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Brixner 328 Mai 2017

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EXTRA

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Poste Italiane s.p.a. - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (convertito in Legge 27/02/2004 n° 46) art. 1, comma 1, NE/BZ - Contiene I.P. e I.R. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

Freizeit & Erholung

Jahrgang 28 · Mai 2017

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Made by

Frostiger April

Wenn Reben frieren JUGENDFEUERWEHR BRIXEN: Alle für jeden PORTRAIT: Helmut Zingerle ist mit Bad Bachgart verwurzelt DOMSCHATZ: Sakrale Kostbarkeiten in der Brixner Hofburg VOLLEYBALL: Aufstieg in die Serie D und erfolgreiche Jugend


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Aicha: Zweizimmerwohnung + Terrasse • letzter Stock, Süd-West-Ausrichtung • Keller, Garage • Bruttofläche: 68,40 m² Verkaufspreis: ab € 225.000,00

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Editorial

Politik & Gesellschaft 06 | JUGENDFEUERWEHR BRIXEN: Alle für jeden 10 | Abschied: Frei wie ein kleiner Schmetterling

>>> 06

Unmündig

Menschen & Meinungen >>> 16 16 | PORTRAIT: Helmut Zingerle 21 | Pro & Contra: Ist Wobi bei säumigen Mietern zu nachlässig? 23 | Umfrage: Mehr Strahlkraft für Brixen? Kunst & Kultur >>> 24 24 | SAKRALE SCHÄTZE: Ein Streifzug durch den Domschatz 27 | Musik: Leckerbissen für Jazzliebhaber 28 | Alpen-Flair: „Festival der Vereine“ 31 | Frühjahrskonzert: Musikalisches Feuerwerk 32 | Kultursommer im Knast: „Das Original frisch gefeilt“ Veranstaltungen 38 | TIMER: Juni 2017

>>> 38

Freizeit & Sport >>> 44 44 | VOLLEYBALL: Mission erfüllt! 47 | Sport- & Spielefest: Alle sind Sieger 49 | Frauen und Olympia: Eine Zeitreise 50 | Carmen Niederkofler: „Habe es noch nicht realisiert“ Wirtschaft & Umwelt >>> 56 56 | FROSTIGER APRIL: Schwere Schäden durch Minusgrade 59 | Restmüll: Trennen und sparen 62 | Wasser-Licht-Festival: Im Wunderland Extra 64 | Freizeit & Erholung

>>> 64

Im „Brixner“ finden Sie folgende Icons, die auf multimediale Inhalte im „BrixnerPlus“ verweisen:

Videodatei

Bildergalerie

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Tondatei

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Eigentlich bin ich ja grundsätzlich ein Fan des Begriffs Eigenverantwortung, denn das Gegenteil davon ist Unmündigkeit – und wer von uns will schon „unmündig“ sein? Der Staat erklärt uns jetzt aber in Sachen Kinder-Impfpflicht für unmündig, und das Paradoxe daran ist, dass ich dafür sogar Verständnis habe. Im gesamten Jahr 2016 gab es in Italien 860 Masernfälle, und 2017 waren es bis Mitte Mai bereits 2.395; neun von zehn Kranken waren nicht geimpft. Dass der Staat auf eine solche Situation reagieren muss, ist nachvollziehbar – er tut es im Interesse unserer Kinder. Das entsprechende Dekret ist drastisch: Die Impfpflicht gilt nicht mehr nur für vier, sondern für zwölf Krankheiten, und nicht geimpfte Kinder bis 6 Jahren dürfen keine Krippen, Kindergärten und Vorschulklassen besuchen. Eltern schulpflichtiger Kinder ab 6 Jahren, die nicht geimpft sind, zahlen jedes Jahr hohe Bußgelder. Damit erklärt der Staat sämtliche Sensibilisierungskampagnen als gescheitert: Mit guten Argumenten und wissenschaftlichen Fakten ist ein bedeutender Teil der Bevölkerung offenbar nicht zu überzeugen. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin sagt, dass die asozialen Medien mitschuld sind an dieser Entwicklung: Facebook ist ein Nährboden für radikale Meinungen und Halbwahrheiten, die von vielen Leuten unreflektiert aufgenommen und geglaubt werden. Dabei ist der Nutzen einer Flächenimpfung längst nachgewiesen, jede Alternative wirft unsere Gesellschaft zurück ins Mittelalter. Aber offenbar leben wir eben in einer Zeit, in der jeder dahergelaufene Verschwörungstheoretiker glaubwürdiger ist als ein Arzt oder ein Wissenschaftler. Offenbar muss die Bevölkerung hin und wieder zu ihrem Glück gezwungen werden: Wäre die Anschnallpflicht für Autofahrer, die Helmpflicht für Motorradfahrer oder auch das Rauchverbot in öffentlichen Lokalen eine reine Empfehlung, würde sich niemand daran halten.

Der multimediale „BrixnerPlus“ ist als kostenlose App für Apple iOS und Android im jeweiligen App Store erhältlich – oder ganz einfach im Internet: www.brixner.info

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________

Land _______________

Die Bezahlung der Abo-Gebühr erfolgt an: ❏ Südtiroler Volksbank: IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004 ❏ Südtiroler Sparkasse: IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000 ❏ Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452 ❏ BancoPosta: IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405

Schneiden Sie diesen Bestellschein aus und senden ihn an: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I-39042 Brixen


Weltweit gefragt – weltweit unterwegs

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Australien, Schweden und Malaysia sind nur drei von vielen Ländern, in die das Brixner Unternehmen Progress Maschinen & Automation, Teil der PROGRESS GROUP, individuell gefertigte Maschinen und Anlagen für die Betonstahlbearbeitung liefert und dadurch innerhalb weniger Jahre zu einem Marktführer weltweit aufgestiegen ist.

Kontakte mit den Kunden.

Im Bild von links: Josef Perpmer (Gebietsverkäufer) und Klaus Gfader (Projektmanager)

Klaus Gfader, gerade mal 25 Jahre alt und dem Betrieb seit sechs Jahren treu, ist zuständig für die Projektentwicklung und die Kundenbetreuung. „Ich bin es gewohnt, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen“, erläutert der Klausner. „Auch halte ich direkte Kontakte zu den Kunden, und diese schätzen es, wenn sie neue Ideen einbringen dürfen, wenn auf ihre Anregungen und Wünsche eingegangen wird und wenn wir unerwartet auftretende Probleme unkompliziert und unverzüglich lösen.“

Ein erneuter Riesenauftrag in Malaysia.

Was es bedeutet, bei Progress Group zu arbeiten.

Das Projekt, für das die Brixner Firma im Juli des Vorjahres die Zusage erhalten hat, heißt Forest City: Ein großer Bauunternehmer aus China, dessen Betrieb Country Garden rund 70.000 Mitarbeiter zählt, lässt in Zusammenarbeit mit einem der neun Sultane in Malaysia vier riesige Inseln im Meer bauen. Neben anderen westlichen Großfirmen wurde Progress mit der Lieferung von Maschinen und Anlagen für die Betonstahlbearbeitung beauftragt. Das bedeutet ein Vertragsvolumen von ca. 18 Mio. Euro, Lieferung und Aufbau in zehn Monaten und enormen Zeitdruck. Die Aufbauarbeiten sind derzeit voll im Gange.

Josef Perpmer – einer vom erfolgreichen Verkaufsteam. Er kennt die Branche und ist begeistert davon: Josef Perpmer aus Eppan, 29 Jahre alt, seit dreieinhalb Jahren bei Progress. Seine Ausbildung absolvierte er zunächst in Bozen und dann in Wien, von wo er mit dem Titel eines Bachelor in Betriebswirtschaft nach Südtirol zurückkehrte. „Wir füllen mit unserem Spezialmaschinenbau einen sehr besonderen Nischenmarkt“, erklärt er. „Als Verkäufer bewege

ich mich zwischen den Zeitzonen und einzigartigen Kulturen. Die Faszination so mancher Großprojekte kann dabei ganz schön Eindruck schinden.“

Gefragte Kompetenzen. Welche Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ein Bewerber mitbringen sollte, auch darüber gibt Josef Perpmer gerne Auskunft: „Gefragt sind Geduld und diplomatisches Geschick, Teamfähigkeit und Flexibilität. Erfahrung hilft natürlich sehr. Ein gesundes Maß an Vertragsverhandlungslampenfieber – bin ich mir sicher – hat auch noch der größte Routinier. Selbstverständlich braucht es Sprachkenntnisse: neben Deutsch unbedingt Englisch. Wer zudem noch Französisch oder Russisch spricht, kann weitere Pluspunkte vorweisen.“

Das Forest City Projekt in Malaysia – Eine Stadt im Meer.

Viele Mitarbeiter sind schon lange bei Progress beschäftigt. Das ist kein Zufall! „Trotz der Größe der Firma gibt es wenig Hierarchie“, sagen Klaus Gfader und Josef Perpmer unisono, „wir fühlen uns nicht als Nummern, sondern erfahren große Wertschätzung und Vertrauen. Das ist nicht selbstverständlich!“ Klaus Gfader hat nach dem Abschluss der Gewerbeoberschule als qualifizierter Monteur angefangen und sich nach einer kurzen Etappe als Konstrukteur zum Projektmanager emporgearbeitet. Mit einigem Stolz sagt er: „Und jetzt leite ich große Projekte. Das hätte ich mir nicht erträumt. Aber wer offen ist und nach oben will, der erhält die Chance dazu. Natürlich braucht er technisches Geschick, Können und Biss!“


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Politik & Gesellschaft DIE ZUKUNFT IN DER HAND: Die Jugendlichen von heute sind die Feuerwehrmänner von morgen

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ZU BESUCH BEI DER JUGENDFEUERWEHR BRIXEN

Alle für jeden Foto: Oskar Zingerle

Einmal mit der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Brixen ganz nach oben? Kein Problem für den „Brixner“! Die beiden Jugendgruppenbetreuer Robert Burchia und Jakob Dariz haben sich zusammen mit Michael Sloschek, Mitglied der Jugendfeuerwehr, Zeit genommen, um einen Blick von oben auf die Jugendgruppe der FF Brixen zu werfen.

B

ei der Feuerwehr scheint es so zu sein wie bei den Lederhosen: Das speckige Beinkleid beziehungsweise die Mitgliedschaft wird von Generation zu Generation weitergegeben. Dafür, dass diese Metapher nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, gibt es einige Beispiele. Michael Sloschek etwa: Schon sein Großvater, Helmut Sloschek, war bei der Brixner Wehr; er war sogar Kommandant. Sein Vater ist Feuerwehrmann und

sich einmal der Wunsch, Feuerwehrmann zu werden. Doch wenn das Alter erreicht ist, ab dem man der Jugendgruppe beitreten darf, scheint der kindliche Enthusiasmus verschwunden zu sein – und der Schritt zur Mitgliedschaft bleibt aus. Zumindest in Brixen scheint das so zu sein, denn auf die vier Betreuer Robert Burchia, Valentin Plaikner, Albert Michaeler und Jakob Dariz kommen insgesamt nur sieben Jugendliche. Genau genommen

Grinsen im Gesicht zu. Das ist aber auch verständlich, denn wenn man hört, welches Programm der Verein den Jugendlichen bietet, springen schnell die Funken über. Wer wollte nicht schon mal in einem Feuerwehrauto sitzen, durch die verschiedenen Gerätschaften stöbern und nach deren Zweck fragen? Oder wie wäre es, an selbst gespannten Seilen von Baum zu Baum zu sausen? Auch Wasser mit der Feuerwehrpumpe

„Wir brauchen in der Jugendgruppe mehr Mitglieder“_ Robert Burchia, Jugendgruppenleiter bei der FF Brixen sein Onkel ist auch bei dem Verein. „Das liegt irgendwie in der Familie“, vermutet der knapp 16-jährige Bursche, „für mich war aber auch schon von Kind auf klar, dass ich zur Feuerwehr gehen werde. Heute bin ich in der Jugendgruppe, und wenn ich 17 Jahre alt bin, werde ich auch in die aktive Mannschaft wechseln.“ Auch Jakob Dariz’ Vater hat seinem Sohn die Vereinsmitgliedschaft in die Wiege gelegt, und bei Robert Burchia, der die Brixner Jugendgruppe leitet, war es dasselbe. „Mehr oder weniger hat jeder Feuerwehrmann schon einen Vorfahren in diesem Verein gehabt“, schmunzelt Burchia. „Wenn man als Kind seinen Vater bei der Feuerwehr sieht, macht das die Sache natürlich spannend.“

Krise in der Jugendgruppe?

Aber auch ohne Verwandtschaft bei der Feuerwehr scheint der Bann, der von den großen roten Autos ausgeht, ungebrochen, und bei so manchem Kind regt

sind es sogar nur vier, denn drei Jugendliche hat die Feuerwehr Tils der Brixner Wehr anvertraut – sie haben nämlich selbst keine Jugendgruppe dort. „Es gab eine Zeit, in der wir sogar nur zu zweit waren“, erinnert sich Michael Sloschek, „es ist schon schade, dass die Jugendfeuerwehr in Brixen, in einer Stadt mit über 20.000 Einwohnern, nur so wenige Mitglieder hat.“ Warum das so ist, kann er sich nicht erklären. Das einzige, was er zu bemängeln hat, sind die Vorbereitungen auf den jährlichen Wissenstest. „Das ist schon nervig, aber die Betreuer schauen, dass wir in dieser Zeit auch lustige Sachen machen.“ Auf die Frage, was die Betreuer besser machen könnten, antwortet er nach langem Nachdenken: „Derzeit treffen wir uns zwei bis drei Mal im Monat. Mir würde es aber besser passen, wenn wir uns öfter treffen würden. Mir macht’s nämlich immer Spaß, und ein bissl ein Feuerwehr-Fanat bin ich schon“, gibt er mit einem breiten

herumspritzen klingt verlockend – und, ja, die Jugendlichen können auch mal einen Brand mit dem Pulverlöscher bekämpfen. „Das Beste ist aber immer noch, mit der Drehleiter ganz nach oben zu fahren“, erinnert sich Michael Sloschek. „Die Drehleiter ist schon das höchste, was man erreichen kann.“ „Naja, im wahrsten Sinne das höchste“, fügt ein lächelnder Jakob Dariz hinzu. „Ansonsten sind unsere Möglichkeiten in der Stadt aber leider etwas begrenzt“, gibt er zu bedenken. „Wir müssen meist in die Industriezone ausweichen für derartige Übungen, dort können uns aber leider nur wenige Leute sehen.“ Man glaubt es kaum, aber das Gesehenwerden spielt bei der Feuerwehr eine große Rolle – der Mitgliederwerbung wegen. „Deshalb wollen wir jetzt auch wieder mehr unter die Leute gehen, denn ehrlich gesagt brauchen wir auch in der Jugendgruppe mehr Mitglieder“, ist Robert Burchia überzeugt. „Es treten manchmal

zwar auch neue Mitglieder direkt in den aktiven Dienst ein, aber durch die Jugendgruppe wächst die Kameradschaft von klein auf, und die Jugendlichen sind schon gut ausgebildet, wenn sie Feuerwehrmänner werden.“ Und dass aus Jugendgruppenmitgliedern tatsächlich Feuerwehrmänner werden, ist keine Seltenheit, denn gut 90 Prozent der Jugendlichen treten nach Erreichen des Mindestalters auch tatsächlich in den aktiven Dienst ein. Feuerwehr scheint also ansteckend zu sein.

„Die Zeit nehm’ ich mir“. Ge-

meinsame Übungen auch mit den aktiven Wehrmännern, Ausfahrten mit den Feuerwehrautos und andere Aktionen stärken das kameradschaftliche Band innerhalb der Mannschaft. Man wächst dadurch von Anfang an in den Verein hinein und lernt zu vertrauen, denn Vertrauen ist auch die Basis für die spätere Einsatztätigkeit in der aktiven Wehr. „Mich beeindruckt es im-

info Die Jugendgruppe der FF Brixen wurde 2006 mit 15 Mitgliedern gegründet. Derzeit besteht die Gruppe aus sieben Mitgliedern, vier davon werden für die Feuerwehr Tils betreut. Die Jugendfeuerwehr Brixen freut sich jederzeit über Zuwachs. Interessierte können sich bei Robert Burchia (r.burchia@gmail.com) oder Jakob Dariz (jakob.dariz@gmail.com) melden. Infos gibt es zusätzlich unter www.ff-brixen.it oder auf den Facebook-Seiten der Brixner Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr Brixen. 7


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mer wieder, dass uns bei der Betreuung der Jugendlichen so viel Unterstützung von Seiten der Feuerwehrleute entgegengebracht wird“, freut sich Burchia,

„immerhin müssen sie auch ihre Freizeit dafür hergeben.“ Aber vielleicht sind Feuerwehrmänner einfach so? Auch Michael Sloschek hat diese Wesens-

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PR-INFO

Politik & Gesellschaft

Foto: Oskar Zingerle

Auf der Drehleiter oder im Kanal – das Programm der Jugendfeuerwehr Brixen ist abwechslungsreich art verinnerlicht, wenn er sagt: „Manchmal muss man bestimmte Sachen einfach machen – auch wenn man nicht unbedingt Lust dazu hat. Deshalb schreckt es mich jetzt auch nicht ab, daran zu denken, später einmal rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft zu sein. Bei der FF geht es darum, Menschenleben zu retten und zu helfen – dafür kann man sich schon mal die Zeit nehmen.“ Neben der spielerischen Wissensvermittlung darf der Spaß in der Jugendgruppe natürlich auch nicht zu kurz kommen. Grundsätzlich werden die Gruppenstunden immer abwechslungsreich gestaltet. Bei einer Übung am Eisack zum Beispiel lernen die Jugendlichen, wie sie die Pumpe in schrägem Gelände aufzubauen haben, damit sie sicher steht und nicht abrutscht. Den Erfolg verspüren sie dabei automatisch – und dass das anschließende Wasserspritzen Spaß macht, kann sich wohl jeder vorstellen. „Wir legen einfach Wert darauf, dass die Jugendlichen in allen Situationen Geräte aufbauen und sie verwenden können und in der Lage sind, mit jedem gut zusammenzuarbeiten. Das muss man auch bei einem richtigen Einsatz können“, weiß Robert Burchia. Die Jugendlichen müssen also schon auch mitdenken, um zum Erfolg zu kommen, aber sie nehmen auch viel mit von diesem Weg. Manchmal werden bei den Gruppenstunden Übungen, die

die Erwachsenen Wehrmänner machen, nachgespielt – oder es werden Gerätschaften der Feuerwehr „entfremdet“, um Geschicklichkeitsspiele zu machen. Dazu gehört das Spiel „Getränkekisten stapeln, ohne sie zu berühren“ – und, ja, das funktioniert tatsächlich! Bei solchen Spielen lernen die Jugendlichen intuitiv und mit Spaß mit den Geräten zu arbeiten. Aber natürlich könnte man in einer größeren Gruppe mehr machen und die Gruppenstunde abwechslungsreicher gestalten. „Es wäre schon toll, wenn in Zukunft mehr Jugendliche den Mut aufbringen würden und einfach einmal bei uns vorbeischauen“, schlägt Michael Sloschek vor. „Probieren kostet nix!“ Auch sonst kostet die Mitgliedschaft in der Jugendgruppe nichts: Versicherung, Ausrüstung und auch die Ausflüge werden von der Freiwilligen Feuerwehr finanziert. „Das ist ein Entgegenkommen unsererseits“, weiß Burchia, „die FF möchte ja schließlich in die Jugend investieren. Und das machen wir auch. Mit der Leitung der Jugendgruppe hat mir der Kommandant eigentlich die Zukunft der Feuerwehr in die Hände gegeben – und das ist einerseits eine große Verantwortung, andererseits aber auch eine schöne Aufgabe.“

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Frei wie der kleine Schmetterling Viele kennen Gabriela Mair am Tinkhof noch aus der Zeit, als sie in Brixen die Weingalerie führte. Heute widmet sich die 38-Jährige in ihrem Beruf einem Thema, das die meisten von uns am liebsten verdrängen: Sie begleitet sterbende und trauernde Menschen, vor allem Kinder.

H

aben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Ihr Begräbnis ablaufen soll? Oder wie es im „Himmel“ aussieht? Zugegeben: In unseren Breitengraden können solche Fragen etwas irritieren. In anderen Kulturkreisen hingegen wäre man verwundert, wenn Sie keine Antwort darauf hätten. Obwohl wir alle wissen, dass uns das Thema Tod im Laufe des Lebens immer wieder begegnet, ist es in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabu. „Lieber nicht zu viel darüber reden, sonst zieht man das Unglück womöglich noch an“, besagt ein tiefsitzender Glaubenssatz, den wir wohl alle schon einmal gehört haben. Und doch müssen wir uns früher oder später alle unserer eigenen und der Endgültigkeit unserer Lieben stellen. „Wir haben verlernt, mit den Schattenseiten im Leben umzugehen“, meint Gabriela Mair am Tinkhof, „alle wollen immer glücklich sein und nur Schönes erleben, Leid und Schmerz haben da keinen Platz.“ Dass das Leben so aber nicht funktioniert, ist wohl kein Geheimnis. Auch Gabriela Mair am Tinkhof musste das schon früh lernen. Als sie 13 Jahre alt war, starb ihr damals achtjähriger Bruder Alex bei einem Autounfall, sieben Jahre später verlor sie ihre Großeltern. Im November 2012 erlebte sie dann wohl das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Ihre dreieinhalbjährige Tochter Paula starb nach akutem Leberversagen auf der KinderIntensivstation in Innsbruck.

Ein Moment, der alles veränderte. Wenn die 38-Jährige von dieser

Zeit erzählt, ist der unfassbare Schmerz in jedem ihrer Worte spürbar. Und dennoch ist der Moment des Abschieds von Paula bis heute ihr Kraft-Anker. „Auf den Rat eines guten Freundes hin sagte 10

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Gabriela Mair am Tinkhof: „Wir haben verlernt, mit den Schattenseiten im Leben umzugehen“

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ich zu Paula, dass sie ihren Weg gehen dürfe, dass sie frei sei zu tun, was ihr vorbestimmt ist. Es war ein unglaublich tiefer, innerer Dialog, den ich mit ihr führte. Und obwohl sie künstlich beatmet wurde und nicht bei Bewusstsein war, vergoss sie eine Träne. Als ich dann ihren leblosen, aber doch so glücklich und friedvoll wirkenden Körper halten durfte, wurde mir klar, dass es noch viel mehr geben muss, als wir mit unserem Verstand begreifen können.“ Es folgten Tage, Wochen und Monate der tiefen Trauer, der Ohnmacht und des Schmerzes. Die Zeit stand still, der Weg zurück in ein glückliches Leben schien unbegehbar. „Irgendetwas musste geschehen“, erinnert sich die Neustifterin zurück, „ich merkte, dass ein neuer Zugang zu

den Themen Tod und AbschiedNehmen erforderlich war, um meinen Frieden finden zu können.“ Und so entschied sie sich zur Ausbildung für Krisen- und Trauerbegleitung an der Akademie Aidenried am Ammersee. „Diese Ausbildung ist selbsterfahrungsorientiert und half mir sehr, meine eigene Geschichte aufzuarbeiten. Zudem ist sie ein wunderbares Fundament, um andere Menschen in ihren Trauerprozessen zu begleiten.“ Gabriela Mair am Tinkhof wählt ihre Worte sehr bedacht, wenn sie über den Tod spricht. „Trauer ist immer ein Ausdruck von Liebe, sonst würde der Abschied nicht so weh tun“, sagt sie. „Der Schmerz und die Hilflosigkeit der Betroffenen sind oft unermesslich, das weiß ich

aus eigener Erfahrung.“ Umso mehr wünscht sie sich, dass im Umgang mit den Themen Tod und Trauer eine Veränderung in der Gesellschaft stattfindet. Dazu gehört, die Dinge beim Namen zu nennen und vor allem weder leise zu trauern noch leise Anteil zu nehmen: „Wir müssen nicht immer Trost spenden oder Lösungen anbieten“. Es gehe vielmehr darum, den Tod und die Trauer gemeinsam auszuhalten, füreinander da zu sein, zuzuhören oder auch einfach nur gemeinsam zu schweigen. Das könne, sagt Mair am Tinkhof, viel tröstlicher sein und dabei helfen, die eigenen Kraftquellen zu finden. In ihrer Arbeit hat sie sich vor allem auf die Begleitung von Kindern spezialisiert. „Kinder haben eine spontane, natürliche Art,


mit dem Tod umzugehen. Es ist wichtig, das Thema ganz selbstverständlich in die Erziehung zu integrieren, indem man die Kinder beispielsweise erfahren lässt, dass es nicht immer möglich ist, alles sofort zu ersetzen, und dass Verlusterfahrungen eben zum Leben dazugehören. Oder indem man ihnen an den Vorgängen in der Natur die Lebenszyklen erklärt“, empfiehlt sie. Das Ausmaß der Endgültigkeit ist für Kinder erst ab dem Schulalter begreifbar. Im konkreten Trauerfall ist es jedoch in jedem Lebensalter wichtig, dass sich auch Kinder vom Verstorbenen verabschieden können. Nur dann kann der Tod begriffen werden und die Trauerbewältigung beginnen. Die kreative, aktive Gestaltung des Abschieds mit seinen Ritualen wirkt sehr intensiv und ist eine wichtige Basis im Trauerprozess: Kinder von Begräbnissen auszuschließen, um sie zu schützen, ist also der falsche Weg. „Im Gegenteil“, so Mair am Tinkhof, „für die Trauerbewältigung der Kinder ist es sogar hilfreich, wenn sie den Leichnam sehen und ihn berühren, um die physische Veränderung begreifen zu können.“ Selbstverständlich, und das ist das Um und Auf, müssen Kinder auf solche Situationen vorbereitet werden, ohne sie jedoch dazu zu zwingen.

chen, begreifen Kinder meist nur als meteorologischen Himmel. Deshalb ist es für sie schwierig, sich konkret etwas darunter vorzustellen. Viel besser sei es also, Kinder dabei zu unterstützen, sich ihr eigenes Bild von dem Ort zu machen, an dem sie den Verstorbenen vermuten. Wenn sich Eltern und Kinder gemeinsam auf die Reise machen, um nach Antworten zu suchen, kann das für beide Seiten sehr bereichernd sein. Und Eltern können sich so vom Druck befreien, die „einzig wahre Antwort“ geben zu müssen. Erwachsene können Kinder in der Trauerphase unterstützen. Dies geschieht, indem sie Verständnis für ihre unbefangene, ehrliche Art der Trauer zeigen und ihnen dabei helfen, ihre Gefühle, für die ihnen oft noch die Worte fehlen, auf kreative Art auszudrücken. Einige leiden im Stillen oder zeigen sich ganz tapfer, um die Eltern nicht zusätzlich zu belasten. Andere wiederum entwickeln nach der ersten Schockphase große Wut, die sie gegen ihre Umwelt, gegen sich selbst oder den Verstorbenen richten. Wie auch immer die Reaktion ausfällt: „Für die Kinder ist es wichtig zu spüren, dass sie die Trauer auf ihre Weise leben dürfen“. Ihre Website hat Gabriela Mair am Tinkhof „farfallina“ genannt;

„Trauer ist immer ein Ausdruck von Liebe, sonst würde der Abschied nicht so weh tun“_ Gabriela Mair am Tinkhof Es sei wichtig, dass die Eltern ihnen im Vorfeld erzählen, was sie auf dem Begräbnis erwartet, oder etwa im Krankenhaus, wo Opa im Sterben liegt. „Klare, kurze und ehrliche Sätze“, rät die Expertin. Dabei dürfe und solle man sich ruhig trauen, die Worte „Tod“ und „gestorben“ auszusprechen.

„Kinder können mit der Wahrheit umgehen“. Weit traumati-

scher ist es, wenn sich Kinder abends plötzlich nicht mehr trauen, die Augen zu schließen, weil Oma ja auch eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht ist. Oder wenn sie lieber zum Bruder in den Himmel wollen, weil es dort ja so schön ist und man auf den Wolken den ganzen Tag lang Fußball spielen kann. Den „Himmel“, von dem Erwachsene gerne spre-

ein bunter, kleiner Schmetterling schmückt auch ihr Logo. Die Idee dazu entstand, als sie in einem Seminar den Namen ihrer verstorbenen Tochter intuitiv malen sollte. „Ich wünsche mir sehr, dass Betroffene an meinem Beispiel sehen, dass es auch nach einem schweren Schicksalsschlag möglich ist, ein erfülltes Leben in tiefer Dankbarkeit weiterzuleben. Bitte stellt euch euren Gefühlen und der Trauer, damit sie lebensfördernd und nicht hemmend sind“, betont sie immer wieder. So wie der kleine Schmetterling, der es irgendwann auch schafft, aus seinem dunklen, schweren Kokon zu schlüpfen, seine Flügel aufzuspannen und in neues Leben einzutauchen. silvia.vonpretz@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Einjähriger Zivildienst beim Weißen Kreuz z Das Südtiroler Weiße Kreuz sucht Interessenten, die gern ein Jahr als Zivildiener arbeiten möchten. Voraussetzungen dafür sind ein Alter zwischen 18 und 28 Jahren, die italienische Staatsbürgerschaft, keine Vorstrafen, Deutsch- und Italienischkenntnisse und die physische und psychische Eignung. Medizinische Vorkenntnisse sind hingegen keine Voraussetzung:

Man bekommt nämlich eine umfangreiche Ausbildung, die gut auf die Aufgaben vorbereiten. Die Zivildiener sind vorwiegend für die Betreuung von Patienten während der geplanten Transporte zuständig. Sollte man aber Interesse am Rettungsdienst finden, kann man auch während des Zivildienstes erste Erfahrungen in diesem Bereich sammeln und die

entsprechende Ausbildung machen. Bei Interesse wird gebeten, sich unter der grünen Nummer 800110911 oder unter zivildienst@ wk-cb.bz.it zu melden. lv

P&G

Politik & Gesellschaft GESCHICHTE

Internationale Tagung in Franzensfeste

kurz

notiert

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Dass auch Kinder viel bewirken können, haben Grundschüler aus Vilpian bewiesen: Beim Elternsprechtag sammelten sie über eine Kuchenaktion 600 Euro, die sie an das Südtiroler Kinderdorf spendeten. „Es ist schön zu sehen, dass jeder einzelne etwas zum Wohl des anderen beisteuern kann“, freut sich Roland Feichter vom Kinderdorf.

z „Das Jahr der Krise. Militärische, wirtschaftlich-soziale und nationale Aspekte” – zu diesem Thema fand am 5. Mai eine internationale Tagung in der Festung Franzensfeste statt. Bei verschiedenen Vorträgen wurde die Entwicklung der Militärtaktik, der wirtschaftlichen und sozialen Krisen sowie der ethnisch-nationalen Krisen in Heer und Gesellschaft im Jahr 1917 von Fachleuten aus dem In- und Ausland untersucht. Mit dabei waren Karin Dalla Torre, Direktorin der Landesabteilung Museen und der Landesmuseen, Alberto Miorandi, Präsident des „Museo Storico

Italiano della Guerra Rovereto“, Wilfried Beimrohr, Obmann des Tiroler Geschichtsvereins, Thomas Klapfer, Bürgermeister von Franzensfeste, sowie mehrere Professoren und Referenten unter anderem aus Wien, Rom, Venedig, Innsbruck, Budapest, Prag, Triest und Warschau. Veranstaltet wurde das internationale Kolloquium von den beiden Landesmuseen Festung Franzensfeste und Schloss Tirol – Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte, vom „Museo Storico Italiano della Guerra Rovereto”, vom Tiroler Geschichtsverein und vom Landesarchiv. av

In Vahrn konnten Interessierte am 20. Mai ihren Feuerlöscher von einem Fachmann überprüfen lassen. Organisiert wird die „Pulverlöscheraktion“ regelmäßig von der Freiwilligen Feuerwehr von Vahrn.

Mit deutlich höheren Maximaltarifen müssen Eltern ab September für die Kinderbetreuung im Kinderhort Pinocchio rechnen. Der Stadtrat musste aufgrund des neuen, vereinheitlichten Finanzierungsmodells für die Kleinkindbetreuung, das die Landesregierung 2016 genehmigt hatte, den Tarif anheben.


NACHGEFRAGT

„Erleichterung für Bürger und für uns“ Herr Dalla Ricca, wie genau soll das Brixner Steueramt bürgerfreundlicher werden? Die steuerliche Gesetzgebung ist sehr komplex, weshalb es oft zu Fehlern bei der Steuer­ einzahlung kommt. Früher hatte das Steueramt fünf Jahre Zeit, um Kontrollen anzustellen. Um nun diese Nachkontrollen zu vermeiden und auch auszuschließen, dass vier Jahre lang Strafen bezahlt werden für zum Beispiel einen fehlenden Antrag auf Steuerbefreiung, machen wir die Kontrollen ab jetzt zwei Mal im Jahr. Was bedeutet das genau?

Wenn wir Ungereimtheiten bei den Zahlungen feststellen, schicken wir ein Hinweisschreiben an den betroffenen Bürger mit einer Einladung, seine Position bei uns im Steueramt zu kontrollieren und eventuell richtigzustellen. Viele sind schon zu uns gekommen und haben sich bedankt – dafür, dass wir ihnen dabei geholfen haben, die Strafen zu vermeiden. Bedeuten diese Kontrollen nicht einen ungeheuren Mehraufwand? Am Anfang ist das schon mehr Arbeit. Aber wenn man bedenkt, dass wir heuer anstatt der üblichen 500 Feststellungsbescheide mit Strafen nur 200 abgeschickt

haben, hat es sich gelohnt. 300 Bürger haben demzufolge schon ihre Position richtiggestellt. Außerdem müssen wir uns nicht mehr so viel mit den Leuten herumstreiten, weil wir ihnen immerhin die Möglichkeit geben, vor der Ausstellung eines Strafbescheids ihre Position zu klären. Um die Wartezeit für die Bürger zu verkürzen, können außerdem Wirtschaftsberater bei uns Termine außerhalb der normalen Öffnungszeiten vereinbaren. So wird das Steueramt bürgerfreundlicher, denn ... seien wir ehrlich: Steuern zahlt niemand gerne.

Foto: Oskar Zingerle

SIRO DALLA RICCA, Verantwortlicher des Brixner Steueramts, über ein unlängst vorgestelltes Pilotprojekt, das das Steueramt bürgerfreundlicher machen soll.

veronika.kerschbaumer@brixmedia.it Leserbriefe an: echo@brixner.info

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VAHRN

Foto: Oskar Zingerle

Mehr Platz zum Spielen

z Gleich zwei nigelnagelneue Kinderspielplätze können in der Gemeinde Vahrn von den Kleinsten genutzt werden. Im vorigen Jahr wurde der Platz in der Neustifter Sportzone erneuert und lädt unter anderem mit Riesenrutsche, überdachtem Sandkasten und fix angebrachter Slackline die kleinen und großen Kinder aus Vahrn und Umgebung zum Spielen ein. Auch der Spielplatz im Zentrum von Vahrn wurde rundum erneuert und konnte vor kurzem seiner Bestimmung übergeben werden. Die Erneuerung wurde

vor allem aufgrund der etwas ins Alter gekommenen Spielgeräte notwendig; die Sicherheit der Kinder konnte deshalb nicht mehr gewährleistet werden. „Durch neue Wohnbauzonen kommen auch immer mehr junge Familien nach Vahrn, weshalb es absolut notwendig war, hier zu agieren“, so Gemeindereferent und Projektverantwortlicher Dietmar Pattis. Um die Nutzung der Spielplätze für Kinder und Eltern optimal zu gestalten, wurden Mütter in die Planung derselben eingebunden. Die in den Arbeitsgruppen

eingebrachten Ideen konnten größtenteils umgesetzt werden. Jeweils knapp 50.000 Euro fielen an Kosten für die Gemeinde für die beiden Plätze an. „Ich bin davon überzeugt, dass Spielplätze Begegnungen zwischen Kindern und Familien schaffen. Die hohe Frequenz der Plätze beweist auch, dass die Umsetzung in die richtige Richtung ging“, ist sich Pattis sicher. Damit die Plätze auch sauber sind, werden sie täglich von den Mitarbeitern des Bauhofs gepflegt und gereinigt. eh

DIVERSES

Einmal tief durchatmen z „Wir haben die Achtsamkeit der guten Luft verloren“, mahnt Stefan Maria Braito, Naturlehrer und Atembegleiter, im Rahmen der Auftaktveranstaltung von „Südtirol in Balance“ im Vereinshaus von Rodeneck. Dabei nutzen wir unser „Werkzeug Atmung“ etwa 15 Mal in der Minute, also rund 20.000 Mal täglich, und leben hier inmitten der Dolomiten an einem wahren Kraftplatz, was die Luftqualität angeht. „Es ist nicht immer leicht, bewusst zu atmen“, sagt Braito, „vor allem aber, wenn wir Entspannung nötig haben, kann uns die Atmung ein wahrer Helfer sein: Durch längeres Aus- als Einatmen können wir Anspannungen loslassen. Da unsere Nasenflügel, die sich in ihrer Arbeit alle 1,5 bis 2 Stunden abwechseln, jeweils mit einer Gehirnhälfte gekoppelt sind, halten sie uns zugleich auch in Balance.“ Südtirol blickt

zwar auf eine lange Tradition als Luftkurregion zurück, hierbei steht jedoch das passive Atmen im Vordergrund. Die zahlreichen „Atem-Interessierten“ erlebten zusammen mit Stefan Braito für einen Nachmittag lang die facettenreiche Welt der aktiven Atmung – ob beim persönlichen Luftholen, bei Gesangs- und instrumentalen Darbietungen von Theresia Prantner (auch bekannt als Clown Malona) oder bei Puste- und Riechspielen

während der abschließenden „Atem-Party“. Ausgestattet mit zahlreichen Atemtipps für den Alltag, besinnt sich so mancher nun vielleicht öfters mal tief durchzuatmen. Bis Ende Juni werden noch zahlreiche Veranstaltungen und Wanderungen rund um das Thema Körper und Geist im Eisacktal im Rahmen von „Südtirol Balance“ angeboten. Infos: www.suedtirol.info/ balance. fr


TSCHECHIEN

Brixner Lions in Kraj Vysocˇina

z Einen besonders herzlichen Empfang bereitete Brixens Partnerstadt Havlícˇku˚v Brod kürzlich einer Delegation des Lions Clubs Brixen: Die quirlige ehemalige Bürgermeisterin Jana Fischerová, die heute stellvertretende Landeshauptfrau sowie Abgeordnete im Tschechischen Parlament ist, nahm sich zwei Tage Zeit, um den

Gästen aus Brixen ihre Region Kraj Vysocˇine und deren wunderbare Sehenswürdigkeiten persönlich näher zu bringen. Neben ihrer Heimatstadt besuchte man auch das bezaubernde Städtchen Telcˇ mit seinem sehenswerten historischen Stadtzentrum, das zum UNESCO-Welterbe gehört, sowie den „Grünen Berg“ mit der

Wallfahrtskirche Zelená Hora und ihrem einzigartigen Umfassungsring. In Havlícˇku˚v Brod besuchten die Brixner das „Karel-HavlícˇekMuseum“, wo der Landeshauptmann der Region Kraj Vysocˇine, Jirˇí Beˇhounek, die Lions herzlich begrüßte. Die Kraj Vysocˇine hat 510.000 Einwohner und ist eine der 14 Regionen Tschechiens. His-

torisch ist der Westen der Region ein Teil von Böhmen, der Osten liegt in Mähren. Beeindruckend ist neben der Herzlichkeit der Menschen vor allem die schöne Landschaft und die unzähligen kleinen Dörfer, die die Wiesen und Wälder unterbrechen: Die Region ist relativ dünn besiedelt; es gibt 704 Gemeinden, von denen die allermeisten weniger als 500 Einwohner haben. Das Land war bis zur „Samtenen Revolution“ unter Václav Havel im Jahr 1989 Teil des Ostblocks; die heutige Tschechische Republik entstand 1993 durch die Teilung der Tschechoslowakei. Tschechien ist zwar Teil der EU, hat aber immer noch eine eigene Währung, was den langsam sich entwickelnden Tourismus beflügelt: Das Preisniveau ist im Vergleich zu Resteuropa derzeit noch sehr tief. Im Bild: Die Brixner Lions mit Jana Fischerová (7. v.r.) und Landeshauptmann Jirˇí Beˇhounek (6. v.r.). wv

BRIXEN

Zukunfts-Werkstatt brix.lab z Aus dem Umfeld des Vereins heimat Brixen, des seinerzeitigen Bürgerkomitees Pro Pomarium und der Seilbahngegner von proALTvor hat sich eine neue Initiative herausgebildet, die sich „brix.lab“ nennt, sich selbst als „Zukunfts-Werkstatt“ bezeichnet sowie als Netzwerk von „Vereinen und interessierten Menschen zur Bildung von Synergien für die Entwicklung

der Stadt Brixen und der Umgebung“. Im Laufe einer Pressekonferenz stellte Walter Colombi die Initiative vor – mit einem selbst komponierten und vorgetragenen Rap, der die philosophische Grundausrichtung der Initiative mehr oder weniger klar zum Ausdruck brachte: „Voglio dare, so lass mich tun – voglio sapere, um mit zu tun, insieme concordiamo unsre Ziele.“ Entscheidun-

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gen zur Stadtentwicklung sollen laut brix.lab ausschließlich über eine aktive Bürgerschaft geschehen. Übergeordnetes Ziel sei es, die Teilhabe an Entscheidungen durch partizipative Prozesse zu ermöglichen. Dabei gehe es laut Enrico De Dominicis nicht unbedingt um Bürgerbeteiligung im üblichen Sinn: „Es geht darum, das kollektive Erbe aufzuwerten und von den Bürgern als Eigenes

wahrgenommen zu werden.“ Das Grundsatzpapier wurde von Maria Paola Asson, Walter Colombi, Marlies Gasser, Hans Hofer, Karl Kerschbaumer, Walter Kircher, Monica Margoni, Dieter Nardon, Walter Richter, Toni Russo, Manuel Strickner und Klaus Vontavon unterzeichnet. Eine erste Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Zukunft des Hofburggartens. wv

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Menschen & Meinungen UNGEWÖHNLICHER LEBENSWEG: Helmut Zingerle ist als Leiter von Bad Bachgart mit dem Therapiezentrum verwurzelt

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PORTRAIT

„Ich brauche ein Ergebnis“ Foto: Oskar Zingerle

HELMUT ZINGERLE hat vor 16 Jahren die Entscheidung getroffen, das Therapiezentrum Bad Bachgart zu leiten. Eine Entscheidung, die sein Leben grundlegend verändert hat – und eine einzigartige Einrichtung wachsen ließ.

E

r sagt, er sei in Bad Bachgart alt geworden. Er sagt, er sei mittlerweile mit und in Bad Bachgart verwurzelt. Er sagt es augenzwinkernd und mit jener Portion Selbstironie, die typisch ist für Helmut Zingerle. Seit Juni 2001 leitet der Psychologe und Psychotherapeut, der während der Woche in einer kleinen Wohnung in Rodeneck wohnt und dessen Wahlheimat Villach ist, das idyllisch gelegene Therapiezentrum. Umsichtig und gleichzeitig sehr bestimmt, in einer Art, die manchmal keinen Widerspruch zuließ, formte er gemeinsam mit seinem Team das Profil von Bad Bachgart. 65 Therapieplätze gibt es mittlerweile dort, „die Störungsbilder sind gut abgedeckt, und wir haben ein flexibles Behandlungskonzept“. Regelmäßigkeit und Struktur und sehr viele gemeinsame Aktivitäten sind die Säulen dieses ganzheitlichen Konzepts. Unser Gespräch findet kurz nach 22 Uhr in der Pizzeria von Mühlbach statt. Ein ungewöhnlicher Zeitpunkt, um über einen ungewöhnlichen Lebensweg zu plaudern. Eine Pizza Diavola, ein großes Sportwasser und keine Spur von Müdigkeit. Helmut Zingerle hat sich an seinen eigenen Rhythmus gewöhnt, von Montag bis Donnerstag intensive Arbeit, viele Stunden pro Tag, dann ein langes Wochenende.

Entscheidung fürs Leben. Es war

eine Lebensentscheidung, damals vor 16 Jahren, eine Entscheidung, die in einer Familienkonferenz mit seiner Frau Cornelia und den beiden Kindern Ruth und Simon, damals 12 und 14 Jahre alt, getroffen worden ist. Die Leitung des Therapiezentrums zu übernehmen, eine Struktur aufzubauen, die es in Südtirol so noch nicht gab, dürfte Anreiz genug gewesen sein, das Leben etwas umzukrempeln. Ganz so neu war diese Arbeit für Helmut Zingerle aber nicht.

Bereits während seines Studiums hatte er an einem Forschungsprojekt über Interaktionsmuster bei Alkoholabhängigen und ihren Familienmitgliedern im Krankenhaus Maria Ebene in Vorarlberg teilgenommen. „Ich bin zwei Jahre lang dort hängen geblieben.“ Sein damaliger Chef hatte ihn dann ins Krankenhaus de La Tour in Treffen bei Villach mitgenommen, ein Behandlungszentrum für Abhängigkeitserkrankungen. „Meine Frau ist mitgegangen“, und seitdem liegt der Lebensmittelpunkt des gebürtigen Pusterers in Kärnten.

er am Humanistischen Gymnasium in Bruneck gehalten hatte. Das eine beschäftigte sich mit der Traumdeutung von Sigmund Freud, das andere mit Goethe und den Frauen, „und irgendwie passen diese Themen ja hervorragend zueinander“. Nach der Matura begann er zunächst ein Medizinstudium in Wien, „weil man mir das so geraten hatte“, kam aber über das so genannte Knochenkolloquium nicht hinaus. Vor dem Sezierkurs gab Helmut Zingerle schließlich auf, das stundenlange Lernen im stillen Kämmerlein lag ihm, „dem

„Was blieb mir da anderes übrig, als Psychologie zu studieren?“_ Helmut Zingerle Mindestens sechs Stunden sitzt er jede Woche im Auto, drei Stunden dauert eine Fahrt nach Hause. Das ist erstaunlich für jemanden, der von sich sagt, er sei kein Reisender. Auf der Fahrt hört er Musik, mit Verdi, Tschaikowksy und Schostakowitsch kann er abschalten. Vor allem aber liebt er Requien, „Dies irae“, der Tag des Zornes, gehört zu seinen absoluten Favoriten. Der Zauber und die gewaltige Kraft der klassischen Musik sind für Helmut Zingerle ganz offensichtlich eine Quelle der Energie.

Inspiration aus Schülerreferaten. Aufgewachsen ist Helmut

Zingerle mit zwei Brüdern und fünf Schwestern in Bruneck. „Ich war der jüngste und bin mit sechs Müttern aufgewachsen, die mich er- und verzogen haben“, meint er lachend. „Was blieb mir da anderes übrig, als Psychologie zu studieren?“ Dass er Psychologie studieren wollte, das wusste Helmut Zingerle bereits mit 16 Jahren, inspiriert durch zwei Schülerreferate, die

unruhigen Geist“, einfach nicht. „Ich schmeiß alles hin und gehe ins Hotelgewerbe“, dachte er sich damals. Sehr weit hergeholt war dieses Ansinnen nicht, hatte er doch bereits als 11-Jähriger im Hotel Bruneck gearbeitet. „Ich war der Piccolo, habe Silberplatten hinund hergeschleppt und war der Liebling der alten Damen.“ Mit der Aufnahme in die Hotelfachschule Schloss Klessheim klappte es dann aber nicht, und so ging er „gekränkt und gedämpft“ nach Innsbruck, um dort Psychologie, Philosophie und Erziehungswissenschaft zu studieren. Seine Studienjahre hat er in guter Erinnerung: „Man hat sich selber um vieles bemühen müssen, war aber insgesamt freier.“ In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit dem subjektiven Befinden, der sozialen Kompetenz und dem Selbstkonzept im alkoholisierten und nicht alkoholisierten Zustand. Wenn ihn sein Doktorvater Professor Klebelsberg nicht in einem Brief darauf aufmerksam gemacht hätte,

dass er schon länger nichts mehr von ihm gehört habe, „dann hätte es wohl noch länger gedauert, bis ich fertig geworden wäre“. 1986 eröffnete er als Dreißigjähriger seine eigene Praxis, „und dann ist es dahingegangen“: Fachausbildungen in Klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie, in Systemischer Familientherapie und in Verhaltenstherapie, „so einiges konnte man damals noch während des Studiums machen“. Seine Neugier und sein Bedürfnis nach einem möglichst umfassenden Wissen bescherten ihm unter anderem Lehraufträge an der Universität Wien, am Zentrum für Wissenschaft und Forschung in Schloss Hofen in Vorarlberg und am Human Research Institute in Brixen.

Auszeit im Garten. Konzepte wei-

terzuentwickeln und stets auf dem neuesten Stand zu sein, das ist für jemanden wie Helmut Zingerle selbstverständlich. „In Bad Bachgart arbeiten wir an einem Konzept für eine Tagesklinik für ehemalige Patienten im psychosomatischen Bereich, und es wird über eine Spezialisierung im Bereich der Schmerzstörungen diskutiert.“ Die Arbeit geht ihm und seinem Team nicht aus, und er legt dabei ein schnelles Tempo vor. Dabei liebt er im Grunde die Beschaulichkeit und das Beständige. Zwischen Gingko und Zangenfrau, zwischen einem Wächter aus Holz und feingliedrigen weißen Skulpturen entspannt sich Helmut Zingerle am Wochenende in seinem Garten – „da kann ich mich verkriechen“. Den Ausgleich zu seiner kopflastigen Arbeit sucht er im Gestalten von Figuren aus verschiedensten Materialien, und er werkelt mit Begeisterung in Haus und Garten herum. „Ich brauche ein Ergebnis.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 17


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Klaus Peter Heiss zu Ehren z Paul Flora, Iginio Rogger, Elisabeth Herz-Kremenak und nicht zuletzt dem 2010 verstorbenen Brixner Klaus Peter Heiss wurde eine große Ehre zuteil, als vier Säle im „Congress Centrum Alpbach“ in Tirol nach ihnen benannt wurden. Die neuen Säle sind Teil des 2016 im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach eröffneten Westtrakts des Kongresszentrums. „Da es sich

hierbei um ein Euregio-Projekt handelt, hat jedes Land eine Persönlichkeit auswählen können, nach der ein Saal benannt wurde“, verkündet eine freundliche Mitarbeiterin des Kongresszentrums auf Anfrage des „Brixner“. Der 1941 in Brixen geborene Klaus Peter Heiss war Weltraumwissenschaftler, NASA-Raumfahrtexperte und US-Regierungsberater. 2008 wurde er sogar mit der „NASA Distingu-

ished Public Service Medal“ für außergewöhnliche Pionierarbeit in der Weltraumforschung ausgezeichnet; 2009 erhielt er die Ehrenmedaille der Stadt Brixen. Auch Österreich zeichnete ihn aus: Er erhielt die Goldene Ehrenmedaille

der Auslandsösterreicher, weil er 20 Jahre lang – und schlussendlich auch erfolgreich – für das Wahlrecht von im Ausland lebenden österreichischen Staatsbürgern gekämpft hatte. vk

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

Zwei neue Ehrenvinzentiner z Mit Josef Matzneller und Anna Maria Obexer hat der Absolventenverein „Die Vinzentiner“ seit kurzem zwei neue Ehrenmitglieder: Bei der letzten Generalversammlung des Vereins wurde beschlossen, Matzneller und Obexer mit dem Titel „Ehrenvinzentiner“ auszustatten. Günther Burger vom Vereinsvorstand überreichte beiden bei einem kleinen Festakt im Vinzentinum eine Ehrenurkunde. Laut Burger habe sich Josef Matzneller als Generalvikar und als Diözesanadministrator in besonderer Weise

kurz

notiert

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Josef Gelmi, Präsident der Brixner

Hofburg, feierte am 17. Mai seinen 80. Geburtstag. Gelmi wurde 1937 in Cavalese im Fleimstal geboren. Er ist emeritierter Professor für Kirchengeschichte und Diözesangeschichte an der PhilosophischTheologischen Hochschule in Brixen. 1998 wurde er zum Präsidenten der Hofburg.

für das Vinzentinum und die kirchlichen Privatschulen eingesetzt und deren Anliegen stets mit Klugheit und großem Engagement an die politischen Verantwortungsträger

herangetragen. Anna Maria Obexer wiederum war 21 Jahre lang für das Sekretariat verantwortlich und war in dieser Zeit für viele so etwas wie die Seele des Schulbetriebes. vk

Seit über 50 Jahren nehmen Rita Schussmann und ihre Tochter Maria 500 Kilometer Anfahrt in Kauf, um im Brixner Hotel Grüner Baum ihren Urlaub zu verbringen. Seit 25 Jahren kommt auch Gerald Dörfel, Ehemann von Maria, mit nach Südtirol. Für ihre langjährige Treue zur Stadt wurden alle drei von Vertretern der Gemeinde geehrt.

Herbert Hanni wurde Anfang Mai

zum Primar der Gynäkologie in Brixen und Sterzing ernannt. Seit 2009 ist Hanni Koordinator des interdisziplinären Brustzentrums am Brunecker Krankenhaus, 2016 war er geschäftsführender Direktor der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in Bruneck.


O o op s

mein Hoppala

Hildegard Antholzer, Redakteurin beim „Brixner“

Zuhören und lesen schadet nie! Klar interessiere ich mich für das Wasser-Licht-Festival. Ich weiß sogar, dass es vom 5. Mai bis zum 27. Mai dauert. So nebenbei habe ich gehört, dass morgens um 5 Uhr am Zusammenfluss von Rienz und Eisack die Uraufführung einer Komposition von Manuela Kerer stattfinden wird. Die fünf Klaviere, die da unter freiem Himmel stehen, sind mir auch schon aufgefallen. Wie es der Zufall will, bin ich in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai schon nach drei Uhr wach und kann nicht mehr einschlafen. „Was soll’s, bei der Widmannbrücke ist ja um 5 Uhr ein Konzert“, denk ich mir – und steh auf. Ich füttere die Katze, die um 4 Uhr auf ihre Morgenration besteht, und frühstücke noch gemütlich. Dann mach ich mich auf den Weg. Kurz vor fünf stehe ich ziemlich einsam auf der Widmannbrücke, schau auf fünf zugedeckte Klaviere und ein paar blau leuchtende Lampen. Die dazugehörende Wassermusik ist das Rauschen von Eisack und Rienz. Es dauert ein wenig, bis es mir wie Schuppen von den Augen fällt: Das Konzert findet ja am 6. Mai statt – das ist ... morgen!

Leser kochen für Leser

mmh!

„Griane Knedl“ > Zutaten

> Zubereitung

300 g Knödelbrot 1/8 l Milch 300 g frische Brennnesselblätter 1 Prise Salz Pfeffer aus der Mühle 1 Messerspitze Muskatnuss 4 Eier 60 g braune Butter 1 Zwiebel 2 EL Mehl 2 Knoblauchzehen 40 g Butter 40 g Parmesan (gerieben)

Die Milch über das Knödelbrot schütten, Brennnessel waschen, blanchieren und gut ausdrücken, dann fein hacken und mit dem Brot vermischen. Zwiebel und Knoblauch fein schneiden und in Butter dünsten, dann gemeinsam mit den Eiern unter die Brotmasse heben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und gut zu einem Teig kneten. Das Mehl dazu geben und aus der Masse Knödel formen, die im Salzwasser rund zehn Minuten gekocht werden. Mit Parmesan bestreuen und mit zerlassener, brauner Butter servieren.

Patrizia Goller ist das neueste Mitglied der Brixmedia-Familie. Die quirlige Kastelrutherin wird sich künftig um die Kunden der Werbeagentur kümmern und sie darüber aufklären, was wir neben kreativer Grafik, einfallsreichen Texten und pfiffigen Werbekonzepten sonst noch alles im Kasten haben. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Könnten Sie sich eine Auszeit vom Smartphone vorstellen?“ 36,11% Ja, ohne Probleme, auch mehrere Wochen lang 13,89% Ja, aber nur für einen Tag 30,56% Nein, das Smartphone gehört inzwischen zu meinem Alltag 19,44% Nein, wozu auch? ;-)

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Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„War die von Rom beschlossene Einführung der Impfpflicht sinnvoll?“ > > > > Weißenturmgasse 2 - Bettenreinigung im GepaCenter Industriezone Brixen - Info-Tel. 0472 836217 Kostenlose Abholung und Lieferung Ihrer Betten!

Ja, auf jeden Fall Ja, denn es geht nicht nur um die Gesundheit der ungeimpften Kinder Nein, die Maßnahme ist überzogen Nein, auf keinen Fall

Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19


LAMMento

Der Ober-Individualist aus Neustift Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

NEUSTIFT

Nur der Rubel rollt „Das ist jetzt aber auch übertrieben“, sagt der Franz, während er an seinem Macchiato nippt, „wer wird denn auf der Autobahn eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 km/h einführen?“ Fünf Kaemha? Auf der Autobahn darfst du zwischen Brenner und Bozen immer noch 110 Kaemha fahren, erwidere ich, auch wenn diese Begrenzung, behaupte ich mal, längst diskutabel ist, weil sie noch aus der Zeit stammt, als Autos stinkende Klapperkisten waren. „Schau“, sagt der Franz, und ich ducke mich schon mal, weil, wenn der Franz „schau“, sagt, kommt meist nix Gscheides daher, „schau“, sagt er also, „du wirst doch nicht glauben, dass die Baustellen auf der A22 einen anderen Zweck haben als die Geschwindigkeit zu begrenzen? Das ist ... geniale Strategie!“ Aha, sag ich, diese „Strategie“ sorgt derzeit dafür, dass ich jeden Tag zwei Stunden früher nach Bozen starten muss, weil ich ja nie weiß, ob ich drei Stunden im Stau steh. „Früher war alles viel besser“, mischt sich die Frieda ein, „als der Konrad noch technischer Direktor der A22 war. Der wusste eben, wie man Staus vermeidet.“ Aha, sag ich, das Problem liegt also in Brixen, hätt’ ich mir nicht gedacht, denn wenn es um schlechte Nachrichten geht, muss immer der arme Pardatscher Interviews geben, dessen Aufgabe es ja eigentlich gar nicht ist, Staus zu vermeiden. Schau, sag ich, wer so viele Ämter hat wie der technische Direktor, der hat ganz andere Sorgen als banale Baustellen oder noch banalere Staus, die sich irgendwann ja eh von selbst auflösen. Hauptsache, der Rubel rollt.

z Die Individualisten der Südtiroler Weinwelt haben gewählt: Die nächsten drei Jahre wird Hannes Baumgartner vom Strasserhof in Neustift der Vereinigung „Freie Südtiroler Weinbauern“ (FWS) als Präsident vorstehen. Er folgt damit auf Michael Graf Goëss-Enzenberg, der sich nach sechs Jahren nicht mehr der Wahl stellte. Die Vereinigung FWS bündelt mittlerweile seit 1999 die Anliegen und Interessen von familiengeführten Weinhöfen und Eigenbau-Kellereien mit Erzeugerabfüllung. Im In- und Ausland sind die gut 100 Mitglieder bekannt als Winzer, die sich durch

Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bei Anbau, Verarbeitung und Vermarktung hervorheben. „In den letzten zwei Amtszeiten wurden Initiativen wie das Projekt ‚Weinhöfe erleben’ und ‚Weinhöfe besuchen’ angestoßen. In diese Richtung wollen wir weiterarbeiten, weil wir vom Erfolgsgespann Wein und Tourismus überzeugt sind“, blickt der neue Präsident in die Zukunft. Außerdem hat er sich zum Ziel gesetzt, die Bekanntheit der Freien Südtiroler Weinbauern im gesamten nord- und mittelitalienischen Raum zu steigern. vk

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Pro& Contra Ist das Wobi gegenüber säumigen Mietern zu nachsichtig? Der Hintergrund:

Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder (BürgerUnion) hat kürzlich mit einer Anfrage zu den MietAußenständen des Wohnbauinstituts („Wobi“) für einiges Aufsehen gesorgt: Über 3.300 Mieter seien mit den Zahlungen im Rückstand. Ein Blick hinter die Zahlen relativiert allerdings die Problematik.

ANDREAS PÖDER, Landtagsabgeordneter der BürgerUnion: „Wer nicht zahlt, der soll ermahnt werden – und dann raus mit ihm“

Ja Die Wobi-Führung zieht zu wenig Konsequenzen aus dem Fehlverhalten von Mietern des Wohnbauinstituts. Es gibt über 3.300 Wobi-Mieter, die mit den Mieten im Rückstand sind, oft seit vielen Monaten: Deutsche, Italiener, Ausländer – bunt durchmischt. Sie alle schulden dem Wobi insgesamt über 7 Millionen Euro, und trotzdem wurden 2016 nur neun Mieter wegen Mietrückständen und 2017 bisher gar erst zwei Mieter definitiv aus den Wohnungen geworfen. Rauswerfen wollte das Wobi über die Mahndekrete im vergangenen Jahr knapp über 100 (von 3.300!), definitiv gegangen wurden neun. Im laufenden Jahr 2017 wurden gar nur 29 Mahndekrete an säumige Mieter ausgestellt. Eine Aufgabe des Wohnbauinstituts ist es, als Hilfskörperschaft des Landes Wohnungen an Mieter bereitzustellen, die auf dem freien Mietmarkt keine geeignete Wohnung bezahlen können. Dafür müssen die Wobi-Mieter geringere Mieten bezahlen; wenigstens diese geringere Miete sollten sie auch bezahlen, möchte man meinen. Die meisten zahlen auch fleißig, während andere offenbar für alles Mögliche Geld haben, nur nicht für die Miete. Das Wobi verwaltet rund 14.000 Wohnungen, die sich im Eigentum der Steuerzahler befinden. Die Wohnungen sind öffentliches Eigentum, Ausgaben sind öffentlich, Einnahmen auch. Wer nicht zahlt, der soll ermahnt werden – und dann raus mit ihm. Wenn sich Wobi-Mieter auf die Nachlässigkeit des Wobi verlassen können, dann zahlen sie eben nicht. Und die vielen anderen, die fleißig zahlen, sind die Dummen. z

BARBARA TSCHENETT, Abteilungsdirektorin für den Bereich Wohnung und Mieter im Wohnbauinstitut: „Von 3.385 Schuldnern sind 1.584 bereits ausgezogen“

Nein Das Wohnbauinstitut ist eine soziale Einrichtung mit der Aufgabe, den sozial Schwächeren eine angemessene Wohnung zur Verfügung zu stellen, gemäß dem Verfassungsgrundsatz, wonach jeder Bürger das Recht auf eine Wohnung hat. Dies schließt nicht aus, dass auch die Mieter des Wobi sich an Regeln halten müssen. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass bei 30.000 Bewohnern der Wobi-Wohnungen hin und wieder Konflikte entstehen. Im Sinne der gesamten Gesellschaft kann das Ziel des Wobi nur sein, so wenig wie möglich Zwangsräumungen durchzuführen, sondern für die betroffenen Familien eine Lösung zu finden. Wenn wir die Summe der Außenstände des Wobi näher betrachten (es handelt sich um in den letzten 20 Jahren angehäufte Schulden), ist zu sagen, dass von den 3.385 Schuldnern 1.584 bereits ausgezogen sind oder die Wohnungen geräumt wurden. Die 1.801 aktuellen Mieter mit Außenständen können wiederum in 330 Mieter von Geschäften, Garagen oder Arbeiterwohnheimen und 1.471 Mieter von Wohnungen unterteilt werden. Die Zahlungsrückstände der aktiven Wohnungsmieter betragen 1.639.011 im Jahr 2016; das entspricht durchschnittlich 1.114 Euro pro säumige Familie. Dies bedeutet auf einen Gesamtbetrag aller Rechnungen für Miete und Spesen von 56.434.553 Euro, dass die Außenstände 2,9 Prozent betragen, was im europäischen Vergleich im guten Mittelfeld liegt. Dies bedeutet auch, dass das Wobi sehr gut in diesem Bereich arbeitet und in keiner Weise nachsichtig mit den säumigen Mietern ist. z

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„Alles WoW oder was?“ Leserbrief zum WasserLicht-Festival

Barbara Fuchs, Brixen

In Brixen gibt es also anscheinend niemand, der sich kritisch reflektierend zu dem mit gewaltigem Werbe-Getöse begleiteten Wasser- und Licht-Spektakel äußern will. Nun, dann will ich dieser Niemand sein und einige Fragen, die mich seit Eröffnung dieser Show hartnäckig bedrängen, öffentlich stellen. Die erste: Welche Gründe gibt es, den Mai zu verändern, der von Natur aus mit Schönheiten für Auge, Ohr und Nase nicht geizt, der jede Stadt allein dadurch freundlicher macht, dass Bäume ausschlagen, Eisdielen ihren ersten Ansturm erleben und ferienhungrige Schüler die Straßen mit ihrem fröhlichen Lachen erfrischen? Ich kenne wenige Gründe. Doch ich habe nicht mit dem darbenden Kleinhandel gerechnet, der nach der soeben zu Ende gegangenen Ostersaison schon wieder um seine Existenz bangen muss. Und da reicht die Schönheit der Stadt mit ihren städtebaulich einzigartigen Zeugnissen der Vergangenheit nicht aus, um zusätzliche Gäste anzulocken, möglichst zahlkräftige und extrem konsumfreudige, versteht sich. Und dafür wurde ein Festival ersonnen, das

Brixen jetzt auch im Frühsommer zur Hochburg des Kitsches, des Lärms und des Mülls machen wird. Die zweite Frage: Was treibt die Verantwortlichen eigentlich an, wenn sie nun schon zum dritten Mal einer französischen Firma einen sündteuren Auftrag für eine Show geben, deren Konzept mit der höchsten Trinkwasserbrunnendichte ausreichend gerechtfertigt erscheint? Nach „Soliman I“ – eine damals durchaus überraschende Neu-Interpretation der Hofburg – kam mit „Soliman II“ der seichte Aufguss einer von Beginn an dürftigen Idee. Aber nun die Trinkwasserbrunnenshow mit ihren reißerischen Plakaten und auf unzähligen Hinweistafeln ohne erkennbaren Informationswert angekündigten Höhepunkten – darunter so verqueren wie das Spielen auf fünf verstimmten Flügeln morgens um fünf Uhr! Es ist wohl der Werbeslogan der Firma, auf den die Marketingexperten abgefahren sind: „Die wahre Freude ist es, alle glücklich zu machen …“. Damit werden sie naturgemäß scheitern. Die dritte Frage: Welcher bleibende Wert, welche nachhaltige Wirkung wird durch das Schmücken von Trinkwasserbrunnen, das Illuminieren von Fassaden, das Aufstellen von Hinweisschildern, das Vortäuschen mediterraner Flora in ummauerten Beeten geschaffen, das den Preis für diesen Event rechtfertigen könnte? Man spricht immerhin von einer sechsstelligen Summe! Was wird von dem importierten und für einen schnellen Konsum bestimmten Event, der weltweit einzigartigen Licht- und Wassershow, bleiben, die eher an

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Bibione denken lässt als an eine Kultur- und Kongressstadt mitten in den Alpen? Bleibt die letzte Frage: Wie verantwortet man in Zeiten zunehmend klammer Gemeindebudgets, schwindender öffentlicher Beiträge für Soziales und Kultur ein derart kostspieliges Unterfangen, das nur Einzelnen einen spürbaren Nutzen bringen wird, alle anderen aber bestenfalls nervt? Die Zeichen der Zeit weisen freilich auf andere Notwendigkeiten hin: Förderung kleiner, aber sorgfältig geplanter Kulturinitiativen, sinnvolle Bildungs- und Kulturangebote ohne Konsumzwang für Jugendliche und Familien, humane Aufnahme von Zuwanderern und – ja, auch von Bettlern, die sich an den Trinkwasserbrunnen derzeit nicht einmal mehr die Hände waschen können.

„Der Dreck wird entkontextualisiert“ Leserbrief zum Bericht „Museum am Dach?“ im „Brixner“ Nr. 327, S. 56

Andres Pizzinini, Brixen

Vor Jahren hatte die Landesregierung verkündet, dass keine weiteren Museen in Südtirol errichtet werden sollen. Doch damals war die Idee von Kurt Baumgartner noch nicht bekannt, auf dem Dach der Syncom in der Brixner Industriezone ein Architekturmuseum zu errichten. Ein Museum braucht per Definition einen fixen Bestand an Ausstellungsobjekten. Und hier kommt der Geniestreich: Die alte Blechbüchse, die Othmar Barth felix memoriae vor 50 Jahren für den Tourismusverein errichten ließ, wird abgebaut und auf dem Dach der Syncom wieder aufgebaut. Dazu gehören auch die Pissoirs samt den Spuren, die die Taitschn darin hinterlassen haben, als sie ihre Aufregung entleerten, bevor sie die mirabilia von Brixen bestaunen durften. Auch das ist Geschichte, sedimentierte Geschichte (Letzteres in tiefer Stimmlage vortragen!). Dass Baumgartner an das schwächste Gebäude des ansonsten ok-architect Bart dachte, beweist, dass er up to date ist,

wertet doch der moderne Künster Müll oder Klos zu Kunst auf – im Fachjargon: Der Dreck wird entkontextualisiert. Baumgartners Auf- und Abbauverfahren soll sehr ökologisch sein, doch um dies kenntlich zu machen, braucht es etwas Grünes. Gewiss kann der alte Hofburggarten mit abgebaut werden und samt Maiskolben, Hanfstengel und dem Elefanten auf dem Dach (nota bene: Flachdach) des Barthklos wieder aufgebaut werden. Ein Streit weniger. Dazu muss man den Durchführungsplan der Gemeinde ändern, doch den biegt und zieht man täglich „grod“ wie man’s braucht, wäscht ihn rein oder haut ihn ganz weg wie eine alte Unterhose. Oder noch schlimmer: Man steckt den Plan in die Barthbüchse und friedet ihn museal ein. Ein letztes Hindernis bilden die Kondominiumbewohner der Syncom, die ihr Einverständnis verweigern, um den Zugang zum Museum im Obergeschoss zu ermöglichen. Und ohne Zugang kein Museum! Moderne Kunst und Durchführungsplan hin oder her. Selbst der ansonsten so optimistische, die beste-aller-möglichen-Welten vertretende „Brixner“ sieht hier „mehr Fragezeichen als Fakten“. Die Lösung: Zumal das Seilbahnprojekt zur Plose erneut aufgeworfen wurde, könnte man hier eine Mittelstation errichten, sodass die Gäste während der Plosefahrt das Museum besuchen könnten. Dabei hat der Gast die Möglichkeit, auf die historische Barth-Toilette zu gehen und seine geronnene Begeisterung zu hinterlassen.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info


UMFRAGE

Mehr Strahlkraft für Brixen? Fotos: Oskar Zingerle

Das Wasser-Licht-Festival brachte dreieinhalb Wochen lang den Hauch einer Zauberwelt nach Brixen. Wir haben nachgefragt, ob sich die Brixner an den beleuchteten Brunnen begeistern konnten – und was ihnen am Festival besonders gefiel.

„Das Konzert mit den fünf Flügeln war definitiv mein Höhepunkt des Festivals, aber auch die Brunnen in Stufels und im Alois-Pupp-Park haben mir sehr gut gefallen. Die Aktion ist gut für Brixen! Alles, was die Altstadt belebt, finde ich in Ordnung. Im Monat Mai ist es natürlich schwierig, etwas auf die Beine zu stellen; es ist schade, dass in diesem Zeitraum keine besonderen Feiertage in Deutschland waren, dann hätten die Touristen nämlich einen Kurzurlaub mit dem Festival verbinden können“, sagt Andreas von Mörl.

Hannah Klammer war beeindruckt: „Ich habe mir die Brunnen angesehen, und sie haben mich wirklich fasziniert. Es war auch toll zu sehen, wie belebt die Stadt an diesem Abend war. Die bunten Enten haben mir am besten gefallen. Ich habe das Festival auch an einige meiner Freunde weiterempfohlen, die es sich inzwischen bereits angesehen haben.“

Dass das Festival eine tolle Aktion für Brixen ist, findet auch Michaela Dariz: „Der Herrengarten ist mir besonders in Erinnerung geblieben mit diesem geheimnisvollen Nebel und auch die lustigen bunten Enten im Hofburggraben. Ich war unter der Woche unterwegs, da waren leider nicht so viele Leute; ich finde, dass das Festival nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen absolut sehenswert ist.“

„Als Tourismustreibender begrüße ich solche Aktionen natürlich sehr und bin auch selbst begeistert vom Festival. Wir hatten effektiv mehr Gäste an den Wochenenden, die extra für das Wasser-Licht-Spektakel angereist waren – hauptsächlich Italiener, bei den Deutschen ist die Werbung nicht so sehr durchgedrungen. Das müssen wir fürs nächste Jahr noch verbessern“, so Michael Gostner.

„Schade, dass das Wetter nicht so richtig mitgespielt hat“, findet Christa Huber. „Ich selbst habe mir den Brunnenparcours deshalb nur im Schnelldurchlauf ansehen können. Durch das Festival wurde man auf die Brunnen in Brixen aufmerksam gemacht, und ich muss sagen, man hat diese auch aus einem ganz anderen Blickwinkel angesehen, das war wirklich schön.“

„Der Herrengarten war toll, der Hofburggraben ebenso – eine schöne Aktion für Brixen. Nur weiß ich nicht, ob Kosten und Nutzen in Relation stehen. Ich schätze, die Kosten waren doch erheblich, und fürs nächste Jahr muss das Festival meines Erachtens noch besser beworben werden, damit wirklich auch viele Touristen nach Brixen kommen. Im Mai ist es generell schwierig, im Sommer wäre es sicher einfacher“, sagt Christian Kier.

„Der Herrengarten und die Rappanlagen waren meine Favoriten“, sagt Pascale Alessi. „Auch der Brunnen im Alois-Pupp-Park war wirklich toll beleuchtet. Das Festival ist gelungen, auch wenn der Parcours bei den Brixnern vielleicht eher ankommt als die Show im Tschumpus; die ist – wenn man Soliman gesehen hat – nicht mehr ganz so aufregend, schon allein der Kulisse wegen.“

Fabian Filippi findet das Wasser-Licht-Spektakel „perfekt: Das Festival ist wirklich ein enormer Mehrwert für Brixen, ich bin begeistert. Die Brunnen waren toll bespielt, und vor allem der Herrengarten war richtig bärig. Ich hatte den Eindruck, dass die heurige erste Ausgabe des Festivals noch nicht von so vielen Touristen besucht wurde. Im nächsten Jahr muss das noch besser klappen.“ 23


STREIFZUG DURCH DEN BRIXNER DOMSCHATZ

Kunst & Kultur

Sakrale Kostbarkeiten Lust auf eine Ausstellung über liturgische Geräte und Gewänder aus dem Mittelalter und Barock? Jeder, dem jetzt ein „Nein“ auf der Zunge liegt, kennt den Brixner Domschatz noch nicht, denn dieser zählt nicht umsonst zu den bedeutendsten Domschatzkammern im Alpenraum. Johanna Bampi, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hofburg, hat den „Brixner“ auf seinem Streifzug durch die Schatzkammer begleitet.

I

rgendwie fühlt es sich verboten an, im schummrigen Licht umringt von goldglänzenden Gegenständen zu stehen. Das mag einerseits daran liegen, dass man nur selten in seinem Leben einen richtigen Schatz besichtigen darf – andererseits liegt das wohl tatsächlich am schummrigen Licht, das die goldenen Gegenstände so verhängnisvoll glänzen lässt. Kaum zu glauben, dass es sich bei den Kostbarkeiten auch noch um Gebrauchsgegenstände handelt: „Der Domschatz besteht aus liturgischen Geräten aus dem Mittelalter und Barock, die im Brixner Dom verwendet wurden“, präzisiert Johanna Bampi, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hofburg, die dem „Brixner“ eine Sonderführung durch die Dauerausstellung gibt. „Als Außenstehender ist man sich oft nicht bewusst, was der Domschatz eigentlich ist, oder man hat eine andere Vorstellung davon“, ist sich Bampi sicher. „Viele denken

Nur die kostbarsten, wertvollsten Materialien waren jahrhundertelang gut genug, um bei kirchlichen Handlungen verwendet zu werden. Die Gotteshäuser und deren Ausstattung strotzen deshalb meist vor Gold- und Silberglanz, Edelsteinapplikationen, kostbaren Stoffen und Marmor. Kein Wunder also, dass sich im Brixner Dom – Brixen war immerhin Bischofssitz – unzählige verschiedene kostbare Gegenstände über die Jahrhunderte angesammelt haben. Das beweist auch die Inventarliste: Die umfangreichste Bestands­ liste für den Brixner Domschatz stammt aus dem Jahr 1548; im Inventar von 1555 sind beispielsweise 20 Messkelche verzeichnet. Viele dieser Stücke wurden von wohlhabenden Bürgern gestiftet, die für ihr Seelenheil vorsorgen wollten. Das war im Mittelalter tatsächlich üblich; heute wäre ein solches Vorgehen doch eher unvorstellbar, wenn nicht gar als „Bestechungsversuch“ zu deuten.

Zeit sind auch die liturgischen Gegenstände. Dafür mussten die Goldschmiede verschiedene Techniken beherrschen: Fensterchen wurden zum Beispiel aus Platten ausgesägt, kleinere Verzierungen und Figuren gegossen, und der Boden ist meist getrieben. Grundsätzlich bestehen die meisten Objekte aus einer vergoldeten Silber-Kupfer-Legierung, da reines Silber zu weich wäre. Im Mittelalter wurde zudem die Feuervergoldung mit Quecksilber praktiziert – die Auswirkungen auf die Gesundheit kann sich jeder selbst denken. Bei der Gestaltung der Turmmonstranzen (diesen Namen tragen sie, weil sie tatsächlich wie Miniatur-Kirchtürme in die Höhe ragen) mussten die Goldschmiede besonderes Fingerspitzengefühl beweisen, denn die Kreuzblumen, die kleinen Figuren und die Krabben an den Wimpergen sind zierlich wie Fliegenbeinchen. Auffällig ist auch, dass der Monstranzteil, in dem heutzu-

„Vermutlich wissen wir gar nicht, was wir mit der Adlerkasel für einen Schatz beherbergen“_ Johanna Bampi, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hofburg vielleicht an ein stilles Kämmerchen im Dom, in dem ein paar Kelche und ein paar angestaubte Kaseln aufbewahrt werden.“ Doch eigentlich bieten die drei Räume einen Streifzug durch die sakrale Kunst- und Kulturentwicklung hunderter Jahre. 24

Wie kleine Kirchtürme. Kostbar

ist aber nicht nur das Material der Stücke, die im Domschatz ausgestellt sind, sondern auch deren Verarbeitung, denn in der Gotik geht es zierlich her: Gleich aufstrebend, feingliedrig und zierlich wie die Architektur dieser

tage die Hostie Platz findet, zylinderförmig gestaltet war. Das liegt daran, dass die Monstranz speziell im Mittelalter dazu diente, Reliquien für den Betrachter sichtbar zu machen. Kreuzpartikel, Heiligenknochen oder Gewandfragmente: Welche Reliquien in

dem Glaszylinder aufbewahrt werden, steht in der Regel auf einem beigefügten Zettelchen mit erklärender Beschriftung vermerkt. Dieses Zettelchen hat meist auch die Aufgabe, die Echtheit der Reliquie zu bezeugen. Erst später kommen die uns heute bekannten sonnenförmigen Monstranzen auf, die explizit für die Präsentation der konsekrierten Hostie angefertigt wurden. Laut Johanna Bampi gibt es allerdings noch Kirchenbücher, in denen Anweisungen zu finden sind, wie man zum Beispiel vor Fronleichnam die Reliquie aus dem Glaszylinder entfernt und die Hostie eingesetzt hat. Doch wie alles im Leben ist auch die Kirchenkunst vergänglich und unterliegt gewissen Modeerscheinungen. Die Surauer-Monstranz zum Beispiel an sich wurde um 1400 in einer venezianischen Werkstatt gefertigt und von Heinrich Surauer, Propst des Kapitels der Liebfrauenkirche am Kreuzgang, gestiftet; im Barock wurde sie überarbeitet. In ihrer Glaskapsel befanden sich bis 1663 die Reliquien des Bis-


NICHT JEDER SCHATZ GLÄNZT GOLDEN: Über Jahrhunderte angesammelte Gegenstände aus dem Kirchenalltag bilden den Domschatz, das wertvollste Stück ist aber nicht aus Gold

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tumspatrons Kassian. Heute sind Reliquien diverser Heiliger, die namentlich nicht erwähnt werden, neben einem Kreuzpartikel und Reste der Heiligen Johannes der Täufer, Klara von Assisi, Nikolaus und Laurentius zu sehen. Um 1400 und ebenfalls in Venedig verließ ein ganz besonderes Kreuz eine venezianische Goldschmiedewerkstatt: Es enthält keine Reliquien; das Besondere an dem Stück sind die vier eingearbeiteten Bergkristallscheiben an den Kreuzbalken. Doch ganz original ist auch dieses Kreuz nicht mehr, denn im späten 15. Jahrhundert wurde es umgearbeitet, und zwar in Brixen. Auch wenn man es heutzutage kaum meinen möchte, gab es um 1500 in Brixen eine beträchtliche Anzahl von Goldschmieden; in Innsbruck gab es zur selben Zeit nur vier. Das liegt daran, weil Brixen Bischofssitz war. Beim Bergkristallkreuz legte der Brixner Goldschmied Meister Christoph Hand an. Der an ein Astkreuz, an dessen Enden jeweils Edelsteine in Silberfassung befes-

tigt sind, montierte Corpus stammt zum Beispiel von ihm. Auch die Edelsteine am Kreuzfuß hat Meister Christoph appliziert. „Dass man Edelsteine bei liturgischem Gerät verwendet, wurde nämlich erst im Barock modern“, weiß Johanna Bampi. „Damen haben oft Schmuck gestiftet, der dann eingearbeitet wurde – manchmal nur die Steine, andere Male wurde zum Beispiel ein Ohrring im Ganzen an einer Monstranz befestigt.“ Besagter Meister Christoph war übrigens auch der Vollender und „Dekorateur“ der Agnesbüste. Einem Goldschmied zuweisen kann man die Werke oft, wenn sie ein mit einer Punze an der Unterseite des Fußes eingedrücktes Meisterzeichen tragen. Die Stadt, in der das Objekt gefertigt wurde, fügte dann noch ein sogenanntes Beschauerzeichen hinzu. Außerdem ist manchmal sogar ein eingeritzter Zickzackstich zu sehen; an dieser Stelle hat man einen Span vom Metall entnommen, um die verwendete Legierung zu kontrollieren.

Monstranz mit Geschichte. Ein

besonderes Stück im Domschatz ist die Markus-Monstranz. Sie ist nicht nur schön anzusehen mit ihrem Farbenspiel in Korallenrot, Königsblau, Gold und Silber, sondern sie hat auch eine spannende Geschichte zu erzählen. In einem Schaukasten befindet sich nämlich ein Fragment der Schädeldecke des Heiligen Markus, „und angeblich wurde die Reliquie bei der Türkenbelagerung von Wiener Neustadt aus dem Zelt vom türkischen Sultan Süleyman II. gestohlen“, beschreibt Johanna Bampi und fügt gleich hinzu, „historisch lässt sich das aber nicht eindeutig nachweisen.“ So viel zum Gebot „Du sollst nicht stehlen“ ... Gefertigt wurde diese Reliquienmonstranz 1543 durch einen Brixner Meister; Gregor Angerer, Dompropst in Brixen und zugleich Bischof von Wiener Neustadt, stiftete das kostbare Stück dem Brixner Dom. Einen besonderen Hintergrund hat auch die Reliquienschatulle aus zyprischem Ebenholz, die in einem anderen Schaukasten aufbewahrt

wird. 1659 kam sie als Geschenk des Dogen Domenico Contarini für den Brixner Fürstbischof Anton von Crosini nach Brixen. „Das Präsent gilt als Freundschaftsgeste nach bereinigten Grenzstreitigkeiten zwischen Venedig und Brixen“, präzisiert Johanna Bampi. Gefertigt wurde die Reliquienkasette im 13. Jahrhundert, verziert ist sie mit vergoldeten Metallbeschlägen. Auch die im 12. Jahrhundert gefertigte Fistula aus Gold, die mitsamt ihrem verzierten Holzetui erhalten ist, ist ein beachtenswertes Stück. Die Fistula, eigentlich ein dem handelsüblichen Strohhalm nicht unähnliches Ding, wurde genutzt, um die Weinkommunion auszuteilen. „Interessant ist der kleine Griff am Trinkhalm“, macht Bampi aufmerksam, „dieser dient dazu, damit man nicht das Röhrchen, durch das der Messwein, also das Blut Christi, fließt, direkt berührt.“ Genau aus diesem Grund hat auch jeder Kelch und jede Monstranz eine kleine knopfartige Rundung, „Nodus“ genannt, die als Halterung dient. Eine weitere Besonderheit in der 25


Samt und Seide. Doch das ei-

gentliche Herzstück des Brixner Domschatzes glänzt nicht golden, und es brechen sich keine Lichter in verwendeten Edelsteinen. Das absolute Highlight wird nicht einmal mit einem Strahler beleuchtet. Das liegt aber daran, dass es ziemlich lichtempfindlich ist – und deshalb ist auch der gesamte mit einer getäfelten Decke geschmückte Raum im Schummerlicht. Das wertvollste Stück im Domschatz ist nämlich aus Stoff, aus Purpurseide, die in einer byzantinischen Manufaktur hergestellt wurde, um genauer zu sein. Im Stoff eingewoben sind große schwarze Adler mit Goldring im Schnabel sowie Rosetten. „Ein absolutes Luxusprodukt“, weiß auch Johanna Bampi. Das Messkleid wurde vom 1006 verstorbenen Bischof Albuin ver-

In der Gestaltung der Kreuzpartikel-Monstranz spiegelt sich die Architektur der Gotik, die Monstranz mit der Markus-Reliquie ist ein Stück aus der Renaissance

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wendet, „das heißt, dass das Gewand über 1.000 Jahre alt ist.“ Es war ein Geschenk des deutschen Kaisers, vermutlich von Heinrich II. oder Konrad II., an den Bischof von Brixen. Das Besondere an dem Stück ist, dass es so vollständig und gut

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erhalten ist. „Im europäischen Kontext gibt es kaum Textilien, die so alt und so komplett erhalten sind“, schätzt auch Bampi. Als Grund dafür gibt sie an, dass Bischof Albuin bald nach seinem Tod als Heiliger verehrt wurde. „Man hat das Stück also nicht einfach aufgetragen bis es kaputt war, sondern nicht mehr verwendet und entsprechend aufbewahrt“, erklärt sie. Einzig auf der Vorderseite lässt die Adlerkasel ihr eigentliches Alter durchblicken, denn auch Reliquienjäger wollten sich über die Jahrhunderte ein Stückchen der Adlerkasel sichern. Besondere textile Stücke sind auch das Pluviale aus Gold- und Samtbrokat, das um 1470 gefertigt wurde, die Gewänder von Bischof Hartmann, der 1142 das Kloster Neustift gegründet hat oder auch die barocken, reich verzierten und aufwändig bestickten Kaseln aus dem Dom. Diese Teile sind auch Part der Textilausstellung „Samt

und Seide im historischen Tirol 1000–1914“, die derzeit in sieben Museen zwischen Innsbruck und Trient abgehalten wird. Insgesamt werden dabei bis Ende Oktober rund 1.240 Objekte gezeigt – und das nicht an einem Ort, sondern der Besucher muss zu ihnen reisen. Auch in diesem Kontext ist die Adlerkasel in der Hofburg Brixen das älteste Ausstellungsstück. „Die Adlerkasel ist jetzt nicht wie die Mona Lisa, die jeder kennt“, gibt Johanna Bampi zu bedenken, „obwohl sie sich dieselbe Popularität verdienen würde.“ Denn: Ein über tausend Jahre altes Textilkunstwerk, das so gut erhalten ist, ist einmalig: „Vermutlich wissen wir gar nicht, was wir da für einen Schatz beherbergen.“

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MUSIK

Leckerbissen für Jazzliebhaber Seit vielen Jahren ist der Jazzmusiker Norbert Dalsass der musikalische Leiter in der Gruppe Dekadenz. Mit einem Schnitt von zehn Konzerten im Jahr hat sich der Jazz in der Kulturszene der Stadt etabliert.

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Der Jazz entspricht ganz und gar nicht dem Mainstream unserer Musikkultur“, weiß Norbert Dalsass, „und übt daher nur auf eine kleine Gruppe von Interessierten seine Anziehung aus.“ Das von der Gruppe Dekadenz präsentierte, qualitativ hochwertige Programm balanciert zwischen prominenten internationalen Bands und heimischen Spitzenmusikern. Im Herbst 2016 tummelten sich im Anreiterkeller renommierte Musiker aus Schweden, Deutschland, England und den USA – wie zum Beispiel das amerikanische Quartett Oregon, dessen Gründung auf die 1960er Jahre zurückgeht und das heutzutage mit elektronischen Elementen einen zeitgemäßen Sound abliefert. Das Abschlusskonzert im Herbst gab Helga Plankensteiner & Plankton mit dem quirligen Tausendsassa Matthias Schriefl an Bord, die das neue Programm den Liedern von Schuberts „Winterreise“ widmeten. Im Frühjahr traten vorwiegend einheimische Interpreten in der Dekadenz auf, allen voran der unangefochtene Publikumsliebling Sepp Messner Windschnur. Wenn auch nicht in der Jazzszene

Der Auftritt von Odwalla zeigt, dass Jazz als Mittler zwischen den Kulturen funktioniert

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gewaltigen Mexikanerin Jennifer Cabrera Fernández zu einem heißen Quartett „erweitert“ und bot einen intelligenten Mix aus Polyrhythmen und Polymelodien. Im Gegensatz zum Titel „L’uomo invisibile“ waren Odwalla ziemlich gut sichtbar auf der Dekadenzbühne, bestand die Formation doch aus elf Musikern und Tänzern, die mit diversem Schlagwerk und

Vallon. Aus technischen Gründen musste der Flügel mitten im Zuschauerraum platziert werden, was eine ganz besonders intime Atmosphäre erzeugte, in der Vallon am „präparierten“ Klavier das Publikum verzauberte. Und wieder war es an Helga Plankensteiner, den Saisonschluss zu gestalten, diesmal mit der Jugend-Bigband Südtirol. Die Band

charismatischen Leiterin Helga Plankensteiner agiert die JugendBigband auf einem erstaunlich hohen Niveau und kann internationalen Formationen durchaus das Wasser reichen.

Jazz im Sommer. „Jazz hat seinen

festen Platz in Brixens Musikszene“, resümiert Norbert Dalsass, „auch wenn er meist nur ein klei-

„Jazz hat seinen festen Platz in Brixens Musikszene, auch wenn er meist nur ein kleines Häufchen Fans anlockt“_ Norbert Dalsass, musikalischer Leiter der Gruppe Dekadenz anzusiedeln, sind ihm doch deutliche Jazz-Merkmale zu Eigen: Er ermuntert zum Hinhören mit seinen humorvoll-kritischen Liedern und ist stets Garant für ein volles Haus.

Welten begegnen sich. Eröffnet

wurde die heurige Jazz-Saison von „Hyper+“ aus dem Veneto. Das ursprüngliche Trio wurde mit der sinnlichen und stimm-

Tanz die Begegnung zwischen Afrika und Europa feierten. In geradezu visionärer Voraussicht, ein Jahr vor der Nobelpreisverleihung, stellte Hubert Dorigatti und Laura Willeit das Projekt „Bob Dylan Revisited“ vor, begleitet von Streichern wie zum Beispiel vom Brixner Manuel Chizzali. Poetisch und berührend in Szene gesetzt war das Klavierkonzert des Schweizer Jazzvirtuosen Colin

vereint auch in ihrer vierten Auflage junge Musiker aus Süd- und Nordtirol sowie aus dem Trentino. Das vom Meraner Verein „Muspilli“ unter Ewald Kontschieder initiierte Projekt begeistert immer wieder durch Enthusiasmus und Spielwitz. Die flotten, originellen Kompositionen und Arrangements wurden eigens für die Bigband von bekannten Jazzmusiken der Euregio geschrieben. Dank der

nes Häufchen Fans anlockt.“ Etwas mehr Publikum kann man sich im Sommer erwarten, wenn das Jazzfestival Südtirol ab 30. Juni auch in Brixen seine Zelte aufschlägt. Am 5. Juli landen „Kompost 3“ sogar im Tschumpus und werden mit trashigen Soundscapes die Gefängnismauern zum Beben bringen. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 27


Kunst & Kultur Foto: Helmut Moling

MUSIK

„Festival der Vereine“ ROBERT KLEMENT aus Natz ist der Kopf des Organisationskomitees des Musikfestivals „Alpen-Flair“, das vom 21. bis 25. Juni am NATO-Areal in Natz zum sechsten Mal stattfinden wird und zu dem auch heuer wieder täglich 15.000 Besucher erwartet werden. Im Interview erklärt er, was das Besondere an diesem Festival ist. Ein Blick hinter die Kulissen des größten Volksfestes Südtirols.

Herr Klement, jeder kennt das Musikfestival Alpen-Flair, aber kaum jemand weiß, wer eigentlich genau dahintersteckt. ROBERT KLEMENT: Die Organisationsstruktur des Festivalkomitees ist aufgebaut wie eine Pyramide: Ganz oben ist ein fünfköpfiges Team, das die „großen“ Entscheidungen trifft, darunter gibt es eine Reihe von Bereichsleitern, die die einzelnen Bereiche organisieren. Das ist interessant, denn in der Wahrnehmung der Bevölkerung ist die Band Frei.Wild Veranstalter des Festivals, was de facto gar nicht stimmt. Das Alpen-Flair ist ein Festival der Vereine des Hochplateaus. Das Festival ist zwar gemeinsam mit 28

Frei.Wild entstanden; die Idee, es am NATO-Areal anzusiedeln, kam aber von uns. Es ist eine kongeniale Partnerschaft zwischen der Band und unseren Vereinen – wir sind voneinander abhängig, weil es ohne Frei.Wild kein Festival geben

nomie, Personal – das erledigen wir. Wer wann und wo auftritt, wird hingegen von Frei.Wild definiert – bis auf die Entscheidung zu den großen Namen, bei der wir als Veranstalter natürlich mitreden wollen. Nachdem wir gemerkt

Der Reingewinn wird jedes Jahr unter den Vereinen der Gemeinde aufgeteilt. Während wir vor sechs Jahren mit dem Sportverein und den Schützen begonnen hatten, helfen inzwischen zehn Vereine mit. Natürlich war es anfangs ein

„Alpen-Flair ist ein großes Festival der Freundschaft und der guten Laune“_ Robert Klement, Veranstalter würde – genauso wenig aber wäre ein Festival ohne unsere Vereine möglich. Das Frei.Wild-Team mit Kai Michelmann und Stefan Harder ist für das Musikprogramm zuständig, wir hingegen für die gesamte Logistik. Zeltplätze, Bühnenaufbau, Security, die Absprache mit den Bauern, Catering, Zelte, Gastro-

haben, welche Dimension das Festival bekommt, haben wir die Alpen-Flair GmbH als Betreibergesellschaft gegründet. Fiskalisch wird das Festival über diese Gesellschaft abgewickelt. Und wer bekommt den Reingewinn?

Risiko – vor allem deshalb, weil der Frei.Wild-Manager Stefan Harder bei der ersten Ausgabe gesagt hat, wir müssen das erste Festival veranstalten, ohne Eintritte zu verlangen, damit sich die Marke aufbauen kann. Er hatte vollkommen recht. Natürlich gab es damals große Zweifel, ob die


Kosten allein durch den Verkauf von Speisen und Getränken gedeckt werden können. Die erste Ausgabe war aber auch logistisch eine Herausforderung ... In der Tat. Man muss bedenken, dass das NATO-Areal damals ein Wald war. Da haben zehn oder 15 Bauern zwei Monate lang ehrenamtlich gearbeitet, um aus dem Grundstück ein Konzertareal zu machen. Das war eine unglaubliche Leistung. Die Stiftung Sparkasse hat uns dankenswerterweise bei den ersten beiden Ausgaben finanziell unterstützt und damit eine enorme Starthilfe gegeben. Bei der dritten Ausgabe war diese Unterstützung dann nicht mehr notwendig. Damit ist das Alpen-Flair vergleichbar mit dem Brixner Altstadtfest: Auch dort wird mit der Veranstaltung vor allem die Jahrestätigkeit der teilnehmenden Vereine finanziert, was natürlich zu einer großen Akzeptanz führt. Ja, das stimmt. Ohne eine breite Akzeptanz wäre ein solches Festival gar nicht möglich, weil ... auf geht’s da schon. Die institutionelle Finanzierung der Vereinstätigkeiten wird immer schwieriger; wir haben einige Vereine, für die das Alpen-Flair finanziell inzwischen sehr wichtig geworden ist. Inzwischen hat das Festival eine Dimension ange-

info Alpen-Flair 2017 Natz, NATO-Areal 21. bis 25. Juni Das Festival Alpen-Flair findet heuer bereits zum 6. Mal statt. Neben einem reichhaltigen Rahmenprogramm spielen auf der „AlpenStage“ an den drei Festival-Tagen neben Frei.Wild noch 17 Bands, unter anderem so spannende Namen wie die US-Metal-Legenden Anthrax, die brasilianische Metalband Spultura, die deutschen Country-Legenden Truck Stop (mit dem Südtiroler Gitarristen Chris Kaufmann) und die Schürzenjäger. Tickets gibt es bei allen Südtiroler Raiffeisenkassen sowie im Rookies&Kings-Store in Brixen. Details zum Programm im Web: www.alpen-flair.com

nommen, die wir nie vermutet hätten. Bei der dritten Ausgabe hatten wir bereits 15.000 Besucher, und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir uns im Vorfeld die Frage gestellt hatten, wie viele das eigentlich sind. 15.000 – das ist eine Zahl, aber was damit zusammenhängt, konnte sich niemand von uns vorstellen. Wie viel Raum braucht es für die Zeltplätze, wie viele Speisen und Getränke brauchen wir, wie viele Autos werden einen Parkplatz suchen? Diese Fragen haben uns lange Zeit schlaflose Nächte verursacht. Als das Festival dann begann, haben wir bald geradezu gehofft, dass die hereinbrechende Menschenschlange irgendwann aufhören sollte, weil wir befürchteten, dass das Areal zu klein sein könnte. Nun, allein die tausenden Zeltplätze in den Obstfeldern schaffen ein gewisses WoodstockFeeling – und das in Natz! Es ist wirklich beeindruckend und eine wahnsinnig interessante, faszinierende und spannende Erfahrung. Inzwischen wissen wir natürlich, was auf uns zukommt. Wir sind routiniert – auch deshalb, weil wir meist mit denselben Dienstleistern zusammenarbeiten, deren Arbeitsweise wir genau kennen. Das sind übrigens ausschließlich einheimische Firmen, die jedes Jahr große Professionalität beweisen. Wie schaffen Sie bei den Bauern Akzeptanz, die ja ihre Felder für Zelt- und Parkplätze zur Verfügung stellen müssen? Die Bauern bekommen dafür eine Entschädigung, was auch richtig ist. Aber, schauen Sie, beim letzten Mal hatten wir sehr schlechtes Wetter, und entsprechend viel Arbeit gab es auch danach, um die Felder wieder herzurichten. Die Bauern haben im letzten Jahr unglaublich tolle Arbeit geleistet, haben ungefragt mit ihren Traktoren die parkenden Autos aus dem Schlamm gezogen. Wir können nur dankbar den Hut ziehen. Wie viele Leute arbeiten am Fest mit? Dazu eine Vorbemerkung: Ohne die Hilfe der Vereine wäre das Festival nicht realisierbar. Wir haben heuer 700 Mitarbeiterdienste und 350 Feuerwehrdienste abzudecken; jeder Dienst dauert zwischen fünf und sieben Stunden. 29


Kunst & Kultur

bis Metal geht, die Landschaft, die Freundlichkeit und Gastfreundschaft unserer Leute. Etwa drei Viertel der Gäste kommen aus dem Ausland, der Rest kommt aus Südtirol. Dabei ist uns der Südtiroler Konzertbesucher besonders wichtig, weil die Gäste aus dem Ausland den direkten Kontakt zu uns Südtirolern geradezu suchen. Hier werden Freundschaften geschlossen, und ich weiß sogar von Paaren, die sich hier zum ersten Mal gesehen haben und inzwischen verheiratet sind und Kinder haben.

Foto: Oskar Zingerle

Ich schätze, dass wir insgesamt etwa 1.100 freiwillige Helfer haben werden, die diese Dienste abdecken. Die allermeisten stammen aus der Gemeinde. Mir ist aufgefallen, dass das Festival mit Sepultura und Anthrax als internationale Headliner heuer musikalisch ziemlich hart geworden ist ... Das würde ich nicht sagen, denn auch im Vorjahr hatten wir einige „harte Burschen“. Heuer fehlt uns vielleicht der ganz große deutsche Name wie Heino oder Nena, aber dafür andere tolle Bands wie zum Beispiel Truck Stop oder die Schürzenjäger. Ein attraktives Line-Up zu finden ist wahrscheinlich jedes Jahr eine ziemliche Herausforderung für die Organisatoren: Die Bands müssen ja schließlich auch bezahlbar sein. Das stimmt, aber durch die enge Zusammenarbeit von Frei.Wild mit großen Agenturen und Veranstaltern in Deutschland finden sich immer wieder attraktive Namen, die auch bezahlbar sind.

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Das Alpen-Flair hat für das ganze Eisacktal eine gewisse touristische Relevanz ...

Robert Klement: „Jedes Jahr eine faszinierende und spannende Erfahrung“

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Ist für den Erfolg des Festivals das Line-Up eigentlich noch ausschlaggebend? Das ist eine interessante Frage! Mehr als die Hälfte der Tickets werden von den Fans nämlich

„blind“ erworben – also zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch nicht wissen können, welche Bands eigentlich auftreten werden. Es ist das Gesamtpaket, das ausschlaggebend für den Erfolg ist: Der breite Musikmix, der vom Schlager

Ohne Zweifel. Wir haben viele, die im Zelt übernachten, aber viele tausend übernachten auch in Hotels und verbringen eine ganze Woche hier bei uns. Viele von ihnen sehen vielleicht a bissl wild aus, aber sie sind extrem freundlich, geradezu zuvorkommend. Alpen-Flair ist ein großes Festival der Freundschaft und der guten Laune. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Foto: Matthias Gasser

MUSIK

Musikalisches Feuerwerk Die Bürgerkapelle Brixen und der Musikverein Zirl boten bei einem gemeinsamen Frühjahrskonzert im Forum Brixen ein musikalisches Feuerwerk aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen.

W

ie schon in den vergangenen Jahren, hat die Bürgerkapelle Brixen auch zum diesjährigen Frühjahrskonzert einen musikalischen Partner ins Forum Brixen geladen und ein abwechslungsreiches musikalisches Feuerwerk abgebrannt.

Osteuropäische Musiktradition. Nach der gemeinsam gestalteten Eröffnung mit der „Wiener Philharmoniker Fanfare“ von Richard Strauss führte der Musikverein Zirl mit Julius Fucˇiks „Kiniszi Marsch“ in die Klangwelt der osteuropäischen Musiktradition, die auch den weiteren Programmverlauf der Gastkapelle charakterisieren sollte. Josef Pecsis Petöfi-Ouverture wirkt mit reichlich rhythmischem und melodischem Lokalkolorit wie eine Hommage an die Wahl-Heimat des Komponisten. Ungefähr aus derselben Zeit, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, stammt auch der Rumänische Tanz von Franz Hoffmann im Arrangement von Hans Kliment. Evžen Zámecˇník, Jahrgang 1939, verarbeitet in seinem Werk „U Harabisa“, das an die Atmosphäre eines alten mährischen Dorfgasthauses erinnern soll, neben traditionellen auch Elemente moderner Unterhaltungsmusik, deren virtuosen technischen Finessen die Kapelle nicht immer gewachsen war. Mit zwei von Kapellmeister Albert Schwarzmann arrangierten Hits von Freddie Mercury („Bohemian Rhapsody“ und „We are the Champions“) beendeten die Zirler Gäste den ersten Programmteil.

Kontrastprogramm. Im bewuss-

ten Kontrast zum ersten Teil hat Kapellmeister Hans Pircher für die Brixner Kapelle sein Programm zusammengestellt. Mit der „Symphonic Overture“ von James Barnes wird eine zeitgenössische Stilrichtung eingeschlagen, die mit musikantischen Abschnitten, mitreißenden Rhythmen, aber auch lyrischen und solistischen Glanzpunkten überzeugt. Den unbestrittenen Höhepunkt des Programms bildete der 1. Satz des Concerto für Altsaxophon und Bläserensemble, das den Titel „Fire in the Earth“ trägt. Sabino Gabriele Monterisi, derzeit Lehrer für Saxophon an der Musikschule Sterzing, musiziert technisch virtuos und musikalisch beseelt, sodass sich im Dialog mit dem Bläserensemble ein intimes kammermusikalisches Kleinod entfalten konnte. Der mexikanische Tanz „Huapango“, gekennzeichnet durch einen schnellen 6/8-Takt und einen dreiteiligen periodischen Formenbau, wurde durch die Aufführungen von Gustavo Dudamel mit seinen Jugendorchestern bei uns bekannt. Den subtilen rhythmischen Charakter trafen die Musikanten unter dem Dirigat von Kapellmeister Hans Pircher erstaunlich gut und musizierten mit großer Spielfreude und Leidenschaft. Nach dem „Colonial Song“ von Percy Grainger beschloss „Punchinello“, ein Klassiker von Alfred Reed, den Konzertabend. Barbara Fuchs Leserbriefe an: echo@brixner.info 31


Kunst & Kultur

INTERVIEW

„Das Original frisch gefeilt“ Nach den WoW-Events mit den Wasserspielen folgt schon bald der nächste Wow-Effekt im Tschumpus – mit dem Kultursommer hinter Gittern. Die vier prominenten Mitwirkenden GEORG KASER, LUKAS LOBIS, PETER SCHORN und MARKUS „DOGGI“ DORFMANN verraten dem „Brixner“ Details zum neuen Knastprogramm. Herr Kaser, Sie und Ihr Team konnten letzten Sommer einen überwältigenden Erfolg einfahren, vor allem mit dem „SommerKNASTtraum“ … GEORG KASER: Ich musste die Zahlen selber erst nachschauen: Es kamen 4.000 Besucher zu 13 Kabarett-Abenden und neun Gastproduktionen. LUKAS LOBIS: Der „SommerKNASTtraum“ war sehr gut ausgebucht, auch wenn es wegen zwei verregneter Auftaktvorstellungen und bissiger Kälte einige Anlaufschwierigkeiten gab.

kann es passieren, dass man keinen Platz mehr kriegt. All jene, die vorigen Sommer kein Ticket ergattern konnten, werden überglücklich sein, dass Sie die Hauptattraktion noch einmal bringen. Regie und Texte wie gehabt? Georg Kaser: Regie führt auch heuer Gabi Rothmüller und die Texte haben wir wieder gemeinsam mit Ingrid M. Lechner, Maria Kamp und Alex Liegl geschrieben. Lukas Lobis: Wir haben entschieden, eine adaptierte Wiederauf-

lung, sprich Papstbesuch, kommt noch eine Überraschung dazu und viele neue Pointen und Aktualisierungen. Wer es noch nicht gesehen hat, lernt eben erst jetzt Elemente und Figuren kennen, die gut funktioniert haben. Also werden wir die Knastbrüder, die Mamma Merenda und die Gräfin wiedersehen? Lukas Lobis: Selbstverständlich! Eine neue Figur kommt mit Miriam Kaser dazu, die macht noch mehr Stress als der Papst und birgt auch wieder ein gut gehütetes Geheimnis.

„Die fetten Knastjahre scheinen noch lange nicht vorbei zu sein“_ Georg Kaser, Initiator des Kultursommers hinter Gittern Georg Kaser: Aber danach rannte man uns die Bude ein, im wahrsten Sinne des Wortes. Manche Besucher kamen bis zu vier Mal, und das aus allen Landesteilen, vom Vinschgau bis Innichen. PETER SCHORN: Deshalb ist es ganz wichtig, früh zu reservieren, sonst

nahme zu bringen. Einige bekannte Elemente werden beibehalten, weil es sich das Publikum gewünscht hat und damit sich der riesige Aufwand lohnt, den wir beim ersten Mal zu stemmen hatten. Peter Schorn: Also, es sollen alle auf ihre Kosten kommen. Wer es schon gesehen hat, entdeckt neue Varianten, und zur Rahmenhand-

Peter Schorn: Es ist wie bei Asterix: Das Dorf bleibt immer dasselbe, die Geschichten wechseln. MARKUS DORFMANN: Aber im Dorf von Asterix gibt es so eine scheußliche Musik, das wollen wie eindeutig besser machen. Darüber besteht kein Zweifel. Musikalischer Leiter ist wieder Stephen Lloyd, aber statt Klaviermusik gibt’s diesmal den „Doggi“ mit Band …

Markus Dorfmann: Mit dabei sind Ingo Ramoser und Matthias Baumann sowie meine Wenigkeit an der Gitarre, Bass, Dobro, Banjo, Jimbo, Combo usw. Die Musik bleibt im Prinzip dieselbe, aber unsere Arrangements lassen es schon ein wenig anders klingen, denke ich. Georg Kaser: Die werden so laut sein, dass man uns nicht mehr hören wird … Markus Dorfmann: Ein Knastorchester soll schon ordentlich Krach machen. Wir spielen übrigens zu Anfang drei „Doggi“-Lieder zum Einstimmen, während das Publikum Platz nimmt. Ich übe mir die Finger wund, kann ich sagen. Stephen verlangt Gitarrengriffe, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Und Ingo ist auch fleißig am Üben – hab’ ich gehört. Lukas Lobis: Ich möchte noch erwähnen, dass wir um einiges mehr an Pyrotechnik eingebaut haben. Es gibt da jemand in der Truppe, der gern zündelt, und der es liebt, wenn es ordentlich knallt. Georg Kaser: Außerdem ist die Tribüne heuer mit richtigen Stühlen ausgestattet, und das Gastronomiezelt ist größer. Die Weine und das Bier kommen wie gehabt von heimischen Herstellern.

Foto: Oskar Zingerle

Altbewährtes wie Goethes Faust und „Lasset ab!“ sind auch im Programm?


Georg Kaser: „Lasset ab!“ hat es letztes Jahr verregnet, also nehme ich es wieder auf. Peter Schorn: Und Faust werden wir zwei noch ewig weiterspielen, bis wir auf der Bühne umfallen; „last man standing“ gewissermaßen. Im Juli tritt erstmals die Frauengruppe „binnen-I“ auf. Peter Schorn: Dabei handelt es sich um ein junges Schauspielkollektiv aus Südtirol, das sich mit den Mitteln der Schauspielkunst, der Performance und der Musik, unter anderem mit Texten von Falk Richter und Gustav intensiv mit weiblicher Identität im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzt. Hohen Spaßfaktor versprechen die „Platzenden Hirsche“! Georg Kaser: Mit den bayrischen Blödlern ist mit Sicherheit für beste Unterhaltung gesorgt. Und dann kommt Lobis höchstselbst … Lukas Lobis: Den kennt man bei uns nicht, da muss noch viel Werbung gemacht werden. Spaß beiseite, „Voll des Lobis“ ist mein neues Solo-Programm. Die Generalprobe beim Hoandl hat der Schorsch schon abgesegnet, und bei der Eisacktaler Kost war ich in Restaurants unterwegs und hab bereits Ausschnitte davon gezeigt. Es ist recht gut angekommen, da haben die Leute schon was zum Lachen. Markus Dorfmann: Im schlimmsten Fall genießt man halt das schöne Ambiente, sag ich immer. Mit der Musik von „The Lads“ und „Anger“ ist auch was für die jüngere Generation dabei. Georg Kaser: Die Brixner Jungs und das Duo mit Julian Angerer und Nora Pider sind an mich herangetreten, und ich hab’ sofort grünes Licht gegeben. Ich bin für alles offen – und da geh ich kein Risiko ein, das sind ja keine unbekannten Künstler. Das Jazzfestival hat auch einen Gastauftritt? Georg Kaser: Am 5. Juli haben wir mit „Kompost 3“ eine junge Formation im Tschumpus, die schon im Wiener Konzerthaus aufgetreten ist.

Abschluss mit Musik mit der Hamburger Gruppe „Karlson“ ... Georg Kaser: Das ist eine Band mit deutschsprachiger Popmusik, wo mein Sohn Philipp Mitglied ist. Möglicherweise wird das sein Abschiedskonzert sein, weil er nach Murnau zieht und daher vermutlich aus der Gruppe aussteigen wird. Und dann wäre noch das Sommerkino, das sämtliche Vorführungen im Tschumpus stattfinden lässt. Georg Kaser: Da wird auch „König Laurin“ zu sehen sein, wo ich mitwirke, oder „Walk the line“ über das Leben von Johnny Cash und dessen legendäre Knastauftritte. Am ersten Filmabend werden wir noch einen ziemlich schrägen Kurzfilm „Der Schtirgger – Eine Wirtshaussaga“ zeigen, den wir damals in Welschnofen im Gasthaus Kreuzwirt gedreht haben. Es war das Heimathaus von Kinomann Martin Kaufmann und beherbergte das berühmte Latemar Kino. Kurt Lanthaler hat getextet und Regie geführt; mitgemacht haben unter anderen Opal, Manfred Schweigkofler und Gabriele Langes. Die Publikation über das ehemalige Gefängnis liegt nach wie vor auf? Georg Kaser: Die Broschüre können die Besucher mitnehmen gegen eine bescheidene Spende. Ausstellung wird es keine geben? Georg Kaser: Die Kunst hätte ich gerne an eine entsprechende Institution weitergegeben, was aber nicht geklappt hat. Wer die Zellen besichtigen will, kann das gerne vor der eigentlichen Aufführung tun. Sind Folgeprojekte im Tschumpus gesichert? Georg Kaser: Wir haben in der Gemeinde um Bretter für eine neue Bühne angesucht. Der Bürgermeister winkte ab; das übernimmt die Gemeinde als Investition, hieß es, dann muss nicht jedes Jahr etwas erneuert werden. Das klingt sehr positiv, und in der Hoffnung, dass uns nicht zeitgleiche Veranstaltungen das Leben schwer machen, scheinen die fetten Knastjahre noch lange nicht vorbei zu sein. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 33


Kunst & Kultur

Den Moment eingefangen z Wer keine Profikamera hat, aber trotzdem viel in den Bergen unterwegs ist und einzigartige Momente mit dem Smartphone konserviert, kann an der heurigen siebten Ausgabe des „IMS Photo-Contest“ teilnehmen. Erstmals wird nämlich die Kategorie „Mountain Mobile“ vom International Mountain Summit unterstützt; die anderen Kategorien sind: Mountain Na-

Foto: Dieter Mendzigall

FOTOGRAFIE

ture, Mountain Action, Mountain Water, Mountain Faces und Mountain Spirit. „In den vergangenen sechs Jahren haben mehr als 12.000 Fotografen aus 110 Ländern ihre Bilder eingereicht“, freuen sich Markus Gaiser und

Alex Ploner, die Organisatoren des IMS. Fotos können bis zum 31. August eingeschickt werden. Pro Kategorie wählt eine international

K&K

besetzte Jury ein Gewinnerbild aus; auch das „Bergfoto des Jahres“ wird gekürt. Infos gibt es unter www.imsphotocontest.com. vk

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

DIVERSES

Bilder und Brunnen

kurz

notiert

34

Die renommierte Tango-Expertin Elina Roldán stattete kürzlich dem Verein „Boedotango“ von Lucia und Antonio De Sarro einen Besuch ab. Sie zeigte ihre prämierten Kurzfilme über die argentinische Tanzkunst. Die Filme verfolgen das Ziel, den Tango als kulturelles Erbe zu erhalten.

z Kürzlich ließ der Geschichtsverein Brixen mit gleich zwei Neuerscheinungen aufhorchen. Sämtliche Aufnahmen der AltBrixener Photokalender von 1980 bis 2006 wurden auf einer benutzerfreundlichen CD-ROM festgehalten, sodass der wertvolle Fundus an historischen Fotos auf diese Weise für die Allgemeinheit bewahrt wird. Die Idee zum Kalender stammte seinerzeit vom damaligen Direktor der Kurverwaltung, Reinhold Nössing, der damit Gästen und Einheimischen die vielen erhaltenswerten Kostbarkeiten der Stadt Brixen vor

Augen führen wollte. Die frühen Aufnahmen stammen von den ersten Fotopionieren Tirols, Josef Mühlmann, Caspar Eder und Josef March. Die Broschüre „Brixen und das Wasser“ will anlässlich des Wasser-Licht-Festivals einen Überblick über die vielen, manchmal wenig beachteten Brunnen der Stadt geben. Dabei soll auch an die Bedeutung des Wassers in der Stadtgeschichte erinnert werden – als Energie- und Lebensquelle, aber auch als latente Gefahrenquelle. Beide Kleinode sind in der Buchhandlung Weger zu erwerben. ird

Von Wasser und Lichteffekten inspirieren ließen sich rund um das Wasser-Licht-Festival auch sechs lokale Künstler. In der Galerie Hofburg wurden die Werke von Harald Kastlunger, Hartwig Thaler, Johanna Messner, Marco Pietracupa, Giancarlo Lamonaca und Leander Piazza ausgestellt.

Die Engelsburg in Neustift wird vom 9. bis 25. Juni Schauplatz für die bezaubernde Malkunst der Südtiroler Freizeitmaler. Gemeinsam mit den Mitgliedern wird als besonderes Schmankerl Altabt Chrysostomus Giner seine Bilder ausstellen.


NACHGEFRAGT

„Gute Qualität macht den Erfolg aus“ SABINE GRUBER, Initiatorin des Literaturfestivals „WeinLESEN“, über den Erfolg im ersten Jahr und die Highlights der zweiten Ausgabe des hochkarätigen Events vom 8. bis 11. Juni in Neustift. Ein Highlight verspricht die Gedenkveranstaltung für Anita Pichler zu werden … Da sich am 6. April ihr Todestag zum 20. Mal jährte, wollten wir dieser wichtigen Südtiroler Autorin unbedingt einen eigenen Programmpunkt widmen. Der Text „Das Herz“ mit Musik von Haimo Wisser hat Anita Pichler bei ihrer letzten Lesung 1996 in Stams präsentiert. Es wird auch ein Gespräch mit Weggefährten wie zum Beispiel mit Katja LangeMüller stattfinden, mit der Anita Pichler in Ostberlin befreundet war und die heute zu den herausragenden Schriftstellerinnen Deutschlands gehört.

Mit den beiden Autoren Erri De Luca und Roberta Dapunt nehmen heuer auch zwei Vertreter der italienischen Literatur am Festival teil. War das eine bewusste Entscheidung, um auch das italienischsprachige Publikum anzulocken? „WeinLESEN“ versteht sich als internationales Literaturfestival, dazu gehört auch die italienische Literatur. Erri De Luca ist einer der bekanntesten und politisch engagiertesten Autoren Italiens; es würde uns freuen, wenn sich auch das italienische Publikum angesprochen fühlte. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Frau Gruber, das Literaturfestival „WeinLESEN“ geht in die zweite Runde. Wein und Literatur sind eine gelungene Symbiose? Mit dem Resultat des ersten Jahres waren wir sehr zufrieden. Wir hatten viel Publikum aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Die Weinverkostungen und Lesungen bei den Winzern der Umgebung sind sehr gut angekommen, wie auch die Weinpräsentationen zwischen den Lesungen im Stift selbst. Die Qualität stimmte sowohl bei der Literatur als auch beim Wein – das macht den Erfolg aus.


AUSSTELLUNG

z Alex Pergher, der Leiter der Brixner StadtGalerie, nennt seinen Ausstellungsraum manchmal liebevoll „Wohnzimmer der Stadt“. Einmal abgesehen von der etwas sperrigen Konstruktion von Totronic, um Platz zu schaffen für die zahlreichen Werke, schaut der Besucher tatsächlich leicht voyeuristisch in das eine oder andere Wohnzimmer oder Büro. Die Kuratoren Lisa Trockner und Eva von Ingram Harpf luden unter dem Titel „Curated x you – curated x Brixen“ zur heurigen Themenausstellung des Südtiroler Künstlerbundes Brixner Sammler ein, ihre Objekte öffentlich auszustellen. Künstler, Sammler, Geschäftsleute, Politiker und Geistliche haben dazu beigetragen, dass das Projekt verwirklicht wurde. Die fast 70 Werke aus den verschiedensten Materialien umfassen historische Kleinode wie ein

Stich von Albrecht Dürer, Ölbilder Alter Meister oder Größen wie Otto Dix und Georg Baselitz. Die Tiroler Kunst ist mit Carl Moser, Karl Plattner, Heinz Gappmayr und dem Brixner Liebling Martin Rainer vertreten. Auch Werke von Südtiroler Künstlern wie Walter Moroder, Hubert Kostner, Irene Hopfgartner und Robert Bosisio sind heißbegehrte Objekte der (Sammler-) Begierde. Die fast vollzählige Brixner Künstlerschaft scheint die Losung ausgegeben haben „Wir stellen uns selbst aus“. Verständlich, dass der Künstler der größte Bewunderer seiner Arbeiten ist, aber ist er deshalb auch Sammler der eigenen Kunst? Oder was hat Hobbymalerei inmitten renommierter Namen verloren? Stylische Kärtchen mit persönlichen Bemerkungen der Sammler liegen zur allgemeinen Entnahme auf. Gut möglich, dass dort Antworten auf die eine oder andere ird Frage zu finden sind.

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

Sammelsurium

MUSIK

Im Schlagerhimmel z Das Ziel eines jeden Musikers ist es, „Irgendwann vielleicht“ vor ganz großem Publikum aufzutreten. Das Eisacktaler SchlagerDuo „Sunrise“ kann dieses Ziel bald als „geschafft!“ abhaken: Am Freitag, 14. Juli spielen „Sunrise“ im Vorprogramm des alljährlich stattfindenden „Heimspiel“-Open Airs von Andrea Berg in der Mechatronik-Arena der badenwürttembergischen Gemeinde Aspach vor 30.000 Zuschauern.

„Das Kämpfen und Ackern der letzten Jahre hat sich gelohnt“, sagt Arno Blasbichler alias Arno Adler, und sein Musikerkollege Florian Wieser stimmt dem zu: „Welcher Künstler träumt nicht davon, bei so einer Veranstaltung mitwirken zu dürfen und mit den Großen der Schlager-Branche auf einer Bühne zu stehen?“ Die beiden stammen aus Latzfons, haben 2010 das Duo „Sunrise“ gegründet und seitdem bereits drei Alben veröffentlicht – das neueste heißt eben „Irgendwann vielleicht“, wurde vom Erfolgsproduzenten Stefan Pössnicker produziert und enthält Lieder wie „Sag mir noch einmal ich liebe Dich“, „Gefallener Engel“ oder „Wenn ein Stern vom Himmel fällt“. „Sunrise“ sind in der Schlagerszene im deutschsprachigen Raum inzwischen ziemlich bekannt: Sie haben bereits einige Rundfunkund Fernseh-Hitparaden gewonnen und bei Veranstaltern sehr gefragt. wv

36


NEU IM REGAL Schulgeschichten aus der „Hellenstainer“ Die Brixner LBS „Emma Hellenstainer“ hat schon vor vier Jahren ihren 30. Geburtstag gefeiert; damals entstand auch die Idee zu einem Schulbuch. Eine SchulChronik oder Festschrift erschien den Verantwortlichen jedoch als zu gewöhnlich. Sie wollten vielmehr das gelebte Leben und die für die Schule einzigartige Beziehungskultur einfangen – Schulgeschichten aus der „Emma Hellenstainer“ eben. Am Ende des Schuljahres 2012/2013 wurden deshalb alle Lehrpersonen aufgefordert, anstelle des üblichen Abschlussberichtes eine Geschichte zu schreiben. Die Schüler durften im Rahmen des Projekts „Schule aus meinem Blickwinkel“ Fotos zum Thema „Beziehungen“ beisteuern. Fast zwei Jahre dauerte es, bis alle Geschichten gesammelt, aufgeschrieben und verbessert waren und erstmals am Computer in Form gebracht

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werden konnten. Im Mai 2016 standen schließlich die ersten Entwürfe – und ein Jahr später kann die „Emma Hellenstainer“ endlich in ihren ganz persönlichen Schulgeschichten blättern. Das Projektteam bestand aus Evi Gasser, Brigitte Gasser Da Rui, Traudi Prenn, Elisabeth Stürz und Leo Angerer; die grafische Gestaltung hat die LBS „Gutenberg“ übernommen. Das Buch ist in der LBS erhältlich.

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THEATER

Liebesleid und Liebesglück z Ein buntes Karussell rund um Lust und Frust in der Liebe präsentierte kürzlich unter der Regie von Gerd Weigel die Heimatbühne Brixen-Milland, die neuerdings unter dem Namen „Theater Brilland“ auftritt. Prägnante Szenen aus berühmten Filmen und Theaterstücken reihten sich aneinander und manchmal ineinander, schwungvoll und kurzweilig umgesetzt von den Millander Laiendarstellern. Zusammengehalten wurde das Ganze von den trockenen Sentenzen des Humphrey Bogart, das große Vorbild in Sachen Herzensbrecher für den verklemmten Allan. Helmuth Kaufmann spielt den verlassenen Neurotiker aus dem Film „Do it again, Sam“ dermaßen echt komisch, dass er nächstens als Double von Woody Allen verpflichtet werden könnte. Nicht minder punktet Luis Costadedoi als „Bogie“, der Allan mit markigen Sprüchen zur Seite steht: „Die Liebe ist natürlich für ewig … nur die Partner wechseln.“ Viel Spaß haben auch Lisi Kiebacher und

Damian Kaser in der „Offenen Zweierbeziehung“ von Dario Fo, die natürlich wie so oft nur in die männliche Richtung hin geöffnet ist. Um eine tragische Liebesgeschichte geht es in „Gefährliche Liebschaften“, wo Renate Gruber zu Rokoko-Zeiten die vornehme und reservierte Madame de Tourvel mimt, die vom infamen Vicomte de Valmont (ein bravouröser Giulio Viale) verführt wird und daran zerbricht. Herrlich erfrischend auch die Szene zwischen Harry und Sally, wo sie ihm im Restaurant höchst anschaulich beweist, wie Frauen einen Orgasmus vorspielen können. In die Herzen der Zuschauer spielten sich Aaron Kerschbaumer und Monika Leitner als Harold und Maude. Der melancholische Junge lernt durch die Begegnung mit der unkonventionellen 80-Jährigen das Leben und die Menschen zu lieben. Sie hinterlässt ihm das Vermächtnis „Die Welt braucht nicht mehr Mauern, sondern Brücken.“ ird

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KULTURSOMMER HINTER GITTERN Veranstaltungen

Willkommen zu den 2. Brixner Gitterspielen vom 22. Juni bis 19. August

* Film

La pazza gioia

Commedia drammatica con Valeria Bruni Tedeschi e Micaela Ramazzotti; regia: Paolo Virzì

* Jazz

KOMPOST 3

* Kabarett in Ketten

Ein SommerKNASTtraum – das Original frisch gefeilt Die altbewährte Knasttruppe, heuer erstmals vom Tschumpus-Orchester begleitet, fesselt Sie mit Kabarett und Musik. Lassen Sie sich zu Tränen erheitern!

Premiere: Do., 22. Juni 23., 24., 27. & 28. Juni, 18., 19., 21., 22., 26., 28. & 29. Juli 1., 4., 11. und 12. August

Martin Eberle, Benny Omerzell, Manu Mayr und Lukas König präsentieren im Rahmen des Südtirol Jazz Festival 2017 österreichischen Jazz.

Mi., 5. Juli

Sa., 1. Juli

* Kabarett

Platzende Hirsche

* Kabarett

* Theater-Musik-

Bewegung Total Quality Woman

Theaterperformance nach Texten von Falk Richter, Gustav u.a. mit Alexa Brunner, Katharina Gschnell, Marlies Untersteiner, Petra Rohregger, Viktoria Obermarzoner. Regie: Eva Kuen

* Film

Ein Mann namens Ove

Komödie/Drama mit Jan Olof Agren; Regie: Hannes Holm. Als Vorfilm (12 Minuten) wird „Schtirgger – Eine Wirtshaussaga“ (1996) gezeigt: Sechs Personen – allesamt bekannte Südtiroler Schauspieler – treffen sich in der Früh in einem Dorfgasthaus, wo das Schicksal seinen unbarmherzigen Lauf nimmt.

Mo., 17. Juli

* Film

Der Ortler – Südtirols König der Berge

Österreichischer Bergfilm; in Zusammenarbeit mit dem AVS; Regie: Jochen Hemmleb

König Laurin

* Musik

Di., 4. Juli

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re

Voll des Lobis

* Film

„Was die Welt im Innersten zusammen hält ...“ mit Georg Kaser und Peter Schorn; Regie: Marc Günther

Premie

50 Jahre Selbstüberschätzung

Mo., 24. Juli

Goethes Faust

Mi., 9. August

* Kabarett

Lasset ab!

Georg Kaser räumt auf! Schluss mit der Maßlosigkeit: Wie Kaser, der alte Genussknacker, sich und die Welt ändern möchte. Regie: Gabi Rothmüller

Mo., 10. & Di., 11. Juli

* Theater

Alles über meine Mutter

Regie: Pedro Almodóvar

Fr., 14. Juli

* Musik

The LADS

* Film Alexander Liegl und Michi Altinger sind wieder im Revier, im Tschumpus endet mit ihnen einen Abend lang die Schonzeit. Regie: Gabi Rothmüller

Fr., 7. Juli

Die drei Colombi-Brüder Emanuele, Lorenzo und Damiano spielen mit ihren Freunden Gabriele Munini und Raffaele Barberio einige brandneue Songs mit neu arrangierter Musik und erzählen die Geschichte aus ihrem Konzeptalbum „Salvage“.

Mo., 7. August

Anger – „Liebe & Wut“

Julian Angerer und Nora Pider sind ein Pop-Duo, das von Liebe und Wut erzählt. Begleitet werden sie von ihrem musikalischen Weggefährten Bernhard Busetti am Schlagzeug.

Mi., 12. Juli

mit Florian Burgkart, Volker Michalowski, Rufus Beck, Georg Kaser u.a. Regie: Matthias Lang

Mo., 31. Juli

* Film

Walk the line

mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon; Regie: James Mangold

Mi., 2. August

Eine kabarettistische Nabelschau von und mit Lukas Lobis. Regie: Gabi Rothmüller

Mi., 16. & Fr., 18. August

* Musik

Karlson

Musik aus Hamburg mit Henning Schättler, Johannes Kropp, Julian Trempel, Thorben Rhode und dem Brixner Philipp Kaser.

Sa., 19. August

* Beginn jeweils um 21 Uhr

die Filmvorführungen beginnen um 21:30 Uhr Tschumpus (ehem. Bezirksgefängnis), Brixen, Domplatz 3 Karten: Tel. 388 7770077 E-Mail tschumpus@hotmail.com

www.tschumpus.com


TIMER

Juni 2017 MUSIK & KULINARIK

Dine,Wine & Music Am 9. Juni werden am Brixner Domplatz wiederum feinste Gastronomie von den Brixner Wirten, Eisacktaler Weißweine und fantastische Musik geboten.

z Am Freitag, 9. Juni kredenzen Brixner Wirte, HGV und Brixen Tourismus unter dem Motto „Dine, Wine & Music“ lokale Köstlichkeiten vereint mit erlesenen Eisacktaler Weißweinen. Musikalisch wird die Veranstaltung in diesem Jahr durch die Südtiroler Sängerin Greta Marcolongo begleitet, die mit ihrer fantastischen Stimme überzeugt. Gemeinsam mit fünf weiteren Profimusikern (Klavier, Saxophon,

Kontrabass, Schlagzeug und Flöte) bringt Greta Marcolongo ein Potpourri aus Swing, Soul, Jazz und aktuellen Pop-Hits auf die Bühne.

Kulinarik auf höchstem Niveau. Um 18 Uhr startet der musikalisch-kulinarische Genussabend vor atemberaubender Kulisse am Brixner Domplatz. Die Brixner Wirte Alpenrose, Fink, Finsterwirt, Grissino, Haller, Kircherhof, Lö-

wenhof, Pacher, Sunnegg, Vinus, Weingalerie sowie die Hüttenwirte des Plosebergs verwöhnen in diesem Jahr die Besucher mit erstklassigen Südtiroler Köstlichkeiten und weiteren Spezialitäten und setzen bereits zum siebten Mal auf ihr Erfolgsrezept „Dine, Wine & Music“.

Freitag, den 9. Juni in eine kulinarische Welt vereint mit Eisacktaler Spitzenweinen und wunderbarer Musik.

Lust auf eine kulinarisch-musikalische Reise? „Dine, Wine &

www.facebook.com/dinewinemusic +39 0472 836401

* Dine, Wine & Music Freitag, 9. Juni 18 bis 24 Uhr Brixen, Domplatz

Music“ entführt seine Besucher am

CHORKONZERT Der renommierte Chor der Christuskirche München musiziert in einer beschwingten Sommerserenade in der Cusanus Akademie Brixen die achtstimmige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied” von Johann Sebastian Bach sowie weitere geistliche und weltliche a-cappellaWerke, u.a. von Johannes Brahms, Heinrich Schütz, Antonín Dvorák, Morten Lauridsen und Andreas Hantke. Leitung: KMD Andreas Hantke

* Mittwoch, 14. Juni, 20:30

Cusanus Akademie, Festsaal

Der Eintritt ist frei. Spenden am Ausgang sind willkommen.

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Veranstaltungen

LITERATUR

WeinLESEN die Zweite

z Kultur beziehungsweise Literatur und Wein haben Kloster Neustift über die Jahrhunderte hinweg geprägt; für vier Tage sollen diese beiden Aspekte nun wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Von Donnerstag, 8. Juni, bis Sonntag, 11. Juni, findet deshalb die zweite Ausgabe des internationalen Literaturfestivals „WeinLESEN“ statt, bei dem hochwertige zeitgenössische Literatur mit traditionsreicher Weinkultur verbunden wird: International anerkannte Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz, Tschechien und Russland, darunter Katja Lange-Müller, Pedro Lenz, Erri De Luca und Matto Kämpf, werden aus ihren Büchern vorlesen und auf Südtiroler Winzer treffen, die ihre Weine präsentieren und zur

Verkostung einladen. Das Publikum erlebt somit die Begegnung zweier Kulturen, deren enge Verbindung nicht nur in der Sprache – denken wir an das Lesen oder an die Zeile – deutlich wird, sondern auch in der jeweiligen sorgfältigen und zeitintensiven Produktionsweise Ähnlichkeiten aufweist. Im Rahmen des viertägigen Festivals werden zudem Führungen durch

die berühmte Stiftsbibliothek, eine Weinbergwanderung sowie Winzerlesungen beim Strasserhof, Pacherhof, Hoandlhof und Kuenhof angeboten. Sicherlich spannend wird auch das Gespräch unter dem Titel „Sterbende Europäer“, das der ORF-Korrespondent Andreas Pfeifer mit Karl-Markus Gauß und Friedrich Orter am Samstagvormittag führen wird.

* 8. bis 11. Juni Neustift

Nähere Infos sowie das detaillierte Programm unter www.weinlesen.it

DIVERSES

Erlebniswelt Tirol 1809 Kinder bis 15 Jahre gehen frei. Weitere Infos zur Veranstaltung findet man auf tirol.1809.jimdo. com oder auf facebook.com/ ErlebnisweltTirol1809

* Programmhighlights: Freitag, 9. Juni

21 Uhr: Gefecht „Schabs in Flammen“ ab 22 Uhr: musikalische Unterhaltung mit Jason aus dem Sarntal

z Goaßlschnöller, Ringwerfen und Heuhupfen sind nur einige der Attraktionen, die es im Juni bei der Veranstaltung „Erlebniswelt Tirol 1809“ zu entdecken gibt. Die Schützenkompanie, die Musikkapelle und die Feuerwehr Schabs organisieren mit dieser Erlebniswelt vom 9. bis 11. Juni eine Veranstaltung, bei der man die Geschichte Tirols samt Andreas­ Hofer und Napoleon hautnah erleben kann. Am Freitag, 9. Juni, wird Schabs in Flammen stehen: Die Zuseher können erleben, wie 40

es damals war, als die Franzosen das Dorf niederbrannten und wie sich ihnen Sturmhauptmann Peter Kemenater mit seiner Oberpfarrlinger Schützenkompanie in den Weg stellte. Am Samstag und Sonntag werden 450 Darsteller die Schlacht am Bergisel mit originalgetreuen Waffen und Uniformen nachstellen, in der sich auf der einen Seite Tiroler Schützen und Österreichische Soldaten und auf der anderen Seite Bayerische, Französische und Sächsische Soldaten gegen-

überstehen. Im historischen Dorf können die Besucher bei der Handwerksschau begutachten, wie Schmied, Roder, Strohhutmacher und viele mehr im Jahr 1809 ihr Handwerk ausübten. Für Kinder gibt es Heuhupfn, Ponyreiten, Stelzengehen, Sackhupfn, einen Streichelzoo, eine Greifvogelflugschau und eine Märchenerzählerin – und natürlich werden auch allerhand kulinarische Spezialitäten aufgewartet. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 6 Euro, die Dreitageskarte 10 Euro.

Samstag, 10 . Juni

Sonntag, 11. Juni

Ab 10.30 Uhr: Soldatenzeltlager und Handwerksschau von 11 bis 24 Uhr: Musikalische Unterhaltung 11 Uhr: Seilziehwettbewerb 15 Uhr: Rangglwettbewerb 17 Uhr: Bergiselschlacht 10 bis 21 Uhr: Historisches Dorf mit Dorfleben und altem Handwerk Ab 10.30 Uhr: Soldatenzeltlager und Handwerksschau von 11 bis 24 Uhr: Musikalische Unterhaltung 11 Uhr: Bergiselschlacht 14 Uhr: historischer Umzug Spannende Kinderwelt Alle Programmpunkte auf tirol1809.jimdo.com


Foto: Gruener Thomas

Weiterbildung

SOMMERPROGRAMM Kinder & Jugendliche Fotoabenteuer für Klein & Groß Di. 04.07. | 14.00–18.00 Uhr | 1 Treffen | Exkursion in Brixen

BRIXEN-DOLOMITEN-MARATHON

Auf die Plose, fertig, los! z Die Vorbereitungen für den Brixen-Dolomiten-Marathon laufen bereits auf Hochtouren. Am Samstag, 1. Juli fällt am Domplatz der Startschuss für den Bergmarathon, der durch seine abwechslungsreiche Streckenführung und das herrliche Panorama besticht: zuerst vorbei an Brixens alten Mauern, stetig bergauf durch Wiesen und Wald, auf Forst- und Wanderwegen bis ganz hinauf zum Plosegipfel. Die 42,195 km und 2.450 Höhenmeter fordern alles von den Athleten. Willenskraft, Disziplin und monatelanges Training sind die Voraussetzung, um im Kampf gegen den Berg zu bestehen. Neben ausgezeichneten

Verpflegungsstationen gibt es für die Läufer ein Finisher-T-Shirt mit einem ansprechenden Design und eine einzigartige FinisherMedaille, die vom Künstler Peter Senoner kreiert wurde.

* Samstag, 1. Juli

Marathon: 42,195 km, 2.450 hm 4x4 Staffel: 11 km – 8 km – 2x2

14,5 km – 8,695 km Staffel: 19km – 23,195 km

Mehr Infos unter: www.brixenmarathon.it

Sommerspaß mit Pferden Mo. 17.07. | Mo. 24.07. | Mo. 31.07. | Mo. 07.08. | 08.00–13.00 Uhr | 5 Treffen | täglich von Mo. bis Fr. | Freienfeld, Reitstall Thumburg Musik, Tanz und Theater Mo. 24.07. | 14.00–18.00 Uhr | 5 Treffen | täglich von Mo. bis Fr. 10-Finger-Tippsystem in 5 Stunden Di. 25.07. | 09.30–11.00 Uhr | 4 Treffen | Di. + Do. | SOWI Gym. Latein für Oberschüler Mo. 24.07. | 17.30–19.00 Uhr | 8 Treffen | Mo. + Do.

Women’s run & Children’s Run

am Freitag, 30. Juni www.womensrun.it

Italienisch für Schüler Mo. 21.08. | 10 Treffen | täglich von Mo. bis Fr.

DIVERSES

Klaviermusik & Livemalerei z Miterleben, wie ein Kunstwerk entsteht, passend zu den Klängen von Klaviermusik! Künstler und Livemaler Mark Krause zeigt den Weg von der leeren Leinwand hin zum fertigen Gemälde. Das Publikum erwartet ein klanglichvisueller Dialog, der durch seine Leichtigkeit und Spontanität verblüfft. Inmitten der imposanten Atmosphäre des Augustinisaals des Kloster Neustifts experimentiert Mark Krause zunächst zu den Klängen der Musik, um anschließend ein Motiv immer konkreter herauszuarbeiten. Was sich dabei

Gitarrenkurs für Schüler Mo. 10.07. | 09.00–11.00 Uhr | 10 Treffen | Mo. + Mi. | Milland

auf der rund zwei Meter großen Leinwand entwickeln wird, weiß man nicht genau und auch das Klavierspiel reagiert intuitiv auf das entstehende Bild. Wenn dann der letzte Ton verklungen ist, ist ein neues Gemälde entstanden …

* Do., 15. Juni, 19 Uhr

Bildungshaus Kloster Neustift

Eintritt: 5 Euro Informationen im Bildungshaus Kloster Neustift, www.bildungshaus. it, Tel. 0472 835 588, bildungshaus@ kloster-neustift.it

Englisch für Schüler Mo. 21.08. | 10 Treffen | täglich von Mo. bis Fr. Töpfern, Kochen und Englisch Mo. 21.08. | 08.00–16.00 Uhr | 5 Treffen | täglich von Mo. bis Fr.

Bewegung & Gesundheit Das Verdauungsfeuer Mo. 26.06. | 19.30–21.30 Uhr | 1 Treffen Gesundes Atmen Mo. 03.07. | 19.30–21.00 Uhr | 3 Treffen Pilates im Freien Mi. 05.07. | 09.30–10.30 Uhr | 18.15-19.15 Uhr | 5 Treffen Priesterseminar, Garten Erste Hilfe bei Unfällen in freier Natur Sa. 08.07. | 09.00–13.00 Uhr | 1 Treffen | St. Andrä/Plose Kneippen in freier Natur Di. 11.07. | 18.30–20.30 Uhr | 3 Treffen | Vahrn Feldenkrais Methode® Do. 20.07. | 18.30–19.30 Uhr | 4 Treffen

Meine persönliche Heilsalbe selbst gemacht Sa. 22.07. | 14.00–18.00 Uhr | 1 Treffen | Spiluck Rücken-fit im Freien Do. 03.08. | 18.15–19.15 Uhr | 3 Treffen | jeweils Do. | Priesterseminar, Garten Nordic Walking Do. 24.08. | 17.30–19.00 Uhr | 6 Treffen

Hobby & Freizeit English Conversation Class Di. 20.06. | 19.00–20.30 Uhr | 7 Treffen Quark, Frischkäse und Butter selbst gemacht Mi. 14.06. | 18.00–22.00 Uhr | 1 Treffen | Vahrn, Haus Voitsberg Sterne, Planeten und Himmelsereignisse Do. 06.07., 20.00–22.00 Uhr | Fr. 07.07., 21.00–23.00 Uhr | 2 Treffen | Brixen & Sternwarte Gummer Sommer, Sonne, Salat: Neue Ideen für Genießer Di. 11.07. | 18.00–21.00 Uhr | 1 Treffen | Jakob-Steiner-Haus Die Mittelmeerküche Mi. 19.07. | 19.00–22.00 Uhr | 1 Treffen | Jakob-Steiner-Haus Landschaftliche fotografische Exkursion Sa. 05.08., 09.00–13.00 Uhr | Mo. 07.08., 19.00–22.00 Uhr | 2 Treffen | Neustift Experimentelle Druck- und Zeichentechniken Mo. 07.08. | 09.00–12.00 Uhr | 4 Treffen | täglich von Mo. bis Do.

Volkshochschule Südtirol Zweigstelle Brixen Peter-Mayr-Straße 9 Tel. 0472 836 424 brixen@vhs.it · www.vhs.it

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Donnerstag, 1. Juni

Veranstaltungen

Tanz We are

20 Uhr

Der SSV Brixen Sektion Tanzsport zeigt eine abwechslungs- und facettenreiche Tanzshow Forum Brixen

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Freitag, 2. Juni

Tanz We are

20 Uhr

Der SSV Brixen Sektion Tanzsport zeigt eine abwechslungs- und facettenreiche Tanzshow Forum Brixen Samstag, 3. Juni

Musik 18 Uhr Orgelmeditationen Orgelmusik stimmt auf das Pfingstfest ein Brixner Dom Sonntag, 4. Juni

Sport ab 9 Uhr Brixia Meeting Über 800 Athleten messen sich in den Disziplinen der Leichtathletik Brixen, Raiffeisen Arena

Montag, 5. Juni

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Dienstag, 6. Juni

Kunst 16 Uhr Kunstwerk des Monats Das Kunstwerk des Monats bleibt bis zum 30. Juni ausgestellt Hofburg Brixen

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Mittwoch, 7. Juni

Theater 20:30 Uhr Moliére on the Road con Paolo Rossi e i partecipanti del Laboratorio over 65 Domplatz Donnerstag, 8. Juni

Literatur WeinLESEN

20 Uhr

Eröffnung des Internationalen Literaturfestivals „WeinLESEN“ mit einer Lesung von Erri De Luca Kloster Neustift

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Freitag, 9. Juni

Literatur WeinLESEN

ab 17 Uhr

Thematische Führung durch die Stiftsbibliothek (17 Uhr), Im Gedenken an Anita Pichler (18 Uhr) und verschiedene Lesungen u.a. mit Karl-Markus Gauß und Arnold Stadler (20 Uhr) Kloster Neustift

Diverses 18 Uhr Dine, Wine & Music Brixner Wirte servieren lokale Köstlichkeiten und Eisacktaler Weine, umrahmt von schwungvoller Musik Domplatz

Diverses ab 21 Uhr Erlebniswelt Tirol 1809 Eintauchen in die Welt vor 200 Jahren; unter anderem wird das Gefecht der Tiroler gegen die Franzosen nachgestellt Schabs

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof

Die Lads möchten Menschen für harmonischen akustisch/acid/progressiven Rock begeistern. Für den Tschumpus haben sich die Lads etwas Besonderes vorgenommen: Neben bedeutenden Covers und einigen brandneuen unveröffentlichten Songs wird hauptsächlich mit neu arrangierter Musik und Erzählung die Geschichte aus ihrem Konzeptalbum „Salvage“, das 2016 veröffentlicht wurde , erzählt.

* Samstag, 1. Juli, 21 Uhr

Tschumpus Brixen, Domplatz 3

Kartenvorverkauf unter der Tel. 388 777 0077

www.tschumpus.com 42

Eintauchen in die Welt vor 200 Jahren; unter anderem wird die zweite Bergiselschlacht nachgestellt (11 Uhr) und es findet ein historischer Festumzug statt (15 Uhr) Schabs

Literatur 11 Uhr Literarische Matinée Der talentierte Phantasierer Dimitré Dinev entführt die Gäste in die Welt seiner Bücher und Die Gebirgspoeten zeigen völlig neue Seiten der Schweiz Kloster Neustift Dienstag, 13. Juni

Vortrag 10:30 Uhr Hausapotheke für Kinder mit Dr. Susanne Reiffenstuhl Apotheke Peer

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Mittwoch, 14. Juni

Musik Chorkonzert

20:30 Uhr

Samstag, 10. Juni

Eintauchen in die Welt vor 200 Jahren; unter anderem wird die zweite Bergiselschlacht nachgestellt (17 Uhr) Schabs

Theater Die Wirtin

Literatur WeinLESEN

Liebe, Enttäuschung, wieder Liebe, Salvage.

Diverses ganztags Erlebniswelt Tirol 1809

Der renommierte Chor der Christuskirche München musiziert in einer beschwingten Sommerserenade die achtstimmige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied” von Johann S. Bach Cusanus Akademie

Diverses ganztags Erlebniswelt Tirol 1809

LEFT IN THE CELLS

Sonntag, 11. Juni

ab 10 Uhr

Gespräch zum Thema „Sterbende Europäer“ (11 Uhr), Wanderungen durch die Weinberge und Stiftsführung (jew. 14:30 Uhr) mit anschl. Lesung mit Rolf Hermann (15:45 Uhr), Winzerlesungen (14:30 Uhr beim Pacher- und Strasserhof; 17 Uhr beim Hoandl- und beim Kuenhof), ab 20 Uhr die lange Nacht der Festivalliteraturen Kloster Neustift

Diverses ab 14 Uhr Familien-Aktionstag Die Umweltgruppe Eisacktal Hyla organisiert einen Familien-Aktionstag unter dem Motto „Was lebt denn alles in und um den Vahrner See?“ Vahrner See

Musik Let’s Swing

20 Uhr

Die Musikkapelle Milland und die Jugendkapelle werden ganz im Stile einer Big Band das Konzertprogramm „Let’s Swing“ zum Besten geben Milland, Dorfplatz

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Donnerstag, 15. Juni

Musik & Kunst Livemalerei

19 Uhr

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Mark Krause lässt vor den Augen der Besucher zu Livemusik ein Bild entstehen Bildungshaus Kloster Neustift

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Freitag, 16. Juni

Themenführung 14 Uhr Die Wohnräume in der Hofburg Noch heute sind Kaiser- und Bischofs­ t­­rakt mit historischem Mobiliar und wertvollen Öfen ausgestattet Hofburg Brixen

Diverses 19 Uhr School’s out Party für Mittelschüler Jugendzentrum Kass


Samstag, 17. Juni

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Sonntag, 18. Juni

Theater Die Wirtin

21 Uhr

Freilichttheater der Heimatbühne Mühlbach Mühlbach, Santerhof Donnerstag, 22. Juni

Kabarett 21 Uhr Ein SommerKNASTtraum

... das Original frisch gefeilt. Die altbewährte Knasttruppe, heuer erstmals vom Tschumpus-Orchester begleitet, fesselt mit Kabarett und Musik Tschumpus, Domplatz 3 Freitag, 23. Juni

Kabarett 21 Uhr Ein SommerKNASTtraum

... das Original frisch gefeilt. Die altbewährte Knasttruppe, heuer erstmals vom Tschumpus-Orchester begleitet, fesselt mit Kabarett und Musik Tschumpus, Domplatz 3

Samstag, 24. Juni

Kabarett 21 Uhr Ein SommerKNASTtraum ... das Original frisch gefeilt. Die altbewährte Knasttruppe, fesselt mit Kabarett und Musik Tschumpus, Domplatz 3 Dienstag, 27. Juni

Kabarett 21 Uhr Ein SommerKnasttraum das Original frisch gefeilt: Schwere Jungs in leichten Kutten und leichte Mädchen in schweren Ketten; u.a. mit Georg Kaser, Josef Lanz und Lukas Lobis Tschumpus, Domplatz 3 Mittwoch, 28. Juni

Kabarett 21 Uhr Ein SommerKNASTtraum

... das Original frisch gefeilt. Die altbewährte Knasttruppe, heuer erstmals vom Tschumpus-Orchester begleitet, fesselt mit Kabarett und Musik Tschumpus, Domplatz 3 Freitag, 30. Juni

Sport Women’s run

19 Uhr

4,2195 km für den guten Zweck – zwei Runden durch die Brixner Altstadt mit Start und Ziel am Domplatz Domplatz

www.brixsana.it Brixen Tel. +39 0472 824 800

Märkte Bauernmarkt samstags und mittwochs, 7:30–14 Uhr Hartmannsplatz Monatsmarkt Mi., 14. Juni, 7:30–13:30 Uhr Schwesternau Wochenmarkt montags, 7:30–13:30 Uhr Priel-Gelände

Ausstellungen StadtGalerie bis 3. Juni Curated by You Brixner stellen ihre Lieblingswerke aus 10. Juni bis 8. Juli Die Königin der Worte Ausstellung von Antonia Zennaro und Arno Dejaco Di. bis Sa. 10:30–12:30 und 17:30–19:30 Engelsburg im Kloster Neustift 9. bis 25 Juni Malen ist unsere Freude Ausstellung der Ortsgruppe Eisacktal der Südtiroler Freizeitmaler täglich, 10–17 Uhr Festung Franzensfeste & Hofburggarten Brixen 11. Juni bis 30. Oktober 50x50x50 Zeitgenössische Kunst aus Südtirol Di.–So. 10–18 Uhr Hofburg Brixen bis 31. Oktober Renaissance im Gebirge Der Maler Bartlme Dill Riemenschneider und seine Zeit bis 30. Juni Kunstwerk des Monats Di.–So. 10–17 Uhr Pharmaziemuseum bis zum 31. Dezember Apotheke Steinreich Mineralien und Steine als Heilmittel Di. & Mi., 14–18 Uhr; Sa. 11–16 Uhr Festung Franzensfeste bis 27. August Die Bahnen im historischen Tirol von 1850 bis heute Di.–So., 10–18 Uhr

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Freizeit & Sport

SSV BRIXEN VOLLEYBALL SPIELT STARKE SAISON

Mission erfüllt!

Nach acht Jahren sind die Brixner Volleyballerinnen wieder in die Serie D aufgestiegen. Hartes Training und intensive Nachwuchsarbeit trugen zum Erreichen dieses Ziels bei. Aber auch die Jugendmannschaften standen den „Großen“ in nichts nach. Ein Nachbericht über eine erfolgreiche Saison der Brixner Volleyballszene.

E

twa 130 Sportbegeisterte pritschen, baggern und schmettern derzeit für die Sektion Volleyball des SSV Brixen. Der Großteil davon, 90 Prozent, sind Mädchen – und das besonders erfolgreiche, wie die heurige Saison zeigte. Allen voran war es die erste Mannschaft, die heuer in der südtirolweiten Meisterschaft der „1. Division“ zeigte, was sie draufhat. Bereits einige Spiele vor Meisterschaftsende hatten die Brixnerinnen so viele Punkte gesammelt, dass sie als klarer Sieger der Meisterschaft hervorgingen und somit direkt in die Serie D aufstiegen. Dort gehört Brixen eigentlich auch hin, denn bis vor acht Jahren waren die Damen Stammgast in dieser Liga. Sie spielten lange Zeit auch eine Stufe höher in der Serie C, und vor 30 Jahren schafften sie für eine Saison lang sogar den Sprung in die heutige B2. Mangels Nachwuchsspielerinnen musste die Teilnahme an der Serie D allerdings für einige Jahre unterbrochen werden. Die Sektion verkaufte damals sogar die Rechte an der Teilnahme in dieser Liga und startete wieder von ganz unten. Langsam wurden die Spielerin-

die neue Trainerin, die Vahrnerin Silke Gruber, selbst VolleyballAusnahmetalent und ehemalige Serie-B-Spielerin im SSV Brixen. Unter ihren Fittichen schafften es die Mädchen 2013 von der 2. in die 1. Division, drei Jahre später war es dann fast soweit mit dem Einzug in die Serie D: Im Mai 2016 verloren die Mädchen das Halbfinale ganz knapp. „Wir hatten uns den Aufstieg bereits im Vorjahr zum Ziel gesetzt, waren aber einfach noch nicht so weit. Es fehlte das gewisse Quäntchen Erfahrung und Sicherheit. Heuer haben wir definitiv einen Zahn zugelegt. Mit der richtigen Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen haben wir die Meisterschaft für uns entschieden“, weiß Trainerin Silke Gruber, die die Mannschaft gemeinsam mit Co-Trainer Sepp Berlanda trainiert.

Mehr Aufwand. Nun geht’s aber

erst richtig los, denn um in der Serie D mitzuhalten und das Ziel des Klassenerhaltes zu erreichen, steht ein hartes Stück Arbeit vor dem Sextett plus Reservespielerinnen. Von dreimal Training pro Woche wird ab Spätsommer auf dreimal plus Spiel aufgestockt. Die Meisterschaft wird nun regional

gerechnet werden muss. Teurer wird auch die Einschreibe- und Spielgebühr in dieser Liga. „Zudem müssen die Spiele auf einem größeren Feld ausgetragen werden, mit mehr Auslaufzone. Das heißt, wir müssen uns nun auch mit der Halle neu organisieren, denn mindestens ein Training sollte auf jenem Feld stattfinden, auf dem effektiv gespielt wird“, so Gruber. An die 15 Mannschaften, darunter Neruda und Neugries, die Südtiroler Aushängemannschaften im Volleyball, stehen den Brixnern ab Herbst als Gegner gegenüber. Kaliber, die es erst zu schlagen gilt: „Es wird sicherlich nicht einfach, aber der Klassenerhalt ist definitiv unser Ziel – darauf werden wir hinarbeiten“, zeigt sich Silke Gruber optimistisch.

Spielen, spielen, spielen. Den

Kern der Aufstiegsmannschaft bildeten die U18-Spielerinnen mit den beiden Ausnahmetalenten Sabina Perez und Laura Bacher, die sich mit Hilfe einiger Routiniers, unter anderem Sarah Niederkofler und Jessica Stablum, großartig entwickelt haben. „Die jungen Mädchen sind spieltechnisch extrem gewachsen in den letzten Jahren, deshalb waren

„Einen stärkeren Bubensektor aufzubauen ist unser Ziel“_ Thomas Schmidhammer, Sportlicher Leiter nen – vor allem der Nachwuchs – wieder aufgebaut, und die Gruppe kraxelte die Liga-Treppe stetig nach oben. Mit Grund für den Aufwärtstrend war unter anderem 44

gespielt, was bedeutet, dass die Auswärtsfahrten länger werden und somit nicht nur mit mehr Zeit-, sondern auch mit einem höheren finanziellen Aufwand

sie eine Bereicherung für die Mannschaft – und wir können auf den Nachwuchs aus den eigenen Reihen zählen. Das macht uns stolz und zeugt von guter Nach-

wuchsarbeit“, weiß Gruber. Dass die Nachwuchsarbeit effektiv gut funktioniert, zeigen die Resultate, die die Jugendmannschaften in dieser Saison einfahren konnten: Die Unter-18-Mannschaft verlor das Halbfinale knapp und landete auf dem vierten Platz, während die Mannschaft der U16 es effektiv noch auf das letzte Stockerl schaffte. Trainiert werden die beiden Teams von Thomas Schmidhammer, der auf haufenweise Spiel­ erfahrung setzt. „Die Mädchen der U16 und U18 spielen zwei, oftmals auch drei Meisterschaften – das lässt sie wachsen und Spielerfahrung sammeln“, so Schmidhammer. Bei bis zu 55


FREUDENRAUSCH: Nicht nur die erste Mannschaft kann sich über den Aufstieg in die Serie D freuen, auch die Erfolge der Jugendmannschaften können sich sehen lassen

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Meisterschaftsspielen stehen die Mädchen von Oktober bis Mai auf dem Feld. „Natürlich darf man es auch nicht übertreiben, ansonsten läuft man Gefahr, dass den jungen Mädchen die Lust vergeht“, weiß der Trainer, der überzeugt davon ist, dass es der Schlüssel zum Erfolg ist, bei mehreren Meisterschaften mitzuspielen. „Bei den Südtiroler Vorzeigevereinen Neugries und Neruda ist es gang und gäbe, dass auch bis zu 80 Spiele pro Saison gespielt werden – wie man sieht, geben die Erfolge den Vereinen recht.“ Trotzdem steht Brixen den beiden Bozner Kalibern in nichts nach. Immerhin haben die U16 wie auch die U18 in der heurigen

Saison beide Mannschaften bereits schlagen können. „Es hat zwar nicht ganz gereicht, schlussendlich vor Neruda und Neugries in der Tabellenwertung zu landen, aber wir sind dran“, so der sportliche Leiter der Mädchen.

„Supervisor“ Martin Pöder. Früh

mit dem Training zu beginnen ist ausschlaggebend für eine steile Volleyballkarriere. Das Training für die Kleinsten, das so genannte Minivolley, startet ab dem Volksschulalter und wird derzeit von einem namhaften Volleyballtrainer ausgeführt. Der Brixner Martin Pöder greift nämlich – nach rund zehn Jahren als Trainer in der höchsten italienischen Volleyball-

liga – wieder dem SSV Brixen unter die Arme. In der kommenden Saison wird er aber nicht nur den Kleinsten die richtige Technik beibringen, sondern auch allen anderen Mannschaften der Sektion beratend zur Seite stehen und auch aktiv Trainingseinheiten übernehmen. „Es ist ein enormer Mehrwert für den Verein, wenn Martin sein Wissen und Können einbringt“, ist Schmidhammer überzeugt. Nachdem die Kleinsten beim Minivolley die ersten technischen Fertigkeiten des Volleyballsports erlernen, geht es weiter in die ersten Mannschaften, die mit dem Meisterschaftsmodus in Kontakt treten: die U12, U13 und U14.

„Ab 13 oder 14 Jahren kristallisieren sich dann auch schon die ersten Talente heraus, wobei eine gewisse Körpergröße natürlich in diesem Sport von Vorteil ist“, weiß Schmidhammer, der sich für die Jugend im Verein verantwortlich zeigt. Neben der Körpergröße spielt vor allem bei den Mädchen die richtige Technik eine große Rolle. Bei den Buben ist das etwas anders; sie kommen mit dem Sport oft erst im Mittel- oder Oberschulalter in Kontakt, wenn im Schwimmbad Beachvolleyball gespielt wird. „Die Buben schon in jungen Jahren in die Halle zu bekommen ist extrem schwierig. Fußball und Handball kommen in der Beliebtheitsskala immer 45


Freizeit & Sport

noch vor dem Volleyballsport, aber wir sind dabei, den Sektor aufzubauen. Erste Resultate mit einer starken U16-Buben-Mannschaft sowie einigen talentierten und motivierten Buben der Minivolleygruppe stimmen uns optimistisch“, so Schmidhammer. Mit einer guten Athletik schaffen es die Burschen dann aber recht schnell, gut Volleyball zu spielen, auch wenn sie die technischen Grundlagen nicht erlernt haben. Einige Jungen hat es aber auch beim SSV Brixen zum Volleyball verschlagen; sie bilden derzeit eine U16-Mannschaft, die vom Sektionsleiter Walter Unterleitner trainiert wird.

Sommer, Sonne & Beachvolley. Obwohl im Mai die offizielle

Hallensaison endet und die Meisterschaftsspiele abgeschlossen sind, gönnen sich die Brixner Volleyballer keine sportliche Pause. Mit den warmen Temperaturen startet nämlich die Beachvolleyballsaison, bei der die Volleyballer aller Altersklassen um die Punkte tauchen. Derzeit stellt der SSV Brixen im Beachvolleyball mit der Spielerin Laura Bacher sogar die amtierende Landesmeisterin in der U18-Kategorie. Aufgrund des großen Interesses hat der Verein vor einigen Jahren auch eine eigene Untersektion dem Beachvolleyball gewidmet, die allerdings derzeit auf Plätze außerhalb des Gemeindegebietes ausweichen muss. Gespräche mit der Gemeindeverwaltung für ein eigenes Beachvolleyballfeld sind derzeit im Gange. An Wettkampf- und Trainingsangeboten mangelt es aber auch im Sommer nicht: Während am 1. Juli in der Acquarena der Beachvolleyball-Südtirolcup über die Bühne geht, findet – ebenfalls im Juli – zum dritten Mal das Camp des Volleyballvereins aus Verona in Brixen statt, an dem auch die Mitglieder des SSV Brixen teilnehmen können. Ab 46

August startet dann auch schon die Vorbereitung für die neue Saison, in die mit Vollgas gestartet werden muss, um zum einen den Klassenerhalt zu schaffen und zum anderen den Volleykalibern aus Südtirol und dem Trentino die Stirn zu bieten. Spannende Spiele sind den Zuschauern ab Herbst schon mal garantiert.

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

info SSV Brixen – Sektion Volleyball Sektionsleiter: Walter Unterleitner Mannschaften & Trainer Minivolley ab 6 Jahren: Martin Pöder, Andreas Villscheider, Laura Bacher, Lisa Reifer U12/U13 B: Melanie Holzknecht, Maurizo Cavallaro U13 A/U14: Martina Gatterer, Paolo Novaresi U16/U18/1. Division: Thomas Schmidhammer (Sportlicher Leiter Mädchen) U16 Buben: Walter Unterleitner (Sportlicher Leiter Buben), Maurizio Rossi U20 Mädchen: Georg Haller Serie D: Silke Gruber, Sepp Berlanda Beste Jugendspielerinnen Südtirols der Saison 2016/17: Sabina Perez, beste Diagonalangreiferin U18 Alessia Nardone, beste Außenangreiferin U16 Lea Weithaler, beste Mittelblockerin U16 In die Südtirolauswahl gewählt wurden Lea Weithaler und Kristi Tereziu.


SPORT- & SPIELEFEST

Alle sind Sieger Die Idee, ein Sport- und Spielefest für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung zu organisieren, wurde vor zehn Jahren vom Sozialwissenschaftlichen Gymnasium „Josef Gasser“ ins Leben gerufen. Ohne großes Trara hat heuer das Fest sein Jubiläum gefeiert – am 6. Mai in der Mehrfachturnhalle.

D

er Parcours mit zehn Stationen, die verschiedene sportliche Betätigungen verlangen, ist aufgebaut – und 60 junge und weniger junge Menschen mit mentaler Beeinträchtigung aus Brixen, Bruneck, Sterzing, Meran und dem Unterland warten aufgeregt auf den Startschuss. Zehn Gruppen mit verwegenen Namen wie „Wilde Kerle“, „Flotte Bienen“, „Die Tiger“ oder „Le Belline“ kämpfen heuer beim „Sport- und Spielefest für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung“ um Punkte, wobei der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“ im Vordergrund steht. Dieses Motto hatte auch Bernhard Thaler, Turnlehrer an der ehemaligen Oberschule für Soziales, bereits vor zehn Jahren im Kopf, als er mit der tatkräftigen Unterstützung von Barbara Letrari, ebenfalls Turnlehrerin an dieser Schule, dieses besondere Festival ins Leben gerufen hat.

Hindernislauf und Steine schnipsen. „Ich bin schon das zehnte Mal dabei“, berichtet voller Stolz Andreas. Marion schlägt derweil den Ball wie ein Profi auf dem Boden auf, bevor sie versucht, den Dosenturm zu treffen, und Christine findet alles „toll!“. Der redselige Jochen ist hingegen heuer zum ersten Mal beim Sportund Spielefest mit dabei. Er macht bei jeder Station engagiert mit und findet alles „cool!“. Sie schnip-

Rolle, ob der Stein 20 oder 50 cm weit geschnipst wird oder ob der Sprung vom Kasten gelingt. Wer nicht allein läuft oder wirft, dem wird geholfen. Wenn jemand mit dem Ball das Ziel nicht trifft, dann hört man höchstens: „Das ist ein böser Ball.“ Das Highlight ist der Staffettenlauf: Jede Gruppe macht alle zehn Stationen, dann tanzen die Akteure gemeinsam zum Ohrwurm-Lied „Macarena“ und durchqueren die Turnhalle in Form einer Polonaise. Schülerinnen der 4. Klassen des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums helfen beim Projekt mit. Zusammen mit den Turnlehrern planen sie die verschiedenen Spiele. Sie entwerfen die Medaillen, die dann mit Hilfe der jeweiligen Fachlehrerin für Kunst hergestellt werden. „In den zehn Jahren gibt es auch zehn verschiedene Medaillen“, erzählt Barbara Letrari. In diesem Jahr sind die Schülerinnen von vier 4. Klassen und von einer 5. Klasse beim Sporttag dabei. Die Schülerinnen der 5. Klasse haben die Moderation und die Dokumentation übernommen. „Wir machen das freiwillig, ohne Bewertung, weil wir vom Projekt begeistert sind“, berichtet Tamara, eine der Schülerinnen.

Gesellschaft erleben. Eine Mut-

ter, die das Fest von der Zuschauerbank aus beobachtet, sieht den Sinn dieses Sporttages darin, dass die jungen Menschen Gesellschaft

10 Stationen, 10 Gruppen, 60 Teilnehmer und ein Jubiläum – das war das heurige „Sport und Spielefest für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung“

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Menschen, in diesem Fall die Schülerinnen, Kontakt mit den Menschen mit mentaler Beeinträchtigung haben. Wichtig bei so einem Sporttag ist natürlich die Preisverteilung, auf die alle gespannt warten. Anerkennende Worte findet der Vizepräsident des SSV Brixen,

„Die Freude und die Begeisterung aller Beteiligten waren und sind für mich Motivation genug, diesen Spiel- und Sporttag zu organisieren“_ Barbara Letrari, Mitorganisatorin sen, klettern, gehen über Stiegen, springen vom Kasten, werfen den Ball oder das Frisbee, kegeln, laufen Slalom mit dem Löffel, auf dem eine Kartoffel liegt, treffen beim Minigolf und bewähren sich beim Hindernislauf. Es spielt keine

erleben, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung haben, gefordert und gefördert werden. Die Herausforderungen liegen schließlich in der Feinmotorik, der Balance und dem Geschick. Sie findet es auch gut, dass die „normalen“

Stephan Dejaco. Die ehemalige Leiterin der Sektion Behindertensport im SSV Brixen, Michaela Kofler, und die derzeitige Sektionsleiterin Elda Letrari bedanken sich bei den Schülerinnen, den Lehrpersonen, der Schulleitung,

den Betreuern und den Eltern für die Durchführung des Sporttages. Sie drücken die Hoffnung und die Bitte aus, dass so eine wertvolle Veranstaltung noch viele Jahre überdauern solle. Es wurde ein Ranking erstellt, aber jeder Teilnehmer bekommt eine Medaille. Die Gruppenmitglieder der „Elefanten“, die auf dem 10. Platz gelandet sind, wie jene von der Gruppe mit dem Namen „FC Bayern“, die den 1. Platz erkämpft haben, lassen sich genauso voller Stolz die Medaille umhängen. Neidgefühle sind unbekannt: Jeder fühlt sich als Sieger und freut sich wie ein Schneekönig – genauso wie Barbara Letrari: „Die Freude und die Begeisterung aller Beteiligten waren und sind für mich Motivation genug, diesen Spiel- und Sporttag zu organisieren“. hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 47


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FRAUEN UND OLYMPIA

Eine Zeitreise Frauen im Sport sind heutzutage das Normalste der Welt, aber vor nicht allzu langer Zeit tickten die Uhren anders. Der Panathlon Club Brixen hat sich bei der Wanderausstellung „Die Emanzipation der Frau durch die Olympischen Spiele“ auf eine Zeitreise begeben.

A

m 4. Mai wurde von Elda Letrari, der derzeitigen Präsidentin des Panathlon Clubs Brixen, in der Stadtgalerie die Ausstellung „Die Emanzipation der Frau durch die Olympischen Spiele“ eröffnet. Anwesend waren neben zahlreichen Club-Mitgliedern auch Vertreter der Gemeinde, die die Schirmherrschaft übernommen hatte, und Sportlerinnen, die Südtirol bei Olympischen Spielen vertreten durften. Es handelt sich um eine Wanderausstellung, die von Adriana Balzarini erstellt wurde, einer engagierten Piemonteser Sportlehrerin, die sich auf die Förderung von Kindern mit Behinderung spezialisiert hat. Wegen eines Krankheitsfalls in der Familie konnte sie selbst nicht anwesend sein. Die Ausstellung soll dazu dienen, auf 50 Schautafeln den langen Weg der Emanzipation in der Welt des Sports, besonders auf der Ebene der Olympischen Spiele, nachzuzeichnen, den viele Frauen mit Leidenschaft und Hartnäckigkeit beschritten und letztendlich geschafft haben.

Elke De Biase, Ivana Moresco, Roberto Scaggiante, Ilse Ogriseg, Isolde Kostner, Giorgio Chinellato, Elda Letrari und Astrid Scheidle bei der Wanderausstellung „Die Emanzipation der Frau durch die Olympischen Spiele”

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wäre weder praktikabel, interessant, ästhetisch noch richtig … Was die Frauen bei Olympischen Spielen betrifft, bin ich dagegen. Sie wurden gegen meinen Willen zugelassen.“ War 1896 noch keine einzige Frau bei den Spielen vertreten, so trat vier Jahre später eine britische Tennisspielerin an. Bereits 1920 nahm die erste Italie-

dabei: die Skilangläuferin, ProfiRadfahrerin und Winter-Triathletin Maria Canins, die Skiläuferinnen Denise Karbon, Manuela Mölgg und Isolde Kostner, die 400-MeterLäuferein Irmi Trojer, die 5000-Meter-Läuferin Silvia Weissteiner und die Kunstturnerin Carla Wieser. Kurz und bündig gingen sie auf die Fragen des ehemaligen Prä-

„Sport macht Frau und ihre Leistung sichtbar!“_ Monika Leitner, Brixner Stadträtin Sport ist ... unweiblich. Dass

Frauen sich sportlich betätigen und an Wettkämpfen teilnehmen, war bis zum 2. Weltkrieg gar nicht selbstverständlich und auch nicht gern gesehen, denn sportliche Wettkampftätigkeit galt auch in der westlichen Welt, die sich schon damals gern als fortschrittlich pries, als „unweiblich“. Gar nicht selten wurde sogar die sexuelle Orientierung von Athletinnen angezweifelt. Erst nach 1945 fand eine langsame „Feminisierung“ des Frauensports auf höchstem Niveau statt. Pierre de Coubertin (1863– 1937), Begründer der Olympischen Spiele der Moderne, sagte noch: „Eine Olympiade der Frauen

nerin teil, auch sie Tennisspielerin. Die erste Olympia-Goldmedaille für Italien schaffte die Hürdenläuferin Trebisonda Valla, genannt Ondina, 1936 in Berlin. Coubertin sollte nicht recht behalten, denn in London 2012 – damit endet die Ausstellung – waren 46 Prozent aller Teilnehmer Frauen, das waren 4.850 Athletinnen. Alle Teilnehmerländer waren auch mit Frauen vertreten.

Südtirolerinnen bei den Olympischen Spielen. Längst spielen

Südtiroler Olympia-Teilnehmerinnen eine wichtige Rolle in den Nationalteams, und das nicht nur im Wintersport. Sieben waren bei der Eröffnung der Ausstellung

sidenten des Panathlon Clubs Brixen, Roberto Scaggiante, ein und erzählten von den Höhepunkten und den Opfern, die sie für ihre Karriere in Kauf nehmen mussten.

Gleichberechtigung im Sport?

In einem sehr persönlichen Brief, mit dem sie ihre Abwesenheit entschuldigte, beklagte die ProfiRadfahrerin Antonella Bellutti die geringe Vertretung von Frauen in den Nationalen Verbänden und stellte fest, dass in Sachen Gleichberechtigung noch vieles im Argen liege. In dieselbe Kerbe schlug auch die für Gleichberechtigung zuständige Stadträtin Monika Leitner in ihrer Begrüßungs-

rede: „Man denke an die unterschiedlichen Preisgelder, bei denen das Gefälle weit höher ist als die 17 Prozent Lohnunterschied zwischen Mann und Frau. Und doch ist Sport einer jenen Motoren, die Frauen die Möglichkeit gibt, sich zu verwirklichen und Stärken auszuleben. Sport macht Frau und ihre Leistung sichtbar!“ johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

info Panathlon ist griechisch und steht für „alle Sportarten umfassend“. Der erste Club wurde 1951 in Venedig gegründet. „Ludis iungit“, der Leitspruch des Clubs, bedeutet „Durch und für den Sport vereint“. Panathlon International wurde 1960 ins Leben gerufen und umfasst heute 283 Clubs mit 13.000 Mitgliedern in 24 Staaten Europas, Amerikas und Asiens. Der Panathlon Club Brixen wurde 1979 gegründet; erster Präsident war der Notar Giancarlo Giatti. Seit 2014 ist Elda Letrari Präsidentin des Clubs; 2018 stehen Neuwahlen an. Der Panathlon Club Brixen besteht heute aus 26 Mitgliedern, 12 davon sind Frauen. 49


Freizeit & Sport

INTERVIEW

„Habe es noch nicht realisiert“ Die Tanzlehrerin CARMEN NIEDERKOFLER wurde vom Verband der Südtiroler Sportvereine (VSS) zur Trainerin des Jahres gewählt. Eine große Wertschätzung wurde der quirligen Brixnerin damit entgegengebracht für die Arbeit, die sie tagtäglich mit ihren Schülern leistet.

Frau Niederkofler, der Titel kam für Sie im wahrsten Sinne des Wortes überraschend. Haben Sie gar nicht damit gerechnet? CARMEN NIEDERKOFLER: Ich wurde unter dem Vorwand zur Vollversammlung des VSS nach Bozen gelockt, dass ich dort gemeinsam mit meiner Tanzgruppe der Menschen mit mentaler Beeinträchtigung unsere Tanzeinlage vorführen soll. Auch als Sigurth Wachtler, Bezirksvertreter des Eisacktales im VSS, über die Trainerin des Jahres zu berichten begann, kam mir nicht in den Sinn, dass ich das sein könnte. Erst als ich mein Foto auf der großen Leinwand sah, habe ich es verstanden. Ich bin selten sprachlos, aber da war ich es dann effektiv. Warum denken Sie, ist die Wahl auf Sie gefallen? Das habe ich mich auch schon gefragt. Es gibt sehr viele gute Trainer in Südtirol, die gute Arbeit leisten. Ich mache meine Arbeit als Trainerin mit sehr viel Freude, die Wahl hätte aber trotzdem auch auf viele andere fallen können. Ich habe schon meine Trainerkolleginnen nach ihrer Meinung gefragt. Sie sind alle überzeugt,

dass meine Begeisterung, mit der ich an den Unterricht herangehe, eine große Rolle gespielt hat. Zudem hat mir wohl das heurige Motto des VSS „Sport ist wert(e) voll“ in die Karten gespielt, da meine Arbeit, insbesondere jene mit der Gruppe der Menschen mit Beeinträchtigung, dort besonders gut hineinpasst. Ich bin mächtig stolz über diese Auszeichnung,

zes Herzblut in den Tanzsport. Ich bin vom Typ her ein Mensch, der sich begeistern lässt und der dann auch alles gibt. Das ist einfach meine Art und damit für mich nichts Besonderes. Nichtsdestotrotz ist diese Auszeichnung eine hohe Wertschätzung für meine Arbeit, was mich sehr berührt. Das Tanzen mit den Menschen mit Beeinträchtigung ist natürlich

„Tanzen bedeutet nicht nur, die Schritte perfekt zu beherrschen, Tanzen kommt von innen!“_ Carmen Niederkofler, Trainerin des Jahres realisiert habe ich das alles aber bis heute noch nicht richtig. Vor drei Jahren wurde die Sektion Tanzsport im SSV Brixen gegründet. Seither stehen Sie ihr als Sektionsleiterin vor, tanzen selbst und trainieren neun Gruppen, darunter auch die Cheerleader, die die Handballer unterstützen. Von nichts kommt die Auszeichnung also nicht. Sagen wir es so: Ich liebe das, was ich tue, ich bin mit viel Motivation dabei und stecke auch mein gan-

TIERPENSION

ein wunderbares Projekt, das vor einigen Jahren von der damaligen Sektionsleiterin für Behindertensport, Michaela Pichler, ins Leben gerufen wurde. Die Freude, mit der diese Menschen tanzen, ist ansteckend und gibt mir wahnsinnig viel zurück. Sie sagen dir genau, was ihnen passt und was nicht – und sind dabei zu hundert Prozent authentisch. Die Cheerleader hingegen, oder besser gesagt die „La Ola Chicks“, haben sich mehr durch Zufall ergeben, als der Handball-Fanclub mit der Frage auf mich zukam, ob wir nicht Lust

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hätten, bei den Spielen mit den klassischen „Pon-Pons“ zu tanzen. Daraus hat sich in den letzten Jahren eine eigene Tanzgruppe mit motivierten Mädchen entwickelt, die zweimal wöchentlich trainieren – einmal mit mir und einmal mit einem Turntrainer, der ihnen die akrobatischen Übungen beibringt.

Sie sagen, Sie stecken viel Herzblut in Ihre Arbeit. Aber was bekommen Sie von dieser ehrenamtlichen Tätigkeit, die Sie zudem neben ihrem Vollzeitjob als Geometerin ausüben, zurück? Sie gibt mir ganz viel Kraft. Beim Tanzen steht man auf der Bühne, man zeigt sich. Genauso fühle ich mich beim Unterrichten, und mit dieser Freude im Herzen gehe ich zu jeder einzelnen Trainingseinheit. Ich höre oft von den Schülern Kommentare wie „Das schaffen wir nicht, das


Trainer werden meist über die Leistung der Schüler bewertet. Wie gehen Sie mit diesem Leistungsdruck um? Den gibt es bei uns in diesem Sinne noch nicht, da wir noch keine Wettkämpfe absolvieren. Nichtsdestotrotz bin ich eher eine strenge Trainerin, die sich Ziele setzt, die ich dann auch erreichen will. Tanzen soll Spaß machen, ich möchte aber auch, dass all jene, die einen Tanzkurs bei uns besuchen, etwas lernen. Man muss als Trainer mit seinen Schülern ein

info Carmen Niederkofler ist 1987 in Brixen geboren und arbeitet als Geometerin in einem Brixner Betrieb. Seit 17 Jahren tanzt sie in verschiedenen Brixner Vereinen, unterrichtet selbst seit 15 Jahren. 2014 gründete sie gemeinsam mit fünf Trainerkolleginnen den Verein „My Way to Dance“ als Sektion im SSV Brixen, der sie als Sektionsleiterin vorsteht. Neben mehreren Trainerausbildungen in Italien hat Niederkofler auch TanzpädagogikKurse sowie die Ausbildung zur Behindertensporttrainerin in Österreich absolviert.

Team bilden, dann kommen die guten Leistungen fast von alleine. Einen guten Trainer macht in meinen Augen die Mischung aus zwischen einem freundschaftlichen Verhältnis mit den Schülern und Respekt. Ich sage ihnen gerne, was sie gut machen, aber auch das, was nicht passt.

Foto: Oskar Zingerle

können wir nicht“. Die Freude, einige Wochen später feststellen zu dürfen, dass sie es dann doch können, ist unbeschreiblich. Wir haben heuer so gute Gruppen wie selten, sie lassen sich motivieren und mitziehen. Tanzen bedeutet nicht nur, die Schritte perfekt zu beherrschen – Tanzen kommt auch von innen! Wenn man mit dem Herzen nicht dabei ist, dann geht’s einfach nicht. Ich merke, dass ich diese Begeisterung für den Tanz vermitteln kann, das ist Motivation genug.

Die Jugendlichen sehen auch zu den Trainern auf. Wie gehen Sie mit dieser Vorbildfunktion um? Wir sind in der Sektion Tanzen derzeit elf Trainer; wir sind aber auch Erzieher, Freunde, Vorbilder und eine kleine Familie. Ich muss mich auf alle verlassen können, was ich auch tue. Und ich betone immer wieder, dass wir besonders bei den Teenagergruppen darauf achten müssen, was wir tun und sagen – und müssen uns der eigenen Vorbildfunktion auch bewusst sein. Ich habe gelernt, geduldig zu sein, sage es ein und auch gerne ein zweites Mal, wenn etwas nicht passt. Irgendwann muss ich aber meiner Vorbildfunktion gerecht werden, Konsequenzen ziehen können und nicht immer nur beide Augen zudrücken. Gott sei Dank ist es bisher aber noch nie so weit gekommen. Der Tanzsport ist relativ schnelllebig. Wie bleiben Sie selbst immer auf dem aktuellen Stand? Wenn ich nicht bei der Arbeit oder in der Halle bin, bin ich auf Tanzcamps oder Weiterbildungen. Mich interessiert es immens, was andere Trainer so machen und wie sie unterrichten. Zudem ist es für mich wichtig, selbst manchmal Schülerin zu sein, um meine Schüler dann besser zu verstehen. Jeder Tanzlehrer hat seinen eigenen Stil und auch Vorbilder. Sobald meine Lieblingsdozenten ein Tanzcamp abhalten, fahre ich

Carmen Niederkofler: „Ich liebe das, was ich tue und stecke auch mein ganzes Herzblut in den Tanzsport“ dorthin und mache mit. Ich hole mir dort Inspirationen – manchmal mit Kolleginnen, manchmal auch mit Schülerinnen. Wenn ich dann ein Lied im Radio höre, das mir gefällt, fällt mir meist ganz spontan die Choreographie dazu ein. Sie haben auch eine Ausbildung zur Tanzpädagogin absolviert. Welche pädagogischen Aspekte können Sie in Ihren Unterricht mit einbringen? Grundvoraussetzung, um Jugendliche fürs Tanzen zu begeistern, ist, dass sie von selbst in die Tanzstunde kommen und nicht nur da sind, weil die Eltern sie dazu verpflichtet haben. Wenn dann ein gewisses Grundinteresse da ist, hat man eine 50:50-Chance: Entweder man fesselt sie, oder sie sind nach einer Saison wieder

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weg. Heuer haben wir großteils Leute, die kommen, weil sie tanzen wollen. Ich habe auch schon das Gegenteil erlebt – und das ist wirklich nicht angenehm. Mir tut es immer Leid, wenn Kinder und Jugendliche das Tanzen aufgeben. Ich hinterfrage mich und meine Trainingsmethoden dann und passe sie noch mehr an die Bedürfnisse der Schüler an. Trotzdem passiert es natürlich immer wieder, dass der eine oder andere keinen Spaß mehr an der Sache hat. Aber grundsätzlich konnten wir unsere Begeisterung für diesen wunderbaren Sport auch auf die Kinder und Jugendlichen übertragen – die Sektion hat immerhin nach drei Jahren mehr als 200 Mitglieder. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Freizeit & Sport

BADMINTON

Oldies but goldies z Sonne, Sand, Meer ... und Badminton – das klingt eigentlich recht erholsam. Alles andere als erholsam war aber die Italienmeisterschaft der Master-Kategorie im Badminton, die letzthin in Senigallia stattfand. An dem Wettkampf nahm wie jedes Jahr auch eine kleine Delegation der Sektion Badminton des SSV Brixen teil. Die sechsköpfige Truppe, bestehend aus Simone Schenk, Bernhard Thomaser, Helmuth Sigmund, Renate Griesbauer, Elmar Dejaco und Jolanda Plunger,

maßen sich dort mit den Besten ihrer Kategorie. Die Master-Meisterschaft ist den Über-36-Jährigen vorbehalten. Die Brixner standen ihrer Konkurrenz in nichts nach und kehrten schlussendlich alle mit Medaillen aus dem sonnigen Süden zurück: 14 Stück waren es insgesamt, davon fünf goldene, vier silberne und weitere fünf in Bronze. Gespielt wurde in den drei Disziplinen Single, Double und Mixed in verschiedenen Altersstufen ab Over-35 bis Over-60. eh

F&S Freizeit & Sport

FUSSBALL

Mit Luft nach oben

z An siebter Stelle und mit 34 Punkten beendet die erste Mannschaft des SSV Brixen Fußball die heurige Saison in der Oberliga – ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann, in Anbetracht dessen, dass sich die Mannschaft am Saisonbeginn einigen Umstellungen unterziehen musste. „Vier Trainings pro

kurz

notiert

52

Woche, die intensiver waren als bisher, stellten für die Spieler eine körperliche Herausforderung dar; die Trainings machten sich insbesondere in der Hinrunde bemerkbar“, erklärt der technische Leiter Matthias Fischnaller. Auf einige besonders gute, aber auch einige schlechte Spiele mit vermeidbaren

Niederlagen blickt die Mannschaft nun bilanzziehend zurück. „Die Saison war okay – aber es gibt definitiv noch Luft nach oben“, ist auch Fischnaller überzeugt, der den Trainingsfleiß und -einsatz der Spieler besonders hervorhebt. Mit Alfredo Sebastiani als Trainer geht es auch in der kommenden

Saison weiter, auch wenn dann auf Spieler­ebene einige personelle Änderungen anstehen, wie beispielsweise der Wegfall von „Urgestein“ Danny Fäckl (siehe Nachgefragt Seite 53). Die Personalgespräche gehen in den nächsten Wochen über die Bühne und zeigen dann, mit welchem Kader sich der SSV für die nächste Saison rüstet. Dieser sollte es – laut technischem Leiter – dann schaffen, dass sich der SSV am Ende der nächsten Saison weiter vorne in der Tabellenwertung der Oberliga wiederfindet. eh

Beim Salzburg-Marathon knackte der Brixner Helmuth Mair seine persönliche Bestleistung: In 2:33.55 Stunden erreichte der Athlet der SG Eisacktal das Ziel. Er beendete den Lauf hinter drei Kenianern auf dem 4. Platz.

Die erste Italiencup-Etappe im Schwierigkeitsklettern konnte die Brixnerin Andrea Ebner für sich entscheiden. Die nach der Qualifikation noch auf Rang 6 liegende Sportkletter-Spezialistin ließ im Finale die Favoritinnen hinter sich. Im Speed-Wettbewerb landete sie auf Rang 10.

Die achte Ausgabe des BrixenDolomiten-Marathon findet am 1. Juli statt. Am Tag zuvor, am 30. Juni, fällt der Startschuss zum sechsten „Women’s run“ durch die Brixner Altstadt. An diesem Wochenende werden insgesamt rund 1.500 Läufer an den Laufveranstaltungen teilnehmen.


NACHGEFRAGT

„Mit Freude und Enthusiasmus“ DANNY FÄCKL, seit 18 Jahren Außenverteidiger der ersten Mannschaft des SSV Brixen Fußball, über sein Karriereende beim SSV ... und über die Treue, die er dem Verein gehalten hat. Herr Fäckl, nach 439 Spielen sind Sie nun das letzte Mal für den SSV Brixen aufs Feld gelaufen. Wie hat sich das angefühlt? Eigenartig, muss ich sagen. Das letzte Spiel in der Oberliga war ein tolles Erlebnis, das Mannschaft und Verein zu einem ganz besonderen Moment gemacht haben. Dafür möchte ich mich bedanken. Mit 34 Jahren immer noch als Stammspieler einzulaufen und mit den Jungen mitzuspielen, ist nicht selbstverständlich. Ich bin zwar physisch noch gut drauf, habe mich aber zwei Wochen vor dem letzten Spiel definitiv entschlossen, einen Gang kürzer zu treten. Viermal

pro Woche Training plus Spiel ist doch sehr intensiv. Nun lasse ich es etwas ruhiger angehen und spiele in der kommenden Saison bei Albeins in der 1. Amateurliga. Sie sind dem SSV Brixen seit dem Alter von fünf Jahren treu. Was hat Sie dazu bewogen, Angebote auszuschlagen und bei Brixen zu bleiben? Ich habe mich immer wohl gefühlt und keine Notwendigkeit gesehen zu wechseln. Auch die Freundschaften zu meinen Mannschaftskollegen haben zur Entscheidung beigetragen. Einige tolle Angebote habe ich schon erhalten, das richtige Gefühl war

aber nie dabei. 18 Jahre lang habe ich mit Stolz beim SSV gespielt und konnte mich mit dem Verein identifizieren. Welche Tipps geben Sie einem jungen Spieler mit auf den Weg, um eine lange Karriere hinzulegen? In erster Linie ist es wichtig, ein Ziel zu haben, mit Freude und Enthusiasmus darauf hinzuarbeiten und vor allem mit Kritik umgehen zu lernen – was leider viele junge Spieler nicht mehr tun. Aus jeder Kritik kann man Positives herausholen und es für sich umsetzen. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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z Was haben Lara Gut, Lindsey Vonn, Bode Miller und Mikaela Shiffrin außer ihrem Ausnahmetalent im Skifahren gemeinsam? Den Schuhbert! Der heißt eigentlich Hubert Rabensteiner, kommt aus Villanders und begann seine Erfolgskarriere als gewöhnlicher Schuster, der in der Brennerstraße in Brixen Schuhe reparierte. Bis zu jenem Tag, als er keine Lust mehr hatte, bei seinen Leisten zu bleiben und sich auf neues Terrain wagte. Heute – fast 20 Jahre später – ist er der Experte im Skizirkus, was maßgefertigte Protektoren für Ober- und Unterarme und Innensohlen in Carbon angeht. Keine geringeren wie die oben genannten Weltcupfahrer, aber auch Radprofis und sogar die saudi-arabische Prinzenfamilie setzen auf die Künste des Brixner Schuhmachers. Im Skizirkus sind die Protektoren vor allem in Riesentorlauf und Super-G beim unvermeidlichen Aufprall mit den Torstangen von Vorteil; die Innensohlen für die Skischuhe werden millimetergenau an die Fußsohle angepasst. „Lara Gut war im vergangenen Winter gleich zwei Mal bei mir im Geschäft, um die Protektoren anpassen zu lassen,

und Lindsey Vonn schwor nach ihrer Verletzung am Oberarm auf meine Maßanfertigungen“, so Rabensteiner. Die hochwertigen Schützer, als Serienprodukte oder eben maßgefertigt, werden unter anderem für die im Skizirkus bekannte Firma Leki produziert und mit deren Logo versehen. „Dann fällt für mich die Poolgebühr weg, die ich bezahlen müsste, um überhaupt mit meinen Produkten im Skiweltcup präsent sein zu dürfen – auch wenn man die Protektoren kaum sieht, weil sie unterhalb des Rennanzuges getragen werden“, beschreibt Rabensteiner. Gefertigt werden die Schützer aus Carbon sowie aus Dämpfungsmaterialien, die ebenfalls in der Formel 1 verwendet werden. Auch die besondere Form der Protektoren trägt ihren Teil zum Erfolg bei. „Mittlerweile werden meine Produkte von großen Firmen kopiert. Das könnte mich zwar ärgern, schmeichelt mir aber eher, denn wenn ein Zweimannbetrieb, der von dieser Branche bis vor einigen Jahren keine Ahnung hatte, von Riesenkonzernen kopiert wird, ist das für mich Wertschätzung genug.“ eh

z Eine Schlagzeile jagt derzeit die nächste, wenn es um personelle Änderungen im Handballsektor des SSV Brixen geht. Beide erste Mannschaften – Damen und Herren – treten nämlich die nächste Saison mit neuen Trainern an: Während bei den Herren ein Brixen-Neuling die Zügel in die Hand nimmt, setzen die Damen auf Altbewährtes: Hubi Nössing feiert nämlich ein weiteres Comeback als Trainer der Handballerinnen. 2016 hat er die Mannschaft in die höchste Liga geführt, nach einem Jahr Pause kehrt er nun ins aktive Geschehen zurück und folgt somit auf Istvan Balogh, der mit den Damen ihre erste Saison in der ersten Liga absolvierte. Die Herren hingegen setzen auf Rene Kramer, der Filiberto Kokuca als Coach ablöst: Der 48-jährige Steirer unterschrieb kürzlich einen Ein-Jahres-Vertrag beim SSV. Kramer ist EHFMaster-Coach und hat bereits als Spieler beim HC Bruck an der Mur zwei österreichische Meisterschaften gewonnen; er war dort seit 2010 sportlicher Leiter. „Wir wollen einen neuen Weg einschlagen, und das tun

wir mit einem neuen Trainer, der sich zudem auch der Jugend widmet“, sagt Sektionsleiter Werner Wieland. Weitere Neuzugänge der Mannschaft bilden bis jetzt zum einen der 24-jährige Italo-Argentinier Mariano Castro, der vom Verein „River Plate Buenos Aires“ auf den rechten Flügel der Brixner wechselt, sowie der 31-jährige Italo-Kroate Andrea Basic, der sich von der Kreislauf-Position beim SC Meran nun auf jene des SSV Brixen stellt. Nach einem Rückraumspieler wird derzeit noch gesucht. Übrigens: Die Damen beendeten die Saison auf dem achten, die Männer auf dem siebten Tabellenplatz. Dass nicht nur die ersten Mannschaften gute Ergebnisse brachten, sondern auch auf den Nachwuchs gesetzt wird, zeigen die Erfolge der Jugend: Die Mannschaften der U12- und der U14-Buben holten sich den Regionalmeistertitel – genauso wie die U16-Mädels, die sich zudem noch den Landesmeistertitel sicherten. Die U18-Damen und die U16-Buben wurden VizeRegionalmeister. eh

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Wirtschaft & Umwelt

SCHWERE SCHÄDEN DURCH NACHTFRÖSTE

Blüten im Frost Die Frostnächte im April haben auch bei Wein- und Obstbauern im Brixner Raum schwere Schäden angerichtet. Doch welche Möglichkeiten haben Landwirte eigentlich, sich und die Ernte bei solch einem Temperatursturz zu schützen?

V

erfrorene Blüten und braune abfallende Blätter an Kiwi- und Feigenbäumen sowie an Hortensien und Ahornbüschen, Nussbäume, deren Äste gespenstisch in die Höhe ragen – kein schöner Anblick mitten im Frühjahr! Auch Kirsch- und Birnbäume wurden durch die tiefen Minustemperaturen arg in Mitleidenschaft gezogen. Existenzbedrohend für die Landwirte in Südtirol und besonders auch im Eisacktal sind aber die Schäden an den Apfelbäumen und Weinreben.

Starke Einbußen bei der Apfelernte. Wie sich die Minustempe-

raturen – bis minus 8 Grad an manchen Orten – in den Nächten um den 20. April auf die Apfelernte tatsächlich auswirken werden, darüber gibt Johann Gasser Auskunft. Er ist seit 2005 Obmann der 1944 gegründeten Obstgenossenschaft Melix. Zu ihr gehören 56

Obstbauern, die insgesamt auf knapp 640 Hektar integrierten Anbau betreiben. Die Anbauflächen verteilen sich auf 17 Gemeinden und reichen vom Ritten bis Mühlbach. Ihre Lieferung betrug im Vorjahr rund 3.500 Waggons Äpfel verschiedener Sorten. Nach wie vor ist Golden Delicious mit 63 Prozent die stärkste Sorte, gefolgt von Gala (mit 10 Prozent) und Red Delicious (mit 8 Prozent). Verstärkt angebaut werden außerdem neue Sorten mit Markenschutz, auch Clubsorten genannt, wie Pink Lady, Kanzi und Modi. „Im schlimmsten Fall gibt es Einbußen bis zu 50 Prozent, also die Hälfte!“, berichtet der Obstbauer aus Pardell. „Genaueres können wir erst Ende Juni oder Anfang Juli sagen. Erst dann sehen wir, was der Baum behält und was er abwirft. Dabei gab es schon im Vorjahr ziemlich große Frostschäden, allerdings mit geringeren

Mengeneinbußen, dafür aber mit starken Qualitätseinbußen.“ Der engagierte Obmann erklärt die Ursachen für die zu befürchtenden Ausfälle folgendermaßen: „Durch die warmen Temperaturen im März war die Blüte der Apfelbäume schon weit fortgeschritten: 14 Tage früher als im Durchschnitt.“ Es hatten sich sowohl in Tallagen als auch in höheren Hanglagen bereits MiniÄpfelchen – er bezeichnet sie als frisch befruchtete Embryonen – gebildet, deren Schaden man äußerlich nicht unbedingt sieht. Um Schäden festzustellen, muss man die Mini-Äpfelchen zwischen zwei Fingernägeln aufknipsen: Ist der Blütenboden schwarz verfärbt, ist er verfroren. Ein intakter Blütenboden ist hingegen hellgrün.

Erstarrte Apfelblüten. Die effi-

zienteste Methode, Frostschäden an Apfelkulturen zu bekämpfen,

ist die Frostschutzberegnung. Darunter versteht man das gezielte Besprühen der Nutzpflanzen mit sehr feinen Wassertröpfchen. Dabei wird auf den Pflanzen Gefrierwärme (Kristallisationswärme) freigesetzt, sodass in der Regel Blätter und Blüten vor Frostschäden bewahrt werden. „Die Frostberegnung ist auch verhältnismäßig kostengünstig, doch sind derzeit fast ausschließlich Tallagen damit ausgerüstet, wo sich Kaltluftseen bilden – eine Ansammlung lokal gebildeter Kaltluft in abgeschlossenen konkaven Geländeformen. Weiters muss genügend Wasser zur Verfügung stehen. Das Schlimmste wäre nämlich, wenn das Wasser während der nächtlichen Besprühung ausgehen würde“, erklärt Gasser. Geringeren Schutz können bei Apfelkulturen auch geschlossene Hagelnetze bieten. Allerdings ist es beispielsweise in Österreich


EISKALTE NÄCHTE: Welche Schäden die Frostnächte im April den Eisacktaler Wein- und Obstbauern verursacht haben, wird sich erst bei der Ernte zeigen

vorgekommen, dass durch einsetzenden nächtlichen Schneefall die Netze völlig zerstört wurden. Das „Räuchern“, das früher oft eingesetzt wurde, vermag zwar den Apfelbauern das Gefühl zu geben, nicht tatenlos zusehen zu müssen, bewirkt aber wenig. Laut

registriert wurde, weiß Nössing nur von Erzählungen – er war damals zehn Jahre alt. Dass es im Vorjahr Mitte April beinahe ebenfalls zu schweren Ernteausfällen gekommen wäre, weiß er aber aus eigener Erfahrung. Doch im Unterschied zu heuer deckte

nach dieser Nacht, sehen wir, dass sich einige Reben allmählich erholen, andere hingegen müssen wir für heuer – vielleicht auch noch nächstes Jahr – als verloren bezeichnen.“ Wenn Manni Nössing „wir“ sagt, dann spricht er im Namen

Foto: Helmuth Rier

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„Vor allem die frühen Triebe sind erfroren, spätere haben – hoffentlich! – überlebt“_ Manfred Nössing, Weinbauer in Brixen Gasser gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, eine Frostschutzversicherung abzuschließen, doch ist diese sehr teuer. „Aber in Zukunft ist eine Versicherung wohl ein Muss!“, sieht der MelixObmann voraus.

Schäden in den Weinbergen. Einer, der sich auskennt in Sachen Weinbau, ist Manfred Nössing, genannt Hoandl-Manni. Von den verheerenden Schäden an den Weinreben, die es im Jahr 1981 gab, als im Frühling ein ähnlich dramatischer Temperatursturz

damals in der Früh eine Wolkendecke den Brixner Talkessel zu und verhinderte so Schlimmeres. „Heuer handelt es sich um einen zweifachen Schaden“, legt er los. „Zum ersten sind es Winterschäden mit vielen verdorrten Reben, verursacht durch die Trockenheit. In der Folge trieben manche Reben erst gar nicht aus. Dann kam die ‚brutale’ Nacht vom 20. auf den 21. April.“ Laut Nössing führte diese Nacht vor allem in den tiefen Lagen, wo die Kälte nicht fließt, zu verheerenden Verfrierungen. „Jetzt, einen Monat

der im Jahr 2015 gegründeten Genossenschaft „eisacktalWein“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die regionalen Weine besser zu positionieren. Erste weltweite Erfolge konnten erzielt werden. Zur Genossenschaft gehören die zwei großen Kellereien des Eisacktals und 18 größere und kleinere freie Weinbauern, die insgesamt eine Rebfläche von 360 Hektar bewirtschaften. Zu den 50 Mitgliedern zählen ebenfalls die Tourismusvereine und zahlreiche Gastwirte. Das Gebiet reicht von Signat im Süden bis Mühlbach

Johann Gasser, Obmann der Obstgenossenschaft Melix: „In Zukunft ist eine Frostschutzversicherung wohl ein Muss!“

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im Norden. Mit seinen rund 120 Hektar Rebfläche liegt der Brixner Raum im Zentrum. Laut Manni Nössing sind die zu durch die Frostnacht befürchtenden Ausfälle derzeit aber noch schwer zu beziffern. Tatsache ist, dass es das nördliche Eisacktal 57


Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

FAMILIEN & SPORT TAG

Samstag

10.06.2017 11.00 – 23.00 Uhr

Domplatz

Manfred Nössing: „Die Erntemengen werden sicher geringer ausfallen; ob es auch an die Qualität geht, wissen wir erst im Sommer oder im Herbst.“

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(nördlich von Klausen) arg erwischt hat. „Die Erntemengen werden sicher geringer ausfallen; ob es auch an die Qualität geht, wissen wir erst im Sommer oder im Herbst.“ Betroffen seien vor allem die Sorten Gewürztraminer, Kerner, Grüner Veltliner und Blauer Zweigelt; „etwas besser davon gekommen sind die Sylvaner- und Riesling-Trauben.“ Die „Schuld“ an den zunehmenden Problemen im Weinbau sieht er im Klimawandel mit langen Trocken- und Hitzeperioden, den langen Regenperioden im letzten Frühjahr und den warmen und schneearmen Wintern, was zudem zu Wasserengpässen führt. Auch er beklagt wie der Melix-Obmann Gasser die hohen Märztemperaturen, die zu einem verfrühten Austrieb führten. „Vor allem die frühen Triebe sind erfroren, spätere haben – hoffentlich! – überlebt. Ich erinnere mich, dass die Weintrauben während meiner Kindheit und Jugendzeit im Oktober geerntet wurden. Jetzt sind wir im September. Wenn es so weitergeht, erfolgt die Weinlese bald im August. Nicht vorstellbar!“

Kampf dem Frost. Eine gewis-

Buntes Programm für die ganze Familie 11.00 –17.00 Uhr

Live Bands 17.00 –23.00 Uhr

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se Ratlosigkeit herrscht bei den Weinbauern, was die Bekämpfung der Spätfrostschäden – um solche handelt es sich – angeht. Sie werden sich in nächster Zeit ausführlich damit auseinandersetzen. Man ist durchaus bereit, zu neuen Maßnahmen zu greifen. So setzte der Köfererbauer das seit zwei Jahren installierte Windrad ein, das mildere Luft von oben auf den Boden, wo es am kältesten ist, wirbeln sollte. Eine Erwärmung um 2 Grad wäre erreichbar, wenn die oberen Luftschichten tatsächlich wärmer wären. Der Einsatz eines Hubschraubers mit einer Flughöhe von 10 bis 15 Metern ist bei Temperaturen von 4 bis 5 Grad und guter Inversion

durchaus wirksam, weniger bei tieferen Temperaturen und bei Wind. Ein Hubschrauber kann große Flächen abdecken und verursacht keine Fixkosten: Beim Einsatz fallen lediglich die Kosten für Flugstunden an. Doch ist zu bedenken, dass der Einsatz wegen der bestehenden Nachtflugverbote erst am frühen Morgen möglich ist. Auch Frostschutzkerzen aus rauchfreiem Stearin wurden in Neustift aufgestellt. Da es pro Hektar Fläche 300 bis 500 Stück braucht, ist diese Methode zur Bekämpfung kalter Temperaturen nicht ganz billig. Da kommen dann doch einige tausend Euro je Hektar und Nacht zusammen. Natürlich werden auch Versicherungen angeboten, doch ist deren Rentabilität nach Meinung des Kranebitter Winzers genauer zu überprüfen.

Nach dem Frostschock. „Nach

dem Schrecken kam die Traurigkeit“, erzählt ein nun stiller gewordener Hoandl-Manni. Traurigkeit über das Unverständnis und die Kritik aus Teilen der Bevölkerung, die nicht verstehen will, wie groß die Herausforderungen an die heutzutage gut ausgebildeten Landwirte sind, die „kontrolliert auf dem Wege sind“, das heißt, sich wohl der Verantwortung bewusst sind, die sie gegenüber der Landschaft und der Natur haben. „Pflanzen müssen nun mal versorgt werden!“, so Nössing, „und 90 Prozent der Bauern achten mittlerweile sehr wohl darauf, dass sie ihre Bäume und Reben mit unschädlichen Spritzmitteln behandeln. Deshalb tut Kritik selbst an kleinen Eingriffen weh.“

johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


BRIXEN

Müll trennen und sparen Die Stadtwerke Brixen führen eine neue Verrechnungsmethode für die Restmülltonnen ein – was bei manchen Kunden prompt zu einiger Skepsis geführt hat. Dabei ist die neue Methode ohne Zweifel gerechter als die alte.

W

Tonne oder Presscontainer. Bis

heuer war Brixen de facto in eine „Zweiklassengesellschaft“ geteilt, was die Verrechnungsmethode der Müllentsorgung betrifft. Jene Kunden, die ihren Müll per Transponderkarte in einem der 41 aufgestellten Presscontainer entsorgten, bezahlten nach Gewicht: Je schwerer der Müll, desto höher die Gebühr. Bei denjenigen, die eine eigene Restmülltonne verwendeten, wurde hingegen nicht das Gewicht gemessen, sondern die Anzahl der Leerungen – unabhängig davon, ob die Tonne

halbleer oder voll war oder ob der darin enthaltene Müll besonders schwer oder federleicht war. Jetzt hingegen werden während der Leerung auch die Tonnen gewogen, womit alle Kunden gleich behandelt werden können. Die Müllautos wurden bereits mit den dafür nötigen Wiegesystemen ausgestattet. Jede Änderung bringt Unsicherheit und das Gefühl mit sich, dass die eigenen Kosten möglicherweise steigen könnten. „Dem ist grundsätzlich nicht so“, beruhigt Wolfgang Plank, „für uns ist die

kg Müll enthält. Darauf fußt die neue Gebührenberechnung: Bisher zahlte der Kunde 0,00443 Euro pro Liter; bei einem 80-LiterContainer waren das pro Leerung etwa 3,50 Euro – unabhängig vom Inhalt. Mit der neuen Verrechnungsmethode kostet ein Gramm Müll 0,000355 Euro, wodurch bei angenommenen 10 Kilogramm Müll wiederum 3,55 Euro für eine Leerung anfallen. Handelt es sich allerdings de facto um schwereren oder leichteren Müll, ändert sich entsprechend auch die Gebühr. Das Prinzip, dass sich die Gebühr

Foto: Oskar Zingerle

ie alle Gebühren, liefern auch die Müllgebühren den Brixner Bürgern viel Gesprächsstoff: Jeder verursacht Müll, doch die Entsorgung desselben sollte den Geldbeutel nicht allzu sehr belasten. „Brixen ist eine Handels- und Tourismusstadt, und Besucher wie Einheimische wünschen sich eine saubere Stadt“, erklärt Wolfgang Plank, Generaldirektor der Stadtwerke. „Die Stadtwerke müssen neben dem Stadtgebiet auch die Fraktionen bedienen. Das Einsammeln des Abfalls und das entsprechende richtige Entsorgen kostet Geld, das möglichst von den direkten Verursachern bezahlt werden soll.“ Die Gebühr für die Müllentsorgung wird dem entsprechend nicht – wie so manches Gerücht die Runde geht – jedes Jahr willkürlich festgesetzt. Es gibt nämlich ein Landesgesetz, das besagt, dass 90 bis 100 Prozent der Kosten für die Abfallentsorgung über die Tarife gedeckt sein müssen. Die Stadtwerke Brixen AG strebt hierbei die volle Kostendeckung an. „Wir bemühen uns ständig um eine Optimierung der Entsorgung zum Wohle der Bürger“, erklärt Wolfgang Plank. Übersteigen die Einnahmen die Kosten, so müssen die Gewinne in den darauffolgenden zwei Jahren den Bürgern zurückerstattet werden.

Personen-Haushalt bis zu 114,50 Euro für Haushalte mit vier oder mehr Personen. Mit dieser Grundgebühr werden die Kosten für die Wertstoffsammlung, die Führung der Recyclinghöfe, Straßenreinigung sowie allgemeine Kosten wie beispielsweise die Entsorgung von illegalen Müllablagerungen gedeckt. Außerdem gibt es auch eine Mindestentleermenge: Wenn ein Kunde zum Beispiel das ganze Jahr keinen Müll abliefert, gehen die Stadtwerke davon aus, dass ein Haushalt mit Biomülldienst und Eigenkompostierung auf jeden Fall 20 kg Müll abgegeben hat; bei Haushalten ohne Biomüllentsorgung sind es 26,25 kg. Außerdem sind bei illegaler Entsorgung hohe Strafen fällig.

Wer „recycelt“, der spart. Bei den

Nicht nur der über die Presscontainer entsorgte Müll, sondern auch die Abfälle in den Mülltonnen werden nun beim Entleeren gewogen – das macht die Müllabrechnung gerechter Umstellung ein Akt der Gerechtigkeit, denn warum sollten die Kunden mit Presscontainer anders behandelt werden als jene mit den Tonnen?“ Im Einzelfall kann es allerdings passieren, dass eine höhere Gebühr fällig ist – zum Beispiel, wenn der Müll permanent sehr schwer ist. Andererseits kann es mit derselben Wahrscheinlichkeit auch vorkommen, dass ein Kunde für eine Leerung weniger bezahlt als mit der alten Verrechnungsmethode. Denn die Stadtwerke gehen in ihrer Kalkulation davon aus, dass ein 80-Liter-Container 10

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für den Kunden nicht ändert, ist also korrekt – unter der Annahme, dass die 80-Liter-Tonne durchschnittlich 10 kg Müll enthält.

Wird aber auch korrekt gewogen? „Die von uns verwendeten

Fahrzeuge sind kollaudiert und vom Eichamt homologiert. Da ist kein Betrug möglich“, sagt Plank. Eine illegale Entsorgung lohnt sich übrigens nicht: Eine Grundgebühr wird sowieso berechnet. Die Höhe der Grundgebühr hängt von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen ab und geht von 80,07 Euro für einen Ein-

Müllentsorgungsgebühren sparen kann trotzdem jeder: Das Zauberwort heißt „Recycling“. Es klingt denkbar einfach: Je mehr Müll im Recyclinghof landet, desto weniger Restmüll bleibt übrig, desto geringer ist die anfallende Gebühr. Es liegt also in der Entscheidung und in der Verantwortung eines jeden, ob er die schwere Katzenstreu in die Biotonne wirft, die noch brauchbaren Kleider und Schuhe in die gelbe Tonne gibt und die Zeitung in den entsprechenden Container des Recyclinghofes. Schneller geht es sicher, den Müll in einen Plastiksack zu werfen und dann in der Restmülltonne oder im Presscontainer zu entsorgen; bei der Abrechnung bekommt das dann aber der Geldbeutel zu spüren. Um auf Nummer Sicher zu gehen, gibt uns Direktor Plank noch einen Ratschlag mit auf den Weg: „Lassen Sie Ihre Restmülltonne nicht ohne Schloss im Freien stehen, weil auch der Restmüll von anderen in der eigenen Tonne landen kann.“ hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 59


Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Gebündelte Energie z Die Stadtwerke Brixen AG und der Stromanbieter Alperia Energy machen gemeinsame Sache – zumindest, wenn es um die Kundenberatung geht. Ab 1. Juli wird nämlich bei den Kundenschaltern der Stadtwerke in der Alfred-Ammon-Straße 24 ein Alperia Energy Point aktiviert. Kunden, die außerhalb des Versorgungsgebietes der Stadtwerke Brixen fallen, müssen ab 1. Juli

also nicht mehr nach Bozen fahren, um sich am Kundenschalter von Alperia beraten zu lassen, um einen Vertrag abzuschließen oder den Liefervertrag mit dem Stromanbieter zu ändern. „Mit dem geplanten Energy Point in Brixen erweitern die Stadtwerke ihr Dienstleistungsangebot“, erklärt Wolfgang Plank, Generaldirektor der Stadtwerke, und hält fest, dass Kunden im Stromver-

sorgungsgebiet der Stadtwerke Brixen AG weiterhin auf die persönliche Beratung und Betreuung

W&U

bei den Kundenschaltern zählen können. vk

Foto: Karin Micheli

Wirtschaft & Umwelt

z Wer im Eisacktal, dem ohnehin nördlichsten Weinanbaugebiet Italiens, unter erschwerten Bedingungen auf bis zu 900 Metern Meereshöhe Wein anbaut, stellt sich einer besonderen Herausfor-

kurz

notiert

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EISACKTAL

Bio-Wein-Pioniere

derung. Dies auf biologische Art und Weise zu leisten, erfordert einmal mehr spezielle Passion und stellt gleichzeitig eine Pionierleistung im ökologischen Weinbau dar. Wer wagt ein solches

Unterfangen? Die Gruppe „BioWeis“, zusammengesetzt aus acht Eisacktaler Weinbauern: Schloss Campan und Hof Vogelsang (beide Sarns), Burgerhof (Brixen), Santerhof (Mühlbach), Weingüter Rielinger (Ritten) sowie Zöhlhof, Garlider und Radoar (alle Feldthurns). Aber was ist eigentlich Bio-Wein? Weniger ist hierbei ganz klar mehr: Die Förderung von Nützlingen und Artenvielfalt steht im Vordergrund, auf chemischsynthetische Pflanzenschutzmittel sowie Dünger dieser Art wird komplett verzichtet. Die in ihren Weinkellern ablaufenden Gär-

und Reifeprozesse überlassen die Winzer so weit als möglich ihrem natürlichen Lauf. Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen ist jedoch auch ein gesunder, lebendiger Boden, der im Eisacktal mit vorwiegend quarz- und glimmerhaltigem Sand fast durchweg vorhanden ist. Das Ergebnis ihrer Produktion stellten die Bio-Winzer nun beim ersten „BioWeis-Fest“ am Radoarhof in Feldthurns vor. Neben der Weinpräsentation konnte auch der Weinkeller des Hofes erkundet werden; für das musikalische Rahmenprogramm sorgte das Trio „Tritonus“. sr

Ein neuer Handyumsetzer wird in der Julius-Durst-Straße aufgestellt; der Brixner Stadtrat hat hierfür bereits seine Genehmigung erteilt. Eine Absage gab es allerdings für zwei Masten, die in St. Andrä und Brixen-Nord aufgestellt werden sollten, da das Gesuch eingereicht wurde, ohne einen genaueren Standort zu nennen.

Über die Internetseite der Landesagentur für Umwelt können Interessierte die aktuellen StickoxidWerte abrufen. Eine Messstation befindet sich in Brixen bei der Villa Adele in der Bahnhofstraße; der Messpunkt an der Brennerautobahn im Abschnitt Vahrn-Mahr wurde von der Landesumweltagentur deaktiviert.

Zwei Millionen Euro Jahresgewinn und 1,006 Milliarden Euro Kundengeschäftsvolumen – auf diese und weitere Zahlen blickten die Mitglieder der Raiffeisenkasse Eisacktal bei der Vollversammlung zurück. Zufrieden mit dem Geschäftsergebnis zeigten sich Präsident Peter Winkler und Direktor Karl Leitner.


STADTGEHEIMNISSE

NEUSTIFT / VAHRN

Wandern durch die Weinberge

Wo ist in Brixen die „Gimpelsteige“?

Obwohl man den Ausdruck „Gimpelsteige“ heutzutage selten aus dem Mund eines Brixners hört, war der Ausdruck vor Jahren im Volksmund weit verbreitet. Gemeint war damit die Domdechantei in der Albuingasse, in der der Domdekan seinen Sitz hat. Also waren in dem Gebäude früher – warum auch immer – viele Gimpel untergebracht, vermutlich sogar in Steigen? Nicht ganz, denn mit Gimpel war schlicht und einfach der Domdekan selbst gemeint. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass der Zusammenhang in der Tölpelhaftigkeit, Ungeschicklichkeit und Dummheit liegt, mit der der Gimpel früher oft assoziiert wurde. Vielmehr war hingegen jedoch das Federkleid des männlichen Vogels ausschlaggebend für die Benennung: Die kompakte, behäbige Gestalt mit dem roten Gewand und der schwarzen Kappe wurde früher wohl von vielen Leuten mit einem Domherrn in seinem typischen Gewand in Verbindung gebracht. Auf diese Wortherkunft verweist auch eine weitere Benennung der Gimpel: Sie sind nämlich mancherorts auch unter dem Namen Dompfaff bekannt. Anregungen: redaktion@brixner.info

te: Sie reichten von Austern und Tatar-Variationen bis zu Tirtln und Knödel. Auch Kinder kamen voll auf ihre Kosten und konnten zwischen Ponyreiten, Heuhüpfen, Brotbacken und Würstlbraten auswählen. Wer Geselligkeit und Fröhlichkeit gepaart mit Frühlingsgefühlen suchte, kam voll auf seine Rechnung. So konnte es schon passieren, dass man zu zweit am Sonntagvormittag von einem der gekennzeichneten Parkplätze zu Fuß aufbrach und am frühen Nachmittag zu zwölft an einem Tisch mit guten Bekannten in geselliger Runde am sonnenbeschienenen Platz beim Brückenwirt zusammensaß, um von dort in verschiedene Richtungen auseinanderzugehen: die einen links zu den Neustifter Rebhängen, die anderen nach rechts in Richtung Vahrn. jb

Foto: Lemonartstudio

Foto: Oskar Zingerle

z Der Wettergott meinte es gut mit den Organisatoren, die am ersten Maiwochenende zum Wandern und Genießen in den Weinbergen von Neustift und Vahrn einluden. Die vom Verschönerungsverein Vahrn angeregte Initiative war ein voller Erfolg und soll, so sagt Daniel Niederstätter, Mitglied des Verwaltungsrates der Brixen Tourismus Genossenschaft, auch in Zukunft weitergeführt werden. 17 Betriebe, Gasthöfe und Bauernhöfe haben auf Anhieb gerne mitgemacht und ihr Bestes gegeben. Für Weinliebhaber gab es Weinverkostungen des Jahrgangs 2016 und für Musikfreunde verschiedene Live-Auftritte. Wer Glück hatte, konnte die Darbietungen des Neustifter Männerchores, der ab 13 Uhr unterwegs war, genießen. Reich und vielfältig waren die kulinarischen Angebo-

Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen

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Der Erfinder der „Wundersocks“ Max Mairl (Mitte) ist überzeugt, dass die von ihm entwickelten Socken die besten Voraussetzungen bieten, um blasen-, scheuer- und beschwerdefrei durchs Leben laufen zu können. Die „Wundersocks“ sind aus einem speziellen Material gefertigt, in

verschiedenen Stärken, Längen und Farben erhältlich und ideal für Wanderungen und Sportaktivitäten. In der extradünnen Ausführung sind sie aber auch für den Alltag geeignet.

Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info 61


Fotos: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

einer atemberaubenden Kulisse in aller Herrgottsfrühe verpasst hat, muss nun – aller Voraussicht nach – ein gutes Jahr warten, um diese Kulturlücke wieder zu schließen. Der von Manuela Kerer kreierte Ohrenschmaus samt den fünf Flügeln, die in der Morgendämmerung sanfte Konturen erhalten, würde nämlich zwölf volle Punkte à la Songcontest verdienen.

Im Wunderland. Neun Punkte

BRIXEN

Im Wunderland Exzentrische Klaviertöne in der Morgendämmerung gehörten ebenso zum Wasser-Licht-Festival wie quakende Frösche im geheimnisvoll beleuchteten Herrengarten. Die 20 Brunnen der Brixner Altstadt verzauberten vier Wochen lang Besucher aus nah und fern – auch wenn der Faszinationspegel unterschiedlich ausschlug.

E

s gibt klare Favoriten, was den Brunnenparcours durch Brixen angeht – zwar nicht für alle exakt dieselben, aber doch führen vier der 20 bespielten Trinkwasserbrunnen die Beliebtheitsskala unangefochten an: Für die einen ist es ganz klar der Rainer-Brunnen am Domplatz mit den klitzekleinen Skifahrern, die die Schöneben-Piste herunterwedeln, und den Paragleitern, die unter Muh-Geräuschen zur Landung ansetzen. Für die anderen hingegen ist es der Herrengarten mit seinen romantischen, ja fast schon kitschigen Wölkchen, die – untermalt von Froschgequake – aufleuchten und verdunkeln. Nicht zu vergessen ist der von bunten Riesen-Röcken umrahmte Brunnen im Alois-Pupp-Park, auf dem eine Primaballerina ein Tänzchen aufführt. Begleitet wird sie von sanften Drehorgelklängen,

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die sich manchmal sogar ein klein wenig unheimlich anhören. Lustig hingegen sind die bunten Quietscheentchen, die im Hofburggraben auf- und abschwimmen und hie und da sogar mit dem dort ansässigen Schwan ums Territorium kämpfen. Der blauen Linie folgend, sind diese Bespielungen die Highlights, die den Besuchern nach der mehr als einstündigen Runde in Erinnerung bleiben. Ziemlich weit abgeschlagen sollen dann noch die Brunnen in

Stufels, in der Runggadgasse und die Overhead-Projektionen am Maria-Hueber-Platz Erwähnung finden. Bei einer so großen Zahl an Brunnen muss man damit rechnen, dass nicht alle den Wow-Effekt bei den Besuchern hervorrufen. Immerhin lässt das mystische FlügelKonzert in den Rappanlagen den mit Duschkopf-besetzten-Brunnen in der Albuingasse und jenen am Großen Graben in Vergessenheit geraten. Wer das Konzert inmitten

könnte man locker an die Lichtshow im Tschumpus vergeben. Die zwei fehlenden werden abgezogen mangels unschlagbarerer Kulisse der Hofburg, einen weniger gibt es noch aufgrund ihrer Langatmigkeit, denn so wirkt die Show auf diejenigen, die schon zwei Solimans intus haben. Dem Wettergott trotzend, der es in der ersten Festivalhälfte leider nicht gerade gut mit Brixen meinte, schauten sich aber immerhin bis Redaktionsschluss 8.000 Besucher die Show im Tschumpus an. Wie viele Besucher sich durch den Parcours schlendernd in eine faszinierende Welt aus bunten Lichtern, schrägen Kreaturen und lustiger Musik, ganz Alice-imWunderland-like, katapultieren ließen, konnte zahlenmäßig allerdings nicht genau erfasst werden. Glücklicherweise konnten die Organisatoren aber kurzerhand das Festival um eine Woche verlängern, die – „buon tempo permettendo“ – dem Ganzen mit Sicherheit noch gut tun werden. Alles in allem darf man das Festival als erfolgreiches, aber auch recht teures Intermezzo für den Brixner Frühling ad acta legen. Zum einen trug es wesentlich dazu bei, den Brixner Tourismus auch im etwas spärlich besuchtem Mai zu beleben, und zum anderen die Brixner selbst auf die zahlreichen Trinkwasserbrunnen aufmerksam zu machen, von denen ihre Stadt immerhin am meisten im gesamten Alpenraum besitzt. In diesem Sinne freuen wir uns auch schon auf den zweiten Brixner Frühling. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


NACHGEFRAGT

„Das ist vollkommen absurd!“ ROBERT MESSNER, Präsident des Naturparks Puez Geisler und ehemaliger Bürgermeister von Villnöß, fordert in einem offenen Brief vehement die Beibehaltung der Wintersperre der Würzjochstraße. Herr Messner, in einem offenen Brief an LR Florian Mussner fordern Sie die Beibehaltung der Wintersperre der Würzjochstraße. Die Gemeinde Villnöß übertrug vor einigen Jahren die Straße ans Land mit klaren Auflagen, die vertraglich festgesetzt wurden: Die Straße sollte nicht ausgebaut werden, und die Wintersperre soll unbedingt aufrecht bleiben. Die Diskussion über eine auch nur zeitweilige Winteröffnung der Würzjochstraße ist allein durch diesen Passus im Vertrag hinfällig. Es gibt hier keinen Handlungsspielraum – außer, das Land begeht einen klaren Wortbruch.

Warum sind diese Auflagen für Villnöss wichtig? Schauen Sie, wir reden hier von einem sehr sensiblen Natura2000-Gebiet mitten im Weltnaturerbe. Die Wintersperre kommt den Schutzgebieten und seiner Fauna sehr zugute. Außerdem gibt es im Bereich Russis-Kreuz bis zur Abzweigung nach Afers erhebliche Lawinengefahr. Wäre die Straße theoretisch geeignet als Ausweichstrecke der Gadertaler Straße? Das ist vollkommen absurd. Bei der Würzjochstraße handelt es sich um eine einspurige Bergstraße, die bei winterlichen Verhält-

nissen niemals von Ungeübten zu befahren ist. Diese Straße ist im Winter ganz sicher keine praktikable Ausweichstrecke für die beim Gästewechsel verstopfte Gadertaler Straße. Eines möchte ich betonen: Wir Villnösser werden es nicht zulassen, dass unser Tal zur Durchzugsstrecke für die Gadertaler Gäste wird. Es geht hier um den Schutz der Villnösser Dorfbevölkerung: St. Peter und die Anrainer der Strecke leiden schon im Sommer unter dem Verkehr, weil sich die Würzjochstraße zur beliebten Motorradstrecke entwickelt hat. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

BRIXEN

Der Durst-Turm

❚ Das Brixner Vorzeigeunternehmen Durst wird in naher Zukunft direkt angrenzend an seinen Hauptsitz im Süden von Brixen ein neues Gebäude errichten, das sich wohl zu einem Brixner Landmark, einem Wahrzeichen, entwickeln wird: Di-

rekt am Kreisverkehr entsteht ein knapp 34 Meter hohes Gebäude mit modernster Architektur. „Im neuen Headquarter gilt es einerseits, das Raumprogramm funktional und optimiert unterzubringen. Andererseits soll auf das bestehende Gebäude von

Architekt Othmar Barth aus dem Jahr 1963/64 respektvoll reagiert werden“, steht im Technischen Bericht des Planers Patrik Pedó. Der ursprüngliche Barth-Entwurf sei durch diverse Zu- und Umbauten nur mehr schwer ablesbar. Schon Barth hatte vor mehr als 50 Jahren die Vision eines flachen Gebäudes, das von einem zehnstöckigen Turm beherrscht wird. Für das nun vorgelegte knapp 155.000 Kubikmeter umfassende Projekt mit gläserner Sockelzone, einem leicht geschwungenen lang gestreckten zweistöckigen Baukörper und einem im Süden sechsstöckigen geschwungenen Turm als Abschluss hat die Gemeindeverwaltung von Brixen eigens eine Änderung des Durchführungsplans mit einer entsprechenden Erhöhung der maximalen Gebäudehöhe beschlossen. Die Zufahrt für Mitarbeiter und Kunden wird nach Fertigstellung direkt vom bestehenden Kreisverkehr aus erfolgen. Während dieser „Brixner“ in Druck ist, feiert das Unternehmen Durst den Spatenstich. wv 63


RUSH E-MOTION BIKE

Freizeit & Erholung

„Ein Treff für Biker“

Nachfrage und Produktentwicklungen machen es erforderlich, das Sortiment stets zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren. Im Sortiment finden sich nun hauptsächlich die Herstellermarken Specialized, Ghost, Norco, GT, Santacruz, Rocky Mountain sowie der E-Bike-Hersteller Askoll. Welche Neuheit revolutioniert derzeit den Markt?

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BESCHWINGT UNTERWEGS.

Geschäftsführer Vinicio Terranova Kunden schätzen auch Ihren vielfältigen Service. Was bietet Rush E-Motion Bike an Serviceleistungen? Wir führen individuelle Haltungs- und biomechanische Bewegungsanalysen für eine optimale Fahrradeinstellung durch. Darüber hinaus bieten wir einen Reparaturservice in der eigenen Fahrradwerkstatt und verleihen Fahrräder jeglicher Art, von Enduro-Mountainbikes bis E-Bikes. Gerne besucht wird auch die Biker-Bar in unserem Geschäft, die längst zu einem Treff für Biker geworden ist.

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Welche Topherstellermarken finden sich in Ihrem Sortiment?

Im Bereich der Elektrofahrräder sind dies insbesondere die EBikes von Askoll, die mit einer Reichweite von 80 Kilometern und einem maximalen Drehmoment von 50 Newtonmetern überzeugen. Auch der Preis ist top: Die Elektrofahrräder von Askoll sind bereits um 1.290 Euro erhältlich. Dazu gibt es derzeit ein kostenfreies Diebstahlversicherungspaket: Beim Kauf eines E-Bikes von Askoll erhält man eine Diebstahlversicherung von 12 Monaten gratis dazu; im Falle eines Diebstahls bekommt man bei Vorlage des aufgebrochenen Radschlosses und der Diebstahlmeldung gegen einen Unkostenbeitrag von 180 Euro ein neues E-Bike von Askoll!

K TI ON :

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VINICIO TERRANOVA: Südtirol ist ein Fahrradparadies. Immer mehr Menschen entdecken hierzulande die Begeisterung fürs Fahrradfahren, ob mit dem E-Bike, Mountainbike oder Gravity Bike, dem Downhill-Mountainbike. So konnte ich mit meinem Fahrradfachgeschäft schnell Fuß fassen – unter anderem, da ich Topmarken im Sortiment führe. Auch kennen

mich einige Profibiker von früher, da ich mit meinem ehemaligen Geschäft einige Radtouren und -events organisiert habe.

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Herr Terranova, Sie haben viele Jahre in Sizilien ein Fahrradfachgeschäft betrieben. Vor rund einem Jahr hat Ihre Leidenschaft fürs Mountainbikefahren Sie nach Südtirol geführt; in Brixen haben Sie Ihr Fahrradfachgeschäft Rush E-Motion Bike eröffnet. Wie ist das letzte Jahr gelaufen?

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Extra

Das Fahrradfachgeschäft Rush E-Motion Bike feierte kürzlich sein einjähriges Bestehen – ein Anlass für Inhaber Vinicio Terranova, um Bilanz zu ziehen und seine Neuigkeiten vorzustellen.

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Schluss mit Problemzonen! T-Shape: Die ultimative Beauty-Behandlung der letzten Generation zur Remodellierung und Straffung von Körper und Gesicht. Absolut wirkungsvoll! Infos und individuelle Terminvereinbarung: Brixen 0472 200 400 · Bruneck 0474 55 05 77 www.mokka.it

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Die Acquarena ist in die Freibadsaison gestartet und bietet in den Sommermonaten drinnen und draußen wieder jede Menge Freizeitspaß. 14 Wochen lang, vom 27. Mai bis zum 3. September, steht den Besuchern der Acquarena nicht nur das Freibad mit Sportbecken, Spaßbecken, Kinderbecken, Spielplatz, Liegewiese und Ballspielfeldern zur Verfügung, sondern wie gewohnt auch das Hallenbad mit Sport-, Spaß- und Kinderbecken, Whirlpool und Salzwasserbecken sowie die Saunalandschaft. Kurz gesagt: Doppeltes Badevergnügen im Sommer und garantierter Badespaß auch bei weniger perfektem Wetter! In den Sommermonaten ist die Freibadanlage von 9 bis 19:30 Uhr zugänglich; die letzten zwei Wochen vor Saisonende schließt das Freibad um 18:30 Uhr. Das Hallenbad bleibt den ganzen Sommer über bis 22 Uhr offen.

Extra

Freizeit & Erholung

Und dann ist endlich Sommer!

ACQUARENA

Günstig baden mit Summercard und Multicard. In diesem

Jahr gibt es mit der „Summercard Gold“ erstmals ein gebündeltes Sommerabonnement für Acquarena, Plose, Kletterhalle Vertikale, Eishalle und Hofburggarten. Ziele des Gemeinschafts-Abos zu einem stark vergünstigten Preis sind die finanzielle Entlastung der Familien und die bessere Auslastung der Brixner Freizeitstrukturen. Die „Summercard Gold“ kann noch bis zum 8. Juni erworben werden. Danach kommt bis zum 15. September wieder die bekannte Acquarena-Summercard in den Verkauf. Auch die Sauna-PoolSummercard ist bis 30. September im Angebot.

Nicht nur an schönen Sommertagen lockt das begehrte Nass ins Brixner Freibad Günstig in mehrfacher Hinsicht ist die ganzjährig gültige Acquarena Multicard. Diese frei übertrag- und nutzbare Wertkarte in drei Preisvarianten beinhaltet fixe Preisnachlässe auf alle Einzeleintritte. Weiterhin im Angebot ist auch die Karte um 5,90 Euro für 1,5 Stunden in der Zeit von 9 bis 15 Uhr.

Großer Spaß für die Kleinen. Freibadsaison in der Acquarena bedeutet in erster Linie großen Spaß für die kleinen Gäste. Da ist zum einen der lange Kletterparcours, an dem sich auch noch die etwas älteren Kinder messen, und es gibt zum anderen den großen Sandplatz zum Buddeln und Matschen. Nicht zu verges-

sen der großzügig bemessene Wasserbereich: Über eine kurze Rutsche gelangen die Jüngsten von einem kleinen Becken mit 20 cm Tiefe in das große Becken mit maximaler Tiefe von 35 cm. Hier überraschen dann zwischen den Inseln viele Wasserspiele wie Wasserkelche und Spritzdüsen mit kühlem Nass, während die drei Wasserkanonen zur „Wasserschlacht“ verleiten. Auf Kanälen mit Wassersperren zum Stauen und Umleiten können Schiffchen auf die Reise geschickt werden. Alle Wege innerhalb des Kinderbereiches sind mit einem hellen und freundlichen Kunststoffbelag überzogen, weich und rutschhemmend. Dort, wo sich die Kleinkinder am liebsten aufhalten,

sorgen zwei zusätzliche Sonnensegel für noch mehr Beschattung. Liege- und Sitzpodeste bieten auch den Eltern einen angenehmen Aufenthalt in der Nähe ihrer Kleinen – ein Kinderparadies für ein aufregend-entspanntes Familienvergnügen!

Gesundes Schwitzen. Bewusstes

Schwitzen und Abkühlen sind auch im Sommer gesund. Die beliebten Sauna-Vollmondevents finden am 9. Juni, 9. Juli und 7. August statt; dann bleibt die Sauna bis 1 Uhr nachts geöffnet. Und noch ein Tipp für Saunaliebhaber: Jeden Freitag ab 18 Uhr genießt man sommerliche Aperitifs auf der Saunaterrasse.

Enten für den guten Zweck. Bis

zum Ende der Sommersaison erfährt auch die gemeinsam von der Versicherungsagentur ITAS Brixen und der Acquarena ins Leben gerufene Benefizaktion „Enten für den guten Zweck“ eine Neuauflage. Um 2 Euro können an der Kasse der Acquarena wieder gelbe Gummienten erstanden werden. Der Gesamterlös ist für das Südtiroler Kinderdorf bestimmt. 66


Sommer 2017 Viel Vergnügen!

Pools: 27. Mai–3. Sept. Freibadsaison! Spaß-, Sport- und Kinderbecken im Freien + Hallenbad + Sauna

Sauna:

Klettern, matsch

en, planschen!

Die Acquarena wid met den jüngsten Badegästen viel Platz: Ein Kinderparadies mit Kletterparcours, M atschbereich und lustigen Wasserbecken für ein aufregend-en ts panntes Familienvergnüge n.

9. Juni, 9. Juli und 7. August Freitags:

Vollmondsauna bis 1:00 Uhr Stimmungsvolle Aperitifs auf der Saunaterrasse

Altenmarktgasse 28/b • I-39042 Brixen • Tel. +39 0472 268 433 • info@acquarena.com • www.acquarena.com


Wandergenuss für alle Die Sommersaison startet im Wandergebiet Ratschings-Jaufen am Pfingstsonntag: Ab 4. Juni fährt die Kabinenbahn wieder täglich in die panoramareiche Almenregion, wo abwechslungsreiche Wanderwege und spannende Bergerlebnisse warten.

Wandern in unberührter Natur ist erholsam und kann lehrreich und unterhaltsam zugleich sein. Einen spannenden Erlebniswanderweg findet man beispielsweise im Almgebiet Ratschings-Jaufen. Zahlreiche Attraktionen für Jung und Alt erleben die Wanderer auf dem Wanderrundweg „BergerlebnisWelt“ hautnah oder aus nächster Nähe: eine Ameisenwelt, eine Murmeltierwelt, einen Streichelzoo, lustige Wasserspiele, Klettergerüste, Aussichtsbrücken und viele weitere Überraschungen.

Extra

Freizeit & Erholung

WANDERGEBIET RATSCHINGS-JAUFEN

Almenregion mit großem Ausflugsprogramm. Mit der komfor-

tablen Panorama-Kabinenbahn

gelangt man in die Almenregion auf 1.800 Metern. Hier starten zahlreiche Almwanderwege und auch der Rundgang der „BergerlebnisWelt“. Auf einem gut ausgebauten, auch für Kinderwagen geeigneten Weg kann der Erlebnis-Wanderrundgang in etwa 45 Minuten und bei einem Höhenunterschied von etwa 50 Metern locker zurückgelegt werden. An vielen Standorten sind Lehrtafeln aufgestellt, die über die Flora und Fauna informieren. Die prachtvolle Natur der Bergregion Ratschings-Jaufen ist von einzigartiger Schönheit und wohltuender Ruhe. Von gemütlichen Spaziergängen oder ausgedehnten Wanderungen über die Almen zu

den Hochmoorseen bis hin zu Hochgebirgstouren mit Ausblick auf die Südtiroler Bergwelt ist für jeden Bergbegeisterten etwas dabei. Zahlreiche Hütten und Almen entlang der Wanderwege laden zum Einkehren ein.

Almfest und „BergMusikFestival“. Zwei Termine sollte man

sich schon jetzt notieren: Am 9. Juli lädt die Almregion auch heuer wieder zum Ratschinger Almfest. Dazu verwöhnen die Hüttenbetriebe mit typischen Südtiroler Spezialitäten, und für zünftige Hüttengaudi ist ebenso gesorgt. Musikfreunde sollten sich auch das „BergMusikFestival“ merken: Dieses findet vom 15.

bis zum 30. Juli auf den Almen in Ratschings statt und sorgt mit tollen Bands und außergewöhnlichen Musikern zum dritten Mal für Hörgenuss der Extraklasse.

Wandern und Spaß haben auf der Alm mit der ganzen Familie! Die BergerlebnisWelt auf 1800 m Höhe ist bequem mit der Panorama-Kabinenbahn Ratschings-Jaufen erreichbar! Ein Erlebnisrundgang zur freien Nutzung mit vielen Attraktionen für Jung und Alt, Gehzeit ca. 45 min, Höhenunterschied ca. 50 m. Auch für Kinderwagen geeignet!

Sommerbetrieb Ratschings-Jaufen: 04.06. – 03.10.2017, täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr Berg- & Talfahrt: Erwachsene 14 €, Kinder 9 €, Senioren 12,50 € Einzelfahrt: Erwachsene 9,50 €, Kinder 6 €, Senioren 8,50 €

Berger le

bnisWelt

Eine Sommerkarte, zwei Wanderparadiese! Auch heuer gibt’s wieder eine Sommerkarte für die beiden Wandergebiete Ratschings und Ladurns.

Glj WANDERGEBIET

Ratschings-Jaufen FÜR NIMMERSATTE NATUR-VERNARRTE. Tel. 0472 659 153 Beschreibung und Übersicht des Parcours: www.ratschings-jaufen.it

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APOTHEKE PEER

Auf Reisen

Tel. 0472 836 173 www.peer.it

Foto: Manuel Ferrigato

Während man hierzulande seine gewohnten Medikamente in jeder Apotheke bekommt, kann man im Ausland eine böse Überraschung erleben – sei es, dass es Verständigungsprobleme gibt oder das gewünschte Produkt in diesem Land nicht im Handel erhältlich ist.

Anmeldung peer.it/cal oder T 0472 836 173

Bei der Expedition der Alpinisten David Lama, Hansjörg Auer und Peter Ortner auf den Masherbrum (7.821 Meter) in Pakistan im Sommer 2014 mit dabei: Die individuell abgestimmte Reiseapotheke der Apotheke Peer. Die Reise wurde von Fotograf Manuel Ferrigato dokumentiert. Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, sollten bei einer Fernreise reichlich im Gepäck sein – möglichst gut verpackt in zwei verschiedenen Gepäckstücken, für den Fall, dass eines verloren geht. Am besten legt man die Medikamente in die „Mitte“ des Koffers. So sind sie gut gepolstert und auch einigermaßen vor Hitze und Kälte geschützt, da die Kleidung wie eine Isolationsschicht wirkt.

Wichtiges im Handgepäck. Sehr

empfindliche oder lebenswichtige Medikamente gehören ins Handgepäck, ebenso die Medikamente, die man während der Reise einnehmen muss. Am besten führt man eine Kopie des Rezeptes mit und, je nach Land, eine englischsprachige Bestätigung, dass diese Medikamente für die eigene Gesundheit essenziell sind. Verpackt man die Medikamente noch in einen Klarsichtbeutel, sollte am Flughafen und bei der Einreise alles klappen. Ideal ist auch, im Handgepäck genügend Arzneien mit sich zu führen, um die ersten drei bis vier Tage versorgt zu sein. So kann man die Zeit, bis das vielleicht verlorene Gepäck eintrifft, ohne größere Schwierigkeiten überbrücken.

Sich vorab informieren! Wer

sehr starke Schmerz- oder Beruhigungsmittel einnehmen muss oder solche zum Beispiel bei einer Expedition mitführen möchte, sollte besser im Voraus abklären, ob diese Medikamente in das Urlaubsland eingeführt werden dürfen. Führt die Reise in weit entfernte Länder, so ist auch die Zeitumstellung bei der Medikamenteneinnahme zu berücksichtigen. Auf keinen Fall darf man eine Dosis auslassen. Besser ist es, schon einige Tage vor Abflug die Einnahmezeit langsam an die Uhrzeit im Ferienort anzupassen. Dazu sollte man beispielsweise ein Medikament jeden Tag eine halbe Stunde später oder früher einnehmen.

Freier Eintritt

VORTRAG 13.06.2017, 10.30 UHR HAUSAPOTHEKE FÜR KINDER Dr. Susanne Reiffenstuhl in der Apotheke Peer.

SERVICE bis 20.06.17 SONNENSCHUTZEMPFEHLUNG

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Die persönliche Reiseapotheke.

Die ideale Reiseapotheke ist individuell zusammengestellt und nicht zu groß oder zu klein. Für eine optimale Zusammenstellung stehen die Fachberater der Apotheke Peer gerne zur Seite. Bei Reisen in ferne Länder ist eine frühzeitige Planung empfehlenswert. So kann man seinen Impfstatus überprüfen und eventuelle Lücken beseitigen. Die spezialisierten Apotheker bei Peer beraten dazu gerne.

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BBT-INFOPOINT

Der erste Raum der sieben Kasematten ist dem Brenner als „Nahtstelle“ gewidmet. Zentral im Raum steht ein überhöhtes dreidimensionales Modell der Brennersenke. Wie jede Nahtstelle war der Brennerpass seit der Frühgeschichte Anreiz für Überschreitung, Austausch und Kommunikation. Jede Überschreitung war getragen vom Traum der schnellen Überwindung – nur war diese „schnelle“ Überwindung des Brenners bis vor 150 Jahren sehr zeitraubend und auch gefährlich. Während mit dem Scanner durch den neuen Tunnel gefahren werden kann, mühen sich auf dem Relief im gleichen Zeitraster ein Pilger, ein Reiter, eine Kutsche und die alte Eisenbahn über den Berg. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der BBT verwirklicht den seit jeher gehegten Traum einer schnellen Überwindung.

Foto: Alan Bianchi

Im BBT-Infopoint in der Festung Franzensfeste entfaltet sich auf knapp 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche in sieben suggestiven Kasematten die Darstellung des BBT-Projektes in seiner faszinierenden technischen Vielseitigkeit. Highlights sind interaktive Scannerfahrten in den Tunnel genauso wie das multimediale Erleben des Tunnelvortriebs. Der Infopoint dient auch als Ausgangspunkt für geführte Baustellenbesichtigungen.

Foto: Alan Bianchi

Extra

Freizeit & Erholung

Faszination Brenner Basistunnel

Im Schauraum „Wie“ ist ein Modell einer Tunnelbohrmaschine zu sehen Grabfunde aus der Völkerwanderungszeit markieren die Zeitenwende. Der Meraner Kreuzer begann über den Brenner seinen Siegeszug nach Mitteleuropa. Karrner und Künstler zogen über den Brenner – und ein kleines Fässchen steht für die unzähligen Weintransporte.

Technische Umsetzung. Mineure

und Tunnelbohrmaschinen (TBM)

Wegbereiter und Zeitzeugen. sind Felsenfresser im wahrsten

Ein Weg, der Geschichte schreibt. Unterschiedliche Personen erläu-

tern im Raum „Warum“ die Gründe für den Bau des BBT: weitblickende Persönlichkeiten und Anrainer genauso wie der Lokführer eines Güterzugs auf der alten Bahnstrecke mit ihren vielen Problemen. Herz der Ausstellung ist das in stilisiertem Maßstab ausgeführte Modell des Basistunnels. Einerseits schwebt es in Augenhöhe, ande-

Sinne des Wortes. Im Raum „Wie“ werden die Vortriebstechniken thematisiert. Das detailgetreue Modell einer Tunnelbohrmaschine lässt die Dimensionen dieser vor Kraft strotzenden Maschine erahnen. Wo aber Schwierigkeiten im Gestein einen maschinellen Vortrieb nicht zulassen, sind nach wie vor die Mineure gefragt. Ihre nicht ungefährliche Arbeit unter Tage

Foto: Alessandra Chemollo

Der Übergang über den Brenner war immer ein Weg, der Europa verbunden hat: Der Raum „Kultur“ erzählt in elf Etappen dessen Geschichte. Bernstein verweist auf seinen Weg von der Ostsee in die frühen Hochkulturen um das Mittelmeer; Nägel aus römischen Legionärsschuhen stehen stellvertretend für die römische Herrschaft,

rerseits leuchtet es spiegelbildlich in einem Relief der Brennersenke auf einer Tischfläche auf. Seitliche Bildschirme ermöglichen mit Videofahrten Einblicke in die jeweiligen Baustellen.

Das dreidimensionale Modell des Brennerpasses im Ausstellungsraum „Nahtstelle“ 70

ist in Videos und Bilderfolgen veranschaulicht. Der Tunnelbau des BBT ist ein sehr komplexes Unterfangen, an dem Menschen aus den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen zusammenarbeiten. Ob Hydrogeologin, Ingenieur, Mineur oder TBM-Fahrer – alle sind sie voller Stolz, an diesem großen Projekt mitarbeiten zu können. Und noch etwas haben sie gemeinsam: ihre Schutzpatronin, die Heilige Barbara, die bei keinem Stolleneingang fehlen darf.

Viele Umweltauflagen, der Natur zuliebe. Der BBT arbeitet mit den

höchsten Umweltstandards, zu denen strenge Umweltauflagen gehören. Monatlich werden 1.350 Wasserstellen überwacht. Bohrkerne der Bohrungen wurden im Versuchslabor eingehend untersucht. Aneinander gereiht würden die Bohrkerne eine Länge von rund 40 Kilometer Gestein ergeben. Der letzte Raum, der Natur gewidmet, gehört eben diesen Bohrkernen. Sie sind in einem vergitterten Möbel mit Hochlagen in Kisten gelagert – genauso wie im wirklichen Depot der BBT SE, das zu den größten der Welt gehört.


Wundersocken aus Südtirol Nach dem Wandern, Laufen, Skifahren und Tourengehen schmerzende Füße, Blasen und Druckstellen an den Füßen? Nicht mit den „Wundersocks“! Mit einer einzigartigen Idee hat Max Mairl vom Sportfachgeschäft Mayrl in Sand in Taufers ein innovatives Produkt auf den Markt gebracht: die so genannten „Wundersocks“. 30-jährige Berufserfahrung, viele Studien und Tests sind in die Entwicklung eines speziellen Materials eingeflossen, das Blasen, Scheuer- und Druckstellen verhindert. Die „Wundersocks“ sind damit eine echte Revolution und ideale Begleiter bei Wanderungen und Sportaktivitäten. Im Sommer vermindern die Socken die Schweißbildung, die Reibung in den Schuhen und kühlen den

Extra

Freizeit & Erholung

WUNDERSOCKS

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Fuß; im Winter hingegen halten die Socken die Füße angenehm warm. Außerdem rutschen und schneiden die Socken nicht ein, da sie ohne Gummizug gefertigt werden. Die „Wundersocks“ gibt es als Sport- oder Freizeitsocken. Sie eignen sich optimal für Arbeits-, Lauf-, Wander-, Ski- und Skitourenschuhe. Es gibt sie in verschiedenen Stärken, Farben und Längen – und ganz neu extra dünn und damit ideal für Arbeit und Freizeit.

Notrufnummer immer mit dabei. Besonderes Highlight ist die eingewebte Notrufnummer auf

Die Initiatoren: Max Mairl (Mitte) und seine Söhne den Socken. Max Mairl dazu: „In Notsituationen fällt einem oft die Notrufnummer nicht ein, und deshalb hatte ich die Idee, diese in die Socken einweben zu lassen.“ Sicher ist: Wer die Socken einmal

probiert hat, ist von ihrem Tragekomfort und ihrem speziellen Material begeistert. Dies belegen auch die zahlreichen Erfahrungsberichte und positiven Kundenbewertungen.


G. SIEBENFÖRCHER

Endlich Grillzeit! Grillen ist ganz einfach! Einzige Voraus­ setzung: Grillfleisch von bester Qualität von G. Siebenförcher, schmackhafte Beilagen und eine perfekte Glut. Die Metzgermeister von G. Siebenförcher verraten weitere Tipps für den perfekten Grillgenuss.

sere Besuchen Sie un eien Feinkost-Metzgereran! in Brixen und M

. oneandseven

mals das Fleisch mit einer Gabel wenden, es verliert dabei zu viel Saft. Fertig gegrilltes Fleisch sollte man zudem zum Warmhalten in Alufolie packen, so bleibt es saftig und zart!

Auf Tradition ist Verlass. Die

Traditionsmetzgerei G. Siebenförcher, gegründet im Jahr 1930 von Gottfried Siebenförcher in Meran, bürgt für kompromisslose Qualität. Die Fleisch- und Wurstspezialitäten werden in der Familienmetzgerei handwerklich nach bewährter Tradition hergestellt und unterliegen strengen Kontrollen. Denn die Kunden von G. Siebenförcher sollen sich nicht nur genussvoll, sondern auch gesund ernähren. Nur die besten Fleisch- und Wurstwaren, vom Prager Schinken bis hin zum bekannten Siebenförcher-Speck, erhalten daher das Qualitätssiegel „G. Siebenförcher 1930.“

2017

Viele freuen sich schon auf unterhaltsame Grillpartys mit Freunden und der Familie. Der aromatische Geruch, lockeres Beisammensein und gemütliches Ratschen: Grillen ist unkompliziert und macht Spaß. Einzige Voraussetzung: Grillfleisch von hoher Qualität, das sich für das Braten über der Glut auch eignet. Feine Fleisch- und Wurstspezialitäten erhält man in der Metzgerei & Feinkost G. Siebenförcher in der Altenmarktgasse in Brixen: Zarte Steaks und Schnitzel, knackige Würstchen, saftige Rippelen oder bunte Spießchen – alles von bewährten Lieferanten, die G. Siebenförcher seit Jahrzehnten kennt. Für den perfekten Grillgenuss empfehlen die Metzgermeister von G. Siebenförcher, das Fleisch zuvor mehrere Stunden in einer Marinade ziehen zu lassen. Dadurch erhält es seine Zartheit und nimmt zudem die Würze auch im Inneren auf. In der Metzgerei & Feinkost G. Siebenförcher bekommt man bereits mariniertes Grillfleisch, das man ohne Vorbereitungen auf den Grillrost legen kann. Und gleich noch einen Tipp: Nie-

Leckeres Vergnügen

Wie hausgemacht! Wer es mal

eilig hat, aber trotzdem etwas Leckeres auf den Tisch bringen will: Die Metzgerei & Feinkost G. Siebenförcher bietet frisch zubereitete Gerichte für die rasche Mittagspause – die schmecken wie hausgemacht! In den Regalen findet man zudem feine Delikatessen aus dem Eisacktaler Raum und aus Italien. Im Online-Shop www.siebenfoercher.it kann man sich zudem viel Leckeres nach Hause liefern lassen.

Knackige Würstchen, saftige Steaks, leckere Rippelen, Huhn oder Truthahn, natur oder köstlich mariniert. Unser vielfältiges Sortiment lässt keine Wünsche offen und bietet Abwechslung für jeden Geschmack. Und das seit 1930. Brixen . Altenmarktgasse 22 Tel. 0472 835 681 . www.siebenfoercher.it Mo - Fr: 8.30 - 19 . Sa: 8 - 18 h

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Herr Marzola, mit welchen Highlights begeistert der Ploseberg diesen Sommer?

ALESSANDRO MARZOLA: Neu ist vor allem die Dauer der Sommersaison: Von Jahr zu Jahr dauert die Sommersaison länger an – ein Trend, der sich auch in diesem Jahr fortsetzt. So zieht sich unsere diesjährige Sommersaison vom 25. Mai bis zum 15. Oktober – das sind rund vier Wochen mehr als 2015. In dieser Zeit fährt die Plose Seilbahn täglich; darüber hinaus fährt erstmals in diesem Sommer auch die neue PfannspitzKabinenbahn, diese vom 1. Juli bis 24. September. Welchen Mehrwert bringt die Pfannspitz-Kabinenbahn den Besuchern? Die neue 10er-Panoramabahn eröffnet Wanderern ein nahezu unberührtes Naturparadies rund um die Pfannspitze oder den bergsteigerisch einfach zugänglichen Gabler mit grandiosem 360-Grad-Panoramaausblick. Von der Pfannspitz-Bergstation sind es nur zirka 30 Gehminuten zum Gabler, wodurch dieser Anstieg für viele einfach zu bewältigen ist. Ein besonderer Tipp dazu: An sechs Terminen, die auf unserer Homepage www.plose.org gelistet sind, startet die PfannspitzKabinenbahn bereits im Morgengrauen, um Naturfreunden eine Sonnenaufgangswanderung zur Pfannspitze oder auf den Gabler inklusive herzhaftem Frühstück auf der heuer erstmals auch im Sommer bewirtschafteten Pfannspitzhütte oder der Rossalm zu ermöglichen. Die Plose ist ein beliebter Ausflugsort im Sommer. Welche sind die Hauptattraktionen? 74

Im Sommer fahren wir an Spitzentagen bis zu 3.000 Besucher auf die Plose – weit mehr als im Winter, weshalb die Sommersaison zu einer wichtigen Tragsäule für alle Wirtschaftsakteure am Ploseberg geworden ist. Vielfach fängt eine gute Sommersaison schneearme Wintersaisonen ab und sichert so den Ganzjahresbetrieb am Ploseberg. Dazu wurde und wird viel in den Freizeitberg investiert – so beispielsweise in den WoodyWalk, dem kinderwagentauglichen Familienwanderweg, der auf zirka 2,5 Kilometern von der Bergstation zur Rossalm

Beliebt ist auch das Geocaching, eine GPS-Schatzsuche, die zu besonders schönen Orten führt. Neulinge können das Geocaching auf dem WoodyWalk erproben, das sie zu zehn versteckten Eulenstationen entlang des Weges führt. Unbestrittener Renner im wahrsten Sinne des Wortes sind jedoch die Mountaincarts, mit denen Abenteuerlustige von 10 bis 99 Jahren auf der 9 Kilometer langen Rodelbahn bergab flitzen können. Die Mountaincarts können dienstags, donnerstags und sonntags an der Bergstation entliehen werden.

Foto: Gruener Thomas

Extra

Mit zahlreichen Attraktionen und Aktivitäten, einem weitläufigen Natur- und Wanderparadies sowie hochkarätigen Veranstaltungen erobert die Plose im Sommer die Herzen von Groß und Klein. Alessandro Marzola, Geschäftsführer der Plose Ski AG, informiert im Gespräch über die diesjährigen Neuheiten.

Auf dem WoodyWalk werden heuer im Juli und August erstmals Erlebnisführungen für Familien angeboten führt und viele Abenteuerstationen für kleine und große Kinder bereithält, oder in den „Plose Single Trail“ für Mountainbiker, der sich auf relativ anspruchsvollen 6,6 Kilometern für Geübte eröffnet, sowie in drei kürzere beschilderte Bikerouten. Diese Routen wurden in Absprache mit den Grundstückseigentümern und überwiegend auf breiten Forststraßen gestaltet, um möglichst allen Outdoorbegeisterten ein ungestörtes Freizeiterlebnis zu bieten. Viele suchen die Abwechslung und kommen mal zum Wandern und mal zum Biken, ob mit dem Mountainbike oder dem E-Bike.

Neu in diesem Sommer ist die Brixner „Summercard“, die die bisherige Sommerkarte der Plose ersetzt und ein Mehr an Freizeitangeboten im Sommer bietet. Welche Vorteile bringt sie, wer kann diese beziehen und wo? Die „Summercard“ wurde von der Gemeinde Brixen initiiert, um der einheimischen Bevölkerung und insbesondere Familien mit Kindern ein erschwingliches Sommerfreizeiterlebnis nach dem Prinzip „Urlaub daheim“ zu bieten. Mit einer einzigen Karte öffnen sich im Sommer attraktive Freizeiteinrichtungen; in der Basisversion sind dies die Kabinen-

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Erholung

„Ein Freizeitberg voller Abenteuer“

PLOSEBERG

Alessandro Marzola, Geschäftsführer der Plose Ski AG: „Die Sommersaison dauert heuer vom 25. Mai bis 15. Oktober“ bahnen der Plose sowie einmalige Eintritte in das Kletterzentrum Vertikale, in die Eishalle Brixen und in den Hofburggarten. Die „Summercard Gold“ ermöglicht hingegen einen täglichen Eintritt in all diese Einrichtungen sowie zusätzlich in die Acquarena. Die Summercards sind im Vorverkauf in der Basisversion ab 35 Euro für Bürger der Gemeinden Brixen und Vahrn und ab 40 Euro für auswärtige Besucher erhältlich, in der „Gold“-Version ab 150 beziehungsweise 160 Euro. Diese Preise gelten jedoch nur im Vorverkauf, der in der Acquarena noch bis 8. Juni und an der Talstation Plose noch bis 11. Juni läuft. Wer die Summercard noch nicht bezogen hat und sich dieses Mehr an Freizeitvergnügen nicht entgehen lassen möchte, sollte sich daher beeilen und noch schnell zugreifen.

Alle Highlights und das komplette Veranstaltungsprogramm auf der Plose findet man unter www.plose.org PLOSE Seilbahn Tel. 0472 200433 www.plose.org


AUF

GANG

GA

SO

B

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FRÜHSTÜCK MIT AUSBLICK AUF D E R P FA N N S P I T Z H Ü T T E & D E R R O S S A L M

M I T D E R N E U E N P FA N N S P I T Z K A B I N E N B A H N DEN GABLER IN 45 MINUTEN ZU FUSS ERREICHEN

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14. / 21. / 28. J U L I 04. / 11. / 18. A U G U S T

AM PLOSEBERG

Großes Kino

N

N

EN

LE plose.org/gabler

Pfannspitzhütte (T +39 389 274 94 99) Rossalm (T +39 0472 521 326) Voranmeldung erwünscht.

Pfannspitz Kabinenbahn € 15,00 mit BrixenCard & Summercard (Sonderfahrt) € 8,00 Rückfahrt ab 9.00 Uhr

Start an der Talstation der Pfannspitz Kabinenbahn Nähere Infos zu den Bahnfahrten unter plose.org/gabler

PREISE UND INFOS

Foto: © Silvan Lamprecht


Freizeit & Erholung

Erlebnis für die ganze Familie

ALPINPOOL

Extra

Wärmeres Wasser für die Kleinen, eine Kinderwelt zum Toben, eine überschaubare Infrastruktur mit familienfreundlicher Ausrichtung: Der Alpinpool in Meransen bietet insbesondere Familien mit Kindern ein attraktives Freizeitvergnügen.

Der Alpinpool in Meransen ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Deshalb hat sich Südtirols höchstes Familienbad ganz auf seine kleinen Gäste eingestellt: Damit sich Kinder besonders wohlfühlen, bieten drei Pools um 2 bis 3 Grad wärmeres Wasser als viele andere Bäder. Es gibt drei verschiedene Wassertiefen – von „babytief“ bis „jugendlich“ –, und Kleinkinderrutsche und Springbrunnen fehlen ebenso wenig. Kinder dürfen nach Herzenslust toben, die bereitgestellten Schwimmbretter und Schwimmnudeln nutzen oder gar mit Taucherbrille und Schnorchel auf Unterwassertour gehen. Ist es draußen schön, lädt obendrein das große Freigelände mit Wippen und angrenzender Minigolf-Bahn zum Spielen und Herumtollen im Freien. Und während die Kleinen sich vergnügen, ermöglicht die überschaubare Infrastruktur mit viel Liegefläche den Eltern, ihre Sprösslinge im Auge zu behalten und dabei gleichzeitig zu relaxen. Auch für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt: Das hausinterne Bistro bietet eine kleine, aber feine Auswahl an Snacks, die in der Bistrozone im Bad oder auch auf der Außenterrasse verspeist werden.

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„Schwitzbox“ im Freien mit 90 Grad, eine finnische Sauna mit 80 Grad sowie eine Dampfsauna laden zum Schwitzen und Genießen. Im ruhigen und weitläufigen Entspannungsbereich lässt sich zwischen und nach den Saunagängen wundervoll relaxen.

Familienfreundliche Preise. Die

familienorientierte Ausrichtung des Alpinpools zeigt sich auch in der Preisgestaltung: Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 8 Euro für das Bad; Kleinkinder zahlen nichts, Kinder ab vier Jahren nur 4 Euro für den ganzen Tag. Noch preiswerter lässt sich das Familienbad mit der günstigen Saisonkarte oder dem unschlagbaren Familien-Tagesticket für weniger als 20 Euro nutzen. Von den zahlreichen Besuchern, die mit dem Auto anreisen, wird auch die kostenlose Parkmöglichkeit geschätzt.

Täglich geöffnet. Der Alpinpool

Zwischendurch in die Sauna. schaft: Drei verschieden heiße Der Alpinpool ist nicht nur Familienbad, sondern beherbergt auch eine vielfältige Saunaland-

Trockensaunen mit und ohne Aufguss, eine Biosauna mit angenehmen 40 Grad, die so genannte

hat in der Sommer- und Wintersaison jeweils sieben Tage die Woche geöffnet, wobei sich die Öffnungszeiten im Sommer und Winter leicht unterscheiden: In der Wintersaison ist von 13 bis 21 Uhr geöffnet; ab 14 Uhr sind die Saunen angeheizt. Im Sommer hingegen öffnen sich von 12:30 bis 20 Uhr die Tore des Alpinpools in Meransen.


HALLENSCHWIMMBAD mit Wasserkaskaden und Sprudelbecken, 2 Kinderbecken mit Wasserrutsche, große Liegewiese mit Sonnenstühlen! Saunawelt mit Frischluftbereich, große finnische Sauna “Schwitzbox“

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Nur vom 20. Mai bis 18. Juni auf alle Sommersaisonskarten!

Öffnungszeiten Sommer 2017 Schwimmbad 20.05. - 03.09........1230 - 2000 04.09. - 05.11........1300 - 2100

Sauna 20.05. - 03.09........1400 - 2000 04.09. - 05.11........1400 - 2100

TEL. 349 0676219 ODER 0472 886048 | WWW.ALPINPOOL.IT


Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Evi Hilpold (eh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Franziska Rude (fr) Silvia von Pretz (sp) Oskar Zingerle (oz) Susanne Rude (sr) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Juni 2017 Nächster Redaktionsschluss: 10. Juni 2017 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Mai 1917

Umfrage Dienstag, 1. Mai 1917 Am Postamt Brixen ist ein Paket aufgegeben worden mit der Adresse: Herrn Leutnant J. Deffenbeck, köngl. bayer. Heer, Kriegsgefangener in Constance, Frankreich. Dieses Paket, enthaltend zwei Bücher, ist von Frankreich zurückgekommen und kann der unbekannte Absender, falls er sich ausweisen kann, im Kapuzinerkloster zu Brixen abholen.

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Franz Eichert in Brixen

„Bombenabwürfe“ Dienstag, 1. Mai 1917

Mittwoch, 9. Mai 1917

Erregte Gemüter wollen in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf Bombenabwürfe deutende Detonationen in der Nähe unserer Stadt gehört haben. „Eingeweihtere“ glauben sogar, an zwei Stellen in der Nähe des Bahnhofes die „Krater“ gesehen zu haben, welche vom „Bombeneinschlag“ herrühren. Tatsächlich handelt es sich bei diesen „Kratern“, wie es scheint, um Gruben, welche zur Pflanzung junger Bäume aufgeworfen waren.

Der vaterländische katholische Dichter, der vor einiger Zeit in Wien anlässlich seines 60jährigen Geburtstages seitens der Stadt Wien und der Presse große Ehrungen erfahren hatte, weilt gegenwärtig, wie auch wiederholt in früheren Jahren, zum Kurgebrauch in Brixens Mauern. Wir begrüßen den Mann, den wir als Dichter wie als unerschrockenen Kämpfer für die katholische Sache hochverehren, auf das Herzlichste in unserer Mitte.

Wohltätigkeitsveranstaltung im Schulhaus der Terziarschwestern Sonntag, 6. Mai 1917

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Hülle ihrer teuren Tochter hierherauf in die Heimatsgemeinde überführen. Die Todesursache war eine schwere Erkältung, zugezogen durch leichte Kleidung an dem heuer ausnehmend frostigen Kassiani-Sonntag. Die erschrecklich Leidende überstand die Operation im Krankenhause zu Brixen nicht mehr, und so erlag die jugendliche Dulderin der tückischen Bauchfellentzündung.

Am vergangenen Sonntag spielten die Mädchen der Patronage vor Gönnern und Freunden der Anstalt ein paar wohlgelungene Stücklein – ernst und lustig. Am Sonntag, den 6. Mai, um ½ 5 Uhr wird das gleiche reichhaltige Programm nochmals geboten. Dauer 1 Stunde. Diesmal wird das Erträgnis den notleidenden Armen zugedacht, für welche unser Hochwst. Fürstbischof in väterlicher Fürsorge eine Sammlung eingeleitet hat. Es wird daher zahlreiche Beteiligung

gewünscht. Die Aufführung ist im Schulhaus der Terziar-Schulschwestern.

Todesfall Dienstag, 8. Mai 1917 Zum Tode der Genovefa Kiener wird uns aus Spinges bei Brixen geschrieben: Die holde Maikönigin hat am ersten ihres Monats die treu ergebene Dienerin Genovefa Kiener von Spinges zur ewigen Maifeier abgeholt; die zarte Maiblüte, die kaum erschlossene Blumenknospe im Alter von 18 gebrochen, um sie in Edens Wonnegarten zu verpflanzen. Die Selige diente bereits das dritte Jahre bei den Klarissen in Brixen als Magd und gehörte seit zwei Jahren dem Dritten Orden an. Die Klostervorstehung stellt ihr das ehrende Zeugnis aus, daß sie ein braves Mädchen gewesen und unverdorben an Leib und Seele ins Jenseits hinübergeschieden sei: ein Lob, das jetzt, wo Frauenehre oft genug frech und frevelnd weggeworfen wird, doppelt wiegt. Mit Rücksicht auf den Kostenpunkt ließen die Eltern die entseelte

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


Die schönsten Ausflugsziele in nächster Umgebung Das Wander- und Naturparadies der näheren und weiteren Umgebung lädt auch in diesem Sommer wieder zu erlebnisreichen Ausflügen mit genussvoller Einkehr zu Almhütten und Berggasthöfen.

Gampenalm

Großberghütte

Rundwanderung zur Gampenalm

2.062 m ü.d.M. · Villnöss Fam. Messner · Tel. +39 348 2721587· www.gampenalm.com · info@gampenalm.com Geöffnet von Ende Mai bis Anfang November (kein Ruhetag), sowie im Winter vom 26. Dezember bis Mitte März (Montag und Dienstag Ruhetag). Beliebtes Ausflugsziel und idealer Ausgangspunkt für Ausflüge im Naturpark Puez-Geisler. Lassen Sie sich von uns verwöhnen auf unserer Sonnenterrasse oder in der gemütlichen Stube mit hausgemachten Spezialitäten und süßen Köstlichkeiten. Übernachtungsmöglichkeiten nur im Sommer (30 Betten). Vom 24.6. bis 2.7. einheimische Spezialitätenwoche!

Vom Zanser Parkplatz auf Weg Nr. 6 in Richtung Tschantschenon, weiter auf Weg Nr. 35 zur Gampenalm. Zurück auf Weg Nr. 33 über Kaserillbach zum Zanser Parkplatz. Gehzeit: ca. 2 Stunden

Kleine AltfasstalRundwanderung

1.640 m ü.d.M. · Meransen/Altfasstal Fam. Hinterlechner Tel. + Fax +39 0472 520277 info@grossberghuette.com · www.grossberghuette.com Geöffnet bis 1. November sowie von Mitte Dezember bis Anfang April, kein Ruhetag. Auf der Sonnenterrasse und in den gemütlichen Stuben verwöhnen wir Sie mit hausgemachten Köstlichkeiten, Wildspezialitäten und Desserts. Neu: Kleiner Spielplatz! Samstags und sonntags im Juni hausgemachte Nudelvariationen, im Juli Hamburger, im September Wildgerichte und im Oktober hausgemachte Teigtaschen.

Rundwanderung großer Gabler

Rundwanderung Gschnagenhardt Alm

2.006 m ü.d.M. · Villnöss · Familie Profanter Tel. +39 0472 840158 oder +39 338 2507724 www.gschnagenhardtalm.it Geöffnet von Ende Mai bis Ende Oktober. Schön gelegene Almhütte am Munkelweg direkt unter den Geislerspitzen. Wir bieten schmackhafte einheimische Küche und hausgemachte Kuchen. Von der Zanser-Alm über den Munkelweg in ca. 1,5 Std., von Ranui aus in ca. 2 Std. erreichbar.

Gehzeit: ca. 3 Stunden

Gehzeit: ca. 2 Stunden Tipp: ideal auch als Familienwanderung

Halslhütte

Gschnagenhardt Alm

Vom Parkplatz Ranui auf dem Wanderweg Broglesbach (Nr. 28) bis Weissbrunn, dort bei der Einmündung in den Munkelweg (Nr. 35) nach links bis zur Abzweigung Gschnagenhardt Alm. Weiter in Richtung Gschnagenhardt Alm mit Einkehrstopp, anschließend über den Steig Nr. 36 zur Duslerhütte und auf dem Weg Nr. 34 nach Ranui zurück.

Vom Parkplatz Altfasstal (gebührenpflichtig) über den Wanderweg Richtung Altfasstal bis zur Kreuzung Widerschwinge, weiter auf dem Weg Nr. 16 bis zur Felderalm, dann auf dem Weg Nr. 15 zurück bis zur Großberghütte, anschließend noch 30 Min. bis zum Ausgangspunkt am Parkplatz.

1.866 m ü.d.M. · Villnöss/Würzjoch · Fam. Messner Tel: +39 0472 521267 · Privat +39 338 7307682 info@halslhuette.it · www.halslhuette.it Öffnungszeiten: von Mitte Mai bis Anfang November sowie von Weihnachten bis Ende März. Schöner Almgasthof am Fuße des Peitler Kofels, direkt an der Würzjochstraße. Gemütliche Stube, große Sonnenterrasse, Liegewiese, Kinderspielplatz und großer Gratisparkplatz. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zum Peitlerkofel, zu den Aferer Geislern mit Tulln, Plosegebiet sowie Gabler mit Dolomitenrundblick. Übernachtungsmöglichkeiten.

Ausgangspunkt Parkplatz Halslhütte: Über den Weg Nr. 4 und 8 Richtung Plose bis zur Abzweigung Steig Nr. 7A und weiter zum Großen Gabler (2.571 m mit wunderschönem DolomitenRundumblick!). Vom Gabler östlich über die Wiesen der Jöcher zurück zur Halslhütte. Gehzeit: ca. 4 Stunden


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Brixner 328 Mai 2017 by Brixmedia GmbH - Issuu