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Brixner 332 - September 2017

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EXTRA

332

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Einrichten & Wohnen

Jahrgang 28 · September 2017

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Der Freidenker Harald Kastlunger

„Ich glaube nur an das Leben“ SCHICKSAL: Im Gespräch mit Samuel Koch PORTRAIT: Andreas Jungmann ist Teamplayer durch und durch BONSAI: Der Weg vom Setzling zum Mini-Baum SPORT: Mit dem Mountainbike durch den Wald


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | KÄMPFER MIT BISS: Samuel Koch im Interview 09 | Monika Leitner: „Anpassung an Landesstandards“ 12 | Summer School: Von Menschen und anderen Tieren 13 | Integration: Neue Heimat Brixen Menschen & Meinungen >>> 20 20 | PORTRAIT: Andreas Jungmann 25 | Pro & Contra: Ist die zweijährige Firmpause sinnvoll? 28 | Umfrage: Ist Gleichberechtigung noch Thema? Kunst & Kultur >>> 30 30 | HARALD KASTLUNGER: „Ich bin ein Freidenker“ 32 | Kathrin Passig: „Aufschieben bringt Vorteile“ 34 | Historische Stadtansicht: Das frühere Brixen in Farbe 42 | Philipp Hochmair: „Ungebunden, fast körperlos“ 45 | Event: Blasmusik in Brixen Veranstaltungen 51 | TIMER: Oktober 2017

>>> 51

Freizeit & Sport >>> 56 56 | MOUNTAINBIKE: Ab durch den Wald! 58 | Monika Niederstätter: „Kinder müssen auf Bäume klettern!“ Wirtschaft & Umwelt >>> 64 64 | BONSAIKUNST IN BRIXEN: Kleiner Baum ganz groß 68 | Mobilität: Brixen auf Schiene Extra 79 | Einrichten & Wohnen 94 | Kinderfotos

>>> 79

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Erschreckend Tja, das waren sie also, die Bundestagswahlen 2017. Im Grunde sind sie so ausgefallen, wie ich es mir erwartet hatte: Angela Merkel wurde ordentlich abgestraft, Martin Schulz hat nicht überzeugt, die FDP ist dank ihres eloquenten Spitzenkandidaten wieder da, die Grünen sind zumindest nicht verschwunden. Und dann gibt es diese AfD mit ihren teilweise skurrilen und manchmal geradezu angsteinflößenden Kandidaten, die immerhin 12,6 Prozent der Wähler überzeugt hat. Mein Eindruck ist, dass allein die Flüchtlingswelle zu diesem Ergebnis geführt hat – gemeinsam mit der Tatsache, dass die Große Koalition keine zufriedenstellende Antwort auf die damit zusammenhängenden Probleme gefunden hatte. Und die Probleme sind augenscheinlich, nicht nur in Deutschland. Das derzeitige naiv-absurde Asylrecht, das in den ersten neun Monaten nicht zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen unterscheidet, produziert am Ende eines jeden gescheiterten Asylverfahrens einen absolut bedauernswerten Menschen, der, wenn man ihn nicht in ein Flugzeug setzt, einfach abtaucht, meist in eine größere Stadt. Diese Abgetauchten, denen wir alle tagtäglich begegnen, müssen dann irgendwie versuchen, in der Dunkelheit ihrer Existenz zu überleben. Unkontrollierte Migration führt in der Bevölkerung verständlicherweise zu Unbehagen, und die Politik muss dafür nun endlich eine Antwort finden – vor allem auch im Interesse der Flüchtlinge. Diese Antwort ist nicht einfach, zugegebenermaßen, aber die Bevölkerung erwartet sie sich, und ich habe das Gefühl, dass sie keine beschwichtigenden Ausreden mehr akzeptiert. Der Erfolg der AfD wird nämlich Nachahmer finden, in ganz Europa. Auch auf lokaler Ebene, auch bei uns. Ausgerechnet an diesem Samstag, am Tag vor der Wahl, war ich im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Es ist erschreckend, wie manche Wahlplakate von 2017 jenen von 1933 ähneln.

Ihr Willy Vontavon

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Außerdem in dieser Ausgabe Zwei Beilagen: Forum Brixen Forum Cultur Kulturkalender 2017/2018

Stadtwerke Brixen AG Infoblatt Nr. 6 Oktober 2017


Politik & Gesellschaft

SAMUEL KOCH BEIM INTERNATIONAL MOUNTAIN SUMMIT

„Sehr schlecht im Nein-Sagen“ Der 4. Dezember 2010 bedeutete für SAMUEL KOCH die Notwendigkeit einer radikalen Neuorientierung seines Lebens: Im Rahmen einer Wette für „Wetten, dass ...?“ verletzte er sich schwer und ist seitdem vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Im Gespräch mit dem „Brixner“ geht es um den Unfall und um sein heutiges Leben – als Mensch, Buchautor und Schauspieler. Am 13. Oktober kommt er zum IMS.

Herr Koch, Sie haben einmal gesagt, Sie suchen sich jeden Tag schöne Erlebnisse: mal Gründe zum Lachen, mal tiefgehende Gespräche. Damit setzen Sie mich ganz schön unter Druck: Wie soll ich dieses Interview beginnen, damit Sie es danach als wertvoll empfunden haben? SAMUEL KOCH: Ach du Schreck! Den Druck kann ich Ihnen sofort nehmen. Es ist ja nicht so, dass ich mich den ganzen Tag nur frage, wer oder was mir Energie spendet und wer oder was mir Energie raubt. Ich möchte jetzt unser Gespräch nicht degradieren, aber ... ich finde es zum Beispiel wertvoll, mit einem Freund auch mal Blödsinn zu machen, wobei ein Betrachter im ersten Moment nicht davon ausgehen könnte, dies sei „wertvoll“, was wir da sprechen. Deshalb: Ich befreie mich/uns von allem Druck, hier irgendwas „Wertvolles“ sagen zu müssen. Aber, schauen Sie, sobald sich zwei Menschen begegnen auf eine positive Art und Weise, indem sie Nachrichten, die nicht nur schlecht sind, multiplizieren wollen für andere Menschen, dann ist dies ja bereits wertvoll. Eigentlich ist also allein die Tatsache, dass wir jetzt miteinander sprechen, schon wertvoll. Danke! Kommen wir in medias res: Am 4. Dezember 2010 haben Sie sich schwer verletzt, als Sie in der Fernsehshow „Wetten, dass...?“ mit Sprungstiefeln über Autos sprangen. Fragen 4

Sie sich heute manchmal, warum Sie dieses Risiko damals eigentlich eingegangen sind? Hm ... nein, ich glaube, diese Frage stelle ich mir nicht. Lassen Sie mich kurz überlegen ... frage ich mich das? Nein, denn ich weiß eigentlich, warum ich das damals gemacht habe. Ich bin sehr schlecht im Nein-Sagen, das war einer der Gründe. Ich hatte vorher drei Mal auf eine entsprechende Anfrage abgesagt. Und ich kenne die genauen Gründe, die dann aber dazu geführt ha-

Ich musste damals zwischen den Vor- und Nachteilen abwiegen und war mir gar nicht so sicher, ob ich mich mit dieser Show nicht zum Affen machen würde. Ich hatte befürchtet, meiner damals grad begonnenen Schauspielkarriere könnte es eher schaden, wenn man in der Öffentlichkeit so etwas Hallodri-Mäßiges preisgibt. Viele Freunde von mir haben aber gesagt, ich solle das unbedingt machen, weil es ein schönes Erlebnis werden würde. Ich habe auch weise Menschen in der Gemeinde gefragt, die eben-

ken gemacht, denn schließlich hatte ich schon sechs Jahre lang dasselbe immer wieder getan als Alternative zum Kellnern. ShowTurnen war ja bereits ab 12 Jahren eine Art Nebenerwerb von mir. Haben Sie inzwischen eine technische Begründung, warum Ihre Wette damals schiefgelaufen ist? Nein, nicht wirklich. Wie gesagt: Seit ich zwölf bin, bin ich mit Saltos über Hindernisse gesprungen, und ich habe gelernt, dass man erst am Schnittpunkt der

„Zu sagen, ich könnte ‚Unversehrten’ das eine oder andere mit auf den Weg geben, wäre absolut vermessen“_ Samuel Koch ben, dass ich überredet wurde, die Wette zu bestreiten. Ja, und deshalb stelle ich mir die von Ihnen formulierte Frage eigentlich nicht mehr, denn ich kenne ja die Antwort. „Warum“-Fragen sind im Grunde unwiederbringlich in die Vergangenheit gerichtet, weshalb sie für mich grundsätzlich keinen Sinn ergeben. Eigentlich wäre es besser, die „Warum“-Frage in eine „Wozu“-Frage zu verwandeln, denn die ist eher in die Zukunft gerichtet, wenn Sie verstehen, was ich meine. Sie haben Recht, wir stellen die Frage um: Wozu sind Sie das Risiko dieser Wette eingegangen?

falls der Meinung waren, ich solle das unbedingt tun, weil es schön sein würde, über 10 Millionen Menschen eine gute Botschaft zu vermitteln. Auch mein SchauspielDirektor war derselben Meinung, aber insgeheim hatte ich gehofft, dass er mir die Freigabe vom Theater nicht geben würde – das wäre dann eine gute Ausrede gewesen. Auch die wirtschaftliche Komponente spielte eine Rolle: Ich hätte mein Auto und meine Wohnung weiterhin durch das Studium hindurch finanzieren können, ohne viele zusätzliche Nebenjobs annehmen zu müssen. Über den sportlichen Aspekt habe ich mir überhaupt keine Gedan-

Flugkurve die Rotation des Saltos einleitet – und genau das habe ich nicht gemacht. Es ist mir ein Rätsel, warum. Absolut unerklärlich. Nun gibt es leider jeden Tag sehr viele Menschen, die sich durch unglückliche Umstände verletzen, und viele erleiden Ihr Schicksal und bleiben gelähmt. Ihr Fall unterscheidet sich aber von den vielen anderen durch seine Öffentlichkeit, denn schließlich haben Millionen Fernsehzuschauer den Unfall live miterlebt. Empfinden Sie diese Öffentlichkeit heute als Privileg oder als eher lästigen Nachteil?


Sowohl als auch. Es gibt lästige Anteile der Öffentlichkeit, Mühseligkeiten. Man kann anfangen bei der Krankenkasse, mit der alle zu kämpfen haben, wenn sie versuchen, Hilfsmittel zu bekommen, die man unbedingt braucht. Da heißt es dann explizit, dass diese Hilfsmittel bei mir nicht genehmigt werden können, weil andere Patienten dann dazu legitimiert würden, dieselben Hilfsmittel zu beantragen. Da habe ich manchmal einen schwierigeren Stand als jemand, der nicht in der Öffentlichkeit steht. Es ist auch nicht leicht, wenn man auf Schritt und Tritt beobachtet wird. Kürzlich hat meine Frau im Internet ein Foto von sich im Urlaub gepostet und ich eins von mir. Wir waren da zusammen, aber wenn der eine vom anderen ein Foto schießt, ist eben jeweils nur einer drauf. Ein paar Tage später durften wir dann in der Presse von einer „Krise im Hause Koch“ lesen, „warum sind sie allein im Urlaub?“. Na ja, sowas ist dann sehr mühsam, auch die Beantwortung der darauffolgenden Fragen, die durch diese Trugschlüsse und falschen Assoziationen entstehen. Aber andererseits muss ich schon sagen, dass die Vorteile überwiegen: Ich versuche, die Öffentlichkeit so gut wie möglich zu nutzen, um produktive und sinnvolle Dinge zu machen.

KÄMPFER MIT BISS: Nach seinem Unfall bei „Wetten, dass ...?“ musste Samuel Koch sich erst in seinem neuen Leben zurechtfinden

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Sie sind Buchautor, Schauspieler, haben einen Führerschein und ... seit einem Jahr sind Sie auch verheiratet. Beim Durchlesen Ihrer Biografie habe ich mir irgendwann folgende Frage gestellt: Gelingt diesem jungen Mann eigentlich alles, was er anpackt? Und ich nehme an, Sie leiten diese Frage jetzt an mich weiter. Ja, genau. Klar, denn es bringt ja nichts, wenn Sie sich diese durchaus charmante Frage stellen und keine Antwort darauf finden. Nun, für eine Hochzeit kann man ja nicht so viel dafür, um beim letzten Ihrer Punkte anzufangen. Schauen Sie, es gibt mit Sicherheit genügend Dinge, bei denen ich scheitere, die bei mir nicht funktionieren. Es ist nicht alles Gold, was glänzt! Ich versuche, wie jeder andere auch, Dinge abzuarbeiten, die dann nur teilweise funktionieren, worauf ich hin und wieder recht allergisch reagieren kann. Wenn etwas nicht klappt, kann ich mich aber auch 5


Foto: Maximilian Kempe

Politik & Gesellschaft Samuel Koch: „Wenn sich eine Aufgabe erschöpft hat, will ich mich auch nicht daran festhalten“

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recht gut darin verbeißen, bis es eben dann doch klappt. Ich habe also, wie ich hoffe, meist einen recht gesunden Ehrgeiz. Beginnen wir mit Ihren Büchern: Es gibt zwei davon, eines aus dem Jahr 2012 und eines von 2015. Das erste heißt „Zwei Leben“, das zweite „Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter als man denkt“. Sind beide Bücher ein Plädoyer für eine grundsätzlich optimistische Lebenseinstellung? Nein, das kann man so nicht sagen. Das erste ist im Grunde ein Akt der guten Erziehung. Ich hatte mich auch da länger dagegen gesträubt und am Ende dazu hinreißen lassen, mal was auszuprobieren – mit der im Vertrag enthaltenen Möglichkeit, das Projekt auch nur einen Tag vor Erscheinen wieder platzen lassen zu können. Das fand ich einen fairen Deal. Ein Akt der guten Erziehung? Ja. Unzählige Menschen hatten mir damals 100.000 Fragen gestellt, per Post, elektronisch oder persönlich. Diesen Leuten 6

wollte ich auch antworten, und auf direktem Weg hätte ich das einfach nicht geschafft. Das erste Buch bestand also im Prinzip aus Antworten zu vielen Fragen, die mir gestellt worden waren: wie der Unfall passiert war, was unmittelbar danach passierte, welche Person ich bin, aus welchem Umfeld ich entstamme. In der Einleitung habe ich geschrieben, das sei ein Buch für Rollstuhlfahrer, Nicht-Rollstuhlfahrer und solche, die es werden wollen. Das wäre der ganz grobe inhaltliche Überblick zum ersten Buch. Das zweite hingegen geht schon eher in Richtung Plädoyer für Optimismus: Es ist eine Zusammenfassung meiner Erfahrungen und Erkenntnisse und vor allem meiner Begegnungen mit Menschen in den drei bis vier Jahren, in denen ich bereits im Rollstuhl saß. Da ist viel Außerordentliches passiert, viel Schönes, viel Unschönes und viel Absurdes. Diese Erfahrungen habe ich mit meinem Buch geteilt. Da geht es auch um mein verrücktes Schauspielstudium, um verschiedene Reisen und um meine Erfahrungen mit der deutschen Medienlandschaft. Ich habe mich aber auch beschäftigt mit Themen wie Tod, Schmerz

und Leid und mit dem, was den Menschen ausmacht, sobald von ihm nicht mehr viel übrigbleibt. Der Untertitel des Buches zeigt aber effektiv eine grundsätzlich positive Richtung auf: „Das Leben geht weiter als man denkt.“ Dass Sie mit Ihrer Lebensgeschichte für einen Frischverletzten ein Vorbild sein können, ein enormer Hoffnungsschimmer, scheint einleuchtend. Mit welchen Botschaften wenden Sie sich aber an die breite Öffentlichkeit? Ich sehe das vollkommen anders als Sie. Für mich ist nicht so einleuchtend, dass ich einem Frischverletzten irgendwas sagen kann – im Gegenteil. Als ich im Krankenbett war, hat man auch mir einige Rollstuhlfahrer geschickt, die schon seit vielen Jahrzehnten im Rollstuhl saßen. Das war zu einem Zeitpunkt, an dem ich grad erst verstanden hatte, dass es eventuell sein könnte, dass ich mich nie wieder bewegen kann und dass all meine Träume, all meine Wünsche damit zerstört waren. Als ich als einer dieser Frischverletzten keine Perspektive hatte, kam einer dieser

Rollstuhlfahrer, der mir sagen wollte, wie schön das Leben im Rollstuhl ist. Davon wollte ich nichts hören. Wie das Leben im Rollstuhl ist, musste ich zunächst einmal selbst herausfinden und nicht von jemandem erfahren, der mir das unbedingt sagen will. Dem entsprechend bin ich immer ganz, ganz vorsichtig, wenn ich in Krankenhäuser eingeladen werde. Ich gehe oft in Krankenhäuser und besuche oft Frischverletzte, aber mit einer möglichst großen Zurückhaltung und mit möglichst wenig übergestülpter PseudoFröhlichkeit. Wenn jemand in diese Situation kommt, muss er zunächst selbst damit zurechtkommen, leider. Es ist absurd zu glauben, da könne jemand von außen kommen, der sagt: So, Schalter umlegen, jetzt geht’s wieder vorwärts! So funktioniert das leider nicht. Was können „Unversehrte“ von Ihnen lernen? Zu sagen, ich könnte „Unversehrten“ das eine oder andere mit auf den Weg geben, wäre absolut vermessen. Trotzdem: Jemand, der auf den ersten Blick unversehrt scheint, kann positiv


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Politik & Gesellschaft

Zur Person Samuel Koch, Jahrgang 1987, ist ein deutscher Schauspieler. Er verletzte sich schwer, als er am 4. Dezember 2010 in der Fernsehshow „Wetten, dass...?“ in Düsseldorf mit speziellen Sprungstiefeln über ein fahrendes Auto sprang. Seither ist er vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Bereits mit 6 Jahren hatte er begonnen, als Kunstturner tätig zu sein; er turnte 17 Jahre lang bei unzähligen Wettkämpfen in der deutschen und französischen Liga. Nach dem Abitur war er im Rahmen seines Wehrdienstes als Vertrauensperson und redaktionell in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der deutsch-französischen Brigade tätig. Danach studierte er Schauspiel – erst in Hamburg, später an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover mit Diplomabschluss im Juli 2014. Nach seinem Unfall wurde er im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil rehabilitiert. Sein Buch „Zwei Leben“ avancierte zum Spiegel-Bestseller und erhielt 2012 den Medienpreis „Goldener Kompass“. Seit September 2014 ist er Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt. Im September 2015 veröffentlichte er sein zweites Buch „Rolle vorwärts“, das kurz darauf in der Kategorie Sachbuch und Ratgeber die Silbermedaille beim Leserpreis gewonnen hat. Er unterstützt die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) sowie die internationale Rückenmarksforschung „wings for life“, aber auch regionale Projekte wie die Arbeit der ELFMETERStiftung oder den inklusiven Betrieb Fohrenhof als Schirmherr. Zusätzlich hält er immer wieder Vorträge an Ärzte- und Pflegekongressen, Schulen oder anderen öffentlichen Einrichtungen. Am Freitag, 13. Oktober, wird er beim International Mountain Summit im Forum Brixen zu Gast sein. Restkarten an der Abendkasse.

berührt sein beim Anblick von jemanden, der augenscheinlich in schwierigeren Umständen ist und trotzdem versucht, aus seinem Schicksal positive Aspekte herauszusuchen, sich sein Glück zu erarbeiten und Dinge zu suchen, für die er dankbar sein kann. Es kann die Sicht auf sein eigenes Ich verändern. Wenn der Umgang mit mir also einen positiven Effekt auf den Gesprächspartner hat, dann freue ich mich natürlich. Aber diesen Anspruch will ich gar nicht erheben. Verstehen Sie, was ich meine, oder ist das für Sie eine enttäuschende Aussage? Nein, ich empfinde das als sehr realistische und ehrliche Aussage: Sie erheben nicht den Anspruch, positive Wirkung

auf jemanden zu erzielen. Und trotzdem passiert das mit großer Wahrscheinlichkeit sehr häufig. Ja, mal mehr, mal weniger. Ich kann auch sehr gut jene Leute verstehen, die sagen, diesen Samuel Koch kann ich nicht mehr sehen, der geht mir auf den Keks, und jetzt schreibe ich ihm mal einen Hassbrief. Vielleicht habe ich dem Schreiber dieses Hassbriefes einen Gefallen getan, indem er mit dem Schreiben seinen Frust irgendwo ablassen konnte. Das kommt gar nicht so selten vor. Sie haben nach Ihrem Unfall die Schauspielschule abgeschlossen, und heute spielen Sie in Darmstadt Theater – von Kafka bis Goethe und Schiller. Ich habe mir ein paar Youtube-Videos

angeschaut: Mir ist aufgefallen, dass Sie auf der Bühne ungemein viel Energie ausstrahlen – zum Unterschied von Interviewsituationen, in denen Sie viel zurückhaltender wirken. Nun, das sind eben verschiedene Charaktere und verschiedene Rollen. In den Interviews bin meistens ich es, also Samuel. Der ist dann meist etwas zurückhaltend und schüchtern. Im Theater auf der Bühne springt man hingegen in eine erarbeitete Figur, in eine Rolle, der ich natürlich meinen Samuel-Charakter leihe und auch damit durchtränke. Auch rein physisch ist das eine vorbereitete Situation. Was die Stimme anbelangt: Jetzt gerade spreche ich mit meiner fipsigen, kurzatmigen Privatstimme, die sich von der Bühnenstimme unterscheidet. Für die Bühnenrolle muss ich meine Stimme eine halbe Stunde oder sogar länger in der Umkleidekabine vorbereiten; schon allein deshalb hat sie ein anderes Volumen und eine andere Kraft. Ist das physisch eine große Anstrengung? Das ist mit Sicherheit für alle Schauspieler eine große Anstrengung, oder zumindest sollte sie es sein. Ist das Schauspiel eine langfristige Perspektive für Ihre Lebensgestaltung? Das weiß ich nicht, mal sehen. Mit Sicherheit wird auch meine Zukunft irgendwie damit zusammenhängen – zumindest würde ich mir das wünschen. Ob es nun Hörbücher sind oder RadioFeatures, Sprecherjobs, Film- oder Bühnenprojekte – mal sehen! Die Schauspielerei wird es mit Sicherheit noch eine Weile geben,

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aber gleichzeitig bin ich gewiss nicht darauf fixiert. Wenn es neue Aufgaben, Projekte oder vor allem Herausforderungen geben sollte, werde ich diese auch gerne annehmen. Ich bin keiner, der sagt, er muss unbedingt auf der Bühne stehen – ganz im Gegenteil: Wenn sich eine Aufgabe erschöpft hat, will ich mich auch nicht daran festhalten. Am 13. Oktober werden Sie beim IMS in Brixen sein; der Abend ist, soviel ich weiß, schon fast ausverkauft. Was wird man von Ihnen sehen? Der Veranstalter hat sich ein Bühnengespräch gewünscht, auf das ich keinen Einfluss habe – in diesem Sinn bin ich auf den Gesprächspartner angewiesen, auf den ich mich freue, und ich hoffe, seine Fragen zufriedenstellend beantworten zu können. Die Themenbereiche werden sich vielleicht jenen ähneln, die wir gerade besprochen haben. Haben Sie zu Südtirol irgendeine Beziehung? Da muss ich jetzt etwas schmunzeln ... ich bin geografisch nicht besonders versiert. Ich war in Tirol schon zwei Mal paragleiten, und letzthin habe ich mit meiner Frau in Tirol den Urlaub verbracht, in Tannheim. Das hat nun aber nix mit Südtirol zu tun, oder? Nein, das liegt in der Gegend von Reutte, Nordtirol ... Ach ja, Südtirol ist ja weiter südlich, Italien, oder? Das ist mir jetzt aber etwas peinlich ...

willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


INTERVIEW

„Anpassung an Landesstandards“ Frau Leitner, bisher hat die Gemeinde Brixen den Transport von Kindergartenkindern in einigen Fraktionen organisiert und finan­ ziert. Warum ist dies heuer nicht mehr der Fall?

Foto: Oskar Zingerle

Bisher hatte die Gemeinde Brixen den Transport von entlegen wohnhaften Kindern zu ihren Kindergärten organisiert und finanziert; ab heuer ist dies aufgrund einer neuen Landesregelung in der bisherigen Form nicht mehr möglich. Die Brixner Stadträtin MONIKA LEITNER erklärt, warum – und verrät bei dieser Gelegenheit einige interessante Zahlen.

MONIKA LEITNER: Eine Präzisierung: Auch heute gibt es noch Transporte, aber es sind zugegebenermaßen weniger als bisher. Grund für die Reduzierung sind die von der Landesregierung am 13. Juni beschlossenen neuen Richtlinien für den Schülerverkehrsdienst, der nun auch Kindergartenverkehrsdienste enthält. Bisher war es nicht möglich, dass die Schülerbusse und die öffentlichen Busse auch Kindergartenkinder transportieren – jetzt ist dies mit einer verpflichtenden Begleitperson möglich. Dafür dürfen die Gemeinden nur mehr dann selbst Linien einrichten, wenn die entsprechenden Strecken nicht schon von Schülerbussen oder öffentlichen Linienbussen bedient werden, was aber leider in einigen Fraktionen der Fall ist. Bisher gab es also eine doppelte Bestückung, weil der gemeinsame Transport von Schul- und Kindergartenkindern nicht zulässig war? Richtig. Das Land will hier offenbar Synergien schaffen, was nachvollziehbar und sinnvoll erscheint. Wie viele Kinder sind bisher transportiert worden? Die Gemeinde Brixen hat insgesamt etwa 700 Kindergartenkinder, von denen im Vorjahr 43 den Transportdienst in Anspruch genommen haben; jetzt sind es noch 22. Diese 22 Kinder sind in einer Situation, die laut Beschluss einen eigenen Dienst zulässt: Entweder der entsprechende Schülerbus ist bereits überfüllt,

Monika Leitner: „Das Land will hier offenbar Synergien schaffen, was nachvollziehbar und sinnvoll erscheint“

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oder die zur Verfügung stehenden Linienbusse fahren zu Zeiten, die nicht kompatibel sind mit den Beginnzeiten der Kindergärten. Es gibt zwei Transporte mit jeweils elf Kindern. Dieser Dienst wird nach wie vor von der Gemeinde bezahlt – bis auf den

vorgeschriebenen Begleitdienst, den die Eltern laut Landesbestimmungen selbst gewährleisten müssen. Empfinden Sie als zuständige Stadträtin es als Problem, wenn die restlichen 21 Kindergarten-

kinder nun nicht mehr einen „eigenen“ Bus haben? Schauen Sie, wir haben in jeder einzelnen Fraktion genau überprüft, ob es Linienbusse gibt, die fast zur selben Zeit die Strecken befahren wie im Vorjahr der Kin9


Politik & Gesellschaft

dergartenbus. Das Problem liegt eher bei der verpflichtenden Begleitperson, die dann für die Rückkehr auf den nächsten Retourbus warten muss. Trotz kapillarer Anbindung verliert die Begleitperson also am Morgen einige Zeit. Bisher wurde ja jedes Kind auf Kosten der Gemeinde praktisch vor der Haustür abgeholt. Für diese Familien ist das also schon eine gewisse Umstellung. Nun, bei diesen neuen Richtlinien handelt es sich ja um einen Beschluss der Landesregierung, also betrifft er alle 116 Gemeinden Südtirols. Ja, aber von den 116 Gemeinden hatten bisher lediglich 16 bis 18 Gemeinden Kindergartendienste eingerichtet, von denen die meisten den Eltern verrechnet wurden. Das heißt also, dass die Gemeinde zwar die Dienste organsiert hat, die Kosten aber von den jeweiligen Eltern bezahlt wurden. Zum Beispiel Feldthurns: Die Eltern zahlen hier pro Monat und Kind 43 Euro allein für den Transport, in Rodeneck etwas weniger. Bei den Nachbar­ gemeinden Lüsen und Vahrn ist

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es so, dass es überhaupt keinen Kindergartentransport gibt. Im zuständigen Landesamt haben sich nach der Bekanntgabe der neuen Bestimmungen lediglich zwei Gemeinden gemeldet: Brixen und Mals. Das heißt also, dass sich die Gemeinde Brixen im Landesvergleich bisher außerordentlich großzügig gezeigt hat? Ja, das stimmt. Welche Kosten sind der Gemeinde bisher pro Jahr für diesen Dienst entstanden? Die Kosten für den Transport der 43 Kinder beliefen sich auf 70.000 bis 90.000 Euro. Das bedeutet, dass wir bisher pro Kind und Jahr etwa 1.800 Euro bezahlt haben. Welche Kosten verursachen die Kindergärten insgesamt? Wie Sie wissen, bezahlt das Land die Gehälter der Kindergärtnerinnen, während die Gemeinde für die Infrastrukturen und deren laufende Kosten sowie für die Verpflegung der Kinder zuständig

ist. Im vergangenen Jahr entstanden insgesamt Kosten von 1,26 Millionen Euro – inklusive der vorhin genannten Kosten für den Kindergartentransport. Wie deckt die Gemeinde diese Kosten? 321.000 Euro werden von den Eltern über die Kindergarten­ gebühren bezahlt, 125.000 Euro zahlt das Land als Spesenbeitrag. Die restlichen 815.000 Euro übernimmt die Gemeinde; diese Kosten werden also von den Steuereinnahmen gedeckt. Bei insgesamt 700 Kindergartenkindern bezahlt die Gemeinde also pro Kind etwa 1.165 Euro. Gut, wir stellen also fest, dass die Kosten für den Kindergartentransport pro Kind nicht unerheblich waren. Trotzdem: Die Eltern der 21 Kinder, die sich nun selbst organisieren müssen, werden enttäuscht sein ... Ja, das ist verständlich. Während das neue Gesetz durch die Möglichkeit der Nutzung der Linienbusse für alle anderen Gemeinden eine Aufwertung bedeutet, ist es

für Brixen eine Einschränkung der bisherigen Situation. Brixen hat bisher einen Dienst bereitgestellt, der weit über das Niveau aller anderen Gemeinden gegangen ist. An einen solchen Dienst gewöhnt man sich sehr gern. Die neuen Regeln des Landes zwingen uns, unser Niveau an die Landesstandards anzupassen. Wobei die 21 Kinder im öffentlichen Linienbus nach wie vor kostenfrei fahren, aber die Eltern müssen sie eigenverantwortlich begleiten oder einen Begleitdienst organisieren, dessen Kosten sie selbst übernehmen müssen. Wie sieht ein solcher Begleitdienst aus? Im Linienbus muss eine Person die Kindergartenkinder begleiten. Wenn dies einer der Väter oder Mütter ist, ist die Problematik begrenzt; wird aber eine fremde Person dafür verpflichtet, muss sie von den Eltern finanziert werden. Hier ist der Gesetzestext leider nicht sehr klar; die deutsche Version unterscheidet sich von der italienischen: Im italienischen Gesetzestext geht man wie selbstverständlich davon aus, dass eines der Elternteile ihr Kind begleitet.


Sind die betroffenen Eltern unterrichtet worden? Ja, selbstverständlich, es gab mehrere Unterredungen. In einem Dorf war sofort die Bereitschaft da, die Kinder zu begleiten, in einem zweiten gab es diese Bereit-

Schauen Sie, ich darf wiederholen, dass dieses Image durch die Fakten nicht bestätigt werden kann: Die monatlichen Tarife, die Brixen einhebt, liegen zwar im Landesvergleich im oberen Drittel, sind aber vergleichbar mit vielen anderen Gemeinden. In Brixen

„Während das neue Gesetz für alle anderen Gemeinden eine Aufwertung bedeutet, ist es für Brixen eine Einschränkung der bisherigen Situation“_ Stadträtin Monika Leitner schaft nicht. Die allermeisten Eltern haben sehr gelassen reagiert und verstanden, dass es leider kein Anrecht auf Beibehaltung der Situation gibt. Warum sind die Kindergartengebühren in Brixen höher als in anderen Gemeinden? Ich weiß, dass Brixen das Image hat, sehr hohe Gebühren einzuheben, aber zum einen bestätigt der direkte Vergleich mit Gemeinden derselben Größenordnung dieses Image nicht, und zum anderen gibt es auch eine klare Begründung, warum diese Gebühren höher sein müssen als zum Beispiel in einer kleinen Gemeinde. Brixen war auch in Bezug auf die Kapillarität der Kindergärten immer großzügig, was die Statistik auch klar zeigt: In der Gemeinde Brixen kommt auf 1.500 Einwohner ein Kindergarten; in Bruneck sind es 2.200 Einwohner, in Sterzing 2.300, in Bozen sogar 2.700 Einwohner. Das heißt, dass sich Brixen eine sehr hohe Anzahl und ein dichtes Netz an Kindergärten „leistet“: Auch in sehr kleinen Fraktionen gibt es einen Kindergarten. In den Fraktionen haben wir statistisch auf 700 Einwohner einen Kindergarten. Ist diese Kapillarität ein Kostentreiber? Ja, natürlich. Wir haben 14 verschiedene Gebäude, die beheizt, gewartet, eingerichtet, mit Spiel­ material ausgestattet werden müssen, und zwar ganz unabhängig davon, wie viele Kinder untergebracht sind. Das ist also die Erklärung für die hohen Gebühren?

kostet es 63 Euro pro Monat, ein Kind in den Kindergarten zu entsenden; Bruneck und Bozen verlangen zum Beispiel 70 Euro. Der „Preis“ für die Nutzung unserer Kindergärten ist also auf einem absolut akzeptablen Niveau. Die vorhin genannte Kapillarität ist aber ein Luxus, den sich die Gemeinde Brixen leistet? Ja, aber dabei handelt es sich aus meiner Sicht um eine klare politische Botschaft: Als Gemeinde­ verwaltung legen wir sehr viel Wert auf diese Kapillarität, weil wir der Meinung sind, dass sie unbedingt notwendig ist für eine optimale Gestaltung der Lebenswelten in den Dörfern. Dieses von uns gewollte kapillare Netz hängt aber zugegebenermaßen an einem seidenen Faden, da das Kindergartenpersonal vom Land bereitgestellt wird. Das Land sagt aber, dass jeder Kindergarten mindestens acht bis neun Kinder versorgen muss, damit Personal zur Verfügung gestellt wird. Wenn das Land für eine Sektion kein Personal zur Verfügung stellt, können wir den entsprechenden Kindergarten nicht aufrechterhalten. Gibt es Kindergärten, wo diese Gefahr besteht? Ja. Ein Problemfall heuer war Tschötsch, was für mich unverständlich ist, denn es gibt hier 24 Kinder im Einzugsgebiet, aber nur acht davon haben sich im Jänner eingeschrieben; die restlichen haben wahrscheinlich eine Sektion in der Stadt bevorzugt. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Von Menschen und anderen Tieren „Migrationen – Vom Grundprinzip des Lebens“, unter diesem Motto lud die „Summer School Südtirol“ heuer Autoren auf Schloss Velthurns ein, um gemeinsam mit Mentoren politische Themen mit der Frage nach der adäquaten literarischen und dramatischen Form zu verbinden.

W

ir können nicht immer beim Identitätsthema bleiben, denn das bringt uns nicht weiter!“, so die klaren Worte von Maxi Obexer, Leiterin der „Summer School Südtirol“ 2017. Autoren aus acht verschiedenen Ländern (Syrien, Rumänien, Deutschland, Polen, Österreich, Türkei, Indien und Israel) tauschten sich bei diesem interkulturellen Zusammentreffen eine Woche lang im und um das Schloss Velthurns aus. Das Programm setzte sich aus literarischen Workshops am Vormittag sowie öffentlichen Foren und Lesungen am Abend zusammen. Bei zwei offenen Lesungen am Radoarhof in Feldthurns gaben alle Autoren der Summer School einen ihrer selbst verfassten Texte zum Besten. Es handelte sich um persönliche, teils politische Texte, rund um das zentrale Thema der Veranstaltungsreihe „Migrationen – Vom Grundprinzip des Lebens“.

Foto: Christoph Tauber

Politik & Gesellschaft

FELDTHURNS

Das Gemeinsame erkennen. Literatur kann und soll eine andere Sicht auf Migration liefern – vor allem dann, wenn sie von Menschen stammt, die selbst Migration erfahren haben und sich in tiefgehenden Recherchen mit

Bei der diesjährigen Ausgabe der „Summer School Südtirol“ diskutierten Autoren aus acht verschiedenen Ländern zum Thema „Migrationen – Grundprinzip des Lebens“

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der Thematik auseinandersetzen. Migration – den Teilnehmern der Summer School geht es darum, dieses Thema über einen weiteren Horizont als den der Flüchtlingsproblematik zu betrachten, um

eine Wahrnehmung für das im wechselseitigen Prozess Entstandene und Entstehende. Darum, in unserer Realität mehr das Gemeinsame zu erkennen, anstatt die Unterschiede als Grund für Spaltung zu nennen. Distinktionen, Abgrenzungen und alles, was damit in Verbindung steht, soll die Gesellschaft hinter sich lassen. Vielmehr sollen Verflechtungen und wechselseitige Bedingungen sowie deren Bedeutung in den Mittelpunkt gerückt werden.

„Sind wir klug genug?“ Was

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dies in Bezug auf die Tierwelt bedeuten könnte, darüber gab das erste öffentliche Forum zum Thema „Von Menschen und Tieren“ Aufschluss. Die spannende Frage des Abends, die Gabriele Kompatscher-Gufler vom Institut für Sprachen und Literaturen an der Universität Innsbruck zu er-

örtern wusste, lautete: „Sind wir klug genug, um die Klugheit der Tiere zu begreifen?“ Hintergrund dazu liefern unter anderem die in Amerika bereits etablierten, im deutschsprachigen Raum aber erst seit 2010 an Bedeutung gewinnenden „Human-Animal Studies“. Wir Menschen sind es gewohnt, alles zu kategorisieren – also alles voneinander zu trennen und sozusagen in Boxen zu packen. Dies trifft – teils auf brutale Weise – auch die Tierwelt. Alles, was nicht im Besitz menschlicher Fähigkeiten ist, ordnen wir unserer selbst unter. Typisches Beispiel ist die Intelligenz. Wir stufen Tiere als nicht so intelligent ein wie uns Menschen, daher stufen wir die Tiere allgemein ab. Im Rahmen der „Human-Animal Studies“ werden Tiere nicht mehr als kultureller Gegenstand, sondern als Individuen mit ent-


sprechenden Bedürfnissen und Interessen verstanden. Eigentlich lautet ein philosophischer Grundsatz nämlich: „Gleiche Interessen sollen gleich bewertet und berücksichtigt werden.“ Also stellt sich die Frage: Sind Tiere wirklich etwas anderes als wir Menschen, oder werden sie durch unser Bilden von Kategorien zu etwas gemacht, was sie eigentlich gar nicht sind?

Wir und die Geflüchteten. Das

Flüchtlingsthema sollte nicht zu stark in den Mittelpunkt der Summer School gestellt werden, und trotzdem ist es wichtig, sich auch hier der Problematik des Kategorisierens bewusst zu werden. Europa blickt auf die Geschichte einer rassistischen Ideologie zurück; wir distanzieren uns heute vom Begriff der Rasse. Was tun wir stattdessen? Wir klassifizieren die Menschen, die heute zu uns nach Europa kommen, als „ganz andere“ Menschen – die Geflüchteten. Es kommt zum Einsatz einer Begrifflichkeit, die den Eindruck erweckt, wir und „diese anderen“ hätten nichts miteinander zu tun. Einen ähnlichen Eindruck hatte Maxi Obexer, die zwar heute in Berlin lebt, aber in Südtirol aufgewachsen ist, als sie Fotos von italienischen Arbeitsmigranten sah, die in den 20er Jahren nach Bozen kamen. Sie erkannte, dass diese in ärmlichen Verhältnisse gelebt hatten – genauso wie die Familien ihrer Eltern und Großeltern. Sie hatten vieles gemeinsam, hätten sich über vieles austauschen können – doch sie begegneten sich nie. Warum? Von ebendieser Einwanderung der Arbeitsmigranten nach Südtirol und neuen Erkenntnisse in der Erforschung von Einwanderung handelte das zweite Forum mit dem Titel „Von Südtirol nach Italien“. In der Interaktion mit anderen Menschen erkennen wir immer Dinge, die anders sind. Sind sie deshalb besser oder schlechter? Ebendarum sollte es nicht gehen – am Anders sollten wir keine Abtrennung festmachen, sondern die Möglichkeit für Wechselspiel sehen, in dem das eine oder andere erkennbar wird.

„Verlierer und vermeintliche Gewinner“. Wer den Titel des

dritten und letzten Forums „Von Lehrern und Menschenrechtlern“ gelesen hatte, fragte sich wohl: Was hat das mit dem Thema Migration zu tun? Die Antwort lautet: Mehr, als es auf den ersten Blick erscheint. Jeder von uns blickt –

der eine gern, der andere weniger – auf eine Schulkarriere zurück, die von einer ganz bestimmten Menschengruppe geprägt war: den Lehrern. Es gibt jene, an die man sich gerne zurückerinnert, und andere, die einem das Leben schwer machten. Doch eines haben sie gemeinsam: Von ihnen wurden wir das erste Mal außerhalb des familiären Systems wahrgenommen. Sie hatten also die Möglichkeit, unsere Stärken und auch unsere Schwächen auszumachen und uns Ratschläge mit auf den Weg zu geben – Ratschläge, die möglicherweise unser ganzes Leben prägen. Dies möchte auch Sabine Czerny, Lehrerin aus Deutschland und Autorin des Buches „Was wir unseren Kindern in der Schule antun und wie wir das ändern können“. Nach einer Strafversetzung, ausgehend von den bayerischen Schulbehörden, da ihre Schüler angeblich zu gute Noten hatten, begann sie, das deutsche Schulsystem zu hinterfragen. Inzwischen sieht sie jegliche Form von Leistungsmessung als zentrales Problem aller Schulsysteme. In ihren Augen ist es die Gesellschaft, die als Grundlage für eine Universitätslaufbahn und eine berufliche Karriere eine Selektierung fordert, die das gesamte Schulleben durchdringt. Das Ergebnis dieser Selektierung sind laut Czerny allerdings „Verlierer und vermeintliche Gewinner“. Verlierer sind all jene, die den Anforderungen des Schulsystems nicht gerecht werden – meist Kinder mit Migrationshintergrund oder aus so genannten Problemfamilien. Mit vermeintlichen Gewinnern meint die „Grundschullehrerin mit Leib und Seele“, wie sie sich selbst bezeichnet, die guten Schüler, die zwar den Schulalltag problemlos meistern, aufgrund des strikten Rahmens an Inhalten aber keine Möglichkeit haben, ihre eigenen individuellen Interessen zu entfalten. Czerny plädiert daher für ein Umdenken und Neustrukturieren des Systems „Schule“, in dem jedes Kind ein individuelles Portfolio entwickelt, eigenen Interessen nachgehen kann und sich in diesen gezielt weiterentwickelt. Lehrer prägen unsere Kindheit, unsere Selbstwahrnehmung sowie auch unsere Wahrnehmung auf die Welt und die Gesellschaft. Ein Blick auf die Gesellschaft, an der wir selbst alle teilhaben und jeden Tag aufs Neue entscheiden, wie wir ihr gegenübertreten. franziska.rude@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Neue Heimat Brixen Fast zwei Jahre sind mittlerweile vergangen, seit zwölf Asylbewerber ins Haus Miriam in der Runggadgasse eingezogen sind. Einer von ihnen ist Abdou Gaye. Im Frühling hat er seine Aufenthaltsgenehmigung erhalten und einen neuen Lebensabschnitt begonnen.

E

igentlich spricht Abdou Gaye nicht gerne über sich. Im ersten Moment wirkt er etwas schüchtern; zu ungewohnt ist die Situation, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Dennoch erzählt er bereitwillig und zeichnet das Bild von einem Mann, der sein Leben in die Hand nimmt – demütig und dankbar, aller widrigen Umstände zum Trotz.

Funktionierende Gemeinschaft. Nach der Flucht aus seiner Heimat Gambia machte sich der 28-Jährige auf nach Lybien, um über den Seeweg nach Europa zu gelangen. Er strandete in Sizilien, von wo aus er nach zwei Wochen nach Südtirol geschickt wurde. Seine Reise endete vorläufig im Flüchtlingshaus in Brixen, wo er gemeinsam mit elf anderen jungen Männern für etwa anderthalb Jahre lebte. Die Bewohner im Haus Miriam verbindet eine ähnliche Geschichte. Das schweißt zusammen, sie geben sich gegenseitig Halt und Kraft.

Trotz beengter Räumlichkeiten funktioniert das Zusammenleben gut, die Stimmung im Haus ist durchaus positiv. Doris Tröbinger leitet das Flüchtlingshaus der Caritas. Sie begleitet die Männer seit ihrer Ankunft, kennt ihre Geschichten, Wünsche und Träume, sie

auf Ämter. Mittlerweile haben bereits alle Flüchtlinge ein oder mehrere Praktika gemacht, der Großteil von ihnen geht heute einer geregelten Arbeit nach. Daneben besuchen sie mehrmals wöchentlich einen Sprachkurs, um meist zuerst die italienische, dann die deutsche Sprache zu erlernen.

„Integration bedeutet für mich zu lernen, wie man sich hier verhält“_ Abdou Gaye ist vertraut mit all den Herausforderungen, denen sie Tag für Tag begegnen. „Neben einer weiteren Mitarbeiterin und den zwei Nachtwächtern sind es vor allem die Freiwilligen, die großartige Arbeit leisten“, so Doris Tröbinger. Sie bringen den Analphabeten lesen und schreiben bei, geben Sprachunterricht oder begleiten die Männer zum Einkaufen und

„Eine harte Entscheidung“. Abdou Gaye spricht nach zwei Jahren Aufenthalt in Brixen ein nahezu fließendes Italienisch. „Deutsch verstehe ich nur ein bisschen, das ist viel schwieriger für mich“, schmunzelt er. Im Frühjahr erhielt er den lang ersehnten Bescheid, der ihm einen vorläufig fünfjährigen Aufenthalt in Italien erlaubt. Daraufhin

verließ er das Haus Miriam, zog für zwei Monate ins Haus der Solidarität und fand schließlich eine Wohnung in Vahrn, die er sich mit einem Mitbewohner teilt. „Die Entscheidung, meine afrikanische Familie zu verlassen, war echt hart“, erinnert sich der Gambier zurück. „Heute bin ich aber froh und dankbar, hier zu sein. Das Leben ist ein großes Buch mit vielen Geschichten, und ich kann ohne Geschichten nicht leben. Europa ist ein neues Kapitel für mich.“ Sechs Monate lang arbeitete Abdou Gaye im Rahmen eines Praktikums in der Mensa, anschließend sammelte er Berufserfahrung bei einer PastaProduzentin. „Meine Pasta kann man von jener eines Italieners nicht unterscheiden!“, verkündet er stolz. Heute arbeitet Abdou Gaye im Autogrill in Vahrn als Barmann. Seine Freizeit verbringt er beim Sport, er geht ins Fitnesscenter, zum Joggen, hat sogar am Plose-Marathon teilgenommen.

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Foto: Oskar Zingerle

Abdou Gaye: „Das Leben ist ein großes Buch mit vielen Geschichten. Europa ist ein neues Kapitel für mich“

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Abdou Gaye fühlt sich wohl in Brixen. Er ist mit seinem Leben zufrieden, hat Freunde gefunden, sowohl ein- als auch zweiheimische. Probleme mit den Brixnern habe er nie gehabt, erzählt er. Wenn es vorkommt, dass er beschimpft wird, wechselt er einfach die Straßenseite. „Ich muss das Leben kontrollieren, nicht das Leben mich“, so sein Motto. „Ich urteile nicht und kümmere mich auch nicht darum, wenn andere es tun.“

Wie in einer großen WG. Ende

Oktober werden weitere 60 Flüchtlinge nach Brixen kommen, die Schenoni-Kaserne in Milland wird ihr neues Zuhause. Die Vorbereitungen auf den Einzug laufen derzeit auf Hochtouren, die Bauarbeiten stehen kurz vor ihrem Abschluss. Geleitet wird das neue Flüchtlingsheim von der Sozialgenossenschaft EOS. Das Zusammenleben wird auch dort wie in einer großen Wohngemeinschaft funktionieren, in der jeder seinen Beitrag leisten muss. Für 30 Asylbewerber wurden schon im Vorfeld Volontariatsplätze gefunden; sie werden

in der Gemeinde, der Bezirks­ gemeinschaft, den Stadtwerken und im Altersheim arbeiten. „Nach den positiven Erfahrungen mit den ersten zwölf Asylbewerbern waren die anfänglichen Barrieren kein Thema mehr“, freut sich Monika Leitner, Brixens Stadträtin für Integration. Für mindestens drei Monate wird jeder abwechselnd in einer der Einrichtungen Arbeitserfahrungen sammeln können; gleichzeitig wird die Kaserne dadurch entlastet. Außerhalb der Arbeitszeit werden die Männer Sprachkurse besuchen und mit den Regeln der Gesellschaft und den kulturellen Gepflogenheiten vertraut gemacht. Auch eine psychologische Betreuung ist gewährleistet. Abdou Gaye hat das geschafft, von dem viele andere träumen. Ratschläge wolle er aber keine verteilen, sagt er, weil jeder anders ist und jeder selbst entscheiden muss, was er tut. Hausverstand brauche es aber, den Willen zu lernen und sich auf das Leben einzulassen, so sein Fazit. Und ein kleines Quäntchen Glück. silvia.vonpretz@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Politik & Gesellschaft

DIVERSES

Herbst-SeminarKongress z Vom 5. bis zum 9. September fand im Forum Brixen der 45. Interdisziplinäre Herbst-Seminar-Kongress für Entwicklungs- und Sozialpädiatrie statt. Der Kongress stand heuer

erstmals unter neuer wissenschaftlicher Leitung eines Ärzteduos, nämlich von Ute Mendes und Peter Borusiak. Unverändert blieb die bewährte Form von Hauptvorträ-

gen und Seminaren, bei denen die Teilnehmer zu verschiedenen Themen ihr Fachwissen erweitern konnten. Insbesondere stand beim diesjährigen Herbstkongress das Thema der Sonographie, also der Ultraschalldiagnostik im Kindesalter, im Mittelpunkt. In erster Linie wird der Kongress von Medizinern aus dem deutschsprachigen Raum Europas besucht. Die heuer leicht

P&G

rückläufige Teilnehmerzahl sei kein Grund zur Sorge, sagt Brigitte Salcher von der Tourismusgenossenschaft Brixen. Man werde weiterhin sowohl Oster- als auch Herbstkongress in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Entwicklungsförderung und Gesundheit des Kindes und der Jugendlichen in Brixen veranstalten. oz

Politik & Gesellschaft

z Es war ein ganz besonderer Tag, den Besucher und Bewohner der Behinderteneinrichtung Seeburg Ende September erleben durften: Der Oldtimer-Fan Günther Pfattner, Gruppenleiter einer der Werkstätten der Seeburg, und Strukturleiterin Carmen Messner hatten die Idee, einen Ausflug für ihre Klienten zu organisieren mit Oldtimer-Fahrzeugen. Also suchte Pfattner die Zusammenarbeit mit dem „Olteisenclub“ aus Feldthurns, dessen Mitglieder mit großer Leidenschaft ihre Oldtimer hegen und pflegen und sofort zu dieser Aktion bereit waren. Treffpunkt war am Parkplatz bei der Diskothek Max; 15 Autos machten sich dann auf die Reise – darunter einige wahre Augenweiden wie zum Beispiel ein Ford Cobra, ein Ural-Motorrad samt Bei-

kurz

notiert

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BRIXEN

Mit dem Oldtimer unterwegs

wagen, ein alter Jeep, ein Pinzgauer von Steyr-Puch und natürlich ein obligatorischer Volkswagen Käfer Cabrio. Nach einer Rundfahrt über Sarns nach Klausen ging es nach Feldthurns, wo die 29 Teilnehmer ein leckeres Eis verköstigten, das

die Mitglieder des „Olteisenclubs“ spendierten. Nach einem Ausflug zum Hirschgehege oberhalb Feldthurns „entführte“ abschließend einer der Fahrer die Gruppe in seinen hauseigenen Pub, wo ein Livemusik-Duo aufspielte. Bei hei-

terer Stimmung ließ die Gruppe den Tag ausklingen. „Es war phantastisch“, sagt Günther Pfattner, „die Leute hatten eine unglaubliche Freude!“ wv

Nach elf Monaten Bauzeit wurde in Natz/Schabs das neue Gebäude, in dem die Freiwillige Feuerwehr und die Musikkapelle untergebracht sind, eingeweiht. Die neue Infrastruktur konnte mit weniger als der ursprünglichen Ausschreibungssumme von 1,9 Millionen Euro fertiggestellt werden.

Bis Jahresende soll die VerdoneKaserne samt Sportplatz in Vahrn und die Schenoni-Kaserne in Brixen ans Land Südtirol übergehen. Im Gegenzug sehen die Tauschabkommen vor, dass das Land im Gesamtwert von 220 Millionen Euro auf seine Kosten eine Reihe von Bauwerken des Militärs renoviert.

Die Stadtbibliothek Brixen wurde im September zum vierten Mal mit dem Qualitätszertifikat des Landesamtes für Bibliotheken und Lesen ausgezeichnet. Einziges unerfülltes Qualitätskriterium ist die Größe der Bibliothek. Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von drei Jahren.


NACHGEFRAGT

„Wir brauchen die Hilfe der Brixner“ Frau Huber, Sie haben sich an den „Brixner“ gewandt, weil Sie einen Aufruf starten wollen? Wir, die Spes GmbH Sozialunternehmen und die EOSGruppe, führen zusammen mit Volontarius die neue Flüchtlingsunterkunft in der SchenoniKaserne in Brixen. Das Problem ist aber, dass wir die Kaserne komplett „nackt“ bekommen. Wir haben ein sehr limitiertes Budget für den Ankauf von Einrichtungsgegenständen, und für Geschirr haben wir überhaupt keine Mittel. Deshalb mein Aufruf an die Bevölkerung: Wer etwas Altes daheim hat, das nicht mehr gebraucht wird und noch

verwendbar ist, kann sich bei mir telefonisch unter der Nummer 335 7817827 melden! Ich hole dann die Dinge ab. Wie sieht es derzeit in der Kaserne aus? Die Räume sind recht hoch und mit Fliesenboden ausgestattet, deshalb sind wir auch über alte Teppiche froh, die wir auslegen können. Auch Besteck, Teller, Leintücher, Decken oder Kopfpolster können wir immer gut gebrauchen. Wir wollen den Asylbewerbern keinen Luxus bieten, aber sie sollen schon in einer menschenwürdigen Unterkunft leben, die zumindest etwas wohnlich ist.

Wie wird der Alltag der künftigen Bewohner aussehen? Unser Ziel ist es, nicht nur ein Flüchtlingshaus zu führen, sondern wir verfolgen ein gut durchdachtes Integrationsprogramm. Wir arbeiten auch gut mit der Gemeinde Brixen zusammen, die uns bereits 20 Plätze für Freiwilligenarbeit zur Verfügung gestellt hat. Die Asylbewerbern müssen selbst putzen, kochen und das Haus in Ordnung halten. Dafür müssen wir ihnen aber erst zeigen, was wir unter Sauberkeit verstehen. Auch gewisse Verhaltensregeln müssen wir ihnen erst beibringen.

Foto: Oskar Zingerle

WILMA HUBER, Koordinatorin des Sozialunternehmens Spes, über die neue Flüchtlingsunterkunft in der Schenoni-Kaserne – und mit einem Aufruf an die Bevölkerung.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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„Soziale“ Mahlzeiten nach Restaurant etwa 8,50 bis 10 Euro; der Gesamtbetrag wird am Ende des Monats den Senioren in Rechnung gestellt. Senioren mit geringem Einkommen wird ein vergünstigter Tarif verrechnet. Die restlichen Kosten übernimmt die Bezirksgemeinschaft. Etwa 50 Personen nutzen derzeit das Angebot, für das die Kolpingmensa, das Bürgerheim, das Hotel Grüner Baum, das Restaurant Clara in Vahrn und das Hotel Rosenthal in Lüsen täglich unterschiedliche Mahlzeiten zubereitet. Auch einige Menschen mit psychischen Erkrankungen nehmen den Dienst in Anspruch: „Sie werden vom Zentrum für psychische Gesundheit an uns verwiesen – aber zu 98 Prozent wird dieser Mensadient von Senioren mit Wohnsitz in Brixen und Umgebung beansprucht“, so Hellrigl. Beim Schalter für Pflege, Soziales und Beratung in der Romstraße kann ein entsprechendes Ansuchen gestellt werden. eh Foto: Oskar Zingerle

z Manche Senioren leben im Alter zurückgezogen und isoliert. Um den sozialen Kontakt zwischen Senioren und ihren Mitmenschen zu fördern, hat die Bezirksgemeinschaft Eisacktal nach Delegierung des Brixner Gemeinderates bereits im Jahr 2002 ein Projekt ins Leben gerufen, das wir im „Brixner“ in Erinnerung rufen möchten: „Dank dieses Projektes können Senioren mit Essensgutscheinen vergünstigt in einem Restaurant zu Mittag essen“, erklärt Thomas Hellrigl vom Sozialsprengel Brixen und Umgebung. Neben dem sozialen Aspekt steckt im Mensa-Projekt auch noch ein weiterer Vorteil: „Viele Senioren sind alleinstehend und nicht mehr in der Lage, sich ihr Essen selbst zuzubereiten, jedoch in der körperlichen Verfassung, ihr Zuhause autonom zu verlassen; mit diesem Service garantieren wir diesen Menschen eine warme Mahlzeit am Tag“, so Hellrigl. Jede Mahlzeit kostet je

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z Gut Ding braucht Weile! Wenn es nach diesem Sprichwort geht, wird der Schulhof in der Brixner Dantestraße bestimmt zum megatollen Pausenhof. Die Sanierung der Anlage in der Schulzone Nord hat sich nämlich über entsprechend viele Jahre hingezogen; pünktlich zum 31. Oktober sollen nun aber die Arbeiten am immerhin 1,4 Millionen Euro teuren Projekt abgeschlossen werden. „Erste Pläne dafür gibt es wohl schon seit den 90er Jahren“, schmunzelt Alexander Gruber vom Technischen Amt der Gemeinde Brixen. „Bisher waren aber andere Projekte wie die Sanierung der Schulgebäude und der Bau der Mensa wichtiger – verständlicherweise.“ Besonders lärm- und staubintensive Arbeiten wurden bereits während der Sommerferien ausgeführt. „Die Bodenbeläge werden nun noch vereinheitlicht und erneuert ebenso wie die Begrünung und Bepflanzung“, erklärt Irene Braito,

die vom Land als Verfahrensverantwortliche eingesetzt wurde. Der Bestand der Hügel bleibt jedoch auf Wunsch der Schulen unverändert. Neu sind allerdings die fünf kleinen Sportplätze, die die über 1.000 Schüler im Turnunterricht und während der Pausen benutzen können. Entstanden ist das Projekt in einer Zusammenarbeit zwischen Gemeinde Brixen und Land, auch die Finanzierung der Schulhofsanierung tragen beide gemeinsam. „Der Aufteilungsschlüssel basiert hierbei auf der Schülerzahl“, präzisiert Braito, „das Land übernimmt rund ein Drittel, zwei Drittel hat die Gemeinde Brixen zu tragen.“ Unter die Kompetenz des Landes fällt nämlich nur das Oberschulzentrum „Fallmerayer“; die drei anderen Schulen – die Grundschule „Vinzenz Goller“, die Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ und die italienischsprachige Mittelschule „Alessandro Manzoni“ – gehören zur Gemeinde. vk


MÜHLBACH

Emotionen am Berggipfel

z Eine Bergmesse mit anschließender Segnung des neuen Gipfelkreuzes der Wilden Kreuzspitze lockte unlängst rund hundert Bergfreunde, AVS-Mitglieder und Gäste auf die Brixner Hütte. Da-

bei ebenfalls gefeiert wurde das 60. Jubiläum der AVS-Ortsstelle Mühbach. Priester Peter Irsara widmete sich in seinem Wortgottesdienst vor allem der Symbolik des Kreuzes, das uns auch

in den Bergen deutlich machen soll: „Egal, wohin wir auch gehen, Gott ist da.“ Auch der Querbalken des Kreuzes ist Sinnbild unserer „ständig durchkreuzten Realität“, die wir aber so hinnehmen und die „Liebe Gottes akzeptieren“ sollten. Gravierungen im etwa 170 kg schweren Kreuz, das von Lehrlingen der Landesberufsschule „Ch. J. Tschuggmall“ in Brixen hergestellt wurde, zeigen mehrsprachige Begriffe zum Thema „Emotionen am Berggipfel“: Worte des Dankes, des Trostes, der Verantwortung. Anschließend blickten AVS-Ortsstellenleiter Friedl Amort und Luis Faistnauer gemeinsam mit den Festgästen auf die bewegte Vereinsgeschichte zurück,

die im Jahr 1957 in einer kleinen Gruppe von 25 Mitgliedern ihren Ursprung fand. Heute sind es 759 Personen, die der Ortsgruppe angehören. Fünf besonders prägenden Charakteren wurde – zum Höhepunkt der Feier – eine Ehrenurkunde überreicht: Hans Pertinger, treibende Kraft bei der Vereinsgründung, dem 1. Ortsstellenleiter Franz Pichler sowie dessen Nachfolgern Hans Weger, Paul Kronbichler und Erika Untermarzoner. Tags darauf fand das Kreuz – für die Mühlbacher AVSGemeinschaft selbstverständlich mit eigener Muskelkraft getragen – seinen Weg auf die 3.132 Meter hohe Wilde Kreuzspitze. fr

lamentswahlen besitzt – in Südtirol gilt hier lediglich das Mindestalter von 18 Jahren –, kann nun diese Initiative unterstützen, indem er seine virtuelle Unterschrift abgibt. Möglich ist dies auf sehr einfache Weise im Internet – mit Angabe der persönlichen Daten und Nummer der Identitätskarte unter der oben genannten Website, und zwar bis

spätestens 3. April 2018. Nötig sind insgesamt eine Million Unterschriften, davon muss eine vorgegebene Mindestanzahl in mindestens sieben Mitgliedsstaaten erreicht werden. Bis zur Drucklegung dieser Ausgabe wurden übrigens in Rumänien die meisten Unterschriften abgegeben. vk

EUROPA

Gemeinsam für die Vielfalt z „You are not alone. One million signatures for diversity in Europe” – unter diesem Leitspruch wird derzeit versucht, so viele Menschen wie möglich für die Vielfalt in Europa mobil zu machen. Dazu wurde unter dem Namen „Minority SafePack“ eine Europäische Bürgerinitiative ins Leben gerufen, für die sich die Südtiroler Volkspartei und die Freiheitlichen mit Beschluss­ anträgen im Landtag eingesetzt haben – diese wurden auch genehmigt. Aber worum geht es bei diesem „SafePack“ eigentlich? „Wir fordern die EU auf, eine Reihe von Rechtsakten zu verabschieden, um den Schutz für Angehörige nationaler und

sprachlicher Minderheiten zu verbessern sowie die kulturelle und sprachliche Vielfalt in der Union zu stärken“, heißt es vonseiten der Initiatoren auf der Website www. minority-safepack.eu. Dabei bedenke man, dass in den 47 Staaten Europas rund 340 autochthone Minderheiten mit mehr als 100 Millionen Menschen leben; außerdem gibt es neben den 23 Amtssprachen über 60 Regional- oder Minderheitensprachen, die von rund 40 Millionen Menschen gesprochen werden. Eingebracht hat diese Bürgerinitiative die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEN), der auch Südtirol angehört. Jeder EU-Bürger, der das Wahlrecht bei Europäischen Par-

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„Es läuft ganz gut“ ANDREAS JUNGMANN scheint sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Gerade in seiner Arbeit mit den Vereinen geht es dem Brixner Sportstadtrat darum, ausgleichend zu wirken, zu vermitteln, wo es nötig ist – und zu unterstützen.

D

ie Tage von Andreas Jungmann sind lang. Mindestens zwölf Stunden lang. So wie dieser Tag auch. Der Verwaltungstrakt ist bereits verwaist, die letzten Kunden verlassen gerade die Geschäftsräume in der Brixner Industriezone, Feierabend für die Mitarbeiter. Der Besprechungsraum auf der vierten Etage gibt einen großartigen Blick auf den Ploseberg frei. Die Kirchtürme von Milland und St. Andrä ragen in die Landschaft, und irgendwo zwischen den Baumwipfeln lugt das Dach seines Hauses hervor. „So hab’ ich alles unter Kontrolle“, schmunzelt der sympathische Sportstadtrat. Besonnen und ausgeglichen wirkt er und auf eine angenehme Art abgeklärt. Er scheint jemand zu sein, den so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann.

wurde, war Andreas Jungmann noch keine fünf Jahre alt. Heute beschäftigt die Firma Jungmann über 170 Mitarbeiter an drei Standorten, in Sand in Taufers, Brixen und Neumarkt. Schritt für Schritt sei der Betrieb gewachsen, „vieles hat sich einfach ergeben“. Dass die Übernahme des Betriebes gut funktioniert hat, das sei ganz einfach der Größe und dem Weitblick des Vaters zu verdanken. „Er hat uns aber ordentlich geprüft“, lacht Andreas Jungmann, „denn schließlich war er der Leitwolf.“ Seine zwei Geschwister und er führen den Betrieb gemeinsam, eine „Familienverfassung“ ist die Basis dafür, mit klaren Werten und Grenzen. Auf dem Markt zu bestehen, sich gegen bekannte Riesen im Möbelsektor zu behaupten, das ist die große Herausforderung. Seine

ßen Festen, sondern vor allem bei ganz alltäglichen Vorstandssitzungen, in denen es um die Zukunft geht, in denen Klartext geredet wird. Es geht Andreas Jungmann darum, ausgleichend zu sein, zu vermitteln, wo es nötig ist und zu unterstützen, „damit die Menschen, die in einem Verein vorne dran stehen, nicht entmutigt werden“. Hinhören, um den Zeitgeist zu erfassen, innovativ handeln, um die Menschen mit einzubinden. Die Aktion Saubere Sportstätten mit dem Cleanguruh, die in nächster Zeit startet, ist ein Beispiel dafür.

Liebe zum Sport. Sportbegeistert

war Andreas Jungmann immer schon. Er spielte Handball, als er noch in Sand in Taufers lebte, das Fußballtraining bei den Plose-Altherren geht sich zurzeit

„Ich mache es, weil ich es machen will – und ich will es richtig machen“_ Andreas Jungmann, Stadtrat von Brixen „Vieles hat sich ergeben“. Ei-

gentlich hätte er nach der Mittelschule gerne die Handelsschule besucht, sein Vater war aber der Meinung, dass eine fundierte Berufsausbildung nicht schaden könne. Also zog er mit 14 Jahren ins Lehrlingsheim nach Meran und absolvierte dort die Fachschule für Tischler. Nach der Gesellenprüfung stieg er als Verkäufer in den Familienbetrieb ein. In Köln hat er sich dann fünf Semester lang zum Betriebswirt in der Fachrichtung Möbelkunde ausbilden lassen. Bereut hat er diesen Weg nie: „Es läuft einfach gut.“ Die Erfolgsgeschichte der Familie Jungmann begann mit einem kleinen Geschäft im Kornkasten von Steinhaus, 300 Quadratmeter und ein Mitarbeiter als Ausgangspunkt für einen couragierten Weg. Die großen Fotografien am Gang erzählen von den Meilensteinen des Unternehmens, nostalgisch und markant. Als 1978 das Geschäft in Sand in Taufers eröffnet 20

Frau Roswitha hat er im Betrieb kennen gelernt. Ein verschmitztes Lächeln, ein kleiner Einblick in das private Leben mit den zwei Kindern. „Wir schaffen es ganz gut, zu Hause nicht über unsere Arbeit zu reden.“

Innovatives Handeln. Andreas

Jungmann ist einer, der auf Teamarbeit setzt, einer, der sich nicht unbedingt in den Mittelpunkt stellen will. Und Handschlagqualität ist für ihn das Um und Auf jeder guten Begegnung. „Das leben wir in unserem Betrieb, und darauf vertraue ich auch in meiner politischen Arbeit.“ Als er 2010 in den Brixner Gemeinderat gewählt wurde, war die Politik für ihn Neuland. Der waschechte Pusterer, der „eher zufällig“ in St. Andrä eine neue Heimat gefunden hat, ist jemand, der sich einmischt, auf eine zurückhaltende und gleichzeitig eindringliche Art. Der Kontakt zu „seinen Vereinen“ ist ihm wichtig, nicht nur bei gro-

aber nicht mehr aus. „Meine Gewichtszunahme ist als Folge der Politik zu sehen“, grinst er. Er fühlt sich ganz offensichtlich wohl im Stadtrat, „wir sind ein tolles Team, es läuft einfach gut.“ Er ist neben dem Sport mit all seinen Facetten auch zuständig für die Bereiche Urbanistik und sozialen und geförderten Wohnbau. Bis zu 25 Stunden an Arbeit kommen da jede Woche zusammen, zusätzlich zu verschiedenen Abendveranstaltungen. Immer erreichbar zu sein ist für ihn selbstverständlich. „Ich mache es, weil ich es machen will – und ich will es richtig machen“, sagt Andreas Jungmann. Auch wenn es anstrengend ist: Solange es Spaß macht, möchte er dabeibleiben und seinen Beitrag zu einem guten Miteinander leisten.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

PORTRAIT


TEAMPLAYER: Als Stadtrat und Unternehmer im Familienbetrieb zählt für Andreas Jungmann Handschlagqualität

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Menschen & Meinungen

BRIXEN

Bessone an der Spitze z Der Brixner Gemeinderat Massimo Bessone ist Anfang September in Mailand von der Parteileitung unter dem Vorsitz von Matteo Salvini zum Leiter der „Lega Nord Alto Adige“ ernannt worden. „Sono onorato e grato al segretario federale per la sua scelta“, schreibt Bessone in einer Aussendung. Wenige Tage später hatte er bereits ein ziemliches Problem am

Hals: Das Gericht von Genua hat sämtliche Bankkonten der Lega Nord in ganz Italien sequestriert, auch jenes des Südtiroler Ablegers, auf dem etwa 1.000 Euro deponiert waren. Die drastische Maßnahme ist direkte Folge eines Gerichtsurteils: Im Juli war der Lega-Gründer Umberto Bossi, dessen Sohn und andere LegaNord-Exponenten verurteilt wor-

den, durch die Veruntreuung von Parteigeldern den italienischen Staat um etwa 40 Millionen Euro betrogen zu haben. Auf diesem Weg will sich der Staat das Geld wieder zurückholen. wv

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

Kunterbuntes Jahr für Verena Dariz z „Hilfe getragen von Kindern“ – vielleicht ist es ja genau dieses Motto, das Verena Dariz (Bildmitte) so an der Katholischen Jungschar Südtirols (KJS) gefällt. Sicher ist nun auf alle Fälle, dass die Brixnerin, die schon seit Kindesbeinen an im Verein aktiv ist, die nächsten zwei Jahre besonders intensiv erleben wird. Bei der Vollversammlung Mitte September wurde sie nämlich zur neuen Vorsitzenden gewählt. Damit folgt sie auf Fabian Plattner, der sich mit folgenden Worten verabschiedet: „Ich möchte mich bei

kurz

notiert

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Erich Meraner, Sonja Daum, Verena Dariz und Teresa Staffler haben bei der Musicalwoche im Sozial­ bildungszentrum Lichtenburg in Nals den Teenies ordentlich eingeheizt: Eine Woche lang wurde gemeinsam geprobt, gesungen und getanzt, um schließlich „Volle Kanne Cats“ auf die Musicalbühne zu bringen.

der Jungschar bedanken – für alles, was ich in den letzten Jahren für mein weiteres Leben dazulernen durfte, und für die vielen Menschen, die ich kennengelernt habe.“ Dariz wird zusammen mit Julian Stuefer (rechts im Bild) aus Sarnthein, dem zweiten Vorsitzenden, Julia Leimstädtner (links im Bild) aus Meran als dritte Vorsitzende und dem Jungscharseelsorger Chris-

toph Schweigl die Geschicke der Katholischen Jungschar leiten. Das Arbeitsjahr 2017/2018 verspricht jedenfalls schon jetzt, spannend zu werden: Mit dem Jahresthema „Lieblingsfarbe: kunterbunt“ möchte die KJS darauf hinweisen, dass die Welt kunterbunt und vielfältig ist – und die Menschen, die auf ihr leben, ebenso. vk

Paul Michael Glößl aus Graz, der in der Schweiz lebende Jules Hakora und Michael Josef Grill aus Kirchdorf an der Krems werden als Novizen im Franziskanerorden das nächste Jahr in Brixen verbringen. Mitte September wurde ihnen der Habit, also das typische Ordensgewand, übergeben.

Wenn es nach Technikmagazinen geht, hat der Brixner Moritz Stubenruss den 3D-Drucker neu erfunden. Den Tüftler hatte bei einem eigenen Projekt gestört, dass es bisher noch keine Ausführung gibt, die Granulat zu fertigen 3D-Modellen verarbeitet. Marktreif ist die Erfindung allerdings noch nicht.


O o op s

LAMMento

mein Hoppala

Sabine Dejakum, Vorstandsmitglied des Schwimmclubs Brixen

Todesstrafe

„Sesam, öffne dich!“ An einem olympischen Triathlon teilzunehmen hatte mich immer schon gereizt. Schließlich entschied ich mich dazu, an einem Triathlon in Vittorio Veneto teilzunehmen. Am Tag vor dem Wettkampf besichtigte ich die Radstrecke und musste mir eingestehen, dass ich aufgeregter war als befürchtet. Als ich mich auf mein Fahrrad schwang und ohne Helm losstartete, erinnerten mich meine Mädels daran, dass ich etwas Essentielles vergessen hatte. Im Hotel zurück, ließ meine Nervosität allerdings immer noch nicht nach: Ich versuchte nämlich mit meinem Autoschlüssel, der einer Chipkarte gleicht, aber doch sehr viel sperriger ist, die Zimmertür aufzusperren – logischerweise ohne Erfolg. Nachdem ich bei meinen Töchtern nachfragte, ob sich denn ihre Zimmertür auch nicht aufsperren ließe, startete ich schon (leicht grantig) in Richtung Rezeption, um zu reklamieren. Kurz vor meiner Ankunft dort hielten mich die Mädchen, die meinen Irrtum sofort erkannt hatten, dann aber auf, damit ich mich bei der Rezeptionistin nicht ganz zum Affen machte. Ein verschmitztes Lachen konnten sie sich natürlich nicht verkneifen.

Leser kochen für Leser

mmh!

G’sunde Sauerkrautsuppe > Zutaten

> Zubereitung

½ kg frisches Sauerkraut 1 Zwiebel 40 g Pancetta 20 g Mehl 1½ Liter Fleischsuppe 1 kleiner Apfel Kümmel und Salz Etwas Rahm

Das frische Sauerkraut klein hacken und mit der klein geschnittenen Zwiebel und dem würflig geschnittenen Speck gut durchdünsten. Mehl darüber stauben, mit Fleischsuppe aufgießen und mit dem geraspelten Apfel, Kümmel und Salz etwa 40 Minuten kochen. Zum Schluss mit etwas Rahm verfeinern.

Sauerkraut ist reich an wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen – und so besonders an kalten Tagen ein ideales Nahrungsmittel. Burgi Staffler wünscht mit diesem gesunden Rezept allen gutes Gelingen, einen guten Appetit und einen guten Start in den Herbst. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

„Ich fordere die Todesstrafe für Wölfe!“, sagt der Franz beim grausigen Anblick eines Schafkadavers, das in Farbe von der Titelseite der Prawda prangt, während er an seinem Kefir nippt. Frieda verzieht beim Anblick des Kadavers das Gesicht: „Naaa, isch schun brutaaal, gell? Die armen Schafe!!“ Andererseits, wage ich eine Provokation, gibt es laut Agrarbericht in Südtirol 42.531 Schafe – da fallen die paar gerissenen Schafe möglicherweise statistisch gar nicht ins Gewicht. Oder, anders ausgedrückt, vielleicht sterben mehr Schafe durch andere äußere Einflüsse oder ganz einfach deshalb, weil sie über eine Wurzel stolpern. „Das mag sein“, sagt der Franz, „aber der Schaden, den die Bauern hier erleiden, ist ohne Zweifel enorm!“ Nun, sag ich, bei einem durchschnittlichen Versteigerungspreis von 166 Euro pro Schaf dürfte auch der Schaden irgendwie überschaubar sein. Und überhaupt: Hat es in jedem Fall ein Gerichtsverfahren gegeben, aus dem klar hervorgeht, dass es Wölfe und nicht Hunde waren, die die Schafe gerissen haben? „Ist mir alles egal“, sagt der Franz, „ich fordere trotzdem die Todesstrafe!“ Gut, sag ich, was ist aber dann mit den Füchsen, die die Hennen reißen – sind die dann auch zu verurteilen? In diesem Augenblick holt Frieda ihre Fliegenklatsche hervor und – PATSCH! – knallt sie eine wunderbare blauschwarz glänzende sechsfüßige Brachicera ab, die daraufhin ziemlich leblos darniederliegt. Dabei hätte sie noch ein so schönes Leben haben können. Ich mach schnell ein Foto und schick es der Prawda.

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Menschen & Meinungen

BRIXEN

Eggers Rückkehr nach Brixen z Technik und Medizin passen zusammen wie Knödel und Kaiserschmarrn – das könnte man zumindest meinen. Doch wenn es um die Prothetik geht, öffnet genau diese Kombination neue Welten, und zwar jene von High-TechGliedmaßen, die gedankengesteuert funktionieren und fühlen können. Ein Pionier in der Forschung und Entwicklung derartiger Prothesen ist der gebürtige Brixner Hubert Egger, der durch sein Elektronikund Medizinstudium eine Schnittstelle zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Bereichen darstellt. „Als stolzer Brixner möchte ich meine Forschung nun auch in meiner Heimatstadt fortsetzen“, erklärt er, „meine medizinischen Partner habe ich in diesem Rahmen in der Privatklinik Brixsana und insbesondere in Alexander Gardetto gefunden.“ Dafür wird Egger nun einmal die Woche, immer freitags, von Wien nach Brixen pendeln, um gemeinsam mit Gardetto Patienten zu empfangen und mit ihnen den Weg zur adäquaten prothetischen

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Versorgung zu gehen. „Grundsätzlich muss man erst die Amputationsgeschichte des Menschen kennen. Man muss zuhören und die Prothese auf die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten anpassen. Prothetische Versorgung bedeutet nämlich auch immer eine emotionale Verarbeitung, denn schließlich lebt man plötzlich mit einem Kör-

perteil, mit dem man nicht geboren ist“, erklärt Egger. Neben den Patiententerminen und der Planung der prothetischen Versorgung möchte Egger neben Wien und Linz nun auch in Brixen Forschung betreiben und Studien durchführen. Im Bild v.l.: Hubert Egger und Alexander vk Gardetto.

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Pro& Contra Bewerten Sie die zweijährige Aussetzung der Firmung positiv?

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9.11.2017 | 19.00 UHR

Der Hintergrund:

Foto: Oskar Zingerle

Bischof Ivo Muser hat kürzlich mit einer außergewöhnlichen Maßnahme aufhorchen lassen: 2020 und 2021 soll es in der Diözese keine Firmung geben – eine „Nachdenkpause“, mit dem Ziel, dem Sakrament mehr Tiefe zu geben. Der Bischof stützte sich in seiner Entscheidung auf die Diözesansynode, die zum Schluss kam, dass junge Leute bei einer Firmung mit 18 Jahren eine bewusstere Entscheidung für das christliche Leben treffen könnten.

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MARKUS FELDERER, Leiter des Diözesanamtes für Schule und Katechese, Bozen: „Es braucht ein neues Firmkonzept“ Ja Bischof Muser geht es um eine Firmvorbereitung, die sich verstärkt inhaltlich mit den Themen der Firmung auseinandersetzt. Dazu brauchen wir andere Rahmenbedingungen. Ein Ziel dieser neuen Rahmenbedingungen soll sein, dass eine bewusstere Entscheidung für das Sakrament der Firmung bei den jungen Menschen bewirkt wird. Die Diözesansynode hat dazu Überlegungen angestellt und Maßnahmen formuliert. Daher wird das Firmkonzept überarbeitet, indem die neuen Rahmenbedingungen formuliert und die Maßnahmen der Diözesansynode umgesetzt werden. Dieses Firmkonzept soll in den verschiedenen diözesanen Gremien vorgestellt und diskutiert werden – dies ist ein ausdrücklicher Wunsch des Bischofs. Viele Gruppen sollen die Möglichkeit haben, mit dem Firmkonzept vertraut zu werden, besonders die Verantwortlichen in der Firmvorbereitung. Und dafür braucht es Zeit. Vereine, Verbände und Heime sollen in die Vorbereitung einbezogen werden. Die Unterlagen müssen angepasst werden, und die Ausbildung von Sa­ kramentenkatechetinnen und -katecheten ist notwendig. Für die Zukunft wird es unerlässlich sein, dass Pfarreien auf der Ebene der Seelsorgeeinheit in der Firmkatechese verstärkt zusammenarbeiten. Auch dafür braucht es Überzeugungsarbeit, eine gute Vorbereitung und Zeit. Durch diese zweijährige Nachdenkphase, wie es der Bischof nennt, besteht die Möglichkeit, die Überarbeitung und Umsetzung des Firmkonzeptes gut zu planen und die Bedeutung der Firmfeier für das (eigene) christliche Leben zu bedenken. z

HUGO SENONER, Pfarrer von Mühlbach und Spinges: „Es scheint mir eher als ein Abwälzen der Verantwortung“ Nein Ich bin weder ein ausgesprochener Befürworter noch ein Gegner der Maßnahme des Bischofs, sondern möchte über meine Erfahrungen mit der Firmvorbereitung berichten, die ich immer selbst erledigt und nicht anderen überlassen habe, wie es vielerorts Praxis ist. Dabei lege ich Wert darauf, die Jugendlichen in die Erlebniswelt der Freiwilligkeit einzuführen, führe sie zur Freiwilligen Feuerwehr, zum Weißen Kreuz, ins Krankenhaus, nach Bad Bachgart, zur DrittenWelt-Gruppe und so weiter, damit sie sehen, wie man sich für andere einsetzen kann. In der Firmvorbereitung spielt auch die Frage nach dem religiösen Verhalten in der Familie eine wesentliche Rolle. Deshalb habe ich die Eltern immer in die Vorbereitung mit eingebunden und versucht, dass das religiöse Leben in der Kirche als Familie mitgestaltet werde. Bei einer Firmung mit 13 Jahren kann man die Familie noch gut einbinden, mit 18 Jahren wird es hingegen schwierig. Ich bezweifle, ob die Mehrheit der Jugendlichen in diesem Alter noch den Mut hat, sich religiös zu betätigen. Aus meiner Sicht ist es zielführender, Jugendliche und ihre Familien mit 13 Jahren abzuholen. Der Grund für die beschlossene Neuorientierung in der Firmvorbereitung liegt möglicherweise eher darin, dass die Mitarbeiter der Firmvorbereitung, die sehr oft nicht Geistliche sind, in ihrer Aufgabe schlichtweg überfordert waren. Die Entscheidung jetzt dahingehend abzuwälzen, dass die Jugendlichen die Entscheidung selbst treffen sollen, halte ich nicht für den richtigen Weg. z

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Menschen & Meinungen

Echo

„Mehr Augenweide am Domplatz“ Leserbrief zur Fassade des Pfarrhauses

Christian Unterweger, Brixen

Warum ist unser Domplatz nicht gleichmäßig schön gestaltet? Wenn ich den Domplatz überquere, frage ich mich das immer wieder! Es gibt keinen Zweifel, dass der Dom vorbildlich renoviert worden ist. Aber schon das Pfarrhaus auf der gegenüberliegenden Seite sieht traurig, wenn nicht sogar beweinenswert aus! Wieso pflegt die Pfarrei ihr eigenes Gut nicht ordentlicher? Ist es Geldmangel? Ich weiß es nicht! Ich appelliere an alle Verantwortlichen, hier mehr guten Willen aufzubringen, denn das allgemeine Stadtbild würde nur profitieren, wenn jede Gebäude­fassade wenigstens hübsch bemalt würde.

„Fußgängerzone erweitern“ Leserbrief zur Zukunft des Kleinen Grabens

Heinz Dellago, Brixen

Im Jahr 2003 taten sich einige Brixner Bürger zusammen, um sich dafür einzusetzen, die Fußgängerzone um die Achse Romstraße–Kleiner Graben– Bahnhofstraße (jetzt Regens-

burger Allee) zu erweitern. Dafür gründeten sie das „Komitee zur Verkehrsberuhigung Brixen“. Dieses führte eine Unterschriften­ aktion durch, die von über 200 Bürgern unterstützt wurde. Im Dezember 2003 gab es ein erstes Treffen mit Bürgermeister Klaus Seebacher. Er betonte, dass eine Einbahnregelung erst nach Errichtung des Rondells bei der Bäckerei Alberti angedacht werden könne. Die angestrebte Verkehrsberuhigung wäre erst nach Bau der Umfahrung Brixen möglich. Die Gemeinde Brixen ließ Anfang April 2004 den Vorschlag des Komitees erproben: Romstraße–Kleiner Graben–Bahnhofstraße wurden an einem Samstag für zwei Stunden gesperrt, um den Brixnern eine erweiterte verkehrsberuhigte Zone vorzustellen. Während dieser beiden Stunden wurden mehrere Aktionen im Kleinen Graben abgehalten. Die Stimmung war ausgezeichnet, erhöhte Staugefahr auf der Hauptstraße gab es nicht. Ende April 2004 wurde Bürgermeisterkandidat Albert Pürgstaller das Resultat der Straßensperre und das gesamte Projekt des Komitees vorgestellt. Auch er verwies auf die Zeit nach der Realisierung des Rondells und der Westumfahrung. Er sah in der Achse Romstraße–Kleiner Graben–Kassianstraße auch eine Entlastung der Hauptstraße. Inzwischen gibt es schon seit geraumer Zeit sowohl Rondell als auch Westumfahrung, und seit einiger Zeit ist auch die Kassianstraße gesperrt – aufgrund der Baustelle beim Tourismusbüro. Trotzdem ist der Verkehr nicht zusammengebrochen. Es sind also alle Voraussetzungen gegeben, die Fußgängerzone auszudehnen. Die vorgesehene Ein-

bahnregelung ist nur eine halbherzige Lösung. Nur wenn wir es schaffen, hier die Fußgängerzone zu erweitern, schließen wir wichtige Einrichtungen wie die Universität, das Forum und den Sanitätssprengel an die Altstadt an.

„Industrie-Lebensmittel“ Leserbrief zum Interview „Gegenseitiger Respekt notwendig“ mit Johann Gasser im „Brixner“ 331, S. 57

torisierten Verkehr, Putzmittel, Chemie am Bau, die Flugzeuge und dubios zusammengemixte Industrie-Lebensmittel. Allerdings sollte er dann so ehrlich sein, auch die von ihm und anderen nach den Anweisungen der Obst­ industrie hergestellten Äpfel als das zu bezeichnen, was sie sind: Industrie-Lebensmittel.

„Mehr Pflanzenarten in Streuobstwiesen“ Leserbrief zum Interview „Gegenseitiger Respekt notwendig“ mit Johann Gasser im „Brixner“ 331, S. 57

Markus Lobis, Brixen

Das Interview mit Melix-Obmann Johann Gasser ist eine bizarre Mischung aus unbegründeten Behauptungen, Verharmlosungen und längst widerlegten Glaubenssätzen, und es entsteht der Eindruck, dem wackeren Obmann gehe es in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Redakteur darum, möglichst viel Verwirrung zu stiften. Wenn Gasser sich zu der ungeheuren Behauptung versteigt, die Aktivisten des Umweltinstituts in München seien Wirtschaftsterroristen, dann frage ich mich, wie man Bauern bezeichnen soll, die jährlich auf den Intensivobstanlagen 40 bis 50 kg an chemisch-synthetischen Pestiziden, Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden ausbringen. Wie es leider oft in Südtirol passiert, wird hier vom IndustrieagrarLobbyisten Gasser im Brustton patriarchaler Arroganz Ursache und Wirkung verwechselt. Es ist zu begrüßen, dass Obmann Gasser auf die Gefahr hinweist, die von den Kosmetika herkommen. Und es gibt noch den mo-

Andreas Hilpold, Brixen

Bezugnehmend auf das Interview mit Johann Gasser, seines Zeichens Obmann der Obstgenossenschaft Melix Brixen, möchte ich eine Korrektur beziehungsweise eine Präzisierung anbringen. Nach Erhebungen der Eurac, die im Rahmen der Wiesenmeisterschaft 2015 durchgeführt wurden (veröffentlicht in der Zeitschrift Obstbau*Weinbau 6/2016), liegt die Anzahl an Gefäßpflanzenarten in 20 Quadratmetern Apfelanlage zwischen 20 und 30 Arten. In besonders intensiv bewirtschafteten Flächen liegt sie unter 20. Spitzenreiter war eine biodynamisch bewirtschaftete Fläche in Neumarkt mit 33 Pflanzenarten. In traditionellen Streuobstwiesen ist die Artenzahl in der Regel deutlich höher. In intensiven Mehrschnittwiesen ist die Artenzahl ähnlich hoch wie in Obstanlagen. In traditionellen, mäßig intensiv bewirtschafteten Mehrschnittwiesen gibt es etwa 40 Arten, während sie in Mager-

Selbstbestimmt gebären die Geburtshilfe im Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck stellt sich vor. Hebamme Brigitte Vallazza, Hebamme Evi Pitscheider und Dr. Andreas Bachmann (Medizinischer Leiter Gynäkologie und Geburtshilfe Sanatorium Kettenbrücke) informieren Sie über die Geburtshilfe. Wann? Wo?

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 20:00 Uhr Vigil-Raber-Saal, 1. Stock, Sterzing, Neustadt 21 Eintritt frei!

Wir freuen uns auf Sie! 26


Leser schreiben uns

„Billig und arrogant“ Leserbrief zum Interview „Gegenseitiger Respekt notwendig“ mit Johann Gasser im „Brixner“ Nr. 331, S. 57

Pflanzenschutzmaßnahme direkt mit Gift in Verbindung gebracht wird. Es braucht noch viel Aufklärungsarbeit, damit die Bewohner und der Konsument die Arbeit der Obst- und Weinbauern nachvollziehen können. Aber was ist mit den 70 Millionen Litern Diesel, die jährlich allein von LKWs nur auf der Autobahn durchs Eisacktal verbrannt werden? Oder wie viele tausend Liter Chemie werden zum Beispiel in Gröden in den Abfluss gespült zwischen Putzmittel und Chlor von den Wellnessoasen und Waschmitteln? Und wie ist es eigentlich im eigenen Haushalt? Wer kocht die Asche zur Lauge, um damit zu putzen? Die so genannten „Naturschützer“ sollen mal zu Hause schauen, wie ihr Klo geputzt wird. Wie viele chemische Produkte stehen im Bad und in den Schränken herum, zum Beispiel Nagellack oder Nagellackentferner? Die Arbeit von Bauern madig zu machen, während man selbst das ganze Jahr über im klimatisierten Büro verbringt, ist einfach nur billig und arrogant.

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wiesen zwischen 45 und 70 Pflanzenarten pro 20 Quadratmeter erreicht. Weinberge weisen meist zwischen 25 und 40 Pflanzenarten auf und sind damit etwas artenreicher als Obstanlagen. Zudem können in Weinbergen vielfach auch speziellere Trockenrasenund Ackerarten überleben. Die niedrige Artenzahl in Obstanlagen dürfte primär auf die hohe Überschattung in Kombination mit der starken Störung durch das häufige Mulchen und Befahren sowie den Einsatz von Herbiziden zurückzuführen sein. Aus diesen Gründen können nur wenige stresstolerante Allerweltsarten überleben. Die eingeschränkte Pflanzenvielfalt in Kombination mit den genannten Störfaktoren und dem Einsatz von Pestiziden dürfte ihrerseits auch ein sehr eingeschränktes Spektrum von Insektenarten zur Folge haben. Leider wurden diesbezüglich noch wenige Untersuchungen durchgeführt.

Ich möchte mich für den Aufklärungsversuch von Johann Gasser in der Ausgabe Nr. 331 des „Brixner“ bedanken. Als Obstbauer und Vater von drei Kindern bin ich bestrebt, unsere Natur, den Boden und die Pflanzen jetzt und für die Zukunft zu schützen und zu schonen, gesundes Obst zu produzieren und dafür einen angemessenen Preis zu erzielen. Schade ist, dass jede

2017

Thomas Wieland, Albeins

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­ straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Ist Gleichberechtigung noch Thema? Fotos: Oskar Zingerle

Sind Männer und Frauen heute in allen Bereichen gleichberechtigt, oder lässt es hie und da immer noch zu wünschen übrig? Wir haben uns umgehört, was die Brixner zu diesem Thema zu sagen haben.

„In gewissen Bereichen kann man wirklich sagen, dass die Gleichberechtigung Einzug gehalten hat. In anderen, wie beispielsweise im Beruf, sind wir noch weit davon entfernt. Oftmals müssen Frauen kämpfen, damit sie überhaupt in Teilzeit in den Beruf zurückkehren dürfen, und dann haben sie nicht mehr die Position, die sie früher innehatten. Das ist etwas, was meines Erachtens weit entfernt von Gleichberechtigung ist“, so Andrea Rier.

„Ich finde es richtig, dass von klein auf zu Hause mitgeholfen werden muss – egal, ob Buben oder Mädchen. So wird für später gelernt, dass es ganz normal ist, sich die Arbeit im Haushalt aufzuteilen“, sagt Christine Gfader. „Die ältere Generation tut sich da noch wesentlich schwerer. Was Arbeit und Lohn angeht, denke ich schon, dass Frauen noch nachhinken. Die Doppelbelastung mit Kind und Haushalt bleibt immer noch mehr bei der Frau. Es ist aber schon viel besser als früher.“ 28

„Im Bereich ‚Familie’ hat sich schon einiges getan“, sagt Walter­ Pliger. „Allerdings haben sich meiner Meinung nach einige Sachen nicht so durchgesetzt wie vorgesehen. Das Kinderkriegen bleibt nach wie vor Frauensache, und ich finde, Frauen sollten auch danach als Mutter für die Kinder da sein und nicht gleich wieder arbeiten gehen.“

Sabine Grießmair ist zu Hause bei den Kindern: „Das bin ich auch sehr gerne, und logisch bleiben dann auch Sachen wie Haushalt bei uns hängen. Das finde ich aber nicht weiter schlimm. Der Mann muss natürlich mithelfen, wenn’s geht. Mehr stört mich, wenn Männer sagen ‚das ist Sache der Frau’ – das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Ich finde Frauen, die nicht zu Hause bleiben können, sind benachteiligt, weil sie ihre Kinder abgeben müssen.“

„Man hört eigentlich nur mehr von Frauenrechten, von Männerrechten hört man gar nichts“, sagt Hannes Huber. „Für Männer ist es manchmal schwer, alles so zu erfüllen, wie es die Frauen gerne hätten. Im beruflichen Bereich gibt es allerdings noch einiges zu tun; das wird auch bald passieren, da spürt man die Ungleichbehandlung noch erheblich.“

„Was das Organisatorische mit den Kindern betrifft wie Arztbesuche, Termine und auch den Haushalt, brauchen wir uns nichts vormachen. Das bleibt großteils an uns Frauen hängen“, ist Birgit Schraffl überzeugt. „Daran sind wir aber manchmal auch selbst schuld, weil wir die Männer etwas verwöhnen und diese Sachen einfach selbst übernehmen.“

“Secondo me siamo a un buon livello”, ist Salvatore Ercolino überzeugt. “Uomo e donna fanno più o meno la stessa vita, almeno nella mia situazione è così. In famiglia si dividono i compiti, e questo è anche giusto. Cosí deve essere in una società moderna. Migliorare poi si può sempre.”

August Aichner ist überzeugt, dass sich einiges getan hat: „Besonders in jungen Familien werden die Aufgaben heutzutage schon aufgeteilt. Auch im Haushalt packen die Männer mehr an als noch vor einigen Jahren. Beruflich lässt dies noch etwas zu wünschen übrig. Ich kenne zwar auch Männer, die den Vaterschaftsurlaub genutzt haben, aber beispielsweise als Selbstständiger kann ich diesen nicht in Anspruch nehmen – da fühle ich mich schon benachteiligt.“


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• Grundlagen

Leicht Fortgeschritten – ab Montag, 6.11.2017

Russisch für Anfänger – ab Mittwoch, 8.11.2017

• für Gastronomie und Tourismus Leicht Fortgeschritten – ab Mittwoch, 8.11.2017

• für Alltag und Reisen

Leicht Fortgeschritten – ab Dienstag, 7.11.2017

• für Geschäftskorrespondenz Telefon und E-Mail, Fortgeschritten ab Donnerstag, 9.11.2017

Español • Grundlagen

Spanisch für Anfänger – ab Montag, 6.11.2017

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Leicht Fortgeschritten – ab Donnerstag, 9.11.2017

Italienisch

Tedesco

• Grundlagen

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• Mittelstufe

• Livello di soglia

• Gute Mittelstufe

• Livello intermedio

• Fortgeschrittene Kenntnisse

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Kursdauer: 10 Einheiten zu 90 Minuten jeweils ab 19:00 Uhr Coaches: unsere Dozenten verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der Fremdsprachendidaktik sowie über einen Universitätsabschluss. Gruppengröße: 5 bis max. 10 TeilnehmerInnen Kursgebühr: 225.– Euro zuzügl. MwSt. Anmeldung: bis 27.10.2017

D-Niveau – ab Donnerstag, 9.11.2017 C-Niveau – ab Dienstag, 7.11.2017 B-Niveau – ab Mittwoch, 8.11.2017 A-Niveau – ab Montag, 6.11.2017

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Leicht Fortgeschritten – ab Donnerstag, 9.11.2017

Livello D – da giovedì, 9/11/2017 Livello C – da martedì, 7/11/2017 Livello B – da martedì, 7/11/2017 Livello A – da venerdì, 10/11/2017

Hausaufgaben? Galileo unterstützt Ihr Kind bei der Erledigung der Hausaufgaben. Eine fachgerechte Betreuung, die Nutzung der PC-Terminals und allfälliges Verbrauchsmaterial werden von uns gestellt.

Lern- und Förderinstitut, Galileo Stadelgasse 8/B, 39042 Brixen Tel. +39 0472 61 30 42 info@galileo.bz.it www.galileo.bz.it

kr-studio

… MIT GALILEO!


EIN TYP AUS FLEISCH UND BLUT

Kunst & Kultur

„Ich bin ein Freidenker“ Herr Kastlunger, bald feiern Sie Ihren 80. Geburtstag, aber von leise treten kann gar keine Rede sein. Ihre schöpferische Potenz scheint ungebrochen! HARALD KASTLUNGER: Ich arbeite eben gern, das ist in keinster Weise eine Last für mich. Ich bin immer noch mehrere Stunden am Tag am Arbeiten, weil es mir Freude bereitet. Außerdem muss ich ja auch von etwas leben, denn das schöne Atelier hat schließlich seinen Preis. Man munkelte vor nicht allzu langer Zeit von gesundheitlichen Problemen ... Zuerst wurde ein Herzinfarkt vermutet, aber letztendlich war es nur ein nervöses Herz, das sich bald wieder beruhigt hat. Mir geht es wieder ganz ausgezeichnet. Die Zigarre ist immer noch Ihr Markenzeichen? Schon, aber meistens kalt, ich paffe höchsten zweimal am Tag. Und haben Sie auch noch Ihren Rolls Royce? Natürlich! Auch wenn ich selten damit fahre, aber ein wenig exzentrisch darf ein Künstler schon sein. Viele Brixner erinnern sich an Sie noch als Konditor im elterlichen Café im Pfaundlerhaus … Ich habe in Kufstein eine Konditorlehre absolviert und in Basel die Meisterprüfung abgelegt. Von 1962 bis 1974 habe ich an der Berufsschule die Bäcker- und Kon30

ditorlehrlinge unterrichtet und an der Mittelschule sogar das Fach Turnen. Heute muss man überall ein Papier vorweisen, früher war das ganz anders: Du hast etwas gut gekonnt? Dann hast du es

verschiedenen Kunstrichtungen. Da war es mucksmäuschenstill, und es wurde den ganzen Tag konzentriert gearbeitet. Ich habe mich zu Beginn meiner Tätigkeit intensiv mit der Federzeichnung

Foto: Oskar Zingerle

Am 4. Oktober wird HARALD KASTLUNGER 80 Jahre alt. Grund genug für den „Brixner“, dem streitbaren Energiebündel mit der unvermeidlichen Zigarre einen Besuch in seinem erlesen eingerichteten Atelier abzustatten.

„Ohne Ironie fehlt das Salz in der Suppe“_ Harald Kastlunger auch weitergeben können! 1974 habe ich dann die Konditorei selbständig übernommen. 1989 beschloss ich, das Café aufzugeben; eine 131 Jahre währende Tradition ging damit zu Ende. Meine Kinder zeigten kein Interesse, und ich hatte einfach keine Lust mehr, den ganzen Tag Kaffee aus der Maschine zu lassen. Sie wollten frei sein? Ich halte nicht viel von festgefahrenen Traditionen, ich bin ein Freidenker. Gemalt habe ich schon in jungen Jahren und war begeistert von der Freiheit in der Malerei. Da kann mir niemand vorschreiben, was ich zu tun habe. Seit jeher der Kunst verschrieben? Ich habe schon als 10-jähriger kleine Rösser geschnitzt, es ging mir alles leicht von der Hand. Allerdings habe ich mich immer sehr ernsthaft weitergebildet. Es war ohne Zweifel hilfreich, dass ich seinerzeit sehr gute Lehrer an der Kunstschule hatte – wie Eddy von Ferrari, Walter Weiss, Guido Mattuzzi oder Robert Scherer, hervorragende Vertreter der

auseinandergesetzt. Die gingen weg wie die warmen Semmeln, aber ich wollte mich weiterentwickeln. In der Tat sind Sie schwer einzuordnen … Das ist auch gut so. Ich male, mache Collagen, Skulpturen aus verschiedenen Materialien. Meine Hände folgen wie von selbst dem, was ich vorhabe. Nach 60 Jahren Beschäftigung mit der Kunst habe ich ja die nötige Erfahrung, da muss ich nicht mehr groß nachdenken. Die Ideen fließen mir zu. Beseelt Sie die Freude am Tun, oder haben Sie auch eine Botschaft? Mein Schaffen bereitet mir eine große Genugtuung, es macht mich glücklich. Je älter ich werde, desto mehr folge ich dem Leitsatz „Weniger ist mehr“. Meine Werke sind sehr minimalistisch geworden, stets mit ironisierenden Elementen. Ironie und Sexualität … Ohne Ironie fehlt das Salz in der Suppe. Sex und Liebe bestimmen

das Leben. Deshalb male ich Frösche beim Sex und setze Penisse als Sockel einer Schale ein. Einen gegipsten Karton mit einem Apfel nenne ich „Die Geburt der Sünde“. Der Betrachter soll die Aussage schon selbst erkennen, aber leider gibt es heute immer weniger Menschen, die sich noch auf eine tiefere Kunstbetrachtung einlassen. Statt überflüssiger Religionsstunden sollte man an den Schulen mehr Kunstkurse abhalten. Keine Angst, mit Ihrer Kritik anzuecken? Ich bin Agnostiker, ich glaube nur an das Leben. Angst habe ich höchstens vor dem Bergsteigen, dafür bin ich zu feige. Ich sehe auch gar keinen Sinn darin, das


WENIGER IST MEHR: Trotz Minimalismus darf in Harald Kastlungers Werken die Ironie nicht fehlen

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eigene Leben zu riskieren wie jene, die in den Bergen umkommen und womöglich noch andere mit in den Tod reißen.

de gern Farben, aber bei einem Bild kommt es nicht darauf an, wieviel auf einem Bild zu sehen ist, sondern was zu sehen ist.

Sie waren und sind in der Kunst Ihrer Zeit weit voraus?

Sie sind auch fit im Umgang mit neuen Medien, wie ihre SagenVideos beweisen …

Das stimmt. Heute ist alles möglich, aber damals kostete jede Idee viel Zeit, Geld und Energie. Wenn ich zum Beispiel daran denke, wie ich vor 30 Jahren schon Bilder mit echtem Gold fertiggestellt habe! Heute spritzt man einfach Goldspray auf wie in einer Karosseriewerkstatt. Sie lieben Farben? Ich habe einen sehr sensiblen Umgang mit Farben. Ich verwen-

Dazu hat mich vor Jahren das alte Sagenbuch von Hans Fink inspiriert. Ich habe dazu 300 Bilder geschaffen, gerahmt und die Originale verkauft. Das VideoProjekt ist für mich abgeschlossen, aber die Bilder werden gescannt, in sechs Büchern gesammelt und nach Fertigstellung wohl in einer Buchhandlung wie dem Bücherwurm zum Verkauf freigegeben. Ihre Arbeiten werden in Ausstel-

lungen weltweit gezeigt, aber in Brixen sind Sie eher selten präsent. Weil die Brixner – ich zitiere Sie – lieber einen BMW kaufen anstatt Kunst? Die Brixner sind an Kunst nicht sehr interessiert, das denke ich auch heute noch. Gott sei Dank bin ich international gut verankert. Ich habe meine regelmäßigen Abnehmer und auch immer wieder Aufträge, so komme ich gut über die Runden. Sie reisen Ihren Ausstellungen nach? Selbstverständlich reise ich dorthin, wo meine Werke ausgestellt werden, ob in Nizza oder Los Angeles. Ich mache aber auch

gerne Ferien in der Bretagne, auf Sizilien oder in Haiti. Besteht die Möglichkeit einer Retrospektive zu Ihrem runden Geburtstag? Sofern ich gesund bleibe, man weiß ja nie?! Vertreter der Gemeindeverwaltung und der Hofburg haben mich bereits angesprochen. In der Hofburg wäre natürlich genug Platz, einen Großteil meiner Arbeiten zu präsentieren. Das würde mich sehr freuen!

irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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BRIXEN

Kunst & Kultur

„Aufschieben bringt Vorteile“ Frau Passig, warum ist das Aufschieben von Verpflichtungen gar nicht so schlimm? KATHRIN PASSIG: Bei erstaunlich vielen „Verpflichtungen“ passiert erstaunlich wenig, wenn man sie aufschiebt. Bei der Recherchearbeit für mein Buch „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“, das ich 2008 gemeinsam mit Sascha Lobo veröffentlicht habe, haben wir mit vielen auch berufstätigen Leuten gesprochen, und sie waren sich ziemlich einig darüber, dass bestimmte Sachen durch das Aufschieben sogar besser werden, weil sich dadurch die Spreu vom Weizen trennt. Die wichtigen Sachen kommen nochmal, und die unwichtigen verschwinden, ohne dass man etwas tun musste. Schieben Sie dann als Konsequenz davon alles auf? Nein, in letzter Zeit erstaunlich wenig. Das Buch ist inzwischen fast zehn Jahre alt, und in der Zwischenzeit habe ich mein Leben so eingerichtet, dass es darin recht wenig Aufschiebeanlässe gibt. Für jene Dinge, für die ich schlecht in der Lage bin, bezahle ich andere Leute, die das dann für mich erledigen – zum Beispiel Rechnungen schreiben und die Buchhaltung führen. Das ist sehr angenehm und bezahlt sich selber, weil ich selbst ganz einfach vergessen oder zu lange aufschieben würde, die Rechnungen zu stellen. Es ist für mich interessant, dass die Organisatoren des Herbstkongresses Sie eingeladen haben, um zum Thema eines Buches zu referieren, das bereits fast zehn Jahre alt ist ... Nun, andererseits ist es ein zeitloses Thema, denn aufgeschoben wird 32

immer. Eigentlich habe ich sogar den Eindruck, dass heute mehr aufgeschoben wird als noch vor zehn Jahren; so gesehen ist das Buch vielleicht sogar aktueller denn je.

Foto: Norman Posselt

Die deutsche Schriftstellerin KATHRIN PASSIG, die 2006 den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt, war anlässlich der Eröffnung des 45. Interdisziplinären Herbst-Seminar-Kongresses für Entwicklungsund Sozialpädiatrie in Brixen zu Gast. Im Gespräch mit dem „Brixner“ erklärt sie, warum es nicht so schlimm ist, wenn man Dinge aufschiebt – und verrät, worum es in ihrem nächsten Buch gehen wird.

Wird mehr aufgeschoben, weil jeder von uns andauernd von tausenden Botschaften überflutet wird, die er nicht mehr verarbeiten kann? Ich würde das gar nicht mal so negativ formulieren. Es ist das Gefühl, dass man an einem bestimmten Moment eigentlich etwas anderes machen sollte ... Zum Beispiel? Schauen Sie, ich bin jetzt hier in Brixen und müsste eigentlich die Zeit nutzen und irgendwo auf einen Berg steigen. Dieses Gefühl entsteht, weil man heute mehr Freiheiten hat als früher. Je mehr Freiheiten man hat, desto mehr wird man mit der Frage konfrontiert, ob das, was man gerade tut, wirklich die beste Anwendung der Zeit ist. Ihr Fazit im Buch ist ja, man solle sich zumindest nichts drausmachen, wenn man Sachen aufschiebt ... Wenn man sich ständig Sorgen macht, geht es einem deshalb auch nicht besser. Ja, es stimmt, die Energie sollte man nicht dafür verwenden, ein schlechtes Gewissen zu haben – das bringt nix. Wenn man das schlechte Gewissen abstellt, merkt man plötzlich, dass einem das, was man tun wollte, leichter fällt. Ein schlechtes Gewissen zu haben ist also sinnlos? Na ja, zumindest führt es nicht dazu, dass man deswegen die

Kathrin Passig: „Je mehr Freiheiten man hat, desto mehr wird man mit der Frage konfrontiert, ob das, was man gerade tut, die beste Anwendung der Zeit ist“

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aufgeschobenen Sachen auch nur einen Tag früher erledigt.

Bücher geschrieben. Worum handeln sie?

Sie sind in Deutschland eine erfolgreiche Buchautorin, haben in der Zwischenzeit etwa zehn

Wenn es ein gemeinsames Thema gibt, dann ist es das Umdeuten eines Nachteils zum Vorteil. Bei


Zur Person „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“ fanden wir verschiedene Erklärungen dafür, warum es oft von Vorteil ist oder zumindest nicht schadet, Dinge vor sich herzuschieben. Bei „Verirren. Eine Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene“ geht es darum, dass Verirren keine Sache mehr ist, die man vermeiden muss, sondern dass jetzt der Weg für das Verirren eigentlich frei ist, zum Freizeitvergnügen zu werden. Zum Beispiel, wenn Leute heute fischen oder jagen oder Kartoffeln anbauen, obwohl sie genau wissen, dass dies zum Überleben nicht unbedingt notwendig wäre. Seit es GPS auf jedem Handy gibt, verirrt man sich in einer fremden Stadt nicht mehr versehentlich, sondern nur noch zum Spaß. Wenn man dann per Zufall auf eine Sehenswürdigkeit trifft, freut man sich umso mehr. Ist Ihr Fazit also, dass in unserer Gesellschaft etwas schiefläuft? Für diese Frage bin ich der falsche Ansprechpartner, denn ich sehe alles ziemlich positiv. Ich bin dafür

manchmal war, als es noch kein Internet gab, haben die Leute vergessen.

regieren? Wenn nein: Wie schaffe ich den Übergang zu einem etwas demokratischeren System?

Das Internet an sich ist ja nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Es sind die Menschen, die durch ihre negativen Ergüsse aus sozialen Medien asoziale Medien machen.

Das ist ein spannendes Thema! Dabei kommt dann vielleicht die Frage auf, ob es heutzutage nicht bessere Modelle gibt als die Demokratie, die dann vielleicht sogar besser funktionieren ...

Ja, aber bei Facebook und Twitter definiert sich jeder seine Umgebung selbst – jeder umgibt sich mit jenen Leuten, die er selbst ausgesucht hat. Wer sich also darüber aufregt, dass Leute Müll in die eigene Timeline spülen, ist dafür mitverantwortlich.

Ja, das war meine ursprüngliche Idee: In den letzten 20 oder 30 Jahren sind sehr viele kleine politische Systeme entstanden und wieder verschwunden. Ich dachte, das sei wie so eine Art Zeitrafferlabor für politische Prozesse, aus dem die herkömmliche Politik vielleicht etwas lernen könnte. Nach meiner Recherche habe ich aber festgestellt, dass es eher umgekehrt ist: Es gibt so viele Erkenntnisse aus 2.000 Jahren regulärer Politik, die sich überhaupt noch nicht widerspiegeln in dem, was derzeit im Netz passiert. Es herrscht ja die naive Annahme, dass eine „Gemeinde“, nur weil sie im Internet angesiedelt ist, einfacher und unbürokratischer verwaltet werden kann. Damit fährt man die „Gemeinde“ dann

An welchem Buch arbeiten Sie gerade? Es wird heißen „Neue Staaten erfinden – wie im Netz Politik entsteht“. Da geht es dann genau um diese asozialen Medien und darum, dass an ganz vielen Stellen im Netz politische Dinge passieren – auch dort, wo überhaupt nicht politisch geredet wird. Ich gründe eine FacebookGruppe, in der es nur über Ka-

„Wenn man sich ständig Sorgen macht, geht es einem deshalb auch nicht besser“_ Kathrin Passig, Schriftstellerin zuständig, auf die Sachen hinzuweisen, die eigentlich recht gut laufen. Zur Hälfte ist dies vielleicht Veranlagung, zur anderen Hälfte bin ich aber der Meinung, dass es bei uns genügend Leute gibt, die darauf hinweisen, was alles schlecht ist. Ist das ein Zeichen unserer Zeit, dass die Gesellschaft zu negativ denkt, überkritisch in die ach so schlimme Welt blickt und in ihrer verbissenen Verbohrtheit das Positive gar nicht mehr sieht? Ich war jetzt fast geneigt, Ihnen recht zu geben. Dann müsste ich aber sagen, dass die Welt schlecht eingerichtet ist, so wie sie ist, und das widerspräche meiner positiven Einstellung. Sie haben mich jetzt also in eine Zwickmühle gebracht. In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit dem Internet beschäftigt: Alle Leute nutzen es, aber sie haben keine gute Meinung dazu. Wie kompliziert und umständlich das Leben

ninchenzucht gehen soll, aber schon nach kurzer Zeit, wenn ich nicht mehr allein, sondern wenn die Gruppe aus 20 oder 200 Leuten besteht, muss ich mir gewisse Regeln ausdenken, an die wir uns alle richten müssen. Es ist also de facto eine kleine Gemeinde entstanden, die im Grunde dieselben Probleme hat wie eine reale 200-köpfige Gemeinde. Bestimmte Zusammenlebensfragen müssen auf irgendeine Art geregelt werden, damit die Gemeinde funktioniert. Heute gibt es weltweit riesige virtuelle Gruppen, die größer als Staaten sind. Da stellen sich bald wichtige Fragen: Wie soll eine Abstimmung funktionieren? Wie schützt man eine Minderheit davor, von der Mehrheit überrollt zu werden? Und: Wer definiert eigentlich die Regeln? Ja, genau! Ich habe diese Kaninchenzucht-Gruppe gegründet; bin ich deshalb dazu legitimiert, wie ein Monarch diese Gruppe zu

Kathrin Passig, geboren 1970 in Deggendorf und heute wohnhaft in Berlin, ist eine deutsche Journalistin und Schriftstellerin. Mit ihrem literarischen Debüt, der Erzählung „Sie befinden sich hier“, die in der Form des inneren Monologes Not und Verwirrung einer im Schnee erfrierenden Person schildert, gewann sie 2006 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Einiges Aufsehen erregte sie im Jahr 2000 mit „Die Wahl der Qual. Handbuch für Sadomasochisten und solche, die es werden wollen“. Der bisher wohl größte Erfolg war ein gemeinsam mit Sascha Lobo veröffentlichtes Buch mit dem Titel „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“. Im September war sie auf Einladung des 45. Interdisziplinären Herbst-Seminar-Kongresses für Entwicklungs- und Sozialpädiatrie in Brixen zu Gast.

ist sehr schön, das habe ich bemerkt! Ich glaube, es wird nötig werden, nochmal hierher zu kommen. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

SYSTEMTECHNIKER

aber bald an die Wand. Wenn jemand eine Kaninchenzüchter­ gruppe gründet, rechnet er ja nicht damit, dass er sich bald darauf mit politikwissenschaftlichen Fragen beschäftigen muss. Aus den Erkenntnissen der vergangenen 2.000 Jahre kann er aber lernen, wie er seine „Gemeinde“ regeln soll. Ich bin gespannt auf dieses Buch und werde versuchen, das Lesen desselben nicht aufzuschieben! Ich bin die letzte, die es Ihnen übelnehmen würde, wenn Sie das Lesen des Buches aufschieben würden ... ;-) Wie fühlen Sie sich in Brixen? Leider hatte ich überhaupt keine Zeit, mich in Brixen irgendwie zu fühlen: Ich bin vom Bahnhof zum Hotel und vom Hotel zum Veranstaltungsort gegangen und werde jetzt im Dunkeln zum Hotel zurückgehen und morgen zum Bahnhof. Aber die Altstadt

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Kunst & Kultur Burglechners einmalige Stadtansicht von Brixen

–– BRIXEN

Das alte Brixen in Farbe Leuchtendgrüne Felder, Baumgärten, braunschattierte Äcker und Gebäude mit grünen, roten und grauen Dächern: Das zwischen 1595 und 1602 gefertigte Aquarell zeigt eine frühe Stadtansicht von Brixen in Farbe. Der „Brixner“ führt seine Leser durch die damals schon größtenteils gepflasterten Straßen seiner Heimatstadt. 34


schreibers Matthias Burglechner (1573–1642), das durch zahlreiche Karten und reichen Bilderschmuck ergänzt ist. Das Originalbild ist 42 cm hoch und 58 cm breit. Der Künstler, dessen Name unbekannt ist, hat die Stadt und die nähere Umgebung von einem erhöhten Standplatz von Ost nach West dargestellt. Die Baulichkeiten sind mehr oder minder naturgetreu wiedergegeben, und es handelt sich somit um ein äußerst lehrreiches Bild. Der Grundton des Bildes ist wegen der vielen Bäume und Wiesen dunkelgrün gehalten: Im Westen der Stadt beziehungsweise in der oberen Bildhälfte haben wir vor allem Baumgärten, Wiesen und Äcker sowie Weinberge von Brixner „Ackerbürgern“. Die Dächer kirchlicher Einrichtungen, von Klöstern, Häusern von Domherren, von Stadttürmen und Stadttoren erscheinen leuchtend rot. Nur die Dächer des Domes, der St.-Barbara-Kapelle und der Pfarrkirche sind grün bemalt. Ihre grün und gelb glasierten Dachziegel stammten nachweislich aus der Neustifter Ziegelei (E. Egg, Buntglasierte Kirchendächer, S. 115 f.). Einige Schwierigkeiten bereitet die Datierung: Einerseits sind im Mittelhof der bedeutungsvollen Hofburg die unter Fürstbischof Kardinal Andreas von Österreich (1591–1600) errichteten Arkaden nicht dargestellt, während die Bogengänge der Lauben in der Stadt gewissenhaft eingezeichnet sind. Die Umfriedung des südlich

der Burg gelegenen Baumgartens erfolgte 1595. Andererseits befindet sich vor dem (späteren) Kapuziner-Kloster das Kreuz mit Lanze und Schwemmstange. Diese Kreuzaufrichtung neben der Katharinenkirche erfolgte am 26. Oktober 1602, während man mit dem Klosterbau im Frühjahr 1603 begann. Es könnte auch sein, dass das Kreuz erst später in das Bild eingefügt wurde. Somit lässt sich die Entstehung des Aquarells zwischen 1595 und 1602 einengen. Diese frühe Stadtansicht Brixens von Matthias Burglechner mit den zahlreichen Kirchen, mit Dom und Kreuzgang, den Lauben und Stadttoren sowie Ansitzen, Domherren- und Bürgerhäusern enthält einen hohen kulturhistorischen Wert. Jedem einigermaßen geschichtsbewussten Mitbürger wird auffallen, dass Brixen neben zeitgemäßen Entwicklungen viel vom einstigen Baubestand erhalten und den Reiz eines alten Städtchens bewahrt hat.

Erklärung des Bildes. Da die ver-

schiedenen Gebäude anders als auf dem Merian-Bild nicht durch eine Legende gekennzeichnet sind, soll im Folgenden versucht werden, einzelne wichtige Bauwerke und Örtlichkeiten, Gassen und Plätze, in Kästen gruppiert, zu beschreiben. Die hier angeführten Notizen sind, wenn nicht anders vermerkt, zum Großteil der „Brixner Häusergeschichte“ (BHG) von Ignaz Mader/Anselm Sparber in Schlern-Schriften Nr. 224, Innsbruck 1963, entnommen.

In der Vorstadt Runggad

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D

ie am häufigsten abgedruckten alten Stadtansichten von Brixen sind die Kupferstiche von Braun/ Hogenberg aus dem Jahr 1588 nach einer Zeichnung von Georg Hoefnagel, die 1577/78 entstanden war, und von Matthäus Merian aus dem Jahr 1649. Weniger bekannt, aber äußerst interessant ist das Aquarell, das Brixen zwischen 1595 und 1602 zeigt, obgleich schon der verdiente Geschichtsforscher Ignaz Mader im Schlernbeitrag „Alte Brixner Stadtansichten“ 1929 (Nr. 10, S.

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176–181) darauf hingewiesen hat. Dies mag zum einen daran liegen, dass sich das Original im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien befindet und zum anderen für jede Veröffentlichung die Genehmigung des Staatsarchivs samt einer Publikationsgebühr erforderlich ist.

Naturgetreue Darstellung. Das

genannte Aquarell befindet sich in dem voluminösen zwölfbändigen Manuskript „Tiroler Adler“ (Bd. 9, S. 767) des tirolischen Vizekanzlers und Geschichts-

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Das 1 alte Siechenhaus (Seuchenhospital beziehungsweise Sonderspital für „dahinsiechende“ Kranke) mit Friedhof in der Schwesternau ist bereits 1247 erwähnt; 1775 wurde es aufgelassen und den Klarissen verkauft, 1954 wurden das Siechenhaus und die Armenseelen-Kapelle, die der Pfarrkirche gehörte, beseitigt und dafür das Oratorium „Don Bosco“ erbaut (BHG, S. 143). 35


Kunst & Kultur

Das 2 Klarissen-Kloster in der Runggad mit Mühle, Stadel, Stallung und Waschküche, um 1230 gestiftet, 1235 erstmals genannt, entwickelte sich zu einem angesehenen Kloster mit bedeutendem Grundbesitz und Zehenten. Die Kirche hier noch mit romanischem Seitenturm, also vor dem Umbau von 1683 (BHG, S. 141–43).

der Kaiserjäger, seit 1876 im Besitz der Gemeinde. Heute sind hier ein italienischer Kindergarten und die Rosminischule untergebracht. Nach Ansicht namhafter Historiker lag hier ein wichtiger Teil des Meierhofes Prihsna, den König Ludwig das Kind im Jahre 901 dem Bischof Zacharias schenkte (BHG, S. 134 ff.).

3 Katharinen-Kapelle bzw. Kapuziner-Kloster. Im Jahre 1602 übergab Fürstbischof Christoph Andreas von Spaur gegen den Willen des Domkapitels dem Kapuzinerorden die Katharinen-Kapelle in der Runggad samt einem kleinen Haus und Baumgarten zum Zweck der Niederlassung in Brixen. In diesem Zusammenhang ließ er das auf dem Bild erkennbare große Kreuz errichten. Im darauffolgenden Jahr begann man mit dem Klosterbau. 1630/31 erfolgte der Neubau der gegenwärtigen Klosterkirche. Das Altarbild der hl. Katharina von Franz Sebaldus Unterberger erinnert noch an die ehemalige Katharinen-Kapelle (BHG, S. 139–141). Der 4 Kapuzinersteg stellte die Verbindung über den Eisack zwischen der Runggadgasse und der Gegend von Milland her, und zwar überquerte er den Eisack an einer Stelle, wo der Fluss eine langgezogene Insel bildete. Bei Hochwasser wurde dieser Steg oft beschädigt. Nach der Wasserkatastrophe von 1882 wurde hier die Widmannbrücke („Eisenbrücke“) errichtet (BHG, S. 138 f.). Das 5 Stadttor in der Runggad, das unter Bischof Albert von Enn (1323–1336) entstand, schließt den unteren Teil dieser Gasse ab (auf der Höhe der Tertiarinnen). Dies ist die einzige Ansicht von Brixen, in der dieses Tor aufscheint. Ab 1493 wird ein Zoll in der Runggad erwähnt (BHG, S. 124). Der Name Runggad kommt vom romanischen „runcare, runcata“ und bedeutet „roden, Rodung“. Der 6 (obere) Küchenmeierhof in der Runggad mit quadratisch angeordneten Bauten, 1214 erstmals erwähnt, 1866–1876 italienisches Privat-Gymnasium des Jesuitenordens, danach „Jesuiten-Kaserne“

Der Weg nach Stufels

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7 11a 12

Das 7 Heilig-Kreuz-Spital, auch Unteres Spital genannt, seit 1771 Priesterseminar. Im Jahre 1157 war hier zwischen der „Wiere“ (Wasserkanal) und dem Eisack das Pilgerhospiz auf der „Insula Sanctae Crucis“ gegründet worden, zu der das berühmte „Brüggele“ führte (BHG,­ S. 99). Wenn nämlich in späterer Zeit ein Kandidat ins Priesterseminar eintrat, pflegte man zu sagen: „Der ist übers Brüggele gegangen.“

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Die 8 Domdechantei im Stadtviertel Untergries. Der Name Gries bedeutet Sand, Kies, Geröll und geht auf die häufigen Überschwemmungen des Eisacks zurück, der das alte Stadtviertel auf der einen Seite bedrohte, während auf der anderen Seite ein Eisackarm beziehungsweise die „Stadtwiere“ vorbeifloss, sodass Gries sozusagen eine Insel bildete. Das herausragende Haus in diesem Viertel bildet die „neue“ Domdechantei, 1233 von Dompropst Winther erworben und seit 1481 als Wohnung der Domdekane genutzt. Im Volksmund wurde dieses Haus wegen der roten Kleidung der Domherren auch als „Gimplsteige“ bezeichnet (BHG, S. 78 ff. und S. 96 ff.).

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Gasthaus zum 9 Goldenen Adler und 10 Ansitz Neuhaus in Mittergries, heute Adlerbrückengasse Nr. 9 und Schlachthofgasse Nr. 5. Auf der Nordseite der Adlerbrückengasse (zwischen Weißen Turm und der Brücke) erinnern die Laubenbögen an die wirtschaftliche Bedeutung dieses Stadtteils. Der zinnengeschmückte Gasthof zum Goldenen Adler lag bis zur Eisackregulierung 1882/84 unmittelbar am Flussufer. Nördlich des genannten Gasthofs erhebt sich der zinnenbekrönte Viereckturm des Ansitzes Neuhaus, errichtet vom Brixner Hofrichter Michel von Neuhaus im Jahre 1508 (BHG, S. 79, S. 88 ff. und S. 146 ff.). Stufels, der älteste Stadtteil Brixens, war schon in prähistorischer Zeit besiedelt. Dies war möglich, weil der Ort auf zwei Seiten durch die beiden Flüsse Eisack und Rienz und im Hintergrund durch eine Felswand bzw. durch Wälle gesichert war. Zahlreiche Funde bezeugen die frühe Besiedelung. Die 11 Stufler Brücke, heute nur mehr unter der Bezeichnung Adlerbrücke bekannt, stellte die Verkehrsverbindung zwischen Brixen und dem Pustertal her, bis 1645 wegen der steilen 11a Schlipfgasse der Weg über Zinggen und Neustift ausgebaut wurde. Nur mehr ansatzweise am Ende von Stufels erkennbar ist die Köstlaner Brücke über die Rienz, heute allgemein als Unterdrittler Brücke bekannt. Sie stellte die Verbindung zu Lüsen, St. Andrä, Milland und Albeins her. Ähnlich wie in der Runggadgasse, ließ Bischof Albert von Enn auch Stufels zur Kontrolle von Menschen und Waren durch Tore abschließen. Auf dem Bild sieht man am Ende der heutigen Unterdrittelgasse das 12 Stufler Tor, während das Schlipftor und das heute sogenannte Mallepelltor (letzteres noch erhalten) hier nicht erkennbar sind (BHG, S. 254–258).

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Im Norden der Stadt 18

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Die 13 Altenmarktgasse erstreckte sich vom Altenmarkttor beziehungsweise vom Großen Graben nach Norden. Der Name stammt von dem hier bereits 1085 erwähnten Markt, der um 1273 auf den Domplatz in die Stadt verlegt wurde (BHG, S. 148 f.). In dieser Gasse fällt der Wolkensteinerturm mit rotem Dach auf, der noch heute an der Ostseite des Hauses als solcher erkennbar ist (Ansitz Leweneck, jetzt Gasthof zum Goldenen Stern). Hier hatte bereits die Mutter

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Kunst & Kultur

Oswalds von Wolkenstein ihren Alterssitz (E. Delmonego, Schlern 2016, Nr. 10, S. 29 f.). Deutlich sieht man das Wasser der Mühlwiere damals noch an der Ostseite der Häuserreihe vorbeifließen, das zwei Mühlen, eine Hammerschmiede, eine Färberei und zwei Badstuben bediente. 1868/69 wurde ein Entwässerungskanal vom Weißen Rössl bis zum Weißen Turm gebaut (Schwaighofers Chronik, S. 32f.). 1938 wurde die Wiere abgedeckt.

17 „Zum Elephanten“ wird die „Herberge am Hohen Feld“ am nördlichen Rand der Trattengasse seit der Einkehr des Elefanten Soliman im Dezember 1551 genannt, den König Johann III. von Portugal dem österreichischen Erzherzog und späteren Kaiser Maximilian II. als Hochzeitsgeschenk übergeben hatte. In diesem Hotel kehrten in der Folgezeit verschiedene Kaiser und andere bedeutende Persönlichkeiten ein (BHG, S. 253 ff.).

Die 14 Trattengasse erinnert an ein ehemaliges Feld, auf dem zur Brachzeit Kleinvieh aufgetrieben wurde (Tretwiese, Trote). Hier waren laut Stadtrecht von 1380 auch die „lauten Handwerker“ angesiedelt (BHG, S. 175). Auf dem Bild sieht man, wie mitten auf der Straße neben einem Brunnen das Wasser von der Weißlahn und vom Schalderer Bachl dem östlich von der Stadelgasse gelegenen Wasserkanal und schließlich dem Großen Graben zugeführt wird. Weitere öffentliche Brunnen sind an folgenden Orten eingezeichnet: Großer Graben, vor der Anreiterischen Trinkstube in den Großen Lauben, vor dem Weißen Turm, am Domplatz, im „Winkel“ vor Scheuchegg, in der Runggadgasse sowie in Stufels bei der Mühlwiere und in der Zigglgasse.

Der 18 gotische Bildstock beim Elephanten ist hier (am nördlichsten Bildrand) erstmals dargestellt. Dort konnten zum Tode Verurteilte auf ihrem Weg zur Richtstätte ihr letztes Vaterunser beten. An diesem Ort wurde auch nach dem misslungenen Bauernaufstand des aus Lüsen stammenden Balthasar Dosser einem seiner Mitverschworenen im März 1562 das rechte Ohr abgeschnitten, worauf er mit Rutenstreichen aus der Stadt getrieben wurde (BHG, S. 240).

Auf dem Weg nach Süden 19 20

In der 15 Stadelgasse besaßen Brixner Bürger neben einem Baumoder Krautgarten auch Stall und Stadel, nachdem die Errichtung von solchen Wirtschaftsgebäuden innerhalb der Stadtmauern wegen Feuersgefahr und aus hygienischen Gründen verboten war (E. Delmonego, Haus Paolina, S. 19). Das 16 Spital zum Heiligen Geist, auch Oberes Spital, heute Hartmannsheim genannt, wurde 1340 für ältere Bürger und ärmere Durchreisende in Stadtnähe, aber außerhalb der Stadtmauer errichtet. Südlich der noch gotischen Spitalkirche ist eine kleine Kapelle für den dort 1435 eingeweihten Friedhof erkennbar, der 1808 aufgelassen und zu einem offenen Platz umgestaltet wurde (BHG, S. 201 f.).

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REIFER SANITÄR

Wohlfühlen beginnt ZUHAUSE.

Die Kreuzstraße führt vom Kreuztor (Sonnentor) in den Burgfrieden, biegt aber zuvor bei einem 19 Bildstock nach Süden bis zum neuen Siechenhaus in Richtung Bozen ab. Anstelle des Bildstockes wird hier früher wohl ein (Feld-) Kreuz gestanden haben, von dem der Name der Straße und damit auch des Stadttores abgeleitet ist. Vielleicht waren aber auch die drei Kreuze auf erhöhtem Standpunkt neben dem Siechenhaus für die bis dahin reichende Kreuzstraße namengebend. Seit 1277 ist 20 „der Zoll an der Kreuzstraße“ nachweisbar (BHG, S. 248 f.), 1994 wurde das alte Zollhaus an der Kreuzstraße Nr. 13 abgebrochen. Ein Fußweg (heute Regensburger Allee) verbindet die Stadt mit der Straße nach Süden. Bei Merian findet sich der Bildstock zur „Schwarzen Muttergottes“ an dieser Stelle. Heute ist der Bildstock an der südlichen Umfriedungsmauer des St.-Josef-Missionshauses untergebracht (BHG, S. 244). Ein anderer, ziemlich verwahrloster Bildstock steht noch unterhalb des Bahnhofes (an der Alpinistraße).

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Dem verlängerten Fußweg gegenüber steht der adelige 21 Ansitz Palbit mit Zinnen, der vom Gericht Pfeffersberg (Pinzagen) herausgenommen und dem Hofgericht Brixen einverleibt wurde. Am 6. Dezember 1809 wurde er von den Franzosen eingeäschert; seither Bauernhof (I. Mader, Pfeffersberg, Schlern-Schriften Nr. 37, S. 33). Das 22 neue Siechenhaus am südlichen Teil der alten Kreuzstraße (jetzt Vittorio-Veneto-Straße Nr. 41/A) ist erstmals 1521 erwähnt, gehörte auch der Pfarrkirche und wurde in Pestzeiten von der Stadt angemietet. Die drei Kreuze und die dahinterliegende Umfriedung weisen vielleicht auf einen eigenen Pest-Friedhof hin. Zwei Totengräber, die zum Hauspersonal gehörten, heben jedenfalls die hohe Sterblichkeit hervor. 1783 wurde auch dieses Siechenhaus als „zwecklos“ aufgelassen, im Volk aber noch lange als solches bezeichnet (BHG, S. 232).


Kunst & Kultur

Die Stadtmitte

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Während die 23 Pfarrkirche zum Hl. Michael und der Weiße Turm in etwa den heutigen Gegebenheiten entsprechen, hat sich das Aussehen des 24 Domes weitgehend verändert. Der Nordturm hat hier noch seine romanische Form mit dem Pyramidendach. Er erhielt 1612 seine heutige barocke Gestalt, was auch darauf hinweist, dass das Bild auf jeden Fall vor dieser Zeit entstanden ist. Der gotische Südturm aus dem Jahre 1441 wurde erst 1748 barockisiert und somit dem nördlichen angepasst. Sehr gut erkennbar ist der zur Zeit des berühmten Fürstbischofs Kardinal Nikolaus Cusanus (1450–1464) errichtete 25 Hochchor mit drei großen Chorfenstern. Das viel niedrigere Langhaus hingegen ist nur undeutlich dargestellt. Dafür sind hier noch mehrere Kapellen rund um den Dom zu sehen, die beim barocken Dombau entfernt wurden, zum Beispiel die Dreikönigskapelle in der Nordwestecke des Langhauses und die Dreifaltigkeitskapelle im Obergeschoss der Sakristei an der Nordseite des Hochchores mit Altarerker. Rechts davon steht die 1442 errichtete turmartige St.-Barbara-Kapelle, die 1792 nach Auflassung des Alten Friedhofs (hier mit Totenleuchte) abgebrochen wurde. Die wichtigsten Anlagen an der Südseite des Domes sind die Liebfrauenkirche, der romanisch-gotische 26 Kreuzgang und in dessen Südwestecke die Johanneskirche, in der 1080 die Wahl des Gegenpapstes Clemens III. stattfand. Die 27 alte Bischofsburg diente nach 1265 als „Stadthauptmannspalast“ und bis vor kurzem als Gerichtsgebäude. Die 28 Hofburg, heute Diözesanmuseum. Im Süd-West-Eck der ehemaligen Stadtbefestigung ließ Bischof Bruno den Stadtturm zu einer mittelalterlichen Burg mit Wassergraben umbauen und tauschte 1265 mit dem Stadthauptmann die Wohnung. Kardinal Andreas von Österreich begann 1591 mit dem Umbau, der erst unter Bischof Kaspar Ignaz Künigl (1702–1747) fertig gestellt wurde. Der ausgedehnte Obstgarten südlich der Burg wird schon 1265 erwähnt, während der 40

nördlich der Burg gelegene „Herrengarten“ (Hofgarten) erst unter Fürstbischof Johann Thomas von Spaur (1578–1591, seit 1564 Koadjutor) als Prunkpark errichtet wurde (Wolfsgruber, Die Brixner Hofburg). Der Domplatz, nach der ehemaligen Hofburg bis ins 18. Jahrhundert immer noch „Am Hof“ genannt, erfüllte sowohl geistliche als auch weltliche Funktionen. Die beiden größten Häuser, die man am Domplatz sieht, sind der Pfarrwidum mit dem großen Rundbogentor auf der rechten Seite der Siedlergasse (jetzt Domgasse) und die alte Dompropstei (1570–1763) auf der linken Seite der Gasse, 1936 erwarb Lea Pincherle dieses Haus. Vorübergehend wurde auf diesem Platz auch der Markt abgehalten, weshalb er zeitweise etwas despektierlich „Ochsenplatz“ genannt wurde. Der Domplatz gilt als einer der schönsten Plätze des Alpenraums (BHG, S. 62 f.). Die Pfarrkirche zum hl. Michael mit dem Weißen Turm. Neueste Ausgrabungen von 2015 haben ergeben, dass es hier bereits im 7. Jahrhundert eine (Begräbnis-) Kirche gegeben hatte. Im Jahre 1038 wurde eine neue Kirche von Bischof Hartwig geweiht, 1503 die spätgotische Kirche vollendet. Der Kirchturm wird um 1300 erstmals erwähnt, nach dem Stadtbrand von 1444 auf 72 Meter erhöht und mit den vier Erkern für die Nachtwächter versehen, 1591 der Turmhelm aufgemauert und mit Kalk weiß gestrichen, sodass er den Namen Weißer Turm erhielt und zum Wahrzeichen der Stadt Brixen wurde (BHG, S. 1 f.). Heute ist der Turm als Museum zugänglich. An der Südostecke der alten Stadtbefestigung stand einst die Burg der Herren von Rodank, die Bischof Bruno im Verlauf einer Fehde 1265 zerstörte und auf deren Trümmern er zum Zeichen der Schmach eine Latrine errichten ließ. Den nördlichen Teil überließ er dem Kloster Neustift 29 (Kassianeum). Im südlichen Teil, dem späteren Edelsitz 30 Scheuchegg, haben sich Reste des alten Turms erhalten. Im Jahre 1654 fiel die Stadtmauer zwischen Scheuchegg und Kassianeum,


2017/2018

Foto © Marlen Mieth

wodurch ein Zugang zwischen Domplatz und Runggad entstand. Die frühere Neugasse (auch Pfaffen- oder Kirchgasse, jetzt Brunogasse) bog nämlich von der Hofburg kommend vor der Burg Scheuchegg in den südlichen Arm des Kreuzgangs ab (BHG, S.71 ff.). Unter den 31 Großen und Kleinen Lauben spielte sich das Geschäftsleben der Kaufleute, Handwerker und Gastwirte ab. Die Lauben (Arkaden), die im 15. Jahrhundert entstanden, schützten vor Regen und Schneefall, aber auch vor großer Hitze im Sommer. Durch die Großen Lauben fließt noch das Wasser in den „Ritschen“ (Wasserrinnen). Im Eck zwischen Großen und Kleinen Lauben befand sich das Stadtrichterhaus. Ungefähr in der Mitte der nördlichen Großen Lauben befand sich bis 1912 das (alte) Rathaus. Gegen Süden wird das Bild der Kleinen Lauben von der im Jahre 1371 umgebauten 32 St.-Erhards-Kirche beherrscht, deren Bestand öfters durch den Verkehr gefährdet war. Mehrere Stadttore sicherten die innere Stadt: Das 33 Kreuztor (Sonnentor) im Westen mit Pyramidendach, gegenüber der Kreuzgasse, die zum Burgfrieden bzw. nach Bozen führte. Neben dem Kreuztor das „Vogelhaus“, auf dessen Türsturz noch heute die Jahreszahl 1570 eingemeißelt ist. Das 34 Säbnertor am Großen Graben, gedeckt mit einem Satteldach, hat seinen Namen vom westlich angrenzenden Ansitz der Herren von Säben (heute Sitz der Bezirksgemeinschaft Eisacktal). Bei Merian heißt es Stadeltor, weil es in die Stadelgasse führt. Das 35 Michaelstor neben dem Weißen Turm hat seinen Namen von der Pfarrkirche zum hl. Michael. Auf der sich nach Norden anschließenden Seite erstreckte sich bis zum Großen Graben die Stadtburg der bischöflichen Ministerialen vom St.-Michaels-Tor beziehungsweise „de Porta Sancti Michaelis“, die im Jahre 1173 die Voitsburg in Vahrn und die Burg Pfeffersberg zwischen der Weißlahn und dem einzeln stehenden Burgerhof erbauten, deren Ruine im Nordwesteck dieses Bildes zu sehen ist. Die Pfeffersberger Linie starb bereits 1260 aus, 1277 ließ Bischof Bruno die beiden Burgen der Voitsberger schleifen (BHG, S. 101). Dieses Tor wurde auch Finsteres Tor und bei Merian Platztor genannt. Das 36 Münstertor (Kreuzgangtor) diente vor allem den geistlichen Herren, die in der Nähe wohnten, als Zugang zum Dom und zum Bruderhof sowie zur Domschule. Das 37 Altenmarkttor zwischen der heutigen Buchhandlung Weger und dem ehemaligen Gasthaus Schlüsselwirt ist bereits 1284 erwähnt, als die Stadtmauer vom Großen Graben bis zum Eisack verlängert wurde. Es war gleich gebaut wie das Säbnertor, man sieht hier sogar eine Stiege (Leiter), die zu den oberen Geschossen führte. Im Laufe der Geschichte änderte das Tor auch öfters den Namen: Schwarzes Tor, Grieser Tor oder „Oberes Tor, wo man zum Alten Markt geht“ (1593). Im Jahre 1779 stürzte der Turm dieses Tors ein, worauf der Rest als Verkehrshindernis abgetragen wurde (BHG, S. 79). Der 38 Große und der 39 Kleine Graben dienten ursprünglich als Wassergraben für Verteidigungszwecke an der nördlichen und westlichen Seite der Stadtmauer. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der Graben zugeschüttet; hier ist nur mehr eine offene Ritsche sichtbar. Besonders auffallend ist, dass auf der Nordseite des Großen Grabens noch keine Häuser stehen (BHG, S. 46). Ernst Delmonego Leserbriefe an: echo@brixner.info

Literatur: Leo Andergassen: Der Dom zu Brixen. Geschichte – Raum – Kunst, Bozen 2009. Ernst Delmonego: Das Stadtgericht Brixen, die Gerichte Lüsen, Albeins und Pfeffersberg 1500–1641. Dissertation, 2 Bde., Innsbruck 1974. Ernst Delmonego: Vom Pruggerhaus zum Haus Paolina / Da Casa Prugger a Casa Paolina, Brixen/Bressanone 2016. Ernst Delmonego: Das Wolkensteinische Benefizium in der St.-Michaels-Pfarrkirche Brixen, in: Der Schlern 2016, Heft 10, S. 28–41. Erich Egg: Buntglasierte Kirchendächer, in: Tiroler Heimatblätter, Innsbruck 1954, S. 115–118. Hans Heiss/Hermann Gummerer (Hrsg.): Brixen 1867–1882. Die Aufzeichnungen des Färbermeisters Franz Schwaighofer, Bozen/Wien 1994. Wolfgang Hellrigl / Martina Stanek: Brixen in alten Ansichten, Bozen/Lana 2002. Ignaz Mader: Alte Brixner Stadtansichten, in: Der Schlern 1929, S. 176–181. Ignaz Mader: Die Ortsnamen der Gemeinde Pfeffersberg bei Brixen a. E. Mit siedlungsgeschichtlichen Bemerkungen (Schlern-Schriften 37), Innsbruck 1937. Ignaz Mader/ Anselm Sparber: Brixner Häusergeschichte (Schlern-Schriften 224), Innsbruck 1963. Gustav Pfeifer: Von „Prihsna“ zu „Brixen“ – Beiträge zur Geschichte der Stadt Brixen im Mittelalter, in: Barbara Fuchs u. a. (Hgg.), Brixen Bd. 1, Bozen/Lana 2004, S. 89-161. Karl Wolfsgruber: Die Brixner Hofburg, Bozen 2. Aufl. 1987.

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INTERVIEW

Kunst & Kultur

„Ungebunden, fast körperlos“ Foto: Armin Smailovic

Mit der ungewöhnlichen Soloperformance „Jedermann reloaded“ gibt der preisgekrönte Schauspieler PHILIPP HOCHMAIR auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts am 27. Oktober ein Gastspiel in Brixen. Vorab durften wir ein Telefoninterview führen.

Herr Hochmair, Sie kommen nach Kafkas „Amerika“ nun wieder nach Brixen mit dem „Jedermann“, neu aufgemischt – allerdings mit kleiner Terminverschiebung vom 25. auf den 27. Oktober. Welches Projekt macht die Verschiebung für den Viel­ beschäftigten notwendig? PHILIPP HOCHMAIR: Ich drehe gerade für Amazon „Deutschland 86“, die Fortsetzung von der sehr erfolgreichen Spionage-Serie „Deutschland 83“. Die Aufnahmen sind sehr kompliziert, denn wir drehen in Südafrika und sind sehr wetterabhängig. Das ist überhaupt zurzeit das Thema meiner Karriere: Wie kann ich Theater mit Film vereinen? Es wird immer schwieriger, weil die Filmarbeit internationaler wird: grad noch in Südafrika, schon zur Preisverleihung für „Candelaria“ an der Biennale in Venedig, dann wieder nach Zürich zur Filmpremiere von „Tiere“. Da drohen schon immer mal Verschiebungen, und Leute sind auch sauer, aber wenn der Veranstalter cool ist wie Herr Silbernagl, der eine Verschiebung auf die leichte Schulter nimmt, lässt sich schon eine Lösung finden. „Vielbeschäftigter“ beschreibt Sie nur unzulänglich. Nicolas Stemann nennt Sie einen Triebtäter. Sie sind also ein Getriebener, ein Suchtkranker, ein Theatertier, ein Nomade?

Philipp Hochmair: „Jeder Mensch hat seinen Charakter, aber als Schauspieler hat man mehrere Charaktere zu spielen“

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Genauso ist es. Bei mir wird es immer mehr; das ist wie ein Streufeuer, das nicht mehr zu bündeln ist. Es ist schon verrückt. Ich plane, nach Hause, nach Wien zu fahren, und schon muss ich wieder anderswo sein. Aber andererseits ist das auch toll, weil man so ungebunden und fast körperlos ist. Im Video „Still“ von Katharina Pethke sprechen Sie gar von ei-

nem inneren Bürgerkrieg. Meinen Sie damit Ihr hektisches Leben oder Ihre innere Zerrissenheit wegen der vielen Rollenwechsel? Es ist am ehesten so, dass man den inneren Kern nicht immer markieren kann. Jeder Mensch hat seinen Charakter, aber als Schauspieler hat man mehrere Charaktere zu spielen. Man lebt in einer Kakophonie von vielen Rollen; das kann inspirierend, aber auch zerstörend sein. Sie zeigen sich gern und oft nackt oder zumindest halbnackt. Ein Akt der Befreiung? Absolut. Und ein Versuch, eine Nullebene zu haben, ohne Verkleidung, reduziert auf das Ursprüngliche – ein Säugetier eben. Bei den Bozner Filmtagen wurde im Frühjahr Ihr Film „Kater“ über ein männliches Liebespaar gezeigt. Es fällt auf, dass die Erotik sehr natürlich wirkt. Ist das nur geniales Schauspiel, oder sind Sie ein sinnlicher Mensch? Letzteres trifft zu. Theater hat viel mit Sinnlichkeit und Körperlichkeit zu tun, und in einer Welt, die immer technisierter wird und Sinnlichkeit immer mehr verlorengeht, ist das für mich ein großes Befreiungselement. Alle Welt kennt Sie aus der Fieslingsrolle in der Serie „Vorstadtweiber“, bei uns Südtirolern sind Sie aber auch über einen anderen Film bekannt. Die Bozner Filmemacherin Tizza Covi hat mit Rainer Frimmel die preisgekrönte Doku-Fiction „Der Glanz des Tages“ gedreht, mit Ihnen als Philipp Hochmair. Können Sie überhaupt ganz Sie selbst sein? Es ist eine Lebensaufgabe, das herauszufinden. „Sei du selbst!“ haben die beiden wie ein Mantra


gebrüllt. Das ist ein interessanter Widerspruch, der mich schon lange beschäftigt. In der eigenen Wohnung sein, mit seinen Kleidern, seinem Namen, ohne Aufgabenstellung – das ist schon ein hohes Maß an Selbstkonfrontation, und man sieht aus der Distanz, was überhaupt da ist. Es ist auch ein extremes Geschenk, dass man sich so eine Frage beruflich stellen darf. Nachdem das Hamburger Thalia Theater 1997 den „Werther“ vom Gostner Hoftheater in Nürnberg übernommen hat, geben Sie Soloperformances in Endlosschleife. Ist das der ultimative Kick, weil Sie da an die Grenzen der Schauspielkunst stoßen? Es ist ein großes Glück, dass sich ein Stück wie „Werther“ 20 Jahre halten kann. Jenseits von Egomanie ist es halt auch eine Form

Sehr gut, schon allein wegen der Musik, die nach Pink Floyd und den Doors klingt. Es geht nicht darum, nur laut und wild zu sein, sondern dem mittelalterlichen Stück einen neuen Raum zu geben. Wenn Jedermann Party macht, unterstreicht das die Musik, und wenn er stirbt, hört man den Herzschlag, den der Rhythmus vorgibt. Das ist eine wunderbare Sache, die für jede Generation geeignet ist. Ein großer, komplexer, schwerer Stoff wird reduziert auf eine Figur. Das erleichtert den Zugang enorm. Ein tolles Projekt, auch Schüler für Literatur zu begeistern ...

Wie kommen Sie nach so einer unmenschlich kräftezehrenden Solonummer wieder runter? Wie sieht Entspannung bei Ihnen aus? Ich koche. Ich kaufe die Zutaten, die noch abstrakt sind, und während des Garens entstehen die Gerüche. Das ist sehr erholsam für mich. Das klappt natürlich nur, wenn ich am Spielort eine Wohnung mit Kochstelle habe. In Ihrem „Jedermann reloaded“ geht es nach wie vor um Geld und Macht und Ausschweifungen. Sie bringen zwar den Hofmannsthal’schen Originaltext, aber verpackt in eine exzentrische Rockoper. Wie kommt die ältere Generation damit zurecht?

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Stimmt. Ich hab’ mir ja den „Jedermann“ am Domplatz angeschaut, das fand ich eigentlich langweilig. Das Thema aber ist super, die Vergänglichkeit des Menschen zu behandeln, gerade in einer Zeit,

„Theater hat viel mit Sinnlichkeit und Körperlichkeit zu tun“_ Philipp Hochmair von Theater, das einfach zu handhaben ist. Bei Produktionen mit vielen Beteiligten ist der Aufwand zu groß: Es gehen Schauspieler weg, oder das Bühnenbild ist zerstört, oder jemand stirbt – dann wird das Ganze eingestampft. Ich liebe Solostücke, weil man da eine tolle Literaturvorlage hat und alles so leichtfüßig ist. Ich packe meinen Koffer und reise nach Sibirien oder nach Mexiko ohne einen ganzen Tross im Schlepptau.

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wo jeder mit seinen persönlichen Befindlichkeiten beschäftigt ist. In Zeiten des Turbokapitalismus ist „Jedermann“ die ideale Literatur, um zu sehen, woran man glaubt, wer man ist. Haben Sie die Band „Die Elektro­ hand Gottes“ eigens für „Jedermann reloaded“ gegründet? Genau, die Band mit ihrer sensiblen Musik passt sehr gut dazu.

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Und Jörg Schittkowski spielt das Theremin? Das ist ein sehr ausgefallenes elektronisches Instrument, von einem Russen 1920 erfunden. Man legt die Hände in Radiowellen und erzeugt damit Melodien. Dann erwarten wir Sie bald mal mit Ihrem „Werther“, das wäre toll! Wenn es dem Silbernagl nicht zu depressiv ist, ein Selbstmörderstück in der Vorweihnachtszeit zu bringen?! Würde mich freuen, wenn es klappen würde. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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EVENT

Klangwolke über Brixen Vom 15. bis 17. September erlebte Brixen ein seltenes Spektakel: Die Musikkapellen des Bezirkes feierten ihr 23. Bezirksmusikfest – parallel zum 6. Internationalen Musikantentreffen. Über tausend Musikanten hüllten die Stadt drei Tage lang in eine regelrechte Klangwolke.

Mit einem regnerischen und ziemlich kühlen Freitagabend hat das Festwochenende etwas durchwachsen begonnen, und auch am Samstagvormittag ließ der Blick gen Himmel keine rechte Freude aufkommen. Pünktlich zum offiziellen Einzug um 14 Uhr stellte sich dann aber freundliches Herbstwetter ein. Sieben Blaskapellen und ein Spielmannszug marschierten aus allen vier Himmelsrichtungen in Form eines Sternmarsches auf den Domplatz ein, wo das Bezirksmusikfest offiziell eröffnet wurde. Bei der anschließenden Marschmusikbewertung stellten sich neun Kapellen den kritischen Blicken der österreichischen Jury. Je nach gewählter Schwierig-

keitsstufe waren verschiedene Formationen auszuführen. In der schwierigsten Stufe „E“ trat ausschließlich die Musikkapelle Rodeneck an und zeigte eine kurzweilige Einrad-Show. Die Musikanten formten drei sich drehende Räder, während Johanna Pitscheider, Einrad-Vizeweltmeisterin und zugleich jüngste Musikantin der Truppe, auf dem Einrad fahrend mit ihrer Trompete spielte. Die Bewertung der Kapellen zeigte das hohe Niveau, auf dem in Südtirol und im Bezirk Brixen marschiert wird: Alle Teilnehmer erzielten hervorragende Ergebnisse. In der Stufe „E“ erreichte die Musikkapelle Rodeneck 91,65 Punkte; die Wertung der Stufe

„D“ führt die Musikkapelle Pfalzen an (92,47), gefolgt von der Musikkapelle Vahrn (92,00), der Musikkapelle Feldthurns (91,23), der Musikkapelle Teis (91,23), der Trachtenmusikkapelle Allhartsberg aus Niederösterreich (90,76) und der Musikkapellen Winnebach & Vierschach (88,41). In der Stufe „B“ schnitt die Schützenkapelle­ Waidbruck (90,07) am besten ab, gefolgt von der Musikkapelle Meransen (88,25). Am Sonntag fand das Fest mit dem Umzug seinen Höhepunkt. 23 der 28 Kapellen des Bezirks zogen durch die Stadt auf den Hofburgplatz zum offiziellen Festakt. Die Ansprachen der Ehrengäste garnierten die rund 1.000

Musikanten mit drei eindrucksvoll gemeinsam vorgetragenen Stücken. Martin Rastner, Obmann der veranstaltenden Bürgerkapelle Brixen, zieht ein positives Resümee: „Trotz nicht unbedingt bester Wetterverhältnisse sind wir im Großen und Ganzen sehr zufrieden.“ Das nächste und somit 24. Bezirksmusikfest wird in fünf Jahren stattfinden.

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FOTOGRAFIE

Kunst & Kultur

Festgehaltene Augenblicke z Ein Fingertipp – und fertig ist das Foto! Was heutzutage so leicht ist, war vor Smartphone und Digitalfotografie mit viel mehr Aufwand verbunden. Von unhandlichen Apparaten bis hin zum komplizierten und zeitaufwändigen Entwickeln der Bilder brauchte es schon einiges an Können, um einen kurzen Augenblick für die Ewigkeit festzuhalten. Dem ent-

sprechend verändert hat sich die Fotografie. Um die Geschichte dieses Handwerks zu beleuchten, kamen am 20. September über 100 Teilnehmer bei einer interregionalen Tagung in der Festung Franzensfeste zusammen. Sie versuchten, Antworten zu finden auf die Fragen: Wo sind die ersten Fotoateliers im Tiroler und Südtiroler Raum entstanden? Wer

waren die Fotopioniere? Mit welchen Apparaten hat man früher fotografiert? Was wurde überhaupt fotografiert und präsentiert – und was nicht? vk

K&K Kunst & Kultur

MUSIK

Männerstimmen gesucht

z Jeder tritt mal in ein Fettnäpfchen! Zum Beispiel, wenn man als „Brixner“-Redakteurin in einem Kurzbericht über das Musik-Spektakel „KlangDom“ im Brixner Dom

kurz

notiert

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zwar die Solisten erwähnt, den Domchor allerdings links liegen lässt – wie dies im „Brixner“ Nr. 331 geschehen ist. Mit mehr Zeit zur Recherche wäre das wohl

Am vom Kuratorium für Technische Kulturgüter ausgeschriebenen Fotowettbewerb „Connecting People“ haben 47 Fotografen teilgenommen. Prämiert wurden Gianpaolo Arena, Prosdocimo Terrassan, Erich Kofler Fuchsberg und Reinhard Frena. Die besten Arbeiten sind in der Festung Franzensfeste bis 30. September zu sehen.

nicht passiert, denn klangtechnisch hat der Domchor bei der schönen Aufführung des Requiems von Mozart jedem Fettnäpfchen die kalte Schulter gezeigt. Gleiches gilt wohl ebenfalls für die Missa festiva von Alexandre Gretchaninoff, mit der der Brixner Chor nach intensiver Vorbereitung am 10. September ins neue Singjahr gestartet ist. Zweifelsohne braucht es für fehlerfreien Gesang viel Vorbereitungszeit und Proben, doch das schöne Programm mit einfacher und anspruchsvoller Chormusik, das im Herbst und in der Weihnachtszeit das Kir-

chenjahr musikalisch erhellt, lässt über die Mühen hinwegsehen. Die schönen und gemeinsam erfahrenen musikalischen Erlebnisse helfen zudem, den anstrengenden Alltag für einige Stunden hinter sich zu lassen und sich nur auf die Musik zu konzentrieren. Um das Klangerlebnis so rund wie möglich zu gestalten, sucht der Domchor nun nach Männerstimmen, Tenören und Bässen mit Chorerfahrung. Interessierte Sänger melden sich bei Domkapellmeister Heinrich Walder (Tel.: 347 5754518, E-Mail: heinrich. walder@gmail.com). vk

Blätterrascheln, Tropfendröhnen oder doch lieber Granatapfelrot? Die Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut und das Jukibuz sind auf der Suche nach schönen, originellen, reizvollen oder ausgefallenen Wörtern zum Thema Herbst. Einsendungen bis 22. November an sprache@kulturisntitut.org.

Mit Kameras und einer Drohne ausgerüstet, zog der Brixner Fotograf Philipp Santifaller gemeinsam mit Lukas Furlan, Thomas Röggla und Benedikt Profanter drei Wochen durch Island, um die einzigartige Landschaft fotografisch festzuhalten. Die eindrucksvollen Bilder stellt er ab 6. Oktober in der Galerie 90 in Mühlbach aus.


NACHGEFRAGT

„Es geht darum, Kreativität zu fördern“ Frau Gschleier, Sie waren ehedem Dramaturgin an den Vereinigten Bühnen Bozen; heute sind Sie in vielen Bereichen kreativ … Ich sehe mich als Autorin und Kulturfrau. Ich bin Gründerin des „Studio für narrative Kommunikation“ und Mitglied bei „Otelo“, einem Netzwerk für Menschen mit innovativen Ideen. Es geht mir darum, Gleichgesinnte zusammenzubringen und Kreativität zu fördern. Ich arbeite mit Texten, schreibe Geschichten und Sagen im Eigenverlag. Ich verfasse aber auch Sachbücher mit der Illustratorin Evi Gasser und Storytelling-Projekte wie „Soliman

im Hanflabyrinth“. Die Kulturfrau in mir setzt sich für die Kommunikation ein in Unternehmen und Organisationen in Form von In-House-Schulungen, Coaching und Training. Ende September hat Ihre Komödie „Autobahnraststätte Nr. 5“ im HdS Premiere … Dieses Projekt hat sich im Gespräch mit Marion Gamper entwickelt, multitalentierte Moderatorin und Theaterfrau. Auf ihre Anregung hin habe ich eine Geschichte in ein Theaterstück umgeschrieben, das die Theatergruppe Schabernack nun landesweit auf die Bühne bringt.

Worum geht es in der Szenischen Lesung, und warum dieses Format? Wir wollen ohne Begleittross und Bühnenbild auf Tour gehen, und da ist das Format der Szenischen Lesung ideal. Die Komödie beschreibt absurde Situationen, in die Menschen geraten können. Trudi, mit einem Marokkaner liiert, Trini mit einem Süditaliener, beide hochschwanger, sitzen wegen einer Panne auf einer Autobahnraststätte fest. Es soll Spaß machen, aber es geht auch um Fragen wie: Warum sucht man sich jemand aus einem anderen Kulturkreis?

Foto: Alfred Tschager

KATHRIN GSCHLEIER, Autorin und Kulturfrau, über ihre vielen Projekte im Bereich der narrativen Kommunikation und über ihr neuestes Theaterstück „Autobahnraststätte Nr. 5“.

irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

Für Carl von Etzel, Ingenieur und Erbauer der Brennerbahnlinie, war die Verbindung zwischen Nord und Süd so etwas wie ein Friedenswerkzeug: Über sie sollten sich Italia und Germania für ewig versöhnt die Hände reichen. Zumindest zeichnete er nach dieser Illusion ein Doppelstandbild, das am Brenner aufgestellt werden sollte; realisiert wurde es jedoch nie. Zum 150. Jubiläum, das die Brennerbahn trotz des zeitweisen Unfriedens heuer feiert, ist nun im Athesia-Verlag ein feuerrotes Buch erschienen. Wittfrida Mitterer, Direktorin des Kuratoriums für Technische Kulturgüter, analysiert darin auf 368 reich bebilderten Seiten die Geschichte, die heutige Situation und die Zukunft der Eisenbahnlinie Innsbruck–Verona. Ein Teil des Buches ist übrigens den verschiedenen Bildern gewidmet, die Fotografen aus dem EuregioRaum im Rahmen des Fotowettbewerbs „Connecting People“ einreichen konnten. Aus über 400 eingesandten Bildern wurden die

Foto: Oskar Zingerle

NEU IM REGAL Zwischen gestern und morgen

Wittfrida Mitterer: 150 Jahre Brennereisenbahn – Von der Postkutsche zur Hochgeschwindigkeitsbahn. Athesia-Verlag, 2017.

Besten ausgewählt und veröffentlicht. Über Titeln wie „Eine kurze Angewohnheit, Brenner“ lässt zum Beispiel der Fotograf Prosdocimo Terrassan den Zugalltag zum tristen Spiel zwischen gestern und heute werden, Matteo D’Antonio hingegen lässt einen Flirt-Personenzug in gleißendem Sonnenlicht durch die Landschaft bei Ala fahren.

AUSSTELLUNG

Der Weltengestalter z Seine weit ausgebreiteten Flügel der Versöhnung wachen über Brixen und sind gleichzeitig Symbol für den Freigeist und Friedensmenschen Hartwig Thaler. Bis Ende September zeigt der in den Niederlanden ausgebildete akademische Maler seine „Kunst in und am Bau“ in der StadtGalerie. In seinem unverwechselbaren künstlerischen Kosmos spürt er den organischen Formen der Natur nach, die wild wuchernd seine Balkone und Paravents schmü-

cken oder zierlich zart an Armreifen und Serviettenringen prangen. Der Initiator von „50x50x50 ART SÜDTIROL“ legt in den Werken seine innerste Geisteshaltung offen, Achtsamkeit dem Leben gegenüber und die friedliche Verständigung der Völker. Getragen ist sein Schaffen vom visionären Wunsch, aktiv an der Gestaltung der Welt mitzuarbeiten, die Grenzen des kruden Pragmatismus zu sprengen und Schönheit in den Alltag zu transportieren. ird

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THEATER

Das TPZ lädt ein! Neben den zwölf Theater-Werkstätten für alle Altersgruppe gibt es in diesem Jahr einige Besonderheiten. Die Gruppe „Ultramarinblau“ versucht sich unter der Leitung von Lilli Unterkircher am Improtheater, also am Theater aus dem Stehgreif. Außerdem werden heuer erstmals

DIVERSES

Christus in der Mandorla z Mit dem Freskenzyklus zum Iwein-Roman des Hartmann von Aue aus dem frühen 13. Jahrhundert birgt die Burg Rodenegg seit 1973 das älteste Zeugnis ritterlich-höfischer Wandmalerei. Schon 1996 konnte der damalige Leiter der Restaurierungsarbeiten, Nicoló Rasmo, die tatsächliche Burgkapelle an der Ostseite der Burg nachweisen, die vor der Errichtung der Burg um 1140 bestand und 1580 aufgelassen wurde. Bei Sicherungsarbeiten der Geschützbastion, heute „Rosengartl“ genannt, entdeckte man die Mauern der Apsis mit romanischen Freskenfragmenten und die gemauerte Altarmensa, wiederum aus dem frühen 13. Jahrhundert. Der Malereifund zeichnet sich durch eine außergewöhnlich gute Freskotechnik und die Verwendung des teuren Lapislazuli aus. In der Apsidenwölbung haben sich das Fragment des Christus in der

Mandorla erhalten, die Abdrücke von zwei Engeln und ein Teil des Fellgewandes von Johannes dem Täufer. Gut erkennbar im rechten Apsisrund finden sich eine dicht gedrängte Gruppe von Heiligen mit Musikinstrumenten und Märtyrerpalmen. Das Thema des Lobgesangs „Te Deum laudamus“ an der Triumphbogenwand mit den himmlischen Heerscharen, den Aposteln und Märtyrern hat zentrale programmatische Bedeutung für die Apsisbemalung. Am besten erhalten sind die Partien an der südlichen Langhauswand mit der Mantelspende des hl. Martin und die muskulöse Atlasfigur in der Sockelzone. An der Nordwand vermutet man in der Frauenfigur die Überreste einer großformatigen Nikolausszene. Anlässlich der feierlichen Vorstellung richteten die Herren von Wolkenstein und Thurn und Taxis einen großen Dank an das Denkmalamt für die

vier Filmwerkstätten angeboten, wobei junge Filmer am Ende des Jahres in der Lage sein sollen, ihre eigenen Filmprojekte umzusetzen. Eine weitere Besonderheit dieses Jahres ist, dass in einigen Bereichen erstmals die Generation wechselt: So übernehmen sowohl Alena Ke-

hervorragende Bewältigung dieser Herkulesaufgabe. Schmunzelnd freuten sich die adeligen Gäste über das Lob von Landesrat Florian Mussner, „dass sich aus dem ehemaligen Raubritter Oswald von

Wolkenstein aus dem Grödental ein kultiviertes Adelsgeschlecht entwickelt hat, das sich für die Erhaltung der Burgen und ihrer kostbaren Kunstschätze einsetzt“. ird

Foto: Alexa Rainer

z Am 7. September öffnete das Theaterpädagogische Zentrum Brixen gemeinsam mit vielen interessierten Besuchern wieder seine Tore und startet nun in die neue Saison. Bei der Eröffnung wurden auch die Schwerpunkte des folgenden Jahres vorgestellt:

rer, Nathaly Ebner und Benedikt und Jonathan Troi verschiedene Aufgaben. Im Juni 2018 ist wiederum das Internationale Treffen für Jugendtheater „Sapperlot“ im Programm. Außerdem wird die Theaterwerkstatt „Zitronengelb“ im Dezember mit ihrem Stück „Family Affairs“ am International Festival of Performing Arts in Neu Delhi in Indien teilnehmen. lv

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THEATER

z Die Dekadenz eröffnet das Herbstprogramm mit „Im Abseits“ vom katalanischen Autor Sergi Belbel. Die Familie, die genaugenommen ziemlich klischeehafte Züge hat, wird von einem finanziellen Engpass bedroht. Das Gefüge gerät ins Wanken, von Johanna Kiebacher wunderbar verstärkt mit dem zerlegten Bühnenbild vom Vorjahr, wo sich die Protagonisten auf Balken und Rampen um Balance bemühen müssen. Susan La Dez ist die frustshoppende Mutter Anna, stets elegant auch in höchster Verzweiflung, die ihre gescheite, aber wenig selbstsichere Tochter (eindrücklich Kathrin Ploner) als Projektionsfläche benutzt. Am Boden zerstört ist der „emotional erpressbare“ Vater Pol (sehr glaubwürdig Marc Bernhard), der gerade jetzt sein Erspartes Freund Jan geliehen hat. Ein kostspieliges Ekelpaket mit Durchblick ist Opa Josep in seinem „endlosen Lebensabend“, ein Part für Hannes Holzer, in dem er sich geradezu wollüstig suhlt. Frisch eingetrudelt

Foto: Arnold Ritter

Kunst & Kultur

Am Rande der Krise

von Engagements in Wien erleben wir einen facettenreichen Max Gruber-Fischnaller als südamerikanischen Pfleger Ricky, obligatorischer Fußballfan (daher der Titel aus dem Fußballjargon) und eigentlich Lehrer, der auch seine Frau Melinda mit süßem spanischen Akzent in unnötigem Trash-

Outfit verkörpern darf. Menschen am Rande des Abgrundes wachsen an ihren Herausforderungen, signalisiert Eva Niedermeiser mit ihrer ernsthaften Inszenierung, die jeder Figur ihren Raum lässt und nie in den Klamauk abrutscht. Man tobt, flucht, weint und verführt wie in einem Almodóvar-Film,

aber die schlimmsten Mordgelüste bleiben Tagträume. Leuchtende Farben vom Kostümbildner-Duo Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo evozieren die Buntheit des Lebens, und ein knisternder Tom-Waits-Song geleitet in die Nacht. ird

Susanne Mayrhofer KG Albuingasse 3A | 39042 Brixen | T 0472 837 955 | maximumbx@gmail.com

Stick & Druck

Termine:

Di, 10. Okt. '17

Meran, Bürgersaal

Mi, 11. Okt. '17

Brixen, Cusanus Akademie

Do, 12. Okt. '17

Bozen, Kolpinghaus Beginn jeweils um

20 Uhr

Der Referent Dr. med. Bernhard Gappmaier, Arzt für Allgemeinmedizin in Salzburg, Vorsitzender der Europäischen Ärzteaktion e.V.; ärztliche Beschäftigung mit „Impfungen“ seit 25 Jahren; selbst Vater von 7 Kindern;

Vortragsreihe

mit Dr. med. BERnhARD GAppmAIER

Berufsbekleidung Freizeitmode Accessoires Holzartikel Sonderwünsche

Deko & Trends

impfzwang

Ärztliche Entscheidungshilfen für Eltern Veranstalter: BEWEGUnG FÜR DAS LEBEn – SÜDTIROL www.bewegung-fuer-das-Leben.com

... wir machen Teams sichtbar ... Eintritt frei

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... ob traditionell oder modern ... like uns auf Facebook

/maximum.brixen


TIMER

Oktober 2017 KULINARIK

Schokolademarkt in Brixen Ob Vollmilch, Zartbitter, mit Nuss oder ganz ausgefallene Kreationen: Beim ersten Schokolademarkt, der vom 19. bis zum 21. Oktober in Brixen stattfindet, präsentieren Chocolatiers aus Oberitalien Schokolade in allen Variationen.

z Wenn es nach der deutschen Buchautorin Ursula Kohaupt geht, ist Schokolade Glück, das man essen kann. Ganz so unrecht hat sie dabei nicht, denn vor allem Kakao enthält einige Stoffe, die tatsächlich glücklich machen können. Zudem aktiviert die Mischung aus Zucker und Kakaobutter das Belohnungssystem im Gehirn – wir fühlen uns gut.

Schokomarkt in Brixen. Genau

dieses Glück, von dem nun in Zusammenhang mit der braunen Nascherei gesprochen wird, kommt nach Brixen, und zwar beim ersten Schokolademarkt. Von Donnerstag, 19. Oktober bis Samstag, 21. Oktober dreht sich dann in der Albuingasse alles rund ums Thema „Schokolade“. Chocolatiers aus dem oberitalienischen Raum kommen dabei erstmal nach Brixen und werden drei Tage lang ihre Produkte und Kreationen präsentieren. Die Aussteller laden nicht nur zum

Bestaunen ihrer Produkte ein, es darf auch verkostet und genascht werden!

Rund um den Schokolademarkt. Neben den unterschiedlichen Präsentationsständen, die die Schoko-

ladehersteller in der Albuingasse aufstellen, gibt es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm: altes Handwerk, Vorführungen der Chocolatiers und vieles mehr. Besonders spannend für Kinder ist die Schokoladenwerkstatt, bei

der sie einen Einblick in die Welt der braunen Nascherei erhalten und selbst Hand anlegen können.

* 19.–21. Oktober, 10–19 Uhr Albuingasse

THE SPIRIT OF NEW ORLEANS Markus Linder Band Der österreichische Kabarettist und Blues-Musiker Markus Linder ist schon seit Kindertagen fasziniert von der Musik aus der Südstaatenmetropole New Orleans. Diese Art der Musik begeistert, sie beschwingt, erfreut, und manche sagen sogar, ihr wohnt ein Glückshormon inne. Zusammen mit seiner Band lädt Linder nun zu einer kleinen Reise an den Mississippi und bringt dem Publikum die Geschichte und die wichtigsten Stilrichtungen und Interpreten des New-OrleansSounds näher – von Louis Armstrong über Fats Domino bis hin zu den Neville Brothers.

* Mittwoch, 18. Oktober, 20 Uhr Vinzentinum

Das Konzert wird organisiert von der Stiftung Vinzentinum pro futuro. Eintritt frei. Sämtliche freiwilligen Spenden kommen in Form von Stipendien Vinzentiner Schülern aus einkommensschwachen Familien zugute.

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Veranstaltungen

Jedermann reloaded

KLÖSTER UND STIFTE –

ORTE BESONDERER STRAHLKRAFT Symposion – Konzerte – Liturgie Freitag 6. bis Sonntag 8. Oktober Kloster Neustift

* Freitag, 6. Oktober

17:30 Uhr, Augustinisaal

Eröffnung des Symposions Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Orte des Heiligen

20 Uhr, Margarethenkirche

Mittelalterliche Musik aus den Handschriften des Klosters Neustift Choralschola der Wiener Hofburgkapelle Daniel Mair, Leitung

Foto: Marlen Mieth

THEATER

z Mit einem Klassiker, allerdings ganz neu interpretiert, eröffnet das Südtiroler Kulturinstitut seine neue Spielzeit in Brixen. Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel „Jedermann“ ist der jährliche Publikumsrenner bei den Salzburger Festspielen. Der Schauspieler Philipp Hochmair und die Musiker der Band „Die Elektrohand Gottes“ verwandeln das 100 Jahre alte Stück mit Electro-Beats und Rocksounds zum vielstimmigen Sprech-Konzert von heute: „Jedermann reloaded“. Alt, reich und geizig – wer will so einen Jedermann, wie Hofmannsthal ihn beschreibt, schon in den Tod begleiten? Nicht einmal seine Buhlschaft. Reich und geizig ist Jedermann reloaded auch. Altbacken ganz und gar nicht. Und das macht die Sache so verführerisch. Wie ein Rockstar erkämpft sich der Schauspieler Philipp Hochmair die Geschichte vom Leben und Sterben des reichen Mannes

und spielt dabei sämtliche Rollen. Getrieben von Gitarrenriffs und experimentellen Sounds der Band wird Jedermann als Zeitgenosse erkennbar, der in seiner unstillbaren Gier nach Geld, Liebe und Rausch verglüht.

* Fr., 27. Oktober, 20 Uhr Brixen, Forum

Karten bei Athesia-Ticket oder im Südtiroler Kulturinstitut unter Tel. 0471 313 800 www.kulturinstitut.org Die Veranstaltung wird von der Südtiroler Landesregierung und der Volksbank unterstützt.

* Samstag, 7. Oktober Vorträge im Augustinisaal Abt Jeremias Schröder: Klöster zwischen Autonomie und Vernetzung Franz Gratl: Tiroler Stifte als kulturelle Brennpunkte einst und jetzt P. Maximilian Schiefermüller: Klöster als Zentren der Wissenschaft und Kultur

14:30 Uhr

Ursula Stampfer: Führung durch die Stiftsbibliothek Neustift

16 Uhr, Stiftskirche

Venezianische Klangpracht in Tirol Werke von Giovanni Legrenzi aus dem Stift Marienberg Capella Claudiana Marian Polin, Leitung

20 Uhr, Stiftskirche

„Christi Mutter stand mit Schmerzen“ Werke von Johann Zach aus dem Stift Stams Vokalensemble NovoCanto & Barocksolisten München Dorothea Seel, Leitung

* Sonntag, 8. Oktober 10 Uhr, Stiftskirche

Gottesdienst mit Abt Eduard Fischnaller Direktübertragung auf RAI Südtirol Stiftschor Neustift, Leitung Rudi Chizzali

www.musikkirche.it

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KULINARIK

Herbstzeit ist Kastanienzeit! z Das Eisacktal, auch Tal der Wege genannt, ist ein echtes Genussparadies: Die riesigen Kastanienbäume entlang des Keschtnweges verwandeln die Region im Herbst in ein goldenes Wanderparadies und sind nicht nur für die Landschaft ein wahrer Segen, sondern liefern einen wertvollen Inhaltsstoff für die Südtiroler Küche: die Kastanie. Die Frucht war einst ein lebenserhaltendes Grundnahrungsmittel. Inzwischen hat sie sich aber längst zu einem wichtigen Produkt in der Gourmetküche etabliert. Die Kastaniensaison findet ihren Höhepunkt bei den „Eisacktaler Kastanienwochen“ vom 14. Oktober bis 5. November. Bereits zum 16. Mal organisiert der Bezirk Eisacktal des Hoteliersund Gastwirteverbandes (HGV) diese herbstlichen Spezialitätenwochen. In sechzehn Gastbetrieben von Vahrn bis Barbian können die Gäste in dieser Zeit kreative Kastanienköstlichkeiten genießen. „Die teilnehmenden Gastbetriebe lassen sich jedes Jahr wieder Neues einfallen, um ihren Gästen von Vorspeisen über

Foto: Fotolia

9–12 Uhr

Hauptspeisen bis hin zu Desserts kreative Gerichte von und mit der Kastanie zu servieren“, freut sich Helmut Tauber, Obmann des HGV-Bezirks Eisacktal und des Organisationskomitees der „Eisacktaler Kastanienwochen“. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Ausgabe der Spezialitätenwochen gibt es bei der Eröffnungsfeier am Mittwoch,11.Oktober 2017, um 11 Uhr, auf dem Pfarrplatz in Klausen.

* 14. Oktober bis 5. November

Infos unter: www.kastanie.it


Sonntag, 1. Oktober

Diverses

ab 10 Uhr

Diverses

ab 10 Uhr

Südtiroler Brot- & Strudelmarkt Domplatz Südtiroler Speckfest Villnöss, St. Magdalena

Theater

18 Uhr

Autobahnraststätte Nr. 5 Eine Situationskomödie über das Leben, die Liebe, die Träume und die Wirklichkeit zwischen Kulturen; von Kathrin Gschleier und Marion Gamper Milland, Haus der Solidarität Dienstag, 3. Oktober

Kunst

16 Uhr

Kunstwerk des Monats Ein barockes Gemälde aus der Zeit um 1720 ist das Kunstwerk des Monats Oktober, es bleibt bis Monatsende ausgestellt Hofburg Brixen Mittwoch, 4. Oktober

Theater

20:30 Uhr

Im Abseits von Sergi Belbel; Theater-Eigenproduktion mit Marc Bernhard, Max G. Fischnaller, Hannes Stolz, Susan La Dez und Kathrin Ploner Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Donnerstag, 5. Oktober

20:30 Uhr

Theater

Im Abseits von Sergi Belbel; Theater-Eigenproduktion mit Marc Bernhard, Max G. Fischnaller, Hannes Stolz, Susan La Dez und Kathrin Ploner Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Freitag, 6. Oktober

Diverses

ab 17:30 Uhr

Herbstsymposion Eröffnungsvortrag mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (17:30 Uhr, Augustinisaal); Mittelalterliche Musik aus den Handschriften des Klosters Neustift (20 Uhr Margarethenkirche) Kloster Neustift

Theater

20:30 Uhr

Im Abseits von Sergi Belbel; Theater-Eigenproduktion mit Marc Bernhard, Max G. Fischnaller, Hannes Stolz, Susan La Dez und Kathrin Ploner Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 7. Oktober

Diverses

ab 9 Uhr

Herbstsymposion Vorträge im Augustinisaal (bis 12 Uhr); Führung durch die Stiftsbibliothek mit Ursula Stampfer (14:30 Uhr); Venezianische Klangpracht in Tirol (16 Uhr,

Stiftskirche) & „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ (20 Uhr, Stiftskirche) Kloster Neustift

Diverses

ab 9 Uhr

Flohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn, bis 18 Uhr Vahrn, alter Kindergarten

Tanz

18:30 Uhr

Boedotango Konzert und Milonga mit La Orquestra Tipica Andariega – ein Abend mit Musik, Tango und vielen Überraschungen Oratorio Don Bosco

Theater

20:30 Uhr

Im Abseits von Sergi Belbel; Eigenproduktion mit Marc Bernhard, Max G. Fischnaller, Hannes Stolz, Susan La Dez und Kathrin Ploner Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 8. Oktober

Diverses

ab 10 Uhr

Herbstsymposion Gottesdienst mit Abt Eduard Fischnaller mit Musik vom Stiftschor Neustift Kloster Neustift, Stiftskirche

Diverses

ab 10:30

Apfelfest Das traditionelle Apfelfest in Natz geht in seine 25. Runde Natz Mittwoch, 11. Oktober

Jazz

20:30 Uhr

City of Dreams Eine Hommage an die Musik von Garrison Fewell Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Freitag, 13. Oktober

Diverses

17:30 Uhr

Vortrag

20 Uhr

Theater

20 Uhr

Jetzt ist Erzählzeit Helene Leitgeb und Margit Nagler erzählen, wie Oswald von Wolkenstein als kleiner Junge mit einem Zauber belegt wurde Jukas

Generation Online Wie unsere Kinder heute die Medien nutzen Mittelschule Oswald v. Wolkenstein Die schwarze Diamantenwitwe Wer schert sich schon um ein paar Gramm Kohlenstoff? Eine Komödie mit der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

HERBSTPROGRAMM EDV & Multimedia

Hobby & Freizeit

EDV-Update für den beruflichen Wiedereinstieg Mo. 06.11. | 19.00-22.00 Uhr | 5 Treffen | Mo. + Mi. Sozialwiss. Gymnasium

Zeitgenössische Musik schmackhaft gemacht Mo. 16.10. | 19.30-21.00 Uhr | 4 Treffen

Mein Kind mit Computer und Smartphone im Internet Sa. 28.10. | 09.00-11.30 Uhr

ALL YOU CAN DANCE DAS TANZFESTIVAL

Für alle Tanzbegeisterten, die nicht genug bekommen können und all jene, die Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln möchten! Egal ob ihr Einsteiger seid oder bereits Erfahrung mitbringt - es erwarten euch professionelle Tanzlehrer, die Hip Hop LA Style, Locking, Floor Work, Contemporary, High Heel Dance, Zumba, Modern Dance und Yoga unterrichten!! Das Festival beginnt um 09:00 Uhr Vormittag für Kinder von 8-11 Jahren. Ab 13:00 Uhr beginnt das Nachmittagsprogramm für Jugendliche und Erwachsene, das in zwei Tanzpakete zu jeweils 3 Stunden aufgeteilt ist (13:00 bis 16:00 Uhr / 16:00 bis 19:00 Uhr).

* 2. November

Turnhalle Vinzentinum, BRIXEN

Infos, Programm und Anmeldung unter www.tanzfabrik.it oder 329 3307239

Ihr Smartphone kann viel mehr als Sie denken! Fr. 27.10. | 18.30-21.30 Uhr

Gesundheit & Bewegung Hautfreundliche und pflegende Salben selbst gemacht Fr. 20.10. | 18.00-22.00 Uhr Zentrum Narrativ, Milland Kräuterstempelmassage Sa. 21.10. | 09.30-12.30 Uhr

Kerzen gestalten und verzieren Fr. 20.10. | 19.30-21.30 Uhr Liebevolle Grabgestaltung Fr. 27.10. | 19.00-22.00 Uhr Schmuckwerkstatt: Wir fertigen eigene Ohrringe Sa. 28.10. | 09.00-19.00 Uhr Mexikanisch kochen Di. 24.10. | 19.00-23.00 Uhr Vahrn, Haus Voitsberg Speisen ohne Kohlenhydrate: Low Carb 3-Gänge-Menü Mi. 25.10. | 19.00-23.00 Uhr Vahrn, Haus Voitsberg

Schritt für Schritt: Discofox usw. Do. 09.11. | 18.00-20.00 Uhr | 6 Treffen | jeweils Do. Jakob-Steiner-Haus, Milland Volkshochschule Südtirol · Zweigstelle Brixen Peter-Mayr-Straße 9 · Tel. 0472 836 424 · brixen@vhs.it · www.vhs.it

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Veranstaltungen

Kabarett

20:30 Uhr

Stabile Eskalation Was Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger auf die Bühne bringen, ist kein PointenSperrfeuer oder gar kurzweilige Belustigung Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 14. Oktober

Diverses

9:30 Uhr

Kraftseminar Blockaden lösen, Kraft tanken und in Fluss kommen Brennerstraße 50

Musik

20 Uhr

Kontraste Klarinette, Stimme und Klavier stehen aufgrund der stark unterschiedlichen Stile in einem musikalischen „Kontrast“, im Laufe des Konzertabends erfolgt jedoch eine Zusammenführung Klausen, Knappensaal

Kabarett

20:30 Uhr

Stabile Eskalation Was Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger auf die Bühne bringen, ist kein PointenSperrfeuer oder gar kurzweilige Belustigung Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 15. Oktober

Theater

Gramm Kohlenstoff? Eine Komödie mit der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

18 Uhr

Musik

Kontraste Klarinette, Stimme und Klavier stehen aufgrund der stark unterschiedlichen Stile in einem musikalischen „Kontrast“, im Laufe des Konzertabends erfolgt jedoch eine Zusammenführung Milland, Jugendheim Mittwoch, 18. Oktober

Musik

20 Uhr

The Spirit of New Orleans Die Markus Linder Band entführt auf eine kleine Reise nach New Orleans Vinzentinum

Theater

20:30 Uhr

Ali von Gianluigi Gherzi, Remo Rostagno und Antonio Viganò; mit den Schauspielern des Teatro la Ribalta – Kunst der Vielfalt Forum Brixen

18 Uhr

Die schwarze Diamantenwitwe Wer schert sich schon um ein paar

Donnerstag, 19. Oktober

ab 10 Uhr

Diverses

Schokolademarkt Alles rund ums Thema „Schokolade“ Albuingasse

Freitag, 20. Oktober

Diverses

ab 10 Uhr

Schokolademarkt Alles rund ums Thema „Schokolade“ Albuingasse

20 Uhr

Theater

Die schwarze Diamantenwitwe Wer schert sich schon um ein paar Gramm Kohlenstoff? Eine Komödie mit der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

20:30 Uhr

Kabarett

Ich kann auch anderst Christian Hölbling erfindet sich neu. Oder geht back to the roots – wie man es nimmt. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 21. Oktober

Diverses

ab 10 Uhr

Schokolademarkt Alles rund ums Thema „Schokolade“ Albuingasse

Musik

20 Uhr

Theater

20 Uhr

Böhmisch soll es klingen Konzert der Musikkapelle Milland Milland, Jugendheim

Die schwarze Diamantenwitwe Wer schert sich schon um ein paar Gramm Kohlenstoff? Eine Komödie mit der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

Kabarett

20:30 Uhr

Ich kann auch anderst Christian Hölbling erfindet sich neu. Oder geht back to the roots – wie man es nimmt Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 22. Oktober

Musik

16:30 Uhr

Festkonzert Konzert zum 60. Todesjahr des Musikers und Komponisten Josef Gasser Neustift, Stiftskirche

Theater

18 Uhr

Die schwarze Diamantenwitwe Wer schert sich schon um ein paar Gramm Kohlenstoff? Eine Komödie mit der Heimatbühne Vahrn Vahrn, Haus Voitsberg

AUSSTELLUNG ”10“ VON KAROLINA GACKE Die Zehn Gebote zum Nach-Denken

Johannes Brahms:

Ein Deutsches Requiem

Letizia Scherrer, Sopran | Arttu Kataja, Bariton Chor des Collegium Musicum Bruneck Streicherakademie Bozen, Leitung Georg Egger Clau Scherrer, Leitung

„Das ‚Deutsche Requiem‘ von Brahms ist ein Werk von ungeheuerlicher Bedeutung und großer Meisterschaft“, so urteilte schon der Musikkritiker Eduard Hanslick 1867. Die gewaltige Wirkung des Werkes hält bis heute an. Brahms wählt aus der heiligen Schrift Stellen aus, die „die Menschen, die da Leid tragen“, zu trösten vermögen. Aus einer „bedrohlichen Botschaft“ (Jüngstes Gericht) wird eine „frohmachende“ Botschaft. Die Texte führen den Hörer aus der Erschütterung über die Vernichtung („Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“) bis hin zu tröstlicher Erhebung.

* Samstag, 21. Oktober, 18 Uhr Brixner Dom

Kartenvorverkauf: Tourismusbüro Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass

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Die Zehn Gebote! Welchen Stellenwert haben sie heute in dieser vernetzten, glo­ balisierten Gesellschaft des überbordenden Konsums? Wie bestimmend sind sie für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion? Was bedeuten sie für die eigene Lebensführung? Karolina Gacke, Brixner Künstlerin mit polnischen Wurzeln, hat dazu einen beeindruckenden Bilder­ zyklus geschaffen, der es ermöglicht, sich selbst und sein Verhalten zu hinterfragen. Don Paolo Renner und Zeno Kerschbaumer führen bei der Vernissage in das Thema ein.

* 21. Oktober bis 11. November Galerie Hofburg

Vernissage: 20. Oktober, 18:30 Uhr Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10–13 Uhr und 15–18 Uhr www.kompatscher.eu www.theartofkarolina.com


Dienstag, 24. Oktober

Samstag, 28. Oktober

Sonstiges

Kabarett

14 & 16 Uhr

Jetzt ist Erzählzeit Katharina Ritter erzählt zwei mitreißende Geschichten Jukas Mittwoch, 25. Oktober

20 Uhr

Film

Der Einsiedler Drama von Ronny Trocker über das Schicksal einer Bergbauernfamilie Forum Brixen

20 Uhr

Vortrag

Was tut der Haut im Winter gut? Vortrag mit Dr. Susanne Reiffenstuhl Apotheke Peer

Jazz

20:30 Uhr

Simple Songs Christian Muthspiel und Steve Swallow Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 26. Oktober

Vortrag

20:30 Uhr

Voll des Lobis! 50 Jahre Selbstüberschätzung von und mit Lukas Lobis Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

19:30 Uhr

Kids im Netz Soziale Medien – Chancen und Gefahren Jukas Freitag, 27. Oktober

Theater

20 Uhr

Jedermann reloaded Eine Konzertperformance mit Philipp Hochmair & die Elektrohand Gottes – nach Hugo von Hofmannsthal Forum Brixen

Soliman im Hanflabyrinth

Galerie AdlerArt 7. bis 19. Oktober Berg – Versteckte Geschichten Jolanda Plunger Vernissage: Freitag, 6. Oktober, 19 Uhr StadtGalerie Brixen 5. bis 15. Oktober Auf der Haut Paola Marcello 20. Oktober bis 18. November Pinboy Hubert Kostner Di. 10–12 &15–17 Uhr, Mi.–Sa. 10–12 & 16:30–18:30 Uhr

Festung Franzensfeste bis 28. Oktober Schulen gemeinsam Planen Werkstatt-Ausstellung über mögliche Methoden und Hilfen zur Planung von Schulgebäuden Di.–So. 10–18 Uhr

Märkte

bis 31. Oktober Einzigartig Skulpturen von Margot Stöckl

Wochenmarkt montags, 7:30–13:30 Uhr Priel-Gelände

von Gianluigi Gherzi, Remo Rostagno, Antonio Viganò mit Michael Untertrifaller und Jason De Majo Regie: Antonio Viganò Regieassistenz: Paola Guerra Choreographie: Julie Anne Stanzak (Tanztheater Wuppertal)

* 18. Oktober, 20:30 Uhr Forum Brixen

Eintritt: 10 Euro Tel. 0471 324943, E-Mail info@teatrolaribalta.it www.teatrolaribalta.it

Galerie Hofburg 21. Oktober bis 11. November 10 – Die Zehn Gebote Ausstellung von Karolina Gacke Mo.–Sa. 10–13 und 15–18 Uhr

Hofburg Brixen bis 31. Oktober Kunstwerk des Monats

Monatsmarkt Mo., 9. Oktober, 8–13 Uhr Schwesternau

„Ali“ erzählt von der Begegnung zwischen einem jungen, vom Leben enttäuschten Mann und einem verwundeten Engel, der leiden und lieben möchte wie alle Menschen. Über den Lichtmast hinweg kletterte der Engel auf die Erde, um die Welt zu verstehen: Neugierig und naiv wie ein Kind entdeckt er die Erde und den Menschen. Ein Wechselspiel aus Fragen, Neugierde und Spannungen wächst zwischen den beiden heran und lässt den Engel Gefühle erleben, die er nicht kennt.

Galerie 90, Mühlbach 7. bis 28. Oktober Island Fotos von Philipp Santifaller Vernissage: Fr. 6.10.,18:15 Uhr Do.–Sa. 18–20 Uhr

bis 8. Oktober täglich von 10–20 Uhr Hofburggarten

Bauernmarkt samstags und mittwochs, 7:30–14 Uhr Hartmannsplatz

ALI

Ausstellungen

bis 31. Oktober Renaissance im Gebirge Der Maler Bartlme Dill Riemenschneider und seine Zeit Di.–So. 10–17 Uhr Pharmaziemuseum bis zum 31. Dezember Apotheke Steinreich Mineralien und Steine als Heilmittel Di. & Mi., 14–18 Uhr; Sa. 11–16 Uhr

SPRACHE BEWEGT – BEWEGUNG SPRICHT Kreativer Text- und Bewegungsworkshop Nach dem Motto „Jeder kann tanzen, jeder kann schreiben“ erarbeiten Jugendliche (von 13 bis 20 Jahren) ein zeitgenössisches PerformanceStück und bringen dieses auf die Bühne. Im Workshop werden kreative Texte verfasst (Poetry Slam) und in einem weiteren Schritt tänzerisch umgesetzt. Das dabei erarbeitete Tanz-Performance Stück wird im Rahmen des regionalen Tanz- und Theaterfestivals ALPS MOVE aufgeführt.

* Workshop:

30. und 31. & 31. Oktober sowie 2., 3. & 4. November jeweils 9:30–17 Uhr Oberschulzentrum „J. Ph. Fallmerayer“

* Aufführung:

Sa., 4. November, 20 Uhr Vinzentinum

Anmeldung und Kontakt: textkoerper@gmail.com, alpsmove@gmail.com Referentinnen: Greta Pichler, Sarah Merler, Katharina Illnar Kosten: 60 Euro pro Teilnehmer Veranstalter: Die Südtiroler Tanzkooperative

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Freizeit & Sport

WENN FREERIDER DIE PLOSE EROBERN

Ab durch den Wald

Gleich drei neue Biketrails werden auf der Plose gebaut, um die neue, junge und actionsuchende Zielgruppe der Freerider zu bedienen. Was einerseits puren Spaß bedeutet, ist andererseits aber auch mit Vorsicht zu genießen.

B

iketrails zum Vom-Berg-Runterfahren gibt es mittlerweile auch in Südtirol wie Sand am Meer. Warum? Die Antwort darauf ist einfach: Weil es immer mehr Biker gibt, die durch den Wald talwärts brettern wollen. Damit diese Biker nicht wahllos durch den Wald fahren, sich ihre eigenen Wege suchen und somit gegen das Durchfahrts- und Eigentumsrecht der Grundeigentümer verstoßen, versuchen die Tourismusvereine im Land, die Biker zu „kanalisieren“, indem sie die Freerider auf eigens dafür vorgesehenen Radwegen lotsen, die „Trails“ genannt werden. Drei solche Trails wurden und werden derzeit auch auf der Plose im „Bike Park Plose“ gebaut. Zwei, ein grüner und ein blauer, sind bereits fertig; der rote wird es im Sommer 2018 sein; wie bei den Skipisten, signalisieren die Farben die Schwierigkeitsgrade. Im Rahmen des MountainbikeTestivals Ende September konnten die beiden fertigen, einfacheren Trails getestet werden.

Für Anfänger und Fortgeschrittene. „Die Trails sind wirklich 56

ganz toll“, sagt Michael Gostner, einer der Bikeguides der Tourismusgenossenschaft Brixen. „Der grüne ist für Anfänger und kann auch von Kindern gefahren werden, die gut auf den Bikes sitzen. Der blaue ist etwas schwieriger, aber auch für Anfänger locker machbar. Die Trails sind mit einigen Steilkurven und Tables ausgestattet und zaubern den Bikern ein echtes Grinsen aufs Gesicht, weil man richtig flüssig runterfahren kann“, sagt der Experte. Nur voll ausgestattet, also mit Helm und Protektoren, sowie mit vollgefedertem Mountainbike soll in die Trails eingefahren werden. Die Kunst beim Freeriden ist es laut Gostner, keine Spuren zu hinterlassen; um dies zu schaffen, darf das Hinterrad zum Bremsen nicht blockiert werden, und das Driften in der Kurve ist verpönt – dann halten sich auch die Reparaturarbeiten der Trails in Grenzen. „Man kann entweder mit der Gondel nach Kreuztal fahren und von dort zum Traileinstieg fahren oder direkt von Palmschoß aus mit dem Sessellift und Radträgervorrichtung nach oben zum

Trail gelangen“, so Gostner. Der ausgeschilderte Weg führt die Biker durch den Wald über einen schmalen Trail dann wieder bis Palmschoß retour. Der Sessellift wird ab dem kommenden Sommer für Wanderer und Radfahrer geöffnet sein. Bis dahin soll auch der dritte Trail fertig sein – ein roter. „Dieser wird dann schon etwas schwieriger. Zum einen, weil er naturbelassen ist und Wurzeln und Steine im Weg liegen, die auch mal rutschig sein können, und zum anderen, weil so genannte Drops, also Holzrampen, eingebaut werden“, so der Bikeguide. Einen weiteren Trail gibt es bereits seit einigen Jahren auf der Plose: den SingleTrail, der von Kreuztal bis zur Talstation der Gondel führt und nur etwas für Fortgeschrittene ist. „Dieser Trail ist aufgrund seiner Länge und seiner steilen Passagen für Anfänger nicht geeignet“, so Gostner. Gebaut wurden die beiden neuen Trails wie auch der rote im kommenden Jahr von der weltbesten Trailbau-Firma, der „Whistler Gravity Logic“ aus Kanada,

wie Werner Zanotti, Direktor der Tourismusgenossenschaft Brixen, bestätigt. In Auftrag gegeben wurde der „Bike Park Plose“ von der Plose Ski AG, die auch die Kosten von rund 400.000 Euro für den Bau übernommen haben.

Achtung, Biker! Mit dem Bike

durch den Wald ins Tal brettern ist nicht nur Spaß – auch die Frage der Haftung spielt eine große Rolle. Bereits beim Bau der Trails musste in dieser Hinsicht auf einiges geachtet werden. „Einfach wahllos einen Trail durch den Wald zu bauen ist natürlich nicht möglich“, so Zanotti. Es benötigt nämlich der Zustimmung vonseiten des Grundbesitzers – denn ohne Unterschrift kein Trail. „Diese mussten eine Einverständnis­ erklärung unterschreiben und wurden somit von ihrer Haftung als Grundbesitzer entbunden“, erklärt Werner Zanotti. Der größte Teil des Trails führt durch den Besitz der Landesforst, die neben einer Handvoll weiteren Besitzern die Zustimmung für den Bau gab. Die Grundbesitzer haften somit nicht mehr für die Biker. Ab dem


ÜBER STOCK UND STEIN: Die Bike-Trails, die auf der Plose entstehen, dürfen nur gut geschützt mit Helm und Protektoren befahren werden

–––––––––– Foto: Dennis Stratmann

kommenden Jahr wird der Betreiber der Trails eine Versicherung für eventuelle Schadensfälle abschließen. Wenn haftungs- und versicherungstechnisch alles geregelt ist, geht es noch darum, die Biker selbst zu sensibilisieren. „Wenn man es gut kommuniziert, halten sich die Biker auch an die Regeln. Durch das Anbieten von geführten Touren auf den eingerichteten Trails wird den Bikern gezeigt, wo sie fahren dürfen und wo nicht“, erklärt Vera Profanter, Pro-

einen die Zielgruppe und generieren zum anderen ‚Wildwuchs’.“ Damit gemeint sind die Biker, die einfach illegal durch Wandergebiet und fremden Grund rasen. „Das ist nicht nur strafbar, sondern auch gefährlich“, so Profanter.

Grauzone Mountainbike. Gene-

rell gibt es in Italien noch kein Regelwerk, was das Radfahren am Berg betrifft. Bauernbund, Tourismusvereine und AVS haben aber zumindest eine Grundvereinbarung getroffen, wie man mit

derzeit, dass man mit dem Rad auf Wanderwegen fahren darf, insofern es nicht explizit – mit offiziellem Schild samt Angabe des Landesgesetztes – verboten ist. Fakt ist, dass der Wanderer auf dem Wanderweg zwar Vorrecht hat, aber dieses mit den Radfahrern geteilt werden muss.

Brixen im Bike-Trend. Damit auch

zahlreiche Freerider aus nah und fern die neuen Trails am Brixner Hausberg ausprobieren, wird der „Bike Park Plose“ bereits stark

„Eines müssen wir uns aber bewusst sein: Der Biketrend ist nicht aufzuhalten“_ Vera Profanter, Tourismusgenossenschaft Brixen jektleiterin Outdoorbereich in der Tourismusgenossenschaft Brixen. „Eines müssen wir uns aber bewusst sein: Der Biketrend ist nicht aufzuhalten. Entweder wir steigen als Tourismusverein auf diesen Zug auf und wachsen mit dem Thema mit, oder wir verlieren zum

den Bikern umgehen will. Für den „Bike Park Plose“ gilt diese allerdings nicht, da es sich hierbei um einen Trail mit kommerzieller Absicht handelt. An welche Regeln müssen sich also nun Mountain- und E-Biker am Berg halten? In Italien gilt

beworben. „Wir als Tourismusgenossenschaft dürfen nur Trails kommunizieren, die offiziell als solche eingetragen sind. Deshalb sind wir froh, nun mit einem Angebot von vier tollen Trails nach außen zu gehen. Je mehr Empfehlungen wir aussprechen können

und je mehr gute Angebote wir bieten, umso glücklicher machen wir die Bikegäste“, weiß Vera Profanter. Dass viele Biker bereits gerne nach Brixen kommen, beweist auch das siebte erfolgreiche Mountainbike-Testival, bei dem mehrere tausend Biker das Angebot bei strahlendem Sonnenschein nutzten und die Radwege in und um Brixen ausprobierten. Die Tourismusgenossenschaft will aber grundsätzlich für alle bikeliebenden Zielgruppen Angebote schaffen: „Für die E-Biker gibt es bereits einige Cross-CountryTouren rund um Brixen, aber auch auf sie wartet noch ein cooles Produkt, das bald geschaffen werden wird“, so Profanter. Nun ja, wenn sich alle brav an die Regeln halten, wird sich Brixen definitiv als Bikedestination weiterentwickeln und so Grundbesitzer, Bauern, Tourismustreibende und Gäste zufriedenstellen.

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 57


INTERVIEW

Freizeit & Sport

„Kinder müssen auf Bäume klettern“ MONIKA NIEDERSTÄTTER ist mit Leistungssport groß geworden und weiß, wie wichtig Bewegung im Leben ist – vor allem im Kindesalter. Als Sportpsychologin hat sie es sich nun zur Aufgabe gemacht, Erwachsene auszubilden, die die Kleinen zu mehr Laufen, Werfen, Turnen und Klettern motivieren sollen. Frau Niederstätter, Kinder brauchen Bewegung. Was die Theorie angeht, sind sich dabei auch alle einig, die Praxis sieht allerdings ganz anders aus. Wenn Sie einen Schuldigen suchen müssten, wo würden Sie anfangen? MONIKA NIEDERSTÄTTER: Bei der Gesellschaft, bei den derzeitigen Lebensumständen, die heute ganz anders sind als noch vor 20 Jahren. Kinder sind viel zu Hause, beschäftigen sich zu viel und zu früh mit Handys, Tablets oder TV. Ein Kind sollte ständig in Bewegung sein, bestenfalls an der frischen Luft. Während sich früher die Freizeit der Kinder noch außerhalb der Wohnung abgespielt hat, passiert heute viel zu viel drinnen – ohne Bewegung. Natürlich sind auch die Eltern stark gefordert, die manchmal einfach aus Bequemlichkeit zu technischen Helferlein greifen. Dann kommt oft die Ausrede, dass mit dem Handy ja auch viel gelernt werden kann; das empfinde ich aber als Schwachsinn. Werden Kinder dadurch der Abenteuer beraubt? Nicht nur die Abenteuer, sondern auch die damit verbundenen Er-

innerungen fehlen dann. Kinder wissen oft nicht mehr, wie es sich anfühlt, auf einen Baum zu klettern. Aber nur dadurch können sie ihren Körper und ihre Grenzen kennenlernen. Sie müssen sich drehen, bis sie umfallen, um zu verstehen, wie sich das anfühlt – und dieser Erlebnisse werden sie durchs zuhause Sitzen und Tablet Schauen definitiv beraubt. Aber zwischen Fußballkurs, Tennis- und Skitraining bleibt ja keine Zeit für das Klettern auf Bäume ... Eben. Damit habe ich sehr zu hadern. Ich finde es kontraproduktiv, wenn ein Kind bereits mit acht Jahren eine Sportart dreimal pro Woche ausüben muss. Die Spezialisierung beginnt viel zu früh, Kinder bewegen sich einseitig. Irgendwann sind die Kinder, die dann Jugendliche sind, „stuff“, schmeißen alles hin, stehen ohne Lebensinhalt und Passion da, hängen in der Luft und fangen an, blödsinnige Dinge zu tun. Natürlich ist es toll, wenn Eltern ihre Kinder von einem Sportangebot zum nächsten bringen, aber das Abgeben ist eigentlich nicht das, was sich die Kinder wünschen.

Es gibt für sie ja nichts Schöneres, als Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Und weil diese ja die größten Vorbilder sind, wäre es wichtig, wenn sie sich die Zeit nehmen würden und gemeinsam mit ihren Kindern Sport betreiben, in die Natur gehen, Fußball spielen und auf einen Baum klettern. Das schafft bleibende Erinnerun-

her sind Kinder oft so „nebenher“ gelaufen und haben sich mit ihren Geschwistern beschäftigt. Heute haben Kinder wenig Zeit zum freien Spielen, sich zu entfalten, etwas auszuprobieren. Dadurch hinkt die Kreativität hinten nach. Zudem besteht allgemein ein großer Leistungsdruck. Vergleiche und Wettbewerbe sind zwar wich-

„Die Kreativität der Lehrer ist gefragt, denn es braucht nicht immer eine Turnstunde, um sich zu bewegen“_ Monika Niederstätter gen in den kleinen Köpfen, die dann in der Pubertät ganz wichtig sind, wenn sie keine Lust mehr haben, mit den Eltern auf den Berg zu gehen. Ist das Interesse an den Kindern heute ein anderes als früher? Jein. Man beschäftigt sich heute mit Förderungs- und Unterstützermethoden, erarbeitet pädagogische Konzepte und schenkt den Kindern viel Aufmerksamkeit. Frü-

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tig, aber Kinder werden – auch von ihren Eltern – oft über ihr Können definiert. Gute Schüler, gute Sportler sind wertvoll, und man vermittelt den Glauben, dass man sie mehr liebt, wenn sie mehr leisten. Das ist aber ein gefährlicher Zusammenhang, denn auch im Erwachsenenleben meinen sie dann, dass sie nur gut sind, wenn sie viel leisten. Die Sportstunden in der Schule wurden von einer auf zwei Stun-

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Foto: Michael Mall

nach dem ersten Mal einen Rückzieher macht, kann man darüber reden oder ein anderes Angebot wählen. Wenn sich das Kind aber nach Absprache mit den Eltern für eine Sportart entscheidet, soll diese auch konsequent ein Schuljahr lang durchgezogen werden. Nur aus einer Laune heraus absagen oder nicht mehr hingehen empfinde ich als den falschen Weg. Im Sport muss man lernen, sich durchzubeißen, auch wenn es manchmal schwierig ist. Man muss kämpfen, dann profitiert man auch von dem, was man gelernt hat. Ich rede hier von Kindern ab dem Grundschulalter. Oftmals wird eine Sportart erst im Laufe der Zeit richtig toll, weil man sie dann beherrscht. Sie selbst haben Jahrzehnte Ihres Lebens dem Laufsport gewidmet und schon im Kindesalter damit angefangen. Welche Tipps können Sie den Eltern geben?

Monika Niederstätter: „Kindergartenkinder sollen sich drei Stunden täglich und Grundschulkinder 90 Minuten pro Tag bewegen“

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den pro Woche aufgestockt. Ein Tropfen auf den heißen Stein? Ja, ehrlich gesagt schon. Auch wenn zwei Stunden schon besser sind als eine. Meines Erachtens gehört Bewegung täglich auf den Stundenplan – und wenn es nur eine halbe Stunde ist. Kinder können sich besser konzentrieren, nachdem sie sich ausgepowert haben. Auch Entspannungsübungen wären im Unterricht fördernd. Es ist die Kreativität der Lehrer gefragt, denn es braucht nicht immer eine Turnstunde, um sich zu bewegen. Erst wenn Kinder sich ausgetobt haben, sind sie wieder bereit für Konzentration. Es ist auch zu viel verlangt, Kinder gleich nach der Schule an die Hausaufgaben zu setzen. „Dann ist es getan“ – aber das ist die falsche Methode. Erstmal austoben, dann wieder konzentrieren. Und um diese Methoden zu erlernen und Kinder auf spielerische Weise zur Bewegung zu motivieren, haben Sie nun einen Lehrgang ins Leben gerufen? Ja. Dieser richtet sich an alle, die mit Kindern im Sportbereich zu tun haben: Eltern, Lehrer, Trainer, Sportvereine, aber auch Kindergarten- und Hotelpersonal. Diese Art von Lehrgang im Bil-

dungshaus Kloster Neustift zum „Bewegungstrainer“ ist neuartig in Südtirol und vermittelt den richtigen sportlichen Umgang mit den Kleinen. Neben mir als Sportpsychologin und ehemalige Leistungssportlerin werden auch Sportwissenschaftler referieren und einen ganzheitlichen Ansatz lehren, um kindgerechte Spiele und Methoden im Bewegungsbereich zu vermitteln. Und wie viel Bewegung soll den Kleinen dann vermittelt werden? Da gibt es nach oben kein Limit, allerdings eines nach unten: Für Kindergartenkinder gilt drei Stunden täglich und für Grundschulkinder 90 Minuten pro Tag. Man muss sich schon auch bewusst sein, dass man den Kindern damit etwas Gutes tut. Je früher sie lernen, dass Bewegung selbstverständlich ist, je besser man ihnen das vorlebt, umso leichter klappt es dann auch im Erwachsenenalter. Über die Abschaffung der Schulnoten und weniger Wettkampf im Kindesalter wird schon lange diskutiert. Was halten Sie von diesem Schritt? Wenn Bewertungen da sind, vergleicht man sich, und wenn man

sich vergleicht, schaut man auf den Gegner und nicht auf sich selbst. Wenn ich nicht auf mich selbst schaue, sehe ich nicht, welche Entwicklungen ich mache. Ich stehe kritisch zu Bewertungen. Mir tut aber andererseits Leid, dass auch bei einem Sportfest in der Schule der Wettkampf abgeschafft wird. Gerade Schüler, die sich in der Schule schwertun, aber gute Sportler sind, könnten bei solchen Veranstaltungen zeigen, was sie können. Wenn auch hier der Vergleich herausgenommen wird, fehlt den Kindern etwas. Sie wollen sich ja auch zwischendurch messen und schauen, wer der Schnellste ist. Messen können sich die Kleinen schließlich auch bei den Freizeitbeschäftigungen. Wie hartnäckig sollen Eltern sein, wenn dabei aber zu viel Druck auf die Kinder ausgeübt wird? Bei den Kursen, die von Vereinen angeboten werden, werden oftmals ehemalige Leistungssportler als Trainer eingesetzt. Diese geben fälschlicherweise den Druck, den sie selbst erlebt haben, an die Kleinsten weiter. Das ist der falsche Weg. Was allerdings schon wichtig ist, ist eine konsequente Handhabe von Seiten der Eltern. Wenn ein Kind partout einen Kurs nicht besuchen will und bereits

Im Gegensatz zu dem, was ich heute weitergeben möchte, war ich selbst ein sehr verplantes Kind. Aber ich wollte das so. Ich habe unzählig viele verschiedene Sportarten versucht, vom Tennis übers Skifahren und Leichtathletik sowieso. Durch dieses breite Spektrum war ich aktiv, ehrgeizig und liebte den Wettkampf, habe gelernt, Risiken einzugehen, schnell zu reagieren und vieles mehr; und das alles hat mich zu einer schnellen Läuferin gemacht. Zudem besuchte ich die Musikschule und war bei der Jungschar. Dadurch habe ich gelernt, effizient zu arbeiten. Der Sport hat mich dorthin gebracht, wo ich heute bin; rückblickend war er eine immense Lebensschule. Jedes Kind ist anders und die Eltern müssen aus ihrem Kind lesen und schauen, wie viel und was es schaffen kann und will. Wichtig ist, dass Eltern die Entscheidungen ihrer Kinder mittragen und sie darin unterstützen – dann kann sich das Kind zu hundert Prozent auf sein Tun konzentrieren. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info Monika Niederstätter wohnt in Meran und ist Mutter von drei Kindern mit 11, 8 und 6 Jahren. Parallel zu ihrer sportlichen Karriere als Läuferin studierte sie Psychologie in Innsbruck und spezialisierte sich zur Sportpsychologin und Mentaltrainerin. 59


KEGELN

Freizeit & Sport

Kunterbuntes Keglerfeld z Freizeitkegler, Freundschaftskegler, Firmenkegler, Sportkegler, Damen und Herren, nahmen an der dritten Ausgabe des „Brixner Stadlerkegelns“ teil. Mit 48 Mannschaften und knapp 150 Keglern waren es diesmal besonders viele Teilnehmer, unter denen die besten Brixner Kegler ermittelt werden sollten. Organisiert wurde das Turnier, das vom 5. bis 15. September dauerte, vom Brixner Kegelverein „Prichsna“ und dem „Grissino“-Team. Nicht allein der ehrgeizige Gedanke

des Gewinnens stand dabei im Vordergrund, sondern auch der Spaß am Sport und die gemeinsamen Treffen. 90 Schub wurden im Rahmen des Turniers von jedem Kegler absolviert. Die besten sechs Mannschaften bestritten das Finale, das die „Super Polli“ mit Luis Cerboni, Norbert Dolliana und Günther Pietersteiner für sich entschieden. Auf Platz zwei landete der „Brixner Mix“ mit Barbara Torggler, Horst Hofer und Alex Posch. eh

stark auf Kohlenhydraten und Eiweiß“, verrät er dem „Brixner“. In der offenen Küche kommt der 32-Jährige auch tagtäglich in Kontakt mit den Spielern, die sich sehr dafür interessieren, was auf

ihren Tellern landet. Auch bei den Auswärtsfahrten steht der Koch den Spielern stets zur Seite – und so oft wie möglich fiebert Florian Rigger auch privat bei den Bayern-Spielen mit. eh

Der ASV Milland Tischtennis bietet ab Oktober zehn Abende für Senioren unter der Leitung von Paralympics-Medaillengewinnerin Christina Ploner an. Der Kurs findet in der Dreifachturnhalle Rosslauf jeweils Dienstag von 18 bis 19:30 Uhr statt. Anmeldungen unter Tel. 333 5823990.

Der junge Golfer Matteo Broli aus Brixen mit derzeitigem Handicap von -0,7 siegte bei der „Radius Top 100 Trophy“ in Eppan mit einer ausgezeichneten Runde von 72 Schlägen. Beim CharityTurnier zu Gunsten der Südtiroler Sporthilfe gingen über 90 Teilnehmer, davon 38 Spieler mit Single-Handicap, an den Start.

F&S Freizeit & Sport FUSSBALL

Hähnchen für Hummels, Neuer und Co. z Der Brixner Florian Rigger ist gelernter Koch. Nach Abschluss der Berufsschule „Hellenstainer“ arbeitete er in verschiedenen Restaurants in Brixen und Umgebung, bis es ihn vor drei Jahren nach München verschlug, wo er vom Starkoch Alfons Schuhbeck als zweiter Koch unter die Fittiche genommen wurde. Schuhbeck ist bereits seit Jahren aber nicht nur für die Verköstigung in den „Südtiroler Stuben“, einem Restaurant in München, zuständig, sondern auch für die Mahlzeiten

kurz

notiert

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der FC-Bayern-Elf. Florian Rigger, selbst eingefleischter Fußballfan, wurde nach drei Jahren Gourmetküche nun die Ehre zuteil, für Mats Hummels, Manuel Neuer, Jérôme Boateng, David Alaba & Co. die Mahlzeiten zuzubereiten. Um sieben Uhr morgens beginnt sein Arbeitstag in der Säbener Straße; gekocht wird für 200 Mitarbeiter des Unternehmens sowie für Trainerstab und Profis. „Die Mahlzeiten für die Profis werden mit einem Ernährungsberater abgestimmt und basieren

Die Universiade in Taipeh verlief für die Schwimmerin Laura Letrari nicht nach Wunsch: Nach einem Treppensturz klagte die Brixnerin über Schmerzen und konnte ihre Leistungen nicht mehr wie gewünscht abrufen. Sie schied über 100 Meter Freistil und über 200 Meter Lagen bereits im Halbfinale aus.


NACHGEFRAGT

„Wir wollen fordern und fördern“ prix, Junioren und Freizeitgruppe; je nach Leistungsgruppe bis zu vier Mal pro Woche.

die Begeisterung lange erhalten bleibt und der Sport Spuren bei den jungen Skifahrern hinterlässt.

Es werden auch Rennen gefahren? Wenn die Kinder darauf Lust haben, ja. In der Freizeitgruppe wird fast nur frei gefahren; in den anderen Gruppen wird auch Stangentraining absolviert. Ich bin generell ein Freund von Wettkämpfen, wie auch so manche Kinder, und ich finde, dass sie sich zwischendurch messen sollen, um den Ehrgeiz anzukurbeln. Wichtig dabei ist, dass wir die Gratwanderung zwischen fordern und fördern nicht überspannen, damit

Was hat Sie motiviert, sich für das Amt zur Verfügung zu stellen? Ich bin begeisterter Skifahrer. Auch mir wurde das Skirennfahren ermöglicht – ohne Druck auszuüben. Das will ich den Kindern vermitteln. Zudem wäre es mir ein Herzensanliegen, den Sport leistbarer zu machen: Einen Schritt dorthin macht bereits die heuer erstmals so günstige Saisonkarte. Ein weiterer Punkt wäre es, die Materialschlacht einzudämmen. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

EINBLICK IN DIE WELT DER MASCHINEN

PR-Info

Herr Meraner, rund 50 Skifahrer im Volks- und Mittelschulalter gehören derzeit der Sektion an. Wohin soll die Reise dieser Kinder gehen? Das hängt von den Kindern ab. Der WSV will Wegbegleiter sein, der den Spaß am Sport vermittelt, die Bewegung in der Natur fördert und die richtige Technik weitergibt. Die Kinder kommen zu uns, sobald sie in der Skischule die Anfängerkurse absolviert haben. Sechs ausgebildete Skilehrer sind – bei jedem Wetter – für die Kinder und Jugendlichen da. Trainiert wird in sechs Gruppen: Aufbaukurs, Superbaby, Babysprint, Grand-

Foto: Oskar Zingerle

WOLFGANG MERANER, neuer Leiter der Sektion Ski im WSV Brixen, über die Ziele des neuen Ausschusses – und die Begeisterung zum Skifahren, die Spuren hinterlassen soll.

Für einen gelingenden Einstieg in das Berufsleben sind praktische Erfahrungen wichtig. Es ist schon fast Tradition, dass im Sommer zahlreiche Praktikantinnen und Praktikanten die rund 90 Mitarbeiter bei progress Maschinen & Automation tatkräftig in allen Abteilungen unterstützen. Im heurigen Jahr sind es sogar 21 Schüler und Studenten aus Brixen und Umgebung. So manch einer ist zum wiederholten Male bei progress tätig oder kam nach dem obligatorischen Betriebspraktikum in der Schulzeit wieder. Die Neuzugänge sehen sich tagtäglich vor Herausforderungen gestellt. Selbstständiges Arbeiten sowie das Einbringen eigener Ideen werden dabei genauso gefordert wie die Anwendung von theoretischen Grundlagen. Einige Praktikanten sind mit Kunden aus aller Welt in Kontakt – sei es in der Verwaltung, Konstruktion, SPS- und PC-Programmierung, in der elektrischen und mechanischen Fertigung, im Einkauf oder Marketing. Im Zuge dessen wird nicht nur Wissen aus Schule und Universität in die Praxis umgesetzt, sondern auch wertvolle Erfahrung im Arbeitsleben gesammelt. Zudem dienen Sommerpraktika als wich-

Im Bild von links: Christian Gfader, Fabian Schrott, Daniel Kircher, Martin Kerschbaumer, Robert Resch, Alex Sigmund, Stefan Niedermair, Moritz Gruber, Michael Lang, Benjamin Tauber, Julian Goller, Joachim Mitterrutzner, Tobias Wegmann, Patrick Pichler, Simon Mussner, Michael Cantelli, Stefan Pedratscher, Carmen Steurer, Christian Pramstrahler, Markus Thaler, Anna Edenhauser

tige Orientierungshilfe für den beruflichen Werdegang, weshalb progress Maschinen & Automation großen Wert auf eine angemessene Förderung dieser jungen Mitarbeiter legt.

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FRAUENFUSSBALL

Freizeit & Sport

Ein starkes Stück Arbeit

HANDBALL

Die Neuen im Brixner Handballteam z Nach sieben Wochen Training und einigen Freundschaftsspielen starteten die Handballer des SSV Brixen bestens vorbereitet ins erste Meisterschaftsspiel der Saison 2017/18, und zwar in Triest am 6. September: eine hart umkämpfte Partie mit dem Ergebnis 21 zu 21 Toren. Den vollen Punktegewinn gab es dann eine Woche später für das 31 zu 25 beim ersten Heimspiel gegen Molteno. Der gegenüber dem Vorjahr unverändert gebliebene Vorstand hatte im Frühsommer mit dem Steirer René Kramer (im Bild 1. v.l.) nicht nur einen neuen Trainer verpflichtet, sondern auch im Team für Verstärkung gesorgt, „um“, wie Sektionsleiter Werner Wieland erklärt, „auf allen Positionen doppelt besetzt zu sein“. Zu den Neuen zählt der 24-jährige Italo-Argentinier Mariano Castro (4. v.l.), der zum ersten Mal im Ausland spielt. Neben Silas Ober-

rauch nimmt er die Position des rechten Flügels ein. Sechs Jahre älter und in der 1. italienischen Liga bestens bekannt ist Bruno Brzic (2. v.l.), der neben Felix Sader der zweite Mittespieler ist. Er hat bereits in Eppan (einige Spiele) und Meran (zwei Jahre) gespielt und war mehrmals auch im Nationalteam. Den größten Erfolg feierte er mit Fasano, das 2014 den Meistertitel errang. Der Älteste unter den Neuen ist der Italo-Kroate Andrea Bašic´ (3. v.l.) – auch er kein Unbekannter in Südtirol. Er ist 31 Jahre alt, 1,93 m groß und gute 90 kg schwer. Neben Dominik Dorfmann läuft er als Kreisläufer auf. Zum letzten Mal wird in der Saison 2017/18 nach dem alten Modus in drei Kreisen gespielt; ab nächstem Jahr werden die 14 besten italienischen Teams wieder in einer einzigen Serie A1 unterwegs sein. jb

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z Erst im Frühjahr sind die Damen des SSV Brixen mit Tabellen- und Pokalsieg in die Serie B aufgestiegen; dort zu bleiben wird nun allerdings ein hartes Stück Arbeit. Die zweithöchste italienische Liga wird es allem Anschein nach nämlich nur noch in der heurigen Saison in dieser Form geben: Ab 2018/19 werden italienweit nur noch zwölf Teams in der Serie B kicken; somit steigen bereits die Tabellenvierten der vier Gruppen eine Klasse tiefer. Um den Niveauverlust einzudämmen, wird eine AmateurNationalliga gegründet, die zwischen der Serie B und der Serie C liegen soll. Die Brixner Damen müssten somit unter den Top 3 ihrer Gruppe landen, haben aber mit großer Konkurrenz zu kämpfen. Die „Kampfmontur“ übergezogen haben sich die Mädchen bereits und zeigen nun auf dem Feld, was sie können. Wie das

Märchen dann enden wird, sehen wir spätestens im Frühjahr 2018. Sollte es nicht klappen, bekommen die Brixner Fußballdamen schon bald von ausgezeichneten Nachwuchsspielern aus den eigenen Reihen Unterstützung: Die U13-Mannschaft des SSV Brixen Damenfußball hat nämlich bereits bewiesen, dass sie die Chefinnen auf dem Platz sind. In ihrer Meisterschaft, die sie wohlgemerkt gemeinsam mit den Burschen bestreiten, gingen sie als klare Sieger hervor. Ohne auch nur ein einziges Rückrundenspiel zu verlieren, zogen sie den gleichaltrigen oder nur ein Jahr älteren Jungs davon und bewiesen wahre Spielgröße. Auch wenn die Burschen im technischen und physischen Bereich den Mädels überlegen waren, trumpften diese mit Motivation, Konzentration und Taktik auf und bezwangen die Gegner. eh


Wirtschaft & Umwelt

BONSAIKUNST IN BRIXEN

„Konnichiwa“ heißt es am ersten Novemberwochenende, wenn die Bonsaiausstellung „Aki Ten“ das Forum Brixen in ein Paradies mit Japan-Flair verwandelt. Schon vorab durfte der „Brixner“ Bonsai-Luft schnuppern und Helmut Bachmann, den Präsidenten des Bonsai-Club Brixen, bei der Pflege seiner Bäumchen über die Schulter schauen.

E

ine paradiesische Welt en miniature liegt oberhalb von Mühlbach versteckt. Kaum öffnet sich das automatische Gartentor, tritt man ein in diese ganz besondere Welt, die auf den ersten Blick zwar außergewöhnlich schön, aber doch alltäglich scheint. Der Blick streift über ganz viel Himmelblau, Bergspitzen und den Mühlbacher Kirchturm; der Rasen ist akkurat gestutzt, und ein schmuckes Häuschen steht in den Hang gebaut. Die Besonderheit lässt sich erst bei einem zweiten Blick feststellen – und fesselt einen sogleich, denn die unzähligen Bonsai-Bäumchen, die Helmut Bachmann in seinem Garten beheimatet, sind allesamt ganz spezielle Kunstwerke.

Zufall, Glück und Können. Jah-

relange Arbeit steckt zum Beispiel hinter der Kaskadenform des Fichtenbäumchens, das sei-

bäumchen selbst hat Bachmann durch Zufall gefunden. „Beim Wandern habe ich die Fichte in einem Felssturz entdeckt“, erinnert sich der Präsident des Bonsai-Club Brixen. „Ich schätze, der Baum ist sicherlich 200 Jahre alt.“ Die uralt-Fichte muss irgendwo in einer Felsritze gewachsen sein, hatte wohl nie viel Boden und Nährstoffe zum Wachsen unter den Wurzeln und ist dann mit dem Felssturz ins Tal gepoltert. Unter Helmut Bachmanns kundigen Händen, seiner liebevollen und ständigen Pflege ist es zu dem geworden, was es jetzt ist: ein wahrer Blickfang. Doch die eigentümliche Schönheit eines Bonsais ist vergänglich. Würde man von heute auf morgen auf die Pflege verzichten und das Bäumchen gar aus der Schale befreien und in die Erde setzen, dann würden die Wurzeln in die Tiefe wachsen und die Äste in

Foto: Oskar Zingerle

Kleiner Baum ganz groß war und man sie wieder holen wollte, waren die Wurzeln zwar über die Tonschalen gequollen und die Äste waren gewachsen, doch sie blieben erhalten und konnten von Bonsai-Meistern erneut in Form gebracht werden. „In Japan gibt es durchaus 400 Jahre alte Bonsais oder Exemplare, die schon seit 200 Jahren in der Schale wachsen“, weiß Helmut Bachmann. Ein derart biblisches Alter erreichen eher widerstandsfähige Koniferen wie Kiefern, da Laubbäume zu empfindlich sind.

Blickfang Mädchenkiefer. Ent-

standen ist die Bonsai-Kunst wohl in der frühen Han-Dynastie (206–220 n. Chr.) in China, Buddhistische Mönche haben die Kunst im 10. oder 11. Jahrhundert schließlich nach Japan gebracht. Die westliche Öffentlichkeit bekam erstmals 1867 bei der Weltausstellung in Paris einen von

„Wenn ich mich mit einem Baum beschäftige, kann ich abschalten; ich vergesse den Stress, der beim Kochen doch mit dabei ist“_ Helmut Bachmann, Koch und Präsident des Bonsai-Clubs Brixen ne Krone über den Schalenrand in ehrwürdiger Verneigung vor dem Betrachter zu senken scheint. „Kengai“ heißt diese spezielle Wuchsart in der Formkunde des asiatischen Bonsaistils, und Helmut Bachmann hat etliche Jahre gebraucht, um das Bäumchen in diese Form zu bringen. Auch eine große Portion Glück hat mitgemischt, denn das Fichten64

die Höhe – der Zauber der MiniPflanzen wäre rasch verflogen. Ihr unzähmbares Wachstumsbestreben hat aber auch seine guten Seiten: Um unzählige uralte und jahrhundertelang gepflegte Bonsais in Japan im zweiten Weltkrieg vor der Zerstörung zu bewahren, wurden die Bäumchen kurzerhand samt Schalen in den Wäldern ausgesetzt. Als der Krieg vorbei

Japan ausgestellten Bonsai zu Gesicht. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg schwappte das Hobby in die ganze Welt über. 1992 „infizierte“ sich schließlich Helmut Bachmann mit dem Bonsai-Fieber: Eine japanische Mädchenkiefer in Miniatur, die in einer Zeitschrift abgebildet war, hatte es ihm angetan. Den Bonsai-Club in Brixen gab es damals bereits, also konnte

sich der Neuling Informationen einholen, erste Kurse besuchen und mit der Gestaltung seines ersten Bäumchens beginnen. Wie man sich denken kann, ist es nicht bei einem Bonsai geblieben: Mittlerweile ist Helmut Bachmanns Garten ein Tummelplatz für unzählige von ihnen. Von Kleinen Fichten, Birken, die sich kunstvoll in den Himmel recken,


DER HERR DER BÄUMCHEN: Wenn es um die Pflege seiner unzähligen Bonsais geht, lässt sich Helmut Bachmann nicht aus der Ruhe bringen

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immergrünen Sträuchern en miniature bis zu einem Mini-Khakibaum, der im Herbst klitzekleine Früchte orange leuchten lässt, gedeiht bei ihm alles formschön. Seit 2005 ist er sogar Präsident des Bonsai-Clubs in Brixen, und er sieht das Gestalten der Bäumchen als willkommenen Ausgleich zu seiner Arbeit in der Küche und mit den Schülern. „Wenn ich mich mit einem Baum beschäftige, kann ich abschalten – ich vergesse den Stress, der beim Kochen doch mit dabei ist.“ Dass dies keine leeren Worte sind, beweist Helmut Bachmann ständig, wenn man mit ihm durch seinen Garten streift: Bleibt er bei einem Baum stehen,

um seine Geschichte zu erzählen, streifen seine Finger durch die kleinen Baumkronen. Hier zupft er ein Nädelchen weg, dort ein Blatt zurecht, oder er streicht über die kleinen aus Laub oder Nadeln gebildeten Pölsterchen. „Ungeduldig darf man aber auch nicht sein“, lacht Bachmann, „denn die Arbeit an einem Bonsai zieht sich über Jahre hin.“ Meist ist es mit einem oder zwei Eingriffen pro Jahr und Baum aber getan – nur gießen muss man die kleinen Kunstwerke oft, und das ist eine Kunst für sich. „Will man in Japan Bonsai-Meister werden, muss man erst zwei Jahre lang das Gießen in einer Bon-

saischule erlernen“, beschreibt Helmut. „Man muss aber auch bedenken, dass ein Bonsai nur wenig Erde zur Verfügung hat, um zu gedeihen“, klärt er auf. Deshalb muss er an sonnigen, windigen Tagen manchmal auch zwei oder drei Mal am Tag mit dem Gartenschlauch die Runde machen. Diese tägliche Pflege ist auch ein Grund, warum Helmut Bachmann längere Urlaube lieber in den Herbst verlegt, wenn zuhause nicht ständig zu gießen ist. „Es ist nämlich auch so, dass jeder Baum eine andere Wassermenge benötigt. Ein Laubbaum braucht zum Beispiel mehr Wasser, während eine Kiefer genügsamer ist“,

erklärt er. Seinen Baumbestand in fremde Hände zu geben kann er sich nur schwer vorstellen. Die wenigen Tage, die er nicht daheim ist, kümmern sich seine Frau oder seine Söhne um die Pflanzen – ihnen vertraut er seine Schätze an. Ein paar Zweifel fahren aber auf den Reisen immer mit.

Augenweide im Herbst. Gewisse

Sorgen ob der Pflege ihrer Pflanzen werden auch unzählige Bonsai-Freunde im November plagen, wenn sie nach Brixen kommen, um die Bonsai-Messe „Aki Ten“ zu besuchen. Organisiert wird die großangelegte Ausstellung samt Diskussion, Vorführung und Wett65


Wirtschaft & Umwelt

Foto: Oskar Zingerle

Bis aus einem kleinen Ahorn-Pflänzchen in der Mitte ein „halbwüchsiger“ Baum (links) und schließlich ein waschechter Bonsai (ganz rechts) wird, vergehen Jahre

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bewerb vom Brixner Bonsai-Club. „Nach unseren sehr erfolgreichen Ausstellungen von 1995, 2000, 2008 und 2012 wollen wir nun mit der ‚Aki Ten 2017’ eine im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Veranstaltung lancieren“, schreibt der Club voller Vorfreude in einer Werbebroschüre. Zwei Tage lang wird das Forum Brixen vom 4. bis zum 5. November in ein Bonsai-Zentrum verwandelt; erwartet werden unzählige Besucher aus ganz Europa. Sogar einige Gäste aus Japan, die in dieser Zeit zufällig in Europa sind, haben ihren Besuch angekündigt. Ehrengast ist Imai Chiharu, Bonsai-Meister in Japan, der an beiden Tagen seine Künste bei einer Demo vorführen wird. Was bei der „Aki Ten“ natürlich nicht fehlen darf, sind die unzähligen Bonsai-Bäumchen, die im Forum bei der Ausstellung ihren Platz finden werden. Doch warum wurde der Herbst als Zeitpunkt für die Ausstellung gewählt, denn schließlich verlieren auch Mini-Laubbäume dann ihr Laub? „Es ist auch Sinn der Sache, dass die Laubbäume bei der Messe keine Blätter mehr tragen“, erklärt Helmut Bachmann, „denn nur dann kann man die Verzweigung der Äste gut sehen – und man erkennt, wie gut gestaltet und gepflegt sie sind.“ Außerdem erleiden die Pflanzen bei kälteren Temperaturen schlichtweg weniger Stress beim Transport. 66

Baum und Keramik. Nicht nur

die Bonsais werden bei der Ausstellung im Fokus stehen, sondern auch deren sonst eher unscheinbarer Unterbau – nämlich die Keramikschalen. Grundsätzlich gilt: Was für das Bild der Rahmen, ist für den Bonsai die Schale. Und deshalb legen viele BonsaiFreunde bei den Schalen selbst Hand an. Auch Helmut Bachmann hat sich ans Töpfern gewagt, um seinen Bonsais die richtige Schale von Hand auf die Wurzeln zu „schneidern“. Bei der „Aki Ten“ kommt die Keramikkunst deshalb auch nicht zu kurz: Professionelle Keramikkünstler und Hobbytöpfer können eine selbst gefertigte Bonsaischale zum Wettbewerb einreichen. Beim Contest bewertet dann eine Expertengruppe aus Künstlern und Fachleuten neben der handwerklichen Ausführung die Einzigartigkeit der Tonschale. Die ersten drei Plätze werden prämiert und sind mit Sicherheit in zwei Jahren bei der nächsten Ausgabe der Bonsai-Ausstellung in Brixen zu bewundern, denn sie gehen in den Besitz des Bonsai-Clubs Brixen über. Dieser wiederum verlost die drei schönsten Keramikschalen unter den Ausstellern, die sich ihrerseits verpflichten, die Keramik im Rahmen der kommenden Ausstellung 2019 bepflanzt zu zeigen. Klingt etwas kompliziert, gestaltet sich aber als durchaus spannende Idee.

Korsett aus Draht. Auch Hel-

mut Bachmann lässt es sich als Präsident des Bonsai-Clubs nicht nehmen, einige seiner Bonsais bei der „Aki Ten“ zu präsentieren. Um die Pflanzen ausstellungsreif zu machen, muss er erst noch letzte Hand anlegen und den Bonsais mit der Zange zu Leibe rücken – nicht um Ästchen abzuschneiden, sondern um sie von ihrem Drahtkorsett zu befreien. Will man die Äste nämlich in die gewünschte Form bringen, muss man sie mit Drahtschlingen umwickeln und anschließend biegen. „Das Drahten mache ich sehr gerne“, gibt Helmut Bachmann zu, „wenn ich einmal dabei bin, kann es sein, dass ich auch eine ganze Nacht lang durcharbeite – so vertieft bin ich!“ In der Regel bleiben die Äste ein halbes Jahr im Drahtkorsett, bis sie in der gewünschten Form bleiben. Dann packt Helmut die Zange aus und entfernt die Drahtschlingen vorsichtig. Geduld braucht es auch bei dieser Arbeit, denn statt eines Drahtes ein Ästchen abzuschneiden oder abzubrechen wäre unter den Bonsaianern ein großes NoGo. „Natürlich darf einem das nicht passieren“, klärt Helmut Bachmann auf, „aber was soll man machen: Wenn ein Ast weg ist, ist er eben weg. Damit muss man leben können.“ Vielleicht hat er sich diese Gelassenheit erst durch den Bonsaigarten an-

geeignet. Sicher ist allerdings, dass Bonsais mehr sind als nur ein Hobby. Vielmehr vermitteln sie eine gewisse Art zu leben, sie wecken beim Betrachter den Sinn für das ästhetisch Schöne und strahlen eine angenehme, durch nichts zu störende Ruhe aus.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

info „Aki Ten“ in Brixen Die Bonsaimesse „Aki Ten“ findet am Samstag, 4., und Sonntag, 5. November, in Brixen statt. Organisiert wird sie vom BonsaiClub Brixen, der 1989 gegründet wurde. Als Programm geboten wird einerseits die Ausstellung von Bäumen verschiedener BonsaiKünstler; andererseits kann man dem Bonsaimeister Imai Chiharu aus Japan bei einer Demo über die Schulter schauen, sich bei zwei Diskussionen am runden Tisch informieren und austauschen oder in die Welt von Bonsaikeramik eintauchen. Infos zur Ausstellung und zum Bonsai-Club Brixen unter www.akiten.it.


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Projekt auf Schiene Riggertalschleife, Brixner Mobilitätszentrum, neue Bahnhöfe für Vahrn und Schabs: Landesregierung, STA und RFI haben viel vor, um den ohnehin schon sehr populären regionalen Eisenbahnverkehr noch zu stärken. Im Forum Brixen wurde das Gesamtkonzept vorgestellt.

D

ie Informationsveranstaltung vom 11. September 2017 im Forum Brixen, in der die Landesregierung ihre Zukunftsvision zur Mobilität in Südtirol präsentiert hat, war eine ziemlich beeindruckende Demonstration von konsequenter Zielstrebigkeit. Viele der Anwesenden waren mit der Erwartungshaltung ins Forum gekommen, dass hier lediglich erste etwas konkretere Details zur Riggertalschleife vorgestellt würden, aber die Techniker des Ressorts Mobilität und der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) warteten gemeinsam mit Mobilitätslandesrat Florian Mussner und Landeshauptmann Arno Kompatscher mit einem Gesamtkonzept für den regionalen Eisenbahnverkehr samt Brixner Mobilitätszentrale auf, das den öffentlichen Verkehr südtirolweit in eine vollkommen neue Dimension versetzen wird. Dem entsprechend positiv überrascht waren die Anwesenden; bisherige Kritiker der Riggertalschleife wurden ziemlich kleinlaut. Für die Legitimation der in den vergangenen Jahren manchmal recht kontrovers diskutierten und auch ziemlich kostenintensiven Schleife ist es in der Tat notwendig, auf das südtirolweite Gesamtkonzept des Taktfahrplans „Südtiroltakt“ zu verweisen. Dieses

Foto: Oskar Zingerle

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BRIXEN

Überzeugende Präsentation: Martin Ausserdorfer (Präsident der STA), Mobilitäts-Landesrat Florian Mussner, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Joachim Dejaco (Generaldirektor STA) und Günther Burger (Abteilungsdirektor Amt für Mobilität)

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würde nämlich ohne die Abkürzung von Brixen nach Schabs nicht funktionieren, womit der Taktfahrplan einen erheblichen Schönheitsfehler hätte. Die Verantwortlichen wussten: Damit die Vorteile der Schleife überzeugend vermittelt werden können, sind Landesregierung und Techniker gezwungen, die Thematik breiter auszulegen.

Was ist ein „Taktfahrplan“? Was

aber ist eigentlich ein „Taktfahrplan“? Zur Erklärung desselben beginnen wir aus der Sicht von uns Brixnern mit einem Zeitsprung ins Jahr 2024. Die Riggertalschleife wird dann fertiggestellt und der Bahnhof Brixen umgestaltet sein. Am Bahnhof Brixen wird es möglich sein, alle 30 Minuten mit der Eisenbahn in

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Jede halbe Stunde in alle Richtungen: So funktioniert der Taktfahrplan 68

alle Richtungen zu fahren – also in Richtung Bozen, Bruneck und Sterzing. Das von Ressortleiter Günther Burger präsentierte Fahrbahnmodell ist heute schon bis ins letzte Detail durchdacht. Ein konkretes Beispiel? Um 10:55 Uhr fährt ein Zug aus Sterzing in Brixen ein; derselbe Zug fährt um 11:05 wieder nach Sterzing zurück. Um 10:59 Uhr kommt ein Zug von Bozen, der um 11:00 Uhr ins Pustertal weiterfährt. Zur selben Zeit, also um 10:59 Uhr, kommt auch ein Zug aus Lienz in Brixen an, der um 11:00 Uhr in Richtung Süden startet. Damit ist Brixen ein „Regionalverkehrsknoten“, denn die Passagiere der jeweiligen Züge können natürlich vom einen in den anderen Zug umsteigen, wenn sie zum Beispiel, von Bruneck kommend, nach Sterzing weiterfahren wollen. Und jetzt kommt das aus heutiger Sicht eigentlich Unvorstellbare: Diese Spielerei funktioniert alle 30 Minuten, also jeweils zur vollen und zur halben Stunde, den ganzen Tag lang – und das bei mehreren Knotenpunkten in ganz Südtirol.


Das Kernstück der Riggertalschleife ist eine Brücke, die parallel zur Straßenbrücke entstehen wird

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Aufmerksame Leser werden sich jetzt denken: Wie soll das funktionieren mit den derzeitigen zwei Gleisen? Richtig erkannt! Deshalb muss auch das Gleiswerk im Brixner Bahnhofsareal vollkommen erneuert und erweitert werden. Dazu aber später.

komfortablen Zügen abgewickelt. Von den 55 Bahnhöfen und Zughaltestellen sind bereits 44 teilweise oder komplett modernisiert worden. Seit 2007 haben sich die Fahrgastzahlen der Eisenbahn von 5,6 auf 9,8 Millionen fast verdoppelt.

Brixen: Neues Gleiswerk. Heute gibt es am Bahnhof Brixen neben mehreren inaktiven Gleisen ein Gleis in Richtung Norden und eines in Richtung Süden, dazwischen ei-

nen Bahnsteig. Morgen wird es fünf Gleise und vier Bahnsteige geben, die nach einem klaren Konzept funktionieren, wie aus der Abbildung auf Seite 72 ersichtlich wird.

Seitenhieb auf frühere Kollegen. LH Kompatscher:„20 Millionen Entsprechend euphorisch gab ist das Ziel“. „Und trotzdem“, sagt sich Landesrat Florian Mussner: „Ich rede gern über Mobilität“, sagte er, „das Thema fasziniert in jeder Hinsicht.“ Mit Stolz verwies er darauf, dass die Mobilität in Südtirol in den vergangenen 15 Jahren eine geradezu revolutionäre Entwicklung erfahren hat – was als versteckter Seitenhieb auf die früheren italienischen Kollegen in der Landesregierung zu werten ist, denn die Südtiroler Mobilität war bis 2003 jahrzehntelang „in italienischer Hand“. Richtig in Fahrt gebracht hat diese Entwicklung aber sein Vorgänger: Der Visionär in Sachen öffentliche Mobilität war der bis 2013 amtierende Landesrat Thomas Widmann, der den Südtiroltakt und den SüdtirolPass mit der Brechstange durch sämtliche Entscheidungsgremien brach. Mussner aber hat, und das muss auch Widmann neidlos anerkennen, dessen Politik und Strategie konsequent übernommen und kompromisslos weitergeführt – und er kann nun Zahlen präsentieren, die effektiv beeindruckend sind: 90 Prozent des lokalen Bahnverkehrs in Südtirol wird mittlerweile mit neuen

Mussner, „wir sind noch nicht am Ziel, denn es sind immer noch etwa 50 Prozent der Pendler, die mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren.“ Mussners Ziel ist es, „dass die Eisenbahn in Kombination mit gut abgestimmten Busverbindungen im Wettstreit mit dem Auto klar die Oberhand behält“. Landeshauptmann Arno Kompatscher lässt sich sogar dazu hinreißen, eine Zahl zu nennen: „Bis 2024 wollen wir die Fahrgastzahlen im Zug noch einmal verdoppeln – von derzeit 10 auf 20 Millionen.“ Damit dieser Kraftakt gelingt, müssen die Infrastrukturen weiter verbessert werden, und die Landesregierung arbeitet mit Hochdruck daran. Operativ hat sie die Aufgabe an die eigene Inhouse-Gesellschaft STA (Motto: „Wir bringen Südtirol auf Schiene“) delegiert, die vom Brixner Joachim Dejaco, ein Sohn des ehemaligen Stadtrats Gebhard Dejaco, als Generaldirektor geleitet wird. So bereitete es „Jochi“ Dejaco sichtlich Freude, nicht nur das Gesamtkonzept, sondern auch die Zukunft seines Heimatbahnhofs im Forum Brixen vorzustellen. 69


Wirtschaft & Umwelt

Vor dem Hotel Jarolim soll in einer verkehrsberuhigten Zone ein zentraler Knoten für Busse entstehen

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Vahrn: Neuer Bahnhof. Auch

Vahrn kommt im wahrsten Sinne des Wortes zum Zug: Vor vielen Jahren gab es dort bereits einen Bahnhof, der in der unmittelbaren Nähe der Umspannstation angesiedelt war. Der neue Bahnhof wird etwas weiter südlich entstehen und somit dem Dorf näherrücken. „Er befindet sich damit einerseits im Nahbereich des Durchlasses zum Oberdorf, andererseits direkt an der heutigen Fußgängerunterführung“, sagt Dejaco. Somit sei sowohl das Oberdorf als auch das Unterdorf zu Fuß oder mit dem Rad perfekt angeschlossen. Es gibt sogar bereits ein Vorprojekt für das moderne Bahnhofsgebäude, das architektonisch ähnlich aussehen wird wie die meisten neuen Bahnhöfe im Land.

Riggertalschleife. Womit wir bei

der anfangs zitierten Riggertalschleife wären: Auch hier gibt es inzwischen bereits sehr konkrete Vorstellungen. Im Bereich der Gewerbezone Vahrn wird ein Gleis ausfädeln und für eine kurze Strecke in paralleler Linie zur heute bestehenden Trasse führen. Danach verschwindet die

Bahn in einem Tunnel unter der Autobahn und fährt dann über eine neu zu errichtende Brücke, die parallel zur heutigen Straßenbrücke entstehen wird.

Schabs: Neuer Bahnhof. Auch

Schabs bekommt einen eigenen Bahnhof. Das ist neu, denn vor einigen Monaten hieß es noch, dass sich aus einer Fahrplanstudie erst ergeben müsse, ob eine zusätzliche Haltestelle auf der Pustertaler Strecke überhaupt möglich wäre, ohne den Taktverkehr zu stören. Diese Zweifel sind nun ausgeräumt. Der neue Bahnhof entsteht im Bereich der heutigen Abzweigung ins Pustertal, wobei eine fußläufige Anbindung an das Dorf und an die Zone Raut gegeben sein wird. „Damit kommt man in Zukunft von Schabs aus mit dem Zug jede Stunde nach Brixen, Sterzing oder Bozen und ins Pustertal“, erklärte Günther Burger vom Amt für Mobilität. Im Bereich des neuen Bahnhofs ist ein Kreisverkehr geplant. „Hier sind wir noch in einer Phase der sehr frühen Vorstudie“, erklärte Joachim Dejaco, „weshalb auch mit den Grundeigentümern noch

Der neue Bahnhof Schabs entsteht im Bereich der Kreuzung ins Pustertal; dieses Projekt ist lediglich eine Vorstudied

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keine Gespräche geführt wurden.“ Solange es keine genaue Planung gebe, sagte er, hätten diese Gespräche auch wenig Sinn, weil sich Ausmaße und genaue Positionierung noch ändern können. „Die neuen Bahnhöfe in Schabs und Vahrn sind eine große Bereicherung für den Bezirk“, sagte der Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal und Bürgermeister von Villanders, Walter Baumgartner. „Andererseits sind Verkehrsinfrastrukturen immer auch eine Belastung“, sagte er, weshalb das Eisacktal ziemlich ungeduldig auf die Fertigstellung des Brenner Basistunnels warte, der ab 2026 den Großteil des Güterverkehrs, der heute über die Autobahn und Eisenbahn verläuft, aufnehmen soll. „Der BBT ist für Südtirol das größte, hervorragendste und wirkungsvollste Naturschutzprojekt“, sagte Florian Mussner, und während der Grüne Landtagsabgeordnete Hans Heiss im Forum „nach wie vor große Bedenken zur Sinnhaftigkeit dieser Infrastruktur“ äußerte, versuchte der Landeshauptmann, ihm (und den Anwesenden) noch einmal die Strategie zu erklären: „Der BBT und die Zulaufstrecken dienen in

erster Linie dazu, den vor allem nachts für die Anrainer und für das ganze Tal akustisch extrem belastenden Güterverkehr in den Berg zu verlagern.“ Wenn aber in Zukunft mehr Personenzüge eingesetzt werden – ist da eine Lärmreduktion überhaupt möglich? Nun, die Erfahrungen im Vinschgau zeigen, dass die modernen Flirt-Personenzüge bei erneuertem Gleismaterial fast geräuschlos sind; im Eisacktal nimmt man die oft klapprigen Güterzüge hingegen extrem wahr. Und was die Autobahn betrifft: Die von den Grünen in den vergangenen Jahren beharrlich verlangte Anhebung der Autobahngebühren zur Verlagerung des Güterverkehrs sei „unrealistisch“, sagte Kompatscher, „denn für Italien ist die Brennertrasse die Nabelschnur zu Europa. Solange es keine effiziente Schienenalternative gibt, wird Rom einer Erhöhung der Mautgebühren nie zustimmen“. Der BBT sei aber auch ein Tunnel für den Personentransport, betonte Kompatscher. Dazu aber später.

Brixen: Neues Mobilitätszentrum. Denn zunächst wollen wir

uns noch um das Brixner Mobilitätszentrum kümmern, das am Bahnhofsareal entstehen soll. Joachim Dejaco erklärte das Konzept: „Das Mobilitätszentrum ist eine Schnittstelle für alle Formen der Mobilität: Hier treffen sich Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer, Citybus-Nutzer, Linienbusse, Autos und Eisenbahn.“ Damit diese Schnittstelle perfekt funktioniert, werden auch hier neue Infrastrukturen gebraucht, wobei sich die STA für das Bahnhofsareal ziemlich genau an jenes Projekt anlehnt, das seinerzeit in Verbindung mit der von einem Teil der Bevölkerung per Volksbefragung versenkten Seilbahnstation geplant war – nur eben ohne Seilbahn. Im Norden des Bahnhofs entsteht ein Parkplatz für etwa 300 PKWs, der ausschließlich über die Niccolò-Castiglioni-Straße, der ehemaligen Feldthurnser Straße, erreichbar sein wird. Im Bereich der heutigen verwahrlosten Boccia-Bahnen entsteht ein „Fahrradhaus für mindestens 500 Fahrräder“, in dem auch Ladestationen für E-Bikes und anzumietende verschließbare Einzelradboxen für höherwertige Räder untergebracht werden. Angedacht ist auch eine Fußgängerunterführung, die direkt vom Fahrradhaus zu den Bahnsteigen führt. Das Bahnhofsareal wird ab dem Kreisverkehr nach Feldthurns


Für den neuen Bahnhof Vahrn existiert bereits ein Vorprojekt zur verkehrsbeschränkten Zone, was bedeutet, dass die Durchfahrt in Richtung Süden von der Bahnhofstraße zum Kreisverkehr Mozartallee nicht mehr gestattet sein wird. Dieses Detail bereitet den Brixner Gemeindeverwaltern derzeit noch Kopfzerbrechen, denn wenn der Parkplatz des Bahnhofs ausschließlich über die Niccolò-Castiglioni-Straße erreicht wird und auch der gesamte Verkehr, der aus Feldthurns kommt, zum Knochen-Rondell geleitet

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wird, kann es dort zu einer Überlastung kommen, der die Straße und vor allem der Kreisverkehr nicht gewachsen sein dürfte. Darunter wiederum könnte trotz Mittelanschluss der gesamte innerstädtische Nord-Süd-Verkehr leiden. Dem entsprechend besorgt äußerte sich Brixens Bürgermeister Peter Brunner, der die Pläne bereits kannte, in seinen Grußworten: „Wir müssen gemeinsam mit dem Land danach trachten, den Verkehrsfluss entlang der

Staatsstraße in den Griff zu bekommen“, sagte er. Die von der STA beauftragten Planer sehen eine Lösung darin, dass aus dem fünfarmigen Knochen-Rondell ein vierarmiger Kreisverkehr wird und die Bahnhofstraße im Kreuzungsbereich ein paar Meter weiter südlich in die Alpinistraße mündet – möglicherweise sogar mit einer Ampelregelung. Diese von der STA angedachte Lösung überzeugt die Brixner indes noch nicht.

Gäbe es diese Zweifel nicht, wäre grundsätzlich gegen eine verkehrsberuhigte Zone am Bahnhof aber nichts einzuwenden, denn vor dem Hotel Jarolim soll ein zentraler Knoten für Busse entstehen, der bei hohem Verkehrsaufkommen nicht funktionieren würde. Auch das Areal des heutigen Brunnens wird umgestaltet; hier entsteht eine „Kiss&Ride“-Zone für Autofahrer, die kurz anhalten, um jemanden beim Bahnhof abzuholen oder zum Bahnhof zu bringen. Die Taxistände sollen ebenfalls in diesem Bereich untergebracht werden, auch wenn man davon noch keine genauen Vorstellungen hat. Es bleibt eben zu betonen, dass alle Details bis auf Parkplatz und Fahrradhaus noch vertieft untersucht werden müssen.

Schandfleck Bahnhofsgebäude. Ein großer Wermutstropfen bildet indes das alte Bahnhofsgebäude, derzeit ein Schandfleck par excellence, der eine katastrophale Visitenkarte für Brixen bildet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist – genauso wie das Areal westlich der Gleise – allerdings seinerzeit nicht an das

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Land übergegangen, weshalb die STA auch keine entsprechenden Renovierungen oder Umgestaltungen geplant hat. Der eine oder andere Leser wird sich vielleicht daran erinnern, dass es auch beim Seilbahnprojekt keine klaren Vorstellungen gegeben hatte, welche Nutzung dem Gebäude zugeführt werden soll. „Wir müssen danach trachten“, sagte Bürgermeister Peter Brunner, „eine Lösung zu finden, damit das Gebäude Teil des Gesamtkonzeptes des Bahnhofs wird.“ „Wir haben den ganzen Abend nur vom Regionalverkehr gesprochen“, sagte Thomas Klapfer, Bürgermeister von Franzensfeste, „aber was ist mit dem überregionalen Verkehr?“ Die Frage ist berechtigt, erwiderte der Landeshauptmann, der sich die entsprechenden Inhalte eigentlich für sein Schluss-Statement aufgehoben hatte. Der BBT sei natürlich auch ein Zug für den Personenverkehr, sagte er, aber genauso klar ist es, dass er anders organisiert werden muss als der Regionalverkehr. „Der internationale Bahnverkehr ist privatisiert“, erklärte Kompatscher, „und er funktioniert heute sehr oft point-to-point, von A nach B, über große Strecken mit möglichst wenigen Haltepunkten.“ Als Beispiel nannte er die Verbindung von Rom nach Mailand, die mit dem entsprechenden Zug in etwas mehr als 2,5 Stunden bewältigt wird. „Manche Züge halten nicht einmal in Florenz“, sagte Kompatscher, „andere hingegen halten mehrmals an.“ Eine ähnliche Situation wird sich auch in Franzensfeste ergeben: „Es wird morgen Züge geben, die direkt von München nach Rom fahren – und bei uns vorbeifahren“, sagte Kompatscher, „und genauso wird es Züge geben, die in Franzensfeste anhalten.“ Möglicherweise wird es explizite Schizüge geben, die

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Die Trassierung der Riggertalschleife direkt von München oder Verona nach Franzensfeste kommen. Züge halten dort, wo Menschen ein- und aussteigen wollen – ist Südtirol also attraktiv genug, wird es auch Anbieter geben, die Südtirol anfahren, denn der Anbieter

Das Gleiswerk am Bahnhof Brixen wird erweitert: In Zukunft gibt es fünf Gleise und vier Bahnsteige

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richtet sich verständlicherweise an diese Marktregel. „Dieser Nachfrage können wir aber nachhelfen“, sagte Kompatscher, „indem wir zum Beispiel mit den Anbietern verhandeln, ob wir zumindest in der Anfangszeit zuzahlen.“ Solche Verhandlungen passieren derzeit bereits für die Bestandsstrecke:

Das neue Konzept für das Brixner Bahnhofrsareal mit Parkplatz, Fahrradhaus, Kiss&Ride-Zone, Bushaltestelle

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„Wir diskutieren gerade mit den ÖBB, um eine direkte Verbindung Bozen–Wien zu bekommen“, sagte er. Wie aber kommt der Passagier im BBT-Zug nach Brixen, Bozen oder Bruneck? Für diesen lokalen

Transport sind dann die kapillaren Flirt-Züge zuständig, in die der Passagier in Franzensfeste umsteigen kann und die ihn bequem in alle Landesteile bringen können. Klingt einleuchtend: Wenn ich nach London fliege, steige ich am Flughafen auch in einen Lokalzug um, der mich ins Zentrum bringt.

Die Kosten. Das Gesamtkonzept

hat die im Forum Anwesenden überzeugt, aber ... wer soll das alles bezahlen? Auch für diese Infos war der Landeshauptmann zuständig, der einen Gesamtüberblick über alle im Bereich Eisenbahn anstehenden Projekte gab. Die Zulaufstrecke Franzensfeste–Waidbruck, die zeitgleich mit dem BBT fertiggestellt sein wird, koste demnach 1,7 Milliarden Euro; die entsprechende Ausschreibung sei für Ende 2018 geplant, die Finanzierung über die Europäische Union und den italienischen Staat bereits gesichert und beschlossen. Die bis 2024 fertigzustellende Riggertalschleife inklusive Gleiswerk­ erweiterung von Brixen kostet 125,2 Millionen Euro; dieser Bau wird zur Gänze von der Rete Ferroviaria Italiana übernommen. Die Elektrifizierung der Vinschger Bahn wird 72,8 Millionen Euro kosten; für diese Gelder hat das Land ein Darlehen aufgenommen, das sich laut Kompatscher „von selbst abzahlt, weil wir durch die Umstellung von Diesel- auf Elektrobetrieb enorm einsparen“. Der Ausbau der Meraner Linie, der genauso wie die Riggertalschleife für den Taktverkehr notwendig ist, kostet 45,2 Millionen Euro; hierzu laufen gerade Verhandlungen mit RFI. Die neue Einfahrt von Meran nach Bozen, die bis 2024 fertiggestellt sein wird, verursacht Kosten von 52,1 Millionen Euro; auch diese Kosten übernimmt RFI. Für neue Züge zahlt das Land 67,6 Millionen Euro; diese Investitionen sind bereits in der Umsetzung. Bei diesen schwindelerregenden Beträgen fallen die beiden Mobilitätszentren von Brixen (7,2 Mio. Euro) und Bruneck (9,6 Mio. Euro) fast nicht mehr ins Gewicht. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


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Foto: Arnold Ritter

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BRIXEN

en sich über die engelgleichen Wesen. Für die nächste Ausgabe des Brixner Weihnachtsmarktes sucht das Organisationskomitee nun noch nach Interessierten, die sich ins goldene Weihnachtsengelkostüm stürzen wollen. Nähere Infos und Termine unter claudia. oberhofer@brixen.org oder der Tel. 0472 205956. Anmeldeschluss ist der 10. Oktober. vk

W&U Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Microtec bei CERN

z Ein Marathon für Technikfreaks, ganz ohne Laufschuhe und Pulsmesser versteht sich, war der „CERN Superconductor Hack­ athon“, der vom 22. bis 24. September in Meyrin nahe Genf statt-

kurz

notiert

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fand. Genau genommen ist ein Hackathon auch eine Mischform aus „Hack“ und „Marathon“ und steht für eine Veranstaltung, bei der Soft- und Hardwareentwickler gemeinsam nützliche, kreative

Über 200 Pendler konnten sich am 22. September über einen süßen Start in den Tag freuen: Das Pendlerfrühstück, das die Gemeinde Brixen im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche organisierte, wurde am „Internationalen autofreien Tag“ am Bahnhof Brixen angeboten.

oder unterhaltsame Softwareprodukte herstellen. In diesem Fall haben die Verantwortlichen der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN das Brixner Unternehmen Microtec und zwei weitere Unternehmen eingeladen, um zusammen mit CERN-Wissenschaftlern, externen Forschern und Studierenden an Lösungen für Fruchtscanner mit SupraleiterTechnologie zu forschen. Um die interne Fruchtqualität mithilfe von nuklearer Magnetresonanz messen zu können, sind starke Magnete erforderlich, die auf SupraleiterTechnologien aufbauen. „Es ist

eine Ehre für uns, uns mit den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der SupraleiterTechnologie auszutauschen und an konkreten Prototypen und Umsetzungskonzepten für die Qualitätsbestimmung und Sortierung von Früchten zu arbeiten“, freut sich Federico Giudiceandrea, Geschäftsführer von Microtec. „Die Supraleiter-Technologie könnte den nächsten Innovationssprung am Markt für die Fruchtverarbeitende Industrie darstellen und neue Möglichkeiten eröffnen, was letztendlich dem Konsumenten zugutekommt.“ vk

Seit Anfang September ist im Eisacktal die Weinlese in Gang. Aufgrund der kalten Tage im April und der Hagelschauer im Sommer rechnen die Eisacktaler Weinbauern mit einem Ernteausfall von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Weil ein verantwortungsvolles, achtsames Verhalten der Menschen gegenüber der Natur am Berg genauso wichtig ist wie im Tal, wurde auf der Plose nun ein Umwelttag organisiert. Die Seilbahngesellschaft hat dabei zum Beispiel die Grundregeln des Bergwanderns in den Mittelpunkt gerückt.


STADTGEHEIMNISSE Seit wann wird in Brixen Obst angebaut?

IMS

Zwei Freikarten für unsere Leser Aus dem ungenießbaren, in Europa wild wachsenden Holzapfel wurde durch Veredelung Tafelobst, das bereits um 75 n. Chr. bei den Römern sehr beliebt war. Ein Apfelbaum dürfte auch im 1243 erwähnten „pomerium episcopatus Brixine“, einem bischöflichen Baumgarten, im Brixner Stadtzentrum („in civitate Brixina“) gestanden haben. Etwa 170 Jahre später wurde der Apfel auf einem Fresko im Brixner Kreuzgang verewigt: Im elften Gewölbefresko (gemalt um 1410) ist eine Magd zu sehen, die einem Kranken eine Schüssel mit Äpfeln, Birnen und Feigen darreicht. Zumal es sich bei dem Kranken um einen Mann aus dem Volk handelt, weist diese Malerei darauf hin, dass diese Früchte damals im Brixner Raum wuchsen. Der Obstanbau in Südtirol diente bis nach 1850 hauptsächlich zur Eigenversorgung – obwohl einzelne Apfelexporte an den Wiener oder gar den Petersburger Hof dokumentiert sind. Erst mit dem Bau der Brennerbahnlinie vor 150 Jahren und den sich dadurch bietenden Transport- und Exportmöglichkeiten erfuhr der Obstbau in der Brixner Gegend einen Aufschwung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden zum Beispiel auf den Prielwiesen Obstanlagen errichtet und Maulbeerbäume gepflanzt. Anregungen: redaktion@brixner.info

z In die Welt der Extreme eintauchen, an seine Grenzen gehen, Adrenalinkicks erleben und – Frau sein. In die von Männern dominierte Bergwelt dringen mittlerweile immer mehr Frauen ein, weil sie mindestens genauso viel Lust wie die „Herren der Schöpfung“ haben, aus ihrer Komfortzone auszubrechen. Die außerordentliche Geschichte zweier starken Frauen wird heuer im Rahmen des „International Mountain Summit“ erzählt: Am 11. Oktober stehen sie beim Brixen-Abend auf der Bühne und gewähren Einblicke in ihr Leben. Die gebürtige Meraner Fotografin Paola Marcello nimmt die Zuschauer auf eine Reise nach Burma mit, wo sie Frauen begegnete, die seit ihrer Kindheit mit Gesichtstätowierungen gezeichnet wurden. Diese Tradition hat Marcello in großformatigen Bildern festgehalten, die in der Stadt­ galerie Brixen ausgestellt werden. Stolz, Verletzlichkeit und Schmerz kommen in diesen zum Ausdruck. Roberta Mancino liebt es hingegen actionreicher: Das italienische

... mus sen nich t immer suß sein.

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in Brixen

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Wirtschaft & Umwelt

NACHGEFRAGT

„Große Herausforderung“ ANDREAS REIFER, Senior Site Manager beim Brixner Unternehmen Frener & Reifer, über die Arbeiten am Steve-Jobs-Theater für Apple in Cupertino. Herr Reifer, Sie waren beim Bau des Steve-Jobs-Theaters in Kalifornien vor Ort und haben an dem Gebäude, dessen Glasfassade von Frener & Reifer geplant, gefertigt und montiert wurde, mitgearbeitet. Wie war das für Sie? Für mich war es insgesamt eine große Herausforderung und eine tolle Erfahrung, bei so einem Projekt, das höchste qualitative Anforderungen stellt und das mit allergrößter Präzision ausgeführt werden musste, mitzuarbeiten. Grundsätzlich war ich für die gesamte Koordination der Montage der Gebäudehülle direkt vor Ort

auf dem Apple-Campus in Cupertino zuständig. Was waren die größten Herausforderungen? Die größte Herausforderung für mich war die Montage der 44 überdimensionalen, gebogenen und drei Meter breiten sowie 7,3 Meter hohen Glasscheiben in Kombination mit dem 65 Tonnen schweren, weltweit größten zusammenhängenden Karbondach am Steve-Jobs-Theater. Dieser kreisrunde, transparente Bau ist sozusagen der Eingangsbereich, über den man in den eigentlichen Präsentationssaal gelangt, der sich im Untergeschoss befindet.

Wie ist es dazu gekommen, dass ausgerechnet ein Brixner Unternehmen für dieses Projekt ausgewählt wurde? Wir sind neben wenigen anderen Fassadenbauspezialisten schon seit einigen Jahren für die Planung, Fertigung und Montage von Apple-Shop-Fassaden verantwortlich. So durften wir bereits mehrere Gebäudehüllen für Stores in Europa, den USA und Asien realisieren. Über diese Aufträge hatten wir uns dafür qualifiziert, die Gebäudehülle vom Steve-Jobs-Theater anbieten zu können. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

BRIXEN

Ein bisschen dauert’s noch ... z Mit seinen grauen Betonflügeln scheint der Rohbau des neuen Tourismusbüros in der Regensburger Allee die Natur in Form der übriggebliebenen Platane umarmen zu wollen. Im Kopf entstehen automatisch Bilder von verspieltem Sonnenlicht, das über das Blätterdach auf den kleinen Platz fällt, von regem Treiben im Gebäude selbst und den Touristen, vor deren Augen sich moderne Architektur mit der altehrwürdigen Geschichte von Brixen vereint. Bis dorthin ist allerdings noch etwas Zeit, denn die Fertigstellung des Gebäudes musste um einen Monat nach hinten verschoben werden – von Ende November auf Ende Dezember. „Es hat eine bautechnische Verzögerung gegeben“, erklärt Werner Zanotti, Geschäftsführer der Tourismusgenossenschaft Brixen, „den verlorenen Monat werden wir nicht mehr aufholen können.“ Während derzeit noch an der Betonhülle gearbeitet und am 18. Oktober die Deckenplatte gegossen wird – kleine Firstfeier inklusive –, 76

sind im Gebäude­inneren schon die Arbeiten für die nötigen Installationen im Gange. Auch die letzten Aufträge für die Inneneinrichtungen werden derzeit vergeben. „Momentan sehe ich

keinen Grund, warum wir nicht bis Jahresende fertig sein sollen“, ist Werner Zanotti zuversichtlich, „auf den Einzug freut sich jedenfalls unser gesamtes Team.“ vk


BRIXEN

Mittelanschluss: Baubeginn im Oktober z 9.760.796,83 Euro – mit diesem Angebot hat sich eine Bietergemeinschaft, bestehend aus den Unternehmen P.A.C. AG, Wipptaler Bau AG und Beton Eisack GmbH, den Auftrag für den Bau des Mittelanschlusses der Umfahrung Brixen gesichert. Die Ausschreibungssumme der Arbeiten betrug 10,13 Millionen Euro. Der Baubeginn im Oktober steht mit der Übergabe der Arbeiten also unmittelbar bevor. „Der Start der Arbeiten ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zur Entlastung und Aufwertung des Stadtzentrums von Brixen und wird den Verkehr verstärkt auf die Umfahrungsstraße verlagern“,

bestätigt Tiefbaulandesrat Florian Mussner. Der Mittelanschluss wird die bestehende Umfahrung mit der Dante- und Romstraße verbinden. Das erste Teilstück verläuft dabei oberirdisch vom Gemeindebauhof zur Reatto-Kaserne, die restliche Strecke zieht sich unterirdisch unter den Bahngleisen hindurch, um zwischen dem Nord- und dem Südtunnel in die Umfahrung einzumünden. Insgesamt wird die Strecke 468 Meter lang werden. Zu den Baukosten kommen übrigens noch rund 3,5 Millionen Euro für Verwaltung und Planung hinzu. Geplant ist eine Bauzeit von 640 Tagen mit Startbeginn 21. September. vk

BRIXEN

Kleine Müllexperten

z Nicht nur Mathe, Deutsch und Sport stehen heuer in den Schulen in Brixen und Vahrn auf dem Stundenplan, sondern auch Umweltbildung. Anstatt die Schulbank zu drücken, heißt es dabei für die Grund-, Mittel- und Oberschüler sowie Berufsschüler, das Schulgebäude gegen Unterricht im Freien zu tauschen. Der erste Teil des Angebotes, an dem die Schüler auf Einladung der Stadtwerke Brixen teilnehmen können, findet am Sitz der Stadtwerke beziehungsweise direkt im Brixner Recyclinghof statt. Unmittelbar vor Ort erleben die Abfall­ pioniere hier, welche verschie-

denen Abfälle und Wertstoffe getrennt, gesammelt und wiederverwertet werden können. „Das Sortieren und richtige Entsorgen des Unnützen, Kaputten oder Unbrauchbaren ermöglicht das Wiederverwerten wertvoller Rohstoffe“, beschreibt Karl Michaeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Brixen. „Aber vergessen wir nicht, dass das Recyceln von Abfällen nur die zweite Wahl beim Umweltschutz ist; das Vermeiden von Abfällen steht immer an erster Stelle, und diese Botschaft wollen wir den Kindern und Jugendlichen mitgeben.“ Eine besonders kreative Variante der Abfallvermeidung lernen die Schüler dann im zweiten Teil der Umweltbildung kennen, und zwar, wenn sie in den Räumlichkeiten der Sozialgenossenschaft „WiaNui“ in der Stadelgasse aus vermeintlichem Müll nützliche Gebrauchsgegenstände formen. Vergangenes Schuljahr wurden über dieses Projekt 600 Schüler zu wahren Abfallexperten. vk

Der ideale Ort für Ihre Veranstaltung. In unserem neuen Mehrzwecksaal bieten wir Raum für Seminare, Vorträge, Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen und Feiern im großen und kleinen Kreis, ob Geburtstags- oder Weihnachtsfeier. Ausgestattet mit modernster Technik, variabel teilbar und vielseitig bestuhlbar, mit Bartheke, DJ-Bereich und Platz für bis zu 140 Personen, inklusive Service, nach Absprache mit Buffet oder Menü, – so wird Ihre Veranstaltung garantiert ein Hit! Parkgelegenheit in komfortabler Nähe.

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Ganz im Zeichen der Natur präsentiert duka, der Spezialist für Duschkabinen, die neue Modellreihe „natura 4000“.

Mit über 35 Jahren Erfahrung entwickelt und fertigt duka Duschabtrennungen vom Standardmaß bis zur individuellen Sondermaßlösung. Damit bietet duka dem Kunden maximale Sicherheit und Verlässlichkeit bei der Wahl eines Produktes, das ganz an seine Wünsche angepasst wird. Die neue Modellreihe „natura 4000“ ist hier keine Ausnahme – im Gegenteil! Die Produkte der Baureihe passen sich mit Leichtigkeit auch an herausfordernde Badsituationen an und bieten eine reiche Palette an Lösungen für jeden Geschmack – auf den Millimeter genau!

Extra

Einrichten & Wohnen

„natura 4000“ – Präzision von Natur aus

DUKA

Die neue natura 4000 78

Funktionalität bietet Komfort. Mit der neuen Modellreihe unterstreicht duka einmal mehr ihre Kompetenz, Produkte mit Anspruch an Komfort und Leistung für den Kunden zu entwickeln. Durchdachte Lösungen wie zum Beispiel die Bodenmontage bieten maximale Funktion und höchsten Komfort für jeden Benutzertyp und jede Altersgruppe. duka-Duschabtrennungen bieten ein Optimum an Funktionalität und lassen das Ritual der täglichen Dusche zu einem sinnlichen natürlichen Wohlfühlmoment werden. Dies wird unterstützt durch

Die neue Modellreihe „natura 4000“ passt sich nahtlos in jedes Badezimmer ein und bietet ein Maximum an Funktionalität und Komfort Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, gepaart mit einfacher Reinigung und Pflege – alles Eigenschaften, die sämtliche duka-Duschabtrennungen auszeichnen. Als Spezialist für Sondermaße bestechen die individuellen Lösungen von duka mit Technik und Ästhetik. Durch ihr Design

sind sie gleichermaßen Einladung und Ausdruck für das Erlebnis Duschen. duka hat in diesem Sinne kontinuierlich ihre Kompetenzen ausgebaut und verfeinert und bietet damit dem Kunden unerreichten Duschkomfort mit dem sprichwörtlichen „duka – Erlebnis Duschen“.

Erlebnis Duschen


TISCHLEREI PLANK

30 Jahre Wohnfreude Foto: Oskar Zingerle

Die Tischlerei Plank begeistert seit 30 Jahren mit passgenauen Einrichtungslösungen.

Arnold Plank führt die Tischlerei Plank seit 20 Jahren mit Erfolg Gleich zwei Jubiläen feiert die Tischlerei Plank in diesem Jahr: Die Gründung vor rund 30 Jahren durch Erhard Plank und zugleich die 20-jährige Betriebsführung durch Arnold Plank, der die Tischlerei samt Mitarbeiter nach Erhards Ableben im Jahr 1997 übernommen hatte. Die Übernahme des Tischlereibetriebes stellte für den damaligen Quereinsteiger eine große Herausforderung dar: „Ich war bis dahin in einer Baufirma tätig und brachte keinerlei Tischlerkenntnisse mit. Eine Herausforderung stellte sich mir insbesondere bei der Angebotserstellung, denn im Gegensatz zur Baufirma, in der ich unter anderem für die Kalkulation zuständig war, die zu den damaligen ‚goldenen Jahren’ manchmal nicht so genau erfolgte, verlangten die Kunden bei Tischlerprodukten exakte Endpreise.“ Arnold Plank konzentrierte sich auf die Kundenberatung und Verwaltung; sein Team kümmerte sich um die handwerklichen Leistungen. Auf diese Weise konnte die Betriebstätigkeit aufrecht erhalten bleiben, und der Fortbestand des Tischlereibetriebes war gesichert.

Einrichtungen nach Maß – von Küchen, Schlafzimmern, Garderoben bis Badeinrichtungen. „Oft richten wir komplette Wohnungen ein, von der Planung, Fertigung bis hin zur Montage der gesamten Einrichtung“, erklärt Arnold Plank. Warum Südtiroler sich bevorzugt an Tischler wenden, sieht Arnold Plank vor allem in den Qualitätsmöbeln begründet, die die hochqualifizierten Tischlereibetriebe fertigen. „Tischlerprodukte sind hochwertiger und beständiger als viele industriell gefertigte Möbel.“ Aus dieser Beständigkeit heraus sind die Einrichtungslösungen der Tischlerei Plank bewusst schlicht gehalten und von zurückhaltender Eleganz. „Wir bemühen uns um zeitlose Designs, da unsere Möbel und Einrichtungen langlebig sind und daher Wohntrends überdauern. Eine schlichte Einrichtung erlaubt den Bewohnern außerdem mehr Spielraum bei der weiteren Raumund Farbgestaltung.“ Und auch der Trend zu Kleinwohnungen und kompakten Räumen begünstigt laut Arnold Plank Tischlerlösungen. „Knappe Wohnflächen und kleine Räume erfordern eine gut durchdachte Einteilung“, erklärt er, „und eine solche lässt sich immer noch am besten mit passgenauen und maßgeschneiderten Einrichtungs­ lösungen realisieren.“

WOHNEN NACH WUNSCH & STIL Ob ein speziell gefertigtes Möbelstück oder eine komplette Inneneinrichtung: Die auftragsbezogene Fertigung ermöglicht eine exakte Anpassung an die architektonischen Bedürfnisse und Ihre individuellen Wünsche. Brixen / T 0472 836 690

Qualität in zeitlosem Design. Heute geht es der Tischlerei Plank besser denn je. Die von ihr realisierten Wohnlösungen begeistern und bereiten Wohnfreude für Jahrzehnte. Die Tischlerei bedient vor allem Privatkunden und ist im Speziellen im Großraum Brixen bis Bozen tätig. Das achtköpfige Team, darunter ausgebildete Tischler und Monteure, realisiert

VIELE INSPIRATIONEN AUF WWW.PLANK.BZ 79


Lichte Atmosphäre Licht spielt in vielen Bereichen eine herausragende Rolle – so auch in der Architektur. Der Lichtplanung kommt dabei große Bedeutung zu, weshalb Licht auch als vierte Dimension der Architektur bezeichnet wird. Denn: Nur aus einer optimalen Verbindung von Raumund Lichtkonzepten wird letztlich hohe Raumqualität erreicht. Elektro Oberrauch ist ein zuverlässiger und kompetenter Partner für die Lichtplanung und -installation. Mit großem Knowhow realisiert das Unternehmen durchdachte Lichtlösungen für den privaten Wohnbereich wie auch für den Objektbereich.

Gut geplant, top umgesetzt. Bei jedem Projekt setzen sich die

Foto: Andreas Tauber

Mit anspruchsvollen Beleuchtungskonzepten und innovativen Elektroinstallationen realisiert Elektro Oberrauch seit nunmehr 40 Jahren einzigartige Lichtinszenierungen.

Extra

Einrichten & Wohnen

ELEKTRO OBERRAUCH

Restaurant Zum Klostersepp in Klausen Fachberater bei Elektro Oberrauch mit dem Kunden zusammen und erfassen in einem Erstgespräch alle wesentlichen Anforderungen und Wünsche. Aus diesen erarbeitet das Planungsteam anschließend ein maßgeschneidertes Installations- und Lichtkonzept, das neben einer detaillierten Planung auch aussagekräftige Pro-

duktbilder sowie ein vollständiges Kostenangebot beinhaltet. Dieses wird ausführlich erläutert, sodass der Kunde eine gut informierte Entscheidung treffen kann. Erteilt der Kunde den Auftrag, wird der genaue Termin nochmals definiert und bestätigt, alle erforderlichen Materialien und Leuchten zeitgerecht bereitgestellt, die Arbeiten

eingeplant und schließlich fachmännisch vor Ort ausgeführt. Langjährige Erfahrung und handwerkliches Können sowie der rege Kontakt zum Kunden bilden die Grundlage für gute Ergebnisse. Dass dies dem Klausner Unternehmen immer wieder gelingt, kann es mit einer Vielzahl an einzigartig schönen Referenzen belegen. Wer demnächst ein Bauvorhaben plant, ist bei Elektro Oberrauch lichttechnisch in besten Händen. Einfach anrufen, einen unverbindlichen Gesprächstermin vereinbaren – oder gleich die 700 Quadratmeter große Lichterausstellung am Firmensitz in Klausen besuchen!

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T 0472 847 347 info@elektro-oberrauch.it www.elektro-oberrauch.it


WOHN-ZENTRUM JUNGMANN

Die schönsten Wohnideen Im Wohn-Zentrum Jungmann findet man viele beliebte Herstellermarken – und seit kurzem exklusiv auch die qualitätsvollen Möbel und Einrichtungslösungen von Interliving.

Was macht ein Zuhause zu einem Heim? Dazu tragen im Wesentlichen die wohnlichen Akzente bei, die Räume erst in Wohnräume verwandeln, mit gemütlichen Sofas, farbenfrohen Teppichen, stilvollen Schränken, komfortablen Betten sowie Wohnaccessoires und Wohnutensilien. Dies alles und noch mehr findet man im Wohn-Zentrum Jungmann. Ganz neu präsentiert sich hier die hochwertige Einrichtungslinie von Interliving, die von komfortablen Sofas, praktischen Couchtischen bis hin zu stilvollen Schlafzimmern reicht.

Stilvolles, individuelles Wohnen. Die Möbel von Interliving zeichnen sich durch hochwertige Materialien, fachmännische Verarbeitung und hohen Funktionskomfort aus, die gemeinsam langlebig für schöne Wohnqualität sorgen. Dafür bürgt die deutsche Möbelmarke mit einer 5-Jahre­-Garantie. Viele der Möbel können hinsichtlich Material, Farbe und Größe beliebig konfiguriert werden und erhalten so ihren individuellen Charakter. Interliving steht damit für stilvolles Wohnen – passgenau nach individuellem Geschmack.

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mit großer Planungsvielfalt und besonders aufwändigen Biesen-Nähten. Samtweicher Bezugsstoff, Sitzpolsterung mit PUR-Schaum, best. aus: 1,5-Sitzer mit Armlehne links, Zwischenhocker, Spitzecke groß, 1,5-Sitzer ohne Armlehne und Longchair mit Armlehne rechts. Stellmaß ca. 334x344x171 cm. Bezug: 60% Polyester, 34% Polyacryl, 6% Viskose

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DIE MEISTERMALER

Einrichten & Wohnen

Kreatives für Wand und Decke Darf es glatt, körnig, strukturiert, tapeziert oder lieber mit Fotobild-Großdrucken dekoriert sein? Die Meistermaler sind meisterhaft, wenn’s um kreative Wand- und Deckengestaltung geht.

Extra

Dass sie Meister ihres Fachs sind, beweisen die Meistermaler seit nunmehr 20 Jahren. Ob Maleroder Lackierarbeiten, Fassadengestaltung, Gipsbau, Sichtbetonsanierung oder Vollwärmeschutz: Die Bandbreite der gebotenen Leistungen des Vahrner Handwerksbetriebes ist immens und deckt das gesamte Spektrum der Wand- und Deckengestaltung ab. Mit ihrem fünfzehnköpfigen Team übernehmen Klaus Holzmann und Siegfried Heidegger Wohnraumund Fassadengestaltungen für Private, Hotellerie, Unternehmen, Architekten und Objekteinrichter. Das Einzugsgebiet erstreckt sich vom Gardasee bis Deutschland.

Für jede Herausforderung zu haben. Ihr Können zeigen die

Meistermaler vor allem dann, wenn es gilt, Lösungen für knifflige Herausforderungen zu finden. Nichts erscheint ihnen zu schwierig; oft begeistern sie mit schönen Eigenkreationen, zum Beispiel in Form von kreativen Spachteltechniken nach eigener Rezeptur oder mit edlen Oberflächenvergoldungen. Dies gelingt ihnen auch, indem sie in Sachen Trends und Materialien immer auf dem neuesten Stand bleiben.

Beliebt sind derzeit Oberflächengestaltungen mit Gold und Silber, moderne Textiltapeten und Fototapeten sowie Harztapeten, diese vor allem in Feuchtzonen. Im Trend sind aber auch Sichtbetonoberflächen in Innenräumen. „Wir sind einer von wenigen Be-

trieben in Südtirol, die Sichtbeton sanieren oder in der Lage sind, diesen mit Spachteltechnik zu simulieren“, erläutert Siegfried Heidegger. Stark gefragt sind aber zunehmend auch Akustiklösungen, die die Raumakustik optimieren und auch als Schallschutz

Hard Rock Cafe in Innsbruck: Goldspachtelung und Oberflächenvergoldung im Auftrag der Firma Barth Innenausbau

Immobilienbüro Sader in Brixen: Innovative Spachteltechnik im Wand- und Deckenbereich

Harztapeten im Bad

Sichtbetonspachtelung am Kamin

Seit 20 Jahren für Sie im Einsatz! Wir bedanken uns bei unseren zahlreichen Kunden für ihr Vertrauen! 82

zu Nachbarn und nach außen fungieren. Hierzu bieten die Meistermaler verschiedene Akustiksysteme, die die Wohnqualität wesentlich verbessern.

HEIDEGGER

&

HOLZMANN

www.meistermaler.it Tel. 0472 834 514

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OBERRAUCH GMBH

Einrichten & Wohnen

Ideen aus Holz – gefertigt nach Maß Die Firma Oberrauch aus Schalders ist Zimmerei, Tischlerei und Spenglerei in einem und damit Ansprechpartner für zahlreiche Leistungen rund um den Hausbau.

Extra

Seit 1992 widmet sich der Betrieb, der mittlerweile über 35 Mitarbeiter beschäftigt, hauptsächlich der Ausführung von Holzbauarbeiten, die von privaten Bauherren, Architekten oder Ingenieuren aus ganz Italien in Auftrag gegeben werden. Stets wird auf höchste Qualität geachtet – unabhängig davon, ob es sich dabei um die Ausführung eines einfachen Möbelstückes oder um komplexe Holzkonstruktionen handelt. Die Palette reicht von Klimahäusern, Holzhäusern, Dachkonstruktio-

nen, Aufstockungen, Balkonen, Treppen, Metalldacheindeckungen und Dachabdichtungen bis hin zu Inneneinrichtungen und Türen. Im Bereich der Tischlerei werden im Speziellen Einrichtungen realisiert – von Garderoben über Badmöbel, Treppen, Wohnzimmereinrichtungen bis hin zu Küchen. Leidenschaft ist hierbei Antrieb für das Schaffen: Die Oberrauch GmbH vereint Tradition und Moderne mit ständiger Weiterentwicklung. Perfekte Ergebnisse sind der Lohn dafür.

Messestand Firma Pedross

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Zimmerei Tischlerei Klimahäuser Spenglerei Bungalows, Kioske & Mobilheime Brandschutztüren

Oberrauch GmbH Schalders 53, 39040 Vahrn T 0472 853 600 www.oberrauch.bz www.bungo.it 84


VOLKSBANK

Wohnung WOHNBAU Forum Eintritt finanziert! frei 5.10. Bo zen 11.10. B runeck 25.10. B rixen 31.10. M eran

Laut der letzten Volkszählung 2011 sind 69 Prozent des Wohnbestandes Eigentum. Auch weiterhin kaufen oder bauen sich die Südtiroler ihren Wohntraum. Doch am Beginn aller Träume steht die Frage: „Wieviel Eigenheim kann ich mir leisten?“

Die Verwirklichung des persönlichen Wohntraums ist für die meisten Menschen die größte Investition in ihrem Leben. Bevor es ans entspannte Wohnen in den eigenen vier Wänden geht, sind einige Aspekte zu berücksichtigen. Um angehenden Häuslebauern und Wohnungskäufern einen umfassenden Überblick über die notwendigen Schritte zum Eigenheim zu gewähren, organisiert die Volksbank unter dem Titel „WOHNBAU Forum“ eine Reihe von Veranstaltungen und gibt wichtige Tipps zum Thema.

Die drei Säulen der Finanzierung. Vor dem Kauf bezie-

hungsweise Bau einer Wohnung oder eines Hauses muss man die Kosten realistisch planen. Das Finanzierungskonzept basiert zumeist auf drei Säulen: Eigenkapital, Wohnbauförderung und Bankkredit. Eigenkapital ist für den Erwerb der eigenen vier Wände eine wichtige Voraussetzung. Die Finanzierung ist am solidesten, wenn möglichst viel Eigenkapital zur Verfügung steht. Sollte das eigene Geld nicht ausreichen, kann auch eine teilweise Vorauszahlung der Abfertigung für die Realisierung des Eigenheims herangezogen werden. Auskunft dazu geben Arbeitgeber und Gewerkschaften. Wird die Abfertigung in einen Zusatzrentenfonds eingezahlt, besteht auch die Option, sich einen Teil davon auszahlen zu lassen. Um in den Genuss einer Wohnbauförderung zu kommen, werden bei den Ämtern des geförderten Wohnbaues jährlich Tausende Gesuche eingereicht. Wie groß Interesse und Nachfrage der Südtiroler an Wohnbauförde-

rung sind, belegt jedes Jahr die große Anzahl an Gesuchen: 2016 waren es genau 3.613.

Bankkredit als Fremdfinanzierung. Ist die Möglichkeit einer

Förderung einmal geklärt und sind die Eigenmittel bekannt, ist es in den meisten Fällen notwendig, sich um das Restkapital Gedanken zu machen. Da kommt die Bank ins Spiel: Diese hilft, den Wohntraum in letzter Instanz mit einem Bankkredit zu realisieren. Dabei werden vor allem die zwei Grundfragen geklärt: „Welches Darlehen ist für mich persönlich ideal? Und mit welchem Zinssatz und mit welcher Rückzahlungsrate muss ich rechnen?“ Die Volksbank bietet ein flexibles und auf die persönlichen Möglichkeiten angepasstes Finanzierungsmodell, wobei zwischen einem Hypothekardarlehen mit variablem oder fixem Zinssatz, mit Höchstzinssatz oder mit konstanter Rate gewählt werden kann. Wer zum Beispiel zu Beginn mit hohen Nebenkosten rechnen muss, kann entscheiden, in den ersten Rückzahlungsjahren ausschließlich die Zahlung der Zinsrate vorzunehmen. Gemeinsam mit dem Berater der Bank wird die ideale Finanzierungsform für den Kunden gefunden. Und was passiert, wenn der Darlehensnehmer durch einen Schicksalsschlag nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen? Dafür bietet sich die Möglichkeit einer Kreditrestschuldversicherung. Informationen zu diesen wichtigen Themen erhalten Wohnungskäufer und Häuslebauer auf dem „WOHNBAU Forum“ oder direkt bei den Beratern der Volksbank.

Fachexperten berichten und beraten:

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Wohntraum finanziell realisieren mit der Volksbank

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Förderung durch die Autonome Provinz Bozen

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Vertragsunterschrift beim Notar

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Einrichten und wohnen Fragen und Antworten Anmeldung und Infos in der Volksbank-Filiale oder unter www.volksbank.it/wohnbauforum (beschränkte Teilnehmerzahl) Veranstaltung für Kunden und Interessierte


EINRICHTUNGSHAUS PLANKENSTEINER

Einrichten & Wohnen

Wohndesign im Zeitgeist Inspiration ist Kreativität, Veränderung von Lebensstil und Möglichkeiten sowie Einbeziehung neuester Entwicklungen. Inspiration ist aber vor allem auch Veränderung im Wohndesign.

Extra

Seit über 40 Jahren begeistert das Einrichtungshaus Plankensteiner in Sachen kreativer Planung, handwerklich solider Produktion und präziser Montage. Jede Einrichtung wird individuell geplant; stets wird nach der optimalen Lösung in Raumaufteilung, Stauraumgewinnung, Funktionalität und Optik gesucht. Von der Planung über Fertigung bis hin zur Montage wird jeder Arbeitsschritt von qualifizierten Mitarbeitern ausgeführt. Hohe Qualität der verwendeten Materialien, Genauigkeit bei

Tag der offenen Tür am Sonntag 19. November

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der Verarbeitung und Sauberkeit bei Lieferung und Montage verstehen sich von selbst. So entstehen Raumeinrichtungen, die Tag für Tag Freude bereiten. Und dass das Einrichtungshaus Plankensteiner mit seinem Leitspruch „Wohnen mit Herz und Verstand“ genau richtig liegt, beweisen die vielen Stammkunden und deren große Zufriedenheit.


MADER GMBH

Badträume werden wahr Im neuen Bäder-Showroom in Sterzing präsentiert Mader GmbH Sanitäranlagen und Bäder zum Wohlfühlen. Badberater unterstützen bei der Planung individueller Traumbäder, die jetzt als 3D-Modell maßstabgetreu virtuell erlebt werden können.

T +39 0472 979 511 mader.bz.it

Wenn Badträume wahr werden Wir planen und realisieren Sanitäranlagen und Bäder zum Wohlfühlen, von schlicht bis luxuriös. Neuer Showroom mit VR-Brillen-Technologie

Badberater unterstützen bei der Badplanung und zeichnen das Traumbad in 3D, das man anschließend mit VR-Brille virtuell begehen kann

mehr als installationen non solo impianti

30 YEARS 1987 - 2017

Im neuen Bäder-Showroom in Sterzing präsentiert Mader eine große Auswahl an Sanitärkeramik, Armaturen und Badezimmermöbel Ein Badezimmer soll nicht nur ansprechend aussehen. Die Technik dahinter muss auch einwandfrei funktionieren und komfortabel benutzbar sein. Das Unternehmen Mader plant und realisiert mit modernen Methoden Wohlfühlbäder bis ins letzte Detail, von der Sanitärtechnik bis hin zur Belüftung. Dabei wird auf die jeweiligen Bedürfnisse und Vorstellungen geachtet: Ein Badezimmer für Familien stellt schließlich andere Ansprüche als ein seniorengerechtes Bad.

Fachgerechte Installation. Ob

Gäste-WC, persönliche Wohlfühloase, Hotelbad oder Wellnessbereich: Mader GmbH hat schon die unterschiedlichsten Sanitäranlagen und Bäder installiert. Jahrzehntelange Erfahrung und umfassendes Know-how sorgen für eine hochwertige Installation, auf die langfristig Verlass ist.

Neuer Showroom mit VR-BrillenTechnologie. Ob klassisch oder

modern, mit Badewanne oder ohne: Jedes Bad lässt sich individuell und wunschgenau gestalten. Im neuen Bäder-Showroom in Sterzing bietet Mader eine vielfältige Auswahl an Sanitärkeramik, Armaturen aller Art und Badezimmermöbel von renommierten Herstellern. Hier findet jeder das Passende. Fachkundige Badberater unterstützen bei der optimalen Raumeinteilung und Auswahl der Produkte, die sie in realistischer Ansicht als 3D-Zeichnung auf Papier bringen. Ist alles wie gewünscht? Mit Virtual-Reality-Brille kann man das zukünftige Traumbad anschließend virtuell in maßstabgetreuer Größe erleben – fast so, als ob man sich gerade in diesem befände!

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MÖBELHAUS ROGEN

Einrichten & Wohnen

Wie man sich bettet ...

Extra

... so liegt man, heißt ein Sprichwort. In diesem steckt viel Wahrheit; daher lohnt es sich ganz besonders, bei Matratze, Schlafzimmer und darüber hinaus bei der Einrichtung der eigenen vier Wände auf gute Beratung zurückzugreifen.

Das Möbelhaus Rogen bietet Wohnideen auf 2.500 Quadratmetern Matratze ist nicht gleich Matratze! Davon kann man sich bei den Matratzentagen am Wochenende vom 13. und 14. Oktober im Möbelhaus Rogen in Mühlbach persönlich überzeugen: An diesem Freitag und Samstag stehen Kaltschaummatratzen und Schlafsysteme des renommierten Matratzenherstellers Elastica zum Probeliegen bereit. Interessierte können dabei den Liegekomfort

auf ergonomischen, atmungsaktiven Sieben-Zonen-Kaltschaummatratzen selbst erleben. Erfahrene Fachberater des Herstellers stehen mit nützlichen Tipps zur Seite und unterstützen bei der Wahl der für die jeweilige Person am besten geeigneten Matratze. Alle, die an diesem Wochenende zugreifen, dürfen sich über einmalige Aktionspreise und viele Sonderangebote freuen.

Ergonomische Schlafsysteme sowie komfortable Schlafzimmer für einen erholsamen Schlaf

Riesenauswahl und passgenaue Einrichtungen. Über die

Matratzentage hinaus lohnt sich ein Besuch im Möbelhaus Rogen das ganze Jahr: Auf drei Ebenen und 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche erwartet die Besucher eine Vielfalt an qualitätsvollen Wohn- und Einrichtungsideen – Schlaf- und Kinderzimmer, Küchen, Wohn- und Esszimmer, Badeinrichtungen,

Polstermöbel und vieles mehr. Professionelle Beratung und Planung von einzelnen Lösungen bis hin zu Kompletteinrichtungen, passgenaue Anpassung und Maßanfertigungen in der eigenen Tischlerei, fachgerechte Montage und Service auch nach dem Kauf runden das Angebot ab und machen das Möbelhaus Rogen zu einer bevorzugten Adresse rund ums Wohnen.

Tage des Schlafens Fr. 13. u. Sa. 14. Oktober (Fr. 8.30-12 und 14-17 Uhr, Sa. 8.30-16 Uhr) Entspanntes Probeliegen und Fachberatung!

*Aktion: Beim Kauf von 2 Kaltschaummatratzen erhalten Sie einen dyson Matratzensauger im Wert von 299 € gratis dazu! Mühlbach, Pustertalerstraße 30 Tel. 0472 849522 · www.moebel-rogen.it

Wir planen – organisieren – konstruieren. 88

Kaltschaummatratze JADE 650 Höchster Schlafkomfort durch ergonomisch korrekte Körperanpassung.

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10 xER

WENIG STAUB


Ein Ort der Inspiration In Zeiten zunehmenden digitalen Kaufverhaltens haben stationäre Händler auch weiterhin ihre Daseinsberechtigung, denn eines können 360-Grad-Animationen und Produktvideos nicht: Produkte an einem Ort erlebbar machen, individuell beraten und flexibel kombinierbare Einrichtungsideen gestalten.

Produkte und Neuheiten können virtuell erklärt und gezeigt werden, aber wahrnehmen kann man diese erst, wenn man davorsteht. So gibt es in den Showrooms von Innerhofer immer wieder viel Neues rund ums Bad und Haus zu entdecken. Zum Beispiel die Becken und Armaturen von Glass Design, einer Manufaktur mit Sitz in Vinci, die diese in aufwändiger Handarbeit aus traditionellen und technisch ausgereiften Materialien produziert. Aber auch die kreativen Heizkörper von Livingstone entfalten ihre volle Anziehungskraft erst beim hautnahen Erleben. Die Heizkörper werden aus einem Abfallprodukt hergestellt: Marmormehl, das beim

Schneiden von Marmor entsteht. Unter Einsatz von Wasser und entsprechenden Bindemitteln wird das Marmormehl im Kaltverfahren gepresst und gebunden. „Nur mit Nachhaltigkeit haben zukünftige Generationen eine Chance“, so die Firmenphilosophie von Livingstone. Das Ergebnis sind außergewöhnliche Heizkörper, die Funktionalität, Design und Umweltschutz in sich vereinen. Die ökologische Verantwortung lebt auch Alape – ein Hersteller, der Becken und Waschtische fast ausschließlich aus glasiertem Stahl herstellt. Dieser Stahl ist äußerst belastbar, farbbrillant und strapazierfähig. Die schlagfeste und langlebige Oberfläche wird

durch ein spezielles Brennverfahren erreicht und garantiert absolut hygienische Eigenschaften.

Fliesenwelt. Sehenswert ist auch

die neue „Fliesenwelt“ von Innerhofer. Fliesen verleihen nicht nur dem Badezimmer den letzten Schliff. Besonders faszinieren die Fliesen von Porcelanosa Grupo, einem spanischen Unternehmen, das sich seit Jahrzehnten auf Werte wie Innovation und Qualität stützt. Ursprünglich nur auf der Herstellung von Keramikfliesen fokussiert, verfügt Porcelanosa inzwischen über ein umfangreiches Produktsortiment, zu dem Fliesen für den Innen- und auch Außenbereich gehören.

Wer sich von diesen und vielen weiteren Neuheiten für Haus und Heim inspirieren lassen möchte, für den lohnt der Besuch in der großen Innerhofer Bäder- und Fliesenwelt!

3hochk.de

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Einrichten & Wohnen

E. INNERHOFER AG

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erfrischend neu, funktional und schön. Die aktuellen Bad-, Technikund Fliesentrends. Wie frisch man in den Tag starten kann, jetzt bei InneRhoFeR entdecken. nur ein Termin – schon geht die Sonne auf. www.innerhofer.it

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STAMPFL KÜCHE WOHNEN

Brixner Einrichtungs­ studio in neuem Kleid

Derzeit wird noch eifrig Hand angelegt, doch bald ist es soweit: In Kürze präsentiert sich das Einrichtungsstudio Stampfl Küche Wohnen in neuem Look – und mit vielen neuen Einrichtungsideen.

Seit nunmehr 17 Jahren gibt es das Einrichtungsstudio Stampfl Küche Wohnen. Von Anfang an konnten Manfred Stampfl und sein Team mit exquisiten Einrichtungen begeistern; insbesondere die Küchen von Stampfl sind sehr begehrt. Längst hat sich der Name des Einrichtungsstudios als Designmarke etabliert. Kunden aus ganz Südtirol kommen für Einrichtungslösungen von Stampfl nach Brixen.

Neues Erscheinungsbild. Um

das hochwertige Wohndesign

bestmöglich nach außen zu vermitteln, wurde vor kurzem das Erscheinungsbild des Einrichtungsstudios erneuert. Dazu wurden der Parkplatz neu gepflastert, die Fassade teilweise mit großflächigen Fensterfronten versehen und die Außenmauer mit in Firmenfarbe pulverbeschichtetem Aluminium verkleidet. Aber auch innen tut sich derzeit noch allerlei: So wird zurzeit der Ausstellungsbereich erneuert, um aktuelle Trendneuheiten von der Küche bis hin zum Wohnen in bestem Licht zu präsentieren. Ab

Das Einrichtungsstudio Stampfl Küche Wohnen präsentiert sich neu Oktober zeigt sich das Einrichtungsstudio Stampfl Küche Wohnen dann einladender denn je. Auf die Kunden warten aktuelle Wohntrends und einzigartige Ein-

richtungsideen sowie gewohnt professionelle Beratung, fachmännische Planung und sorgfältige Umsetzung.

www.stampflstudio.com find us on

UNSERE REZEPTE FÜR IHRE KÜCHE. 91


Komplettanbieter für Böden und Oberflächen Vom Holzboden mit Bandsägeschnitt über hinterlüftete Steinfassaden bis zum barrierefreien Bad mit Wandnischen, Waschtisch und Glas­ trennwand: Hofer Fliesen & Böden ist der Partner für alle Oberflächen.

Das Unternehmen Hofer Fliesen & Böden aus Waidbruck ist der Ansprechpartner für sämtliche Oberflächen: Von Holz über Teppich bis Kunstharz, von Fliesen über Naturstein bis hin zu Mosaik spannt sich die Leistungspalette. Und genau dieses breite Fachwissen gewährleistet durchgängige Qualität.

Extra

Einrichten & Wohnen

HOFER FLIESEN & BÖDEN

Alles nach Maß. Einzigartig ist

die neue, moderne Keramik-Verarbeitungswerkstätte von Hofer. In sorgfältiger Maßarbeit werden hier Waschtische, Küchenblöcke, Treppenstufen und Möbel aus Keramik produziert. Die Vorteile dieser Raumelemente liegen auf der Hand: leichte Reinigung, unempfindlich, extrem belastbar, einheitliche Optik und natürlich millimetergenau nach Kundenwunsch gefertigt. So fügt sich jeder Waschtisch ins Bad und jede bodengleiche Dusche ins Eck.

Nischen wie aus Stein gemeißelt, auf Wunsch auch mit Beleuchtung

Für Designliebhaber. Etwas Ein-

zigartiges zu gestalten ist nicht immer einfach, doch mit HoferBeschichtungen sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt – ob ein Foto im Boden der barrierefreien Dusche oder farbige Akzente in der Küche. Qualifizierte Mitarbeiter kümmern sich bei Hofer Fliesen & Böden um alle Oberflächen und stellen dadurch sicher, dass der Holzboden nahtlos in Naturstein überläuft, Beschichtungen glänzen und der fugenreduzierte Boden aus 6 mm dünnem Feinsteinzeug eine perfekte Kombination mit weichem Teppich eingeht.

Im Außenbereich über Jahrzehnte schön: DeckWay. Mit der

DeckWay-Fliese bietet Hofer die ideale Lösung für den Außenbereich. Das Feinsteinzeug in Holzoptik hält jeder Witterung stand und ist mit 2,4 Metern unübertroffen in der Länge. Hölzer 92

Beschichtungen setzen besonders wohnliche Akzente im Außenbereich präsentieren sich besonders nach feuchten Wintermonaten oft grau, spröde und mit Schadstellen; Pflege und Reinigung nehmen viel Zeit in Anspruch. Die neue DeckWayFliese hingegen überzeugt über Jahrzehnte mit einer täuschend echten, wartungsfreien Holzoberfläche.

Passgenauer Service. Holzböden

sollen regelmäßig geölt werden, genauso wie Natursteine imprägniert gehören. Hofer bietet die passenden Pflegeprodukte, Instandhaltungs-Services und Sa-

Steinfassaden fügen sich harmonisch ein nierung für Holz, Stein, Teppich und Fliese. Auch die saisonale Reinigung von Schwimmbädern und Spa-Anlagen erleichtert vielen Eigentümern die perfekte Pflege.

Riesenauswahl und Top-Beratung. Die Hofer-Showrooms mit

über 1.000 Mustern in Waidbruck und Bozen/Sigmundskron werden nach Terminvereinbarung geöffnet. Um die Kunden bestmöglich bei der Auswahl zu unterstützen, wird um Anmeldung für Beratungsgespräche gebeten: Tel. 0471 654148 oder E-Mail beratung@ hofer.it

Holzböden zählen zu den beliebtesten Böden im Innenbereich


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Für alle, die Einzigartiges lieben.

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Auch heuer haben uns viele Leser die Fotos ihrer Kleinen zugesandt, die wir nun auf den folgenden Seiten gern veröffentlichen. Danke fürs Zusenden! Das Siegerfoto zeigt zwei lachende Gesichter im Heu. Es war fast Liebe auf den ersten Blick: Andreas und Alex Unterleitner aus Neustift haben die „Brixner“-Redaktion auf Anhieb überzeugt. Die Freude, mit der sie in dem mit Heu gefüllten Schubkarren sitzen und in die Kamera lachen, hat unsere Herzen erwärmt, weshalb dieses Foto das heurige Siegerbild unserer Kinderfotoaktion ist. Gewonnen haben die beiden einen Geschenkskorb, den uns freundlicherweise der Milchhof Brixen Brimi zur Verfügung stellt. Ein herzlicher Dank gilt natürlich all jenen Eltern, die uns viele zuckersüße Fotos ihrer Kleinen zugesandt haben. Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue auf jedes einzelne eingesandte Bild!

Extra

Kinderfotos

In Heu und Stroh

FOTOAKTION

Emanuel Mangger, Brixen

Simon und Lena Knollseisen, Brixen

Gabi Unterthiner, Vahrn

errauch, Milland

Marie und Emma Ob

Sophia und Samuel Durnwalder, Vahrn

Timo Gasteiger, Elvas Tobias und Max Gamper, Afers 94

Tamara Pergher, Milland


Sofia und Alice Cicero,

Daniel und Sandra Mantinger Brixen

Toni Plaseller, Lüsen

Milena und Alina Huber, Neustift

Emely Steiner, Raas und Fabian Kaser, Vahrn

Alex, Maximilian, Laurin und Anna D‘Alberto, Natz

Fabian Silbernagl, Na

Anna und Paul Delte

desco, Raas

tz

Lara Fischnaller, Brixen

Elias und Lisa Freund, Sarns

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So schenke ich Brixen!

BrixenAltstadtGutschein… die Vielfalt von über 150 Geschäften und Gastronomielokalen. Auch ideal als Kunden-, Mitarbeiter- und Mitgliedergeschenk für Unternehmen oder Vereine. Erhältlich bei: Touristinfo Brixen (Kleiner Graben), Raiffeisenkasse Eisacktal, Sparkasse & Volksbank (Großer Graben)

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Lisa & Felix Duregger, Vahrn Tobias Taschler, Milland

Extra

Kinderfotos

Benjamin Gruber, Brixen

Leni und Robin Gasser, Sarns

Leonie Bizjak, Brixen

Lea Lamprecht, Weitental

Hannah und Sofia Rigger, Elvas

Luis Matthias Batista

Manuel und Mattia Lorenzi, Brixen

Aurelia und Valeria Maier, Brixen

Die Gemeinde Brixen sucht:

Maria Rabensteiner, Villanders

Mitarbeiter/-in für die EDV

(Berufsbild: EDV Programmierer VI. F.E.) Aufgaben: Netzwerkadministration, Inbetriebnahme von Hard- und Software, Anwenderbetreuung, Weiterentwicklung der EDV-Programme und eigenverantwortliche Übernahme von verschiedenen Projekten. Details zur Bewerbung und Anforderungen finden Sie auf unserer Homepage www.brixen.it. Weitere Informationen unter der Nummer: 0472 062120

› Einreichfrist: 20/10/2017

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Luca Zipponi, Schoffhausen (Schweiz)/Brixen

Emma und Marie Lechner, Viums

Elias und Rafael Holzer, Vahrn

Tommy Gasteiger, Elvas


Nadia Stockner, Tötschling rns Greta und Jana Völkl, Sa

Noah Oberhofer, Vahrn

Verena und Patrick Obertegger, Brixen

Alina und Maxim Thaler, Milland

Samuel Gasser, Brixen

Liam Immanuel und Lena Sophia Knoflach, Feldthurns

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Nico Weissteiner, Brixe

Lukas Stockner, Tötschling

Anna Goller, Kastelruth Mia Loszach, Brixen Sophia Schrott, St. Andrä

Leon und Elina Rosa Egger, Milland

Maya Oberhofer, Vahrn

Toni Prader, Sarns

Lia und Simon Rottensteiner, Milland

Simon Brugger, Vahrn

Elias Spiro Tereziu, Brixen

Lisa und Mara Delueg, Feldthurns 97


Impressum

An Pilzvergiftung gestorben

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Sonntag, 8. September 1917

Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Evi Hilpold (eh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Silvia von Pretz (sp) Franziska Rude (fr) Susanne Rude (sr) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Oktober 2017 Nächster Redaktionsschluss: 10. Oktober 2017 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 98

September 1917

In Brixen starb am 6. September infolge Genusses von Schwämmen Herr Josef Olsacher, Webermeister der Fabrik Jörs u. Klug in Brixen. Beim Auftreten der Vergiftungserscheinungen wurde er sofort in das

Zur Fleischversorgung in Brixen Dienstag, 4. September 1917 Freitag ist „fleischloser“ Tag. Dem nun nächstkommenden Freitage folgen zwei Feiertage (Samstag, 8., Marienfest, und Sonntag). Bringt die Versorgung mit Fleisch für den Haushalt schon jeden Samstag Schwierigkeiten und ein endloses „Anstehen“ mit sich, so wird dieses um so mehr in dieser Woche der Fall sein, wenn da nicht Vorsorge getroffen oder der nächste Freitag zur Fleischabgabe freigegeben wird. Auch der Minderbemittelte wird und muß wenigstens an einem der beiden Feiertage bei dem Mangel der anderen Lebensmittel zum Fleisch greifen und so würde sich an diesem Samstag der Zudrang bei den Fleischhauern zur Unerträglichkeit steigern und zu Unzukömmlichkeiten führen.

Matriken-Auszug der Stadtpfarrkirche Brixen für den Monat August Mittwoch, 5. September 1917 Geborene: 8. Maximilian, Sohn des Josef Knoflach, Südb.-bediensteter, und der Karolina, geb. Markart. 15. Josef, Sohn des Franz Holzer, Gärtner, hier, und der Karolina, geb. Pichler. 15. Johann, Sohn des Christian Zaderer, Elektromonteur, und der Aloisia, geb. Hauser. 17. Johann, Sohn des Johann Lachnit, Assistent der Südbahn, und der Maria, geb. Kunert. 20. Maria, Tochter des Thomas Nußbaumer, Paniderbauer in Afers, und der Theres, geb. Ellecosta. 22. Maria Viktoria, Tochter des Rüdiger Stadl-Maner, k.u.k. Hauptmann, und der Elisabeth Gräfin von Wolkenstein-Trostburg. 9. Ilse, Tochter des Wilhelm Werner, k.u.k. Hauptmann, und der Irma, geb. Fürthmaier.

Verstorbene: 7. Maria Plaitner, geb. Goldwurm, Pfründnerin, 82 Jahre alt. 19. Siegfriede Baumgartner, Kaufmannskind, 2 Jahre alt. 26. Karl Larcher, Bauernsohn von Sterzing. 27. Anna Trebinger, Pfründnerin, 75 Jahre. 30. Peter Blasbichler, Taglöhner, 72 Jahre. 31. Johann Burger, Finanzwach­ oberrespizient, 49 Jahre.

Felddiebstähle in Brixen Donnerstag, 6. September 1917 In dem sogen. „Millander Villenviertel“ scheinen Felddiebstähle und Flurbeschädigungen nicht selten vorzukommen. Besonders sind es Kinder, welche solche ausführen. Ob die Kinder vielleicht gar im Auftrage der Eltern handeln, ist noch fraglich. Es wird den Kindereltern nahegelegt, die Kinder von derlei Dingen abzuhalten, anderseits das k.k. Gericht ein Wort sprechen wird. Was für Folgen die Nichtbeachtung der Wegsperre und das verbotene Betreten der Felder zeitigt, beweist die Tatsache, daß in letzter Zeit vier angeschossene Personen im Spitale Brixen eingeliefert wurden. Der Bauer greift zum Schutze seines Eigentums zur Selbsthilfe. – Dies zur Warnung und Beachtung des Flurschutzes. Hoffentlich lassen diese Diebstähle nach, ansonst der Polizeihund seine Kunst ablegen wird.

städtische Krankenhaus überführt, doch war Hilfe schon zu spät. Olsacher ist verheiratet und hinterläßt die Witwe und drei bereits versorgte Kinder; er stand im 50. Lebensjahre. Durch mehrere Jahre war Olsacher Obmann des katholischen Arbeitervereins Brixen, für den er sehr rührig sich betätigte.

Ein Russe 24 Knödel verzehrt Donnerstag, 6. September 1917 Dem Reservespital Lienz wurde kürzlich ein russischer Kriegsgefangener wegen Verdauungsbeschwerden überstellt. Wie sich herausstellte, hatte er allein das für mehrere Personen bestimmte Mittagessen von 24 Knödeln verzehrt.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


Skifahren für ALLE PR-Info

Neue Preispolitik in den Skigebieten Gitschberg Jochtal, Plose und im Seilbahnverband Eisacktal Das Skifahren war in den vergangenen 50 Jahren die Wintersportart Nummer eins und die beliebteste Freizeitbeschäftigung vieler Südtiroler. Damit das auch in Zukunft so bleibt und Skifahren für jedermann leistbar ist, hat sich der Seilbahnverband Eisacktal für die bevorstehende Wintersaison etwas ganz Besonderes überlegt und die Preispolitik der Saisonkarten grundlegend überarbeitet. Dies betrifft die Skigebiete Gitschberg Jochtal & Plose, sowie die Dorflifte von Villnöss, Feldthurns und Lüsen. Das Ziel der neuen Preispolitik ist es, einerseits die Jugend zu fördern und andererseits das Skifahren für alle leistbar zu machen.

Vorverkauf und Sonderaktion im Oktober. Zum bereits etablierten Vorverkauf wird es im gesamten Monat

Oktober die Sonderaktion „Skifahren für ALLE“ geben, von der jeder profitiert. Der Verkauf der Saisonpässe läuft von Montag, 2. Oktober bis einschließlich Dienstag, 31. Oktober. In diesem Zeitraum haben alle die einmalige Möglichkeit, Kinderpässe für die gesamte Saison für nur 10 € zu erwerben, Jugendliche bezahlen 149 €, Jungbürger und Studenten 199 € und alle Erwachsenen den einmaligen Sonderpreis von 299 €. Die Saisonpässe können von Montag bis Freitag an den Verkaufsstellen in Vals, Meransen und St. Andrä erworben werden. Kinder und Jugendliche müssen beim Erwerb der Saisonkarte anwesend sein und einen gültigen Personalausweis vorweisen. Die Sonderaktion „Skifahren für ALLE“ im Vergleich zu den Vorverkaufspreisen und den Preisen des Normalverkaufs:

Alter

Geburtsdatum

„Skifahren für ALLE“ 02.–31.10.2017

Vorverkauf bis 23.12.2017

Normalverkauf ab 24.12.2017

Kinder

0–11

Geb. am oder nach dem 25.11.2006

10,00 €

110,00 €

150,00 €

Jugendliche

11–16

Geb. zw. 24.11.2006–25.11.2001

149,00 €

170,00 €

200,00 €

Jungbürger

16–25

Geb. zw. 24.11.2001–25.11.1992

199,00 €

250,00 €

300,00 €

Erwachsene

25–60

Geb. zw. 24.11.1992–25.11.1957

299,00 €

430,00 €

490,00 €

Senioren

60-70

Geb. zw. 24.11.1957–25.11.1947

299,00 €

390,00 €

440,00 €

70+

Geb. am oder vor dem 24.11.1947

299,00 €

330,00 €

360,00 €

Max. Betrag pro Familie

899,00 €

999,00 €

1.099,00 €

Supersenioren Family Ticket

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Almenreg io n

PS: Unser Tipp an alle Paten: Schenken Sie Ihrem Patenkind zu Allerheiligen Skivergnügen für die gesamte Wintersaison! Ein ideales Patengeschenk!

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Lassen Sie sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen und erwerben Sie Ihren Saisonskipass für die Wintersaison 2017–18 bis einschließlich Dienstag 31. Oktober 2017! Mehr Informationen gerne auch telefonisch: Büro St. Andrä 0472 200433 – Büro Vals 0472-547113

Gitschberg Jochtal


Das beste Brixen vom Wohnen.

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