzeit bin ich bei fünf Firmen unter Vertrag, bin wie gesagt Inhaber der Pizzeria und Mitinhaber einer Skischule in Cortina. Die Arbeit als Markenbotschafter beansprucht pro Jahr etwa 60 bis 70 Tage. Die Firmen organisieren Veranstaltungen, bei denen ich anwesend bin, oder sie schicken mich zu Events, damit ich dort die Marke repräsentiere. Manchmal werde ich auch als Gastredner oder Referent zu Veranstaltungen eingeladen, und hin und wieder organisiere ich Teambuildings-Events für Firmen. Für diese Tage werde ich dann bezahlt. Wir setzen uns Anfang des Jahres zusammen und planen die Auftritte durch. Wichtig

Und seither sind Sie als Markenbotschafter für verschiedene Firmen unterwegs?

Nein, das ist eine zu negative Sichtweise. Man ist Teil des Unternehmens, und normalerweise macht man diesen Job ja auch nur für Marken, mit denen man sich identifizieren kann – man muss sich also nicht „verkaufen“

Ja, genau. Autorennen bin ich nur für einige Jahre gefahren, dann habe ich mich auf das Botschaf-

im negativen Sinn. Ich sehe mich als Instrument des Unternehmens, um den Verkauf der Produkte zu steigern. Das ist man aber im Endeffekt auch als Athlet; auch da hat man Sponsoren und Verpflichtungen, denen man nachkommen muss. Damit verdient auch ein Athlet schlussendlich sein Geld. Denken Athleten bereits in ihrer aktiven Zeit an ihren eigenen Marktwert? Ja, heute mit Sicherheit mehr als früher. Heutzutage konzentrieren sich die Athleten nicht mehr nur aufs Skifahren, sondern auch auf die Selbstvermarktung – teilweise gezwungenermaßen. Wer in den

„Mein Vater sagte immer, ‚prima si è uomini, poi campioni‘“_ Kristian Ghedina, ehemaliger Skiprofi dabei ist natürlich, dass man einen gewissen Namen hat und einen Marktwert. Je bekannter ein Markenbotschafter ist, umso mehr bringt er seinem Kunden. Man wird aber im Endeffekt wie ein Produkt herumgereicht?

sozialen Medien nicht ständig präsent ist, ist für Sponsoren fast schon uninteressant. Früher war das nicht so. Zu meiner Zeit war es wichtig, den Journalisten Frage und Antwort zu stehen, mit den Fans zu quatschen, Präsenz zu zeigen. Mein Glück war, dass ich von Haus aus ein bodenständiger und fröhlicher Mensch bin, der nicht viel Wert auf „Schickimicki“ und Luxus legt. Das hat mir auch in der Zeit der Erfolge viele Sympathien eingebracht. Die Leute mögen überhebliche, abgehobene und eingebildete Typen nicht.


VON HAUS AUS EIN FRÖHLICHER MENSCH: Kristian Ghedina legt keinen Wert auf „Schickimicki“ und Luxus

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Foto: Alessandro Belluscio

Freizeit & Sport Kristian Ghedina: „Über den Schatten springen und immer freundlich sein – das gehört zum Spiel“

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Wie haben Sie es geschafft, Sie selbst zu bleiben?

wird einem das erst im Nachhinein klar?

wirft ein schlechtes Bild auf den Athleten.

Das ist eine Charaktereigenschaft, die man hat oder eben nicht. Mein Vater hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet, indem er mir immer wieder sagte, ‚prima si è uomini, poi campioni‘. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Zudem hätte er mich mit Sicherheit wieder auf den Boden gezogen, wenn ich auch nur ansatzweise versucht hätte, abzuheben. Man muss sich zusammenreißen, auch bei unangenehmen Fragen der Journalisten. Ich habe gelernt, über meinen Schatten zu springen und immer freundlich zu sein – das gehört zum Spiel.

Man muss in erster Linie verstehen, dass man ein Mensch ist, der in der Öffentlichkeit steht, und deshalb muss man sich im Griff haben. Alles, was man tut oder sagt, kann gegen einen verwendet werden – rückgängig machen kann man nichts mehr. In der Tat habe ich oft mit meinem damaligen Manager über dieses Thema diskutiert und auch gestritten, weil ich manchmal einfach keine Lust mehr hatte, immer dieselben Fragen zu beantworten. Ich habe auch schon einige Male den Hintereingang benutzt, weil am Haupteingang Journalisten auf mich gewartet haben, denen ich nicht begegnen wollte. Das kommt aber nicht gut an und

Hat die legendäre Grätsche bei 140 Stundenkilometern im Jahr 2004 am Zielhang in Kitzbühel eigentlich einen maßgeblichen Anteil an Ihrer Berühmtheit?

Versteht man das auch in seiner Zeit als aktiver Rennläufer, oder

Einberufung zur ordentlichen

VOLLVERSAMMLUNG des Amateursportvereins SSV Brixen

Am Donnerstag, 6. Juni 2019 um 7 Uhr in 1. Einberufung und um 19.30 Uhr in 2. Einberufung im Saal der Volksbank Brixen, Großer Graben, Brixen. Tagesordnung sowie weitere Informationen unter www.ssv-brixen.info/News 56

5 Promille für die Jugendarbeit des SSV Brixen, Steuernr. 81032200214. Danke!

Sagen wir es so: Nach dieser Aktion kannte mich definitiv jeder, der sich irgendwie für den Skisport interessiert – und vielleicht auch noch einige darüber hinaus. Das war aber aus heutiger Sicht eine dumme Aktion, die auch ganz anders für mich hätte ausgehen können: Hätte diese Grätsche nämlich zu einem Sturz geführt, hätte ich mir meine Karriere ruiniert und alles, was ich bis dahin aufgebaut hatte. Glücklicherweise war das nicht der Fall, und so gesehen war es vielleicht doch das i-Tüpfelchen auf meiner Karriere, das jedem in Erinnerung bleibt und das mich auf irgendeine Weise sympathischer und menschlicher machte. Ich habe mich etwas getraut, was im seriösen Skizirkus nicht alltäglich war. Fehlen dem Skizirkus heute Persönlichkeiten wie Sie es waren oder beispielsweise auch ein Bode Miller oder Erwin Stricker? Ja, das würde ich schon sagen. Die heutige Zeit lässt solche bunten Vögel aber auch nur mehr bedingt zu. Der Sport ist sehr professionell geworden, sehr ernst und seriös.

Man kann sich nicht mehr trauen, seinen Kopf durchzusetzen, sonst fliegt man aus der Mannschaft. Der Verband hat die Athleten unter seiner Fuchtel und schaut genau, was jeder Einzelne tut. Man kann sich fast nicht mehr trauen, ein Querkopf zu sein. Jeder Athlet kocht sein eigenes Süppchen, schaut auf sich. Mannschaftsgedanke und Spaß rücken leider in den Hintergrund – die Eigenvermarktung nimmt Überhand. Jeder versucht, sich selbst in den Fokus zu stellen und sich auch gut zu verkaufen – für die aktive Zeit und für jene danach. Das Ambiente im Skizirkus ist nicht mehr so angenehm wie es früher einmal war – das finde ich sehr schade. Für seine Sponsoren und für den Verband muss ein Athlet heute einfach „funktionieren“, und er darf nicht aus dem Raster fallen – aber genau die etwas verrückten Typen machen den Sport eigentlich spannend und interessant. Welchen Rat würden Sie rückblickend einem jungen Athleten für sein Leben nach der Karriere geben? Es gibt zwei Ratschläge, die ich geben würde – einen dem Athleten selbst und einen dem Skiverband. Dem Athleten würde ich sagen, dass er bereits während der Karriere immer freundlich und höflich sein soll – auch wenn er mal einen schlechten Tag hat. Wenn die ersten Erfolge kommen, darf er nicht abheben. Außerdem sollte er unterscheiden können, wer seine richtigen Freunde sind und wer ihn nur über den Tisch ziehen will – davon gibt es nämlich leider genug. Was ich auch empfehlen kann, ist, sich so früh wie möglich über eine Investition Gedanken zu machen. Meine beste Entscheidung war definitiv, die Pizzeria zu erwerben; dadurch ging ich viel gelassener in den Sportlerruhestand. Was ich mir vom Verband wünschen würde, wäre ein Berater, der den jungen Athleten zur Seite steht und über Schulungen erklärt, wie man sein verdientes Geld am besten investieren soll. Nicht jeder hat das Glück, eine starke Familie hinter sich zu haben, die einem auch im finanziellen Bereich hilft. Wenn man in diesem Bereich mehr Inputs bekommen würde, könnten einige Fehler und Fehlinvestitionen vermieden werden. Mit Anfang 20 kann ein Athlet nicht richtig abschätzen, was für ihn finanziell gut oder schlecht


Foto: Oskar Zingerle

Kristian Ghedina: „Im Skisport rücken heute Mannschaftsgedanke und Spaß in den Hintergrund – die Eigenvermarktung nimmt Überhand“

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ist. Hier braucht es professionelle Beratung! Vom Kuchen des Erfolgs möchten viele gern ein Stück abhaben. Geld verleiht einem Flügel; man meint, im Olymp angekommen zu sein, fällt aber bald wieder hart am Boden der Realität auf – spätestens dann, wenn die Erfolge ausbleiben. Man braucht in dieser Zeit Hilfe, die

es oft aber nicht gibt. Der Skiverband sollte die Athleten in dieser Angelegenheit nicht alleine lassen. Eine Herzensangelegenheit ist Ihnen vermutlich auch die SkiWeltmeisterschaft in Cortina, die 2021 in ihrer Heimatstadt über die Bühne gehen soll. Inwieweit sind Sie dort involviert?

Dieses Event habe ich definitiv zu einer Herzensangelegenheit deklariert: Eine Ski-Weltmeisterschaft bei sich zu Hause ist als ehemaliger Athlet etwas ganz Besonderes. Nach mehrmaligen Kandidaturen haben wir nun endlich den Zuschlag erhalten und können das Großevent organisieren. Das Ganze ist allerdings eine Herkulesauf-

gabe. Ein Athlet oder Besucher kommt in einen Weltcuport, und alles ist bereits perfekt vorbereitet; man sieht gar nicht, welcher Aufwand dahintersteckt. Nun kann ich das Ganze von einem anderen Blickwinkel aus betrachten und realisiere erst, was da alles an Arbeit auf einen Veranstalter zukommt. Nichtsdestotrotz bin ich stolz, Teil der Organisation zu sein und die gesamte Skifamilie in zwei Jahren bei mir zu Hause willkommen zu heißen. Es braucht aber eine Unmenge an Menschen, die mithelfen und ihren Beitrag leisten. Ich würde deshalb diese Gelegenheit auch gerne nutzen und einen Aufruf starten: Die Organisation braucht viele freiwillige Helfer, die im Februar 2021 bei der Weltmeisterschaft dabei sein möchten. Interessierte können sich unter www.cortina2021.com melden. Wir freuen uns über jede Bewerbung!

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TAG DER OFFENEN TÜR in der RIEPER Mühle Vintl Samstag, 11. Mai 2019 Infos & Anmeldung: www.rieper.com/openday.html Tel. 0472 867 900 Eine Initiative des nationalen Mühlenverbandes

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SCHWIMMEN

Freizeit & Sport

Schwimmstars in Brixen z 71 Medaillen bei internationalen Großereignissen, davon sechs Olympiamedaillen: László Cseh aus Ungarn darf sich definitiv zur Weltelite im Schwimmen zählen – und er kommt nach Brixen! Cseh wird bei der dritten Ausgabe des Acquarena-Cups, der am 25. und 26. Mai in der Acquarena über die Bühne gehen wird, auf den Startblöcken stehen – so wie rund

600 weitere Athleten aus dem In- und Ausland. Der 33-Jährige ist der Stargast der heurigen Ausgabe. Auch seine Landsgenossen Katalin Burián, dritte bei den Europameisterschaften 2018, sowie Nándor Németh, dritter bei den Weltmeisterschaften 2017, werden in Brixen an den Start gehen. Mit dabei ist auch das Brixner Aushängeschild im Schwimmsport,

F&S

Laura Letrari. Der Acquarena-Cup ist auch heuer wieder Teil des „Circuito Nuoto Italia“ und wird vom Schwimmclub Brixen organisiert. Programmdetails unter www.acquarenacup.it. eh

Freizeit & Sport

Foto: Juergen Huefner

SPORTVERANSTALTUNGEN

Ein sportlicher Sommer z Vor zehn Jahren fand der erste „Brixen Dolomiten Marathon“ statt. Anlässlich des runden Geburtstages dieser Sportveranstaltung gibt es am 6. Juli gleich drei Möglichkeiten, sich sportlich zu verausgaben: Eine davon ist der klassische Marathon, der wie gehabt vom Domplatz zur Plosehütte führt. Die zweite ist der „Dolomites Ultra Trail“, der 81 Kilometer lang ist und von Brixen über das Russikreuz zur Schlüterhütte nach Campill und übers Würzjoch wieder zurück zum Startpunkt führt. Wer es kürzer mag, wählt die dritte Variante: Der „Ladinia Trail“

kurz

notiert

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führt über 21 Kilometer von St. Martin in Thurn zur Rossalm und dann auf die Plose. Bevor die Bergläufer gefordert sind, geht es beim Acquarena-Cup um die Wurst (siehe eigener Bericht). Die Crème de la Crème der nationalen Leichtathletik wird sich vom 26. bis 28. Juli in Brixen messen: Nach sieben Jahren werden in der Sportzone Süd wieder die Italienmeister in allen Disziplinen der Leichtathletik gekürt – ein Highlight in der bunten Reihe der Brixner Sportveranstaltungen. Ganz dem Fahrrad gewidmet ist der 23. Juni, wenn die Rennradler

Dagmar Senettin ist die neue Leiterin der 57 Mitglieder starken Sektion Eiskunstlauf im WSV Brixen. Gemeinsam mit Sabine Oberrauch, Paola Paloschi, Manuela Oliva und Ornella Moser bildet sie für die kommenden drei Jahren den Vorstand der Sektion.

der „Tour Transalp“ in Brixen Halt machen; ihre Kollegen, die Mountainbiker, beenden am 14. Juli eine Etappe der „Bike Transalp“ in der Bischofsstadt. Die Mountainbiker kommen auch beim „Testival“ vom 19. bis 22. September auf

ihre Kosten, wenn sie bei der größten Bike-Expo Südtirols die neuesten Bikes testen können. An sportlichen Highlights wird es also auch diesen Sommer in Brixen nicht fehlen. eh

Für 35-jährige Mitgliedschaft beim FC Bayern München wurden der frühere Präsident Walter Gasser und der frühere Spieler des ASV Natz, Alois Kerschbaumer, geehrt. Das goldene Abzeichen wurde von Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und AltPräsident Fritz Scherer überreicht.

Beim internationalen Hockeyturnier der Kategorie U10 in Brixen errangen die Hausherren des Brixner Hockeyvereins Falcons den zweiten Platz. Die Neun- bis Zehnjährigen mussten sich nur der Mannschaft aus München geschlagen geben. Am Turnier nahmen auch Mannschaften aus Innsbruck, Regensburg, Ljubljana und Salzburg teil.


NACHGEFRAGT

„Wir sind die Hüter der Gewässer“ MARKUS HEISS, aus Brixen, neuer Präsident des Südtiroler Fischereiverbandes, über die neue Positionierung der Fischer – und seine klaren Ziele. Herr Heiss, welche sind die Aufgaben des Landes-Fischereiverbandes? Man kann diese in drei Bereiche gliedern: Zum einen steht der Verband seinen Mitgliedern, den über 120 Fischervereinen und Fischereirechtsinhabern, beratend zur Seite und versucht, deren Interessen zu wahren. Zweitens informieren wir die rund 14.000 Fischer im Land über Neuigkeiten. Die dritte und bisher zu kurz gekommene Aufgabe ist die Lobbyarbeit. Die Fischerei macht derzeit einen massiven Wandel durch: Es geht nicht mehr darum, nur Fische zu fangen, sondern die Gewäs-

serökosysteme zu verteidigen und zu hüten. Inwiefern? Früher wurde gefischt, um Fische zu fangen und zu entnehmen. Die heutige Tendenz geht über das hinaus: Wir schauen, dass Fische autochthoner Arten in unseren Gewässern leben. Das passiert nur, wenn weniger Verbauungen stattfinden, keine neuen Kraftwerke entstehen und der Lebensraum der Bäche und Flüsse natürlicher gestaltet wird. In Brixen sind wir durch die derzeitigen Bauarbeiten am Eisack auf einem guten Weg – es kommen mehr Steine ins Wasser, somit entstehen unter-

schiedliche Gewässertiefen und Strömungen. Wenn der Lebensraum passt, kann sich auch der Fischbestand besser entfalten. Was haben Sie sich in der kommenden Amtsperiode zum Ziel gesetzt? Der Vorstand ist komplett erneuert, verjüngt und sehr motiviert. Unser Ziel ist es, uns klar zu positionieren und den besagten Wandel zu kommunizieren, sodass Fischer und Nicht-Fischer die Notwendigkeit zum Handeln nachvollziehen können – dann kann man auch die Gewässer schützen. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Wirtschaft & Umwelt OFFIZIELL EINGEWEIHT: Die neue Zufahrt in die Seiserleite trägt den Namen „Pacherstraße“

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Fotos: Oskar Zingerle

NEUSTIFT: ZUFAHRT SEISERLEITE FEIERLICH ERÖFFNET

Für Eintracht und Frieden

Am 13. April geschah, woran viele nicht mehr geglaubt hatten: Die neue Zufahrt in die Seiserleite in Neustift ist offiziell eröffnet worden. Über 40 Jahre Streit und Zwistigkeiten wurden damit beigelegt. Vahrns Bürgermeister Andreas Schatzer und Vizebürgermeister Josef Tauber hoffen, „dass jetzt endlich Frieden ist“.

S

eit Bestehen der Wohnbauzone Seiserleite, mit deren Ausweisung man 1977 begann, erhitzen sich an der bisher unbefriedigenden Zufahrt die Gemüter. Zwistigkeiten führten zu verhärteten Fronten, und diese 60

entzweiten schließlich das ganze Dorf Neustift. „Egal, wen man traf, wo man sich aufhielt: Immer wurde in die unterschiedlichen Variantenbefürworter unterteilt. Das ging so weit, dass die Leute beim Sternsingen die Türen nicht

mehr aufmachten oder dass bei der Feuerwehr mehrere Wahlgänge nötig waren, weil man in puncto Zufahrtsstraße nicht einer Meinung war“, erinnert sich Vizebürgermeister Josef Tauber kopfschüttelnd. Ein großes ge-

genseitiges Misstrauen sei unter den Menschen entstanden, sodass schließlich keiner mehr an die Realisierung einer Zufahrtsstraße geglaubt habe. „Vor der Zufahrt in die Seiserleite wird wohl der BBT fertiggestellt sein!“, bekamen


die Gemeindeverwalter mehr als einmal zu hören. Der Zwist um die Zufahrtsstraße hat schon sehr früh begonnen. „Jene, die in der Siedlung wohnten, waren verständlicherweise für den Bau der Straße, und jene, die unten wohnten, waren dagegen – mit dem Argument, dass man diese Siedlung überhaupt nicht gewollt hatte“, sagt Josef Tauber. Wobei es einige zudem immer wieder sehr geschickt verstanden hätten, populistisch Öl ins Feuer zu gießen. Endlose Anfeindungen und Zwistigkeiten reihten sich aneinander. Gespräche wurden schnell ausfallend und oft auch beleidigend.

1977–2017. Begonnen hatte

alles 1977 mit der Ausweisung einer Bauzone in der Seiserleite. „Zunächst wurden relativ wenige Häuser gebaut; für eine eigene Zufahrt bestand noch kein Bedarf“, sagt Tauber. Die wenigen neuen Bewohner gelangten über die alte Neustifter Oberdorfstraße rechts hinauf zum Kreuzhof und von da – mehr auf einem Feldweg – weiter zu ihren Häusern in der Seiserleite.

Allmählich wurde die Wohnbauzone aber erweitert, und immer mehr Menschen nutzten mit ihren Autos die enge Oberdorfstraße. Man begann, über den Bau einer passenderen Zufahrt nachzudenken. „Zur Polemik gesteigert hatte sich die Sachlage, als in der Seiserleite eine Siedlung entstehen sollte, die größer war als Neustift selbst“, erklärt Bürgermeister Schatzer. Mehr Bewohner erzeugen mehr Verkehr – die Notwendigkeit einer besseren Zufahrt war augenscheinlich. Zunächst wurde angedacht, die Straße über den Kreuzhof

Oberdorfstraße auch den eigentlich privaten Weg entlang des Pacherhofes zu benutzen, der zum Großteil über Grundeigentum des Felder- und Pacherhofes führte. Gegen dieses vermehrte Verkehrsaufkommen wehrten sich die Grundeigentümer der beiden Höfe, und sie begannen einen Rechtsstreit mit der Gemeinde. Inzwischen wurde die Siedlung weiter ausgebaut. „Die Straße auf dem alten Pacherweg wurde von der Gemeinde in den Bauleitplan aufgenommen, musste aber einige Zeit später auf Anweisung des Gerichts wieder aus demselben

„Seit meinem Amtsantritt im März 2010 war die einvernehmliche Lösung oberstes Ziel“_Bürgermeister Andreas Schatzer auszubauen, was aber auch keine nachhaltige Lösung gewesen wäre. Die wachsende Gemeinschaft der in der Seiserleite wohnhaften Neustifter begann, neben der alten

gelöscht werden“, schildert der Bürgermeister. Ende der 90er Jahre hat sich die Gemeinde schließlich durchgesetzt und ein öffentliches Durchfahrtsrecht durch die

private Pacherstraße gerichtlich erzwungen. Für die Siedlung Seiserleite galt von da an eine Einbahnregelung: Hinauf in die Siedlung fuhr man rechts auf der Oberdorfstraße über den Kreuzhof; herunter auf die Pustertaler Straße gelangte man nur mehr über die private Pacherstraße. Diese Zufahrtslösung blieb bis 2017 aufrecht.

Halbherzige Lösung. Die er-

hoffte Entspannung war mit der Einbahnregelung dann doch nicht eingetreten. Zwar war nun der Gegenverkehr unterbunden, aber die Enge der Straße blieb unverändert. „Besonders für die Anrainer an der mitunter sehr engen Oberdorfstraße waren die Zustände oft unerträglich, da durch die rege Bautätigkeit auch sehr viel Schwerverkehr durchfuhr“, erinnert sich Josef Tauber. Immer wieder habe es Vorstöße gegeben, diese leidige Verkehrssituation auf der Oberdorfstraße zu entschärfen, während zum Pacherweg die Prozesse weiterliefen. „Bei der Erstellung des Bauleitplanes im Jahr 2008 wurde schließlich festgehalten, dass für 61


Wirtschaft & Umwelt

der Wohnbauzone Edenhauser bis unterhalb der Köfererzone in die Pustertaler Straße führt, fanden wir nicht ideal. Sie war für uns landschaftlich problematisch, außerdem definitiv zu lang. Wir wollten das überdenken.“ Die Bewohner der Siedlung Seiserleite gründeten schließlich 2015 eine Initiativgruppe, um über den jeweils aktuellen Stand der Dinge aus erster Hand vom Bürgermeister informiert zu werden, bei dem man fortan alle zwei bis drei Monate vorstellig wurde. „Man wollte aber auch als Interessensgruppe gemeinsam auftreten“, bestätigt der Bürgermeister, „die Vertreter der Initiativgruppe waren bis auf Peter Tauber grundsätzlich mit jedem Trassenverlauf einverstanden. Wichtig war ihnen, dass das Problem der Zufahrt endlich gelöst wird“.

Bürgermeister Andreas Schatzer: „Mit dieser Zufahrt haben wir die beste Lösung für die Seiserleite gefunden“

Die „kurze“ Lösung. Also begab

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den Pacherweg eine endgültige Lösung im Einvernehmen mit allen Grundeigentümern gefunden werden muss.“ In der Gemeindeverwaltung war man sich nämlich längst sicher, dass eine Lösung dieser nahezu hoffnungslos festgefahrenen Situation nur auf dem einvernehmlichen Weg gelingen könne. „Reden und nochmals reden, das war unsere einzige Möglichkeit. Alles andere hätte nur dazu geführt, dass sich die Fronten noch weiter verhärtet hätten.“ Natürlich hätte die Gemeinde Zwangsmaßnahmen wie Enteignungen vornehmen können, „aber“, unterstreicht Schatzer, „was wir wollten, war eine einvernehmliche Lösung vor allem mit den Grundbesitzern.“ Alexander Tauber, der damalige Gemeindereferent für Urbanis-

tik, wurde mit der heiklen Aufgabe betraut. „Die Lösungsfindung war eine Schwergeburt und hat die Verabschiedung des Bauleitplans über ein Jahr verzögert“, sagt er. Schließlich einigte man sich für eine Straßentrasse mit insgesamt drei Raumordnungsverträgen – mit den Eigentümern des Pacher-, Felder- und Edenhauserhofes. Die neue Trasse verlief von der Siedlung bis zur neuen Wohnbauzone Edenhauser gerade über die Felder bis zur Einfahrt in der Köfererzone. Diese Trasse wurde in den Bauleitplan aufgenommen; endlich konnte mit der Projektierung der Straße begonnen werden.

Die „lange“ Lösung. „Um den

Streit beizulegen, war aber die Einstellung sämtlicher Rechtsstreite nötig“, sagt Tauber, „aber die

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Neustifter waren dagegen.“ Mit dieser „langen“ Lösung waren nämlich auch einige Bewohner der Seiserleite nicht glücklich. „Sie wollten eine kürzere Zufahrt, die am Pacherhof vorbeiführte, über ein Grundstück des Felderhofes hinunter auf die Pustertaler Straße.“ Die Eigentümer der beiden Höfe stemmten sich dagegen: „Eine Verbreiterung des bestehenden Weges kommt nicht in Frage!“ Mit der „langen“ Lösung und der entsprechenden Eintragung im Bauleitplan von 2009 waren auch die Gemeindevertreter letztlich nie wirklich glücklich gewesen, bestätigt Andreas Schatzer. Man habe sich schließlich dafür entschlossen, zunächst das erste baulich weit kompliziertere Baulos umzusetzen, das 2017 fertiggestellt wurde. „Die Trasse des zweiten Bauloses, das von

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sich die Gemeinde wieder auf die Suche nach einer alternativen Trasse, ließ eine entsprechende Machbarkeitsstudie erstellen – und versuchte erneut, mit den Grundeigentümern einen Konsens zu finden: „Mit dieser ‚kurzen‘ Lösung sind wir zu den Eigentümern des Edenhauserhofes, des Felderhofes und des Wöschhofes gegangen.“ Natürlich sei die erneute Verhandlung schwierig gewesen: „Nicht alles verlief sofort reibungslos, wieder mussten Kompromisse gefunden werden.“ Die neue Trasse verläuft unmittelbar vor dem Wohnhaus des Felderhofes, und auch mit der Eigentümerin des Wöschhofes wurden einige Gespräche geführt, durchquert die neue Trasse ja ihre gesamte Hauswiese. Involviert war auch eine Zeitlang Martin Huber vom Hotel Pacher als Grundstücksnachbar des Wöschhofes von Frau Winkler. Es dauerte eine Weile, bis eine für alle Eigentümer zufriedenstellende


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Vizebürgermeister Josef Tauber: „Ungemein schön sind die vielen Dankesworte für die gut gelöste neue Zufahrt“

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Lösung gefunden wurde. Das Bauende der Zufahrt wurde daraufhin festgelegt: Oktober 2018. Zum Frohlocken war es dennoch offenbar zu früh: Johann Sigmund vom Edenhauserhof reichte einen erneuten Rekurs gegen die Entscheidung ein. „Mit dem Rechtsanwalt von Sigmund konnten wir uns erst Anfang Dezember einigen, was die Eröffnung der Zufahrt um einige Monate verzögert hat.“ Weitere drei Monate Bauverzögerung gehen auf das Konto der Fernwärmepumpstation, die unterhalb der Kreuzung Pustertaler Straße inzwischen entstanden ist. Diese Pumpe, eine Zwischenstation für die Fernwärme von Natz-Schabs, sei ursprünglich nicht geplant gewesen. Mit der neuen etwa 1,5 Millionen Euro teuren Zufahrt, so der Bürgermeister, „verbessern wir jetzt auch die Verkehrssituation an der Kreuzung zur Pustertaler Straße. Gehsteige werden gebaut, der Zugang zum Gemeinschaftshaus bleibt bestehen, die Einfahrt wird verbessert, die Bushaltestellen werden erneuert. Und die Einfahrt zur Stiftsstraße wird verbreitert.“

Hoffnung auf Ruhe. Dass mit

der Eröffnung der neuen Zufahrt endlich die ersehnte Ruhe im Dorf einkehren möge – darüber ist man sich weitgehend einig. „Am liebsten würde ich sie auf

den Namen ‚Straße des Friedens‘ taufen“, so der Vizebürgermeister, aber heißen wird sie offiziell „Pacherstraße“ – so war es vertraglich festgehalten worden. Bis auf die Anrainer ist künftig die motorisierte Nutzung der alten Oberdorfstraße für alle untersagt: „Für die Bewohner entlang der Oberdorfstraße vom Felderhof bis zur Wohnbauzone Edenhauser bleibt die alte Zufahrt weiterhin geöffnet, aber nur für sie!“ Der Citybus wird im ersten Teil die neue Straße benutzen und von der Wohnbauzone Edenhauser über den Kreuzhof zur Wohnbauzone Seiserleite gelangen; abwärts wird ausschließlich die neue Zufahrt benutzt werden. Trotz aller Einwände noch bis einen Monat vor der Einweihung sind sich sowohl der Bürgermeister als auch sein Stellvertreter sicher, „dass diese Zufahrt in die Seiserleite nicht nur eine sehr gute Lösung ist, sondern sie war letztendlich auch die einzig mögliche“. Bereits jetzt habe sich die Lage deutlich entspannt: „Man spürt, dass die Stimmung eine andere ist, viel gelöster und freundlicher. Viele Leute haben sich persönlich bei uns bedankt“, sagt Josef Tauber.

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Fotos: Helmuth Rier

Wirtschaft & Umwelt

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EVENT

Ein Wahrzeichen der Innovation Das Brixner Vorzeigeunternehmen Durst, Hersteller von zukunftsweisenden digitalen Druckund Produktionstechnologien, hat seine neue futuristische Firmenzentrale mit angeschlossenem Kundenzentrum in Brixen eröffnet.

Die neue Firmenzentrale der Durst konnte am 5. April im Beisein von über 1.000 Gästen, darunter internationale Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner, feierlich eröffnet werden. Durch die Zeremonie führten Christoph Gamper, CEO und Unternehmensteilhaber der Durst Group, die Haupteigentümer Harald Oberrauch und Christof Oberrauch, begleitet von

Unter anderem haben folgende Unternehmen zum Gelingen des neuen Firmengebäudes der Durst Phototechnik AG beigetragen:

den Gastrednern Bürgermeister Peter Brunner, dem Brixner Dekan Albert Pixner, Landesrat Philipp Achammer sowie den ausführenden Architekten Patrik Pedó und Juri Pobitzer von Monovolume. Das neue Firmengebäude steht sinnbildlich für den Wandel der Durst zu einem hochspezialisierten Hightech-Unternehmen. Die Architekten von Monovolume ge-

stalteten einen flach schwebenden „Flügel“ mit einem sechsstöckigen Turm. Die pulverbeschichtete Metallfassade weist 850 mehrfarbig leuchtende Fensterelemente auf, die pixelartig angeordnet sind. Die Pixelfassade ist auch Hinweis auf die Geschäftsbereiche des Unternehmens, denn Durst ist ein Weltmarktführer für digitale Hochleistungs-Drucksysteme.

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Aufgepeppt und potenziert In der Kläranlage Brixen sind die Arbeiten zur Potenzierung des Hauptsammlers bereits im Gange. Mit einer umfassenden Erneuerung und Optimierung des Bauwerks selbst und der technischen Anlagen soll hingegen in den kommenden Monaten begonnen werden.

G

leich zwei Projekte erfordern derzeit die Aufmerksamkeit der Bezirksgemeinschaft Eisacktal in der von ihr geführten Kläranlage Brixen: „Die bestehende Anlage ist in die Jahre gekommen, weshalb wir nicht nur den Hauptsammler potenzieren, sondern auch eine Renovierung in Form von Verbesserung und Ausbau der Anlage angehen. Das heißt, dass ein zweiter Hauptsammler parallel zum ersten gebaut werden wird – mit Querverbindungen zwischen diesen beiden Sammlern, sodass auch die Möglichkeit besteht, im

Bedarfsfall einen der Hauptsammler zu sanieren“, erläutert Ronald Amort, Leiter der Umweltdienste der Bezirksgemeinschaft. Die Kosten für beide Projekte sollen sich auf 6,9 Millionen Euro belaufen.

Der Hauptsammler. Gerade bei

Starkregen hat es in den vergangenen Jahren an verschiedenen Punkten im Brixner Industriegebiet wiederholt Probleme gegeben. „Der Hauptsammler war überlastet und ist übergelaufen, was auch bei einigen Betrieben leichtere Schäden verursacht hat“, bestätigt Ronald Amort. Nun wird

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Fotos: Oskar Zingerle

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Roland Amort: „Mit beiden Projekten investieren wir in eine moderne Abwasserbewirtschaftung“

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DENTALHYGIENEPRAXIS LILIANA VASU NEU IN B R I X E N! Für die Optimierung der Kläranlage Brixen werden 4,8 Millionen Euro bereitgestellt

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dieser Missstand durch die Vergrößerung des Hauptsammlers, in dem die Abwässer aus sämtlichen Kanälen zusammenlaufen, behoben. Die Arbeiten dafür sind in zwei Baulose unterteilt worden. Der erste Teil nördlich der Kläranlage bis zur Unterführung der Eisenbahn wurde bereits im Vorjahr durchgeführt. „Zeitgleich war dort die Gewerbezone entstanden. Um nicht erneut die Zufahrtsstraßen aufreißen zu müssen, haben wir die Arbeiten vorgezogen.“ Nun folgt das zweite Baulos mit der Unterquerung des Bahnkörpers und der Verlegung eines zweien Hauptsammler-Rohres bis auf der Höhe des ACI Global Nord Center. „Den Zuschlag hat ein Trientner Unternehmen bekommen“, ergänzt Amort. Man beabsichtige, mit den Arbeiten im Juni zu beginnen; aller Voraussicht nach sollen sie im Juni 2020 abgeschlossen sein. „Mit einem Jahr Bauzeit müssen wir rechnen, da die Arbeiten aufgrund der Größe des Rohres doch sehr aufwändig sind: Teilweise müssen wir bis zu vier Meter tief graben.“ Durch die Arbeiten am Hauptsammler im Umfang von insgesamt 2,1 Millionen Euro könne dessen Förderleistung in diesem Abschnitt von einem aktuellen Einwohneräquivalent von 65.000 Einwohnern und einer Kapazität von rund 650 Liter pro Sekunde auf ein Äquivalent von 95.000 Einwohner ausgebaut werden. „Bei Spitzenlast kann auf diese Weise mit 1.260 Litern pro Sekunde nahezu der doppelte Zufluss als bisher bewältigt werden“, verdeutlicht Amort. Damit ist der Zulauf für die Bezirkskläranlage auch für zukünftige Entwicklungen groß genug.

Verbesserung der Anlage. Das zweite Projekt, das die Bezirksgemeinschaft in Angriff nehmen möchte, betrifft die Optimierung der Kläranlage Brixen, an der fünf Gemeinden angeschlossen sind: Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Franzensfeste und von Freienfeld die Fraktion Mauls. 1985 ist die Bezirkskläranlage, damals bestehend aus der mechanischen Vorreinigung und einem Vorklärbecken, einem Belebungsbecken und einem Nachklärbecken, von der Gemeinde Brixen gebaut worden. 2005 bis 2009 kam die Erweiterung, sodass die Kapazität der Kläranlage von 35.000 auf 60.000 Einwohner angehoben werden konnte. Damals wurden von der Bezirksgemeinschaft rund 17 Millionen Euro in die Anlagen investiert. „Jetzt müssen Teile dieser Anlagen erneuert und optimiert werden; zum Beispiel das ZulaufSchneckenpumpwerk, Teile am Rechengebäude, am Sandfang und an den Vor- und Nachklärbecken. Auch ist der Bau eines geschlossenen Schlammsilos vorgesehen, eine Phosphatmessung mit entsprechender automatischer Dosiereinrichtung sowie ein neues Prozessleitsystem“, so Amort. Gleichzeitig möchte man auch in die Verstromung des erzeugten Klärgases investieren. „Ein weiteres Blockheizkraftwerk soll angekauft werden, das das erzeugte Biogas verbrennt und gleichzeitig Wärme für den Faulbehälter und Strom für die Anlage erzeugt. Wir hoffen, dass wir durch diese Neuinvestitionen von derzeit rund einem Drittel künftig mehr als die Hälfte des Eigenverbrauchs an Strom produzieren.“ Für diese Maßnahmen zur Steigerung der Funktionalität der Kläranlage Brixen werden rund 4,8 Millionen Euro bereitgestellt.

Derzeit sind die Förderanlagen der Kläranlage Brixen auf ein Einzugsgebiet mit 60.000 Einwohnergleichwerten (EWG) und damit maximal 550 Liter pro Sekunde ausgelegt. Im Zuge der Arbeiten soll insbesondere das Zulaufpumpwerk auf eine Belastung von 70.000 EWG und einer damit verbundenen maximalen Zulaufmenge von 640 Liter pro Sekunde ausgelegt werden. „Die Ausschreibung für die Verbesserungsarbeiten läuft. Wir denken, dass wir voraussichtlich im August oder September mit den Arbeiten beginnen werden.“ Abgeschlossen sollen die Arbeiten nach rund zwei Jahren, also 2021, sein.

Weichen für die Zukunft. Auch wenn vorerst eine Potenzierung und Verbesserung der Kläranlage Brixen im Fokus stehen, so werden aber bereits jetzt die Weichen für eine in Zukunft notwendige Erweiterung gestellt. „In acht bis zehn Jahren werden wir eine erneute Erweiterung unserer Kläranlage anstreben müssen“, ist Amort überzeugt. Diese werde nötig, wenn der Siedlungsraum ausgedehnt und der Tourismus weiter gefördert werde. „Steigen die Bevölkerungszahl und die Anzahl der Betriebe, also Hotels, Restaurants, Campingplätze, aber auch Schlachthöfe, dann erhöht sich auch die Belastung an Organik im Abwasser.“ Eine zusätzliche Erweiterung braucht aber zusätzlichen Raum: Die Bezirksgemeinschaft möchte dafür das angrenzende Nomadenlager und einen Teil des nordseitig angrenzenden Gewerbegebietes, das einem Unternehmen gehört, erwerben. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Kundenschalter ab Mai im Forum z Ab 20. Mai ist der zentrale Kundenschalter der Stadtwerke Brixen für einige Monate nicht mehr im Gebäude der Acquarena, sondern im Forum Brixen untergebracht. Umbauarbeiten in der Acquarena machen den Umzug auf Zeit notwendig. „Der Kassenbereich wird vergrößert. Die Fassade wird erneuert; die nötigen Räumlichkeiten für die neue Abteilung Physiotherapie und Rehabilitati-

on werden gebaut. Und der Fitnessbereich erhält mehr Platz“, so Franz Berretta, technischer Leiter der Stadtwerke. „Bis zum Bauabschluss wird unser Dienst im zweiten Obergeschoss des Forums Brixen zu finden sein und bleibt uneingeschränkt aufrecht“, bestätigt Karl Michaeler, Geschäftsführer der Stadtwerke. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: Montag bis Donnerstag, 8

Foto: Gerhard Tauber

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

bis 12:30 Uhr und 15 bis 16 Uhr; Freitag von 8 bis 12:30 Uhr. Ab Oktober wird sich das Stadtbüro dann wieder an der Acquarena befinden. sp

W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

z Das Tiergehege im Lido wird schon eine ganze Weile kritisch kommentiert – jetzt ist die zuständige Stadträtin Paula Bacher aktiv geworden: „Die Infrastruktur ist in die Jahre gekommen, es herrschte dringender Handlungsbedarf.“ Bacher dachte aber nicht allein an eine Reparatur, sondern auch an eine Erweiterung: „Die 350 Quadratmeter große eingezäunte Außenfläche war zu klein; wir vergrößern sie nun auf 570 Quadratmeter.“ Die neue Außeneinzäunung wird erheblich attraktiver als das bisherige Provisorium: Alle 2,5 Meter werden Eisensteher in ein

kurz

notiert

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Streifenfundament eingelassen, die den Gitterzaun tragen – „damit gewährleisten wir eine möglichst freie Sicht auf die Tiere“. Im Tiergehege und in der Voliere sollen einheimische Kleintiere wie Eichhörnchen, Kaninchen, Meerschweinchen, Feldhasen und Singvögel ihren Platz finden. Zusätzlich soll es zu einem Lehrgehege umgebaut werden und somit einen pädagogischen Nutzen erfüllen, indem Lehrtafeln aller im Gehege gehaltener Tiere angebracht werden. Dabei soll zu jedem Tier eine Beschreibung der Tierart und ihrer Lebensbe-

50 Bahnanrainer unserer Nachbarprovinz haben einen Schadensersatz von zwei Millionen Euro wegen des starken Bahnlärms gefordert. Wird ihnen Recht gegeben, will man sich auch im Eisacktal nicht mehr länger mit übermäßigem Lärm zufriedengeben. Modernes Rollmaterial zur Lärmdämmung wird bereits gefordert.

Foto: Oskar Zingerle

Neues Tiergehege im Lido

dingungen in freier Wildbahn erstellt werden. Der Umbau ist gerade im Gange wv

Anlässlich des Weltwassertages haben die Stadtwerke Brixen den Trinkwasserbehälter in Milland zur Besichtigung für Grund- und Mittelschüler geöffnet. Mit 1.700 Kubikmetern ist dieser der größte von 15 Trinkwasserspeichern der Stadtwerke. Rund 100 Schüler gingen dem unterirdischen Bauwerk auf den Grund.

In Mühlbach fand Anfang April die Hegeschau des Jagdbezirkes Brixen statt. Eine schlechte Bilanz mit offiziell 60 verendeten Tieren galt der Steinwildkolonie. Vor allem Wildkrankheiten wie die Gamsblindheit, die im Zuge des Klimawandels stark zunehmen, töten die Tiere.


STADTGEHEIMNISSE Foto: Oskar Zingerle

Was zeigen die Fresken am Michaelstor?

BRIXEN

Das Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte Michaelstor zählt zusammen mit dem Kreuzgangtor zu den ältesten Stadttoren von Brixen. Das Michaelstor, das den wichtigsten Stadtzugang von der Brenner- und Pustertaler Straße bildete, wurde direkt an den Weißen Turm angebaut. Die Außenfassade des Tores ziert ein markanter Erker; der Erker an der Innenfassade grenzt das Stadttor von der anliegenden St. Michaelsburg ab. Auf dieser Seite des Tores sind zudem spätgotische Fresken aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Oben links ist der heilige Sebastian zu erkennen; in der Mitte, zwischen den zwei Fenstern, wurde das Wappen des Fürstbischofs Christoph von Schrofenstein (1460–1521) abgebildet, und oben rechts ist der heilige Martin mit Bettler und Gans zu sehen. Links unten direkt neben dem Erker wurde die heilige Mutter Anna mit Maria und Jesukind abgebildet, rechts unten ist der heilige Christophorus zu sehen. Tor, Kirche, Burg und Brunnen vor dem Tor sind übrigens dem heiligen Michael geweiht, der der Legende nach den Teufel in Gestalt eines Drachens besiegte. Anregungen: redaktion@brixner.info

Plastikfreie Stadtwerke z Manchmal geht Umweltschutz ganz einfach mit ein bisschen gutem Willen. Nach dieser Überzeugung handeln nun die Stadtwerke Brixen: „Umweltschutz gehört wesentlich zu unserem Leitbild; umso mehr freut es mich, dass diese Initiative von meinen Mitarbeitern ausgegangen ist“, sagt Karl Michaeler, Geschäftsführer der Stadtwerke. Inspiriert wurden seine Mitarbeiter von der Kampagne „Io sono ambiente“ des Umweltministeriums, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Plastikabfall zu reduzieren. „Die Reduktion von Plastik wollten wir bewusst in unseren Arbeitsalltag integrieren“, erzählt Petra Augschöll, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit, und sie nennt als ersten Schritt zur Umsetzung die Entfernung der mit Plastikflaschen gefüllten Ge-

tränkeautomaten am Firmensitz und im Forum Brixen. „An deren Stelle stehen nun Wasserspender. Wir haben hier in Brixen qualitativ wertvolles Wasser, das zum überwiegenden Teil aus Quellen stammt. Nun kann dieses Wasser in wiederbefüllbare Flaschen oder Karaffen abgefüllt werden.“ Auch bei den Kaffeeautomaten sind die Einwegbecher aus Plastik ersetzt worden durch recycelbare Becher und kompostierbare Umrührstäbchen aus Holz. „Und was noch besser ist: Auf Knopfdruck kann sogar ganz auf den Wegwerfbecher verzichtet werden.“ Von diesem Angebot machen inzwischen viele Mitarbeiter der Stadtwerke Brixen Gebrauch und benützen für den Kaffee nur mehr ihre eigene Keramiktasse. sp

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Vielfältige Wirtschaft

aus dem Eisacktal präsentieren im Gewerbegebiet Spitalwiese in Klausen zwei Tage lang ihre Produkte, Lösungen und Hingucker. Nach der erfolgreichen Premiere

Musikeinlagen stehen ebenso auf der Tagesordnung wie die Vorführung traditioneller Handwerksberufe. Jugendliche können sich im Rahmen der Messe über Berufe und eventuelle Lehrstellen informieren. Für das leibliche Wohl sorgen die Freiwillige Feuerwehr Lajen und der Bauernbund Klausen. Speziell für Kinder gibt es Bastelwerkstätten und einen Streichelzoo. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Infos findet man auf www.ewita.lvh.it. eh

BRIXEN

BRIXEN

Neue Brücke zwischen Kranebitt und Zinggen

Noch mehr Sommer!

z Etwas oberhalb der ZinggenKirche wurde vor wenigen Wochen eine neue Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Eisack errichtet. Die Brücke ist als Verbindung der Zone Kranebitt Richtung Krankenhaus konzipiert und wurde im Zuge des Flussraummanagement-Projektes „StadtLandFluss“ geplant und gebaut. Die CortenstahlBrücke ist 36 Meter lang und 3 Meter breit. Das Ingenieurteam Bergmeister erstellte das Projekt, und die Firma Metall Ritten 70

der Messe im Jahr 2015 hat das Organisationskomitee rund um Präsident Christian Hofer gemeinsam mit dem lvh-Bezirksausschuss und der Wirtschaftsgenossenschaft Klausen eine weitere Auflage der Schau beschlossen. Teilnehmen werden Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Handel, Industrie, Landwirtschaft und Gastronomie, die allesamt ihre innovativen Produkte vorstellen. Die Besucher erwartet zudem ein reiches Rahmenprogramm:

baute die Brücke als Trogbauwerk in mehreren Hohlkästen. Die einzelnen Bauteile wurden vor Ort luftdicht verschweißt und das Bauwerk schließlich montiert. Zwei große Mobilkräne hoben die tonnenschwere Konstruktion am 11. April in ihre Position. Die spektakuläre Montage-Aktion beeindruckte zahlreiche Schaulustige, die das Geschehen mitverfolgten und Bilder in den sozialen Netzwerken veröffentlichten. oz

z Als einen Riesensprung bezeichnet SVP-Fraktionssprecher Gerold Siller, Initiator der Brixner Summercard, die heurige Ausgabe. Grund dafür ist der enorme Zuwachs an Kultur- und Freizeitangeboten, die in der kleinen Karte ab heuer stecken. Die bewährten Partner Acquarena, Plose, Kletterhalle, Eishalle, Pharmaziemuseum und Hofburg bleiben nach wie vor an Bord; seit dem Vorjahr ist auch das Schwimmbad Feldthurns mit von der Partie. Heuer neu ist die Zusammenarbeit mit der Bergbahn Gitschberg-Jochtal, dem Alpinpool Meransen, dem Freischwimmbad und dem Minigolfplatz von Meransen, dem Schwimmbad Mühlbach, den Schlössern Velthurns, Rodenegg und Franzensfeste. Nicht mehr im Angebot inbegriffen ist das Freischwimmbad Klausen. Die „Summercard Gold“ erwerben kann die Bevölkerung der Gemeinden Brixen, Vahrn, Feldthurns, Natz-Schabs, Mühlbach, Rodeneck, Vintl und Franzensfeste um 160 Euro pro Person und 335 Euro pro Familie. Der Verkauf läuft vom 1. Mai bis

zum 2. Juni in der Acquarena, im Schwimmbad Feldthurns und im Tourismusverein Mühlbach. Ermäßigungen gibt es für Senioren, Studenten und Junioren – die genauen Preise kann man auf www.summercard.org einsehen. Dort gibt es auch detaillierte Informationen zum Angebot. Für Wanderfreunde, die sich lieber auf Bergspitzen als im Schwimmbad tummeln, gibt es die „Summercard Silver“ für das Wandergebiet Plose und die „Almencard“ für das Wandergebiet Gitschberg-Jochtal. Bei der „Summercard Silver“ ist zusätzlich ein einmaliger Eintritt in die Eishalle, die Kletterhalle, das Pharmaziemuseum und die Brixner Hofburg inbegriffen. „Ziel der Summercard ist es“, sagt Gerold Siller, „den Einheimischen einen sehr günstigen Zugang zu allen Freizeiteinrichtungen von Brixen und Umgebung zu ermöglichen“. Jedes Jahr sei man bemüht, „das Angebot behutsam zu erweitern und damit zu gewährleisten, dass die wirtschaftliche Grundlage erhalten bleibt.“ eh Foto: Oskar Zingerle

z Schauen, staunen, probieren und genießen heißt es vom 24. bis 26. Mai bei der zweiten Ausgabe der Eisacktaler Wirtschaftsschau, kurz „ewita“. Über 50 Aussteller

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

EISACKTAL


NACHGEFRAGT

„Wolf in Vals gesehen“ Herr Unterthiner, vor einigen Wochen wurde in Vals angeblich ein Wolf gesehen. Können Sie die Sichtung bestätigen? Ja, einer unserer Beamten hat das Tier Ende März im Rahmen der jährlichen Rotwildzählung gesehen. Es befand sich taleinwärts an der rechten Seite in der Wiese unterhalb des Skiliftes, also in etwa auf der Höhe des Hotels Masl. Werden die Sichtungen eigentlich registriert? Die Sichtungen weniger, aber insbesondere die Risse übermitteln wir immer dem Amt für Jagd und Fischerei. Vor allem im

Wipptal werden derzeit häufiger Wölfe gesehen, und sie haben dort auch bereits Nutztiere gerissen. Die Risse werden genetisch untersucht, um festzustellen, ob sie tatsächlich vom Wolf stammen und nicht etwa von Hunden. Wurden seither weitere Wölfe beobachtet? Angeblich hat es etwas südlich des Vahrner Sees eine Sichtung gegeben, wobei wir diese Meldungen immer mit einiger Vorsicht genießen, da der Anblick erfahrungsgemäß oft auch täuschen kann. Ansonsten hatten wir letzthin keine weiteren Meldungen Großraum Brixen.

Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass der Fall eintritt, aber wie soll man sich verhalten, wenn man einem Wolf begegnet? Auch wenn es sich in der Situation leichter sagt als umsetzt: Man sollte die Ruhe bewahren und nicht auf das Tier zugehen. Der Wolf meidet nämlich grundsätzlich den Kontakt mit Menschen. Kommt es doch einmal zu einer Begegnung, sollte man die direkte Konfrontation vermeiden. Leider haben wir aufgrund der geltenden Tierschutzbestimmungen kaum Möglichkeiten, dem Tier seine Grenzen aufzuzeigen.

Foto: Oskar Zingerle

GÜNTHER UNTERTHINER, Amtsdirektor des Forstinspektorats Brixen, über die Sichtung eines Wolfes in Vals.

oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

24., 25. & 26.05.2019 Gewerbezone Klausen – Freitag 17-22 Uhr, Samstag 10-19 Uhr und Sonntag 10-17 Uhr – www.ewita.lvh.it

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LOBIS BÖDEN

Das innovative Terrassensystem „LobiTEC“ verwandelt Gärten in Wohlfühloasen.

Das einzigartige Naturholz-Terrassensystem „LobiTEC“ wurde von Paul Lobis, dem Geschäftsführer der Firma Lobis Böden, im Jahr 2009 entwickelt. Damals wie heute gibt es keine vergleichbare Terrasse auf dem Markt, die es wie das „LobiTEC“-System versteht, Design und Natürlichkeit, Material und Optik miteinander zu vereinen und ein harmonisches Ganzes zu schaffen. Was damals eine bahnbrechende Neuheit auf dem Markt war, ist zehn Jahre später immer noch ein ausgeklügeltes Terrassensystem, das allen Anforderungen standhält. Ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon: „LobiTEC“ bringt den Charme eines Naturholzbodens in den Außenbereich. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften wurde das „LobiTEC“-Terrassensystem bereits in verschiedensten Höhenlagen, sowohl in mediterranen als auch in alpinen Zonen, eingesetzt – von der gemütlichen Privatterrasse bis hin zum hochklassigen Sternehotel.

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Haus & Garten

10 Jahre „LobiTEC“

Ästhetische und technische Vorteile. Die Vorzüge des innova-

tiven „LobiTEC“-Systems stecken im Detail: Eine patentierte Fräsung erlaubt eine nicht sichtbare Verschraubung, und spezielle Kopfverbindungen ermöglichen die Umsetzung nahtloser, großflächiger Terrassen mit nur wenig Verschnitt, die jeden Garten in eine kleine Oase verwandeln. Eine weitere Besonderheit des Systems stellt die verdeckte Fuge dar, die das Durchfallen von kleinen Gegenständen verhindert und für ein ebenmäßiges, sauberes Fugenbild sorgt. Das „LobiTEC“-System zeichnet sich außerdem durch eine einfache Reinigung, ein schnelles Abfließen

Das innovative Naturholz-Terrassensystem „LobiTEC“ begeistert im In- und Ausland von Wasser sowie eine verminderte Schieferbildung aus.

Design bringt Fortschritt.

Der hohe Innovationsgrad des „LobiTEC“-Terrassensystems begeisterte 2017 auch die Jury der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, der „Bau 2017“ in München. Das war einer der Gründe, warum der „LobiTEC“-Terrasse der Innovationspreis 2017 verliehen wurde.

Im Jahr 2018 konnte sich das raffinierte Terrassensystem von Lobis Böden eine weitere renommierte Auszeichnung sichern, und zwar den „German Design Award“ in der Kategorie „Excellent Product Design Building and Elements“.

Holz trifft auf Stein. Die

„LobiTEC“-Terrasse wird auf einer Aluminiumunterkonstruktion verlegt, die für hohe Stabilität sorgt. Heute lässt sich das Naturholz-

Lobis – Ich steh drauf! www.lobis.biz 72

Nahtloser Übergang von „LobiSTONE“ zu „LobiTEC“

Terrassensystem auch mit einer „LobiSTONE“-Terrasse perfekt kombinieren. Ähnlich wie die Naturholzterrasse, wird auch die Feinsteinzeugterrasse auf derselben Unterkonstruktion verlegt, wodurch ein fließender Übergang zwischen „LobiTEC“ und „LobiSTONE“ ermöglicht wird. Ästhetisch harmoniert das Holz optimal mit dem Feinsteinzeug und sorgt so für ein optisch ansprechendes Gesamtbild.


Den Brenner Basistunnel hautnah erleben Öffnungszeiten der Ausstellung im BBT-Infopoint Von Mai bis Oktober: Dienstag–Sonntag 10:00–18:00 Uhr Von November bis April: Dienstag–Sonntag 10:00–16:00 Uhr Montag geschlossen

Kontakt

www.bbtinfo.eu / info@bbtinfo.eu / BBT-Infopoint Brennerstraße, 39045 Franzensfeste (BZ), Südtirol – Italien T +39 0472 057200 / F +39 0472 057219

Foto: Alessandra Chemollo

Auf knapp 200 m2 Ausstellungsfläche entfaltet sich in den suggestiven historischen Räumen der Festung Franzensfeste die Darstellung des BBT-Projektes in seiner faszinierenden technischen Vielseitigkeit bis hinzu Natur und Kultur. Highlights sind interaktive Scannerfahrten in den Tunnel genauso wie das multimediale Erleben des Tunnelvortriebs.


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Tradition, Eleganz und innovative Technologie, vereint in einem einzigen Produkt: Das ist die neueste Generation der WPC-Terrassendielen, die langlebige Schönheit in natürlicher Optik bieten.

WPC steht für „Wood Plastic Composite“, was so viel wie HolzKunststoff-Verbundwerkstoff bedeutet. Terrassendielen aus WPC bestehen zu 60 Prozent aus Holznaturfasern und zu 40 Prozent aus Kunststoff. Im Verbund vereinen sich die Vorteile beider Materialien zu besonders langlebigen und schönen Terrassendielen, die fühlbar splitterfrei sind und kaum der Pflege bedürfen.

Länge von 400 Zentimetern erhältlich. Da sie beidseitig gebürstet sind, können sie auch auf beiden Seiten verwendet werden; eine davon hat eine dekorative Holzmaserung. Spezielle Verlegeclips erleichtern die Anbringung auf Aluminiumschienen, die nach der Verlegung nicht mehr sichtbar sind.

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Edle Optik

Besonders haltbar und pflegeleicht. Sonnigen, heißen Sommern

und kalten Wintern sowie hohen Temperaturunterschieden halten die WPC-Terrassendielen problemlos stand. Eine holzfreie Schutzschicht sorgt dafür, dass weder Schmutz noch die UV-Strahlung die

Große Auswahl und ausgezeichneter Service. In den VerkaufsFarbe der Dielen beeinträchtigen. Die Terrassendielen bleiben außerdem vor Insekten- und Pilzbefall geschützt und nehmen keinerlei Feuchtigkeit auf. Anders als bei Holzdielen entfallen hier aufwändige Pflegebehandlungen, zum

Beispiel durch Lasuren oder Öle. Die angenehm glatte Oberfläche ist zudem ideal für Barfußläufer sowie für Kinderfüße und -hände. Die WPC-Terrassendielen sind in drei Farbtönen in den Maßen 23x140 Millimeter und bis zu einer

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Wenn es draußen wieder wärmer wird, öffnen sich viele Wohnräume nach außen und erstrecken sich auf Terrassen und Gärten. Das Einrichtungshaus Hotex bietet tolle Einrichtungsideen, um Innen- und Außenräume in ein geschmackvolles Ambiente zu verwandeln.

Ob ein neuer Teppich, neue Vorhänge, neue Möbel oder gleich eine komplett neue Einrichtung: Wer seine Wohnräume stilvoll gestalten möchte, ist im Einrichtungshaus Hotex an der richtigen Adresse. In den zwei Ausstellungen in St. Lorenzen und Brixen präsentiert Hotex einen tollen Mix an Möbeln, Textilien und Wohnaccessoires; fachkundige Einrichtungsberater unterstützen bei der Auswahl und Zusammenstellung von geschmackvollen Wohnideen für innen und außen.

Textilien in großer Vielfalt.

Schier unermesslich zeigt sich insbesondere das Sortiment im Textilbereich, das von Teppichen

über Tapeten und Vorhänge bis hin zur Bett-, Tisch- und Badwäsche reicht. Gerade den Textilien kommt bei der Einrichtung und Ausstattung eine besondere Rolle zu, denn oftmals sind es vor allem diese, die den Räumen eine wohnliche Note verleihen – vom schönen Teppich bis hin zu den abgestimmten Tapeten und Vorhängen. Hotex bietet hierzu eine wahre Vielfalt von Textilien, die in vielen Farben und Webstrukturen sowohl für den Innen- als auch Außenbereich spannende Kombinations- und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Auf Wunsch nehmen die Einrichtungsberater bei einem Lokalaugenschein nochmals genau Maß,

bevor die Polstermöbel und die diversen Textilien in der firmeneigenen Tapezierwerkstatt und

Näherei passgenau angefertigt und anschließend fachmännisch montiert werden.

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FURLAN INGRID & CO.

Haus & Garten

Sicherheit und Schutz rund ums Haus

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Mit einem umfassenden Sicherheitsprogramm bietet das Brixner Unternehmen Furlan viele Lösungen für ein sicheres Zuhause.

Ein Spezialist für Sicherheit Ursprünglich aus einem Schlossereibetrieb hervorgegangen, hat sich das Brixner Unternehmen Furlan seit jeher dem Thema der Sicherheit gewidmet. Vor allem der Schlüsseldienst bildet bereits seit Jahrzehnten einen Tätigkeitsschwerpunkt. Im Laufe der Zeit kamen weitere Sicherheitslösungen hinzu, die Furlan heute zu einem Spezialisten für Sicherheit und Schutz rund ums Haus machen.

Hauptdurchzugsstraße befindet, werden Eisenwaren, Feuerlöscher, Tresore, Werkzeugmaschinen, Haushaltsartikel, Arbeits- und Sicherheitskleidung sowie Befestigungssysteme und -elemente angeboten; auch der Schlüsseldienst hat nach wie vor seinen festen Stammplatz im Geschäft – hier werden Schlüssel jeglicher

Art nachgemacht, selbst Autoschlüssel. Darüber hinaus plant und realisiert das Unternehmen in ganz Südtirol Schließ- und Zutrittssysteme, Garagentore, Zufahrtskontrollsysteme, Briefkästen, Eingangstüren und Tresore. Zu den Kunden zählen Privatpersonen ebenso wie Unternehmen und

Große Lösungskompetenz.

Mittlerweile wird der Familienbetrieb in der vierten Generation geführt. Neben der Geschäftsinhaberin Ingrid Furlan, die täglich im Geschäft ihre Frau steht, sind sechs Mitarbeiter im Innen- und Außendienst beschäftigt, darunter auch weitere Familienmitglieder. Mit regelmäßigen Schulungen und Zertifizierungen zu Produkten und Sicherheitslösungen hält sich das Team auf dem Laufenden und zeichnet sich durch hohe Fachkompetenz aus. Im Geschäft, das sich in Brixen direkt an der 76

Ingrid Furlan mit ihrem fachlich kompetenten Team

öffentliche Einrichtungen sowie Vereine und Betreiber von Sportanlagen. Allen Kunden gemeinsam ist, dass sie in punkto Sicherheit keinerlei Risiko eingehen und sich deshalb für die bewährten Lösungen von Furlan entscheiden, die mit großer Zuverlässigkeit fachgerecht realisiert und betreut werden.


brandnamic.com | Foto: Brandnamic

SESAM

ÖFFNE DICH! Ob sich hinter dem Tor ein Schatz befindet, können wir nicht beeinflussen. Ob sich das Tor öffnet, schon. Seit mittlerweile 20 Jahren.

Furlan Ingrid & Co. Kg | Peter-Mayr-Straße 10/A | 39042 Brixen T 0472 832 001 | C 347 7188 963 | info@furlan-bz.it


HIAG BALKONBAU

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Balkone bester Qualität

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Seit mehr als 30 Jahren ist die Firma Blasbichler in Brixen exklusiver Ansprechpartner für die Qualitätsprodukte der Firma HIAG Balkonbau GmbH.

Hotel in Kaltern: Balkongeländer aus Alu/Glas, im RAL-Farbton

Aluminiumbalkone sind ein Garant für die optimale Kombination aus edlem Design und Langlebigkeit. Sie sind absolut wetterfest, trotzen Frost und Hitze und sind zudem wartungsfrei. Neben diesen praktischen Vorteilen begeistern die Balkone von HIAG auch durch individuelles Design. Sie sind in allen RAL-Farben erhältlich, auch in täuschend echter Holzoptik. Im Sortiment finden sich darüber hinaus auch andere Materialien wie Edelstahl, Glas, Holz sowie HPLExterior-Platten. Neben Balkonen führt HIAG auch Zäune, Glasüberdachungen, Carports, Sichtschutz, Treppen, Treppengeländer, Terrassenböden, Fassaden, Balkonverglasungen und vieles mehr im Sortiment. Alle Produkte werden

Verkaufsteam Daniel und Markus Blasbichler „Persönliche Beratung, individuelles Design und fachgerechte Montage zeichnen uns aus.“

auf Maß gefertigt, mit passgenauer Verarbeitung und höchsten Qualitätsansprüchen.

Sonnenresidenz in Saltaus: Balkongeländer aus Aluminium und HPL-Platten

Wohnhaus in Feldthurns: Balkongeländer aus Aluminium in Holzoptik

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FINSTRAL AG

Ein Magazin voller Ideen Pünktlich zum 50-Jahr-Jubiläum präsentiert der Fensterhersteller Finstral das Magazin „F_02“, in dem sich alles um Eigenschaften und Wirkung von Materialien dreht.

Das Finstral Magazin „F_02“: Inspiration für Bauherren und Architekten Seit der Gründung im Jahr 1969 hat der Fensterhersteller Finstral sein Materialangebot ständig ausgebaut. Heute fertigt das Südtiroler Familienunternehmen Fenster, Haustüren und Wintergärten in allen gängigen Werkstoffen und macht dabei im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern nahezu alles selbst. Mit dem Magazin „F_02“ gelingt es dem Fensterhersteller eindrucksvoll, diese einmalige Kompetenz in allen Materialarten unter Beweis zu stellen.

Ideen nehmen Form an. „Das

‚F_02‘ ist ein Magazin, in dem es vor allem um Kunststoff, Glas, Aluminium, Holz und ForRes geht“, sagt Joachim Oberrauch, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finstral. Doch das Magazin mit dem Titel „Idee sucht Wirkung“ beschäftigt sich nicht nur mit Materialien, sondern auch mit der Suche danach. „Wie eine Idee letztlich aussieht und welche Wirkung sie hat, hängt maßgeblich vom Material ab. Da muss man ganz genau schauen, welches Material die gesuchten Eigenschaften und Möglichkeiten hat“, so Joachim Oberrauch weiter. Als einer der wenigen Fensterhersteller in Europa beherrscht Finstral alle Materialien in Funktion und Ästhetik, von der Ent-

wicklung über die Produktion bis hin zum fertigen Produkt. In faszinierenden Reportagen, Bilderstrecken und Interviews mit Materialexperten, Architekten und Künstlern berichtet das Magazin auf 148 Seiten genau darüber – „Ideen, die sich materialisieren lassen und erlebbar werden“.

Weltweite Experten. Angefangen

mit der Unternehmerfamilie, die in einem Interview Frage und Antwort zu den Anfängen von Finstral, seiner Innovationskraft und der Zukunft steht, ziehen sich Gespräche mit Fachleuten, Unternehmern und Planern durch das gesamte Magazin. Thematisch geht es dabei immer um Materialien und deren Nutzen. So erklärt die Materialberaterin Efrat Friedland ihre Visionen zur Materialforschung, während der japanische Architekt Junya Ishigami Aufschluss darüber liefert, wie er lebendige und organische Materie in seine Architektur einbezieht. Abschließend gibt es eine Objektstrecke, in der attraktive Finstral-Referenzen aus ganz Europa vorgestellt werden. Wer neugierig geworden ist, kann das kostenlose Magazin ­bequem online bestellen unter ­finstral.com/f02.


BRENNERCOM

Das Glasfasernetz hat inzwischen zahlreiche Südtiroler Gemeinden erreicht; damit stehen viele Unternehmen und Haushalte nun vor der Frage nach dem idealen Anbieter für ihr schnelles Internet. Als digitaler Vorreiter in Südtirol überzeugt insbesondere die Brennercom AG mit maßgeschneiderten Businesslösungen für Geschäftskunden und passgenauen Internetpaketen für Private. Das Internet ist heute sowohl aus der Geschäftswelt als auch aus dem privaten Leben nicht mehr wegzudenken. Doch braucht es für die Ausschöpfung der digitalen Möglichkeiten einen schnellen, sicheren und stabilen Internetzugang. Die erforderliche Infrastruktur wurde mit dem vom Land vorangetriebenen und von den Gemeinden und öffentlichen Dienstleistern umgesetzten Glasfasernetz inzwischen weitgehend flächendeckend bereitgestellt. Damit geht es nun für viele Unternehmen und Private darum, einen Internetanbieter zu wählen, der das passende Internetpaket für ihre jeweiligen Bedürfnisse bietet.

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Haus & Garten

Internet für alle Führender Internetanbieter. Ein bevorzugter Internetpartner für Unternehmen und private Haushalte ist die Brennercom AG. Von der Gründung im Jahr 1998 an hat sich das Unternehmen mit Sitz in Bozen der Bereitstellung einer zeitgemäßen Kommunikation verschrieben. Zunächst als analoger Telefonanbieter, hat sich im Laufe der Zeit der Tätigkeitsschwerpunkt immer mehr auf digitale Technologien verlagert. Die Zielsetzung des Unternehmens hat sich dabei nicht geändert, einzig wurde mit der technologischen Entwicklung Schritt gehalten und diese in Südtirol aktiv mitgetragen.

Dies ist auch der Grund, warum Brennercom heute im digitalen Bereich zum führenden Anbieter zählt. Mit einer Vielzahl von Businesslösungen für Unternehmen, die vom sicheren und stabilen Internet über verschiedenste Cloudlösungen bis hin zur Datenspeicherung in eigenen Data Centern reichen, hat sich Brennercom vor allem als Internetpartner für Unternehmen etabliert, doch werden unter der Marke „brenX“ auch Internetpakete für Private angeboten. 12.000 Privat- und Business-Kunden, darunter viele Haushalte in Südtirol, profitieren dabei von derselben hohen Zuverlässigkeit und Sicherheit der

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Breitbandverbindung sowie von einer hohen Erreichbarkeit ihres Internetanbieters. Und weil Brennercom ganz besonders jetzt für die Beantwortung der Fragen potenzieller Privatkunden nahe sein will, ist sie gleich bei zwei anstehenden Fachmessen vor Ort, und zwar am 18. und 19. Mai auf der Baumesse der TopHaus in Brixen sowie vom 24. bis 26. Mai im Rahmen von Ewita, den Eisacktaler Wirtschaftstagen, in Klausen. All jene, die direkt am Messestand einen privaten Internetvertrag mit Brennercom abschließen, dürfen sich über einen Sonderrabatt freuen.


ZINGERLE AG

Mehr als nur ein Dach über dem Kopf Ob mobile Terrassenüberdachung, elegante Faltzelte für Events und Caterings oder für die nächste Gartenparty – die „Mastertent“-Faltzelte der Zingerle AG bieten Schutz bei jeder Witterung, und dies in robuster und langlebiger Qualität.

Das Südtiroler Traditionsunternehmen Zingerle AG mit Firmensitz in Schabs produziert und exportiert Premium-Faltzelte und Bierzeltgarnituren in die ganze Welt. Unter der Marke „Mastertent“ verlassen jährlich 10.000 Schnellaufbauzelte und 70.000 Bierzeltgarnituren das Lager in Schabs.

Vom Faltzelt bis Massivholzmöbel. Hochwertige Materialien, eine lange Lebensdauer und die einfache Bedienbarkeit – die-

se Eigenschaften zeichnen die Schnellaufbauzelte und Bierzeltgarnituren der Marke „Mastertent“ aus. Viele nationale und internationale Firmen, darunter die Brauerei Forst, Adidas, Audi, Barilla und Heineken, beziehen für ihre großen und kleinen Events die bewährten „Mastertent“-Produkte und zählen seit vielen Jahren zu den Kunden der Zingerle AG. Neben den Faltzelten produziert die Zingerle AG auch Klappmöbel; das Sortiment reicht von den klassischen Bierzeltgarnituren

Massivholz-Gartenmöbelset „Lago“ bis hin zum eleganten Gartenmöbelset „Lago“ aus Eichenholz massiv. 70 Jahre Marktpräsenz und über 25.000 zufriedene Kun-

den weltweit machen „Mastertent“ zum Garanten für Qualität und Verlässlichkeit.

Zingerle AG | Förche 7 | 39040 Natz/Schabs info@mastertent.com | www.mastertent.com 81


Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Evi Hilpold (eh) Susanne Hutter (sh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Sabine Peer (sp) Franziska Rude (fr) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: GettyImages, Marian Vejcik Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Mai 2019 Nächster Redaktionsschluss: 10. Mai 2019 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

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April 1919

Zwei Menschen durch Schneelawine verunglückt Dienstag, 8. April 1919 Man berichtet uns aus Weitental: Am 2. April um 6 Uhr früh brach, nachdem viel nasser Neuschnee gefallen war, in den Hinterkögler Bergwiesen eine große Schneelawine los, die ein Futterhaus samt Wohnhaus zerstörte. Leider kamen dabei auch zwei Menschen ums Leben, von denen der eine ein etwa 66 Jahre alter Mann und der andere ein 6 Jahre alter Knabe ist. Den Knaben fand man nach langem Suchen ganz erdrückt im Schnee als Leiche auf. Der andere Verunglückte ist bis zur Stunde, da diese Zeilen geschrieben wurden, noch nicht aufgefunden worden. Die Magd rief, als die Lawine kam, eine Warnung in die Stube hinein, und währenddem brachte schon die Lawine in das Haus. Sie wurde schon von der niederlaufenden Lawine gestreift, doch konnte sie noch entweichen. Bei dem Unglück sind auch 4 Stück Rindvieh und 15 Schafe von der Lawine verschüttet worden. Aus den ungeheuren Schneemassen konnten am 3. Tage nachmittags 2 Rinder lebend und zwei tot ausgeschaufelt werden. Das verschüttete Haus ist uralt und dürfte sicher ein Alter von tausend Jahren haben. – Auch in Pfunders sind ein paar Häuser mitten in Lawinen, doch blieben sie vor Unglück bewahrt.

Unfallversicherung Freitag, 4. April 1919 Die Cassa nazionale infortuni in Trient ersucht uns, folgendes mitzuteilen: Die italienische Liquiderungskommission hat bereits die nötigen Schritte eingeleitet zwecks Flüssigmachung der den Unfallverletzten sowohl seitens der Unfallversicherungsanstalt in Salzburg, als auch seitens der übrigen Institute Österreichs ge-

bührenden Unfallsrenten. Um nun eine größtmögliche Anzahl von Daten behufs Zusammenstellung einer zweckentsprechenden Statistik zu erlangen, werden die Bezugsberechtigten angewiesen, ihre diesbezüglichen Rentenbescheide an die Cassa nazionale für Arbeiterunfallversicherung in Trient (Via Mantova 4) einzusenden, welche unter Mitwirkung des Arbeitsvermittlungsamtes mit der Angelegenheit betraut wurde. Die inzwischen an das Governatorat bereits eingesandten Dokumente werden von demselben an die Cassa nazionale infortuni abgetreten werden.

Die Einziehung des österreichischen Papiergeldes Donnerstag, 10. April 1919 Zahlreiche Anfragen werden täglich an uns gerichtet in Betreff der Kundmachung über die Einziehung des österreichischen Papiergeldes in den besetzten Gebieten. Wir werden in einer der nächsten Nummern fachmännische Aufklärungen über diesen Gegenstand bringen; man möge also die fachmännischen Weisungen abwarten.

Eine landwirtschaftliche Schule in Bozen Freitag, 4. April 1919

An der ehemaligen Rebschule im Bozner-Boden wurde am 31. März unter der Leitung des Herrn Direktors Schindler, früher in S. Michele, eröffnet. Es haben sich bisher 16 Schüler aus der Bozner Gegend zum Besuche der Anstalt eingefunden. Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


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Brixner 351 - April 2019 by Brixmedia GmbH - Issuu