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Brixner 336 – Jänner 2018

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EXTRA

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Poste Italiane s.p.a. - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (convertito in Legge 27/02/2004 n° 46) art. 1, comma 1, NE/BZ - Contiene I.P. e I.R. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

Fitness & Gesundheit

Jahrgang 29 · Jänner 2018

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Made by

Mario Castiglioni, „Grandseigneur della musica lirica”

Leben pro cultura PARLAMENTSWAHLEN: Interview mit Renate Gebhard RODELSPORT: Eisacktaler unterwegs auf heißen Kufen PORTRAIT: Oskar Zorzi, der Engel in Rot STADT-LAND-FLUSS: Erstes Baulos wird nun umgesetzt


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | PARLAMENTSWAHLEN: Im Gespräch mit Renate Gebhard 10 | Fasching: Stippvisite im Fundus Comedicus 11 | Videoüberwachung: Big Brother Brixen 12 | HdS: Der sechste Kontinent 14 | Christoph Stragenegg: „Zeitalter der Schein(e)-Akademiker“ 16 | Migration: „Minimales Risiko durch Asylbewerber“ Menschen & Meinungen >>> 22 22 | PORTRAIT: Oskar Zorzi 26 | Pro & Contra: Wird der Proporz in der Sanität umgangen? 29 | Umfrage: Wie zufrieden waren Sie mit der Schneeräumung? Kunst & Kultur 30 | PRO CULTURA: Ein Verein schreibt Geschichte 33 | Frei.Wild: Sie sind zurück! 34 | Natz-Schabs: Einblick in die Höfegeschichte

>>> 30

Veranstaltungen 39 | TIMER: Februar 2018

>>> 39

Freizeit & Sport >>> 46 46 | RODELSPORT: Eisacktal, Tal der Rodler 48 | Aaron March & Roland Fischnaller: „Ganz ohne Druck“ Wirtschaft & Umwelt 52 | STADT-LAND-FLUSS: Für ein sicheres Brixen 56 | Event: Die Stadtpolizei ist umgezogen

>>> 52

Extra 62 | Fitness & Gesundheit

>>> 62

Im „Brixner“ finden Sie folgende Icons, die auf multimediale Inhalte im „BrixnerPlus“ verweisen:

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In eigener Sache ... Drei Mitteilungen in eigener Sache und in aller Kür­ ze: Ich möchte mich entschuldigen für die verspäte­ te Verteilung der Dezember­Ausgabe. Wir haben ja viel Verständnis für die Situation der Poste Italiane und auch für jene eines jeden einzelnen Postboten, aber wenn wir am 22. Dezember die „Brixner“ zum Postamt liefern und mir am 18. Jänner ein Leser mitteilt, dass er sein Heft „heute endlich bekommen“ hat, dann hört für mich der Spaß auf. Die Zustellung des „Brixner“ ist seit einigen Jahren häufig nicht zufriedenstellend, aber so schlimm wie diesmal war es noch nie. Die Post ist ein öffentlicher Dienst, für den wir bezahlen und der bitteschön zu funktionie­ ren hat. Wir haben den Verantwortlichen offiziell eine Mängelrüge zugestellt; schaumer mal, ob’s hilft. Zweitens: Ab dieser Ausgabe haben wir eine neue App – für Android, iOS und Amazon. Während die­ ser „Brixner“ in der Druckmaschine ist, basteln wir noch an der App, und es kann diesmal sein, dass es eine Spur länger dauert als bisher, bis wir online sein werden. Der Grund liegt daran, dass auch wir uns mit der neuen Technologie anfreunden müssen; ich kann Ihnen aber versprechen, dass wir damit einen Qualitätssprung machen werden. Sollten Sie Android verwenden, müssen Sie die App einfach aktualisieren; alle Apple­User müssen hingegen eine neue App installieren. Wir werden in der nächsten Ausgabe die neue Technologie im Detail vorstellen. Drittens: Auch heuer startet in der ersten Ausgabe des Jahres unsere alljährliche „Freunde & Gönner“­ Aktion, die bis März dauert. Wer uns unterstützen möchte, kann dies mit einer einfachen Überweisung erledigen. Ich betone es immer wieder: Der Beitrag ist vollkommen freiwillig, und auch wenn Sie nicht einzahlen, senden wir Ihnen selbstverständlich wei­ terhin den „Brixner“ zu. Wir wollen nämlich auch in Zukunft für alle da sein. Danke!

Ihr Willy Vontavon

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Außerdem in dieser Ausgabe Zwei Beilagen

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Informationsbroschüre „Stadt-Land-Fluss“ der Gemeinde Brixen


Politik & Gesellschaft

RENATE GEBHARD: „Man muss wissen, wann man an einem Strang zu ziehen hat und Kompromisse eingehen muss, um etwas zu bewirken“

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DIE PARLAMENTSWAHLEN IM UMRISS

„An einem Strang ziehen“ Am 4. März ist die Bevölkerung bei den Parlamentswahlen zum Urnengang aufgerufen. Die Eisacktaler Kammerabgeordnete RENATE GEBHARD gibt Einblick in das Wahlsystem, die Errungenschaften der Südtiroler Parlamentarier in der letzten Legislaturperiode, den Alltag in Rom – und warum es ungemein wichtig ist, bei der Wahl seine Stimme abzugeben. 4


Wie schauen die Wahlzettel selbst aus? Es gibt einen Wahlzettel für den Senat und einen für die Kammer. Auf den Wahlzetteln werden je­ weils die Listenzeichen aller antre­ tenden Parteien abgebildet sein. Oberhalb des Listenzeichens steht in einem Balken der Name des Kandidaten oder der Kandidatin des Einerwahlkreises. Unter dem Listenzeichen sind die Kandidaten für die Kammer beziehungsweise der Kandidat für den Senat ange­ führt, die regionalweit über das Verhältniswahlsystem bestimmt werden – maximal zwei bis vier Namen. Die Kandidaten wurden im Vorhinein von den Parteien festgelegt, wobei die SVP diese als einzige Partei in ganz Italien durch Vorwahlen bestimmt hat. Es können keine Vorzugsstimmen gegeben werden. Außerdem gilt, dass kein Geschlecht mit über 60 Prozent vertreten sein darf; die Lis­ te nach dem Verhältniswahlrecht muss im Reißverschlusssystem Männer und Frauen reihen. Wenn die Geschlechterverteilung nicht eingehalten wird, ist die Liste ungültig. Und wo muss ich nun das Kreuzchen machen? Es reicht, das gewünschte Par­ teizeichen anzukreuzen. Wenn ich das mache, wähle ich damit automatisch die angeführten Kan­ didaten.

Foto: Oskar Zingerle

Frau Gebhard, können Sie uns in einfachen Worten das neue Wahlsystem erklären? RENATE GEBHARD: Es ist in der Tat leider etwas kompliziert. Es wird nach einem Mischsystem gewählt, zum Teil nach dem Mehrheits­ wahlrecht und zum Teil nach dem Verhältniswahlrecht. Südtirol ist unterteilt in die drei Einerwahl­ kreise Brixen, Meran und Bozen, in denen jeweils ein Parlamen­ tarier für die Kammer und einer für den Senat gewählt wird, insge­ samt also sechs. Gewählt werden diese im Mehrheitswahlsystem, sprich: Der- oder diejenige mit den meisten Stimmen ist gewählt. Auf regionaler Ebene werden zu­ sätzlich, nach dem Verhältniswahl­ system, fünf Abgeordnete für die Kammer und ein Senator oder eine Senatorin bestimmt.

Bei den diesjährigen Parlamentswahlen ist die Auswahlmöglichkeit bei den deutschsprachigen Parteien recht beschränkt. Woran liegt das? Den Grund hierfür muss man wohl innerhalb der einzelnen Oppositionsparteien suchen. Wenn diese sich gemeinsam auf einen Kandidaten geeinigt hätten,

wahlen nicht anzutreten; das ist ihr gutes Recht, kann jedoch nicht der SVP vorgeworfen werden. Auch innerhalb der SVP war 2013 die Beteiligung bei den Vorwahlen größer. Das lag mitunter wohl daran, dass damals nach einem anderen System gewählt worden ist: Die Abgeordnetenkammer wurde zur Gänze nach dem Verhältniswahl­ recht gewählt, und es gab eine einzige landesweite Liste. Zudem hat es damals einen kompletten Wechsel gegeben; keiner der am­ tierenden Abgeordneten hat sich erneut für einen Sitz in der Kam­ mer beworben. Die Vorzeichen und Rahmenbedingungen waren somit vollkommen anders als heu­ er. Nicht vergessen darf man, dass die parteiinterne Wahlordnung zu den Vorwahlen gesetzliche Vorga­ ben wie die Frauenquote berück­ sichtigen muss. Auch haben wir als Partei entschieden, dass alle Bezirke die Chance haben sollen, einen Parlamentarier zu entsen­ den. Das alles sind wohl Gründe dafür, dass es bei den diesjährigen Vorwahlen weniger Kandidaten gegeben hat. Hinzu kommt, dass sich innerhalb unserer Partei ein automatischer Wechsel vollzieht, denn drei Parlamentarier stellen sich nicht mehr der Wahl. Eine Mischung aus erfahrenen Leuten und einigen neuen Gesichtern ist dadurch bereits gegeben. Ei­ nige potentielle Kandidaten ha­ ben vermutlich auch von ihrer Aufstellung abgesehen, um nicht einem anderen Parlamentarier, der erst eine Amtszeit dabei war, den Platz streitig zu machen. Welche Partei aus Südtirol ist neben der SVP noch im Rennen? Wie gesagt, haben die deutsch­ sprachigen Oppositionsparteien in Südtirol fast alle entschieden,

hat. Teil des Leader-Teams sind der derzeit noch im Amt stehen­ de Senatspräsident Pietro Grasso und die Kammerpräsidentin Laura Boldrini. Es treten auch andere italienische Parteien an, die man wählen kann, aber es stimmt, in der deutschsprachigen Parteien­ landschaft fehlt die Auswahl. Bewerten Sie diese fehlende Auswahl nun als Vor- oder als Nachteil? Natürlich ist es demokratiepoli­ tisch immer schwierig, wenn es keine Auswahl gibt. Wünschens­ wert wäre eine größere Auswahl, weil dann einfach mehr Wähler mobilisiert werden, ihre Stimme abzugeben. So ist es für uns ei­ ne große Herausforderung, den Wahlberechtigten zu erklären, warum die Wahl am 4. März für Südtirol so wichtig ist, und warum wir als SVP ein gutes Stimmen­ ergebnis brauchen. Erklären Sie bitte ... Ein gutes Stimmenergebnis stärkt uns in Rom. Dort müssen wir geschlossen als Team auftreten, damit wir überhaupt eine Chance haben, etwas zu bewirken, Er­ folge zu erzielen und gut für die Menschen in unserem Land zu arbeiten. Eine unserer Stärken in der letzten Amtszeit war, dass wir im Team gearbeitet haben – als „Team Südtirol“ sind wir ange­ treten und in Rom aufgetreten. Wir haben ganz eng zwischen Kammer und Senat zusammen­ gearbeitet und uns gegenseitig unterstützt. Genau das zeichnet uns aus. In Rom wird uns hoch angerechnet, dass wir immer mit einer Stimme sprechen, dass wir an einem Strang ziehen und dass wir kohärent sind. Zudem muss man bedenken, dass die SVP seit 1948 im Parlament in Rom Südti­ rol vertritt. Alle anderen Parteien

„Südtirol kommt auf sieben bis acht Vertreter auf knapp 1.000 Parlamentarier – es ist einleuchtend, dass wir Partner brauchen, um etwas zu erreichen“_ Renate Gebhard, Kammerabgeordnete im Parlament wäre eine Kandidatur in einem Wahlkreis auf keinen Fall aus­ sichtslos gewesen. Wie gesagt, der Kandidat mit nur einer Stimme mehr gewinnt. Bis auf die Grünen haben alle Oppositionsparteien entschieden, bei den Parlaments­

bei den Parlamentswahlen nicht anzutreten. Die Grünen gehen mit der Partei „Liberi e Uguali“ (LeU) ins Rennen. Diese Partei ist aus der Serie von Abspaltungen her­ vorgegangen, die der PD in den letzten Monaten durchgemacht

haben irgendwann Zeichen, Farbe oder Name gewechselt. Unse­ re Beständigkeit wird parteien­ übergreifend sehr geschätzt und honoriert. Wichtig ist, dass wir daran festhalten und auch wei­ terhin so auftreten – auch wenn 5


Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

es auch in unserem Team zu Mei­ nungsverschiedenheiten kommt und manchmal unterschiedliche Ansichten vertreten werden. Das gehört nun einmal zur Politik da­ zu. Man muss aber wissen, wann man an einem Strang zu ziehen hat und Kompromisse eingehen muss, um etwas zu bewirken. Politik ist kein Wunschkonzert – schon gar nicht im Parlament. Wäre das parteiübergreifend auch möglich? Diese Frage ist nicht leicht zu be­ antworten. In der letzten Amtszeit war Florian Kronbichler auch im Parlament, eine Zusammenarbeit hat sich aber als schwierig heraus­ gestellt. Wir als SVP sind in Rom grundsätzlich als Hüterin der Au­ tonomie aufgetreten. Das war und ist unser primäres Interesse. Unser Ziel in Rom ist die Absicherung und der Ausbau der Autonomie. Im Parlament hat sich die Südtiroler Volkspartei den PD als, sagen wir, Verbündeten ausgesucht. Warum? Wir waren in den letzten fünf Jahren recht erfolgreich in Rom, es ist uns viel gelungen. Ein Grund dafür ist sicherlich, wie bereits gesagt, dass wir als Team eng zusammengearbeitet haben. Ein anderer Grund ist aber auch das Abkommen, das 2012/13 mit dem PD vereinbart wurde. Ideologisch kann man dazu stehen wie man will; Fakt ist aber, dass es polit­ strategisch aus heutiger Sicht ohne Zweifel die richtige Entscheidung war, denn es ist eine Illusion zu glauben, dass wir all das, was wir in der vergangenen Amtszeit geschafft haben, auch ohne das Abkommen durchbekommen hät­ ten. Südtirol kommt auf sieben bis acht Vertreter auf knapp 1.000 Parlamentarier – es ist einleuch­ tend, dass wir Partner brauchen, um etwas zu erreichen. Wenn man sich das vor Augen hält, ist es einleuchtend, dass wir aus eigenen Stücken nicht die Kraft hätten, etwas weiterzubringen. Wir brauchen immer einen starken Partner oder einen Verbündeten – das war aber auch in der Vergan­ genheit, auch vor 2013, schon so. Man muss entscheiden, ob man es sich leisten kann, nur ideologisch zu denken, oder ob man wirklich am autonomiepolitischen Auftrag arbeiten und zu einem realpoli­ tischen Ergebnis kommen will. Letzteres ist nur möglich, wenn man diesen Kompromiss eingeht und sich einen Partner sucht. 6

Renate Gebhard: „Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir all das, was wir in der vergangenen Legislaturperiode geschafft haben, auch ohne das Abkommen mit dem PD durchbekommen hätten“

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Was ist in den vergangenen fünf Jahren im Parlament konkret für Südtirol und die Autonomie erreicht worden? Autonomiepolitisch die größten Erfolge sind sicher die Änderun­ gen des Autonomiestatutes, mit denen uns die primäre Kompetenz für Gemeindesteuern und Lokal­ finanzen sowie für die großen Wasserableitungen übertragen worden sind. Auch der Ausbau und die Aufwertung der Ladiner zählt zu den Erfolgen der letzten fünf Jahre. Nicht zu vergessen die insgesamt 18 Durchführungs­ bestimmungen, mit denen die Zuständigkeit unter anderem für die Jagd, das Verwaltungsgericht Bozen und für die Handelsurba­ nistik an das Land Südtirol über­ tragen worden ist. Eine weitere Errungenschaft ist die Umwand­

lung der A22 in eine Inhouse­Ge­ sellschaft. Ganz unter Dach und Fach ist diese zwar noch nicht; es gilt noch, ein paar technische Details abzuklären. Gerade fürs Eisacktal und das Wipptal ist die­ ser Punkt wichtig, denn dadurch wird die Querfinanzierung für die Zulaufstrecken für den BBT gewährleistet. Ist es für die Eisacktaler von Vorteil, dass im Parlament eine Abgesandte aus dem Eisacktal sitzt? Ja, natürlich! Wir als politische Vertreter in Rom haben sehr eng und gut mit den Bürgermeistern vor Ort und mit dem zuständi­ gen Regierungskommissar für den BBT, Ezio Facchin, zusammenge­ arbeitet. Die Bereitschaft seitens der RFI, die BBT­Zulaufstrecke

den Erfordernissen der Gemein­ den anzupassen, war nicht von vorneherein gegeben; dazu hat es erst viele Gespräche gebraucht, deren Ergebnisse zu großer Ak­ zeptanz für das Projekt geführt haben. Ganz wichtig bei solchen Planungen ist es, dass Menschen an dem Prozess beteiligt sind, die das Territorium kennen und vor Ort leben. Deshalb drängen wir auch so stark darauf, dass die Zulaufstrecken zeitgleich mit dem BBT in Betrieb gehen. Wenn es dann so weit ist, muss die bestehende Bahnstrecke in eine Art S­Bahn für den Personenver­ kehr umfunktioniert werden. Man muss parallel Maßnahmen ergrei­ fen, damit der Güterverkehr auf die Schiene verlagert wird. Eine Vertretung aus einer Talschaft in Rom ist für das Gelingen solcher Projekte natürlich von Vorteil.


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Das ist die Ausnahmeregelung, die wir bei der Reform des Genossen­ schaftswesens für unsere Raiffei­ senkassen erzielen konnten. Dafür war sehr viel Überzeugungsarbeit notwendig. Im restlichen Itali­ en sind Genossenschaftsbanken stark verschuldet, weshalb man neue Regeln angedacht hat. Man hat aber nicht gewusst, wie gut das Raiffeisenwesen in Südtirol funktioniert, welche historische Bedeutung das Raiffeisensystem für uns hat und dass hier eben viel mehr dahintersteckt als eine reine Genossenschaftsbank. Raiffeisen betreibt auch soziales Sponsoring, und die Banken sind verwurzelt in den kleinsten Dörfern und Tä­ lern. Damit dieser Besonderheit Beachtung geschenkt wird, muss­ ten wir viele Verhandlungen und Gespräche führen. Als einzige Frau in unserer Gruppe in Rom habe ich mich auch wesentlich um die familienpolitischen Anliegen gekümmert. Auch hier konnte ich einige Erfolge verbuchen, zum Beispiel die Anhebung der Obergrenze für die zu Lasten le­

BEKANNTGABE: Wahlwerbung im

Im Sinne der Bestimmungen und Auswirkungen der Verfügung der „Garantiebehörde für das Kommunikationswesen“ teilt Brixmedia GmbH mit, dass der Verlag anlässlich des ANLÄSSLICH DER PARLAMENTSWAHL AM 04.03.2018 SOWIE DER LANDTAGSWAHL IM OKTOBER 2018 in seiner Zuständigkeit für den Verkauf von Werbeflächen und das Beilegen von Prospekten (I.P.) in der Monatszeitschrift „Brixner“gewillt ist, gemäß geltender Vorschriften Wahlpropaganda im „Brixner“ zu veröffentlichen. Für Wahlwerbung wird – ohne Anwendung von Mengenrabatten und sonstigen Sonderkonditionen – die Preisliste 2018 zugrunde gelegt. Bei mehreren Anfragen um die gleiche Platzierung werden die Reservierungen nach Eingangsdatum und Uhrzeit vorgenommen. Das vollständige Reglement für die Veröffentlichung von Wahlpropaganda liegt bei Brixmedia GmbH auf und kann auf Wunsch bezogen werden. Informationen und Reservierungen: Sonja Messner, Tel. 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28 39042 Brixen 8

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Was verbuchen Sie persönlich als Ihren größten Erfolg in den letzten fünf Jahren?

Renate Gebhard: „Politik ist kein Wunschkonzert – schon gar nicht im Parlament“

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benden Familienmitglieder. Bei jedem Haushaltsgesetz, jedem Dekret, bei dem ich irgendwo einen Anknüpfungspunkt gesehen habe, habe ich dieses Anliegen vorgebracht. Schließlich ist im Haushaltsgesetz zwar nicht die von mir angestrebte Anhebung des Betrages auf 5.000 Euro ver­ ankert worden, sondern auf 4.000 Euro – immerhin. Waren Sie enttäuscht? Naja, so ist die Arbeit in der Politik eben. Man braucht einen langen Atem, muss viele Versuche starten, damit man etwas durchbringt. Ich darf unseren Altlandeshauptmann und SVP­Ehrenobmann Silvius Magnago zitieren: „Man darf sich durch Rückschläge nicht beir­ ren lassen und muss eine Blume nach der anderen am Wegerand pflücken.“ Ich denke, dieser Leit­ spruch trifft auf unsere parlamen­ tarische Arbeit in Rom sehr gut zu. Nicht immer ist man beim ersten Versuch erfolgreich. Ich denke da an den Gesetzesentwurf zur Anerkennung von Pflege­ und Erziehungszeiten, dem die Aktion „Danke Mami“ zugrunde liegt. Für dieses Anliegen haben in Südtirol 120.000 Menschen unterschrieben. Ich habe den Gesetzesentwurf dazu vorbereitet und eingebracht. Der ist nun zwar teilweise ins Haushaltsgesetz eingeflossen, aber

nur für bestimmte Berufskatego­ rien. Bei sogenannten schweren Arbeiten wird Frauen ein Jahr pro Kind bis maximal zwei Kindern Erziehungszeit anerkannt. Natür­

ist, wie wir gewollt hatten. Das ist nun aber sicherlich ein Ziel, das wir in Zukunft weiterverfolgen werden. Wir werden also weiter­ hin versuchen, Sonderregelungen

„In Rom wird uns hoch angerechnet, dass wir mit einer Stimme sprechen, dass wir an einem Strang ziehen und dass wir kohärent sind“_ Renate Gebhard, Kammerabgeordnete im Parlament lich ist das für mich nicht genug, denn ich will dieselbe Regelung für alle Mütter erreichen. Gibt es sonst noch eine offene Baustelle, die in der vergangenen Legislaturperiode im Parlament nicht angenommen wurde? Das Parlament hat sich auch mit der Neuregelung des Ehrenamtes befasst. Natürlich funktioniert das Ehrenamt in Südtirol aber anders als im restlichen Staatsgebiet. Bei der Umsetzung der Reform haben wir versucht, auf die Besonderhei­ ten in Südtirol Bezug zu nehmen und unsere Anliegen einzubrin­ gen, was aber nicht so gelungen

zu erreichen, um das Ehrenamt in Südtirol zu stärken und die Bestimmungen unseren Gege­ benheiten anzupassen. Mit welchen weiteren Plänen startet das „Team Südtirol“ in die neue Legislaturperiode im Parlament? Wir haben ein ehrgeiziges, auto­ nomiepolitisches Wahlprogramm – aber wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit unter verän­ derten Rahmenbedingungen ar­ beiten müssen, auf die wir uns erst einstellen müssen. Wahlprognosen in Italien sind immer schwierig, und in den nächsten Wochen wird


sich noch viel tun. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass es nach dem 4. März keinen starken Pol geben wird, der die Geschicke Italiens leitet. Vielmehr wird es so sein, dass aus den Wahlen drei ähnlich starke Gruppierungen hervortreten: Mitte-links, Mitterechts und die 5-Sterne-Bewe­ gung. Dann gilt es zu schauen, wer sich zusammenrauft, um eine Regierungsmehrheit zu bilden. Fakt ist, dass uns leider eine sehr unstabile Situation erwartet. Durch das neue Wahlgesetz wird immer­ hin gewährleistet, dass in Kammer und Senat dieselben Mehrhei­ ten herauskommen. Wenn dem nicht so wäre, dann wäre die Regierungsbildung aufgrund der unterschiedlichen Mehrheitsver­ hältnisse in Kammer und Senat wohl unmöglich. Dieser Stillstand käme einer Katastrophe gleich. Stillstand ist für einen Staat immer schlecht. Zurück zu den Plänen ... Unser Anliegen ist es, die primäre Zuständigkeit auch in den Berei­ chen Umwelt und Arbeitssicher­ heit zu bekommen. Ein großes Thema wird auch die Facharztaus­ bildung sein. Zudem werden wir versuchen, die Zuständigkeit für die öffentliche Sicherheit auf den Landeshauptmann zu übertragen, nach dem Vorbild von Aosta. Sie sind bereits seit 2013 im Parlament in Rom. Was war damals die größte Umstellung für Sie? Ich musste mein Leben anders organisieren, die Hälfte der Woche findet ja seither in Rom statt. Es ist aber so, dass man sich bereits auf diese Situation einstellt, sobald man sich dazu entschließt, an den Vorwahlen teilzunehmen. Ich bin Rechtsanwältin, und das Arbeiten mit Gesetzen ist mein tägliches Brot, weshalb mir die Arbeit in Rom von Anfang an gut gefallen hat. Für andere ist es vielleicht mühselig, fünf Mal an einem Halbsatz herumzubasteln, aber das gehört eben zur Arbeit des Juristen. Ich fühle mein Amt als Auftrag, verbunden mit großer Verantwortung, und mich freut es, dass ich von den SVP-Ortsgruppen wieder das Vertrauen bekommen habe, um für Südtirol arbeiten zu können. Es ist wichtig, dass wir uns unsere Eigenständigkeit so gut wie möglich erhalten, denn nur dann können wir auch für unsere Familien, die Gesellschaft und die Wirtschaft etwas bewegen.

Wie schaut Ihr Alltag aus? In der Regel ist es so, dass ich von Dienstag frühmorgens bis Donnerstagabend in Rom bin. Die Tage in Rom sind sehr intensiv: von 9 Uhr morgens oft bis 21 Uhr abends finden Sitzungen im Plenum statt. In der Mittagspause fallen Besprechungen an, und es wird in den Gesetzgebungsaus­ schüssen gearbeitet, in denen die Gesetze vorbereitet werden, über die dann das Plenum abstimmt. Außerdem werden zahlreiche Anliegen von Bürgern an uns herangetragen, die Gänge zu den Ministerien und verschiedenen Ämtern wie zum Beispiel Agentur der Einnahmen, NISF, Botschaften und so weiter notwendig machen. Die restliche Zeit bin ich hier. Sehr reduziert übe ich auch noch meinen Beruf als Rechtsanwältin aus. Wenn man freiberuflich tätig ist, ist man nicht freigestellt. Der politische Auftrag ist irgendwann zu Ende, und dann ist es wichtig, noch einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können. Wie gestaltet sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Immerhin haben Sie einen kleinen Sohn. Mein Sohn ist jetzt viereinhalb Jahre alt, und natürlich ist die Vereinbarkeit ein Thema, aber ich handhabe das nicht anders als – sagen wir mal – eine Unterneh­ merin, eine Gastwirtin oder eine Krankenpflegerin, die auch im Turnus arbeitet und Nachtdienste hat. Der Unterschied ist, dass ich als Politikerin in der Öffentlich­ keit stehe. War für Sie von Anfang an klar, dass Sie nochmal nach Rom gehen wollen? Die vergangenen fünf Jahre waren eine sehr interessante und berei­ chernde Zeit für mich. Es war eine schöne Zusammenarbeit mit mei­ nen Kollegen, und das Team hat gut funktioniert. Ich glaube, ich habe einige Netzwerke knüpfen können und Erfahrungen gesam­ melt, die ich in einem zukünftigen Team einbringen möchte. Deshalb würde ich mich freuen, nochmal im „Team Südtirol“ mitarbeiten zu dürfen.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Von Clowns und Faschingsnarren In der Runggadgasse versteckt sich ein kunterbuntes Kleinod. Gemeint ist der Fundus Comedicus, der sich vor allem in der närrischen Zeit durch seinen Kostümverleih auszeichnet. Durch die Kleidermassen wühlt sich unter anderem Marianne Lechner, der quietschlebendige gute Geist des Ladens.

H

eute will ich Tiger sein. Oder doch lieber Cowboy? Wenn man den Fundus Co­ medicus in der Brixner Runggad­ gasse 15 besucht, hat man die Qual der Wahl. Steht der Fasching vor der Tür, streben die meisten Besucher nach dem freundlichen Gebimmel an der Ladentüre ins Untergeschoss. Dort warten näm­ lich gut 700 Kostüme auf ihren schillernden Auftritt – „730 sind es, das weiß ich genau“, schmettert Marianne Lechner in der für sie eigenen Fröhlichkeit. „Als wir vor drei Jahren von der Runggadgasse 10 hierhergezogen sind, habe ich alle Kostüme und Verkleidungen gezählt.“ An Kleiderstangen hängen an zwei Reihen übereinander unzähli­ ge Stoffe: Hier ein smaragdgrünes Bauchtänzerin­Kostüm mit fun­ kelnden Paletten, dort eine prunk­ volle Robe aus Brokatstoff, und zwischen jutebraunen Indianer­ gewändern und einer rockigen Lederjacke glitzert silbern ein fetzi­ ger Faltenrock. Unter dem großen Ladentisch stapeln sich Kartone, in denen Perücken, Hüte und andere Accessoires verstaut sind. Nicht nur Faschingsliebhaber kommen in dem reich ausgestat­ teten Fundus auf ihre Kosten, sondern auch Theaterbühnen leihen sich hier Verkleidungen und Requisiten aus. „Fasching ist und bleibt aber die Hauptsaison“, lacht Marianne.

„Ich bin ein Clown“. Mit ihrer le­

bensfrohen Art passt die 79­jährige Marianne Lechner einfach zum Fa­ sching. Auf die Frage nach ihrem Lieblingskostüm muss sie auch nicht lange nach einer Antwort suchen: „Der Clown. Der Clown hat nämlich meinen Charakter. Ich bin Wassermann als Sternzeichen – ich bin freiheitsliebend, gesellig, und ich feiere gern.“ Dass die Kos­ tüme Mariannes Leidenschaft sind, ist unschwer zu erkennen. Das 10

Foto: Oskar Zingerle

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Erich Meraner ist als Präsident der Clowndoktoren auch Kopf vom Fundus Comedicus; seine Mutter Paula (rechts im Bild) und Marianne Lechner (links) sind Teil des Ladenteams rührt aber auch daher, dass die gebürtige Salzburgerin 35 Jahre lang Schneiderin war und zeitle­ bens selbst Kostüme genäht hat. Über die Jahre ist so ein umfang­ reicher Fundus an verschiedenen Verkleidungen entstanden. Damit diese nun nicht im Keller oder Lager verstauben, werden sie zum Verleih angeboten, und zwar unter dem Dach der Onlus­Vereinigung Comedicus. Der Kostümverleih hat mit den Clowndoktoren von Comedicus auch einiges gemein­ sam: „Die Arbeit der Clowns in den Krankenhäusern bringt gleich wie dieser Kostümverleih und die Faschingszeit viel Humor mit sich“, lächelt Erich Meraner, Präsi­ dent von Comedicus. Außerdem ist allein der Besuch im Fundus schon ein kleines Abenteuer für sich, denn „Marianne ist ein Unikum, und hier ist sie genau in ihrem Element“, schmunzelt Meraner. Zusammen mit Marianne Lechner schmeißen vier weitere Frauen den Laden – ehrenamt­ lich, versteht sich. Speziell zur Faschingszeit melden sich einige Besucher vorher an, damit sie bei

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der Kostümauswahl auf Mariannes geschulten Blick zählen können. „Sonst muss man sich aus den Sachen das gewünschte Kostüm eben selbst zusammenstellen“, erklärt Lechner bestimmt. Jedes Jahr nimmt zum Beispiel ein Paar aus St. Moritz den weiten Weg auf sich, um sich von Marianne für die närrische Zeit ausstatten zu lassen. „Es hat sich auch eine zwölfköpfige Gruppe aus Lana angekündigt“, freut sich die rüs­ tige Frau und kramt in den aufge­ hängten Kostümen herum. Gerade hat nämlich eine Mutter mit ihrer 11­jährigen Tochter den Fundus betreten, um für die Faschingsfeier ein Piratinnenkostüm zu organi­ sieren. Viel los ist im Fundus vor allem zur Faschingszeit, aber auch danach wird es stressig, wenn die Kostüme wieder zurückgegeben werden.

Aus zweiter Hand. Neben dem

Verleih von Kostümen und Fa­ schingsartikeln können im Fundus Comedicus auch Second­Hand­ Kleidungsstücke gegen eine offi­ zielle Spende erworben werden. „Wir haben keine fixen Leihge­

bühren oder Verkaufspreise; statt­ dessen nehmen wir angemessene Spenden entgegen“, erklärt Erich Meraner. Über die Einnahmen werden die Spesen gedeckt; das Plus, das herauskommt, geht als Spendenbeitrag weiter an die Clowns von Comedicus. „Ich bin froh, dass wir bis jetzt gut über die Runden gekommen sind. Wenn wir nämlich rote Zahlen schrei­ ben würden mit dem Fundus, dann müssten wir das Projekt aufgeben“, verrät Meraner. Denn es wäre nicht tragbar, dass Spen­ den, die für die Clowndoktoren bestimmt sind, für den Fundus verwendet würden. Besonders freut sich Erich Me­ raner und sein Fundus­Team, wenn Leute kommen, um hier Kleidung abzugeben. „Wir haben viele Gönner“, lacht Marianne Lechner. Kostüme und derglei­ chen wandern dann ins Unterge­ schoss zu den anderen Verklei­ dungen, während normale Klei­ dungsstücke im Parterre als Se­ cond­Hand­Ware abgegeben werden. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


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Big Brother Brixen D

Foto: Oskar Zingerle

en einen geben sie ein Gefühl von Sicherheit, die anderen fühlen sich in ihrer Privatsphäre gestört: Der öffent­ liche Raum wird mittlerweile in vielen größeren und kleineren Ortschaften von Videokameras überwacht. So auch in Brixen: 19 Kameras zeichnen das Geschehen in der Stadt auf, sie befinden sich entlang der Hauptstraße, im Zentrum, im Bahnhofsbereich und rund um den Fischzuchtweg. Die ersten Kameras in Brixen dienten dazu, die Verkehrssitua­ tion entlang der Hauptstraße zu monitorieren. Als vor einigen Jahren dann eine Müllsammel­ stelle im Fischzuchtweg brann­ te, entschlossen die Stadtwerke, Kameras an ihren Sammelstellen anzubringen. Sie sollten vor wei­ teren Vandalenakten abschre­ cken und gleichzeitig Müllsünder entlarven. „Vor allem vonseiten der Bürger wurde der Ruf nach mehr Überwachungskameras mit

Foto: Oskar Zingerle

In den letzten Jahren wurden in Brixen vermehrt Videokameras zur Überwachung von öffentlichen Plätzen angebracht. Sie dienen der allgemeinen Sicherheit, zur Abschreckung und zur Aufklärung von Straftaten.

Sie haben Brixens Überwachungskameras im Blick: Stadtrat Thomas Schraffl und StadtpolizeiKommandant Gernot Wieland

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der Zeit aber immer lauter“, so Thomas Schraffl, Stadtrat der Ge­ meinde Brixen. Durch die bereits vorhandenen Glasfaserkabel der Stadtwerke konnten mit einem relativ geringen Kostenaufwand zusätzliche Videokameras ange­ bracht werden, um den öffentli­ chen Raum zu überwachen.

Abschreckung und Identifizierung. Im Süden der Stadt rund

um die Diskothek Max kommt es immer wieder zu Vandalenakten und zu nächtlicher Ruhestörung. „Wir nehmen diese Situation sehr ernst“, erklärt Thomas Schraffl. „Für die Anrainer ist die Situation untragbar, und wir wollten und mussten reagieren.“ Fünf neue Kameras wurden mit Jahresende deshalb in dieser Zone ange­ bracht; zwei in der Schwesternau, zwei bei der Mittelschule „Michael Pacher“ und eine am Schilfweg. Mit der Publikation „We­Wir­ Noi“ setzte die Gemeinde in Zu­ sammenarbeit mit dem Jugend­ rat vor einiger Zeit eine weitere Maßnahme, um der öffentlichen und privaten Sachbeschädigung entgegenzuwirken. In der Bro­ schüre kommen Betroffene zu Wort, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln Stellung zum The­ ma Vandalismus beziehen. Allen gemeinsam ist der Aufruf nach

mehr Respekt für das Eigentum fremder Menschen und jenem der Stadt, das letztlich allen Bewoh­ nern gehört und über die Steu­ ergelder von allen mitfinanziert wird. Für das Frühjahr sind in Zusammenarbeit mit den Schulen weitere Sensibilisierungsmaßnah­ men geplant. Die Überwachungskameras dienen aber nicht nur zur Entlar­ vung von Vandalen. „Diese Auf­ nahmen helfen uns zum Beispiel auch dabei, Unfälle zu rekonst­ ruieren“, erklärt Gernot Wieland, Kommandant der Stadtpolizei. Die Bilder sind in Hochauflösung und können bis ins kleinste Detail herangezoomt werden. Damit sind sie bei der Aufklärung von jeder Art von Straftat hilfreich – so auch zum Entlarven oder Bestätigen von Alibis und zum Erkennen von Einbrechern oder Gewalttätern.

Lokalaugenschein im Angerweg. Im Haushalt sind jedes Jahr

10.000 Euro für den Ankauf von neuen Überwachungskameras zweckgebunden. „In diesem Jahr liegt unser Fokus auf Zonen, in die eine einzige Straße hinein­ und hinausführt. Damit lässt sich leicht rekonstruieren, wer in der betroffenen Gegend war, wenn ein Verbrechen verübt wird“, so

Thomas Schraffl. „Der Angerweg in Milland ist zum Beispiel so ein Fall; dort haben wir bereits einen Lokalaugenschein vorge­ nommen.“ In der Überwachungszentrale der Stadtpolizei werden die Auf­ zeichnungen der Videokameras eine Woche lang gespeichert. Auch die Carabinieri haben in ihrer Zentrale Zugriff darauf. Ger­ not Wieland meint: „Allheilmittel ist es sicher keines, aber die Ka­ meras sind sicher auch ein Mit­ grund dafür, dass die Straftaten letztens eher rückläufig sind. Und vor allem bei der Aufklärung von Straftaten sind sie uns wirklich eine große Hilfe.“ silvia.vonpretz@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Der sechste Kontinent Schon 2014 schlug ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung hohe Wellen, und nun kommt das Haus der Solidarität sogar ins Kino. Der Regisseur Andreas Pichler hat Hausleitung und Gäste über Monate begleitet und zeichnet ein authentisches Bild eines sozialen Projektes, das auch außerhalb von Südtirol seinesgleichen sucht.

I

n Brixen gibt es eine Reali­ tät, die für viele Bürger in ein Nebelmeer gebettet ist: das Haus der Solidarität (HdS). Von manchen wird es bewundern und idealisiert, von anderen skeptisch beäugt oder gar abgelehnt. Je­ der hat eine Meinung, aber nur die wenigsten haben wirklich Einblick in den HdS­Kosmos, der 2002 im Xaverianum seinen Anfang fand und seit nunmehr zwei Jahren das Jakob­Steiner­ Haus beseelt.

mit ihrer Begeisterung schnell an. „Ich besuchte das HdS daraufhin mehrmals“, erinnert sich Andreas Pichler zurück, „und mir war sofort klar, dass diese Geschichte unbedingt erzählt werden muss. Mir war aber genauso bewusst, dass es nicht ganz einfach sein würde.“

Foto: Horst Wagner

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Unbeschönigt und ehrlich. Die

Finanzierung für das Filmprojekt konnte rasch aufgestellt werden, sie wurde von der Filmförderung

„Integration ist eine riesige Aufgabe, die rosarote Brille dürfen wir getrost ablegen“_ Andreas Pichler, Regisseur Andreas Pichler, Südtiroler Re­ gisseur und Autor, gehörte lange Zeit zu den stillen Sympathisan­ ten des HdS. Er spielte öfters mit dem Gedanken, sich näher mit dem Sozialprojekt zu beschäfti­ gen, schob die Idee aber immer wieder auf – bis ihn eines Tages eine Bekannte aus Deutschland kontaktierte, die ebenfalls in der Filmbranche arbeitet. Sie hatte in der Süddeutschen Zeitung einen langen Artikel über das Projekt gelesen und steckte ihn

Deutschland, dem ORF und der Südtiroler Filmförderung über­ nommen. Der Hauptteil der Dreharbeiten zog sich über den Herbst 2015. Es war dies die Zeit des Umzugs vom Xaverianum der Comboni Missionare ins Jakob­ Steiner­Haus – Monate, die für Gäste und Hausleitung gleicher­ maßen herausfordernd waren. Gemeinsam mit Susanne Schü­ le und Martin Rattini hinter der Kamera sowie einem Tonmann begleitete der Regisseur die vier

Andreas Pichler: „Mir war es wichtig, auch im ‚alten’ HdS noch Aufnahmen machen zu können“

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Mitglieder der Hausleitung sowie einzelne Hausbewohner in ihrem Alltag. Im Film werden ihre ganz persönlichen Geschichten erzählt, unbeschönigt und ehrlich, aber mit viel Achtsamkeit und Wert­ schätzung. Dabei war es gar nicht so ein­ fach, Gäste zu finden, die bereit waren, sich filmen und intervie­ wen zu lassen. Die meisten leben sehr zurückgezogen im HdS, oft

aufgrund von Traumata oder Scham. Erwin hingegen gehört zu jenen, die ihre Geschichte bereitwillig erzählen. Nach einem ohnehin schon sehr bewegten Leben gab er seinem Cousin Max Leitner Unterschlupf, als dieser vor einigen Jahren zum letzten Mal aus dem Gefängnis ausbrach. Daraufhin verlor er seine Sozialwohnung und lan­ dete im HdS.

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Erwin ist ein Teil der HdS-Geschichte Auch Hatem gewährt im Film tiefe Einblicke in seine täglichen Herausforderungen. Er ist aus­ gebildeter Koch und sucht nach einer festen Arbeit. Zum Teil auch kritische Töne kommen von Andres Pizzinini, der gemeinsam mit seinem Vater viele Jahre lang im Haus lebte. Sie beide gehörten zu den sogenannten „Stabilen“, die, wie der Name schon sagt, eine gewisse Stabilität ins Haus bringen sollen. Auch die Mitar­ beiter zeigen sich ungeschminkt ihn ihrem Alltag, zwischen Er­ schöpfung und Ohnmacht, mit viel Engagement und Zuversicht.

„HdS ist einzigartig“. „Durch

die Dreharbeiten habe ich erst verstanden, wie aufwändig und anstrengend die Arbeit in so einem Bereich ist“, sagt Andreas Pichler dazu. „Den Menschen im Haus geht es schlecht, und sie kriegen

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das auch von der Welt draußen immer widergespiegelt. Integra­ tion ist eine riesige Aufgabe, die rosarote Brille dürfen wir getrost ablegen.“ Umso größer ist nun seine An­ erkennung für das Gesamtkonzept des Hauses der Solidarität. Es war ihm wichtig, den vollen Umfang der Thematik im Film zu veran­ schaulichen, mit all seiner Schwe­ re, mit all seinen Abgründen. Um am Ende mit dem Zuschauer aber doch sein Gefühl zu teilen, dass sich der Einsatz trotz allem lohnt. Vor allem für die Brixner wünscht er sich, dass sie sich mit dieser Re­ alität in ihrer eigenen Stadt einmal genauer auseinandersetzen. „Dafür müssen sie nicht einmal direkt ins Haus gehen, sie können auch ein­ fach nur ins Kino“, so Pichler. „Das HdS ist wirklich einzigartig und hat weit über die Landesgrenzen hinaus Vorbildcharakter.“

Am 30. Jänner feiert „Der sechs­ te Kontinent“ in Bozen im Filmclub Capitol Premiere. In Brixen findet am 1. Februar im Stella­Kino eben­ falls eine Premiere statt, anschlie­ ßend wird der Film für einige Zeit

in den Kinos zu sehen sein. Im April kommt er in die deutschen Lichtspieltheater. silvia.vonpretz@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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BRIXEN

Politik & Gesellschaft

„Im Zeitalter der Schein(e)-Akademiker“ Die schulische Ausbildung dauert immer länger, und die Bildungsmöglichkeiten sind so zahlreich wie nie zuvor. Dennoch klagen Wirtschaftstreibende über mangelnde Sprachkompetenz, schlechte Umgangsformen, das Fehlen von Verantwortungsbewusstsein und die schwindende Zielstrebigkeit ihrer Angestellten. CHRISTOPH STRAGENEGG, Direktor des Vinzentinums, über ein Dilemma – und über mögliche Auswege.

Herr Stragenegg, Techniker sind häufig nicht in der Lage, einen Bericht sprachlich korrekt zu verfassen. Beamte scheitern bisweilen an einer simplen E-MailKorrespondenz auf Italienisch oder Englisch. Es gibt mit anderen Worten viele akademische Analphabeten. Fühlen Sie sich als Direktor eines klassischen Gymnasiums mitschuldig?

oft wie ein Selbstzweck verwen­ det wird. Diese Verliebtheit in ein Medium der Kommunikation ist nichts Neues. Denken Sie an die Erfindung des Buchdrucks:

um beim nächsten Test eine posi­ tive Bewertung zu erzielen. Diese Einstellung zieht sich durch alle Bildungsstufen: Es geht haupt­ sächlich ums Scheine­Sammeln

CHRISTOPH STRAGENEGG: Schulen, namentlich die Gymnasien, tragen eine große Verantwortung für die Bildung und das kulturelle Niveau der Gesellschaft. In diesem Sinn sind wir mitverantwortlich für diesbezügliche Mängel. Das gilt im Übrigen auch für Zeitschriften (schmunzelt). Was die Sprache anlangt, schreibt man heute an­ ders, aber nicht notwendigerweise schlechter als früher.

Dennoch, Spezialisierung ist ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Arbeitswelt.

Sie sind also nicht besorgt um die Zukunft der Bildung? Nein. Blickt man auf die vergan­ genen Jahrtausende zurück, so folgten auf Bildungsflauten immer wieder Höhepunkte der Alphabe­ tisierung. Und absolut gesehen wird die Zahl der gut Ausgebil­ deten nicht weniger. Internet und Smartphones haben unsere Welt stark verändert und immens be­ schleunigt. Wir sind kürzer getak­ tet. Wir haben keine Zeit mehr, uns intensiv auf etwas einzulassen und können vieles nur oberflächlich aufnehmen. Darunter leidet unsere Sprach­ und Denkfähigkeit. Wir schreiben zwar viel, aber meist nicht mehr als eine Kurznachricht. Lange, gut formulierte Texte tun sich viele erst gar nicht mehr an. Die Technik trägt also Schuld? Auch das muss ich verneinen. Die Technik ist ein Mittel, das derzeit 14

einem breiten Horizont, die mit Mut und Weitblick richtungswei­ sende Visionen entwickeln und diese klug und beherzt umzu­ setzen wissen. Die dafür nötige Kreativität entsteht nicht im luft­ leeren Raum. Sie braucht ein tiefes Becken, aus dem sie Inspiration schöpfen kann. Indem wir junge Menschen mit der europäischen Kultur­ und Geistesgeschichte vertraut machen, liefern wir ihnen diesen Fundus.

Christoph Stragenegg: „Ich halte es für wichtig, dass wir junge Menschen nicht entmündigen“

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Erasmus von Rotterdam beklagte sich seinerzeit über die Masse an schlechten Büchern, die gedruckt wurden. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch mit den modernen Medien vernünftig umzugehen lernen. Sie können aber nicht in Abrede stellen, dass schulische Bemühungen oft wenig wirksam sind. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer liegt sicher darin, dass viele Jugendliche durch die Art, wie Schule betrieben wird, ein sehr merkwürdiges Lernverständnis entwickeln: Sie lernen nicht, um später etwas zu können, sondern

und um einen schnellstmöglichen Abschluss. Wir leben sozusagen im Zeitalter der Schein(e)­Aka­ demiker. Früher bedeutete ein akademischer Titel auch gute Bildung. Heute zählt die for­ male Qualifikation mehr als die faktische. Tatsache ist, dass Südtiroler Unternehmer händeringend nach kompetenten Mitarbeitern Ausschau halten. Können Sie solche liefern? Unsere Betriebe brauchen nicht nur Spezialisten, die in ihrem jeweiligen Bereich verhaftet sind, sondern Vor­ und Querdenker mit

Für Spezialisierung gibt es nach der Matura noch genügend Zeit. Schließlich leben wir so lange wie nie zuvor (lacht). Oberschulen sollten den Fokus stärker auf eine solide Grundbildung setzen. Auch weil Spezialwissen mithilfe der modernen Technik überall und jederzeit abrufbar ist und sehr schnell veraltet. Es gilt, gute Fun­ damente zu legen, die zu lebens­ langem Lernen befähigen. Diese lassen sich später nur schwer nachholen. Gleichzeitig wird immer mehr Interdisziplinarität gefordert. Genau, man könnte dazu auch Philosophie sagen. Das klingt schön und gut, doch wie soll die Auseinandersetzung mit klassischen Texten junge Menschen für die Bedürfnisse der Wirtschaft rüsten? Zwei Beispiele: Die Römer haben sich in der Antike wie kein ande­ res Volk mit der Frage beschäf­ tigt, ob ein erfolgreicher Feldherr geliebt oder vielmehr gefürchtet werden soll. Solch grundsätzliche Fragen sind aktueller denn je,


Theater am Vinzentinum: eine Erfahrung, die prägt und bleibt nicht zuletzt in der Betriebsfüh­ rung. Auch die Erkenntnis, dass man gut reden können muss, wenn man andere Menschen für sich gewinnen will, ist nicht neu. Wer Aristoteles‘ „Rhetorik“ gelesen hat, braucht sich keine moder­ nen Redetrainer mehr zuzulegen. Humanistische Bildung greift auf bewährte Konzepte zurück und ist gerade dadurch am Puls der Zeit.

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Leseförderung und Rhetorik. Das Führen der Hausbar ermöglicht betriebswirtschaftliche Erfahrun­ gen, der Aufbau einer Schul­Cloud erleichtert die Nutzung digitaler Lernmaterialen. Ab dem nächsten Schuljahr können die Schülerin­ nen und Schüler in den letzten beiden Oberschuljahren zudem in drei Stunden pro Woche selbst entscheiden, ob sie sich intensiver

Probleme bleiben trotzdem in vielem gleich. Wir tun deshalb gut daran, bei der Suche nach tragfähigen Lösungen für aktuel­ le Herausforderungen nicht nur nach vorne zu schauen, sondern verstärkt auf den Erfahrungsschatz der Geschichte zurückzugreifen. Dort finden sich erprobte und bewährte Antworten, die wir als Gesellschaft viel zu wenig nützen.

„Wir tun gut daran, bei der Suche nach tragfähigen Lösungen für aktuelle Herausforderungen nicht nur nach vorne zu schauen, sondern verstärkt auf den Erfahrungsschatz der Geschichte zurückzugreifen“_ Christoph Stragenegg, Direktor des Vinzentinums Das heißt, Sie sind der Meinung, ein Gymnasium braucht sich auch in Zeiten des Wandels nicht zu erneuern? Im Gegenteil, wir haben unser Oberschulangebot in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwi­ ckelt und nicht nur EDV­Module und Zehnfingerschreiben in den Lehrplan aufgenommen. Es gibt an unserem Gymnasium mehr Englischunterricht als vorgesehen, wir bieten Knigge­Seminare sowie Vorbereitungskurse für Sprachzer­ tifikate an und setzen verstärkt auf Lern­ und Methodentraining,

mit naturwissenschaftlichen Inhal­ ten auseinandersetzen oder sich verstärkt mit kulturgeschichtlichen Aspekten befassen möchten. Die­ se Schwerpunktsetzung trägt den unterschiedlichen Interessen und Begabungen der Schüler Rech­ nung und hilft ihnen zugleich, sich gut und rechtzeitig auf ihr weiterführendes Studium vorzu­ bereiten. Also doch Anpassung an den Zeitgeist? Unsere Welt wird sich weiter ver­ ändern, der Mensch und seine

Wirtschaftstreibende klagen auch immer öfter darüber, dass junge Mitarbeiter wenig Beharrlichkeit und Biss mitbringen. Ich halte es für wichtig, dass wir junge Menschen nicht entmündi­ gen. Wir sollen ihnen durchaus et­ was zutrauen und Verantwortung übertragen. Nur so bereiten wir sie angemessen auf die Heraus­ forderungen ihrer Zukunft vor. Schule muss deshalb wieder mehr zu einem Trainingsort werden, an dem Heranwachsende Eigen­ verantwortung und Durchhalte­ vermögen, Zielstrebigkeit und

Selbstdisziplin einüben können. Indem wir die Anforderungen herunterschrauben, erhöhen wir nicht das Bildungsniveau, sondern nur die Akademikerquote und da­ mit auch die Zahl selbstverliebter Dilettanten. Wer in unsere Welt hineinschaut, stellt fest, dass manches in ihr sehr instabil ist und viele Menschen gerade deshalb mit Sorge in die Zukunft blicken, nur schwer Entscheidungen treffen können und oft auch an den Herausforderungen ihres Lebens zerbrechen. Wenn wir den Wohlstand in un­ serem Land halten wollen, brau­ chen wir unbedingt gut und breit ausgebildete Personen mit Scharf­ sinn, Weitblick und geistiger Wen­ digkeit, die Rückgrat haben und ihre Fähigkeiten nicht nur zum eigenen Vorteil einsetzen. Kurz gesagt: Wir brauchen Menschen, die aktiv gestalten, nicht bloß passiv funktionieren. Schule muss heute mehr denn je versuchen, jungen Menschen ein tragendes Wertesystem zu vermitteln, das ihnen Sinn, Halt und Orientierung gibt. Aus diesem Grund werden wir an unserem Gymnasium die christliche Botschaft und die Aus­ einandersetzung mit sozialen und weltanschaulichen Themen wie­ der stärker ins Zentrum unserer pädagogischen Bemühungen rücken. 15


Politik & Gesellschaft

BOZEN

„Minimales Risiko durch Asylbewerber“ Judge Cuno Tarfusser erzählte in einem Vortrag von seiner Arbeit am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und von Einzelschicksalen – und übte Kritik an der Europäischen Flüchtlingspolitik.

D

er Saal war bis auf den letzten Platz belegt, als die EOS Genossenschaft für Entwicklung, Orientierung und Solidarität am 28. Dezember zu einem Akademiegespräch an ih­ rem Sitz in Rentsch einlud. Kein Wunder, denn der Titel „Die He­ rausforderungen der Flüchtlings­ ströme aus der Sichtweise der Internationalen Gerichtsbarkeit“ klang vielversprechend und sollte wohl eines der umstrittensten Themen der letzten drei Jahre behandeln. Der Referent: Judge Cuno Tarfusser. Der gebürtige Meraner, der seit 2009 einer der

Richter am Internationalen Straf­ gerichtshof in Den Haag ist, sollte die Flüchtlingskrise aus einem neuen Blickwinkel beleuchten.

Theater mit Asylbewerbern. Sei­

nem Vortrag vorausgegangen war das erste Südtiroler Theaterstück mit Asylbewerbern: Unter der Regie von Ahmet Akviran wurde von Sigrid Seberich gemeinsam mit den zwei nigerianischen Mi­ granten Promise und Onyejoke eine etwa 30­minütige Vorstellung unter dem Titel „Future Euro­ pe“ aufgeführt, die sich mit den Schicksalen der zwei Darsteller

sowie deren neues Leben in Südti­ rol und der Südtiroler Gesellschaft auseinandersetzte. Anschließend überließ Mode­ rator Ulrich Seitz dem geladenen Referenten das Wort. Tarfusser betonte gleich zu Beginn seines Vortrages, er sei weder Politiker oder Experte für Sicherheitspoli­ tik, noch beschäftige er sich mit Flüchtlings­ oder Asylpolitik; er könne also keine Versprechen oder gar Lösungsvorschläge für die Flüchtlingsproblematik bringen oder habe gar ein Er­ folgsrezept, um sie zu lösen. Als Richter am Internationalen Straf­

gerichtshof beschäftige er sich aber mit den direkten Ursachen, die Menschen dazu zwingen, ihr Land zu verlassen – und mit den Menschen, die dafür verantwort­ lich sind. Die Arbeit am Strafgerichts­ hof habe seine Weltanschauung komplett verändert: Er sei demü­ tiger geworden, zufriedener mit dem, was er hat. In den vergan­ genen neun Jahren habe er sich mit Konflikten in Uganda, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Libyen, Mali und der El­ fenbeinküste auseinandergesetzt

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Cuno Tarfusser: „Wir haben noch einige schwierige Jahrzehnte vor uns, aber wir sind auf dem richtigen Weg“

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und Dinge gesehen, die ihm „das Blut in den Adern gefrieren“ lie­ ßen: Kinder, die ihre eigene Fami­ lie umbringen mussten, um sich selbst zu retten. Mädchen, die im Kindesalter von ihren Familien ge­ trennt und als Kindersoldatinnen eingesetzt werden. Menschen, die bei lebendigem Leibe verbrannt werden. „Das Gräuel kennt keine Grenzen“.

„Warum fliehen ‚nur‘ so wenige?“. Die Fragen, die er sich

in der Flüchtlingsproblematik stellt, sind also paradoxerweise folgende: Warum fliehen „nur“ so wenige? Warum versuchen nicht viel mehr Menschen, diesen Grausamkeiten zu entkommen? Und warum schafft es Europa mit

seinen 500 Millionen Einwoh­ nern nicht, die zwei Millionen Flüchtlinge, die 2016 nach Europa gekommen sind, aufzunehmen? Tarfusser, der sich selbst als „stolzen Weltbürger“ bezeichnet, sieht das Problem weniger in der Anzahl der Menschen, die nach Europa fliehen, als in der europäischen Politik, die nicht richtig damit umzugehen weiß. Mit Blick auf den Titel der Veranstaltung, welche Herausfor­ derungen hinsichtlich der interna­ tionalen Gerichtbarkeit bestehen, versuchte Tarfusser, die Rolle des Internationalen Strafgerichtshofes zu erklären: Er sei, typisch für das Strafrecht, ein repressives Organ und könne damit keinen „Schaden“ beheben oder lösen.

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Allerdings glaubt Tarfusser an die präventive Zielsetzung, die in der Präambel des Statuts, der juristischen Basis des Strafge­ richtshofs, wie folgt festgehalten ist: „Die Vertragsstaaten dieses Statuts sind entschlossen, der Straflosigkeit der Täter ein Ende zu setzen und so zur Verhütung solcher Verbrechen beizutragen.“ Die Herausforderung des Interna­ tionalen Strafgerichtshofes sei es also, internationale Verbrechen zu untersuchen, zu beurteilen und im besten Falle die Schul­ digen zu verurteilen, um somit ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft zu bewirken. Nur so könne man zukünftige Konflikte und damit weitere Flüchtlingskri­ sen verhindern. Der Internationale Strafge­ richtshof, so Tarfusser, sei eine „für die internationale Gemein­ schaft unglaublich wichtige Neu­ heit“: Er sei 2002 aus der Idee entstanden, eine supranationale Institution zu errichten, wo ein außenstehender Richter Verbre­ chen verurteilen kann, die von den Führungspositionen inner­ halb eines Staates begangen wur­ den und deshalb innerstaatlich kaum verurteilt werden können. „Dies war ein großer Schritt in die richtige Richtung, und auch wenn es noch einige Verbesse­ rungspotentiale gibt, so zeigen sich bereits erste positive Ent­ wicklungen“, sagte Tarfusser. So kam es im letzten Jahr zu freien Wahlen in Kenia, Liberia und Nigeria, in denen ein friedlicher Machtwechsel ohne größere Konflikte erreicht wurde. „Wir haben noch einige schwierige Jahrzehnte vor uns – aber wir sind auf dem richtigen Weg“, so Tarfusser.

Boomerang-Effekt. Seine Rede beendete er mit der Mahnung zu mehr Eigenverantwortung: Euro­

pa habe seinen Wohlstand durch Kolonialismus und Ausbeutung auf Kosten Afrikas und seiner Bevölkerung aufgebaut – und tue dies bis heute. Er bezeichnete das Phänomen der Flüchtlingskrise als Boomerang­Effekt: Europa sei selbst daran schuld. Er würde sich wünschen, dass die Gesellschaft versuche, gelassen auf die Fakten zu blicken: Das Risiko, das von den Asylbewerbern ausgehe, sei minimal. „Das sind Menschen wie wir alle, und sie verdienen es, in Frieden und Würde leben zu können.“ Cuno Tarfussers Vortrag hin­ terlässt trotz seines wichtigen Appells zu mehr Solidarität und Eigenverantwortung Europas ei­ nen faden Beigeschmack: Auf die Kritik, die den Internationa­ len Strafgerichtshof seit seiner Gründung begleitet, ist er kaum eingegangen. Der Strafgerichtshof ist nicht unumstritten: Zwar ha­ ben 124 Staaten das entsprechen­ de Statut unterschrieben und ratifiziert – es gibt allerdings auch Staaten wie der Sudan, aber auch Großmächte wie USA und Russ­ land, die ihn nicht anerkennen. Die Institution hängt also von der Freiwilligkeit der Staaten ab: So wurde nach dem Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste 2010 zwar der damalige Präsident, Laurent Gbagbo, von der Opposition nach den Haag ausgeliefert und konnte vor Gericht gestellt wer­ den. Als besagte Opposition je­ doch selbst zur Rechenschaft gezogen werden sollte, drohten diese mit einer Beendigung der Zusammenarbeit und zwangen damit den Gerichtshof, zurück­ zurudern. Da Tarfusser selbst im Fall Gbagbo involviert ist, wäre es schön gewesen, wenn er auf diese Kritikpunkte etwas deutli­ cher eingegangen wäre. anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Neuer Spielplatz

z Die Kinder des Kindergartens Anna Seidner in der Brixner Alt­ stadt staunten nicht schlecht, als

sie nach ihren Sommerferien ei­ nen rundum neu gestalteten Spiel­ platz zum Herumtollen vorfanden. Im Juli und August wurden im Auftrag der Gemeinde Brixen Arbeiten vorgenommen, um den Spielplatz den Ansprüchen und Wünschen seiner jungen Nut­ zer anzupassen. Es wurden ein Kombispielgerät und neue Schau­ keln installiert und eine Maltafel angelegt. Zudem gibt es einen neuen Bolzplatz mit Fußball­toren und Basketballkörben sowie eine Sandkiste mit Sitzgarnitur. Die

P&G

Gestaltung des Spielplatzes wur­ de in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Kin­ dergartens ausgearbeitet. Neben den neuen Spielgeräten wurden Bäume und Sträucher gefällt, um mehr Sonnenlicht auf den Spiel­ platz scheinen zu lassen. Zudem wurde ein Naturrasen mit auto­ matischer Bewässerung gelegt. Dass sich die Kleinen in ihrem neuen Reich nun rundum wohl fühlen, davon überzeugte sich die Stadtregierung im Dezember bei einem Lokalaugenschein. sp

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Grünes Licht für die Südspange z Die Entlastung der Mozart-Allee in Brixen, eine direkte Anbindung der Fraktionen Milland und St. Andrä an die Brennerstaatsstraße in Brixen Süd und kürzere Verkehrswege zur Plose: Mit der sogenannten „Süd­ spange“ zwischen der Industriezone in Brixen Süd und Milland sollen der Verkehr vom Stadtzentrum ver­ lagert und damit Vorteile für Anrai­ ner und Gäste geschaffen werden. Die Landesregierung hat am 23. Jänner die technischen Eigenschaf­ ten des Bauvorhabens genehmigt. „Mit dem Bau der Südspange wird das gesamte Verkehrskonzept für den Großraum Brixen entschieden

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vorangetrieben. Nach der Fertigstel­ lung der Westumfahrung und der Umfahrung St. Andrä sowie dem Beginn der Arbeiten für den Mittel­ anschluss gehen wir nun ein wei­ teres wichtiges Straßenbauprojekt an“, sagt Tiefbaulandesrat Florian Mussner. Geplant ist der Bau einer neuen Verbindungsstraße zwischen den Landesstraßen 28 (MillandAlbeins) sowie der Landesstraße 29 (St. Andrä-Afers) und der JuliusDurst-Straße in der Industriezone, die direkt in die Brennerstaatsstra­ ße mündet. Dabei soll ein neues Brückenbauwerk samt Fuß- und Radweg über den Eisack errich­

Der Lions Club Brenner Europabrücke lädt am 22. Februar zur Benefizveranstaltung „Zeitreise 2018–2038 Südtirol und Tirol“. Bei der visionär-philosophischen und humorvollen Diskussionsrunde im Neustifter Augustinisaal stehen neben Luis Durnwalder und Artur Schmitt auch Wendelin Weingartner, ex-LH von Tirol, auf dem Podium.

tet werden. Die Gesamtlänge des neuen Straßenabschnittes beträgt 1,3 Kilometer. Verschiedene Ein­ mündungen in die Landesstraßen nach Albeins und nach St. Andrä sind vorgesehen. Die Gesamtkosten

belaufen sich auf zehn Millionen Euro; die Gemeinde Brixen beteiligt sich mit einer Million Euro am Bau­ vorhaben. Im nächsten „Brixner“ werden wir das Projekt vorstellen. wv

Seit mittlerweile 20 Jahren zaubert der Verein Comedicus ein Lächeln in die Gesichter von jungen und älteren Patienten. Die Clowndoktoren sind wöchentlich in den Krankenhäusern von Brixen, Bozen, Meran, Sterzing, Schlanders, Innichen und Bruneck unterwegs.

Über 10.000 Euro konnten in Lüsen bei einem Benefiztag zugunsten der Kinderkrebshilfe Südtirol Regenbogen gesammelt werden. Bereits zum zweiten Mal hat Frieda Oberhauser diese Aktion organisiert. Im Gemeinderatssaal wurde dabei unter anderem Musik aufgespielt und Essen zubereitet.


NACHGEFRAGT

„Ich bin dabei!“ Herr Frei, kurz vor Drucklegung dieser „Brixner“-Ausgabe haben wir von Ihrer Kandidatur erfahren. Was ist Ihre Motivation, sich der Wahl zu stellen? Als Mitglied des Grünen Rates war ich aktiv an der Entschei­ dung beteiligt, diese Wahlen zu bestreiten. Ich stehe voll und ganz hinter den Gründen, die zu dieser Entscheidung geführt ha­ ben, und es ist nur konsequent, wenn ich diese jetzt auch aktiv in vorderster Reihe vertrete. Es geht dabei neben den grünen Werten und Inhalten vor allem auch um das Demokratiever­ ständnis: Die Wähler sollen eine „Wahl“ haben.

Haben Sie schon seit längerem mit dem Gedanken gespielt, für die Abgeordnetenkammer zu kandidieren? Nein! Die Entscheidung ist ehr­ lich gesagt recht kurzfristig und spontan gefallen. Wir hatten uns die Bündnisentscheidung nicht leicht gemacht, zumal die natio­ nalen Grünen, ohne vorherige Absprache mit uns, sich für ein Bündnis mit dem PD entschieden hatten. Als die Kooperation mit „LeU – Liberi e Uguali“ besiegelt wurde, hatte ich sofort ein gutes Gefühl, dass wir die richtige Ent­ scheidung getroffen hatten. Eine Verhandlung auf Augenhöhe mit PD und SVP war nicht möglich.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus? Bei diesem Wahlgesetz ist unsere einzige Chance, das Feld ein we­ nig aufzuwirbeln, unsere Themen zu positionieren und den Leuten eine ehrliche Wahlmöglichkeit zu bieten – nicht mehr und vor allem nicht weniger! Die Spielregeln haben nicht wir geschrieben, aber wir lassen uns auch nicht ein­ schüchtern und „spielen“ gerne mit. Das nenne ich politischen Sportsgeist! Mal schauen, ob die Wähler die Alternative annehmen. Ich bin zuversichtlich und erhof­ fe mir einen Achtungserfolg!

Foto: Georg Hofer

MARKUS FREI, Gemeinderat der Grünen Bürgerliste Brixen, über seine Kandidatur für die Abgeordnetenkammer bei den Parlamentswahlen – und was er sich von den Wahlen erwartet.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Bildungsangebot der Landesberufsschule „Chr. J. Tschuggmall“, Brixen Meisterbrief

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Laura Letrari drückt die Schulbank z Obwohl Laura Letrari die Grundschule schon längst hin­ ter sich hat, hat sich die Brixner Schwimmerin für einen Tag un­ ter die Knirpse der Grundschu­ le „Vinzenz Goller“ gemischt – natür­lich nicht ohne Hinterge­ danken, denn die 28-Jährige ist Teil der Landesinitiative „Sport macht Schule“. Bei dem Besuch konnten die neugierigen Schüler der Profisportlerin Löcher in den Bauch fragen, bevor es ab in die Turnhalle ging, wo Bewegung auf dem Programm stand. Die Schulbesuche von Profisportlern wie Laura Letrari oder Roland Fischnaller sind aber nur ein kleiner Teil der Initiative; mehr Veränderung verspricht das Maß­ nahmenpaket, das rundherum geschnürt wurde. Veränderun­ gen gibt es in den kommenden Jahren deshalb im Sportunter­

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geht

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richt, aber auch im regulären Schulalltag sollen Bewegungs­ pausen, bewegte Pausen und Bewegungshausaufgaben für frischen Wind sorgen. Geplant sind zudem mehr Schulsporttage und Schulwettkämpfe sowie die Förderung von Zusammenarbeit der Schulen mit den Sportverei­ nen. Oft sind es aber auch die Kleinigkeiten, die den Alltag verändern: Wie wäre es zum Beispiel, wenn der Schulweg nicht gemütlich im Rücksitz der Familienkutsche bewältigt werden würde, sondern zu Fuß oder mit dem Rad? „Ein gemein­ sames Anliegen von Schule und Gemeinde ist es, den Schulweg als Bewegungszeit wieder be­ wusst zu nutzen und auf das Taxi ‚Mama’ zu verzichten“, heißt es in der Broschüre zur Initiative „Sport macht Schule“. vk

A A!

BRIXEN / REGENSBURG

Runder Tisch zur Inklusion z Konzepte und Wertehaltungen in Bezug auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung stan­ den Anfang Jänner auf der Agenda eines Austausches zur Inklusion in Regensburg. Eingeladen dazu waren politisch Verantwortliche und Fachexperten aus Regensburg selbst und aus den Partnerstädten Brixen, Clermont-Ferrand (Frank­ reich), Budapest (Ungarn), Odes­ sa (Ukraine) und Pilsen (Tsche­ chien). Der „Erste Runde Tisch Inklusion“ in Regensburg hatte es sich zum Ziel gesetzt, einen Überblick darüber zu geben, wie unterschiedlich die Rechte für Menschen mit Behinderung in Europa im Rahmen der gelten­ den staatlichen Gesetze umge­ setzt werden. Zum Beispiel sind Sonderschulen in vielen Ländern der EU noch Realität, während Italien bereits in den 70er Jahren mit deren Abschaffung Vorbildar­

beit geleistet hat. „Die Teilnahme an der Konferenz hat uns vor allem bestätigt, dass Inklusion in den Köpfen stattfindet“, freut sich Stadträtin Monika Leitner, die zusammen mit Hermann Po­ podi und Alessandra Scorrano von der Gemeinde Brixen sowie mit Carmen Messner, Leiterin der Sozialeinrichtung Seeburg, nach Regensburg gereist war. „Insge­ samt hat uns der Vergleich mit anderen, weit größeren europä­ ischen Städten gezeigt, dass wir in Brixen auf einem guten Weg sind“, ist Leitner stolz. Im Bild von links: Stadträtin Monika Leitner mit Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, und Frank Reinel, Inklusionsbeauftragter der Stadt Regensburg, sowie Hermann Po­ podi, Alessandra Scorrano und Carmen Messner. vk

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DIVERSES

Die„Hoblschoatn“ kommen! z „Vollständig harmloses, unpoli­ tisierendes und etwas zynisches, niemanden beleidigen wollendes, vom Männergesangverein Brixen herausgegebenes Faschings­Blatt“ – mit diesem Satz präsentierte sich die allererste Ausgabe der „Hoblschoatn“ im Jahr 1955. Seitdem sind ein paar Jahre ver­ gangen, aber der Grundgedanke ist immer derselbe geblieben. So wartet Brixen alle zwei Jahre sehnsuchtsvoll auf die pointierten Texte und traumhaften Zeich­ nungen der „Hoblschoatn“. Viele Brixner gehen mit einiger Sorge zum Verkaufsstand: „Werde ich diesmal auf die Schippe genom­ men?“ Viele Brixner sorgen sich aber auch andersrum: „Hat man

mich epper am End vergessen?“ Wie auch immer: In wenigen Tagen erscheint die „Hoblschoatn 2018“, und vollkommen unsiche­ re Quellen haben uns eröffnet, dass die Späne heuer besonders kräftig durch die Luft mitten auf des Elefanten helles Haupt ge­ wirbelt sein sollen. Brixen wartet auch heuer gespannt auf den „MGV­Pamper“, die „Hoblschoate des Jahres“ und den satirischen Jahresrückblick sowie natürlich auf die Ergüsse des Brixner Fil­ sers zur Lage der ... Nation. Die „Hoblschoatn“ erscheinen pünkt­ lich am Morgen des Unsinnigen Donnerstags, 8. Februar, und sind dann an einem Verkaufsstand am Maria­Hueber­Platz sowie in

einigen Brixner Tabaktrafiken käuflich erwerbbar. Wie schrieb man 1955? „Wir wollen dieses Blatt recht fest „verbroatn“, es handelt sich ja nur um gut ge­ meinte „Hoblschoatn“. wv

BRIXEN

NEUSTIFT / BRIXEN

Ja zu mehr Bewegung! z Wenn Schüler über ihren Hef­ ten brüten, rauchen gern die Köpfe. Für den nötigen Aus­ gleich zwischen Lernpensum und Bewegung geht man nun im Schülerheim Kloster Neu­ stift und der internen Mittel­ schule, die eine Außenstelle der Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ ist, neue Wege. Die Schulleitung ist nämlich auf die Landesinitiative „Sport macht Schule“ aufgesprungen und will dementsprechend das Schuljahr 2018/19 mit mehr Bewegungs­ möglichkeiten aufpeppen. Zu­ sammen mit dem Verband der Sportvereine Südtirols und sei­ ner Mitgliedervereine im Bezirk will man ein vielfältiges zusätzli­ ches schulisches und außerschu­ lisches Angebot ermöglichen, um die Schüler in ihrem Be­ wegungsdrang zu unterstützen und die Gesundheit zu fördern.

„Da das Schülerheim hinsichtlich sportlicher Infrastrukturen und Angebote weitläufige Möglich­ keiten zur Verfügung hat, wird somit schwerpunktmäßig der Bereich Bewegung und Sport im Tagesablauf des Schülers ausgebaut und angeboten”, berichtet Heinz Torggler, Lei­ ter des Schülerheims. Im schu­ lischen Bereich werden die Sportstunden erhöht, während im außerschulischen Bereich zusätzliche Trainingseinheiten angeboten werden. Auch für die Oberschüler wird ein erweiter­ tes Sportangebot mit Trainings­ einheiten eingeplant. „So soll die Freude an Bewegung und am Sport in Begleitung qualifizierter Fachkräfte zu einem Gesund­ heitsbewusstsein führen, das als natürlich und nachhaltig für den Lebensweg gelten kann”, vk freut sich Torggler.

Bridges for peace z Am 22. Dezember wollten die Schüler der Brixner Ober­ schulen ein Zeichen setzen: Am späten Vormittag des letzten Schultages vor Weihnachten bildeten sie eine Menschenkette von der Auenhaus­ bis zur Wid­ mannbrücke und marschierten einmal die Runde. Verbunden wurden sie durch einen Woll­ faden, den sie in ihren Hän­ den hielten. Dabei wollten die Schüler ein friedliches Zu­ sammenleben, Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegensei­ tigen Respekt darstellen. Die Brücken sollen Symbole für das Zusammenkommen und das

Überwinden von Gräben, Vor­ urteilen und Missverständnissen sein. Auf den Flussübergängen zwischen der Auenhaus­ und der Widmannbrücke führten die Schulen verschiedene klei­ ne Konzerte auf. Außerdem wurden Kekse verteilt, und in den Rappanlagen konnte man eine Brücke aus Metall und eine Ausstellung zum Thema Respekt sehen. Die Idee war gut – an der Umsetzung muss man vielleicht noch arbeiten: Beim ersten Versuch war der Wollfaden nämlich an mehreren Stellen gerissen und auf der Strecke liegengeblieben. lv 21


Menschen & Meinungen HELFER IN DER NOT: Oskar Zorzi nennt die Flugrettung „sein Kind“, nach drei Jahrzehnten muss aber auch ein Engel in Rot den Dienst quittieren

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Foto: Oskar Zingerle

PORTRAIT

„Es ist nichts umsonst“ Sein Lebenslauf liest sich wie ein Abenteuerbuch und zeugt davon, dass Träume gelebt werden wollen. Die Rede ist vom gebürtigen Vintler und mittlerweile in Neustift lebenden OSKAR ZORZI, der im Dezember mit „seiner“ Flugrettung zum letzten Mal abgehoben ist.

29.

Dezember, 16:42 Uhr. Im orangevioletten Dämmer­ licht des klirrend kalten Winter­ abends landet der Pelikan 2 hinter dem Brixner Krankenhaus. Es ist die letzte Landung für Flugretter Oskar Zorzi. An seinem 60. Ge­ burtstag ging er ein letztes Mal an Bord des knallgelben Helikopters. Es ist ein Abschied mit einem lachenden und einem weinen­ den Auge, „weil man irgendwann einfach loslassen muss“. Zwei verschüttete Tourengeher konn­ ten unverletzt aus einer Lawine geborgen werden. „Wir haben richtig schaufeln müssen.“ Oskar Zorzi strahlt über das ganze Ge­ sicht, räumt den letzten Schnee aus seinen Taschen. Es ist ein beglückendes Gefühl, nahezu be­ rauschend, wenn ein Einsatz gut zu Ende geht. Zwei Mal stand er im Dezember auf dem Dienstplan. Ein Ausstieg auf Raten, nach 30 Jahren, in denen er mit seinem ganzen Herzblut dabei war. Er hat viel gelernt in all der Zeit, über die Menschen und über sich selbst. „Die Sicht nach innen zu bekommen, das erfordert Zeit.“ Der vorletzte Tag im Dienst war der 6. Dezember. An diesem Tag sollte es nur einen einzigen Einsatz geben, die Verlegung ei­ nes Patienten mit Herzproble­ men vom Krankenhaus Bruneck nach Bozen. Zeit, um ein wenig miteinander zu reden, über die Geschichte der Flugrettung in Süd­ tirol, über den Alltag im Hangar, über die kompromisslose Hingabe an den Beruf.

le vier Crew-Mitglieder, die an diesem 6. Dezember Dienst ha­ ben, sitzen am Tisch: Pilot Max Pamelin, Techniker und „angelo custode“ Siegfried Seeber, Notarzt Thomas Nestl und Flughelfer Os­ kar Zorzi. Das Team ist aufeinan­ der eingespielt, die Atmosphäre ist herzlich. „Irgendwann kennt man sich.“ Als die Einsatzanforderung kommt, läuft es wie am Schnür­ chen. Alles ist aufeinander ab­ gestimmt, jeder weiß, was er zu tun hat, was er mitnehmen muss. Dass dies auch funktioniert, wenn ein Einsatz nicht so überschaubar

Wie am Schnürchen. In der

Der Traum vom Rettungsflieger.

kleinen blaumöblierten Küche zwischen Büro und Lagerräu­ men ist es heimelig. Orangen, Panettone, ein Netz mit Kartoffeln, jede Menge Gewürze, darunter eine Aglio-olio-peperoncinoGeheimmischung „per uomini seri“. Gemeinsam zu kochen und gemeinsam zu essen, das schweißt zusammen. Es gibt Kaffee; al­

schlosser und arbeitete bei der Firma Durst. Am Wochenende war er „Liftboy“ auf seinem Hausberg, der Plose, wurde dort schließlich Pistenretter und sammelte jede Menge Erfahrungen, „vor allem im Akja-Fahren“. Die Begeisterung für den Bergrettungsdienst tat ein Übriges, sodass sich Oskar Zorzi, nachdem seinem Großhandel für Bergsportartikel nicht der nötige Erfolg beschieden war, endgültig dem Rettungswesen zuwandte. Er begann als Flugretter in Brixen, kurz nachdem man in Südtirol mit dem Dienst begonnen hatte, machte 170 Überstunden im

„Ich habe gelernt, manche Dinge zu akzeptieren, so wie sie eben sind“_ Oskar Zorzi ist, das spürt man sofort. Respekt vor der Arbeit des andern und langjährige Erfahrung lassen kei­ ne Hektik aufkommen. Auf dem Flug nach Bruneck entspinnt sich ein Gespräch über kleine Alltäg­ lichkeiten, das, was durch Helm und Mikrophon eben möglich ist. Und trotzdem bleiben alle wach­ sam, machen auf Paragleiter am klarblauen Himmel aufmerksam, reden über Wetterbedingungen. Zwei Stunden später ist die Crew des Pelikan 2 wieder im Hangar. Zum Mittagessen gibt es Reis und Gulasch, Notarzt Thomas Nestl steht am Herd, flapsige Kom­ mentare, vertraute Atmosphäre. Das, was Oskar Zorzi heute „sein Kind“ nennt, ist eine Leidenschaft, die sich über drei Jahrzehnte ent­ wickelt hat. Es ist sein Traum, den er sich verwirklicht hat. Der golde­ ne Heli-Ohrstecker ist das äußere Zeichen für ein ungebremstes Engagement. 1975 kam er als freiwilliger Helfer zum Weißen Kreuz. Er war damals Werkzeug­

Monat, arbeitete von Sonnenauf­ gang bis zum Sonnenuntergang. Und er kümmerte sich auf eigene Faust um eine gediegene Ausbil­ dung zum Rettungssanitäter beim Bayerischen Roten Kreuz. Voller Elan kehrte er nach Südtirol zu­ rück und musste feststellen, dass er seiner Zeit voraus war. Der Landeschef der Bergrettung im Al­ penverein warb um den kernigen Naturburschen, wollte ihn für die Einsatzzentrale in Bozen haben. „Da arbeite ich nicht drei Monate“, sagte sich Oskar Zorzi damals. Geworden sind es 14 Jahre mit einer Fülle an Erfahrungen und Begegnungen, die ihn geformt haben. „Ich habe gelernt, manche Dinge zu akzeptieren, so wie sie eben sind.“

„Stille kann weh tun“. Es hat ei­

nen Moment im Leben von Oskar Zorzi gegeben, einen Abend vor über 15 Jahren, der alles ver­ ändert hat. Er war damals Aus­ bildner beim Bergrettungsdienst im Alpenvereins-Landesverband. Während eines Kurses für Pisten­

retter verunglückte einer „seiner Buabm“, 21 Jahre jung, am Ende eines intensiven Ausbildungsta­ ges, als die Anspannung schon losgelassen hatte. „Es war eigent­ lich der ungefährlichste Kurs, aber man ist damals noch ohne Helm Ski gefahren.“ Schwerstes Schädel-Hirn-Trauma, Rettungs­ maßnahmen, die Ruhe bewahren, obwohl die eigene Erschütterung einen zu überwältigen droht. Ir­ gendwann saßen dann alle in der Hütte beieinander, die Gedanken beim Kameraden, geschockt vom Ereignis. „Da habe ich so richtig gemerkt, wie laut Stille sein kann und wie weh sie tun kann.“ Auf der anderen Seite sein zu müssen, der Seite der Betroffenen, das war für den erfahrenen Retter beinahe unfassbar. Der junge Mann hatte unglaubliches Glück und saß ein Jahr später wieder im Ausbildungskurs. Oskar Zorzi ist mit dem Ereignis aber lange nicht zurechtgekommen, hat alles hinterfragt, innerhalb eines Mo­ nats sein gesamtes Leben, seine Familie, seinen Beruf, sein Umfeld umgekrempelt. Er hat sich neu orientiert; seine Begeisterung, anderen Menschen zu helfen, blieb aber ungebrochen. „Es war nichts umsonst“, sagt er heute. Vor zehn Jahren hat sich Oskar Zorzi mit seiner Firma Rescue Consult selbstständig gemacht. All das, was er an Erfahrungen gesammelt hat, gibt er in spezifi­ schen Ausbildungskursen weiter. Er hat mit Gamspirschführern und Baumschneidern gearbeitet, mit Skilehrern und Suchhundestaffeln, er hat Pistenretter in China aus­ gebildet, und er war zwei Mal in Nepal, um mit Bergrettern ErsteHilfe-Maßnahmen zu trainieren. In einer Woche ist er oft an 25 verschiedenen Orten, „aber ... das ist mein Leben“.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 23


Menschen & Meinungen

IN EIGENER SACHE

Die Ja-Sager z Gehören auch Sie zu den JaSagern des Jahres 2017? Wenn Sie im vergangenen Jahr den Bund der Ehe geschlossen haben, freu­ en wir uns über Ihr Bild. In der Februarausgabe des „Brixner“ werden nämlich auch heuer vie­ le traumhafte Hochzeitsbilder im Rahmen unserer Hochzeitsfoto­ aktion veröffentlicht. Die weißen Kleider, die sich liebenden Paare und die atemberaubenden Mo­ mente, die auf diesen Bildern fest­ gehalten wurden, sollen nämlich die „Brixner“-Leser erfreuen. Als

Dankeschön verlosen wir unter den Einsendern ein romantisches Candlelight-Dinner im Hotel Ele­ phant in Brixen. Wer mitmachen möchte, sendet sein Foto per E-

Mail an fotoaktion@brixner.info (Dateigröße mindestens 700 KB). Einsendeschluss ist der 12. Feb­ ruar. Wir freuen uns schon über Ihr schönstes Hochzeitsfoto. eh

M&M BRIXEN

Alter neuer Babyrucksack z In Brixen erhalten frischgebackene Eltern bereits seit zehn Jahren einen Rucksack voller Geschenke und Informationen als Willkommensgruß der Stadtgemeinde für ihre Kleinen. Stadträtin Paula Bacher Marcenich war damals die Initiatorin des Pro­ jekts: „Wir wollten einfach die Freu­ de der Eltern teilen und sie so gut wie möglich in ihrer neuen Aufgabe unterstützen.“ Familienlandesrätin Waltraud Deeg nahm die Idee vor einem Jahr auf und entwickelte ein ähnliches Babypaket, das seit Anfang Jänner in allen Gemeinden im Land verteilt wird. Es besteht aus einem Rucksack, einem Kapuzenhandtuch

kurz

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Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen und einer Infobroschüre, in der die Eltern wichtige Informationen rund um das Thema Elternschaft finden. Die Gemeinden haben zusätzlich die Möglichkeit, ortsspezifische Hinwei­ se oder Dienste hinzuzufügen. „In Brixen werden wir künftig auch das Basispaket des Landes verwenden, allerdings mit unseren eigenen Zu­ satzinformationen“, so Paula Bacher Marcenich. Von den Brixner Baby­ rucksäcken gibt es noch etwa 400 Stück. Wer in nächster Zeit also sein Baby in der Gemeinde anmeldet, darf sich doppelt freuen: Über den Rucksack der Gemeinde und über jenen des Landes. sp

Orietta Dalpiaz ist seit Ende Jänner neue Primarin der Abteilung Urologie am Krankenhaus Brixen. Die gebürtige Boznerin folgt damit auf Lukas Lusuardi. Dalpiaz wurde 1976 geboren und war unter anderem bereits in Innsbruck und Graz tätig. 2013 habilitierte sie an der Uni Graz im Fach Urologie.

Der aus Oderzo stammende Karate-Weltmeister Nicola Boscariol ist nach Mühlbach gekommen, um dort für jugendliche und erwachsene Karatekas eine Trainingseinheit der Extraklasse abzuhalten. Als „unbeschreiblich, aber faszinierend“ beschreibt Trainer Martin Pezzei das Zusammentreffen.

Filomena Hafner und Josef Moret vom Hotel Kranebitt, Erika Jaist Resch vom Hotel Goldene Krone und Paula Pichler Jocher vom The Vista Hotel haben in den vergangenen 50 Jahren einen wesentlichen Beitrag für den Tourismus in Brixen geleistet. Dafür wurden sie nun vom HGV geehrt.


O o op s

LAMMento

mein Hoppala

Evi Hilpold, „Brixner“-Redakteurin

Selber schuld

„Fetzblaue“ Verwechslung

„Stell dir vor, es sind Wahlen, und niemand geht hin!“, sagt der Franz, und dabei blickt er kopfschüttelnd auf die leere Tischplatte, die auch sehnsüchtig in Erwartung zu sein scheint, auf Friedas Macchiato nämlich. Nun, bei diesem Wahlgesetz ist in den Einerwahlkreisen ja ein Parlamentarier – gleich welcher Couleur – auch dann gewählt, wenn nur ein einziger Wähler hingeht und nicht Weiß abgibt, sag ich. „Was würde eigentlich passieren, wenn niemand hingehen würde, also wirklich niemand – wäre die Wahl dann ungültig?“, fragt die Frieda, aber das ist mal wieder so eine typisch weibliche Phantasie bar jeder Realität, denn zumindest der Kandidat selbst wird doch hingehen und sich selbst wählen – und schwupps! – ist er in Rom. „Es ist schon zach“, sagt der Franz, „es kandidieren nur noch jene Leute, die ziemlich sicher sind, gewählt zu werden – alle anderen trauen sich nicht mehr.“ Ja, sag ich, das ist eine halbherzige Sichtweise von Demokratie, denn wenn diese Denkweise auf die Spitze getrieben wird, dann werden wir im Herbst parteienübergreifend nur noch insgesamt 35 Kandidaten für die Landtagswahlen haben – da erübrigt sich dann ein Wahlgang. „Das haben wir jetzt davon“, sagt die Frieda, „jahrelang haben wir auf die Politiker eingedroschen, haben sie kriminalisiert, auf der Straße bespuckt, ihnen vor die Haustür gekackt, und jetzt wundern wir uns, dass sich kaum noch Leute für diesen Job zur Verfügung stellen!“ Interessanter Gedanke, sag ich. Wenn wir heute kaum eine Wahl haben, sind wir also selber schuld.

Während der heurigen Hahnenkammrennen in Kitzbühel sollten wir vom Rennbüro, in dem ich mitgearbeitet habe, auch die Kommentatoren mit Startlisten versorgen. Abwechselnd wurden diese von uns Mitarbeitern zu den Kommentatorenkabinen in den Zielraum gebracht. Ende der Woche traf es dann mich. Um halb 8 Uhr in der Früh stapfte ich also durch den Neuschnee und von dicken Schneeflocken begleitet zu den Kabinen. Dort angekommen sah ich, dass außer einem Securitymann keine Menschenseele vor Ort war. Ich fragte nach, ob denn der Verantwortliche, den ich mittlerweile recht gut kannte und dem ich die Listen übergeben sollte, hier sei. Er verwies mich an eine Kabine im oberen Stockwerk. Oben angekommen, riss ich die Tür zur kleinen Kabine auf und wollte den Gesuchten herzlich begrüßen. Zu meiner Überraschung saß aber nicht er dort, sondern der Ö3-Wetterfrosch und Südtiroler Sigi Fink, der kurz davor war, auf Sendung zu gehen. Zur „Strafe“ musste ich ihn dann live auf Ö3 fragen, ob denn das Wetter bald wieder „fetzblau“ werden würde.

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Pro& Contra Wird die Proporzregelung im Sanitätsbetrieb umgangen?

MULTIMEDIAL

GENIAL

Der Hintergrund:

Foto: Oskar Zingerle

Foto: Helmuth Rier

Grundsätzlich ist bei der Besetzung von Stellen im Südtiroler Sanitätsbetrieb der Sprachgruppen­ proporz einzuhalten. In gewissen Fällen können jedoch Ausnahmen gemacht werden, was eine Abweichung vom Proporz nach sich zieht. 2014 bis 2016 hat die Landesregierung acht Beschlüsse für eine Abweichung genehmigt, 2017 waren es deutlich mehr.

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WALTER BLAAS, Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen: „Zweisprachigkeitspflicht wird sukzessive ausgehöhlt“

MICHAEL MAYR, Leiter des Gesundheitsressorts des Landes: „Der Proporz wird nicht umgangen“

Ja Die Zahl an Beschlüssen der Landes­

Nein Wie alle öffentlichen Verwaltungen

regierung, die für Abweichungen vom Sprach­ gruppenproporz bei der Besetzung im Südtiroler Sanitätsbetrieb sorgen, nimmt rasant zu. Während 2015 drei Ausnahmeregelungen für den Sprach­ gruppenproporz im Sanitätsbetrieb geschaffen wurden, waren es alleine im ersten Halbjahr 2017 doppelt so viele. Dies kommt einer Umge­ hung und Aufweichung des Proporzes gleich. Die Zweisprachigkeitspflicht wird in Südtirol sukzessive ausgehöhlt und nimmt ein immer be­ sorgniserregenderes Ausmaß an. Besonders im Gesundheitswesen ist das Recht auf Gebrauch der Muttersprache von großer Wichtigkeit, um eine erhöhte Fehlerquote, die Verständigungspro­ bleme nach sich ziehen könnten, auszuschließen. Ein Patient muss die Möglichkeit haben, in seiner Muttersprache mit dem Gesundheitspersonal zu kommunizieren – ein verbrieftes Recht, das an­ gesichts jüngster Entwicklungen wohl nur schwer einzuhalten ist. Alleine im ersten Halbjahr 2017 wurden mit Ausnahmeregelungen unter ande­ rem 95 Ärzte und sanitäre Leiter, 70 Kranken­ pfleger, 16 Disponenten bei der Notrufzentrale sowie zwei Geburtenhelfer eingestellt, ohne die Proporzbestimmungen zu berücksichtigen. Die öffentlichen Dienstleister müssen gewährleisten, dass das Personal die entsprechenden sprach­ lichen Voraussetzungen aufweist. Ein Personal­ engpass ist noch kein hinreichender Grund da­ für, die Proporzregeln sukzessive zu dehnen. Die prekäre Situation bei der Suche und Anstellung von Ärzten und Pflegepersonal muss dringend mit den richtigen Maßnahmen behoben werden. Ansonsten werden Ausnahmen zur Regel. z

in Südtirol, ist auch der Sanitätsbetrieb verpflich­ tet, den ethnischen Proporz einzuhalten. Gerade in diesem Bereich ist aber auch die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Daher kann die Landesregierung Ausnahmen von der Proporz­ regelung genehmigen, wenn andere wichtige In­ teressen wie die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten sind. Diese Abweichung muss in den darauffolgenden Auswahlverfahren berück­ sichtigt werden, um das Gleichgewicht zwischen den Sprachgruppen wiederherzustellen. Die Anfragen um Abweichung im Südtiroler Sanitäts­ betrieb haben vor allem zwei Gründe. Erstens: Ein genereller Fachkräftemangel bei den Ge­ sundheitsberufen, der allen entwickelten Ländern zu schaffen macht. Dieser Mangel ist in Italien derzeit noch weniger spürbar als im deutschen Sprachraum. Zweitens: Der Umstand, dass in der Vergangenheit viele Personen als Freiberufler beschäftigt wurden und somit für den Proporz nicht gezählt wurden. Sanitätsbetrieb und Lan­ desverwaltung sind bemüht, diese Situation zu verbessern, was nur mittelfristig möglich ist. Es handelt sich in den meisten Fällen aber nicht um eine Verschiebung zwischen den Sprachgruppen, sondern darum, bereits seit langem bestehende Situationen evident zu machen. Zugleich wer­ den alle Anstrengungen unternommen, um die Zweitsprachenkenntnisse der Beschäftigten zu verbessern, vermehrt Personal aus dem deutsch­ sprachigen Ausland zu gewinnen und natürlich die Rückkehr von Südtiroler Absolventen von Fachausbildungen zu fördern. Daher wird der Proporz im Sanitätsbetrieb nicht umgangen. z


BRIXEN

Neuer„Standard“-Kulturchef kommt aus Brixen

z Den Weg von Brixen nach Wien haben schon einige gefunden – den Weg vom „Brixner“ zum „Standard“ bis jetzt allerdings nur einer: Stephan Hilpold wird näm­ lich ab April der neue Kulturchef der renommierten österreichischen Tageszeitung, die täglich bis zu 400.000 Leser mit rund 61.000 Ex­ emplaren erreicht. Hilpold, der in Brixen geboren und aufgewachsen ist, besuchte das hiesige Lyzeum, bevor er sich für ein Germanis­ tik- und Theaterwissenschaftsstu­ dium in Wien entschied. Seine

Theaterleidenschaft entdeckte der 43-Jährige bereits viel früher: „Ich habe während meiner Schulzeit in Brixen bei der ‚Kulisse‘ Theater ge­ spielt. Diese Leidenschaft wies mir bereits früh die Richtung, in die ich einmal gehen wollte“, so Hilpold, der seinen ersten journalistischen Artikel in einer der ersten Ausga­ ben des „Brixner“ schrieb; darin beäugte er übrigens ein Schulthea­ terstück mit leicht kritischem Blick. Hilpold schrieb in seiner bisheri­ gen journalistischen Laufbahn für die verschiedensten Medien, wie beispielsweise für die „Berliner Zeitung“, den „Züricher Tagesanzei­ ger“, das Lifestylemagazin „Rondo“, das er ab 2013 auch leitete, sowie für die „Frankfurter Rundschau“. Stephan Hilpold besucht dreibis viermal jährlich seine Eltern und Geschwister in Brixen, geht Skitouren und verbringt Zeit auf den Bergen. „Eigentlich wäre ich gerne viel öfter in Brixen, zeitlich geht sich das allerdings nicht aus“, bemängelt er. „Nichtsdestotrotz bleibe ich über die Geschehnisse in Brixen und in Südtirol gerne informiert. Hierzu greife ich bei jedem Heimatbesuch zur ‚FF‘ – und natürlich auch zum ‚Brixner‘.“ eh

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Brixner Lega-Kandidat z Der Brixner Matteo Gazzini wird für Lega Alto Adige-Südtirol für die Wahl zur italienischen Abgeordnetenkammer kandi­ dieren. Der 32-jährige Unterneh­ mer lebte einige Jahre in Bozen und ist mittlerweile in die USA ausgewandert. Aufgrund einer von Silvio Berlusconi eingeführ­ ten Regelung kann Gazzini als Auslandskandidat für die Wahl kandidieren. Wie sein Partei­ kollege Massimo Bessone in ei­ ner Aussendung schreibt, habe er mit Gazzini bereits Kontakt aufgenommen. Dieser habe mitgeteilt, voller Tatendrang zu sein und bereits nach Möglich­ keiten zu suchen, die in den USA ansässigen Auslandsitalie­ ner zu kontaktieren. Eine E-Mail der „Brixner“-Redaktion mit der Anfrage um ein Statement und um ein besseres Foto blieb bis

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Redaktionsschluss leider unbe­ antwortet. Ob Matteo Gazzini im Falle einer Wahl zu jeder Sitzung der Abgeordnetenkammer aus den USA anreisen würde, welche Chancen er sich ausrechnet und welche konkreten Schritte er als Abgeordneter setzen möchte, hätte die Redaktion und die Leser sicher interessiert ... oz

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Menschen & Meinungen

Echo

Leser schreiben uns

„Wir haben uns enthalten“ Leserbrief zum Artikel „Brixner Paradies”, „Brixner“ Nr. 335, S. 52

Elisabeth Thaler, Brixen

Redakteur Willy Vontavon und Autor des ausführlichen Arti­ kels zum neuen Plan für die Neugestaltung des Hofburg­ gartens konnte es anscheinend nicht fassen, dass wir von der Grünen Bürgerliste nicht zu­ stimmten, als am 14. Dezem­ ber 2017 darüber abgestimmt werden sollte, das Siegerprojekt des Wettbewerbs 2012 nicht weiter zu verfolgen und dafür das Exposé von André Heller gutzuheißen. Wir haben uns enthalten. Das, obwohl André Heller erklärt hatte, er wünsche sich ein einstimmiges Ergeb­ nis, weil das eine viel bessere Botschaft an das Land und po­ sitive Energie für das Projekt bedeute. Welche Bedenken und Begründungen uns Bürgerlistler so entscheiden haben lassen, hat der Autor des Artikels an­ scheinend nicht mitbekommen. Wir hätten Bedenken gegen das schnelle Vorgehen ist das einzige Argument in seiner Er­ innerung. Na ja, Hören und vor allem Wiedergeben können sehr selektive Prozesse sein. Dass ausgerechnet die Grüne Bürgerliste sich nicht für das hochgradig ökologische Projekt aussprechen würde, war laut Autor für André Heller, „der eine große Freundschaft zum Österreichischen Bundeskanz­ ler Alexander van der Bellen pflegt, möglicherweise ziem­ lich unverständlich“. Möglicher­ weise ziemlich unverständlich könnte für Herrn Heller sein, dass der Autor dessen Freund­ schaft zum österreichischen Bundespräsidenten (er ist nicht Bundeskanzler!) Alexander van der Bellen hier ins Spiel bringt. Aus dem Nichts und ohne Zu­ sammenhang. Dass wir uns nach der Gemeinderatssitzung persönlich bei André Heller entschuldigt hätten, muss wohl auch einem Hörfehler zugrunde liegen oder falsch verstanden sein. Herr Heller hat sich für 28

unsere Gründe für die Enthal­ tung interessiert und bei uns al­ len dreien getrennt nachgefragt. Wir haben ihm unisono mitge­ geben, dass die Neugestaltung des Hofburggartens im Lichte der bisherigen Planungen und der etwaigen weitreichenden Aus­ wirkungen der neuen Ausrich­ tung auf die Gesamtentwicklung unserer Gemeinde viele Fragen aufgeworfen hat, die wir ansehen müssen. Herr Heller hat zugehört und aufgenommen, was wir an Gründen in und nach der Sit­ zung vorbrachten. Voll Respekt und Achtung vor unseren Fragen, unserer Besorgnis und unseren Bedenken und vor unserer Ent­ scheidung im Votum. Ganz im Gegensatz zum Autor. Anm. d. Red.: Der „Bundeskanzler“ war natürlich ein Lapsus, für den wir uns gern entschuldigen.

„Paradise Paper“ Leserbrief zum Bericht „Brixner Paradies“, „Brixner“ Nr. 335, S. 52

Barbara Fuchs, Brixen

Brixen bekommt also nun sein Paradies, wie uns die Dezem­ bernummer der „Unabhängigen Monatszeitschrift für Brixen“ wie ein Weihnachtswunder verkün­ det. Dabei bedarf es zur Sünde keines Gartens Eden mehr. Zu­ mindest was Demokratiever­ ständnis und Unabhängigkeit der Presse betrifft. Dabei spreche ich noch nicht einmal davon, wie „einige Brixner“ auf die Idee kamen, den Weltkünstler Heller „auf den Hofburggarten anzu­ sprechen“. Auch meine ich nicht den Versuch, die Brixner Bürger glauben zu lassen, dass es sich bei Landesgeldern nicht um Steu­ ergeld handelt! Ich meine viel­ mehr die tendenziöse Berichter­ stattung, die bei so viel Begeis­ terung der Bevölkerung für das Projekt doch gar nicht nötig wäre. Chefredakteur Vontavon möchte wohl auf Nummer sicher gehen, wenn er neben dem fünf­ seitigen Interview, das er laut Editorial seinem Parteikollegen und Bürgermeister Peter Brunner „schenkt“, auch noch sechs Sei­ ten dafür spendiert, André Hel­

lers Referat vollinhaltlich abzu­ drucken. Unterbrochen nur durch mehrmalige Ausrufe wie „Applaus!“, welche er natürlich nur den Befürwortern des Pro­ jekts zuerkennt. Skeptiker, die bei der öffentlichen Veranstal­ tung durchaus auch mit Applaus bedacht wurden, hält Vontavon hingegen an der kurzen Leine. Die Direktorin des Denkmal­ amtes, Waltraud Kofler­Engl, „klammert sich gar an ihre Vor­ stellung vom Obstgarten“, wäh­ rend der zu esoterischer Aus­ drucksweise neigende Heller sie „besänftigen muss“. Den Vogel schießt der Bericht ab, wo es um das Abstimmungsverhalten der Grünen Bürgerliste im Ge­ meinderat geht. Wenn die Ge­ meinderäte glauben, sich für ihre Stimmenthaltung bei André Heller entschuldigen zu müssen, dann frage ich mich wirklich, ob wir statt des Hofburggartens nicht einen Nachhilfekurs in Demo­ kratie und Freier Presse finan­ zieren sollten. Anm. d. Red.: Liebe Barbara (das „Du“ ist unserer langjährigen persönlichen Freundschaft geschuldet), offenbar habe ich dich mit dem Bericht und mit meiner Wahrnehmung der Veranstaltung im Forum Brixen und der Sitzung des Gemeinderats ordentlich geärgert – und das ist auch legitim, denn wenn man es als Redakteur immer allen Recht machen möchte, käme nur eine schale Suppe zum Vorschein. Dem entsprechend darf, soll und muss jeder Leser sich seine eigene Meinung bilden durch den Konsum der verschiedenen Medien, und jede Meinung hat meinen uneingeschränkten Respekt. Bei dir, liebe Barbara, scheint dies nicht so zu sein: Wenn ein Bericht nicht deiner Sicht der Dinge entspricht, holst du die Keule hervor und lässt sie mit Schwung auf den sündigen Autor knallen, der bei dieser Gelegenheit natürlich ordentlich diskreditiert werden soll. Aufgrund meiner sehr überschaubaren parteipolitischen Bedeutung und Tätigkeit dürfte ich, wenn es nach dir ginge, bitteschön kein Interview mit dem Bürgermeister mehr führen, und auch mit meiner persönlichen Meinung sollte ich mich in meiner eigenen Zeitschrift bitteschön zurückhalten – außer, sie entspricht deinem Weltbild. Liebe

Barbara, es wäre schön, wenn du meiner Meinung auch nur annähernd denselben Respekt entgegenbringen würdest wie ich deiner. Dem entsprechend bleibe ich Wort für Wort bei meiner Darstellung der Fakten.

„Sang- und klanglos aufgelöst“ Leserbrief zur Auflösung des Tourismusverbandes Eisacktal

Peter Righi, Bozen

Den Tourismusverband Eisacktal gibt es seit dem 1. Januar 2018 nicht mehr. Sang­ und klanglos wurde er aufgelöst, das Büro ge­ räumt und seine Mitarbeiter ent­ lassen. Gegründet wurde die regionale Tourismusorganisation im Jahr 1994. Andreas Auer (Natz­ Schabs), Franz Tauber (Feld­ thurns) und Pepi Thaler (Brixen) standen dem Verband vor. Die Kernaufgabe des Verbandes war es, touristische Produkte zu ent­ wickeln und das Eisacktal, vom Brenner bis Barbian, von Vintl bis Villnöß, mit seinen Stärken unter der Dachmarke Südtirol zu positionieren. Neben der Bewer­ bung und Kommunikation seiner Erlebnisräume und Großveran­ staltungen steuerte der Touris­ musverband Eisacktal auch die Reorganisation und Fusion der örtlichen Tourismusvereine, die dadurch professionell und zeit­ gemäß ihren Aufgaben gerecht werden konnten. Vielleicht be­ richtet der „Brixner“ über die 23 Jahre jüngere Tourismusgeschich­ te, in der sich das Eisacktal stark entwickelt und es trotz allem nie geschafft hat, eine „Marke“ zu werden.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info


UMFRAGE

Gut geräumt? Fotos: Oskar Zingerle

Während sich die einen über den vielen Schnee freuten, der rund um die Jahreswende flockig vom Himmel fiel, hatten die Arbeiter im Straßendienst alle Hände voll zu tun, um die weiße Pracht von den Straßen und Gehwegen zu räumen. Wir haben uns umgehört, wie der heurige Winterdienst bis dato bewertet wird.

„Ich bin nur zum Teil mit der Schneeräumung zufrieden“, gibt Helga Unterkircher zu. „Wir hat­ ten bei uns heuer nämlich einen neuen Schneepflugfahrer, der aus meiner Sicht noch nicht gut ein­ gearbeitet war. Grundsätzlich war der Räumdienst aber sehr fleißig. Weil es heuer so viel geschneit hat und so kalt war, muss man schon etwas nachsichtig sein. Man muss auch verstehen, dass der Schneepflugfahrer in seiner Zeit sehr eingeschränkt ist.“

Nicht unbedingt mit der Schnee­ räumung zufrieden war Stefanie Brunner. „Bei uns wurde der Schulweg nicht geräumt. Erst als ich das beanstandet hatte, hat man den Schnee weggeräumt. Vor allem für ältere Leute sind ungeräumte Gehwege gefährlich. Heuer war zugegebenermaßen ei­ ne Ausnahmesituation, weil so viel Schnee gefallen ist. Die Straßen waren immer gut geräumt, nur bei den Gehsteigen hätte man’s besser machen können.“

„Es war schon eisig auf den Geh­ wegen, und als ältere Frau hat man einfach Angst vor dem Aus­ rutschen“, fasst Erika Windisch zusammen, „aber im Großen und Ganzen war ich mit dem Räum­ dienst in der Stadt zufrieden. Wir dürfen uns wirklich nicht beschweren, denn die Schnee­ räumung hat gut funktioniert. Heuer waren einfach schwierige Wetterbedingungen, sodass der Straßendienst mit der Arbeit nicht mehr fertig geworden ist.“

„Meiner Meinung nach waren die Straßen in der Stadt gut ge­ räumt“, lobt Hannes Urthaler. „So viel Schnee wie heuer haben wir kaum einmal gehabt. Es war also wirklich eine Ausnahmesituation. Grundsätzlich sind die Leute aber auch selbst verantwortlich und müssten vor den Haustüren den Schnee auch mal selbst wegräu­ men. Auch müssten sich viele geeignet anziehen, denn jeder, der im Winter bei Schnee mit Turnschuhen auf dem Weg ist, ist selbst schuld, wenn er ausrutscht.“

„Die Schneepflüge waren auf den Straßen oft zu spät unterwegs. Wahrscheinlich wollte man war­ ten, bis der Schneefall etwas nach­ lässt“, vermutet Kerstin Gatterer. „Die Wetterprognosen sind heut­ zutage ja sehr zuverlässig. Man konnte den Schneefall also gut vorhersagen, weshalb man sich schon besser hätte organisieren können. Wenn es aber den ganzen Tag über schneit, muss man auch verstehen, dass die Straßen nicht zu jeder Zeit perfekt geräumt sein können.“

„Obwohl heuer so viel Schnee gefallen ist und es kalt war, hat die Schneeräumung gut funk­ tioniert“, berichtet auch Rosa Moser. „Ich kann aber nur vom Stadtgebiet reden, denn ich bin nur selten außerhalb der Stadt unterwegs. Schön war auch, dass gleich Schotter gestreut wurde, damit es nicht so rutschig ist.“

Inge Dissinger war mit der Schneeräumung zufrieden. „In der Stadt hat es gut gepasst, und es war gut geräumt. Man muss aber auch Rücksicht auf diejenigen nehmen, die die Straßen räumen müssen, denn es hat wirklich viel geschneit. Die Leute, die sich über den Räumdienst aufregen, ver­ stehe ich nicht. Vielleicht müsste man selbst auch mithelfen, anstatt immer nur zu schimpfen.“

„Ich bin aus Tils und fahre in der Früh nicht nach Brixen, habe aber gehört, dass es teilweise recht eisig war“, beschreibt Walter Gasser. „Angesichts der heuer außergewöhnlichen Schneefälle habe ich Verständnis, dass nicht jede Straße immer sofort geräumt werden kann. In Tils hat die Räu­ mung insgesamt gut funktioniert. In der Stadt waren einige Geh­ steige nicht so gut geräumt, aber heuer muss man dafür schon Ver­ ständnis aufbringen.“ 29


Kunst & Kultur BÜHNE FREI FÜR DIE MUSIK: Seit 70 Jahren kümmert sich „Pro Cultura“ um die kulturellen Belange der italienischen Gemeinschaft in Brixen

––– EIN VEREIN SCHREIBT GESCHICHTE

Leben pro cultura

Das italienische Pendant zum deutschen Kulturverein nennt sich „Pro Cultura“ und erfreut sich großer Beliebtheit bei allen Kulturinteressierten. Seit 37 Jahren sind die Geschicke des Vereins untrennbar mit dem engagierten Musikexperten Mario Castiglioni verbunden.

W

enn in Brixen die Be­ griffe „Kultur“ und „Musik“ fallen, schiebt sich unweigerlich das Bild von Mario Castiglioni vor das innere Auge. Neben seinem beruflichen Einsatz als Konzessionär für Bü­ romaschinen widmet sich der heute 81­Jährige fast schon sein

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ganzes Leben der Musik in all ihren Gestaltungsmöglichkeiten. Seit 1981 ist der Musikliebha­ ber Präsident des Vereins „Pro Cultura“, der sich nunmehr seit beinahe 70 Jahren um die kultu­ rellen Belange der italienischen Gemeinschaft in Brixen verdient macht.

Die Gründung des deutschen Kulturvereins in jenem fernen Jahr 1949 war sicher eine bedeu­ tende Antriebsfeder für die vier Männer, die zusammenfanden, um den neuen Verein aus der Taufe zu heben. Es waren dies der Volksschuldirektor Giacomo Cavagna, Konservatoriumsprofes­

sor Aldo Zaniboni, der Kaufmann Augusto Asson und der Maler Guido Mattuzzi. Letzterer leitete unter anderen mit Franz Mersa und Robert Scherer die „Scuola di Belle Arti“, die sich bald als Talenteschmiede erwies und sich in einen eigenständigen Verein abspaltete, der als „Circolo Arti­


ausgezeichneten Chöre nach wie vor zum festen Bestandteil des musikalischen Lebens von Brixen. Es lohnt sich, einen Blick auf die prekäre Situation der Nach­ kriegsjahre zu werfen, in denen man einer kulturellen Vereini­ gung eigentlich jede Berechti­ gung absprechen müsste. Auf beiden Seiten der Sprachgruppen

Violinlehrer Aldo Zaniboni, eine sehr friedliebende Persönlichkeit, die ihr Leben in den Dienst der schönen Künste gestellt hatte. Wertvolle Unterstützung ideeller Natur erfuhr der Verein damals auch vom Lateiniker Stefano Rauzi und vom Musiklehrer Xavier Pauer Peretti Budahegj. Nach dem Tod von Mattuzzi und Zaniboni viele

„Anche se delle volte c‘erano più persone sul podio che in platea“_ Mario Castiglioni

stico S. Erardo“ bis heute Kurse anbietet und Ausstellungen der Mitglieder organisiert.

Kein Vergessen oder Verzeihen. Neben der jahrhunderte­

alten Musiktradition der deut­ schen Sprachgruppe nimmt sich die Musikgeschichte der italie­ nischen Bevölkerung in Brixen recht bescheiden aus. Allerdings wurden in den frühen 20er Jah­ ren die deutschen Musikvereine aufgelöst, und erst wieder 1927 formierte Arnold Becke eine „ge­ mischtsprachige“ Musikkapelle mit dem Obmann Hermann Hummel. Diese „Banda Cittadina Bressanone ­ Dopolavoro“ wurde vom Podestà Felice Rizzini nach Rom begleitet und von Mussolini empfangen und stand somit in der Hauptsache im Dienste der faschistischen Machthaber. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg führte in einem demokratischen Umfeld zu entscheidenden Im­ pulsen; vor allem im Wettstreit mit deutschen Chören konnten auch die Italiener ihr Niveau er­ höhen, was sich im „Corale San Michele“ und dem „Coro Plose“ niederschlug. Zusammen mit dem Verein „Pro Cultura“ gehören die

dominierten Spannungen und Ressentiments, ein Vergessen und Verzeihen schien unmöglich. Die 5.000 Seelen der italienischen Bevölkerung waren überdies sehr arm und sowohl politisch als auch kulturell geschwächt. Es gab vereinzelt Kaufleute und Selbst­ ständige; jene, die ein Haus oder eine Wohnung besaßen, konnte man an einer Hand abzählen. Die meisten Familien waren in Stufels oder in der Altstadt in schäbigen Behausungen zusam­ mengepfercht, viele Väter waren arbeitslos, und die Mütter mussten auf Pump einkaufen. Es mag wie ein Wunder anmuten, dass ein paar Feingeister in diesen Zeiten eine kulturelle Vereinigung etab­ lieren, um mit Kunst und Kultur dem Elend zu trotzen und nicht zuletzt den Zusammenhalt der italienischen Gemeinschaft zu festigen. Der erste Präsident, Giacomo Cavagna, organisierte neben Kon­ zerten und Ausstellungen auch Deutschkurse, um den Dialog mit der deutschen Bevölkerung anzu­ kurbeln. Auf Cavagna folgte der

Jahre später nimmt ein Mann der ersten Stunde das Szepter in die Hand: der Kaufmann und lang­ jährige Vizebürgermeister Augusto Asson, dem das friedliche Zusam­ menleben der zwei Sprachgrup­ pen ein tiefempfundenes Anliegen war. 1979 konnte Asson im Don Bosco das 30­jährige Jubiläum des Vereins „Pro Cultura“ feiern, an dem das Ausschussmitglied Mario Castiglioni als Soloviolinist auftrat. 1981, mit dem frühen Ableben von Augusto Asson, ging eine bedeutsame Ära der italienischen Gemeinschaft zu Ende.

Castiglioni als Vereinspräsident. Geschockt und niedergeschlagen zwar, aber willens, weiterzuma­ chen, wurde Mario Castiglioni noch im selben Jahr zum würdi­ gen Nachfolger bestimmt. Castigli­ oni ist 1937 in Strassburg geboren, „denn mein Vater, gebürtiger Ve­ roneser, war im nahen Offenburg im Holzhandel tätig und hatte dort meine Mutter, eine Deutsche, kennengelernt“, erklärt Castiglio­ ni. 1939 ließ sich die Familie mit Mussolinis Rückführungsstrategie

über Umwege in Bozen nieder, wo es in den Stahlwerken Arbeit gab. Mario besuchte die Volks­ schule erst in Riffian, dann in Bozen, nahm später Violine­ und Klavierunterricht am Konservato­ rium Monteverdi, ganz im Sinne seines musikalischen Vaters, der ein sehr guter Mandolinenspieler war. Als 18­jähriger heuerte er bei der bekannten Firma Olivetti an, frönte aber dennoch seiner musikalischen Ader in der Pfar­ re Don Bosco als Organist und begleitete zahlreiche Veranstal­ tungen am Klavier oder mit der Violine. In Brixen übernahm er 1962 die Filiale der Olivetti als Konzessionär und heiratete die Sopranistin Carla Tiso, die er bei einem Konzertauftritt kennen­ und liebengelernt hatte. Prompt bot er seine musikalischen Dienste dem Corale San Michele als Organist an und dem Domchor als Violinist. Gerne erinnert sich Castiglioni an sein erfolgreiches Quintett „I Solisti della Pro Cultura“ zurück, das er am Klavier begleitete mit dem Tenor Rocco Ventura, dem Bass Rosario Daprà, dem Mezzo­ sopran Theresia Herzog Höller und seiner Frau Carla. „Legendär waren die Kon­ zerte in der Brigata Tridentina“, schwärmt der Musiker, „das waren großartige gesellschaftliche Ereig­ nisse.“ Neben der Konzerttätigkeit war der sozial Engagierte auch im Verwaltungsrat des Italieni­ schen Musikinstituts rührig und konstituierte als Präsident des Rotary Clubs die „Borsa di stu­ dio Rotary Club Bresssanone“, in deren Genuss jährlich junge Talente kommen – heuer das Orchester Matteo Goffriller von Stephen Lloyd. Trotz aller Erfolge stellte sich für den Präsidenten „die Eine­Million­Dollar­Frage“:

Guido Mattuzzi, Aldo Zaniboni und Augusto Asson gründeten zusammen mit Giacomo Cavagna (nicht im Bild) den Verein „Pro Cultura“

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Kunst & Kultur Francesco Contò, Pierantonio Zucchelli, Maurizio Sabbadin, Mario Castiglioni, Giacomo Fornari, Bruno Faccioli und Beniamino Genovese bilden den derzeitigen Ausschuss von „Pro Cultura“

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Wie kann ich in der italienischen Gemeinschaft vermehrtes Interesse an Kultur wecken? Bald war man sich einig, man würde sich der Opernmusik widmen, eine Sparte, die in Brixen noch nicht abgedeckt war und vielleicht auch bei der deutschsprachigen Bevölkerung Anklang finden würde. Jetzt war Mario Castiglioni in seinem Ele­ ment, konnte er doch auf Grund seiner freundschaftlichen Bezie­ hungen zu berühmten Sängern für hochkarätige Konzerte bürgen. Unvergessen bleiben die wunder­ baren Konzerte mit Giangiacomo Guelfi, Anna Maria Chiuri, Gemma Bertagnolli, Saimir Pirgu und dem Musikologen Daniele Rubboli, der meisterlich durch den Abend führte. „Mit Guelfi, der mit der Callas auf der Bühne stand, verband mich bis zu seinem Tod eine innige Freund­ schaft“, gesteht Castiglioni, „wes­ halb ich stets zu seinen Auftritten in den großen Konzerthäusern der Welt eingeladen war. Ein unbe­ schreibliches Erlebnis.“ Regelmäßig lud „Pro Cultura“ die Finalisten des Busoni Wett­

Mario Castiglioni mit Anna Maria Chiuri, Carla Tiso, Rosario Daprà und Rocco Ventura in der Brigata Alpina Tridentina

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bewerbs in die Cusanus Akade­ mie oder das Haydn Orchester, „anche se delle volte c‘erano più persone sul podio che in platea“, gibt Castiglioni zu. Auch Südtiro­ ler Solisten mit internationalem Renommee wie Roman Pichler, Clara Sattler, Konrad Huber, Toni Klotzner, Marika Rainer, Marlene Lichtenberg und lokale Sänger wie Valeria Gasser und Leo Plo­

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ner treten regelmäßig bei Musik­ veranstaltungen auf. Heutzutage setzt „Pro Cultura“ vermehrt auf die Zusammenarbeit mit dem Kulturverein, wo in der Reihe „ForumCultur“ am 4. März die nächste Operngala mit heimischen Künstlern stattfinden wird.

Grandseigneur della musica lirica. Obwohl selbst sein Na­

mensvetter, der Komponist Niccoló Castiglioni, seine Lieblingsstadt Brixen für modern und kulturell reich hielt, wird es für Mario Cas­ tiglioni immer schwieriger, um Publikumszuspruch zu heischen. „Das Militär ist großteils abgezo­ gen, das Zollamt geschlossen, das Bahnhofpersonal reduziert“, zieht der Opernliebhaber traurige Bi­ lanz, „das italienische Grüppchen schrumpft immer weiter, und mir schwimmen meine Felle davon.“ Für seine unermüdlichen Bemü­ hungen im kulturellen und sozialen Bereich wurde er verdientermaßen zum „Cavaliere della Repubblica“ ernannt und erhielt 2009 die Eh­ renmedaille der Stadt Brixen.

Im 81. Lebensjahr will Ma­ rio Castiglioni nun etwas leiser treten; er denkt daran, die doch auch belastende Verantwortung der Vereinsführung abzugeben und zusammen mit seinem treuen Mitstreiter Bruno Faccioli gegen Ende des Jahres abzutreten. Sein Wunschkandidat für die Nachfolge im Verein wäre der in Brixen ansäs­ sige Direktor des Konservatoriums Monteverdi, Giacomo Fornari. Er selbst pflegt in Zukunft weiterhin Freundschaften mit Musikern wie Julia Aichner und Enrico Gerola, die seit kurzem seine Nachbarn sind, oder mit Daniele Rubboli, der sich in Niederdorf niederge­ lassen hat. Auch wenn Mario Castiglioni nur mehr als Gast im Konzertsaal sitzen wird: Im Bemühen um kul­ turelle Bereicherung unserer Stadt hat der „Grandseigneur della musi­ ca lirica“ Geschichte geschrieben.

irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


MUSIK

Sie sind zurück! „Rivalen und Rebellen“ nennt sich das neue Album der Brixner Deutschrock-Band Frei.Wild, das am 16. März erscheinen wird. Damit meldet sich die Band aus ihrer selbst auferlegten Pause zurück. Der „Brixner“ durfte bereits in die neuen Songs hineinhören.

K

napp 30 brandneue Songs sind auf dem Doppel­Album von Frei.Wild zu hören, auf das viele Fans schon hart warten. Gekrönt wird es von einem Ghost­ Song, der nach etwa einer Minute am Ende der CD automatisch ab­ gespielt wird. „Dieses Lied habe ich geschrieben, nachdem ich mit ‚Föhre’ aus Israel zurückkam“, sagt Bandleader Philipp Burger. „Wir sprachen dort mit vielen Menschen über Konventionen in der Liebe, die dort besonders stark ausge­ prägt sind. Aber auch bei uns ist es so, dass Menschen ihre Liebe aufgrund von Glaubensvorstel­ lungen, Hautfarbe, geografischen Grenzen, Äußerlichkeiten oder anderen gesellschaftlichen Vor­ urteilen oft nicht leben dürfen. Darum geht es in diesem Lied“, sagt er. „Verbotene Liebe, verbotener Kuss“ ist eine von vier Balladen, die auf der CD zu finden sind und die Themen ansprechen, die man von Frei.Wild vielleicht nicht erwarten würde. So gibt es auch ein Lied, das von Vergewaltigung spricht: „Für ‚Schrei auf!’ haben wir am längsten gebraucht“, er­ zählt der Frontmann der Band. „Das Thema ist sehr heikel, es sollte nicht befremdlich wirken, aber auch nicht zu direkt sein und Wunden aufreißen. Wir wollen den Betroffenen Mut machen und Hoffnung zusprechen.“ Auch mit den Themen Suizid und Tod setzt sich die Band im neuen Album auseinander. Die Ideen zu den Liedtexten entstanden aufgrund von persönli­ chen Erfahrungen, aber auch durch Feedbacks aus dem Umfeld und von Fans. „Dieses Mal haben wir uns an sehr ernste Themen her­ angewagt“, so Burger. „Dennoch haben all unsere Lieder seit jeher etwas gemeinsam: Sie sind immer lebensnah, lebensbejahend und aufbauend. Auch wenn wir im Ton manchmal etwas aggressiv und laut sind, die Texte sind immer hoffnungsschenkend und Energie vermittelnd.“ Hört man sich durch das Album, so trifft man immer wieder auf unterschiedliche Mu­

Philipp Burger, Sänger von Frei.Wild: „Mit einigen Songs des neuen Albums lehnen wir uns wieder aus dem Fenster“

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sikrichtungen. Ein bisschen Pop, ein bisschen Elektronik, Spuren von Rap und natürlich ganz viel Rock sind mit dabei.

Ecken und Kanten. „Mit einigen

Songs lehnen wir uns wieder aus dem Fenster; dafür wird es von­ seiten einiger Medien sicher Kritik geben. Aber das nehmen wir gerne in Kauf“, prognostiziert die Band. Dabei denkt sie vor allem an „Ge­ artete Künste hatten wir schon“, ein Lied, in dem sie Künstler aus der Musikszene offen kritisiert. „Der Geist der Rockmusik war es früher, der Gesellschaft und den Strippenziehern dahinter auf die Finger zu hauen. Sozialkritisch zu denken und seine Meinung zu äußern. Heute positionieren sich Künstler zwar, aber immer nur innerhalb einer Komfortzone. Uns reicht es nicht aus, sich gegen Dinge zu stellen, die eh selbstver­ ständlich sind. Mut zur Wahrheit

ist gefragt, auch wenn es dafür Gegenwind aus der Medienwelt geben kann.“ Bis zur Präsentation des Albums erscheinen noch zwei weitere Vi­ deos. Anschließend beginnt die große Tour, 22 bereits ausverkaufte Hallen in fünf Wochen. In Brixen spielen Frei.Wild am 2. April in der Handballhalle. „Wir freuen uns schon darauf, wieder auf der Büh­ ne zu stehen – sowohl auf Tournee als auch bei einigen Festivals im Sommer“, so Philipp Burger. Dass die Band während ihrer Pause nicht ganz untätig war, zeigt sich nicht nur im neuen Album. „Wir haben in dieser Zeit unser bislang größtes und risikoreichstes Projekt vorbereitet und unter Dach und Fach gebracht. Was genau es ist, wird in Kürze gelüftet!“, erzählt Philipp Burger stolz. „Daneben habe ich Songwriter­Camps be­ sucht und dort viele andere Künst­ ler unterschiedlicher Musikrich­

tungen kennengelernt. Wir haben gemeinsam Lieder geschrieben und uns ausgetauscht, und manch einer hat seine Meinung über uns geändert und dies auch öffentlich kundgetan.“ Auch viele Lieder der neuen CD sind in dieser Zeit ent­ standen, ebenso wie Songs für andere Künstler. „Ansonsten sind wir viel gereist, wir haben uns Metropolen angeschaut und alte Freunde besucht. Ich habe die Fischerprüfung abgelegt und mir mit dem Kauf eines kleinen Off­ road­Wohnwagens einen Traum erfüllt.“ Im kommenden Jahr will sich der Sänger aber hauptsächlich um seine Landwirtschaft kümmern und Viehzucht betreiben – und Klavier spielen lernen, das steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Langweilig scheint es jedenfalls nicht zu werden, weder für die Band noch für ihre Fans. silvia.vonpretz@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 33


Kunst & Kultur

BUCH

Einblick in Höfegeschichten Ob Vordermair-, Schneider- oder Mesnerhof: Die Wurzeln der 172 Bauernhöfe im Gemeindegebiet von Natz-Schabs reichen teilweise Hunderte Jahre in die Vergangenheit zurück. Eine historische Dorfansicht ermöglicht nun das Buch „Höfegeschichte in Natz-Schabs“.

J

ubiläen und Gedenkjahre sind Anlässe, um sich auf die Geschichte und Ent­ wicklung eines Dorfes zu be­ sinnen und die Ergebnisse in einem Buch, einer Festschrift, einer Broschüre oder dergleichen zu veröffentlichen. Es braucht aber auch die Passion von in­ teressierten Personen, in Archi­ ven zu stöbern und Dokumente sowie Geschichten aus vergan­ genen Zeiten zu sammeln, um aus einem großen Fundus zu schöpfen. Im Gedenkjahr 2009 wurde in der Gemeinde Natz­ Schabs auf Initiative der beiden Schützenkompanien und mit der Unterstützung der damaligen Ge­ meindeverwaltung das Projekt „Höfegeschichte“ gestartet. Die derzeit amtierende Gemeinde­ verwaltung trug wesentlich dazu bei, dass das Projekt nun abge­ schlossen werden konnte. Am 7. Dezember des vorigen Jahres wurde das Buch „Höfegeschichte der Gemeinde Natz­Schabs“ der Bevölkerung vorgestellt. In diesem Buch wird die Ge­ schichte aller Höfe von Aicha, Schabs, Viums, Natz und Raas von ihren Anfängen bis heute be­ schrieben. Das umfassende Werk entstand in Zusammenarbeit von Hochwürden Theobald Innerho­ fer, Chorherr und Stiftsarchivar

Das historische Kataster aus dem Jahr 1858 gibt Auskunft über die damalige Grundaufteilung und die Besitzverhältnisse

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Ein Erbhof am Hochplateau. Seiten umfassende Werk richtet Den Verfassern gelang es, die Geschichte einzelner Höfe von ihren Anfängen bis heute mit Hilfe verschiedener Quellen wie Tauf­,

sich nicht nur an die Besitzer der beschriebenen Höfe, sondern an alle Dorfbewohner und historisch interessierten Personen, die die

erhebt: „Unser Ziel war dabei nicht nur, geschichtliche Daten und Fakten zusammenzutragen, sondern auch Besonderheiten bei den einzelnen Höfen hervorzuhe­

„Unser Ziel war nicht nur, geschichtliche Daten und Fakten zusammenzutragen, sondern auch Besonderheiten bei den einzelnen Höfen hervorzuheben“_ Ingrid Winkler Plaickner, Mitautorin der „Höfegeschichte von Natz-Schabs“ vom Kloster Neustift (verstorben 2012), Maria Wieland Klammer, pensionierte Volksschullehrerin und Dorfchronistin, und Ingrid Winkler Plaickner Oberschulleh­ rerin für Deutsch und Geschichte. 34

Heirats­ und Sterbebücher, Steuer­ kataster, Grundbücher und Urbare (Verzeichnis der Liegenschaften und der Abgaben) der zuständi­ gen Grundherrschaften lückenlos zu rekonstruieren. Das circa 700

Geschichte und Entwicklung der Gemeinde Natz­Schabs kennen­ lernen möchten. Für die Verfasser ist es wichtig zu erklären, dass das Werk nicht den Anspruch auf Vollständigkeit

ben und Katastrophen wie Brände oder soziale Zustände zu berück­ sichtigen“, erzählt Ingrid Winkler Plaickner. Eine Besonderheit ist, dass alle Hofnamen, außer den Flurnamen wie Rundl, Flötsch,


Links im Bild der Hinterbacherhof der Familie Costadedoi und rechts der Bacherhof der Familie Zini in Raas um 1940

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Trins, deutschen Ursprungs sind und sich auf die Lage (Kircher), auf Berufe (Schuster) und auf Familiennamen (Hausmann) beziehen. Der Vordermairhof in Aicha ist der einzige Hof, dessen Familienname Mayr seit dem 16. Jahrhundert derselbe geblieben ist. Deshalb ist der Hof ein Erbhof. Es gibt auch gebräuchliche Höfe­ namen, die mit dem Beruf des Besitzers oder dem

Schreibnamen zusammenhängen. Im Volks­ mund wird das Hilbergut in Natz beispielsweise „Schneider“ ge­ nannt.

Das Los der Bauern. Beim Durch­

blättern des Buches, das auch historisches Bildmaterial und Aus­ schnitte der einzelnen Gemein­ degebiete aus dem Historischen Kataster 1858 enthält, fällt auf, dass die ursprünglichen Grund­

herren der Höfe unter anderem das Kloster Neustift, das Dom­ capitel Brixen, das St.­Cassian­ Benefizium zu Brixen, Domstift Brixen, Schloss Moos bei Sterzing oder Schloss Rodenegg waren. Das ist damit zu erklären, dass im Mittelalter und auch noch in die Neuzeit hinein ein Großteil der Höfe weltlichen und geistlichen Grundherren gehörte, die durch Schenkungen, Kauf, Tausch oder religiöse Stiftungen in ihren Be­ sitz gelangten. Die Höfe konn­ ten sie allerdings nicht immer selbst oder durch eigene Dienstboten bear­ beiten, weshalb sie an Bauern verliehen wurden, die „Bau­ leute“ genannt wurden. Den Ertrag konnten die Bauern selbst behalten; sie mussten allerdings einen Teil davon ihren Grundherren abliefern. Unter Graf Meinhard II. (geboren um 1239, gestor­ ben 1295) von Tirol wurde der Bauer erblicher Eigen­ tümer. So konnte der Hof auf den Sohn und weitere Nachkommen vererbt werden. Der Bauer konnte dieses Erb­ baurecht aber auch verkaufen oder tauschen. Erst 1848 wur­ den die Grundherrschaft und das Erbbaurecht abgeschafft; die bisherigen Inhaber konnten durch die Bezahlung einer Ablösesum­ me Eigentümer werden. Die zweite Hälfte des 19. Jahr­ hunderts war gekennzeichnet durch strukturelle Veränderun­ gen, Missernten und den Bau von neuen Verkehrswegen. In der Gemeinde wurden 44 Höfe versteigert; viele Bauern muss­ ten abwandern. Von Buchen­

stein und dem Nonsberg sind neue Dorfbewohner zugezogen, und besonders in Raas erinnern Schreibnamen wie Deltedesco, Delazer, Dander, Zini, Seppi oder Turri an diese Zeit.

Mesnerhof als Beispiel. Von

den 172 Höfen in der Gemeinde Natz­Schabs sei hier als Beispiel die wechselvolle Geschichte vom Mesner in Viums genannt. Im Steuerkataster von 1777 steht: „Grundherr Kloster Neustift; Meß­ ner oder Vordergrueben; Hof: Peter Paumgarthnerische Kinder.“ Um 1150 schenkt die Frau Heilke, Witwe des Hartung von Rodank, dem Kloster Neustift ein Gut in „Viummis“. Auf diese Schenkung gehen die Höfe Mesner/Vorder­ gruber und Hasler in Viums zu­ rück. Die Baurechte des Hofes wechseln über die Jahrhunderte durch den Verkauf oder durch Vererbung die Besitzer. Schreib­ namen wie Meßner, Khlinger, Töll, Pamgarter, Peintner, Pämgarter, Baumgartner, Schatzer oder Köck werden genannt. Dies deshalb, weil die Käufer oder Erben oder auch durch Einheiratung von an­ deren Höfen von Schabs, Getzen­ berg ober Ehrenburg, Natz und Stilfes kommen. 1937 wird der Hof an die „Ente di Rinascita Agraria per le Tre Venezie“ verkauft. Auf den Mes­ nerhof zieht eine Pächterfamilie aus Persen/Pergine. 1942 geht der Hof durch Kaufvertrag an Beni­ amino Angeli aus dem Trentino und 1950 an Matthias Plangger aus Graun im Vinschgau. Plang­ ger war gezwungen, seinen Hof in Graun wegen des Baues des Stausees zu verlassen. Er zog mit seiner Familie nach Viums auf den Mesnerhof, obwohl der frü­ here Besitzer Angeli einige Kühe

verkauft hatte und Plangger nur mehr eine Kuh im Stall vorfand, während er selbst in Graun 30 Kühe besessen hatte. Er hat dann elf Kühe von Graun ins neue Heimatdorf gebracht. Mesner in Viums ist seit 1991 Kassian Plangger. Er ist Vollerwerbsbauer; neben Viehwirtschaft und Obst­ bau baut er als einziger Bauer in Viums noch Kartoffeln an, und im eigenen Backofen wird noch Brot gebacken.

Ein Stück Gemeindegeschichte.

Das Buch umfasst neben der Geschichte der Höfe und deren Besitzer auch jene der gesamten Gemeinde. So wurde früher in Schabs und Aicha durch die Ro­ dungen des Klosters Neustift Wein angebaut. Wohl wegen des zu sauren Weines und des geringen wirtschaftlichen Erfolges wurde der Weinbau aufgelassen. Auf der Hochfläche in Natz war wegen der großen Wasserarmut nur der Getreideanbau möglich. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte man hier nur Streuobst vorfinden. Erst das Wasser aus Lüsen und Vals ab 1958 hat den Apfelanbau, der heute neben dem „Urlaub auf dem Bauernhof“ den Haupterwerb der Landwirte aus­ macht, ermöglicht. Das Buch ist keines, das man eben so liest wie einen Roman. Es lädt ein, historische Dorfan­ sichten zu betrachten, Ausschnit­ te aus dem Historischen Kataster 1858 zu studieren und sich auf die eigenen Wurzeln zu besinnen. Zu beziehen ist das Buch „Höfe­ geschichte der Gemeinde Natz­ Schabs“ gegen Abgabe einer freiwilligen Spende im Gemeinde­ amt. hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 35


KINDERBUCH

Kunst & Kultur

Unterwegs mit Prinzessin Iris z Mutig tritt die kleine Prinzessin Iris, flankiert von ihrem raben­ schwarzen Kater Momo, im neuen Kinderbuch „Die tapfere Prinzes­ sin Iris“ ihren Ängsten gegenüber. Geschrieben und gezeichnet hat das Kinderbuch die 22­jährige Va­ leria Hinteregger aus Lüsen. „Teils beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit“, schmunzelt die junge Frau. „Mit vier Jahren hat meine kleine Schwester Iris

nämlich behauptet, sie könne alles schon alleine – sie sei jetzt schon alt genug.“ Die Moral aus der Geschichte? Man soll seinen Ängsten in die Augen schauen und sich nicht schämen, wenn man doch einmal Angst hat. Mut bewiesen hat mit diesem Kinder­ buchprojekt aber auch die junge Lüsnerin. Geschrieben ist die Ge­ schichte nämlich in Versform und in zwei Sprachen (deutsch und

englisch). Erhältlich ist das Buch über die tapferen Prinzessin Iris in der Buchhandlung Weger. vk

K&K Kunst & Kultur

FOTOGRAFIE

Klick in die Vergangenheit z Zwei Monate lang waren die Fotografen Tomas Caracristi und Andreas Vallazza in den Städten Berlin, Hannover und Frankfurt unterwegs, um wenig bekannte Orte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Ex­DDR zu dokumentieren. Das beeindru­ ckende Ergebnis dieser Recher­ che, kuratiert von Cristina Carac­ risti, präsentierten die Fotokünst­ ler im „Space 1999“ in der Brixner Mühlgasse an den Wochenenden vom 8. Dezember bis 7. Jänner. Die Dokumentation zeigt die aktuelle Situation der „Unorte“, die heute teilweise abseits der

kurz

notiert

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touristischen Trampelpfade vor sich hindümpeln, während sie in Krieg­ und Nachkriegszeiten eine bedeutende Rolle gespielt haben. Die Rede ist von verlas­ senen, wiederverwendeten und umstrukturierten Hochbunkern bis zu DDR­Relikten wie Spreepark oder Tempelhof. Der Flughafen Tempelhof entsprach 1934 erst­ mals den Anforderungen eines modernen Großflughafens und gilt als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst. Als Tem­ pelhofer Feld ist er heute für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Spreepark war unter dem Na­

men „Kulturpark Plänterwald“ der einzige Freizeitpark der DDR. Das Land Berlin vermietet ihn derzeit für Filmaufnahmen; eine Teilöffnung ist angedacht. Eine wechselvolle Geschichte erlebte der „Reichsbahnbunker Friedrichs­

straße“, der Kriegsgefängnis, La­ gerhalle sowie Techno Club war. 2003 erwarb der Unternehmer und Kunstsammler Christian Boros den Hochbunker und funktionierte ihn als Privatmuseum um. ird

Zu musikalischen Abendgebeten unter dem Titel „Könige“ luden das Brixner Vokalensemble „novAntiqua“ und der Gospelchor des Franziskanergymnasiums Bozen ein. Die Sänger spürten in den beiden Konzerten dem Aufbruch in die Unsicherheit der Heiligen Drei Könige nach.

Das Ausstellungsjahr 2018 wird in der StadtGalerie Brixen mit atemberaubenden Naturfotografien eingeläutet. Unter dem Titel „Natur in Vollendung“ präsentieren die Fotografen Georg Kantioler, Manuel Plaickner, Hugo Wassermann und Johannes Wassermann ab 25. Jänner ihre Werke.

In die Kunst des Jodelns hineinschnuppern und das Spiel zwischen Brust- und Kopfstimme erlernen kann man am 17. und 18. Februar im Jugendhaus Kassianeum. Durch den JodelWorkshop führt Markus Prieth, der seine Leidenschaft für Musik und das Jodeln in der Band „Opas Diandl“ vereint.


NACHGEFRAGT

„Total schräg und zugleich lustig“ NATHALY EBNER, hauptamtliche Theaterpädagogin im TPZ, über ihre Hauptrolle in Benedikt Trois neuer Kurzfilmproduktion „Because we are friends“. Frau Ebner, Sie spielen „Johanna“ im Film „Because we are friends“. Mit welchen Worten würden Sie Ihre Rolle beschreiben? Die Hauptrolle Johanna ist vom Charakter her relativ zu­ rückhaltend. Im Film will sie eigentlich nur einen schönen Tag mit ihrer besten Freundin Jasmin verbringen. Allerdings hat Jasmin etwas ganz anderes vor: Sie will ihren Exfreund umbringen, weil dieser sie sehr verletzt hat. Damit hat Johanna nicht gerechnet, und jetzt steht sie vor der großen Herausfor­ derung, Jasmin von ihrem Plan abzuhalten.

Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass Sie in dem Kurzfilm die Hauptrolle spielen? Benedikt Troi hat mich direkt darauf angesprochen, ob ich bei seinem Film diese Rolle über­ nehmen möchte, und ich habe natürlich zugesagt. Schließlich ist die Geschichte total schräg und zugleich lustig – eine perfekte Kombination! Die Dreharbeiten waren ebenfalls sehr vielverspre­ chend; alles hat reibungslos und ohne Probleme funktioniert – ab­ gesehen von der Kälte: Der Groß­ teil des Films spielt im Freien, und da wurde es Anfang Jänner schon mal richtig kalt. Glücklicherweise konnten wir uns zwischendurch

aufwärmen. Der Film wird dann Anfang März zu sehen sein. Haben Sie schon Pläne für nächste Projekte? Ich plane in Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogischen Zen­ trum Brixen einen Austausch mit Indien. Im Moment sind wir auch fleißig mit Planungsarbeiten be­ schäftigt, weil uns Ende Mai Be­ such aus Indien erwartet. Außer­ dem steht das Jugendtheaterfesti­ val „Sapperlot“ vor der Tür: Anfang Juni ist es soweit: Internationale Theatergruppen werden wieder zu Besuch in Brixen sein. lia.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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MUSIK

z Das Neujahrskonzert An­ fang Jänner, organisiert vom Kulturverein Brixen Musik in Zusammenarbeit mit der Ge­ meinde Brixen, erwies sich ein­ mal mehr als gesellschaftliches Großereignis. Aus nah und fern strömten auch heuer wieder Musikfreunde in das Forum Brixen, um das neue Jahr mit beschwingten Melodien der Strauß­Dynastie zu begrüßen. Das lebhaft aufspielende Haydn Orchester von Bozen und Trient stand unter der Leitung des aufstrebenden österreichischen Dirigenten Erich Polz, der im Sommer 2017 beim renommier­ ten Festival „Styriarte“ in Graz debütierte. Außerdem war er Assistenzdirigent des „Orchester

recreation“ und brillierte in wei­ teren Engagements in Erl und Wien. Die Wiener Sopranistin Romana Amerling sang sich mit jeder Solopartie tiefer in die Herzen des Publikums, das ihre Darbietung mit tosendem Beifall quittierte. Amerling singt nicht nur Operetten, sondern hat sich auch als Konzertsängerin einen Namen gemacht; sie tritt in den großen Konzertsälen der Welt auf. Ein gelungener Auftakt des veranstaltenden Vereins zu Beginn des Jahres, der am 26. Jänner mit der musikalisch umrahmten Bildpräsentation „Natur in Vollendung“ und mit dem Faschingskonzert am 9. Februar seine Fortsetzung fin­ det. ird

BRIXEN / NEU-DELHI

India calling z Ende Dezember war die The­ aterwerkstatt Zitronengelb mit dem Stück „Family Affairs“ zu Besuch auf einem der größten internationalen Festivals der Dar­ stellenden Künste für Kinder und Jugendliche. Stattgefunden hat dieses in der Hauptstadt Indi­ ens, Neu­Delhi. Dort konnte die Gruppe mit Hilfe von Musik, Tanz und Theater eine Reise durch die Welt unternehmen. Außer­ dem hatte sie die Möglichkeit, Indien auf eine sehr persönliche Art und Weise kennenzulernen: Die Jugendlichen waren entwe­

der in Jugendherbergen oder in Gastfamilien untergebracht. Sie durften an einem Austausch mit Schulen und an Besichtigungen vieler Sehenswürdigkeiten teilneh­ men. Nach den zehn Tagen, die sie in Indien unterwegs waren, nehmen sie viele Erinnerungen und Erlebnisse mit: der Kontrast zwischen Armut und Reichtum, die Menschenmassen, die vielen Farben, die indische Küche und vieles mehr. In absehbarer Zeit soll es eine Filmpräsentation ge­ ben, die Interessierte an dieser Erfahrung teilhaben lassen soll. lv

NEU IM REGAL Architektur in den Bergen

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Kunst & Kultur

Neujahrs-„Sträuße“

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Ein dichtes Dach über dem Kopf und vielleicht noch ein wenig simple Gemütlichkeit dazu – mehr konnte man sich früher von einer Hütte im Gebirge nicht erwarten. Heutzutage hat sich die Erwartungshaltung um einiges gesteigert, weshalb inmitten der kargen Alpenflora und umringt von grauen Felsklötzen architektonische Meisterleistungen brillieren. Ein Beweis dafür ist zum Beispiel der unlängst eröffnete Neubau der Schwarzenstein- oder der Edelrauthütte. „Die Hütte soll sich nicht verstecken, sondern ein Landmark sein, um auch bei schlechtem Wetter eine Signalwirkung zu haben. Trotzdem ist es wichtig, sensibel mit der umgebenden Berglandschaft und speziell auch mit dem Bauplatz umzugehen“, schreibt Gabriel Kerschbaumer über die äußerliche Veränderung der Schutzhütten in seiner Publikation „Hochalpine Architektur“. In dem Buch hat er es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Bauwerke im Alpenraum gesamtheitlich zu betrachten, um

Gabriel Kerschbaumer: Hochalpine Architektur. Klein Publishing GmbH, Wien. 2017.

die größten Zusammenhänge und Fortschritte in der baugeschichtlichen Entwicklung herauszufinden. Kerschbaumer wurde 1988 in Brixen geboren, 2015 schloss er an der TU Wien sein Architekturstudium ab. Im Buch vereint er seinen Beruf mit der Faszination für die Berge, das Klettern und den Alpinismus.


TIMER

Februar 2018 MUSIK

Musikalische Faschingskrapfen Der Kulturverein Brixen Musik lädt am Freitag, 9. Februar zum Faschingskonzert mit dem Salonorchester Südtirol und der Musikschule Brixen z Faschingskrapfen gibt es diesen Februar nicht nur in den Bäcke­ reien, sondern auch im Forum Brixen. Dort lädt der Kulturver­ ein Brixen Musik am Freitag, 9. Februar um 18 Uhr erstmals zu einem Faschingskonzert mit dem Salonorchester Südtirol. Neben dem Faschingskrapfen­Walzer von Johann Schrammel stehen dabei viele weitere schwungvolle Me­ lodien auf dem Programm. Der Abend wird vom Mädchenchor und Solisten der Musikschule Brixen mitgestaltet.

Faschingspotpourri. Unter der

Leitung von Valeria Gasser wird der Mädchenchor der Musikschule

Brixen das Publikum mit einem ei­ gens für den Abend einstudierten Faschingspotpourri überraschen und einen Strauß lustig­frecher Lieder überreichen. Weiters wird der Mädchenchor gemeinsam mit dem Salonorchester die Tritsch­ Tratsch­Polka von Johann Strauß darbieten. Auf der Bühne stehen als Solisten der 26­jährige Hornist Michael Reifer und die 11­jährige Geigerin Yuki Serino sowie Philipp Höller am Xylophon.

Die Solisten. Yuki Serino, 2006

in Rom geboren, erhielt mit drei Jahren ersten Violinunterricht von ihren Eltern. 2015 und 2016 gewann sie den 1. Preis beim

internationalen Wettbewerb der Musikakademie„Clivis“ in Rom. Als Solistin kann Yuki bereits zahl­ reiche Auftritte mit verschiedenen Orchestern aufweisen. Michael Reifer erhielt im Alter von sieben Jahren seinen ersten Hornunterricht an der Brixner Musikschule bei Manfred Messner. Nach dem Besuch des Konserva­ toriums in Bozen nahm er 2014 sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater München auf. Er absolvierte ein Praktikum bei den Münchner Symphonikern sowie verschiedene Meisterkurse und wirkt seit 2016 bei den Tiroler Festspielen Erl mit. Philipp Höller schloss seine Ausbildung am Konservatorium in Bozen mit Auszeichnung ab und setzte sein Studium an der „Acca­ demia Internazionale della Musi­

ca Milano“ fort. Er gewann den Wettbewerb „Migliori diplomati d’ Italia“ und mehrere Orchester­ Wettbewerbe in Italien. Philipp Höller spielte mit dem Mozart Or­ chester unter Claudio Abbado und Trevor Pinnock, dem Orchester der Oper Bologna unter Daniele Gatti und der Kammerakademie Potsdam unter Antonello Mana­ corda, dem Haydnorchester von Bozen und Trient und dem Tiroler Festspielorchester Erl.

* Faschingskonzert

Salonorchester Südtirol & Musikschule Brixen Freitag, 9. Februar, 18 Uhr Forum Brixen

Kartenreservierung: Forum Brixen – Tel. 0472 275588 – www.forum-brixen.com

VAHRNEREIEN Was ist alles auf Gemeinde-, Landes- und Staatsebene passiert? Eine witzige Rückschau, bei der auch das weltweite Drumherum durch den Kakao gezogen wird, zeigt die Heimatbühne Vahrn bei ihrem traditionellen Faschingstheater „Vahrnereien“.

* Freitag, 9. Februar, um 20 Uhr

Samstag, 10. Februar, um 20 Uhr Montag, 12. Februar, um 20 Uhr Vahrn, Haus Voitsberg

Einlass und warme Küche gibt es ab 19 Uhr Kartenreservierung ab Montag, 22. Jänner bei der Raiffeisenkasse Vahrn

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KABARETT

Veranstaltungen

Schaffa schaffa Häusle baue * Schaffa schaffa Häusle baue

mit Thomas Hochkofler und Karin Verdorfer Regie: Rudolf Ladurner

z Im Auftrag des Landes tragen die Bauherren Günther (Thomas Hochkofler) und Irene (Karin Ver­ dorfer) die ungeschminkte Wahr­ heit über Sinn und Unsinn, Heil und Unheil, Wesen und Unwesen des Hausbaus nun wieder in die große, weite Welt hinaus. „Na, i will ja nur sagen: In diesem Fall ist es zufällig gut, dass die Eltern in der Nähe wohnen. Aber es muss nicht sein. Und darum sag ich, man soll net leichtsinnig einen Bauplatz wählen. Und des haben wir a net, sondern wir sein systematisch vorgegangen und

haben nichts von vornherein aus­ geschlossen. Als wir sicher waren, dass wir heiraten, hab’ ich sie zu meinen Eltern eingeladen, habe sie mit in mein Zimmer genom­ men, die Tür zugemacht, das Licht ausgeschaltet. Und dann hab’ ich mein Ding ausgepackt … meinen Globus. Habe ihn eingeschaltet und habe gesagt: So, Irene, habe ich gesagt, schau, das ist die Welt. Prinzipiell können wir da überall bauen – außer dort, wo’s blau ist.“ „Schaffa schaffa Häusle baue“ ist nicht irgendein blutleerer Spruch, sondern die oberste Bürgerpflicht.

Fr., 9. Februar: Olang, Kongresshaus Sa., 10. Februar: Meran, Stadttheater Mi., 14. Februar: Sterzing, Stadttheater Do., 15. Februar: St. Martin Passeier, Vereinssaal Sa., 17. Februar: Bozen, Waltherhaus Di., 20. Februar: Vahrn, Haus Voitsberg Mi., 21. Februar: Lengmoos, Vereinshaus Do., 22. Februar: St. Ulrich, Kongresshaus Fr., 23. Februar: Seis, Kultursaal Sa., 24. Februar: Prad, Aquaprad Beginn: 20:30 Uhr

Kartenvorverkauf: Disco New, Bozen, Spitalgasse Kartenreservierungen: online: www.rocknet.bz telefonisch: 333 7767713 (Montag bis Freitag, 15 bis 19 Uhr)

Denn tatsächlich bezieht der Süd­ tiroler einen Großteil seines Stol­ zes aus dem Besitz eines eigenen Hauses. Und dafür opfert er zur Not alles: sein Geld, seine Frei­ zeit, seine Gesundheit, seine Ehe. Doch richtiges Bauen will gelernt sein. Günther (Thomas Hochkof­ ler) und Irene (Karin Verdorfer) haben die anstrengendsten Mona­

te ihres Lebens gerade hinter sich. Sie sind von einer Kommission unter Tausenden von Landsleuten als die archetypischen Bauherren ausgewählt worden und sollen nun – nach zwei ausverkauften Tourneen – den angehenden Bau­ herren zum dritten Mal erklären, welche Fehler sie bitteschön nicht machen sollten.

KULINARIK

Vom Berg ins Glas

PACIFIC QUARTET VIENNA Joseph Haydn: Quartett in D-Dur op.64 Nr. 5 „Lerchenquartett“ Anton Webern: Langsamer Satz Johannes Brahms: Quartett in a-Moll op.51 Nr. 2

* Freitag, 23. Februar, 20 Uhr Forum Brixen

Kartenvorverkauf: Tel. 0472 275588 – www.forum-brixen.com

z Erleben, entdecken und genießen – ein Wintertag auf der Plose im Zeichen des Eisacktaler Weißweins. Am 3. und 10. März stehen in den gemütlichen Almhütten auf den Sonnenhängen der Plose die besten Weißweine zur Verkostung bereit. Vor der Kulisse des UNESCO-Welt­ erbes Dolomiten treffen Weinge­ nuss und Kulinarik aufeinander. Die besondere Weindegustation hoch oben in den Bergen wird durch Fingerfood, bereitgestellt von den Wirten der Rossalm und des Restaurants La Finestra, be­ gleitet. Von Eisacktaler Winzern erfahren Sie Wissenswertes über Land, Leute und Weinkultur. Eine einmalige Gelegenheit, um nicht nur die beeindruckende Bergwelt um die Plose, sondern auch eine Auswahl der besten Weißweine und die besondere Kulinarik aus dem Eisacktal kennenzulernen.

* 3. März – Rossalm

10. März – Restaurant La Finestra jew. von 11 bis 15 Uhr Infos unter: www.plose.org

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FRÜHJAHRSPROGRAMM Sprachen

Spanisch für Anfänger Di. 20.02. | 18-19.30 Uhr | 10 Treffen

MUSIK

Konzerterlebnis zum Jubiläum z Das internationale Orchester „Egerländer Blasmusik Neusiedl am See“ mit Musikern aus Öster­ reich, Deutschland und Südtirol feiert im Jahr 2018 mit dem neuen Konzertprogramm „Daheim im Egerland“ sein 25-jähriges Büh­ nenjubiläum mit drei Konzerten, und zwar am 16. Februar in St. Michael/Eppan, am 17. Februar in Algund und am 18. Februar in Mühlbach. Die Formation spielt in der typischen Besetzung, die jenes Klangerlebnis ausmacht, das durch Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten weltweit bekannt geworden ist. Im Konzertprogramm der Egerländer Blasmusik Neusiedl am See finden sich viele bekannte böhmische Me­

lodien, die als Egerländer Erfolge um die Welt gingen, zum Beispiel der Marsch „Gruß an Böhmen“, der Walzer „Rauschende Birken“ sowie die Polkas „Wir sind Kinder von der Eger“, „Löffelpolka“ oder „Eger­ land – Heimatland“. Zudem wird das Orchester seine Vielfältigkeit und Perfektion durch einen kurzen Ausflug in andere Musikrichtungen unter Beweis stellen.

* So., 18. Februar, 18 Uhr Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

Infos unter www.egerlaender-blasmusik.com Kartenvorverkauf: Tourismusverein Gitschberg Jochtal (0472 886 048, info@gitschberg-jochtal.com)

MULTIVISIONS-VORTRAG

Burma – Zauber eines goldenen Landes

z Der renommierte Reise- & Fo­ tojournalist Andreas Pröve ist auf Einladung des Reisebüros Thomas Cook bereits zum zweiten Mal Gast beim Weltenbummler-Abend in Südtirol. Sein bildgewaltiger Multivisions-Vortrag berichtet dies­ mal über seine 3.000 Kilometer lange Rollstuhlreise durch Burma. Als Andreas Pröve vor über 30 Jahren zum ersten Mal nach Bur­

ma kam, fand seine Begeisterung keine Grenzen. „Es ist eine Perle in einem Haufe Kies“, notierte er damals in seinem Tagebuch. In der Tat, kaum ein Land kann mit einer solchen Vielfalt an unter­ schiedlichen Kulturen, Völkern, landschaftlichen Schönheiten und monumentalen Superlativen auf­ warten wie das heutige Myanmar. Nun ist Andreas Pröve noch einmal durch Burma gereist und doku­ mentiert sein Traumland mit spek­ takulären Aufnahmen. So offensiv und hautnah wie er unterwegs ist erlebt der Zuschauer auch sei­ ne Vorträge und Fotoreportagen: Spannend, lebendig und live er­ zählt, bereichert mit Interviews, O-Tonaufnahmen und Musik.

* Do., 22 Februar, 19:30 Uhr

Französisch für Anfänger Do. 22.02. | 18-19.30 Uhr | 10 Treffen Englisch spielend lernen für Eltern mit ihren Kindern von 3 bis 6 Jahren Mo. 26.02. | 15.30-16.30 Uhr | 6 Treffen Italienisch für die Zweisprachigkeitsprüfung Laufbahn A/B bzw. Niveau C1/B2 Mo. 12.03. | 19.30-21 Uhr | 12 Treffen | Mo. + Mi.

Beruf & Multimedia

Eltern-Kind-Turnen Di. 13.03. | 17-18 Uhr | 6 Treffen Vahrn | Grundschule Selbstverteidigung und Selbstschutz Fr. 23.03., 18-22 Uhr | Sa. 24.03., 08.30-12.30 Uhr | 2 Treffen

Hobby & Freizeit

Außengestaltung mit Feng Shui: Erholungsoasen im Garten, auf Balkon und Terrasse Mo. 05.03. | 19.30-22 Uhr | 1 Treffen Geflochtene Deko-Schale aus Ranken und Wolle Di. 13.03. | 19-21.30 Uhr | 1 Treffen

Steuererklärung Vordruck 730: ja oder nein? Fr. 09.03. | 18-21 Uhr | 1 Treffen

Österliche Dekoration aus Moos, Heu oder Birken Sa. 17.03. | 14-17 Uhr | 1 Treffen

Aufbaukurs EDV Mo. 12.03. | 19-22 Uhr | 5 Treffen | jeweils Mo. und Mi. Sozialw. Gymnasium

Kerzen gestalten und verzieren Di. 20.03. | 19.30-22.30 Uhr | 1 Treffen

Wie gute Portraitfotos einfach gelingen Sa. 24.03. | 09-17 Uhr | 1 Treffen

Gesundheit & Bewegung Ein Schönheitstag für mich mit Beauty Food Fr. 02.03. | 18-22 Uhr | 1 Treffen Milland | Zentrum Narrativ

Ökologische Wasch- und Putzmittel einfach selber machen Mi. 07.03. | 18-22 Uhr | 1 Treffen Milland | Zentrum Narrativ Mentaltraining für ein erfolgreiches Leben Fr. 09.03., 14.30-18.30 Uhr | Sa. 10.03., 09-13 Uhr | 2 Treffen Zum Tag der Frau – Ein Schönheitstag für mich Sa. 10.03. | 14-17 Uhr | 1 Treffen Cellulite – und was ich selbst dagegen tun kann Mo. 12.03. | 19.30-21.30 Uhr | 1 Treffen

Leckere Speisen, die gut tun! Mi. 28.02. | 18-22 Uhr | 1 Treffen Milland | Jakob-Steiner-Haus Das gesunde Frühstück Sa. 03.03. | 09-12 Uhr | 1 Treffen Milland | Jakob-Steiner-Haus Burger & Co. Di. 06.03. | 19-23 Uhr | 1 Treffen Milland | Jakob-Steiner-Haus Speisen ohne Kohlenhydrate: Low Carb 3-Gänge-Menü Di. 13.03. | 19-23 Uhr | 1 Treffen Vahrn | Haus Voitsberg Leichte Detox-Küche für mehr Vitalität Fr. 16.03. | 18-22 Uhr | 1 Treffen Milland | Zentrum Narrativ Vater-Sohn-Kochkurs Sa. 17.03. | 10-14 Uhr | 1 Treffen Vahrn | Haus Voitsberg Basische Ernährung in Theorie und Praxis Mi. 21.03. | 19-23 Uhr | 1 Treffen Milland | Jakob-Steiner-Haus

Unser gesamtes Kursprogramm finden Sie auf www.vhs.it

Forum Brixen

Eintritt: 14 Euro VVK, 15 Euro an der Abendkasse Tickets im Thomas Cook Reisebüro (Tel. 0472 20051), online unter www.reisebuero24.it und in allen Raiffeisen-Filialen

Volkshochschule Südtirol - Zweigstelle Brixen Peter-Mayr-Straße 9 – Tel. 0472 836 424 – brixen@vhs.it

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Donnerstag, 1. Februar

Veranstaltungen

Jazz

20:30 Uhr

Ensemble 11 Symbiotic Mesh Vor dem Hintergrund einer HarmonieSection aus Klavier, Vibraphon und Harfe spielt ein opulenter Satz aus Saxophonen, Klarinetten, klassischer Flöte, Stimme und Violoncello Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Freitag, 2. Februar

Buchvorstellung

20 Uhr

Die Stille, die im Schatten blüht Das Leben des Simon Mayr mit Morbus Still, Buch von Christina Feiersinger Forum Brixen

Theater

ab 9 Uhr

Benefizflohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn Vahrn, alter Kindergarten

Sport

10 Uhr

Theater

20 Uhr

Samstag, 3. Februar

ab 8:30 Uhr

Tag der offenen Tür Tag der offenen Tür in der LBS „Emma Hellenstainer“ (von 8:30 bis 16 Uhr) Fischzuchtweg 9

Theater

20 Uhr

Auf Amts-Wegen Komödie von Heinz-Jürgen Köhler, gespielt von der Salbeibühne Albeins, Haus der Dorfgemeinschaft

Skirennen Riesentorlauf um die Trophäe der Gitschhütte Gitschberg

Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim

20 Uhr

Auf Amts-Wegen Komödie von Heinz-Jürgen Köhler, gespielt von der Salbeibühne Albeins, Haus der Dorfgemeinschaft

Diverses

Diverses

Theater

20 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

Dienstag, 6. Februar

Theater

20 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

Sonntag, 4. Februar

Theater

15 & 20 Uhr

Theater

18 Uhr

Auf Amts-Wegen Komödie von Heinz-Jürgen Köhler, gespielt von der Salbeibühne Albeins, Haus der Dorfgemeinschaft Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim Montag, 5. Februar

Film

20 Uhr

Happy End Drama (DE/AT/FR 2017) u.a. mit Isabelle Huppert und Jean-Louis Trintignant Forum Brixen

Donnerstag, 8. Februar

Theater

20 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule Freitag, 9. Februar

Theater

20 Uhr

Vahrnereien Faschingsrevue der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

KVW BILDUNG BRIXEN QUALIFIZIERUNG BERUF Modularer Kurzlehrgang: „Top for office“ ab Di., 20.02. (21 Treffen)

NLP Diploma (INLPTA) ab Do., 22.02. (2 Blöcke à 3 Tagen) Infoabend: Mi., 01.02., 19.00 Uhr Achtsamkeit im beruflichen und privaten Alltag ab Fr., 06.04. (2 Blöcke à 3 Tagen) Resilienz – wie Sie zum Stehaufmännchen werden am Mi., 01.02., 14.00–17.00 Uhr Professionelle Organisation im Büroalltag am Mo., 26.02., 9.00–17.00 Uhr Buchhaltung für NeueinsteigerInnen ab Di., 20.02., 19.00–21.30 Uhr (6x)

Facebook für EinsteigerInnen ab Do., 19.04., 19.00–21.00 Uhr (2x) Achtung: Internet und Kinder – Sicherheitstipps am Mi., 16.05., 19.30–21.30 Uhr

SPRACHEN

Informationsveranstaltung: Sprachkurse der KVW Bildung am Mo., 05.02., 19.00–20.30 Uhr Italienisch – Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung C ab Di., 20.02., 19.30–21.00 Uhr (13x) Italienisch – Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung A/B ab Di., 27.02., 19.30–21.00 Uhr (13x) Konversationskurs Italienisch ab Di., 13.03., 19.00–20.40 Uhr (9x)

EDV

Italienisch – Grundlagen für Büro und Rezeption ab Do., 22.03., 19.00–21.00 Uhr (4 x)

Buchhaltung am PC ab Di., 28.03., 19.30–21.45 Uhr (4x)

A1.1 Deutsch für AnfängerInnen ohne Vorkenntnisse ab Mo., 19.02., 19.30–21.10 Uhr (20x)

50+ EDV Grundkurs ab Do., 08.03., 18.15–20.00 Uhr (6x)

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A1.2 Deutsch für AnfängerInnen mit Vorkenntnissen ab Di., 20.02., 19.30–21.10 Uhr (20 x)

KREATIVITÄT

Konversationskurs Englisch ab Di., 20.02, 19.30–21.00 Uhr (9x)

Fotografie Basiskurs ab Do., 22.02., 19.30–22.00 Uhr (4x)

Englisch – Grundlagen für Büro und Rezeption ab Do., 22.02., 19.00–21.00 Uhr (4x)

Fotobuch und Co. ab Mo., 05.03., 19.00–22.00 Uhr (3x)

GESUNDHEIT WOHLBEFINDEN

Fotografie Intensivkurs ab Di., 23.01., 19.30–22.00 Uhr (6x)

Fotografieren auf Familienfeiern ab Mi., 04.04., 19.30–22.00 Uhr (2x)

Vortrag: Lebensmittel, was wirklich drin ist am Do., 25.01., 19.30 Uhr

Starkes Ich – für starke Kinder ab Fr., 26.01., 16.00–17.30 Uhr (3x) Pilates am Vormittag ab Di., 30.01., 10.00–11.00 Uhr (6x) Farb- und Stilberatung ab Sa., 10.02. (1 Seminartag + Einzelstunde) Schminktipps vom Visagisten am Sa., 03.03., 14.00–17.00 Uhr Die Kraft der Knospen Sa., 24.03., 9.00–13.00 Uhr

Infos & weitere Angebote: KVW Bildung Brixen Tel. 0472 207 978 bildung.brixen@kvw.org bildung.kvw.org


Musik

18 Uhr

Faschingskonzert Der Kulturverein Brixen Musik veranstaltet ein Faschingskonzert mit verschiedenen Ausführenden Forum Brixen

Montag, 12. Februar

Samstag, 17. Februar

Film

20 Uhr

Der sechste Kontinent Dokumentarfilm über das Haus der Solidarität Forum Brixen

Theater Theater

20 Uhr

Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim Samstag, 10. Februar

Theater

18 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

Theater

20 Uhr

Vahrnereien Faschingsrevue der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

20 Uhr

Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim

Theater

Diverses

ab 9:30 Uhr

Theater

18 Uhr

Jodelt! Jodelseminar mit Markus Prieth Jugendhaus Kassianeum

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

20 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

Theater

Theater

18 Uhr

Animal Farm 40 Jahre Theater am Vinzentinum – ein Grund zum Feiern! Der Abgang der Maturanten wird schweinisch, schmierig und subversiv Vinzentinum

ab 9:30 Uhr

Jodelt! Jodelseminar mit Markus Prieth Jugendhaus Kassianeum

20 Uhr

Dienstag, 13. Februar

18 Uhr

Konzert Die Egerländer Blasmusik Neusiedl am See gibt zu ihrem 25. Geburtstag ein Konzert Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

Sonntag, 18. Februar

Diverses

Montag, 19. Februar

Film

Vahrnereien Faschingsrevue der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

Theater

Musik

Theater

18 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

20 Uhr

Aus dem Nichts Drama mit Diane Kruber, Numan Acar und Ulrich Tukur (DE 2017) Forum Brixen Dienstag, 20. Februar

Kabarett

20 Uhr

Schaffa schaffa ... ... Häusle baue. Mit ihrem Kabarett kommen Thomas Hochkofler und Karin Verdorfer auch nach Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

20 Uhr

Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim Donnerstag, 15. Februar

Film Theater

20 Uhr

Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim Sonntag, 11. Februar

Theater

15 & 20 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

Theater

18 Uhr

Mill and Ka(o)s Unter dem Motto „Wos passiert do …” zeigt Theater Brilland (ehemals Heimatbühne Brixen-Milland) zu Fasching Lachkracher und coole Songs Milland, Jugendheim

19:30 Uhr

Cobain – Montage of Heck „Montage of Heck“ portraitiert Kurt Cobain so nah wie noch nie Jukas

Theater

20:30 Uhr

Barbara Balldini Balldini’s Night – Das Schärfste aus vier Programmen Forum Brixen Freitag, 16. Februar

Theater

20 Uhr

Sei im Pool, mein Krokodil! Der Theaterverein Neustift bringt zur Faschingszeit die Komödie „Sei im Pool, mein Krokodil!“ unter der Regie von Thomas Hochkofler und Renate Gruber auf die Bühne Neustift, Grundschule

Theater

20:30 Uhr

dunkHell Philosokomik mit Peter Spielbauers neuem Programm „dunkHell“ Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

„WECHSELHAFT … MIT AUSSICHT AUF BESSERUNG“ Nach einer einjährigen Pause tritt das TheaterStudio Freitag heuer wieder mit einem Kabarett an die Öffentlichkeit. Diesmal geht es um den Wechsel in allen seinen Facetten: den Generationswechsel, Lehrerwechsel, den Wechsel des Looks und natürlich gibt es Verwechslungen aller Arten.

* Fr., 23. Februar, 20 Uhr

Sa., 24. Februar, 10 Uhr So., 25. Februar, 18 Uhr Di., 27. Februar, 20 Uhr Mi., 28. Februar, 20 Uhr TPZ, Köstlanstraße 28

Vormerkung erwünscht! Tel. 335 535 99 55 (SMS), E-Mail tpz-brixen@hotmail.com

* Parallel zu den Aufführungen

findet im TPZ eine Ausstellung von Bodypainting-Werken der angehenden Maskenbildnerin Nathaly Ebner statt. 19.–28. Februar 43


Veranstaltungen

Theater

20:30 Uhr

Il senso della vita di Emma von Fausto Paravidino, Teatro Stabile di Bolzano Forum Brixen

Freitag, 23. Februar

Musik

Samstag, 24. Februar

17 Uhr

Die Bibel mittelalterlich vertont Ein Konzertabend der besonderen Art Bildungshaus Kloster Neustift

Mittwoch, 21. Februar

Vortrag

Montag, 26. Februar

Kabarett

10 Uhr

Wechselhaft ... ... mit Aussicht auf Besserung. Kabarett des TheaterStudio Freitag TPZ, Köstlanstr. 28

20 Uhr

Mami sorgt vor Fachleute informieren über Familien­ gelder und Möglichkeiten der Rentenvorsorge für Eltern KVW Brixen, Hofgasse 2

Jazz

20:30 Uhr

Mirko Pedrotti Quintet mit Mirko Pedrotti, Chris Montague, Lorenzo Sighel, Luca Olzer und Matteo Giordani Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 22. Februar

Diskussion

19:30 Uhr

Zeitreise 2018–2038 Der Lionsclub Brennero–Brenner Europabrücke lädt zu einem visionärphilosophischen Zukunftsausblick mit prominenten Diskussionsgästen Kloster Neustift, Augustinisaal

Vortrag

20 Uhr

Zauber eines goldenen Landes Multivisionsvortrag über Burma mit Andreas Pröve Forum Brixen

Kabarett

20 Uhr

Wechselhaft ... ... mit Aussicht auf Besserung. Kabarett des TheaterStudio Freitag TPZ, Köstlanstr. 28

Musik

20 Uhr

Pacific Quartet Vienna mit Yuta Takase und Eszter Major (Violine) sowie Chin-Ting Huang (Viola) und Sarah Weilenmann (Violoncello) Forum Brixen

Kabarett

20:30 Uhr

Jetzt erst mal für immer Ob als Comedienne, Schauspielerin oder Sängerin: Constanze Lindner ist ein Bühnentier Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Theater

20 Uhr

Animal Farm 40 Jahre Theater am Vinzentinum – ein Grund zum Feiern! Der Abgang der Maturanten wird schweinisch, schmierig und subversiv Vinzentinum

Kabarett

20:30 Uhr

Jetzt erst mal für immer Ob als Comedienne, Schauspielerin oder Sängerin: Constanze Lindner ist ein Bühnentier Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 25. Februar

Theater

18 Uhr

Animal Farm 40 Jahre Theater am Vinzentinum – ein Grund zum Feiern! Der Abgang der Maturanten wird schweinisch, schmierig und subversiv Vinzentinum

18 Uhr

Plose Nights

Autor: George Orwell Regie: David Thaler 40 Jahre Theater am Vinzentinum – ein Grund zum Feiern! Der Abgang der Maturanten wird schweinisch, schmierig und subversiv.

* Premiere: So., 18. Februar, 18 Uhr

Platzreservierungen unter der Tel, 345 5225451 oder per E-Mail an theater@vinzentinum.it

20 Uhr

Mountain Dokumentarfilm über die hochalpinen Bergwelten von Papua-Neuguinea über Alaska bis Hawaii Forum Brixen

Wechselhaft ... ... mit Aussicht auf Besserung. Kabarett des TheaterStudio Freitag TPZ, Köstlanstr. 28

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In meinem Hals ... ... steckt eine Weltkugel; von Gerhard Meister, ein Gastspiel des Theaters Marabu (Bonn) Forum Brixen

Film

Kabarett

Sa., 24. Februar, 20 Uhr So., 25. Februar, 18 Uhr Do., 1. März, 20 Uhr Sa., 3. März, 20 Uhr So., 4. März, 18 Uhr Fr., 9. März, 20 Uhr Sa., 10. März, 20 Uhr So., 11. März, 14 Uhr Vinzentinum

Jugendtheater 8:45 & 10:45 Uhr

bis 9. März Besondere Winterabende jeden Freitag ist die Kabinenbahn von 18 bis 23 Uhr geöffnet Plose

Märkte Bauernmarkt samstags, 7:30–14 Uhr Hartmannsplatz Monatsmarkt Sa., 3. Februar, 8–13 Uhr Schwesternau Wochenmarkt montags, 7:30–13:30 Uhr Priel-Gelände

Dienstag, 27. Februar

Kabarett

20 Uhr

Wechselhaft ... ... mit Aussicht auf Besserung. Kabarett des TheaterStudio Freitag TPZ, Köstlanstr. 28 Mittwoch, 28. Februar

Kabarett

20 Uhr

Wechselhaft ... ... mit Aussicht auf Besserung. Kabarett des TheaterStudio Freitag TPZ, Köstlanstr. 28

Ausstellungen StadtGalerie ab 26. Jänner Natur in Vollendung Die Naturfotografen Gerog Kantioler, Manuel Plaickner, Huge Wassermann und Johannes Wassermann eröffnen einen anderen Blick auf die Natur Mi.–Sa. 10–12 & 16:30–18:30 Uhr, Di. 10–12 & 15–17 Uhr Eröffnung: 25. Jänner, 18:30 Uhr Galerie 90, Mühlbach 29. Jänner bis 24. Februar Rudi Uibo 1948–2008 mit Werken Rudi Uibo Eröffnung: 28.1., 18 Uhr Festung Franzensfeste bis 1. April Schulen gemeinsam planen bis 3. Juni Brücke zwischen Nord und Süd Römische Straßen in Südtirol Di.–So. 10–16 Uhr TPZ 19.–28. Februar Bodypainting Die angehende Maskenbildnerin Nathaly Ebner zeigt Bodypainting-Werke Köstlanstr. 28


WEITERBILDUNGSANGEBOTE IM BILDUNGSHAUS KLOSTER NEUSTIFT Gut aufgestellt für Organisationen Mo. 26.02., 09.00–17.00 Uhr Das kleine Bier-ABC Di. 27.02., 18.30–21.30 Uhr Tagung „Naturkraft der Alpen – der Mensch im Einklang mit der Natur“ Do. 01.03., 09.00–17.00 Uhr Wilde Grüne Hausapotheke Wildkräuter in Ernährung & Heilkunde Fr. 02.03., 09.00–17.00 Uhr

Ernährung nach TCM

Ausbildung zum/r Kneipp Gesundheitstrainer/in 2018

Berufsbegleitende Ausbildung Die Gesundheitslehre nach Sebastian Kneipp basiert auf ihrem naturbezogenen und ganzheitlichen Ansatz und in erster Linie auf der Heilkraft des Wassers und der Kräuter. Sie gehört zu den traditionsreichsten medizinisch anerkannten Naturheilverfahren in Europa und beruht auf dem Zusammenspiel der 5 Wirkprinzipien Lebensordnung – Wasser – Kräuter – Bewegung – Ernährung. In dieser Ausbildung lernen Sie die Kneipp-Lehre in der Theorie und die KneippAnwendungen in der Praxis kennen. Mi. 07.02.–So. 13.05., 09.00–17.30 Uhr, 3 Blöcke

Ganzheitliche/r Aromaberater/in

Basis-Intensivseminar Das Aromaberater-Basis-Intensivseminar dient dazu, den Teilnehmer/innen ein fachgerechtes Wissen zur sicheren Anwendung und Dosierung von ätherischen Ölen, Hydrolaten und fetten Ölen beizubringen. Durch Rezeptbeispiele werden Anregungen zur Anwendung in verschiedenen Bereichen gegeben: Aromapflege, Wellness / Entspannung, Kosmetik, Raumbeduftung, Aromaküche. Fr. 09.02.–Sa. 24.02., 09.30–17.00 Uhr, 2 Blöcke

Lehrgang Die chinesische Ernährungslehre, auch als 5-Elemente-Ernährung bezeichnet, basiert auf dem Erfahrungsschatz der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einer seit über 3000 Jahren bewährten Gesundheitslehre. Neben den therapeutischen Methoden wie Akupunktur, Kräutertherapie und Heilgymnastik (Qi Gong oder Tai Chi) spielt die Ernährungslehre eine große Rolle sowohl in der Prävention als auch in der Therapie von Krankheiten. Nach der TCM hat jedes Lebensmittel eine bestimmte Wirkung auf unseren Körper und unser Wohlbefinden. Fr. 23.02. bis Sa. 02.06.

Eine Auswahl unserer weiteren Angebote: Testsimulation MedAT-H und MedAT-Z Erfolgsorientierte Vorbereitung auf den Eignungstest für das Medizinstudium Sa. 03.02., 09.30–15.30 Uhr Leistungsstark in Beruf und Alltag Mit innerer Stärke die Anforderungen des Alltags managen Sa. 03.02., 09.00–17.00 Uhr Grüne Apotheke von Kopf bis Fuß Altes Wissen verknüpft mit moderner Heilpflanzenkunde Di. 06.02.–Mi. 07.02. Der Berg und die Steine Bergbilder und Steinwelten / Kunstakademie mit Gerhard Almbauer Do. 08.02.–So. 11.02., jeweils 09.30–17.00 Uhr NaturHEILkunde nach Kneipp – einfach, wirkungsvoll, natürlich Wohlbefinden steigern - Immunsystem stärken Sa. 10.02., 09.00–17.00 Uhr Tiroler Bibelkurs Nord-, Süd- und Osttirol Sa. 17.02., 14.00–16.30 Uhr

Informationen und Anmeldung: Bildungshaus Kloster Neustift Stiftstraße 1, I-39040 Vahrn Tel. 0472 835 588 bildungshaus@kloster-neustift.it www.bildungshaus.it

Jin Shin Jyutsu Praxistag Sa. 17.02., 09.00–18.00 Uhr Konzert zur Fastenzeit Vertonung und Lesung biblischer Texte Fr. 23.02., 09.00–22.00 Uhr

Knospen und die lebendigen Kräfte der Bäume Praxisseminar Fr. 02.03.–Sa. 03.03., jeweils 09.00–17.00 Uhr Fasten in der Fastenzeit – Reise zu mir Buchingerfasten mit Qi Gong & Wandern Sa. 03.03.–Sa. 10.03. Wildkräuter- Smoothies Sa. 03.03., 09.00–17.00 Uhr Auszeitmassage Entspannen, den Tiefschlaf fördern und die Immunabwehr stärken Mo. 05.03., 09.00–18.00 Uhr So führen Sie Ihr Team zum Sieg Was Führungskräfte vom Profisport lernen können Do. 08.03., 09.00–17.00 Uhr Fortbildung Trauerbegleitung Kompetentes Begleiten in Trauersituationen Fr. 09.03.–Sa. 08.09., 1.–3. Block jeweils Fr. jeweils 9.00–18.00, Sa. jeweils 09.00–17.00, letzter Block: Do.–Fr. jeweils 09.00–18.00 Die Wirbelsäule – Kreuz und Rückgrat Vortrag und Infoabend Mo. 12.03., 19.00–20.30 Uhr Fußreflexzonenmassage Grundkurs Di. 13.03.–Mi. 14.03., Mo. 14.00–22.00 Uhr, Di. 09.00–19.00 Uhr Vom Mitarbeiter zur Führungskraft Crashkurs für Führungskräfte Mi. 14.03.–Do. 15.03., jeweils 09.00–17.00 Uhr Naturnahes Gärtnern Gärtnern ohne Gift Fr. 16.03.–Sa. 17.03. Spiritnight Fr. 23.03.–Sa. 24.03. Grundlagen zur Nutzung eines Smartphones und Tablets Seminar für Einsteiger Mi. 28.03., 09.00–17.00 Uhr General Data Protection Regulation (GDPR) Mi. 28.03., 09.00–17.00 Uhr

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RODELSPORT IM EISACKTAL

Freizeit & Sport

Tal der Rodler

Vier Kunstbahnrodler aus dem Eisacktal nehmen an der heurigen Olympiade teil: drei Meransner und ein Lüsner. Wenn auch das Renn- oder Sportrodeln olympisch wäre, würde es höchstwahrscheinlich noch mehr Eisacktaler Teilnehmer geben. Der „Brixner“ hat sich einen Überblick verschafft, warum ausgerechnet der Großraum Brixen so viele schnelle Rodler hat.

E

ine olympische Goldmedaille hat das Eisacktal im Kunst­ bahnrodeln bereits; diese holte sich Erika Lechner im Jahre 1968 bei den Olympischen Spielen in Grenoble. Heuer könnte sich eine weitere Medaille dazu gesel­ len: Die Kunstbahnrodler Dominik Fischnaller und sein Cousin Kevin Fischnaller werden im Einsitzer ins Rennen gehen; Patrick Rastner aus Lüsen und Ludwig Rieder im Doppelsitzer. Drei der jungen Rodler stammen aus Meransen, der „Kunstbahnhochburg“ im Eisacktal.

„Gut starten ist die Basis“. Auch

wenn es in Meransen keine kom­ plette Kunstbahn gibt, wurde dort vor rund 30 Jahren eine Startbahn erbaut – und somit die Basis für schnelle Kunstbahnrodler geschaf­ fen. „Die Startbahn wurde eigent­ lich im Vorfeld auf die geplante Kunstbahn errichtet, zu deren Bau es schlussendlich dann aber gar nicht kam“, erklärt Helene Stampfl Mair, Rodel­Sektionsleiterin des ASV Gitschberg. „Das Projekt wur­ de durch eine Volksabstimmung gekippt. Die Startbahn stand da 46

aber bereits.“ Angedacht wurde das Projekt, da aus Meransen ei­ nige erfolgreiche Kunstbahnrodler entsprungen waren – allen voran die Olympiasiegerin Erika Lech­ ner, ihr Bruder Emil sowie auch

verholfen“, so Stampfl Mair, die das gute Starten zur absoluten Basis für einen erfolgreichen Lauf erklärt. Reges Interesse an der Start­ bahn bestand allerdings nicht

Jungen unter ihre Fittiche, und da es in ganz Südtirol mittlerwei­ le keine Kunstbahn mehr gibt, kommt die Startbahn in Meransen zum Training gerade recht“, weiß Stampfl Mair.

„Die guten Renn- und Kunstbahnrodlern kommen alle vom Sportrodeln“_ Helmuth Stockner, Sektionsleiter der Rodler des ASV Pfeffersberg Christina Pabst, die allerdings nach einem schweren Rodelunfall ihre Karriere frühzeitig beenden musste. Nach der aktiven Karriere setzten sich einige der Rodler sowie auch Südtiroler Politiker und andere namhafte Personen aus dem Gemeindegebiet für den Bau der Kunstbahn und somit für den Ausbau der Sportart ein. „Erhalten geblieben ist uns vom damaligen Projekt bis heute die Startbahn – und das ist auch gut so, denn diese wird wieder rege genutzt und hat, wie man sieht, den einen oder anderen heimi­ schen Athleten zu seinen Erfolgen

die ganzen letzten 30 Jahre über: Seit rund zehn Jahren hat das Interesse am Kunstbahnrodeln wieder zugenommen, und gar einige Meransner Athleten haben seither auch den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. Zu diesem Aufschwung beigetragen hat auch die Steineggerin Gerda Weißensteiner, ebenso Olympia­ siegern im Kunstbahnrodeln, die sich den Aufbau der Jugend nach Beendigung ihrer aktiven Karriere zu Herzen genommen hat. „Gerda und ehemalige Meransner Rodler wie Emil Lechner oder Alfred Pabst nahmen und nehmen die

Heute sind es vor allem Kinder, die auf der Startbahn trainieren. „Sobald das Starten gut klappt, wird auf der Kunstbahn in Igls gefahren. In Meransen trainie­ ren nicht nur die Kinder aus der Umgebung, sondern aus ganz Südtirol. Auch die italienische Nationalmannschaft ist hie und da auf unserer Startbahn anzu­ treffen“, freut sich die Sektions­ leiterin.

Lüsens heiße Kufen. Zu dieser

Nationalmannschaft und gleich­ zeig zum Olympiakader gehört neben den drei Meransnern auch


noch der Lüsner Patrick Rastner. Das Rodeln hat auch in seinem Heimatort bereits eine langjäh­ rige Tradition – allerdings geht diese eher auf das Naturbahn­ rodeln zurück. „Man muss aller­ dings zwischen Rennrodeln und Sportrodeln unterscheiden – das sind zwei unterschiedliche Diszi­ plinen“, erklärt Martin Ragginer, Präsident des ASV Lüsen. Wäh­ rend das Sportrodeln komplett als Hobbysport ausgeübt und mit einer etwas höheren Rodel gefah­ ren wird, gibt es beim Rennrodeln auf der Naturbahn auch die Mög­ lichkeit, in eine Sportgruppe auf­ genommen zu werden und somit den Sport zum Beruf zu machen. „Dass das Rennrodeln aber nicht olympisch ist, ist natürlich für die Athleten nach wie vor ein Manko – und macht die Sportart leider wesentlich unattraktiver als das Kunstbahnrodeln“, so Ragginer. Nichtsdestotrotz wurde in den 70er­Jahren in Lüsen eine Naturrodelbahn gebaut, die ne­ ben Latzfons und Villnöß zu den Trainingsmöglichkeiten für Na­ turbahnrodler im Eisacktal zählt. Derzeit hat der ASV Lüsen rund 20 aktive Athleten in der Sektion Ro­ deln. Zum Vergleich sind es „nur“ rund zehn Athleten mehr, die die Sektion Ski zählt. „Das Rodeln ist in Lüsen effektiv sehr beliebt, die Trainingsbahn samt Beleuchtung wird sehr rege genutzt“, so Rag­ giner, der sich wünschen würde, dass auch das Rennrodeln irgend­ wann olympisch wird. Ein weiterer Anlauf hierzu wird nun unternommen. Allerdings sind es nach wie vor wenige Na­ tionen, die diesen Sport ausüben; die Chancen sind also eher gering. Das olympische Komitee wünscht sich nämlich zwischen zehn und 15 Nationen, die Interesse an einer Teilnahme bekunden – so viele sind es derzeit im Rennrodeln aber noch nicht. Neben Südtirol, das den Großteil der italienischen Nation ausmacht, gibt es auch noch in Österreich, Slowenien, Polen, der Schweiz und Russ­ land starke Rennrodler – recht viel mehr Nationen haben diese Sportart allerdings noch nicht für sich entdeckt. Anders ist es in Südtirol: „Vor einigen Jahren zweifelte ich noch daran, ob das Rodeln auf Natur­ bahn Zukunft hat. Heute weiß ich: Die Zweifel waren unbe­ gründet.“ In den letzten Jahren hat es nicht nur in Lüsen, sondern in ganz Südtirol einen großen Zuwachs an Rodlern gegeben. Bei den letzthin in Lüsen aus­ getragenen Jugendrennen waren

104 Teilnehmer aus rund 20 Süd­ tiroler Vereinen am Start. „Unser Aushängeschild Roman Kaser, der auch eine Weltmeisterschaft für sich entscheiden konnte, hat seine Karriere im letzten Jahr beendet. Der Nachwuchs schläft aber nicht: Wir haben in Lüsen viele junge und bereits erfolg­ reiche Rodler, worauf wir sehr stolz sind“, so Ragginer.

Vom Hobby zum Beruf. Wer im

Sportrodeln erfolgreich ist, hat auch das Zeug dazu, im Renn­ rodeln oder gar Kunstbahnrodeln erfolgreich zu sein. Davon über­ zeugt ist auch Helmuth Stockner, Sektionsleiter der Rodler des ASV Pfeffersberg. Die jungen Rodler müssen sich allerdings schon relativ früh entscheiden, welchen Weg sie gehen möchten: „Zwi­ schen 9 und 12 Jahren wäre es von Vorteil, wenn ein Umstieg aufs Renn­ oder gar aufs Kunst­ bahnrodeln erfolgen würde. Die guten Renn­ und Kunstbahnrod­ ler kommen nämlich alle vom Sportrodeln“, erklärt Stockner. Erfolgreiche Rodler schaffen dann den Schritt in den Landeskader und von da aus manchmal auch den Sprung in eine Sportgruppe – dann kann sich der Traum, das Hobby zum Beruf zu machen, effektiv verwirklichen. Die Sportrodel, die im Gegen­ satz zur Rennrodel auf Eisen­ und nicht auf Plastikbelägen fährt, ist ein sehr sensibles Gerät. „Man muss präzise fahren, um gute Ergebnisse zu erzielen. Im Sport­ rodeln sind die Abstände sehr gering“, verrät der Sektionslei­ ter, der früher selbst mit Armin Zöggeler Rodelrennen auf der Naturbahn bestritt, bevor Zög­ geler auf die Kunstbahn wech­ selte. Seit rund 40 Jahren wird auf dem Pfeffersberg gerodelt; derzeit sind zehn Rennrodler in der Sektion aktiv – und allesamt zählen zu den Erfolgreichsten Südtirols. Neben Italien­ und Landesmeistertitel wurden dort auch schon Weltmeistertitel ein­ geheimst. Seit 2014 nämlich gibt es in der Disziplin Sportrodeln auch eine Weltmeisterschaft, die alle zwei Jahre stattfindet und in der heurigen Saison in Latsch ausgetragen wird. Trainiert wird hierfür recht intensiv: „Den gan­ zen Winter über trainieren wir fix am Wochenende sowie ein­ bis zweimal unter der Woche abends. Für die Trainings fahren wir ent­ weder nach Lüsen oder nach Latzfons, da es am Pfeffersberg keine eigene Rodelbahn gibt“, so Stockner.

Was sich die Eisacktaler Rodler von der Olympiade erwarten:

Foto: Damiano Levati

Foto: Damiano Levati

info

Dominik Fischnaller, Einsitzer Kunstbahnrodeln: „Vier tolle Läufe und schnelle Startzeiten, das wäre mein Ziel für die heurige Olympiade. Wenn ich das schaffe, könnte sich ein gutes Ergebnis ausgehen. Ich bin dann zufrieden, wenn ich sagen kann, dass ich alles gegeben habe. Ruhig zu bleiben und sich nicht unter Druck zu setzen ist natürlich die größte Herausforderung – aber im Grunde ist das bei jedem anderen Rennen auch so.“ Kevin Fischnaller, Einsitzer Kunstbahnrodeln: „Ich gehe mit keinen allzu großen Erwartungen in diese Olympiade. Mein Ziel, mich für die Olympiade zu qualifizieren, habe ich nämlich bereits erreicht. Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren und will voll angreifen. Zufrieden werde ich dann sein, wenn ich es schaffe, bei allen vier Läufen meine Leistung zu bringen. Was dann herauskommt, sehen wir am Ende.“ Patrick Rastner und Ludwig Rieder, Doppelsitzer Kunstbahnrodeln: „Gewisse Erwartungen sind immer dabei, wenn man zu einer Olympiade fährt. Wir wollen unsere Leistung abrufen und hoffen, dass dies zu einem guten Ergebnis reicht. Wir haben heuer bereits einen zweiten Platz auf unserem Konto, sind aber etwas unzufrieden, wie wir mit diesem Erfolg umgegangen sind; das hat uns von der Erfolgsspur abweichen lassen. Wir versuchen, bei der Olympiade das ganze Rundherum so gut wie möglich auszublenden und einfach nur Spaß und Freude an unserem Sport zu haben.“

Rodelblut in den Genen. Wenn

man die Rodelhochburgen des Eisacktals betrachtet, fällt auf, dass diese Sportart in jenen Ortschaften beliebt ist, in denen der Skisport wegen der mangelnden Nähe zu einem Skigebiet benachteiligt ist, wie beispielsweise am Pfef­ fersberg, Latzfons, Villnöß oder auch in Lüsen. Rodeln ist auch dort beliebt, wo der Jugend die Sportart entweder durch bereits erfolgreiche ältere Athleten, wie beispielsweise die Geschwister Lechner in Meransen, oder aber durch die eigene Familie schmack­ haft gemacht wird. „Bei uns hat sich vom ersten bis zum letzten Familienmitglied jeder irgend­ wann mit dem Rodeln beschäftigt. Die Südtiroler Rodler sind eben eine große Familie – jeder kennt jeden, egal ob Kunstbahn­, Sport­

oder Rennrodler“, so Helmuth Stockner. Vielfach sind es aber auch Verwandte oder Freunde, die einem zum Rodeln bringen. „Rodeln ist allgemein ein Süd­ tiroler Volkssport, und oftmals kommt man auch über Umwege dazu, wie beispielsweise durch die zahlreichen Musikkapellen­ oder Feuerwehrrodelrennen, die bei uns nach wie vor sehr beliebt sind“, erklärt Stockner. „Irgend­ wann fängt man dann an, am Material zu tüfteln oder gar zu trainieren – und dann hat einen das Rodelfieber bereits gepackt.“

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 47


„Ganz ohne Druck“ Der Villnösser ROLAND FISCHNALLER und der Schabser AARON MARCH zählen im Snowboardsport zur Weltelite. Während Fischnaller heuer zum fünften Mal bei olympischen Spielen dabei sein wird, kämpft March derzeit noch um das Ticket für seine dritten olympischen Spiele. Der „Brixner“ hat mit den beiden über ihre Erwartungen gesprochen. Herr Fischnaller, am 24. Februar ist es soweit: Der SnowboardParallel-Riesentorlauf wird in Pyeongchang ausgetragen. Mit welchen Erwartungen fahren Sie nach Südkorea?

brauchen wir gar nicht diskutieren. Bei Olympia zählen nur die ersten drei Plätze. Um einer dieser drei Glücklichen zu sein, muss alles passen und alles perfekt zusam­ menspielen: Form, Material, Tages­ verfassung – und es braucht eine ordentliche Prise Glück.

Foto: Damiano Levati

Freizeit & Sport

INTERVIEW

ROLAND FISCHNALLER: Ich bin in erster Linie froh und zufrieden, dass ich zu meinen fünften olym­ pischen Spielen fahren kann. Ich bin der Älteste im Kader und hatte Olympia eigentlich nach der letz­ ten Saison, die nicht nach Wunsch verlaufen war, bereits abgehakt. Nun konnte ich in dieser Saison bereits einen Sieg sowie einen 2. und einen 5. Platz einfahren und mich somit auf Anhieb qualifizie­ ren. Die Erwartungen halte ich generell eher niedrig, was aber nicht heißen soll, dass ich nicht voll motiviert und mit viel Ehrgeiz nach Südkorea reise. AARON MARCH: Ich hingegen er­ fahre erst in diesen Tagen, ob ich definitiv mitfahren kann oder nicht. Meine Resultate lassen heu­ er noch etwas zu wünschen übrig; leider konnte ich nicht so gut in die Saison starten wie Roland. Nichtsdestotrotz bin ich jetzt zu­ versichtlich. Im letzten Jahr konnten die Snowboarder bei einem Weltcuprennen in Südkorea die Olympiapiste bereits testen. Kann man sich aufgrund dessen seine Chancen nun etwas besser ausrechnen? Aaron March: Nein, das kann man nie. Jedes Rennen ist von Grund auf anders und muss erst mal gefahren werden, bevor man voreilige Schlüsse zieht. Ich bin bei dieser „Generalprobe“ auf dem dritten Platz gelandet – was zwar bestätigt, dass mir die Piste recht gut liegt, aber noch lange nichts heißen mag. Ich müsste mich definitiv noch steigern und meine beste Leistung abrufen. Roland Fischnaller: Meine „General­ probe“ ist leider nicht gelungen. 48

Unzählige Faktoren, die zusammenspielen müssen – und nur eine einzige Chance. Das klingt alles nach viel Druck. Wie gehen Sie damit um?

Roland Fischnaller: „Olympiasieger bleibt man ein ganzes Leben lang“

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Bei mir hängt der Erfolg sehr stark von den Rahmenbedingungen ab; es ist also ausschlaggebend, ob der Schnee hart oder weich ist. Mit harten oder mit viel Salz prä­ parierten Pisten komme ich nicht

Roland Fischnaller: Olympiasieger bleibt man ein ganzes Leben lang. Insbesondere in Italien ist eine Medaille bei olympischen Spielen sehr viel wert – mehr als Weltcup­ siege oder gar Gesamtsiege. Ich

Aaron March: Ich versuche gene­ rell, den Druck auszublenden, und ich muss sagen, dass mir das bei meinen letzten Teilnahmen auch gut gelungen ist. Natürlich ist es extrem schwierig, an diesem einen 24. Februar bei nur einem Rennen seine Bestleistung abzurufen, aber im Großen und Ganzen überwiegt dann wohl eher nicht der Druck, sondern die Freude, überhaupt am Start zu stehen und ein Teil dieses ganz besonderen Events zu sein. Den Rest muss man au­ ßen vorlassen – unter Druck und Zwang erreicht man das Gegenteil von dem, was man sich wünscht. Roland Fischnaller: Genau diesen Druck habe ich mir bei meinen letzten vier Teilnahmen gemacht –

„Um eine Medaille zu gewinnen, muss alles perfekt zusammenpassen: Form, Material, Wetter, Tagesverfassung – und Glück!“_ Aaron March zurecht. Wenn mir der Schnee in Korea passt, kann ich vorne mitfahren, wenn nicht, habe ich keine Chance. Die Ortschaft, in der das Rennen ausgetragen wird, liegt relativ tief. Es hängt also stark von den Wetterbedingungen ab, ob die Piste weich oder hart sein wird.

bin mit meiner Karriere bisher mehr als zufrieden, und das auch ohne Medaille. Aber jetzt, so kurz vor Olympia, packt mich ehrlich gesagt schon der Ehrgeiz! Ich will alles geben, damit ich mei­ nen Kindern und Enkelkindern einmal meine Olympiamedaille zeigen kann.

Wie wichtig wäre Ihnen eine Olympiamedaille in Ihrer Sammlung?

Aaron March: Natürlich ist eine Olympiamedaille das Ziel schlecht­ hin eines jeden Athleten; darüber

und herausgekommen sind nicht zufriedenstellende Resultate. Heu­ er gehe ich das Ganze wesentlich entspannter an. Ich kann sagen, dass ich mich noch nie so locker gefühlt habe wie in dieser Saison – vielleicht, weil ich bereits gute Resultate erzielt habe. Vielleicht auch deshalb, weil ich nach 13 Jahren Material gewechselt habe, oder vielleicht auch, weil wir ein tolles Team sind, zu dem im Üb­ rigen auch der Brixner Bernhard


Tausende Athleten aus aller Welt sind bei den Olympischen Spielen wochenlang in einem Dorf vereint. Was bedeutet eine Olympiade, wenn man sie nicht nur aus sportlicher Sicht betrachtet?

Thaler zählt, unser Athletik­ und Mentaltrainer, der auch mit nach Korea fliegen wird. Möglicherweise auch, weil es wahrscheinlich Ihre letzten Olympischen Spiele sein werden?

Aaron March: Es ist eine einzigar­ tige Erfahrung. Das olympische Dorf ist etwas ganz Besonderes. Wir sind während der Wintersai­ son normalerweise immer mit denselben Leuten unterwegs und bilden eine kleine Familie. Olym­ pia ist ganz anders: Man knüpft Kontakte mit Athleten, die man vielleicht sogar nur aus dem Fern­ sehen kennt.

Roland Fischnaller: Das würde ich nicht unterschreiben. Ich bin zwar schon 38 Jahre alt, aber so viel Freude wie heuer hatte ich lange nicht mehr am Snowboarden. Deswegen schließe ich jetzt noch nichts aus. Ich entscheide dies von Saison zu Saison. Aaron March: Ich denke ehrlich ge­ sagt auch nicht ans Aufhören. Wenn alles gut läuft, bin ich sicher noch einige Jahre im Zirkus mit dabei. Es gibt mit dem Parallel-Riesentorlauf nur noch eine Disziplin, die bei Olympia für Snowboarder durchgeführt wird. Der Slalom wurde aus dem Programm genommen. Könnte es sein, dass Snowboard über kurz oder lang ganz gestrichen wird? Roland Fischnaller: Nein, das glau­ be ich nicht. Es gibt sehr viele

Aaron March: „Natürlich ist eine Olympiamedaille das Ziel schlechthin eines jeden Athleten; darüber brauchen wir gar nicht diskutieren“

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Nationen, die an den Start gehen, und das zählt für das Olympische Komitee. Die Chinesen haben aufgerüstet und machen wirk­ lich große Fortschritte im Snow­ boarden. Wir fahren zudem auf derselben Piste wie die Damen – auch das passt dem Komitee.

Auch Teambewerbe mit einem Mann und einer Frau sollen künf­ tig forciert werden, wofür sich das Snowboarden gut eignet. Bei uns ist das Teilnehmerfeld der Sportart zwar eher klein, aber in anderen Ländern gibt es viele, die sie ausüben.

Roland Fischnaller: Neben Aksel Lund Svindal zu frühstücken oder neben Ole Einer Bjørndalen im Kraftraum zu stehen hat schon etwas ganz Besonderes an sich. Oft weiß man gar nicht, wer ge­ rade neben einem steht. Vielleicht hat er schon zig Olympiamedail­ len gewonnen? Man lernt wirklich viele Leute kennen und macht wunderbare Erfahrungen, die ei­ nen ein Leben lang begleiten. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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FUSSBALL

Freizeit & Sport

Fußballtrainer des Jahres z Manuel Berretta vom ASV Mil­ land ist der „Fußballtrainer des Jahres 2016/2017“ der Amateurliga Trentino Südtirol. Vor kurzem hat der italienische Verband der Fußballtrainer (AIAC) dem Brix­ ner die Auszeichnung hierfür verliehen. „Ich habe zwar die Auszeichnung entgegennehmen dürften, aber eigentlich ist sie das Resultat der erfolgreichen

Jugendarbeit des ASV Milland. Diese gute Arbeit der letzten Jahre hat nun Früchte getragen“, so der Trainer. Nachdem Berretta seine aktive Fußballkarriere beim ASV Milland beendet hatte, ist er – seit nunmehr zehn Jahren – auch im Ausschuss der Gelb-Schwarzen und seit 2010 als Trainer tätig. In den letzten fünf Jahren hat er mit dem Verein drei Titel erringen

F&S

können: den Landesmeistertitel der A-Jugend 2014, den Pokalsieg mit der ersten Mannschaft 2012 und den Meisterschaftssieg in der 1. Amateurliga 2017. eh

Freizeit & Sport EISHOCKEY

Klares Ziel vor Augen z Die regulären Spiele des ersten Meisterschaftsjahres in der Serie C neigen sich dem Ende zu, und die Falcons führen die Tabelle des Kreises Ost der italienischen Ho­ ckeyleague an. „Nun warten die Play-Off-Spiele auf uns, in die wir mit dem klaren Ziel gehen wer­ den, sie zu gewinnen. Wir können nach genau 30 Jahren diesen Titel wieder nach Brixen holen – den ersten, seit es die Falcons gibt. Wir werden alles dafür tun“, er­ klärt Vizepräsident Oliver Schenk. Ganz einfach wird das allerdings nicht, denn es gibt noch einige norditalienische Mannschaften,

kurz

notiert

50

die dasselbe Ziel verfolgen wie die Brixner. Auch wenn mit dem Sieg ein Aufstieg möglich würde, ist dieser allerdings noch nicht fix: „In der nächsthöheren Liga, der Serie B, mitzuspielen, bedeutet ei­ nen Mehraufwand an Zeit, Einsatz und Budget – aber wir wollen jetzt noch nicht darüber nachdenken. Wir konzentrieren uns vorerst auf die anstehenden Spiele“, so Schenk. Auch im Jugendbereich sind die Falcons derzeit gut un­ terwegs: In fünf Kategorien wird heuer Meisterschaft gespielt; von der U7 angefangen bis hin zur U15. Unterstützt werden sie erst­

Vom 19. bis 21. Jänner fand in der Brixner Handballhalle die Premiere des Alpe-Adria-Turniers für Vereinsmannschaften statt. Je zwei Teams aus Slowenien, Österreich, der Schweiz und Italien kämpften um den Titel. Initiiert wurde das Turnier von Stefano Podini, Vizepräsident des Handballverbandes. Sieger des Turniers war der BSV Bern.

mals von zwei Athletiktrainern: Alex Doliana, der auch schon die italienische Nationalmannschaft trainierte, und Matthias Schnit­ zer, der Dominik Paris betreute, wurden von den Falcons für drei

Jahre verpflichtet. Beide bereiten zweimal wöchentlich die jungen Hockeyspieler auf den Einsatz auf dem Eis vor. Trainiert wird in der neu eingerichteten Fitnesshalle der Sportzone Süd. eh

Der Brixner Fußballer Dennis Mair wechselt nach einem halben Jahr vom Serie-D-Klub Savona zur Mannschaft aus Rezzato, die in derselben Liga spielt. Mit der neuen Mannschaft will Mair um den Titel in der Serie D mitspielen.

Die Biathletin Karin Oberhofer darf sich vermutlich nachträglich über eine Olympiamedaille freuen. Die Olympia-Zweite von 2014, Olga Wiluchina, wurde wegen Dopings gesperrt und ihre Ergebnisse annulliert. Oberhofer würde somit auf den dritten Platz im Sprint nachrücken. Die Entscheidung fällt in Kürze.


NACHGEFRAGT

„Der Meistertitel ist noch mein Ziel“ PATRICK BONA, 36-jähriger Hockeyspieler aus Brixen, über sein 700. Spiel, das er bei den Bruneckner Wölfen absolvierte, seine größte Enttäuschung und seine Ziele. Herr Bona, Sie standen beim 700. Spiel für den HC Pustertal auf dem Eis. Was bedeutet das für Sie, und wie schafft man es, die Motivation nach so langer Zeit hochzuhalten? Im ersten Moment bin ich er­ schrocken, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Nun sind es schon 16 Saisonen, aber es er­ füllt mich mit Stolz. Ich hatte das Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen. Natürlich muss man sich manchmal aufraffen, denn immerhin schnalle ich mir sechs Tage die Woche die Schlittschu­ he an. Die größte Enttäuschung in meiner Laufbahn war, als wir vor einigen Jahren ein Finale am

„grünen Tisch“ verloren haben – da habe ich um meine Motivation kämpfen müssen. Sie gehören mit 196 Toren und 261 Beihilfen zu den erfolgreichen Spielern der Serie A und gleichzeitig zu den ältesten. Denkt man da schon mal ans Aufhören? Ich bin fit und habe Spaß. Solange das so bleibt, passt’s. Ich habe das Hockeyspielen in Brixen erlernt, mit 16 mein erstes Serie A-Spiel absolviert, war dann zwei Jahre in Bruneck, fünf Jahre bei anderen Mannschaften im In- und Ausland und bin dann nach Bruneck zu­ rückgekehrt. Ich spiele in einem tollen Team, und das trägt wesent­

lich dazu bei, dass ich Freude am Sport habe. Wir haben allerdings noch keinen Meistertitel gewon­ nen, der wäre schon noch mein Ziel, bevor ich die Schlittschuhe an den Nagel hänge. Was macht jemand, für den Hockey das Leben ist, nach der aktiven Karriere? Dann kümmere ich mich um die Jugend. Ich bin derzeit schon bei den Brixner Falcons aktives Vor­ standsmitglied und mache das mit Leib und Seele. Somit habe ich meine Berufung nach dem Beruf eigentlich schon gefunden. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

SKI-UPHILL

Foto: Alan Bianchi Photography

Für Hobbyisten und Fanaten

z Die Trametsch hat es schon talabwärts in sich. Mit ihren vie­ len steilen Kurven präsentierte sie sich im diesjährigen Traum­ winter in bestem Zustand – und das nicht nur für Skifahrer, denn Anfang Jänner bewältigten 140 Ski-Bergsteiger die Piste von unten nach oben. Die Teilnehmer der 13. Ausgabe des Plose-Ski-UphillRennens starteten in den zwei Kategorien „Hobby“ und „Race“. Von Kreuztal stiegen sie 1.000 be­

ziehungsweise 1.400 Höhenmeter zum Ziel hinauf; für die Hobby­ isten war bei der Bergstation, für die Racer bei der Plosehütte Schluss. Organisiert wurde die Ausgabe von der örtlichen Berg­ rettung, dem „Soccorso Alpino“. Erstmals wurde heuer eine eige­ ne Kategorie für die Teilnehmer aus den Gemeinden Brixen und Vahrn eingeführt. „Damit wol­ len wir auch die Einheimischen noch mehr motivieren, bei die­

sem tollen Rennen am Brixner Hausberg mitzumachen“, erklärt Mitorganisator Christian Bonon. 20 Hiesige haben die Herausforde­ rung bereits angenommen. „Leider waren dies nur Männer; die drei gemeldeten Frauen mussten aus Krankheitsgründen absagen. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr noch mehr Ansässige mitmachen“, so Bonon. Oskar Pittracher aus Vahrn hat die EinheimischenWertung gewonnen, gefolgt von

den beiden Brixnern Christian Bonon und Josef Schwarz. Der Schnellste in der Race-Kategorie war mit 57:39 Minuten Philipp Götsch; Verena Ebner holte sich nach 1:18:19 Stunden den Sieg bei den Damen. Bei den 42 Teilneh­ mern der Hobbykategorie gewann derjenige, der der Durchschnitts­ zeit am nächsten kam; dies war Paul Munter bei den Herren und Monika Volgger bei den Damen. eh 51


Wirtschaft & Umwelt

DAS ERSTE BAULOS ZUM HOCHWASSERSCHUTZ AM START

Für ein sicheres Brixen

Der Eisack verwandelt sich ab Anfang Februar für einige Jahre in eine Baustelle – Abschnitt für Abschnitt. Das erste Baulos reicht von der nördlichen Gemeindegrenze bis zur Auenhausbrücke. Es geht dabei prioritär um Hochwasserschutz, aber auch um eine Aufwertung und Neugestaltung des Uferraums und um ökologische Meliorierung.

W

as im Jahr 2009 mit dem ersten „Flussraum-Fo­ rum“ in die Wege gelei­ tet wurde, kommt nun im Stadt­ gebiet in die Realisierungsphase: Anfang Februar beginnt das erste von drei Baulosen des ersten von zwei Projektierungsabschnitten. Zur räumlichen Einordnung: Der

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erste Projektierungsabschnitt be­ ginnt an der Gemeindegrenze im Norden und geht bis zur Ad­ lerbrücke; der zweite geht von dort bis zum Zusammenfluss von Eisack und Rienz. Der erste dieser beiden Abschnitte gliedert sich in drei Baulose, von denen der erste an der nördlichen Gemeindegren­

ze beginnt und bis zur Auenhaus­ brücke führt; das zweite Baulos beginnt an der Auenhausbrücke und endet in der Zone Priel auf der Höhe des Bombenbrüggeles, und das dritte geht dann bis zur Adlerbrücke. „Ab jetzt wollen wir die drei Baulose des ersten Pro­ jektierungsabschnitts sukzessive

realisieren“, sagt Amtsdirektor Alexander Pramstraller, der für das Projekt verantwortlich zeich­ net, „danach kommt auch der zweite Projektierungsabschnitt dran, was soviel heißt, dass ab sofort am Eisack Abschnitt für Abschnitt für einige Jahre gebaut werden wird.“


VON FEBRUAR 2018 BIS JUNI 2019 WIRD HIER GEBAUT: Die größten Eingriffe sind ein 320 Meter langes Flachufer, eine neue Fußgängerbrücke und eine Erhöhung der bestehenden Ufermauer

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Hochwasserschutz bis HQ100. Wir erinnern uns, dass es beim Flussraum­Forum 2009 vor allem darum ging, den Flussraum in den Gemeinden Brixen und Vahrn auf­ zuwerten. Dabei ist man rasch zur Erkenntnis gelangt, dass Brixens Altstadt einem gröberen Hoch­ wasser nicht standhalten würde: Bereits bei einem statistisch alle 30 Jahre wiederkehrenden Hochwas­ ser (HQ30) wären in der Altstadt Schäden von bis zu 180 Millionen Euro zu erwarten, bei einem hun­ dertjährigen Ereignis (HQ100) be­ fürchtet man Schäden von 240 Mil­ lionen Euro. Das Flussraum­Forum beschäftigte sich aber nicht nur mit Hochwasserschutz, sondern auch mit Naherholung und Ökologie. 2011 entstand dann ein Maßnah­ menplan mit verständlicherweise klarer Priorisierung jener Maßnah­ men, die dem Hochwasserschutz dienen; danach folgte 2014 ein Ideenwettbewerb für den ersten Projektierungsabschnitt. Während das Amt für Wild­ bachverbauung in den vergange­ nen Jahren kleinere Maßnahmen nördlich von Brixen bereits gesetzt hatte, beginnen, nachdem nun Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereitstehen, Anfang Februar die Arbeiten des ersten großen Bau­ loses. Wie erwähnt, verläuft dieses von der nördlichen Gemeinde­ grenze bis zur Auenhausbrücke. Der Eisack wird heute in diesem Bereich orographisch rechts durch­ gehend von Ufermauern beglei­ tet. Orographisch links hingegen findet man in den nördlichen 200 Metern sporadisch Längswerke zum Uferschutz. Danach gibt es auch hier eine durchgehende Mau­ er, die vor allem im Bereich der angrenzenden Gebäude allerdings zu niedrig ist.

Maria Caterina Ghiraldo ist Amtsdirektor­Stellvertreterin des Amtes für Wildbach­ und Lawi­ nenverbauung Ost; sie hat die Bauleitung des ersten Bauloses übernommen. „Eigentlich liegt mein Arbeitsbereich im Puster­ tal“, sagt sie, „aber ich wohne in

möglich abzuwickeln – im Interes­ se der Anrainer und der Ökologie.

320 Meter langes Flachufer. „Natürlich geht es primär um Hochwasserschutz“, sagt Pram­ straller, „aber gleichzeitig wollen wir die Gelegenheit nutzen und

großen Mehrwert: „Nördlich von unserem Projektgebiet besteht bereits die Wasserschöpfe als spannende Naherholungszone“, sagt Pramstraller, „südlich davon werden wir auf einem 320 Meter langen und acht bis zehn Meter breiten Areal das Ufer flach ge­

„Es geht primär um Hochwasserschutz, aber auch um Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität“_ Alexander Pramstraller, Projektverantwortlicher Brixen, und so ist mir eine kor­ rekte Ausführung dieses Projektes eine besondere Herzensangele­ genheit.“ Man sei darauf bedacht, die Arbeiten so unauffällig wie

eine Ökologisierung in der Ge­ staltung der Gewässersohle und des Umfeldes im orographisch linken Teil erreichen.“ Der Brixner Bevölkerung bringt dies einen

stalten und zugänglich machen.“ Der Flussraum solle künftig für die Naherholung stärker genutzt wer­ den. „Die Brixner werden gemein­ sam mit ihren Kindern über einen

Die sichtbare Außenseite wird als fugenlose Trockenmauer gestaltet

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Wirtschaft & Umwelt

können. „Während dieser Verle­ gungsarbeiten muss für etwa zwei Wochen auch dieser Weg leider komplett gesperrt werden“, sagt Ghiraldo, „nach der Verlegung der Infrastrukturen werden wir aber über die neue Trasse ei­ nen provisorischen Spazierweg einrichten, damit diese wichtige Verbindung auch während der restlichen Bauphase so wenig wie möglich unterbrochen wer­ den muss.“

Arbeiten vom Flussbett aus.

Das Baulos 1 im Überblick: A: Gestaltung eines 320 Meter langen Flachufers; B: Errichtung der Widerlager für eine neue Fußgängerbrücke; C und D: Erhöhung der Ufermauern

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sicheren Zugang zum Wasser den Eisack hier neu ‚erleben‘“, sagt Pramstraller. Das Flachufer wird zu diesem Zweck natürlich auch eine Reihe von Sitzmöglichkeiten und Grillplätzen bekommen. Bis es soweit sein wird, ver­ wandelt sich das Projektgebiet allerdings in eine Baustelle, die bis Ende Juni 2019 dauern wird – und die leider auch einige un­ vermeidliche Unannehmlichkei­ ten mit sich bringen wird. „Als erstes werden wir in Zinggen auf einem Grundstück, das dem Vinzentinum gehört, die Baustelle einrichten“, erklärt Ghiraldo. Die Zufahrt zur Baustelle erfolgt über die Brennerstraße – „wir wollten 54

den Neustifter Weg schonen“, sagt Ghiraldo. Ab Anfang Febru­ ar bleibt der Radweg in diesem Abschnitt gesperrt – praktisch für den gesamten Zeitraum. „Da wir von der Baustelle mit schwe­ rem Gerät andauernd über eine Rampe in das Flussbett fahren müssen, entstünde am Radweg hier ein Kreuzungsbereich, dessen gemeinsame Nutzung nicht zu verantworten wäre“, sagt Ghi­ raldo. Radfahrer und Fußgänger haben aber auf der orographisch linken Seite über den Neustifter Weg eine attraktive Alternative: Die auf der Höhe der Brimi über den Eisack führende Fußgänger­ und Radfahrerbrücke ermöglicht

eine Umleitung – allerdings erst ab Frühjahr. Denn nach der Baustellenein­ richtung wird man zügig an die Verlegung des Spazierweges auf der orographisch linken Seite he­ rangehen. „Im Bereich des neuen Flachufers wird der Weg nämlich um ein paar Meter in Richtung Osten verschoben“, erklärt Pro­ jektkoordinator Julius Mühlögger. Da sich im Boden unterhalb des derzeitigen Spazierweges eine 20­KV­Leitung, Datenkabel und Leerrohre befinden, müssen auch diese auf die neue Trasse verlegt werden, damit in Zukunft mögli­ che Wartungsarbeiten wieder über den neuen Weg erledigt werden

Nach der Baustelleneinrichtung wird vor allem auch im Fluss­ bett gearbeitet. An den beiden Seiten des Flussbettes wird eine befahrbare Piste aufgeschüttet; an zwei noch zu definierenden Stellen werden die Maschinen den Eisack auch überqueren können. Das Flusswasser wird zu diesem Zweck in mehrere nebeneinan­ derliegende Rohre geleitet, die einen Meter Durchmesser haben. Parallel zu diesen Baggerarbeiten werden die Bäume und Sträucher geschlägert. Warum belässt man im Bereich des neuen Flachufers nicht die bestehende Vegetation? „Es han­ delt sich hier um keine wertvollen Pflanzen, sondern um teilweise 80 Jahre alte Pappeln, von denen die meisten bereits faulen“, sagt Pramstraller. Unabhängig davon, dass eine Abflachung ohne Schlä­ gerung des Bestandes nicht mög­ lich wäre, will man das Flachufer in der Folge naturnah gestalten und mit autochthonen Sträuchern und Bäumen begrünen; künftig werden die Brixner Stadtgärtner das Areal pflegen. In diesem Bereich sind übri­ gens zwei schützenswerte Struk­ turen, die man erhalten will: „An der Böschung liegt ein tonnen­ schwerer alter prähistorischer Schalenstein aus der Eisen­ oder Bronzezeit – den wollen wir na­ türlich erhalten“, sagt Pramstraller, „wir werden ihn lediglich an eine sinnvolle Position verlegen.“ Ganz in der Nähe steht auch ein Bild­ stöckl aus dem 18. Jahrhundert, das man abbauen und wieder­ aufbauen wird.

Die Mauer wird erhöht. Die Hö­ he der Flussmauer wird auf der Wasserseite so hoch gewählt wer­ den, dass ein HQ100­Hochwasser mit einem Reserve­Freibord von einem Meter sicher abgeführt wer­ den kann. Das bedeutet konkret, dass der Fluss nach Fertigstellung der Arbeiten 383 Kubikmeter Was­ ser pro Sekunde abführen kann. Dazu muss auf der orographisch


Fotos: Oskar Zingerle

Julius Mühlögger (Projektkoordinator), Maria Caterina Ghiraldo (Bauleiterin) und Alexander Pramstraller (Projektverantwortlicher)

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linken Seite die Mauer erheblich erhöht werden – teilweise um 70 bis 80 Zentimeter. Im Nahbereich der Auenhausbrücke werden die Holzzäune, die auf den Mauern angebracht wurden, durch Mauer­ werk ersetzt. „Wir haben geplant, auf der Häuser­ und Wegseite die Mauer sehr schön zu gestalten – als Trockenmauer mit wenigen Fu­ gen“, sagt Maria Caterina Ghiraldo. Am Radweg auf der orogra­ phisch rechten Seite hingegen wird die Mauer auf 120 Zentimeter Höhe ab Boden erhöht. „Dieses Maß wird uns von der Straßenbaunorm aus dem Jahr 2006 vorgegeben“, sagt Alexander Pramstraller. Ab­ bruch und Neubau der Mauern werden auf beiden Seiten größ­ tenteils vom Fluss aus erledigt.

Zusätzliche Fußgängerbrücke in Zinggen. Auf der Höhe von

Zinggen entsteht eine zusätzliche Fußgänger­ und Radfahrerbrü­ cke, die als kurze Verbindung zwischen der neuen Wohnzone Landwirt, dem Radweg und der Spange zum Krankenhaus fun­ gieren wird. Diese Brücke wird allerdings nicht vom Amt für Wild­ bachverbauung realisiert, sondern von der Gemeinde Brixen. „Wir bauen lediglich die seitlichen Strukturen, auf denen die Brü­ cke dann aufliegen wird.“ Ende Februar wird die Gemeinde den Bau der Brücke ausschreiben. Damit die Arbeiten pünktlich Ende Juni 2019 abgeschlossen werden können, müssen die Ar­ beitsschritte perfekt untereinander abgestimmt werden. Zum Bei­ spiel müssen die Baggerarbeiten für die beiden Flussübergänge

bis zur Schneeschmelze im Mai abgeschlossen sein, denn bei erhöhter Wassermenge sind die­ se Arbeiten nicht mehr möglich. Für Juni oder Juli ist zudem eine Stauraumspülung der Stauseen von Franzensfeste und Mühlbach geplant, was bedeutet, dass es für kurze Zeit gelten wird, große Wasser­ und Sandmengen sicher abzuführen. Auch die Flusssohle wird bei dieser Gelegenheit aufgewertet werden. „Die entsprechenden Maßnahmen sind mit den Fischern abgesprochen, denn hier geht es vor allem darum, den Fischen einen optimalen Lebensraum zu schenken“, sagt Julius Mühlögger. Durch das Verlegen von Störstei­ nen im Flussbett soll das Defizit an Fischunterständen kompen­ siert werden. Die runden Steine sollen einen Mindestumfang von 1,5 Metern besitzen, um auch bei kleineren Hochwassern nicht weggespült zu werden. 1,4 Millionen Euro wird dieses erste Baulos insgesamt kosten; die restlichen beiden Baulose bis zur Adlerbrücke sind im Moment mit weiteren 7,3 Millionen Euro veran­ schlagt. Während das erste Baulos im Bau ist, wird die Finanzierung des zweiten Bauloses beschlossen werden, damit im Sommer 2019 mit der Realisierung dieses Loses begonnen werden kann. Das drit­ te Baulos kommt dann ab 2020 dran. In der Zwischenzeit wird auch die Planung des zweiten Baufortschrittes ab der Adlerbrü­ cke fortgesetzt; dafür wird es noch einen Ideenwettbewerb geben. Es wird also ein paar Jahre dauern, bis die Arbeiten am Ei­

sack insgesamt abgeschlossen sind. Danach wird Brixen aber hochwassersicher – und gleichzei­ tig wird an mehreren Stellen das Flussufer zu einer Erlebniszone für die ganze Familie werden. „In St. Georgen sind ähnliche Arbeiten bereits abgeschlossen“,

sagt Maria Caterina Ghiraldo, „das Flachufer hat sich dort zum be­ liebten Lido entwickelt.“

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Die Gesundheitsbezirke Brixen und Bruneck suchen jeweils einen

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Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

Einladend präsentiert sich der neue Polizeisitz in der Carduccistraße

BRIXEN

Neues Quartier für die Stadtpolizei Mit dem diesjährigen Fest ihres Schutzpatrons, des Heiligen Sebastian, feierte die Ortspolizei gleichzeitig auch die Einweihung ihres neuen Sitzes in der Carduccistraße. Die effektive Übersiedlung erfolgt demnächst.

Dass die Ortspolizei von Brixen die Sebastianifeier, das Fest ihres Schutzpatrons, gemeinsam mit der Ortspolizei von Bruneck feiert, ist inzwischen eine langjährige Tradi­ tion. Dazu gehört auch, dass das Fest von Jahr zu Jahr abwechselnd einmal in Brixen und einmal in Bruneck stattfindet. Dieses Jahr war die ehemalige Bischofsstadt an der Reihe, was die Gemeinde­

verwaltung zum Anlass nahm, im Anschluss das neue Quartier an die Ortspolizei von Brixen feierlich zu übergeben. Nach der gemeinsamen Mess­ feier in der Pfarrkirche wechselte damit der Schauplatz des Gesche­ hens in die Carduccistraße zum künftigen Sitz der Ortspolizei von Brixen. Die Übergabe er­ folgte durch Bürgermeister Peter

Brunner und Stadtrat Thomas Schraffl. Beide zeigten sich sicht­ lich erfreut, endlich eine neue und längst nötige Bleibe für die Ortspolizei gefunden zu haben. In ihren Ansprachen brachten sie zum Ausdruck, dass die neue Struktur dazu beitragen soll, dass die Ortspolizei ihren Aufgaben als Hüter der öffentlichen Ordnung und als wichtige Schnittstelle

An der Realisierung des neuen Polizeisitzes haben unter anderem folgende Firmen mitgewirkt:

zwischen Verwaltung und Be­ völkerung weiterhin bestmöglich nachkommen kann. Anschlie­ ßend erfolgte die Segnung der

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neue Heimstätte der Ortspolizei, die aufgrund eines Raumord­ nungsvertrages realisiert werden konnte, erfüllt alle Anforderungen einer modernen Polizeistation: Auf 800 Quadratmetern finden sich ein großzügiger Frontoffice­ Bereich mit Wartesaal, zwei Schalterplätze und zwei Büros; im Backoffice­Bereich befinden sich weitere elf Büros, ein großer Sitzungssaal, ein Aufenthaltsbe­ reich für den Nachtturnus, WCs und Umkleidebereiche, Ausrüs­ tungsräume sowie ein Technik­ raum inklusive Videoüberwa­ chungszentrale. Dahinter erschlie­ ßen sich die Archivräume, die von der Stadtpolizei und den anderen Gemeindediensten ge­ nutzt werden. Die Einteilung und Ausstattung der Räumlichkeiten erfolgte nach den Grundsätzen hoher Funktionalität, die einen Qualitätssprung nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch in Sa­ chen Bürgernähe bringen wird. Zu letzterem trägt zudem die gro­ ße Parkfläche vor dem Eingangs­ bereich bei, die für Bürger reser­ viert ist, die hier etwas erledigen müssen. Die Übersiedlung erfolgt demnächst, sodass sich in Kürze die Türen am neuen Polizeisitz für die Bürger öffnen werden.

Die diesjährige Sebastianifeier der Ortspolizei von Brixen und Bruneck wurde in der Pfarrkirche Brixen zelebriert

Vertreter der Gemeindeverwaltung, Stadtpolizei Brixen und Bruneck, Carabinieri, Polizei und Finanz bei der Sebastianifeier in der Pfarrkirche von Brixen

Die Einweihung des neuen Polizeisitzes in Brixen nahmen Stadtdekan Albert Pixner und Domdekan Ulrich Fistill vor

Feierliche Banddurchschneidung am neuen Polizeisitz

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Fleißige Bienchen z Die 452 Mitglieder des Imker­ bezirks Brixen haben ein durch­ wachsenes Jahr hinter sich: Während sich die über 4.600 Bienenvölker der Imker im ver­ gangenen Frühjahr noch kräf­ tig entwickelt hatten, folgte mit dem Kälteeinbruch im April ein herber Rückschlag. Gewitter, Hagel, Regen und die Muren­ abgänge leisteten ihr weiteres, um 2017 zu einem schlechten

Honigjahr zu machen. Etwas mehr Glück hatten jene Imker, die ihre Bienenvölker ins Hoch­ gebirge gebracht hatten, denn die Alpenrosentracht war relativ gut. Dieser Rückblick war aber nur einer der Programmpunkte der Jahreshauptversammlung, die der Imkerbezirk Brixen in Salern abhielt. Es standen nämlich auch die Ehrung langjähriger Mitglie­ der sowie die Neuwahlen des

Foto: Thinkstock, Photografiero

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Vorstandes auf dem Programm. Außerdem wurde angekündigt, dass 2020 der Imkerkongress in Brixen stattfinden wird. Erwartet

W&U

werden Gäste aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Lu­ xemburg. vk

Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

Soliman hat ausgeträumt z Am 7. Jänner ist der Vorhang für Solimans Traum in der Hof­ burg zum letzten Mal gefallen. Während des Weihnachtsmarkts lief der letzte Teil der Trilogie, den im Verhältnis zwar etwas weniger Zuschauer sahen, der Gäste und Einheimische aber nicht minder begeisterte. Trotz schwieriger Wetterbedingungen waren nicht nur die Besucher­ zahlen sehr erfreulich, sondern auch die Bericht­erstattungen in den lokalen und nationalen Me­ dien. In den vergangenen drei Jahren kamen insgesamt 150.000 Besucher zur Licht- und Musik­

kurz

notiert

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show nach Brixen. „Das sind durchschnittlich mehr als 1.000 Menschen pro Tag. Einige reisten sogar eigens aus dem Ausland an, weil sie Soliman auf Youtu­ be gesehen hatten“, so Claudia Oberhofer, Projektverantwortli­ che der Tourismusgenossenschaft Brixen. Mit den Lichtkünstlern des Unternehmens „Spectaculaires – Allumeurs d’Images“ wird nun an einer neuen Show getüftelt; ein neuer Dreijahres-Vertrag ist bereits unterschrieben. Viel kann Claudia Oberhofer noch nicht verraten, nur so viel steht fest: „Es wird definitiv keine Fortsetzung von Solimans

Traum geben. Mit seiner Ankunft in Wien ist seine Geschichte be­ endet. Worum es in den nächsten Shows gehen wird, wissen wir noch nicht genau. Ideen gibt es

aber schon viele!“

Das Stadtmarketing Brixen hat sich hohe Ziele gesteckt: Künftig sollen Veranstaltungen und andere Projekte den Besuch der Altstadt für Einheimische und Gäste attraktiver machen. Geplant sind neben den „Brixner Tagen des Buches“ im April auch Parkgutscheine und eine Aufwertung des Stadtbildes.

Der Brixner Stadtrat hat mehrere Beiträge gewährt. 25.000 Euro erhält beispielsweise die Tourismusgenossenschaft Brixen für den Ankauf von Bürogeräten, und 2.000 Euro gehen an den Kulturverein „Uno Nessuno Centomila“ für die Organisation des Befana-Umzuges und den Ankauf neuer Kostüme.

Wenn es nach dem Reisebuchungsportal „Skyscanner“ geht, ist Brixen die fünftschönste Stadt Italiens. „Für uns bedeutet diese gute Platzierung, dass wir künftig noch mehr auf Qualitätstourismus setzen werden“, beschreibt Markus Huber, Obmann der Tourismusgenossenschaft Brixen, stolz.

sp


Wie stand es früher in Brixen um die Hygiene?

Die Tatsache, dass es im Mittelalter weder eine Versorgung der Stadt mit Fließendwasser noch eine funktionierende Kanalisation gab, stellte Brixen vor einige Herausforderungen. 1497 waren immerhin 300 Bürgerhäuser außer denen des Adels und der Geistlichkeit im Steuerverzeichnis angeführt, und man kann von unter 2.000 Einwohnern ausgehen. Diese nahmen es damals mit der Hygiene nicht so genau: Einerseits konnte sich die ärmere Bevölkerungsschicht diesen „Luxus“ schlichtweg nicht leisten, andererseits wusste man nicht über Gefahren Bescheid, die der Mangel an Hygiene mit sich bringt. Nicht zuletzt wurde durch das dichte Zusammenleben und die schlechten hygienischen Wohn- und Lebensverhältnisse die Übertragung von Krankheiten – vor allem der Pest – gefördert. Wohl als Reaktion darauf wurde in Brixen versucht, die hygienischen Missstände zu beheben. Das Stadtrecht von 1380 verbot etwa die Entsorgung von Aushub und Erde aus den Häusern auf der Straße. Mist durfte auch nicht einfach in der Stadt ausgelegt werden, sondern musste innerhalb von drei Tagen fortgeschafft werden. Einen großen Fortschritt brachte schließlich die 1429 von Bischof Ulrich II. angeordnete Bepflasterung der Straßen und Plätzen mit sich. Anregungen: redaktion@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

STADTGEHEIMNISSE

BRIXEN

Neue Bäume z In der Goethe­ und Kassianstraße wurden in den letzten Wochen 38 Bäume gefällt; jeder zweite Baum entlang der Alleen wurde entfernt. „Das war keine willkür­ liche Entscheidung“, erklärt die zuständige Stadträtin Paula Bacher Marcenich. „Wir befassen uns seit einem Jahr mit der Problematik und haben aufgrund von Exper­ tengutachten diese Entscheidung treffen müssen.“ Jeder Baum in Brixen hat eine Nummer, jeder wird jährlich kontrolliert und in einem System erfasst. Die rund 30 Jahre alten Bäume in den be­ troffenen Straßen wurden viel zu eng gepflanzt, die Kronen waren mittlerweile zusammengewach­ sen. Das beeinträchtigte nicht nur das gesunde Wachstum, sondern barg auch große Gefahren. Die Äste konnten nicht mehr richtig

ausgeschnitten werden, starben und fielen ab. Auch für die gute Verankerung der Bäume im Boden konnte nicht mehr garantiert wer­ den. Die Wurzeln durchbrachen zudem Gehsteige und Straßen, wo­ rüber sich vor allem Rollstuhlfahrer und ältere Menschen beklagten. In etwa einem Jahr werden dort, wo die Bäume gefällt wurden, neue, mittelgroße Bäume gepflanzt. Nach einem weiteren Jahr werden die restlichen alten Baumbestände entfernt, sodass sich die neuen Bäume frei entfalten und gesund wachsen können. „In der Zwi­ schenzeit wird aber jeder Baum, der gefällt wurde, durch einen neuen Baum an einem anderen Ort in der Stadt ersetzt“, so die Stadträtin. Die Fällungen wirken sich auf die CO2­Bilanz der Stadt also nicht aus. sp

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z Seit einigen Monaten ist die Sozialgenossenschaft Mebo Coop für die Betreuung der Mini-Recyclinghöfe im Brix­ ner Gemeindegebiet zustän­ dig. „Aus Gründen der Arbeits­ sicherheit mussten wir diesen Dienst ausschreiben“, erklärt Karl Michaeler, Geschäftsfüh­ rer der Stadtwerke Brixen. Früher wurden die Dienste vorwiegend von Freiwilligen durchgeführt, die auch außer­ halb der Öffnungszeiten den unrechtmäßig abgestellten Müll entsorgten. Die Mitarbei­ ter der Mebo Coop sind aber nur mehr zu den jeweiligen Öffnungszeiten vor Ort; dies

BRIXEN

Sind sie alle da? z Mitte Dezember bereits sind die letzten Asylantragsteller in die Schenoni-Kaserne eingezo­ gen; insgesamt leben nun 60 Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren dort. Sie kommen aus unterschiedlichen Nationen und waren bereits vorher in Struk­ turen in Südtirol untergebracht. Die Gemeinde hatte sich auf den Einzug gut vorbereitet: Die Kaserne wurde angepasst und mit gespendetem Mobiliar aus­ gestattet, die Sicherheitskräfte gaben Tipps zum friedlichen Zusammenleben innerhalb der Kaserne, Nachbarn wurden in einer Anrainerversammlung vor­ ab informiert. „Der Einzug ver­ lief reibungslos und ruhig“, freut 60

entspricht nicht nur ihrem Auf­ trag, sondern auch den Vor­ schriften der Arbeitssicherheit. Die Mini-Recyclinghöfe werden einmal pro Woche aufgesperrt. Wird darüber hinaus Müll illegal abgestellt, bleibt er bis zu einer Woche liegen. Die Stadtwer­ ke bitten die Brixner Bürger deshalb eindringlich, sich an die Öffnungszeiten zu halten und keinen Müll neben den Containern abzustellen. Damit entscheidet jeder Bürger, an einem sauberen und schönen Stadtbild beizutragen. Der Re­ cyclinghof in der Industriezone kann hingegen an sechs Tagen pro Woche genutzt werden. sp

Foto: Oskar Zingerle

Illegale Müllablage

BRIXEN

Schranken am Priel-Parkplatz z Seit dem 8. Jänner ist die Zufahrt zum südlichen Teil des Priel-Park­ platzes über ein Schrankensystem geregelt. Die Parkgebühren wer­ den nun anhand der tatsächlichen Parkdauer berechnet; Strafzettel aufgrund von Zeitüberschreitun­ gen gehören damit der Vergan­ genheit an. Durch technische Fehlermeldungen konnte der Übergang zunächst nicht rei­ bungslos abgewickelt werden; zeitweise wurde der Parkplatz von der Stadtpolizei deshalb wieder in eine blaue Zone umgewandelt. Das verwendete Zahlungssystem ist derart innovativ, dass man­ cher Nutzer beim Zahlen und Ausfahren einige Schwierigkeiten hat: So erhält er beim Einfahren einen schlichten Zettel mit einem QR-Code. Beim Bezahlen muss man zunächst den Bildschirm und die entsprechende Option antippen; danach muss man den

QR-Code an einem kleinen Lese­ feld ablesen lassen, worauf der zu zahlende Betrag erscheint. Nach der Zahlung druckt das System eine Quittung aus, die aber zum Verlassen des Parkplatzes nicht taugt; an der Schranke verlangt das Lesegerät nämlich wieder den anfänglichen QR-Code, der wie­ derum abgelesen wird und letzt­ endlich die Schranke öffnet. Der nördliche Teil des Parkplatzes, der an die Tennisplätze grenzt, bleibt übrigens auch in Zukunft eine blaue Zone. Über diesen Bereich erfolgen die Zufahrten zur Acqua­ rena und zu einem der beiden Tennis-Parkplätze, weshalb dieser Teil nicht durch eine Schranke versperrt werden konnte. Bis zum Baubeginn der Musikschule bleibt der Priel-Parkplatz in dieser Form erhalten; anschließend wird mit zeitweisen Einschränkungen zu rechnen sein. sp

für öffentliche Einrichtungen. Frei­ willigenarbeit und Praktika sind eine willkommene Abwechslung, für Gemeinde und Sozialgenossen­ schaft EOS ist es aber essentiell, dass der Integrations-Gedanke dabei im Vordergrund steht und sie gemeinnützig bleiben. „Wir wünschen uns für die Asylbewer­ ber, die dableiben, dass sie eine

Grundlage bekommen, um hier zu leben und Geld zu verdie­ nen“, sagt Monika Leitner. Als nächsten Schritt soll die Zusam­ menarbeit mit Vereinen verstärkt werden, die durch die Einbin­ dung der Asylantragsteller ins Vereinsleben einen wertvollen Beitrag zur Integration leisten können. sp

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

sich Monika Leitner, Stadträtin für Integration. „Es gab noch keine einzige Beschwerde. Im Gegenteil: Ich werde dauernd gefragt, warum man die Asylantragsteller in Brixen nicht wahrnimmt und ob wir sie in der Kaserne einsperren würden.“ Zehn Bewohner gehen bereits einer bezahlten Arbeit nach, etwa 30 verrichten Freiwilligendienste


NACHGEFRAGT

„Ein konstruktiver Prozess“ Herr Dellago, wie war die Stimmung am 18. Jänner beim Kolloquium? Es war ein sehr konstruktives Treffen und eine ergiebige Auseinandersetzung mit der Auslobung. Die Teilnehmer sind sehr engagiert, und es handelt sich um lauter Profis, die ihr Interesse bekundet haben. Für mich hat dieses Treffen auf alle Fälle ein eindeutig positives Signal ausgesendet, und es hat bei mir den Eindruck geweckt, dass alle Vorzeichen richtig gesetzt sind. Von wie vielen Teilnehmern sprechen wir?

Das Kolloquium war überregional; insgesamt sind etwa 25 Personen gekommen. Wobei wir nicht wissen, wer effektiv mit einem Projekt an dem Wettbewerb teilnehmen wird. Außerdem werden die Teilnehmer in interdisziplinären Arbeitsgruppen ihre Projekte erarbeiten; es werden also nicht automatisch 25 Projekte eingereicht werden, sondern eine entsprechend reduzierte Zahl. Den Teilnehmern wird sehr viel freigestellt. Ein Vorschlag, wie er in der Volksabstimmung abgelehnt wurde, ist allerdings nicht erwünscht, denn schließlich müssen wir den mit der Abstimmung ausgedrückten Willen der Bevölkerung berücksichtigen.

Wie geht es weiter im Entscheidungsprozess? Die Teilnehmer haben Zeit bis zum 16. April, ihr Projekt auszuarbeiten und vorzulegen. Anschließend erfolgt eine wertungsfreie Vorprüfung. Ich vermute, dass gut zwei Wochen nach der Abgabe das eigentliche Preisgericht stattfinden wird, dessen Aufgabe die Bewertung der eingereichten Projekte ist. Die Teilnahme am Wettbewerb selbst ist anonym. Wir wissen also erst am Ende des Preisgerichtes, wer wirklich an der Auslobung teilgenommen hat.

Foto: Oskar Zingerle

STEPHAN DELLAGO, Koordinator des Wettbewerbs zur Verbindung Stadt-Berg, über das Mitte Jänner stattgefundene erste Kolloquium mit interessierten Planungsteams – und über die weiteren Schritte im Entscheidungsprozess.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

BRIXEN

Allzeit einsatzbereit ❚ Am 28. Dezember, exakt um 15:43 Uhr, rückte die Freiwillige Feuerwehr Brixen zum letzten Mal im alten Jahr aus: Es ging darum, einen Kaminbrand in der Burgfriedengasse unter Kontrolle zu bringen. Das ist aber nur einer von insgesamt 67 Brandeinsätzen im Verlauf des Jahres 2017. Dass es für die Feuerwehrleute längst nicht mehr nur um das Bekämpfen von Bränden geht, wird aus der Einsatzstatistik ersichtlich, die Schriftführer Thomas Sigmund erstellt hat. Rund viermal so groß ist die Zahl der „technischen“ Einsätze. Dazu zählen Einsätze bei technischen Anlagen, zum Beispiel bei Türöffnungen und Aufzügen, Einsätze bei Naturereignissen, wie bei umstürzenden Bäumen infolge von Stürmen, und bei Verkehrsunfällen. Auch zur Bekämpfung von Insekten (Wespen) und zur Rettung und Bergung von Personen und Tieren rücken die Freiwilligen unverzüglich aus. Insgesamt leisteten die 59 Feuerwehrleute, zu de-

nen seit dem Vorjahr auch zwei junge Frauen gehören, in 323 Einsätzen 3.097 Einsatzstunden – und retteten dabei 45 Personen und acht Tiere. Für Einsätze, Brandschutz-, Ordnungs- und Bereitschaftsdienste sowie für Weiterbildung wurden im Jahr 2017 insgesamt 8.800 Stunden geleistet. „Es kommt immer wieder vor“, erzählt der Kommandant Hubert Lanz, „dass Personen, denen aus der Patsche geholfen wurde, erstaunt sind, dass unsere Einsatzkräfte ehrenamtlich Hilfe leisten. Aber es ist nun mal so: Wir leisten Freiwilligenarbeit!“ Auf die Frage nach dem „komplexesten“ Einsatz im vergangenen Jahr antwortete Hubert Lanz ohne Zögern: „Das war das Zugunglück zwischen Brixen und Vahrn in der Nacht vom 25. auf den 26. April.“ Mit 35 Männern stand die FF Brixen gemeinsam mit der FF Vahrn und der Berufsfeuerwehr jb Bozen im Einsatz.

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Besser leben! Vor allem im Alter ist sie viel verbreitet, doch auch jüngere Menschen leiden öfter darunter: Die Rede ist von der Schwerhörigkeit. Längst bieten komfortable Hörgeräte Abhilfe und bringen ein unvergleichliches Mehr an Lebensqualität.

Es gibt viele Arten von Hörmin­ derungen; die am meisten ver­ breitete ist die Altersschwerhörig­ keit. Das langsam nachlassende Hörvermögen ist zurückzuführen auf den physiologischen Alte­ rungsprozess und verschlechtert sich, wenn es nicht behandelt oder ausgeglichen wird. Alarm­ zeichen für eine Schwerhörigkeit im Alter sind schlechtes Verstehen bei Gesprächen, Überhören von Telefon oder Klingel, wenn be­ stimmte Töne vermindert oder gar nicht mehr wahrgenommen werden oder der Fernseher sehr laut eingestellt werden muss. Altersbedingte Schwerhörigkeit ist vor allem auf Verschleißerschei­ nungen an den Haarsinneszellen des Innenohres zurückzuführen,

Extra

Fitness & Gesundheit

BESSER HÖREN

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aber auch der Hörnerv und das Hörzentrum werden durch den Alterungsprozess beeinträchtigt. Heilungsmöglichkeiten gibt es keine, doch mit einem Hörgerät kann die Lebensqualität wieder gesteigert werden.

Komfortable Hörhilfen. Der

Gang zum Hörgeräteakustiker kostet Betroffene oft viel Überwin­ dung, deshalb ist die Unterstüt­ zung der Familie sehr wichtig. Die Aufgabe des Hörgeräteakustikers ist es, die technischen Kleingeräte an die individuellen Bedürfnisse optimal anzupassen, damit der Hörverlust bestmöglich ausge­ glichen wird. Seit über 20 Jahren ist der Hör­ gerätespezialist „Besser Hören“

ein kompetenter Ansprechpartner für Erwachsene und Kinder mit Hörminderungen. An über 30 Servicestellen in ganz Südtirol können sich Interessierte an den etablierten Hörgerätespezialisten wenden, Informationen einholen, einen kostenlosen Hörtest ma­ chen oder die eigenen Hörhilfen überprüfen lassen. Auf Wunsch werden auch kostenlos Hausbe­ suche gemacht.

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ne neue Hörhilfe benötigt, werden in einer 30­tägigen Probezeit in mehreren Sitzungen Feineinstel­ lungen vorgenommen, um das beste Ergebnis sicherzustellen. Der Hörgerätespezialist unter­ stützt außerdem beim Ansuchen

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APOTHEKE PEER

Highlights übers Jahr

Tel. 0472 836 173 www.peer.it

Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele interessante Aktionen und Neuigkeiten in der Apotheke Peer in Brixen.

Seit kurzem hat die Apotheke Peer ihre Öffnungszeiten erwei­ tert und ist nunmehr immer von Montag bis Freitag von 8 bis 13 und von 14 bis 19 Uhr zugänglich. Ebenfalls öffnen sich die Türen der Apotheke auch jeden Sams­ tagvormittag zu den gewohnten Öffnungszeiten sowie im Wechsel mit der Hofapotheke auch jeden zweiten Samstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr.

Laufende Aktionen das ganze Jahr. Ab Februar startet wieder das

Aktionsprogramm der Apotheke Peer. Den Auftakt macht die Akti­ on der Hämoglobinmessung vom 12. bis 23. Februar: Dabei wird der Anteil der roten Blutkörperchen im Blut bestimmt, anhand dessen Wert die Apotheker indirekt eine Aussage über den individuellen Eisenwert treffen können. Im März in Aktion und darüber hinaus das ganze Jahr ohne Voranmeldung können neun Blutwerte mit ei­ ner einzigen Messung bestimmt werden, und zwar der Blutzucker­ wert, die drei Leberwerte GOT, GPT und GGT, der Nierenwert Creatinin, das Gesamtcholeste­ rin, Triglyceriden sowie das gute und schlechte Cholesterin. Einen weiteren Höhepunkt bildet der Vortrag über das Vitamin D am 16. März. Im April dreht sich in der Apo­ theke Peer allerlei um die Beine. So wird unter anderem in der Woche vom 11. bis 18. April eine Venenfunktionsmessung angebo­ ten. Im Mai kann man sich den ganzen Monat lang zum Sonder­

preis Muskelmasse und Körper­ fett mittels Nahinfrarotmessung bestimmen lassen; passend dazu gibt es einen Vortrag zum Thema Ernährung und Sport. Der Juni steht ganz im Zei­ chen des Sommers. Dazu gibt es viele Sonnenschutzprodukte für Kinder im Angebot. Im August werden hingegen Hautmessun­ gen durchgeführt. Vom 12. bis 19. September wird die Spirome­ trie angeboten, die Messung der Lungenfunktion, und im Oktober wird die Qualität des individuellen Knochenaufbaus bestimmt, auf dessen Wert hin eine Aussage über das individuelle OsteoporoseRisiko getroffen werden kann. Der Monat November hingegen steht anlässlich des Weltdiabe­ testages ganz im Zeichen einer Blutzuckermesswoche. Zusätzlich zu den vielen Aktio­ nen finden über das ganze Jahr hinweg Vorträge und Workshops zu verschiedensten Themen statt. Wer sich bereits vorab informie­ ren und sich auf dem Laufenden halten möchte, der abonniert dazu am besten den Newsletter auf der Website der Apotheke Peer.

Lieferungen nach Hause. Etab­

liert hat sich inzwischen auch der Botendienst der Apotheke Peer. Kunden im Einzugsgebiet können diesen in Anspruch nehmen, um ihre Besorgungen in der Apothe­ ke bequem nach Hause liefern zu lassen. Weitere Informationen dazu findet man online unter www.peer.it, oder man erhält sie direkt in der Apotheke.

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VORTRAG 21.02.2018, 20.00 UHR GESUND UND NACHHALTIG ABNEHMEN Dr. Susanne Reiffenstuhl in der Apotheke Peer.

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Impfen schützt! 7.000 am Tag, 300 je Stunde, 5 pro Minute – so viele Menschenleben werden durch Impfungen gerettet. Seit 2011 verdanken laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Jahr etwa 2,5 Millionen Menschen Impfungen ihr Leben.

Um 1900 betrug die durchschnitt­ liche Lebenserwartung 47 Jahre, heute liegt dieselbe bei 85 Jahren. Die Medizin hat große Fortschritte gemacht: Bessere Hygiene und die Entwicklung von Antibiotika und Impfstoffen haben entscheidend zu dieser relevanten Verbesserung beigetragen. Seit dem Jahr 2013 aber ist die Durchimpfungsrate bei den Pflicht­ und empfohlenen Impfungen in Italien rückläufig, was zu einer durchschnittlichen Impfrate von unter 95 Prozent geführt hat. Das ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Schwelle der so genannten „Herdenimmunität“, die indirekt auch jene schützt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Besonders bedenklich sind die Zahlen bei der Durchimpfungsrate gegen Masern, die in Italien nicht überall gleich ist. Im Süden lag der Anteil der geimpften Kinder bei nur etwa 50 Prozent. 2002 kam es in diesen Teilen des Landes zu einer schwerwiegenden Masern­ epidemie mit über 40.000 Fällen und 3.072 Einweisungen. Zahlen, die bei Markus Markart ein Stirnrunzeln verursachen. Er ist seit 2003 Primar der Pädiatrie am Krankenhaus Brixen und Va­ ter von zwei Kindern. Im Laufe seiner Karriere hat er in vielen

Extra

Fitness & Gesundheit

SÜDTIROLER SANITÄTSBETRIEB

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Markus Markart, Primar der Pädiatrie am Krankenhaus Brixen, rät zum Impfen Abteilungen in verschiedenen Krankenhäusern Erfahrungen ge­ sammelt und sich ein umfassendes Know­how angeeignet. Besonders

am Herzen liegt ihm die Präventi­ on und Gesundheitsvorsorge der Kleinsten in unserer Gesellschaft, und dazu zählt auch das Impfen.

Impfen rettet Leben. Die Dis­

kussionen und Zweifel rund um dieses Thema kann Markus Markart nicht nachvollziehen. „Impfungen sind ein Meilenstein der Medizin, sie haben in den vergangenen Jahrzehnten Millio­ nen von Menschen das Leben gerettet. Sinkende Impfraten sind bedenklich, denn sie stellen die Grundlage für das Wiederaufflam­ men von längst ausgerotteten Krankheiten dar. Als Arzt und Vater kann ich allen verantwor­ tungsbewussten Eltern nur emp­ fehlen, auf Impfungen als Schutz zur Erhaltung der Gesundheit unserer Kinder zurückzugreifen.“ Bei Impfungen geht es somit auch darum: das Leben in vollen Zügen genießen zu können, Krankheiten zu vermeiden und die eigene Gesundheit und jene seiner Mit­ menschen zu schützen.


WEIL LEBEN FREUDE MACHT. „Als zweifacher Vater und Kinderarzt liegt es mir am Herzen, Kinder und deren Familien gut durchs Leben zu begleiten. Dazu zählt auch eine gezielte Gesundheitsvorsorge, weil: Impfen schützt.“

N IMPFE T Z T! SCHÜ

Markus Markart, Primar der Abteilung Pädiatrie am Krankenhaus Brixen

www.sabes.it/gesundheitsvorsorge


Fitness & Gesundheit

„Wir von AudioVita hören zu!“

AUDIOVITA

Mit großen Vorsätzen starten die Hörspezialisten von AudioVita ins neue Jahr. So möchten sie ab sofort noch mehr auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und deklarieren 2018 dazu als das „Jahr des besseren Hörens“.

Extra

Mit Beginn eines jeden neuen Jahres liegt Aufbruchstimmung in der Luft. Häufig wird zu Silves­ ter Resümee gezogen, Vorhaben und Vorsätze werden geplant. Viele Vorsätze zielen darauf, die eigenen Lebensumstände und insbesondere die Lebensqualität zu verbessern. Investitionen in das eigene Wohlbefinden sind zugleich auch ein Schritt zu mehr Lebensqualität – ganz besonders bei Hörproblemen. „Wir von AudioVita bieten die optimale Hilfe bei Hörproble­ men“, erklärt Markus Thaler, Ver­ antwortlicher für die Entwicklung von AudioVita in Südtirol. „Das beginnt damit, dass wir unseren Kunden zuhören, ausgiebige Hör­ tests durchführen und umfassend beraten. Sollten Hörgeräte erfor­ derlich sein, bieten wir individu­ elle Lösungen an.“ Dazu empfiehlt er allen, die unter Hörproblemen leiden, einen

Markus Thaler von AudioVita Südtirol kostenlosen Hörtest vornehmen zu lassen. „Vereinbaren Sie dazu am besten vorab einen Termin in Ihrer nächsten AudioVita­Nieder­ lassung. Dort überprüfen wir mit modernster Messtechnik die je­

Die AudioVita-Niederlassung in Brixen befindet sich in der Brennerstraße 5, nördlich der Konditorei Pupp weilige Hörleistung und Sprach­ verständlichkeit, um einen even­ tuellen Hörverlust optimal aus­ gleichen zu können.“ Welche Hörgeräte am besten passen, unabhängig von Bauart und Leis­

tungsfähigkeit, wird von Fall zu Fall immer gemeinsam mit dem Kunden individuell festgelegt. Bei Bedarf gibt es heutzutage Hörge­ räte, die kaum jemand bemerken wird.

AudioVita – Wir hören uns!

Terminvereinbarung unter

Tel. 0472 801690 Öffnungszeiten des Geschäfts: Mo, Di, Do, Fr, 8.30 – 12.30 Uhr & 13.30 - 17.30 Uhr

BRIXEN - Brennerstr. 5, oberhalb der Konditorei Pupp - www.audiovita.it 66


THOMAS COOK REISEBÜRO

Leinen los! Wie wäre es mit einer genussvollen Kreuzfahrt zu den Kanarischen Inseln, entlang der Fjorde Norwegens oder durch die Karibik? Gerade bei Kreuzfahrten lassen sich unvergessliche Reiseerlebnisse mit großem Erholungsfaktor dank der vielfältigen Verwöhnprogramme an Bord ideal kombinieren.

ENTSPANNUNG PUR FÜR DIE GANZE FAMILIE. Kreuzfahrten liegen nach wie vor im Trend. Dies zeigt sich auch daran, dass allein in diesem Jahr 16 neue Kreuzfahrtschiffe ihren Dienst antreten. Das Reisebüro Thomas Cook setzt seit jeher auf kontinuierliche Weiterbildung sei­ ner Reiseexperten, damit diese gut informiert in Hinblick auf die Wahl des Reisezieles, des Schiffes oder hinsichtlich der optimalen Reisezeit beraten.

Neu im Team. Seit Jänner hat das

Team um Inhaber und Fernrei­ seexperten Marius Gebhard mit Marlene Mair aus Brixen eine neue Kollegin. Die sympathische Touristikexpertin verfügt über zehn Jahre Berufserfahrung und bietet mit ihrem ausgeprägten Fachwissen eine hohe Beratungs­ und Servicequalität – eben genau jene Kennzeichen, die das Reise­ büro Thomas Cook von Beginn an ausgezeichnet haben.

Brunecker Touristikprofi Jakob Sternbach geleitet wird. Anfra­ gen für Vereins­, Firmen­ oder Schülerreisen können somit noch effektiver bearbeitet werden. Wie bei Individualreisen, steht auch hier der persönliche Kontakt zum Kunden im Vordergrund, mit dem die Reiseexperten optimal zu­ geschnittene, maßgeschneiderte Angebote sicherstellen. Ausgesuchte Gruppenreisen, meistens mit garantierter Durchfüh­ rung und mit einem konkurrenz­ losen Preis­Leistungs­Verhältnis, sind auf dem neuen Onlineportal www.gruppenreisen.it aufgeführt.

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Neu im Team: die langjährige Reiseexpertin Marlene Mair

Versiert in Sachen Gruppenreisen. Bereits seit letztem Jahr bietet das Reisebüro Thomas Cook auch eine eigene Gruppen­ und Incentive­Abteilung, die vom

kann man sich im neuen Jahr doch auf Bewährtes verlassen. So organisiert das Reisebüro etwa in diesem Jahr den mittlerweile 6. Weltenbummler­Abend. Am 22. Februar berichtet der renommier­ te Reisejournalist Andreas Pröve im Forum Brixen mit seinem ein­ zigartigen Live­Multivisions­Vor­ trag „Myanmar – Zauber eines goldenen Landes“ über seine 3.000 Kilometer lange Rollstuhl­ reise. Weitere Informationen da­ zu im Reisebüro oder unter www. reisebuero24.it.

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der vielen positiven Rückmeldun­ gen bietet das Reisebüro neben dem Mittwoch­ nun auch den Montagnachmittag zur persönli­ chen Kundenberatung ausschließ­ lich nach Vereinbarung an. An den anderen Tagen ist das Reisebüro hingegen nun verlängert bis 19 Uhr geöffnet.

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DIE ZAHNÄRZTE

Fitness & Gesundheit

Eine Zahnarztpraxis für die ganze Familie

Extra

In der neu eröffneten Gemeinschaftspraxis bieten die Zahnärzte Julia Plattner und Markus Streinz mit Team ein äußerst breites Leistungsprogramm, das sowohl auf Bewährtem wie auch auf neuesten Erkenntnissen aufbaut. Ein einladendes Ambiente, bequeme Erreichbarkeit sowie eine komfortable Rundumbetreuung für Groß und Klein runden das Angebot ab.

Julia Plattner und Markus Streinz mit ihrem Team Anfang Jänner haben sich die gebürtige Brixnerin Julia Plattner und ihr Lebensgefährte Markus Streinz den gemeinsam gehegten Traum einer Gemeinschaftspraxis erfüllt. Nach sechsmonatiger Um­ bauzeit eröffnete die Praxis am 8. Jänner ihre Tore. Auf den Standort im Station Center war ihre Wahl gefallen, da dieser alle Anforderungen an eine moderne Zahnarztpraxis erfüllt: Die großen und hellen Räumlichkeiten ermöglichten eine Einrichtung und Ausstattung nach dem neuesten Wissensstand, die ein modernes Praktizieren erlaubt und den Patienten das Wohlfühlen leichtmacht; kostenfreie Parkplät­ ze in der Tiefgarage, ein barrie­ refreier Zugang für Kinderwagen und Rollstuhl sowie die günstige

Die Zahnärzte Dr. Plattner - Dr. Streinz Station Center Mozartallee 2 – 39042 Brixen Tel. 347 5618848 E-Mail info@diezahnaerzte.it www.diezahnaerzte.it 68

Verkehrslage zu Bus und Bahn sichern zudem eine komfortable Erreichbarkeit.

Vielseitiges Leistungsprogramm. Dank ihrer unterschied­

lichen Spezialisierungen bieten die beiden Zahnärzte in ihrer

Filme schauen mit Videobrille – das kommt bei Groß und Klein gut an Gemeinschaftspraxis ein brei­ tes Tätigkeitsspektrum rund um zahnärztliche Behandlungen: Julia Plattner hat sich auf den Bereich der Kieferorthopädie und Kin­ derzahnheilkunde spezialisiert, während Markus Streinz die allge­ meine Zahnheilkunde praktiziert. Dabei legen beide Zahnärzte großen Wert auf moderne und bewährte Materialien, ein inter­ disziplinares Behandlungskonzept

Für die ganz kleinen Patienten nimmt sich Julia Plattner extra viel Zeit und eine schonende Arbeitsweise. Es werden außerdem innovative Behandlungsmöglichkeiten ange­ boten, ohne bewährte Erkennt­ nisse zu vernachlässigen. Plattner und Streinz praktizieren nach der minimalinvasiven Zahnheilkunde – es gilt als Grundsatz, Zähne und Kiefer mit möglichst wenig Mitteln und so schonend wie möglich zu behandeln. Dies ist besonders in der Kieferorthopädie wichtig, da die minimalinvasive Behand­ lungsmethode ein Zahnziehen möglichst vermeidet und Kiefer­ operationen weitgehend umgeht.

Kieferorthopädie für Kinder und Erwachsene. In der Kieferortho­

pädie kümmert sich Julia Plattner um Zahn­ und Kieferfehlstellun­ gen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Gerade in der Wachstumsphase ist es wichtig, im Rahmen regelmäßiger Besuche das Wachstum zu beobachten und den richtigen Zeitpunkt für eine Behandlung zu finden. Im besten Fall wird gar keine Zahnspange benötigt.

Vorbeugen statt bohren. Im

Bereich der allgemeinen Zahn­ heilkunde behandelt Markus Streinz Füllungen, Kronen, Brü­

cken, Prothesen und vieles mehr. „Vorbeugen statt bohren“ lautet sein Leitsatz, weshalb er gerne Tipps zur richtigen Mundhygie­ ne gibt. Denn eine regelmäßige und gründliche Zahnreinigung entfernt Beläge, Zahnstein und Verfärbungen. Zusätzlich wird die Zahnoberfläche poliert, und Bakterien können sich an der glatten Oberfläche schlechter anhaften. Beginnende Proble­ me wie Karies, Parodontitis oder Zahnentzündungen werden durch den regelmäßigen Zahnarztbesuch frühzeitig erkannt und können, wenn notwendig, schonend be­ handelt werden.

Ein Highlight: auf dem Behandlungsstuhl Filme sehen. Bei

länger währenden Behandlungen wird Patienten zudem die Mög­ lichkeit geboten, mittels einer speziellen Videobrille Filme, Se­ rien oder Youtube­Videos anzu­ schauen. Ablenkung lautet das Zauberwort, das jede Behandlung angenehm werden lässt – nicht nur für Kinder. Denn selbst ängst­ liche Patienten vergessen dabei ihre Furcht und benötigen deut­ lich weniger Anästhetikum.


FITNESSSTUDIO KNACKIG

Training für Frauen Im Fitnessstudio Knackig gelangen Frauen mit Motivation und Bewegung zum neuen Lebensgefühl. Das Konzept im Fitnessstudio Knackig ist einfach und gerade deshalb überzeugend: in einer persönlichen Atmosphäre inmitten von gleichgesinnten Frauen an der eigenen Körperfitness arbeiten, und das zeitlich ungebunden und möglichst effektiv, nach einem individuellen Trainingsplan und mit optimaler Betreuung vor Ort. „Es geht uns vor allem darum, dass sich Frauen bei uns wohl­ fühlen. Sie sollen dann trainieren, wenn sie Zeit haben, und sie sollen so trainieren, dass es ganz ihrem eigenen Ziel und ihren persönlichen körperlichen Voraus­ setzungen gerecht wird“, erklärt Eigentümerin Maria Rastner, die mit viel Begeisterung gemeinsam mit ihren vier Mitarbeiterinnen das Training im Frauen­Fitnessclub in Milland leitet.

Seit fast zehn Jahren erfolgreich. nur 30 Minuten gelingt es, durch Gegründet wurde das Frauen­ Fitnessstudio im Jahr 2009, und von Anfang an neben Maria mit dabei ist Fitnesstrainerin und Wei­ ßes­Kreuz­Präsidentin Barbara Siri. Heute setzt sich das Knackig­ Team neben Maria und Barbara aus Evi, Christa und Kristin zu­ sammen – alles sympathische Powerfrauen mit großer Passion für Bewegung und Sport. Hinter dem Leitsatz „Knackiges Training für knackige Konturen“ steckt ein durchdachtes Functional Training, das im Zirkelformat angeboten wird und sich als alltagsrelevantes und ganzheitliches Trainingspro­ gramm bewährt hat – ein Kon­ zept, das Frauen jeden Alters, mit oder ohne Trainingserfahrung, anspricht und außerdem in kurzer Zeit zu schaffen ist. In jeweils

Training mit Resultaten. Im Fit­

nessstudio Knackig werden nicht nur Trainingsgeräte neuester Ge­ neration eingesetzt, sondern auch beim Trainingskonzept selbst werden laufend aktuelle Trends im Bereich Bewegung und Ge­ sundheit eingebaut. Neben einem effektiven Training geht es aber immer auch um den gewissen Wohlfühlfaktor. „Das Training

Besuch uns und lass dich begeistern.

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Maria Rastner muss Spaß machen, denn nur dann kann langfristig die Leiden­ schaft für mehr Bewegung im Leben geweckt werden“, so Ma­ ria. „Es freut mich daher ganz besonders, wenn ich sehe, wie aus Sportmuffeln plötzlich Sports­ kanonen werden. Das ist die größte Motivation für mich und mein Team.“

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Jänner 1918

Die neue Weinsteuer

In der Blüte der Jahre dem Leben entrückt

Sonntag, 19. Jänner 1918

Freitag, 4. Jänner 1918 Von hochgeschätzter Seite geht uns folgender Bericht zu: Ein langer Trauerzug bewegte sich am Neujahrstage in Brixen vom Ansitz Neithaimb des Herrn Ma­ thias Furgler nach dem städtischen Friedhofe. Es wurde seine älteste Tochter, Frl. Rosa, zu Grabe ge­ tragen. In der Blüte ihres Alters hat sie der Tod hingerafft. Wer das Aussehen von Frl. Rosa noch vor 1 Jahre in Erinnerung hat, der wird kaum glauben, daß dieses kräftige, frische, blühende und scheinbar gesunde Leben so uner­ wartet schnell ausgelöscht werden konnte. Seit Jahresfrist aber nahm die Verstorbene, wenn auch lang­

Was jedermann zu ihr hinzog, war ihre Bescheidenheit, ihre echte, tiefkernige, stille Frömmigkeit, ihre durch nichts umzubringende Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit.

Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Februar 2018 Nächster Redaktionsschluss: 10. Februar 2018 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

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sam, doch zusehends ab, bis sie im November ein starkes Fieber zu Bette warf, aus dem sie nicht mehr herauskommen sollte. Fräu­ lein Rosa hat ganz ihrer Familie gelebt, und seit dem Tode der Mutter 1914 war sie die umsichti­ ge, um alles besorgte, rastlos tätige Hausfrau zu Neithaimb, die erste in der Frühe auf den Beinen, die letzte am Abend oder vielmehr in vorgerückter Nachte zu Bette. Die Familie, der Vater und die Ge­ schwister, erleiden daher zunächst den größten Verlust. Aber auch die zahlreichen Fremden, die seit 15 Jahren in Neithaimb gewohnt oder dort verkehrt haben, werden, wenn sie den Tod erfahren, den Heimgang des Frl. Rosa aufrichtig betrauern. War doch sie es, die mit ihrer gewandten Feder die ganze Korrespondenz mit denselben führte und ihnen den Aufenthalt in Naithaimb selbst so angenehm als möglich zu gestalten suchte.

In der vorigen Woche fand in Brixen im Rathause eine Bespre­ chung von Interessenten über die neue Weinsteuer statt, bei welcher Herr Reichsratsabgeordneter GM d. R. Athanas von Guggenberg die Grundzüge derselben darlegte und die Wünsche der Interes­ senten entgegennahm. Hiebei stellte es sich heraus, daß die Stadt Brixen bei Durchführung dieses Gesetzes einen nicht unbedeuten­ den Ausfall in ihren Einnahmen erleiden würde. Bei dieser Bespre­ chung wurde auch die Bildung eines ständigen Ausschusses der Produzenten angeregt, welcher mit den Abgeordneten stets in Fühlung zu bleiben und die Inter­ essen der Produzenten tatkräftig zu fördern habe. Die Bildung die­ ses Ausschusses wäre zu begrüßen.

Gefälligkeit und Wohlwollen ge­ gen jedermann, ihr stilles, welttä­ tiges Wohltun gegen die Armen, ihr durch und durch lauterer Cha­ rakter, ihr nobles, gewandtes, sicheres Auftreten. Darum genoß Frl. Rosa auch die Wertschätzung, Liebe und Verehrung aller, die sie näher kannten.

Roman-Fortsetzung verschoben Mittwoch, 16. Jänner 1918 Die Roman­Fortsetzung konnte in der heutigen Nummer wegen des sehr umfangreichen Berichtes über die derzeit das allergröß­ te Interesse beanspruchenden Friedensverhandlungen in Brest­ Litowsk nicht mehr untergebracht werden, was die geneigten Lese­ rinnen freundlichst entschuldigen wollen.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


Das Netzwerk der Südtiroler Kfz-Werkstätten www.blauschild.it

Das Netzwerk Blauschild: Neues Design, neue Vorteile

Neue Vorteile in allen Blauschild Betrieben

„Blauschild“ ist mittlerweile ein Begriff für Südtirols Autofahrer. Nun ist Blauschild ein registriertes Markenzeichen, welches für Qualität bürgt. Das Netzwerk der Südtiroler Kfz Betriebe präsentiert sich seit Januar bei allen Mitgliedsbetrieben mit einem neuen Schild.

Seit Anfang des Jahres ist ein Netzwerk an kooperierenden Kfz-Werkstätten tätig, welches seinen Kunden eine Betreuung Südtirol weit zusichert. „Durch das breite Netzwerk können Kunden bei Bedarf ihre Blauschild-Vertrauenswerkstätte kontaktieren, welche sich in Zusammenarbeit mit einem Partnerbetrieb vor Ort um das Fahrzeug kümmert und vom Abschleppdienst bis hin zur Reparatur sowie die Schadensabwicklung mit der Versicherung alles regelt“, so Manfred Huber, Präsident der SAG. Zurzeit sind 50 Netzwerk-Betriebe zertifiziert, weitere haben bereits ihr Interesse angemeldet.

Das Netzwerk der Südtiroler Kfz-Werkstätten Zusammengeschlossen haben sich Südtiroler Kfz- und Karosseriewerkstätten bereits 1996 im SAG-Südtiroler Auto-Gewerbe Kons. Gen.m.b.H.. Seit 2008 verfolgen sie das Projekt „Blauschild“. Ziel der Kfz-Handwerker ist durch Reparatur-Qualität dem Autofahrer die höchste Sicherheit seines Fahrzeugs zu bieten. Durch Beratung und Transparenz wird das Vertrauen in die Kfz-Betriebe gestärkt. Seither hat sich in den Kfz-Betrieben vieles getan und verändert, vom Outfit bis hin zur Anschaffung modernster Geräte, zur Erweiterung der Serviceangebote, verbesserte Weiterbildung des Fachpersonals. Die Kundenzufriedenheit der Blauschild zertifizierten Betriebe ist beträchtlich gestiegen.

Informationsportal für Autofahrer Das Informationsportal www.blauschild.it beinhaltet eine interaktive Karte, wo Autofahrer Blauschildwerkstätten in ihrer Nähe finden können. Vermittelt werden Informationen über das Qualitätssiegel Blauschild, Neuigkeiten und Tipps für Autofahrer und für Mitglieder des Netzwerks.

Feldthurns: Karosserie Kerschbaumer / Pontives: Carrozzeria „da Toni“ Lajen: Karosserie Toni / Pfitsch: Garage Europa Holzer / Villanders: Auto Hofer St. Christina: Cisles / Wolkenstein: Autoservice Ploner


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