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Brixner 350 - März 2019

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EXTRA

350

Auf in den Frühling

Jahrgang 30 · März 2019

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Notaufnahme im Krankenhaus Brixen

Hilfe in Not PORTRAIT: Der ehemalige Landesrat Michl Laimer 70 JAHRE THEATERGRUPPE: Lüsner l(i)eben ihr Theater SKATEPARK BRIXEN: Die Suche nach einer neuen Bleibe WIRTSCHAFT: Bernhard Hilpold über hds­Strömungsanalysen


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Editorial

Politik & Gesellschaft 06 | REPORTAGE: Zu Besuch in der Notaufnahme 12 | Kirche: Kein ethnischer Club 16 | „Salvia“: Ein Forstgarten als Lebenshilfe 18 | Ansitz Rainegg: Krisenhaus für Frauen

>>> 06

Die liebe Post ...

Menschen & Meinungen >>> 24 24 | PORTRAIT: Michl Laimer 29 | Pro & Contra: Schülerdemos für mehr Klimaschutz? 30 | Umfrage: Fasten – ja oder nein? Kunst & Kultur >>> 32 32 | 70 JAHRE THEATERGRUPPE: Lüsner l(i)eben ihr Theater 36 | Richy Müller: „Mein Leben begleiten Schnapszahlen“ 39 | Theater: Das „heilige“ Land Tirol 40 | Ausstellung: Vexierspiele und Lichtobjekte Veranstaltungen 46 | TIMER: April 2019

>>> 46

Freizeit & Sport 50 | SKATEPARK BRIXEN: Runter vom Dach

>>> 50

Wirtschaft & Umwelt >>> 56 56 | BERNHARD HILPOLD: „Domplatz ist Brixens Hotspot“ 62 | Event: Bauarbeiterkasse Extra 63 | Auf in den Frühling

NEU! Brixner ePaper – die kostenlose „Brixner“-APP

>>> 63

Eigentlich wollte ich diesmal im Editorial ein bitterböses Statement zur katastrophalen Dienstleistungsqualität der Post abgeben. Grund hätte ich dazu genügend gehabt, denn man hält mich ja schon auf der Straße auf mit der Frage, wann denn der Februar„Brixner“ endlich eintrudeln würde. In der Tat haben wir festgestellt, dass Mitte März (!) immer noch nicht alle 10.800 Exemplare unserer Zeitschrift ausgeliefert worden waren. Auch wenn wir mit unseren Onlineund App-Ausgaben vergleichsweise phänomenale Zugriffszahlen haben, ist die Papierausgabe nach wie vor unser liebstes Kind, und es ist wichtig, dass es pünktlich zum Leser kommt. Eine geharnischte Kritik an die Post wäre also angebracht – aber ich habe da meine Skrupel, weil ich fürchte, dass die Kritik die falschen treffen würde – nämlich die Postboten. Einige von ihnen kenne ich persönlich, und ich habe nicht den Eindruck, dass sie herumtrödeln würden – ganz im Gegenteil: Ich glaube, dass sie mit Fleiß und Engagement arbeiten und dass sie es sind, die im Moment verzweifelt versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Es ist für mich also schwierig zu glauben, dass das Problem bei den Postboten liegt. Wie man hört, hat die Postverwaltung letzthin eine Änderung der Arbeitsabläufe angeordnet. Wie man ebenfalls hört, haben daraufhin einige Postboten frustriert den Dienst quittiert, was bei einer notorisch knappen Personaldecke natürlich zu Engpässen führt. Ich kann nicht beurteilen, ob die Entscheidungen des Managements gut oder schlecht, notwendig oder überflüssig waren – möglicherweise waren sie aber mit der „Basis“, den Postboten, schlecht abgesprochen. Und ganz sicher ist, dass die Postboten es seit der Umstellung nicht mehr schaffen, ihre Aufgaben pünktlich zu bewältigen. Irgendwas läuft also derzeit ordentlich schief mit der Post. Es ist ein öffentlicher Dienst, für den wir bezahlen – also hat er auch zu funktionieren. Punkt. Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

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Politik & Gesellschaft

REPORTAGE: ZU BESUCH IN DER NOTAUFNAHME

Schnelle Hilfe im Ernstfall Während sich die Wintersaison in den Skigebieten dem Ende zuneigt, wird es auch in der Notaufnahme am Brixner Krankenhaus etwas ruhiger – zumindest, was die durchschnittliche Anzahl an täglich zu versorgenden Patienten angeht. Nach wie vor kommen jeden Tag über 100 Patienten in die Notaufnahme, von denen jeder höchste Erwartungen an die Dienstleistung stellt. Der „Brixner“ durfte sich etwas genauer umschauen in einer Struktur, für die der geordnete und professionelle Umgang mit persönlichen Ausnahmesituationen zum Alltag gehört.

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in Mittwochvormittag am Brixner Krankenhaus. Draußen ist es recht frisch bei strahlendem Sonnenschein. Nichts Außergewöhnliches, in 13 Stunden wird der astronomische Frühling beginnen. Auf der Ersten Hilfe ist es ziemlich ruhig. Moment: „‚Erste Hilfe‘ ist nicht mehr die gebräuchliche Bezeichnung“, wird mir erklärt. Es ist nämlich eine Südtiroler Wortschöpfung, übersetzt aus dem italienischen „Pronto Soccorso“, die man langsam begraben möchte. Tatsächlich wird „Erste Hilfe“ im restlichen deutschsprachigen Europa nicht mit der Notaufnahme im Krankenhaus in Verbindung gebracht, sondern eher mit Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Notfall. Das hat in Vergangenheit hin und wieder zu Missverständnissen geführt, und so wird man in Südtirol ab sofort auf die „Notaufnahme“ gebracht, wenn es einem schlecht geht. So wie die Patientin, die gerade zur Tür hereinkommt und zum Anmeldeschalter geht. Sie macht mir keinen sonderlich „kranken“ Eindruck, was die Frage aufwirft, ab wann es einem eigentlich schlecht genug geht für den Gang in die Notaufnahme. „Dazu arbeitet die Landesregierung derzeit an genauen Kriterien“, erfahre ich von Helmuth Pircher, Mitarbeiter der für die Notaufnahme zuständigen Verwaltungsabteilung. Denn täglich kommen auch Menschen in die Notaufnahme, die mit ihren Beschwerden eher zum Hausarzt gehen sollten, wofür sie

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zum Beispiel aber von der Arbeit hätten fernbleiben müssen. So mancher erwartet sich möglicherweise in den Abendstunden auf der Notaufnahme auch eine kürzere Wartezeit. Jedenfalls möchte man hier klarere Regeln schaffen, und „wer die Kriterien für die Notaufnahme nicht erfüllt, soll – zusätzlich zum üblichen 15-EuroTicket – eine zusätzliche Gebühr von 35 Euro entrichten“, heißt es in der Verwaltungsabteilung. In Kraft treten soll die Regelung am 1. Mai, aber es könnte sein, dass der Termin noch einige Monate aufgeschoben wird.

oder andere Krankenhaus-Mitarbeiter soll angeblich im Dienst einen Bogen um Gruber machen, denn der habe „immer einen Arbeitsauftrag parat“: Hier gibt es was zu tun, dort ist noch was zu erledigen ... ein Umstand, den man als Außenstehender durchaus als Kompliment verstehen muss. Eine Vision von Franz Gruber ist es beispielsweise, den Dienst der Hausärzte so zu regeln, dass diese werktags von 8 bis 16 oder 17 Uhr in ihren Praxen anwesend sind; die übrige Zeit würde dann von der Notaufnahme abgedeckt werden. „An Wochenenden

rufen. Wie organisiert man eine Struktur, deren Tätigkeit sich kaum planen lässt? In der Notaufnahme wird naturgemäß ad hoc gearbeitet – und doch soll der Ablauf geordnet vonstatten gehen und alle Patienten mit derselben Qualität behandelt werden. Als erstes begibt man sich zum Anmeldeschalter, wo die persönlichen Daten des Patienten abgefragt und aufgenommen werden. Der nächste Schritt – die Triage – ist erst vor drei Jahren in den Ablauf der Notaufnahme integriert worden. „Das ist das Herzstück der Notaufnahme“, erklärt Gruber.

„Die Triage ist das Herzstück der Notaufnahme“_ Franz Gruber, Pflegekoordinator der Notaufnahme „Jeder ist willkommen!“ Franz

Gruber, Pflegekoordinator der Brixner Notaufnahme, schlägt etwas mildere Töne an: „Grundsätzlich ist bei uns jeder willkommen!“ Will heißen: Wer mit einem gesundheitlichen Problem kommt, dem wird auch geholfen. Die verwaltungsmäßige und finanzielle Seite ist dabei zunächst zweitrangig. Gruber nimmt seine Aufgabe sehr ernst, spricht auch uns gegenüber offen an, was ihm noch nicht gefällt in „seiner“ Station. Seit er vor eineinhalb Jahren die Pflegekoordination der Notaufnahme übernommen hat, scheut er auch nicht vor tiefgreifenden Änderungen zurück. Der eine

könnte jeweils ein Arzt Dienst direkt in der Notaufnahme versehen“, erklärt Gruber. Je nach Beschwerde wird ein Patient in der Notaufnahme dann in den Behandlungsraum mit dem diensthabenden Hausarzt geschickt oder aber zum jeweiligen Facharzt. Das würde die Qualität der Dienstleistung insgesamt steigern, und es gäbe eine Entlastung für die Haus­ ärzte. Ob und wann dieser doch recht revolutionäre Vorschlag von politischer Tragweite umgesetzt wird, ist eine andere Geschichte.

Geordnet und gerecht. „Nummer

416 in Raum 5“ – per Durchsage wird der nächste Patient aufge-

Jeder Patient – egal, ob er zu Fuß bei der Tür hereinkommt, mit dem Rettungswagen oder dem Hubschrauber – wird im Triageraum einer Ersteinschätzung unterzogen und die Priorität zugewiesen, nach der er behandelt wird. Es wird das internationale ManchesterTriage-System (MTS) angewandt, wonach die Dringlichkeit in fünf Farbkodizes unterteilt wird: Rot bedeutet, dass der Patient sofort behandelt werden muss, orange („sehr dringend“) innerhalb von zehn Minuten, gelb („dringend“) innerhalb von 30 Minuten, grün („normal“) innerhalb von 90 Minuten und blau („nicht dringend“) innerhalb von 120 Minuten. Die


Fotos: Oskar Zingerle

maximale Wartezeit laut MTS wird in der Notaufnahme aber nicht überwacht. Es gibt also keine Garantie, dass ein Patient mit Kodex Grün innerhalb von 30 Minuten effektiv behandelt wird, sehr wohl aber, dass er vor einem Patienten mit Kodex Blau an die Reihe kommt. Auch verkürzt die Anwendung des MTS die Wartezeit nicht, sondern ist lediglich ein Instrument für das klinische Risikomanagement, das die Wartezeit zugunsten von Patienten mit höherer Priorität neu verteilt. Die Beurteilung des Zustandes eines Patienten (Schmerzen, Blutung, Verletzungen, Blutdruck, Bewusstsein usw.) und die MTSPriorisierung erfolgt mithilfe eines Computersystems sowie durch das klinische Auge des Pflegers. Im Zweifelsfall wird ein Patient eine Stufe höher triagiert. „Ältere Menschen, demente Patienten oder Krebspatienten werden ebenso etwas höher triagiert, um sie schneller durchzuschleusen und ihren Aufenthalt auf der Notaufnahme so kurz wie möglich zu halten.“

ERST ZUHÖREN, DANN HELFEN: Jeder Patient will sich ernst genommen, verstanden und gut behandelt wissen

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Der Weihnachtsstress. „Es kann

durchaus Situationen geben, in denen dermaßen viele Patienten in die Notaufnahme kommen, dass die vom MTS empfohlenen maximalen Wartezeiten nicht eingehalten werden können“, räumt Gruber ein. Zu solchen Situationen kann es beispielsweise in der Skisaison kommen – am wahrscheinlichsten zwischen Weihnachten und Dreikönig: Den bisherigen Auslastungsrekord erzielte man am vergangenen 30. Dezember mit 175 (!) Patienten. Ansonsten schwankt die durchschnittliche Auslastung von 80 Patienten (statistisch erhoben im September 2017) und 110 Patienten (Jänner 2017). 2018 wurden übrigens insgesamt sieben Prozent mehr Patienten in der Brixner Notaufnahme erstversorgt. Gruber führt das zumindest teilweise darauf zurück, dass immer mehr Menschen – und Rettungswagen – aus dem südlichen Eisacktal und aus dem Grödner Tal immer öfter die Notaufnahme Brixen anfahren, anstelle von jener in Bozen. Dass es in Brixen gut läuft, hat sich offensichtlich herumgesprochen. Die Kollegen in Bozen haben nichts dagegen, da sie damit entlastet werden, und Brixen ist dankbar, weil mehr Patienten auch höhere Einnahmen bedeuten. Und: „Aus jedem Notfall können wir dazulernen“, sagt Gruber. Die Auslastung der Notaufnahme im Tagesverlauf folgt einem 7


Verantwortlichen der traumatologisch/orthopädischen Abteilung, Primar Christian Schaller, wo wir die Abläufe genau durchsprechen.“ Diese Praxis habe sich sehr bewährt, resümiert Gruber.

Fotos: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

mehr oder weniger konstanten Muster: Sie steigt von 8 bis 10 Uhr an und nimmt gegen Mittag wieder ab. Nachmittags steigt die Anzahl der ankommenden Patienten gegen 16 Uhr an und flacht dann erst gegen 22 Uhr wieder ab.

Vom Skihasen zum Skihax. Im

Die Spannung steigt! Auch heu-

te scheint sich dieses gaußsche Muster abzuzeichnen. 10:30 Uhr, und es herrscht reges Treiben in den Gängen, in den Warte- und Behandlungsräumen. Die Pfleger im Triageraum lächeln etwas weniger entspannt als noch vor 30 Minuten, denn vor ihrer Tür warten zurzeit fünf Patienten. Gerade kommt ein Rettungswagen an, und die Sanitäter schieben eine weitere Patientin auf dem Liegewagen zur Tür herein. Die Sanitäter nehmen die Anmeldung vor und bringen die Patientin in den Triageraum. Da sie mit dem Rettungsdienst gekommen ist, hat die Dame hier Vorfahrt – noch!, denn nach der Priorisierung durch die Triagepfleger spielt es keine Rolle mehr, wie man in die Notaufnahme gekommen ist. Wer also glaubt, sich mit dem Rettungswagen einliefern zu lassen, um dann sofort behandelt zu werden und die Wartezeit zu umgehen, hat sich geschnitten: Spätestens ab der Triage gelten gleiche Regeln für alle – ein faires System. Dasselbe gilt für die für Gruber viel zu zahlreichen „Komfortpatienten“, die mit dem Hubschrauber angeflogen werden: „Es nützt nichts, dass wir einen Patienten mit Schulterluxation in zehn Minuten von der Piste im Spital haben,

Franz Gruber: „Wir sind ein hochmotiviertes Team, das sich ständig weiterentwickelt“

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wenn er dort aber drei Stunden auf seine Behandlung wartet.“ Dazu komme, dass die Hubschrauber wegen solcher Bagatelleinsätze besetzt sind, während sie möglicherweise einen viel dringenderen Notfall zu versorgen hätten.

satz bereit“, erklärt Franz Gruber, der seine jahrzehntelange Erfahrung im Rettungsdienst für eine noch effizientere Organisation der Notaufnahme nutzt. Dass der Austausch der Notaufnahme mit den Rettungsorganisationen so

Triageraum liegt die soeben mit dem Rettungsdienst angelieferte Patientin – ein sogenannter „Skihax“, wie man im Rettungsdienst-Jargon Patienten von der Skipiste flapsig kategorisiert, obwohl es der Frau offensichtlich nicht am Bein, sondern am Hals fehlt. Nach einem Sturz klagt sie über Schmerzen im Hals- und Schulterbereich. Sie klagt übrigens in einer Sprache, die die Pfleger gar nicht verstehen; keine Seltenheit angesichts der Tatsache, dass Touristen heute von der ganzen Welt nach Brixen finden und es auch Migranten gibt, die die Notaufnahme aufsuchen. Im heutigen Fall ist eine Freundin dabei, die des Englischen mächtig ist und die

„Es ist uns ein großes Bestreben, die Zeit, in der der Patient nicht behandelt wird und nur wartet, so kurz wie möglich zu halten“_ Franz Gruber, Pflegekoordinator der Notaufnahme Dass der Rettungsdienst bei der Triage im Krankenhaus Vorfahrt hat, hat übrigens einen guten Grund: „Die Sanitäter und der Rettungswagen sind so schneller für einen eventuellen Folgeein-

gut funktioniert, ist wohl auch darauf zurückzuführen. „Vor Beginn der Skisaison gibt es ein jährliches Treffen mit den Bodenund Flugrettungsorganisationen und unter anderem auch mit dem

Aussagen der Patientin übersetzt. Die sprachliche Verständigung kann mitunter ein Problem sein: „Meistens bringt der Patient einen Begleiter mit, der übersetzen kann. Ansonsten kommt es schon mal vor, dass aus dem Hauptgebäude die Reinigungskraft mit slawischen Wurzeln zum Übersetzen gerufen wird“, erzählt Gruber. Wenn gar nichts geht, verständigt man sich mit Händen und Füßen. „Aua!“ ist ja eine ziemlich sprachenübergreifende Aussage ...

Wartezeit so kurz wie möglich.

In den Weihnachtsfeiertagen hat die Notaufnahme Hochsaison mit Spitzen von 175 Patienten am Tag, die zu einem großen Teil von den umliegenden Skigebieten angeliefert werden

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Zurück zu unserem „Skihax“: Die Triagepfleger erheben also, worum es geht, ziehen der Patientin jene Kleidungsstücke aus, die für die Untersuchung hinderlich sein könnten. „Im Unterschied zu anderen Notaufnahmen wird auf der Triage in Brixen schon vorgearbeitet“, was Franz Gruber sehr wichtig ist. Der Patient wird umgelagert, ausgezogen, und wenn sich die Notwendigkeit eines Labortests ergibt, wird ihm gleich hier Blut abgenommen. Braucht es ein EKG, wird es ebenfalls an Ort und Stelle erledigt. Braucht der Arzt bei der anschließenden


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IST IHR DING? UNSERES AUCH!

Kommt ein Herzinfarkt zur Tür herein ... Auf unserer Füh-

rungstour durch die Notaufnahme kommen wir am Aufenthaltsraum des Pflegepersonals vorbei. Eine Mitarbeiterin schlürft relativ hastig an ihrem Pausentee. An der Pinnwand hängt ein ausgedrucktes EKG. „Das ist von einem Patienten, der zu Fuß in die Notaufnahme gekommen war. Beim Schreiben des EKG in der Triage

Fotos: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

HOLZ

Visite diese Informationen, hat er sie bereits zur Hand, und der Patient muss nicht ein weiteres Mal warten. „Es ist uns ein großes Bestreben, dass wir die Zeit, in der der Patient nicht behandelt wird und in der er nur wartet, so kurz wie möglich halten“, sagt Gruber. Im Anschluss an die Triage verlassen die Patienten über einen Hinterausgang den Raum. Je nach Beschwerde gelangen sie untertags in die Abteilung für medizinische oder aber in jene für traumatologische Notfälle; nachts gibt es diese Trennung nicht. Den richtigen Weg weisen übrigens verschiedenfarbige Bodenmarkierungen. Gruber vergleicht die Notaufnahme mit einem Flughafen: „Erst zum Check-In, dann mithilfe eines Leitsystems zum richtigen Terminal und Gate.“ Im Warteraum heißt es erstmal warten – bis man von einer freundlichen Stimme aufgerufen wird. In den letzten Jahren wurden zwar mehrere Warteräume eingerichtet, sodass Patienten nicht mehr quasi im Gang warten müssen; allerdings ist Gruber mit der Situation noch nicht zufrieden: „Der Warteraum ist ein Loch.“ Man kann in seinem Gesicht förmlich sehen, dass er bereits neue Pläne im Kopf hat. Wer bisher einen Umweg um Gruber gemacht hat, hat wohl einen Grund mehr dazu. Die Patientin von der Skipiste wird gerade in den Behandlungsraum zur Untersuchung geschoben, wo sie von einer jungen Ärztin empfangen und befragt wird.

haben unsere Mitarbeiter sofort erkannt, dass der Patient einen massiven Herzinfarkt erlitten hatte. Nach einer halben Stunde war der Mann bereits im Hubschrauber auf dem Weg nach Bozen in die Kardiologieabteilung, wo er adäquat behandelt worden ist.“ Das schnelle und richtige Reagieren hat in diesem Fall möglicherweise über Leben und Tod entschieden. Damit alle aus der Situation lernen können, hängt das EKG an der Pinnwand. Auf die Mitarbeiter der Notaufnahme sind Franz Gruber und die geschäftsführende Direktorin der Notaufnahme, Elisabeth Montel, stolz: „Wir sind ein hervorragendes Team mit hochmotivierten Leuten. Es herrscht eine gute Harmonie, und es wird ganz viel Engagement in die Weiterentwicklung gesteckt. Jeden Monat gibt es Fortbildungen.“

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Farbmarkierungen weisen den Weg durch die Notaufnahme 10

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Schockraum: Ärzte warten auf Patienten. Eine wichtige Einrich-

Bei ernsteren Notfällen erwartet ein interdisziplinäres Ärzteteam den Patienten im Schockraum

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tung der Notaufnahme ist der Schockraum. Dieser wird über die Landesnotrufzentrale oder vom Notarzt vorgemerkt. Das Personal in der Triage nimmt die Vormerkung entgegen und alarmiert alle Ärzte, die aufgrund der Situationsbeschreibung vorgesehen sind. Wenn der Patient eintrifft, warten die Ärzte bereits auf ihn und können ihn sofort behandeln. Anästhesie, Röntgen, Unfallchirurgie ... der Schockraum ist für alle Disziplinen ausgestattet, um akut zu intervenieren und im Notfall Leben zu retten. „Wir sind eines der Krankenhäuser in Südtirol, die diesen Schockraum wirklich ernst nehmen.“ Franz Gruber weiß, wovon er spricht, denn in seiner Freizeit versieht er Dienst bei der Flugrettung und war somit schon unzählige Male in allen Krankenhäusern des Landes. Der Raum wird jeden Tag auf die Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit sämtlicher Utensilien und Geräte überprüft. Schon allein deshalb kennt das Pflegepersonal jedes Fach, jede Pinzette und jeden Knopf quasi auswendig.

Jeder Patient – egal, ob er privat oder mit der Rettung kommt – durchläuft die Triage, wo die Ersteinschätzung vorgenommen und die Behandlungsdringlichkeit festgelegt wird

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Mein Rundgang durch die Notaufnahme endet also hier. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Abteilung in Brixen höchstprofessionell organisiert und ausgestattet ist und dass motiviert gearbeitet wird. Meine letzten persönlichen Erfahrungen mit der Notaufnahme liegen schon einige Jahre zurück. Damals lag das wahrgenommene Leistungsniveau unter dem erwarteten. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan in der Brixner Notaufnahme, und ich habe heute glaubhaft erfahren, dass man bemüht ist, sich weiter zu verbessern. Geht es einem schlecht, wird er seine Situation selbst immer als prioritären Notfall sehen. Dass das Personal der Notaufnahme jeden Patienten gelassen und routiniert empfängt, steht vielleicht zunächst im Widerspruch zum Alarmzustand im eigenen Kopf. Am Ende ist es aber genau jene Routine, die eine professionelle Versorgung ermöglicht. oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Ausnahmesituation für die einen, Routine für die anderen: Pflegerin Helene gipst ein Bein mit gebrochener Achillessehne

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BRIXEN/SÜDTIROL

Politik & Gesellschaft

Kirche – kein ethnischer Club Um der Forderung der Diözesansynode nach mehr Einheit unter den Sprachgruppen im pastoralen Bereich nachzukommen, hat das Seelsorgeamt eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt. In der Bi­ schofsstadt ist man schon einen Schritt weiter: Seit 2016 hat Brixen einen gemischtsprachigen Pfarr­ gemeinderat. Dekan ALBERT PIXNER und die Vizepräsidentin des Pfarrgemeinderats St. Michael, PAOLA CECARINI BAYER, sprechen über ihre Erfahrungen.

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emeinsame Verantwortung fürs Ganze, das religiöse Bekenntnis vor der Sprachgruppenzugehörigkeit – so möchte es die Diözese BozenBrixen künftig in den Südtiroler Pfarrgemeinden. „Im Land haben wir drei Sprachgruppen, und das Miteinander soll angestrebt werden, weshalb es darum geht, die Trennung der Sprachgruppen in den Kirchenstrukturen zu überwinden“, erläutert Reinhard Demetz, Seelsorgeamtsleiter der Diözese Bozen-Brixen. Mit der strukturellen Einheit kommt man einer Forderung der Diözesansynode nach, in der von 2013 bis 2015 über die Zukunft der Kirche nachgedacht worden war. Vor der Synode habe man in der Diözese zwar nur einen Bischof gehabt, aber zwei Generalvikare und dementsprechend zwei getrennte Amtsstrukturen im bischöflichen Ordinariat bis hin zu den Pfarreien, sodass es in mehreren Pfarrgemeinden sowohl eine deutsche als auch eine italienische Pfarrei auf demselben Territorium gegeben hatte. Und diese beiden Pfarreien haben strikt separat gearbeitet.

Vor der Diözesansynode traf dies auf 20 Südtiroler Pfarreien mit zwei nach Sprachgruppen getrennten Pfarrgemeinderäten zu. Zehn von ihnen sind der Vorgabe der Synode nach Überwindung der sprachlichen Trennung inzwischen nachgekommen. Unter ihnen befindet sich auch die Brixner Pfarrei St. Michael, aber „auch über diese

zusammensetzt aus deutschen und italienischen Mitgliedern, die sich gemeinsam Gedanken machen, wie sich die Dinge in der Pfarrei entwickeln sollen“, expliziert Demetz, „das ist das Ziel.“ Dabei stehe ein gemischtsprachiger Gottesdienst keineswegs im Vordergrund, sondern es gehe darum, „dass wir nicht zwei getrennte

sprachiger in eine italienische Messe und umgekehrt, fühlt man sich schnell als Fisch im falschen Wasser: Das Feiergefühl ist ein anderes, die Lieder sind anders, es wird ein anderes Glaubensbekenntnis gesprochen; es gibt viele Details, an die man sich erst gewöhnen muss.“ Was aber schnell überwunden wäre, ist

„Die Sprache ist keine Barriere für uns; niemand soll sich wegen der Sprache ausgeschlossen fühlen“_ Paola Cecarini Bayer, Vizepräsidentin Pfarrgemeinderat St. Michael Brixen 20 Pfarrgemeinden hinaus ist Mehrsprachigkeit in vielen Pfarreien Thema in allen Landesteilen. Denn die Tatsache, dass es in einem Ort keinen zweiten Pfarrgemeinderat gibt, heißt noch lange nicht, dass keine Sprachgruppenprobleme vorhanden sind“, unterstreicht Seelsorgeamtsleiter Demetz.

Einheitliche Leitung. „Es soll nur einen Rat gegeben, der sich

Leitungen haben“. Ob dann entschieden werde, zweisprachige Gottesdienste zu gestalten oder eben nicht, bliebe jeder Pfarrgemeinde selbst überlassen. Letztlich gelte es, die eigene Sprache in den Gottesdiensten zu bewahren. „Ein Mischmasch ist ja nicht das, was wir anstreben.“ Denn mit der Sprache gehe schließlich auch die Kultur einher. „Kommt man als Deutsch-

Demetz überzeugt, „wenn man die nötige Bereitschaft mitbringt. Diskrepanz und Reibereien entstehen aber, weil es eben nicht nur um Sprache geht, sondern auch um Kultur“.

Die Arbeitsgruppe. Weil Spra-

che und Kultur eng miteinander verbunden sind und weil in Südtirol Belange der Sprachgruppen gerne von der sachlichen auf die

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Die Befragung. Um eingehender

darüber informiert zu sein, was in den Pfarreien zum besseren Zusammenleben der Sprachgruppen wirklich gebraucht wird, hat die Arbeitsgruppe eine Befragung initiiert. Diese wird in zehn ausgewählten Südtiroler Pfarreien durchgeführt und soll voraussichtlich im April abgeschlossen werden. Die beabsichtigte Veröffentlichung der Resultate soll nach Ostern erfolgen. Im Zentrum dieser Initiative stehen Schwierigkeiten, „die eben in den Pfarreien unserer Diözese vorkommen, da hier Menschen deutscher, italienischer und auch ladinischer Muttersprache aufeinandertreffen“, erläutert Demetz. Es geht um Fragen wie diese: Wie hat die pastorale Tätigkeit in mehrsprachigen Pfarreien auszusehen? Wie sollen Gottesdienste und Andachten gestaltet werden, damit sie den Ansprüchen von verschiedenen Sprachen und Kulturen gerecht werden? Wie kann Sprach- und

Foto: Oskar Zingerle

ethnische Ebene gehoben werden, was letztlich zu verhärteten Fronten führt, wurde bereits auf der Synode die Gründung der Arbeitsgruppe „Sprachen verbinden – comunicare tra lingue“ beschlossen. Eine Anlaufstelle sollte geschaffen werden, die den gemischtsprachigen Pfarrgemeinden auf ihrem Weg zur strukturellen Einheit helfend zur Seite steht. „Diese Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern von mehrsprachigen Pfarreien sowie aus Fachleuten im Bereich Kommunikation zusammen“, informiert Demetz. Paola Cecarini Bayer, Vizepräsidentin des Pfarrgemeinderats St. Michael Brixen, spricht aus Erfahrung: „Die Arbeitsgruppe dient als Hilfestellung dort, wo Pfarreien noch Zweifel haben, wo sie nicht wissen, wie sie an Probleme sprachlicher und kultureller Natur herangehen sollen.“ Mit ihr und dem Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz zählt die Arbeitsgruppe elf Mitglieder: „Wir sammeln Modelle und Praktiken, die bereits gut funktionieren und geholfen haben, Probleme zu bewältigen, und wir geben diese Erfahrungen an andere Pfarreien weiter“. Cecarini erwähnt auch den beabsichtigten Austausch mit Kärnten, da man dort schon länger gemischtsprachige Pfarrgemeinderäte in Deutsch und Slowenisch kenne. „Auch wenn wir als Arbeitsgruppe nicht zwingend Lösungen anbieten können, so bieten wir sicher eine Hilfestellung.“

Dekan Albert Pixner: „Die Sorge, zu kurz zu kommen, etwas von seinen Traditionen aufgeben zu müssen steht im Raum; das sind durchaus Herausforderungen bei beiden Sprachgruppen“

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Kommunikationsschwierigkeiten in einer Pfarrgemeinschaft begegnet werden? Die Gemeinden des Eisacktals hat man in die Befragung nicht miteinbezogen, weil die meisten Mitglieder der Arbeitsgruppe aus diesen Gemeinden stammen, und man wollte Voreingenommenheit vermeiden. „Wir haben Pfarreien für die Umfragen gewählt, die entweder eine ganz besondere Harmonie haben oder die sich zwischen den Sprachgruppen nicht besonders gut verstehen. Oder eben Pfarreien in Bozen und Meran, wo ganze Stadtviertel strikt in Sprachgruppen getrennt sind“, erläutert Cecarini. Das Ziel der Befragung sei, „dass wir getauften Südtiroler verstehen, dass wir alle Christen sind und die Sprachgruppe keine Barriere mehr darstellen darf“, sagt Demetz, „dieses Bewusstsein, dass wir keinen ethnischen Club pflegen, gilt es zu stärken. Wir sind als Christen miteinander unterwegs, ganz gleich, welcher Sprache oder Kultur wir angehören.“

Die Situation in Brixen. Die

Pfarrei St. Michael Brixen, die den gemischten Pfarrgemeinderat bereits seit 2016 umgesetzt hat, gilt in der Diözese als Vorbild. Seelsorgeamtsleiter Demetz nennt

die Bischofsstadt dementsprechend „ein gutes Fallbeispiel einer funktionierenden sprachübergreifenden Kirchengemeinde“. Wie sieht die Situation in Brixen aber tatsächlich aus? Verstehen sich die Sprachgruppen definitiv besser als in anderen Südtiroler Gemeinden? Diesen Fragen ging der „Brixner“ nach und hörte sich um beim gemischten Brixner Pfarrgemeinderat St. Michael. Herr Dekan Pixner, Brixen nimmt in Sachen gemischtsprachiger Pfarrgemeinderat eine Vorreiterrolle ein? ALBERT PIXNER: Diese Vorreiterrolle entstand, weil in Brixen die Zusammenarbeit innerhalb der Sprachgruppen früher schon vorhanden war. St. Michael Brixen ist eine einzige Pfarrei, wohingegen es in den Stadtpfarreien wie Bozen oder Meran mehrere Pfarreien gibt. Auch bin ich Dekan und Pfarrer für beide Sprachgruppen, was die Zusammenführung vereinfacht hat. So hat in Brixen die intersprachliche Begegnung schon eher stattgefunden in Form von gemeinsamen Aktionen und Veranstaltungen; auch Sitzungen wurden öfter gemeinsam abgehalten. Und da wir um das Anliegen der Diözese wussten, haben wir

uns 2016 auf den gemischten Pfarrgemeinderat eingelassen. Bis dahin gab es ja noch zwei nach Sprachgruppen getrennte Sektionen im Pfarrgemeinderat – die italienische und die deutsche. Bestand in Brixen womöglich gar schon vor der Synode der Wunsch nach einer einheitlichen Struktur? PAOLA CECARINI BAYER: Ich persönlich hatte seit jeher den starken Wunsch, die Sachen gemeinsam anzugehen. Aber um konkrete Schritte einzuleiten, waren wir vor sechs oder sieben Jahren noch nicht soweit. Die Diözesansynode aber gab den entscheidenden Impuls. Im Herbst 2016 gab es die Neuwahlen der Pfarrgemeinderäte mit neuen Statuten; dies nahm die Diözese zum Anlass, ihre Forderung auch vor Ort anzubringen. Und da hat unser Dekan diese mutige Entscheidung getroffen. Denn nicht alle Pfarreien im Land sind der Forderung nachgekommen. Gab es in Brixen keinerlei Bedenken, sich als Pfarrgemeinde zusammenzutun? Albert Pixner: Doch, es hat ein längeres Gespräch gegeben. Und es ist ein Reifen, das andauert. 13


Paola Cecarini Bayer: Besonders am Anfang hatten wir eine sehr schöne gemeinsame Phase. Wir waren ganz euphorisch, weil alles wunderbar funktionierte, und wir waren alle sehr glücklich über das gute Gelingen. Aber mit der Zeit sind dann doch Unstimmigkeiten immer mehr zum Tragen gekommen. Man hat bald gemerkt, dass die Unterschiede zwischen den Sprachgruppen größer sind, als wir zu Anfang geglaubt hatten. Getrennt hat uns da gar nicht so sehr die Sprache, sondern die Unterschiede in unseren Traditionen, in unserer Kultur. Im Grunde waren wir einfach noch nicht soweit, wirklich alles zweisprachig zu machen. Es gab und gibt diese Angst, etwas zu verlieren, dass die Synode alles vereinheitlichen und uns damit auch unserer Eigenheiten berauben will. Wir wollen aber unsere Traditionen und Bräuche behalten. Von dem Augenblick an gab es dann auch die Unterscheidung in der Benennung von „wir“ und „ihr“. Es kam zum Zerwürfnis? Paola Cecarini Bayer: Den Höhepunkt erreichten wir Ende 2017. Diese Auseinandersetzungen brauchte es aber, denn erst da hat jeder das gesagt, was er auch wirklich denkt. Gemeinsam haben wir erkannt, dass wir nicht alles vereinheitlichen wollen. Wir brauchen auch getrennte Räume, nicht nur einen gemeinsamen. Wie haben Sie wieder zueinandergefunden? Paola Cecarini Bayer: Hilfe und sehr kompetenten Beistand haben wir von der Diözese bekommen. Zudem gab es zwei Klausurtagungen, bei denen sich alle Vertreter des Pfarrgemeinderates getroffen haben. Dabei wurden auch die Sprachgruppen behandelt. Wir haben uns darauf geeinigt, dass alle gemeinsamen Messen im Voraus geplant werden, sodass es nicht mehr zu einem derartigen Zerwürfnis kommt. Weiters haben wir ein Leitbild entwickelt. Dafür haben wir in der Diskussion eruiert, was für uns ein Pfarrgemeinderat ist. Ist es nur eine Struktur, oder ist es mehr? Denn wir repräsentieren nicht nur uns selbst, sondern die ganze christliche Pfarrgemeinde. Eine Frage lautete auch, was die 14

Und schließlich gibt es noch die gewählten Mitglieder; davon sind acht deutsch-, vier italienischsprachig, und einer gehört der ladinischen Sprachgruppe an. Insgesamt sind wir zurzeit etwa 20 Personen.

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Politik & Gesellschaft

Und es bleibt eine Herausforderung auf beiden Seiten, in einem gemeinsamen Pfarrgemeinderat zusammen zu sein.

Wer ist Präsident? Paola Cecarini Bayer: Unser Präsident ist Diakon Paul Graber; er gehört der deutschen Sprachgruppe an. An seiner Seite stehen mit Rita Weger Fellin eine deutschsprachige Vizepräsidentin und mit mir eine italienischsprachige. Wie beabsichtigt man, den kulturellen Unterschieden zu begegnen?

Paola Cecarini Bayer: „Es gilt: Alle sind willkommen; wir alle sollen spüren, dass wir gemeinsam Kirche sind“

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Stadt Brixen brauchte, nicht nur die Pfarrgemeinde. Und welche Rolle dieses Gremium für die Stadt spielt. Die Sprachkenntnis selbst war nie Thema der gemeinsamen Leitung? Albert Pixner: Sicherlich stellt fehlende Sprachkenntnis ein Problem dar, eben weil nicht alle Pfarrgemeinderatsmitglieder beider Sprachen mächtig sind. Manche

soll sich allein der Sprache wegen bei uns ausgeschlossen fühlen! Wenn jemand die andere Sprache nicht beherrscht – was zugegebenermaßen bei den Deutschen weniger vorkommt –, dann soll nach Möglichkeit geholfen werden. Auch das ist ein Zeichen der christlichen Nächstenliebe. Die Sprache ist keine Barriere für uns! Alle sollen in die pastorale Tätigkeit involviert werden – egal welcher Sprache sie angehören.

„Es ist ein Vertrautwerden und ein Zusammenwachsen, aber es ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen“_ Albert Pixner, Dekan der Dekanate Brixen-Rodeneck beherrschen die zweite Sprache auch passiv oft nur unzureichend. So ist die Realität. In welcher Sprache spricht man bei Sitzungen? Paola Cecarini Bayer: Es gibt diese ungeschriebene Regel, dass jeder in seiner Muttersprache sprechen darf, was voraussetzt, dass alle die zweite Sprache passiv beherrschen. Aber leider trifft das nicht auf alle zu, sodass wir uns mit sporadischer Simultanübersetzung aushelfen müssen. Aber niemand

Aus wie vielen Personen setzt sich der Pfarrgemeinderat zusammen, welcher Sprachgruppe gehören diese an? Paola Cecarini Bayer: Von Amtswegen sind bestimmte Personen, wie der Dekan, die Diakone, bereits vorgeschriebene Mitglieder eines Pfarrgemeinderates. Dann gibt es kooptierte Mitglieder und von der Synode delegierte, also von kirchlich relevanten Verbindungen, wie die Caritas beispielsweise oder die Marianische Kongregation, die eine Person delegieren dürfen.

Paola Cecarini Bayer: Dass es Unterschiede gibt, finde ich gut. Und der Diözesansynode liegt es fern, die Unterschiede und Eigenheiten abzuflachen. Eine Tradition ist ein gemeinsames Gut, das es zu pflegen gilt, und diese Auffassung vertritt auch die Synode. Vielmehr geht es darum, Gemeinsamkeiten zu finden und diese zu vertiefen. Denn diese Gemeinsamkeiten stärken die Kirchengemeinschaft. Es ist aber genauso richtig und wichtig, dass jede Sprachgruppe innerhalb dieser Gemeinschaft auch Raum für sich findet, um sich ihrer Tradition gemäß zu entfalten. In Brixen sind wir beispielsweise noch nicht so weit, eine gemeinsame Katechese zu verwirklichen, also die Vorbereitung auf die Sakramente wie Hl. Kommunion oder Firmung. Hier sind die Unterschiede in der Art der Begleitung noch zu groß. Der Weg in den Sprachgruppen ist wohl unterschiedlich, aber das Ziel ist dasselbe: die Begegnung mit Christus. Wenn wir in der Pfarrgemeinde das verstehen, dann haben wir unsere Einheit gefunden. Würde eine gemeinsame pastorale Einrichtung Abhilfe schaffen? Albert Pixner: Die italienische Seelsorge hat das „Oratorio Don Bosco“. Das ist eine fixe Einrichtung, ein Zentrum für alle Gläubigen der jeweiligen parrocchia, also der Pfarrei. Im „Oratorio“ spielt sich das gesamte Leben der Pfarrgemeinde ab; es ist Treffpunkt für Begegnung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Alle Vorbereitungen auf die Erstkommunion, die Firmung und dergleichen finden dort statt. Auf


der deutschen Seite gibt es den Jugendhort in der Schwesternau und dazu noch das Pfarrheim. Inzwischen spüren wir aber eine Veränderung: Manche Veranstaltungen finden für beide Sprachgruppen in unserem „Oratorio“ statt. Jetzt versuchen wir auch hier zusammenzufinden. Auch wenn das „Oratorio“ noch vorwiegend von der italienischen Seite genutzt wird, so ist ein Umdenken inzwischen spürbar. Auch dank der Restaurierung des „Oratorio“ entsteht dieses Gefühl: Es ist Teil der gesamten Pfarrgemeinde. Paola Cecarini Bayer: Der Weg geht in Richtung „porte aperte“ für alle. Das „Oratorio“ ist kein Ort, der pastoral nur für die Italiener da ist, sondern ein Ort der Lokalkirche. Was wird heute schon gemeinsam gefeiert? Albert Pixner: Unser Pfarrfest, das Patroziniumsfest des hl. Erzengels Michael am letzten Sonntag im September, wird inzwischen nur mehr gemeinsam gefeiert. Die Vorbereitungen dazu finden abwechselnd im Jugendhort und im „Oratorio“ statt. Ein gemischtsprachiger Gottesdienst wird gestaltet, und im Anschluss gibt es ein Zusammentreffen zu einem gemeinsamen Mittagessen. Die gewöhnlichen Messen sind aber doch noch einsprachig? Albert Pixner: Jede Sprachgruppe hat ihre eigenen Messen. Aber wir haben auch gemischtsprachige, so etwa die Sonntagabendmesse. Diese Messe gestalten wir bestimmt schon seit 2014 zweisprachig. Wir hatten ja wie üblich am Abend der Sonntage immer zwei Messen gefeiert, und das wollten wir vereinfachen. So fand die Zusammenlegung statt. Wir hatten dann eine Zeitlang die Grundsprache festgelegt: Wenn die Grundsprache Italienisch ist, dann erfolgten die erste Lesung und das Evangelium in italienischer Sprache; ist sie Deutsch, dann werden die erste Lesung und das Evangelium auf Deutsch gelesen. Aber jetzt ist es vielfach schon so, dass wir auf die Gegebenheit achten, welcher Sprachgruppe die Mehrheit der Messteilnehmer angehört. Paola Cecarini Bayer: Und weil doch immer wieder Sprachschwierigkeiten beim Verständnis der gemischtsprachigen Messen verlautet wurden, haben wir die Broschüre

„Rito della messa/Die Feier der Gemeindemesse“ herausgegeben. Diese Broschüre liegt bei gemischtsprachigen Messen auf. Auf diese Weise kann die Messe in beiden Sprachen mitverfolgt werden. Und seit kurzem haben wir mit dem sogenannten „com.gottesdienst“ eine Initiative begonnen, um innerhalb der Sprachgruppen näher zu rücken, sich besser kennenzulernen, Barrieren abzubauen. „com“ steht für comunio (lat. Gemeinschaft). Einmal im Monat bieten wir diesen Gottesdienst am Sonntagabend an. Es gibt eine eigene Begrüßung und im Anschluss einen kleinen Umtrunk zum Kennenlernen. Letztlich ist es also nicht die Sprache, die uns trennt? Paola Cecarini Bayer: Genau. Nicht die Sprache trennt uns, sondern die Angst, etwas zu verlieren. Oder die Art und Weise, wie Probleme angegangen werden. Oder wie die pastoralen Tätigkeiten in der Pfarrei durchgeführt werden. Gerade wir Erwachsene lassen uns gerne von Vorurteilen leiten, was Probleme entstehen lässt. Aber im Grunde ist es doch so: In jeder Sprachgruppe gibt es Mängel und Vorzüge. Für uns sollte gelten, das Positive von beiden Seiten herauszuholen und es zum Gemeinsamen zu verbinden. Oft scheitert das leider am Willen und auch an der Angst, zu kurz zu kommen. Wie sieht die Zukunft aus? Albert Pixner: Es ist immer ein Weg, den man gemeinsam geht. Und es ist ein Vertrautwerden miteinander. Es geht auch darum, menschlich zusammenzurücken. Bei aller Verschiedenheit sollten wir immer das Gemeinsame suchen. Auch bei der Eigenständigkeit, denn gewisse Feiern werden in den Sprachgruppen noch eigenständig gefeiert, gilt es, das Verbindende zu suchen. Das wächst auch dadurch, dass bei den Feiern der Sakramente das „Publikum“ zunehmend gemischtsprachig wird, bei Beerdigungen etwa oder bei Taufen. Hier plädiere ich dafür, dass man die jeweils andere Sprachgruppe auch berücksichtigt – in einem Gruß etwa oder mit einem Gebet. Damit jeder einzelne spüren kann, er werde angenommen und respektiert. Wir sind Christen, und gemeinsam sind wir Kirche. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Ein Forstgarten als Lebenshilfe Und dennoch gibt es sie, jene Menschen, die durch sämtliche Raster der vermeintlich „normalen“ Gesellschaft hindurchrutschen und augenscheinlich nirgendwo so richtig dazugehören. Die Sozialgenossenschaft „Salvia“ gibt im Landesforstgarten Aicha jungen Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden.

D

ie Stille, von der ich mich umgeben fühle, sobald ich mich hinter dem großen grünen Tor mit dem Namen „Forstgarten Aicha“ wähne, ist wohltuend. Lärm oder hektisches Treiben scheinen hier keinen Einzug gefunden zu haben. Daran ändert auch das Bellen von Hofhündin Jara nichts, die mir schwanzwedelnd entgegenspringt, um mich freudig zu begrüßen. Wenig später stößt der Leiter des Landesforstgartens, Günther Vieider, zu uns, um mir über seine interessante Arbeit zu erzählen. Der Forstgarten ist eine Einrichtung des Landes; hier werden einheimische Bäume und Sträucher für Begrünungen und Aufforstungen produziert – auch verschiedene seltene Arten. Jährlich gehen etwa 30.000 bis 40.000 Lärchen an Aufforstungen und etwa 1.500 bis 2.500 Bäume und Sträucher an öffentliche Einrich-

tungen. Seit 2017 gibt es eine spannende Kooperation mit der 2013 gegründeten Sozialgenossenschaft „Salvia“, die von Gärtnern, Biobauern, Ärzten, Pädagogen, Eltern betroffener Jugendlicher, Spitzengastronomen und Unternehmern ins Leben gerufen worden war – mit dem primären Ziel, jungen Menschen mit Beeinträchtigung eine angemessene Arbeitsstätte mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag zu bieten.

Umfeld stimmt die drei jungen Frauen und zwei Männer zufrieden, das spüre ich. Sie vermitteln das Gefühl, in ihrer Berufswelt angekommen zu sein und ihren Platz in der Gesellschaft gefunden zu haben. Das entspannte Verhalten und die offene Herzlichkeit, die vor allem mir als Fremde entgegengebracht werden, spiegeln den Ausdruck authentischen Wohlbefindens wieder.

Die derzeit fünf Jugendlichen, die „ihren“ Platz bei der Sozialgenossenschaft „Salvia“ gefunden haben, stammen aus Völs, Gargazon, Jenesien, Vöran und der Seiser Alm. Und sie kommen an vier Tagen die Woche, alleine. Den Weg von zuhause zu ihrem Arbeitsplatz im Landesforstgarten hier in Aicha und wieder zurück bewältigen sie eigenständig. Ihr

ganzjährig angemieteten Doppelcontainer aufmerksam, die ihren fixen Platz in einem geschützten Teil des Forstgartens gefunden haben. Regnerische Arbeitstage oder die Kälte der Wintermonate zu überbrücken ist nicht immer einfach. Da bedarf es einer Tätigkeit, die einerseits sinnvoll ist, vor allem aber von den Jugendlichen eigenständig ausgeführt

Tätigkeit im Garten. Günther Drei Frauen & zwei Männer. Vieider macht mich auf die großen,

werden kann. Auf diesem Gedankengut basierend ist die Container-Werkstatt entstanden, wo inzwischen die verschiedensten Manufakte wie Insektenhotels, diverse Flechtartikel, verschiedene Lavendel- und Zirmsäckchen und vieles mehr hergestellt werden. Dazu ist der Einkauf von Rohware zwingend notwendig; jedoch wird streng darauf geachtet, dass es sich dabei um reine Naturprodukte handelt, die, sofern es möglich ist, aus der heimischen Natur kommen. „Die Weidenprodukte stammen aus Südtiroler Wäldern“, erzählt Günther Vieider, „das Schilf wird aus Biotopen geholt. Und die verwendeten Kräuter kommen seit dem vergangenen Jahr aus unserem Eigenanbau.“ Im Winter und während der Nebensaison arbeitet der Sozialbetreuer, unterstützt von Tischler Engl Bacher, alleine mit den Jugendlichen; über die Sommer-

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Politik & Gesellschaft

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monate erhalten sie zusätzlich Unterstützung von zwei Frauen. Mit der gärtnerischen Tätigkeit im Freilandbereich und in der Tunnelanlage setzen die Jugendlichen ihre erlernte Grundkompetenz um.

Sichtbarkeit steigern. Inzwi-

schen haben sich noch weitere Mitglieder der Sozialgenossenschaft zu uns gesellt – die beiden Mitglieder Alexander Loszach und Max Lorefice sowie Präsidentin Margareth Nagler. Alle drei arbeiten ehrenamtlich, womit wir unmittelbar beim ebenso wichtigen wie sensiblen Thema Finanzierung angekommen sind. Ohne die ausschließlich unbezahlte Tätigkeit, die vorwiegend die Kernbereiche Verwaltung, Planung, Organisation und kontinuierliches Kostenmanagement beinhaltet, wäre das Genossenschaftsprojekt derzeit nicht durchführbar. Darum haben die Mitglieder der Sozialgenossenschaft auch heuer wieder verschiedene Eigeninitiativen und verkaufsunterstützende Maßnahmen geplant – zum Beispiel die Teilnahme an einer Veranstaltung in Klausen oder diverse Verkaufsstände im Krankenhaus

Günther Vieider, Max Lorefice, Roland Zemmer, Margareth Nagler, Anja Corradini, Martin Kröss, Egon Plattner, Engl Bacher, Alexander Loszach und Dayana Hofer (v.l.n.r.) im Forstgarten

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Bozen. Bei all ihren Tätigkeiten steht der soziale Gedanke im Vordergrund – verbunden mit dem Wunsch, künftig auch interessierten Privatpersonen Einblick in den Arbeitsalltag des „Salvia“-Mitarbeiterteams zu gewähren und sie zum Kreis der

zufriedenen Abnehmer zählen zu dürfen.

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24. Mai, von 9 bis 17 Uhr lädt das Team der Sozialgenossenschaft zum Tag der offenen Tür in den Landesforstgarten nach Aicha.

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Krisenhaus für Frauen Das Haus Rainegg in der Mahr hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Heute beheimatet es unter der Führung des Südtiroler Kinderdorfes ein befristetes Heim für alleinerziehende und schwangere Frauen ab 18 Jahren, die sich in einer Krise oder in einer schwierigen Lebenslage befinden.

S

icher waren schon viele Menschen, vom Süden kommend, neugierig, was der viereckige Ansitz mit Turm und danebenstehender Kapelle, der oberhalb der Mahr zu sehen ist, innerhalb seiner Mauern verbirgt. Vom Haus Rainegg, zunächst als „Mayerhof in der Mahr“ ein Lehen verschiedener Adelsgeschlechter, dann im Besitz verschiedener Eigentümer, wissen die Mauern des Ansitzes eine wechselvolle Geschichte zu erzählen. Laut Ignaz Mader war seit 1265 der „Mayr in der Mahr“, heute der Ansitz Rainegg (Mader, Ignaz: Die Ortsnamen der Gemeinde Pfeffersberg bei Brixen, Schlern-Schriften 1937),

Foto: Oskar Zingerle

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BRIXEN

BEKANNTGABE: Wahlwerbung im

Im Sinne der Bestimmungen und Auswirkungen der Verfügung der „Garantiebehörde für das Kommunikationswesen“ teilt Brixmedia GmbH mit, dass der Verlag ANLÄSSLICH DER EUROPASWAHL VOM 23. BIS 26. MAI 2019 in seiner Zuständigkeit für den Verkauf von Werbeflächen und das Beilegen von Prospekten (I.P.) in der Monatszeitschrift „Brixner“ gewillt ist, gemäß geltender Vorschriften Wahlpropaganda im „Brixner“ zu veröffentlichen. Für Wahlwerbung wird – ohne Anwendung von Mengenrabatten und sonstigen Sonderkonditionen – die Preisliste 2019 zugrunde gelegt. Bei mehreren Anfragen um die gleiche Platzierung werden die Reservierungen nach Eingangsdatum und Uhrzeit vorgenommen. Das vollständige Reglement für die Veröffentlichung von Wahlpropaganda liegt bei Brixmedia GmbH auf und kann auf Wunsch bezogen werden. Informationen und Reservierungen: Sonja Messner, Tel. 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28 39042 Brixen 18

Im Ansitz Rainegg finden Frauen mit ihren minderjährigen Kindern eine Unterkunft zum Überbrücken einer schwierigen Lebensphase

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der größte Hof im Gerichte Pfeffersberg und ein wichtiger „Mayrhof des Dom-Capitels“. Dieser Hof war zumeist an Ministeriale und Beamte als Lehen vergeben worden. Seit dem Jahr 1660 wurde der Mayerhof in der Mahr in Rainegg umgetauft, weil die Erbin Elise von Permatin Hans Rudolf Hildebrand von Reinegk ehelichte. Die Hildebrand waren im Sarntal Besitzer vom Schloss Rainegg und 1539 in den Reichsadelsstand erhoben worden. Im Jahr 1915 nahm der damalige Besitzer, Oberstleutnant Brandmayer, einen Umbau im modernen Sinne vor und verwischte das Bild des alten Ansitzes.

1948: Die Wende. Die Steyler

Missionsschwestern kauften im Jahr 1948 den Ansitz, und seit diesem Jahr kann man sagen, dass die Ziele und Tätigkeiten im Haus vorwiegend auf Frauen ausgerichtet sind. Die Steyler Missionsschwestern organisierten für Frauen im heiratsfähigen Alter Hauswirtschaftskurse und auch Bildungswochen. 1970 zogen die Steyler Missionsschwestern in ihr größeres Haus nach Payrdorf und verkauften das Haus Rainegg an das Südtiroler Kinderdorf. „Wir hatten eine Infrastruktur für Jugendliche gesucht, weil damals im Kinderdorf für Menschen ab 14 Jahren keine Betreuung vorgesehen war“, erzählt Adolf Erlacher,

Mitglied des Verwaltungsrates vom Südtiroler Kinderdorf, „die Finanzierung war nur mit Hilfe aus Deutschland möglich.“ Doch das Haus erwies sich als zu weit entfernt von der Stadt. Einige Jahre fungierte es dann als Außenstelle der Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“. Die damalige Landesrätin für Soziales, Waltraud Gebert Deeg, wollte es zwischendurch zu einem Müttererholungsheim umfunktionieren, doch das scheiterte an der mangelnden Finanzierung und an der Führung. Weitere Lösungen und Projekte wurden angedacht – vom Landschulheim bis zur Einrichtung für Abhängige. Doch sie scheiterten entweder am mangelnden


politischen Willen oder an der Umgebung.

Frauen helfen Frauen. Die zün-

dende Idee kam schließlich von den Brixner Frauen der Organisation „Frauen helfen Frauen“: Das Haus Rainegg sollte eine Infrastruktur für alleinerziehende und schwangere Frauen ab 18 Jahren werden, die sich in einer Krise oder in einer schwierigen Lebenslage befinden. Der Start des

Projektes erfolgte 1992 mit dem Umbau und der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Im Dezember 1995 zog die erste Frau ein. Im Konzept war vorgesehen, den Frauen neben der Unterkunft Hilfe bei der Arbeitssuche und Ausbildung zu geben und für die Kinderbetreuung zu sorgen. Frauen aus ganz Südtirol sollten für jeweils höchstens sechs Monate Aufnahme finden. Doch sowohl der kurze Zeitraum als auch der Wunsch nach Arbeitssuche erwiesen sich als Illusion. Heute finden Frauen, unabhängig vom kulturellen Hintergrund, für eineinhalb Jahre Unterkunft und Hilfeleistungen. „Seit 2001 verfolgen wir das

Konzept, Wohneinrichtungen für Frauen mit minderjährigen Kindern zur Verfügung zu stellen und frauenspezifische Beratung anzubieten“, berichtet Heinz Senoner, der Direktor des Südtiroler Kinderdorfes.

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Das Mutter-Kind-Haus. Der An-

sitz Rainegg ist also ein Krisenhaus für Frauen, die an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gekommen und völlig überfordert sind. Solche Krisen können durch Trennung vom Partner, Familienkonflikte, traumatische Erfahrungen oder andere belastende Lebenssituationen wie Krankheit hervorgerufen werden. „Wir sind nicht ein Frauenhaus; die Aufnahmen erfolgen auf landesweite Anfragen und sind geplant“, berichtet Dagmar Atz, Bereichsleiterin der Mobilen Familienarbeit und Haus Rainegg. Ein Team, das aus der Hausleiterin Brunhilde Pichler, einer Beraterin und einer Kinderbetreuerin besteht, umsorgt die Frauen, die sich verpflichten, bei allen Aktionen wie Beratung, Arbeits- und Wohnungssuche und gemeinsamen Unternehmungen mitzumachen. Die großen Herausforderungen bestehen darin, dass die Frauen allein und in allen Lebenslagen überfordert sind: „Es ist sehr schwierig, für die Frauen eine für sie angemessene Arbeit zu finden“, weiß Dagmar Atz, „vor allem Frauen mit einem niederen Bildungsniveau finden schwer Arbeit, bei der auch die Kinderbetreuung möglich ist.“ Eine finanzierbare Wohnung finden die Frauen auch nicht leicht. Großer Wert wird im Haus auf die Betreuung der Kinder gelegt. In Spielgruppen und/oder in Einzelbetreuung werden sie begleitet und gestärkt. „Die Leistungen an den Klientinnen werden von den Sozialdiensten finanziert“, erklärt Heinz Senoner, „ungefähr 50 Prozent unserer Kosten finanzieren wir durch Spenden.“ Vor fünf Jahren hatte das Land den Geldhahn zugedreht, was zu einer Finanzkrise geführt hatte. Mit dem heutigen Finanzierungssystem konnte diese Krise gemeistert werden. „Sonst würde es diese wichtige Einrichtung heute nicht mehr geben“, ist sich Heinz Senoner sicher. Bis 2018 hatten 164 Frauen und 240 Kinder im Haus Rainegg Aufnahme und Hilfe gefunden. Zurzeit sind von den fünf Wohneinheiten vier belegt.

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Gibt es Eisbären wirklich?

z Paul, der kleine Pinguin, will wissen, wie die Welt woanders aussieht. Eine Frage beschäftigt ihn besonders: Gibt es wirklich

Eisbären? Eine abenteuerliche Reise ins Ungewisse beginnt. In zwei Vorstellungen erzählten 60 Grundschulkinder von Afers, Lü-

sen, St. Andrä und St. Leonhard zusammen mit einem Teil der Jugendkapelle Lüsen/St. Andrä die Geschichte von Paul, dem Pingu-

P&G

in. Der Wunsch der Jugendkapelle, ein Musical in Zusammenarbeit mit den Schulen zu organisieren, bestand schon länger. Nun wurde unter der musikalischen Leitung von Annalena Larcher und Carolin Profanter das Vorhaben umgesetzt. Zeitgleich studierten die Schulen das Theatralische und den Gesang ein. Die Gesamtorganisation übernahm die Jugendleiterin der Musikkapelle Lüsen, Brigitte Kaneider. Der Reinerlös von 4.500 Euro ging an die Südtiroler Kinderkrebshilfe Peter Pan. sp

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Dialog, Friede, Einheit z Die Übermittlung der Friedensbotschaft steht im Zentrum der internationalen Band „Gen Verde“. Seit 1966 begeistern die Künstlerinnen von „Gen Verde“, die ihren Sitz bei Florenz hat, mit ihrer Performance und ihrer Musik. 70 Alben haben sie inzwischen produziert. Mit ihrem Projekt „Star Now“ war die Band, 20 Frauen aus 14 Nationen, in den Semesterferien im Vinzentinum in Brixen. „Gen Verde“ arbeitet dabei mit und für hiesige Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren. 30 Südtiroler Jugendliche nutzten das Angebot, lebten fünf Tage

kurz

notiert

20

lang gemeinsam im Vinzentinum und teilen sich je nach Interesse in drei Arbeits-Workshops auf: Tanz, Gesang und Perkussion. Die Mitglieder der Band und die Jugendlichen erlebten sich bei der gemeinsamen Arbeit als Komponenten ein und desselben Teams. Respektvoller Umgang und Transparenz standen an erster Stelle. Höhepunkt war das gemeinsame Konzert im Forum Brixen am 9. März, an dem das Einstudierte einem breiten Publikum präsentiert wurde. Organisiert wurde dieses Projekt im Vinzentinum von mehreren Vereinigungen ge-

Künftig möchten die Brixner Stadtwerke in der Acquarena auch einen physiotherapeutischen Dienst anbieten. Um diesen zu rea­lisieren, war eine Satzungsänderung der Stadtwerke nötig, die bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen wurde.

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

LÜSEN/ST. ANDRÄ/AFERS

meinsam: „Associazione Mondo Unito – Geeinte Welt – Mon Uni“, Südtiroler Katholische Jugend,

Azione Cattolica, Pastorale Giovanile und Jugenddienst Brixen. sp

Der Brixner Gemeinderat möchte dringend benötigte Parkplätze realisieren. Dafür wurde der Beschluss gefasst, in der Peter-Mayr-Straße eine öffentliche Grünfläche in einen öffentlichen Parkplatz umzuwidmen, der inzwischen bereits besteht. Bürgermeister Peter Brunner sprach auch von der Möglichkeit, eine Tiefgarage zu errichten.

Vom 15. bis 17. April hat die Caritas-Hospizbewegung einen Trauerraum in der Johanneskapelle am Kreuzgang eingerichtet. In diesem offenen und frei zugänglichen Raum können trauernde Menschen ihrer Trauer Raum und Zeit schenken.


NACHGEFRAGT

„Es ist ärgerlich ...“ HERBERT SEEBER, Miteigentümer des Schlosses Hanberg in Kranebitt, über die ständigen Beschädigungen des Torbogens, die von LKWs der Baufirmen verursacht werden. Herr Seeber, die LKWs, die über die Weinbergstraße zu den Baustellen fahren, setzen dem Torbogen am Schloss Hanberg zu. Wie sehen Sie das? Es ist ärgerlich, wenn man immer wieder ein paar Mauerteile am Boden findet, weil durchfahrende LKWs den Torbogen streifen. Das Problem stellt sich immer dann, wenn es im oberen Kranebitt eine Bautätigkeit gibt. Die Betonmischmaschinen sind heute viel größer als früher – der Torbogen hat aber immer dieselbe Dimension. Früher verwendeten die Baufirmen Dreiachser, heute sind es fast ausschließlich Vierachser, die

breiter und höher sind. Ich habe Verständnis für die Bautätigkeit, aber die Baufirmen müssen sich an die Enge des Torbogens anpassen und nicht umgekehrt. Theoretisch könnte man die Baufirmen zwingen, kleinere LKWs zu verwenden? Ja, das wäre wirklich sinnvoll. Diese Auflage müsste eigentlich jede Baukonzession am Kranebittberg enthalten. Die entsprechende Entscheidung müsste die Gemeinde unbedingt treffen. 2007 hat die Gemeinde Arbeiten an der Weinbergstraße vorgenommen. Umsonst?

Nein, das war eine sehr gute Entscheidung. Die Mauer wurde mit unserem Einverständnis etwas nach hinten gerückt, die Straße verbreitert. Beim Bogen wurde die Straße vertieft – allerdings nicht im geplanten Ausmaß, weil man während der Arbeiten gemerkt hat, dass die Fundamente des Bogens auf der Bergseite instabil waren. Das Problem ist, dass heute die LKWs viel größer sind als früher. Wenn die urbanistische Entwicklung in Kranebitt so weitergeht wie in den letzten Jahren, ist eine neue alternative Zufahrt der Zone absolut unumgänglich. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Foto: Irene Argentieri

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Drei Neue bei der Feuerwehr z Zu 54 Brandeinsätzen und 292 technischen Einsätzen rückte die Brixner Feuerwehr im vergangenen Jahr aus. Die 59 aktiven Mitglieder sowie die zahlreichen Anwesenden ließen bei der ordentlichen Jahreshauptversammlung das vergangene Jahr Revue passieren. Die Brandeinsätze konnten laut Kommandant Hubert Lanz in 39 Kleinbrände, neun Mittel- und sechs Großbrände unterteilt werden. Die technischen Einsätze beinhalteten beispielsweise 51 Insektenbekämpfungen, drei Suchaktionen, 26 dringende Türöffnungen, 27 Einsätze wegen Hochwassers und Überschwemmung und auch 18 Verkehrsunfälle mit PKWs. 19 Mal wurde ein Fehlalarm ausgelöst. Die Wehrleute leisteten im Jahr 2018 knapp 4.000 Einsatzstunden und bildeten sich zudem stetig weiter. Auch der

Feuerwehrjugendbetreuer Robert Burchia berichtete bei der Versammlung von der regen Tätigkeit der Jugendgruppe, die sich immer wieder über Neuzugänge freut. Nach erfolgreich bestandenem Probejahr versprachen im Rahmen der Versammlung die zwei Wehrmänner Giovanni Caruso und Philip Liotti (im Bild links) den freiwilligen Dienst. Auch eine zweite Frau wurde in die Reihen der Feuerwehr Brixen aufgenommen: Desiree Plaikner, (im Bild rechts), die bereits in der Jugendgruppe tätig war, wird die Wehr nun komplettieren. Ein Probejahr bewältigen werden heuer Matteo Mocellini, Riccardo Francesco Perasso und Michael Sloschek. Für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit geehrt wurden Stefan Obexer, Karl Eistenstecken und Willi Furlan. eh

BRIXEN

Was ist Güte? z Eine besondere Frau war am 12. März Gast an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen: Die 90-jährige Agnesz Heller aus Budapest war als Kind gemeinsam mit ihrer Mutter nur knapp der Deportation und der Ermordung entkommen. Ihr Vater und viele ihrer Verwandten wurden Opfer der Judenverfolgung der Nazizeit. Nach langer politischer Unterdrückung wanderte sie nach Melbourne aus, wo sie Professorin für Soziologie wurde. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf dem Lehrstuhl für Philosophie in New York. Seit ihrer Emeritierung lebt sie wieder in Budapest. Don Paolo Renner, Professor der Hochschule, bezeichnete den Gast als Ikone der europäischen Philosophie, die vieles erlebt und überlebt habe. Er lobte ihre Weitsicht, die auch den Theologen und Philosophen Nikolaus Cusanus, im 15. Jahrhundert Bischof von Brixen und Namensgeber der Akademie, ausgezeichnet hatte. In dem einstündigen Gespräch outete sie sich als großer Fan dieser Persönlichkeit; seinetwe-

gen war sie besonders gerne der Einladung nach Brixen gefolgt. Ausführlich und schlagfertig beantwortete Heller die Fragen, in denen es um die Bedeutung der Philosophie in einer Zeit der Technokraten, um den Egoismus der Menschen, um den Druck durch die neuen Medien, um Freiheit und Freundschaft, die Zukunft Europas und um die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich ging. Besonders lebhaft erklärte sie ihre Sicht auf den Regierungsstil des ungarischen Präsidenten Viktor Orbán. Mit ihrer Forderung, nach all den Monumenten für Krieger, Sportler und Schauspieler ein „Denkmal für den unbekannten guten Menschen“ zu errichten, stieß sie auf große Zustimmung im Saal. In einer weiteren Stunde ging sie auf die zahlreichen Fragen ein, die an sie gerichtet wurden. Ihrem Temperament entsprechend wäre sie, mit dem Mikrophon in der Hand, wohl am liebsten durch die Reihen gegangen – was wegen der vielen zusätzlichen Stühle und stehenden Besucher gar nicht möglich war. jb

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BRIXEN

z Kalt, aber sonnig war es, als die Wasserrettung und Bootsgruppe der Feuerwehr Brixen im Fischerteich in Mareit den Notfall übte. Gemeinsam mit den Feuerwehren Sterzing, Thuins und Gasteig stiegen die Retter zu einer vermeintlich im See eingebrochenen Person – ein durchaus realistisches Szenario, da Eislaufen und Spaziergänge auf gefrorenen Seen im Winter sehr beliebt sind und nach wie vor ein gewisses Risiko bergen. Denn wenn das Eis unter der Last einer Person einbricht, bedeutet dies Lebensgefahr! Die Brixner Feuerwehr ist für den Notfall gerüstet – nicht nur in Sachen Know-how, sondern

auch, was die technische Ausrüstung betrifft. Wichtig ist bei der Rettung, das Gewicht des Retters so gut wie möglich auf das brüchige Eis zu verteilen, um so die eingebrochene Person aus dem Wasser ziehen zu können. Bereits nach kürzester Zeit tritt nämlich eine Unterkühlung ein, die das Bewusstsein und die Motorik des Verunfallten beeinträchtigt – das Festhalten fällt dann schwer, und die Kräfte schwinden. Leitern, Seile, ein Ast, Bretter oder auch das Spineboard, eine Trage, die normalerweise zum Abtransport der Verletzten dient, können als Hilfsmittel dienen. Der Retter selbst muss abgesichert werden, da ihn das klammernde Opfer

Foto: Duschan Tomic

Eisübung zu Wasser

eventuell mit ins Wasser zerren könnte. Um die Übung so realitätsnah wie möglich zu gestalten, simulierten die Wasserretter aus den eigenen Reihen die Opferrolle und erschwerten den Rettern die

Bergung. Die Übung verlief reibungslos und war lehrreich für alle Beteiligten, die somit nun für den nächsten Winter und die möglichen Notfälle gerüstet sind. eh

VAHRN Foto: Oskar Zingerle

Option – wie es wirklich war z „Sie ist inzwischen wohl eine der Letzten, die von Faschismus, Option, Kriegswirren, Flucht und Heimkehr aus dem eigenen Erleben erzählen können“, begründet die Schützenkompanie Vahrn ihre Einladung von Paula MorandellAtz. In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schützenbund wurde am 8. März im Haus Voitsberg ein Geschichteabend mit der heute 85-jährigen begnadeten Erzählerin organisiert. Die gebürtige Kaltererin berichtete, wie sie als Siebenjährige infolge der Option mit ihren Eltern und den vier kleineren Brüdern nach Baden bei Wien kam. Dort erlebte die junge Familie zunächst eine unbeschwerte Zeit, in der sie auch mit Adolf Hitler auf der Couch ihrer Nachbarin saß und mit ihm Kuchen aß. Nachdem sie jedoch tags darauf ausplauderte, was ihre Mutter von Hitler hielt, kamen zwei SS-Männer, um die Familie ins KZ

BRIXEN

z In der therapeutischen Tagesstätte Efeu in Brixen, wo Jugendliche mit Wahrnehmungsstörungen betreut werden, hat seit dem Jänner dieses Jahres Giulia Zecca die Leitung übernommen. Nach dem Abschluss der Handelsoberschule hat sie Sozialpädagogik an der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen studiert und nach dem Studium ein Jahr freiwilligen Sozialdienst in der Seeburg absolviert. „Ich war danach noch kurz bei den Tagesmüttern, und gemeinsam mit vier Mitarbeitern bin ich jetzt für acht Jugendliche verantwortlich“, erzählt Giulia Zecca. Das bewährte Konzept der Betreuung nach dem Affoltermodell und der Ergotherapie wird fortgeführt. Auch Giulia Zecca macht zurzeit die Ausbildung dazu. Diese

Therapiemethode unterstützt den wahrnehmungsgestörten Menschen bei der Problemlösung von Alltagsgeschehnissen. So sind die Jugendlichen bei der Bewältigung des Tagesablaufes eingebunden. Sie kaufen zum Beispiel autonom beim Metzger ein, sie helfen beim Kochen, sie backen, gehen schwimmen; jeder wird nach seinen Fähigkeiten gefördert. Das große Ziel ist es, dass die Jugendlichen Fortschritte machen und auch außerhalb der Struktur das Erworbene umsetzen können. „Die Arbeit macht mir sehr viel Freude, weil sie so vielfältig ist. Ich habe meinen ‚Traumjob‘ gefunden“, freut sich Giulia Zecca. Der neue Präsident Peter Noflatscher ergänzt: „Es muss unseren Kindern und uns Eltern gut gehen, und das tut es.“ ha

Foto: SSB

Neues vom Efeu

Dachau zu bringen. Buchstäblich im allerletzten Moment konnte das durch ihren Nachbarn, einem hohen Nazifunktionär, verhindert werden. Unter die Haut gingen auch die Erzählungen über die Zeit, als die Russen einmarschierten; Gewalt und Tod waren damals allgegenwärtig. Paula Morandell war dabei, wie ihrer Mutter Gewalt durch die Russen angetan wurde und wie zwei ihrer besten Freundinnen, Kinder wie sie, zu Tode geschändet wurden. Schließlich erzählte sie von der abenteuerlichen Flucht über Innsbruck und den Brenner, von wo aus sie sich als Zwölfjährige allein mit ihren zwei kleinen Brüdern bis nach Kaltern durchschlug. In Südtirol fühlte sich Frau Morandell-Atz lange nicht willkommen. Durch den Abend führte Jürgen WirthAnderlan, Bundesgeschäftsführer des Südtiroler Schützenbundes. sp

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Menschen & Meinungen

PORTRAIT

„Das ist mein Weg“ Politik prägte sein Leben, zum Politiker spürte er sich berufen. Dann folgte der Ausstieg. MICHL LAIMER ist heute Gastwirt mit Leib und Seele und angekommen in einem neuen Leben, das Halt und Zukunft bietet.

M

ichl Laimer ist in einer sehr politischen Familie aufgewachsen. Über Politik wurde einfach immer gesprochen, „eigentlich wurde nur darüber gesprochen“, und dadurch ist er hineingewachsen

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in diese ganz eigene Welt. Er hat mitgehört, gelernt und irgendwann mitgeredet. Hugo Gamper, Landtagsabgeordneter und später Kammerabgeordneter, war der Bruder seiner Mutter, beide Eltern waren im Gemeinderat von Riffian

aktiv, die Schwester in der Jungen Generation und später Bürgermeisterin in Dorf Tirol. Der Weg in die Politik war also vorgezeichnet.

20 Jahre Landespolitik. Wenn Michl Laimer zurückschaut auf

fast zwei Jahrzehnte in der Landespolitik, auf den unrühmlichen Abgang, auf Medienberichte rund um das Kapitel SEL, die immer wieder aufflammen, ist heute trotzdem keine Verbitterung zu spüren. „Das war eben mein Weg,


Foto: Oskar Zingerle

leben kann. Das sprichwörtliche dicke Fell, das habe er im Laufe der Jahre ganz sicher bekommen. „Ich bin kein aggressiver, kein impulsiver Mensch“, sagt Michl Laimer. Distanz zu wahren war deswegen umso wichtiger. Er war stets um Authentizität bemüht, und er hat ein Gespür dafür entwickelt, worauf es in den heiklen Bereichen Umwelt und Raumordnung ankommen muss. Und Südtirol hat sich im Klimaschutz sehr gut positioniert.

Angekommen in Neustift. Grü-

ne, herrlich bequeme Ohrensessel, riesige Fenster, die Weitblick versprechen und einen Blick hinein in die Tiefe einer vielfältigen und reichen Landschaft gewähren: Der Alte Pacherhof mit seiner tausendjährigen Geschichte ist ein Ort, wo man die Seele baumeln lassen kann. Hier ist Michl Laimer nach seinem Ausstieg aus der Politik so richtig angekommen. Ein Zuhause, das Halt und Zukunft gibt. Er hat ein neues Kapitel in seinem Leben aufgeschlagen, aufschlagen müssen. Und er hat sich auch bewusst von vielem abgegrenzt. „Nur wer selber einmal in die Mühlen der Justiz geraten ist, weiß, was das bedeutet.“ Echte Solidaritätsbekundungen von unterschiedlichen Menschen waren Ressource; sich aus der Medienwelt auszuklinken schlicht und einfach notwendig, um bei sich bleiben zu können.

GASTWIRT UND WEINKENNER: Michl Laimer hat in Neustift seine zweite Heimat gefunden

–––

auch wenn ich mir das Ende anders vorgestellt hatte.“ 1993 war er mit gerade einmal 28 Jahren in den Landtag gewählt worden. Als Jurist im Landesdienst, „als Stift“ des damaligen Generaldirektors Adolf Auckenthaler, war er ambitioniert, engagiert, und er hatte „einfach Lust, mitzugestalten.“ Er wurde im Kabinett Durnwalder II Landesrat für Wasser und Energie, später kamen noch Umwelt, Raumordnung und Landschaftsschutz dazu. Jeden Abend war er damals unterwegs, jedes Wochenende, alles andere rückte in den Hintergrund. Vieles, eigentlich alles, habe er hintenangestellt. „Politiker kann man nur sein, wenn man auch Berufung spürt.“ Der Terminkalender füllt sich von

alleine, „man kann irgendwann nur mehr sagen, was man nicht mehr schafft.“ Aber da war das

Gastwirt und Weinkenner. Heute ist Michl Laimer Gastwirt mit Leib und Seele, innovativ und mit einem untrüglichen Geschmack für das, was ankommt. Das Vinum-Hotel, das sich in den Weinbergen von Neustift versteckt, ist zu seiner Leidenschaft geworden. Mit Wein kennt er sich aus – „ab dem Zeitpunkt, wo er

eines alten Gebäudes lieben, sind Ansporn, Neues zu wagen. Er ist sehr belesen, liebt Sachbücher jeglicher Art und prägt sich gern Kernaussagen aus diesen Büchern ein. Geschichten zu erzählen mitten in einem malerischen Weinberg, das heißt auch, die Realität mit hereinzunehmen. Zu Neustift hat er schon seit seiner Jugend eine besondere Verbindung. Er besuchte das Vinzentinum und war im Schülerheim im Koster Neustift untergebracht. Michl Laimer hat diese Zeit genossen, „Heimweh, das kannte ich nicht“. Er war Klarinettist bei der Riffianer Musikkapelle, er ist geprüfter Tanzleiter im Volkstanz. Land und Leute gehören zum Leben des gebürtigen Burggräflers, der in Neustift seine zweite Heimat gefunden hat.

Familie ist wichtig. Seine Frau

Monika, eine der Töchter vom Alten Pacher, hat Michl Laimer bei der HGV-Gala im Jahr 2000 kennengelernt, spät in der Nacht, „oder vielleicht besser früh am Morgen“. Im Jahr darauf wurde geheiratet, die Söhne Matthias, Thomas und Lukas sind heute 16, 14 und elf Jahre alt. Familie ist für Michl Laimer wichtig. Die Familie war Stabilität in den schwierigen Zeiten, als er seine politischen Ämter zurückgelegt hat. „Die Familie ist das, worauf es letztendlich ankommt.“ Michl Laimer ist einen neuen Weg gegangen, einen Weg, der nicht vorgezeichnet war. Und doch brennt da noch das alte Feuer in ihm. „Friday for future“ ist für ihn ein untrügliches Zeichen dafür, dass nun eine Generation kommt, die sich wieder politisch einbringen will, die aufrütteln und verändern möchte. Die Gesellschaft in ihrer Ganzheitlichkeit ist dem ehemaligen

„Nur wer selber einmal in die Mühlen der Justiz geraten ist, weiß, was das bedeutet“_ Michl Laimer, ehemaliger Südtiroler Landesrat Gefühl, zumindest in den ersten Jahren, dass sich die Leute noch gefreut haben, wenn sie ihre Politiker getroffen haben. Landesrat Alois Kofler hat ihm einmal gesagt, man müsse in der Politik eine gewisse Distanz wahren zwischen sich und seiner Tätigkeit. Damit man nicht aufgesogen wird. Damit man über-

in der Flasche ist“. Bei Führungen durch den Weinkeller und die Rebanlagen weiß er Geschichten zu erzählen, eloquent und mit einer Leidenschaftlichkeit, die man ihm auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Gäste, die immer wieder kommen, weil sie die Komposition von modernen Akzenten und den unbeschreibbaren Geist

Umweltlandesrat immer noch Herzensanliegen. Größer, schneller, mehr – das zähle immer weniger. Der neue Weg lautet: langsamer, besser, schöner.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 25


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Im Amt bestätigt z Karl Vallazza wurde im Amt des Stationschefs der Brixner Ortsstelle der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung CNSAS bestätigt. Der erfahrene Bergretter, seit 1993 beim Brixner Team, nennt als Herausforderungen dieses Dienstes: „Einsatz, Altruismus, Hingabe, Ernsthaftigkeit, Disziplin, Teamarbeit, Demokratie, Zusammenhalt und nicht zuletzt der ständige Bereitschafsdienst.“ Und dennoch ist Vallazza überzeugt: „Für einen Retter ist es eine Ehre, Mitglied dieses Dienstes zu

sein.“ 24 Stunden, 365 Tage im Jahr Bereitschaft sei nur dank des engagierten Teams an seiner Seite möglich, weshalb man von neuen Mitgliedern auch fordere: „Stelle dir nicht die Frage, was die Bergrettung dir gibt, sondern, was du ihr geben kannst.“ Neben Karl Vallazza wurde auch Johannes Kircher für die kommende Amtszeit bestätigt; hinzu kamen Monica Borsatto, Attilio Pozzi und Blasco Russo. sp

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

z Der ehemalige Brixner Stadtrat und Bauer aus St. Leonhard, Werner Prosch, wird in den kommenden fünf Jahren das Sprachrohr der Brixner Bauern sein. Im Rahmen der Neuwahl des Ortsbauernrates wurde er zum neuen Obmann der 400 Mitglieder gewählt; er folgt auf Andreas Stockner. Prosch, der sich bereits seit seiner Jugend im Ausschuss engagiert, will sich für einen besseren Schutz von Grund und Boden einsetzen, aber sich auch den aktuellen gesellschaftlichen Themen widmen. „Wir treffen uns einmal im Monat, um die Themen zu besprechen, die den Bauern

kurz

notiert

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unter den Nägeln brennen – derzeit sind das beispielsweise die Mountainbiker und Downhiller auf dem Ploseberg, die, teilweise ohne Wertschätzung und Respekt dem Grund und Boden gegenüber, ihren Sport ausüben. Wir fordern hierzu klare Regeln, mit denen Instandhaltung und Haftung geklärt werden.“ Für die Zukunft wünscht sich Prosch auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Bauernstand, damit die Regionalität gefördert wird, indem Betriebe, die hofeigene Produkte herstellen, diese besser direkt vermarkten können. Prosch zur Seite

Im Alter von 85 Jahren ist der Priester Johann Theiner verstorben. 34 Jahre lang war er als Professor an der PhilosophischTheologischen Hochschule in Brixen tätig. Die Beerdigung fand am 25. Februar in seiner Geburtsgemeinde Prad im Vinschgau statt.

Foto: Oskar Zingerle

Werner Prosch ist Obmann

stehen in dieser Legislaturperiode Thomas Wieland und Konrad Obexer als Vizeobmänner sowie Josef Unterrainer, Vinzenz Kerschbaumer,

Hansjörg Winkler, Johann Tauber, Martin Thaler, Philipp Tauber, Richard Tauber und Martin Holzer. eh

Zu den acht besten Eismachern Italiens gehört jetzt auch Elisabeth Stolz aus Vahrn. Das Kürbiskernöl-Eis mit karamellisierten Kürbiskernen der Hubenbäuerin hat die Jury beim Italien-Halbfinale „Gelato Festival World Master“ in Anzola dell‘Emilia (nahe bei Bologna) überzeugt.

Der Brixner Ordens- und Schulgründerin Maria Hueber (1653– 1705) wurde am 19. März per Dekret von Papst Franziskus der heroische Tugendgrad zuerkannt. Das Dekret ist ein wichtiger Verfahrensschritt auf dem Weg zur Seligsprechung. Hueber ist eine Pionierin in der Mädchenerziehung und Mädchenbildung.


O o op s

LAMMento

mein Hoppala

Stefan Barbieri, Präsident des WSV Brixen

It’s tea time

„Das war die falsche ...!“ Viele Jahre lang war ich Teil des Organisationskomitees des internationalen Eiskunstlaufwettkampfes „ISU Meran Cup“; ich war unter anderem für die Organisation der Siegerehrung verantwortlich. Diese konnte nicht nur vom anwesenden Publikum, sondern weltweit über Internetstream mitverfolgt werden – was uns besonders stolz machte. Gewinner und Schiedsrichter stellten sich also auf dem Eis auf und beklatschten die damalige Siegerin aus Russland. Ich kündigte die russische Hymne an. Als diese abgespielt wurde, bemerkte ich eine gewisse Unruhe in den Gesichtern der Anwesenden – irgendwas stimmte nicht. Einer der Russen machte mich darauf aufmerksam, dass wir nicht die aktuelle russische Hymne abgespielt hatten, sondern eine ehemalige Version aus den 90er-Jahren. Natürlich hielten wir die Musik sofort an und suchten auf Youtube auf einem Mobiltelefon die richtige Hymne. Ich entschuldigte mich bei den Athleten für den Fauxpas, der allerdings bereits weltweit live übertragen worden war.

Leser kochen für Leser

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Unser motivierter Praktikant Hannes Engl hat nicht nur ein tolles Video über den „Brixner“ gedreht, sondern die gesamte Redaktion an seinem letzten Arbeitstag auch noch mit süßen Waffeln verwöhnt. Danke, Hannes! Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

„Sorry, es ist jetzt 15 Uhr, und ich kenn mich nicht mehr aus“, sagt der Franz kopfschüttelnd, während er ein paar Tropfen Milch in seinen Schwarzen Tee schüttet. It’s tea time, sag ich, während ich dazu den rechten Arm vornehm englisch schwingen lasse. „Also, was nun“, sagt der Franz, „wir hatten doch gemeinsam entschieden, dass wir uns trennen würden.“ Ja, sag ich, aber wir waren Opfer von Demagogen, das war doch alles nicht so gemeint, und unsere Kids wurden in die Entscheidung nur halbherzig einbezogen. „Die haben die Abstimmung glatt verpennt“, sagt Frieda, „außerdem müssen wir auf jeden Fall vorher noch klären, wie die Trennung vonstatten gehen soll, denn ungeregelte Trennungen führen ins Chaos.“ Gut, sag ich, ich hab da einen Vorschlag. „Abgeleeeehnt“, ruft John, der Speaker, als wäre er Schiedsrichter bei einem Boxkampf, worauf Thres ein Gesicht aufsetzt, als wär sie englische Premierministerin in Brexit-Zeiten. Gut, sag ich, ich ändere einen Beistrich im Abkommen und lege es nochmal vor. „Abgeleeeehnt“, ruft John abermals, und Thres setzt nochmal dasselbe Gesicht auf. „Vielleicht sollten wir die Entscheidung von damals überdenken“, sagt der Franz, worauf das Volk jubelt, als hätte Großbritannien nach über 50 Jahren mal wieder die Fußball-WM gewonnen. „Das geht nicht“, sagt Thres störrisch, „wir können doch nicht das Volk so lang fragen, bis es vielleicht irgendwann richtig entscheidet.“ Ich wollte gar nicht entscheiden, sag ich, denn ich fühl mich ja beim Bewerten eines Netflix-Films schon überfordert. „Also, was nun?“, sagt der Franz. Boh? Abwarten und Tee trinken.

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Menschen & Meinungen

Echo

Leser schreiben uns

„Stelle für Regionalentwicklung“ Leserbrief zu „Der anonyme Förderer“ im „Brixner“ Nr. 348, S. 4

Walter Baumgartner, Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal

Geschätzte Redaktion, sehr geehrte Frau Vontavon, es freut uns sehr, dass Sie im „Brixner“ das Thema der EUFörderungen und der lokalen Auswirkungen auf Brixen und das Eisacktal aufgenommen haben. Leider haben Sie im Artikel jedoch selbst vergessen, einen „anonymen Förderer“ zu nennen, und zwar die Stelle für Regionalentwicklung der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, an die Sie sich im Rahmen Ihrer Recherchen zum besagten Artikel gewandt haben. Es ist der Bezirksgemeinschaft Eisacktal schon seit knapp zehn Jahren ein Anliegen, verstärkt auf die Möglichkeiten im Rahmen der verschiedenen EU- und Landesförderungen aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund führt die Bezirksgemeinschaft Eisacktal seit 2011 mit finanzieller Unterstützung der Mitgliedsgemeinden die Stelle für Regionalentwicklung. Sie steht den Gemeinden, aber auch anderen Interessierten bei Themen der Regionalentwicklung und insbesondere bei der Planung und Umsetzung von Förderprojekten beratend zur Seite. Wie Sie, können sich auch andere Interessierte gerne an Joachim Hofmann von der Stelle für Regionalentwicklung in der Bezirksgemeinschaft Eisacktal wenden, um eine Erstinformation und Unterstützung zu erhalten. Anfragen bitte an info@ bzgeis.org. Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info 28

Freunde und Gönner Melitta Pernpruner, Wilhelm Pupp, Katrin Gogl, Melania Brunner, Irmgard Stockner, Giuseppina Bau, Walter Rossmann, Kurt Josef Segna, Arcangelo Rossetti, Domenicangelo Lapadula, Milena Reichegger, Martha Gruber, Elisabeth Pezzei, Manfred Rabanser, Margareth Karl, Josef Steinmair Gius, Claudio Agostinis, Rosa Trocker, Waltraud Eisenstecken-Gaspari, Johann Dorn, Beverly Agricole-Guy, Anton Schenk, Josef Pfeifhofer, Helene Kasseroler, Walther Kasseroler, Anton Gamper, Ida Tratter, Andrea Ramoser, Susanne Schumacher, Josef Perkmann, Sonja Tonegatti, Sabine Mulser, Helga Kircher, Günther Oberhuber, Franz Johann Willeit, Oswald Überegger, Peter Paul Hirn, Dagmar Stubenrauch, Walther Dietl, Ivo Barth, Frank Weller, Harald Gruber, Hubert Kaser, Nicola Tulimiero, Thomas Prossliner, Hubert Pizzinini, Rosa Frener, Hildegard Schenk Oberhuber, Edith Tasser, Marta Burchia, Annelies Töll, Karin und Clara Amort, Florian Bodner, Margareth Eigemann, Luis Unterweger, Herbert Dorfmann, Josef Wierer, Günther Wolfgang Koch, Alexander Pedevilla, Johann Kammerer, Peter Spitzweck, Brunhilde Tasser, Ines Prader, Wilhelm Pramstrahler, Carlotte Damiani, Gianfranco Titton, Erwin Pernthaler, Maria Anna Gasser, Martha Schwamberger, Maria Oberegger, Priska Holzknecht, Wassermann OHG, Maria Putzer Oberhauser, Hugo Wassermann, Franz Erschbaumer, Herbert Hinteregger, Anna Huber Weissteiner, Luitgard Seebacher, Hermann Wierer, Benedikt Hofer, Ernesta Parisi, Rosa Natter, Andreas und Jutta Schatzer, Alois Pircher, Thomas und Adelheid Lanthaler, Christoph Stiemke, Johann Busetti, Peter Gasser, Alfred Gargitter, Alois Mitterer, Heinrich Forer, Valentina Trocker, Engelbert und Rita Frener, Sebastian Niederrutzner, Carmen Kostner, Stephan Pichler, Karl Silgoner, Thomas Rabanser, Melanie Profanter, Edoardo und Margaret Valentin, Martha Rottensteiner, Mario Valdemarin, Thomas Wieland, Dora Hofer Tauber, Annamaria Bonell,

D

Rosa Tinkhauser, Alfred Rieder, Hubert und Barbara Agreiter, Elisabeth Steger Stabinger, Josef und Maria Hofer, Ruth Ramoner, Oswald Meraner, Martin Leitner, Elisabeth Thaler, Brigitte Lechner, Paula Schiner, Antonia Kranebitter, Margareth Neuhauser Egger, Deporta Management & Controlling, Giancarlo e Cristina Pocher, Johann Lechner, Bruno und Annelies Damiani, Kassian Thoeny, Andreas Piok, Karl Rungg, Gertraud Bodner Steiner, Barbara Obrist, Anton Profanter, Julian Sommavilla, Christina und Peter Kustatscher, Walter und Dora Pedevilla, Walter Niederstätter, Hermann Bernardi, Kurt Unterweger, Johann Prader, Maria Profanter Goller, Andreas Bodner, Ingrid Brugger Ellemunt, Markus und Martina Oberrauch, Alois Hinteregger, Martin Moosburger, Rosa Obrist, Erich und Irmengard Silgoner, Fabian Sigmund, Siegfried Delazer, Alexandra Schrott, Waltraud Mair, Trend Media OHG, Anton Plattner, Paula Schwärzer Stampfer, Alexandra Jarolim Kreithner, Elisabeth Hainz, Bernhard und Hildegard Falk, Marianna Fink Gebhard, Carla Goller, Wilhelm und Frieda Griessmair, Christoph Gostner, Kathrin Prantner, Bernhard Plaickner, Irmgard Dolliana, Michael Rainer, Renate Fiechter, Martina Oberhuber, Johann und Maria Augschöll, Martin Torggler, Martha Forer, Barbara und Hermann Lerchegger, Helmut Terragnolo, Manuel Pastore, Peter Stubenruß, Heinrich Feichter, Reinhold Agethle, Margareth Lamprecht, Erich Mussner, Roland Cimadom, Helga Frass, Gertraud Mitterrutzner, Erwin Würth, Franz Brunner, Kristian Oberrauch, Dieter Oberhofer, Matilde Neuwirth, Roland Erardi, Oswald Untermarzoner, Sergio Fanella, Priska Hofer, Andreas Kreil, Christine Priller, Maria Marcher, Gertraud Kammerer, Alois Pramstraller, Adolf Meraner, Marlene Maurer, Walter Nitz, Ferdinand Heidegger, Meinrad Gasser, Paolo Trotter, Hanspeter Ennemoser, Dieter Pupp, Arno Kornprobst, Martin Baumgartner, Martha Gamper, Peter Zingerle, Irmgard Larcher, Josef Fischnaller, Elisabeth Stampfl, Anton Pichler, Pietro Speranza, Andreas Sigmund, Paul Ritsch, Elsa Kofler, Josef Gasser, Edith

n a

Prantner, Christa Keck, Kurt Zöll, Anna Maria Dalla Torre, Rodolfo Fermi, Alois Oberhauser, Martin Klapfer, Margit Strasser, Herbert Gebhard, Friedrich Rath, Anna Unterfrauner, Herta Deporta, Paola Zorzi, Ludwig Scheiber, Paul Gufler, Georg Gebhard, Renzo Pacher, Friedl Amort, Filomena Prast, Margareth Kusstatscher, Gebhard Dejaco, Peter Brunner, Hubert Gruber, Felix Weissteiner, Manfred Karl, Miriam Torggler, Scantamburlo & Co., Marcella Festini Capello, Erna Mahlich, Hotel Majestic KG, Romana Vallazza Klapfer, Maria Thomaseth, Roland Achammer, Anna Keim, Klara Willeit, Josef Sellemond, Ernst Röggla, Salon Paula, Alessia Uva, Gottfried Volgger, Kurt Fritz, Sebastian Hofer, Nardello KG, Maria Grünfelder, Markus Haller, Maria Theresia Resch, Barbora Malisova, Daniela Unterhofer, Karl Wiedenhofer, Anwaltssozietät Gebhard Delueg, Walburga Fissneider, Sieglinde Sill, Anton Prosch, Susanne Leimstädtner, Rosa Messner, Gabriela Thöni, Waltraud Töll, Michi Klemera, Reinhold Gruber, Rosa Maria Reifer, Fabio Covelli, Maria Grünfelder, Margareth Staudacher, Franco Zanotto, Luise Gasser, Christa Huber, Stefan Barbieri, Stefanie Strobl, Laura Maria Lamprecht, Nikolaus Stoll

! e k Diese Liste enthält alle Freunde und Gönner des „Brixner“, die ihren Beitrag bis 18. März 2019 überwiesen haben bzw. deren PostErlagscheinsquittung uns bis zu diesem Tag erreicht hat.

Sie wollen „Freund“ oder „Gönner“ unserer Zeitschrift werden? Südtiroler Volksbank:

IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004

Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452

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Pro& Contra

Der Hintergrund:

Foto: Oskar Zingerle

Die 15-jährige Greta Thunberg verweigerte im August 2018 erstmals den Unterrichtsbesuch, setzte sich vor das schwedische Reichtagsgebäude in Stockholm und zeigte ein Schild: „Skolstrjk för Klimatet“ (Schulstreik fürs Klima). Anfang September erklärte sie, sie werde die Demonstration so lange an Freitagen fortsetzen, bis die Regierung ihre Klimapolitik ändern würde. Greta fand auf der ganzen Welt Nachahmer – auch in Südtirol, wo bereits zwei Mal demonstriert wurde.

IVAN GUFLER, Komitee Fridays For Future South Tyrol: „Die jungen Menschen zeigen lautstark, dass sie echten Klimaschutz wollen”

ALEX FISCHER, Präsident des Landesbeirates der Schüler: „Jeder Einzelne soll zuerst bei sich selbst anfangen“

Ja Ich möchte vorausschicken, dass De-

Nein Es ist wirklich toll zu sehen, dass

sich junge Menschen für mehr Klimaschutz einsetzen wollen. Wenn jeder Einzelne auch nur einen Teil dieser Energie und Motivation in seinen persönlichen Alltag einfließen lässt, dann bin ich zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind. Leider ist es aber immer noch so, dass wir nicht wirklich bereit sind, auf unseren Komfort zu verzichten. Es bringt meiner Ansicht nach daher nichts, für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, wenn man selbst nicht konsequent Maßnahmen setzt. Es sollte deshalb jeder Einzelne zuerst bei sich selbst anfangen, bevor er von anderen einfordert, etwas zu tun. Es wirkt ansonsten nämlich so, als möchte man die Verantwortung lediglich weitergeben. Deshalb ist es aus meiner Sicht auch der falsche Weg, von der Politik neue Verbote und Gesetze zu fordern. Diese wären nicht notwendig, wenn wir unser Verhalten als mündige Bürger eigenständig überdenken und gegebenenfalls ändern würden. Es ist daher wichtig, dass bereits in den Schulen daran gearbeitet wird. Eine solide Umwelterziehung ist der Grundstein für ein kritisches und „klimafreundlicheres“ Bewusstsein der kommenden Generationen. Ich finde es auch gut, dass in vielen Schulen bereits Arbeitsgruppen für mehr Nachhaltigkeit entstehen. Dadurch können die Schüler in den Prozess einbezogen und konkrete Maßnahmen ausgearbeitet werden. Es gilt zu betonen, dass Demonstrationen zwar aufrütteln können, die sachliche und konstruktive Diskussion im Anschluss daran ist aber der Sache noch dienlicher. z

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SONDERWOCHEN

monstrationen ein Grundrecht sind. Wenn junge Menschen auf die Straße gehen, beteiligen sie sich am demokratischen Prozess. Sie leben politische Bildung aus; die oft zitierten Gremien bieten de facto kaum Mitspracherecht. Das einzige Mittel der minderjährigen Bürger ist ein lautes Verkünden ihrer Meinung, so können sie nicht übersehen werden. Deshalb finden unsere Demonstrationen während der Schulzeit statt: Die Aufmerksamkeit ist dann viel größer. Der Klimawandel wird uns alle noch lange beschäftigen. Seit Jahrzehnten werden wir gewarnt; aber warum wurde bisher so wenig unternommen? Andere Interessen wurden in den Vordergrund gestellt, niemand wehrte sich dagegen. Damit ist jetzt Schluss. Die jungen Menschen zeigen nun lautstark, dass sie einen echten Klimaschutz wollen. Mit unübersehbaren Demos von vielen verschaffen wir uns Gehör bei denen, die die Macht haben, das Klima zu schützen. Der Verzicht auf Plastikflaschen ist lobenswert, aber im Endeffekt braucht es globale, größere Maßnahmen, um einen effektiven Schutz unserer Welt zu erreichen. Ob sich etwas ändert, hängt von den Politikern und ihrem Respekt vor der Demokratie ab. Ein Teil unseres Zieles haben wir bereits erreicht, nämlich das Thema Klimaschutz in die Köpfe der Leute zu bringen; sie machen sich Gedanken, wie wir unsere Erde schützen können. Nun müssen Politiker aufwachen und verstehen, dass sie etwas unternehmen müssen, den Experten zuhören und konkrete Maßnahmen umsetzen. Sonst ist es mit Sicherheit zu spät. z

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Sind Schülerdemos der richtige Weg für mehr Klimaschutz?

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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Fasten – ja oder nein?

Fotos: Oskar Zingerle

Vierzig Tage lang dauert die Fastenzeit vor Ostern. Aber wer verzichtet heute effektiv noch – und worauf? Wir haben uns in Brixen umgehört und nachgefragt, ob die Fastenzeit heute überhaupt noch gelebt wird – und was Verzicht eigentlich bedeutet.

„Ich finde die Fastenzeit schon sinnvoll und versuche auch bewusst, auf gewisse Sachen zu verzichten – nicht allzu viel, aber auf Kleinigkeiten. Ich denke schon nach, ob und was ich brauche, insbesondere beim Einkaufen. Auch auf die Müllvermeidung achte ich das ganze Jahr lang. In der Fastenzeit kann man sich vielleicht Dinge angewöhnen, die dann eventuell zur Gewohnheit werden – dann hat es schon etwas gebracht“, sagt Martin Schrott.

„Ich nehme mir jedes Jahr etwas in der Fastenzeit vor“, sagt Margit Moos von Seiller. „Nicht viel, aber auf etwas verzichte ich ganz bewusst. Das versuche ich dann auch vierzig Tage lang durchzuziehen; deshalb stecke ich mir die Ziele nicht all zu hoch, damit ich sie auch erreichen kann. Aber mir ist das Thema Fastenzeit schon wichtig.“ 30

„Etwas kürzer treten in dieser Zeit des Jahres wäre schon wichtig. Ich versuche, den Verzehr von Süßigkeiten, vor allem Schokolade, zu reduzieren, aber auch auf mein Gläschen Wein zum Mittagessen möchte ich verzichten. Die Fastenzeit ist sicherlich nicht mehr das, was sie einmal war. Viele Menschen wissen gar nicht, dass gerade Fastenzeit ist, und es geht alles gleich weiter, wie immer“, sagt Bernhard Pichler.

„Wenn ich wirklich fasten möchte, könnte ich das auch auf das ganze Jahr ausdehnen“, sagt Bruno Felderer. „Die Fastenzeit selbst ist für mich nicht so relevant. Generell sollte man natürlich mehr verzichten, aber nicht nur an diesen Tagen. Bewusst weniger ausgehen oder der Familie mehr Zeit widmen - das gehört für mich auch zum Fasten. Wichtig wäre, darüber nachzudenken – dann weiß auch jeder, in welchem Bereich er sich selbst verbessern könnte.“

Hubert Fink hält nicht viel von der Fastenzeit: „Ich faste überhaupt nicht. Diese Zeit und diese Tradition gehen an mir komplett vorüber; ich sehe keinen Sinn darin, am Freitag kein Fleisch zu essen, wenn ich stattdessen einen teuren Fisch einkaufe. Das ist nicht Sinn der Sache, deshalb gibt es bei mir keine Fastenzeit.“

„Effektiv verzichte ich in der Fastenzeit bewusst auf Schokolade, und Kuchen esse ich, wenn, dann nur am Sonntag. Alles andere versuche ich auch unterm Jahr etwas zu reduzieren. Ein bisschen sollte man die Fastenzeit schon leben. Ich bin aber der Meinung, dass man erst richtig fastet, sobald man bewusst auf etwas verzichtet, was man wirklich gerne tut – es muss nicht unbedingt mit dem Lebensmittelkonsum zu tun haben“, sagt Monika Rainer.

„Die Fastenzeit nehme ich mir nicht zu Herzen“, sagt Daniel Erler. „Bewusster Verzicht ist zwar immer gut, aber das ganze Jahr über, nicht nur an bestimmten Tagen. Über seinen eigenen Fleischkonsum beispielsweise sollte jeder nachdenken und diesen reduzieren, da es für die Umwelt besser wäre wegen des massiven Wasserverbrauchs.“

„Es geht uns sehr gut und sicherlich besser als anderswo, aber doch bin ich vom Fasten nicht überzeugt. Arbeiten muss ich auch jeden Tag, dann sehe ich es nicht als sinnvoll, auf andere Sachen zu verzichten. Das Rauchen habe ich schon aufgegeben. Ich frage mich, wer effektiv etwas davon hat, wenn ich auf etwas verzichte“, sagt Kurt Platter.


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ERFOLGREICH INSZENIERTE NESTROY-POSSE: Die Theatergruppe Lüsen spielte im Jahr 2001 „Die schlimmen Buben in der Schule“

Kunst & Kultur

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THEATERGRUPPE LÜSEN 1949–2019

Lüsner l(i)eben ihr Theater

Neben dem eigenen Humor, der ihnen anhaften soll, verfügen die Lüsner über eine Theaterleidenschaft, die die Generationen überdauert. 70 Jahre Theatergeschichte mit einigen beachtlichen Bühnenerfolgen – darauf kann die 35 Mitglieder starke Theatergruppe Lüsen heuer mit Stolz zurückblicken.

W

enn gilt, dass vergangene Zeit als kurzweilig empfunden wird, weil sie spannend und ereignisreich war, dann muss das auf die Spielzeit der Theatergruppe (TG) Lü-

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sen zutreffen. „Seit sechs Jahren bin ich Obmann“, ist sich Armin Hinteregger sicher. Dann folgen Zweifel: „Oder gar schon länger?“ Regisseur Leo Ploner kommt zu Hilfe. Zusammen rekonstruieren

sie die Zeit anhand der aufgeführten Stücke. „‚Der Sumperer‘ war mein erstes Stück als Obmann“, erinnert sich Hinteregger. „Das war 2011“, weiß Ploner, woraufhin sich Hinteregger an die

Stirn fasst und ziemlich perplex ausruft: „Ja, Pfiat di Gott! Das gibt’s ja nicht, schon neun Jahre?“ Wie im Flug vergangen scheinen den Lüsner Theaterleuten aber die gesamten vergangenen


seiner Ausbildung in Wien zum Dramaturgen war Leo Ploner als Spielleiter der TG Lüsen Egon Huber gefolgt. „Huber war unser erster Spielleiter im klassischen Sinn. Vor ihm hatte man diese Aufgabe noch gar nicht richtig definiert.“ Für seine Leistungen in der TG Lüsen ist Egon Huber zum Ehrenmitglied ernannt worden, genauso wie der inzwischen verstorbene Anton Pedratscher, der fast 30 Jahre der TG Lüsen als Obmann vorstand, und Sepp Mitterutzner, der neben Obmann der TG Lüsen auch etwa 30 Jahre das Amt des Bezirksobmanns innehatte.

Gepflegte Theatertradition. Mehr oder weniger regelmäßig habe man die vergangenen 70 Jahre hindurch Theater gespielt in Lüsen, was von einer langen Theatertradition zeuge, „die die Generationen überdauert und an

bereits 1948 für die Pfarrgemeinde in Lüsen ein Stück inszeniert, das so großen Anklang fand, dass im Jahr darauf die Heimatbühne gegründet wurde.“ Das Amt des Obmanns übernahm Gottlieb „Liabl“ Plaickner; ihm folgten in chronologischer Reihenfolge Anton „Tondl“ Pedratscher, Sepp Mitterutzner, Josefine „Seffe“ Fischnaller, Luis „Lui“ Nagler und Marlene Fischnaller. Seit 2011 steht Armin Hinteregger dem Verein vor.

Die Anfänge. Dass man seinerzeit

einen Theaterverein gegründet habe, hatte auch einen sozialen und geselligen Charakter, ist Leo Ploner überzeugt. „Was haben die Leute damals abends groß gemacht? Sie saßen in ihren dunklen Häusern ohne Radio und erst recht ohne Fernseher; da war so eine Unterhaltung sehr willkommen, und der soziale Austausch wurde gefördert. Die Geselligkeit

Nicht immer akzeptiert. Wenn

auch die Theaterunterhaltung willkommene Abwechslung war, so waren die Theaterspieler nicht durchwegs akzeptiert. „Die Leute haben sich teilweise schwergetan, sich für Schauspieler zu begeistern. Diese galten als Gaukler und Vagabunden, denen der Ruf anhaftete, lockerer und freizügiger zu sein. Bei einer Liebesszene auf der Bühne etwa haben die Zuseher auch nicht großartig differenziert.“ Der moralische Aspekt ist hier sicher zu berücksichtigen. „Von der ehemaligen Theaterspielerin Ida Pöder, geboren 1930, weiß ich, dass ihr Vater ihr das Theaterspielen verboten hatte“, erzählt Leo Ploner. Ebenso unbestritten sei aber, dass eine Theatergruppe „auch zu einem frischen Geist in der Gemeinde beigetragen hat“, der letztlich begrüßt und gepflegt wurde. Anfangs war die Gruppe noch überschaubar. „Damals hat man

„Tolle Spieler, tolle Komödianten, aber es herrscht auch ein guter Geist in der Theatergruppe Lüsen“_ Armin Hinteregger, Obmann TG Lüsen

70 Jahre, in denen die Lüsner vor allem eines pflegten: ihr Vereinswesen. „Bei uns sind generell die Leute sehr aktiv, das kann ich für Lüsen hervorheben. Erst sobald sich genügend Leute finden, die auch Verantwortung übernehmen, können Vereine gut funktionieren“, versichert Leo Ploner, der seit 1988 Mitglied der TG Lüsen ist, seine Theaterleidenschaft aber bereits ab 1983 mit den jährlich für Lüsen inszenierten Faschingseigenproduktionen entdeckt hat und 1994 mit „Heimatzauber“ erstmals auch Regie führte. Nach

Kinder und Kindeskinder weitergegeben wird“. Theatergespielt wurde in Lüsen aber nicht erst ab dem Zeitpunkt, als sich im fernen Jahr 1949 eine Handvoll theaterbegeisterter Lüsner zusammenfand, um die „Lüsner Heimatbühne“, wie sie anfangs hieß, zu gründen. Diese Leidenschaft der Lüsner reicht noch viel weiter zurück. „Gespielt hat man in Lüsen bereits 1927 ein Stück, das ist überliefert. Protokolle und dergleichen wurden aber noch keine geführt; die frühesten, die wir haben, stammen aus den 60er Jahren“, erläutert Obmann Armin Hinteregger, der selbst seit 2003 Mitglied der TG Lüsen ist. Als einziges frühes Schriftstück findet sich heute die Eintragung des Vereins im Jahre 1949. „Der Kooperator Hans Mantinger, ein sehr kunstsinniger Mann, hatte

stand im Vordergrund.“ Gespielt wurde im alten Gemeindesaal. „Die alten Stücke dauerten drei oder vier Stunden – das war damals kein Problem, im Gegenteil.“ Die Leute hätten sich wahrscheinlich beschwert, wäre es zu kurz gewesen – „nicht wie heute, wo alles, was über zwei Stunden dauert, Unmut erzeugt“. Aber nicht nur die Spielzeit, auch die Spielweise war früher eine andere. „Da war viel Improvisation dabei. Auf einem alten Probenbüchlein, das mir in die Hände fiel, sah ich die Probenanzahl: Es gab eine Leseprobe und vielleicht vier Proben, eine Generalprobe, und dann kam schon die Aufführung. Man kannte die Handlung; ansonsten wurde aus dem eigenen Witz heraus einfach improvisiert.“

das nicht so genau genommen; man traf sich zum Spielen, und wer mitmachte, war dabei“, erzählt Armin Hinteregger. Heute hingegen zählt die TG Lüsen 35 Mitglieder! „Eine der exzellenten Eigenschaften unsere TG ist, dass sie sehr viele Spieler hat. Das erlaubt uns, auch Stücke aufzuführen, bei denen viele Gruppen Probleme haben, sie zu besetzen“, weiß Leo Ploner, und vor allem seien überdurchschnittlich viele Männer Mitglieder in der TG. „Die Männerknappheit ist häufig ein Problem in ähnlichen Theatergruppen. Die meisten Stücke verlangen statistisch gesehen immer mehr Männer als Frauen. Da haben die Lüsner einen Vorteil.“ So war es ihm zum Beispiel möglich, in Lüsen das NestroyStück „Die schlimmen Buben in

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Breites Repertoire. „In Lüsen

konnte ich die ‚Pension Schöller‘, eine bekannte Boulevardkomödie, inszenieren. Das ist bei anderen Gruppen undenkbar, da das Stück 16 Spieler verlangt“, weiß Leo Ploner. Das Auf und Ab einer guten Theaterinszenierung stehe mit der Stückwahl, und diese stehe im Verhältnis zu den Besetzungsmöglichkeiten, weshalb Fragen wie „Wen kann ich besetzen?“, „Wem kann ich eine Hauptrolle geben?“, für den Spielleiter unumgänglich seien. „Die Fehler beginnen häufig schon bei der Auswahl der Stücke, wenn es die passende Besetzung nicht gibt.“ Genauso wichtig sei die Vielfalt der Genres. „Wir haben viele Boulevardkomödien gespielt, gelegentlich auch urige alte Stücke wie, ‚Der verkaufte Großvater‘ oder ‚Der Amerika-Seppl‘. Bei dergleichen Bauernschwänken kann man die ‚komödiantische Sau‘ herauslassen“, sagt Ploner.

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Hebung des Niveaus. Ganz allmählich habe man sich von den ursprünglichen Unterhaltungskomödien und Trivialschwänken hinbewegt zu einem etwas anspruchsvolleren Theater: „Egon hat damals begonnen, das Niveau unserer Stücke künstlerisch zu heben.“ Zeitgleich habe man auch den Namen von „Heimatbühne“ in „Theatergruppe“ geändert, „weil Heimatbühne einfach auch Programm war.“ Als 1985 der neue Gemeindesaal eingeweiht wurde, hat Egon Huber mit „Die Teufelsbraut“ von Franz Kranewitter ein Stück gewählt, das auch im Wiener Burgtheater gespielt wurde. „Für Lüsen war das ein Quantensprung.“ Toll besetzt und szenisch gut dargestellt, erfuhr man landesweit vom Erfolg der TG Lüsen. Viel Applaus ernteten auch die Farce „Heimatzauber“ oder „Halbe Wahrheiten“, aber

Fotos: Oskar Zingerle

In der Spielsaison 2008/09 habe man sich mit „Glaube und Heimat“ an eine Tragödie gewagt. Und wenn bei einer Tragödie auch ein bestimmtes Publikum, „das einfach wegen der Unterhaltung ins Theater kommt“, wegfalle, so empfehle Leo Ploner doch, sich auch künftig gelegentlich für ein ernstes Stück zu entscheiden. „Der Gruppe tut es gut, und es fordert die Spieler, weil es spielerisch eine ganz andere Herausforderung ist.“

Leo Ploner: „Wir beobachten, dass das Publikum im Theatersaal wieder jünger wird“

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schlechter Qualität Publikum verliere. „Das Theaterpublikum ist sehr selektiv geworden. Viel läuft über Mundpropaganda; wenn die funktioniert, dann hat man die Bude voll.“ Es gebe natürlich auch Bühnen, die ihr Stammpublikum haben, „aber ich bin der Meinung, man muss Qualität bieten“, so Leo Ploner. Das mit dem reinen Bespaßen des Publikums sehe er differenzierter; wichtig sei, „dass jene auf der Bühne ihre Rollen ehrlich und intensiv spielen. Es darf nicht ‚laabilat‘ sein, was heute mitunter der Trend ist.“ Dieser Gedanke führt Ploner zur Definition des Zeitgeistes: „Heute wird schnell etwas langweilig. Ein Stück muss flott durchgespielt werden, und es

ich‘ sagen wir ‚torre‘.“ Dass die Lüsner einen speziellen Dialekt haben, wurde bereits vom Volkskundler Hans Fink festgehalten. Entstanden sei dieser aus der Mundartmischung vom „Eisacktalerischen“ und dem „Puschtrischen“. Damals, als die Pustertaler Straße noch nicht ausgebaut war, war der Weg über die Almen nach St. Lorenzen gut frequentiert und der Kontakt der Lüsner ins Pustertal enger wie jener nach Brixen. Heute sei bereits ein Verschwinden des Lüsner Dialekts zu verspüren; um dem entgegenzuwirken, habe man beim „Verkauften Großvater“ beispielsweise gezielt nach diesen alten Wörtern gesucht.

„Eine der exzellenten Eigenschaften der BESTELLEN: TG Lüsen ist, dass sie 35 Spieler hat – damit kann man Stücke besetzen, bei denen viele shop.weger.net Gruppen Probleme haben“_ Leo Ploner, Regisseur TG Lüsen Schnell Praktisch Günstig

die „Pension Schöller“ 1995, die „den Ruf hatte, unspielbar für gewöhnliche Heimatbühnen zu sein, war eine Explosion“, erinnert sich Leo Ploner.

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Spielertalent gefordert? Die

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Kunst & Kultur

der Schule“ zu inszenieren. „Das Stück erfordert sieben erwachsene Männer, die Buben spielen.“ Es wurde zum Riesenerfolg, „auch weil es etwas Besonderes war, eine Nestroy-Posse zu spielen.“

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TG Lüsen kann nun schon lange auf gute Inszenierungen verweisen, aber „mitspielen darf jeder!“ Schließlich habe der Verein nach wie vor auch eine soziale Aufgabe. Das Spielerniveau in der TG sei aber mittlerweile auch aufgrund der vielbesuchten Fortbildungen stark gestiegen. „Dieses Bedürfnis, die eigene Leistung auf der Bühne zu perfektionieren, das haben unsere Spieler inzwischen von sich aus“, hebt Armin Hinteregger hervor. Aber man wisse auch, dass man bei

muss einen Inhalt haben.“

Lüsen ist eigen. Neben der Funk-

tion, das Publikum zu unterhalten und für die Dorfgemeinschaft eine soziale Aufgabe zu erfüllen, sehen Hinteregger und Ploner in der TG Lüsen noch eine weitere: Das Bewusstsein schaffen für die Lüsner Mundart. „Die ‚Lissna‘ haben nicht nur einen eigenen Humor, sie haben auch einen eigenen Dialekt.“ Um diesen zu pflegen, werden häufig eigens alte „Lissna“ Wörter in die Stücke eingebaut. So kenne man beispielsweise ein „muggilates“ Hemd, was so viel wie „zerknittert“ bedeutet, nur in Lüsen. Dasselbe gelte für ein Kind, das „posselt“, also herumtollt. „Und wir Lissna sagen nicht fünf, sondern ‚fiif‘. Und zu ‚darf

„Humorvoll haben wir ein eigenes Programmheft-Wörterbuch herausgebracht mit der Übersetzung ins Deutsche.“

Die Spielstätte. Seit den Anfängen wird im Lüsner Gemeindesaal Theater gespielt. „Als man diesen erweitert hatte, wurde vor allem darauf geachtet, dass er sich besser fürs Theater eignet.“ So gibt es eine klassische Guckkastenbühne mit Oberbühne, um die Züge zu bewerkstelligen. Bei den Sitzplätzen hat man später noch mobile Podeste dazugebaut. Auf die Akustik wurde geachtet, und heuer wurde die Lichtanlage modernisiert, erläutert Armin Hinteregger. Die Verbesserung des Theatersaals sei immer wieder Thema im Gemeinderat.


In den vielen zurückliegenden Jahren des Theaterspielens sei auch ein relativ konsistenter Kostümfundus angewachsen, und für den Ausstattungsfundus gebe es einen eigenen „Bunker“. „Von den Vereinsstrukturen her ist die TG Lüsen schon sehr gut organisiert“, weiß Ploner, der auch viel mit anderen Theatergruppen zusammenarbeitet. „Ich kenne Bühnen, die haben kaum eine Probemöglichkeit.“ Die strukturellen Begebenheiten sind wohl mitverantwortlich dafür, dass die TG in Lüsen so gut gedeiht. „Tolle Spieler, tolle Komödianten! Aber es herrscht auch ein guter Geist, und dafür liefern die Vereinsstrukturen die Voraussetzungen.“

mit dem Jubiläum zusammenfiel, war Zufall, passte aber gut. Die große Geburtstagsparty wird dann im Mai veranstaltet. „Angedacht war auch eine Beach-Party beim Lüsner Teich. Wetterbedingt und von den Sicherheitsbestimmungen her wurde diese Idee aber wieder verworfen. Jetzt findet die Party im Gemeindesaal statt.“ Im Juni folgt das Kabarett „Eppes Nuis“ mit Thomas Hochkofler und Marco Facchin. „Und als TG wollen wir aufgrund unseres 70-Jahr-Jubiläums auf unserem Kirchtag präsent sein, und so werden wir ein Kasperletheater mit lebenden Figuren inszenieren.“ Im Herbst folgt die große Produktion, das Herzstück des Jubiläumsprogramms – die Aufführung „Ball

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23. ----------- 27. April(e) 2019

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Armin Hinteregger: „Zum 70-Jahr-Jubiläum ist uns eine richtige Geburtstagsparty wichtig“

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Das Jubiläumsjahr. 70 Jahre gelebtes Theater in Lüsen will nun gebührend gefeiert werden. „Dass wir unser rundes Jubiläum feiern, stand außer Frage“, sagt Armin Hinteregger. Bereits im Vorjahr habe man eine Arbeitsgruppe gebildet, die ein Jubiläumsprogramm ausarbeiten sollte. „Wichtig war uns, dass wir eine richtige Geburtstagsparty veranstalten wollen, um den Geburtstag ganz bewusst zu feiern.“ Und man war sich darüber einig, „dass wir das ganze Jahr über Veranstaltungen haben wollen, die aber für uns mit so wenig Aufwand wie möglich bewerkstelligt werden können – und trotzdem sollten wir ein nettes Programm vorweisen“. Nun steht das Jubiläumsprogramm, das in einer eigens gedruckten Broschüre festgehalten ist. Den Auftakt machte bereits das „Lissna Stollerlochn“, das Faschingstheater der TG Lüsen, das am 22. Februar Premiere feierte. Diese Revue wird alle zwei Jahre veranstaltet; dass sie

der einsamen Herzen“, zu der Spielleiterin Wally Hinteregger Regie führen wird.

Zukunftsperspektive. „Das

künstlerische Niveau, das wir aufgebaut haben, möchten wir auch weiterhin halten“, äußert Armin Hinteregger mit Blick auf die Zukunft, „und der Nachwuchs ist uns wichtig, die Jugendförderung ist immer ein Thema.“ Aber im Wesentlichen stehen auch künftig der gesellige und der soziale Aspekt im Vordergrund. Und das gemeinsame Theaterspielen schweiße die Mitglieder sowieso eng zusammen, bestätigt Leo Ploner. „Theaterspielen ist eine intensive Art der zwischenmenschlichen Beziehung, weil man im Spiel dem anderen ausgeliefert ist. Das verbindet! Wir sind ein Team.“

sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Autorenlesungen Schreibwerkstätten Büchermarkt Führungen durch Bibliotheken Märchenstunden Bücher binden Filme und vieles mehr ...

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„Mein Leben begleiten Schnapszahlen“ Er zählt zur A­Riege des deutschen Films und prägt seit inzwischen 40 Jahren die deutsche Kino­ und Fernsehlandschaft: RICHY MÜLLER. Bei seinem Kurzurlaub in Vals gab der ansonsten Medien ge­ genüber gesprächsscheue Schauspieler mit der „markanten Nase“ dem „Brixner“ ein Exklusivinterview.

Herr Müller, Sie haben seinerzeit die Schauspielschule in Bochum nach zwei Jahren abgebrochen. Waren Sie der Schule durch Talent einfach voraus?

Foto: Günther Gang

Kunst & Kultur

INTERVIEW

RICHY MÜLLER: Ich bin nicht gegangen, sondern aus der Schauspielschule geflogen! Ich hatte mich eingesetzt für jemanden, der ungerecht behandelt worden war, und daraufhin wurde ich der Schule verwiesen. Aber wäre der Rausschmiss nicht passiert, hätte ich meinen Weg so gar nicht gehen können. Geht eine Tür zu, geht eine andere auf ... So gesehen ja, denn die Arbeit, die ich danach bekommen habe, hätte ich nie bekommen, wäre ich noch auf der Schule gewesen. Einmal hätte ich gar nicht die nötigen Kontakte gehabt, und zum anderen wäre ich gar nicht disponibel gewesen für „Die große Flatter“. Mit diesem dreiteiligen Sozialdrama haben Sie 1979 Ihren Durchbruch gefeiert als „Richy“. Wie kamen Sie an die Rolle? Als ich im April 1978 von der Schule geflogen war, wusste ich gar nicht, was ich machen sollte, alleine in Bochum, ohne Abschluss und ohne Vorsprechrollen. Aber weil ich nun genügend Zeit hatte, ging ich mit einem Bekannten mittwochs immer zum Schwimmen. Dieser kannte Jochen Schroeder, der mit mir später in „Die große Flatter“ gespielt hat. Jochen hatte die Rolle bereits und hat angeboten, der Regisseurin mein Foto zu bringen. So wurde ich zum Vorsprechen eingeladen. Es gab ein reguläres Casting? Auch das war eine zeimlich kuriose Geschichte. Die Regisseurin Marianne Lüdcke, Gott hab sie 36

Richy Müller: „Ich bin ein Bauchmensch; eine Rolle muss mich ‚packen‘, damit ich sie spiele“

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selig, die mich in Berlin erwartet hatte, wartete zeitgleich auch auf einen Taxifahrer, der ihren Freund mit Abszess im Hals ins Krankenhaus bringen sollte. Zunächst wurde ich mit dem Taxifahrer

Geschichten aus ihrem Leben. Dann hielt sie die Ungewissheit nicht mehr aus und wollte ins Krankenhaus. Für mich war klar, dass ich sie begleiten würde. Die Rolle des „Richy“ habe ich dann

„Als Schauspieler will ich Charaktere spielen und Figuren zum Leben erwecken“_ Richy Müller, deutscher Schauspieler verwechselt. Als der richtige kam und den Freund ins Krankenhaus brachte, war an mein Vorsprechen dennoch nicht zu denken – dazu war die Regisseurin viel zu nervös. Vielmehr erzählte sie mir zweieinhalb Stunden lang

ohne Vorsprechen bekommen, und als wir nach sechs Monaten die Dreharbeiten beendet hatten, fragte mich die Regisseurin, ob ich denn überhaupt wisse, warum sie mich besetzt habe. Da ich keine Ahnung hatte, denn

außer Zuhören hatte ich ja nichts gemacht, gestand sie: „Weil du mit mir ins Krankenhaus gekommen bist.“ Diese für sie gar nicht selbstverständliche menschliche Geste hatte sie überzeugt. Für mich war das aber der Beginn meiner Laufbahn. Einer Laufbahn, die zunächst relativ schwierig war. Weil Sie als 24-Jähriger quasi über Nacht zum Star wurden? Mein Weg nach der Ausstrahlung war relativ schwer, weil die Figur des Richy so authentisch war. Innerhalb von nur einer Woche, Sonntag-Mittwoch-Sonntag, wurden die drei Teile zu je 90 Minuten gesendet. Damals gab es ja noch keine Programmvielfalt, und so saßen bei jeder Folge an die 25 Millionen Zuseher vor den Bildschirmen. Ich war dann einfach


in allen Köpfen präsent: „Du bist doch der Richy!“ Ihr richtiger Vorname hat niemanden interessiert – und Sie selbst schließlich auch nicht mehr? Zu Beginn habe ich natürlich auf meinen Vornamen Hans-Jürgen verwiesen, aber ich bekam immer nur zu hören: „Nein, du bist Richy!“. Nach einem Jahr des Dementierens habe ich diesen Namen zu meinem Künstlernamen gemacht und stand dann auch dazu, weil der Name eben keine Fiktion war, sondern eine Geschichte in sich trug. Diese Authentizität, die Ihnen mit der Rolle des Jugendlichen Richy aus der Sozialsiedlung am Stadtrand von Berlin gelang, hat Sie dann aber auch über Jahre auf dieses Rollenklischee konditioniert. Wie gelang Ihnen der Ausstieg? Es hat mich in der Tat 15 Jahre gekostet, um diesen Typ „Lederjacke, Cowboystiefel, Jeans und sonbissldumm“ ad acta zu legen. Mir wurden ja nur mehr Rollen angeboten, die in etwa diesem Rollenbild entsprachen. Ich war gezwungen, die eine oder andere Rolle anzunehmen; von irgendwas musste ich ja leben. Eine Zeitlang habe ich versucht, mir das Schlechteste auszusuchen – mit dem Hintergedanken, dass es erst gar nicht populär wird, und dann sieht es halt auch keiner. Irgendwann brauchte ich eine Auszeit. In den Achtzigern wechselte ich ans Theater und zog mich aus der breiten Öffentlichkeit zurück. 1993 schließlich bekam ich eine Rolle im Film „Einer meiner ältesten Freunde“, wo ich mich zum ersten Mal anders zeigen konnte. Damit hatte sich endlich das eingestellt, was man eigentlich als Schauspieler möchte: Wahrgenommen werden und Charaktere zum Leben erwecken. Die Schauspielerei ist also Ihre Berufung – auch wenn Sie ein Spätberufener sind? Auf die Idee, Schauspieler zu werden, haben mich andere gebracht. Ich hatte selbst nie den Gedanken dazu. Ich war aber der klassische Pausenclown, der Witzeerzähler. Schließlich fragte mich ein Freund meines Bruders, Daniel, warum ich nicht auf eine Schauspielschule ginge. Ich selbst wusste gar nicht, dass es sowas

gibt. An jenem Dezemberabend 1975, als das Thema Schauspielschule im Lokal „Uniclub“, wo wir zusammensaßen, aufkam, war ich ja bereits 20, war gelernter Werkzeugmacher und als Jugendvertreter gewerkschaftlich organisiert. Ich stand voll im Berufsleben, aber ich war – ohne zu wissen, was daraus werden könnte, einfach fasziniert, vom Gedanken „Schauspiel und Schule“.

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Nach welchen Kriterien suchen Sie sich heute Ihre Rollen aus? Wenn ich heute Drehbücher ins Haus bekomme, dann stammen sie meist von Leuten, die sich schon im Vorfeld Gedanken über mich gemacht haben. Ich lese mir die Bücher durch, und je nachdem, welche Stimmung sich beim Lesen einstellt, entscheide ich mich dafür oder dagegen. Ich höre sehr stark auf mein Bauchgefühl.

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Welche Rolle würden Sie nie annehmen? Wenn die Figur, die man mir anbietet, nur dazu dient, damit eine andere Figur funktioniert, dann ist das nichts für mich. Denn eine Figur, die ich spiele, sollte man aus der erzählten Geschichte lösen können, und dann sollte sie einen eigenen Kosmos besitzen.

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Es muss also nicht immer die Hauptrolle sein? Mein Interesse, eine Rolle zu spielen, ist nicht abhängig von der Größe. Wichtig ist, die Figur zum Atmen zu bringen, dass man ihr glaubt.

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Wie gehen Sie an eine Rolle heran? Ich versuche grundsätzlich, den Charakter, den ich spielen soll, in mir zu finden. Zurzeit etwa spiele ich den Autisten „Raymond“ in „Rainman“ im Karlsruher Kammertheater. Dafür habe ich mich nicht speziell vorbereitet. Ich wusste nur das, was man allgemein über Autisten weiß, was man auch nachlesen kann. Und mein Versuch, die Rolle zu interpretieren, ist der Versuch, in mir „meinen Autisten“ zu finden. Ihr Herz schlägt für Kino, Fernsehen oder Theater? Mein Herz schlägt für beides. Spielen auf der Bühne ist nicht zu vergleichen mit der Arbeit vor der Kamera. Aber beides macht Spaß.

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Ja, natürlich. Da stimmt vieles nicht mehr. Wenn Menschen zu uns ins Land kommen, die Hilfe benötigen, muss selbstverständlich geholfen werden. Dabei dürfen aber die eigenen nicht vergessen werden, und das passiert zu oft. Das erzeugt Zorn, und Zorn tut niemandem gut.

Seit 2008 sind Sie der Stuttgarter Tatort-Hauptkommissar Thorsten Lannert. Ist diese Rolle einfach nur ein Geschenk? Ja, zunächst mal ist es in der Tat ein Geschenk, weil die vertragliche Verpflichtung auch mir Sicherheit bietet. Ich habe 30 Jahre freiberuflich gearbeitet. In dieser Zeit habe ich auch viele Schulden machen müssen, um klarzukommen. Auch wenn ich michApril nie unterkriegen ließ, so Inserat

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Richy Müller: „Dass ich Tatort-Kommissar bin, ist für mich kein Grund, die Füße hochzulegen“

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ist ein solches Leben natürlich Stress. Diese Verpflichtung nun bietet mir ein angenehmes Gefühl. Aber die Tatsache, dass ich jetzt Tatort-Kommissar bin, ist für mich kein Grund, um die Füße hochzulegen. Im Gegenteil: Ich gebe alles dafür, bin sehr bemüht, dass die Folgen vielfältig bleiben, was auch ein Verdienst unserer Dramaturgin Brigitte Dithard ist.

ich war 33 Jahre alt, als meine Tochter Paulina zur Welt kam, das war im Jahr 1988, im Jahr 2000 bekam der Film „Innere Sicherheit“ von Christian Petzold mit mir in einer der Hauptrollen den Deutschen Filmpreis/Bester Spielfilm, und elf Jahre später kam der Preis schließlich für mich, nach 33 Jahren als Schauspieler. Das hat gut getan.

Stuttgart ist aber auch als Zentrum der deutschen Automobilindustrie ein Glücksgriff für Sie: Sie fahren privat Autorennen – Carrera Cup in Hockenheim, am Nürburgring. Was macht für Sie den Reiz aus?

Sie sind ein humorvoller Mensch. War es schwer für Sie, in die Rolle des Grantlers Willi zu schlüpfen in „Schöne heile Welt“?

Das ist schwer zu beschreiben. Die Geschwindigkeit vielleicht, das Fahren im Grenzbereich, das Beherrschen eines solchen Fahrzeugs. Als Schauspieler bin immer ich Gegenstand meiner Arbeit, beim Rennsport ist es das Auto.

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Heimat ist für mich ein Wohlgefühl. Heimat ist dort, wo ich mich geborgen fühle, wo man der Natur und dem Himmel sehr nahe ist; wo man die Energie spürt, die uns winzig sein lässt. Wo man demütig wird und in Bescheidenheit lebt.

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Schwarzarbeit ist halt billiger“, sagen Sie als Willi. Sind Sie privat auch der Meinung, dass bei uns in puncto sozialer Gerechtigkeit viel im Argen liegt?

In Südtirol – wohl auch aufgrund unserer Geschichte – ist das Thema „Heimat“ immer Programm. Sie selbst sind auf dem Land bei Mannheim aufgewachsen, dann folgten 27 Jahre in der Großstadt Berlin, wo noch heute ihre beiden Kinder wohnen, und seit 2005 leben Sie in Bayern. Was bedeutet für Sie Heimat?

2011 wurden Sie mit dem Deutschen Filmpreis für die beste männliche Nebenrolle in „Poll“ ausgezeichnet. Jetzt sind Sie für den Publikumspreis Jupiter als bester TV-Darsteller/national für Ihre Rolle in „Schöne heile Welt“ nominiert. Wie wichtig sind Ihnen solche Preise? Der Deutsche Filmpreis war mir sehr wichtig; darüber habe ich mich sehr gefreut, weil ich einfach auch viele Arbeiten gemacht habe, die unbeachtet blieben. Und einmal mehr war es eine Schnapszahl, die mein Leben begleitet: 1955 bin ich geboren,

Wie gesagt: Ich versuche, die Figuren in mir zu finden, und mit dem richtigen Kostüm und der passenden Maske ist das oft gar nicht schwer. Und man muss die Figur lieben, sonst verrät man sie. In „Schöne heile Welt“ wird eine aktuelle Situation angesprochen – die Migration in Europa. Dem Regisseur Gernot Krää ging es nicht darum. Es ging ihm um Freundschaft, Mitgefühl, um Empathie. Alles Dinge, die jeder von uns imstande ist zu empfinden – mag das Gegenüber noch so fremd sein. Wenn an den richtigen Knöpfen gedreht wird, beginnt man, sich zu öffnen. Vorurteile haben wir ja alle in unseren Köpfen. Schlimm ist es, wenn man auf diesen beharrt. „Nicht die, die arbeiten, verdienen bei uns das Geld, sondern die, die bloß noch die Kohle auf dem Globus verschieben, und die geizen mit jedem Pfennig!

Ihr Sinn für Gerechtigkeit begleitet wie die Schnapszahlen Ihr Leben. Für Ihr soziales Engagement als Botschafter für „ARCHE IntensivKinder“ wurden Sie 2017 mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Bei ARCHE weiß ich: Das ist Hilfe, die auch ankommt. ARCHE IntensivKinder existiert ausschließlich von Spenden und bietet inzwischen in drei Häusern Pflege für intensivpflegebedürftige dauerbeatmete Kinder. Ich finde, wir haben wirklich viele Menschen in unserer Nähe, die Hilfe brauchen. Deshalb engagiere ich mich für Institutionen und Aktionen in meiner Nähe, wie auch die Leseclubs, in denen Kindern die Möglichkeit geboten wird, in Kontakt mit Büchern zu kommen und diese auch zu lesen. Ist Urlaub für Sie Luxus oder ein Grundbedürfnis, um im Lot zu bleiben? Urlaub machen wir fast gar nicht. Ich bin berufsbedingt so viel unterwegs, dass es einfach schön ist, wenn meine Frau und ich zusammen sind. Wir genießen es, zu Hause zu sein. Dass Sie jetzt hier in Vals sind, ist Urlaub für Sie? Das ist absoluter Luxus! Für einen Kurztrip nach Südtirol kommen zu dürfen, nette Menschen kennenzulernen und einen Austausch zu haben, ohne irgendetwas darstellen zu müssen – das ist Luxus pur! Hier inmitten der Berge, inmitten der Natur stimmen die Relationen wieder. Man wird geerdet, erkennt die Kraft der Natur und spürt die eigene Winzigkeit. Das Spirituelle, das in der Stadt weitgehend verloren geht, findet man hier wieder. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Foto: Arnold Ritter

THEATER

Das„heilige“ Land Tirol Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr der Annektierung Südtirols sind erwartungsgemäß spärlich gestreut. Umso größer ist die Überraschung, dass die Dekadenz „100 Jahre Südtirol“ oder „Der Geburtstag einer Greisin“ aus der Feder von Dietmar Gamper präsentiert.

D

ietmar Gamper ist der große Zampano in Sachen Mammutprojekte; man denke an die opernähnlichen Winterspiele, die er seit fünf Jahren mit seinem Königlichen Hoftheater auf dem Vigiljoch inszeniert. Er selbst sieht sich als „Geschichtenerzähler mit ausgeprägtem Hang zum Absurden und Mystischen“. Diese Ingredienzien sind in der Tat die Quintessenz der Familiensaga, die Gamper mühevoll ausgeklügelt hat, in der er selbst Regie führt und in die er sich einige „Cameo“-Auftritte als Kriegsversehrter, Carabiniere und SS Feldwebel hineingeschrieben hat.

Der Austragungsort. Der Plot ist

denkbar simpel. Da gibt es einen Gasthof, wie er überall in Südtirol sein könnte. Darin agieren die herrlich skizzierten Charaktere des klassischen Bauernschwankes: die alte Wirtin, der Knecht, der Sohn, der Enkel, dessen Verlobte und natürlich der Pfarrer. Wie die his­ torische Milieustudie von Dietmar Gamper umgesetzt wird, ist aber alles andere als simpel. Erzählt werden die Geschehnisse rund um das Wirtshaus vom Knecht Ignaz Steiner, verkörpert durch

den Vinschger Heinz Köfler, der erstmals eine solch anspruchsvolle Rolle mit viel Verve meistert. Der Naz ist Analphabet: „Ich bin nie kein studierter Mensch gewesen.“ Nichtsdestotrotz ist er der Chronist, dem Gamper seine Stimme leiht, um aus dem Off in einem unnachahmlich abstrusen Bergler-Deutsch die bewegten Zeiten lakonisch zu kommentieren: „Der himmlische Vater hat mich in dieses schöne Land hineingeboren, aber aufgezogen hat mich ein anderer Vater, der keine Frau hatte, weil die ihm wahrscheinlich schon bei meiner Geburt durchgegangen ist.“ Der Naz schneit jedenfalls am 10. September 1919 in den Tirolerhof herein mit der Hiobsbotschaft im Rucksack: „Mir kearn seit heint in die Walschn.“ Große Aufregung bei den versammelten Gratulanten, es wird der 100. Geburtstag der betagten Wirtin gefeiert, anbetungswürdig dargestellt von Eva Kuen, die als mummelnde Greisin ihr großes Talent einmal mehr unter Beweis stellt. Maria Hofer, in edel schwarzer Witwentracht, deren suspekte Verwandtschaft zu Andreas Hofer köstlich skurril thematisiert wird, ist bigott, senil und klarsichtig und

alles bestimmend in einer Person: „Mir sein net auf der Welt, um es fein zu hobn, sondern, um es ordentlich zu hobn.“ Wie in einem Stück von Thomas Bernhard zeigt sie mit kargen Wortfetzen die ganze Misere eines arbeitsreichen Bauernlebens auf, das von jedweder Art von Missbrauch geprägt ist. „Gell, Mutter“, fragt der salbungsvolle Pfarrer (perfekte Rolle für Andreas Zingerle), „ihr habt nie den Kittel gelupft?“ - „I hon nia koan Kittel ghåpp“, jammert die Greisin, „i hon lei so a Fluigengitter ghåpp.“ Hasstiraden, Scheinheiligkeit, Verrat, ein toter Carabiniere in der „Mistlege“ und die diversen Techtelmechtel werden von Dietmar Gamper wortwörtlich in einen gnädigen Schleier gehüllt.

Die Inszenierung. Hinter dem

transparenten Gazevorhang laufen die zehn Kapitel durch, von der Annektierung bis zur Option, von den Bombenjahren bis zum ausufernden Tourismus im Jahr 2019, wo an den Panoramafenstern keine „Brennende Liab“ mehr Platz findet und der Naz sein „Sauberer-Bursch“-Image an den schnöden Mammon verliert. Alle

Protagonisten spielen ihre Rollen so fantastisch, dass man die fast dreistündige Performance in Kauf nimmt und kaum ein Moment der Langeweile aufkommt. Josef M. Lanz wuselt als Wirtssohn Seppl um die alte Mutter herum, die das „wiache Muas“ in die Mütze des SS-Offiziers kotzt. Enkel Karl (Freddy Redavid) mimt den Zerrissenen, der sich dreht wie eine Fahne im Wind. Er ist der Verlobte der hübschen, aber etwas naiven Burgl (Marlies Untersteiner), die sich zwischen ihm und dem Naz nicht entscheiden kann. Genüsslich suhlt sich Georg Kaser in der Rolle des „groaßkopfeten“ Bichlbauers, der stets eine Schleimspur bei den wechselnden „Führer“Riegen hinterlässt. Dieses grotesk bitterböse Portrait eines einfachen Bergvolkes mit heldengeschwängertem Dünkel wird kongenial unterstützt von kunstvollen Projektionen (Arno Dejaco), einem wummernden Soundtrack (Simon Gamper & Philipp Schwarz) und historisch akkurat angepassten Kostümen von Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 39


Kunst & Kultur Für die Ausstellung „Grenzgänge“ konzipierten die Künstler Skulpturen neu und setzten sie in Verhältnis zu den Räumlichkeiten in der Franzensfeste

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AUSSTELLUNG

Vexierspiele und Lichtobjekte Seit Jahren beherbergt die Festung Franzensfeste Zeitgenössische Kunst, die sich mit inneren und äußeren Grenzen beschäftigt. Bis 3. Juni ist die Ausstellung „Grenzgänge“ zu sehen – ein aufwändiges Projekt von Julia Bornefeld und Michael Fliri.

J

ulia Bornefeld und Michael Fliri sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Künstler. Bornefeld kommt aus Kiel, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Berlin und Bruneck, Fliri stammt aus dem Vinschgau und ist in Südtirol, Innsbruck und Zürich verortet. In „Grenzgänge“ werden Bilder, Fotografien, Skulpturen und Videoinstallationen der

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beiden Künstler für den bizarren Ort neu konzipiert und in ein Verhältnis zu den Räumlichkeiten und zueinander gesetzt. Bespielt werden die zwei Gebäude der Unteren Festung, wo ab 2020 eine neue Dauerausstellung zu sehen sein wird.

Im ersten Gebäude. Die Räu-

me im ersten Gebäude hat

Michael Fliri für seine Arbeiten beansprucht. Fliri beschäftigt sich hautsächlich mit der PerformanceKunst, weil diese Ausdrucksform ihm am meisten Spielraum zum Experimentieren lässt. Seine Aktionen sind im Gegensatz zur Fluxus Bewegung keine grenzwertigen Schmerzerfahrungen, sondern beinhalten häufig einfache Handlungen, die im Zei-

chen von Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsentfaltung stehen. Der Dualismus des Verwandelns, sich verhüllen, sich enthüllen sind Schwerpunkt seiner Kunst. „Ich bin wie ein Archäologe, der Fragmente freilegt, sie zusammensetzt und Abdrücke macht“, erklärt der Künstler. In der Fotoserie „My private fog II“ wölben sich transparente


Foto: Oskar Zingerle

Hüllen gleich Bergformationen über das Gesicht des Künstlers. Die Kondensationsfeuchtigkeit des Atemhauchs umnebelt das Gesicht, sodass die Grenze zwischen Gesicht und Maske verschwindet. Abbilder von verschiedenen Ansichten aus Kunststoff, entstanden im Verfahren des Tiefziehens, bilden die Serie „The skin of an image“. Von solchen Vexierbildfolgen scheint der Künstler geradezu besessen zu sein: Licht und Schattenspiele lassen fratzenhafte Gesichter entstehen und gemahnen an die Frage nach Sein und Schein. Im letzten Raum spielt Fliri nun tatsächlich die archäologische Karte mit Masken aus unterschiedlichen Kulturen, die sich erst auf den zweiten Blick als Abgüsse der Masken-Innenseite ergeben. Das Verfahren des Tiefziehens zeigt der Künstler als Video anhand von Totenmasken ganz bewusst unter der Deckenskulptur „Die göttliche Belastung“ von Peter Fellin. Das komplexe Verhältnis von Schützenden und zu Beschüt-

zenden spiegeln Rüstungsteile wider, unter denen mundgeblasene Glaskugeln leuchten.

Der nächste Trakt. Wendeltrep-

pen und schwebende Brücken führen die Besucher zum nächsten Trakt, wo uns raumfüllende Objekte von Julia Bornefeld überraschen. Bornefeld arbeitete mehrere Monate auf der Festung und ließ sich vom Ort inspirieren. Die Verhältnisse in diesem unnahbaren Bollwerk, der eisige Wind, der Schnee, die Einsamkeit, die schicksalhafte Vergangenheit, eingeschrieben in das wehrhafte Mauerwerk, ließen die Künstlerin physisch und psychisch an ihre Grenzen gehen. In diesem Zeitraum sind drei Werkzyklen entstanden mit dem Titel „morphic fields“ nach der Theorie des Biologen Rupert Sheldrake von den morphischen oder morphogenetischen Feldern, die besagt, dass sich Organismen gegenseitig durch ihre bloße Anwesenheit beeinflussen. Auf den großformatigen Leinwän-

den verläuft schwarze und weiße Tusche sowie Acrylfarbe und simuliert amorphe Landschaften, die in ihrem monochromen Erscheinungsbild sowohl an Galaxien als auch an die winterliche Festung erinnern. Eine Auswahl der Bilder und ein Video in Zusammenarbeit mit Michael Beyer sind in der Ausstellung mit drei beeindruckenden Skulpturen kombiniert. Die Installation „Porifera“ schwebt wie ein Zeppelin aus lauter schwammartigen Gebilden im Raum; das Zusammenspiel von changierendem Licht und psychedelischem Sound (Thomas Meyer) aus seinem Inneren erzeugen den Eindruck von Schwerelosigkeit. Bornefeld beschäftigte sich für diese Arbeit mit der faszinierenden Welt der Schwämme, deren Gestalt abhängig von ihrer Ernährung und ihrer Umgebung ist. Aufgrund ihrer Beschaffenheit können sie Licht empfangen und weiterleiten. Für „Alba“ zimmerte Bornefeld in Referenz an die Arte Povera aus verkohlten Holzlatten die Form von Italien, die wie ein Bootssteg in den Raum ragt. Ein Seil hält den bedrohlich kippenden Rahmen und „Italien“ in einem prekären Gleichgewicht. „Ephemere“ nennt Bornefeld den schillernden Kronleuchter, der bei näherer Betrachtung aus tausenden Ein-Cent-Münzen besteht und mit LED-Strahlern beleuchtet wird. Die Installation spielt auf die Flüchtigkeit des Geldes und die Vergänglichkeit von materiellen Werten an. Mehrere Side-Events begleiten die von Esther Erlacher kuratierte Ausstellung. Bereits im September zeigte Michael Fliri auf der behutsam sanierten Oberen Festung eine beeindruckende Video-Performance im Rahmen des Festivals Transart. Ein besonderes Erlebnis war die Buchvorstellung von Raoul Schrott Mitte März: Statt einer Lesung erzählte der preisgekrönte Tiroler Autor, wie sein Buch „Erste Erde-Epos“ entstanden war. Schrott verfolgte die Intention, das Wissen über die Welt, vom Urknall bis zur Entwicklung des Menschen, in einzelne Lebensgeschichten mittels verschiedener Figuren zu fassen. Dafür hat er weltweite Reisen unternommen von der Atacamawüste bis in die kanadische Tundra – und dabei mit zahlreichen renommierten Wissenschaftlern zusammengearbeitet. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Willkommen

Frühling

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Kunst & Kultur

MUSIK

Nicht„nur“ für Volksmusik z Manch einer könnte sich beim Lesen ihres Namens vielleicht an einen bestimmten Gitarristen aus Seattle erinnert fühlen, der in den Sechzigern weltberühmt war. Tatsächlich nennen „Jimi Henndreck“ aber Herbert Pixner als Vorreiter ihrer Musik. Die vier jungen Musiker wollen den Weg, den er für die Steirische Harmonika beschritten hat, weiter austreten. Mit Einflüssen aus Bal-

kanmusik, Rock, Blues, Arabischer Musik und einer guten Portion „Schmiss“ soll gezeigt werden, dass dieses Instrument nicht nur für die Volksmusik prädestiniert, sondern vielfältig einsetzbar ist. Gleichzeitig wollen sie den Südtiroler Dialekt wieder salonfähig machen. Vor kurzem hat die Band aus Lüsen und Völs ihre erste Single „Nairobi“ veröffentlicht. Ihren Stil, eine Kombination aus

Steirischer Harmonika, Gitarre, Bass und Gesang nennen sie selbst „Progressiv-Psychedelische Stubenmusik“. Zu finden sind Jimi Henndreck auf Facebook, Instagram und Youtube – und in der „Brixner“-App. av

K&K Kunst & Kultur

MALEREI

Social painting z Unter dem Motto „Art meets coffee“ fand am Internationalen Frauentag das „1. Südtiroler Social Painting“ im Alten Schlachthof in Brixen statt. Die Idee des gemeinsamen Malens mit Künstlern kommt aus den USA und möchte mit kreativer Betätigung der sozialen Vereinsamung entgegenwirken. Am 8. März wurde diese Initiative im Brixner Szenelokal von der Künstlerin Tamara Tavella in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin Lissi Tschöll umgesetzt. Passend zum Tag der Frau hatte Tamara Tavella das Bildnis einer der berühmtesten

kurz

notiert

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Frauen der Geschichte als Motiv gewählt: die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo. Als 18-Jährige wurde Frida Opfer eines grauenvollen Busunglückes, sodass sie ihren Alltag meist liegend in einem Stahlkorsett verbrachte. Sie begann zu malen und bannte ihre seelischen und körperlichen Qualen in erschütterndem Realismus auf die Leinwand. Lange Zeit geriet sie in Vergessenheit, bis sie als Ikone der Frauenbewegung in den 1970er Jahren wiederentdeckt und in zahlreichen Ausstellungen und Filmen immer wieder gefeiert wird. Hocherfreut über

den großen Zuspruch begleitete Tamara Tavella die buntgemischte Frauengruppe, die sich anhand der bereitgestellten Vorlage dem Portrait der ungewöhnlichen Persönlichkeit widmete. Ein köstli-

cher Mini-Brunch rundete den kreativen Vormittag ab, von dem frau nicht nur ein individuell gestaltetes Kunstwerk, sondern auch neugeknüpfte Freundschaften mitnehmen konnte. ird

Auf eine besondere Herausforderung hat sich heuer der Neustifter Theaterverein eingelassen, denn Josef Tauber hat mit „Verboten isch nix“ ein rustikales Volksmusical verfasst, das mit bekannten Gesichtern und professioneller Musikbegleitung erfolgreich umgesetzt wurde.

Christine Jaist hat mit der Jugend des Theater Brilland die anspruchsvolle Theaterproduktion „Seid ihr Freunde oder tut ihr nur so?“ auf die Bühne gebracht. Die Jugendlichen sehen sich darin mit einem Problem konfrontiert, dass sich nur gemeinsam durch echte Freundschaft lösen lässt.

Bei der Jahreshauptversammlung der Musikkapelle Milland standen die Neuwahlen im Mittelpunkt. Nach acht Jahren wollte Arno Pider nicht mehr als Obmann zur Verfügung stehen; er übernahm aber das Amt des Obmann-Stellvertreters. Zum neuen Obmann wurde Renè Bernarello gewählt.

Foto: Oskar Zingerle


NACHGEFRAGT

„Krieg ist hier nur eine Metapher“ Herr Thaler, warum ein Stück aus dem Jahr 1948? Wir befinden uns zwar nicht mehr in einer unmittelbaren Kriegszeit, dennoch führen wir andere Kriege: Kriege gegen einen Zeitgeist voll von negativen Gedanken, Stress, Einsamkeit, Unverständnis und Gefühlskälte. Wolfgang Borchert hat es geschafft, Problematiken aufzuzeigen, die ihre Aktualität nie verlieren werden, da er das Grundperfide im menschlichen Denken und Handeln herauszufiltern imstande war. Das Drama des Krieges ist dementsprechend in meiner Inszenierung lediglich eine Metapher für

ein schockierendes Erlebnis. Der Versuch, aus dieser Situation auszubrechen, gelingt der Hauptfigur Beckmann in zweierlei Hinsicht nicht: aus mangelnder Hilfestellung und Verständnis der Menschen, die ihm begegnen, und aus Unfähigkeit, sein psychotisches Denkmuster zu ändern. Wurde das Stück adaptiert? Ich habe das Stück um ein Drittel gekürzt, um die Essenz desselben kompakt und konkret darlegen zu können. Zudem habe ich gezielt originale Textstellen in Songs eingeflechtet und ein paar Gags eingebaut, um die Inszenierung unterhaltsam zu gestalten.

Was sollen Schauspieler und Publikum mitnehmen? Das Bewusstsein unser aller Verantwortung füreinander als Lebensaufgabe, damit einem Zeitgeist der Zukunftsangst und Depression etwas entgegengesetzt werden kann. Freundschaften sind hierhin ein unschätzbares Gut, weshalb man sie mit Herz pflegen sollte. Traumata erlebt jeder von uns. Jene aufzulösen und sich von deren Einschränkung zu befreien ist einer der Schlüssel zu einem glücklichen Leben.

Foto: Angelika Schwarz

DAVID THALER, Regisseur des Antikriegsstücks „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert im Vinzentinum, über die Aktualität von fehlender Empathie, Desinteresse für das Leid des anderen und Suizidgefahr.

sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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FASCHINGSTHEATER

Kunst & Kultur

Premen und pratscheln knallbunt ein. Unter der Regie von Leo Ploner laufen die Lüsner Akteure zur Hochform auf und treten in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen auf derart vergnügliche Weise, dass das „Kuttern“ und „Pfnuttern“ zwei Stunden lang anhält. Die inbrünstige Hassliebe

und die schier unüberwindlichen sprachlichen Differenzen zwischen Stadtler und Ståller gehen so weit, dass sogar ein schlitzohriger „Simultanübersetzer“ bemüht wird. Der Naturbadeteich ist beliebtes Objekt der Begierde – nicht nur bei überkandidelten Stadtlerinnen,

Foto: Burkia

z Wer Interesse an einen Crashkurs in Stållerisch hat, kommt an einem Besuch des „Lissna Stollerlochns“ nicht vorbei. Die deftige Faschingsrevue der Lüsner Theatergruppe fand heuer zum zweiten Mal statt und läutete das Jubiläumsjahr der Theatergruppe

sondern auch beim Ståller, der sich denkbar plump um den Job als Bademeister bewerben will. Dem Naturtalent Stefan Kaser ist die Figur des „Ståller“ auf den Leib geschrieben: unübertrefflich komisch versucht er mit formidabler Mimik, mit den Tücken des digitalen Zeitalters zurechtzukommen. Ebenso umwerfend ist die Rolle von Wally Hinteregger als Dorfratsche Frieda, die am liebsten mit einer anderen Ratschkatl „pratschelt“ und herrlich lakonisch kommentiert, wie das Nachbarhaus abbrennt. Am Ende kommen auch noch die Wochentage zu Wort, die in der Selbsthilfegruppe über ihr ach so tragisches Schicksal klagen. Der „Sunnta“ ist sich gewiss: Mit dem ewigen „Premen“, sprich Feiern, muss Schluss sein, um den sonntagmorgendlichen „Grintweah“ zu vermeiden. Dass die Lissna auch musikalisch einiges draufhaben, beweisen die lustigen Schnaderhüpfln, die den ganzen Spaß pfiffig garnieren. ird

NEU IM REGAL Die Kräuterexpertin

Brixner Bauernmarkt am Hartmannsplatz von 7:30 – 13 Uhr Samstags ganzjährig ab April auch mittwochs > >

Samstags gibt's wieder Tirtln! 27. April Frühlingsfest mit Verkostung

Frisch vom Bauernhof

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Die Wirkung und Aromen von Kräutern sind in der Volksheil­ kunde, als Hausmittel und in der Küche unverzichtbar. Wie man die pure Pflanzenkraft von Kräutern für sich nutzen kann, zeigt Priska Weger in „Kräuter nutzen leicht gemacht. Für Küche, Gesundheit und Wohlbefinden“, er­ schienen im Folio Verlag. Die Kräu­ terbäuerin und Gartenführerin vom Oberhaslerhof in Schenna verrät ihr Wissen und viele Geheimnisse rund um den Garten­ und Balko­ nanbau, das Vermehren, das Halt­ barmachen und die Nutzung von Kräutern. 44 Allround­Kräuter von A wie Ackerschachtelhalm bis Z wie Zitronenverbene werden nament­ lich angeführt, ihre Verwendung in Küche und Volksheilkunde wird beschrieben, und auf Wissenswer­ tes wird gesondert eingegangen. Voller Vitamine und Mineralstoffe, verhelfen Kräuter zu mehr Vitalität und lindern Beschwerden. Prak­

Priska Weger: Kräuter nutzen leicht gemacht. Für Küche, Gesundheit und Wohlbefinden. Folio Verlag, 2018.

tisch, anschaulich und kompakt liest man von Rosmarin­Peeling oder Gänsefußumschlag, Salbei­ Gesichtstonikum oder Löwenzahn­ Lotion, Andorn­Verdauungstee oder Petersilien­Schönheitsrezept, Lab­ krautgelee oder Lavendelkeksen.


FASCHINGSREVUE

Foto: Oskar Zingerle

Ein doppeltes Vergnügen

z Es war, wie es sein sollte: Eine ausgezeichnete Faschingsrevue, die gar einige scharfe Geschosse im Köcher hatte. Während Bürgermeister Peter Brunner und seine Stadträte mit Ausnahme der Zuckerlen verteilenden Volksliedsängerin auf direkte Weise verschont blieben, bekam eine durchgefallene Brixner PD-Politikerin, die irgendwie auch Autobahnchefin ist, ihr Fett ab – ebenso wie ein grünes Rotkäppchen aus Bozen, das im Wald dem bösen Klemens, ähm Wolf, begegnete. Themen gab es jedenfalls genug, um die Lachmuskeln der Besucher des Brixner Stadtlerlachens fast zwei Stunden lang zu strapazieren. Die Depressionen der durchgefallenen Landtagskandidaten zum Beispiel. Die Plose, auf der es kaum noch Platz für ein ruhiges Picknick gibt, weil Radfahrer, Paragleiter, Skifahrer, Wanderer, Bauern, Hoteliere, Touristen und Einheimische den Hausberg überrennen. Den tausenden Plose-Besuchern wurde auch ein eigenes Ständchen gewidmet – in gekonnter MGV-Manier natürlich. Perfekt inszeniert waren auch die anderen musikalischen Stücke wie „Highway to hell“ – wobei manche vielleicht mehr auf die „60+“-MGVler

in Engels- und Teufelskostüm und auf die halbnackte Tänzerin Acht gaben als auf den Liedtext. Stimmstark war Sarah Sader mit einer Adaption eines Songs von Amy Winehouse, die auf die semipräsente Hilfsbereitschaft der Gemeindebeamten hinwies. Dann waren da auch noch die drei Tiroler, die singend um den Doppelpass kämpften – mit einem Martin Zingerle, der einen Oscar für die beste Mimik verdienen würde. Aber nicht nur songtechnisch war die diesjährige Ausgabe ihren Eintrittspreis wert – auch schauspielerisch und insbesondere textlich stellte sie jene von vor zwei Jahren vollends in den Schatten: Lukas Lobis‘ freundlichpolemische Handschrift zog sich wie ein roter Faden durch das Programm – mit kleinen, aber feinen Seitenhieben, die, nicht immer ganz eindeutig, zum Nach- und vor allem Mitdenken anregten. Zum Beispiel bei der Seifenoper „Lega – Liebe meines Lebens“, bei der ein naiv-kindischer Peter Schorn auf köstliche Art und Weise die SVP verkörperte, die sich auf ein doppeltes Vergnügen mal mit diesem, mal mit jenem Parteipüppchen einließ – fast wie im echten Leben eben. eh


Veranstaltungen

TPZ-AUFFÜHRUNGEN IM APRIL

WALDORF ERLEBEN

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

Mit Werkstätten für: Maienpfeifen * Aquarellbilder * Schmiedekunst * Töpfern an der Drehscheibe * Palmbesen * Ostereier * Wollschmetterlinge Unter meinem Bett Theaterwerkstatt BLITZBLAU Kennst du die Geschichten in denen Monster unter Betten von Kindern wohnen und sie erschrecken? Ja? Kennst du aber auch die Geschichten in denen Kinder unter Betten von Monster wohnen und sie erschrecken? So etwas gibt es nämlich. Das zeigt euch die Theaterwerkstatt Blitzblau.

* 5. & 6. April, 16 Uhr

Puppenspiel für Kinder von 3 bis 6 Jahren Ostermarkt und Büchermarkt Kaffee und Kuchen Mittags: erfrischende Frühlingsgerichte

* Samstag, 13. April, 10–17 Uhr Freie Waldorfschule und Kindergarten Brixen

Sarns 3 Info: www.waldorfbrixen.it

Emilia Theaterwerkstatt HONIGGELB Emilia fährt in eine große Stadt, um ihre Verwandten zu besuchen. Im Zug wird ihr aber das Geld gestohlen, dass ihr die Mutter mitgegeben hat. Sie muss den Dieb finden. So beginnt eine spannende Verfolgungsjagd durch die ganze Stadt.

* 6. & 7. April, 18 Uhr

Kyrios & Vinzentiner Knabenchor

HYMNS OF WORSHIP rockige Kirchenmusik mit Orchester

Die Physiker oder Was ist Freiheit? Theaterwerkstatt ULTRAMARINBLAU Frei nach Dürrenmatts Klassiker die Physiker geht die Theaterwerkstatt ULTRAMARINBLAU unter der Leitung von Lilli Unterkircher diesmal den Fragen nach: Wie wäre das, wenn wir ständig beobachtet würden? Wenn selbst unsere geheimsten Gedanken kontrolliert und missbraucht würden? Wären wir dann frei?

* 15., 16. & 17. April, 19:30 Uhr

Eintritt: freiwillige Spende Platzreservierung per SMS: 335 535 99 55

www.tpz-brixen.org

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feat. Orchestra & Rock Band

* Freitag, 12. April, 20 Uhr Vinzentinum, Brixen

* Sonntag, 14. April, 18 Uhr Vinzentinum, Brixen

* Mittwoch, 17. April, 20 Uhr Haus der Kultur, Stern

Eintritt: 12 Euro; Kinder unter 12 Jahren: 6 Euro weitere Informationen: www.vinzentinum.it www.kyrios-badia.it


TIMER

April 2019 MUSIK

Händels Passion im Dom Den Auftakt zum heurigen reichhaltigen Programm der Brixner Initiative Musik und Kirche bildet die Aufführung der Brockes­Passion von Georg Friedrich Händel am Montag der Karwoche (15. April) im Brixner Dom. Der Chor des Norddeutschen Rundfunks, das Ensemble „Le Concert Lorrain“ und international renommierte Gesangssolisten stehen unter der Leitung von Stephan Schultz.

z Der Text der Brockes-Passion wurde vom Hamburger Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes verfasst und basiert auf dem Passionsgeschehen in den vier Evangelien. Er wurde aber nicht wörtlich übernommen, sondern in Versform nachgedichtet. Georg Friedrich Händels Vertonung der Passionsgeschichte ist sein einziges geistliches Werk in deutscher Sprache. Stilistisch folgt er aber eher italienischen Vorbildern. Der Unterschied zu den Bach-Passionen ist markant: Händels Musik sucht die Nähe zur Barockoper und ist

dramatisch aufgeladen. Sogar Bach muss beeindruckt davon gewesen sein, er ließ sich das Notenmaterial eigens nach Leipzig schicken und verwendete sieben Arien daraus für eines seiner Werke. Der NDR Chor gehört zu den international führenden professionellen Kammerchören. Sein Repertoire erstreckt sich über alle Epochen von Alter Musik bis hin zu Uraufführungen. Seine reich nuancierte Klangfülle und stilistisches Einfühlungsvermögen zeichnen die Arbeit des NDR Chores aus. Der Chor koope-

riert mit führenden Ensembles der Alten wie der Neuen Musik ebenso wie mit internationalen Sinfonieorchestern und Dirigenten wie Daniel Barenboim, Marcus Creed, Mariss Jansons und Sir Roger Norrington, die dem Chor künstlerische Impulse geben. Regelmäßig zu Gast ist der NDR Chor bei zahlreichen internationalen Festspielen in ganz Europa.

Le Concert Lorrain. Dieses En-

semble widmet sich besonders der deutschen und französischen Barockmusik. Es überzeugt durch

die hohe Qualität seiner Interpretation und die Originalität seiner Programmgestaltung. So hat es in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Einladungen von den berühmtesten Konzerthäusern und Festivals erhalten. Le Concert Lorrain arbeitet regelmäßig mit internationalen Künstlern und mit renommierten Kammerchören zusammen. Das Ensemble hat mehrfach internationale Auszeichnungen für seine CD-Veröffentlichungen erhalten.

* Montag, 15. April, 19:30 Uhr Dom Brixen G. Fr. Händel: Brockes-Passion

NDR Chor Le Concert Lorrain Leitung: Stephan Schultz Veranstalter: Brixner Initiative Musik und Kirche unterstützt von der Stiftung Südtiroler Sparkasse

HÄNDEL: BROCKES-PASSION NDR Chor * Le Concert Lorrain Joanne Lunn, Sopran Sarah Wegener, Sopran Christopher Ainslie, Altus Markus Schäfer, Evangelist, Tenor Tobias Hunger, Petrus, Tenor Peter Kooij, Bass

* Mo., 15. April, 19.30 Uhr Dom Brixen

Kartenvorverkauf: Tourismusbüro Brixen, Tel. 0472 275252, info@brixen.org

Leitung: Stephan Schultz

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Montag, 1. April

20 Uhr

Astrid (Becoming Astrid) Alba August glänzt als Astrid Lindgren. Forum Brixen

Theater

Unter meinem Bett Theaterwerkstatt Blitzblau TPZ Brixen

16 Uhr

Dienstag, 2. April

Theater

20 Uhr

Tschick Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf. Ein Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin. Regie: Alexander Riemenschneider Forum Brixen Donnerstag, 4. April

Kindertheater

ab 9 Uhr

Die Kinderlieder-Schatzkiste Singen macht li-la-lustig! Marko Simsa und seine Band laden zur höchst vergnüglichen Hitparade mit Liedern aus dem Kinderzimmer, aus der Badewanne, aus dem Zeichentrickfilm, vom Schulschikurs oder Ferienlager. Forum Brixen

Theater

16 Uhr

Theater

18 Uhr

Unter meinem Bett Theaterwerkstatt Blitzblau TPZ Brixen Emilia Theaterwerkstatt Honiggelb TPZ Brixen

Kino

20 Uhr

Maudie Die wahre Geschichte der Folk-ArtKünstlerin Maud Lewis in Kanada der 1930er Jahren. Forum Brixen Dienstag, 9. April

Ballett

Aterballetto Zeitgenössischer Tanz Forum Brixen

20:30 Uhr

Mittwoch, 10. April

Theater

20 Uhr

Die Tür mit den 7 Schlössern Eine durchgeknallte Kriminalkomödie von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller, frei nach Edgar Wallace. Regie: Ulrich Kofler Raas, Grundschule

Musik

20:30 Uhr

Unser Österreich Ernst Molden und der Nino aus Wien spielen ihr gemeinsames Album. Dekadenz, Anreiterkeller

Literatur Musik

20 Uhr

Frühjahrskonzert Auf ein Neues! Die Musikkapelle Vahrn lädt alle herzlich zu ihrem traditionellen Frühjahrskonzert ein. Haus Voitsberg, Vahrn

Samstag, 6. April

Diverses

ab 9 Uhr

Benefizflohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn bis 18 Uhr Vahrn, alter Kindergarten

Foto: Lukas Beck

Veranstaltungen

Kino

Freitag, 5. April

Theater

20 Uhr

Die Tür mit den 7 Schlössern Eine durchgeknallte Kriminalkomödie von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller, frei nach Edgar Wallace. Regie: Ulrich Kofler Raas, Grundschule

Theater

20 Uhr

Gestrandet Eine Gruppe Kinder. Ein Flugzeugabsturz. Ein Kampf ums Überleben. Die Theaterwerkstatt ZINNOBER ließ sich vom Roman „Der Herr der Fliegen“ inspirieren. TPZ Brixen

19:30 Uhr

Get Up! Stand Up! Poetry Slam meets High School. Jugendliche präsentieren eigene Lyrik. Dekadenz, Anreiterkeller

Theater

20 Uhr

Kino

20 Uhr

Die Tür mit den 7 Schlössern Eine durchgeknallte Kriminalkomödie von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller, frei nach Edgar Wallace. Regie: Ulrich Kofler Raas, Grundschule

Film Festival Der Filmclub Brixen zeigt einen Film aus dem Festivalprogramm des Bolzano Film Festival Bozen. Forum Brixen Donnerstag, 11. April

Diverses

ab 18 Uhr

Repair Café Gemeinsam mit Experten reparieren, was noch zu retten ist! Bar Visavis, Fischzuchtweg

Sonntag, 7. April

LICHT UND SCHATTEN

Wie „Licht und Schatten“ treffen in diesem Programm gegensätzliche Klänge aufeinander: Die Orgel, die vom feinsten Hauch bis zum gleißenden Plenum anzuschwellen vermag; das Dunkel der Männerstimmen, das sich bis in helle Höhen steigert; und das Schlagwerk, das zart lispelnd, doch wenig später wuchtig und urgewaltig den Raum ausfüllt. Das Vokalensemble „VieVox“ besteht aus ehemaligen Wiener Sängerknaben und bietet Vokalmusik auf höchstem Niveau. Dazu kommen die international tätige Organistin Magdalena Hasibeder sowie Jani Leban und Georg Hasibeder an den Schlaginstrumenten. Geleitet wird die Aufführung vom Komponisten Guido Mancusi.

* Montag, 29. April, 20 Uhr

18 Uhr

Theater

20 Uhr

Emilia Theaterwerkstatt Honiggelb TPZ Brixen

Gestrandet Eine Gruppe Kinder. Ein Flugzeugabsturz. Ein Kampf ums Überleben. Die Theaterwerkstatt ZINNOBER ließ sich vom Roman „Der Herr der Fliegen“ inspirieren. TPZ Brixen Montag, 8. April

Kinderkino

Stiftskirche Neustift

Eintritt frei

www.musikkirche.it

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Theater

16:30 Uhr

Lola auf der Erbse Thomas Heinemann gelingt mit diesem Kinderfilm ein märchenhaftes und gleichsam authentisches Abenteuer, das wichtige Probleme von Kindern und Erwachsenen anspricht. Forum Brixen

Freitag, 12. April

Musik

20 Uhr

Musik

20 Uhr

Hymns of Worship Kyrios & Vinzentiner Knabenchor Vinzentinum, Brixen

Heute Abend: Lola Blau Chansons und kleine Szenen; Ein-FrauStück von Georg Kreisler Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 13. April

Musik

18 Uhr

Brixner Orgelmeditationen Zur vertiefenden Vorbereitung auf das Osterfest. Dom zu Brixen


Theater

20 Uhr

Die Tür mit den 7 Schlössern Eine durchgeknallte Kriminalkomödie von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller, frei nach Edgar Wallace. Regie: Ulrich Kofler Raas, Grundschule

Musik

Theater

19:30 Uhr

Die Physiker oder Was ist Freiheit? Theaterwerkstatt Ultramarinblau TPZ Brixen

Dienstag, 16. April

Theater

19:30 Uhr

Mittwoch, 17. April

Theater 20 Uhr

Frühjahrskonzert „Best of“ der Musikkapelle Milland Jugendheim Milland Sonntag, 14. April

Musik

16:30 Uhr

Musik

18 Uhr

Karwochenkonzert des Männerchores Neustift Neustift, Stiftskirche

19:30 Uhr

Die Physiker oder Was ist Freiheit? Theaterwerkstatt Ultramarinblau TPZ Brixen

18 Uhr

Sinfoniekonzert der Musikkapelle Villnöß Musikalische Leitung: Hans Pircher, Obmann: Christof Petriffer Forum Brixen

Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm Dekadenz, Anreiterkeller

20 Uhr

Montag, 29. April

Musik

20 Uhr

VieVox – Licht und Schatten Ensemble ehemaliger Wiener Sängerknaben, Dirigent: Guido Mancusi, Orgel: Magdalena Hasibeder Stiftskirche, Neustift

Dienstag, 23. April

Musik

20:30 Uhr

Tram 83 … col-train! Eine Konzert-Lesung mit Fiston Mujila Mwanza und Patrick Dunst Dekadenz, Anreiterkeller

Dienstag, 30. April

Diverses

Blütenball Natz, Vereinshaus

Donnerstag, 18. April

Musik

Film

20:30 Uhr

ab 19 Uhr

Longing to Vienna Alegre Corrêa mit Band Dekadenz, Anreiterkeller Freitag, 19. April

Hymns of Worship Kyrios & Vinzentiner Knabenchor Vinzentinum, Brixen Montag, 15. April

Musik

20:30 Uhr

Doppelklick Duo RaDeschnig mit den Zwillingsschwestern Nicole und Birgit Radeschnig Dekadenz, Anreiterkeller

Musik

Die Physiker oder Was ist Freiheit? Theaterwerkstatt Ultramarinblau TPZ Brixen

Musik

Kabarett

Samstag, 27. April

Montag, 22. April

20 Uhr

Heute Abend: Lola Blau Chansons und kleine Szenen; Ein-FrauStück von Georg Kreisler Dekadenz, Anreiterkeller

Samstag, 20. April

19:30 Uhr

Le Concert Lorrain Chor des Norddeutschen Rundfunks, Georg Friedrich Händel: Brockes-Passion, Leitung: Stephan Schultz Dom Brixen

Ausstellungen Festung Franzensfeste bis 21. April Immer auf Draht Seilbahnen vernetzen Di.–So., 10–16 Uhr Festung Franzensfeste bis 2. Juni Grenzgänge Di.–So., 10–18 Uhr Hofburg bis 31. Oktober Brixen in alten Ansichten Mo.–So., 10–17 Uhr

Kabarett

20:30 Uhr

Doppelklick Duo RaDeschnig mit den Zwillingsschwestern Nicole und Birgit Radeschnig Dekadenz, Anreiterkeller

Brixner Tage des Buches 23. bis 27. April Ein umfangreiches Programm an verschiedenen Standorten rund um die Seiten, die die Welt bedeuten Altstadt Brixen

MurX Theater & Academy

Märkte

Ein Musical von Georg Kreisler

Bauernmarkt samstags, 8 – 13 Uhr Hartmannplatz Monatsmarkt Di., 30. April, Jörgenmarkt 8-13:00 Uhr Schwesternau Flohmarkt Sa., 20. April, 8–17 Uhr Albuingasse Bücherflohmarkt Do., 25. & Sa., 27. April 10–17 Uhr Albuingasse

HEUTE ABEND: LOLA BLAU In wunderbaren Chansons und kleinen Szenen erzählt Georg Kreisler das Schicksal der jüdischen Schauspielerin und Sängerin Lola Blau: Sie flieht vor dem Naziterror in ihrer österreichischen Heimat, macht im amerikanischen Exil Karriere und wird dort ein gefeierter Showstar. Nach dem Krieg gibt sie ihrem Heimweh nach und kehrt in die alte Heimat zurück – wo sie feststellen muss, dass sich in den Köpfen der Menschen wenig geändert hat. Mal ausgelassen und heiter, mal frivol, dann wieder wütend und schließlich melancholisch – in diesem Ein-FrauStück schickt Georg Kreisler seine Titelfigur auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle in über 20 Liedern und pointierten Dialogen. Darstellerin: Doris Warasin · Piano: Ulrike Deluggi · Regie: Christian Stadlhofer

* Freitag, 12. & Samstag, 13. April, 20:30 Uhr Dekadenz, Anreiterkeller

Reservierung: karten@dekadenz.it Tel. +39 0472 836393 (Di.–Fr. 17–19 Uhr)

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DER BRIXNER SKATEPARK MUSS VERLEGT WERDEN

Freizeit & Sport

Runter vom Dach E

s klingt wie ein Déjà-vu! Die Schlagzeile „Skater müssen weichen“ gab es im „Brixner“ nämlich schon einmal: Im April 2006 wurde an jenem Ort, wo bis dahin der Skatepark stand, das heutige Fernheizwerk gebaut. Die Jugendlichen, die damals vom Bauvorhaben etwas überrascht wurden, waren von einem Tag auf den anderen heimatlos – bis die Gemeinde die Entscheidung traf, den Skatepark auf das Dach des neuen Fernheizwerkes zu verlegen. Die Skaterrampen, die damals der Freestyle Club rund um den Vereinspräsidenten Alexander „Ali“ Angerer aufgestellt hatte und die durch einen Landesbeitrag finanziert worden waren, wurden nach Fertigstellung des Heizwerkes kurzerhand auf das Dach gehievt. Geführt wurde der neue Skatepark von den Zuständigen des Freestyle Clubs.

die Meinung weiterer Eltern der damaligen Skatergruppe. Nachdem die Stadtwerke Brixen die Sicherheit des rund 200 Quadratmeter großen Areals bestätigt hatten und es auch keine wirklichen Alternativen gab, wurde der Skatepark eröffnet – vorbehaltlich einer Klausel: Sobald die Stadtwerke den Platz zu Eigenzwecken benötigen, müssen die Skater wieder runter vom Dach.

Es ist soweit. Nach zwölf Jahren ist es nun soweit: Der Brixner Skatepark, auf dem sich nicht nur Skateboarder, sondern auch Rollerblader, Roller- oder Fahrradfahrer tummeln, muss nun weichen. Auf Anfrage des „Brixner“ beim Geschäftsführer der Stadtwerke, Karl Michaeler, ist es schon fünf nach zwölf: „Die Gemeinde wurde bereits vor 1,5 Jahren darüber informiert, dass wir auf dem Dach des Fernheizwerkes Installati-

Bauarbeiten starten müssen – bis Ende April bräuchten wir ein freies Dach“, so Michaeler. Dass die Installationen auf dem Dach und nicht anderswo vorgenommen werden müssen, stehe außer Diskussion: „Wir benötigen für die Geräte zwar nicht die gesamte Fläche, aber es bleibt zu wenig Platz übrig, um die Rampen dann noch unterzubringen – zudem wäre das Skaten neben den neuen Geräten auch zu riskant“, so Michaeler. Die Gemeindeverwaltung hat das Thema „Skatepark“ zwar bereits seit längerem im Hinterkopf, ist nun aber doch etwas überrascht über den sofortigen Handlungsbedarf. Dem entsprechend gibt es derzeit auch noch keinen Plan, wo die Skater ihre neue Heimat finden könnten. „Wir werden in der Zwischenzeit eine Übergangslösung finden, möchten uns aber in diesem Rah-

„Bis Ende April brauchen wir ein freies Dach“_ Karl Michaeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Brixen Die neue Platzwahl stieß nicht bei allen auf Anklang: Der damalige Gemeinderat der Grünen Bürgerliste, Franz Pisoni, äußerte beispielsweise in einem Leserbrief seine Zweifel, ob es denn sinnvoll sei, Jugendliche auf einem mit Gas betriebenen Fernheizwerk und nur fünf Meter von der viel befahrenen Mozartallee entfernt ihre Freizeit verbringen zu lassen. Damit vertrat er vermutlich auch 50

onen vornehmen müssen. Zum einen wird ein Blockheizwerk zur Produktion von elektrischer Energie und Wärme errichtet und zum anderen ein POP, ein Knotenpunkt fürs Internet – „beides Investitionen, die der Allgemeinheit zugutekommen.“ Das Projekt sollte bereits im Vorjahr umgesetzt werden, wurde aber verschoben. „Nun haben wir erneut der Gemeinde mitgeteilt, dass die

men nun auch Gedanken über einen vollkommen neuen Skatepark machen“, sagt Sportstadtrat Andreas Jungmann, der mit Ian Dejaco, dem Sprecher der Brixner Skater, bereits in Kontakt steht. Gemeinsam werden sie nun auch den Skatepark in Bozen besichtigen, der laut Dejaco als Südtirols Vorzeigepark gilt. „Der Park auf den Talferwiesen ist geräumig, frei zugänglich, und die Elemente

Foto: Oskar Zingerle

Seit 2007 skatet die Brixner Jugend auf dem Dach des Brixner Fernheizwerks nahe der Mozartbrücke. Nun müssen sie von dort weg, da die Hausherren, die Stadtwerke Brixen, ihr Dach benötigen, um dort Geräte zu installieren. Die große Suche nach einem neuen Zuhause läuft auf Hochtouren – bisher mit wenig Erfolg.

sind aus Beton gegossen – so eine Anlage wäre natürlich das Nonplusultra“, so Dejaco.

Rollende Community. Die Ska-

tergruppe rund um Ian Dejaco besteht derzeit aus rund 25 Kollegen zwischen 14 und 20 Jahren, die aus Brixen, Vahrn und Vill­ nöß stammen und fast täglich am Nachmittag in Brixen skaten. Im Skatepark unterwegs sind aber auch noch weitere Brixner: „An manchen Sonntagen tummeln sich auch mal 50 oder 60 Personen im Skatepark – dann ist es aber richtig voll“, sagt Dejaco, der auch das Auf- und Zusperren des Parks übernommen hat. Der heutige Skatepark ist nämlich nicht frei zugänglich, wie es sich aber die Jugendlichen für die Zukunft wünschen würden. Auf den Zustand der Geräte hin angesprochen, fand Dejaco keine besonders positiven Worte:


SKATEN AUF DEM DACH DES BRIXNER FERNHEIZWERKS: Die Holzkonstruktionen sind in einem schlechten Zustand, der Boden hat viele Löcher

––

„Die Holzkonstruktionen sind in keinem guten Zustand – viele Löcher im Boden und abgenutzte Rampen machen das Skaten zu einem unsicheren Unterfangen, und der eine oder andere hat sich auch schon daran leicht verletzt. Einige Rampen können auch gar nicht mehr benutzt werden aufgrund ihres desolaten Zustandes“, so der 18-Jährige. Allerdings sind nicht nur Wind und Wetter schuld an den teilweise kaputten Rampen, die vor vier Jahren etwas repariert worden sind. Die Gemeinde Brixen hatte damals einen Beitrag von 30.000 Euro für diese Arbeiten zur Verfügung gestellt. Die rollende Community ist nicht nur in Brixen, sondern auch auswärts viel unterwegs und nutzt vielfach den Skaterpark in Klausen, Bozen oder Innsbruck. „Wir sind nicht alle volljährig und sind auch nicht Teil eines Vereins, wes-

halb es schwierig ist, uns Gehör zu verschaffen. Wir wären das Thema schon vor längerer Zeit gerne angegangen, stehen auch schon mit der Gemeindeverwaltung in Kontakt, aber recht viel ist bis jetzt noch nicht passiert. Wir bemühen uns aber, da wir auch in Brixen weiterhin einen Treffpunkt brauchen“, sagt Ian Dejaco. Die Zone Priel oder eventuell auch die Zone Campill sähe er als mögliches neues Zuhause. Was der neue Skatepark unbedingt bieten sollte, sind auch Toiletten – diese gibt es derzeit nämlich nicht, was bereits zu Reklamationen geführt hat. „Fakt ist, dass wir einen Platz für diese Jugendlichen schaffen müssen, und ich bin auch zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden“, sagt Sportstadtrat Andreas Jungmann. Die Szene selbst erlebt derzeit laut Dejaco einen Aufschwung: Viele jüngere Skater und Rollerfahrer nutzen

demnach auch in Begleitung ihrer Eltern den Skatepark. „Die Community hat Zukunft und ist definitiv im Wachsen. Ein Skatepark wäre also nicht nur ein Treffpunkt, sondern auch eine Anlage zur freien sportlichen Betätigung der jüngeren Brixner“, so Dejaco.

Jungmann: „Anlage mit Kopf und Fuß“. Andreas Jungmann

würde den Skatepark auch in der Sportzone Süd gut sehen – aber wohl erst im Rahmen der Umstrukturierung der gesamten Zone, „was allerdings in absehbarer Zeit sicher nicht passieren wird“. Der nächste Schritt ist nun die geplante Besichtigung des Skateparks in Bozen. „Dann wird die Gemeinde weitere Maßnahmen einleiten, einen Platz suchen und einen Plan erstellen. Das Ganze muss Kopf und Fuß haben und durchdacht sein. Wir werden sicherlich nicht das Beste vom Besten aufstellen,

aber einen gut funktionierenden Park, der eventuell sogar für einen kleineren Wettkampf taugen kann“, so der Stadtrat. Bis es allerdings soweit ist, dass ein neuer Skatepark konkrete Formen annimmt, wird noch einiges an Zeit vergehen. Ganz ohne Heimat werden die Jugendlichen in der Zwischenzeit nicht bleiben: Sobald das Dach für die Bauarbeiten freigeräumt werden muss, werden die bestehenden Skaterrampen in der Zwischenzeit auf einem Übergangsareal aufgestellt. „Wo dieses sein wird, kann ich derzeit noch nicht sagen“, sagt Jungmann. Er wird nun Gespräche führen und ein passendes Areal suchen, das in der Zwischenzeit als Übergangslösung fungieren muss.

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 51


Freizeit & Sport

Mission Titel­ verteidigung in Natz z Natz hat gezeigt, dass es sich gut für Fußball-Trainingslager eignet: Zweimal war der 1. FC Nürnberg auf dem Hochplateau zu Gast. Nun kickt vom 2. bis zum 11. Juni die deutsche Unter-21-Nationalmannschaft in der Sportzone Laugen, um sich auf die Europameisterschaft vorzubereiten, die anschließend in San Marino stattfindet. Die Mannschaft

rund um Trainer Stefan Kuntz, der selbst ehemaliger Nationalspieler war, ist bereits amtierender U21Europameister und will in Natz die Weichen für die Titelverteidigung stellen. „Zwei Naturrasenplätze nebeneinander – und das unweit der Teamunterkunft: Das sind ideale Rahmenbedingungen“, weiß Bürgermeister Alexander Überbacher, der sich über die

F&S

Foto: GettyImages – Emilio Andreoli

FUSSBALL

Zusage freut. Viermal war die deutsche Nationalelf bereits in Südtirol zu Gast; initiiert werden die Aufenthalte vom ehemaligen Geschäftsführer des VSS, dem Bozner Manfred von Call. eh

Freizeit & Sport SKI ALPIN

Skisaison geht zu Ende z Wenn die Frühlingssonne auf die Plose scheint und die Temperaturen steigen, geht es der Skisaison an den Kragen. Mit Ende März hat sich nicht nur die Plose von der Skisaison verabschiedet, sondern auch die Brixner Skivereine. Den letzten Akt widmeten die Sektion Ski des WSV Brixen und der Skiclub Fana der Organisation der 60. Ausgabe des Brixner Stadtl­rennens, das bei strahlendem Sonnenschein ausgetragen werden konnte. Als Vorläufer startete Bürgermeister Peter Brunner (im Bild). Alle Ergebnisse der Jubiläumsausgabe können auf www.

kurz

notiert

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wsvbrixen.it nachgelesen werden. Die Familienwertung ging heuer an die Famlie Stockner mit Alexa, Nadia, Martin und Rosalinde; die Teamwertung gewann der WSV Brixen vor dem ASC Plose. Erfolgreich zurückblicken kann der WSV Brixen auch auf die dreiteilige Rennserie des Kindercups, der in dieser Saison über die Bühne ging: Mehr als 170 skibegeisterte Kinder und Nachwuchsathleten bis zum Jahrgang 2007 standen bei den drei Einzelrennen, die vom ASV Gitschberg, ASV Villnöß und dem ASV Lüsen ausgetragen wurden, am Start. Die Gesamtorganisati-

Der ESV Mitterskirchen holte sich beim heurigen Eisstockturnier des WSV Brixen, das Mitte März stattfand, den Sieg. Zwei Tage lang kämpften 31 Mannschaften aus Deutschland, Österreich und Italien in der Brixner Eishalle darum, am meisten Punkte zu erzielen.

on übernahmen der WSV Brixen mit Präsident Stefan Barbieri und Ski-Sektionsleiter Wolfgang Meraner. Die Kinder und Jugendlichen maßen sich in den Disziplinen Riesentorlauf und Mini-Skicross.

Der Brixner Skinachwuchs samt Trainer- und Betreuerstab begibt sich nun in die Sommerpause, um im kommenden Jahr wieder durchstarten zu können. eh

2018 war das einsatzreichste Jahr der vergangenen zehn Jahre für den Bergrettungsdienst im AVS Brixen. Bei 77 Einsätzen leisteten die 31 Brixner Retter 780 Einsatzstunden und kamen 80 Personen zu Hilfe. Zudem wurden bei 28 Übungen verschiedene Unfallszenarien geprobt.

Die Tänzerinnen des Brixner Vereins Dynamic Dance, Silvia Schanung und Lorenza Debiasi, wurden in die Nationalmannschaft „Danza Sportiva“ einberufen. Sie absolvierten gemeinsam mit 350 Athleten aus Italien ein zehntägiges Technik- und Mentaltraining.


NACHGEFRAGT

„Noch ist nichts fix“ Es gibt also eine konkrete Idee? Ja. Die Tennisplätze werden vorerst nicht angerührt. Der südliche Teil des Tennisareals, also die derzeitige Bar und die Umkleidekabinen, wird abgerissen und neu gebaut. Auch die Heizrohre für den Ballon werden verlegt. Die Bar wird in der Nähe des Eisacks als fixe Struktur neu erbaut, die das gesamte Priel-Areal bedienen wird – die Besucher der Musikschule ebenso wie Radfahrer, Fußgänger und Tennisspieler. Die in Holzbau errichteten Umkleidekabinen könnten später eventuell abgebaut und durch einen Spielplatz ersetzt werden.

Herr Jungmann, dass das Tennisareal umstrukturiert oder verlegt werden soll, steht seit langem im Raum. Wie ist der aktuelle Stand? Seit mehreren Jahren diskutieren wir über die Zukunft der Brixner Tennisplätze. Mit den momentanen Bauarbeiten für die Musikschule und durch die Realisierung der zweistöckigen Tiefgarage im Norden der Musikschule, die höchstwahrscheinlich Ende 2020 beginnen wird, sind wir nun gezwungen, konkrete Maßnahmen zu setzen. Deshalb haben wir uns in letzter Zeit intensiv mit dem Tennisareal beschäftigt.

DIE MESSE IM PUSTERTAL BRUNECK 06.- 09. APRIL | 9:30 - 18:00

Wenn der Plan so umgesetzt wird, kostet das an die 700.000 Euro. Es ist aber zu betonen, dass die Bar so errichtet wird, dass sie auch ohne Tennisplätze funktio­ nieren wird.

Foto: Oskar Zingerle

ANDREAS JUNGMANN, Brixner Stadtrat für Sport, über die geplanten Bauarbeiten am Tennisareal in der Zone Priel – und über die Zukunft der Tennisplätze.

Wann weiß man effektiv, was mit den Tennisplätzen passieren wird? Mittelfristig gibt es noch keine Lösung. Wir werden dennoch Gespräche mit möglichen Grundeigentümern führen; es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Tennisplätze die nächsten zehn Jahre am derzeitigen Ort bleiben. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Sommercamp

des SSV Brixen

( auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen ) Turnusse: » 08.07. bis 19.07.2019 für Kinder im Alter von 5 bis 10 » 22.07. bis 02.08.2019 für Kinder im Alter von 10 bis 14 » 05.08. bis 16.08.2019 für Kinder im Alter von 5 bis 10

Das gibt es nur auf der Tipworld • TIPWORLD FORUM • LEBENDE WERKSTÄTTEN • KOCHSHOWS • ESCAPE ROOMS

Sonntag: • KREATIV WORKSHOP • (ER)LEBE DEINE STÄDTE • E-MOBILITY TEST DRIVE • KINDERPROGRAMM

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Nähere Informationen und Anmeldung: SSV Brixen, Großer Graben 26/D Di 14 - 18.30 Uhr, Fr 14 - 17 Uhr Tel. 0472 834 409 E-Mail: info@ssv-brixen.info ssv-brixen.info/de/sektionen/sommercamp/

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Freizeit & Sport

HOCKEY

Finale knapp verpasst z Drei von fünf Spielen hätten die Brixner Falcons gewinnen müssen, um im Finale der zweithöchsten italienischen Liga, der IHL (Italian Hockey League), zu stehen. Dazu reichte es in der heurigen Saison leider nicht: Die Brixner Hockeyspieler mussten sich den starken Gegnern des HC Meran Pircher in der „Best-of-3“-Serie mit 3 zu 2 geschlagen geben. Die Meraner waren es, die als erste die drei Siege erreichten und somit nun im Finale stehen und um den Aufstieg in die höchste italienische Liga spielen. Nichtsdestotrotz blicken die Falken auf eine bärenstarke erste Saison in der IHL zurück, in die sie erst im Vorjahr aufgestiegen waren und sich prompt für die Play-Off qualifizierten. Ein erfahrener Patrick Bona, der im Vorjahr von den Bruneckner Wölfen zu den Brixnern gewechselt war, leistete zu diesem Erfolg ebenso seinen Beitrag wie ein starker Samuel

Costa als sicherer Schlussmann und die vielen weiteren Neuzugänge, die die Mannschaft heuer komplettierten. Zu den Play-Off-Spielen in Brixen fanden sich viele Hockeyfans aus Brixen und Umgebung ein, die für eine tolle Stimmung

in der Brixner Eishalle sorgten und die Mannschaft rund um Kapitän Christian Rainer motivierten. Die erste Mannschaft der Falcons gönnt sich nun eine Pause, bevor sie in der nächsten Saison wieder angreifen wird. eh

LAUFSPORT

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Fleißige Läufer z Bei der vor kurzem abgehaltenen Vollversammlung der Sportgemeinschaft Eisacktal blickte der Vorstand rund um Präsident Karl Hinterlechner auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Helmuth Mair holte sich beispielsweise den Sieg beim traditionellen Rennsteiglauf in Thüringen; Renate Pramsohler wurde in ihrer Kategorie zweite. Erstmals wurde 2018 auch eine vereinsinterne Meisterschaft ausgetragen, die sich aus dem Dorflauf in Verdings und dem Lauf auf die Brixner Hütte zusammensetzte: Helmuth Mair und Rosy Pattis gingen dabei als Sieger hervor. Die drei Mitglieder der SG Eisacktal, Melanie Gasser, Roman Hochkofler und Christian Jocher, nahmen am Transalpine Run, einem der härtesten Trailruns der

Welt, teil. Der Verein blickt auch auf einen Trainerwechsel zurück: Gründungsmitglied Christian Jocher sowie Evi Ellemunter übergaben ihre Trainingsgruppen an Manfred Stuefer und Franco Cubich. Im heurigen Jahr freut sich der Verein vor allem auf die Jubiläumsausgabe des „Brixen Dolomiten Marathon“. Im Rahmen der Versammlung wurden die Mitglieder Tanja Scrinzi und Josef Markart für ihre Leistungen geehrt: Die 21-jährige Scrinzi meisterte die Ultra-Distanz über 74 Kilometer beim Rennsteiglauf, stand beim „Brixen Dolomiten Marathon“ am Treppchen und siegte beim Firmenlauf in Neumarkt. Josef Markart nahm 2018 von allen Mitgliedern am häufigsten an Rennen teil. eh


HANDBALL

z Drei Olympiamedaillen darf die Handballlegende Larissa Karlova ihr Eigen nennen, gewonnen bei den Olympischen Spielen in Montreal 1976, in Moskau 1980 und 1988 in Seoul. Damit aber nicht genug, denn auch zwei Weltmeister- und ein Vizeweltmeistertitel, zahlreiche Meistertitel in der Sowjetunion und fünfmal der Italienmeistertitel gehen auf das Konto der Ukrainerin, die es zudem als jüngste HandballMedaillengewinnerin ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. Das Ausnahmetalent gehört zweifellos zu den erfolgreichsten Spielerinnen in der Geschichte des Damenhandballs; vor kurzem war sie in Brixen zu Besuch. Die heute 61-jährige Karlowa war Gast des hiesigen Panathlon-Clubs, um ihre sportliche Lebensgeschichte zu erzählen. Der Abend, der vom Panathlon-Mitglied Elke Debiase organisiert wurde, stand ganz

im Zeichen dieses Sports. Neben Karlova erzählte auch der Brixner Hubi Nössing von seinen Erlebnissen in dieser Sportart, die ihn seit Kindheitstagen – zuerst als Spieler, dann als Trainer – begleiten. Mit ihm gekommen war die 21-jährige Giada Babbo, die den anwesenden Mitgliedern des Panathlon Clubs ihre sportlichen Erlebnisse schilderte. Die aus Conversano stammende Nationalspielerin steht seit dieser Saison im Aufgebot der Brixner Mannschaft und darf sich bereits zweimalige Italienmeisterin und dreimalige Italienpokalsiegerin nennen. Zudem wurde sie vor kurzem zur besten italienischen Linksaußenspielerin gekürt. Der Panathlon Club Brixen rund um seinen Präsidenten Alexander Ebner organisiert für seine Mitglieder immer wieder Veranstaltungen zu verschiedenen Sportthemen. eh

Foto: Oskar Zingerle

Sportstars zu Besuch

HANDBALL

Früh übt sich z Seit knapp drei Jahren gibt es die „Handball Academy Südtirol Alto Adige“, kurz HAC genannt, mit Sitz in Bozen. Vorbild dafür war die Nachwuchsakademie des mehrfachen deutschen Handballmeisters Flensburg. Gegründet wurde sie von Stefano Podini mit dem Ziel, Handballtrainer aus- und weiterzubilden; junge Talente zu fördern und an den Leistungssport heranzuführen. Jürgen Blaas von der Academy hat mit Unterstützung von Elke Niederwieser vom 4. bis 7. März für Mädchen und Buben der Jahrgänge 2006/2007 in Brixen ein Handballcamp organisiert. 31 Handballbegeisterte aus Kaltern, Naturns, Bozen, Meran und Brixen hatten sich dafür gemeldet und füllten die Tschuggmall-Halle vier Tage lang mit Leben. Jugendhandball-Trainer

Ricky Moser und Jonas Mathá, Spieler des SSV Bozen, betreuten die Jungen mit Umsicht. Aus Flensburg in Schleswig-Holstein waren der Jugendkoordinator Michael Jakobsen und Simon Henning, Trainer der A-Jugend und der Dritt-Liga-Mannschaft, angereist. In einem Gespräch vor Trainingsbeginn erklärte Jacobsen, worauf es ihm beim Training mit jungen Spielern ankommt: „Erstens müssen sie Spaß haben, dann unterschiedliche Bewegungen und Techniken ausprobieren und sich an eine höhere Trainingsintensität gewöhnen.“ Als am letzten Tag die sechs Brixner Mädchen aus der Umkleidekabine huschten und ihnen die Frage gestellt wurde, was sie denn gelernt hätten, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Viel!“ jb

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Wirtschaft & Umwelt

„DIE GEOANALYSE ALS WERTVOLLES PLANUNGSINSTRUMENT“ – hds-Direktor Bernhard Hilpold erklärt im „Brixner“ die Vorteile der Ergebnisse

–

STRÖMUNGSANALYSEN IM DIENSTLEISTUNGSSEKTOR

„Domplatz ist Brixens Hotspot“

Wie viele Menschen bummeln täglich durch die Brixner Altstadt? Welche Interessenspunkte ziehen am meisten Menschen an? Der Handels­ und Dienstleistungsverband Südtirol (hds) hat ein einzigartiges Instrument entwickelt, mit dem man diese und noch weitere interessanten Berechnungen anstellen kann. BERNHARD HILPOLD, Direktor des hds, erklärt im Interview, was die sogenannte Geoanalyse alles kann.

Herr Hilpold, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Instrument zu kreieren, das die Strömungsflüsse einer Ortschaft definieren kann? 56

BERNHARD HILPOLD: Da muss ich etwas weiter ausholen: Die Vision des hds ist es, attraktive und lebendige Orte durch eine gezielte wirtschaftliche Entwicklung in

Südtirol zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir in erster Linie eine Analyse der aktuellen Situation. Wir müssen wissen, wie viel und welche

Menschen derzeit die Ortschaften frequentieren und welche Interessenspunkte sie anziehen. Kein einfaches Unterfangen?


des ganzen Landes zugrunde. Wir haben dann die sogenannten Interessenspunkte, kurz POIs (Points of interest), definiert. Das sind Punkte, die Leute anziehen – sprich Gastronomiebetriebe, Einzelhandel, Sehenswürdigkeiten, Kulturdenkmäler, öffentliche Gebäude sowie wichtige Verkehrsadern. Dann wurden alle Personen in Gruppen eingeteilt und ihnen Vorlieben zugeordnet; beispielsweise, ob es Einwohner oder Touristen sind, ob Mann oder Frau, ob deutsch oder italienisch, in welche Einkommensstufe sie fallen. Sobald wir Südtirol als Miniaturwelt dargestellt hatten, wurde durch Algorithmen definiert, wo die Personengruppen hingehen und wo sie sich aufhalten. Mit eingeflossen sind die Nächtigungszahlen sowie eine Studie der IDM, die Aufschluss darüber gibt, was beispielsweise die südlichen Touristen wie Italiener, Griechen und Spanier und die nördlichen Touristen wie Deutsche, Niederländer oder Österreicher für ihren Aufenthalt ausgeben.

Foto: Willy Vontavon

Was kann die Geoanalyse nun aber konkret?

Nein, aber machbar. Solche Art von Stromanalysen gibt es für Kaufhäuser bereits; es wird dort genau definiert, wie viel Frequenz ein Standort bringt und welche Art von Geschäften es in einem Kaufhaus braucht, um so viel wie möglich Menschen anzuziehen. Im Endeffekt kann man jede einzelne unserer Ortschaften hier in Südtirol als Einkaufszentrum sehen und dieselben Bemessungen durchführen. Mit dieser Idee im Hinterkopf haben wir uns an die Beratungsfirma KPMG gewandt, die das Programm für uns zusammenstellte, das es in dieser Form noch nicht gab: Für eine Region wurde eine solche Analyse noch nie angestellt. Es entstand die Geoanalyse Südtirol. Mit welchen Daten wurde das Instrument gefüttert, damit es die gewünschten Zahlen ausspuckt? Es musste effektiv eine Vielzahl an Daten in das Programm eingegeben werden, was einiges an Zeit in Anspruch genommen hat: Dem Programm liegt ein hochdetailliertes digitales Kartenmaterial

Die Geoanalyse gibt Auskunft darüber, dass beispielsweise die Bozner Lauben täglich 20.000 Menschen frequentieren. Durch die Fähigkeit, zukünftige Szenarien zu simulieren, ist es auch möglich zu errechnen, dass der Waltherpark der Signa Gruppe in Bozen eine Frequenz von 18.000 Menschen pro Tag generieren würde – 20.000 sind es vergleichs-

haben. Wir können mit diesem Instrument unseren Mitgliedern genau sagen, welche Branche sich in einem Ort rentieren würde und welche weniger und somit eine perfekte Standortberatung anbieten. Diese Informationen können auch bei politischen Entscheidungen hilfreich sein und Daten liefern, die besagen, wie sich eine Seilbahn mit direkter Anbindung an die Universität Brixen auf den Besucherfluss der Altstadt auswirken würde. ... und wie würde sich die Seilbahn mit Anbindung an die Universität Brixen auf den Besucherfluss der Altstadt auswirken? Wenn man annimmt, dass das Projekt so durchgeführt wird wie derzeit geplant, dann befruchtet die Seilbahn den Altstadtkern und geht in die entgegengesetzte Richtung wie vielleicht gedacht, dass sie also Passanten aus der Innenstadt abzieht. Wir sprechen hier allerdings von Theoriewerten, die sich bei der minimalsten Änderung auch mitverändern. Das Projekt würde sich auch positiv auf Milland auswirken, falls die dortige Zwischenstation umgesetzt werden sollte. Dort würden sich dann definitiv mehr Passanten tummeln. Welche Simulationen wurden außer diesen durchgeführt? Wir haben in jeder größeren Stadt eine wichtige Simulation durchgeführt. In Bozen beispielsweise haben wir analysiert, wie sich eine

nicht viel Einfluss, wohl aber auf die großteils familiengeführten Unternehmen in den Ortschaften rundherum, die einiges an Frequenz einbüßen müssten. Wenn wir uns konkret auf Brixen beziehen, was sind denn hier die Interessenpunkte, und wie viele Menschen frequentieren sie? Im Sommer 2018 ergab die Simulation der Frequenzen auf den vier Hotspots in Brixen folgende Daten: Auf dem Domplatz tummeln sich täglich mehr als 13.500 Menschen, auf der Brennerstraße sind es rund 12.900, der Große Graben zählt 12.000 Menschen und die Lauben 6.500 Personen. Es handelt sich hierbei um Besuchergruppen, die zu 60 Prozent aus Einheimischen und zu 40 Prozent aus Touristen bestehen. Interessanterweise bewegen sich in der Innenstadt von Bruneck im selben Zeitraum rund 14 Prozent mehr, in Sterzing 30 Prozent weniger. Und welche Branche ist in Brixen am stärksten vertreten? Der Einzelhandel. Es gibt hier 214 Geschäfte, wovon 75 Bekleidungs- und Schuhgeschäfte sind. 121 Betriebe sind es in der Hotellerie inklusive Hotels, Pensionen und Privatzimmer und 168 in der Gastronomie, inklusive Bars, Restaurants und Imbisse. Im Brixner Stadtzentrum gibt es derzeit sieben Leerstände; sie beziehen sich allerdings nicht auf gewerbliche Immobilien, sondern auf Bars, Restaurants und Geschäftslokale. Das heißt, wenn man nun ein Geschäft in Brixen eröffnen möchte, kann man analysieren lassen, mit wie viel Frequenz man täglich rechnen könnte?

Im Rahmen der Geoanalyse wurden die Interessenspunkte – sogenannte POIs – auch für Brixen erhoben und kartiert

––

weise im Kaufhaus Tirol in Innsbruck. Sie kann aber auch sagen, welche Branche in einem Ort in welchem Ausmaß vertreten ist. Außerdem bekommt man eine Übersicht aller Leerstände und deren Eigenschaften wie Lage, Quadratmeter oder Umfeld. Man kann beispielsweise sehen, wie viele Bäckereien es in einem Ort gibt und wie viel Verkaufsfläche diese

Verlegung des Ötzi-Museums auf den Virgl auswirken würde. Da kam heraus, dass der Waltherplatz etwa 20 Prozent Frequenz verlieren würde. In einer anderen Südtiroler Ortschaft haben wir simuliert, wie sich die Eröffnung eines großen Lebensmittelgeschäftes in der Peripherie auswirken würde. Interessanterweise hatte es auf die nahegelegene Altstadt

Exakt. Wir können mittels der Geoanalyse diverse essenzielle Daten liefern, die es in dieser Form bisher nirgends gab. Mit diesem Instrument kommen wir in unserer Vision ein großes Stück weiter, denn wir tragen ein Stück weit dazu bei, Ortskerne attraktiver zu gestalten. Wir sehen uns immerhin auch als Ortspfleger, das ist die wesentliche Aufgabe des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol.

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 57


Ein historisches Stück Brixen z Wie sie gefunden wurde, war sie auch schon wieder weg – die Rede ist vom Stück mittelalterliche Stadtmauer, das vor einigen Wochen bei den Grabungsarbeiten in der Regensburger Allee gefunden wurde. Bei der Verlegung der Fernwärmerohre stießen die Bauarbeiter auf einen aus dem 13. Jahrhundert stammenden Mauerrest. Der Fund gilt laut Archäologen Giovanni Rizzi als

Überraschung, da er nicht daran geglaubt hatte, noch ein intaktes Fundament der Stadtmauer zu finden, das auf die Zeit vor dem Bau des Stadtgrabens zurückreicht. Ein Teil dieses Grabens wurde 1994 auch bei den Umbauarbeiten des Hotels Sonne ausgegraben. Die Mauerreste wurden nun gefilmt, fotografiert, dokumentiert – und bereits wieder abgetragen, da es für die Bauarbeiten keine Aus-

weichmöglichkeiten gab. Mit weiteren historischen Funden wird auch im Verlauf der Grabungsarbeiten gerechnet; in dieser Zone

W&U

wird nämlich noch die Unterkunft der Wächter vermutet, die das Eingangstor der Stadt kontrollierten. eh

Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Höhere Einnahmen durch Strafen z Die Brixner Ortspolizei hat im Jahr 2018 erheblich mehr Geschwindigkeitsübertretungen erhoben: Während 2017 noch 1.045 Strafen ausgestellt worden waren, haben 2018 2.295 Autofahrer einen freundlichen Brief mit der Bitte um Bezahlung einer Strafe erhalten. „Das liegt ohne Zweifel an den Speedcheck-Boxen“, sagt der Stellvertretende Kommandant Gernot Wieland, „mehr als 90 Prozent der erhobenen Überschreitungen stammen von den automatischen Messungen.“ Die Steigerung lässt

kurz

notiert

58

sich dadurch erklären, dass die Gemeinde Brixen erst im zweiten Halbjahr 2017 begonnen hat, die orangen Kisten zu montieren. In der Gemeinde Brixen gibt es fünf Boxen, wobei die meisten Übertretungen in der Feldthurner Straße festgestellt werden, gefolgt von der Plosestraße. „Die Strafen sind ein Wermutstropfen“, sagt Wieland, „der wirklich positive Effekt liegt darin, dass an den fünf grundsätzlich gefährlichen Stellen heute erheblich langsamer gefahren wird.“ Und trotzdem:

Der Maschinenring Eisacktal/ Wipptal traf sich Anfang März zur Jahreshauptversammlung in der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft in Salern. Rund 70 Mitglieder haben sich eingefunden. Das Bauen von artgerechten Ställen nahm einen Schwerpunkt ein, da Südtirols Bauern hierbei noch Aufholbedarf haben.

Die Gemeinde Brixen darf sich auf etwa 80.000 Euro zusätzliche Einnahmen freuen. Die Einnahmen aus den gebührenpflichtigen Parkplätzen sind hingegen nur unerheblich gestiegen – von 1,099 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 1,120 Millionen im Vorjahr. Die

stärksten Zuwächse verzeichnet der Parkplatz Priel (613.844 Euro / +3,7%) und das Parkhaus in Stufels (113.985 Euro /+7,7%). Durch den Bau der Musikschule werden die Einnahmen am Parkplatz Priel allerdings im Jahr 2019 erheblich sinken. wv

Wie im Vorjahr, steht auch heuer die Jugendförderung im Fokus der lvh-Ortsgruppe Vahrn. Die diesjährige Kampagne stehe unter dem Motto „Handwerk sucht helle Köpfe“, eröffnete der lvhOrtsobmann von Vahrn, Siegfried Unterweger, auf der jüngsten Jahresversammlung.

Um die starke Verkehrsbelastung im Eisacktal und Wipptal einzuschränken, wurde im Landtag über den Beschlussantrag zu einem Lkw-Fahrverbot auf der SS12, der Brennerstaatsstraße, abgestimmt. Die Bürgermeister entlang der Strecke verlangen schon seit Jahren ein diesbezügliches Verbot.


Foto: Oskar Zingerle

Woher hat das „Stinkgassl“ seinen Namen? Ein großes hygienisches Problem im früheren Brixen, das aber in den Stadtrechten von 1604 nicht erwähnt wird, muss wohl die Entsorgung der Fäkalien gewesen sein. Die Häuser hatten alle ein so genanntes „Plumpsklo“, das mehr oder weniger regelmäßig von den „Drecktragern“ geräumt wurde. Wo jedoch das entsprechende „Material“ schließlich gelandet ist und entsorgt wurde, entzieht sich heutiger Kenntnis. Nachdem damals sicherlich noch keine öffentlichen Toiletten vorhanden waren, sticht an dieser Stelle ein recht finsterer Schluff zwischen dem Laubenhaus Nr. 11 und dem Domplatz ins Auge. Signifikanterweise wurde diese Gasse jahrhundertelang „Stinkgassl“ genannt, und auch im heutigen Volksmund trägt sie diesen Namen. Jene Brixner, die meinen, das Gässchen heiße so, weil einst ein Käseladen hier seinen Verkaufsstand aufgeschlagen hatte, irren sich leider. 1890 wurde mit dem Bau der Stadtkanalisation begonnen. Einen vorläufigen Abschluss fand das Projekt 1905 bis 1907 mit dem Bau einer Schwemmkanalisation für den Stadtteil rechts des Eisacks im Trennsystem. Angedacht war dieses Projekt damals Richard Fink für 35.000 Einwohner. Anregungen: redaktion@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

STADTGEHEIMNISSE

BRIXEN

Schritt für Schritt z Seit André Heller im Forum Brixen seine Vorstudie für eine Gestaltung des Hofburggartens vorgestellt hat, ist über ein Jahr vergangen – in denen die Gemeinde unermüdlich an dieser Vision weitergearbeitet hat: „Wir wollten von Anfang an einen Weg des Dialogs gehen“, sagte Bürgermeister Peter Brunner vor einigen Tagen anlässlich einer Pressekonferenz, „dieser Weg des Dialogs braucht seine Zeit, weil jeder einzelne Schritt wohlüberlegt und geplant sein muss und weil wir alle wichtigen Stakeholder einbinden wollen“. So habe es im letzten Jahr viele Gespräche und Treffen mit den Verantwortlichen der Denkmalpflege gegeben, um Ideen aus dem Exposé an denkmalpflegerische Vorgaben anzupassen: „Diese Partnerschaft ist grundlegend, denn der Garten ist der Freilichtbereich der Hofburg und des Diözesanmuseums. Mit dem neu gestalteten Hofburggarten wollen wir die Hofburg als einzigartiges Gesamtensemble erlebbar machen.“ Auch enge

Kontakte mit der Hofburg selbst habe es gegeben, um strukturelle und organisatorische Aspekte zu klären. Mit der Südtiroler Gärtnervereinigung sei man eine Partnerschaft eingegangen, ebenfalls mit der Laimburg, und auch mit Südtiroler Künstlern sei man ins Gespräch gekommen. Anlass der Äußerungen des Bürgermeisters war ein soeben eingetroffenes Vorgutachten des Landesamtes für Bau- und Kunstdenkmäler zur Vorstudie André Hellers. „Es freut mich, dass dieses Gutachten positiv ausgefallen ist“, sagte Brunner, „das war ein Meilenstein und eine wichtige Vorbedingung für das Finanzierungsgesuch an die Landesregierung.“ Erst nach dem Beschluss der Landesregierung zur Finanzierung des Projektes könne die konkrete Planung in Angriff genommen werden. „Anschließend“, sagte Brunner, „werden wir wieder den Gemeinderat und die Öffentlichkeit über das Projekt und die nächsten Schritte informieren.“ wv

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Müll sammeln und die Umwelt schützen

„Kein Handlungsbedarf“ z Alljährlich nimmt die Landesumweltagentur Messungen des Radon-Wertes in Schulen und Kindergärten vor. Vor kurzem wurden Zahlen veröffentlicht, laut denen auch in einigen Räumen der Mittelschule Alessandro Manzoni, der Grundschule Tils, der Mittelschule Oswald von Wolkenstein, des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums sowie der Kindergärten Kinderdorf, St. Leonhard und Tils den Radon-Grenzwert von 500 Becquerel je Kubikmeter überschreiten. Der „Brixner“ hat bei der zuständigen Stadträtin Monika Leitner nachgefragt, die sofort Entwarnung gab: „Die veröffentlichten Daten sind veraltet; den Kindergarten in St. Leonhard gibt es zum Beispiel gar nicht mehr.“ Dieser wurde vor drei Jahren aufgrund der hohen Radonwerte, aber auch wegen einer geringen Anmeldezahl geschlossen. Nachdem eine neue Belüftungs-

anlage eingebaut wurde, können die Räumlichkeiten nun von der Dorfgemeinschaft genutzt werden. „Hohe Radonwerte können schnell reduziert werden, indem gut gelüftet wird“, so Leitner. Radon ist ein radioaktives Edelgas, das sich im Boden durch den Zerfall von Uran bildet und durch undichte Stellen im Kellerbereich in ein Gebäude eindringen kann. Schädlich wird das Gas erst, wenn man sich über Jahrzehnte mehrere Stunden pro Tag in den Räumen aufhält. „Die Werte können von Tag zu Tag variieren – je nachdem, ob gelüftet wird oder nicht“, so Leitner. Die jährlichen Ergebnisse der Messungen werden von der Gemeinde kontrolliert und gegebenenfalls an die Zuständigen im Land weitergeleitet. „Konkrete Maßnahmen sind derzeit nicht geplant; sollte sich ein Wert stark erhöhen, werden wir aktiv.“ eh

Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen

Imbiss Snack by Gasser --------------

z Bei der „Trash Challenge“ räumen derzeit in Italien, den USA, Mexiko, Nepal und Nigeria Internetnutzer säckeweise Müll weg und posten Vorher-Nachher-Bilder im Internet, um die Menschen zum Umweltschutz zu animieren. Karl Michaeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Brixen, gefällt die Idee: „Die Sauberkeit der öffentlichen Plätze wird von den Brixner Bürgern mit der Note 8,5, also sehr gut bewertet. Leider wird Restmüll oft trotzdem noch auf Kosten der Allgemeinheit achtlos oder bewusst illegal entsorgt.“ Um darauf aufmerksam zu machen, soll der Internet-Trend jetzt in Brixen aufgegriffen werden. „Wer seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchte, alleine oder als Gruppe, schickt innerhalb 30. April eine E-Mail an umweltdienste@asmb.it, mit

einem Foto der verschmutzten Ist-Situation sowie der bereinigten Nachher-Lage“, erklärt Michele Bellucco, Leiter der Umweltdienste. Die Brixner Version der „Trash Challenge“ geht dabei einen Schritt weiter und wird bis zu Ende gedacht: „Bei den Kundenschaltern der Stadtwerke gibt es kostenlose Müllsäcke für die Reinigungsaktion. Der gesammelte Abfall kann im Recyclinghof Brixen abgegeben werden, und die Stadtwerke kümmert sich um die fachgerechte Entsorgung.“ Aus allen teilnehmenden Gruppen oder Einzelpersonen wählt eine Jury der Stadtwerke einen Sieger oder eine Siegergruppe aus und belohnt diese oder diesen mit einem kleinen Sachpreis für den konkreten Einsatz für Umweltschutz. av

Foto: Gettyimages – Yacobchuk

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

BRIXEN

Regensburger Allee 15, Brixen Mo.–Fr. 10:30–18:30 Uhr und Sa. 9:30–14 Uhr

Die Gasser BROThers haben den ehemaligen Imbissstand „Günther‘s“ übernommen. Entspre­ chend vielfältig und genussreich präsentiert sich das neue Angebot des „IMBISS Snack by Gasser“: Geboten werden leckere Wurst­ spezialitäten, saftige Burger, viele

ausgezeichnete Gasser­Snacks, leichte Salate und zum Nachtisch oder für den süßen Gaumen eine feine Auswahl an Delikatessen aus der Patisserie Oliver Gasser.

Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info

Bewusst kaufen, konsumieren, leben Träger

bewusst lokal & regional www.bewusst-suedtirol.com

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NACHGEFRAGT

„Müllvergehen zahlen sich nicht aus“ EGON BERNABÈ, Koordinator für den Außendienst der Ortspolizei Brixen, über die zunehmenden Ermittlungserfolge beim Vorgehen gegen illegale Müllentsorgung. Herr Bernabè, erst kürzlich sind gleich mehrere Fälle illegaler Müllentsorgung publik gemacht worden. Wie geht die Ortspolizei gegen diese sogenannten Müllsünder vor? Wir haben derzeit zwei, bald möglicherweise drei Beamte, die auf Müllvergehen spezialisiert sind und täglich zwei Stunden Kontrollen durchführen. Die Beamten sind sehr motiviert und ermitteln zum Teil auch außerhalb ihrer Dienstzeiten. Die meisten Müllinseln der Stadt sind inzwischen per Video überwacht, und die Bilder sind oft hilfreich bei den Ermittlungen, ebenso wie Hinweise aus der Bevölkerung.

Wie hoch sind die Strafen? Zum einen stellen die Stadtwerke die Rechnung für das Entsorgen des Mülls aus, was unter Umständen schon recht teuer werden kann. Berechnet wird der reine Zeitaufaufwand pro Person und Stunde. Zum anderen stellen wir als Stadtpolizei die Verwaltungsstrafen laut geltender Verordnung aus. Für das illegale Entsorgen gewöhnlichen Hausmülls beträgt die Strafe 160 Euro. Wenn es sich um Sperrmüll, Batterien oder Ähnliches handelt, ist hingegen eine Strafe von 344 Euro fällig. Gravierende Fälle werden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.

Wie viele Vergehen werden pro Jahr festgestellt? 2018 gab es 110 Übertretungen mit einer Verwaltungsstrafe von 160 Euro und fünf Übertretungen mit gefährlichem Abfall, also geahndet mit je 344 Euro. Die Motivation, seinen Müll illegal zu entsorgen, ist nicht nachvollziehbar. Die meisten Haushalte, die ihren Müll einigermaßen gewissenhaft trennen, überschreiten kaum die Mindestentleerungen, die ohnehin mit der Grundgebühr verrechnet werden. Das Ganze zahlt sich also auch rein finanziell nicht aus. oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Freu dich auf den

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Auch heuer gibt es wieder die Summercard silver und gold! Das beliebte Sommerabo ist nur im Vorverkauf vom 1. Mai bis 2. Juni in der Acquarena erhältlich.

summercard.org

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Foto: BK/Karl Portner

Wirtschaft & Umwelt

men Unterneh rämiertenben p ie d d in geschrie 0 Jahre s Bereits 3 uarbeiterkasse ein a B ie d in

Gruppenfoto der prämierten Arbeiter aus Brixen und Umgebung

EVENT

Viele treue Mitglieder Die Bauarbeiterkasse der Autonomen Provinz Bozen feierte kürzlich die 30­jährige Mitgliedschaft von 266 Arbeitern und 57 Unternehmen, darunter 19 Arbeitern und sechs Betrieben aus dem Großraum Brixen.

In diesem Jahr konnte die Bauarbeiterkasse der Autonomen Provinz Bozen wiederum eine beachtliche Zahl von Mitgliedern für ihre 30-jährige Treue auszeichnen. Insgesamt 266 Arbeiter und 57 Unternehmen wurden im Rahmen der Jubiläumsfeier am 16. März im Forum Brixen für ihre 30 Jahre währende Mitgliedschaft gewürdigt. Unter den geehrten Arbeitern fanden sich auch 19 Arbeiter aus dem Raum Brixen: Dies waren Markus Agreiter, Nicoló Binetti, Robert Brunner, Stefano Gasparini, Heinrich Gasser, Helmuth Gostner, David Hauer, Werner Knollseisen, Norbert Kranebitter, Josef Mair, Erwin Messner, Gottlieb Messner, Rainhard Niederkofler, Martin Peintner, Florian Ploner, Hubert Prader, Urban Rabanser, Norbert Ritsch und Thomas Thaler. Darüber hinaus wurden auch sechs Unternehmen aus dem Bezirk für ihre 30-jährige Treue ausgezeichnet: Delmonego OHG des Delmonego Peter und Paul, Giovanni Gasparini, Hans Pichler, Stampfl Bau GmbH, Pius Untersteiner und Vedovelli Srls.

„Ihr seid die Helden!“ sagte Landesrat Philipp Achammer den Arbeitern 62

Wertvolle Leistung der Mitglieder. Der Direktor der Bauarbei-

terkasse der Autonomen Provinz Bozen, Raimund Fill, freute sich, dass sich auch Philipp Achammer, Landesrat für Wirtschaft, Arbeit, Bildungsförderung und deutsche Bildung und Kultur, sowie weitere Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und den Gewerkschaften zur Jubiläumsfeier eingefunden hatten. „Mit ihrer Anwesenheit würdigen sie die unterstützende Funktion der Bauarbeiterkasse für ihre Mitglieder“, bekräftigte Fill. Markus Bernard, Präsident der Bauarbeiterkasse, sprach hin-

gegen allen Unternehmern und Mitarbeitern im Bausektor seine Wertschätzung und Anerkennung aus: „Ihr bildet das Rückgrat der Südtiroler Wirtschaft, ihr seid die wahren Leistungsträger unserer Gesellschaft!“ Georg Plaickner, der als Vizepräsident der Bauarbeiterkasse und Vertreter der Gewerkschaften das Wort ergriff, würdigte insbesondere die ausgezeichneten Arbeiter: „Seit 30 Jahren am Bau – das ist ein Grund zum Feiern und euch zu danken. Ihr könnt zu Recht stolz sein auf all das, was ihr unermüdlich geleistet habt.“

An der Seite der Arbeiter und Unternehmen. Die Bauarbeiter-

kasse der Autonomen Provinz Bozen steht seit mehr als fünf Jahrzehnten an der Seite der Arbeiter und Unternehmer des Bausektors, vertritt deren Interessen und trägt mit ihren Dienstleistungen zu deren Wohl bei. Derzeit zählt die Bauarbeiterkasse 18.400 eingeschriebene Arbeiter, die bei nahezu 2.000 Unternehmen beschäftigt sind. Alle Fotos zur Feier unter www. bauarbeiterkasse.bz.it.

Vizepräsident Georg Plaickner (l.) und Direktor Raimund Fill (r.) gratulierten den beiden Gesellschaftern der Firma Delmonego OHG Giuseppe Vedovelli von Vedovelli Srls freute sich über die Auszeichnung

Arbeiter und Unternehmer feierten gemeinsam


Ein Name, zwei Kompetenzen

RADMÜLLER

Vor einem Jahr feierte die Firma Radmüller in Obervintl nicht nur ihr 50-jähriges Bestehen, sondern auch die Zusammenführung ihrer beiden Kompetenzzentren an einen gemeinsamen Standort.

Seit rund einem Jahr finden sich die beiden Firmenzweige der Firma Radmüller Tür an Tür an der Pustertaler Staatstraße in Obervintl: Rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens im letzten Jahr übersiedelte der Fachmarkt für Garten und Landwirtschaft Anfang 2018 in ein neues Firmengebäude gleich neben der firmeneigenen Auto- und Karosseriewerkstatt. Die Nähe der beiden Kompetenzzentren bringt den Kunden noch mehr Angebot und Service und lässt das Unternehmen gut gerüstet in die Zukunft blicken.

Riesenauswahl für Garten und Landwirtschaft. Der Fachmarkt für

Garten und Landwirtschaft bietet am neuen Standort ein noch größeres Angebot an Forst-, Garten- und Landwirtschaftsgeräten sowie an Sicherheits- und Arbeitsbekleidung. Als offizieller Partner der Marke Stihl führt Radmüller ein umfangreiches Sortiment. In den neuen Büroräumen laufen die Fäden der Organisation und Verwaltung zusammen. Mit der Zusammenführung der beiden Firmenzweige an einen gemeinsamen Standort hat die Firma Radmüller den Freiraum

geschaffen, um die Kunden noch besser zu bedienen – getreu dem Firmenmotto „Gut beraten, gut gekauft, gut betreut“. Größter Wert wird vor allem auf Beratung gelegt, sowohl im Fachmarkt für Garten und Landwirtschaft als auch in der Auto- und Karosseriewerkstatt. Wer mit der Firma Radmüller in Kontakt kommt, merkt auf Anhieb, dass das Firmenmotto auch tatsächlich gelebt wird – von der fachkundigen Beratung bis hin zum umfassenden Service, der sich auch auf die Zeit nach dem Kauf erstreckt.

Unser Service-Angebot für alle Automarken

Besuchen Sie unseren Fachmarkt für Garten und Landwirtschaft

− Abschleppdienst 24h

Wir beraten Sie gerne und sind auch nach dem Kauf für Sie da!

− Karosserie-Service Karosseriearbeiten und Lackierung Ersatzwagen für die Reparaturdauer Inkassoabwicklung mit der Versicherung Scheibenreparatur − Werkstatt-Service Diagnosegeräte für alle Fahrzeuge Bremsen-, Abgas-, Spur- und Stoßdämpferprüfstand Klimaservice Fahrzeugrevisionen (Collaudo)

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Autoservice: 0472 869006 Fachmarkt: 0472 868175 www.radmueller.eu 63


Auf in den Frühling

Das Einrichtungshaus für Möbel und Textilien

Extra

Wie lassen sich die eigenen vier Wände in individuelle Wohlfühlräume verwandeln? Das Team von Hotex verrät es: Dies gelingt mit durchdachten Einrichtungskonzepten, die passgenau umgesetzt werden – mit Qualitätsmöbeln, edlen Wohntextilien und erlesenen Wohnaccessoires.

Als Teil des Brunecker Familienunternehmens Hotel Textil GmbH hat sich Hotex zum Komplettausstatter von Hotels und privaten Eigenheimen spezialisiert. Seit über 30 Jahren überzeugt der Einrichtungsprofi im In- und Ausland mit einzigartig schönen Lösungen. Dazu trägt das gesamte Team von Hotex bei – von den Einrichtungsberatern und -planern über die Handwerks-Experten in der hauseigenen Näherei und Tapezier-Werkstatt bis hin zum Projektmanagement- und Logis-

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tikteam. Auf Wunsch werden die Einrichtungslösungen in enger Zusammenarbeit mit Innenarchitekten und Wohndesignern erarbeitet und gemeinsam daraus Interieur-Komplettlösungen entwickelt.

Zwei Showrooms. In den firmen-

eigenen Showrooms in Brixen und St. Lorenzen kann man sich von den ausgestellten Kücheneinrichtungen, Möbeln, Wohntextilien und -accessoires und Schlafsystemen inspirieren lassen;

auch stehen erfahrene Einrichtungsberater für jedermann jederzeit gerne bereit.

HOTEX


SCHUHHAUS BERNARDI

Wohlbefinden beginnt bei den Füßen Wer viel auf den Beinen ist, bevorzugt bequeme Schuhe. Hohen Fußkomfort bieten insbesondere die Komfortschuhe der Marken Mephisto, Ganter, Brunate, Valle­verde, Grisport oder Birkenstock. Das Schuhhaus Bernardi in Brixen führt sie alle und zeigt mit der neuen Kollektion, dass Komfortschuhe auch modisch sein können.

Im Schuhhaus Bernardi in Brixen ist gerade die aktuelle Frühjahrsmode für Damen, Herren und Kinder eingetroffen. Die neuen Modelle könnten hinsichtlich Form, Materialien und Farben nicht vielfältiger sein, doch eines haben sie gemeinsam: Es sind alles Qualitätsschuhe namhafter Schuhhersteller, die sich auf Komfortschuhe spezialisiert haben. Ob Damenschuhe der Marke Brunate, die aus hochwertigen Materialien zur Gänze in Italien gefertigt werden, oder weiche Laufschuhe der

• Kleiner Graben 4 • 39042 Brixen • T 0472 835496

Marke Mephisto, die besonders hohen Tragekomfort versprechen. Ob Berg- oder Wanderschuhe von Gronell oder Grisport, die optimale Passform und zugleich sicheren Halt im Gelände bieten, oder Sandalen von Birkenstock, die zu Hause, bei der Arbeit oder in der Freizeit für besonders hohen Fußkomfort sorgen – sie alle stehen letztlich vor allem für hervorragende Schuhqualität.

Komfortabel und trendig. „In der Frühjahrskollektion ist für

Kinder, Frauen und Männer, für jeden Geschmack und für jeden Anlass wieder etwas dabei“, erklärt Geschäftsinhaber Hermann Bernardi. Mit sicherem Gespür für die Wünsche der Kunden und mit fachkundigem Auge stellen Hermann Bernardi und seine langjährige Verkäuferin Christine Weger von Saison zu Saison eine passende Auswahl zusammen. Dass Komfortschuhe nicht nur bequem sind, sondern auch top aussehen, davon kann man sich auf den ersten Blick in die Ge-

schäftsauslagen überzeugen: Von weichen Mokassins, trendigen Sneakers, schicken Sandalen bis hin zu eleganten Schuhen erstreckt sich das aktuelle Sortiment. Und selbst an Accessoires haben manche Hersteller bereits gedacht und liefern die passenden Handtaschen gleich mit dazu. Dass dies insbesondere bei den Kundinnen gut ankommt, weiß Hermann Bernardi; neben der Schuhmode von Valleverde hat er daher auch die passenden Taschen im Programm.

Made in Italy a nd Europ e

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SALON ALEXANDER

Auf in den Frühling

In jeder Frau steckt eine Prinzessin

Extra

Die Trendfrisuren 2019 sorgen für viel Abwechslung, doch vor allem liegt es in der Fertigkeit des Hairstylisten, die individuelle Schönheit mit einem typgerechten Look zur Geltung zu bringen.

Bei den Frisuren 2019 steht eine neu interpretierte Natürlichkeit im Fokus. Sei es als kurzer Pixie-Cut, als lässige schulterlange Frisur oder als wallende Mähne – die neuen Frisuren zielen vor allem darauf ab, die natürliche Schönheit des individuellen Trägers optimal zur Geltung zu bringen. Besonders angesagt sind in dieser Saison der Pony in allen Variationen, gestufte Haarschnitte sowie Lockenfrisuren, die enorm viele Stylings ermöglichen.

Kurz ist schick. Kurze Haare

sind sexy und Ausdruck selbstbewusster Weiblichkeit: Klassiker wie Bob-Frisuren und der freche Pixie-Cut liegen weiterhin im Trend, doch auch der Pagenkopf mit akkurat geschnittenem Short-Bob und geradem Pony sorgt für schicke Auftritte. Noch mehr fällt auf, wer einen ShortCut wählt, der in dieser Saison mit ausgeprägten grafischen Formen und starken Stufen zu den angesagtesten Frisuren zählt.

Der Blondinenlook wird in dieser Saison durch abgestimmte Farbverläufe und natürlich anmutende Stylings neu interpretiert 66

Zu diesen reiht sich auch der Garcon-Look mit dem markant kurz angeschnittenen runden Pony zu kurzen seitlichen Partien. Aber auch fransig geschnittene Kurzhaarfrisuren im UndoneLook sind weit verbreitet und im Trend.

Mittellange Haare sind Verwandlungskünstler. Mittellange

Haare sind beliebter denn je. Neu ist jedoch eine ausgeprägte Tendenz zu gestuften Haarschnitten

bei schulterlangem Haar. Auch wird das Haar gerne mit Struktur getragen, von luftgetrocknet bis hin zu klassischen Fönstylings. Locken sind besonders bei mittellangem Haar gern gesehen; von leichten Wellen bis hin zur wilden Naturkrause ist alles erlaubt. In mittlerer Haarlänge überwiegen feminine Haarschnitte, die leicht abgestuft Volumen ins Haar zaubern und mit einem längeren Pony den natürlichen Look unterstreichen.

Spannende Metallicfarb-Effekte erzeugen faszinierende Reflektionen im Haar


Ein Haarschnitt mit dem einzigartigen Calligraphy-Cut reduziert die Brüchigkeit der Haarspitzen und bringt mehr Volumen und Elastizität ins Haar

Zeitlos schön: lange Mähnen. zu viele Stylingprodukte und Langes Haar bleibt für viele weiterhin die Traummähne Nummer eins. Der Frisurenklassiker wird in dieser Saison vermehrt mit Pony getragen und macht in allen Stylings – ob offen, mit Pferdeschwanz oder ausgefallener Flecht- und Hochsteckfrisur – eine gute Figur. Auch beim Styling steht die Natürlichkeit im Vordergrund: Auf

Stufenförmiger Pagenschnitt mit raffinierten Farbakzentuierungen

Beautytools wird verzichtet, für das Haarstyling genügen etwas Salzwasserspray, die Hände sind das Beautytool Nummer eins. Lässige Looks sind angesagt und erleichtern die morgendliche Styling-Routine enorm.

Die Farbe macht den Look. Der bei den Frisurentrends angestrebte natürliche Look wird

Alexander Trenkwalder mit Frank Brormann, dem Erfinder des Calligraphy-Cut

durch Farbakzentuierungen genial verstärkt. Farbsträhnchen feiern ein Comeback, ebenso wie dunkle Ansätze und weiche Farbverläufe in den Haarlängen, die dem Haar optisch mehr Tiefe geben und Volumen ins Haar zaubern. Die Haarfarben 2019 sind ein Mix aus Klassikern und neuen Kreationen, die von der Natur inspiriert sind. Neben einer reichen Palette an Erdtönen dominieren Metallicfarben sowie Blondtöne in neuen Schattierungen. Überhaupt spielen die Farben in dieser Saison eine Hauptrolle bei den Frisurentrends, sind es doch vor allem die raffinierten Farbeffekte, die den Look vervollständigen und gleichzeitig ein enormes Abwechslungspotenzial beim Styling eröffnen. Denn ganz im Zeichen der angestrebten Natürlichkeit kommen vermehrt Pflanzentönungen zum Einsatz, die im Gegensatz zu den dauerhaften Haarfarben die Lust zum Experimentieren wecken. Entsprechend liegt die große Kunst des Hairstylings darin, Farbeffekte zu erzeugen, die den natürlichen Look unterstreichen. „Bei den diesjährigen Frisurenund Farbtrends steht mehr denn je der individuelle Mensch im Mittelpunkt des Hairstylisten“, erklärt L’Oréal-Professionnel-Hairstylist Alexander Trenkwalder. „Es gilt der Grundsatz: In jeder Frau steckt eine Prinzessin – die große Fertigkeit des Hairstylisten besteht darin, die natürliche Schönheit mit abgestimmter Frisur und typgerechten Farbakzentuierungen offenzulegen.“ Und diese besondere Fertigkeit erlangt man laut Trenkwalder nur mit entsprechender Fachexpertise und ständiger Weiterbildung hinsichtlich Frisuren, Schnitte,

Techniken und Materialien. Aus diesem Grund besucht Alexander Trenkwalder regelmäßig Fachseminare und Fachmessen und wirkt auf renommierten internationalen Modeschauen als Hairstylist mit. Seine ausgeprägte Offenheit für Neues führt dazu, dass er zu den Vorreitern in seiner Branche zählt. So war er beispielsweise auch der erste Hairstylist in Brixen und italienweit ist Salon Alexander der zweite Friseursalon, der den aus der deutschen Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ bekannt gewordenen Calligraphy-Cut einsetzt. Das neuartige Haarschneidegerät reduziert durch seinen markanten Schräganschnitt nicht nur die Brüchigkeit der Haarspitzen enorm, sondern verleiht den Haaren unvergleichlich mehr Elastizität und Volumen. Alexander Trenkwalder hat dazu nicht nur das obligatorische Anwendungsseminar für den Calligraphy-Cut besucht, sondern sich inzwischen auch für einen begehrten Seminarplatz als Calligraphy-CutAusbilder qualifiziert. Stillstand bedeutet für ihn Rückschritt – diese Überzeugung lebt er und verfolgt er mit großer Konsequenz.

Plosestraße 38 Milland/Brixen E-Mail: info@salon-alexander.it Tel: 0472 830838 Öffnungszeiten: Di., Do., Fr. 8–12 und 15–19 Uhr, Mi. & Sa. 8–16 Uhr Follow us on facebook! 67


Auf in den Frühling

FEINKOST G. SIEBENFÖRCHER

Zarter Genuss

Extra

sere Besuchen Sie un eien er zg et -M st Feinko eran! in Brixen und M

Siebenförcher sagt Danke! Vor fünf Jahren eröffnete die Metzgerei & Feinkost Gottfried Siebenförcher in der Brixner Altenmarktgasse. Die Filiale des traditionsreichen Meraner Familienbetriebes entwickelte sich zur beliebten Brixner Adresse für feine Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung sowie für ausgewählte Delikatessen.

Bereits beim Eintreten in den einladenden Verkaufsraum im historischen Stadthaus in der Altenmarktgasse läuft einem das Wasser im Mund zusammen: Über hundert hausgemachte Fleisch- und Wurstspezialitäten sowie der bekannte Speck von­ G. Siebenförcher­stehen zur Auswahl. Für die schnelle Mittagspause locken frisch zubereitete Gerichte wie selbstgemachte Knödel vielerlei Arten. Und in den Regalen finden sich zudem ausgewählte Delikatessen aus dem Eisacktaler Raum und aus Italien.

Dank für fünf Jahre Treue. Wie

Erleben Sie die Vielfalt der frühlingshaften Schinkenspezialitäten aus der Traditions-Metzgerei Gottfried Siebenförcher. Einmalig im Geschmack, saftig und zart, für Kenner und Genießer. Und das seit 1930. Brixen . Altenmarktgasse 22 Tel. 0472 835 681 . www.siebenfoercher.it Mo - Fr: 8.30 - 19 . Sa: 8 - 18 h

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bereitet man das Steak am besten zu? Und was macht den Speck von G. Siebenförcher zu etwas ganz Besonderem? Die Mitarbeiterinnen haben auf jede Frage eine freundliche und kompetente Antwort, sie beraten gerne und machen den Einkauf so zu einem wahren Genusserlebnis. In den fünf Jahren seit der Eröffnung konnte die Metzgerei & Feinkost G. Siebenförcher­in Brixen viele Stammkunden gewinnen. Sie schätzen die streng geprüfte kompromisslose Qualität der

Fleisch- und Wurstspezialitäten von G. Siebenförcher und entscheiden sich bewusst für besten Geschmack. Das gesamte Team von G. Siebenförcher freut sich über diese Anerkennung und dankt mit großem Einsatz und zuvorkommendem Service.

Feiner Schinken zur Spargelzeit.

Die nächste Gelegenheit für einen Besuch in der Brixner Filiale bietet sich schon jetzt: In diesen Tagen beginnt die Spargelzeit, und der zarte Schinken von­ G. Siebenförcher ist der ideale Begleiter dazu! Spargel und Schinken bilden schließlich das kulinarische Traumduo zur Frühlingszeit. Die vielfältigen Schinkenspezialitäten von G. Siebenförcher bieten leichten Genuss in höchster Qualität. Ob mild geräucherter Prager Schinken oder würziger Bauernschinken: In der Metzgerei & Feinkost G. Siebenförcher findet man reiche Auswahl für die Zubereitung des Frühlingsklassikers. Und das Team freut sich, die Kunden weiterhin mit besten Spezialitäten verwöhnen zu dürfen.


Spielwiese für Käseliebhaber

DEGUST

Auf der Suche nach exquisiten Käsespezialitäten und feinen Delikatessen führt der Weg vieler Genussliebhaber irgendwann auch in den DEGUST-Shop in Vahrn. Und wer nach einer Kostprobe oder nach einer Käsedegustation auf den Geschmack gekommen ist, der kehrt oftmals als begeisterter Fan wieder.

DEGUST-Shop Bsackerau 1 39040 Vahrn Tel. 0472 849873 www.degust.com Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 8:30–12:30 Uhr und 14–18 Uhr, Sa. 8:30–12 Uhr

Der DEGUST-Shop in Vahrn ist für viele nahezu ein magischer Ort: Nur hier ist es möglich, alle exquisiten Käsekreationen aus dem Hause DEGUST und die besten lokalen, nationalen und internationalen Rohmilchkäse kennenzulernen, zu probieren und mit nach Hause zu nehmen. Der DEGUST-Shop ist damit nicht nur einfach ein Geschäft, sondern ein dem Käse gewidmetes Atelier – mit allem, was damit zusammenhängt. Spannende Kreationen, verfeinert mit den besten Zutaten, wetteifern um die Gunst des Käseliebhabers. Darüber hinaus findet man hier

Hansi Baumgartner, Geschäftsinhaber

„Besuchen Sie unsere Käse­ Manufaktur und tauchen Sie ein in

alles, was den Genuss grenzenlos macht: vom Zubehör bis hin zu den begleitenden Beilagen, von

die Vielfalt unterschiedlichster Aro­ men und Geschmäcker aus Kuh­, Schaf­, Ziegen­ sowie Büffelmilch! Apropos: Am 4. und 5. Mai findet der Neustifter Frühling statt, und dazu öffnen wir im DEGUST­Shop unsere Tore auch übers Wochen­ ende. Ein spezielles Highlight an diesem Wochenende: Lassen Sie sich unsere Käse­Blindverkostung mit Verlosung nicht entgehen!“

Eingemachtem, Chutneys, Honig, Olivenölen und Weinen. 69


Impressum in der Nähe der Stadt gegeben wird. Die Klingelbesitzer werden ersucht, eventuelle Fehler zur Anzeige zu bringen. Das Kommando.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I­39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I­39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E­Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Evi Hilpold (eh) Susanne Hutter (sh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Sabine Peer (sp) Franziska Rude (fr) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E­Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I­39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende April 2019 Nächster Redaktionsschluss: 10. April 2019 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kür­ zen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeich­ nete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redak­ tion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 70

Ausfuhr von Wein über die Waffenstillstandslinie

März 1919

Einfuhr von Lire ins besetzte Gebiet

Mittwoch, 12. März 1919

bekanntgegeben: Ebenso wie die Unterbeamten sind auch die

Dienstag, 3. März 1919 Laut einer auf eine Anfrage der Kammer erfolgten Verständigung des Governatorates in Trient besteht keinerlei Verbot der Einfuhr von Lire ins besetzte Gebiet. Reisende, die sich in das besetzte Gebiet begeben, können sonach Lire in unbeschränkter Menge mit sich führen.

Achtung auf gefälschte Lirenoten!

Die Bedingungen über diese Ausfuhr sind nunmehr laut Mitteilung der Handels- und Gewerbekammer Bozen vom Governatorate Trient entgültig festgesetzt. Aufklärungen hierüber sowie die Formularien für diesbezügliche Gesuche sind bei den Zivilkommissariaten Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Schlanders sowie bei der Genossenschaft der Weinhändler Bozen erhältlich.

Dienstag, 3. März 1919 Wie uns die Handels- und Gewerbekammer mitteilt, sind gefälschte Lirenoten zu Lire 50 und Lire 100 im Umlaufe. Sie fallen durch ihre wenig sorgfältige Ausführung auf.

Todesfall Mittwoch, 4. März 1919 In Brixen starb am 28. Feber Johann Blasbichler, Schuhmachermeister, im Alter von 45 Jahren.

Die Ansprache des Dienerpersonals bei Gericht Samstag, 8. März 1919 Die in öffentlichen Diensten stehenden Diener und Dienerinnen haben es stets als Zurücksetzung und Zeichen der Minderachtung empfunden, daß ihnen im dienstlichen Verkehr die Ansprache mit „Herr“ und „Frau“ vorenthalten wurde. Die Diener haben unter anderem auch die Forderung aufgestellt, daß ihnen die Ansprache mit „Herr“ und „Frau“ nicht mehr länger vorenthalten bleibe. Diesem Wunsche wird in Deutschösterreich nunmehr entsprochen werden. Der d.-ö. Staatssekretär für Justiz, Dr. Koller, hat den Gerichten einen Erlaß

Diener und Gefangenenaufseher (Aushilfsdiener und Aushilfsgefangenenaufseher) im dienstlichen Verkehr, und zwar sowohl im mündlichen wie im schriftlichen, mit „Herr“, Gefangenenaufseherinnen (Aushilfsgefangenenaufseherinnen) mit „Frau“ anzusprechen, sofern nicht diese Anrede ohnedies bereits üblich ist.

Freiw. Feuerwehr Brixen Sonntag, 9. März 1919

Es wird den Klingelbesitzern mitgeteilt, daß ab Montag, den 10. März, das Kontrollsignal der Feuerwehrklingel probeweise drei Tage das Feuersignal in der Stadt – drei Tage das Feuersignal außer Stadt – und zwei Tage dasselbe

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


Nutzen Sie unsere Selbstbedienungs zonen auch für Ihre Bargeldeinlagen!

In den Raiffeisen-Filialen Brixen Stadtzentrum, Milland und Vahrn können Sie von Montag bis Sonntag von 06:00 - 24:00 Uhr bequem und ohne Wartezeiten am Schalter Ihre Bargeldeinlagen am Geldautomaten in der Selbstbedienungszone tätigen. Interessiert? Reden wir drüber. www.raiffeisen.it/eisacktal

Der Verkaufsförderung dienende Werbemitteilung. Die Vertragsbedingungen für die Dienstleistungen entnehmen Sie bitte den Transparenzblättern auf www. raiffeisen.it/eisacktal oder in unseren Filialen.

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