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Brixner 343 - August 2018

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343

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Jahrgang 29 · August 2018 Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Fluch oder Segen? DIE ENGLISCHEN FRÄULEIN: Bildung mit Gottes Segen PORTRAIT: Hans-Christoph von Hohenbühel AUSSTELLUNG: Fragile Kunst und Pharmazie GLÜCK IM UNGLÜCK: AVS-Tour auf den Mont Blanc


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Editorial

Politik & Gesellschaft 04 | KLÖSTER IN BRIXEN: Die Englischen Fräulein 10 | Lüsen: Medikamentenausgabe soll kommen 14 | Open Space: „Ein einfacher Obstgarten“

>>> 04

Menschen & Meinungen 24 | PORTRAIT: Hans-Christoph von Hohenbühel 30 | Pro & Contra: Ist Airbnb eine sinnvolle Initiative? 32 | Umfrage: Erlebt die „Naja“ ein Revival?

>>> 24

12. September, 20 Uhr

Kunst & Kultur >>> 34 34 | PHARMAZIEMUSEUM: Fragile Kunst und Pharmazie Veranstaltungen 41 | TIMER: September 2018

>>> 41

Freizeit & Sport >>> 50 50 | AVS-TOUR: „Schutzengel waren mit am Mont Blanc“ 54 | Handball: Es kann losgehen! Wirtschaft & Umwelt >>> 60 60 | AIRBNB: Lokale Reiseziele, globale Gemeinschaft 62 | Entspannung: Der Wald-Sinfonie lauschen 64 | Sommeremotionen: Die lange Nacht am Mittwoch 66 | Markus Heiss: „Das geht so nicht weiter“ 68 | Helmut Tauber: „Qualität und Nachhaltigkeit“ 74 | Betriebsportrait: Finsterwirt Extra 80 | Top Jobs NEU! Brixner ePaper – die kostenlose „Brixner“-APP

>>> 80

In weniger als zwei Monaten, am 21. Oktober, finden die Landtagswahlen statt, bei denen jene 35 Leute gewählt werden, die in den kommenden fünf Jahren die Geschicke Südtirols in die Hand nehmen sollen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich empfinde die Zeit, in der wir leben, als ziemlich außergewöhnlich: Politik ist vor allem auf Staatsebene zu einer Show geworden, die sich zumeist in den asozialen Medien abspielt und bei der es nie um Fakten geht, sondern immer nur um das populistische Bedienen von Stimmungen. Und Stimmungen werden von vielen Politikern oft eigennützig aufgeheizt, meistens zu Unrecht, weil in den allermeisten Fällen eine nüchterne Betrachtung der ach so dramatisch wahrgenommenen Situation zu einer viel gelasseneren Sicht der Dinge führen würde. Gerade in solchen unruhigen Zeiten müssen die Wähler einen kühlen Kopf bewahren und etwas Zeit investieren, die Denkweise der verschiedenen Parteien und Kandidaten, ihre Mimik und Gestik, ihre Rhetorik besser kennenzulernen, damit sie sich eben nicht verlassen müssen auf die Bewertung von komprimierten Inhalten, die minütlich in der Länge von Twitter-Meldungen auf uns hereinprasseln. Der „Brixner“ hat in unserer Stadt die Aufgabe, die lokalen Kandidaten zu präsentieren, und es ist bereits Tradition, dass wir dies in Form einer parteienübergreifenden öffentlichen Podiumsdiskussion erledigen, die am Mittwoch, 12. September, um 20 Uhr im Forum Brixen stattfinden wird und zu der ich Sie mit diesen Zeilen herzlich einladen möchte. Wir haben zwölf Kandidaten aus unserem Einzugsgebiet eingeladen, die für acht verschiedene Parteien in den Südtiroler Landtag einziehen wollen. In zwei Stunden wollen wir den Kandidaten die Möglichkeit geben, ihre Kernthemen darzulegen und miteinander zu diskutieren. Ich wünsche mir sehr, dass auch Sie dabei sein werden.

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

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Politik & Gesellschaft VON BRIXEN NACH MERAN: Die Brixner Englischen Fräulein verbringen mit der Hausoberin Sr. Cristina Irsara (4. von links) ihren wohlverdienten Ruhestand in der Villa Imperial in Meran

––––––––––––––––– REIHE „KLÖSTER IN BRIXEN“: DIE CONGREGATIO JESU

Bildung mit Gottes Segen Der Orden der „Englischen Fräulein“, im Volksmund so benannt nach ihrer aus England stammenden Gründerin, leistete weltweit Pionierarbeit in Ausbildung und Erziehung von jungen Frauen. Auch in Brixen wurde das Schulwesen über 250 Jahre lang von den „Englischen“ maßgeblich mitbestimmt. 4


Foto: Oskar Zingerle

Auer, die dort bis zum 2. Weltkrieg eine „Höhere Töchterschule“, anschließend eine private Mittelschule führte. Nach adäquaten Renovierungen startete man 1960 mit der Frauenfachschule, die nach erfolgter Verstaatlichung erst 1979 endgültig aus der Villa auszog. Nun wurde die stattliche Villa als Garni weitergeführt, bis aufgrund der fehlenden Nachfolge sämtliche Immobilien in Brixen (2011) und Meran (2012) verkauft wurden und die Schwestern sich auf ihren Besitz in Obermais zurückzogen.

In Meran gelandet. So sind sie

nun in Meran gelandet, unsere Brixner Englischen, Cristina, Adriana, Mathilde, Mercedes, Annemarie, Esther und wie sie alle heißen. Nach 272 Jahren Erziehungstätigkeit haben die Englischen Fräulein die Gebäudlichkeiten an der Stadelgasse und an der Altenmarktgasse verlassen, aber ihr Geist wird in den ehemaligen Zöglingen wachgehalten. Es ist dies der Geist von Maria Ward, der gottesfürchtigen Gründerin des Ordens, deren Bedeutung für die Bildung vorwiegend für Mädchen nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Glauben im Stillen. Maria Ward,

S

ie haben sich im Innenhof der herrschaftlichen Villa Imperial in Obermais eingefunden und warten gespannt auf den Besuch aus Brixen. Vermutlich sind wir eine nette Abwechslung in dem recht gleichförmigen Alltag der Brixner Englischen Fräulein, die zum Teil seit 2011 und endgültig seit 2015 zusammen mit den Meraner Mitschwestern vom Sandplatz hier ihren Lebensabend verbringen. „Einen Sack voller Flöhe hüten wäre leichter“, lacht ein ergrautes „Fräulein“ aus dem kleinen Grüppchen der Herumwuselnden, die sich nur allzu gern für unsere Reportage ablichten lassen. Fotograf Oskar Zingerle wünscht sich noch ein Gruppenbild im sanft ansteigenden Park. Kein

Problem für Sr. Cristina und ihre Gefolgschaft, nur Sr. Esther setzt ihre Gehhilfe in Gang und ruft ihnen nach: „Hallo! Hallo, ich bin

1585 geboren, wuchs als Tochter eines Landedelmannes im elisabethanischen England zur Zeit der Katholikenverfolgung auf. Es sei angemerkt, dass zwei Jahre nach Marias Geburt Elisabeth I. ihre „katholische“ schottische Nichte Maria Stuart hinrichten ließ. Auch die Familie Ward musste ihren Glauben im Geheimen praktizieren. Einige Verwandte wurden wegen ihrer religiösen Gesinnung inhaftiert und gefoltert, andere hingerichtet. Marias tieffromme Großmutter, bei der sie längere Zeit lebte, musste 14 Jahre im Kerker verbringen. Den Ruf zum Ordensstand verspürte

Englischen Fräulein in Brixen: „Da ich keinerlei Hang zu weltlichen Neigungen empfand, was ich einzig der Güte Gottes danke, flößte er mir in jenem Augenblick ein solches Verlangen ein, nichts außer ihn zu lieben, so dass ich mich seit jener Zeit nicht an den geringsten gegenteiligen Gedanken erinnere.“ 1606 trat Maria in Flandern in das Klarissenkloster ein, erkannte aber bald, dass das nicht ihr Weg sei. Gemeinsam mit einer Handvoll junger Frauen nahmen sie im „Institut der Englischen Fräulein“ katholische englische Mädchen auf, die nach den jesuitischen Regeln leben sollten. Nonnen, die sich frei in der Stadt bewegten, erregten Ärgernis; Papst Urban VIII. löste 1631 die Vereinigung auf, Maria Ward wurde als Ketzerin neun Wochen inhaftiert. 1703, mehr als 50 Jahre nach ihrem Tod, erhielt die Kongregation das erste kleine Büchlein mit 81 Regeln, die ein Auszug waren aus den Konstitutionen der Jesuiten. Erst 1978 bekamen die Schwestern einen Teil der Konstitutionen in die Hand und 2003 dann die päpstliche Anerkennung „Ad Maximum“ mit der neuen Bezeichnung des Namens „Congregatio Jesu“, ein Wunsch der Gründerin von Anfang an.

Schulischer Erfolg. Die Schulge-

schichte der Englischen Fräulein in Brixen beginnt im Jahr 1739 nach einem jahrelang geführten Schriftverkehr zwischen dem Fürstbischof Kaspar Ignaz von Künigl und der Obersten Vorsteherin in München, Maria Magdalena Theresia von Schnegg. Nachdem alle Für und Wider seitens der Stadt und des Domkapitels gründlich abgewägt worden waren, sandte das Institut von Augsburg die Oberin von Mindelheim, Anna M. Josepha, Gräfin von Sarnthein, nach Brixen.

„Unzählige bekannte Brixner wie die Geschwister Letrari, Federico Giudiceandrea oder der Rai-Journalist Jimmy Nussbaumer besuchten unseren Kindergarten oder die Volksschule“_ Sr. Cristina Irsara auch noch da, fangt ja nicht ohne mich an!“ Der Alterssitz der Klosterfrauen war einst ein Geschenk der Deutsch-Rumänin Maria Christine

Maria erstmals mit 15 Jahren, als eine Magd ihr Klostergeschichten erzählte. Darüber liest man in der Dissertation von Margherita Überbacher über das Institut der

Am 11. Juni kam die Schwester des damaligen Weihbischofs Ferdinand Graf von Sarnthein in Begleitung dreier Gefährtinnen in Brixen an. In der ersten Zeit 5


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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

wohnten sie beim Weihbischof, der zeitlebens ein Freund und Gönner bleiben sollte. Nach langer Suche mieteten sich die Schwestern im „Fränkischen Haus“ ein, wo noch heute im oberen Stock des Laubenhauses Nr. 8 eine Hauskapelle zur Muttergottes daran erinnert. Im November nahmen die Ordensfrauen den Unterricht mit fünf Schülerinnen aus adeligem Hause auf. Gemäß den Vorstellungen der Gründerin wurden auch „gemaine schulkind“ aufgenommen, die in den Fächern Christenlehre, Französisch, Schreiben, Lesen, Zeichnen, Nähen und Stricken unterrichtet wurden. Die Zahl der Schülerinnen und der „Kostfräulein“ stieg unaufhaltsam, denn Schule und Erziehung der Englischen Fräulein genoss von Anfang an einen beachtlichen Ruf. Nach einigen Jahren boten die Räumlichkeiten im Laubenhaus nicht mehr genügend Platz, und Fürstbischof Künigl erstand für die Schwestern den „Sprinzenbergergarten“ samt Haus, Stadel und Stallungen an der Stadelgasse. Später kaufte die Oberin Anna M. Josepha von Sarnthein das „Krautgartl“ und andere Grund-

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Theatersaal des Instituts auf vielfache Weise genutzt, zum Beispiel für Konzerte und Theateraufführungen

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stücke dazu, worauf die Kirche 1765 mit Unterstützern wie die Kaiserin Maria Theresia erbaut wurde. Der Bau von Franz de Paula Penz und Georg Tangl und das Institutsgebäude wurden 1839 bei einem Großbrand zerstört. Die Schwestern fanden mit ihren

Schülerinnen Aufnahme im Kloster Neustift, bis sie wieder in die Stadt zurückkehren konnten. Die neue Kirche im klassizistischen Stil wurde von Josef Mühlmann und J. M. Peskoller ausgemalt und 1847 zu Ehren des hl. Josef eingeweiht. Aufgrund der Aufgeschlossenheit des Ordens konnten

„Untere Schul“ und „obere Schul“. Mit dem neuen Gebäude bestand nun auch die Möglichkeit der räumlichen Zweiteilung

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in der schmucken Kirche in den letzten Jahrzehnten immer wieder weltliche Konzerte und Kunstperformances stattfinden.

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Foto: Oskar Zingerle

Die Kapelle im Fränkischen Haus im Laubendurchgang erinnert heute noch an die erste Wirkungsstätte der Englischen Fräulein 1739 in Brixen in „untere Schul“ (unentgeltliche Stadtmädchenschule) und „obere Schul“ (kostenpflichtiges Pensionat für Adel und Bürgertum), die bis ins 20. Jahrhundert bestehen blieb. Im Laufe des 18. Jahrhunderts erweiterte sich das Lehrangebot der Englischen um eine „Arbeitsschule“, die später in eine allgemeine „Industrieschule“ umgewandelt wurde. Um 1855 stand in einem Bericht zu lesen, dass die „Kostmädchen nicht nur aus entfernten Gegenden unseres Landes kamen, sondern auch aus anderen Theilen der Monarchie, aus Wien, Baiern, der Schweiz, aus dem Königreich LombardoVenetien und Dalmatien“. Mit den Maigesetzen wurde das Unterrichtswesen unter staatliche Aufsicht gestellt, und so musste auch das Institutum Beatae Mariae Virginis (IBMV) um das Öffentlichkeitsrecht ansuchen. 1879 kam der positive Bescheid, was jährliche Inspektionen durch den k. k. Landesschulrat zur Folge hatte. Um die Jahrhundertwende musste die Schule zeitweilig schließen wegen häufig auftretender Krankheitsfälle wie Masern, Scharlach und Diphtherie oder der Spanischen Grippe. Im Ersten Weltkrieg erhielten aufgrund des fehlenden männlichen Lehrkörpers erstmals Kna-

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ben Zugang zur Mädchenschule; insgesamt besuchten damit 293 Kinder die Einrichtung. Das Schulgebäude diente immer wieder als Quartier für das Militär, sodass die Fräulein zweimal in die Schule der Tertiaren ausweichen mussten. Mit Beginn der faschistischen Ära 1922 wurden alle österreichischen Bücher aus der Bibliothek entfernt, der wöchentliche Fahnengruß wurde Pflicht, und statt Geburtstagfeiern für die Königinmutter fand als zentrales Ereignis die „Befana fascista“ statt. Die „Scuola D’Avviamento professionale“ kam einer berufsvorbereitenden Hauptschule gleich, und im Anschluss konnte eine „Scuola Tecnica commerciale“ besucht werden, die bis 1969 als Handelsschule bestehen blieb. „Ich fand die Schulzeit damals sehr aufregend“, gesteht die 92-jährige Marlene Goldiner Lauschmann, „wir durften singen und Theater spielen, und ich hatte eine adelige Freundin aus dem Hause Wittelsbach, die auf der Flucht vor den Nazis hier Unterschlupf fand.“

Erinnerungen an die Schulzeit. Nach den Wirren des 2. Weltkrieges, der desolaten wirtschaftlichen Lage in der Nachkriegszeit und nicht zuletzt aufgrund des neuen Mittelschulgesetzes führten die

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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft Im Gespräch mit dem „Brixner“ kramten die Ordensschwestern alte Erinnerungen hervor

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Englischen Fräulein ab 1965 nur noch einen Kindergarten, eine Volks-, eine Mittel- und Handelsschule. „Unzählige bekannte Brixner wie die Geschwister Letrari, Federico Giudiceandrea oder der Rai-Journalist Jimmy Nussbaumer besuchten unseren Kindergarten oder die Volksschule“, freut sich Sr. Cristina Irsara. Eine der langgedienten PerInserat Sett sonen im Orden war zweifelsfrei ember

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Sr. Irma Rizzi. Sie ließ sich zur Kindergärtnerin umschulen und übte diese Tätigkeit 40 Jahre lang aus. Sie war Novizenmeisterin (Institutsleiterin) und nach ihrer Pensionierung mehrere Jahre Hausoberin. 2011 übersiedelte sie nach Meran und verstarb dort 2016 im Alter von 92 Jahren. Sr. Adriana behauptet, sie könne sich an ihre Unterrichtszeit nicht mehr erinnern. „Ich weiß aber, dass wir spielend gelernt haben“, bekräftigt die resolute Dame, die elf Jahre Pförtnerin im Ordinariat war, „ich habe Geschichten erzählt, und die Kinder durften eine Figur nach ihrer Wahl darstellen“. Schöne Erinnerungen an die Schulzeit haben ehemalige Schüler wie Elmar Lutz: „Was für eine moderne Schwester wir doch hatten“, meint der Brixner. „Mater Esther hat sich sehr für uns eingesetzt, sie hat Gitarre gespielt, und wir durften einen Drei-Tages-Ausflug nach Tirol machen. Überdies waren wir überdurchschnittlich gut ausgebildet, und mein familiär bedingtes Freidenkertum wurde ohne weiteres akzeptiert“, unterstreicht der Gutsbesitzer. Aus gutem Grund hat er dafür gesorgt, dass auch seine Kinder bei den Englischen eingeschult wurden, „denn auf umfassendes Wissen kann man aufbauen“. Christine Scheidle staunt heute darüber, dass im Rechenunterricht schon damals differenziert wurde: „Ich durfte mit Hildegard Gasser in der letzten Bank sitzen und ganz selbständig Rechenaufgaben lösen“, berichtet sie. Ein besonderes Erlebnis waren die Ferienlager in Montan oder Vigiljoch, „wo mein Freund Christof Dejaco und ich im Auto des Pfarrers den weiten Weg zur Kirche fahren durften, weil

wir so schmal und zart waren“. Wenig Positives kann Elisabeth Flöss ihrer Schulzeit abgewinnen, denn in ihrer Wahrnehmung wurden Unterschiede gemacht, ob man „aus gutem Hause stammte oder ein armes Hascherl war“. Körperliche Züchtigungen waren an der Tagesordnung: „Ich hatte ständig Angst vor Bloßstellung und Demütigung“, bedauert sie, räumt aber gleichzeitig ein, dass diese Machtspiele auch an öffentlichen Schulen damals keine

von Sr. Annemarie Neuwirth und Sr. Mercedes Götsch geführt wurde. Schwester Adelgundis Kofler betreute mit einer weltlichen Erzieherin das 1955 neu errichtete Mädchenheim Marianum. Ab 1974 wurden die Pflichtschulen ganz aufgegeben und 1996 auch der Kindergarten. Für die Zweigstelle der LBA von Meran stellte die Congregatio Jesu etliche Räumlichkeiten zur Verfügung, bis der Bau des Pädagogischen Gymnasiums fertiggestellt war. Ab 2011 wurden die Heime bis vor wenigen Wochen vom Kolpinghaus geführt. Ihren Lebensabend verbringen die 19 Schwestern nun in der altersgerecht umgebauten Villa Imperial, unterstützt von zehn Angestellten. Sie sind in die Jahre gekommen, und gar einige sind gesundheitlich angeschlagen. Dennoch leisten sie noch Dienste in karitativen oder sozialen Bereichen. Mutter Oberin im Haus ist die 64-jährige Sr. Cristina, die in Brixen in bester Erinnerung ist. Sie war 30 Jahre lang Religionslehrerin in der Grundschule „Vinzenz Goller“ und im Pastoralbereich tätig. Danach ging sie für ein Jahr nach Jerusalem; anschließend wurde sie zur wohl jüngsten Hausoberin im

Die Schwestern der Congregatio Jesu waren über 250 Jahre lang in Brixen tätig; die Tracht der Ordensfrauen lehnte sich an die elisabethanische Mode an

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Seltenheit waren. Jeder Schüler wird seine ganz persönlichen Erinnerungen in sich tragen; man darf jedoch annehmen, dass die meisten angenehme Schuljahre erlebt haben, denn deren Kinder trudelten wiederum bei den Englischen ein.

Generalatshaus in Rom ernannt. Armut, Krankheit und Krieg erlebten die Englischen Fräulein, aber nichts konnte sie von ihrem Auftrag abbringen, sich jahrhundertelang für die Bildung von Mädchen einzusetzen. Für ihren Einsatz sei ihnen herzlich gedankt!

Von Bildung zu Erziehung. Ab

1970 konzentrierten sich die Schwestern auf die Erziehungsarbeit im Internat, das viele Jahre

irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Am 21. Oktoberfinden die Wahlen zum Südtiroler Landtag statt. Der „Brixner“ fühlt einigen Eisacktaler Kandidaten der verschiedenen Parteien in einer öffentlichen Podiumsdiskussion auf den Zahn.

LESERFORUM

Die Kandidaten werden dabei die Möglichkeit haben, ihre Kernthemen darzulegen und miteinander zu diskutieren. Außerdem werden sie Fragen beantworten, die unseren Lesern unter den Nägeln brennen.

Haben Sie eine Frage, die am 12. September im Forum Brixen beantwortet werden sollen? Schreiben Sie uns: leserforum@brixner.info

Walter Blaas

Philipp Achammer

(DIE FREIHEITLICHEN)

Alexander Fischer

(SVP)

Paula Bacher (SVP)

(SVP)

Helmut Tauber (SVP)

Magdalena Amhof (SVP)

Massimo Bessone (LEGA)

Maurizio Sabbadin (NOI PER L‘ALTO ADIGE SÜDTIROL)

Renate Prader

(PD)


LANDTAGS-

WAHLEN

2018 12 KANDIDATEN, 8 PARTEIEN

PODIUMSDISKUSSION

zwischen und mit Eisacktaler Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahlen 2018

Mittwoch, 12. September 2018, 20 Uhr Forum Brixen, Saal Prihsna Eintritt frei

Markus Frei

Nicolas Monese

(GRÜNE)

(TEAM KÖLLENSPERGER)

Sonja Rienzner

(SÜDTIROLER FREIHEIT)


INTERVIEW

Politik & Gesellschaft

„Ein einfacher Obstgarten“ WALTER KIRCHER, Obmann des Vereins heimat B/B/P, und MATHILDE GRÜNFELDER, Mitglied der Initiativgruppe „Open Space“, haben gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten Unterschriften gesammelt gegen das Exposé von André Heller zur zukünftigen Gestaltung des Hofburggartens. Im Gespräch mit dem „Brixner“ stellt sich allerdings heraus, dass die Attribute ihrer Ziele jenen von André Heller äußerst ähnlich sind.

Foto: Oskar Zingerle

Herr Kircher, Sie schreiben in Ihrer Presse-Aussendung, „Stadtleben braucht freie Bewegungsräume“. Nun, ehrlich gesagt hat Brixen im Gegensatz zu einer Großstadt nicht wirklich einen Mangel an freien Bewegungsräumen im Grünen. WALTER KIRCHER: Das stimmt schon, aber nicht in jener Qualität, wie sie ein einfacher Garten hergeben würde. Auch die Rappanlagen könnte man zum Beispiel als „einfachen Garten“ bezeichnen. Walter Kircher: Nein, denn dort ist Betrieb. In den Rappanlagen gibt es eine Straße, und es gibt Radfahrer, die oft mit erheblicher Geschwindigkeit hindurchbrausen. Sobald ein Fußgängerweg zugleich Radweg ist, wird ohne Rücksicht gefahren, und man kann nicht mehr von einer Ruhezone sprechen. Weil wir ihn schon haben, ist der Hofburggarten für mich der wirklich einzige Platz, wo sich Brixner aller Generationen zurückziehen könnten. Hier könnten sie die Natur beobachten,

Walter Kircher: „Radfahrer haben im Hofburggarten nichts zu suchen, bestimmt nicht“

––

den Wechsel der Jahreszeiten, die verschiedenen Gewächssorten, Bäume, Sträucher, Gräser. Das geht nur im Hofburggarten. Entschuldigung, ich muss da nachhaken: Das von Ihnen beschriebene Naturerlebnis habe ich überall, rund um Brixen. Walter Kircher: Es gibt Brixner, die kein Auto haben und nicht mehr so fit beim Gehen sind. Diese Leute möchten in einen Garten gehen, der sich praktisch hinter ihrem Haus befindet. Nicht alle Brixner verfügen über einen eigenen Garten. Der Hofburggarten bietet sich dafür an, ein Rückzugsort für alle Brixner zu werden, in dem sie Zeit verbringen. MATHILDE GRÜNFELDER: Eine solche Grünfläche ist eine unglaubliche Aufwertung für eine Stadt. Es gibt tausende Beispiele in anderen europäischen Städten: Ein Garten bringt sehr viel Lebensqualität mit sich, und die Brixner würden sich freuen über eine einfache gepflegte Grünzone. Es ist ein Unterschied, ob ich in einen Wald gehe oder in einen gepflegten

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Idee zu versenken, ohne klare Vorstellungen über eine eigene Lösung zu haben? Wenn es viele verschiedene Meinungen gibt, wird am Ende nichts realisiert ...

Foto: Oskar Zingerle

Garten, in dem ich Leute aus der Stadt begegnen kann auf eine andere Art und Weise als auf der Straße. Ich wünsche mir darin Sitzgelegenheiten und unterschiedliche Nutzungen – für Kinder, Jugendliche, Senioren.

Mathilde Grünfelder: Das stimmt nicht. Man muss eben den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen.

Das erinnert mich an den heutigen Herrengarten, der allerdings, wenn wir uns ehrlich sind, von sehr wenigen Brixnern genutzt wird.

Walter Kircher: Man muss eben in die Historie des Gartens eintauchen und eine Lösung finden, die Respekt zollt vor dieser Historie.

Walter Kircher: Es gibt sehr wohl Brixner, die den Herrengarten nutzen, auch als Weg in die Stadt. Alle, die hier durchgehen, freuen sich, durch einen Garten gehen zu können. Mathilde Grünfelder: Und man muss bedenken, dass der Herrengarten sehr klein ist, der Hofburggarten hingegen hat eine Fläche von über zwei Hektar. Das kann man sich gar nicht vorstellen, was es heißt, eine Grünfläche von zwei Hektar mitten in der Altstadt zu haben. Es ist interessant, denn André Heller hat dasselbe gesagt. Ihm werfen Sie vor, dass er mit seiner Projektidee den Hofburggarten zu einem ausschließlich touristischen Event-Garten machen will. Er selbst verneint dies aber strikt. Wie kommen Sie eigentlich zu Ihrer Einschätzung?

Ich habe mir Ihre verschiedenen Veröffentlichungen angeschaut, sie mit der bisherigen Projektidee Hellers verglichen und interessanterweise viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Warum schließen Sie aus, dass der von Heller gestaltete Hofburggarten nicht doch ein Raum werden kann, der genau jenen Kriterien entspricht, die Sie fordern?

Mathilde Grünfelder: „Die Qualität liegt in der Größe eines solchen Parks, in der Tatsache, dass der Besucher nur noch von Natur umgeben ist und vom Rummel in den Straßen nichts mehr mitbekommt“

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nach Brixen kommen würden, beginnt meine Skepsis. Wir leben in einer Zeit, in der man rund um die Welt die Auswirkungen

dere oder Schönbrunn oder durch den Botanischen Garten. Untertags sind diese Gärten frei zugänglich, und man spürt förmlich, dass Gäste

„Durch André Heller bekommt der Garten eine maßgeblich touristische Zweckbestimmung“_ Mathilde Grünfelder, Initiative „Open Space“ Walter Kircher: Ich war bei seiner Präsentation, und ich habe sehr genau in Erinnerung, dass er gesagt hat, es sei sein Anliegen, einen Anziehungspunkt für Touristen zu schaffen, die nur deshalb nach Brixen kommen, weil es den Heller-Garten gibt. In meiner Wahrnehmung ist es so, dass man dann nicht mehr vom Hofburggarten reden wird, sondern vom Heller-Garten. Das ist die Attraktion, mit der man Brixen beglücken will. Er hat aber auch gesagt, dass er sich wünscht, dass gerade die Brixner den Garten intensiv nutzen sollen. Ist „Attraktion“ für Sie ein negativ besetztes Wort? Walter Kircher: In dem Moment, wo eine Attraktion Leute von außen anziehen soll, die sonst nicht

des so genannten „Overtourism“ miterleben muss. Heute haben wir noch die Möglichkeit, Brixen davon zu verschonen. Nun, Brixner unserer Generation können sich andererseits noch sehr gut daran erinnern, dass Brixen jahrzehntelang als verschlafen galt und die Hotels mangels Nachfrage zwei oder sogar drei Monate im Jahr geschlossen blieben. Sie sprechen jetzt vom „Overtourism“. Ist das nicht etwas weit hergeholt? Walter Kircher: Ich möchte hier in Brixen nicht Fehler erleben, die in anderen Orten bereits passiert sind. Es gibt in ganz Europa viele geschichtsträchtige Gärten, die wunderschön und frei zugänglich sind. Wenn ich bei meinem Sohn in Wien bin, spaziere ich durch Belve-

und Einheimische dies zu jeder Jahreszeit zu schätzen wissen. Auch der Park von Schloss Schönbrunn ist damals von einem Planer oder Künstler gestaltet worden, vielleicht von einem André Heller jener Zeit, und dasselbe gilt für die Schlossanlage von Belvedere. Mit einem Obstgarten kann man beide Anlagen aber nun wirklich nicht vergleichen ... Walter Kircher: Man kann Gärten grundsätzlich nicht miteinander vergleichen. Auch in unserer Initiativgruppe und im Vorstand von heimat B/B/P hat jeder eine andere Vorstellung davon, wie dieser Garten aussehen könnte. Das heißt im Umkehrschluss, dass Sie heute versuchen, eine

Walter Kircher: Das schließen wir schon dadurch aus, dass man Eintritt zahlen muss, um diesen Garten besuchen zu können. Bei der Vorstellung des Exposés hat es geheißen, der Eintritt solle 10 bis 12 Euro kosten, und André Heller legitimierte dies mit der Aussage, eine Kinokarte hätte doch auch in etwa diesen Preis. Einen Kinobesuch kann man aber nicht vergleichen mit dem Besuch eines Gartens. Wenn es nur um die Zutrittsmodalitäten der Brixner zum Garten geht, gibt es aber viele Lösungsansätze – zum Beispiel über die SummerCard, mit der die Brixner zu sehr bevorzugten Bedingungen Zutritt hätten. Walter Kircher: Es gibt aber auch Brixner, die sich die SummerCard nicht leisten können. Und was passiert dann außerhalb der Sommerzeit, sobald die SummerCard ihre Gültigkeit verliert? Nun, auch das ließe sich wohl lösen. Theoretisch könnte die Gemeinde ja auch entscheiden, den Brixnern über ihre Bürgerkarte unbeschränkt Einlass zu gewähren. Mathilde Grünfelder: Es ist doch viel mehr eine Grundsatzfrage: Soll ein Garten zur Erholung da sein, oder soll es ein künstlerischer Schauraum sein? Wenn ich in den Heller-Garten gehe und es dort Menschenmassen gibt, die mich nicht an eine Oase der Ruhe erinnern, dann werde ich 13


Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

diesen Garten nach diesem ersten Mal nie wieder besuchen. An einem Sonntagnachmittag werde ich ganz sicher nicht in einen Garten gehen, wo 300 andere Leute drin sind. Ich verbinde das nicht mit Ruhe oder Erholung, sondern mit Stress. Wenn Sie die Ausführungen von André Heller bei seiner Präsentation nachlesen, werden Sie merken, dass er genauso denkt wie Sie. Heller will eine sprichwörtliche Oase der Ruhe schaffen, in dem sich Gäste wie Einheimische erholen können. Sein Ziel entspricht also zu 100 Prozent diesen Ihren Vorstellungen. Walter Kircher: Es ist schon ein Unterschied, ob man einen HellerGarten gestaltet, der ähnlich wie das Ötzi-Museum sehr viele Leute anlocken soll, oder ob es ein einfacher tagsüber frei zugänglicher Obstgarten werden soll. Bei der Präsentation hat Heller ja auch von einer Kontingentierung gesprochen: Wenn mehr als 300 Leute im Garten sind, sagte er, müssten die nächsten eben vertröstet werden. Ich frage mich: Wer wird dann vertröstet?

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Die Brixner oder die Gäste? Ich behaupte, die Brixner wollen keinen aufgedonnerten HellerGarten, sondern einen einfachen Garten, in dem alle jederzeit ganz spontan hineingehen können. Dieser Garten ist 750 Jahre lang ein Nutz- und Erholungsgarten gewesen – bisher nur für den Bischof, jetzt eben für alle Brixner.

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Mathilde Grünfelder: Wenn hier ein Heller-Garten entsteht, wird er de facto den Brixner Bürgern zur Nutzung entzogen. Diese Aussage kann ich nicht nachvollziehen, aber vertiefen wir doch gemeinsam die Diskussion: Sie fordern auf Ihrer Homepage, ich zitiere, „einen Hofburggarten, der Verbindung ist: Er verbindet Natur und Kultur, Geschichte und Gegenwart und verschiedene Stadtteile. Er ist vor allem ein Ort der Verbindung für die Menschen, die ihn besuchen“. Seien Sie mir nicht bös, aber dieser Satz könnte aus dem Exposé von André Heller stammen. Walter Kircher (lacht): Vielleicht hat er von uns abgeschrieben? Ich kann mich gut an seine Worte erinnern, und es stimmt schon: Er nähert sich langsam unseren Vorstellungen. Man bemächtigt sich der Attribute, die wir propagieren. Was wir unter Ruhe verstehen, hat er aber auf eine eigene Art und Weise im Kopf. Ich bin der Meinung, dass unsere Denkweisen trotz der ähnlichen Attribute sehr unterschiedlich sind. Wenn Sie an die Historie des Gartens anknüpfen wollen: Früher war der Hofburggarten lediglich eine Wiese mit ein paar Apfelbäumen und damit nicht vergleichbar mit einem Park à la Belvedere oder Schönbrunn ... Walter Kircher: Es war ein Garten im besten Sinne des Wortes. In ganz Europa gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Gärten, und sie haben nur eines gemeinsam:

Sie haben Pflanzen und Gewächse, die der Klimazone und der lokalen Tradition entsprechen, und man kann sie so genießen, wie sie eben sind, ohne dass jemand eine Komposition daraus gemacht hat. Vor drei Jahren fand in Brixen eine Tagung statt, in der eine Reihe von ausgezeichneten Beispielen genannt worden sind – übrigens ohne Anwesenheit von irgendeinem SVP-Vertreter, was ich sehr schade fand. Damals hat man auch die Führungskosten von verschiedenen Gärten analysiert. Die Stadträtin hat erklärt, dass das von der Gemeinde inzwischen verworfene Projekt der Landschaftsarchitekten des Büros „freilich“ exorbitant hohe Führungskosten mit sich bringen würde. Diese Zahlen sind nicht glaubhaft. Sie sind wirklich der Meinung, die Stadträtin hat diese Zahlen erfunden? Walter Kircher: Wie sie auf die genannten Beträge gekommen ist, ist mir in der Tat schleierhaft. Die von ihr genannten Führungskosten von jährlich 600.000 Euro stammen aus einer entsprechenden sehr detaillierten Expertise, die damals immerhin das Versuchszentrum Laimburg erstellt hat, das ja eine gewisse Erfahrung in der Führung solcher Strukturen aufweist. Walter Kircher: Ich mache ein Gegenbeispiel: Bad Homburg hat gezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, einen Garten zu gestalten, dessen Führungskosten dann doch nicht so hoch zu sein scheinen.


Nun, Bad Homburg ist nicht Brixen, und die Attraktivität eines Obstgartens in einem Gebiet, in dem es ringsum überall Obstanlagen gibt, könnte man auch gewaltig in Frage stellen. Mathilde Grünfelder: Ich habe einige Jahre in Leipzig gelebt, und in der Innenstadt von Leipzig gibt es zwei Stadtgärten. Diese Gärten schenken den Bewohnern eine unfassbare Lebensqualität. Dasselbe wollen wir für Brixen. Aber Leipzig hat 550.000 Einwohner ... ist das wirklich vergleichbar mit Brixen? Ich wiederhole: Unser Talkessel ist im Vergleich zu einer Großstadt voll von grünen Bereichen. Mathilde Grünfelder: Die Qualität liegt in der Größe eines solchen Parks, in der Tatsache, dass der Besucher nur noch von Natur

Wäre das grundsätzlich schlecht? Mathilde Grünfelder: Ja, absolut, denn damit geht die Oase der Ruhe verloren. Es ist kein öffentlicher Garten mehr.

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Natürlich ist er öffentlich. Es kann schließlich jeder hineingehen. Mathilde Grünfelder: Ja, aber nur gegen Bezahlung. Walter Kircher: Schauen Sie, ich habe zwei Jahre in München gelebt und kann mich noch sehr gut an den Residenzgarten erinnern, an den Englischen Garten oder auch an den Alten Botanischen Garten, der Tag und Nacht offen ist – da hat es nie Vandalismus gegeben. Gut, es war vielleicht auch eine andere Zeit. Den allerdings nur tagsüber geöffneten Hofburggarten stelle ich mir genauso vor – vielleicht auch als Durchgangsmöglichkeit vom Süden zum Domplatz oder in Zukunft auch von Ost nach West.

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„Ein Heller-Garten – das ist die Attraktion, mit der man Brixen beglücken will“_ Walter Kircher, Obmann von heimat B/B/P

Ist es ein Paradoxon, dass Sie von Mauern reden, um die Ruheoase zu schützen, und gleichzeitig einen „open space“ fordern? Mathilde Grünfelder: Nein, das ist doch kein Paradoxon. Es geht darum, einen schwellenlosen Zutritt zu haben, einen Garten, bei dem es nicht am Eingang zwei Leute gibt, die Geld von mir verlangen, damit ich in den Garten hineindarf. Mit frei und offen meinen wir auch, dass es nicht ein inhaltlich festgelegter Raum werden soll. Durch André Heller bekommt der Garten eine maßgeblich touristische Zweckbestimmung.

Die Radfahrer würden Sie aber aussperren ... Walter Kircher: Ja, die Radfahrer haben im Hofburggarten nichts zu suchen, bestimmt nicht. Der Garten soll nur für Gartengenießer zugänglich sein. Sind Sie der Meinung, dass ein Obstgarten, wie „freilich“ und Sie sich ihn vorstellen, in Brixen Anklang finden würde?

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Mathilde Grünfelder: Ja, mit Sicherheit. Aber wenn das wirklich der Fall sein sollte, würde er ja automatisch zur Attraktion, die wiederum viele Menschen anzieht. Walter Kircher: Viele nicht, er wird lediglich fleißig genutzt werden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man Schlange stehen wird müssen, um in den Garten zu gelangen. Einen Heller-Garten hingegen schaut man sich nur einmal an und dann nie wieder.

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umgeben ist und vom Rummel in den Straßen nichts mehr mitbekommt. Der Alois-Pupp-Park zum Beispiel oder die Rappanlagen sind zwar auch schön, aber sie sind nicht vergleichbar mit einem 2,5 Hektar großen Obstgarten. Allein die Tatsache, dass er von Mauern abgetrennt ist, eröffnet tolle Perspektiven.

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Die Gemeinde täte gut daran, das Projekt von „freilich“ wieder aus der Schublade zu holen.


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Ich darf Sie daran erinnern, dass auch das „freilich“-Projekt kein Podium vorsah, und die Idee von Heller ist lediglich ein unfertiges Exposé. Wir wissen ja noch gar nicht, ob das endgültige Projekt von André Heller nicht doch auch eine Fläche für Veranstaltungen vorsieht.

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Walter Kircher: „Ich bin der Meinung, dass unsere Denkweisen trotz der ähnlichen Attribute sehr unterschiedlich sind“

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Mit Verlaub: Genau diese Aussage ist für mich unverständlich. Wie ich André Heller kennengelernt habe, würde er Ihre grundsätzlichen Forderungen nach einer Ruheoase, in der sich Brixner und Gäste wohlfühlen sollen, sofort unterschreiben. Mathilde Grünfelder: Als eine Oase der Ruhe und Erholung wird der Heller’sche Garten am Ende dann auch vermarktet werden. Das wird er aber nicht sein, und

Ja, aber wir reden doch von Kostenwahrheit: Wenn die Gemeinde das „freilich“-Projekt realisieren würde, würde dies laut vorsichtiger Schätzung mindestens 2,5 Millionen Euro kosten; danach hat es aber jährliche Führungskosten von 600.000 Euro. Auf der anderen Seite habe ich ein Heller-Projekt, das in seiner Realisierung zwar teurer wäre, danach aber Einnahmen generiert, die durch den vergünstigten Eintritt für Einheimische

„Durch André Heller bekommt der Garten eine maßgeblich touristische Zweckbestimmung“_ Mathilde Grünfelder, Initiative „Open Space“

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Walter Kircher: Glauben Sie wirklich, André Heller würde zum Beispiel genehmigen, dass in „seinem“ Garten ein Podium für ein Konzert der Bürgerkapelle aufgestellt wird? Im Sommer, am Abend, wäre es doch schön, wenn der Garten als Veranstaltungsort genutzt würde, für Konzerte oder Sommerkino – immer unter der Voraussetzung, dass die Nachbarn nicht gestört werden.

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Ich zitiere eine zweite Forderung aus Ihrem Papier: Sie schreiben, „wir wünschen uns einen Hofburggarten, der vielseitig ist, vielfältig nutzbar und in ständiger Entwicklung entsprechend den Bedürfnissen seiner Besucher“. Ich kann mir auch in diesem Fall sehr gut vorstellen, dass auch André Heller sich mit diesem Wunsch identifizieren könnte ...

Walter Kircher: Es stimmt, wir wissen es nicht. André Heller hat uns von heimat B/B/P auch noch nie angehört, obwohl er eigentlich angekündigt hatte, dass er in einen Dialog mit den Brixnern treten wolle. Im Moment habe ich schon den Eindruck, dass er sehr selbstherrlich vorgeht. Vielleicht ist es für diesen Dialog noch eine Spur zu früh, denn er hat ja noch keinen offiziellen Auftrag ... Walter Kircher: Das mag sein, aber er könnte zumindest ein kleines Zeichen geben. Er könnte uns mitteilen, dass er neugierig ist auf unsere Vorschläge. Da kommt aber nix, und das war nach seiner Präsentation im Forum und einige Tage danach im Gemeinderat auch nicht zu erwarten. Im Grunde wäre dieser Dialog auch sinnlos, denn unsere Vorstellungen gehen viel zu weit auseinander.

die Enttäuschung der Besucher ist entsprechend vorprogrammiert. Es ist aber sein Anspruch und sein Ziel, eine wirkliche Oase der Ruhe zu schaffen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass er das nicht ehrlich meint. Walter Kircher: Eine Oase der Ruhe gegen Eintritt kann nie eine wirkliche Oase der Ruhe sein. Der Eintritt dient aber auch dazu, die Kosten zu decken. Sie fordern auf Ihrer Homepage ja „Kostenwahrheit und Kostengerechtigkeit“ und möchten ein „kostengünstiges Projekt“, das den Gemeindehaushalt nicht zu sehr belastet. Walter Kircher: Ein Garten, der einfach nur Garten ist, ist in seiner Herstellung natürlich günstiger als die Realisierung eines HellerProjektes.

fast ausschließlich von Touristen getragen werden. Unterm Strich würde die „freilich“-Lösung mit großer Wahrscheinlichkeit mittelfristig also mehr Steuergelder verschlingen. Mathilde Grünfelder: Es gibt ja noch keine Kostenaufstellung von André Heller. Diese Tatsache ist übrigens hochgradig intransparent. Das ist damit erklärbar, dass André Heller ja bisher lediglich ein Exposé geliefert hat. Eine realistische Kostenberechnung kann erst dann geliefert werden, sobald das Projekt steht. Mathilde Grünfelder: Das mag sein, aber wenn es tatsächlich eine touristische Attraktion werden wird, wird auch die Verkehrsinfrastruktur in Brixen nicht mehr ausreichen – diese Kosten muss man natürlich auch bedenken. Um so viele Touristen zu empfangen,


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braucht es zusätzlichen Parkraum und Bushaltestellen. Lassen Sie uns diese theoretische Aussage mit realen Erfahrungswerten hinterfragen: Bei Solimans Traum sind wochen-

– und den Wunsch, einen einfachen Garten zu bekommen, der in erster Linie für die Brixner da ist und nicht für die Gäste. Muss ein von André Heller gestalteter Garten, der positive

rat und für den Bürgermeister ist das nun eine etwas schwierige Situation. Natürlich haben wir auch Unterschriften von NichtBrixnern gesammelt, aber das Heller-Projekt soll ja zu 80 Prozent vom Land finanziert werden. Da

„Eine Oase der Ruhe gegen Eintritt kann nie eine wirkliche Oase der Ruhe sein“_ Walter Kircher, Obmann von heimat B/B/P

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Forum Br

lang jeden Tag in einem sehr begrenzten Zeitfenster von zwei Stunden 1.500 Zuschauer in die Hofburg geströmt, und ich hatte nicht das Gefühl, dass die Stadt deswegen kollabiert wäre. Auf der anderen Seite kann ich es mir nicht vorstellen, dass der HellerGarten täglich recht viel mehr Menschen anlocken kann. Wie kommen Sie zu Ihrem Szenario? Mathilde Grünfelder: Die Erfahrung von Soliman kann man doch nicht als Beispiel verwenden, denn ein Heller-Garten hätte eine ganz andere Strahlkraft. Der Brixner Gemeinderat hat ohne Gegenstimme das HellerExposé gutgeheißen. Kann man diesem politischen Gremium so ohne weiteres seine demokratische Legitimation absprechen? Walter Kircher: Eigentlich nicht, aber andererseits kann man auch die fast 4.000 Unterschriften nicht ignorieren. Es ist für mich offensichtlich, dass man sich bei dieser politischen Entscheidung verkalkuliert hat. Die Gemeinderäte, vor allem jene der Südtiroler Volkspartei, sind wohl davon ausgegangen, dass die ganze Stadt für das Projekt von André Heller ist. Das kann ich mir nicht vorstellen, denn es ist doch klar, dass jedes größere Projekt Befürworter und Gegner hat. Wie war übrigens Ihre Fragestellung bei der Unterschriftenaktion?

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Walter Kircher: Wir haben die Leute gefragt, ob sie einen offenen und tagsüber frei zugänglichen Hofburggarten wollen, der möglichst einfach eingerichtet ist und der jener Nutzung entspricht, die er 700 Jahre lang hatte. Mathilde Grünfelder: Viele Unterzeichner haben die Befürchtung geäußert, dass die Altstadt den Ansturm nicht bewältigen könnte

Effekte auf eine funktionierende Wirtschaft hätte, zwingend negative Auswirkungen auf die Stadtgemeinschaft haben? Walter Kircher: In den Dimensionen, in denen man das heute plant, sind die negativen Auswirkungen vorprogrammiert. Diese Dimensionen sind ja lediglich eine Supposition von Ihnen, um beim Beispiel von Solimans Traum zu bleiben. Walter Kircher: Ich möchte unsere Unterschriften-Aktion auch gar nicht überbewerten, aber ich bin schon der Meinung, dass diese Anzahl an Unterschriften für Brixen beachtlich ist. Für den Gemeinde-

geht es also um Steuergelder von allen Südtirolern. Ja, aber wenn keine Einnahmen generiert werden, bleibt die Steuerbelastung ausschließlich bei den Brixnern. Es gab übrigens zahlreiche Beschwerden, dass Ihre Mitstreiter teilweise ziemlich konsequent und mit suggestiven Aussagen die Passanten zur Unterschrift bewegt haben sollen. Walter Kircher: Das darf ich zurückweisen, diese Aussage stimmt überhaupt nicht. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Meine Meinung Willy Vontavon Brixen hat wenige Jahre nach der anstrengenden Seilbahn-Diskussion nun also wieder eine Unterschriftensammlung gegen ein Projekt, und interessanterweise entstammt die Initiative teilweise aus demselben Umfeld wie damals. Trotz der Gefahr der Spaltung einer Gesellschaft mit sämtlichen negativen Begleiterscheinungen, die wir Brixner noch in lebhafter Erinnerung haben, ist gegen eine Bürgerinitiative grundsätzlich natürlich nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil: Demokratie lebt davon, dass jeder seine Meinung äußern darf. Demokratie lebt aber auch davon, dass eine Bevölkerung ihre Repräsentanten wählt, die dadurch legitimiert sind, im Zeitraum ihrer Amtszeit Entscheidungen zu treffen. Die derzeitigen Repräsentanten der Bevölkerung im Brixner Gemeinderat haben sich ausführlichst über Vor- und Nachteile der Vision von André Heller für den Hofburggarten informiert und parteienübergreifend ohne Gegenstimme – ich wiederhole: ohne Gegenstimme! – die Stadtverwaltung beauftragt, die nächsten Schritte zur Finanzierung und möglichen Realisierung zu setzen. Es wäre im Grunde hochgradig undemokratisch, wenn sich eine Stadtverwaltung von einer Unterschriftensammlung von ihrem Weg abbringen ließe, denn erstens entspricht die Anzahl der Unterschriften im Vergleich zur Anzahl der Bürger immer noch eine Minderheit, und zweitens stellt sich für mich in diesem Zusammenhang unweigerlich die relevante Frage, mit welcher Projektkenntnis ein Teil jener Leute eigentlich ausgestattet ist, die sich gegen Heller ausgesprochen haben. Im Interview mit dem geschätzten Walter Kircher und mit Mathilde Grünfelder habe ich ganz bewusst versucht, die beiden etwas in die Enge zu treiben und hin und wieder auch mit Fakten ihre Aussagen zu widerlegen. Mein persönliches Fazit aus diesem sehr freundlichen Gespräch lautet: Das Projekt André Hellers, das auch ich mir sehr genau angeschaut habe, weist viel mehr Gemeinsamkeiten mit den Vorstellungen der Initiativgruppe auf als sie selbst es sich heute vorstellen können.


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Schnell reagiert! z In der letzten „Brixner“-Ausgabe haben wir über die Situation in der Vahrner Dorfstraße berichtet, deren Anrainer den Verkehr wegen zu schnell fahrender Autos als gefährlich und belästigend empfunden haben. Die Lösung sah man in der Montage einer SpeedcheckBox, die allerdings auf sich warten ließ, weil die Gemeinde andere Straßenabschnitte als gefährlicher

Foto: Oskar Zingerle

und somit prioritär behandelt hat. Nur wenige Tage nach Erscheinen der „Brixner“-Ausgabe ist die lang ersehnte Speedcheck-Box nun endlich montiert worden – sehr

zur Zufriedenheit der Anrainer, die sich nun nicht nur sicherer fühlen, sondern auch nachts besser schlafen, weil der Lärmpegel vor allem auf den gepflasterten

Abschnitten deutlich gesunken ist, wie man dem „Brixner“ mitgeteilt hat. Ende gut, alles gut! oz

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Politik & Gesellschaft SÜDTIROL

Land unterstützt Rentner z „Mehr zum Leben, weniger Sorgen“: Diese Informationskampagne wurde vom Land ins Leben gerufen, um möglichst vielen Rentnern eine Verbesserung ihrer monatlichen finanziellen Verfügbarkeit zu ermöglichen. „Das Land Südtirol unterstützt Rentnerinnen und Rentner, die sich schwertun, mit ihren Pensionsbezügen bis ans Monatsende zu kommen“, erklärt dazu Landesrätin Martha Stocker. „Wir haben nun die seit 2014 geltenden Zugangskriterien geändert und den Zuschuss zu Miete und Wohnnebenkosten wie zum Beispiel Heizkosten, Strom-

kurz

notiert

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oder Wasserrechnung angehoben.“ Ab sofort kann deshalb jeder mit einem Mindestalter von 65 Jahren und einer Rente von maximal 9.000 Euro netto im Jahr – das sind 750 Euro im Monat –, der zudem im Besitz einer Erstwohnung ist oder in Miete wohnt, beim Sozialsprengel am 21. jeden Monats um einen Landesbeitrag in der Höhe von 200 Euro ansuchen. Rentner, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, aber dennoch über ein niedriges Einkommen verfügen, können beim Sozialsprengel überprüfen lassen, ob Anrecht auf den „normalen“, etwas niedrigeren Beitrag

Um den Postdienst zu verbessern, hat die Südtiroler Landesregierung 27 Verträge zur Anstellung von Briefträgern unterzeichnet; 18 befristete Arbeitsverträge wurden in unbefristete umgewandelt und neun Stellen neu besetzt. Drei dieser Postboten kommen in Brixen zum Einsatz.

Foto: GettyImages

Politik & Gesellschaft

VAHRN

auf die Wohnnebenkosten besteht. Bei Einzelpersonen liegt die Einkommensgrenze hierfür bei etwa 1.090 Euro im Monat, bei Paaren bei 1.420 Euro. Außerdem können jene Rentner, die eine Rente bis

etwa 1.330 Euro im Monat beziehen und in einem privaten Mietverhältnis stehen, um einen zusätzlichen Mietbeitrag ansuchen; für Paare wurde der Betrag auf etwa 1.740 Euro festgesetzt. sas

In Natz-Schabs entstehen neue Wohnflächen: Das SchmiedHaus im Zentrum von Natz soll abgerissen und neu aufgebaut werden, der Gemeinderat hat den Durchführungsplan für die neue Wohnbauzone Weinberg in Raas genehmigt, und bei der Wohnbauzone St. Sebastian in Aicha wurde das letzte freie Baulos vergeben.

Mit dem „rosa Parkschein“ können in Brixen ansässige Schwangere und Mütter von Kindern unter einem Jahr auch auf kostenpflichtigen Parkplätzen bis zu zwei Stunden gratis parken. Wer den Schein bei der Ortspolizei anfordern möchte, benötigt ein ärztliches Attest.


NACHGEFRAGT

„Angeboten wird Mode für die Frau“ Frau Thaler, die Organisation „Helfen ohne Grenzen“ plant, am 22. September in Brixen einen Vintage-Mode-Bazar zu veranstalten. Welche Überlegung steckt dahinter? Wie bekannt, sind wir von „Helfen ohne Grenzen“ im Grenzgebiet zwischen Burma/Myanmar und Thailand tätig. Mit unserer Tätigkeit wollen wir den Menschen dort, vor allem den Kindern und Jugendlichen, die Möglichkeit einer lebenswerten Zukunft schenken, zur Völkerverständigung beitragen und Kompetenzen zur Selbsthilfe fördern. Zur Finanzierung dieser Projekte sind wir auf Spen-

den angewiesen. Daher kam die Überlegung, jetzt im September mit dem Vintage-Mode-Bazar in Brixen zu starten. Dieses Event wollen wir dann als jährliche Veranstaltung etablieren – und darüber hinaus gleichzeitig auch zur Nachhaltigkeit beitragen. Der genaue Veranstaltungsort steht derzeit aber leider noch nicht fest. Werden nur gebrauchte Kleider und Accessoires angeboten? Wir haben gut erhaltene Kleider und Accessoires in ganz Südtirol gesammelt, und von einem Brixner Modeunternehmen bekommen wir neue Kleider. Es soll auf diese Weise ein guter Mix

zwischen Second-Hand und nicht getragener Kleidung entstehen. Wie wird der Preis für die einzelnen angebotenen Stücke festgelegt? Gibt es auch ein Rahmenprogramm? Es gibt für jedes Produkt einen Richtpreis, und wir hoffen sehr auf die Spendierfreudigkeit der Frauen – es wird nämlich nur Mode für Frauen angeboten. Und es gibt auch ein Rahmenprogramm für die Frau. Wir denken an eine Stilberaterin oder Schönheitspflegerin. Das heißt aber nicht, dass Männer ausgeschlossen sind!

Foto: Oskar Zingerle

KARIN THALER, Geschäftsführerin der Organisation „Helfen ohne Grenzen“, über einen Vintage-Mode-Bazar in Brixen – und wie man damit Gutes tun will.

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„Gefahr muss eingedämmt werden“ z Am 19. Juni gerieten die alten Holzbahnschwellen im südlichen Bahnhofsgelände von Brixen in Brand. Grund dafür war starke Hitze, die durch die extreme Sonneneinstrahlung hervorgerufen wurde. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas forderte nun in einer Pressemitteilung den sofortigen Austausch der Holzbahnschwellen. Auf die Anfrage von Blaas im Landtag antwortete Landesrat Florian Mussner, dass sich diese Holzbahnschwellen ausschließlich bei jenen Eisenbahnen befinden würden, die dem staatlichen Schienenverwalter RFI gehören – „daher ist das Land nicht

zuständig für eine eventuelle Ersetzung“. Holzbahnschwellen, die Carbolineum enthalten, würden bereits seit Jahren nicht mehr hergestellt. Die abgenutzten Bauteile werden nach und nach durch ökoimprägnierte Bahnschwellen ersetzt, sagte Mussner. Im Erneuerungsmehrjahresprogramm sei, soweit technisch möglich, ein Austausch durch Bahnschwellen aus PSC-Drähten vorgesehen. Laut Blaas müssten die Holzbahnschwellen schon allein wegen der möglichen Brandgefahr und den gesundheitsschädlichen Stoffen, mit denen sie imprägniert wurden, ausgetauscht werden. sas

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Neues Angebot in Seniorenwohnheimen z Die Aufnahme ins Seniorenwohnheim ist für die betroffene Person und deren Angehörige ein großer Schritt: Sie stellt eine Veränderung dar, die anfangs sehr beängstigend wirken kann. Auch die letzte Lebensphase ist für alle eine intensive Zeit. Um vor allem diese zwei Lebensabschnitte für die Senioren und deren Angehörige und Bezugspersonen zu erleichtern, bieten die Seniorenwohnheime in Brixen

und Klausen die Möglichkeit des so genannten „rooming-in“. Dabei wird es den Angehörigen erlaubt, bei Heimeintritt und am Lebensende – wenn möglich im selben Zimmer – für einen begrenzten Zeitraum zu wohnen, um das Betreuungsteam besser kennenzulernen, um den Senioren bei diesem Schritt zu helfen und beizustehen und um gemeinsam Abschied nehmen zu können. lv

BRIXEN

Vereinbarung zum Hofburggarten unterzeichnet z Im Rathaus von Brixen unterzeichneten Bürgermeister Peter Brunner, Hofburg-Präsident Josef Matzneller und Franz Kripp als Generalbevollmächtigter der Diözese Bozen Brixen vor kurzem die vom Stadtrat im Juni genehmigte Vereinbarung zur Führung, Aufsicht, Nutzung und Koordinierung des Hofburggartens. Damit können nun die nächsten Schritte für die Planung und Umsetzung des Konzepts von André Heller zur Neugestaltung des Hofburggartens erfolgen, das der Gemeinderat im vergangenen Dezember ohne Gegenstimme gutgeheißen hatte. Ziel der nun unterzeichneten Vereinbarung ist die Neuregelung und Verlängerung des Mietverhältnisses für den Hofburggarten aufgrund 22

von André Hellers Gestaltungskonzepts, das darauf ausgerichtet ist, den Garten im Einklang mit dem Gesamtensemble der Hofburg aufzuwerten. Demnach soll eine enge Kooperation mit der Hofburg Brixen angestrebt werden, um den kulturellen und historischen Wert der Hofburg und des Hofburggartens verbinden zu können; die

Gestaltung und Führung des Hofburggartens erfolgen im Rahmen des Gesamtkonzepts der Hofburg als Museum. Als nächstes wird nun die Vereinbarung zwischen der Gemeinde Brixen und dem Land Südtirol zur Finanzierung des Gartens unterzeichnet. Die Planung und Realisierung der Arbeiten zur Neugestaltung des

Gartens erfolgen durch die Gemeinde Brixen, wobei das Land Südtirol 80 Prozent der Mittel bereitstellt, da es sich um ein Projekt von Landesinteresse handelt. Man rechnet damit, dass die Vorbereitungsarbeiten bereits im Spätherbst dieses Jahres in Angriff genommen werden können. oz


BRIXEN

z „Sich mit Bildung zu befassen bedeutet, die Kultur besser zu verstehen“, erklärt Schuldirektorin Elisabeth Flöss in einer Presseaussendung, in der sie Asylsuchende zur Schulbildung motiviert. In der Brixner Mittelschule „Michael Pacher“ gibt es nämlich ab dem kommenden Schuljahr eine Abendschule für Asylsuchende und eingewanderte Menschen, die nach Abschluss das Mittelschuldiplom in der Hand halten können. An drei bis vier Abenden pro Woche werden die Schüler auf die Mittelschulprüfung im Juni 2019 vorbereitet. Elf Männer aus Gambia, Ghana, der Elfenbeinküste und aus Afghanistan zwischen 20 und 47 Jahren haben sich bereits in einem viermonatigen Kurs auf die Abendschule vorbereitet – Grundkenntnisse in Deutsch sind nämlich vonnöten. Elisabeth Flöss zeigt sich beeindruckt von den vorbereitenden

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Abendschule für Asylsuchende

Schuleinheiten, die im Frühjahr stattfanden: „Der Einsatz der Lehrkräfte war groß, ihre Empathie und professionelle Kreativität begeisternd, die Freundlichkeit und natürliche Dankbarkeit der Schüler inspirierend. Die geflüchteten Menschen werden durch Bildung laufend kritischer, selbst-

bewusster und selbstständiger“, freut sich die Schuldirektorin. Gepaukt werden ab 10. September in zwölf Wochenstunden die Fächer Deutsch, Bürgerkunde, Geografie, Geschichte, Italienisch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Die Schultage werden mit der Arbeitssituation

der Schüler abgestimmt. Es gibt noch freie Plätze für die heurige Abendmittelschule, für die man sich per E-Mail an elisabeth. floess@schule.suedtirol.it so schnell wie möglich anmelden kann. Weitere Informationen erteilt die Direktorin unter 0472 833313. eh


„Wir sind ständig im Fluss“

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Menschen & Meinungen

PORTRAIT

Seine Kultur schätzen und schützen – darauf kommt es HANS-CHRISTOPH VON HOHENBÜHEL an. Als Leiter des Südtiroler Kulturinstituts wird er wohl einiges bewegen, doch über die Zukunft spricht er heute noch nicht gerne: „Es ist alles noch zu frisch“.

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ie weitläufige Altbauwohnung in der Brixner Runggadgasse wirkt wie ein kleines Refugium. Stilvoll eingerichtet, kleine Kunstwerke neben Alltagsgegenständen, eine weiß-grau getigerte Hauskatze, die siegessicher ihren Platz behauptet, und Bücher, Bücher, Bücher. Seit knapp drei Monaten ist Hans-Christoph von Hohenbühel Präsident des Südtiroler Kultur­ institutes. Ein paar neue Impulse hat er bereits im Kopf, „über die Zukunft rede ich aber noch nicht so gerne“. Dafür sei alles noch zu frisch. Er sei überrascht gewesen, sagte er, dass man ihn dafür haben wollte. Hans-Christoph von Hohenbühel ist nämlich ein Mensch, der lieber im Hintergrund bleibt. Das Ehrenamt sieht er als Verpflichtung der Gesellschaft und auch sich selbst gegenüber. Aus einer tiefen Dankbarkeit heraus, die Antrieb für alles in seinem Leben ist, hat er die Aufgabe angenommen. Ganz neu ist sie für ihn allerdings nicht: Seit vier Jahren sitzt der geprüfte Bankkaufmann auch im Verwaltungsrat des Südtiroler Kulturinstituts. Noch besser werden, zeitgemäße Impulse setzen, „für die Leute da sein“, die Geschichte und vor allem die Zukunft seiner Heimat sind ihm ein echtes Herzensanliegen.

verbrannt.“ Über 300 Veranstaltungen im Jahr, die meisten zu 90 Prozent ausgelastet, sind Beweis für Vitalität und Spannung. Musste man vor Jahrzehnten noch weit fahren, um Hochwertiges in der Kultur zu erleben, so haben die Pioniere im Kulturinstitut, „es waren echte Kulturhaudegen“, ein Rad in Bewegung gesetzt, das es weiter zu drehen gilt, vielleicht nicht unbedingt schneller, aber mit dem nötigen Weitblick. „Welchen Pass ein Mensch hat, ist im Grunde egal; was nicht egal ist, ist seine Kultur.“ Es ist angenehm, mit dem redegewandten und versierten Baron zu plaudern. Er ist sehr belesen, vielseitig interessiert, und er äußert sich stets mit Bedacht. Sich die Zeit zu geben, etwas zu begreifen, den feinen Unterschied zwischen Wissen und Information zu erkennen, „weil ich das, was ich studiere, auch fühlen muss“, und die Courage zu haben, Farbe zu bekennen, wenn es darauf ankommt, machen ihn zu einem herausfordernden Gesprächspartner mit einer ausgefeilten Sprache. Und er ist ein Freund des Protokolls: „Benimm-dich-Regeln erleichtern ganz einfach das Zusammenleben.“ Eine weitere seiner Leidenschaften gehört dem Burgeninstitut, dessen Präsident sein

ist nach Thüringen das Land mit der größten Burgendichte in Europa. „Ein Land voller Wurzeln, die uns geprägt haben.“

Geschichte und Zukunft verknüpft. Hans-Christoph von

Hohenbühel ist auch ein guter Zuhörer. „Ideen und Lösungen entstehen am besten durch Austausch, im Dialog und vor allem durch Zuhören.“ Seine Lebensphilosophie ist einfach und trotzdem nicht immer leicht umzusetzen: „Man hat dort seine Aufgabe zu erfüllen, wo man gerade ist, und man hat sie gut zu erfüllen.“ Geschichte zu festigen und gleichzeitig den Fokus auf die Zukunft zu legen – dieses Motto zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Hans-Christoph von Hohenbühel. Sein Bruder Alexander ist Historiker; „der Tüftler in der Familie“ hat sich intensiv mit der Familiengeschichte derer von Hohenbühel genannt Heufler zu Rasen auseinandergesetzt und vor fünf Jahren ein Buch entstehen lassen, „als Geschenk zu meinem 50. Geburtstag.“ Sich auf die Geschichte, auf seine eigene Geschichte zu besinnen, ist ein starker Anker. „Wir sind schließlich ständig im Fluss.“ Er ist mit fünf Geschwistern in Eppan auf dem Ansitz Gleifheim aufgewachsen. Nach der Volk-

„Welchen Pass ein Mensch hat, ist im Grunde egal; was nicht egal ist, ist seine Kultur“ _ Hans-Christoph von Hohenbühel Vitalität und Spannung. Das

Südtiroler Kulturinstitut begleitet als einer der größten Kulturträger seit 1954 die Geschichte des Landes. „Wenn man seine Kultur schützt, dann wird man nicht 24

Bruder Carl Philipp ist. HansChristoph von Hohenbühel war vor knapp 30 Jahren Mitinitiator der Südtiroler Burgeninstitut-­ Jugend und sitzt seit dem Jahr 2000 im Verwaltungsrat. Südtirol

schule kam er in das Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch. Von dieser Zeit, „sie war hart, aber schön“, zehrt er bis heute, jesuitische und benediktinische Weisheit leiten ihn in vielen Be-

reichen seines Lebens. Eine seiner Schwächen ist, dass er schwer Nein sagen kann. Dafür liegen ihm Land und Leute, Kultur und Gesellschaft einfach zu sehr am Herzen. Seit 1989 ist er Ehren- und Devotionsritter des Souveränen Malteser Ritterordens und hat mittlerweile eine Reihe von verantwortungsvollen Positionen inne. Ziel des katholischen Ordens, der im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründet wurde und der weltweit 13.500 Mitglieder hat, ist es, Alte, Behinderte, Flücht-


EINE FRAGE DER BALANCE: Seit knapp drei Monaten leitet Hans-Christoph von Hohenbühel das Südtiroler Kulturinstitut

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linge, an tödlichen Krankheiten Erkrankte und Leprakranke – unabhängig von Religion oder Herkunft – karitativ zu unterstützen. Es sind die kleinen Wunder, jene Wunder, wenn man zum Beispiel mit glücklichen Menschen von Wallfahrten zurückkommt, die ihn fesseln.

Ehrenamt heißt dienen. Freiwil-

ligendienst ist für ihn auch mit ein klein wenig Egoismus verbunden, positiven Egoismus wohlgemerkt, „etwas, das uns die Verantwortung erfahren und erleben lässt,

für andere Menschen und für das Land“. Ehrenamt heißt dienen. Hans-Christoph von Hohenbühel ist Mitglied des Rotary Clubs Brixen, dessen Ziele humanitäre Dienste sowie Einsatz für Frieden und Völkerverständigung sind. Als Rotarier lebt er seine humanistische Gesinnung, die auch sehr pragmatisch und bodenständig ist. Vielleicht auch deswegen hat Hans-Christoph von Hohenbühel 2015 den Rotary-ARThandicapAward ins Leben gerufen. Weil es um Würde geht. Und um die Vielfalt an verborgen geglaubten

Fähigkeiten. Es sind unglaubliche Bilder, die sich um die Auszeichnung bewerben, Gemälde, die das Leben in seiner Unverfälschtheit wiedergeben. Die Balance zu halten zwischen der Arbeit als selbständiger Unternehmer im Bereich Anlageberatung und Vermögensmanagement und dem ehrenamtlichen Engagement für die Gesellschaft mag nicht immer leicht sein. Eine Kraftquelle war und ist für ihn stets die Familie, seine Frau, „ohne meine Monika wäre ich nichts“, und seine zwei Kinder.

Dann hat er noch ein kleines Rezept: „Ich nehme mich selbst nicht so ernst.“ Für den Banker mit der ausgeprägten humanistischen Gesinnung ist feiner Humor wichtig. Genauso wie Diplomatie. „Und man darf sich nicht zu schnell einkochen lassen von Menschen, die marktschreierisch auftreten.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 25


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Pietro De Zolt verstorben z Völlig unerwartet wurde Pietro De Zolt am 28. Juli aus dem Leben gerissen. De Zolt, der über Jahrzehnte Kommandant der Brixner Stadtpolizei war, verstarb ganz plötzlich nach einer Bergtour im Piemont. Den Ausflug hatte er mit einer Gruppe der CAI-Sektion Brixen unternommen, bei dem er nicht nur Mitglied war, sondern der er auch jahrelang als Präsident

vorgestanden hatte. Erst vor zwei Jahren, im Mai 2016, trat De Zolt nach 36 Jahren als Kommandant seinen Ruhestand an, den er vor allem in den Bergen genoss. Unter zahlreicher Teilnahme der Brixner, des CAI Brixen sowie von Mitarbeitern der Stadtpolizei wurde dem 65-Jährigen in der Brixner Pfarrkirche die letzte Ehre erwiesen. Er hinterlässt seine Frau

Annemarie, seine Tochter Claudia und seine Enkeltochter Lara. eh

M&M Menschen & Meinungen

IN EIGENER SACHE

Cheese!

kurz

notiert

26

Roger Pycha, seit 1999 Direktor des Psychiatrischen Dienstes in Bruneck, wechselt in den Gesundheitsbezirk Brixen. Dort übernimmt er ab 1. September die Nachfolge von Josef Schwitzer. Pycha habe Erfahrung und klare Vorstellungen zur Entwicklung des Psychiatrischen Dienstes in Brixen, so die Expertenkommission zur Auswahl.

z Glücklich machen kleine Sachen, oft auch nur ein Kinderlachen – und genau dieses Kinderlachen möchten wir, wie jedes Jahr, im „Brixner“ veröffentlichen. Für die Kinderfotoaktion suchen wir Bilder von lustigen und besonders süßen Kindern aus Brixen und Umgebung, die Ende September dann aus dem „Brixner“ grinsen werden. Sommer, Sonne, Strand und Meer eignen sich ja bekanntlich besonders gut für bunte Schnappschüsse – auf die wir uns bereits jetzt freuen. Wir rufen deshalb alle Eltern, Verwandte und Bekannte auf, uns innerhalb 12. September die Fotos ihrer kleinen

Lieblinge per E-Mail an fotoaktion@ brixner.info zu senden oder in unserer Redaktion in der Brennerstraße 28 in Brixen vorbeizubringen. Die Bilder sollten mindestens 500 KB groß, mit Vor- und Nachnamen sowie Adresse und Telefonnummer versehen sein. Zudem bitten wir darum, uns nur ein Foto pro Kind zukommen zu lassen. Sobald das Foto eingereicht wird, gilt dies automatisch auch als Einwilligung zur Veröffentlichung. Die Redaktion wählt unter den Einsendern einen Gewinner aus, auf den ein tolles Überraschungsgeschenk der Brimi wartet. eh

Christoph Nössing hat die „Probezeit“ bestanden und ist nun fixes Mitglied des Altstadtfest­ komitees. Bei der heurigen Ausgabe des Festes unterstützte er den Präsidenten Joachim Kerer und die anderen Komiteemitglieder bei der Organisation der 20. Ausgabe des Altstadtfestes.

Julia Pfeifer, die in Neustift wohnt und in der VHS-Zweigstelle in Brixen arbeitet, hat unlängst die Zusatzausbildung „Zertifizierte Erwachsenenbildnerin“ abgeschlossen. Pfeifer ist damit eine der wenigen Südtirolerinnen, die dieses Zertifikat der Weiterbildungsakademie Österreich (wba) erworben hat.


O o op s

LAMMento

mein Hoppala

Silvia Nitz, Mutter & Zahnarztassistentin

Il buono, il brutto, il cattivo

Die falsche Sparte Einige Flecken auf der Haut und juckende Stellen machten meiner damals dreijährigen Tochter für einige Zeit das Leben schwer. Von Pontius bis Pilatus, von einem Arzt zum nächsten liefen wir, aber niemand konnte uns so recht helfen. Meine Freundin Petra erzählte mir dann von einer tollen Hautärztin, bei der sie vor kurzem war und die ihre Beschwerden auch erfolgreich lindern konnte. Ich bat sie um die Nummer und versuchte, die Ärztin zu erreichen. Nach einigen Versuchen hob sie ab, und ich erläuterte ihr in aller Ausführlichkeit die Geschichte meiner Tochter samt Verlauf der Krankheit. Sie hörte mir aufmerksam zu. Als ich dann um einen Termin bat, erklärte sie mir, dass es eventuell vielleicht doch besser wäre, wenn ich in dieser Sache eine Dermatologin konsultieren würde; sie selbst sei – als Gynäkologin – eigentlich für andere Probleme zuständig. Als ich mich nach dieser Schockaussage wieder gefangen hatte, bat ich um Entschuldigung und stellte meine Freundin sofort zur Rede. Diese hatte mir versehentlich die Telefonnummer ihrer Frauenärztin durchgegeben, konnte sich aber trotzdem köstlich über meinen Fauxpas amüsieren.

Leser kochen für Leser

mmh!

Zitronenkuchen > Zutaten 100 g Butter 50 g Zucker 140 g Mehl 2 Esslöffel Wasser 250 g Topfen 2 Eier 1–2 Zitronen 10 g Speisestärke

> Zubereitung Den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Kuchenform einfetten und mit etwas Mehl bestäuben, alternativ mit Backpapier auslegen. Die weiche Butter, die 50 g Zucker, das Mehl und das Wasser zu

einem Teig verkneten. Den Teig in der Form verteilen, den Rand etwas hochziehen. Anschließend die Zitronen waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Dann Topfen, Eier, Zitronensaft und -schale, die Speisestärke und 3 bis 5 Esslöffel Zucker gut verrühren. Zum Schluss wird die Masse auf dem Mürbeteig verteilt und 25 bis 30 Minuten gebacken. Den Kuchen auskühlen lassen und je nach Geschmack mit Zitronenscheiben oder Früchten garnieren.

Die „Brixner“-Praktikantin Sandra Schuster mag’s süß-sauer! Wenn es nach ihr geht, macht sich dieser Kuchen gerade an warmen Sommertagen gut auf dem Dessertteller. In der „Brixner“Redaktion ist uns das Wetter egal – Hauptsache, es gibt etwas zum Naschen in der Pause. Danke, Sandra! Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

„Irgendwie hab ich andauernd das Gefühl, mitten in einem Spaghetti-Western zu sein“, sagt der Franz, während Frieda vom sechs Meter entfernten anderen Ende der Theke mit Schwung eine halbvolle Flasche Whisky herüberschlittern lässt, die Franz lässig mit der linken Hand auffängt, während die rechte seinen schmierigen Cowboyhut auf die Theke knallt. Giuseppe il buono, Matteo il brutto und Luigi il cattivo sitzen am Tisch in der nördlichsten dunklen Ecke des Saloons und beobachten mit misstrauischem Blick den Fremden. „Wer diesen Konzessionsvertrag unterschrieben hat, gehört eigentlich erschossen“, sagt Luigi il cattivo, worauf il brutto verschämt den Blick senkt und das Unschuldslamm spielt. „Wer die letzten Jahre eine neue Autobahn in Genua verhindert hat, gehört auf der Stelle aufgehängt“, sagt Matteo il brutto, worauf diesmal il cattivo verschämt seinen Blick senkt und das Unschuldslamm spielt. „Hier sind vom Konzessionsnehmer Regeln verletzt worden“, sagt Giuseppe il buono, „also nehmen wir ihm sofort die Konzession, und dann organisieren wir drei selbst diese verdammten Autobahnen.“ „Soll ich den Scheriff und den Richter holen, die dann die Angelegenheit untersuchen?“, mischt sich Franz ein, worauf eiskalte Blicke ihn mitten auf der Stirn treffen und il brutto demonstrativ langsam seine rechte Hand in Richtung Colt schiebt. „Wir brauchen kein Gerichtsverfahren“, sagt il cattivo, „das ist unnütz und dauert viel zu lange“, worauf Franz mit den Zähnen den Stopsel aus der dreckigen Whiskyflasche herausdrückt und einen kräftigen Schluck nimmt.

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Von Brixen zum Pazifik

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lediglich in Großstädten werden sie auf verschiedene Apps zurückgreifen. Über einen Blog (www.dumidum.jetzt) halten sie Interessierte mit Texten, Fotos und Videos auf dem Laufenden und lassen so auch Außenstehende an ihrer Reise teilhaben. Hier kann man ihre Abenteuer hautnah miterleben: „Nicht immer ist das Wetter zum Fahren ideal“, schreibt Kraler, „manchmal über Pässe so kalt, dass die Finger

BRIXEN

Deutsch für Handballer z Angefangen hat ihre „Karriere als Deutschlehrerin für Handballer“ im Sommer 1987, als der damalige Sektionsleiter Ralf Dejaco fragte, ob sie dem für mehrere Jahre verpflichteten ungarischen Handballprofi Mihaly Kovacs beim Deutschlernen helfen würde. So kam es, dass Herr und Frau Kovacs mit Reka und Misike (1988 geboren) zweimal wöchentlich Johanna Bernardi besuchten. In den folgenden Jahren nutzten immer neue Spieler den Privatunterricht bei Frau Lehrerin Bernardi: ein Russe, ein Kroate, zwei Serben und ein Argentinier. „Auch Handballspielerinnen ließen sich von mir unterrichten“, erinnert sie sich. Mit großer Disziplin folgte auch der jetzige Nationaltrainer Riccardo Trillini aus Cingoli ihrem mit Lehrbuch, Schreibzeug und Papier durchaus traditionellen Unterricht. „Davon möchte ich nicht abweichen!“, ist sie überzeugt. „Mein letzter Schüler war Uros Lazarevic, der

trotz Griffheizung klamm werden, manchmal auf Wüstenpassagen so heiß, dass man unwillkürlich am Motorrad hinunterschaut, ob da womöglich etwas brennt“. Am 1. Mai ging es los: Von ihrem Heimatort Brixen fuhren sie durch Italien über die slowenische Grenze, durch den Balkan in die Türkei und den Iran. Von dort aus nahmen sie eine Fähre über das kaspische Meer, durchquerten Zentralasien, machten

mit der transmongolischen Eisenbahn einen Abstecher nach Peking. Mitte August erreichten sie nach 24.000 Kilometern Wladiwostock. Dort ist nun erstmal Endstation – oder besser gesagt Halbweg, denn die beiden wollen ja wieder nach Brixen retour: „Jetzt prüfen wir, ob es eine Möglichkeit gibt, unser Motorrad per Schiff oder Flugzeug über den Pazifik zu verfrachten.“ av

mit seinen zahlreichen Toren zu den Brixner Erfolgen wesentlich beigetragen hat.“ Von Anfang an war es Johanna Bernardi wichtig, neben der Standardsprache auch Dialektwörter und Redensarten beizubringen und von Traditionen zu erzählen. Am Anfang erhielt die Lehrerin zu Saisonende eine kleine Vergütung; seit langem macht sie aber ihre „Arbeit“ ehrenamtlich und unentgeltlich, denn sie pro-

fitiert in gewissem Maße auch davon: „Ich begegne dabei jungen Menschen und lerne neue Länder und Denkweisen kennen. Und ich weiß tatsächlich, wie man ‚Eyjafjallajökull‘ – das ist der isländische Vulkan, der durch seinen Ausbruch im Frühjahr 2010 für Wochen den Flugverkehr in Nord- und Mitteleuropa lahmgelegt hat – schreibt und ausspricht“, lacht Bernardi. vk

Foto: Oskar Zingerle

z Seit über 40 Jahren sind Alex und Roswitha Kraler zusammen auf Reisen – und ihr bevorzugtes Gefährt ist das Motorrad. Roswitha behauptet sogar, dass sie auf dem Motorrad besser sitzt als im Auto. In den letzten 40 Jahren haben sie Touren im gesamten Mittelmeerraum hinter sich gebracht, in Marokko, im Oman, in den USA, Ladakh und Kashmir, Chile/Argentinien, Nordindien und Kirgistan/ Usbekistan. Nach eigenen Schätzungen haben sie mittlerweile über 400.000 Kilometer zurückgelegt, teils mit eigenen, teils mit vor Ort ausgeliehenen Bikes. 2018 folgt ihr bisher ambitioniertestes Projekt: Einmal um die Welt soll es „dumidum“ gehen, immer weiter, nie zurück. Als Reisegepäck wird nur das Nötigste mitgenommen, „so wenig, dass wir einen Flug problemlos mit Handgepäck antreten könnten“. Zur Orientierung wollen sie nur Karten benutzen, keine modernen Technologien;

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Menschen & Meinungen

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IN EIGENER SACHE

Willkommen, Ivan! z Die Hitze und die Enge waren es wohl, die den kleinen Ivan Brunner zum „Ausbrechen“ veranlassten. Der kleine Prinz unserer Grafikerin Tini Schwazer verließ nämlich einige Tage zu früh sein kuscheliges Heim; er wollte einfach nicht mehr länger darauf warten, die Welt zu erkunden, und zwang seine Eltern am späten Abend dazu, von Ratschings ins Brixner Krankenhaus zu eilen. Geschafft haben sie es dann doch rechtzeitig. Gute drei Kilo bringt der kleine Herr bei 49 Zentimetern Größe auf die Waage. Die Freude über den Neuzugang ist besonders

bei seiner Schwester Romy groß, die sich nun natürlich mit um den kleinen Bruder kümmern wird. Aber auch Papi Ulli Brunner freut sich über den Stammhalter, der ihm in ein paar Jahren nicht nur in der Küche behilflich sein kann, sondern auch auf der Skipiste. Nach wenigen Tagen im heißen Brixen konnte der Wonneproppen wieder ins kühle Ratschings zurückkehren, wo sich die kleine Familie nun erstmal etwas Ruhe gönnt. Das Brixmedia-Team gratuliert ganz herzlich zum Nachwuchs und wünscht viel Freude ... und ruhige Nächte. eh

BRIXEN

Brixner bei TV-Kochshow z Die kommende Ausgabe der italienischen Kochsendung „Cuochi d’Italia“ geht mit Brixner Beteiligung über die Bühne: Alexander Thaler, der Gastwirt und Koch vom Restaurant „Sunnegg“, vertritt in dem vom Fernsehsender TV8 organisierten Format seine Heimatregion. Dabei tritt er in zehn Folgen gegen Köche aus allen Regionen Italiens an. Der Koch mit der niedrigsten Punktezahl muss das Format dann verlassen. Bei der ersten Challenge musste Thaler ein regionales Gericht seines Herausforderers nachkochen. Die Jury bewertet das Gericht und verteilt maximal zehn Punkte. Der Sieger dieser ersten Challenge kommt eine Runde weiter, wo er auf einen neuen Herausforderer aus einer anderen Region trifft – dann muss ein typisches Gericht

dieser Region auf eigene regionaltypische, ergo auf Südtiroler Art, zubereitet werden. Im Finale kommt es dann zum Showdown zwischen zwei Regionen. Zur Sendung gekommen ist Thaler durch einen Zufall: Er begleitete vor einigen Monaten einen befreundeten Koch, der ebenso an dieser Sendung teilnahm. Moderator Alessandro Borghese lud Alexander Thaler daraufhin zur nächsten Sendung ein. Diese wird voraussichtlich Ende September auf dem Sender TV8 ausgestrahlt. Wie gut es bisher verlaufen ist, darf Thaler noch nicht verraten. Nur so viel dazu: Haben Sie schon mal Seeigel auf Südtirolerisch gegessen? Im Bild Juror Gennaro Esposito, Alexander Thaler, Moderator Alessandro Borghese und Juror Cristiano Tomei. eh

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Pro& Contra Ist Airbnb eine sinnvolle Initiative? Der Hintergrund:

Über die in Kalifornien entstandene US-amerikanische Internetplattform Airbnb können Wohnungsbesitzer ihre Unterkunft oder auch nur Teile derselben anbieten, und Interessierte können diese Angebote nutzen. Auf Seite 60 dieser Ausgabe beschäftigen wir uns ausführlich mit diesem Phänomen, das nun auch in Brixen um sich greift. Die Plattform ist umstritten, aber weltweit äußerst erfolgreich.

Nachmittagsbetreuung

Schuljahr 2018–2019 (Ferien und Feiertage ausgen.) Montags-mittwochs-freitags: 13–18 Uhr Samstags: 9–13 Uhr Beliebig buchbar!

Foto: Willy Vontavon

Termine:

Foto: Helmut Moling

für Grund- und Mittelschüler

Nachmittagsgestaltung: » » » » » »

Hausaufgabenbetreuung Reiten/Voltigieren Bogenschießen, Lanze werfen u.v.m. Hoverboard Akrobatik mit und ohne Geräte Wald- und Geländespiele

Ort:

Treffpunkt: Grundschule Goller nach Mensabesuch. Die Kinder fahren mit dem Bus zur Grundschule Elvas, wo sie bei den Hausaufgaben betreut werden. Anschließend geht es zum Pichlerhof, bei Schlechtwetter Aufenthalt im Mehrzweckraum. Rückfahrt mit dem Bus, Ankunft in Brixen gegen 18 Uhr.

Kosten:

» Jahreseinschreibung ab 320 Euro » Im Preis inbegriffen ist eine Nachmittagsjause. Jetzt anmelden!

Info: Oskar Baumgartner, Tel. 338 1459835 E-Mail: fejdjux@virgilio.it www.fejdjux.jimdo.com

Diese Initiative wird gefördert von der Autonomen Provinz Bozen - Familienagentur und steht unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Brixen.

GUGLIELMO CANTELLI, AirbnbVermieter und Nutzer: „Als Kunde fühlt man sich sofort als Einheimischer“

Ja Ich bin einerseits wie Millionen andere Jugendliche weltweit ein Kunde der Plattform, und andererseits vermietet meine Familie auch eine Wohnung über Airbnb. Als Kunde muss ich sagen, dass das System für mich äußerst spannend ist: Wenn ich zum Beispiel eine Stadt besuche, suche ich immer auf Airbnb eine Unterkunft, weil ich damit in einer viel intensiveren und authentischeren Weise in die Stadt eintauchen kann als über eine Hotelstruktur, die im Grunde überall standardisiert ist. Wenn man in einer Wohnung unterkommt, fühlt man sich sofort als Einheimischer – das empfinde ich als ziemlich cool. Außerdem ist es, wenn man als kleine Gruppe reist, meist extrem günstig: Wir waren mal zu sechst im Zentrum von Warschau und haben pro Person nur 7 Euro bezahlt. Es gibt auch viele Angebote, bei denen man ein Zimmer mieten kann in einer besetzten Wohnung – diese Nähe zum Vermieter geht für mich dann doch eine Spur zu weit. Als Vermieter hingegen habe ich auch ausschließlich gute Erfahrungen gemacht: Für meine Mutter ist es eine nette Nebenbeschäftigung, wir lernen andauernd neue Leute kennen, und die Einnahmen sind um einiges höher als bei einer normalen Miete. Für mich wichtig ist aber, dass alles absolut regulär abläuft: Wir haben uns vorher sehr genau informiert, haben uns offiziell als Zimmervermieter eintragen lassen, melden genauso wie jedes Hotel jeden Besucher an und versteuern natürlich die Einnahmen. Das wirkt sich auf den Preis aus: Wir haben im Grunde fast das Preisniveau eines normalen Hotels. z

MARKUS KNAPP, Obmann des HGV Brixen: „Die Bedingungen sind ungleich“

Nein Über Airbnb werden Zimmer, Wohnungen und Appartements vermietet, in denen am Ende des Tages Gäste nächtigen, die dafür bezahlen – und damit werden die Anbieter zur Konkurrenz zu den gewerblichen Beherbergungsbetrieben. Das wäre unproblematisch, wenn die Airbnb-Gastgeber dieselben Auflagen erfüllen müssten wie etwa Privatzimmervermieter oder Hoteliers. Doch weit gefehlt: Die Vermietung von privaten Wohneinheiten ist in Italien zwar gesetzlich und steuerlich geregelt, aber schwer zu kontrollieren. Während gewerbliche Betriebe täglich eine Polizeimeldung der anreisenden Gäste machen müssen, tun dies die Airbnb-Gastgeber in der Regel nicht, und auch Brandschutzgesetze, Behindertengerechtigkeit und Hygienebestimmungen sind unkontrollierbar. Zudem zahlen Airbnb-Gäste meist keine Ortstaxe, weil diese Unterkünfte nirgends gemeldet sind. Airbnb weigert sich, die in jedem Ort anders geregelte Ortstaxe an die jeweiligen Gemeinden und Städte abzuführen. Nachdem der Gesetzgeber – nicht nur in Italien – diese Materie bislang nicht geregelt hat, sind die einzelnen Städte gezwungen, selber mit dem Weltkonzern Airbnb über die Zahlung der Ortstaxe zu verhandeln. Eine immer dramatischer werdende Folge des Homesharing-Marktes ist zudem die Verknappung des privaten Wohnungsmarktes: Es gibt – auch bei uns! – Menschen, die Wohnungen kaufen oder mieten und diese dann über diverse Homesharing-Plattformen zu touristischen Zwecken anbieten. Damit stehen diese Wohnobjekte für den heimischen Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung. z


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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Ein Revival für die„Naja“ ?

Fotos: Oskar Zingerle

Nach 13 Jahren ohne verpflichtenden Wehrdienst möchte Innenminister Matteo Salvini diesen nun wieder einführen – vor allem aus erziehungstechnischen Gründen. Was halten die Brixner von der Idee, die Jugendlichen wieder zur militärischen Ausbildung zu schicken? Wir haben uns umgehört ...

“Se la tenga Salvini, la faccia lui la naja! Secondo me non sarebbe assolutamente da fare. Ci abbiamo messo cosi tanto a deattivarla, e adesso la vogliono rimettere. No, sono veramente contrario. Poi non è bene togliere i giovani da casa per un anno intero. Certo che farebbe bene a qualche giovane, ma non a tutti”, sagt Giovanni Gusella.

Für Christof Tauber wären einige Monate Militärdienst in Ordnung: „Einerseits täte es der Disziplin gut und der Erziehung, andererseits ist aber ein ganzes Jahr für diesen Dienst definitiv zu viel – das ist dann verlorene Zeit. Aus militärischer Sicht glaube ich aber nicht an die Notwendigkeit, denn das Berufsheer, so wie es heute ist, braucht es weiterhin für die verschiedenen Einsätze. Ob es wirklich gut ist, dort auch 19-jährige Buben einzusetzen? Eine andere Frage ist natürlich, ob das alles finanziert werden kann.“ 32

„Der Militärdienst bildet die Jugend! Vielen fehlt es heute an Disziplin“, ist Daniel Stark überzeugt. „Militärdienst hat noch nicht vielen geschadet, und 18 ist genau das richtige Alter dafür. Viele müssen in diesem Alter in eine Richtung gelenkt werden, Eltern haben da heutzutage oft ihre Schwierigkeiten. Auch hilfreich wäre ein Jahr im Zivildienst. Ich habe selbst ein Jahr lang den Militärdienst absolviert und fand es eine gute Erfahrung. Man kommt von Zuhause weg und muss für sich selbst sorgen.“

„Ich habe selbst keinen Militäroder Zivildienst absolviert, würde ihn ehrlich gesagt auch nicht unbedingt gern machen. Vielleicht wären ein paar Monate nicht schlecht, aber sicher nicht ein ganzes Jahr. Von der Disziplin her würde es vielleicht nicht schaden. Ob es für Italien notwendig ist, den Dienst wieder einzuführen, kann ich nicht beurteilen“, sagt Daniel Scanferla.

Für Marlen Sigmund sind die Kosten definitiv zu hoch, einen solchen Dienst wieder zu reaktivieren: „In gewisser Weise würde es der Disziplin der Jugendlichen nicht schaden, deshalb würde ich sagen, dass es aus erzieherischer Sicht keine schlechte Idee wäre. Trotzdem würde das Ganze enorme Kosten für den Staat verursachen. Zudem wäre es für Studenten ein Nachteil.“

„Aus militärischer Sicht besteht in meinen Augen kein Bedarf“, sagt Hubert Krautgartner, „als Erziehungsmaßnahme finde ich es aber gar keine so schlechte Idee. Einigen Jugendlichen fehlt heutzutage die nötige Bildung, eine strenge Hand. Ein paar Monate Militärdienst könnten da nicht schaden und wären für die Erziehung sogar nützlich. Betten machen, putzen und hie und da stramm stehen könnten dem einen oder anderen Jugendlichen guttun.“

„Nun, vom Erzieherischen her wäre es vielleicht gar nicht so schlecht. Besser wäre dann aber, wenn Erfahrungen im sozialen Bereich gesammelt werden; Jugendliche sollten also einen Zivildienst absolvieren – das würde als Lebenserfahrung sicher positiv ins Gewicht fallen. Aus militärischer Sicht betrachtet vermute ich, dass wir keine Jugendlichen brauchen, die eventuell in einen Krieg ziehen müssen. Das halte ich heutzutage für Unsinn“, sagt Margot Mayrhofer.

Michele Brizzi ist geteilter Meinung: “La ritengo una cosa superata. Matteo Salvini ha detto che vuole farla fare per l’educazione dei giovani, per questioni militari non ne abbiamo bisogno, ne sono certo. Io l’ho fatta per due anni. L’ho passata bene, ho conosciuto tanta gente. Visto da questo lato come esperienza non dovrebbe essere negativa. Poi è anche una questione finanziaria ... costa un sacco!”


Echo

Leser schreiben uns

„Gesundes Nachtleben?“ Ein Leserbrief zum „Pro & Contra“, „Brixner“ Nr. 342, S. 31

Hermann Barbieri, Brixen

Werter Herr Zanotti, bitte, was ist ein „gesundes Nachtleben“? Als Bewohner erfahren wir seit 25 Jahren die Altstadt und ihre Belebung. Dabei haben wir zunehmend mehr Brixner weg- als herziehen sehen. Das ist ein Effekt der von Ihnen so genannten „positiven Entwicklung“ dieses urbanen Raumes. Der andere ist die Tatsache, dass es kaum mehr Nachbarschaften und somit kaum mehr ein tragendes soziales Netz gibt. Die Altstadt ist in vielerlei Hinsicht attraktiv; zum Wohnen – zumindest für die Brixner – aber offenbar nicht mehr. Im Stadtkern leben nicht mehr viele, aber doch einige Menschen, Werktätige, Senioren, Familien mit Kindern, mit ihren Nöten, Sorgen und Freuden. Kinder sollen morgens ausgeruht zur Schule und Erwachsene vielleicht zur Frühschicht. „Gesundes Nachtleben“ für diese Menschen heißt, dass ihr Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf nach eigenen Vorstellungen erfüllt wird. Andernfalls suchen sie eine Wohnung, wo sie mit mehr Wohn- und Lebensqualität rechnen dürfen. Falls Sie, sehr geehrter Herr Zanotti, der Bevölkerungsentwicklung in diesen schönen Gassen nachgehen, dann erzählt diese Ihnen viele Geschichten von Brixnern, die hier gewohnt haben und ausgezogen sind. Die Altstadt ist attraktiv zum Geschäftemachen, zum Flanieren, Shoppen, Ausgehen, für Veranstaltungen und Auftritte, aber nicht zum Wohnen. Wir glauben Ihnen gerne, dass Sie die Entwicklung als positiv sehen; erst recht gilt dies für Ihre Branche. Der Heller‘sche Hofburggarten wird diesen Trend weiterschreiben, die Investition muss sich ja lohnen. Uns schwant nichts Gutes – aus langjähriger Erfahrung. Und wir wissen, es gibt noch weitere Sichtweisen. Uns hingegen bereitet größeres Unbehagen: dass unsere Stadtverwaltung der Tourismusgenossenschaft weitgehend die Entwicklung der Altstadt anvertraut, ohne alle Interessensgruppen

und Sichtweisen zu berücksichtigen. Hätte unsere Gemeinde nicht längst schon die Aufgabe, ja sogar die Pflicht zu vermitteln?

„Blinde Bauwut“ Ein Leserbrief zum Bericht „Unterirdischer Überflieger“, „Brixner“ Nr. 342, S. 56

Simon Aichner, Brixen

Mit Interesse habe ich die jüngsten Entwicklungen zum Thema Seilbahnanbindung des Plosebergs von Brixen aus verfolgt. „Für den Ingenieur ist nichts zu schwör“ – ein Leitsatz, nicht aus meiner Feder stammend, könnte das Motto des jüngsten Konzepts gewesen sein. Es stellt sich die Frage an die jeweils schreibenden Journalisten, warum die Ploseanbindung als weiß Gott welche Neuheit und Sensation dargestellt wird, denn im Grunde handelt es sich um einen schlichten Wiederaufbau der einstmals bereits dagewesenen Ploseseilbahn mit Stadtanbindung, die im Zuge einer katastrophalen Fehlentscheidung zugunsten einer breiteren Straße von Brixen nach St. Andrä einfach abmontiert wurde. Der damals angerichtete Schaden ist an den heutigen Erstellungskosten sichtbar. Die Renovierung damals hätte ein Hundertstel davon gekostet – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die rhetorische Frage an die beteiligten Techniker lautet also, ob alles, was technisch machbar ist, schlussendlich auch sinnvoll sein muss. Da der (Parkplatz-) Schaden an der heutigen Talstation bereits angerichtet ist, kann nur ein ökologisch völlig unsensibles Technikerteam einen weiteren Parkplatz inklusive Infrastrukturen im bereits großteils unwiederbringlich verbauten Talboden vorsehen. Es muss der Verdacht aufkommen, dass die Ploseseilbahn dazu herhalten soll, der blinden Bauwut der involvierten Interessensgruppen (Techniker, Baufirmen, Politiker?) durch die endliche Errichtung der Südspange genüge zu tun. Liebe Technikerkollegen: Gibt es wirklich kein anderes Brot für uns, als alles zuzuzementieren? Die bescheidene und angemessene Lösung kann lauten: Talstation im Areal der Schenoni-Kaserne in Milland, ohne großartige Parkplätze, dafür aber mit einem schönen Logistikzentrum, mit Anbindung

ans Stadtgebiet und an den Bahnhof mittels bestehender Shuttlebusse. Damit wäre dem Bedarf der Einheimischen, der Zug-Anreisenden und der Brixner Hotelgäste genüge getan. Alle anderen können wie gehabt nach St Andrä hochfahren, in Gottes Namen. Mit dem gesparten Geld kann endlich die tickende Zeitbombe des illegal gelagerten Brixner Mülls in Albeins ausgegraben und sachgemäß getrennt und entsorgt werden. Liebe Technikerkollegen! Wann werden eure Projekte von einem Minimum an Verantwortungsbewusstsein getragen werden? Bescheidenheit und Umsicht im richtigen Moment braucht eben – Mut! Anm. d. Red.: In aller Kürze eine Berichtigung der Aussage von Simon Aichner zur vermeintlichen „katastrophalen Fehlentscheidung“ von 1983, die ursprüngliche SeilbahnVerbindung von Milland nach St. Andrä abzubauen und die Umlaufbahn auf die Strecke St. Andrä–Kreuztal zu beschränken: Diese Entscheidung war erzwungen, denn einerseits wäre eine Verlängerung der Umlaufbahn bis Milland damals technisch nicht realisierbar gewesen, was eine zweite Bahn bedingt hätte, und andererseits befand sich die Plose AG 1983 in einer äußerst prekären wirtschaftlichen Situation, und die Verantwortlichen hatten verzweifelt nach einer Möglichkeit gesucht, die machbar und finanzierbar war. Der neue Vorschlag von Mario Valdemarin & Co. ist mit der alten Seilbahn aus nachvollziehbaren Gründen überhaupt nicht vergleichbar. Was die Kosten angeht, wäre die günstigste Lösung nach wie vor eine direkte Seilbahnverbindung zwischen Bahnhof und St. Andrä. Diese Lösung ist aber bekanntlich von der Bevölkerung abgelehnt worden, weshalb die Gemeindeverwaltung über einen offenen Ideenwettbewerb eine Alternative gesucht und gefunden hat. Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

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AUSSTELLUNG „GLAS. KUNST UND PHARMAZIE“

Kunst & Kultur

Fragile Kunst und Pharmazie

Was teils über 400 Jahre lang im Dachboden des Peer‘schen Apothekerhauses unter dicken Staubschichten versteckt lag, darf nun in einer Sonderausstellung im Pharmaziemuseum neben gläsernen Schöpfungen weltbekannter Künstler glänzen.

W

as ist hauchdünn, hat aber dennoch Jahrhunderte überdauert und wird, obwohl es ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand ist, von unzähligen Kunstkennern in den Himmel gelobt? Die Antwort ist einfach: Glas. Dieser Verschmelzung aus Alltag und Kunst hat sich das Pharmaziemuseum in Brixen seit geraumer Zeit in der Sonderausstellung „Glas. Kunst und Pharmazie“ hingegeben. Egal, ob kunstvoll geschwungene Röhren, um den Gärprozess zu verfolgen, zierliche Schnäbel, die das Endprodukt von Destillationsvorgängen auffangen, klitzekleine Glaszylinderchen zum Aufbewahren kostbarer Essenzen

Dachbodenräumen des PeerHauses zum gut sortierten Lager brachten bauliche Maßnahmen, die 2008/2009 anstanden: Dach samt Dachkonstruktion mussten erneuert werden – und der über die Jahre angehäuften Unordnung ging es an den Kragen. Unter Dach hatte sich nämlich über die 400 Jahre währende Geschichte der Apotheke einiges an ausrangiertem Material angehäuft. „Weggeworfen wurde in damaligen Zeiten nichts“, weiß Elisabeth Peer, die sich seit geraumer Zeit zusammen mit ihrem Mann Oswald und viel Herzblut an die Inventarisierung der Gegenstände macht. Gut die Hälfte der Objekte sind bereits fotografiert und in

die fragilen Glasgegenstände so vom Staubfänger zum Aufmacher der heurigen Sonderausstellung geschafft und werden nun Kunstwerken verschiedener Glaskünstler gegenübergestellt.

Glas trifft Kunst. Jede Sonder-

ausstellung, die das Pharmaziemuseum organisiert, soll einen der Sinne besonders ansprechen. „Dieses Jahr sind die Werke definitiv etwas fürs Auge“, ist sich Elisabeth Peer sicher, und sie verweist auf die erste Glasvitrine im Untergeschoss des Peer’schen Hauses, in der die ersten Objekte auf die Blicke der Kunsthungrigen harren, die es nicht erwarten können, in die Museumsräume

„Die Werke der diesjährigen Sonderausstellung sind definitiv etwas fürs Auge“_ Elisabeth Peer, Pharmaziemuseum oder grüne Flaschen mit enormem Bauch, in denen häufig verwendete Flüssigkeiten angemischt und aufbewahrt wurden: Bevor es Plastiktuben, Blisterverpackungen und Ablaufdatum gab, war Glas aus dem Apothekeralltag nicht wegzudenken. Um in diese längst vergangene Welt eintauchen zu können, hilft es, im Dachboden des Apothekerhauses in der Adlerbrückengasse auf Spurensuche zu gehen. Denn immerhin wurde hier streng genommen auch der Grundstein für diese Sonderausstellung gelegt – oder besser entdeckt.

Versteckte Schätze. Die Wen-

de vom vermeintlichen Chaos in den zwei ungeheizten, dunklen 34

einen digitalen Katalog aufgenommen. „Früher war man immer der Meinung, man könne dies oder jenes doch noch einmal gebrauchen, und so sind ausrangierte Utensilien, Werkzeuge und teils auch Medikamentenreste eben in den Dachboden gestellt worden“, lächelt sie. Dies erfolgte über die Jahrzehnte hinweg ohne Plan und Ordnung, was heute durchaus seine Vorteile hat: „Weil nie ein Sammler Hand angelegt hat, kann man ziemlich genau sagen, zu welcher Zeit welche Objekte in der Apotheke Verwendung fanden und verkauft wurden. Zudem ist die Sammlung völlig unverfälscht“, fügt Elisabeth Peer sichtlich stolz hinzu. Dank Umbau und Sortierlust des Ehepaares Peer haben es

vorzudringen. Noch eine Kleinigkeit sei den Neugierigen vorab ans Herz gelegt: Die Verbindung der beiden gegenübergestellten Objekte – eines aus der Welt der Pharmazie, eines aus der Kunstwelt – ist nicht zwingend das Glas an sich; es können auch Farben, Figuren, Formen, Assoziationen oder Verwendungszwecke sein. Es wird zwar eine Interpretationsmöglichkeit vorgegeben, aber dennoch ist es dem Betrachter völlig frei, die Gemeinsamkeit und Aussage der Stücke zu deuten. Ein Augenschmaus, der zum Nachdenken anregt! Im oberen Bereich der ersten Vitrine kommen gleich mehrere Überschneidungen zwischen Kunst und Pharmazie zum Tragen:

Es treffen alte, mundgeblasene Apothekerfläschchen aufeinander, die zudem allesamt graviert sind. Der Unterschied ist, dass die linken Fläschchen Kristian Klepsch kunstvoll mit tiefgehenden Geschichten verziert hat, während bei den Fläschchen aus dem Inventar der Peer-Apotheke ein Ungeübter fast schon dilettantisch Mengenangaben in Kubikzentimeter und Rezepte zur Herstellung einer Farbmischung und einer Weinsäure-Lösung geritzt hat. Der 1943 geborene Klepsch gehört zu den weltbesten Graveuren und gilt als konsequenter Vertreter des Phantastischen Realismus; dieses Motto ist übrigens auch der Titel der Gegenüberstellung.


Von Heilmitteln und Gift. Weni-

ger um die Form, dafür um die Farben geht es in der Gegenüberstellung „Nachtblau“, in der ein verheißungsvolles Blau in Kontrast zu kräftigem Orange gestellt wird. „Das Blau ist eine Kobaltverbindung, die als Flaschenfarbe in der Pharmazie immer dazu da war,

den Inhalt vor Licht zu schützen“, beschreibt Peer. „Die orange Beschriftung der Etiketten signalisierte übrigens, dass wir es hier mit einem sogenannten Separandum zu tun haben – also einem stark wirkenden Arzneimittel.“ Von Gift zu sprechen sei im Apothekerwesen relativ – „es kommt immer auf die Menge an“, schmunzelt die Apothekerin. Stark wirksam ist auch die Phosphorsäure, die in einem türkisen Standgefäß aufbewahrt wurde. Verwendet wurde die Säure etwa um 1900 für die Herstellung von Limonaden als Konservierungs- und Säuerungsmittel. „Ja, auch in der Apotheke Peer wurden früher Limonaden hergestellt, sozusagen als zweites Standbein. Es sind noch Rechnungen erhalten, in denen es um die Lieferung von Himbeerkracherlen ans Hotel Elephant geht“, verrät Elisabeth Peer schmunzelnd. Türkis, durchzogen von orangen Schlieren, leuchtet auch der Frauenkopf von Irene Frolic. Die türkise Farbe wird in beiden Fällen durch den Kupfergehalt im Glas hervorgerufen. Nach den Apothekerfläschchen mit

„stark wirksamem“ Inhalt geht es in den eigentlichen Museumsräumen gleich zu Beginn „giftig“ weiter, und zwar mit kohlrabenschwarzen Fläschchen mit weißen Etiketten. „Die schwarze Farbe hat man gewählt, um einerseits auf einem Blick erkennen zu können, dass der Inhalt hoch wirksam ist, andererseits, um ihn vor Lichteinfall zu schützen“, erklärt Peer. „Würde sich der Inhalt durch Lichteinfall zersetzen, könnte schon etwas Gefährliches entstehen.“ Ebenfalls aus schwarzem Glas posiert daneben das gegenübergestellte Kunstwerk von Erwin Eisch. Der Künstler aus dem Bayerischen Wald ist der Begründer der StudioglasBewegung in Europa. Auf der gegenüber liegenden Gangseite sind in einem Glaskasten verschiedene Petrischalen mit unterschiedlichem Inhalt aufgebaut. „Hier erklären wir, aus welchen Stoffen Glas eigentlich besteht“, so Peer. „Es ist faszinierend, dass es nur so wenige Substanzen und extrem hohe Temperatur braucht, um

ACHTUNG, HOCH WIRKSAM: Türkis als Augenschmeichler im Kontrast zu grellem Orange – in der Pharmazie ein Zeichen, dass mit dem Flascheninhalt nicht zu spaßen ist

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Glas herzustellen. Dennoch ist die Glasherstellung eine Wissenschaft für sich“, ermahnt Peer, „man muss sich immer auch vorstellen, dass es gerade bei der Glaskunst ein langer Weg hin zum fertigen Objekt ist. Um den Daumen kann man nämlich sagen, dass von zehn Versuchen acht schiefgehen.“ Hinzu kommt die Fragilität, die dem Material nun einmal innewohnt. Aus diesem Grund, so vermutet Elisabeth Peer, frönen nur recht wenige der Glassammelei. „Vielleicht gerade deshalb besteht unter den Glassammlern, zu denen auch ich und mein Mann gehören, ein gutes Netzwerk“, vermutet sie. Ohne dieses Netzwerk hätten es die beiden wohl kaum geschafft, die Glaskunstwerke weltweit bekannter Künstler nach Brixen zu holen – denn wie schon erwähnt: Glas ist sehr zerbrechlich.

Facettenreich. Die Gegenüber-

stellungen von Glaskunst und Gebrauchsglas aus der Pharmazie ziehen sich in den eigentlichen Museumsräumlichkeiten weiter: Von kunterbunten Schnupftabakfläschchen und dem passenden schnörkellosen Glaskolben, in dem die Apotheken Schnupftabak verkauften – ebenfalls ein Zuerwerb – geht es weiter zu einem zweidimensionalen Unterhemd aus Glas, das in zarten Rosatönen

Foto: Oswald Peer

Verzückt schweift der Blick des Betrachters weiter zu schnabelförmigen Glasgebilden: Der in der Pharmazie verwendete Destillierhelm in Moosgrün wirkt recht starr, während die Skulptur „Matte orange Amphibian“ von Stephen Dee Edwards an ein Lebewesen erinnert, das im Meer vorkommt. Den lustigen Schnabel des Destillierhelms finden wir in einer anderen Vitrine wieder: „Nach dem Destilliervorgang wurde oftmals absichtlich der Schnabel abgeschlagen, um die Substanz herauskratzen zu können, die sich in dem absteigenden Rohr gebildet hat“, erläutert Elisabeth Peer. Der Glaskünstler Jean-Paul van Lith hingegen hat Glas-Bruchstücke wieder zu einem Ganzen zusammengefügt – und in diesem Fall gar mit Katzenkopf und Schwänzchen versehen.

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Kunst & Kultur

info

Kunst und Genuss. Dass Glas-

kunst nicht nur fürs Auge, sondern auch für den Geschmackssinn sein kann, belegt jenes KunstwerkPharmazie-Doppelgespann, das

Elisabeth Peer: „Es ist faszinierend, dass es nur so wenige Substanzen und extrem hohe Temperaturen braucht, um Glas herzustellen“ in der Apotheke selbst ausgestellt ist: Hier trifft ein quietschbunter Glaskopf, der vom Künstler Czeslaw Zuber sandgestrahlt, bemalt und signiert wurde, auf eine Tüte Peer-Gummibären, die es sich in einem Glasbehälter mit Deckelchen gemütlich gemacht hat. Bei dem Behälter handelt es sich um eine Glaskammer zum Einbringen von Platten für die DünnschichtChromatographie aus dem 20.

Foto: Oswald Peer

Die Sonderausstellung „Glas. Kunst und Pharmazie“ ist im Pharmaziemuseum in der Adlerbrückengasse bis zum 31. Jänner 2019 zu sehen. Das Museum ist ganzjährig geöffnet, und zwar jeweils dienstags und mittwochs von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr. Führungen, die auch außerhalb der Öffnungszeiten organisiert werden, können per E-Mail an contact@pharmaziemuseum.it angemeldet werden.

sehr hartnäckige Flecken behandelt. Es hat also auch mit Waschen und Wäsche zu tun.“ Ein Teil der Sonderausstellung ist übrigens auch das überdimensionale Spiegelbild-Werk des Künstlers Peter Senoner. „Das hat Senoner zwar bereits vor geraumer Zeit für das Pharmaziemuseum angefertigt, aber dennoch ist es ein Kunstobjekt, das mit Glas und Apotheke zu tun hat“, verweist Elisabeth Peer. Einerseits ist es der Spiegel, der ebenfalls eine Spielart des Glases ist, andererseits die Möglichkeiten der Pharmazie und Medizin, auf das Schönheitsbild der Menschen einzuwirken. Glas, Kunst und Pharmazie steckt zudem in den Fensterscheiben, die neuerdings mit Ginkoblättern geziert sind. „Eine österreichische Künstlerin hat die Ginkoblätter in unserem Garten gesammelt und so lange in Salzwasser gekocht, bis nur noch die Nervatur übrigblieb“, beschreibt sie. „Diese hat sie dann vergrößert und die Fensterglasscheiben nach deren Vorlage sandgestrahlt.“ Neben diesem künstlerischen Aspekt hat Ginko auch eine pharmazeutische Wirkung: Er wirkt gegen Vergesslichkeit und hilft bei Durchblutungsstörungen.

Foto: Oskar Zingerle

schimmert. Es stammt von der schwedischen Künstlerin Åsa Brandt. Das Hemdchen, das in der Sonderausstellung zu sehen ist, ist aber nur ein Teil einer ganzen Wäschekollektion aus Glas, die die Künstlerin normalerweise an einer Wäscheleine hängend präsentiert. „Wenn diese geschwungenen Glasplatten in freier Natur hängen und sich im Wind bewegen, ist das ein ganz toller Effekt“, ist Elisabeth Peer begeistert. „Wir haben gerade hier lange überlegt, was wir diesem Kunstwerk gegenüberstellen könnten, bis wir auf dieses Fläschchen gekommen sind“, erklärt sie und deutet mit dem Zeigefinger auf den Vitrinenkasten unterhalb des Glashemdes. „In diesem sehr alten Gefäß wurde Spiritus saponatus aufbewahrt. Damit hat man

Während die Gravuren von Kristian Klepsch wahre Kunstwerke sind, ver(un)zieren krakelige Mengenangaben und Rezepte die rechten Apothekerfläschchen

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Jahrhundert; das chemische Analyseverfahren DC dient zur Trennung von Farbstoffgemischen. Die Gummibären hingegen finden sich farblich wieder im Glaskopf von Zuber. Mahlzeit!

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DIVERSES

Kunst & Kultur

Art & Music z Die alljährlich stattfindende Veranstaltung „Kunst unter den Sternen“ ist in den letzten Jahren etwas eingeschlafen, und so hat Kurator Alex Pergher sich für heuer etwas Neues einfallen lassen: „‚Art & Music‘ sollte im Stile eines Festivals Kunst, Musik und Unterhaltung zum abendlichen Flaniergang servieren“, so seine Idee. Mit den Gruppen M&M, Armin Mair und Nicole Uibo, Norbert Dalsass mit E-volution, Friends, den Trommlern Etoile d’Afrique sowie der Gitarristin

Veronika Mantinger hatte der Abend des 4. August akustisch einiges zu bieten. Die Fülle an ausgestellten Kunstwerken ließ aber leider etwas zu wünschen übrig, wie Alex Pergher selbst einräumt. Nichtsdestotrotz gab es einige sehr interessante Exponate zu sehen, die zum Teil im Freien, zum Teil in der Galerie 90 ausgestellt waren. Am Ende wurden drei Künstlerinnen prämiert, nämlich Christina Mutschlechner Goller aus St. Andrä, Irmgard Demetz aus St. Ulrich und Grazia Zuccolotto

aus Venedig. Sie werden nächstes Jahr in das Ausstellungsprogramm der Galerie 90 aufgenommen. oz

K&K MALEREI

Berge im Schnee z Vielleicht sollte man sich im heißen Sommermonat August in die StadtGalerie begeben, denn da sind tatsächlich schneebedeckte Berge zu sehen, die vielleicht etwas Kühle suggerieren. Gemalt hat sie der vielseitig begabte Brixner Künstler Peter Kaser, der in den 70er Jahren zusammen mit Mureda, Rusina, De Chirico, den Sommavilla-Brüdern und mit einigen mehr mit agitatorischer Kunst das Establishment provozierte. Jahrelang hat der Künstler sich mit den militärischen Infrastrukturen am Brenner beschäftigt und im Jahr 2000 mit Hans Winkler das

kurz

notiert

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Projekt „scalini 84“ initiiert und die 84 Stufen zum Bunker als Kunstort deklariert. Die Bergbilder in Öl eröffnen nun eine weitere Variante seines Œuvres, das immer wieder Überraschungen bereithält. Sie sind ein fotografisch genauestens eingegrenzter Ausschnitt von jenem Ausblick, den Kaser von seinem Garten in Gossensass auf die Schneespitze, die Feuersteinspitze, den Stubenferner, nicht aber auf den Tribulaun hat. Es ist der Malkunst des Peter Kaser zu verdanken, dass man sich mitten in zerklüfteten Felsen und harschen Schneefeldern wähnt, so

Der Vahrner Tobias Reifer war einer von 30 Solisten, die aus zehn Staaten von vier Kontinenten ins finnische Lieksa gereist sind, um an einem internationalen Euphonium-Wettbewerb teilzunehmen. Reifer, der noch dazu der jüngste Teilnehmer war, schaffte es auf den 3. Platz.

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

zwingend naturgetreu wirkt die Morphologie der Natur. Die selbst hergestellten Farbmischungen der Rot-, Blau-, und Grüntöne entwickeln einen eigenartigen Sog,

sodass man in dem Farbenrausch versinken kann und die Struktur der Berge fast ausgeblendet wird. ird

Die Bürgerkapelle Brixen brachte im August zusammen mit dem Kulturverein Brixen Musik die Hofburg zum Erklingen. Bei dem Konzertprogramm, das anstelle des Blasmusiksommers organisiert wurde, traten unter anderem die Jugendbrassband Südtirol und das Haydn-Orchester von Bozen und Trient auf.

Johann Stockner kommt erstmals mit einer Ausstellung in seinen Geburtsort Feldthurns zurück. Seine Bilder aus fein gemahlenem Sand drücken seine Sehnsucht nach einer inneren und äußeren Harmonie aus, und auch die kritischen Positionen suggerieren den Wunsch nach Frieden in der Welt.


NACHGEFRAGT

„Ein neuer Weg“ HEIDI TROI, ehrenamtliche Mitarbeiterin des TPZ Brixen, über das heurige Sommercamp zusammen mit der Heimatbühne St. Andrä – und warum damit neue Wege beschritten wurden. Frau Troi, Sie bezeichnen das Sommercamp, das heuer gemeinsam mit der Heimatbühne St. Andrä organisiert wurde, als Meilenstein. Warum? Weil es allgemein Berührungsängste zwischen Heimatbühnen und dem TPZ gibt. In ihren Anfängen wurde die Theaterpädagogik als etwas Elitäres verkauft, vielleicht auch als eine Methode, die das ganze Theater in Südtirol umkrempeln sollte. Wir haben das in unserer Sturm-und-DrangPhase auch mitgetragen. Entsprechend haben wir uns den Ruf verdient, die Besserwisser zu sein. Sich auf die theaterpädagogische Methode einzulassen,

bedeutet aber immer, sich auf etwas Neues einzulassen. Wer hatte die Idee zu der Zusammenarbeit? An unseren Sommercamps nehmen immer wieder Kinder aus St. Andrä teil, die auch unterm Jahr gerne bei unserem Nachmittags­ angebot dabei wären, was aber aus logistischen Gründen nicht einfach ist. Deshalb haben wir eine Theaterwerkstatt unterm Jahr nach dem TPZ-Konzept angedacht. Aber die Heimatbühne St. Andrä ist ja bekannt für ihre originellen Ideen, und sie haben das Ganze zu einem zweiwöchigen Sommerprojekt umgemodelt. Der Zuspruch

an Kindern, es waren beinahe 30, zeigte, dass es sehr wohl Nachfrage nach so etwas gibt. Wird in Zukunft ein ähnliches Projekt angedacht? Ich bin sicher, dass die Heimatbühne St. Andrä die Pflege ihres Nachwuchses auch in Zukunft nicht vernachlässigen wird – egal, ob durch die Gründung einer Kindertheatergruppe, durch weitere Sommeraktivitäten oder dadurch, dass sie in ihre großen Sommerprojekte Kinder einbeziehen. Und das ist im Grunde das, was wir wollen. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

Dumm gelaufen z Im letzten Jahr hat das Theaterkollektiv Binnen-I sein erfolgreiches Debüt im Tschumpus mit Texten von bekannten Autoren unter der Regie von Eva Kuen gefeiert. Heuer inszeniert Mona Kraushaar „Und jetzt die Welt“, ein Stück von Sibylle Berg, das die Befindlichkeiten der Generation Y thematisiert. Die fünf fantastischen jungen Theaterfrauen Viktoria Obermarzoner, Marlies Untersteiner, Petra Rohregger, Alexa Brunner und Katharina Gschnell wirbeln, tanzen und robben in einer Art Poetry Slam oder Tanztheater-Performance zwischen den Leinwand-Paravents herum, dass einem Hören und Sehen vergehen könnte. Das genau wäre extrem schade, denn es lohnt sich, die rotzfrechen, beißend komischen Wortsalven wirken zu lassen, die perfekt

Foto: Maximillian Ritter

PERFORMANCE

die Digitalneurosen und den Körperkultwahn der Frauen um die Dreißig beschreiben. Die Fünf vertreten das medial generierte Frauenbild: erfolgreich, fit, gebildet, gestylt, „habe gute Zähne und bin politisch korrekt“. Es wird Bilanz gezogen zwischen der knallharten Frauengang und dem Knutschen mit Jungs früher, heute ist frau arbeitslos, gestaltet

einen Modeblog und arbeitet sich am Gender-Sex ab. Sie ist „süchtig nach Liebeskummer, das gibt mir das Gefühl, eine außerordentlich emotionale Person zu sein“. Ein Leben wie in einer TV-Serie; nicht von ungefähr ist die Filmkamera fixer Bestandteil der Bühne. Draußen wartet das wirkliche Leben. Ob die Einsame je daran ird teilhaben wird?

NEU IM REGAL Surreale Kombination Dunkle Zeiten AUSSTELLUNG

z Holger Theunert ist in Brixen kein Unbekannter mehr: Im April 2017 waren seine fantastischen Bilder in der Galerie Hofburg zu bewundern. Der Maler lebt und arbeitet in Karlsruhe, hält sich aber oft für einen längeren Zeitraum in seiner Wahlheimat Italien auf. Heuer dient dem Künstler die altehrwürdige Engelsburg als Kulisse für sein multimediales Projekt. Außergewöhnlich intensive Portraits wie das Bildnis vom Abt des Klosters, Eduard Fischnaller, wechseln sich ab mit atmosphärischen Landschaftsbildern, die in der Kombination 40

eine magisch surreale Stimmung vermitteln. Die Arbeiten werden unterstützt vom Medienkünstler Andreas Siefert und dem norwegischen Musiker Terje Evensen, die speziell für die Ausstellung eine Klanginstallation kreiert haben mit einem Videomapping als zusätzliche Ebene. Anlässlich der Vernissage am 24. August um 19 Uhr gibt es ein eigens abgestimmtes Catering; eine Künstleredition und ein Praepositus Sylvaner mit einer besonderen Etikette von Holger Theunert sind käuflich zu erwerben (bis 2. September). ird

„Raben und Schwalben“ nennt sich die neueste Publikation von Franz Oberkofler und Umberto Principe, herausgegeben vom Verein Arca/ Arche. Zeitzeugen erzählen ihre ganz persönlichen Erlebnisse während der Faschistenzeit und der Option, die dunkelsten Kapitel der Geschichte unseres Landes. Die subjektiven Erfahrungen der Interviewten wurden getreu dem spontanen Erzählstil in schriftliche Form gesetzt, worunter das sprachliche Niveau etwas leidet. Nichtsdestotrotz lockern die berührenden Erzählungen der Befragten die tragischen Ereignisse in den Jahren von 1920 bis 1950 auf, sodass der Band keine wissenschaftliche Abhandlung sein möchte, sondern auf einfache Weise einen Einblick in jene Zeiten bietet. Kompakte geschichtliche Überblicke leiten die verschiedenen Kapitel ein, die anschließend mit Zeitzeugenberichten und Fotomaterial untermauert wer-

Franz Oberkofler, Umberto Principe (Verein Arche/ Arca): Raben und Schwalben. Zeitzeugen erzählen. Brixen 1920/1950.

den. Dass beide Sprachgruppen zu Wort kommen ist ein schönes Zeichen, das die Autoren setzen, denn auf beiden Seiten gab es Täter und Opfer.


TIMER

September 2018 DIVERSES

MOUNTAINBIKE Testival in Brixen Foto: Kilian Kreb

Das MOUNTAINBIKE Testival in Brixen begrüßt vom 20. bis 23. September die renommiertesten Bike- und Zubehörhersteller der Bike-Szene. Das vielfältige Angebot auf der Expo in der Brixner Altstadt mit kostenlosem Eintritt, die Testmöglichkeiten und die geführten Touren machen die Veranstaltung zu einem Besuchermagneten.

z Expo, Testen, Touren und Genießen heißt es wiederum beim diesjährigen MOUNTAINBIKE Testival in Brixen. Das größte Bike-Event Südtirols verwandelt Brixen einmal mehr zum Bike-Hotspot.

Expo, Testen und Touren. Mehr

als 50 Aussteller haben sich für die Expo des MOUNTAINBIKE Testivals in Brixen angekündigt und werden das Areal am und um den Domplatz mit ihren neu-

esten Produkten von 2019 füllen. Dabei sind viele altbekannte aber auch brandneue Marken, wie zum Beispiel Canyon, Evil, Santa Cruz, Scott oder Rocky Mountain. Die neuesten Mountainbikes, E-Bikes sowie Bike-Equipment dürfen kostenlos getestet werden. Die Trails in und um Brixen bieten zahllose Möglichkeiten, den Bikes in der Herbstsonne gründlich auf den Zahn zu fühlen – mit oder ohne Guide. Wer

mag, kann mit einem erfahrenen Mountainbike-Guide aus Südtirol das Gelände auskundschaften. Die Guides verraten ihre Geheimtipps und Lieblingstrails und vermitteln den Besuchern das korrekte Verhalten auf den Trails: Auf andere Wegnutzer und die Natur muss geachtet werden! Die geführten Cross-Country Touren sowie Freeride-Touren können ab sofort online gebucht werden. Im Angebot sind auch spezielle Ladies-Touren und FahrtechnikTrainings. Schrauber-Workshops und Biker-Treffs runden das Programm ab.

Heuer neu. Der Brixen Bikepark

Für den Bike-Nachwuchs. Das

Öffnungszeiten Expo: 9 bis 18 Uhr, Sonntag bis 16 Uhr Ort: Brixen: Domplatz, Albuingasse, Hofgasse und Hofburgplatz Anmeldung für geführte Touren, Fahrtechniktrainings und für das Kid‘s Race unter www.mountainbike-testival.de, sowie am MOUNTAINBIKE-Stand / Info-Zelt in der Albuingasse.

Kid’s Race findet am Sonntag, den 23. September um 11 Uhr statt. Der Rennkurs bietet je nach Altersklasse unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, wobei der Spaß hier im Vordergrund steht. Mitfahren können Kids im Alter von 3 bis 14 Jahren.

auf der Plose mit drei neuen Freeride-Lines in verschiedenen Könnerstufen kann auch während des MOUNTAINBIKE Testivals ausgiebig getestet werden. Er garantiert Bikespaß vom Feinsten und ist die perfekte Möglichkeit, die neuen Bikes dem Praxistest zu unterziehen.

* MOUNTAINBIKE Testival 20. bis 23. September Altstadt Brixen

* Kid‘s Race

23. September, 11 Uhr Großer Graben

STEIN & HOLZ Skulpturen von Sergio Sommavilla

Ausstellung 15.–29. September

Terrasse von Domus bauexpert Brixen, Venetostraße 61

Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 7:30–12 Uhr & 13–18 Uhr & Sa. 8–12 Uhr

Eröffnung Di., 14. September, 18 Uhr

Begrüßung durch Bürgermeister Peter Brunner und den Hausherren Bernhard Zingerle; einführende Worte von Eva Gratl

Finissage Sa., 29. September, 11 Uhr 41


Veranstaltungen

DIVERSES

Vahrn feiert! z Gegründet 1898 von Carl Toldt, feiert der Verschönerungsverein Vahrn heuer sein 120-jähriges Bestehen. Nach der Eröffnung der Brennerbahnlinie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann der Tourismus in Vahrn an Bedeutung. Das saubere und klare Wasser des Schalderer Baches und die frische und reine Luft des Waldes waren für die Gäste zweifellos zwei gute Grün-

de für einen Aufenthalt in Vahrn. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert hatten Adelige und hohe Beamte des Fürstbischofs auf der Suche

nach Erholung hier ihre Residenzen errichtet. Einige dieser prachtvollen Villen zeugen noch heute vom goldenen Zeitalter des Dorfes und können entlang des Carl-Toldt-Weges bewundert werden. Die Jubiläumsfeier wird vom Bürgermeister Andreas Schatzer am Sonntag, 16. September, um 10:30 Uhr auf dem Dorfplatz von Vahrn eröffnet. Die Besucher dieser Feier erwartet dann ein vielfältiges Programm. Eine Ausstellung alter Postkarten und Bilder gibt einen guten Überblick über die Entwicklung des Dorfes. Die Volkstanzgruppe Vahrn zeigt ihre Tänze auf dem Dorfplatz und lädt die Gäste zum Mittanzen ein. Zu Ehren des Gründers des Verschönerungsvereins wird

auch der Carl-Told-Weg in das Geschehen miteinbezogen. Bei einem angenehmen Spaziergang wird den Besuchern entlang des Weges Unterhaltsames geboten. Auch bei den Einkehrmöglichkeiten steht das Bemühen im Vordergrund, das Flair des vergangenen Jahrhunderts durch das Kredenzen von typischen Köstlichkeiten wieder aufleben zu lassen.

* 120 Jahre

Verschönerungsverein Vahrn Sonntag, 16. September, ab 10:30 Uhr Dorfplatz, Haus Voitsberg und Carl-Toldt-Weg

THOMAS HOCHKOFLER präsentiert

EPPES NUIS MOZART IN DER HOFBURG Van Kuijk Quartett Das junge französische Quartett Van Kuijk hat bereits eine Reihe von internationalen Preisen gewonnen und ist in der Wigmore Hall London, dem Auditorium du Louvre in Paris, der Tonhalle in Zürich, dem Musikverein Wien, der Berliner Philharmonie und in Lockenhaus aufgetreten. Im Kaisersaal der Hofburg spielt das Spitzenensemble ein Divertimento und das Dissonanzen-Quartett von Mozart, dazu das berühmte Quartett Nr. 14 „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert.

* Samstag, 8. September, 20 Uhr Hofburg, Kaisersaal

Kartenvorverkauf: Tourismusbüro Brixen, Tel. 0472 836401 www.musikkirche.it

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* 17. November, 20 Uhr

Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

Kartenreservierung: Tel. 0472 886048


DIVERSES

Vahrner Weis(s)e 2018 z Die besten Weißweine der Kellereien von Vahrn und Neustift können am Freitag, 7. September von 19 bis 24 Uhr auf dem Stiftsplatz von Neustift verkostet werden. Die Gemeinde Vahrn ist mit einer Rebfläche von rund 58 Hektar, die zweitgrößte Weinbaugemeinde des Eisacktales. Die Weinberge von Vahrn sind die nördlichsten auf der Südseite der Alpen und befinden sich vor allem auf den geschützten Süd-,­ Südwesthängen der Fraktion Neustift auf einer Meereshöhe zwischen 600 und 750 m. Das Mikroklima dieses Gebietes ist gekennzeichnet von kalten Wintern, heißen Sommern, wenig Niederschlag und starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht während der Reifezeit. Vor allem letztere Gegebenheit in Kombination mit dem quarzhaltigen Moränenboden prägen die Neustifter und Vahrner Weine ganz besonders. Die hier ange-

bauten weißen Sorten sind weitum durch ihre einzigartige Fruchtigkeit, Saftigkeit und Mineralität bekannt. Höchstbewertungen von den angesehensten Weinkritikern und -führern belegen regelmäßig die außerordentliche Qualität dieser Weine. Am Freitag, 7. September, stehen ab 19 Uhr die edelsten Tropfen bei der Veranstaltung „Vahrner Weis(s)e“

THEATER – FILM – ZAUBERLAND MUSICA

auf dem Stiftsplatz in Neustift zur Verkostung und zum Genießen bereit. Zum Wein werden von Vahrner Gastbetrieben passende Gaumenfreuden serviert. Die musikalische Gestaltung des Abends wird der Musiker Marc Hess übernommen. Über zahlreiche Besucher freut sich die Gemeinde Vahrn.

* Freitag, 7. September, 19–24 Uhr Neustift, Stiftsplatz

UNKRAUT Theater im Glashaus

* Do., 20. September

* Einschreibungen

bis Samstag, 15. September Probenstart am Montag, 17. September

Informationen unter www.tpz-brixen.org oder 335 535 99 55

So., 23. September Do., 27. September Sa., 29. September So., 30. September Mi., 3. Oktober Fr., 5. Oktober Beginn jeweils um 20:30 Uhr Vahrn, Gärtnerei Reifer

Kartenreservierung: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Mo.–Fr. 8:30–12:30 & 14:00–18:00 Uhr, Sa. 9.00–12.30 Uhr Restkarten an der Abendkasse eine Stunde vor Spielbeginn

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Deutsch Konversation und Grammatik B1 Di. 25.09. | 18–19.30 Uhr 10 Treffen Italienisch für die Zweisprachigkeitsprüfung Laufbahn A/B bzw. Niveau C1/B2 Do. 20.09. | 19.30-21 Uhr 10 Treffen Italienisch für Fortgeschrittene Mo. 24.09. | 19.30-21 Uhr 20 Treffen | Mo. + Mi. Französisch für AFG mit leichten Vorkenntnissen Do. 20.09. | 19.30-21 Uhr 12 Treffen

Feldenkrais Methode® Mo. 17.09. | 15.15-16.15 Uhr Mo. 17.09. | 16.30-17.30 Uhr 10 Treffen Fit nach der Schwangerschaft – Rückbildungsgymnastik Mi. 10.10. | 10–11 Uhr | 6 Treffen Pilates Do. 11.10. | 07.30-08.30 Uhr 8 Treffen Ökologische Wasch- und Putzmittel selbst gemacht Mi. 03.10. | 18–22 Uhr Einblick in die Welt der Bienen und ihre heilenden Schätze Mo. 15.10. | 19–21 Uhr

Englisch für AFG mit geringen Vorkenntnissen Di. 18.09. | 09–10.30 Uhr 12 Treffen

Hobby & Freizeit

Englisch für AFG mit leichten Vorkenntnissen Mi. 26.09. | 18–19.30 Uhr Mi. 26.09. | 19.30-21 Uhr 10 bzw. 12 Treffen

Blattsingen und Gehörbildung für Chorsänger Sa. 06.10. | 09–12 Uhr | 3 Treffen

Spanisch für Anfänger Di. 02.10. | 18–19.30 Uhr 10 Treffen

Beruf & EDV

Die Verwirklichung des Eigenheimes: Traum oder Albtraum? Mo. 01.10. | 19.30-22 Uhr Knigge: Umgangsformen für die ganze Familie Sa. 06.10. | 14–17 Uhr Zertifikatslehrgang: HumanRessource-Management Fr. 12.10. | 09–16 Uhr | 5 Treffen Eltern am Computer: Mein Kind sicher im Internet Fr. 12.10. | 15–17 Uhr

Liebevolle Grabgestaltung für das ganze Jahr Mo. 24.09. | 19–22 Uhr

Schmuckwerkstatt: Einführung ins Feueremaille Sa. 20.10. | 09.00-19.00 Uhr Blitzrezepte nach der Arbeit – schnell und gesund Sa. 06.10. | 10–14 Uhr Jakob-Steiner-Haus, Milland Einfache Küche für den Alltag Sa. 13.10. | 09.00-13.00 Uhr Haus Voitsberg, Vahrn

Wolfgang Ambros Live in Mareit z „Wann's Nocht wird über ...“ kommt das Urgestein des Austropop ins Wipptal. Am 22. September gibt die österreichische Musiklegende Wolfgang Ambros auf dem Clubhausgelände des MC Falken in Mareit ein Konzert: Unplugged, akustisch, reduziert … „Ambros Pur“ läuft seit über zehn Jahren konstant gut. Volle Häuser, der direkte Draht zum Publikum, die Lieder in einer aufs Wesentliche zurückgeführten Art und ein Wolfgang Ambros, der sich in dieser Konstellation sichtlich wohl fühlt. Bereits zum fünften Mal ist Ambros nun ‚pur‘ unterwegs. Begonnen hatte er seinerzeit mit seinem langjährigen Freund, dem Keyboarder Günter Dzikowksi im Duo. Wolfgang an der Gitarre, Günter drückte die Tasten. Die zwei von der Number One. Seit anderthalb Jahren ist man nun zu dritt. Roland ‚Roli‘ Vogel ergänzt die Arrangements mit seiner Gitarre, dem Bass, der Ukulele und

was er sonst noch so während des Programms auf der Bühne zupft, schlägt, streicht. Für jede pur-Tour holt Ambros Perlen aus dem Fundus und fügt sie ins Programm. Schöpft aus seinem reichen Repertoire, von Songs vom Jahr 1971 an bis zu aktuellen Titeln. Eine Zeitreise, die sich keine Sekunde wie eine solche anfühlt. Mit Liedern, „ohne die es sowieso nicht geht, die zu Freunden geworden sind, wo die Leute mitsingen“, wie er sagt. Die darf man den Menschen nicht nehmen. Damit sind Generationen aufgewachsen. Das vom MC Falken organisierte Konzert beginnt um 21 Uhr; die Sitzplätze am überdachten Festplatz sind auf 600 limitiert.

WOLFGANG AMBROS LIVE IN MAREIT Pur – Vol. V mit Günter Dzikowski & Roland Vogl Foto: Harald Graf

Sprachen

MUSIK

Foto: Christian Koller

Veranstaltungen

KOSTPROBEN AUS DEM NEUEN PROGRAMM

Gesunde Ernährung von Hund und Katze Mo. 08.10. | 19.30-21.30 Uhr Gesunde zuckerfreie Snacks für Kinder Sa. 20.10. | 14.00-17.00 Uhr Jakob-Steiner-Haus, Milland

Video-Workshop für Einsteiger Sa. 13.10. | 09–18 Uhr 10-Finger-Tippsystem in 5 Stunden Di. 16.10. | 18.30-20 Uhr 4 Treffen | Di. + Do. SPID: Information und erste Schritte Fr. 19.10. | 19.30-21.30 Uhr

Gesundheit & Bewegung Zumba® Fitness Di. 18.09. | 10.30-11.30 Uhr 10 Treffen

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* Sa., 22. September, 21 Uhr

Mareit bei Sterzing, Festplatz

Volkshochschule Südtirol Zweigstelle Brixen Peter-Mayr-Straße 9 Tel. 0472 836 424 brixen@vhs.it www.vhs.it

Kartenvorverkauf Tourismusverein Ratschings, Tel. 0472 760608, info@ratschings.com Tourismusverein Sterzing, Tel. 0472 765325, info@infosterzing.com Einlass ab 19 Uhr, das Konzert findet bei jeder Witterung statt Eintritt Kartenvorverkauf 45 Euro Abendkasse 55 Euro


Samstag, 1. September

Samstag, 8. September

Diverses

Musik

9 Uhr

Musik

9 Uhr

ab 9 Uhr

Benefizflohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn (bis 18 Uhr) Vahrn, alter Kindergarten Sonntag, 2. September

Musik

17:30 Uhr

Solisti Veneti Das Ensemble Vivaldi spielt Werke von Albinoni, Vivaldi, Mozart, Rossini, Paganini, Piovani und Pasculli Cusanus Akademie Dienstag, 4. September

Musik

20:30 Uhr

Solistenkonzert Solisten und Bläsergruppen der Musikkapelle Villnöss laden zum Konzert Villnöss, Kulturhaus Mittwoch, 5. September

Musik

20:30 Uhr

Mittwoch, 12. September

Alles hat seine Zeit Chor-Werkstatt mit Kathi StimmerSalzeder Bildungshaus Kloster Neustift 6. Südtiroler Festival ... ... der böhmischen und mährischen Blasmusik Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

Diverses

ab 19 Uhr

Lüsner Kirchtag Einzug der Musikkapellen und Vereine mit Konzerten auf dem Festplatz Lüsen

Musik

Mozart in der Hofburg mit dem Van Kuijk Quartett Hofburg, Kaisersaal

ab 10:30 Uhr

Vahrn feiert! 120 Jahre Verschönerungsverein Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

ab 18 Uhr

Repair Café Gemeinsam mit Experten reparieren, was noch zu retten ist! Bar Visavis, Fischzuchtweg

Montag, 17. September

Kinderkino

16:30 Uhr

Die kleine Hexe DE 2018, mit Karoline Herfurth, Suzanne von Borsody, Momo Beier udn Luis Vorbach Forum Brixen Dienstag, 18. September

Musik 20 Uhr

Der Kaufmann von Venedig Der Kaufmann von Venedig ist Shakespeares dunkelste Komödie; Rotierendes Theater Pairdorf, competence.centrum

20 Uhr

Diverses

Donnerstag, 13. September

Diverses

Theater

Donnerstag, 6. September Der Kaufmann von Venedig Der Kaufmann von Venedig ist Shakespeares dunkelste Komödie Pairdorf, competence.centrum

20 Uhr

Der Kaufmann von Venedig Der Kaufmann von Venedig ist Shakespeares dunkelste Komödie; Rotierendes Theater Pairdorf, competence.centrum

20 Uhr

Abendkonzert Abendkonzert der Musikkapelle Schabs Natz, Vereinshaus

Theater

Theater

Sonntag, 16. September

Musik

20:30 Uhr

Brixner Orgelkonzerte Brixner Dom

Donnerstag, 20. September

Diverses

ab 9:30 Uhr

Mountainbike Testival Expo, Testen, Touren und Genießen! Domplatz

20:30 Uhr

Abendkonzert Abendkonzert der Musikkapelle Schabs Natz, Vereinshaus

Sonntag, 9. September

Diverses

Lüsner Kirchtag Einzug der Musikkapellen und Vereine mit Konzerten auf dem Festplatz Lüsen

Diverses

Freitag, 7. September

Diverses

19 Uhr

ab 14 Uhr

Lern- & Spielefest Spiele, Geschichten, Aktionen rund ums Lernen Neustift, Stiftsplatz

Vahrner Weis(s)e mit Kulinarik zum Wein von der HGVOrtsstelle Vahrn und musikalischer Umrahmung Kloster Neustift, Stiftsplatz

LERN- & SPIELFEST NEUSTIFT Spiele, Geschichten und Aktionen rund ums Lernen

Montag, 10. September

Theater Musik

19 Uhr

6. Südtiroler Festival ... ... der böhmischen und mährischen Blasmusik Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

20 Uhr

Der Kaufmann von Venedig Der Kaufmann von Venedig ist Shakespeares dunkelste Komödie; Rotierendes Theater Pairdorf, competence.centrum Dienstag, 11. September

Theater

20 Uhr

Der Kaufmann von Venedig Der Kaufmann von Venedig ist Shakespeares dunkelste Komödie; Rotierendes Theater Pairdorf, competence.centrum

Lernen macht Spaß und muss gefeiert werden! An diesem Nachmittag erwartet Euch ein buntes Programm: * spannend * praktisch * interessant * für die ganze Familie. Lernen darf Spaß machen und findet überall und immer statt! Die Veranstaltung ist als Green Event zertifiziert. Das bedeutet, dass wir auf ein ressourcenschonendes Arbeiten achten: Am besten ihr kommt mit dem Rad zu uns.

* So., 9. September, ab 14 Uhr Stiftplatz Neustift

Das Lern- & Spielfest findet bei jeder Witterung statt. Eintritt frei

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WEITERBILDUNG Veranstaltungen

KVW Bildung Brixen

QUALIFIZIERUNG BERUF

Theater

20:30 Uhr

Unkraut Theater im Glashaus; Theater Brilland – Brixen Milland Vahrn, Gärtnerei Reifer

LEHRGANG: Ausbildung zur Übungsleiterin für Bewegungskurse ab 19.09. (4 Blöcke) Infoabend: Mo. 27.08.2018 um 18.30 Uhr LEHRGANG: Social Media Marketing ab 26.10. (4 Blöcke) Infoabend: Mi. 19.09. um 19.30 Uhr LEHRGANG: Achtsamkeit im beruflichen und privaten Alltag (mit terra academy) ab 05.10. (3 Blöcke)

Der Baum in mir am Sa., 29.09., 10–16 Uhr

Farb- und Stilberatung ab Sa. 09.11., 8.30–17.30 Uhr

LEHRGANG: Entspannungspädagogik für Kinder ab 15.12. (3 Blöcke)

Wie lese ich meine Lohnabrechnung am Mi. 24.10., 19.30–21.30 Uhr

Buchhaltung für NeueinsteigerInnen ab Di. 02.10., 19 Uhr (6x)

BEWEGUNG GESUNDHEIT

EDV

50+ EDV Grundkurs ab Di. 16.10., 18.30–20.15 Uhr (6x) Handy und Tablets ab Di. 09.10., 16.30–19 Uhr (3x) Facebook für EinsteigerInnen ab Di. 13.11., 19–21 Uhr (2x)

SPRACHEN

Infoabend: Sprachkurse der KVW Bildung am Do., 04.10., 19 Uhr Deutschkurse von A1.1 (AnfängerInnen) bis B1 (Selbständige Sprachverwendung) ab Di. 09.10., jew. 20 Treffen pro Kurs Italienisch – Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung Niv C1/B2 (ex A/B) ab Di. 09.10., 19.30–21 Uhr (13x) Italienisch – Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung B1 (ex C) ab Di. 16.10., 19.30–21 Uhr (13x) Englisch Konversationskurs (ab Nivea A2.1 Pre Intermediate) ab Mi. 17.10., 19.30–21 Uhr (8x) 60+ Englisch für Leichtfortgeschrittene ab Do. 04.10., 9–10.30 Uhr (8x) A1.1 English Beginners Termine werden noch bekanntgegeben

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Freitag, 21. September

Diverses

ab 9:30 Uhr

Mountainbike Testival Expo, Testen, Touren und Genießen! Domplatz

Body Forming ab Di. 02.10., 18.30–19.30 Uhr (10x) ab Do. 04.10., 19–20 Uhr (10x)

Afro-Fit ab Do. 04.10., 18.15–19.15 Uhr (10x) Yoga ab Fr. 05.10.,19.30–21 Uhr (11x) Pilates ab Mo. 08.10., 17.30–18.30 Uhr (9x) Vormittagskurs auf Anfrage

Samstag, 22. September

Diverses

ab 9:30 Uhr

Mountainbike Testival Expo, Testen, Touren und Genießen! Domplatz

Theater

Fotografie Grundkurs ab Mi. 24.10., 19.30–22 Uhr (4x)

Jazz

20:30 Uhr

[e]merging structures ... hypnotic soundscapes; Ania Losinger, Björn Meyer, Chrigel Bosshard und Mats Eser Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Musik

20:30 Uhr

Kabarett

20:30 Uhr

20:30 Uhr

Hochsaison Der Letzte macht das Licht aus mit Markus Koschuh Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Samstag, 29. September

ab 9:30 Uhr

Mountainbike Testival Expo, Testen, Touren und Genießen! Domplatz

20:30 Uhr

Unkraut Theater im Glashaus; Theater Brilland – Brixen Milland Vahrn, Gärtnerei Reifer Mittwoch, 26. September

Vortrag

Bachblüten mit Dr. Susanne Reiffenstuhl Apotheke Peer

Theater

20:30 Uhr

Kabarett

20:30 Uhr

Unkraut Theater im Glashaus; Theater Brilland – Brixen Milland Vahrn, Gärtnerei Reifer

Sonntag, 23. September

Diverses

Theater Infos & weitere Angebote: KVW Bildung Brixen Tel. 0472 207 978 bildung.brixen@kvw.org bildung.kvw.org

20:30 Uhr

Die andere Hälfte des Himmels In einer sehr persönlichen Annäherung lässt Barbara Gassner die Geschichte ihres Großvaters aufleben Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Beikost: Essen lernen soll Kindern Spaß machen am Mi. 10.10., 9.30–11 Uhr

KREATIVITÄT

Theater

Konzert mit Manuela Rasori (Sopran) und Chiara Sintoni (Klavier) Don Bosco Theater

Fit in den Winter ab Di. 09.10., 18.30–19.30 Uhr, (9x)

Veganer Kochworkshop Termin wird noch bekanntgegeben

20:30 Uhr

Abendkonzert Abendkonzert der Musikkapelle Schabs Natz, Vereinshaus

Freitag, 28. September

Gymnastik für Frauen ab Di. 02.10., 18–19 Uhr (10x) Zumba® Kardio Dance ab Do. 04.10., 19.20–20.20 Uhr (10x)

Musik

Unkraut Theater im Glashaus; Theater Brilland – Brixen Milland Vahrn, Gärtnerei Reifer

MENSCH GESELLSCHAFT

Entspannung für Kinder ab Fr. 05.10., 16.30–18 Uhr (3x)

Donnerstag, 27. September

20 Uhr

Hochsaison Der Letzte macht das Licht aus mit Markus Koschuh Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 30. September

Diverses

20:30 Uhr

Feuerproben Thorsten Havener ist zurück Forum Brixen


20:30 Uhr

Unkraut Theater im Glashaus; Theater Brilland – Brixen Milland Vahrn, Gärtnerei Reifer

BILDUNG STIFTET WERTE

Märkte Bauernmarkt Sa. & Mi., 8–13 Uhr Hartmannsplatz Monatsmarkt Sa., 29. September, 8–13 Uhr Schwesternau

LEHRGÄNGE im Bildungshaus Kloster Neustift

Foto: Bruno Klomfar

Theater

Wochenmarkt montags, 8:30–13 Uhr Priel-Parkplatz

Ausstellungen Engelsburg Neusitft bis 2. September Bx 8/24 Kunstausstellung von Holger Theunert Mo.–So. 10–18 Uhr

Pharmaziemuseum bis 3. Jänner 2019 Glas.Kunst und Pharmazie Moderne Glasskulpturen treffen auf historische Gebrauchsgläser der Pharmazie Di. & Mi. 14–18 Uhr, Sa. 11–13 Uhr

UmWelt NaturCoach 18.9.2018–5.6.2019 Grüne Kosmetik 17.10.2018–25.9.2019 Heilkräuter nach Hildegard von Bingen 27.11.2018–28.9.2019

Schlossgalerie Velthurns bis 2. September Johann Stockner Fantastische Welt mit Sand und Acrylfarben Di.–So. 11–18 Uhr, Sa. 11–21 Uhr Galerie AdlerArt 14.–27. September Storytelling Visuelle Erzählungen; Kunstkreis St. Erhard Mo.–Sa. 10–12 & 17–19 Uhr

Festung Franzensfeste bis 31. Oktober Academiae Youth Art Biennale bis 21. April 2019 Immer auf Draht Seilbahnen vernetzen Di.–So. 10–18 Uhr

Volksheilkundlicher Kräuterkurs nach Ignaz Schlifni Start: 5.10.2018 Pustertal, 17.11.2018 Vinschgau, 3.2.2019 Unterland

Kultur Lehrgang für Genießer – Brot 13.11.2018–28.11.2018 Lehrgang für Genießer – Fleisch & Speck 6.2.2019–21.2.2019 Lehrgang für Genießer – Essig & Öl 8.5.2019–23.5.2019 Fotografie & Wein 09.10. – 13.10.2018

Domus Bauexpert Brixen 15.–29. September Holz und Stein Domus Bauexpert zeigt auf der Terrasse seiner Brixner Niederlassung in der Venetostraße 61 Skulpturen von Sergio Sommavilla Mo.–Fr. 7:30–12 Uhr & 13–18 Uhr, Sa. 8–12 Uhr Vernissage am 14.9. um 18 Uhr

Hofburg Brixen bis 31. Oktober Triumph des Barock Gemälde von 1600 bis 1800 aus dem Bestand der Hofburg Brixen Di.–So. 10–17 Uhr

Bewegungstrainer/in für Kinder 30.11.2018–25.5.2019 Alpine Heilkunde 15.2.2019–9.11.2019 Ganzheitliche/r Entspannungstrainer/in 23.3.2019–7.12.2019

Beruf Zertifizierte/r Datenschutzbeauftragte/r 19.9.2018–16.10.2018 / 30.10.2018–21.11.2018 Chancen der Digitalisierung nutzen – Management 4.0 25.9.2018–5.12.2018 Mental stark in Arbeit und Alltag 9.10.2018–21.11.2018 Resilienz-Trainer & Coach in Organisationen 5.11.2018–12.6.2019 360° Personalarbeit in Südtirol 6.12.2018–8.3.2019

Basisstudiengang „Zeichnung und Malerei“ 23.11.2018–7.4.2019 www.kunstakademie.it

Gesundheit Ernährung nach der TCM 14.9.2018–2.3.2019 Vitalmasseur/in 4.10.2018–12.10.2019 Emotionelle Erste Hilfe 6.11.2018–7.5.2020 Ganzheitliche/r Bewegungstrainer/in 16.11.2018–21.9.2019

Informationen & Anmeldung: Bildungshaus Kloster Neustift Stiftstraße 1, I-39040 Vahrn Tel. 0472 835 588 bildungshaus@kloster-neustift.it www.bildungshaus.it

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Freizeit & Sport GLÜCK IM UNGLÜCK AM MONT BLANC: Zwei Seilschaften des AVS Brixen gerieten am 15. Juli am 4.810 Meter hohen Mont Blanc in Schwierigkeiten

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AVS-GIPFELTOUR: FAST WÄRE DER MONT BLANC ZUM VERHÄNGNIS GEWORDEN

„Wir hatten einen Schutzengel“

56 Teilnehmer des AVS Brixen brachen im Juli zum 4.810 Meter hohen Mont Blanc auf. Nach einem Unwetter, einem Absturz und einer Notübernachtung am Berg kamen alle wieder heil zu Hause an. Was genau am höchsten Berg der Alpen passierte, erklären Tourenleiter und Organisator ALEXANDER EBNER und Arzt und Vorsitzender des AVS Brixen HERBERT KIRCHER im Interview. 50


Midi auf 3.800 Metern. Von dort aus marschierten wir rund eine Dreiviertelstunde zur CosmiqueHütte auf 3.600 Metern, wo wir übernachteten. Gegen zwei Uhr früh starteten wir tags darauf unsere Tour in Richtung Mont Blanc. Die Höhe machte dabei schon einigen zu schaffen; eine Teilnehmerin brach – aufgrund Unwohlseins – gar nicht mit auf. Herr Kircher, wie macht sich die Höhe denn bemerkbar? HERBERT KIRCHER: Das ist ganz unterschiedlich; bei einigen gar nicht, und bei anderen kommt es

raten und erreichten dann gegen 10 Uhr den Gipfel, wo uns einige „unserer“ Seilschaften bereits auf dem Retourweg entgegenkamen. Rund 4 bis 5 Stunden mussten wir dann auch für unseren Rückweg einkalkulieren. Was generell kein Problem darstellen würde, wenn nicht ein Unwetter für den frühen Nachmittag gemeldet worden wäre, oder? Alexander Ebner: Genau. Wir wussten, dass für den frühen Nachmittag ein Gewitter gemeldet war. Die Wetterverhältnisse waren generell nicht ideal für die Besteigung des

Stunde hinter uns. Wir hatten, wie gesagt, einen etwas schwächeren Teilnehmer in unserer Seilschaft, der bereits am Gipfel sein physisches Limit erreicht hatte. Hinzu kam, dass es ihm etwas an Erfahrung fehlte und er selten mit Steigeisen unterwegs gewesen war. Ihm passierte dann auch ein Missgeschick – er stolperte. Das kann natürlich jedem passieren, auch erfahrenen Bergsteigern. Wenn man aber müde ist, ist die Wahrscheinlichkeit dafür einfach höher. Die ganze Seilschaft, also vier Leute, wurde mitgerissen und rutschte rund 150 Meter einen Schneehang ab. Ich versuchte,

„Im Nachhinein gesehen hätte ich die Tour abändern sollen. Ich habe, aus welchem Grund auch immer, nicht auf mein Bauchgefühl gehört“_ Alexander Ebner, Tourenleiter zu Kopfschmerzen und Schwindel, Magenproblemen, Erbrechen und hohem Puls. Wie ging es dann weiter, Herr Ebner?

Herr Ebner, was genau ist am Mont Blanc auf mehr als 4.000 Metern Meereshöhe passiert? ALEXANDER EBNER: Es gab an jenem Tag zwei Zwischenfälle: Eine Seilschaft rutschte auf dem Rückweg vom Gipfel rund 150 Meter ab, und eine andere kam in ein Unwetter und musste die Nacht am Berg verbringen. Bitte erzählen Sie uns die Geschichte doch etwas genauer und von Anfang an ... Alexander Ebner: 56 Teilnehmer aus Brixen und Umgebung, davon 14 Tourenleiter beziehungsweise Bergretter, starteten am Freitagmorgen mit dem Bus von Brixen aus in Richtung Chamonix. Mit der Seilbahn erreichten wir dann die Bergstation des Aiguille du

Alexander Ebner: Wir sind in den Seilschaften aufgebrochen, die wir am vorherigen Tag definiert hatten: jeweils drei Teilnehmer und ein Tourenleiter. Die Ortsstellen Feldthurns, Terenten und Mühlbach bildeten ihre Seilschaften, wir Brixner unsere. Die schnellsten Seilschaften erreichten nach rund fünf Stunden, also gegen 7 Uhr in der Früh, den Gipfel. Meine Seilschaft war die vorletzte, wir waren nach 7,5 Stunden am Gipfel. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen musste ein Teilnehmer nach rund zwei Stunden Gehzeit mit einem „Reserve“-Tourenleiter umkehren, weil er sich nicht wohl fühlte. Zum anderen waren die Teilnehmer meiner Seilschaft konditionell nicht so gut drauf wie die anderen. Das merkte ich schon bald nach der Hütte, und wir passten die Geschwindigkeit an das schwächste Glied der Seilschaft an. Hinzu kam noch, dass wir alle bei der Schlüsselstelle eine gute halbe Stunde warten mussten, weil bei dieser gesichert werden musste und es deshalb nur langsam voranging. Eine Seilschaft entschied sich dort sogar umzudrehen und wieder zur Hütte zurück zu gehen – sie fühlten sich nicht wohl. Auch wir sind aus diesen Gründen aus dem Zeitplan ge-

Mont Blanc: Windböen von 30 bis 40 Stundenkilometer und eine Temperatur von etwa minus zehn Grad machte die Tour nicht gerade angenehm. Ich hatte ehrlich gesagt aufgrund dieser Wetterverhältnisse meine Zweifel, die Tour zu starten, und ich hatte diese Zweifel auch noch vor dem Start geäußert. Aber als der Gedanke im Raum stand, habe ich schon gemerkt, dass alle trotzdem einen Versuch wagen wollten. Hätten Sie im Nachhinein gesehen die Tour abblasen sollen? Alexander Ebner: Ja, das hätte ich wohl tun sollen, oder ich hätte zumindest das Ziel ändern und nur einen Vorgipfel besteigen sollen. Wahrscheinlich hätte ich die guten Seilschaften, also vor allem jene der Ortsstellen, nicht aufhalten können – aber diese haben die Tour ja auch problemlos geschafft. Das Problem waren die schwächeren Seilschaften, jene der Teilnehmer, die wir als AVS nicht kannten und deren Kondition wir nicht einschätzen konnten. Wie ging die Tour dann weiter? Alexander Ebner: Wir hielten uns nur kurz, rund 15 Minuten, auf dem Gipfel auf, wo uns die Sonne noch ins Gesicht schien, und traten dann den Rückweg an. Beim Hinuntergehen kam uns auch die letzte Seilschaft in Richtung Gipfel entgegen, rund eine halbe

unseren Sturz zu stoppen, indem ich den Pickel in den Schnee rammte – das ist, was man in diesem Fall tun muss. Irgendwann kamen wir dann zum Stehen. Ich erlitt Gesichtsabschürfungen, weil ich wohl nicht nur mit dem Pickel gebremst hatte, und ich war etwas benommen – den anderen ging es gut. Wir hatten Glück, dass wir genau an einer Stelle zu Sturz kamen, die etwas flacher war. Sagen wir so: Das Gelände war relativ günstig zum Stürzen – und das allerwichtigste: Es gab dort keine Gletscherspalten. Wenn wir nämlich in eine Spalte hineingefallen wären und uns vielleicht nicht hätten verständigen können, hätte die Sache dramatisch enden können. War das für Sie als Bergerfahrener die bisher gefährlichste Situation Ihres Lebens? Alexander Ebner: So weit abgestürzt, wenn man es dramatisch ausdrücken will, bin ich in der Tat noch nie. Normalerweise ist man immer irgendwie gesichert, da fällt man höchstens in die Sicherung, aber nie so weit nach unten. Es ging alles ganz schnell, und man hofft irgendwie, dass man bald zum Stillstand kommt. Ich kannte das Gelände ja nicht und wusste nicht, was auf uns zukommt. An einer bestimmten Stelle spürte ich, dass wir stehen bleiben, dann ging es aber nochmals weiter abwärts. Wir haben dann die Bergrettung alarmiert; 51


Freizeit & Sport

Biwak Abrutschstelle

Während eine Seilschaft unterhalb des Gipfels die Nacht verbringen musste, konnten die abgestürzten Bergsteiger den Weg zur nächsten Hütte selbst antreten

–––

unsere Handys haben zum Glück funktioniert. Zudem haben wir gerufen, um die Seilschaft hinter uns auf uns aufmerksam zu machen. Nicht wissend, dass sich diese selbst in Schwierigkeiten befand? Alexander Ebner: Nein, das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die letzte Seilschaft war

waren noch zwei erfahrene und gut ausgerüstete französische Bergsteiger in diese missliche Lage geraten. Es war gegen drei Uhr am Nachmittag, auch sie alarmierten die Bergrettung, die aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse, aber auch, weil es keinen Verletzten gab, nicht zur Rettung aufbrach. Sie mussten die Nacht in einer Spalte mit Überhang verbringen; sie waren also nicht direkt dem

alles richtig gemacht. Ein weiterer Abstieg bei diesen Verhältnissen wäre eine Zumutung gewesen. Natürlich war es für die Teilnehmer schon eine Grenzerfahrung, die sie da machen mussten – auch weil ihnen einfach die richtige Ausrüstung fehlte. Wichtig ist es in diesem Fall, nicht einzuschlafen und ständig in Bewegung zu bleiben. Es hatte vielleicht minus zehn Grad – es war also nicht

„Bei einer solchen Tour muss, wenn Unwetter vorhergesagt sind, von den Tourenleitern ein Zeitlimit zum Umkehren festgelegt werden“_ Herbert Kircher, Vorsitzender AVS Brixen direkt am Grat ins Unwetter geraten: Blitze, Graupelschauer, Windböen, Nebel. Ein Weiterkommen wäre sehr gefährlich gewesen, der Weg war nämlich komplett im Nebel und verweht. Sie mussten an jener Schlüsselstelle, an der wir beim Aufstieg warteten, biwakieren. Das Unwetter war etwas früher gekommen als erwartet, und sie waren für diese Wetterbedingungen effektiv zu langsam unterwegs. Waren sie fürs Übernachten ausgerüstet? Alexander Ebner: Nein, leider nicht wirklich. Nur der Tourenleiter hatte einen Biwaksack mit dabei. Neben unserer Viererseilschaft 52

Wetter ausgesetzt, sondern etwas geschützt – was diese unangenehme Situation jetzt nicht verharmlosen soll. Herr Kircher, Sie selbst waren zwar nicht dabei, haben aber selbst schon biwakiert. Wie kann man sich so eine Nacht am Berg vorstellen? Herbert Kircher: Nun, bei einer Gletschertour kann es schon mal zum Biwakieren kommen – dessen muss man sich einfach bewusst sein. Natürlich ist dies keine Erfahrung, die man unbedingt gerne machen will. Der Tourenleiter ist ruhig geblieben und hat mit seiner Entscheidung zum Biwakieren in diesem Fall

extrem kalt, aber doch nicht angenehm. Der Hubschrauber konnte die Seilschaft erst am nächsten Morgen gegen fünf Uhr aus dieser Lage befreien. Das Gute war, dass die Seilschaft in Dauerkontakt mit der Notfall-Hotline des AVS in Südtirol war, die dann auch die Rettung vor Ort koordinierte. Wir wussten also soweit, dass alles okay war. Was passierte in der Zwischenzeit mit der abgestürzten Seilschaft? Alexander Ebner: Der Hubschrauber versuchte uns zu bergen, was aber aufgrund des Windes nicht möglich war. Er seilte rund hundert Meter von der Absturzstelle

entfernt zwei Bergretter ab, die zu uns kamen. Das war doch eine Erleichterung, nicht mehr auf sich alleine gestellt zu sein. Sie checkten die Lage, sahen, dass die Verletzungen nicht schwerwiegend waren und fragten, ob wir gehtüchtig seien. Wir gingen dann, gemeinsam mit den Bergrettern, zur rund drei Stunden entfernten Hütte. Der Rest der Gruppe auf der Hütte wusste um das Ergehen der beiden fehlenden Seilschaften? Herbert Kircher: Jein. Sie wussten, dass zwei Seilschaften fehlten, aber sie wussten nicht genau, welche nun abgestürzt und welche hängen geblieben war. Es herrschte ehrlich gesagt etwas Chaos darüber. Als Alexander Ebner so gegen 20 Uhr in der Hütte eintraf, wusste man dann effektiv, wer noch am Berg war. Was passierte dann am nächsten Morgen? Alexander Ebner: Die Bergretter blieben mit uns auf der Hütte, und wir wurden tags darauf mit dem Hubschrauber zu Tale gebracht: Ich musste zur Untersuchung ins Krankenhaus, konnte dieses dann jedoch nach einer Erstversorgung wieder verlassen. Die Seilschaft, die biwakierte, wurde ebenso vom Hubschrauber geborgen und nach unten geflogen. Die anderen Teilnehmer nahmen die Seilbahn. Wir fuhren dann gegen Mittag wieder nach Südtirol retour.


Foto: Oskar Zingerle

Foto: Oskar Zingerle

Und wie wurde das Ganze von den Teilnehmern aufgenommen und verarbeitet? Herbert Kircher: Wir haben uns zu einigen Nachbesprechungen getroffen, vor allem AVS-intern, aber auch mit den Teilnehmern; dort wurde über das Geschehene gesprochen und alles nochmals aufgearbeitet. Und zu welchem Schluss ist der AVS nach diesem glimpflich ausgegangenen Unglück gekommen? Ich meine, es hätte ja wirklich auch ganz anders enden können? Herbert Kircher: Wir haben aus dieser Erfahrung viel gelernt und werden künftig einiges anders machen: In erster Linie muss bei einer solchen Tour, überhaupt wenn Unwetter vorhergesagt sind, von den Tourenleitern ein Zeitlimit festgelegt werden. Es wird eine Umkehrzeit definiert, unabhängig davon, wer sich wo befindet. Wenn zum Beispiel um 14 Uhr ein Unwetter kommen soll, muss um 9 Uhr morgens umgedreht werden. Wer bis dahin noch nicht auf dem Gipfel ist, braucht mit Sicherheit auch länger für den Rückweg. Das ist eine Konsequenz, die mir bei dieser Tour einfach gefehlt hat. Auch muss bei der Vorbesprechung mehr über die Ausrüstung gesprochen werden: ein Helm, ein Biwaksack, Alufolie und warme Kleidung gehören zur Standardausrüstung. Wir sind bisher leider davon ausgegangen, dass dies klar ist – war es aber nicht. Auch müssen die Teilnehmer einen Gletscherkurs oder unternommene Gletschertouren vorweisen, damit wir ungefähr wissen, wie gut sie technisch und konditionell drauf sind. Haben sich einige der Teilnehmer überschätzt?

Alexander Ebner, Tourenleiter: „Man ist immer so schwach wie das schwächste Glied der Seilschaft“

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Alexander Ebner: Ja, schon. Unser Problem war, dass wir die Brixner Teilnehmer nicht alle kannten. Die Mitglieder der Ortsstellen kennen sich untereinander und somit auch die konditionelle Situation der Teilnehmer – wir leider nicht. Wir haben bei der Ausschreibung zwar explizit Höhenverträglichkeit und Erfahrung mit Pickel und Steigeisen angegeben, dies aber nicht überprüft oder überprüfen können. Es waren einige Teilnehmer dabei, die auf dem Mont Blanc einfach nichts zu suchen hatten – auch wenn letztendlich 48 von 56 Teilnehmer auf dem Gipfel standen. Wie es sich im Nachhinein herausstellte, war diese Tour für mehrere sogar der erste Viertausender! Auch wenn man konditionell gut drauf ist, kann man eine Gletschertour dieser Art nicht mit einem Marathon vergleichen – das sind zwei Paar Schuhe.

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Herbert Kircher, Vorsitzender des AVS Brixen: „Eine solche Tour beginnt mitten in der Nacht, der Wind bläst, es ist kalt – das sind psychische Belastungen, mit denen man ansonsten nicht konfrontiert wird“

Was macht den Unterschied? Herbert Kircher: Die atmosphärischen Bedingungen sind einfach andere: Die Tour beginnt mitten in der Nacht, der Wind bläst, es ist kalt – das sind psychische Belastungen, mit denen man ansonsten nicht konfrontiert wird. Die Höhe tut das Ihre dann noch dazu. Auch müsste man überlegen, einen Tag länger einzuplanen, um sich besser zu akklimatisieren. Was würden Sie im Nachhinein anders machen? Alexander Ebner: Ich würde die Tour abändern. Es war für langsame Seilschaften einfach nicht der Tag, auf den Gipfel des Mont Blanc zu gehen – und das war eigentlich auch mein Bauchgefühl kurz vor dem Start, auf das ich, aus welchem Grund auch

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immer, nicht gehört habe. Ich würde sagen, wir gehen auf einen Vorgipfel, der Mont Blanc ist heute nicht drin. Was ich auch nicht mehr machen würde, ist, Leute zum Weitergehen zu motivieren, wenn sie sagen, sie schaffen es nicht mehr. Aus meiner Erfahrung heraus habe ich das gemacht, weil es meist „nur“ der innere Schweinehund ist, der uns nicht weitergehen lässt. In diesem Moment habe ich aber nicht verstanden, dass es besser gewesen wäre, aus Sicherheitsgründen als ganze Seilschaft umzudrehen. Glücklicherweise ist das Ganze noch gut ausgegangen.

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HANDBALL

Es kann losgehen! Am 8. September beginnt die Handball-Meisterschaft der Herren der Serie A1 – und zwar heuer erstmals wieder in einem einzigen Kreis mit 14 Mannschaften aus ganz Italien. Auch die Damen des SSV Brixen spielen in der höchsten italienischen Liga, der Serie A1, und zwar ab dem 15. September. Die ersten Heimspiele gibt es am 15. und am 22. September.

D

er Handballsport hat in Brixen Tradition, und dies seit beinahe 50 Jahren. Die beiden Sektionen, Männer und Frauen, sind gut aufgestellt: Außer Cassano Magnago schickt kein anderer italienischer Verein Teams der ersten (A1) und zweiten Liga (A2) ins Rennen – und darauf ist man hier in Brixen zu Recht stolz.

Die Vorbereitungen laufen gut. Der steirische Trainer Rene Kramer – er ist das zweite Jahr in Brixen und wird vom ehemaligen Tormann Günther Wierer unterstützt – rief seine Burschen bereits am 23. Juli zum ersten Vorbereitungstraining. Inzwischen wurden auch vier Freundschaftsspiele ausgetragen: Gegen den FC Bayern München (5. Liga in Deutschland), gegen Eppan und Innsbruck (beide in der 2. italienischen Liga) gab es Erfolge; gegen den HLA-Club Schwaz gab es hingegen eine Niederlage. Der Trainer ist durchaus zufrieden, denn unabhängig von Sieg oder Niederlage werden Stärken und Schwächen einzelner Spieler ersichtlich, und die Burschen können sich besser kennenlernen. Weitere Testspiele werden bis zum Beginn der Meisterschaft folgen.

Am 8. September beginnt die Hinrunde der Serie A1: 14 Teams spielen ab heuer in einem einzigen Kreis – mit dabei auch der SSV Brixen

––––

Dies wurde allgemein gutgeheißen. Die Mannschaften der 1. Liga sind: SSV Brixen, SSV Loacker Bozen Volksbank, Alperia Meran, Pressano, Triest, Cassano Magnago, Metelli Cologne, United Bologna, Ego Siena, Cingoli, Fondi, Carburex Gaeta, Conversano und Junior Fasano. Die Hinrunde

organisiert, unter sich den Italiencup aus. Im Mai geht es dann ans Eingemachte: Die zwei Letzten nach Hin- und Rückrunde steigen ab, die vier Ersten kämpfen um den Meistertitel. Am 28. Mai endet die Meisterschaft 2018/19. Eine Neuheit ist ebenfalls, dass auf dem TV-Sender Sportitalia

„Wir wollen in unserem Team all jene Südtiroler Handballerinnen vereinen, die motiviert sind und deren Ziel es ist, in der obersten italienischen Liga mitzuspielen“_ Wally Ulpmer, Sektionsleiterin SSV Brixen Handball Damen Neues von der A1-Meisterschaft. beginnt am 8. September, das letzNachdem seit mehreren Jahren die A1-Meisterschaft in drei Kreisen (Nord, Mitte, Süd) mit jeweils acht bis zehn Teams ausgetragen worden war, hat die FIGH (Federazione Italiana Giuoco Handball) beschlossen, die kommende Meisterschaft mit 14 Teams in einem einzigen Kreis zu organisieren. 54

te Spiel der Rückrunde wird am 4. Mai ausgetragen. Dazwischen liegen jeweils drei mehrwöchige Pausen, in denen die Nationalmannschaft ihre Trainings und Spiele absolviert. Am 1., 2. und 3. März machen die ersten sieben Mannschaften der Hinrunde und der Verein, der die Veranstaltung

regelmäßig Meisterschaftsspiele übertragen werden, und zwar jeweils sonntags. Für Brixen sind es die Heimspiele gegen Meran (am 30. September) und gegen Triest (am 11. November).

Neues vom Brixner Team. Der SSV Brixen startet mit einer jungen Mannschaft in die neue Saison:

info Die Spielerinnen des SSV Brixen Südtirol: Im Tor: Bettina Gruber, Anja Rossignoli, Tanja Lutterotti Am linken Flügel: Mara Habicher, Giada Babbo Im Rückraum: Giulia Dibona, Sandra Federspieler, Steffi Durnwalder (Kapitänin), Sarah Schatzer, Nadja Abfalterer Am rechten Flügel: Sarah Hilber, Linda Rier, Roberta Demaku Am Kreis: Andrea Eder, Caroline Durnwalder, Violetta Vegni Die Spieler des SSV Brixen: Im Tor: Benno Pfattner, Alex Wierer Am linken Flügel: Michael Ranalter, Wolfgang Mitterrutzner Am rechten Flügel: Mariano Castro Im Rückraum: Sergio Crespo Diego, Mislav Nenadić, Felix Sader, Markus Wieland, Dominik Dorfmann, Jonas Penn, Patrick Unterkircher, Christian Mitterrutzner Am Kreis: Andrea Basic, Max Brugger


Sportliche Ziele. Ganz offen

spricht Sektionsleiter Werner Wieland über die sportlichen Ziele der Mannschaft: „Wir wollen uns für den Italiencup qualifizieren, das heißt, wir wollen nach der Hinrunde einen Platz unter den ersten sieben Teams erreichen!“ Dem stimmt der Trainer zu; zusätzlich ist es ihm ein großes Anliegen, den einheimischen jungen Spielern die Chance zu geben, dass sie ihre Talente für die nächsten Meisterschaften entwickeln können. Zu den jungen Wilden, die derzeit mit der ersten Mannschaft trainieren, zählen Lukas Schatzer, Alex Coppola und Michael Pedratscher. Letzterer wird beispielsweise im Auswärtsspiel gegen Fasano als zweiter Tormann eingesetzt, da Benno Pfattner wegen einer Familienfeier ausfallen wird. Auch Robin Hirber wird nach seiner Verletzungspause wieder dabei sein. Als chancenreichste Mannschaften werden Bozen, Pressano, Conversano und Fasano genannt. Der Trainer sieht auch in Cassano Magnago einen Geheimfavoriten, denn „die haben mächtig aufgerüstet!“

Zusammen stärker. Am 2. August

haben auch die Brixner Handballerinnen ihre Vorbereitung begonnen – wobei diese Bezeichnung schon gar nicht mehr

Foto: Oskar Zingerle

„23,8 Jahre beträgt das Durchschnittsalter“, hat Sektionsleiter Werner Wieland ausgerechnet. Der älteste Spieler ist mit 33 Jahren der Italo-Kroate Andrea Basic; gerade mal 17 Jahre alt ist der jüngste, Max Brugger. Im neuen Jahrtausend geboren sind auch Patrick Unterkircher und Christian Mitterrutzner. Mit 26 Jahren zählt Neuzugang Mislav Nenadić bereits zu den älteren. Auf den Kroaten aufmerksam gemacht hat Rene Kramer, der ihn von der österreichischen Meisterschaft her kennt. Im Jänner hat sich Nenadić in Kaiserslautern (3. Deutsche Liga) das Kreuzband gerissen, aber er will bis zum ersten Spiel voll einsatzfähig sein. Der zweite Ausländer – laut FIGH dürfen es heuer wieder zwei sein – kommt aus Spanien: Der 23-jährige Sergio Crespo Diego hat in der vergangenen Saison in Triest gespielt. Es war sein Wunsch, im Traditionsclub Brixen zu spielen. Nebenbei möchte er sein Wirtschaftsstudium in Bozen beenden. Neu ist nach dem Abgang von Holger Kovacs der Kapitän: Es ist Felix Sader. Sein Assistent ist Tormann Benno Pfattner.

Handballerinnen aus ganz Südtirol sind mittlerweile Teil der Brixner Damenmannschaft, die sich deshalb seit heuer SSV Brixen Südtirol nennt

––––

zutreffend ist, denn im Team von Hubi Nössing, dem Fitness-Coach Martin Pöder zur Seite steht, sind Athletinnen aus Schenna, Bozen, Taufers, Bruneck und vom Hochpustertal. Was bei den Männern bisher nur angedacht wurde, ist bei den Frauen umgesetzt worden: Der SSV Brixen Südtirol steht, und er vereint – das ist zumindest das Ziel – die Besten des Landes. Sektionsleiterin Wally Ulpmer präzisiert: „Wir wollen in unserem Team all jene Südtiroler Handballerinnen vereinen, die motiviert sind und deren Ziel es ist, in der obersten italienischen Liga mitzuspielen.“ Vorne mit dabei sein – das ist das Ziel, das sich der Vorstand gesteckt hat. „Wir eroberten in der vorigen Saison Platz sechs und waren damit sehr zufrieden. Für heuer sollte es Platz vier werden! Dann wären wir im Play-off mit dabei!“, verkündet die Sektionsleiterin voller Optimismus. Neben dem SSV Brixen Südtirol kämpfen folgende neun Clubs, meist aus Norditalien, um den Meistertitel: Casalgrande, Oderzo, Cassano Magnago, Dossobuono, Brescia, Leno, Ariosto Ferrara, Flavioni (Civitavecchia) und Salerno. Der Vorjahressieger Conversano hat sich – angeblich aus finanziellen Gründen – aus der höchsten Liga zurückgezogen, und eine der besten Spielerinnen, Giada Babbo, konnte in Brixen verpflichtet werden. Die bisher einzige Profispielerin ist zierlich, gilt aber als ungemein schnell und durchsetzungsstark.

Noch nicht komplett. „Wir sind derzeit noch auf der Suche nach einer Linkshänderin aus dem Ausland. Wir hatten eine Israelin an

der Angel, die jedoch kurz vor Vertragsunterzeichnung abgesprungen ist und jetzt in Dänemark spielt“, sagt Hubi Nössing bei einem abendlichen Training in der Kraftkammer. „Derzeit, jetzt Mitte August, ist es ungemein schwierig, alle Spielerinnen bei den Vorbereitungstrainings zu haben, denn einige arbeiten und andere sind noch im Urlaub“.

Es sind zwar nur mehr zehn Mannschaften im Rennen um den Meistertitel; das bedeutet aber, dass die Konkurrenz stärker wird. „Favorit ist sicher Salerno, aber auch Dossobuono, Oderzo und Ferrara haben sich verstärkt“, sagt Nössing. johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Freizeit & Sport

VOLLEYBALL

Perez spielt in der Serie B1 z Die Brixner Volleyballerin Sabina Perez schlägt in der kommenden Saison für die Trientner Mannschaft „Argentario Progetto VolLei“ in der dritthöchsten italienischen Liga auf, der B1. Die 1,86 Meter große Brixnerin stand letzthin für die Serie D des SSV Brixen auf dem Feld und zählte dabei zu den stärksten Angreiferinnen Südtirols. Angebote von Volley-

clubs erhielt die 19-Jährige bereits seit einigen Jahren, schlug diese allerdings aus, um sich zuerst auf die Schule zu konzentrieren. Nach Abschluss der Matura zieht die Opposto-Spielerin nun Ende August nach Trient, um dort mindestens fünfmal pro Woche zu trainieren. Perez reiht sich somit in den kleinen Kreis der besten Brixner Volleyballerinnen ein,

zu dem auch noch Silke Gruber, Irene Plaickner, Christina Ugolini und Lara Pizzetti zählen. eh

F&S Freizeit & Sport TANZSPORT

Italienmeister hoch drei z Über 20.000 Tänzer kämpften in Rimini in sechs Messehallen zehn Tage lang gleichzeitig um den Titel der Italienmeisterschaft in Tanzen. Mit dabei waren auch die Brixner Tänzer des Vereins „Dynamic Dance“, für die der Wettkampf besonders erfolgreich verlief: Gleich drei Italienmeistertitel tanzten die Brixner ein und knackten somit gleichzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaft in Schweden, die im Herbst stattfinden wird. In der Kategorie „Disco Dance Small Group“ schafften es Lorenza Debiasi, Melissa De Zordo, Sophie Hofer, Sofia Kersch-

kurz

notiert

56

baumer, Elena Oberhauser, Alina Passler und Silvia Schanung (im Bild) auf das oberste Treppchen des Podiums. Den 1. Platz in der Kategorie A der „Disco Dance Solo“ holte sich bei den Frauen Lorenza Debiasi, während Alessandro Slanzi in derselben Kategorie bei den Herren den dritten Brixner Italienmeister stellt. Doch damit nicht genug: Für die Dynamic Dancer Melissa De Zordo und Silvia Schanung reichte es für Platz zwei in der Kategorie AS „Disco Dance Duo“, und Lorenza Debiasi und Alina Passler holten sich den 3. Platz in der Kategorie

A „Disco Dance Duo“. Alles in allem war es ein erfolgreiches Wochenende für den Tanzverein

„Dynamic Dance“, der bereits seit Jahren auf höchstem italienischen Niveau mithalten kann. eh

Auf dem 5. Platz landete Laura Letrari bei der Europameisterschaft mit der italienischen 4x100-Meter-Freistil Staffel; beim Einzelbewerb erreichte sie das Finale nicht. Zwei Goldene gehen allerdings auf das Konto der Brixnerin – diese holte sie sich zuvor bei den Mittelmeerspielen in Spanien.

Der SSV Brixen präsentiert sich pünktlich zum Saisonstart mit einer neuen Website. Auf www. ssv-brixen.info finden Sportinteressierte alle Infos, Neuigkeiten und Veranstaltungen des Vereins und seiner 15 Sektionen sowie eine Übersicht über alle Kurse, die in der neuen Saison angeboten werden.

Kürzlich wechselte der Brixner Fußballer Andrea Isufaj von der Primavera-Mannschaf des SerieA-Klubs Chievo Verona zum Serie-C-Klub AS Lucchese Libertas. Sein fußballerisches Können erlernte Isufaj unter anderem beim SSV Brixen und ASV Vahrn; in der letzten Saison erzielte er drei Tore für beim Serie-A-Klub.


NACHGEFRAGT

„Wir gehen bescheiden in die Meisterschaft“ RENÉ RELLA, neuer Trainer der Fußballer des SSV Brixen, über die kommende Saison, die Ziele und das möglicherweise stärkste Stürmerduo der Oberliga. Herr Rella, Sie starten mit den Brixnern in Ihre neunte Saison als Trainer und in Ihre erste mit einer Oberligamannschaft. Was nehmen Sie sich vor? In erster Linie müssen wir versuchen, Ausgeglichenheit in die Mannschaft zu bringen: Im letzten Jahr war die Hinrunde schlecht – auch aufgrund zahlreicher Verletzungen. Die Rückrunde hingegen war gut. Die Mannschaft hat viele Tore geschossen, aber auch zu viele Tore bekommen. Hier müssen wir konstanter werden.

gangenen Saison, kommt heuer auch der Grödner Jan Martin Vinatzer ins Team. Eines der stärksten Stürmerduos der Oberliga? Ja, das kann es werden. Die beiden haben noch nie miteinander trainiert, da Consalvo noch verletzt ist. Wenn sich die beiden finden und an die Erfolge der letzten Saisonen anknüpfen, können sie gefährlich werden. Das kann aber die ganze Mannschaft; Brixen hat definitiv das Potential, in der Oberliga vorne mitzuspielen! Wir gehen aber mit Sicherheit sehr bescheiden in diese Meisterschaft.

Zu Luca Consalvo, dem Ober­ liga-Torschützenkönig der ver-

Die Saison endete mit einer guten Mittelfeldplatzierung. Heißt

bescheiden sein, dass diese Platzierung wiederholt werden soll? Das ist das primäre Ziel. Ich will weder die Spieler noch mich unter Druck setzen. Wir trainieren drei Mal pro Woche, plus Spiel. Hauptaugenmerk wird auf das defensive Verhalten der Mannschaft gelegt – wir müssen weniger Tore kassieren. An zweiter Stelle kommt hartes Arbeiten, dann kommen auch die Erfolge, davon bin ich überzeugt. Menschlich gesehen sind die Jungs ein gutes Team, und auch ich wurde gut aufgenommen – die Basis für eine erfolgreiche Saison ist schon mal gelegt. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Knapper Heimsieg z Sommer, Sonne, Streetbasket: Alle Jahre wieder organisieren die Basketballer des SSV Brixen das Streetbasket-Turnier im Innenhof des Oratoriums Don Bosco. Heuer dominierte die Heimmannschaft selbst – und das erst zum zweiten Mal in der bereits achtjährigen Turniergeschichte. Christian Blasbichler, Marco de Santis, Carlo di Stasio und Mark Kantioler alias „Trouble in Town“ setzten sich in einem äußerst spannenden Finale gegen die Mannschaft aus Meran durch, die im Turnierverlauf bis dahin noch keine einzige Niederlage einstecken musste. Mit diesem Turniersieg sicherten sich die Brixner erstmals einen Startplatz bei „Open Run“, einem nationalen, vom italienischen Streetball-Verband ausgerichteten Turnier in Riccione. 155 Wettbewerbe sind italienweit im

Verbandskalender aufgenommen; heuer zählte erstmals auch jenes in Brixen dazu. Neben Brixen gibt es in Südtirol noch ein weiteres Streetballturnier, und zwar in Bozen. Über 50 Spieler aus Südtirol, dem Trentino und Bayern kämpften in Brixen in Dreierteams um den ersten Rang. Geleitet wurden die Spiele von zwei offiziellen

Verbandsschiedsrichtern, und die Zuschauer bekamen spannende Spiele mit äußerst knappen Ergebnissen zu Gesicht. Im kleinen Finale um Platz drei setzten sich die Bozner „I frigoriferi“ durch. Zum „wertvollsten“ Spieler des Abends wurde trotz Finalniederlage der Meraner Johannes Guidoboni gekürt. eh

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Albeins hat die Nase vorn z Volle Ränge, tolle Spiele – das erste Brixner Stadtturnier war ein großer Erfolg. Auf Initiative der Gemeinde Brixen ging vom 9. bis 11. August die erste Ausgabe eines Fußballturniers über die Bühne, das südtirolweit bereits Tradition hat: In Bruneck beispielsweise wurde heuer schon zum 40. Mal ein solches Stadtturnier ausgetragen, bei dem sich die Mannschaften der Gemeinde untereinander messen – egal, in welcher Liga sie normalerweise spielen. Ein kleines Vereinsturnier war es also quasi, das drei Tage lang auf dem Ubald-Comper-Platz in Milland vonstatten ging. Die Organisation übernimmt dabei fortan jedes Jahr eine andere Mannschaft: Heuer waren die Millander dran, 2019 trifft es den SSV Brixen. An dem Turnier teilnehmen durften die fünf Brixner Mannschaften ASV Milland, USD Bressanone, SSV Brixen, ASC Plose, der ASC Albeins und ein Gastverein – heuer der ASV Vahrn. Donnerstag- und

Freitagabend gingen die Gruppenspiele über die Bühne, bei denen jeweils 45 Minuten gespielt wurde; die Platzierungsspiele dauerten 90 Minuten. Der ASV Albeins holte sich im Finalspiel mit einem 2:1-Sieg gegen die Gäste aus Vahrn den Sieg – und somit auch die Raiffeisen-Wandertrophäe. Die Albeinser sind erfolgsverwöhnt: In der vergangenen Saison sicherten sie sich den Aufstieg in die Landesliga. Auf Platz drei landete in einem hart umkämpften Spiel der SSV Brixen, der den ASV Milland mit 2:1 besiegte. Andreas Jungmann, Sportstadtrat der Gemeinde Brixen, zeigt sich begeistert über die Veranstaltung: „Es waren unwahrscheinlich viele Zuschauer auf der Tribüne, die die Spiele verfolgten. Die Vereine saßen nach den Spielen zusammen, lernten sich besser kennen und knüpften Kontakte. Das war das Ziel der Veranstaltung, und dieses Ziel haben wir erreicht.“ eh

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Wirtschaft & Umwelt

UMSTRITTENE HERBERGSUCHE IM INTERNET

Grauzone Airbnb G

rauzone? Ich würde sagen, eher Dunkelgrau bis Schwarz!“ – man hört Markus Knapp an, dass ihn das Thema Airbnb bewegt. Kein Wunder, denn als Präsident des HGV Brixen, Vizepräsident der Brixner Tourismusgenossenschaft und Besitzer des Hotels „Millanderhof“ bekommt er den Erfolg des StartUps und dessen Auswirkungen auf die Tourismusbranche direkt zu spüren. „Wir beobachten die Entwicklung weg von Hotels hin zu Airbnb schon seit einiger Zeit, und so langsam wird sie zum ernstzunehmenden Problem.“ Auf der von US-Amerikanern gegründeten Internet-Plattform können Privatpersonen Zimmer oder gesamte Wohnungen als Unterkunft für Touristen anbieten. Die Idee dazu entstand im August 2008, als drei Studenten in ihrem Apartment in San Francisco Luftmatratzen vermieteten, um die teuren Mieten finanzieren zu können. Das Frühstück war im Preis inbegriffen – aus „air bed and breakfast“ entwickelte sich der Name „Airbnb“. Das Konzept ging auf, und mittlerweile gehört die Plattform zu den erfolgreichsten Start-Ups der Welt. Über fünf Millionen Unterkünfte werden auf der Seite angeboten. Zum Vergleich: Die weltweit größte Hotelkette Mariott Hotels bietet mit ihren 30 Untermarken „nur“ 1,3 Millionen Zimmer an. Was laut Gründer als „schlechteste Idee, die jemals funktioniert hat“ begann, hat sich weltweit zum wohl größten Konkurrenten der Hotelbranche entwickelt. Mitt-

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lerweile ist Airbnb in 191 Ländern und 81.000 Orten vertreten, und auch in Südtirol wird das kurzzeitige Vermieten von Wohnungen über diese Plattform immer beliebter. Allein im Großraum Brixen gibt es zum Zeitpunkt der Drucklegung mehrere Dutzend Angebote; die meisten davon liegen direkt im Stadtzentrum. Tendenz: steigend.

Lokale Reiseziele, globale Gemeinschaft. Die Grundidee des

Unternehmens ist dabei durchaus interessant. „Vergesst Hotels!“ verkündete Airbnb plakativ beim Start. Man wolle „lokale Reiseziele für eine globale Gemeinschaft“

Einbettzimmer bis hin zu ganzen Apartments wird alles angeboten. Reisende haben dadurch die Möglichkeit, direkt mit den Einheimischen in Kontakt zu treten, und sie bezahlen meist weniger als für ein Hotelzimmer. „Ich war sehr erstaunt, als ich gesehen habe, zu welchen Preisen Unterkünfte in Brixen angeboten werden“, verrät Knapp. Laut ihm sind vor allem jene Gastgeber problematisch, die ihre Unterkunft ohne jegliche Autorisierung und ohne offizielle Anmeldung anbieten. Das hat für den Vermieter und indirekt für den Gast Vorteile: Ausgaben für die Kurtaxe zum Beispiel fallen nicht an, zumindest solange er

Foto: Oskar Zingerle

Die amerikanische Internet-Plattform Airbnb feierte im August ihren zehnten Geburtstag – und der Erfolg hinterlässt weltweit seine Spuren. Hotels fürchten um ihre Gäste, und Wohnungseigentümer tendieren dazu, ihre Immobilien nicht mehr „normal“ zu vermieten, was gravierende Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt hat. Nun hat das Phänomen auch Brixen erreicht.

Die Einnahmen, die entstehen, fallen unter die Regelung der so genannten „cedolare secca“ und wären damit mit 21 Prozent zu versteuern. Theoretisch müsste Airbnb diese Steuern für ihre angemeldeten Vermieter an den Fiskus überweisen, aber derzeit scheint sich das amerikanische Unternehmen noch zu zieren: „Es ist ziemlich intransparent“, sagt ein User aus dem Unterland, „da

„Wer seine Unterkunft anbieten will, sollte sich auch an die Spielregeln halten“_ Guglielmo Cantelli, Co-Gastgeber bei Airbnb anbieten, und „Touristen sollen das Gefühl haben, individuell zu reisen“, unabhängig von jeder Hotelinfrastruktur. Im Grunde hat Airbnb dabei in geradezu genialer Weise zwei Bedürfnisse abgedeckt – jenes des Vermieters, einen netten Nebenverdienst zu haben, und jenes des Mieters, auf seiner Reise günstig übernachten zu können. Dabei kann jeder Vermieter frei darüber entscheiden, was und wie er seine Wohnung oder auch nur einen Teil davon anbietet: Anders als bei den Hotels, müssen hier keine bestimmten Standards eingehalten werden. Vom bloßen

nicht erwischt wird. „Und steuerlich ist das Ganze sowieso sehr fragwürdig“, sagt Knapp. Die italienische Gesetzgebung stößt hier in der Tat an ihre Grenzen. Seit einiger Zeit gibt es zumindest die Vorgabe des Fiskus, dass Privatpersonen, die Zimmer oder ganze Wohnungen an Touristen über Plattformen vermieten, eine Tätigkeit als „Privater Zimmervermieter“ anmelden müssen. Dies geschieht online über eine SUAP-Meldung, worauf die jeweilige Gemeinde bis zur genauen Prüfung der Unterlagen eine Empfangsbestätigung ausstellt.

man als Vermieter keinen Einblick hat, welche Aufschläge Airbnb auf den effektiven Mietpreis anwendet, können wir nur hoffen, dass Airbnb die Steuern für uns kassiert und danach auch einzahlt.“ Sollte dies nicht der Fall sein, wird’s für den Fiskus schwierig: Airbnb schützt nämlich die Identitäten der eigenen Kunden und auch ihre Umsatzzahlen, indem auf der Website ausschließlich Vornamen angezeigt werden. Laut Knapp nutzen sehr viele diese Situation aus und vermieten ohne Befähigung: „Von fairem Wettbewerb kann hier keine Rede mehr sein.“


AUF HERBERGSSUCHE: Urlaub auf der Alm oder doch lieber ein Wochenende in der Stadt? Während Airbnb für die einen ein Segen ist, sieht die Tourismusbranche schwarz

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Darf die Politik eingreifen? Auch

Peter Brunner, Bürgermeister und gleichzeitig Stadtrat für Wirtschaft der Gemeinde Brixen, ist mit dem Problem vertraut. „Wir versuchen bereits seit über zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei, inoffiziell angebotene Unterkünfte aufzuspüren – und das teilweise auch erfolgreich. So konnten in den letzten Jahren bereits einige Personen abgemahnt werden; es sind auch eine Reihe von Strafbescheiden ausgestellt worden.“ Er gibt jedoch zu, dass weiterhin eine gewisse Dunkelziffer bestehen könnte – „und solange es keine klare, auch von Airbnb akzeptierte Regelung gibt, wird sich daran nichts ändern“. Außerdem, so Brunner, müsse auch grundsätzlich abgewägt werden, wie tief die Politik in das Privatleben ihrer Bürger eingreifen soll.

„Leute aus aller Welt kennenlernen“. Guglielmo Cantelli ist selbst

sogenannter „Co-host“. Zusammen mit seiner Familie betreibt er seit ein paar Monaten eine Unterkunft in Brixens Stadtzentrum – allerdings nicht, ohne sich vorher offiziell bei der Gemeinde angemeldet zu haben. „Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass dies nicht bei allen so ist. Das finde ich nicht richtig“, sagt er, „da den Hotels auf diese Weise unlautere

Konkurrenz gemacht wird. Wer seine Unterkunft anbieten will, sollte sich auch an die Spielregeln halten und seine Einkünfte regulär versteuern.“ Durch ihn bekommen wir auch einen kurzen Einblick in die Funktionsweise der Plattform. Als Gastgeber veröffentlicht man seine Anzeige auf www. airbnb.com und wird daraufhin von Gästen für bestimmte Zeiträume angefragt. Innerhalb eines 24-stündigen Zeitfensters muss die Anfrage bestätigt oder abgelehnt werden, ansonsten verfällt sie automatisch. Am Ende eines Besuchs können sowohl Gast als auch Gastgeber gegenseitig eine Bewertung abgeben – je besser die Bewertung, desto höher das Ranking. Den Preis für ihre Unterkunft wählt der Gastgeber selbst; Gäste überweisen ihr Geld inklusive Aufschlag jedoch an Airbnb, von wo es dann weitergeleitet wird. Undurchsichtig bleibt, wie viel das Start-Up am Ende verdient. Durch einen Algorithmus werden nämlich unterschiedlich hohe „Service-Gebühren“ erhoben – je nach Preis der Unterkunft und Dauer des Aufenthaltes. Wie genau dies berechnet wird, wird nicht näher erklärt. Für Cantelli stellt das Nutzen der Plattform jedenfalls einen praktischen Nebenverdienst dar, der auch Spaß macht: „Es entsteht

zwar ein gewisser Aufwand, weil man die Wohnung immer wieder für neue Gäste bereit machen muss. Dafür lernt man so aber auch Leute aus aller Welt kennen.“ Die übrigens durchwegs positiven Feedbacks auf die verschiedenen Unterkünfte in Brixen beweisen die von Cantelli genannte Internationalität der vorwiegend jugendlichen Gäste.

Ungewisse Zukunft. Welche Fol-

gen hat der Erfolg von Airbnb jedoch langfristig auf ein Stadtbild? In vielen Städten weltweit lässt sich nämlich bereits die Entstehung eines neuen Geschäftsmodells beobachten: Privatpersonen und Investoren kaufen Wohnungen an, um diese dann ausschließlich über die Plattform anzubieten. So ersparen sich viele Immobilienbesitzer eventuelle Probleme mit Langzeitmietern, die vor allem in Italien durch eher mieterfreundliche Gesetze verursacht werden. Durch die kurzen Aufenthalte können sie außerdem höhere Preise verlangen und so deutlich höhere Erlöse erzielen als durch herkömmliche Vermietung. Dies hat einen gravierenden Nebeneffekt: Der Bevölkerung dieser Städte geht wichtiger Wohnraum verloren, während die Preise für „normale“ Mietwohnungen durch das reduzierte Angebot immer

weiter ansteigen. Kritiker sprechen von einer „Zweckentfremdung von Privatwohnungen“, und einige Städte versuchen bereits, gegen dieses Phänomen vorzugehen. Zum Beispiel Santa Monica in Kalifornien: Der Stadtrat hat dort kürzlich beschlossen, dass Unterkünfte nur noch dann für weniger als 30 Tage vermietet werden dürfen, wenn der Anbieter während des Aufenthalts in der entsprechenden Wohnung lebt und in der Gemeinde registriert ist. In Santa Monica ist daraufhin die Anzahl der Angebote in kurzer Zeit von 1.700 auf 500 gefallen. Airbnb wehrt sich vor allem durch Nichtbeachtung der Kritik und lehnt sämtliche Gespräche mit Stadtverwaltungen ab, denn die Plattform sieht sich als „bloße Vermittlerin zwischen Privatpersonen“. In der Tat wird das Phänomen mit großer Wahrscheinlichkeit weiter um sich greifen, weil sowohl Vermieter als auch Mieter Vorteile haben – zumindest solange es nicht absolut klare Regeln gibt. Airbnb kassiert inzwischen fleißig. 3,5 Milliarden Dollar Umsatz soll das Unternehmen im Jahr 2017 erreicht haben.

anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 61


Wirtschaft & Umwelt

NEUSTIFT

Der Wald-Sinfonie lauschend Gesundheit kommt aus dem Wald – eine alte Überlieferung, um die schon unsere Vorfahren wussten. Als neuzeitlicher gilt hingegen der Begriff des Waldbadens, dem Eintauchen und Schwimmen in der wohltuenden Stille jenes grünen Meeres, wozu man weder Badehose noch Strandtuch benötigt.

I

m Bildungshaus Kloster Neustift fand heuer erstmals ein Lehrgang zum Thema Waldbaden statt. Wer sich von Bäumen „berühren“ lassen, Entschleunigung finden, den Alltag für einige Stunden ausblenden und sich auf die Natur einlassen und sie bewusst erleben möchte, kann sich zum Beispiel in Natz-Schabs oder in Issing mit einem ausgebildeten Naturcoach auf das Erlebnis Waldbaden begeben.

Ein Nachmittag im Wald. Genuss mit allen Sinnen wahrnehmen und erleben, sich der Achtsam-

keit des Augenblicks voll und ganz bewusst sein – wer wünscht sich das nicht? Verena und Oliver Bösch aus Nordrhein-Westfalen sind gerade auf Urlaub hier und ebenso neugierig wie ich, was es mit dem Waldbaden auf sich hat. Unmittelbar nachdem wir der „Zivilisation“ den Rücken gekehrt und die unsichtbare Schwelle ins Waldreich überschritten haben, verspüre ich eine Leichtigkeit und bin dankbar, mich der kleinen Gruppe um Naturcoach Monika Engl angeschlossen zu haben. „Die Natur verbirgt Freiräume; deshalb lassen sich Lösungen hier

leichter finden als in geschlossenen Räumen“, merkt sie an, während wir ihren kleinen „Gruß aus der Waldküche“ mit Genuss verkosten: frische Fichtenwipfel, deren junge Triebe sie im Mai gesammelt und in dunkle Schokolade getaucht hat. Das Waldbaden findet seinen Ursprung in Japan (Shinrin Yoku), inzwischen ist es aber auch in Europa angekommen. Wissenschaftliche Studien belegen die phänomenalen, ganzheitlichen Auswirkungen auf den Körper, die beim Eintauchen in die Waldatmosphäre entstehen: Die

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vertiefte Sinneserfahrung schafft eine Verbindung mit sich selbst und hilft, die natürliche Balance wiederzufinden. Immun- und Nervensystem werden gestärkt, der Parasympathikus aktiviert und Stress abgebaut, was dem Körper eine vermehrte Produktion sogenannter Killerzellen ermöglicht. Während Begriffe wie „besser“, „schneller“, „fitter“ die Philosophie der modernen Leistungsgesellschaft widerspiegeln, trotzen die beim Waldbaden im Fokus stehenden Gegenbewegungen – Langsamkeit und Entschleunigung – diesem Trend.

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Schwimmen ohne Strandtuch – dazu lädt Naturcoach Monika Engl (im Bild ganz rechts) beim Waldbaden in Natz-Schabs oder Issing ein

––

Barfuß unterwegs. Das bewusst

langsame Gehen lässt uns die Kommunikation des Waldes aufgrund seiner vielfältigen Düfte mit anderen Augen wahrnehmen. „Unser Auge ist das am meisten beanspruchte Sinnesorgan“, gibt Monika Engl zu bedenken, „deshalb verkümmern oft der Geruch-, Gehör oder Spürsinn.“ Eine der Übungen, zu denen sie uns einlädt und worauf wir uns gemeinsam einlassen, lässt uns die tiefe Verwurzelung mit dem Element Erde spüren, wo jedes Leben seinen Ursprung findet. Als eine etwas größere Herausforderung entpuppt sich das Barfußgehen im Wald. Besonders Oliver äugt skeptisch auf die naturbelassene Undurchdringlichkeit unter seinen Füßen und läuft anfänglich ebenso wenig „rund“ wie ich. Verena ist ein

info Im Bildungshaus Kloster Neustift fand im August erstmals ein Lehrgang zum Thema „Alpines Waldbaden“ statt, den 21 Teilnehmer besucht und erfolgreich abgeschlossen haben. Martin Kiem, Psychologe und Waldtherapeut, sowie Karin Greiner, Biologin und Baumexpertin, vermittelten in diesem 12-tägigen Lehrgang sowohl fachliche als auch praktische Kompetenzen zur Anleitung einer mehrstündigen Waldbadentführung. Aufgrund der regen Nachfrage ist für März 2019 bereits der nächste Lehrgang geplant.

wenig mutiger und folgt Monika schweigend durch das Dickicht. Als wir bei einem größeren, umgestürzten Baumstamm ankommen und Monika sich anschickt, barfuß darüber zu balancieren, hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Da ich aber beschlossen habe, an allen Übungen teilzunehmen, überwinde ich meine Skepsis und beschließe, mich dem Bewusstsein um meine zeitweiligen Gleichgewichtsstörungen zu stellen. Die im Notfall greifende Hand unter mir wissend, stärkt mein Selbstvertrauen, und spätestens beim retour balancieren bin ich mit mir zufrieden. „Die Natur bewertet nicht, das tut nur der Mensch“, lässt Monika Engl mich lächelnd wissen.

und bereichernde Erfahrung. Um Bäume zu umarmen, mit ihnen zu sprechen, sich der eigenen Erdung bewusst zu werden oder aus der Stille des Waldes Kraft zu schöpfen, muss man kein Eremit sein. Es genügt, sich des Öfteren

der Achtsamkeit zu besinnen und sich ins Bewusstsein zu rufen, dass unser Körper und unsere Sinne sich immer im Jetzt und Hier befinden. susanne.hutter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

DIE NUMMER IM NOTFALL

„Wie auf Federn“. Während der

letzten Übung bewundern wir die äußerst seltenen Waldschachtelhalme und Farne, die der Atmosphäre einen Hauch von Mystik verleihen. Mittlerweile haben sich auch die Füße mit der wechselnden Beschaffenheit des Waldbodens vertraut gemacht und genießen die weichen Moosteppiche, auf denen das Gehen beinahe federnd wirkt. Bevor wir uns verabschieden und die unsichtbare Schwelle übertreten, die den stillen und doch so lebendigen Lebensraum Wald von der lauten und geschäftigen Zivilisation trennt, verarbeiten wir das Erlebte der vergangenen Stunden bei einem gemeinsamen Sitzkreis. Für Verena, Oliver und mich war die stumme Kommunikation mit dem Wald eine neue 63


Die lange Nacht am Mittwoch Eigentlich ist es in Brixen Tradition, dass im Sommer die Donnerstagabende zum Tag gemacht werden. Heuer war es ein bisschen anders, denn die „Sommeremotionen“ wurden auf den Mittwoch vorverlegt. Eine „Brixner“Redakteurin hat sich aus Neugier ins Getümmel geworfen ... und beobachtet.

A

usgelassenes Gelächter, fröhliche Gespräche, laute Musik und klirrende Gläser erfüllen am letzten Mittwochabend im Juli die Brixner Altstadt. Es duftet nach Tirtlan, Strauben und Krapfen. Überall herrscht heftiges Gedränge, die Gastbetriebe der Stadt können sich heute vor Besuchern kaum retten. Einen Sitzplatz zu ergattern ist reine Glückssache. Aber auch

vor den Ständen in den Kleinen und den Großen Lauben und am Großen Graben gibt es lange Warteschlangen: Egal, ob man heute an Südtiroler Spezialitäten oder erfrischenden Getränken interessiert ist – alles ist heiß begehrt. Jedoch scheint das Warten niemandem etwas auszumachen; überall stehen Jugendliche, Erwachsene oder Eltern mit Kindern herum, lachen und quatschen,

bewegen sich dann im Schneckentempo weiter und scheinen die Zeit zu vergessen. Nur Barund Restaurantangestellte flitzen unermüdlich durch die Gegend, bringen Drinks, servieren Essen, kassieren, räumen ab. Doch auch sie scheinen gut drauf zu sein – die Atmosphäre an diesem Abend ist unschlagbar. Auch dieser lange Mittwoch ist, genau wie die anderen davor,

gut besucht. Was gibt es auch Schöneres, als, umgeben von bekannten Gesichtern in der eigenen Heimatstadt den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf einen entspannten Abend zu freuen?

Mittwoch statt Donnerstag. Seit

nunmehr 15 Jahren organisiert die Tourismusgenossenschaft Brixen die „Sommeremotionen“; gefeiert wurde bisher allerdings an den

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BRIXEN


Bei den „Sommeremotionen“ war heuer an den Mittwochabenden gemütliches Beisammensein und Feierabendlaune angesagt

––

Flohmarkt, Hüpfburg und Co. hohen Preise finanzieren groß-

zügige Eltern ihren Liebsten den Spaß; der Mitmachzirkus ist hingegen kostenlos.

Einen Tag früher verzaubern. Vom 11. Juli bis zum 8. August – also fünf Wochen in Folge – lud die Brixner Altstadt heuer zu einem Mittwoch ein, der durchaus verzaubert. Der letzte lange Mittwoch, nämlich der 8. August, stand in der ältesten Stadt Tirols

ganz unter dem Motto „Tiroler Abend“ und wurde durch Auftritte von Schuhplattlergruppen und der Volkstanzgruppe Vahrn auch zu einem vollen Erfolg. Ansonsten hat sich im Programm der „Sommeremotionen“ über die Jahre nicht viel verändert: Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier. sandra.schuster@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

. w at w i. w a-d e

Trotzdem: Einen solchen Menschenauflauf, wie er am letzten Mittwoch im Juli zu beobachten war, hatte sich niemand erwartet. Vielleicht lag es am fabelhaften Wetter, vielleicht am leckeren Essen, vielleicht an der guten Musik – oder ganz einfach daran, dass es der Mittwoch war, der „lang“ ist, und nicht der Donnerstag wie all die Jahre zuvor. Immerhin: Das Abendflair schien dieses Jahr seit langem wieder etwas Besonderes zu sein. Verteilt in der Altstadt gaben verschiedene Bands und Solokünstler lautstark ihr Können zum Besten und sorgten für gute Laune. Dadurch, dass jede Band bei den Brixner Sommeremotionen nur einmal auftreten darf, war Abwechslung garantiert, und viele neue und unbekannte Bands kamen zum Zug. In der Albuingasse ist heute ein Flohmarkt aufgebaut; auch dieser kommt gut an. Touristen bummeln von Stand zu Stand, betrachten Vasen, Lampen, Bilder, Schmuck, Bücher, Kinderspielzeuge und alte Schallplatten und kaufen allerlei Krimskrams. Die meisten Einheimischen amüsieren sich lieber in Bars oder stehen an den Ständen herum und unterhalten sich mit Bekannten. Ihr Geld werden sie heute eher hier los als an den Flohmarktständen. Auf dem Domplatz ist – im Unterschied zu den letzten Jahren – bis auf zwei mittelstark besuchten Bars zu meiner Überraschung nicht viel los. Vielleicht liegt es daran, dass der Domplatz unterm Jahr schon Schauplatz zahlreicher anderer Events ist und man deshalb die Anrainer etwas schonen möchte. Für die kleinen Besucher gibt es wie jedes Jahr am Hartmannsplatz eine Hüpfburg und ein Bungee-Trampolin. Trotz der

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Donnerstagen in den Sommermonaten. Doch warum verzauberte dieses Jahr der Mittwoch? Die Antwort ist einfach: Die Gastbetriebe und Bars der Stadt befürchteten, an Freitagen weniger einzunehmen, wenn der lange Abend weiterhin am Donnerstag stattfände. Denn an zwei Tagen hintereinander gehen nicht viele aus. Mittwoch und Freitag – das geht aber. Die Rechnung scheint den Betrieben aufzugehen: Die Mittwoche waren gut besucht – und das freute vor allem die rund 20 Betriebe in der Brixner Altstadt, darunter Restaurants, Bistros, Bars, Cafés und Eisdielen, die am Event teilgenommen haben. Auch Betriebe wie zum Beispiel das Platzl-Café können sich nicht beklagen. „Dank des fabelhaften Wetters sind die Sommeremotionen heuer immer gut besucht gewesen; die Umstellung auf den Mittwoch hat keinen großen Unterschied gemacht“, freut sich die Geschäftsführerin Stefanie Kaserer. Moritz Neuwirth von der Bar „Absolut Lounge“ bemerkte lediglich, dass an den Abenden weniger Superalkohol verkauft wurde und weniger Angetrunkene unterwegs waren, wodurch die Stimmung allgemein etwas entspannter und gemütlicher war als an den Donnerstagen die Jahre zuvor. Einzig an den „Afterpartys“ im Club Max zogen die Menschenmassen vorbei: An einem Mittwoch waren wohl nicht viele Sommeremotionen-Besucher zum ausgiebigen Feiern zu begeistern, denn schließlich standen noch zwei Tage Arbeit in dieser Woche bevor. „Party!“ war also wie sonst unterm Jahr weiterhin am Freitag angesagt; der Mittwoch stand vielmehr für gemütliches Beisammensein und Feierabendlaune in der Stadt.

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INTERVIEW

Wirtschaft & Umwelt

„Das geht so nicht weiter“ Wir haben gerade einen Sommer der Superlative hinter uns. Die Hitze brachte aber auch einige Probleme mit sich – davon weiß MARKUS HEISS, Präsident des Fischereivereins Eisacktal, ein Lied zu singen. Im Interview berichtet er über den ausgetrockneten Spilucker Bach und viele verendete Fische.

kann, haben wir bereits 2016 gesehen, als im Sommer schon einmal der Bachlauf ausgetrocknet war: Es wurden mit der Zeit Forellen von weiter oben, wo noch Wasser war, nach unten verdriftet – vor allem bei Hochwasser. Wir nehmen auch an, dass vom Schalderer Bach Fische in den Spilucker Bach aufgestiegen sind.

Foto: Oskar Zingerle

Herr Heiss, warum war der heurige Sommer für Sie nicht nur positiv? MARKUS HEISS: Für mich, für uns Fischer und für die Fische und Lebewesen in vielen Bächen war der heurige Sommer ziemlich extrem. In Brixen und Umgebung waren zum Beispiel der Trametschbach und der Spilucker Bach zeitweise komplett ausgetrocknet, wodurch hunderte Fische verendet sind.

Es ist heuer also nicht das erste Mal, dass der Spilucker Bach austrocknet. Wie kann das sein?

Wie kam es dazu? Ende Juli war der Spilucker Bach auf einer Länge von 1,2 Kilometern bis fast zur Mündung in den Schalderer Bach bei der Gärtnerei Reifer komplett trocken. Für einen Laien und für jemanden, der nicht in den Sachverhalt involviert ist, mag es vielleicht egal sein, wenn das relativ kleine Bächlein ohne Wasser ist. Viele wissen aber nicht, dass diese kleinen Lebensräume für Fische und andere Lebewesen wie Insektenlarven extrem wertvoll sind. Man glaubt gar nicht, wie viele Fische zum Beispiel in so einem kleinen Gewässer leben, teilweise erreichen sie sogar eine Größe von 35 Zentimetern! Naja,

Markus Heiss: „Wir werden es nicht mehr länger hinnehmen, dass einmal im Jahr der Spilucker Bach austrocknet“

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Das sind ausschließlich wilde Bachforellen – das heißt, dass wir vom Fischereiverein nicht in die

funktioniert. Dies ist wiederum nur dann möglich, wenn Lebensraum und Nahrungsangebot ideal sind.

„Es kann nicht sein, dass durch anthropogene Nutzung in Kauf genommen wird, dass ein Bachlauf auf einer Länge von über einem Kilometer trockengelegt und alles Leben eliminiert wird“_ Markus Heiss, Präsident des Fischereivereins Eisacktal durch die Trockenheit sind jetzt leider alle verendet – wir haben sozusagen einen Komplettausfall. Welche Fische sind im Spilucker Bach zu finden? 66

Population eingreifen und keinen künstlichen Besatz vornehmen. Dass alle Altersklassen in dem Bach vertreten sind – oder besser waren – ist für uns ein Indiz, dass die natürliche Fortpflanzung gut

Und wie kommen jetzt wieder neue Fische in den Spilucker Bach? Der Bestand muss sich von selbst erholen. Dass das funktionieren

Es gibt zwei Gründe dafür: Einerseits ist es die Geologie des Bachlaufes, der nämlich teilweise im Unterlauf durchlässig ist; es ist also ein natürlicher Vorgang, dass Wasser versickert. Hinzu kommt aber die Nutzung für diverse Zwecke. Bergseits gibt es einige Nutzungsrechte auf das Wasser, teilweise über bereits recht alte Konzessionen, laut denen die Inhaber eine bestimmte Menge an Wasser ableiten dürfen, unter anderem für Beregnungszwecke. Also wurde der Spilucker Bach trockengelegt? Direkt nach den Ableitungen scheint noch etwas Wasser im Bach gewesen zu sein – allerdings viel weniger als durch die Restwassermenge vorgeschrieben. Die Restwassermenge ist jene Menge an Wasser, die im Bach verbleiben muss, damit das Ökosystem „überleben“ kann. Einige Tage nach dem Trockenfallen haben wir das auch mittels Abflussmessungen nachgeprüft – der Unterlauf war wieder trocken, die Situation also vergleichbar. Dabei haben wir festgestellt, dass in Summe zwar nicht mehr Wasser abgeleitet wurde als konzessioniert, also knapp 20 Liter pro Sekunde, allerdings wurde die vorgeschriebene Restwassermenge nicht ein-


500 bis 800 Fische sind im Spilucker Bach verendet, weil der Bachlauf zeitweise ausgetrocknet war

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gehalten. Die Konzessionen sind hier eindeutig: Das Wasser darf nur entnommen werden, sofern die Restwassermenge garantiert ist. Dies liegt in der Verantwortung des Konzessionsinhabers. Hinzu kommt nun, dass durch den durchlässigen Untergrund zusätzlich Wasser versickert ist. Hier handelt es sich also um einen klassischen Fall von Übernutzung des Gewässers – und hier muss auch gehandelt werden. Es kann nämlich nicht sein, dass in Kauf genommen wird, dass ein Bachlauf auf einer Länge von über einem Kilometer durch anthropogene Nutzung trockengelegt und alles Leben eliminiert wird. Man beachte, dass wir auf einer Länge von 80 Metern 83 tote Fische gefunden haben! Rechnet man das auf das gesamte trockengelegte Bachbett auf, kommt man auf über 500 bis 800 tote Fische. Und was hat der Fischereiverein vor, dagegen zu unternehmen? Als wir den trockenen Bachlauf bemerkt haben, haben wir das Amt für Jagd und Fischerei kontaktiert. Dessen Mitarbeiter sind ein paar Tage darauf gekommen und haben zusammen mit uns eine Bestandserhebung im Oberlauf gemacht, um einen Vergleich zu haben; anschließend wurde ein Bericht verfasst. Zudem wurde das Amt für Gewässerschutz kontaktiert, das ja primär dafür zuständig ist, unsere Gewässer und Ökosysteme zu schützen. Gleichzeitig ging auch eine Meldung an das Amt für Gewässernutzung hinaus, weil dieses definiert, wie viel Wasser von einem Bach entnommen werden darf. Der nächste Schritt wird nun

sein, dass wir mit den involvierten Behörden einen Lokalaugenschein fordern. Diese müssen dann einen Weg vorschlagen, der ökologisch vertretbar ist. Wir werden es nämlich nicht mehr länger hinnehmen, dass einmal im Jahr der Spilucker Bach austrocknet; das geht einfach nicht! Wie gesagt handelt es sich hierbei um ein Wildökosystem, das noch dazu sehr wertvoll ist. Zwar erholt sich der Fischbestand wieder, aber trotzdem darf das nicht geschehen. Hier muss definitiv die Behörde eingreifen.

zu den herkömmlichen Beregnungssystemen gut 30 bis 40 Prozent Wasser sparen. Oder man muss nach Alternativen Aussicht halten, wie etwa nach Tiefbrunnen. Vielleicht können auch richtig dimensionierte Speicherbecken gebaut werden. In diesen kann man dann in jenen Monaten, in denen ausreichend kostbares Nass

im Bach rinnt, Wasser für die Beregnung in den Sommermonaten speichern – und dorthin soll meines Erachtens auch die künftige Entwicklung gehen. Ein Wildökosystem wie der Spilucker Bach muss nämlich auf jeden Fall Vorrang haben! veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es in Ihren Augen? Die Behörde muss hier in laufende Konzessionen eingreifen und die Wassermengen, die entnommen werden dürfen, neu definieren. Wenn es ohnehin aufgrund der Trockenheit kritisch ist mit der Wassermenge im Bach, darf eben nicht zusätzlich zu viel Wasser entnommen werden. Zudem muss die Restwassermenge eingehalten werden, indem sie von der betreffenden Forststation auch regelmäßig kontrolliert wird. Reduziert man die Wassermenge, die für die Beregnung verwendet werden darf, stehen aber wieder die Landwirte vor einem Problem, oder? Natürlich ist das problematisch, weil die Landwirtschaft gerade bei Trockenheit auf die Beregnung angewiesen ist. Wichtig wäre deshalb zu schauen, dass die verwendeten Systeme auf dem neuesten Stand der Dinge sind. Zum Beispiel lassen sich mit einer Tropfbewässerung im Vergleich 67


Wirtschaft & Umwelt

„Qualität und Nachhaltigkeit“ HELMUT TAUBER, Gastwirt aus Feldthurns und Bezirksobmann im HGV, kandidiert für den Südtiroler Landtag. Im Gespräch mit dem „Brixner“ erklärt er, warum Silvius Magnago seine Leidenschaft für Politik entfacht hat, warum Südtirol ein privilegiertes Land ist – und wo es noch Handlungsbedarf gibt. Herr Tauber, im Großraum Brixen hat man den Eindruck, dass die Wirtschaft seit einigen Jahren gut funktioniert, und zwar sektorenübergreifend. Woran liegt das? HELMUT TAUBER: Ich glaube, dass die Volksbefragung über eine direkte Anbindung von Brixen auf die Plose in der Entwicklung von Brixens Wirtschaft der vergangenen Jahre eine Rolle gespielt hat: Vor der Volksbefragung herrschte eine skeptische Stimmung. Das deutliche Ergebnis hat

offensichtlich viele Brixner zum Nachdenken angeregt. Politisch hat es in der Gemeinde bei den letzten Wahlen eine Erneuerung gegeben mit Bürgermeister Peter Brunner und einem Team, das viel Energie hat, die Themen neu und ergebnisoffen angeht und dadurch auch weiterbringt. Die Mitglieder der Stadtregierung gehen in die Betriebe, sprechen mit Menschen, wollen ihre Vorschläge hören, und wenn es Probleme gibt, dann werden zeitnah Lösungen gesucht und auch gefunden. Der Umschwung ist in Brixen

Welche Rahmenbedingungen brauchen heute Unternehmen, damit ein Standort für sie attraktiv bleibt? Zunächst mal Stabilität und Sicherheit. Ein Betrieb muss wissen, dass er den Weg, den er eingeschlagen hat, auch die kommenden Jahre beschreiten kann. Südtirol ist im nationalen Kontext ohne Zweifel jene Provinz, die diese politische Stabilität seit vielen Jahrzehnten garantiert. Für mich ein weiterer wichtiger Faktor ist unsere Landschaft und die mit ihr zusammenhängende Lebensqualität. Die sprichwörtliche Work-Life-Balance lässt sich in Südtirol gut leben. Es gibt nicht nur ausgezeichnete Arbeitsplätze, sondern auch hervorragende Lebensbedingungen und Freizeitmöglichkeiten. Das ist ein enormer Wettbewerbsvorteil des Standorts Südtirol.

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also hervorragend gelungen. Man braucht nur an einzelne große Betriebe in Brixen denken, die vor einigen Jahren noch darüber nachgedacht haben, den Standort Südtirol aufzugeben. Heute hingegen investieren sie in den Standort Brixen. Brixen hat ja eine Reihe von weltweit agierenden Top-Betrieben, die der ganzen Stadtgemeinschaft guttun.

Die Rahmenbedingungen, die Südtirol bietet, sind zwar gut, aber gleichzeitig gibt es noch viele Baustellen. Ich habe eine Vielzahl an Erfahrungen machen dürfen bei meiner Tätigkeit und in den vielen Vereinen, in denen ich in den vergangenen 30 Jahren aktiv war. Auch in meinen Funk-

tionen im HGV habe ich immer wieder gemerkt, wie wichtig es ist, dass die Politik klare Rahmenbedingungen schafft, indem sie Gesetze formuliert, mit denen die Menschen gut leben und arbeiten können. Mein Anreiz ist, diese Abläufe mitzugestalten und bürgerfreundlicher zu machen. In einer Zeit, in der – auch in Rom – sich vieles jeden Tag ändert, ist es unsere Herausforderung für die nächsten Jahre in Südtirol, den Bürgern Stabilität und Sicherheit zu garantieren. Dazu brauchen wir weiterhin stabile Mehrheitsverhältnisse im neu gewählten Landtag. Ich sagte es bereits: Südtirol ist gut aufgestellt, aber wir müssen danach trachten, die Lebensqualität im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen weiterzuentwickeln. Unsere Eltern und Großeltern haben mit ihrem Fleiß und ihrem Einsatz Großartiges geleistet und Visionen realisiert. Meine Vision liegt nun darin, dass Südtirol als Lebens- und Arbeitsraum für unsere Jugend langfristig attraktiv bleibt. In welchen Bereichen gibt es in Südtirol aus Ihrer Sicht noch Handlungsbedarf? Ohne Zweifel in der Ausbildung! Wir haben zwar gute Ausbildungsstätten, aber wir müssen Schule viel stärker mit der Wirtschaft vernetzen. In Brixen werden beispielsweise im Rahmen des so genannten InnoValley bereits einige Initiativen andiskutiert, wie es gelingt, unsere Weltmarktführer noch besser in die Ausbildung unserer Jugendlichen einzubinden und Schule in einer Art und Weise zu gestalten, dass Jugendliche optimal vorbereitet werden für hochqualifizierte Arbeitsplätze. Diese Einbindung der Wirtschaft in die Ausbildung funktioniert heute noch nicht so, wie ich es mir vorstelle. Außerdem brauchen wir

Foto: Oskar Zingerle

INTERVIEW


Helmut Tauber: „Die sprichwörtliche Work-Life-Balance lässt sich in Südtirol gut leben“

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viel mehr Austausch mit Betrieben aus dem Ausland – auch für die Ausbildung. Auslandsaufenthalte öffnen den Horizont. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit 18 Jahren beim G7Gipfel in Venedig die Staats- und Regierungschefs bedienen durfte – von Helmut Kohl bis François Mitterand, Ronald Reagan und Margaret Thatcher. Ich hatte die Quirinalsmontur an, die allerdings 20 Zentimeter zu kurz war, aber das machte nix. Alle haben Englisch gesprochen, und es hat mich Jungspund unglaublich fasziniert, wie Sprachen verbinden können. Heute sage ich es dauernd meinen Töchtern: Sprachen öffnen einem die Welt. InnoValley klingt ja irgendwie wie Silicon Valley. Könnte es heute eine Vision sein, im Eisacktal exzellente universitäre Ausbildungsmöglichkeiten im technischen Bereich zu schaffen, die dazu führen, dass Studenten aus dem Ausland in Brixen ihr Studium abschließen und damit eine wichtige Ressource für die Betriebe werden? Natürlich! Brixen muss der attraktive Standort eines innovativen

Ausbildungszentrums werden, einer Fachhochschule, die einen regen internationalen Austausch mit den Unternehmen pflegt. Die Bereiche Holz, Metall, Glas, Foto-

dualen Ausbildung und Lehre, und wir brauchen universitäre Ausbildung mit starker Vernetzung der Eisacktaler Exzellenzen. Damit erreichen wir in der Tat, dass auch

„Wir brauchen enkelgerechte Unternehmen, bei denen auch unsere Kinder und Enkelkinder noch mit Freude weitermachen wollen“_ Helmut Tauber technik, Automotive und einige mehr eignen sich dazu bestens, weil es in diesen Sektoren bereits Leitbetriebe gibt, die internationalen Ruf genießen. Deren Erfahrungen und Kompetenzen gilt es verstärkt zu nutzen. Haben Sie dazu konkrete Vorstellungen? Nach Abschluss der Oberschule müssen Schüler das Sprachniveau B2 erreicht haben, und für einen Zweisprachigkeitsnachweis sollte es Maturapunkte geben. Wir brauchen unbedingt eine Stärkung der

Leute von außen nach Brixen zur Ausbildung kommen und somit vor Ort lernen und arbeiten. Im technologischen Bereich gibt es in Brixens Industriegebiet einen sehr hohen Bedarf an Mitarbeitern. Der Tourismus liefert derzeit ebenfalls gute Zahlen – auch im Eisacktal. Gibt es bei den Touristenzahlen irgendwo eine Grenze, ab der die Angelegenheit nicht mehr verwaltbar ist? Der Begriff Overtourism wird ja derzeit oft verwendet. Große internationale Städte wie zum

Beispiel Barcelona leiden darunter, dass sie zu viele Touristen haben. Südtirol ist eine vollkommen andere Dimension – wir sind nach wie vor ein kleines Land, das größtenteils noch nicht unter Overtourism leidet. Bei uns geht es darum, die Besucherströme besser zu lenken. Wie schaffen wir es in Südtirol, die Menschen so zu bewegen, dass wir diese Ströme im Griff haben? Als Beispiel erwähne ich die Verkehrsregulierung am Pragser Wildsee. Ich glaube, alles hat seine Grenzen, aber bei guter Organisation der Abläufe und einem effizienten Netz an öffentlichem Nahverkehr ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Der Pragser Wildsee ist in diesem Sinn eine außergewöhnliche Situation, die man nicht auf andere Realitäten in Südtirol ummünzen kann. Im Grunde geht es aber auch dort um einige Spitzenzeiten, mit denen man auf intelligente Weise umgehen muss. Auch Brixen hat im Sommer sehr hohe Frequenzen, speziell an Regentagen. Ja, aber das sind wirklich Ausnahmen. Wenn schlechtes Wetter ist, 69


Foto: Oskar Zingerle

Helmut Tauber: „Die Rahmenbedingungen, die Südtirol bietet, sind zwar gut, aber gleichzeitig gibt es noch viele Baustellen“ strömen die Leute eben von den Bergen und Tälern in die Städte. Es ist logisch, dass es dann hin und wieder zu Engpässen auf den Straßen und Parkplätzen kommt. Ich bin davon überzeugt, dass Südtirol das Gästeaufkommen aber größtenteils gut im Griff hat – zumindest sind die Rückmeldungen der Gäste sehr positiv. Unsere Gäste schätzen unsere Dienstleistungen, unsere Freizeitangebote und unsere Städte und Dörfer. Sind die Städte für Touristen attraktiv? Ja, natürlich. Im Vergleich zu anderen Orten gibt es in unseren Zentren, ob Stadt oder Dorf, im Handel immer noch ein sehr unterschiedliches und breitgefächertes Warenangebot. Die Vielfalt an kulturellen Veranstaltungen ist sowieso enorm. Auch die Möglichkeit, in Cafés und Gasthäusern feine Getränke und Speisen zu genießen, ist überall gegeben.

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bar, dass jahrzehntelang Wachstum und Entwicklung als Ziel definiert worden war. Jetzt geht es um eine ganzheitliche Sicht: Es geht nicht mehr um Masse, sondern um Qualität und Nachhaltigkeit. Als Unternehmer und Gastwirt muss ich heute darauf achten, das Gebiet und die Umgebung einzubinden, auf die regionalen Kreisläufe zu achten, Produkte direkt vom Bauern im Ort zu verwenden. Unsere Gäste wissen den Mehrwert zu schätzen, den sie mit authentischen Produkten aus der Nachbarschaft erhalten. Gerade die Produkte unserer Bauernhöfe weisen inzwischen eine unglaubliche Qualität auf. In Südtirol haben wir drei Wettbewerbsvorteile: die Landschaft, die lokalen Produkte und die Menschen. Wachstum ist also zusammenfassend nach wie vor wünschenswert, aber nicht unbedingt in Quantität, sondern in Qualität.

Wie sehen Sie als Unternehmer und als politisch tätiger Mensch den Begriff „Wachstum“?

Wie erklären Sie einem Südtiroler, der den Tourismus als Belastung sieht, dass eine funktionierende Wirtschaft für jeden einzelnen positive Auswirkungen hat?

Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, in welcher Situation Südtirol nach dem Krieg war – das ist nur 70 Jahre her: Unsere Eltern und Großeltern sind ausgewandert, weil es in ihrer Heimat keine Arbeit gab. Sie mussten oftmals schauen, dass sie nicht verhungern. So ist es erklär-

Ich denke, es genügt, dass wir 100 Kilometer über unsere Landesgrenzen hinausblicken: Es gibt dort Talschaften, die langsam aussterben. Die Jugend wandert sukzessive ab, weil sie in ihrem Heimattal keine Perspektive sieht. Bei uns sieht es Gott sei Dank anders aus: Unsere Orte blühen und die


Dörfer sind dank entsprechender politischer Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden, auch heute noch ein attraktiver Lebens- und Arbeitsraum. Südtirol hat wunderbare Infrastrukturen für die Freizeit, die vor allem von Einheimischen mitgenutzt werden. Ohne eine funktionierende Wirtschaft wäre das alles nicht möglich. Natürlich geht es immer darum, die Dinge in einer Balance zu halten, aber Südtirol ist in seiner Gesamtheit gut aufgestellt. Ohne funktionierenden Tourismus wäre auch der Betrieb von vielen Infrastrukturen und Freizeiteinrichtungen, die oft vorwiegend von Einheimischen genutzt werden, nicht zu finanzieren – denken wir zum Beispiel an Tennisplätze, Schwimmbäder, auch Almwirtschaften oder die Skigebiete. Auch der Einzelhandel in den Städten und in den Dörfern sowie viele Handwerksbetriebe leben im Besonderen vom Tourismus. Es braucht eben einen gesunden Mix, damit die Betriebe existieren und Arbeitsplätze schaffen können. Direkt oder

zeitigen Schienen noch stärker für den lokalen Eisenbahnverkehr zu nutzen, dessen Ausbau dazu führen wird, dass der individuelle PKW-Verkehr im Tal erheblich reduziert werden kann. In den Städten sehe ich im Bereich der Radmobilität noch große Chancen. Durch die E-Bikes bekommt diese Art der Fortbewegung eine vollkommen neue Bedeutung, und tägliche Strecken zur Arbeit von 10 oder 15 Kilometern werden morgen möglicherweise mit dem E-Bike erledigt. Die Infrastruktur ist teilweise bereits da, aber es gibt hier noch großen Verbesserungsbedarf – zum Beispiel durch eigene Fahrspuren. Das ist ein Thema, mit dem ich mich intensiv beschäftigen möchte.

Nehmen wir an, Sie sind morgen Landtagsabgeordneter. Welche Ziele würden Sie vorantreiben? Bei uns im Eisacktal geht es vor allem um Verkehr und Mobilität: Eisenbahn und Autobahn sind für die Menschen im Eisacktal eine große Belastung. Es wird eine Herausforderung sein, hier Schritt für Schritt, Maßnahme für Maßnahme die Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung spürbar zu verbessern, zum Beispiel durch massive Investitionen in Lärmschutzwände, leises Rollmaterial und dergleichen mehr. Durch die Realisierung des Brenner Basistunnels und speziell der Zulaufstrecke wird es zumindest zu einer Entlastung im grenzüberschreitenden Schwerverkehr kommen. Vor allem aber gibt uns der BBT die Möglichkeit, die der-

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Zur Reduzierung des Individualverkehrs braucht es aber auch einen funktionierenden öffentlichen Bus-Nahverkehr ... Da ist man in Südtirol ja bereits auf einem guten Weg, aber Sie haben recht, es gibt noch viel zu tun, vor allem bei den Busverbin-

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dungen in die Dörfer und Täler. Wenn ich heute als Feldthurner in Brixen am Abend ein Konzert besuche, habe ich keine Chance, mit einem Bus nach Hause zu kommen. Der Ausbau dieser Dienste kostet Geld, das wir uns von der Brennerautobahn holen sollten. Es ist nicht akzeptabel, dass eine Talschaft von einer Verkehrsinfrastruktur nur Nachteile hat. Es geht aber nicht nur um Mobilität. Sondern? Es geht auch um die Weiterentwicklung der ländlichen Gebiete. Früher hat man richtigerweise durch den Bau von Straßen eine kapillare Anbindung der Höfe am Berg erreicht; heute geht es darum, die Dörfer und Höfe an das schnelle Internet anzubinden, und zwar bis zum letzten Winkel. Wenn heute ein Haus an das schnelle Internet angebunden ist, eröffnet dies viele Möglichkei-

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Foto: Oskar Zingerle

ten – zum Beispiel, zu Hause zu arbeiten. Und es geht um die Förderung der kleinen Kreisläufe und der lokalen Produkte. Ich nehme als positives Beispiel immer das Villnösser Brillenschaf: Vor einigen Jahren wäre diese Rasse fast ausgestorben, und heute ist es ein unglaublich tolles Produkt, das einen hohen Markt- und Imagewert hat. Der Keschtnweg ist ein ähnliches Beispiel: Auch er ist aus einer einfachen Initiative entstanden und bringt heute Gästen und Einheimischen einen hohen Mehrwert. Dasselbe gilt für den Eisacktaler Wein, für Käse und Milch, Äpfel und für viele andere lokale Produkte, die immer eines gemeinsam haben: die hohe Qualität. Ein dritter Schwerpunkt, der mir am Herzen liegt, ist das Vereinswesen. Darin haben Sie ja eine gewisse Erfahrung ... Ja, aber das unterscheidet mich nicht von den allermeisten Südtirolern. Andere Regionen beneiden uns Südtiroler unheimlich um unser Vereinswesen. Natürlich gibt es überall auf der Welt gemeinnützige Vereine, aber ich bin der Meinung, dass das Vereinswesen in Südtirol besonders zahlreich und leidenschaftlich gelebt wird. Wenn ich an meinen Heimatort Feldthurns denke: Jeder Feldthurner ist in mehreren Vereinen aktiv, manche in einem Dutzend. Das hat für eine Dorf- oder Stadtgemeinschaft enorme Vorteile und bringt einen gewaltigen Mehrwert: Unabhängig von der Vereinstätigkeit selbst trifft man sich, tauscht sich aus, diskutiert Problematiken. Mein Vater ist ja ein Paradebeispiel eines Vereinsmenschen – er hat seinerzeit unter anderem den Theaterverein, den Verschönerungsverein und den Sportverein angeschoben. Vereine haben meine große Wertschätzung, und ich war und bin auch bei mehreren davon sehr aktiv, etwa in unserem Sportverein beim Tennis, im Wintersport speziell beim Snowboard Club und den Nostalgieskifahrern, heute speziell als Sponsor. Die Politik hat die große Aufgabe, diese Vielfalt im Vereinswesen zu erhalten und ihre Arbeit zu fördern und zu erleichtern. Gibt es hier Handlungsbedarf? Ja, ohne Zweifel. Wer heute einem Verein vorsitzt, ist ziemlichen Belastungen ausgesetzt. Ein Lösungsansatz wäre zum Beispiel, dass es in den Gemeinden und

Helmut Tauber: „Wer heute einem Verein vorsitzt, ist ziemlichen Belastungen ausgesetzt“

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in der Bezirksgemeinschaft eine Ansprechperson gibt, eine Anlaufstelle, in der die Vereinsvorstände Unterstützung in ihrer bürokratischen Tätigkeit erfahren. Wenn wir diese Unterstützung nicht organisieren können, brechen uns Schritt für Schritt die Vereine weg, und das wäre fatal für unsere Gesellschaft. Vereine halten unsere Gesellschaft zusammen und geben uns Sicherheit und ein Gefühl der Geborgenheit. Und Menschen im Ehrenamt brauchen öffentlich mehr Wertschätzung. Dabei habe ich ein interessantes Beispiel in Lana kennengelernt, wo ehrenamtlich tätige Bürger eine besondere Wertschätzung erfahren. Auf Ihrer Homepage fand ich folgenden Spruch: „Wenn die Jammerer die Zeit, die sie verwenden, um den Zustand zu beschreiben, dafür verwenden würden, den Zustand zu ändern, wäre das Ergebnis unglaublich“. Ist das so? Das ist meine persönliche Grundeinstellung. Die haben mir meine Eltern vererbt, und sie ist mir auch Tag für Tag vorgelebt worden. Meine Einstellung ist effektiv genauso. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an ein extrem prägendes Ereignis aus meiner Kindheit: Wie die meisten wissen, hatte der ehemalige Landeshauptmann Silvius Mag-

nago in Feldthurns die Sommer verbracht. Viele Jahre lang gab es einmal im Jahr einen Termin mit meinem Vater, der mich da immer mitgenommen hat. Da saß ich dann und habe diesem großen Mann zugehört, wie er erzählt hat von Sigmundskron, seinen Verhandlungen in Rom und vielem mehr. Das war für mich immer extrem spannend und hat mich ohne Zweifel in meiner Denkweise geprägt und in mir mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Leidenschaft für Politik und Einsatz für den Mitmenschen entfacht. Sind die Südtiroler Jammerer? Das kann man nicht verallgemeinern, denn es gibt ungemein viele Leute, die mit positiver Einstellung durchs Leben gehen und sich der Privilegien bewusst sind, die sie dadurch haben, in unser Land hineingeboren zu sein. Andererseits ist das Jammern nicht nur ein Südtiroler Phänomen: Es gibt eben auch Leute, die immer das Haar in der Suppe suchen und sich dann furchtbar darüber aufregen. Ich schau lieber in die Sonne als in den Schatten, wenn ich es mir aussuchen kann. Das ist aber eine ganz persönliche Einstellung. Muss ein Unternehmer grundsätzlich eine positive Einstellung haben, um heute das Risiko ei-

nes Unternehmens auf sich zu nehmen? Er tut sich sicher leichter, wenn er optimistisch durchs Leben geht. Es gibt natürlich heute für einen Unternehmer riesige Herausforderungen, vor allem durch die Rahmenbedingungen, die uns der Staat auferlegt. Immer dann, wenn Rom involviert ist, wird’s schwierig. Südtirol braucht gerade deshalb in immer mehr Bereichen einen permanenten Ausbau der Autonomie, damit wir selbst entscheiden können. Und es braucht im Landtag klare Mehrheitsverhältnisse: Ich sagte schon, Stabilität und Konstanz ist gerade in der heutigen Zeit eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Südtirol. Die italienische Regierung hingegen strahlt andauernd Instabilität und Unsicherheit aus. Dass mancher Unternehmer in Italien dabei ans Aufgeben denkt, ist kein Wunder. Dass die Wirtschaft und damit die Gesellschaft aber nur funktionieren kann, wenn es auch unternehmerische Tätigkeit gibt, ist ein Fakt. Ich sage immer, wir brauchen enkelgerechte Unternehmen – also Betriebe, bei denen auch unsere Kinder und Enkelkinder noch mit Freude weitermachen wollen. Mein Vater hatte stets den Spruch parat: „Immer lustig weiter für die gesunde Volkswirtschaft!“ oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 73


Ein Leben für die Gastlichkeit Familie Hermann Mayr hat Gastronomie im Blut: In sechster Generation prägt die Gastwirtsfamilie bereits die Gastlichkeit in der Brixner Altstadt, mittlerweile mit vier genussreichen Einkehrstätten. Längst ist auch Sohn Christoph in den Familienbetrieb eingestiegen und schreibt die Erfolgsgeschichte weiter.

D

as Restaurant Finsterwirt, die Vinothek Vitis, das Hotel Goldener Adler und das AdlerCafé – die vier weithin bekannten Brixner Gastbetriebe bieten jeder für sich sein ganz eigenes Genusserlebnis; gemeinsam florieren sie unter der Führung von Familie Hermann Mayr und bereichern die gehobene Gastronomie von Brixen. Eine weitere Gemeinsamkeit verbindet die Betriebe: Alle sind in denkmalgeschützten Gebäuden untergebracht und befinden sich inmitten der historischen Altstadt – mit allen damit verbundenen Herausforderungen. „Gespür für Geschichte und Tradition, Wahrung der Historie und dennoch den Ansprüchen von heute gerecht werden – das ist eine besondere Kunst, der wir uns täglich stellen“, so Seniorchef Hermann Mayr. Die Gebäude sind wertvoller Bestandteil der baugeschichtlichen Substanz Brixens, die mit modernem Leben gefüllt wurden. Dabei überzeugt jeder Betrieb auf seine eigene Weise, und zusammen erstrahlen sie in gelungener Symbiose.

Gut essen beim Finsterwirt. Den Finsterwirt erwarb eine frühere Generation der heutigen Gastwirtsfamilie im Jahr 1881. Das Restaurant befindet sich in

einem der ältesten Häuser von Brixen, dessen Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Damals diente der langgezogene, zweigeschossige Bau mit Fassadenerker als Behausung der Domherren und gehörte dem Domkapitel. Irgendwann wurde das Gebäude nicht mehr als Wohnhaus genutzt, sondern als Schenke zum Ausschenken des so genannten Zehentweins. Sobald die Dunkelheit einbrach und die Nachtruhe für Pfarrwidum und Dompropstei begann, durfte kein Licht mehr brennen. Allerdings hielt man sich damals nicht allzu sehr an die Regelung und trank im Dunkeln weiter; so kam die „Kapitelschenke“ im Volksmund auch zum Übernamen „Finsterwirt“. 1904 richtete Anton Mayr junior, ein Großonkel des heutigen Seniorchefs, als Kunstliebhaber und Gründer des Brixner Museums ein Künstlerstübele beim Finsterwirt ein. Ein Teil der Bilder, die in den vier antiken Stuben noch heute hängen, stammt aus dieser Zeit, als Künstler ihre Zeche mit einem Bild begleichen konnten und davon gerne Gebrauch machten. Bald schon erfreute sich der Finsterwirt in Künstlerkreisen großer Bekanntheit, die bis zu den damaligen Monarchen hinreichte. Unter den vielen Persönlichkeiten, die sich im Gästebuch verewigt

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BETRIEBSPORTRAIT

haben, finden sich Erzherzog Eugen, der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand mit Gemahlin Gräfin Sophie von Hohenberg sowie Erzherzogin Maria Josefa. Der Finsterwirt machte sich seinen Namen aber nicht nur der Kunst und Geschichte wegen, sondern vor allem aufgrund seines hervorragenden Weines und des sehr guten Essens. Diese jahrhundertelange Gasthaustradition wird bis heute mit Herzblut gepflegt. Nachdem Hermann Mayr selbst

ein halbes Jahrhundert am Herd gestanden ist und in dieser Zeit zu den besten Köchen Südtirols zählte, schreibt seit drei Jahren der neue Küchenmeister Hubert Ploner die Geschichte weiter – mit dem Credo „einfach gut kochen“. Im Credo und in der Erkenntnis, dass gutes Essen vor allem auf gute Zutaten zurückzuführen ist, sind sich der alte und der neue Küchenchef einig. Entsprechend werden die Speisen seit jeher saisongerecht zusammengestellt

Steckbrief Restaurant Finsterwirt – Künstlerstübele: Regionales Genusserlebnis nach Saison 60 Sitzplätze (vier Stuben und Innenhofterrasse) Mittags und abends gut essen, geöffnet von Dienstag bis Sonntagmittag, Businesslunch von Dienstag bis Freitag Ideal auch für Feiern im kleinen und großen Kreis www.finsterwirt.com Vinothek Vitis: Über 400 edle Weine als Geschenkidee und zum Genießen Mittags und abends feines Kulinarikangebot, ab 17 Uhr Aperitifs Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10–23 Uhr, warme Küche 11–15 und 18–21:30 Uhr www.vitis.bz Hotel Goldener Adler: Komfortabel schlafen und frühstücken 30 Gästezimmer und Suiten, 365 Tage geöffnet, Auto-Stellplätze und private Tiefgarage www.goldener-adler.com AdlerCafé & AdlerArt Frühstück mit regionalen Produkten, Kaffee- und Teegenuss, Aperitifs, Snacks und feine Mehlspeisen, zum Lesen nationale und internationale Magazine und Tageszeitungen 365 Tage geöffnet, täglich von 8 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag bis 23 Uhr sowie sonntags bis 13 Uhr AdlerArt: Zeitweise Ausstellungen sowie kulturelle Veranstaltungen www.goldener-adler.com Anzahl aller Mitarbeiter: 38 Geschäftsführung: Maria, Hermann und Christoph Mayr

Passionierte Gastronomen: Hermann, Christoph und Maria Mayr

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Leitsatz des Unternehmens: „Menschen glücklich machen – das ist unsere Passion.“


Fotos: Tiberio Sorvillo

Über 400 Weinsorten zieren die Wände der Vinothek Vitis und sind Blickfang und Inspiration zugleich

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Der Finsterwirt begeistert mit einzigartig raffinierten Gerichten

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und die Zutaten überwiegend von lokalen Bauern und mit besonderem Augenmerk auf Bio und auf artgerechte Tierhaltung bezogen. Hubert Ploner und sein Team lassen sich von der Saison und den frischen Produkten inspirieren und zeigen viel Fantasie und Kreativität sowie Mut für neue Kreationen. Regionale Gerichte werden neu interpretiert und mit mediterranen Einflüssen einzigartig kombiniert. Mittags und abends stehen Speisen und Menüs à la carte zur Auswahl, auf Wunsch auch Überraschungsmenüs, die in den antiken Stuben oder bei günstiger Witterung auch auf der luftigen Innenhofterrasse serviert werden. Die vorzüglichen Gerichte, begleitet von ausgezeichneten Weinen, bereiten jedes Mal ein Genusserlebnis für die Sinne. Seit langem zählt der Finsterwirt zu den besten Restaurants in Südtirol und wird regelmäßig von renommierten Restaurantführern wie Gault Millau, Michelin und Espresso ausgezeichnet.

Wein erleben in der Vinothek Vitis. 2015 hat Juniorchef Chris-

toph Mayr, Weinfachmann und Hotelkaufmann, im Erdgeschoss des Restaurants Finsterwirt die

Das reichhaltige Frühstück im AdlerCafé

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Vinothek Vitis eröffnet. Die Geschichte des Hauses lässt sich aufgrund der dicken Mauern und den Gewölben ganz besonders in der Vinothek erspüren. Sowohl bei der Namensgebung als auch bei der Einrichtung hat sich Christoph von seiner Passion zum Wein inspirieren lassen. Die Inneneinrichtung wurde mit Möbeln aus Eichenholz und schwarzem Metall gestaltet, die in der Farbgestaltung den Weinanbau widerspiegeln und gleichzeitig einen modernen Kontrast zum geschichtsträchtigen Gemäuer bilden. Im Sommer erstreckt sich die Vinothek bis hin zum lauschigen Innenhofgarten, der für viele ein Geheimtipp für laue Genussabende ist. In der Vinothek lagern zirka 400 Weinsorten in den Regalen. Edle Weine von Winzern des Eisacktals, aus Südtirol, Italien und der ganzen Welt schmücken das gesamte Lokal und sind Dekoration und Inspiration zugleich. Darüber hinaus bietet Vitis auch eine große Auswahl an Weinen in „big bottles“, also in Großflaschen mit über 0,75 Liter Inhalt. Die Weine können im eigenen Wineshop für den Genuss zu Hause erworben oder auch in der Vinothek genossen werden. Mittags und abends

Das Hotel Goldener Adler bietet zeitgemäßen Komfort in einem historischen Ambiente

werden raffinierte, saisonale und trendige Speisen serviert, die in passender Weinbegleitung ein harmonisches Genusserlebnis in entspannter Atmosphäre bereiten.

Schön schlafen im Hotel Goldener Adler. Das Hotel Goldener Ad-

ler liegt an der Eisackpromenade, direkt am Stufelser Eingang in die Altstadt. Es war das erste historisch erwähnte Hotel in Brixen und steht schon seit über 500 Jahren im Dienste des Gastes. Das Haus mit der Katasternummer 1 hat in seiner Geschichte schon einige Persönlichkeiten beherbergt, darunter Kaiser Maximilian, Erzherzog Ferdinand oder Erbprinz Cosimo Medici. 1989 erwarb Familie Hermann Mayr das Hotel, sanierte es und baute es zu einem modernen 4-Sterne-Komforthotel um. Viel seiner einzigartigen Architektur ist bis heute erhalten geblieben. Von einer jahrhundertealten Geschichte zeugen die mittelalterlichen Lichtschächte, die gotischen Kreuzgewölbe, die eindrucksvollen Steintreppen und die dicken Mauern, in die sich die zeitgemäß und komfortabel eingerichteten Gästezimmer harmonisch einfügen.

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Der Goldene Adler hat an 365 Tagen im Jahr geöffnet und zieht vor allem Kurzurlauber, Geschäftsreisende und Genussmenschen an, die sich für ihren Aufenthalt in Brixen ein ganz besonderes Ambiente wünschen.

Café und Aperitif genießen im AdlerCafé. 2011 wurde im Erd-

geschoss des Goldenen Adler, umgeben vom antiken Gewölbe, das AdlerCafé eröffnet. Im gemütlichen, mit Designer- und Loungemöbeln ausgestatteten Café, das sich im Sommer bis vor die Tür erstreckt, treffen sich Einheimische und Gäste gleichermaßen zum Frühstück, zum Aperitif und zur kleinen Pause. Serviert werden Kaffee- und Teespezialitäten, spritzige Aperitifs, Snacks sowie kleine Köstlichkeiten aus Finsterwirts Hauskonditorei. In den angrenzenden Räumlichkeiten finden regelmäßig Ausstellungen, Buchpräsentationen und kulturelle Veranstaltungen statt, sodass sich zu solchen Events der Name AdlerArt etabliert hat. Das AdlerCafé und AdlerArt bieten rundum ideale Voraussetzungen für Kunst, Kultur und Unterhaltung.

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Wirtschaft & Umwelt

EISACKTAL

Eisacktaler Wirtschaftsgipfel z Bei ihrem alljährlichen Sommertreffen auf der Alm definierten die Wirtschaftstreibenden des Eisacktals ihre Wünsche im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl. Die Ausgangslage sei zwar durchaus gut, dennoch suchte – und fand – man Optimierungspotential: Die Unterstützung familiengeführter Unternehmen ist eine der angesprochenen Maß-

nahmen, und zwar konkret durch die Herabsetzung der Gemeinde­ immobiliensteuer (GIS) auf die Produktionsgebäude sowie durch die Anpassung der bürokratischen Auflagen an die Betriebsgröße – etwa im Bereich der Arbeitssicherheit. Ein weiteres Anliegen der Eisacktaler Wirtschaftstreibenden ist die Aufwertung der praxisorientierten Ausbildung.

Die Aufwertung der Peripherie als Arbeits- und Lebensraum, der Ausbau des Breitbandnetzes und die Nutzung der Festung Fran-

W&U

zensfeste als Leuchtturm für das Eisacktal waren weitere Anliegen. oz

BRIXEN

Parkplatz Priel mit neuem Zahlungssystem z Es hat eine Weile gedauert, aber seit Ende Juli ist das neue Zufahrtsund Bezahlsystem am Parkplatz Priel direkt angrenzend an die Acquarena nun voll funktionsfähig. Bekanntlich hatte im vergangenen Herbst ein italienischer IT-Lieferant die entsprechende Ausschreibung gewonnen; Ende Dezember wurde das System montiert und wenige Wochen darauf wieder abmontiert, da es nicht die Erwartungen erfüllen konnte. Mit dem Lieferanten einigte man sich außergerichtlich, und es ist ein Glück, dass jene

kurz

notiert

76

Südtiroler Firma, die in der Ausschreibung zweite geworden war, dazu bereit war, ihre Technologie zum Preis des Wettbewerbssiegers zu liefern – ansonsten hätte die Gemeinde die Ausschreibung wiederholen müssen. Das neue System von Skidata ist bewährt und funktioniert nach einigen Korrekturen in der Grammatik der am Bildschirm der Kassen angezeigten Texte inzwischen bereits einwandfrei. Die Parkgebühren werden nun nicht mehr im Voraus, sondern anhand der tatsächlichen Parkdauer

Noch bis zum 31. Oktober ist der Forstweg von Unterrain in Vahrn bis zur Handwerkerzone Schabs nicht befahrbar. Gesperrt ist der Weg, da auf dieser Strecke Grabungsarbeiten durchgeführt werden, um eine Leitung für die Fernwärmeverbindung von Schabs nach Vahrn zu verlegen.

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

erst kurz vor dem Verlassen des Parkplatzes an den beiden Kassen abgerechnet, wobei tagsüber 1,30 Euro pro Stunde berechnet wird und von 20 bis 7 Uhr früh 60 Cent. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte, Münzen oder Scheinen; die Kassen geben Restgeld auch in Papierform aus. Sobald der Parkplatz voll ist, leuchtet eine rote Ampel, und der Zufahrtsschranken

bleibt unten – man muss also warten, bis ein anderes Auto den Parkplatz wieder verlässt. Nicht unbedingt muss dabei immer jeder der etwa 320 Parkplätze besetzt sein: Es gibt 30 Monatsabos, und dem entsprechend müssen immer einige Plätze frei bleiben, denn die Besitzer der Monatskarte haben ein Anrecht auf einen freien Platz. wv

Mit 36,8 Grad Celsius wurde am 31. Juli in Brixen der heißeste Tag im Jahr gemessen. Insgesamt war der Juli mit einem Monatsmittel von 21,8 Grad zwei Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Mit 41 Liter pro Quadratmeter waren die Niederschläge eher unterdurchschnittlich.

In Mühlbach wird künftig die öffentliche Beleuchtung auf LED umgestellt. „Mit diesem Projekt sparen wir 60 bis 70 Prozent Energie“, beschreibt Bürgermeister Christoph Prugger. Zudem sei die Gemeinde so besser imstande, die Vorschriften bezüglich öffentlicher Beleuchtung einzuhalten.


STADTGEHEIMNISSE Wie kam der Tourismus nach Brixen?

VAHRN

Bereits seit dem 13. und 14. Jahrhundert hat sich in Brixen mit der Ausweitung des Handels und des Verkehrs eine reich differenzierte gastgewerbliche Struktur entwickelt. Damals dürfte Brixen allerdings lediglich als Durchzugsort gedient haben, denn der stationäre Fremdenverkehr begann erst im 18. und 19. Jahrhundert. Bis zu den 1890-er Jahren waren die wirtschaftlichen Verhältnisse in Brixen kleinstädtisch, das Warenangebot recht überschaubar, und das Stadtbild prägten Schüler, Studenten sowie zahlreiche Geistliche. Der Impulsgeber für das Aufleben des Tourismus war der 1848 in Brixen geborene Arzt und Politiker Otto von Guggenberg. Als Guggenberg im bereits touristisch erschlossenen Meran als Kurarzt tätig war, kam ihm der Gedanke, in seiner Heimatstadt eine Kuranstalt zu eröffnen, in der die kneipp’schen Heilkuren angewandt werden. In der Folge zog es viele berühmte Persönlichkeiten nach Brixen, was zum wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung der Stadt beitrug. 1898 wurden in Brixen beispielsweise 2.547 Ankünfte verzeichnet, bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges stieg die Besucherzahl auf 13.074. Anregungen: redaktion@brixner.info

Schutz vor Hochwasser z Tonnen an Beton und Stahl, verbaut in einer zehn Meter hohen und 50 Meter breiten Sperrbarriere, sollen Vahrn künftig besser vor einem Hochwasser schützen. Hinter der Geschiebe- und Wildholzsperre, die im Bereich der alten Putzer-Säge entsteht, wird zusätzlich ein Rückhaltebecken ausgehoben, das im Ernstfall bis zu 40.000 Kubikmeter Geschiebematerial und Wildholz zurückhalten kann. Das dabei gewonnene Aushubmaterial wird vor Ort wieder eingebaut. „So können Materialtransporte durch Vahrn auf ein Minimum reduziert werden“, freut sich Alexander Pramstraller, Direktor im Amt für Wildbachund Lawinenverbauung Nord. Für den Bau der neuen Sperre musste überdies die Forststraße ins Schalderer Tal im Bereich der Baustelle provisorisch verlegt

werden. Im Sommer kommenden Jahres, wenn voraussichtlich die Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Forststraße neu angelegt. Die Finanzierung des insgesamt 2,6 Millionen Euro umfassenden Projektes erfolgt über das „Operationelle Programm Investition in Wachstum und Beschäftigung EFRE 2014–2020“ und über Mittel der Südtiroler Landesverwaltung. Übrigens: Diese Sperre gilt laut Pramstraller als zentrales Element im Hochwasserschutz für die Ortschaft Vahrn. Bereits umgesetzt wurden in den Jahren 2013 bis 2016 verschiedene Schutzmaßnahmen, um am besiedelten Unterlauf des Schalderer Baches das Abschlussprofil zu vergrößern und den Schutz vor Hochwasser zu erhöhen. Gleichzeitig wurde an einer Verbesserung der Struktur der Bachsohle gearbeitet. vk

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„Die Natur hält Überraschungen bereit“ ANDREAS HILPOLD, Vorsitzender der Umweltgruppe Eisacktal „Hyla“, über die Artenvielfalt im Eisacktal, auf die regelmäßig mit so genannten Biodiversitäts-Aktionstagen aufmerksam gemacht wird. nicht zu früh gemäht werden, damit die Wiesenarten abblühen und aussamen können, und dass sie nur wenig gedüngt werden. Wenn zu viel gedüngt wird, geht die Pflanzenvielfalt verloren; mit den Pflanzen verschwinden dann auch Bienen und Schmetterlinge. Was ist beim letzten Aktionstag herausgekommen? Wir sind mit Experten für Pflanzen, Heuschrecken, Spinnen und Käfer unterwegs gewesen und haben 235 Pflanzenarten, etwa 50 Käferarten, 30 Spinnenarten und 10 Heuschreckenarten gefunden. Das ist für so ein verhältnismäßig kleines Gebiet wie die Gampenwiesen viel! In

einer einzigen Magerwiese fanden wir 70 verschiedene Pflanzenarten! Es wurden bereits mehrere Aktionstage dieser Art abgehalten. Was war bisher die größte Überraschung? Das war die fünfte Aktion dieser Art. Eine große Besonderheit war, als vor drei Jahren ein Kollege den Hornissenkäfer gefunden hat. Das ist ein Kurzflügelkäfer, der nur in den Nestern von Hornissen lebt. Wenn man bedenkt, wie selten heutzutage Hornissen sind, kann man sich ausmalen, wie rar erst dieser Käfer ist. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

EINTAUCHEN IN DIE WELT DER MASCHINEN BEI PROGRESS GROUP Auch in diesem Sommer ist das Firmengelände der progress Maschinen & Automation AG, Teil der Progress Group, wieder Schauplatz eines jungen dynamischen Teams von Praktikanten. Ob in der Halle oder im Büro, ob in der Produktion oder Konstruktion, man sieht sie überall, die 20 jungen und motivierten Gesichter, die voller Neugierde in die Welt der Maschinen und der Industrie 4.0 eintauchen. Tatkräftig unterstützten sie das Unternehmen in verschiedensten Bereichen. Sei es in der Konstruktion beim Zeichnen von Maschinen, der Elektrotechnik, der SPS-Programmierung, der PCP-Programmierung bei der Konzeption und Umsetzung der Maschinen-Software, der Verwaltung, im Marketing oder in der Fertigung, spürbar ist der frische Wind überall. Sie sind es, die hier lernen, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen, Herausforderungen anzunehmen und zu überwinden, Neuzugänge zu erfahren und vielleicht auch neue Sichtweisen einzunehmen. Interesse und Lernbereitschaft sind dabei oberste Prinzipien. Dies zeigen unsere Praktikanten nur zu gut und sind nicht nur deshalb für unser Unternehmen in jeder Hinsicht eine große Bereicherung. Eine Win-win-Situation für alle! Berichten zufolge schätzen unsere Praktikanten vor allem das junge, dynamische Team, die abwechslungsreiche Arbeit und die

PR-Info

Herr Hilpold, Ende Juli wurde ein Biodiversitäts-Aktionstag in den Gampenwiesen im Naturpark Puez-Geisler organisiert. Worum ging es dabei? Wir haben mit einer Gruppe von Experten das Gebiet abgesucht und versucht, möglichst viele verschiedene Pflanzen und Tiere zu finden. Ziel ist es dabei, aufzuzeigen, wie vielfältig ein Gebiet ist. Heuer ging es uns besonders darum, auf den großen Wert von Mager- und Feuchtwiesen aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie wichtig es ist, dass sie auch weiterhin angemessen gepflegt werden. Das Um und Auf ist dabei, dass sie

Im Bild von links: Vera Delazer, Christian Gfader, Robert Resch, Shesi Leonardo, Fabian Schrott, Matthias Ludwig, Daniel Kircher, Fabian Zingerle, Mike Rabanser, Patrick Salcher, Alex Sigmund, Anna Edenhauser, Simon Kritzinger, Carmen Steurer, Philip Wenter, Florian Dorfmann, Alan Filippi, Daniel Mutschlechner (nicht im Bild: Julian Goller, Peter Mair)

Möglichkeit sich fachlich sowie persönlich weiterzuentwickeln. Fasziniert zeigen sich die jungen Mitwirkenden vor allem von den beeindruckenden Maschinenanlagen und der Hightech, die dahinter steckt. Die Progress Group bietet jungen und motivierten Menschen die Chance auf eine aufregende Zukunft im Bereich Maschinenautomation.

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„Wir legen großen Wert auf die Qualifizierung der Mitarbeiter und auf die Arbeit, die sie leisten. Nur so können wir eine hohe Kundenzufriedenheit erreichen“, verrät Gesellschafter Thaddäus Mader. „Zufriedene Mitarbeiter sorgen für zufriedene Kunden, und deshalb führe ich mit jedem Mitarbeiter einmal pro Jahr ein so genanntes Mitarbeitergespräch. Außerdem werden regelmäßig Mitarbeiterversammlungen abgehalten, denn Information ist auch Motivation“, weiß Geschäftsführer

Herbert Gamper, der auch für die Personalführung zuständig ist. Qualitativ hochwertige Arbeit setzt gut ausgebildete Fachkräfte voraus. Deshalb legt Mader viel Wert auf die Ausbildung von Lehrlingen: „Derzeit haben wir 20 Lehrlinge im Betrieb“, so Gamper.

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auch innerhalb des Betriebes mit allen Bereichen vertraut zu machen, werden sie mehrmals pro Jahr einem anderen Vorarbeiter zugeteilt. „Damit ermöglichen wir jungen Menschen eine umfassende Ausbildung“, so Gamper. Und die Karrierechancen innerhalb des Betriebes sind vielfältig, genauso wie die Weiterbildungsmöglichkeiten, denn bei Mader gilt: Nur durch eine solide Ausbildung der Lehrlinge und Mitarbeiter können die steigenden Anforderungen der Kunden um-

gesetzt und höchste Qualität gewährleistet werden – getreu dem Motto: Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie selbst zu gestalten – mit einem starken Arbeitgeber an der Seite.

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HOTEL KRONE

Locker sein und gut essen #k

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Mittags den Arbeitsplatz verlassen und in Ruhe mit Kollegen etwas essen gehen: Berufstätige finden im Restaurant Krone im Zentrum von Brixen alles, was zu einer gemütlichen Mittagspause gehört.

Auf die Mittagspause sollte nicht verzichtet werden Laut Statistiken besteht eine gesunde Mittagspause zu 60 Prozent aus Essenszeit, zu 30 Prozent aus Bewegung und zu 10 Prozent aus Erholung. Mit einem KroneLunch-Break kann man die gesamten 100 Prozent abdecken und sich nachher wieder gestärkt dem Job widmen. Von 11:30 bis 14 Uhr werden die Mittagsgäste mit einer täglich wechselnden Tageskarte verwöhnt, die aus frischen, hausgemachten Gerichten mit heimischen Zutaten besteht. Viel Flüssigkeit tut gut – das weiß das Krone-Team. Und deshalb bekommen Gäste zu Mittag reichlich Hauswasser vom eigenen Brunnen auf den Tisch gestellt. Ein kostenloser Parkplatz macht das Restaurant für all jene bequem erreichbar, die von außerhalb kommen; alle anderen hingegen, die zu Fuß oder mit dem Rad eintreffen, haben auch schon ein bisschen Bewegung in die Mittagspause gepackt. Wer sich darüber hinaus die empfohlenen 10 Prozent Erholung gönnen möchte, kann auf Vormerkung im hauseigenen Wellnessbereich eine Nackenund Schultermassage gegen verspannte Muskeln in Anspruch nehmen.

Danach geht es gleich viel entspannter zurück in die Arbeit. Nach Feierabend lädt die Krone zum Abschalten – bei einem frischen Bier oder ab 17:30 Uhr beim Aperitivo lungo.

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Essenfassen Täglich wechselndes Mittagsmenü inkl. saftigen Salati vom Buffet und einem freshen Drink. So lässt sich die Mittagspause chillig auf unserer Terrasse genießen! Täglich von 11:30 – 14:00 Uhr ab € 12,-

In der Mittagspause sollte ein Leckerbissen allemal drin sein!

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Die Leidenschaft für Holz und natürliche Lebensräume prägen das Pustertaler Familienunternehmen Rubner seit rund 90 Jahren.

Mit etwa 1.300 Mitarbeitern in mehreren Ländern übernimmt die Unternehmensgruppe gesellschaftliche und ökologische Verantwortung für unseren Lebensraum und bietet Lehrlingen, Maturanten, Fachkräften und Uni-

versitätsabsolventen individuelle Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie vielfältige Karrierechancen. Für die Rubner Unternehmensgruppe sind Wald und Holz seit jeher ein wirtschaftliches Stärke-

feld, das hochwertige Arbeitsplätze schafft und der Region hohe Wertschöpfung garantiert. Natürliche Lebensräume und die Leidenschaft für Holz stehen für das Familienunternehmen in vierter Generation seit rund 90 Jahren

im Mittelpunkt einer weltoffenen und nachhaltigen Vision. Heute decken die Geschäftsfelder Holzindustrie, Ingenieurholzbau, Objektbau, Holzhausbau und Holztüren alle Prozesse einer lückenlosen und europaweit ein-

Unternehmen und Standorte der Unternehmensgruppe 82


Kevin ist bei Rubner Türen in Kiens in der Arbeitsvorbereitung tätig zigartigen Wertschöpfungskette ab: Vom Holz aus dem eigenen Wald, Schnitt- und Konstruktionsrahmenholz aus eigenen Sägewerken, über Massivholzplatten, Brettschichtholz und komplexe Leimholzstrukturen bis hin zu Türen, Fenstern, schlüsselfertigen Einfamilienhäusern und Großprojekten in Holzbauweise. Mit diesem Produktportfolio entstehen Industrie- und Gewerbebauten, Sporthallen und Einkaufszentren, Kirchen, Kultur- und Kongresszentren sowie ein- und mehrgeschossige Wohnbauten. Der Familienbetrieb realisiert damit Projekte auf mehreren Kontinenten – von Europa über Afrika bis nach Asien, aktuell auf den Philippinen mit dem ersten Flughafen Asiens in Holzbauweise.

Karin Fischnaller, Recruiting & Employer Branding, Rubner Holding AG

Vielfältige Tätigkeitsfelder. Die

Berufsbilder und Tätigkeitsfelder des international tätigen Unternehmens reichen vom Holztechniker, Tischler und Zimmerer, Elektrotechniker und Mechatroniker, Elektriker, Maschinenbauer und Konstrukteur, Mitarbeiter im technischen Büro, IT-Spezialist und Programmierer, Projekt- und Baustellenleiter, Bauingenieur und Statiker bis hin zum technischen Verkäufer sowie Angestellte in den kaufmännischen Abteilungen und in der Verwaltung. Lebenslanges Lernen und ein gesunder Arbeitsplatz sind für Rubner Kernthemen. Den Mitarbeitern werden zahlreiche Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung geboten.

„Am meisten Spaß bei der Arbeit bereitet mir der Kontakt mit den Kunden, die abwechslungsreiche und spartenübergreifende Tätigkeit, der Außendienst bei den verschiedenen Wiederverkäufern oder auf Messen. Außerdem bietet mir Rubner die Möglichkeit, Kurse zu besuchen, um technisch auf dem Laufenden zu bleiben und mich persönlich weiterzuentwickeln“, erklärt Kevin, der in der Arbeitsvorbereitung bei Rubner Türen AG in Kiens tätig ist.

und für das Handwerk mit Rubner teilen, bietet das Unternehmen die Möglichkeit, in drei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum Bruneck die Lehre zum Zimmerergesellen zu absolvieren. Und das Beste daran? Den Maturanten wird neben der Lehre ein fixer Arbeitsplatz mit einem interessanten Gehalt geboten. Doch das ist noch nicht alles: Nach der dreijährigen Ausbildung zum Zimmerergesellen steht den Absolventen ein weiterführendes Fortbildungskonzept in den Tätigkeitsbereichen Montage, Produktion, technisches Büro, Projektleitung oder technischer Vertrieb offen. Je nach Interesse besteht auch die Möglichkeit, sich zum Zimmerermeister oder zur zertifizierten Fach- oder Führungskraft in einem dieser Bereiche ausbilden zu lassen. Interessiert? Karin Fischnaller, Verantwortliche für Recruiting & Employer Branding der Rubner Gruppe, steht für ein unverbindliches Informationsgespräch gerne zur Verfügung.

Matura – und dann? Derzeit hat

Rubner insbesondere den Maturaabsolventen viel zu bieten: Maturanten aller Fachrichtungen steht ab Herbst 2018 ein neues dreistufiges Ausbildungsprogramm zur Verfügung. All jenen, die die Leidenschaft für den Werkstoff Holz

Rubner Holding AG Handwerkerzone 2 39030 Kiens T: +39 0474 563777 job@rubner.com www.rubner.com

Fertigstellung des Mactan Cebu International Airports auf den Philippinen; 65.000 Quadratmeter Terminalfläche 83


Top Jobs

Autotest Südtirol GmbH ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich Entwicklung und Lieferung von Kunststoff- und Metallteilen für die Automobilindustrie.

Teams

Extra

Zur Verstärkung unseres suchen wir begeisterte und außergewöhnliche

AUTOTEST

Offen für gute Ideen Hinter jeder Innovation steckt eine gute Idee: Als wichtiger Zulieferer für führende Auto­ mobilhersteller ist es die Autotest­Gruppe gewohnt, Antworten selbst auf knifflige Fragen zu finden. Dies stellte Autotest Südtirol bei einem Schülerprojekt der Berufsschule „Tschuggmall“ unter Beweis.

MITARBEITER (w/m) im Standort Franzensfeste für die INSTANDHALTUNG in Vollzeit Ihre Aufgaben

* Instandhaltungsarbeiten an Maschinen durchführen * Werkzeuge (Spritzguss) warten und reparieren * * * *

Unser Angebot

kein Turnus wir begleiten Sie bei der Einarbeitung abwechslungsreiche Tätigkeiten Freiraum zum selbständigen und lösungsorientiertes Arbeiten * Möglichkeiten der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung * Mitwirkung in einem internationalen und wachsenden Unternehmen

Ihr Profil

* Abschluss der Berufsfachschule für Metalltechnik oder eine handwerkliche Ausbildung, gern auch Quereinsteiger * präzises Arbeiten * technisches und lösungsorientiertes Denken * Neugierde und Bereitschaft Neues zu erlernen

HABEN WIR IHR INTERESSE GEWECKT? BEWERBEN SIE SICH JETZT!

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Von links: Georg Kaser, Werkzeugbauer Paolo Covolo, Thomas Lanz, Günther Mair Die Autotest-Gruppe entwickelt und fertigt Kunststoff-, Metallund Hybridprodukte für führende Automobilhersteller Europas, darunter Audi, Volkswagen, Porsche, Lamborghini oder McLaren. Beschäftigt werden dafür 550 Mitarbeiter, davon 130 am Standort Franzensfeste in Südtirol. Autotest Südtirol ist in der Gruppe das Kompetenzzentrum für die Herstellung von Spritzgusskomponenten für Klein- und Mittelserien im Innen-, Außen- und Motorbereich. Spannende Aufgaben von der Entwicklung bis hin zur Fertigung stehen an der Tagesordnung; vielfältig präsentieren sich die Beschäftigungsfelder bei Autotest Südtirol. Derzeit sind einige Positionen frei, insbesondere im technischen Bereich, die auch Abgängern von technischen Berufs- und Oberschulen sowie Universitätsabsolventen offenstehen. Neben der Niederlassung in Franzensfeste gibt es drei weitere Standorte in Bratislava in der Slowakei sowie in Iggingen und Eisenach in Deutschland.

Kreatives Schülerprojekt. Miniaturschildkappe als Schlüsselanhänger und Flaschenöffner: so lautete das Maturaprojekt, das Stefan Mittermair, Schüler der Berufsschule „Tschuggmall“, angehen wollte. Die Idee des Schülers war

es, eine Miniaturschildkappe zu entwickeln, die als Schlüsselanhänger und Flaschenöffner benutzt werden kann. Bei Autotest Südtirol stieß die Anfrage auf offene Ohren. Thomas Lanz, Abteilungsleiter der Spritzerei, sowie die zwei Mitarbeiter Georg Kaser und Günther Mair betreuten das Projekt. Nachdem die Berufsschule über eine eigene Spritzgussmaschine verfügt, stellte Autotest altes Werkzeug zur Verfügung und nahm Kontakt zu einem Werkzeugbauer auf, der alle nötigen Änderungen vornahm. Anschließend montierte Thomas Lanz das Werkzeug an der schuleigenen Spritzgussmaschine, stellte die Maschine ein – und dann konnte die vielseitige Schildkappe auch schon produziert werden. Sowohl Stefan Mittermair als auch das Team von Autotest hatten viel Spaß am Projekt, das der Schüler am Tag der offenen Tür der Berufsschule „Tschuggmall“ stolz präsentierte.

Stefan Mittermair, Schüler


WOLF FENSTER

Lichte Einblicke Wolf Fenster zählt italienweit zu den führenden Herstellern von Fenstern aus Holz und Holz­Aluminium. Seit über 50 Jahren steht das Unternehmen für innovative und nachhaltige Technologie.

Fließende Räume durch deckenhohe sky-Schiebetüren Das Familienunternehmen Wolf Fenster aus Natz-Schabs setzt auf hochwertiges Design, beste Qualität und modernste Fertigungstechnik, um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. „Gesundes Wohnen“ liegt dem Fensterhersteller besonders am Herzen. Der natürliche Rohstoff Holz bietet hierfür ideale Vorausetzungen, und darüberhinaus vermittelt Holz Stil und Klasse. Holz bietet ausgezeichnete Wärmedämmwerte und reguliert die Feuchtigkeit – ideal für ein nachhaltiges Wohnerlebnis. Das recycelbare Aluminium hingegen ist robust und verleiht dem Fenster garantierte Langlebigkeit bei geringem Aufwand.

Vom Zweck zum Sinn. Neben

erstklassigen Rohstoffen benötigt die Herstellung von Qualitätsfenstern vor allem eine Zutat:

die erfahrene Handwerkskunst zufriedener, motivierter Mitarbeiter. Diese Wertschätzung gegenüber dem Menschen zeigt sich in vielfacher Hinsicht, und zwar in dem respektvoll-freundschaftlichen Umgang untereinander, in entgegenkommenden Arbeitszeitmöglichkeiten, in Fort- und Weiterbildungen und zu guter Letzt in vielen Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz – denn jedes Unternehmen ist nur so gut wie die Menschen, die darin arbeiten. Der Respekt und die Achtsamkeit gegenüber Umwelt und Mitmenschen ist eines der obersten Gebote – und Antrieb zugleich, denn das Wissen, ein nachhaltiges Produkt zu schaffen, das umweltschonend in der Herstellung ist, höchste architektonische Bedürfnisse übertrifft und beim Energiesparen hilft, macht glücklich.

Neue Perspektiven mit der rahmenlosen zero-Verglasung 85


BRANDNAMIC

Top Jobs

Mehr als nur ein Job Wer Freude an der Arbeit hat, ist produktiver – und zwar langfristig. Die Geschäfts­ führer von Brandnamic, eine der führenden Marketingagenturen im Alpenraum, ­wissen das und haben ideale Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter geschaffen.

Extra

Großer Einsatz, Qualität bis ins letzte Detail und ein aufmerksamer Blick nach vorn – damit verhilft Brandnamic ihren Kunden mit zielführenden Marketingprojekten zum Erfolg. Die Full-Service-Agentur ist der Überzeugung, dass Stillstand Rückstand bedeutet und neue Wege nur dann entstehen, wenn man sie geht. Den eigenen Weg schlug die Agentur im Jahr 1997 ein. Seitdem ist viel passiert: Neben dem Hauptsitz in Brixen kamen die zwei Standorte Meran und München hinzu, und mit dem

stetig wachsenden Kundenstamm stieg auch die Anzahl der Mitarbeiter. Die Marketingagentur zählt mittlerweile 80 Mitarbeiter und ist weiter im Wachsen begriffen. 2016 gab es Verstärkung auch in der Geschäftsführung: Neben Michael Oberhofer, Matthias Prader und Hannes Gasser leitet nun auch Webexperte und Kommunikationswissenschaftler Martin Rabanser die Geschicke von Brandnamic.

Ein Teamerfolg. Die zunehmende Auftragszahl und die vielen zu-

friedenen Kunden aus Tourismus, Hotellerie, Industrie und Handel belegen den großen Erfolg der Agentur, den die Geschäftsführer nicht zuletzt auf ihr großartiges Team zurückführen. Denn nur in erfolgreicher Zusammenarbeit lassen sich Projekte realisieren, die begeistern. Daher werden bei Brandnamic neben spannenden Aufgaben und Projekten ideale Rahmenbedingungen für ein kollegiales und produktives Arbeitsumfeld geboten: ein komfortabler Arbeitsplatz, gesunde Snacks, Kaffee und Tee, kleine Aufmerksam-

keiten als Dankeschön und zum Geburtstag, gleitende Arbeitszeiten sowie gemeinsame Aktivitäten wie Laufen, Yoga und Rafting im Rahmen des Mitarbeiterprogramms „Brandfit“. All dies stärkt Teamgeist und Betriebsklima und trägt dazu bei, dass die Arbeit Spaß macht. Unaufhörlich baut Brandnamic am eigenen Erfolg und ist daher ständig auf der Suche nach Talenten – ob kreative Köpfe, Tüftler oder Planer. Alle aktuellen Jobangebote finden sich unter brandnamic.com/jobs.

. G N I T E K R A M WE LOVE WE LOVE YOU!

LIEBE BRANDNAMICS,

Mann, seid Ihr gut, Mann! Keiner macht uns mehr an! Tagtäglich legt Ihr Euch voll ins Zeug: Ihr plant, beratet, managt, textet, designt, informiert, programmiert und betreibt Marketing, das wirkt. Und wirkt. Und wirkt. Das Gute an uns ist das „Wir“: Nur gemeinsam erreichen wir unsere ehrgeizigen Ziele. Dafür danken wir Euch – vierstimmig und im Chor. Hervorragenden Mitarbeitern gibt man zwar kein Küsschen, aber wir zeigen unsere Dankbarkeit liebend gern mit tollen Events für eine bessere Work-Life-Balance, kleinen Aufmerksamkeiten und spannenden Ausflügen. Am Freitag schließen wir die Agentur um 14.00 Uhr, um Euch eine kreative Pause zu gönnen. Weil Ihr es uns wert seid! Merci, dass es Euch gibt!

Brixen | Meran | München T +39 0472 831340 info@brandnamic.com brandnamic.com

PS: Und Du da draußen – jobbst Du noch oder verwirklichst Du Dich schon? Bewirb Dich bei Brandnamic, dann klappt’s auch mit dem Traumjob.

Hannes Gasser

Michael Oberhofer

Matthias Prader

Martin Rabanser

Geschäftsführender Gesellschafter

Geschäftsführender Gesellschafter

Geschäftsführender Gesellschafter

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20.08.18 08:56


BRIMI

„Auf dem Vormarsch“ In den Supermarktregalen ist eine starke Präsenz von Brimi­Produkten zu beobachten. Was Brimi­Produkte so unwiderstehlich macht und warum Brimi zur drittstärksten Mozzarella­Marke Italiens aufgestiegen ist, verrät Geschäftsführer Martin Mair.

Verführerisch!

Herr Mair, die Brimi wird zunehmend als Mozzarella-Spezialist gesehen. Was sind die Gründe dafür? MARTIN MAIR: Unser Kerngeschäft ist ganz klar der Mozzarella. BrimiMozzarella steht – ebenso wie auch all unsere anderen BrimiProdukte – für 100 Prozent Südtiroler Milch, Regionalität, Frische und Nachhaltigkeit. Die Qualität der Nahrungsmittel spielt bei der Kaufentscheidung zunehmend eine vorrangige Rolle, weshalb sich immer mehr Konsumenten bewusst für Brimi-Produkte entscheiden. Mit konsequenter Marktkommunikation und stetiger Sortiment-Erweiterung ist es uns gelungen, unsere Marktpräsenz erheblich auszubauen. So konnten wir im Bereich Heumilch seit dem letzten Jahr weitere Erfolge erzielen. Wir waren die ersten, die einen Heumilch-Mozzarella national und international auf den Markt gebracht haben. Mit seinem saftigen und milchigen Geschmack konnte er auf Anhieb begeistern. Auch das Thema Bio ist nach wie vor voll im Trend. In diesem Segment haben wir neue Produkte lanciert, wie zum Beispiel unsere Bio-Heumilch Frischmilch und unsere Bio Mozzarelline. Um ständig neue Ernährungstrends und Nischenmärkte bedienen zu können, bedarf es eines hohen Grades an Innovation. Wie schwierig ist es, am Ball zu bleiben? Der Lebensmittelsektor verändert sich rasend schnell. Es gilt daher, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Hier sind vor allem unsere Mit-

Martin Mair, Geschäftsführer der Brimi arbeiter der Abteilungen Marketing, Forschung und Entwicklung gefragt. Und auch alle anderen Bereiche, allen voran Produktion und Technik, müssen mitziehen, damit Produktinnovationen gelingen. Die Herausforderungen, vor die uns der Markt ständig aufs Neue stellt, können wir nur mit motivierten Fachkräften bewältigen. Die Befähigung unserer Mitarbeiter liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir größten Wert auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter legen.

Südtirol

Der Erfolg macht Brimi zu einem spannenden und vielseitigen Arbeitgeber. Werden denn neue Mitarbeiter benötigt? Ja, natürlich! Wir befinden uns weiter auf dem Vormarsch und sind daher ständig auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern und Fachkräften. Gerne stellen wir auch Lehrlinge ein, die wir zu qualifizierten Fachkräften ausbilden. Mitarbeiter finden bei uns ein internationales und hochmodernes Arbeitsumfeld, das ihnen viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Entdecken Sie das Rezept auf: www.brimi.it

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AGENTUR MESSNER

In renommierten Hotel­ und Gastbetrieben sich um das Wohl der Gäste kümmern ist ein Traumjob für all jene, die Abwechslung lieben und Spaß am Umgang mit Menschen haben. Die Agentur Messner vermittelt seit knapp 30 Jahren Personal für vielfältige Aufgaben im Tourismus, darunter viele Traumjobs im In­ und Ausland.

Die Agentur Messner hat sich auf die Arbeitsvermittlung in Hotellerie und Gastgewerbe in Südtirol und darüber hinaus spezialisiert. Die Personalvermittler beraten Betriebskunden kompetent in allen Personalangelegenheiten und vermitteln geeignete Kandidaten, um freie Saison- und Jahresstellen optimal zu besetzen. Dazu legt die Agentur großen Wert auf die individuelle Beratung und Betreuung der Bewerber, um diese ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechend bestmöglich zu vermitteln.

Extra

Top Jobs

Traumjobs im Tourismus

Vielfältige Angebote. Qualifizierte Köche können ihre Kreativität

in niveauvollen Hotels und Restaurants entfalten, engagierte Servicekräfte wesentlich zum Ansehen des Hauses beitragen. Flexiblen Personen und auch Menschen, die sich neu orientieren möchten, eröffnen sich ebenfalls viele Einsatzgebiete im Tourismus – ob im Service, in der Verwaltung oder im Wellnessbereich. Lehrlinge, Hilfskräfte, Zimmermädchen und Hausmeister werden von der Agentur Messner ebenso fachmännisch vermittelt wie Fachund Führungskräfte. Auch bemüht sich die Agentur, Sozialleistungen wie Unterkunft, Verpflegung sowie leistungsgerechte Entlohnung

für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zufriedenstellend auszuhandeln. Die Agentur Messner zählt zahlreiche Gastbetriebe im In- und Ausland zu ihren Kunden und begleitet viele Fachkräfte von ihrer Ausbildung an auf ihrem Karriereweg im Tourismus.

info Ein Auszug zu den Jobangeboten:

· Chef de Partie für die kommende Wintersaison für das 4-SterneHotel Castle in Blitzingen (CH) · Chef de Rang ab September in Jahresstelle für das 4-SterneS-Hotel Tauern Spa in Kaprun (A) · Kellnerlehrling für Grüner Baum Hotels**** in Brixen · Kochlehrling für das 4-SterneHotel Fischer in Klerant · Leiter/-in des Kinderclubs für das 4-Sterne-S-Familienhotel Sonnwies in Lüsen Alle aktuellen Jobangebote unter: www.agenturmessner.com www.gastro-suedtirol.com www.gastro-tirol.com Weitere Informationen: Tel. +39 0472 801222 oder per WhatsApp: +39 388 4395498

Jobs in der Südtiroler Gastronomie & more kostenlos unverbindlich diskret Top Betriebe große Auswahl karrierebegleitend

Agentur Messner - Brixen - www.agenturmessner.com


„Wir bilden unsere Mitarbeiter selbst aus“

ALP HOUSE

Der Sterzinger Fertighaushersteller Alp House ist seit Jahren auf Erfolgskurs. Den Grund dafür sieht Geschäftsführer Helmuth Leitner in den hochwertigen Massivhäusern, die Alp House in Fertigbauweise mit Fixpreisgarantie realisiert. Um den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern, geht Helmuth Leitner einen ganz eigenen Weg: Er lässt seine Mitarbeiter betriebsintern ausbilden.

Herr Leitner, Alp House bildet Mitarbeiter selbst aus und bietet dazu auch Quereinsteigern mit handwerklichem Geschick neue Berufsmöglichkeiten. Was hat Sie zu diesem Ausbildungsweg bewogen? HELMUTH LEITNER: Generell werden am Bau immer mehr und ganz speziell bei unserem Fertighauskonzept in Massivbauweise gewerkeübergreifende Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt. Berufsschulen hinken mit ihrer starken Spezialisierung dieser Entwicklung leider etwas hinterher. Aus diesem Grund bilden wir unsere Mitarbeiter selbst aus. Damit stellen wir sicher, dass sie die nötigen Gewerke erlernen und beherrschen. Der Arbeitsplatz „Baustelle“ hat einen etwas negativen Ruf. Wie

Geschäftsführer Helmuth Leitner sehen Sie das als Bauunternehmer? Im Laufe der Jahre hat sich der körperliche Arbeitsaufwand auf der Baustelle durch den Einsatz von Maschinen enorm reduziert. Unsere Monteure sind deshalb weniger „Bauarbeiter“ im herkömmlichen Sinn als vielmehr technisch versierte Facharbeiter,

die professionell Hand anlegen, ohne den Gesamtüberblick zu verlieren. Die Arbeit ist weniger anstrengend, gleichzeitig bietet sie alle Vorteile des Bauens: Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat. Ihre Mitarbeiter tun somit das, was ihnen Freude bereitet. Wie zeigt sich das?

Unser Unternehmen punktet mit einer hohen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Viele Mitarbeiter sind seit vielen Jahren bei uns. Und obwohl wir uns stets weiterentwickelt haben, blieb die familiäre Verbundenheit, die uns von Anfang an ausgezeichnet hat, bis heute erhalten. Dies zeigt sich beispielsweise beim Mitarbeiterfrühstück, zu dem wir uns einmal im Monat treffen.

Alp GmbH Karl-von-Etzel-Straße 6 39049 Sterzing Tel. 0472 767111 info@alphouse.it www.alphouse.it

DEINE CHANCE

AUF EINEN MASSIVEN

JOB! Francesco Di Tommaso - Produktion „Teil von Alp House zu sein bedeutet für mich, in einem Unternehmen zu arbeiten, mit dem ich mich ganz identifizieren kann. Vor 2,5 Jahren habe ich den Quereinstieg gewagt. Zuvor habe ich in einer Schreinerei gearbeitet. Mittlerweile habe ich sehr viel dazugelernt und kann sagen, dass ich mich jeden Tag aufs Neue darüber freue, damals diesen Schritt gewagt zu haben.

Wir sind auf der Suche nach handwerklich begabten, motivierten Mitarbeitern. Bewerbung an: info@alphouse.it

Hansjörg Festini - Baustelle „Besonders wichtig sind für mich ein angenehmes Arbeitsklima und die abwechslungsreiche Arbeit, die sich mir bei Alp House bieten. Ich schätze unsere Teamarbeit sehr und weiß, dass man sich immer aufeinander verlassen kann. Schön finde ich natürlich auch die gute und pünktliche Bezahlung. Nach 23 Jahren bei Alp House, kann ich dieses Unternehmen nur weiterempfehlen!“ 89


Impressum aufgenommen werden. Darum die inständige Bitte: spendet Lesestoff für unsere Soldaten!

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Evi Hilpold (eh) Susanne Hutter (sh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Franziska Rude (fr) Sandra Schuster (sas) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende September 2018 Nächster Redaktionsschluss: 10. September 2018 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 90

Kaisers Geburtstag an der Front August 1918

Zur Brixener Geschichte Samstag, 10. August 1918 Wer einst die Geschichte der Stadt in dieser Kriegszeit schildern will, wird auch über die Taten ihrer Bewohner sprechen müssen. Die „Chronik“ hat ihrer Pflicht schon wiederholt entsprochen und von den Söhnen dieser Stadt manche schöne Tat geschildert und von so mancher Auszeichnung berichtet. Es sind lange nicht alle erwähnt worden, nur die, welche der „Chronik“ bekannt wurden. Heute sei eine Begebenheit erwähnt, die hieher gehört. Es war während der Offensive Ende 1917 gegen Italien. Da stand eine Gebirgskanonen-Batterie in der Schwarmlinie der Infanterie. In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember ließ ihr Kommandant, der damals neuernannte Oberleutnant Heinrich von Himmel, die Geschütze und die Munition weiter vorschieben und gleich bei Tagesanbruch aus allernächster Nähe in die achtfachen feindlichen Drahtverhaue Schnellfeuer abgeben. Dadurch entstand eine Bresche. In diese drang die eigene Infanterie ein. Die erste Linie hat sich glatt ergeben, die zweite und dritte wurde mit minimalen eigenen Verlusten genommen. So wurde der Col della Beretta, der vorher fünfmal vergeblich angegriffen worden war, erstürmt. Unmittelbar folgende feindliche Gegenangriffe wurden durch die einzig vorhandene Artillerie erstickt. Diese Tat brachte dem kühnen Offizier den EisernenKronen-Orden 3. Klasse mit den Schwertern. Es dürfte dies die höchste Auszeichnung sein, die bisher einem jungen Brixener zuteil geworden ist. Das Soldatenblut, das in der Familie Himmel steckt, hat sich hier gezeigt. Zum öster. Orden kam damals noch das Eiserne Kreuz vom Heeresgruppenkommando Below. Ein italienischer Bericht hat diese Batterie besonders erwähnt. Sie hat dann noch bei der Erstürmung des Col Caprile (Monte-Grappa-Gebiet)

mitgewirkt und wurde am 19. Dezember mit 17 Mann und den Rest der zusammengeschossenen Geschütze zurückgezogen. Oberleutnant v. Himmel ist mit Kriegsbeginn freiwillig eingerückt, hat bisher 35 Monate Frontdienst, davon 8 Monate in Albanien, sonst in Rußland, Rumänien, am Isonzo und an der Piave gebracht. Im Jahre 1916 wurde er einmal verschüttet, er erhielt an der Piave

einen Knieschuß und 7 Splitter ins Auge. Er befindet sich gegenwärtig im Sanatorium Brixen und genießt die Wohltat des schönen Hauses unserer Stadt und die Nähe der Seinen.

Bitte um Soldatenlektüre

Samstag, 3. August 1918 Die Vorbereitungen der Kriegsfürsorgeämter Nord- und Südtirols zur Aufbringung einer einheitlichen Liebesgabe für unsere Kampftruppen anläßlich des Geburtstages unseres Monarchen sind im vollen Zuge und werden diesmal mit umso größerer Sorgfalt getroffen, als die Schwierigkeiten der Beschaffung der hiezu notwendigen Bedarfsartikel, besonders des Rauchmaterials außerordentliche und die Preise ausnahmslos ganz bedeutend erhöhte sind. Im Einvernehmen mit den Kommanden wird bei der Zuweisung der Gaben fürsorglich darauf Bedacht genommen werden, daß die in den Hochregionen zur Abwehr des Feindes befindlichen Abteilungen und die Formationen der äußersten Kampfabschnitte auf das ausgiebigste beschert werden. Auch die Soldatenheime, die sich längst als beliebtes Stelldichein der Feldgrauen bestens bewährt haben, erhalten am Kaisertage ihren Anteil. Für die Feldspitäler und Ladestationen und den Liebesgabendienst am Bozner Bahnhofe werden für diesen Festtag besondere Vorkehrungen getroffen.

Donnerstag, 1. August 1918 An drei gut zugänglichen Stellen der Stadt Brixen sind Kästen angebracht zur Aufnahme von Lesestoff für die Soldaten in den Spitälern, in der Rekonvaleszenz-Abteilung und bei den Ausbildungstruppen. Erwünscht ist jede Art von Lektüre: Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Bücher, letztere wären besonders erbeten für Soldatenheime. Auch nichtdeutsche Schriften sehr willkommen. Bei Zeitungen würde man eigens bitten um eheste Ablieferung, weil alte Zeitunten viel vom Werte verlieren. Über die Nützlichkeit, ja Notwendigkeit von Lesestoff für Soldaten gerade in den jetzigen schweren Zeiten sei kein Wort verloren – die Sache ist zu klar. Man sollte nur bisweilen sehen, mit welcher Gier oft ganz einfache Bücherspenden

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


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Das beste Brixen vom Wohnen.

PAVILLON - BRIXEN Die neue Wohnanlage “Pavillon“ wird in Brixen, in ruhiger Wohnlage mit freiem Blick nach Südwesten, gebaut. Neues Wohnen mit hoher Wohnqualität steht im Vordergrund, welche durch großzügige Terrassen, Freiräume und Öffnungen geschaffen wird. Die größtenteils als Familienwohnungen konzipierten Einheiten werden von Terrassen und teilweise von Gärten umgeben, um eine natürliche „Zweisamkeit“ zwischen Innen und Außen zu schaffen, und somit die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen. Jede Einheit und jede Wohn-Oase soll einzigartig sein.

Tel. 0472 201 250 · info@sader.it · sader.it


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