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Brixner 319 - August 2016

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EXTRA

319

Poste Italiane s.p.a. - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (convertito in Legge 27/02/2004 n° 46) art. 1, comma 1, NE/BZ - Contiene I.P. e I.R. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

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Jahrgang 27 · August 2016

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Radio Maria Südtirol

Religion on air PORTRAIT: Hans Gebhard hatte seit Kindesbeinen an mit gegerbter Tierhaut zu tun KULTUR: Ausschnitt aus dem Buch „Vom Episkopium zum Tschumpus“ SPORT: Wenn Go-Karts über den Domplatz rattern WIRTSCHAFT: Die Geschichte der Braukunst in Brixen


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | RADIO MARIA: Mit Gott auf einer Frequenz 08 | Herbert Dorfmann: „Besorgniserregende Nationalismen“ 12 | Clowndoctors: Lebensfreude, Spaß und Leichtigkeit 14 | Kraftorte: Auf dem Weg zum Freienbühel Menschen & Meinungen >>> 18 18 | PORTRAIT: Hans Gebhard 23 | Pro & Contra: Werden Gemeindereferenten gerecht entlohnt? 24 | Umfrage: Wie kommt das Elefantenlabyrinth an? Kunst & Kultur >>> 26 26 | TSCHUMPUS: Die Geschichte des Hauses am Domplatz 3 Veranstaltungen 35 | TIMER: September 2016

>>> 35

Freizeit & Sport 42 | GO-KART AM DOMPLATZ: Wer wagt, gewinnt

>>> 42

Wirtschaft & Umwelt >>> 48 48 | BRAUKUNST IN BRIXEN: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s 52 | Joachim Kerer: „Größer wollen wir nicht werden“ Extra 58 | Auto & Moto

>>> 58

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Ernesto Ich kannte ihn nicht, er kannte mich ebenso wenig. Und trotzdem grüßten wir uns fast jeden Tag, immer an derselben Stelle und zur selben Uhrzeit, mittags gegen eins, viele Monate lang. Es war längst zu einem täglichen Ritual geworden: „Le auguro buon pranzo!“, sagte er meist, und dabei lächelte er freundlich, und ich wünschte ihm ebenso einen schönen Tag und lächelte zurück. Manchmal bremste ich meinen Schritt, und wir tauschten uns irgendwelche Banalitäten aus: „Questo pomeriggio pioverà, scommettiamo?“ – Regnete es mal, stand er trotzdem da, pudelnass, und winkte mir zu, während ich im Auto im Trockenen vorbeifuhr, und trotz Sauwetters lächelte er wieder, während ihm die Regentropfen über die Nase rannen. Für die sympathische Bezeichnung „nonno vigile“ gibt es im deutschen Sprachgebrauch keinen auch nur annähernd ähnlich sympathischen Begriff, denn ein Opa ist immer fürsorglich und höflich, und für diesen „nonno vigile“, der seinen Dienst an der Auen­hausbrücke versah und dafür sorgte, dass „seine“ Schäfchen sicher über die Straße kamen, galt dies besonders: Er war die Freundlichkeit in Person und verzieh mir sogar, wenn ich ein schlechtes Vorbild abgab und beim Überqueren nicht darauf wartete, bis er es mir erlaubte. Eines Tages aber war er plötzlich nicht mehr da, und sein Nachfolger sagte mir auf Anfrage leise, er sei erkrankt. Einige Wochen später erkenne ich sein Gesicht in einer Todesanzeige, und erst jetzt fällt mir auf, dass wir uns nie namentlich vorgestellt hatten. Es tut mir leid um diesen Mann, dessen vorbildhafte Freundlichkeit mich jeden Tag beeindruckt hatte und der mit 66 Jahren viel zu früh verstorben ist. Genauso wie wir uns nicht „ordentlich“ vorgestellt hatten, hatten wir auch keine Gelegenheit, uns „ordentlich“ zu verabschieden. Mit diesen Zeilen möchte ich dies nachholen: Machen Sie’s gut, Ernesto.

Ihr Willy Vontavon

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ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code _______________________

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Politik & Gesellschaft TECHNIK UND RELIGION: Vor 19 Jahren hat sich das „Radio Maria Südtirol“-Studio in der Brixner Bahnhofsstraße eingerichtet

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Foto: Oskar Zingerle

ZU BESUCH BEI „RADIO MARIA SÜDTIROL“

Auf Frequenz mit Gott Es war mehr Zufall als Vorsehung, dass „Radio Maria Südtirol“ vor 19 Jahren seine Sendezentrale ausgerechnet in Brixen eingerichtet hat. Seitdem schickt der Sender, der mit einem leicht angestaubten Image zu kämpfen hat, eine neue Kultur der Liebe in den Äther.

M

orgens um 9 in Brixen: Aus dem Kopfhörer dudelt fröhlich ein Jingle, Christan Ortner macht es sich im Dachgeschoss in der Brennerstraße 28 gemütlich. „Grüß Gott und herzlich willkommen“, haucht er ins Mikro, „zum Glaubensforum begrüßt Sie Christian Ortner aus dem Studio in Brixen.“ Unbemerkt rechnen derweil die Computer auf Hochtouren; innerhalb von Millisekunden gelangt Ortners Begrüßung über die am Dach montierten Antennen und Schüsseln als unsichtbare Funkwellen zum Empfänger auf die Plose – und von dort in die Welt. Dass sich das Hauptquartier von „Radio Maria Südtirol“ ausgerechnet in Brixen eingenistet hat, in der ehemaligen Bischofsstadt, durch deren Gassen noch immer ein Hauch des längst vergangenen religiösen Spirits weht, scheint kein Zufall zu sein. „Eigentlich war es aber nicht geplant“, lächelt Matthias Gampenrieder, der Geschäftsführer des Radiosenders. Entscheidend für die Standortwahl war vielmehr, dass die Studioräume dank legendärem Radiosender „S3“ hier bereits vorhanden waren. Dort, wo früher im „Radioclub“ zum Beispiel „In the air tonight“ von Phil Collins in den Äther geschickt wurde, sind es heute das Glaubensforum, Live-Übertragungen von Messen oder das „ABC der Heiligen“.

„Kultur der Liebe“. Eine zierliche

Nase, rosige Wangen, den Mund zu einem andächtigen und liebevollen Lächeln verzogen steht sie vor der Tür, die ins Radio-MariaStudio führt – als Statue natürlich. Die Mutter Jesu lächelt auch von

den Logos der weltweit 76 Sendestationen der „World Family Radio Maria Onlus“-Vereinigung. Diese tragen täglich ihr Programm in den unterschiedlichen Landessprachen in die Welt hinaus und verbinden so Millionen von Menschen im Gebet, Glauben und im Leben der Kirche; das fördert eine „neue Kultur der Liebe“, wie es einst der Hl. Papst Johannes Paul II. ausdrückte. Dank Dachschrägen und Teppichboden, der ein 70er-JahreFlair verströmt, wirken die Stu-

ist, die Perlen durch ihre Finger gleiten und betet zusammen mit der Hörerfamilie, die ihre Anliegen über Telefon oder E-Mail einbringen kann – live im Radio. Die Studiotechnik wurde über die Jahre ständig erneuert. Über ein Mischpult, das mit diversen Schiebereglern ausgestattet ist, werden Anrufer und Referenten, die im Gästestudio sitzen oder über Telefon sprechen, in die Sendungen geschaltet und die einzelnen Sendeeinheiten manuell koordiniert. In Brixen

entstehen in der Regel sechs der 24 täglichen Stunden Sendezeit, die anderen Bausteine des Radiobetriebs werden von „Radio Maria Österreich“ oder „Radio Horeb“, einem deutschen Pendant, übernommen. „Wir drei Radiosender arbeiten viel zusammen und können uns so die Crème de la Crème aus dem jeweiligen Sendeprogramm herauspicken“, freut sich Matthias Gampenrieder. Seitdem seit gut einem Jahr die „Airbase 1“ – so heißt die neue Audioautomationssoftware – on

„Wir versuchen unser Programm dynamisch zu gestalten, damit für jeden der im Schnitt täglichen 12.000 Hörer etwas dabei ist“_ Matthias Gampenrieder, Geschäftsführer von „Radio Maria Südtirol“ dioräume schnuckelig; die Wände im Gang sind unter anderem mit Fotos von Papstaudienzen der Sender-Vorstände dekoriert. Das eigentliche Herz von „Radio Maria Südtirol“ ist knapp drei Quadratmeter groß, etwas stickig und mit abgewetzter Lochwand verkleidet; „die ist ein Überbleibsel der S3Zeiten“, lächelt Gampenrieder. Zwischen Kopfhörern baumeln drei mit Pinnadeln an der Wand festgemachte Rosenkränze. Mehr als nur Deko? „Das ist schon Arbeitsgerät“, erklärt er, „jeden Dienstag am Abend zum Beispiel beten wir von unserer Studiokapelle aus den Rosenkranz live.“ Mittwochs lässt Margareth Winkler, die bei Radio Maria Südtirol für die Programmierung und Sendebegleitung zuständig

Die Kapelle ist das geistige Zentrum von „Radio Maria Südtirol“

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Politik & Gesellschaft

air ist, können die Radiomacher in Brixen trotz 24-Stunden-Betriebs auch mal nach Hause gehen. Den Sendeablauf programmiert Margareth Winkler, eine der vier hauptamtlichen Mitarbeiter, vor. „Diese Software erleichtert uns die Arbeit, aber es war auch eine ziemlich große Investition“, erinnert sich der Geschäftsführer, „ein so großes Projekt können wir nur mit der Unterstützung unserer Hörerfamilie angehen.“ Denn anders als man meinen könnte, ist der religiöse Radiosender autark vom Vatikan und bekommt weder von dort noch von der Diözese finanzielle Unterstützung: „Wir leben hier nur von Spenden aus Südtirol.“ Die Spenden sind ein Zeichen der Dankbarkeit und eine Art Belohnung für die Arbeit des Sendeteams, und letztendlich sind es die Hörer, die so über das Weiterbestehen des Senders und auch über Investitionen entscheiden. „Der Herr organisiert es aber so, dass wir überleben können“, schmunzelt er.

Live auf Sendung. Die Hörer-

familie macht sich aber nicht nur über Spenden bemerkbar: Anrufer, die live in die Sendung

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Computer, Kopfhörer und Rosenkränze haben im Aufnahmestudio ihren festen Platz

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geschaltet werden, sind das tägliche Brot von „Radio Maria Südtirol“. „Dass bei fast jeder Sendung Hörer anrufen und sich beteiligen können, gibt unserem Sender seinen ganz besonderen Charakter“, ist sich Gampenrieder sicher. Bevor ein Anrufer aber tatsächlich live auf Sendung geht, wird ein kurzes Vorgespräch geführt: Wer ruft an? Hat der Anrufer das Thema richtig verstanden? Worüber will er sprechen? Am

raumhohen CD-Regal im Studio hängt zudem ein unscheinbarer Zettel, der dem Sendebegleiter den einen oder anderen Tritt ins Fettnäpfchen ersparen kann. Frau Rosa zum Beispiel hört nie auf zu jammern, Frau Kreszenz schimpft gerne über Verwandte, und bei Herrn Josef ist Vorsicht geboten, denn er will über Radio Maria Botschaften zur Warnung, also Hölle und Fegefeuer, verbreiten. „Grundsätzlich kann bei uns jeder

gerne anrufen, und wir haben immer ein offenes Ohr“, versichert er, „gewisse Hörer können wir aber einfach nicht auf Sendung nehmen. Manchmal ist es schon eine Gratwanderung.“ Jeden Freitag wird das „Abendgebet“ ausgestrahlt; die dabei von den Hörern vorgebrachten Anliegen sind vielfältig: Kranke bitten um Heilung oder eine Frau bittet für ihre Schwester, die drei kleine Kinder hat und im Sterben


Fotos: Oskar Zingerle

Matthias Gampenrieder: „Dass bei fast jeder Sendung Hörer anrufen und sich beteiligen können, gibt unserem Sender seinen ganz besonderen Charakter“

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liegt. „Manchmal merkt man auch, dass die eigenen Probleme im Vergleich zu den anderen Anliegen klein sind“, so Gampenrieder, „und manchmal wundert es einen auch, dass die Menschen den Anker doch immer wieder bei Gott finden.“

Radio für jedermann. Auf die

Frage, wie jung „Radio Maria Südtirol“ eigentlich ist, muss Matthias Gampenrieder lachen: „Vom Inhalt oder von den Hörern her?“, fragt er. „Inhaltlich versuchen wir, die verschiedenen Sendereihen so zu gestalten, dass für jeden etwas dabei ist.“ Täglich wird zum Beispiel um 18:30 Uhr eine von

Christian Ortner ist bei „Radio Maria Südtirol“ zuständig für die Redaktion und Sendebegleitung

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„Radio Horeb“ produzierte wertvolle Kindersendung ausgestrahlt, und jeden Montag gibt es eine Jugendsendung. In der Sendereihe „Glaubensforum“ sprechen Referenten – Ordensleute, Priester oder Laien – live aus dem Studio in Brixen oder über Telefon zugeschaltet über unterschiedliche Themen; in der von „Radio Maria Österreich“ übernommenen Sendereihe „Lebenshilfe“ werden lebenspraktische Themen aus Familie und Partnerschaft, Umwelt und Kultur oder Psychologie besprochen. Das eigentliche Ziel von Radio Maria ist jedoch, die Alten, Kranken und Einsamen zu errei-

chen, die es selbst nicht schaffen, in die Kirche zu kommen. „Wir versuchen aber, unser Programm dynamisch zu gestalten, damit für jeden der im Schnitt täglichen 12.000 Hörer etwas dabei ist“, so Gampenrieder. Tonstudio, Büroräume, ein Technikraum mit surrender Computer-Hardware: Eigentlich unterscheiden sich die Räumlichkeiten von „Radio Maria Südtirol“ nicht von anderen Radiosendern – wäre da nicht ein Raum, in dem angenehme Ruhe herrscht und ein eindeutiger Geruch in der Luft liegt: „Jedes ‚Radio Maria‘Studio hat eine eigene Kapelle, das ist das geistige Zentrum des

Senders“, flüstert Matthias Gampenrieder und betritt den Raum. Wie automatisch sackt er vor dem kleinen, schlicht dekorierten Altar in eine Kniebeuge, bekreuzigt sich und steht flink wieder auf. In dieser Kapelle werden Messen abgehalten und über Radio übertragen oder der Rosenkranz gebetet. „Bevor Technik für das Sendestudio gekauft wird, wird geschaut, dass die Kapelle gut eingerichtet ist. Die Prioritäten sind bei uns doch etwas anders.“ Radio Maria Südtirol sieht sich selbst als einen Kanal und ein Werkzeug für die Kirche: „Wir stellen unser Medium den Referenten zur Verfügung; damit übernehmen wir sozusagen die Aufgaben der Katechese, der Fortbildung im Glauben und der Bibel. Dafür sind viele Priester dankbar“, so Gampenrieder, der die Türe zur Kapelle hinter sich gewissenhaft schließt. „Durch die positive Rückmeldung unserer Hörer und die Spenden schließt sich der Kreis wieder.“

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

„Besorgniserregende Nationalismen“ Der EU-Parlamentarier HERBERT DORFMANN erklärt im „Brixner“-Interview, wie es nach dem Ja zum „Brexit“ in der EU und Großbritannien weitergeht, wie die EU mit dieser und anderen Krisen, umgeht – und warum es keine Alternative zur gemeinsamen Währung gibt.

Herr Dorfmann, nach der Volksabstimmung in Großbritannien war davon die Rede, dass der „Brexit“ ein Desaster nach sich ziehen würde. Mittlerweile ist etwas Zeit vergangen; wie würden Sie nun die Situation einschätzen? HERBERT DORFMANN: Nun, das Abstimmungsergebnis ist deshalb so negativ zu bewerten, weil es in einer Zeit gekommen ist, in der die Europäische Union schon genug Probleme zu bewältigen hat. Wobei man jetzt erst mal schauen muss, ob es überhaupt zum Brexit kommen wird. 8

Bitte? Ist der Brexit nicht unausweichlich? Schauen Sie, die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt, was bedeutet, dass die britische Regierung nun wohl einen Austrittsantrag stellen muss. Das wird sie auch tun, aber ich glaube, dass dies nicht sehr schnell passieren wird, da die Regierung zuerst interne Probleme zu lösen hat, die durch die Abstimmung entstanden sind. Danach muss ein Austrittsvertrag formuliert werden. Ich gehe davon aus, dass sowohl der Austrittsantrag als auch der Austrittsvertrag vom britischen Parlament genehmigt

werden müssen. Es gilt abzuwarten, wie diese Abstimmung verlaufen wird, denn der Austrittsvertrag könnte ziemliche Auswirkungen auf den Alltag der Briten zur Folge haben. Ich wünsche mir, dass die Europäische Union den Briten keinen schmeichelhaften Austrittsvertrag unterbreiten wird, denn das wäre aus europäischer Sicht extrem kontraproduktiv. Also könnte Ihrer Meinung nach eine zweite Volksabstimmung kommen? Es könnte in der Tat sein, dass der Austrittsvertrag einem neuen

Referendum unterworfen werden muss, weil er im neu gewählten britischen Parlament keine Mehrheit bekommen würde. Wie dem auch sei: Bis dahin vergeht viel Zeit. Ich gehe davon aus, dass der Austrittsvertrag nicht vor 2019 definiert werden wird. Spätestens in drei Jahren sollte oder müsste der Austritt aber abgewickelt werden, denn 2019 wird das neue EU-Parlament gewählt, und ich bezweifle, dass Großbritannien nochmals Abgeordnete ins Parlament entsenden würde, bevor die endgültige Entscheidung zum Brexit gefallen ist. Das wäre eher eigenartig.


Im Grunde war das Ergebnis dieser Volkabstimmung fragwürdig: 51,9 Prozent der abgegebenen Stimmen waren für und 48,1 Prozent gegen einen Austritt – bei einer Wahlbeteiligung von 72 Prozent. Ein eindeutiges Ergebnis sieht anders aus. Großbritannien ist ein gespaltenes Land. Wenn man die wirtschaftliche Entwicklung dort näher beleuchtet, sieht man große Unterschiede, zum Beispiel zwischen dem boomenden Großraum London und Regionen wie Wales, die zu den ärmsten der westlichen EU zählen. Im Grunde ging es im Referendum um den freien Zugang der EU-Bürger zum Arbeitsmarkt in Großbritannien. Wenn man sich das Wahlergebnis näher anschaut, sieht man aber, dass dort, wo die Menschen von der Zuwanderung betroffen sind, wie etwa in London, für einen Verbleib in der EU gestimmt wurde. Die Gegenden, die weniger von der Problematik der Zuwanderung betroffen sind, haben aber paradoxerweise für einen Austritt gestimmt. Im Nachhinein sind dann vor allem die jungen Menschen auf die Straße gegangen und haben ihren Unmut über das Ergebnis kundgetan. Da muss ich ihnen klar antworten, dass sie besser hätten wählen gehen sollen, als sich nachher über das Ergebnis aufzuregen. Denn: Die Wahlbeteiligung der über 65-Jährigen lag bei fast 90 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen gingen weit weniger als 50 Prozent zur Wahl. Befürchtet man in Brüssel, dass andere Staaten den Briten folgen werden und ebenfalls mit einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft abstimmen könnten? Das hängt vor allem davon ab, wie die EU jetzt mit den Briten umgeht. Ich war immer für eine sehr klare Rolle der Europäischen Union: Die EU sollte sich zunehmend wie ein Staat verhalten und sich vordergründig um die eigenen Bürger kümmern. Aufgabe der EU sollte es also sein, die Entscheidung der Briten zu akzeptieren. Natürlich bedauert man den möglichen Austritt Großbritanniens, aber das Referendum war eine demokratische Entscheidung, die man annehmen muss. Die Folgen ihrer Entscheidung sollten die Briten nun aber auch tragen müssen. Meiner Meinung nach sollte die EU nicht versuchen, die Briten am Ausstieg aus der Union zu hindern. Es gilt nun, eine klare

Haltung einzunehmen: Wenn die Briten die Freiheiten, die sie durch die EU genossen haben, nicht mehr wollen, dann muss die EU dies akzeptieren. Solange es eine freie Bewegung von Menschen gibt, gibt es auch freie Bewegung von Gütern und Kapital. Lehnt man die freie Bewegung der Men-

oder unwahr, spielt keine Rolle mehr. Jeder kann „seine“ eigene Wahrheit ungefiltert darstellen, und jeder kann jeden verleumden. Falschmeldungen sind als solche nicht erkennbar. Hinzu kommt, dass wir eine wachsende Bevölkerungsschicht haben, die sich ausschließlich über solche

„Es wäre besser gewesen, die jungen Briten wären zur Wahl gegangen, als sich nachher über das Ergebnis aufzuregen“_ EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann schen ab, dann gibt es auch keine freie Bewegung von Gütern und Kapital mehr. Die EU muss dies in aller Deutlichkeit betonen. Damit werden die Brexit-Vorantreiber als Lügner entlarvt, und man wird in Großbritannien vielleicht zur Erkenntnis gelangen, dass der Brexit doch keine gute Idee war. Sollte die EU den Briten hingegen auf dem goldenen Tableau einen Austrittsvertrag anbieten, bei dem Großbritannien gut aussteigt, dann darf man sich nicht wundern, wenn in Zukunft weitere Länder ebenfalls ein Referendum für einen EU-Austritt abhalten wollen. Das wäre dann wohl das Ende der Union. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat ergeben, dass der Informationsgrad der Bevölkerung zur Politik im Vergleich zu 2006 stark gesunken ist – obwohl das Internet eigentlich einen starken Informationsfluss ermöglicht. Der schwache Informationsgrad der Menschen führt wiederum zu einem großen Desinteresse für Politik – und dies spiegelt sich in einer niedrigen Wahlbeteiligung wider. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Die Politiker haben die Rolle der Social Networks unterschätzt. Die Frage ist nicht, ob junge Menschen heute mehr oder weniger informiert sind – es geht viel mehr darum, welche Qualität der Information Jugendliche heute bekommen. Die klassischen journalistischen Ethikregeln und ein Anspruch an Wahrheit und Qualität sind in den Social Networks faktisch nicht vorhanden. In diesen Kanälen werden Informationen verbreitet, deren Wahrheitsgehalt nicht gesichert ist – ob wahr

Kanäle informiert und kaum mehr einen Zugang zu traditionellen Print- oder Funkmedien hat. Dies hat Einfluss auf die Politik und auf die demokratischen Prozesse. Ansonsten ist leider zu beobachten, dass junge Menschen vermehrt nicht mehr zur Wahl gehen. Die Teilhabe an Demokratie ist mittlerweile fast auf ältere Menschen beschränkt. Für das Bestehen einer demokratischen Ordnung ist

dies sicherlich sehr besorgniserregend, denn eigentlich wäre es wichtig, dass vor allem junge Menschen wählen gehen – es geht ja schließlich um ihre Zukunft. Warum sind junge Leute nicht mehr an Politik interessiert? Darüber könnten wir lange philosophieren. Vielleicht wird heute zunehmend weniger die Notwendigkeit an einer Beteiligung der Bevölkerung an gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen gesehen. Vor 20 oder 30 Jahren war die Jugend überzeugt, dass die Politik wichtige Entwicklungen in Gang setzen kann. Der Glaube daran scheint verlorengegangen zu sein. Wie würden Sie die derzeitige Stimmung in Brüssel beschreiben? Man beobachtet in Brüssel mit Sorge eine europaweite sehr schnelle Entwicklung hin zu neuen Nationalismen. Die Europäische Union wird von vielen nicht mehr als Zukunftsprojekt gesehen. Viele Länder, vor allem die sogenannten neuen Mitgliedsstaaten, sehen die

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Politik & Gesellschaft

Herbert Dorfmann: „Man beobachtet in Brüssel mit Sorge eine europaweite sehr schnelle Entwicklung hin zu neuen Nationalismen“

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EU nur mehr als gute Plattform für die eigene Entwicklung oder sogar als Bankomat-Schalter, bei dem man Geld beheben kann. Dass hinter der EU eigentlich eine Wertevorstellung steckt, die Idee, etwas Gemeinsames schaffen zu wollen – dieser Gedanke scheint zunehmend weniger wahrgenommen zu werden. Wer das Handling in der Flüchtlingskrise beobachtet, muss einfach feststellen, dass die Staaten ausschließlich ihre einzelnen Interessen verfolgen. Dies macht mir als Südtiroler sehr große Sorgen. Unserem Land ist Nationalismus noch nie gut bekommen. Wenn man das letzte Jahrhundert anschaut, dann kann man es in zwei Teile teilen: Die erste Hälfte war geprägt vom Nationalismus, die zweite von einem europäischen Gemeinsamkeitsgedanken. Für die Entwicklung der Menschen war die zweite Hälfte deutlich besser. Der Nationalismus tut vor allem uns als Minderheit an einer Grenze, die eine wirtschaftliche und kulturelle Offenheit nach Norden braucht, nicht gut. Wenn man sich die wochenlange Debatte über die möglichen Kontrollen am Brenner anschaut, dann sieht man, wie schnell Fakten, die wir für unumkehrbar gehalten hatten, wie etwa die Öffnung der innereuropäischen Grenzen, von einem Tag auf den anderen wieder verschwinden können. Niemand hätte für möglich gehalten, dass jahrzehntelange Bestrebungen für ein geeintes Europa mit offenen Grenzen mit einem Handstreich nichts mehr wert sind. Plötzlich scheinen einzelstaatliche, nationalistische Gedanken wieder wichtiger zu sein, und dies nicht einmal aus einer dringenden Notwendigkeit heraus, sondern aus reinem politischen Kalkül. Der amerikanische Ökonom Joseph Stiglitz behauptete vor 10

einigen Tagen in der Financial Times, eine Trennung von der europäischen Gemeinschaftswährung sei der einzige Weg, den Wohlstand Europas wiederherzustellen. Stiglitz sagte wörtlich: „Der Euro war bereits bei seiner Geburt voller Fehler“. Ich will jetzt nicht einem Nobelpreisträger widersprechen, aber gleichzeitig darf ich schon in Frage stellen, was uns die Amerikaner für das europäische Wohl empfehlen, denn in diesen Empfehlungen steckt meist Eigennutz. Wenn man heute das Projekt der Gemeinschaftswährung begräbt, dann begräbt man de facto die Europäische Union. Eine solche Entscheidung würde die EU politisch nicht überstehen, denn damit würde man eines der wichtigsten Projekte der letzten Jahrzehnte, nämlich die Schaffung einer Gemeinschaftswährung, untergraben. Die Anstrengungen der letzten Jahrzehnte, Voraussetzungen zu schaffen, die ein Überleben des Euros langfristig garantieren, halte ich auch heute noch für den einzig richtigen Weg. Wenn man den Euro nicht durch eine halbwegs gemeinsame Wirtschaftspolitik absichert, dann wird die Staatengemeinschaft ins Trudeln geraten. Hätte man gleichzeitig mit dem Euro eine gemeinsame Wirtschafts-, Steuer- und auch Justizpolitik von Anfang an anstreben sollen? Mit den Maastricht-Kriterien hat man dies im Grunde ja auch versucht; das Problem ist nur, dass die einzelnen Staaten diese Regeln ignorieren. Den Grundfehler sehe ich darin, dass man Staaten, die diese Richtlinien nicht eingehalten haben, aus politischen Gründen nicht bestraft hat. Auch mit Staaten wie Frankreich oder Italien,

die Schwierigkeiten haben, die Maastricht-Kriterien einzuhalten, verfährt man derzeit sehr großzügig. Man möchte sich keine weitere Eskalation der Stimmung in Brüssel leisten. Aber: Vielleicht hätten wir die Wirtschaftskrisen der vergangenen zehn Jahre ohne Euro nicht überstanden. Fakt ist zudem, dass die Ursache der Wirtschaftskrise nicht der Euro war, sondern der Zusammenbruch des amerikanischen Bankenwesens – trotz eines starken Dollars. Nun, die Flüchtlingskrise der letzten zwei Jahre und der Brexit in Großbritannien haben die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen; die schwierige finanzielle Situation vieler Staaten in Europa wurde ausgeblendet. Italien und Griechenland befinden sich nach wie vor in einer extrem prekären Situation. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass die Presse die Austeritätspolitik immer stark kritisiert hat und sie als reine Sparpolitik abgetan wurde – auch in Italien. Die EU hat eine Austeritätspolitik aber eigentlich immer als Reformpaket für die Staaten gesehen, nicht als reine Sparmaßnahmen. Aber natürlich sind derartige Reformen auch mit Auflagen verbunden, die eine Reduktion der staatlichen Ausgaben vorsehen. Jene Staaten, die die Austeritätspolitik konsequent umgesetzt haben, sind heute jene, die wirtschaftlich gut dastehen. Spanien hatte noch vor einigen Jahren massive Probleme; heute ist das Land die am stärksten wachsende Volkswirtschaft in der EU. Die Maßnahmen der spanischen Regierung waren beinhart, weil man die Auflagen strikt umgesetzt hat. In Italien ist man die Reformen sehr halbherzig angegangen. Im Grunde hat man nur eine Arbeitsrechtsreform um-

gesetzt, ansonsten leider nicht viel. Die Justiz in Italien ist nach wie vor in einer prekären Situation. Im Infrastrukturbereich geht man die Probleme zum Glück nun endlich an, aber es gibt nach wie vor viel zu tun. Für eine Halbherzigkeit par excellence in der Umsetzung von dringend notwendigen Reformen steht meiner Meinung nach Frankreich: Das Land steht nun relativ hilflos da, da man in den letzten Jahren nichts getan hat. Frankreich macht uns in Brüssel große Sorgen. Vor allem auch in den schwierigen Zeiten war die Achse DeutschlandFrankreich immer extrem wichtig. Dies setzt aber voraus, dass beide Staaten ungefähr gleich stark sind. Heute haben wir aber ein boomendes, starkes Deutschland mit einer starken Regierung, die noch dazu versucht, die eigenen Ideen allen anderen aufzuzwängen – und daneben ein schwaches Frankreich, das in keinster Weise in der Lage ist, diese wichtige Achse zu leben. Die italienische Regierung versucht gerade, sich als zweiter starker Staat in Europa zu positionieren – mit Erfolg. Wie sieht Brüssel die anstehende Verfassungsreform in Rom? Brüssel ist zurzeit vor allem sehr besorgt über die politische Entwicklung in Frankreich: Es wird ein möglicher Wahlsieg von Front National befürchtet. Mich persönlich hingegen beunruhigt die Lage in Italien viel mehr. In der sehr schwierigen Frage der Bankenrettung in Italien muss man einen gangbaren Weg mit der italienischen Regierung finden. Die BailIn-Regelungen sind in der Zeit der Bankenkrise beschlossen worden, weil man verhindern wollte, dass in guten Zeiten die Bankeigentümer die Gewinne einstreichen und andererseits der Steuerzahler einspringen muss, wenn eine


Fotos: Oskar Zingerle

Bank in Schwierigkeiten gerät. Dabei hat man allerdings nicht bedacht, dass Bankinhaber nicht nur reiche Geschäftsleute sind, sondern auch der einfache Sparer, der sein Erspartes gutgläubig in Aktien investiert hat. Hier muss ein Ausweg aus diesen Bail-InRegelungen gefunden werden, weil die Regierung Renzi ansonsten zu stark unter Druck gerät. Das Referendum zur Verfassungsreform wurde von Renzi zu einer Abstimmung über sich selbst hochstilisiert, was ein kapitaler Fehler ist. Die Leute haben den Eindruck, dass sie im Herbst über die Regierung Renzi abstimmen werden, was ja de facto nicht stimmt. Diese Situation halte ich für gefährlich. Wenn diese Abstimmung zu einer Vertrauensfrage über die Regierung wird und Renzi findet keine Mehrheit, dann fällt die Regierung. Wie es dann weitergehen soll, weiß ich beim besten Willen nicht. Die politische Entwicklung in Italien halte ich in diesem Sinn auf jeden Fall für gefährlich. Wenn eine dezidiert EU-kritische und vor allem Euro-kritische Partei in einem Mitgliedsstaat dieser Größe an die Regierung kommen würde, könnte dies zu einem großen Problem werden. Nehmen wir an, in ein paar Jahren regieren in Italien Movimento 5 Stelle und in Frankreich Front National: Wie kann bei solchen politischen Konstellationen die EU bestehen? Nun, ohne demokratische Mehrheiten funktioniert die EU sowieso nicht. Wenn es nicht gelingt, einen Großteil der Europäer zu überzeugen, dass die Europäische Union ein vernünftiges Projekt ist, dann kann die EU nicht weiterbestehen. Wichtig ist, den Europäern stärker ins Bewusstsein zu rufen, welche Folgen Nationalismen haben. Will

der Europäer wirklich zurück zu einem Europa einzelner Staaten? Welche Lösungen glaubt man damit zu erreichen? Wollen wir wirklich zurück zu einem Europa, bei dem jeder sein eigenes Süppchen kocht? Ein Europa, in dem es nicht mehr selbstverständlich sein wird, dass unsere Kinder ohne irgendwelche Hürden im Ausland studieren, wohnen oder arbeiten können? Ich glaube nicht, dass den Menschen bewusst ist, wie es sich anfühlen würde, wenn es keine Europäische Union geben würde. Trotzdem: In der Flüchtlingskrise hat die EU doch massive Schwächen gezeigt. Es sind ohne Zweifel riesige Fehler begangen worden. Im Grunde hat man sich auf das Angenehme beschränkt: Wir haben den Abbau der EU-internen Grenzen gefeiert und dabei vergessen, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn man gleichzeitig ein gemeinsames Konzept zur Sicherung der Außengrenzen hätte. Und trotzdem: Im Vergleich zu unseren Nachbarn steht Europa noch gut da. Kaum einer unserer Nachbarn betreibt derzeit vernünftige Politik. Wir haben einen völlig besorgniserregenden Nationalismus in der Türkei, der meiner Meinung nach eskalieren könnte, was dramatische Auswirkungen hätte. Wir haben in Russland, in der Ukraine und in Weißrussland eine extrem schwierige politische Situation. Auch der gesamte arabische Raum ist politisch ein Chaos. Um uns herum brennt es also gewaltig, und dieser Situation kann die Europäische Union nicht gerecht werden, wenn sie sich langsam in ihre Einzelteile auflöst und jeder Staat wieder tut, was er will. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 11


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Prof. Dr. Malona und Dr. Fuzzi Theresia Prantner und Stefan Braito sind als „Clowndoctors“ Malona und Dr. Fuzzi nun auch im Krankenhaus Brixen unterwegs und versprühen Leichtigkeit, Spaß und Lebensfreude.

W

as ist eigentlich ein Clown? Ist es die dicke rote Nase im Gesicht, die kunterbunte farbenfrohe Erscheinung, oder ist es die Annahme, dass ein Clown die Menschen automatisch erheitert, zum Lachen bringt und somit ein Garant für gute Laune ist? Nun, wer Theresia Prantner oder ihrem Kollegen Stefan Braito privat irgendwo auf der Straße begegnet, fängt garantiert nicht automatisch an zu lachen. Warum auch? Wenn die beiden nicht gerade als „Prof. Dr. Malona“ und „Dr. Fuzzi“ in irgendeiner therapeutischen Struktur unterwegs sind, unterscheidet sie von ihren Mitmenschen nicht viel.

Zum Clown geboren. Und doch:

Ein wenig muss man schon zum Clown geboren sein. Man muss wissen und spüren, wo Humor, Spaß und Heiterkeit dringend gebraucht und entsprechend po12

sitiv aufgenommen werden. Man muss aber auch erkennen und akzeptieren, wenn man einmal nicht erwünscht ist. Die eigentliche Geburtsstunde des Clowns Malona liegt lange zurück und beginnt im zarten Alter von sechs Jahren. Schon damals redet Theresia Prantner im Spiel mit ihren drei Brüdern ganz unbewusst mit veränderter Clownstimme, jener der heutigen Malona. Was damals „nur“ ihre Brüder fasziniert und ihr selbst eine Menge Spaß bereitet, soll sich Jahre später zu einer bekannten und geschätzten Therapie entwickeln. Als 1982 ein sonntägliches Familienritual mit Mann und Kindern aus Theresia schließlich Malona werden lässt, scheinen die Weichen für ihre Clown-Karriere gestellt. Trotzdem geht sie weiterhin ihrem Beruf als Verwaltungsangestellte nach und ist bis 1998 bei Faschingsfei-

ern, Firmenevents und im Krankenhaus nur als „wilder Clown“ unterwegs. Mit der Gründung des Vereins „Medicus Comicus“, der 1998 nach Clowns Ausschau hält, nimmt die Figur der Malona auch offiziell Format an. Es folgen Ausbildungen in der Schweiz, Österreich und Deutschland, das Betätigungsfeld erweitert sich. Spätestens der Kommentar einer Patientin, „mah, bisch du a netter Clown“, regt sie zum Nachdenken über das äußerliche Erscheinungsbild der von ihr verkörperten Figur an: „Was ist eigentlich ein Clown?“ Für die Quereinsteigerin in Sachen Clownerie, die damals noch ohne ihre rote Nase unterwegs ist, steht fest: Ein Clown soll nicht ausschließlich mit Zirkus oder Kindern in Verbindung gebracht werden. Überall dort, wo Menschen leiden, ob Kinder oder Erwachsene, im Krankenhaus, Se-

nioren- oder Pflegeheim, braucht es Clowns, die Leichtigkeit, Spaß und Lebensfreude versprühen, Angst nehmen und Zuversicht schenken.

„Clowndoctors Südtirol“. Bis Jänner 2014 bleibt Malona dem Verein mit großer Freude und sozialem Engagement treu, obgleich bereits im September 2013 auf ihre Initiative die „Clowndoctors Südtirol“, ein weiterer OnlusVerein, gegründet wurde, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die „Clowntherapie“ zu intensivieren. Die „Clowndoctors“ sind seither als Paar unterwegs: „Prof. Dr. Malona“ wird begleitet von „Dr. Fuzzi“ alias Stefan Braito. Sobald die Clowns auftauchen, scheinen Tabus zu fallen. Vor allem ältere Menschen sprechen über Themen, „die sie bislang vielleicht niemals ansprechen durften“, vermutet Theresia. Die Besuche nehmen in


den Einrichtungen inzwischen einen hohen Stellenwert ein, wobei den beiden besonders die Kontinuität am Herzen liegt: „Was mit Humor serviert wird, ist bleibend, und wir wollen etwas Bleibendes hinterlassen.“ Dass ihre Besuche inzwischen mehr bei Erwachsenen als bei Kindern stattfinden, stört niemanden. Im Gegenteil: Malona & Co. begleiten, sofern es erwünscht ist, die Angehörigen des Patienten, den sie regelmäßig besucht haben, auch über dessen Tod hinaus. Seit Ende Juli ist das Clowndoctor-Team auch im Krankenhaus Brixen im Einsatz. Theresia Prantner weiß: Als Clown unterwegs zu sein kommt einer ewigen Gratwanderung gleich. Trotzdem oder gerade deshalb ist Malona überzeugt: „I glab nia, dass es an schianeren Beruf gibt als in Clown!“ Hat ein echter Clown überhaupt noch Wünsche oder Träume? Und ob: „Jede therapeutische Struktur sollte ihre Clowns haben, das wäre mein Traum für die Zukunft.“ Ein Traum, der irgendwann vielleicht sogar Wirklichkeit werden könnte. Immerhin gibt der „therapeutische“ Erfolg ihnen recht: Ein

info Theresia Prantner stammt aus Latzfons, ist mit einem Pusterer verheiratet und lebt seit 40 Jahren in Bruneck. Die 60-jährige gelernte Verwaltungsangestellte hat drei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder. Seit 1992 ist sie als Clown Malona am Krankenhaus Bruneck tätig. Von 1998 bis 2014 gehört sie dem Verein „Medicus Comicus“ an, im September 2013 wird auf ihre Initiative der Verein „Clowndoctors Südtirol“ gegründet. Seit rund zwei Jahren ist sie mit Kollege Stefan Braito regelmäßig in verschiedenen therapeutischen Einrichtungen in Bruneck (Krankenhaus, Psychiatrie, Onkologie, Geriatrie, Reha, Senioren-, und Pflegeheim) zu Gast. Seit Ende Juli sind die beiden auch im Krankenhaus Brixen im Einsatz. Die Clowndoctors Südtirol sind auch im Internet: www.clowndoctors.it

Lachen kann Medizin zwar nicht ersetzen, dafür aber nachhaltig unterstützen. susanne.rude@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN & UMGEBUNG

Auf Wegen zu sich selbst Einmal dem Alltag entfliehen und die Seele auftanken an den unterschiedlichen Kraftorten, die seit tausenden Jahren aufgesucht werden. Der „Brixner“ hat sich zu einer kleinen Wandergruppe gesellt und sich mit der Expertin Helena Graf auf den Weg zum Freienbühel gemacht – einem geradezu mystischen Ort.

D

ie schlanken, hochgewachsenen Gräser wiegen sich sanft in der morgenfrischen Brise, während die mystischen Wolkenformationen am Himmel die langsam aufkommende Gewitterstimmung bereits erahnen lassen. Allein das Geräusch der Wanderschuhe auf dem weichen Waldboden unterbricht die dominierende Stille des Waldes, während wir der gesanglichen Botschaft des Buchfinks lauschen. Helena Graf, unsere Wanderbegleiterin, wirft in regelmäßigen Abständen einen prüfenden Blick hinauf zum Himmel, während wir das idyllische Bergdörfchen Afers hinter uns lassen und den steilen Pfad hinauf in Richtung Freienbühel einschlagen. „Wer langsam geht, geht gut, wer gut geht, geht weit“, hat sie uns gleich zu Beginn unserer Wanderung ans Herz gelegt. Ihrem Rat folgend steigen wir langsam, stetig und bewusst auf unsere Atmung achtend, bergan. Jeder Schritt, den wir vor den anderen setzen, verstärkt das Gefühl, sich von den Niederungen des Gewöhnlichen zu entfernen, dem Himmel ein Stück näher zu kommen. Der neue Blickwinkel tut uns gut, er

Rund um Brixen gibt es diverse Kraftorte – einer davon ist am Freienbühel zu finden

–– unsichtbar aber messbar

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Landschaftsführerin Helena mit Hannes und Gisela beim „Morgengruß“

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öffnet die Augen für den Rhythmus der Jahreszeiten, den steten Rhythmus des Lebens.

Morgengruß. An der ersten Sta­

Innere Ruhe und Harmonie. Zur Freude aller halten sich die morgendlich drohenden Gewitterwolken noch ein wenig zurück und gewähren uns eine kulinarische Rast. Gestärkt und erfüllt von innerer Ruhe und Harmonie, setzen wir unseren Weg fort. Der Wind, der sanft durch die Gräser streift, und das Summen der Bienen werden in der Stille, die uns umgibt, zu Musik. „Was das Herz berührt, setzt die Füße in Bewegung“, sagt Helena leise, ehe wir uns von Edith und Eugen verabschieden. Die beiden treten

den Rückweg an, während sich für uns der Kreis in Afers wieder schließt. Für kurze Zeit steigt jeder von uns schweigend den schmalen Pfad hinab in Richtung Tal – spürend, wie wichtig es von Zeit zu Zeit ist, den Alltag einmal hinter sich zu lassen, den vielen täglichen Pflichten, den zahllosen eingefahrenen Wegen für ein paar Stunden den Rücken zu kehren, um den Blick von etwas weiter oben auf die darunterliegende Welt schweifen zu lassen und über viele Sorgen und Probleme lächeln zu können. Helena wird indessen nicht müde, uns die zahlreichen Kräuter, Pflanzen und Gewürze am Wegesrand beim Namen zu nennen und ihre Wirksamkeit näher zu bringen. Als der kleine Friedhof und die Kirche von Afers vor uns auftauchen, sind Gisela, Hannes und ich uns einig: Wandererfahrungen zu Kraftplätzen erfrischen, prägen und begleiten uns. Sie helfen uns, Gedanken zu ordnen, uns von der Mystik der Orte inspirieren und, mit frischer Energie gestärkt, zurückkehren zu lassen. susanne.rude@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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tion­unseres Weges widmen wir uns einer meditativen Übung – dem Morgengruß. „Wenn du Sehnsucht nach Freiheit verspürst, geh wandern oder pilgern und suche den Weg zu dir selbst“, rät Helena, nachdem wir unser Ritual beendet haben und den Weg fortsetzen. Sie macht uns auf die hochgewachsenen Fichten aufmerksam, jene stillen, unauffälligen Begleiter, die unseren Pfad seit dem Eintritt in den Wald säumen: „Bäume sind

vergleichbar mit uns Menschen: aufrecht, feststehend, nach oben zum Licht hin strebend – genau wie wir.“ Vor dem letzten, steileren Wegstück hinauf zur zierlichen Kapelle, der „Krone“ des Freienbühels, schweift Helena erzählerisch weit zurück in die Entstehungsgeschichte dieses magischen Kraftortes. Um den einstigen „Hexenbiachl“, eine Bezeichnung, die auch heute noch vielen geläufig ist, ranken sich etliche Sagen und Mythen. Es ist ein malerischer Ort, an dessen höchster Erhebung den Besucher die im Jahre 1813 errichtete Kapelle empfängt.

Noch ehe wir den sagenumwobenen Ort erreicht haben, vernehmen wir die unverwechselbaren Klänge einer Okarina: Edith, eine Freundin von Helena, empfängt uns musizierend vor der Kapelle. Auch Helenas Ehemann Eugen ist mitgekommen und begleitet uns in die Kapelle. Der kleine Kirchenraum lädt ein zum Innehalten, ein Gebet zu sprechen, oder auf individuelle und persönliche Art und Weise seinen Frieden zu finden. Während Edith und Eugen für uns ein paar Marienlieder singen, ist jeder in seine eigenen Gedanken und Gefühle versunken.

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Direktor gesucht! z Der Gesundheitsbezirk Brixen sucht einen neuen Direktor. Bisher hat Walter Amhof, seines Zeichens Direktor des Gesundheitsbezirkes Bruneck, dem Brixner Bezirk vorübergehend ein Jahr lang als

kommissarischer Direktor vorgestanden; am 1. Oktober 2015 übernahm er den Posten von Siegfried Gatscher, der aufgrund seiner Pensionierung ausschied. „Die Landesregierung hat beschlos-

sen, im Reformprozess die Stelle interimistisch mit dem Direktor des Nachbarbezirks Bruneck zu besetzen“, hieß es damals in einer Pressemitteilung der Autonomen Provinz Bozen. Um die Stelle nun

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endgültig zu besetzen, hat die Landesregierung im Amtsblatt der Region vom 22. August die entsprechende Ausschreibung veröffentlicht. Interessenten haben ab diesem Datum 30 Tage lang Zeit, sich für das Auswahlverfahren zu bewerben. Bis 21. September sind die nötigen Unterlagen auf elektronischem Weg einzureichen. vk

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Zeit zum Trauern z Meist entstehen Trauercafés aus dem Bedürfnis, nach einem schweren Verlust mit Menschen zu reden, die dieselbe Erfahrung gemacht haben, die einen verstehen. Aus diesem Bedürfnis heraus ist im September vergangenen Jahres auch das Trauercafé in Brixen gewachsen. „Trauernde sollen und dürfen sich die Zeit nehmen, ihre Trauer zu leben; dabei hilft der Austausch mit anderen betroffenen Menschen“, erklärt Marta von Wohlgemuth, Koordinatorin der Caritas Hospizbewegung Eisacktal Wipptal. Das Trauercafé ist kostenlos und steht

kurz

notiert

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allen Interessierten offen – egal, wie lange der Verlust zurückliegt. „Wenn wir trauernde Menschen verstehen wollen, müssen wir deren Geschichte zu einer wirklichen Geschichte ausweiten lassen und zum Erzählen einladen“, so Wohlgemuth. An den Treffen, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Caritas Hospizbewegung begleitet werden, nehmen in der Regel zwischen zwei und sechs Personen teil. Das Trauercafé findet jeweils mittwochs an folgenden Terminen von 15 bis 17 Uhr im Jugendhaus Kassianeum in der Brunogasse statt: 21. September,

Die Gemeinde Brixen übernimmt mit 50.000 Euro ein gutes Drittel der für die Austragung des Altstadtfestes veranschlagten Kosten des Organisationskomitees. Zudem hat der Stadtrat beschlossen, für rund 30 Ehrengäste des Festes Repräsentationsspesen von rund 11.200 Euro zu übernehmen.

9. November, 7. Dezember und 18. Jänner. Dazukommen und Gehen ist während der Treffen jederzeit möglich. vk

Das Ex-ANAS-Gebäude in Franzensfeste soll nach zehn Jahren wieder mit Leben gefüllt werden. Gemeinsam mit der Bevölkerung sammelt die Gemeinde Ideen zur Nutzung des Hauses. Ab 1. Oktober startet die Ideenfindung in Zusammenarbeit mit den Bürgern; eine Arbeitsgruppe wird anschließend die Ideen konkretisieren.

Bis Jahresende sollen die Sanierungsarbeiten im ehemaligen Gerichtsgebäude am Domplatz abgeschlossen sein. Darin sollen das Archiv der Agentur der Einnahmen, ein Teil der neuen Stadtbibliothek und die Büros des Friedensrichters unterkommen.


NACHGEFRAGT

„Vertrauen zurückgewinnen“ WALTER AMHOF, Direktor des Gesundheitsbezirkes Brixen, zu den neuen Herausforderungen, die sich durch die von der Südtiroler Landesregierung beschlossenen Schließung der Geburtenstation von Sterzing ergeben. Herr Amhof, wie wirkt sich die Schließung der Geburtenstation von Sterzing auf das Brixner Krankenhaus aus? Nun, die Verunsicherung der Bevölkerung und nicht zuletzt bei den Mitarbeitenden dieser Abteilung ist natürlich groß. In dieser Phase der Frustration bei Belegschaft und Bevölkerung sind wir dazu verpflichtet, diesen einschneidenden Veränderungsprozess professionell zu begleiten, wobei die betroffenen Mitarbeiter und insbesondere die Hebammen nicht alleine gelassen werden dürfen. Eine Reorganisation der Brixner Geburtshilfe kann nur

zusammen mit den verschiedenen Berufsgruppen zum Erfolg geführt werden. Welche Prioritäten werden gesetzt? Das Hauptaugenmerk müssen wir immer auf eine qualitativ hochwertige geburtshilfliche Versorgung der Wipptaler und Eisacktaler Bevölkerung richten. Die Infrastrukturen der Geburtshilfe des Brixner Krankenhauses werden mit relativ geringfügigen Veränderungen für die neuen Herausforderungen ohne Zweifel gerüstet sein. Vor allem geht es aber darum, die Aufbau- und Ablauforganisation der Geburtshilfe

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zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern zu überdenken. Die Begleitung während der Schwangerschaft, der Geburt und beim Start in das Familienleben muss immer auf die Bedürfnisse der Eltern ausgerichtet sein. Das ist zu schaffen? Natürlich. Vor allem die Bevölkerung des Wipptales kann darauf zählen, dass wir alles tun werden, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen, und die Eisacktaler können darauf zählen, dass die Betreuungsqualität sich auf keinen Fall verschlechtern wird. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Menschen & Meinungen Foto: Oskar Zingerle

PORTRAIT

Der Säckler Dass Lederhose nicht gleich Lederhose ist, weiß HANS GEBHARD genau: Der heute 70-jährige Pensionist hatte seit Kindesbeinen an mit gegerbter Tierhaut zu tun.

H

ans Gebhard wartet bei einem Glas Wasser, an dem er in den folgenden Stunden immer wieder nippen wird, auf unser Gespräch. Die Lesebrille mit dem pfiffigen ockergelben Rand sitzt locker auf der Nase. Er wirkt auf eine sympathische Art unruhig, fast zappelig, brennt darauf, sein schier unendliches Wissen rund um die Qualitätslederhose anbringen zu können. Hans Gebhard ist nämlich der Lederhosenexperte par excellence in Südtirol und ganz sicher auch darüber hinaus. Er war hineingewachsen in seinen Beruf; seine Brüder und er haben das Handwerk des Vaters fortgeführt und perfektioniert. Die überbordende Begeisterung, mit der er von seiner Familiengeschichte, von den unguten Veränderungen

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in der Gerberei und von den vielen kleinen Arbeitsschritten bei der Herstellung einer Lederhose erzählt, ist beeindruckend. „Bitte nicht erschrecken“, meint er und deutet auf die vielen prall gefüllten Taschen, die er mitgebracht hat, kunterbunte Nylontaschen mit Werbeaufschriften und voll mit liebevoll gesammelten Kostbarkeiten – alles, was von der Werkstatt in der Feldthurner Straße und später in der Kreuzgasse in einem Raum, in dem Andreas Hofer einige geheime Sitzungen abgehalten hat, übriggeblieben ist. Die Werkstatt gibt es nicht mehr, „dort ist nur mehr ein Abstellraum“.

Lebenslange Leidenschaft. Aus

seiner ledernen Aktentasche kramt

Hans Gebhard einen Stapel Zeitschriften und ein schwarz gebundenes Büchlein mit der Aufschrift „Die Lederhose“ hervor. Jede Menge Informationen, mit Bleistift in gestochen scharfer Handschrift ergänzt. Lederhose ist nicht gleich Lederhose. Dazwischen findet sich eine Schwarz-Weiß-Fotografie: Die drei Gebhard-Buben Hans, Sepp und Luis in kurzen Lederhosen, einem Lodenjöppl und einem kecken Hütchen. Alles vom Vater gemacht. Beginn einer lebenslangen Leidenschaft. Hans Gebhards Vater Franz, der aus Feldthurns stammte, hatte bald nach dem Zweiten Weltkrieg die Schneiderei weitgehend aufgegeben, weil es schwierig geworden war, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

„Schneider und Schuhmacher gab es damals zur Genüge.“ Er kam schließlich auf die Idee, kurze Kinderlederhosen mit Trägern zu fertigen. Als Muster diente ihm dabei ein in Klagenfurt serienmäßig produziertes Exemplar. Lediglich im Winter widmete er sich noch der Schneiderei, sehr zum Leidwesen seiner Lehrlinge, die sich immer öfter mit der Herstellung von Lederhosen und Trägern beschäftigen mussten. So wurden zum Beispiel die Trägerstege noch handbestickt. 1960 übersiedelte die Familie nach Brixen. „Die säcklerische Leistung unseres Vaters hielt sich in Grenzen“, erzählt Hans Gebhard, „schließlich war er Autodidakt.“ Säckler üben einen uralten Beruf aus. Bereits im 8. Jahr-


AN DIE 20.000 LEDERHOSEN MIT DER HAND ZUGESCHNITTEN: Der pensionierte Lederhosenexperte Hans Gebhard

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hundert fertigten sie Säcke aus Leder an, in denen Erze oder Lebensmittel transportiert oder aufbewahrt wurden. Im Laufe der Zeit wurden die Säckler immer bedeutender: Sie erzeugten Taschen, Handschuhe und schließlich Bekleidung. Sein Vater wartete ungeduldig darauf, dass sein ältester Sohn in den Betrieb einsteigen konnte, vor allem, weil er sich aufgrund seiner italienischen Schulbildung mit den kaufmännischen Belangen in deutscher Sprache leidlich schwertat. Hans Gebhard ab-

Gemacht für ein ganzes Leben. stressigsten Jahre waren wohl Hans Gebhard trägt „eigens für dieses Gespräch“ eine Lederhose. Eine Maßanfertigung aus SämischHirschleder, ohne störende Quernähte, gemacht für ein ganzes Leben. An die 20.000 Lederhosen hat Hans Gebhard im Laufe der Jahre mit der Schere zugeschnitten, und das spürt er heute auch in seiner rechten Hand. „Wer Maß nimmt und den Kunden berät, der muss auch zuschneiden können.“ Sie waren ein echter Familienbetrieb, die drei Brüder. Sepp, der eine Lehre bei einem

„Eine Lederhose muss auf den Leib geschneidert sein“_ Hans Gebhard solvierte also zunächst über die Marco-Polo-Kurse eine kaufmännische Grundausbildung und begann dann eine Schneiderlehre. Die Berufsschule für Schneider besuchte er in Brixen. Es war der letzte Kurs. Sein Meisterstück, ein mittelbrauner Mantel aus Fohlenleder mit Reliefstickerei und perfekt gesetzten Nähten, ist auch nach knapp 50 Jahren noch ein Glanzstück.

Taschner absolviert hatte, und Luis erlagen gleichermaßen der Faszination Lederhose wie ihr ältester Bruder. „In Südtirol gibt es keine Lederhosentradition, dafür aber eine Lederhosenkultur.“ Sich auf jedes Tal einzulassen, kleine Unterschiede in Szene zu setzen und allergrößten Wert auf passgenaue Nähte und kunstvolle Stickereien zu legen – darin lagen die Wurzeln für den Erfolg. Die

die 80er, als es einen regelrechten Lederhosenboom gab. Ein Trachtengeschäft kam dazu, harte Arbeit war an der Tagesordnung. Zeit darf aber für denjenigen, der eine Qualitätslederhose haben möchte, keine Rolle spielen. Eine Lederhose muss auf den Leib geschneidert sein, bei Musikanten, bei Schützen, bei Schuhplattlern, bei jedem einzelnen. Weinbarone aus der Toskana haben sich bei Hans Gebhard ebenso eine Lederhose schneidern lassen wie die Prinzessinnen von Wittgenstein und ein bayrischer Landwirtschaftsminister. Er ist stolz auf seine illustren Kunden. Eine ganze Tafel hat er irgendwann voll geklebt mit Dankesschreiben, die meisten kurz und herzlich und voller Anerkennung „für das Meisterwerk“. Hans Gebhard ist einer, der das Leben in seiner Fülle aufsaugt, er hat immer Bleistift und Papier bei sich und „natürlich einen Spitzer“. Wann immer ihm etwas Merkwürdiges unterkommt, macht er sich eine Notiz und überträgt diese dann auf kleine Karteikarten. Eine Auswahl dieser Kärtchen trägt der agile und sehr belesene 70-Jährige ständig bei sich, in einem kleinen

schwarzen Lederetui, zur geistigen Erbauung, „wenn man irgendwo einmal warten muss“. Er, der nie Latein in der Schule hatte, hat ein Faible für lateinische Sprichwörter entwickelt, die er bei verschiedenen Gelegenheiten zum Besten gibt, ohne aufdringlich zu sein oder gar belehren zu wollen. Dass keines seiner drei Kinder in seine Fußstapfen getreten ist, nimmt er gelassen: „Das ist heute eben so“. Irene, Thomas und Carmen haben sich für eine akademische Laufbahn entschieden und leben außerhalb von Südtirol. Seit einigen Jahren nähen die Gebhard-Brüder keine Lederhosen mehr, „es war an der Zeit, aufzuhören“. Einer der ehemaligen Kunden, ein junger Salurner, von Beruf Elektrotechniker, war beharrlich genug, immer wieder bei Hans Gebhard anzuklopfen, besessen davon, das Säcklerhandwerk zu erlernen. Irgendwann fand er, allen Bedenken zum Trotz, Gehör. Die Geschichte der echten Lederhosenschneiderei geht im Unterland in die nächste Runde.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 19


Menschen & Meinungen

IN EIGENER SACHE

Zuckermäuse! z Eisschleckende, planschende oder im Sand spielende Kinder sollen uns in der nächsten „Brixner“-Ausgabe ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Deshalb suchen wir wieder bunte und lustige Schnappschüsse der kleinen Brixner Bürger für unsere jährliche Kinderfotoaktion. Wir rufen Eltern auf, uns die Fotos ihrer Zuckermäuse bis zum 9. September zuzusenden. Das digitale Foto soll mindestens 500 KB groß sowie mit Vor- und Nachnamen des Kindes, Adresse und Telefon-

nummer versehen sein. Die Bilder können an fotoaktion@brixner. info gesendet oder direkt in der Redaktion abgegeben werden. Mit der Zusendung gilt automatisch auch die Einwilligung zur Veröffentlichung. Wir bitten zudem nur ein Foto pro Kind einzusenden. Die „Brixner“-Redaktion wählt unter allen Einsendungen das „Siegerbild“; auf den Gewinner der Fotoaktion wartet ein Überraschungsgeschenk, das vom Milchhof Brixen Brimi zur Verfügung gestellt wird. eh

M&M Fotos: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

z Oswald Mederle (l.) und Richard Peer (r.) sind seit dem Hochunserfrauentag stolze Besitzer der Verdienstmedaille, die das Land Tirol jedes Jahr an besonders engagierte

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Menschen vergibt. Unter den über 100 Geehrten waren auch 28 Südtiroler – und eben zwei Brixner. Richard Peer stammt eigentlich aus dem Vinschgau, lebt aber seit 1975

in Brixen, wo er auch als Berufsschullehrer tätig war. Seit 2002 leitet er mit viel Engagement die Brixner Vinzenzkonferenz; Armen zu helfen ist ihm ein Herzensanliegen. Oswald

Isabel Goller aus Mellaun ist die einzige Südtirolerin, die an der Konzerttournee des Gustav-Mahler-Jugendorchesters teilnehmen darf. Goller, die seit 14 Jahren Harfe spielt, wurde zudem als Harfenistin an die Dresdner Staatskapelle an der Semperoper berufen, wo sie ab September zwei Jahre lang engagiert sein wird.

105 Jahre alt ist Kreszenz Aichner; sie ist damit die älteste Bürgerin von Brixen. Aichner stammt aus Mitterolang und lebte ab 1940 am Köfererhof in Neustift. Sie hat fünf Kinder, zwölf Enkelkinder und 19 Urenkel.

BRIXEN

Zwei verdiente Medaillen Mederle wurde laut Aussage vom Land Tirol wegen seiner „Verdienste um die Traditionspflege des Landes Tirol, insbesondere um den Kaiserschützenbund“ für die Auszeichnung nominiert. Mederle, der 1956 in Bozen geboren wurde und seit Jahren mit seiner Familie in Brixen lebt, ist Hobbyhistoriker und ausgewiesener Experte in Sachen Erster Weltkrieg; er bezeichnet sich selbst als ErsteWeltkrieg-Forscher und als Sammler. Zudem fungiert er als stellvertretender Obmann der Bozner Sektion des Tiroler Geschichtsvereins. vk

Christoph Nössing ist neues Mitglied des Altstadtkomitees; er hat die Rolle des Kassiers übernommen. Zwei Mitglieder des Komitees sind im letzten Jahr verstorben: zum einen Ehrenpräsident Helmuth Kerer und zum anderen Kurt Rastner, der sich 40 Jahre lang um die Grafik des Altstadtfestes gekümmert hatte.


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Mit Schwung in die Pflasterfalle

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Vor einiger Zeit spazierte ich durch die Brixner Altstadt. Da es der Anlass erforderte, trug ich Schuhe mit hohen und schmalen Absätzen. In der Säbener-Tor-Gasse passierte das Unausweichliche: Der Stöckel verkeilte sich in einer Fuge zwischen den Pflastersteinen so fest, dass es mir den Schuh von den Füßen zog. Mit nur einem – noch dazu hohen – Schuh und von dem Malheur aus dem Gleichgewicht gebracht, taumelte ich mit Schwung einige Meter weiter und war dabei verzweifelt bemüht, einen Sturz zu verhindern. Da fing mich ein deutscher Tourist auf und setzte mich auf einen Stuhl vor dem Lokal an der Straßenecke. Als ob das nicht genug wäre, befreite mein heldenhafter Retter den Schuh aus der Pflasterfalle, brachte ihn mir und zog ihn mir auch noch an. Ich spürte förmlich die Blicke der Passanten und Lokalgäste, die die Szene beobachtet hatten und nun amüsiert schmunzelten. Uns allerdings verwickelte die Panne in ein angenehmes Gespräch; wir tranken gemeinsam einen Kaffee, und dann trennten sich unsere Wege wieder.

> Zutaten 1/2 kg Naturjoghurt 200 ml Frischsahne 250 g Mascarpone 250 g Topfen 100 g Zucker beliebig viele Erdbeeren

> Zubereitung Die Erdbeeren in kleine Stücke schneiden. Mascarpone und Topfen mit dem Zucker verrühren. Dann die Frischsahne schlagen bis sie cremig wird und zusammen mit dem Naturjo-

ghurt unter den Mascarpone-Topfen rühren. Die Erdbeeren gleich unterheben oder kurz vor dem Servieren auf dem Joghurtmix verteilen.

Julia Debertol, die in den Sommermonaten unsere Grafikabteilung unterstützt, hatte wohl einfach die Nase voll von den 0-8-15- Joghurts im Supermarkt. Ihr ganz persönlicher Joghurt-Mix ist in nur 10 Minuten essfertig und funktioniert mit jedem Obst – gestückelt oder gemixt – und sogar mit Marmelade. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

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„Ist die EU nach dem Brexit ein Auslaufmodell?“ 14,58 % Ja, denn die nächsten „Exits“ werden folgen 8,33 % Ja, weil die Staatengemeinschaft sich doch als zu heterogen herausstellt 58,33 % Nein, sofern man nun die Kraft zu konkreten Reformen hat 18,75 % Nein, der Brexit wird sich überhaupt nicht auf die EU-Bürger auswirken

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Sind die Vergütungen für Politiker in Südtirol wirklich zu hoch?“ > Ja, denn Politik sollte quasi ehrenamtlich ausgeführt werden > Ja, aber nur jene der Abgeordneten im Landtag und Regionalrat > Nein, denn gute Arbeit muss auch gut entlohnt werden > Nein, weil Politiker auch hohe Verantwortung tragen

Stimmen Sie mit! www.brixner.info 21


Menschen & Meinungen

BRIXEN

LAMMento

Rotarier mit neuem Präsidenten

Katzenvideo „Hier steht es schwarz auf weiß“, sagt der Franz, und dabei nippt er an einem Glas Batida de Coco, „wir alle sind hochgradig desinformiert, leben in unseren eigenen Informationskokons.“ Aha, sag ich, ich versteh nur Bahnhof. „Schau“, sagt der Franz, „durch das Internet haben wir heute zwar Zugang zu allen Nachrichten der Welt und zu den spannendsten Inhalten, aber konsumieren müssen wir diese schon noch selbst, und das ist den Leuten meist zu anstrengend und zeitraubend. Im endlosen Tsunami der auf uns einprasselnden Informationen lassen wir nur noch jene Inhalte an uns heran, denen wir uns aussetzen wollen – und die sind in der Regel leider nicht hochwertig, sondern bestehen aus Katzenvideos auf Facebook oder Soaps auf RTL2.“ Okay, sag ich, und was ist so schlimm daran? „Früher gab es nur unsere Prawda und den Sender Bozen, und trotz dieser diskutablen Konzentration wussten die Leute irgendwie, was in der Welt passiert. Dann kam das Fernsehen und zog die Aufmerksamkeit von der Information ab. Und dann kam auch noch das Internet und raubt uns nun mit Katzenvideos die letzten noch für sinnvolle Informationsaufnahme zur Verfügung stehenden Minuten. Die Information darüber, was in der Welt passiert, reduziert sich bei den meisten Leuten auf die Länge einer Kurznachricht. Anschlag in der Türkei. 50 Tote. Das war’s.“ Und? „Wir verflachen, verstehst du? Demokratie funktioniert aber nur, wenn die Bevölkerung gut informiert ist. Die dafür notwendige Zeit nehmen sich die Leute aber nicht mehr.“ „Tja“, sagt Frieda einsilbig, während auf ihrem Handy ein Katzenvideo läuft.

z Der Rotary Club Brixen hat einen neuen Präsidenten: Marco Dall’Aglio löst seinen Vorgänger Werner Flaim im Amt ab. Bei der Amtsübergabe berichtete Flaim von lokalen Serviceleistungen des Clubs zugunsten des Südtiroler Kinderdorfes und der Aufnahme einer neuen Partnerschaft mit dem Rotary Club Grand Junction (Colorado, USA). Erfolgreich verlaufen sind ebenso die „Musikbörse“ zur Förderung junger Musiktalente und die Verleihung des „Rotary Preises 2016“ an den Südtiroler Künstler Robert Scherer – gemeinsam mit den Südtiroler und Trentiner Rotary Clubs. Für sein erstes Arbeitsjahr

Echo

Leser schreiben uns

„Seltsam ...“ Leserbrief zum Bericht „Tod und Teufel jagen Jedermann“ im „Brixner“ Nr. 318, Seite 30

VERTRÄGE IMMOBILIENVERMITTLUNG ERBSCHAFTEN SCHÄTZUNGEN UNTERNEHMENS- UND HOFÜBERGABEN IHR PARTNER FÜR IMMOBILIEN UND RECHT:

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als Präsident will Marco Dall’Aglio, der als Rechtsanwalt in Bruneck tätig ist, im besonderen den sozialen Bereich und die Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen im Rahmen von Projektarbeiten mitberücksichtigen. So wird der Rotary Club Brixen das Projekt „Rotray-ARThandicap“, ein Kunstwettbewerb für Menschen mit Beeinträchtigung, auf Landesebene weiter betreuen. Der Rotary Club Brixen zählt derzeit 52 aktive und fünf Ehrenmitglieder. Die Club-Mitglieder stammen aus der engeren Zone um Brixen, aus dem Eisackund Pustertal und den ladinischen Tälern Gröden und Gadertal. vk

Christa Issinger, Natz/Schabs

Die Aufführung „Jedermann“ in Feldthurns war gelungen, so wie es in dem Artikel im „Brixner“ beschrieben war. Seltsam finde ich nur, dass weder die Leistung noch der Name des Hauptdarstellers Andreas Penn – im Gegensatz zu den anderen Hauptrollen – mit keinem einzigen Wort erwähnt wurde.

Andreas Penn hat als Jedermann eine großartige schauspielerische Leistung gebracht. Gerade deshalb hätte auch sein Name erwähnt werden müssen. Anm. d. Red.: Liebe Frau Issinger, Sie haben vollkommen recht. Wir entschuldigen uns für den Fauxpas.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­ straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info


Pro& Contra

Quando si parla di pesce... Wenn's um Fisch geht...

Sind 979 Euro brutto eine gerechte Vergütung für Gemeindereferenten?

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Der Hintergrund:

Foto: Oskar Zingerle

Letzthin gab es im Gemeinderat von Natz/Schabs zwischen Regierungspartei und Opposition Diskussionen zur Vergütung der Gemeindereferenten. Die SVP verzichtete daraufhin auf eine durch das neue Regionalgesetz mögliche Erhöhung. Die vier Referenten erhalten dadurch in Zukunft weiterhin rund 979 Euro; die Arbeit des Vizebürgermeisters wird mit 1.494 Euro vergütet. Diese Beträge müssen von den Referenten noch versteuert werden.

ANDREAS KÖCK (Dörferliste Natz/ Schabs), Gemeinderat: „Es soll kein finanzieller Anreiz sein“ Ja Vorausschickend möchte ich betonen, dass die SVP Natz/Schabs nicht freiwillig auf die Erhöhung der Bezüge verzichtet, denn der Beschluss hierzu wurde in der Gemeinderats­sitzung am 11. Juli 2016 mit den Stimmen der SVP bereits gefasst. Allerdings hat die Mehrheitspartei versäumt, noch eine weitere Sitzung für diese Satzungsänderung einzuberufen, womit dieser Beschluss hinfällig wurde. Erst nachdem wir von der Dörferliste die Gemeindeverwaltung durch einen offenen Brief auf diesen Umstand aufmerksam machten und die Frist für die zweite Sitzung abgelaufen war, wurde auf die Erhöhung verzichtet. Natürlich bedauern wir diese Entscheidung nicht, denn so können die hierfür vorgesehenen jährlichen 15.000 Euro jetzt für sinnvollere Zwecke verwendet werden. In der vergangenen Amtszeit wurde die Aufstockung der Referenten von drei auf vier mit der Auflage genehmigt, dass die Summe der Amtsentschädigungen dadurch nicht steigen darf. Allen „neuen“ Referenten war vor Amtsantritt bewusst, wie hoch die Vergütung sein würde; im Vordergrund der Tätigkeit eines Referenten soll nicht der finanzielle Anreiz stehen, sondern der Gedanke, einen Beitrag für die positive Entwicklung der Gemeinde zu leisten. Es kann nicht angehen, dass etwas mehr als ein halbes Jahr nach den Wahlen die Bezüge erhöht werden sollen. Auch die Aussage, dass es viel Mehrarbeit für die Referenten gebe, da wir in unserer Gemeinde keinen Gemeindesekretär haben, kann nicht als Argument dienen, da vor kurzem eine neue Stelle ausgeschrieben wurde, die die Arbeiten der Referenten koordinieren soll. z

GEORG ZINGERLE (SVP Natz/Schabs), Vize-Bürgermeister: „Ein kalkulierter Stundensatz von etwa 10 Euro steht in keinem Verhältnis zum Aufwand“ Nein Unabhängig von der konkreten Situation in unserer Gemeinde bin ich der Meinung, dass wir die durch den Rentenskandal überhitzte öffentliche Diskussion um die Vergütung von Politikern auf ein Niveau der nüchternen Sachlichkeit bringen müssen. Wer mich kennt, weiß, dass es mir in dieser Diskussion nicht darum geht, ob meine Kollegen Gemeindereferenten von Natz/Schabs und ich ein paar hundert Euro mehr im Monat erhalten. Es geht vielmehr um die Frage, wie hoch eine auch in den Augen der Bevölkerung gerechte Vergütung eines Gemeindepolitikers sein soll. Ich versuche eine Versachlichung der Diskussion anhand meines persönlichen Beispiels: Seit ich Vize-Bürgermeister bin, arbeite ich im Schnitt mindestens zwei volle Tage pro Woche ausschließlich für die Gemeinde; ich mache dies mit sehr viel Freude und Leidenschaft. Dafür werde ich monatlich mit 1.494 Euro vergütet; meine Kollegen Referenten bekommen 979 Euro, wobei diese Beträge noch versteuert werden müssen. Unterm Strich bleiben mir netto um die 900 Euro; den Referenten etwa 600 Euro. Die Kosten fürs Handy tragen wir selbst, auch verrechnen wir vielfach keine Fahrtspesen, und versichern müssen wir uns auch selbst. Natürlich hat niemand von uns das Amt wegen der Vergütung übernommen, aber wir riskieren mit einem kalkulierten Stundensatz von etwa 10 Euro, dass es immer schwieriger sein wird, Menschen für politische Arbeit zu gewinnen. Die heutigen Vergütungen der Gemeindereferenten stehen also aus meiner Sicht in keinem Verhältnis zum Zeitaufwand und zur großen Verantwortung, die sie tragen müssen. z

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UMFRAGE

Töröööö!!

Fotos: Oskar Zingerle

An die 4.000 Besucher verzeichnete das Elefantenlabyrinth im Brixner Hofburggarten bisher. Nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische statteten dem wasserspritzenden Riesen aus Holz im Maisfeld bereits einen Besuch ab. Wir haben vor Ort nachgefragt, wie das Labyrinth ankommt.

Die achtjährige Emma aus Völs ist begeistert: „Es gibt so viele Wege und Stationen, und auch die Geschichte ist ganz toll. Mir gefällt es hier sehr gut. Der große Elefant hat mir auch gut gefallen – wenn man auf ihm herumkraxeln könnte, wäre er noch viel toller.“

Stefano Rivera hat von dieser Attraktion gewusst: „Ci hanno detto di questa cosa e siamo contenti di avere visitato il labirinto. A nostro figlio è piaciuto molto, soprattutto l’elefante gigante. A sei anni e mezzo sinceramente aveva un po’ di difficoltà a seguire la storia, ma per bambini più grandi è perfetto. Passeremo sicuramente di nuovo. Il prezzo d’ingresso ci sta se si pensa a tutto il lavoro che hanno dovuto fare.“

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„Eine sehr tolle Sache“, meint auch Bernadette Kraler aus Neustift. „Ich bin extra mit den Kindern hergekommen, und sie sind begeistert. Sie sind vielleicht noch etwas klein, um der Geschichte im Detail folgen zu können, aber das Labyrinth, der große Elefant und die Sandkiste sind auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert.“

„Eine ganz tolle Sache“, ist Paula Weissteiner begeistert. „Ich selbst war zwar noch nicht im Labyrinth, aber ich habe nur Gutes davon gehört und werde mit meinen Enkelkindern sicher noch eine Runde dort machen. Ich finde, dass Aktionen wie diese Brixen aufwerten und dass es auch für die Betriebe etwas bringt.“

Von der Idee überzeugt ist auch Günther: „Nicht nur das Labyrinth, sondern auch die Quizspiele sagen mir sehr zu – auch wenn mir der Hofburggarten mit seinen Kornwiesen auch vorher gut gefallen hat. Besonders für Kinder ist es hier ein kleines Paradies, und den Eintrittspreis finde ich im Verhältnis zur Zeit, die man hier verbringen kann, gerechtfertigt.“

„Wir waren schon von Soliman begeistert und sind es jetzt wieder. Wir sind heute eigens von Bruneck mit Sohn und Enkelkind angereist, um uns das Labyrinth anzusehen. Das ist nach Soliman für Brixen der nächste Schritt. Der Elefant passt sozusagen als Wahrzeichen sehr gut zu Brixen, und wir freuen uns schon auf die zweite Soliman-Licht-Show in der Hofburg“, sind sich Hanni und Paul einig.

„Ci è piaciuto molto. Passavamo di qui e ci siamo fermati davanti all’ingresso. Sinceramente abbiamo trovato il labirinto più per caso, e adesso siamo molto contenti di averlo visitato. Anche la bimba con due anni si è divertita. Se fossi di passaggio passerei sicuramente un’altra volta“, sagt Elisa Danieli.

Peter Perez hat den Elefanten im Hofburggarten zwar noch nicht gesehen, findet die Lösung aber gut: „Das ist eine zusätzliche Attraktion für Brixen, die Leute in die Stadt lockt. Es ist zwar keine langfristige Lösung, aber wir hatten lange überhaupt keine Lösung; deshalb ist die kurzfristige auf jeden Fall zu begrüßen.“


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„Wie eine Pension“

„Vom Episkopium zum Tschumpus“ heißt ein 150 Seiten starkes Buch, das im Rahmen des Kultursommers „Im Tschumpus“ veröffentlicht wurde. Die Autoren Barbara Denicolò, Andreas Fischnaller und Maria Kampp beschreiben darin – mithilfe der Aussagen vieler Zeitzeugen – die wechselvolle Geschichte des Hauses am Domplatz Nr. 3. Der „Brixner“ bringt einen Ausschnitt.

HINTER GITTERN: Trist und kalt wirkt der Gang zu den einzelnen Gefängniszellen; es gab aber auch schöne Momente, wie das Foto der zwei Gefängniswärter in den 1990er Jahren oder jenes des Aufsehers, der stolz den Deckel vom Abendessen lüftet, beweisen

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Foto: Arnold Ritter

DIE WECHSELVOLLE GESCHICHTE DES HAUSES AM DOMPLATZ 3


G

ibt es jemanden, der freiwillig ins Gefängnis geht? Kann ein Gefängnis ein Ort sein, den man gerne aufsucht? Wie ist das Leben hinter Gittern überhaupt? Gibt es da nur Gefangenschaft und die Sehnsucht nach Freiheit? Kann ein Gefängnis gar ein Zufluchtsort sein, ein Zuhause vielleicht? Nur ein verschwindend kleiner Teil unserer Gesellschaft weiß über das Leben im Gefängnis Bescheid, darüber gesprochen wird kaum. Trotzdem meinen wir, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wie es im Knast zugeht. Die Bilder in unseren Köpfen speisen sich aus Vorabendserien, Sonntagabendkrimis, Theaterstücken und Comics. Inwieweit spiegeln sie die Wirklichkeit? Dieses Kapitel Buches beschäftigt sich mit dem Leben im Brixner Gefängnis von der Nachkriegszeit bis zu seiner Schließung im Jahr 2009. Das Gefängnis ist Teil der Brixner Stadtgeschichte, und zwar allein schon deshalb, weil es sich mehr als zwei Jahrhunderte lang im Herzen der Stadt befand. Direkt am Domplatz und in nächster Nähe zum Treiben einer geschäftigen Kleinstadt gelegen, war seine Existenz alles andere als ein Geheimnis. Wer aber kannte es wirklich? Es verwundert kaum, dass sich allerlei Legenden und Gerüchte um das Brixner Gefängnis ranken. Man hört von wilden Ausbruchsversuchen und prominenten Häftlingen. Irgendwie kennen wir ihn alle, den Knast, aber nur wenige Eingeweihte konnten tatsächlich hinter Gefängnistor und Stacheldraht schauen. Gesprochen worden ist darüber kaum, handelte es sich doch zeitlebens um einen Ort, der vom übrigen städtischen Leben abgeriegelt war, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bescheid wussten natürlich die Häftlinge, außerdem das Wachpersonal und dessen Angehörige. Denn bis in die 1980er Jahre hinein wohnte stets ein Aufseher mit seiner Familie in der Gefängniswärterwohnung im Erdgeschoss. Doch damit nicht genug. Einige andere gingen regelmäßig und über lange Zeiträume im Gefängnis ein und aus, weil das zu ihren beruflichen Aufgaben gehörte: Geistliche, Gefängnisarzt, Gefängnisdirektor, Untersuchungsrichter, Gerichtsschreiber, Verteidiger, Staatsanwalt und so weiter. Im Rahmen der Aufarbeitung der Brixner Gerichts- und Gefängnisgeschichte ist es gelungen, insgesamt sieben Zeitzeu-

gen ausführlich zum Alltag im „Tschumpus“ zu befragen. Die Zeitzeugen haben das Leben im Gefängnis über lange Jahre, in vielen Fällen einige Jahrzehnte, erlebt beziehungsweise begleitet. Unter ihnen sind zwei ehemalige Richter sowie drei ehemalige Gefängniswärter. Die Häftlinge verbrachten im Brixner Gefängnis meistens nur wenige Monate bis zu einem Jahr, doch man darf getrost davon ausgehen, dass es sich um prägende Momente gehandelt haben muss. Zudem kamen einige von ihnen immer wieder, waren sogenannte „Stammgäste“.

Zwischen drinnen und draußen.

Das Brixner Gefängnis stellt insoweit einen Sonderfall dar, dass es sein Dasein nicht wie viele andere „moderne“ Gefängnisse des 20. Jahrhunderts isoliert vom übrigen Leben der Stadt fristete. Zwischen drinnen und draußen, Freiheit und Unfreiheit, existierten vielfältige Überschneidungen. Obwohl bis heute nur wenig darüber gesprochen wird, waren die Inhaftierten Teil des Brixner Stadtlebens. Das augenfälligste Beispiel liefern uns die sogenannten „Halbfreien“, das heißt diejenigen Häftlinge, die ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre tagsüber außerhalb des Gefängnisses einer Erwerbsarbeit nachgingen und erst am Abend in ihre Zellen zurückkehrten. Doch damit nicht genug. Die Häftlinge, die sich in der Gefängnisküche als Köche verdingten, konnte man regelmäßig dabei beobachten, wie sie die Müllkübel in die sich auf dem Domplatz befindlichen Container entleerten. Der Gefängniswärter ließ sich bei seinen Besorgungen unter den Lauben gerne von einem Häftling begleiten, denn vier Hände konnten mehr Taschen tragen als zwei. Und nicht zu vergessen ist, dass sich umgekehrt ab und zu auch so mancher „ehrbare“ Bürger unerwarteterweise in einer Zelle wiederfand, und wenn es nur für eine Nacht der Ausnüchterung war oder für ein paar Tage Untersuchungshaft. Trotzdem, es bleibt dabei. Diejenigen, die im Gefängnis waren, kannten auch die Welt da draußen gut. Umgekehrt war dem nicht so. Natürlich existierten allerlei Gerüchte, aber Genaueres wusste man nicht. Im Brixner Gefängnis war es „gemütlich“ und „locker“, hört man allerorten. Immer wieder wird erzählt, dass es tatsächlich Kriminelle gab, die sich aktiv darum bemühten, in Brixen und

nirgendwo anders ihre Strafe absitzen zu dürfen. Dazu gehörten auch jene, die unter einem Vorwand kriminelle Handlungen begingen – weil der Winter kam und sie nicht wussten wohin, oder vielleicht auch, weil eine kalte und kahle Gefängniszelle immer noch tausendmal besser sein kann als grenzenlose Einsamkeit in Freiheit. „Das war kein Gefängnis, das war eine Pension“, so lautet das Urteil eines langjährigen Wärters über den Alltag im Brixner Gefängnis. Kann so etwas wirklich sein? Darf es das? Gefängnisalltag ist doch hart! Vergitterte Fenster, streng geregelte Besuchszeiten, kaum Privatsphäre, wenig Komfort, eine optische Kälte, zu der sich erwartungsgemäß eine menschliche gesellt. Der Ton ist rau, jeder kämpft gegen jeden, der Traum eines jedes Häftlings die Entlassung, wenn nicht gar ein spektakulärer Ausbruch. In Brixen kann das nicht anders gewesen sein. Oder vielleicht doch? Bis Ende der 1970er Jahre wohnte ein Wärter in der Gefängniswärterwohnung im Erdgeschoss des Gefängnisses. Seine Kollegen kamen und gingen je nach Dienstplan. Solange das Gefängnis auch weibliche Häftlinge beherbergte, wohnte ein Gefängniswärterehepaar im Tschumpus. Gemäß der zur damaligen Zeit tradierten Geschlechtervorstellungen fungierte der Ehemann nicht nur als Wärter für die männlichen Häftlinge, sondern auch als Gefängnisleiter. Die Ehefrau hatte neben ihren Zuständigkeiten für die Belange der weiblichen Häftlinge die Verantwortung für die Gefängnisküche und die übrigen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Wer waren die Häftlinge? Um

einer besseren Verständlichkeit Vorschub zu leisten, sei hier grob vereinfachend zwischen drei Gruppen von Häftlingen unterschieden, die im Brixner Gefängnis einsaßen. Die erste Gruppe bestand aus rechtmäßig Verurteilten, die im Brixner Gefängnis eine Strafe von bis zu einem Jahr absaßen. Sie waren wegen sogenannter Kleinkriminalität verurteilt worden. Es ging um Einbruch und Diebstahl, Schlägereien und Randalieren, Beleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie Delikte wie Wilderei und Scheckbetrug. Der Kleinkriminelle, so ein ehemaliger Brixner Bezirksrichter, landete im Knast, „weil er es nicht besser wusste… Das waren Leute, die 27


Kunst & Kultur

Fotos: Arnold Ritter

kein Verständnis von Moral hatten... Und dann gab es andere, die waren einfach nur Spieler... Die haben probiert, ohne Arbeit zu Geld zu kommen; wenn sie scheiterten, dann sind sie bei uns gelandet.“ Die zweite Gruppe von Häftlingen bestand aus solchen, die bereits kurz vor der Entlassung standen und ihre bisherige Strafe in einem anderen Gefängnis abgesessen hatten. „Diese Häftlinge hatten nur noch sechs bis zwölf Monate Reststrafe vor sich, und die konnten sie in Brixen verbringen“, erklärt ein ehemaliger Richter. Es handelte sich um Häftlinge auf dem Weg zurück in die Freiheit und im Prozess der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Dazu gehörten auch die „Halbfreien“, die tagsüber außerhalb des Gefängnisses ihrer bezahlten Erwerbsarbeit nachgingen. Die dritte Gruppe setzte sich aus Untersuchungshäftlingen zusammen. Jeder, der an der Brennergrenze, im Eisack- oder Pustertal aus irgendwelchen Gründen aufgegriffen und festgenom-

Im Innenhof, der für den Freigang der Häftlinge vorgesehen war, wurde auch Fußball gespielt

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men wurde, wurde zunächst nach Brixen gebracht. Erst nach einer Prüfung durch den zuständigen Bezirksrichter konnten die Untersuchungshäftlinge in andere Gefängnisse verlegt beziehungsweise wieder freigelassen werden. Die in Brixen angeordnete Untersuchungshaft dauerte in der Regel zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen. „Es gab Leute, die immer wieder kamen... Manche gerieten einfach immer wieder aufs Neue in Schwierigkeiten, andere verschafften sich ab-

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sichtlich welche... So mancher Knecht, der im Winter keine Bleibe hatte, beging irgendein Kleindelikt, um sich während der kalten Jahreszeit eine Unterkunft zu sichern“, berichtet ein ehemaliger Wärter. „Schön war’s, wenn es ein Häftling war, der gut kochen konnte. Da haben sich alle gefreut, wenn er wiederkam“, sagt ein anderer.

Ausbrüche und Einbrüche. Aus

unzähligen Filmen und Theaterstücken, aus Comics und Romanen meinen wir nicht nur zu wissen, dass aus Gefängnissen gerne ausgebrochen wird, sondern auch, wie man das macht. Wir denken an zusammengekettete Wärter, aneinander geknotete Bettlaken, Schüsse in die Luft und schmerzhaftes Hängenbleiben im Stacheldraht. Das Brixner Gefängnis wurde durchaus Zeuge von Ausbruchsversuchen. Sie kamen jedoch selten vor, und die wenigsten davon waren erfolgreich. Es muss vergleichsweise leicht gewesen sein, aus dem Brixner Tschumpus zu türmen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren ja gerade tagsüber alles andere als streng. Die Häftlinge konnten

sich auf dem Gelände nahezu frei bewegen, und jahrelang existierte nicht einmal eine Scheinwerferanlage im Hof. Das Brixner Bezirksgericht war alles andere als ein Hochsicherheitsgefängnis. Trotzdem wurde ein Ausbruch nur selten versucht. Es gibt ehemalige Gefängnisaufseher, die während ihrer gesamten Laufbahn im Brixner Gefängnis keinen einzigen erleben durften. Ein ehemaliger Wärter reflektiert: „Es gab ja eigentlich keinen Anreiz abzuhauen... Das Risiko, wieder eingesperrt zu werden, war ja immer da... Und dann wäre es direkt nach Bozen gegangen, und da hat keiner hingewollt. Die meisten waren ja sowieso nur für einen relativ kurzen Zeitraum bei uns... Ein Ausbruchsversuch hätte die Haft ja nur verlängert.“ Nicht alle Häftlinge sehnten sich danach, das Brixner Gefängnis zu verlassen. Nicht wenige hatten sich sogar aktiv darum bemüht, dort eingesperrt zu werden! Was die Zeitzeugen berichten, klingt verblüffend. „Da hat es einen Zweiundzwanzigjährigen gegeben, der hatte seine Strafe von sechs Monaten abgesessen und kam wieder in Freiheit. Er wäre aber gerne länger geblieben... In der Zwischenzeit hatte ihn nämlich die Freundin verlassen, der Arbeitgeber hat ihm gekündigt, und der Vater hat gedroht, dass er ihn aus der elterlichen Wohnung wirft... Und deshalb war das Erste, was der nach der Entlassung gemacht hat, eine Flasche Wein auf ex zu trinken... Weil, der hat Mut gebraucht für das, was er dann vorgehabt hat... Er hat nämlich ein Schaufenster von einem Geschäft am Domplatz


eingeworfen... Und anstatt dass er flieht, setzt er sich direkt vors Geschäft. Damit ihn die Carabinieri gleich wieder zurück ins Gefängnis bringen... Aber leider ist er dann stattdessen nach Bozen gebracht worden. Dort ist es ja nicht so fein zugegangen wie bei uns.“ Bevor wir uns den echten Ausbruchsversuchen zuwenden, sollen einige Worte über diejenigen Ausbruchsversuche verloren werden, die eigentlich gar keine waren. Im für den Freigang vorgesehenen Innenhof an der Rückseite des Gebäudes wurde bei gutem Wetter auch Fußball gespielt. Einmal beförderte ein zu kräftiger Schuss den Ball aufs nebenan gelegene Grundstück. Ein Häftling, ein verurteilter Wilderer, bot an, den Ball zu holen. Dem damaligen Wärter ist selbst viele Jahre später die Verblüffung noch anzumerken: „Und bevor ich schauen kann, ist der auf den Zaun geklettert... Ich hab gemeint, der Zaun ist viel zu hoch... Aber der ist einfach drüber gesprungen, in die Freiheit... hat den Ball geholt und kam wieder zurück, als sei nichts gewesen. Abhauen hätte er leicht können, aber er hat nicht gewollt.“ Das Kalkül des Häftlings hatte durchaus Sinn. Ein Ausbruch wäre vielleicht erfolgreich gewesen, aber was dann? Warum sollte jemand, der nur noch wenige Monate seiner Strafe abzusitzen hat, alles riskieren, um dann irgendwo auf der Flucht zu sein und wahrscheinlich schneller oder später doch gefasst zu werden, fragt sich auch ein ehemaliger Richter. Denn die Fluchtversuche blieben nicht ohne Folgen. Wer versuchte auszubrechen und dabei eventuell gar Gewalt anwendete, wurde mit sofortiger Wirkung ins Bozner Gefängnis verlegt, „und dort ging es nicht so locker zu wie bei uns in Brixen.“ Ähnlich geistesgegenwärtig verhielt sich ein anderer Häftling in den 1960er Jahren. Ein ehemaliger Richter berichtet, dass der damalige Brixner Amtsrichter gerade ein neues Auto gekauft hatte. Leider ließ er die Autoschlüssel im Zündschloss des bereits verschlossenen Wagens stecken. „Da er es eilig hatte und keine Zeit hatte, einen Mechaniker zu holen, hat er kurzzeitig einen Häftling aus dem Gefängnis kommen lassen. Der Häftling war auf Autodieb-

stahl spezialisiert, und es gelang ihm, das Auto innerhalb weniger Minuten zu öffnen, obwohl nur behelfsmäßiges Werkzeug zur Verfügung stand.“ Für seine Dienste habe der Häftling Dank und Trinkgeld bekommen. Von einem anderen Ausbruchsversuch, der eigentlich gar keiner war, berichtet ein ehemaliger Gefängniswärter: „Ich bin morgens in der Früh die Zellen aufsperren gegangen, und da steht im Flur ein Häftling vor der Zelle... Der hätte da gar nicht sein dürfen, denn die Zellentür war noch fest versperrt… Ich konnte mir nicht erklären, wieso der Häftling draußen war und nicht drinnen... Es hat sich dann herausgestellt, dass mein Kollege am Abend zuvor die kleine Luke in der Tür offengelassen hatte – auf Bitten der Häftlinge, wegen der Lüftung. Und anscheinend haben sie diesen einen Häftling, der sehr mager war, durch die Luke hinausgeschoben.“ Es handelt sich tatsächlich um ein erstaunliches Vorkommnis, misst die Luke denn nur 21 mal 21 Zentimeter.

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Maria Kampp Leserbriefe an: echo@brixner.info

info

Bei diesem Text der Autorin Maria Kampp handelt es sich um einige Extrakte aus dem Buch „Vom Episkopium zum Tschumpus“, erschienen im Rahmen des Kultursommers „Im Tschumpus“ auf Initiative von Georg Kasers Verein „Theakos“. Das Buch ist gegen eine Spende von 15 Euro in der Buchhandlung Weger in Brixen erhältlich.

St. Magdalena

01.–02.10.2016

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Kunst & Kultur

MUSIK

Funk/Rock am Domplatz z Es war ein außergewöhnliches Projekt, das musikalisch auch hätte in die Hose gehen können: rocknet.bz lud einen Musiker aus Kalifornien ein, im August eine Woche in Brixen zu verbringen, um hier mit ihm unbekannten lokalen Musikern intensiv für zwei Konzerte zu proben, die für die zweite Wochenhälfte geplant waren. Carmen Grillo war

von 1988 bis 1997 Gitarrist der in Musiker­kreisen weltweit bekannten Funk-Formation „Tower of Power“; seine Süd-/Nordtiroler Band bestand aus Ingo Ramoser (keyboards), Hannes Walder (drums) und Sebastian Hödl (bass). Das Experiment gelang: Die rund 400 Zuschauer am Brixner Dom­platz genossen ein rockig/funkiges Konzert der Extraklasse. Auch

Carmen Grillo war begeistert; über Facebook bedankte er sich bei seinen Musikern: „Thanks guys for being my smokin’ hot band in Italy. Let’s do it some more!!!“ wv

K&K Kunst & Kultur

FOTOGRAFIE

Connecting people

z Nach dem Fotowettbewerb der Festung Franzensfeste zum Thema Festungsemotionen im Jahr 2014 folgt heuer der Wettbewerb

kurz

notiert

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„150 Jahre Brennereisenbahn – connecting people“ auf Initiative des Kuratoriums für Technische Kulturgüter in Zusammenarbeit

Als Sieger des „Österreichischen Blasmusikwettbewerbes“, der 2014 in Feldkirch stattfand, qualifizierte sich die Bürgerkapelle Brixen für das Promenadenkonzert. Diese qualitativ hochwertige Konzertreihe fand Ende Juli in Innsbruck statt.

mit der Festungsleitung. Ziel des fotografischen Wettstreits ist es, ein neues Umweltbewusstsein für die Mobilität auf der Schiene zu entwickeln. Die Brennerbahn verbindet seit 1867 Nord mit Süd und revolutionierte das Zeit- und Raumgefühl des damaligen Tirol. Neue Maßstäbe bis heute setzte Ingenieur Karl von Etzel mit innovativen Bautechniken und landschaftsbezogener Trassenführung. Bei dem Fotowettbewerb sollen das komplexe Beziehungsgeflecht der Bahn im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklung der Alpen-

region sowie die Bemühungen, die Bahn als nachhaltiges und zukunftsorientiertes Verkehrsmittel auszubauen, im Fokus stehen. Thematisiert werden sollen die Infrastruktur im Kontext mit der Landschaft und dem Siedlungsraum, der Transit von Gütern und Personen sowie historisches und modernes Rollmaterial. Die Teilnahme ist allen offen; zugelassen sind einzelne Fotos oder Serien von maximal acht Bildern. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2016. Nähere Informationen sind unter www.150connectingpeople. wordpress.com abrufbar. ird

„Come along, sing along“ – unter diesem Motto trafen sich 44 Buben im Alter zwischen 8 und 13 Jahren im Vinzentinum, um gemeinsam das Singen im Chor für sich zu entdecken. Das fünftägige Gesangsprojekt wurde vom Südtiroler Chorverband gemeinsam mit dem Vinzentinum organisiert.

Vom alten Schlachthof in Brixen ist wenig bekannt, Dokumentationsmaterial ist spärlich. Deshalb sucht der Gastbetrieb „Alter Schlachthof“ historische Fotos und Zeitzeugen, die dort gearbeitet haben oder die Erinnerungen an den Ort haben und Geschichten zu erzählen wissen. Kontakt: info@schlachthof.it.


NACHGEFRAGT

„Kunst begleitet mich tagtäglich“ Frau Gacke, eines Ihrer Bilder hängt inmitten berühmter Künstler in der Galerie 90. Wie ist Ihr Zugang zur Kunst? Ich bin glücklich, dass meine Werke in der Galerie 90 gezeigt werden. So kann ich mich nun dem Publikum in meiner neuen Heimat vorstellen. Kunst begleitet mich tagtäglich. Über die Kunst kann ich meine Gefühle ausdrücken und die Welt beschreiben. Obwohl ich erst spät beschloss, Kunst zu meinem Mittelpunkt zu machen, hat diese Leidenschaft mich verändert und meinem Leben eine neue Bedeutung gegeben. Künstler können gerade in der

turbulenten Welt von heute dazu beitragen, Werte wie gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu fördern. Wir können mit unserer Kunst Freude, Schönheit und Farbe in das Leben aller bringen. Ihr Bild „Lunch“ wurde sogar für die Sommerausstellung der Royal Academy of Arts in London ausgewählt … Das Bild wurde unter 12.000 Einsendungen ausgewählt. Es hat mich sehr bewegt, meine Arbeit in einer solch bedeutenden Einrichtung neben den Werken von Berühmtheiten wie Tracey Emin, Anselm Kiefer oder Georg Baselitz hängen zu sehen. Besonders gefreut hat

mich, dass mein Bild für den Verkauf als Druck aufgelegt wurde. Sie sind gerade in New York auf Fortbildung … Im Juli war ich in Venedig, im August in San Francisco und New York. Weiterbildung und die Auseinandersetzung mit der Kunst und anderen Künstlern hilft mir, mich kritisch mit meinem Werk auseinanderzusetzen, mich immer wieder neu zu fordern. Für mich ist der kontinuierliche Austausch in der Kunst mit Geschichte und Kultur Nahrung für meine Seele und meine Kreativität.

Foto: Oskar Zingerle

KAROLINA GACKE aus Polen, aufgewachsen in Afrika, pendelt mit ihrem Lebensgefährten Benno Röggla zwischen Thailand und Brixen – und stellt nun ihre Kunst auch hierzulande vor.

irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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AUSSTELLUNG

Youth Art Biennale z Bis 30. Oktober ist in der Franzensfeste die erste Ausgabe der ACADEMIÆ zu sehen. Die Kunstbiennale wurde von dem neu gegründeten Verein „ArtintheAlps“ ins Leben gerufen, um in der Festung „endlich mal wieder gute Kunst zu zeigen“, wie Paula Mair es ausdrückte. Sehr zu Unrecht, denn in den letzen Jahren wurde einiges an bemerkenswerter Kunst gezeigt – man denke an „Panorama“ oder an die drei Ausgaben der „50x50x50 Art Biennale“. Der Titel „Throwing Balls in the Air“ bezieht sich auf Arbeiten von John Baldessari, die als Kommentare zum künstlerischen Prozess gelesen werden, als permanenter Balanceakt zwischen Experiment, Zufall und dem Risiko des Scheiterns. Die Kuratorinnen Christiane Rekade und Francesca Boenzi untersuchen in dem Projekt die unterschiedliche Ausbildung in

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den Akademien und ihren Zugang zur zeitgenössischen Kunst. Es empfangen uns ortsspezifische Arbeiten wie die verschlossenen Schießscharten und das Wort „Built“ aus Backsteinen. Robert Keil platziert drei große Steinbrocken aus der Umgebung, die

eingewickelt in Tücher als Skulptur, aber auch als Sitzgelegenheit fungieren. Edvard Teachev thematisiert in seinem Video den Traum, Kunst zu studieren, in dem er als Koch in der Mensa arbeitet. David Berweger legt einen Teppich aus Staub auf, der am Ende für weitere

Boden-Arbeiten eingesammelt wird. Die „Limone Gigante“ von Erica Kimberly Lizzori ist in all den verkopften Werken einfach eine Zitrone aus Alufolie. Für den leicht ratlosen Besucher ist der aufschlussreiche Katalog unumgänglich. ird


AUSSTELLUNG

DREI GUTE GRÜNDE FÜR EIN ZIEGELFERTIGHAUS VON ALP HOUSE!

Perspektivenwechsel den „Kamigami“, skulpturalen Installationen, die mithilfe reflektierender Stahl- oder Spiegelwände in die Unendlichkeit projiziert werden. Es ist die Geburtsstunde von „Straight into the corner“, ein verwirrendes Vexierspiel mit erahnenden Fluchtpunkten, die Konzen­ tration auf Ecken und Kanten, die neue Raumperspektiven eröffnet. Der überdimensio­ nale gelbe Lego-Knoten vor der Erhardkirche verweist in seiner minuziös ausgeklügelten Drehung auf Negris Verhältnis zur Architektur und ist im Besonderen dazu gedacht, in Interaktion mit seinem Publikum zu treten. ird

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MASSIV

ein Ziegelhaus für Generationen!

......

z Im Monat August ist in der Galerie Hofburg der Mailänder Künstler Matteo Negri zu Gast. Es ist seine erste Ausstellung in Südtirol, bei der Arbeiten aus bekannten Werkzyklen gezeigt werden, aber auch eigens für die Galerie konzipierte Werke. Matteo Negri wird bei der Fertigung seiner Wandskulpturen von der Vorstellung visueller und räumlicher Ordnung inspiriert – nach dem Prinzip der Werke Piet Mondrians. Mit Farbe, Form und Wahrnehmung setzt Negri mit seinen riesigen Legosteinen auf das Spiel von Leere und Fülle von Brücken und Fluchtpunkten. Diese perspektivische Vision mündet in

TSCHUMPUS

Foto: Arnold Ritter

Ein Resümee

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WERTVOLL

......

langlebig und wertbeständig!

z Die zündende Idee eines Kulturprojektes im Tschumpus hatte Theatermacher Georg Kaser – und alle waren hellauf begeistert vom Kultursommer hinter Gittern. Der „SommerKnasttraum“ kann getrost als Highlight im sommerlichen Abendprogramm durchgehen, das wohl im ganzen Land nicht zu toppen war. „Es war ein fantastisches Ambiente, das auch dann sehr anheimelnd wirkte, wenn nicht alle 260 Sitzplätze besetzt waren“, schwärmt der Projektleiter. Ein kunterbuntes Völkchen ließ die Gefängnismauern über zwei Monate lang erzittern und lockte über 4.000 Besucher in den stimmungsvollen Innenhof. Jazz traf auf Liedermacher und MGV-Sänger, Isa auf Frida Kahlo, die Sennerin auf Kasers Faust und seinen „Fressmonolog“, kurzum,

es war für jeden etwas dabei. „Der Schorsch“ gibt sich bescheiden, aber man merkt ihm an, dass er schon ein wenig stolz ist, dass seine Initiative solch positive Resonanz erfahren hat. „Die informative Broschüre ist etwas untergegangen, und bei der Kunstausstellung hat es mit der Aufsicht gehapert“, meint der Big Boss, „da braucht es eine Kooperation mit anderen Institutionen.“ Kooperation soll das Schlagwort für nächstes Jahr sein, zum Beispiel mit dem Filmclub, dem SKB und dem IMS. „Die Location hat uns die Gemeinde schon zugesichert“, freut sich Kaser, „also heißt es im Herbst: Ärmel hochkrempeln und sich in die Arbeit stürzen.“ Für alle, die es heuer verpennt haben: Ihr bekommt eine zweite ird Chance!

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QUALITÄT

10 Jahre Qualitätsgarantie!

Weitere gute Gründe finden Sie unter: www.alphouse.it Facebook/AlpHouse YouTube/AlpHouse Google+/AlpHouse 33


DIVERSES

Kunstmeile Stadelgasse

Feuershow auf der Drehscheibe

z Es gibt sehr viele wunderhübsche Gassen in Brixen, so auch die Stadelgasse, die beim ansprechenden Hotel Krone beginnt und mit dem herrlichen Blick auf das Hotel Elephant endet. Die Geschäftsinhaber der „grünen Gasse“ haben ein sommerliches Kunst-Happening initiiert, das unter dem Motto „Nachhaltigkeit und Wohlbefinden“ heuer nun schon zum zweiten Mal stattfand. Kasnocken und Hirsepüree erfreuten die Besucher, ebenso die Musik von „120km/h“ und „Short Term Memory“. Die Kunstwerke stammen durchwegs von Künstlern des Erhardkreises, und sie zu entdecken ist ein kniffliges Ratespiel. Gehört es zur Dekoration des Lokals, oder ist es ein temporäres Werk? Zweifelsohne sind die Arbeiten ein ausgesprochener Gewinn für die Geschäfte

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und Lokale. Im Pro Natura wachen zwei majestätische Büsten von Markus Gasser über unseren Einkauf, eine anmutige Tänzerin von Pascale Alessi schmückt das Schaufenster von Beauty Martha, Sergio Sommavillas Köpfe und Leander Piazzas frechbunte Engel zieren die Wände im Wianui. Elisabeth Amorts Arbeiten leuchten im „Stoff&Faden“, im Cafè Winkler kann man sich kaum sattsehen an den außergewöhnlichen Raku-Arbeiten von Christian Falk, den detailgetreuen Zeichnungen von Francesco Contò, den Wirbelbildern von Martha Silbernagl und den Mini-Bergbildern von Jolanda Plunger. Zu entdecken gibt es noch einiges mehr wie die Arbeiten der Glaskünstler von Vetroricerca, Fotografie (Martina Thaler) und winzige Skulpturen (Arianna Lo Scialpo). ird

Foto: Oliver Jaist

Kunst & Kultur

KUNST

z Am 1. August wurde die historische Drehscheibe am Bahnhof Franzensfeste zur Plattform einer pyrotechnischen Show. Mit Feuertänzern aus Prag und der St. Pauls Jazzband feierte man die Verlegung der restaurierten Drehscheibe. Dieses denkwürdige Ereignis ist vordergründig das Verdienst des Kuratoriums für Technische Kulturgüter unter der Leitung von Wittfrida Mitterer, die sich mit unermüdlichem Einsatz um die Erhaltung technischer Bauwerke bemüht. Einen informativen Parcours sämtlicher Kraftwerke, Eisenbahnen und Seilbahnen bietet das Kuratorium überdies durch das virtuelle Museum „Tecneum“ (www.technikmuseum.it). Die Drehscheibe diente nach dem Bau der Pustertalbahn den Dampfloks, die um die Achse gedreht wurden, um die

Fahrtrichtung zu ändern oder um in ein benachbartes Gleispaar umzusetzen. Sie befand sich ursprünglich am Nordende des Bahnhofes; die Verlegung wurde durch die Errichtung der Zulaufstrecke des BBT notwendig. Die Drehscheibe ist heute noch voll funktionsfähig und kann mittels einer Kurbel händisch bedient werden. Das Kuratorium plant außerdem die Wiederherstellung der alten Remise und die Anbindung an das Schienennetz mit der Wiedereröffnung der alten Militärhaltestelle, sodass die Festung wieder per Bahn erreichbar wäre. Die Errichtung und Restaurierung des neuen Technikschauplatzes wurde zur Gänze von der italienischen Bahngesellschaft finanziert, die Kosten für Infopoint und Beleuchtung übernahm die Gemeinde Franzensfeste. ird


timer

September DIVERSES

MountainBIKE-Testival

Expo, Testen, Touren und Genießen heißt es von 22. bis 25. September beim MountainBIKE-Testival am und um den Domplatz Foto: Dennis Stratmann

z In altbewährter Manier treffen sich von Donnerstag, 22. bis Sonntag, 25. September die renommiertesten Bike- und Parts Hersteller am und um den Brixner Domplatz, um die neuesten Highlights für das MountainbikeJahr 2017 vorzustellen. Auf dem SPORTLER Pumptrack kann jeder Bike-Interessierte sein Können austesten, Kinder können sich bei der SCOTT Junior Trophy messen. Gebührend abgeschlossen wird das Brixner Bike-Wochenende bei der Testival-Party am Samstagabend.

Für den Bike-Nachwuchs. Auch

Expo, Testen und Touren. Der

Startschuss für Südtirols größte Bike-Expo fällt am Donnerstag, 22. September. Pünktlich um 9 Uhr öffnen über 50 der renommiertesten Bike-Hersteller die Tore ihrer Messestände und bieten die neuesten Mountainbikes, E-Bikes sowie Equipment zum kostenlosen Testen an. Anfassen, ausprobieren und natürlich testen ist ausdrücklich erwünscht. Shuttles bringen die Biker zur Talstation der Plose Seilbahn, lokale Bike-Guides sorgen auf geführten Touren für Unterhaltung. Ob Cross-Country-Touren, Freeride-Touren oder Lady-Specials – für Abwechslung

Fahrer können beim „SPORTLER Pumptrack-Contest“ am Samstagabend, 24. September um 18.30 Uhr, teilnehmen und fette Preise absahnen! Die Sieger des Sportler Pumptrack-Contest werden bei der Testival-Party presented by SPORTLER prämiert und in der After-Show Party im Club Max gebührend gefeiert!

ist auf jeden Fall gesorgt. Die Expo ist von Donnerstag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr, am Sonntag bis 16 Uhr geöffnet.

SPORTLER Pumptrack. Eine

Neuheit erwartet die Besucher im Don-Giovanni-Franco Park in der Schwesternau: In die Pedale treten? Fehlanzeige! Der Pumptrack der Firma SPORTLER ist eine speziell geschaffene Strecke bestehend aus Wellen und Steilwandkurven, die ohne zu treten befahren werden muss. Das Ziel ist es, durch Hochdrücken

des Körpers eine möglichst hohe Geschwindigkeit aufzubauen und den Rundkurs so schnell wie möglich zu befahren. Mitmachen kann jeder täglich von 9 bis 18 Uhr, die besten Fahrerinnen und

die Kleinen kommen beim MountainBIKE-Testival nicht zu kurz. Dem Bike-Nachwuchs wird am Sonntag, 25. September die volle Aufmerksamkeit geschenkt. Ab 11 Uhr können Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren bei der SCOTT Junior Trophy ihr Können unter Beweis stellen: Auf einer rund 1,5 Kilometer langen Strecke geht es mitten durch die Innenstadt von Brixen. Der Spaß steht hier an oberster Stelle.

» Der Zutritt zur Expo und das Ausleihen von Test­material sind kostenlos.

MountainBIKE-Testival: 22. bis 25.09., Altstadt Brixen SPORTLER Pumptrack Contest: 24.09., 18 Uhr, Schwesternau SCOTT Junior Trophy: 25.09., 11 Uhr, Großer Gaben

Info: www.mountainbike-testival.de

Tauchen Sie ein in unser buntes Programm für Ihren Herbst! Über 200 Kurse in Ihrer Nähe!

Unsere Highlights im Herbst: Skigymnastik BRIXEN | Grundschule Tschurtschenthaler, Maria-Montessori-Straße 6 Mo. 26.09. | 19-20Uhr | 10 Treffen | jeweils Mo. Vollwertköstlichkeiten im Herbst Gesunde, bunte und erntefrische neue Rezeptideen BRIXEN | Jakob-Steiner-Haus, Milland, Vintlerweg 34 Fr. 30.09. | 18-22 Uhr | 1 Treffen

Volkshochschule Südtirol | Zweigstelle Brixen | Peter-Mayr-Straße 9 | Tel. 0472 836424 | brixen@vhs.it

Fotoabenteuer für Klein und Groß Tricks für den richtigen Umgang mit der Digitalkamera für Kinder im Grundschulalter mit Begleitperson BRIXEN | VHS Zweigstelle, Peter-Mayr-Straße 9 Sa. 01.10. | 09-13 Uhr | 1 Treffen 35


MUSIK

Veranstaltungen

5. Südtiroler Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik » Freitag, 9. September

Festbetrieb von 18:30 bis 24 Uhr Festplatz

» Samstag, 10. September

z Vom 9. bis 11. September findet in Mühlbach das 5. Südtiroler Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik statt. 22 Blaskapellen aus ganz Europa und Südtirol messen sich in einem musikalischen Wettbewerb und spielen ebenfalls zu einstündigen Konzerten im Festzelt auf. Der Wettbewerb im Graf Meinhard Haus findet am Samstag, 10. September und Sonntag, 11. September von 10 bis 17 Uhr statt. Die Wertungsspiele der Blaskapellen in vier Leistungsstufen dauern jeweils 30 Minuten und sind öffentlich zugänglich. Die internationale Jury

mit Helmut Schmid (Österreich), Pirmin Hodel (Schweiz), Florian Ebert (Deutschland) und Anton Ludwig Wilhalm (Italien) bewertet die Blaskapellen nach einem festgelegten Reglement. Mit der Preisverteilung durch Landesrat Philipp Achammer am Sonntag, 11. September um 18.45 Uhr im Graf Meinhard Haus von Mühlbach endet der offizielle Wettbewerb. Parallel zum musikalischen Wettstreit laden die Organisatoren, die Bürgerkapelle Mühlbach, der Tourismusverein Gitschberg-Jochtal und die Egerländer Blasmusik Neusiedl am See ins Festzelt ein.

Wettbewerb von 10 bis 17:30 Uhr Graf Meinhard Haus Festbetrieb von 10:30 bis 24 Uhr Festplatz

» Sonntag, 11. September

Wettbewerb von 10 bis 17 Uhr Preisverteilung 18:45 Uhr Graf Meinhard Haus Festbetrieb von 10 bis 24 Uhr Festplatz

Infos unter: www.egerlaender-blasmusik.com oder www.gitschberg-jochtal.com

Der Festbetrieb am Festplatz beim Graf Meinhard Haus beginnt am Freitag, 9. September um 18:30 Uhr, am Samstag und Sonntag um 10 Uhr und dauert jeweils bis 24 Uhr.

Mozart in der Hofburg Cynthia Roberts, Violine Christoph Hammer, Hammerklavier In der Brixner Hofburg hat sich Mozart bei seinen Italienreisen mehrfach aufgehalten. Im Kaisersaal der bischöflichen Residenz treten der Hammerklavierspezialist Christoph Hammer und die prominente Barockgeigerin Cynthia Roberts von der New Yorker Juilliard School mit Violin- und Klaviersonaten von Mozart auf. Cynthia Roberts spielt eine originale Stainer-Violine aus dem späten 17. Jahrhundert. Christoph Hammer musiziert auf einer Kopie eines Flügels von Anton Walter, von dem auch Mozarts eigenes Klavier erbaut wurde.

» Samstag, 3. September, 20 Uhr Hofburg Brixen, Kaisersaal

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren

www.musikkirche.it 36

Theater und Video für Menschen ab 5 Jahren Einschreibungen TPZ Brixen Heuer neu: Theaterwerkstatt in italienischer Sprache für Kinder zwischen 9 und 12 Jahren Youtuber-Werkstatt Erstelle deinen eigenen Vlog – nur für Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren, die was zu sagen haben

» Den Stundenplan aller Werkstätten findest du unter

www.tpz-brixen.org Weitere Informationen unter tpz-brixen@hotmail.com oder 335 535 99 55


MUSIK

5. Daniel-Herz-Orgelwettbewerb

z Vom 3. bis 10. September findet der 5. Internationale Daniel-HerzOrgelwettbewerb statt. Namensgeberin des Wettbewerbes ist die Orgel in der Frauenkirche, die im 17. Jahrhundert vom bedeutendsten Tiroler Orgelbauer Daniel Herz errichtet worden war. Das Domkapitel hat 2005 die Restauration der Orgel in Auftrag gegeben, der

eingehende wissenschaftliche Untersuchungen und Erforschungen vorausgingen. Seit 2010 findet in zweijährigem Rhythmus der Daniel-Herz-Orgelwettbewerb statt, der auf der erwähnten Orgel und auf der Domorgel ausgetragen wird. Initiator war Domorganist Franz Comploi, der den Wettbewerb nach wie vor als künstlerischer

Leiter weiterentwickelt. Die Cusanus Akademie zeichnet für die organisatorischen Belange verantwortlich. In diesen Jahren hat der Wettbewerb einen sehr guten internationalen Ruf erworben, zu dem sich junge Organisten aus aller Welt bewerben und sich einem eingehenden Auswahlverfahren unterziehen. Für die

bisherigen Gewinner stellte der Wettbewerb ein Sprungbrett für eine internationale Karriere da. Alle Wettbewerbskonzerte sind öffentlich zugänglich. Die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbes spielen am 10. September um 20 Uhr in der Frauenkirche (1. Teil) und im Dom zu Brixen (2. Teil) das Preisträgerkonzert, welches von RAI SÜDTIROL live übertragen wird. Der Wettbewerb wird vom Land Südtirol – Abteilung Deutsche Kultur, der Stadtgemeinde Brixen, der Stiftung Sparkasse, der Raiffeisenkasse Eisacktal, Rai Südtirol, dem Tourismusverein Brixen, der Ahrend Orgelbau, dem Domkapitel und der Nikolaus Cusanus Akademie finanziell und logistisch unterstützt.

» 3. bis 10. September

Preisträgerkonzert: 10. September, 20 Uhr Frauenkirche und Brixner Dom

Wolfgang Amadeus Mozart Die schönsten Arien aus: Le nozze di Figaro, Cosí fan tutte, Don Giovanni Julia Aichner – Sopran Silvia Celadin – Sopran Roman Pichler – Tenor Simone Marchesini – Bariton Pierluigi Piran – am Klavier Giacomo Fornari – Moderator

» Samstag, 17. September, 18 Uhr Forum Brixen

Eintritt: 13 – 7 Euro Kartenreservierung im Forum unter der Tel. 0472 275588

50 ccm Challenge Race Südtirol Organisator: MC Brixen

In je einem Lauf zu 2,5 Stunden treten originale und modifizierte Mopeds und Vespas gegeneinander an. Teilnehmen kann man mit mindestens 15 Jahre alten Mopeds und Vespas, die einen 50 ccm original bzw. 100 ccm modifizierten Motor aufweisen.

» 17. September

Nato-Areal in Natz

Infos und Anmeldung auf der FacebookSeite des MC (Motocross) Brixen oder via mail an michael.kinkelin@gmx.net

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KULINARIK

z Drei Tage lang, vom Freitag 30. September bis Sonntag 2. Oktober, steht der Brixner Domplatz ganz im Zeichen von Brot und Korn. Die 19 beim Südtiroler Brot- und Strudelmarkt teilnehmenden Bäckereien und Konditoreien bieten typische Spezialitäten wie Schüttelbrot, Vinschger Paarl, Pusterer Breatl, Früchtebrot und vieles mehr zum Verkosten und Kaufen an. In der „Brotwerkstatt“ werden die Besucher unter der Anleitung von Fachlehrern und Lehrlingen der Landesberufsschule Emma Hellenstainer an das alte Handwerk des Backens herangeführt, während kleine Bäcker in der Kinderbackstube auf ihre Kosten kommen. Der historische Parcours „Vom Korn zum Brot“ informiert über die Backtradition des Landes, Aufführungen lokaler Volksmusikgruppen und Kutschenfahrten runden das Angebot ab, außerdem werden Führungen zum Thema „Zunft der Bäcker und Müller“ an-

» Sonntag, 11. September, ab 14 Uhr Kloster Neustift, Sportplatz

www.bildungshaus.it/lernfest

Bildungshaus Kloster Neustift Stiftstraße 1, 39040 Vahrn 0472 835588 bildungshaus@kloster-neustift.it www.bildungshaus.it

Foto: Othmar Seehauser

Veranstaltungen

Südtiroler Brot- und Strudelmarkt

geboten. Am Sonntag, 2. Oktober findet schließlich um 9:45 Uhr der festliche Einzug der Bäcker und Konditoren statt, mit anschließender Erntedankmesse im Brixner Dom. Anlässlich der Veranstaltung halten die Geschäften in Brixen auch am Sonntag geöffnet und der Tourismusverein Brixen bietet verschiedene Führungen an.

» Fr, 30.09., 9:30–18:30 Uhr

Sa, 1.10., 9:30–18:30 Uhr So, 2.10., 10:30–18 Uhr Domplatz Brixen

Weitere Informationen sowie die vollständige Liste der teilnehmenden Bäcker und Konditoren finden Sie online unter: www.brotmarkt.it

Weiterbildung

KVW Bildung Brixen QUALIFIZIERUNG BERUF Das 1 x 1 der Buchhaltung: Modullehrgang ab Fr. 07.10., 19.00 Uhr NEU: Zertifizierte Ausbildung zum/r EntspannungspädagogIn für Kinder Informationsvortrag: Fr. 21.10., 19.30 Uhr Kurzseminar: Wer nicht regeneriert, verliert Fr. 21.10., 15.30 – 18.30 Uhr Die Tricks von erfolgreichen Weniglernern Do. 29.09., 9.00 – 17.00 Uhr Bringen Sie Ihr Gehirn in Hochform Mi. 19.10., 9.00 – 17.00 Uhr Überzeugen in 90 Sekunden Mi. 26.10., 9.00 – 17.00 Uhr

SPRACHEN Deutsch A1.1: ab Do. 06.10., 20 Treffen, jew. Do. und Di., 19.30 – 21.10 Uhr A2.1: ab Do. 06.10., 20 Treffen jew. Do. und Di., 19.30 – 21.10 Uhr Konversationskurs Italienisch ab Di. 11.10., 9 Treffen, jew. Di., 19.30 – 21.10 Uhr (ab Kursniveau B1)

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Italienisch – Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung C ab Di. 18.10., 13 Treffen, jew. Di. und Do., 19.30 – 21.00 Uhr Italienisch – Grundlagen für Büro und Rezeption ab Fr. 21.10., 5 Treffen, jew. Fr., 19.00 – 21.00 Uhr 60+ Entspannt Englisch lernen ab Do., 06.10., 8 Treffen, jew. Do., 9.00 – 10.40 Uhr

EDV 50+ EDV Grundkurs ab Mo. 17.10., 6 Treffen, jew. Mo. und Mi., 17.30 – 19.15 Uhr Internet und E-Mail ab Di. 18.10., 4 Treffen, jew. Di. und Do., 19.30 – 21.45 Uhr

MENSCH GESELLSCHAFT Fair trade Academy – Make chocolate Fair! Fr. 09.09., 9.00 – 13.00 Uhr Starke Eltern – Starke Kinder® Informationsvortrag: Freiheit in Grenzen Mi. 28.09., 20.00 Uhr Kurs ab Mi. 12.10., 8 Treffen, jew. Mi., 20.00 – 22.30 Uhr

GESUNDHEIT WOHLBEFINDEN Zumba® und Afro-Fit ab Di. 20.09., von 18.00 – 19.00 Uhr ab Do. 22.09., von 19.20 – 20.20 Uhr ab Do. 22.09., von 18.15 – 19.15 Uhr Body Forming ab Di. 27.09., von 18.30 – 19.30 Uhr ab Do. 29.09., von 19.00 – 20.00 Uhr Gesundheitsgymnastik für Frauen ab Di. 27.09., von 18.00 Uhr – 19.00 Uhr Pilates ab Mo. 03.10., 8 Treffen, 17.30 – 18.30 Uhr Yoga Brixen ab Mo. 03.10., 12 Treffen, 19.30 – 21.00 Uhr Essen, trinken, achtsam im Alltag genießen ab Do. 06.10., 2 Treffen, 17.30 – 20.00 Uhr

KREATIVITÄT Fotokurs für EinsteigerInnen ab Do. 20.10., 4 Treffen

» Infos & weitere Angebote: KVW Bildung Brixen Tel. 0472 207 978 bildung.brixen@kvw.org www.kvw.org/bildung


MUSIK

10. Brixtown Music Night z Und wieder steht eine Brixtown Music Night, die auch in diesem Jahr die Erwartungen der inzwischen großen Fan­ gemeinde erfüllen wird, kurz vor ihrer Aufführung. Die Brixtown Music Night zählt längst schon zu den musikalischen Highlights im Raum Brixen und auch heuer wieder – dieses Mal am Freitag, 16. und Samstag, 17. September jeweils um 20 Uhr – steht das Musikevent ganz im Zeichen der guten Musik. Initiator Klaus Ra-

moser hat zusammen mit Rocknet.bz wieder eine Reihe von ausgezeichneten Sängerinnen, Sängern und Instrumentalisten aus Brixen und Umgebung eingeladen, um dem Publikum einen unvergesslichen Abend mit Musik verschiedener Stilrichtungen zu bereiten und abermals für Begeisterung und viele angenehme Emotionsmomente zu sorgen. Fester Bestandteil des Abends ist wieder die Brixtown Band – heuer mit Silvia Sellemond und

Sarah Sader (backgr. voc.), Ingo Ramoser (keys & arrangements), Klaus Ramoser (guitar), Matteo Colonna (bass), Hannes Walder (drums), Tobias Ramoser (perc.), Damian Dalla Torre (sax), Jürgen Federer (sax), Berni Brugger (trumpet) und special guest Mats Björklund (guit). Die Brixtown Band wird wieder mit viel Spielfreude die mitwirkenden Künstler beim diesjährigen Brixner Musikmarathon begleiten: Anna Maria Parteli, Christian Dejaco, Armin

Mair, Nora Pider, Julian Angerer, Sarah Oberhuber, Emanuele Colombi, Nicole Uibo, Alexandra Scremin, Konrad Oberhuber … and some more ;-). Karten gibt es als Online-Reservierung unter www.brixtown.it sowie zwei Stunden vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

» 16. & 17. September, 20 Uhr Jugendheim Milland

Magnificat von J. S. Bach Solisten, Vokalensemble und Orchester Musica Saeculorum Philipp von Steinaecker, Leitung Das in hellem D-Dur komponierte Magnificat von Johann Sebastian Bach gehört zu den bekanntesten Werken der Kirchenmusik und ist in seiner großen Besetzung mit der h-Moll-Messe zu vergleichen. Auch die Kantate „Herz und Mund“ BWV 147 gehört zu den beliebten und häufig aufgeführten Bachkantaten. Musica Saeculorum ist ein international besetztes Ensemble, das seinen Sitz in Südtirol hat. Die Musiker spielen unter dem Dirigenten Philipp von Steinaecker und sind Mitglieder von Orchestern wie English Baroque Soloists, Concentus Musicus Wien,

Mahler Chamber Orchestra und Chamber Orchestra of Europe, Orchester des Bayerischen Rundfunks, Wiener Philharmoniker, Monteverdi Choir u.a.

» Sonntag, 18. September, 18 Uhr Milland, Freinademetzkirche

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren

www.musikkirche.it 39


Veranstaltungen

Weiterbildung

Bildungshaus Kloster Neustift Highlights im Herbst: Lern- und Spielefest So, 13.09.2016 Neustifter Seniorentag Do, 29.09.2016 Tagung Naturkraft der Alpen - Der Mensch im Einklang mit der Natur Fr. 11.11.2016 Tagung Lebensqualität durch Nähe So. 13.11. – Di. 15.11.2016 Betrieblicher Gesundheitstag Do, 24.11.2016

Persönliche Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung

Basisinfo Christentum 6-teilige Seminarreihe 1. Termin: Sa., 22.10.2016 Die Frage nach Gott? Die Bibel – Wort Gottes?

Lehrgang zum/r Vitalmasseur/in Do., 15.09.2016 bis Sa. 09.09.2017

Biblische Geschichten live erzählt Sa., 03.12.2016 Selbstwahrnehmung Aufbau eines gesunden Selbstwertgefühls Fr., 30.09. bis Sa., 01.10.2016 Erholsame Tage für die Generation 65+ Im Herbst des Lebens – Zeit für... Di., 18.10. bis Do., 20.10.2016

Lehrgang zum/r Shaolin Qi Gong Trainer/in Fr., 23.09.2016 bis Sa., 26.08.2017 Aufbau-Lehrgang Heilkräuter nach Hildegard von Bingen Fr., 18.11.2016 bis Do., 28.09.2017 Lehrgang „Family Support® für liebevolle Erziehung“ Fr., 25.11.2016 bis Fr., 12.05.2017

Diverses

Freitag, 9. September 19 Uhr

Vahrner Weis(s)e Verkostung von Weißweinen aus Vahrn und Neustift Neustift, Stiftsplatz Samstag, 3. September

Diverses

ab 9 Uhr

10 Uhr

Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Altstadt

Musik

20 Uhr

Mozart in der Hofburg Violinsonaten, Klaviersonaten und sechs Variationen über „Hélas, j’ai perdu mon amant“ Hofburg Brixen, Kaisersaal Dienstag, 6. September

Erlebnisführung

Ausbildung zum DiplomSommelier Sommelierkurs Stufe II Di., 06.09. bis Mo., 03.10.2016

Vortrag und Infoveranstaltung zur Seminarreihe Professionelle Kulturarbeit Woher kommt in Zukunft das Geld für Kultur? Do., 20.10.2016, 18.30 Uhr

Speed Reading Training Do., 06.10. bis Fr., 07.10.2016

21 Uhr

Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt

Kunst

11 Uhr

Musik

ab 10 Uhr

Sport

12 Uhr

Erlebnisführung

10 Uhr

Kunstwerk des Monats Beim Kunstwerk des Monats handelt es sich um ein wertvolles gotisches Tafelbild mit dem Schmerzensmann Hofburg Brixen Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik Wettbewerbe von 10 bis 17:30 Uhr, Festbetrieb von 10:30 bis 24 Uhr Mühlbach, Festplatz

Transalpine-Run Brixen ist Etappenziel des Gore-Tex Transalpine-Run Domplatz

Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Altstadt

Basisseminar Kommunikation Di., 11.10. bis Mi., 12.10.2016

» Kursprogramm, Anmeldung und Information: direkt im Bildungshaus Kloster Neustift, 0472 835588 oder auf www.bildungshaus.it bildungshaus@klosterneustift.it

Ladies Night Die „Wilden Stiere“ der Heimatbühne Schabs sind zurück. Nach dem Erfolg im Frühjahr spielt die Heimatbühne Schabs nochmals das Stück „Ladies Night“ nach S. Sinclair & A. McCarten unter der Regie von Gerd Weigel.

» Freitag, 30. September um 20 Uhr

Dienstag, 4. Oktober um 20 Uhr Freitag, 7. Oktober um 20 Uhr (Einlass nur für Frauen) Samstag, 8. Oktober um 20 Uhr Dienstag, 11. Oktober um 20 Uhr Schabs, Haus der Dorfgemeinschaft

Eintritt: 10 Euro, freie Platzwahl Reservierungen werden von Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr per Anruf oder SMS unter 344 1706777 entgegengenommen. Auf euer Kommen freut sich die Heimatbühne Schabs. www.facebook.com/hb.schabs

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ab 18:30 Uhr

Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik Festbetrieb bis 24 Uhr Mühlbach, Festplatz Samstag, 10. September

Flohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn Vahrn, alter Kindergarten

Erlebnisführung

Musik

Lehrgang Wirtschaftsmediation & Konfliktmanagement Do., 08.12.2016 bis Sa., 14.10.2017

Blickwinkel Kreative Fotografie zwischen Klostermauern Mo., 05.09. bis Fr., 09.09.2016

Zurück in den Beruf So gelingt der Wiedereinstieg Fr., 23.09. bis Sa., 24.09.2016

Freitag, 2. September


Musik

20 Uhr

Samstag, 17. September

Musik

10 Uhr

Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik Wettbewerbe von 10 bis 17 Uhr, Preisverteilung um 18:45 Uhr, Festbetrieb von 10 bis 24 Uhr Mühlbach, Festplatz

Musik

18 Uhr

Diverses

Die lächerliche Finsternis Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz mit Brigitte Knapp, Elena Knapp, Susan La Dez, Petra Rohregger; Regie: Fabian Kametz Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Orgelmusik Preisträgerkonzert des 5. Internationalen Orgelwettbewerbs „Daniel Herz“ Brixner Dom Sonntag, 11. September

Musik

ab 10 Uhr

ab 14 Uhr

Lern- und Spielefest Gemeinsam spielerisch lernen Kloster Neustift, Sportplatz Dienstag, 13. September

Erlebnisführung

21 Uhr

Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt Freitag, 16. September

Diverses

Musikantentreffen Musikkapellen aus dem In- und Ausland spielen in der Brixner Altstadt, um 14:30 Uhr Sternmarsch durch die Altstadt Altstadt, Domplatz Wolfgang Amadeus Mozart Die schönsten Arien aus Le nozze di Figaro, Cosí fan tutte, Don Giovanni Forum Brixen

Theater

20:30 Uhr

Sonntag, 18. September

Musik

18 Uhr

Magnificat Musica Saeculorum gibt J. S. Bachs Kantate „Herz und Mund“ und das Magnificat Milland, Freinademetz-Kirche Dienstag, 20. September

ab 10 Uhr

Textilwelt 4. Auflage des Textilmarktes mit Vorführung, Workshops und Verkauf Neustift, Stiftsplatz des Klosters

Erlebnisführung

21 Uhr

Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen und dunklen Mythen Altstadt

Donnerstag, 22. September

Donnerstag, 29. September

Sport

Theater

ab 9 Uhr

Mountainbike Testival 5. Ausgabe des einzigartigen BikeEvents Domplatz

Theater

20:30 Uhr

Die lächerliche Finsternis Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz mit Brigitte Knapp, Elena Knapp, Susan La Dez, Petra Rohregger; Regie: Fabian Kametz Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Freitag, 23. September

Sport

ab 9 Uhr

Mountainbike Testival 5. Ausgabe des einzigartigen BikeEvents Domplatz

Theater

20:30 Uhr

Die lächerliche Finsternis Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz mit Brigitte Knapp, Elena Knapp, Susan La Dez, Petra Rohregger; Regie: Fabian Kametz Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 24. September

Sport

ab 9 Uhr

Mountainbike Testival 5. Ausgabe des einzigartigen BikeEvents Domplatz

Erlebnisführung

» Freitag, 2. September ab 19 Uhr Stiftsplatz Neustift

Aufgrund der klimatischen und geologischen Besonderheiten sind die „Vahrner“ Weine etwas ganz Besonderes: Die hier angebauten weißen Sorten sind weitum durch ihre einzigartige Fruchtigkeit, Saftigkeit und Mineralität bekannt. Höchstbewertungen von den angesehensten Weinkritikern und -führern belegen die außerordentliche Qualität dieser Weine. Bei der „Vahrner Weis(s)e“ stellen folgende Kellereien und Winzer von Neustift und Vahrn ihre Weine vor: Griesserhof, Köfererhof, Pacherhof, Strasserhof, Stiftskellerei Neustift. Für die Kulinarik zum Wein sorgen: Hotel Pacher, Löwenhof, Hotel Clara, Sport Wirt, Degust und Peter’s Bistro Musikalische Umrahmung: Lounge Musik mit DJ Daniel Mojito (Radio Holiday) Kostenloser Taxidienst nach Brixen und Vahrn, Tel. 349 6078140

20:30 Uhr

Die lächerliche Finsternis Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz mit Brigitte Knapp, Elena Knapp, Susan La Dez, Petra Rohregger; Regie: Fabian Kametz Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 25. September

Sport

ab 9 Uhr

Mountainbike Testival 5. Ausgabe des einzigartigen BikeEvents Domplatz Dienstag, 27. September

Erlebnisführung

21 Uhr

Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt Mittwoch, 28. September

Jazz

Freitag, 30. September

Diverses

ab 9:30 Uhr

Brot- und Strudelmarkt Alles rund um Brot und Korn Domplatz

Theater

20 Uhr

Ladies Night Die „Wilden Stiere“ der Heimatbühne Schabs sind zurück Schabs, Haus der Dorfgemeinschaft

Märkte Bauernmarkt samstags und mittwochs, 7:30–14 Uhr, Hartmannsplatz Monatsmarkt Donnerstag, 29. September, 8–14 Uhr, Schwesternau Wochenmarkt montags, 7:30–13:30 Uhr, Priel-Gelände

10 Uhr

Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Altstadt

Theater

20:30 Uhr

Die lächerliche Finsternis Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz mit Brigitte Knapp, Elena Knapp, Susan La Dez, Petra Rohregger; Regie: Fabian Kametz Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

20:30 Uhr

Bobby K Mitreißender Jazz mit der Berliner Band mit Lutz Streun (bassclarinet & effects), Oleg Hollmann (baritone sax), Jürgen Meyer (drums) Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Ausstellungen Hofburg Brixen 3. September bis 30. Oktober Garten 164 Künstler zeigen anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Südtiroler Künstlerbundes ihr Schaffen Eröffnung: Freitag, 2. September, 18 Uhr Di.–So. 10–17 Uhr StadtGalerie bis 28. Oktober Le Anime morte e le Favole Ausstellung von Marc Chagall Di.–Sa. 10–12 und 16:30–18:30 Uhr Pharmaziemuseum bis 31. Dezember STEINreich Seit jeher interessiert sich die Arzneikunde für die Welt der Steine Di. & Mi. 14–18 Uhr, Sa. 11–16 Uhr Festung Franzensfeste bis 30. Oktober Academiæ Youth Art Biennale – Arbeiten von 35 aufstrebenden Künstlern Di.–So. 11–15 Uhr 41


Freizeit & Sport

WENN GO-KARTS ÜBER DEN DOMPLATZ RATTERN

„Voll eini“ Foto: Helmut Moling

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – so ist es nun mal im Sport. Und nur wer das volle Risiko einging, setzte sich beim zweiten Go-Kart-Rennen am Brixner Domplatz, das diesmal unter Flutlicht stattfand, an die Spitze.

E

in schöner Rücken kann auch entzücken – das dachte sich wohl Skirennläuferin Verena Gasslitter, die für das Team „Santner’s“ an den Start ging, und zeigte ihren Gegnerinnen schon gleich beim Qualifying der Damen am Donnerstagabend, was sie drauf hat. Nicht nur sie, sondern auch ihre Teamkolleginnen aus der italienischen Ski-Nationalmannschaft, Johanna Schnarf und Manuela Mölgg, hatten das perfekte Auge dafür, wie man die Kurven

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am besten nimmt. Aber auch die Nicht-Profis packten ihren Ehrgeiz aus und „gratschten“ mit Vollgas in den heuer schneller gesteckten Parcours am Domplatz. „Was die Mädels heuer gezeigt haben, war erste Klasse. Sie nahmen vollstes Risiko und standen den Jungs in nichts nach“, erklärt Organisator Alex Angerer vom „Freestyle Club Brixen“. Während die Damen nach rund 30 Runden wieder in die Boxengasse düsten, die heuer vor dem

Brixner Rathaus stationiert war, kündigte der amüsante Speaker Klaus aus Olang den Start des Männer-Qualifying an; verständlich war die Durchsage allerdings nur, wenn man sich gerade in der Nähe einer Lautsprecher-Box befand. Wenn nicht, konnte man nur vage erahnen, wer denn nun jetzt in welchem Go-Kart in die Kurven quietscht. Schade eigentlich, denn genau das würde das Rennen für die Zuschauer noch interessanter machen. Auf der

großen Anschlagetafel standen zwar die Zeiten der vor jedem Rennen neu ausgelosten Go-Karts, aber eben nicht die Namen der Fahrer. „Wir werden versuchen, im nächsten Jahr eine große LedLeinwand aufzustellen, auf der man den Fahrern auch an den etwas unübersichtlichen Stellen zuschauen kann“, so Angerer, der sich ansonsten begeistert von der Veranstaltung zeigt. Auch die Teilnehmer selbst schwärmen von der heurigen Ausgabe, die bewusst


„Die Mädels nahmen vollstes Risiko und standen den Jungs in nichts nach“_ Alex Angerer, Organisator

auf den späten Nachmittag und Abend verlegt wurde, um so nicht gleich nach Dämmerung die Karts in die Boxen stellen zu müssen.

Publikumsmagnet. Das Qualify-

ing der Herren endete gegen 21:30 Uhr; Team „Voodoone“ holte sich den Platz in der Pole-Position – was auch zu erwarten war, denn immerhin saß kein Geringerer als Kart-Profi Fabian Federer am Steuer. Die vollbesetzte Tribüne leerte sich langsam. Auch die vielen Zuschauer rund um die abgezäunte Rennstrecke nahmen wieder ihren Rundgang durch die Stadt auf – immerhin fanden zeitgleich die letzten Sommeremotionen des heurigen Sommers statt. Der laue Sommerabend trug natürlich auch seinen Teil zum starken Besucherandrang bei. Am Freitag, tags darauf, ging es dann um die Wurst, denn ab 20 Uhr fand das Finale der Damen und nachfolgend das Finale der Herren statt. Zwischendurch wurde noch

ein kleines VIP- bzw. FreundeRennen abgehalten. „Der Wettergott hat uns erhört“, freut sich Angerer, denn wie ein Wunder hörte der den ganzen Tag anhaltende Regen am Freitag gegen 19:30 Uhr auf und gab somit der Veranstaltung grünes Licht. Die Fahrer selbst ließen sich von der etwas nassen Fahrbahn wenig beeinflussen und traten ohne Rücksicht auf Verluste ins Gaspedal. Die Bleifüße des Teams „Easisoft“ mit der „wilden Hilde“, „Speedy Gonzales“, der „Rennsau“ und „the Stig“ waren nach 30 Runden am schwersten und holten sich somit den heurigen Pott in der Kategorie „Overall“. Die schnellste Frau war, wie beim Qualifying, Skirennläuferin Verena Gasslitter. Auch bei den Herren gab es keine Überraschung: Der Start-Ziel-Sieger Fabian Federer fuhr als erster über die Ziellinie. Die schnellste Runde überhaupt kann sich Stefan Öhler vom Team „traubenwirt“ auf die Kappe sch-

reiben, der die 400 Meter lange Strecke zwischen Rathaus und Hofburgplatz in 23,07 Sekunden zurücklegte. Vom Wetter wenig beeinflussen ließen sich auch die Zuschauer, die zwar etwas später als erwartet, aber doch zahlreich die Tribünen füllten, um dem – heuer neu eingeführten – Superfinale beizuwohnen. Dieses bestritten die besten zehn Damen und die besten zehn Herren unter eigens angemieteten Flutlicht-Ballons, die nicht nur ihren Zweck erfüllten, den Domplatz zu erhellen, sondern auch optisch ins Auge stachen.

„Gib Gummi!“ 22 Teams schrieben

sich für das heurige Rennen ein – sieben mehr als im Vorjahr. Für das „Frei.Wild“-Team musste allerdings kurzfristig Ersatz gefunden werden: Zwar fuhr Frontmann Philipp Burger beim VIP-Rennen am Freitag mit, seine Bandkollegen Zegga und Föhre mussten aller-

dings darauf verzichten, sich in das Gefährt zu setzen – zu stark sind die Vibrationen in den Fingern, zu groß wäre die Gefahr, das tags darauf angesetzte Konzert nicht spielen zu können. Ein wahrlich interessanter Absagegrund, den man als Außenstehender kaum nachvollziehen kann. „Es ist aber wirklich wahnsinnig anstrengend, auf diesem unebenen Boden Rennen zu fahren – das merkt man spätestens am nächsten Tag, wenn man mit Muskelkater in den Armen kaum aus dem Bett heraus kommt“, so Angerer. Aber welchen Nicht-Profimusiker kümmert schon der Muskelkater: Um Teil eines coolen Events zu sein, den Domplatz zu rocken und den Adrenalinkick zu spüren, nimmt man doch gerne einiges in Kauf.

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 43


TRIATHLON

Freizeit & Sport

„Zache“ Typen z Den „normalen“ Marathon verweist der Triathlon schon längst auf die Ränge: In den letzten Jahren hat sich der Dreikampf im Laufen, Schwimmen und Radfahren zur Lifestyle-Sportart entwickelt, die es auch einigen Brixnern angetan hat. Beweis dafür ist nicht nur Italienmeisterin Verena Steinhauser, sondern auch Markus Sader, Julia Hofer und Florian Schaller, die kürzlich den Langdistanztriathlon in Roth absolvierten: Nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern Radfahren liefen die

drei Sportskanonen noch einen Marathon. Über 3.500 Athleten hatten am Rennen teilgenommen, bei dem der bestehende Weltrekord von Ironman-Hawaii-Sieger Jan Frodeno unterboten wurde. Julia Hofer erreichte das Ziel nach 11 Stunden, 58 Minuten; Florian

F&S

Schaller nach 10 Stunden und 13 Minuten und Markus Sader nach 10 Stunden und 33 Minuten. „Die monatelange Vorbereitung und die Schmerzen sind schon vergessen. Was bleibt, ist ein unglaubliches Glücksgefühl“, sind sich die drei eh einig.

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

HANDBALL DAMEN

Nix ist fix

z Der Spielkalender für die Saison steht, die Übungseinheiten sind im Gange, der Trainer ist bestellt. Fix ist es allerdings noch nicht, ob die Spielerinnen des SSV Brixen Handball, die im Juni den Aufstieg in die erste Liga schafften, auch in dieser mitspielen werden, denn:

kurz

notiert

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„Der Vorstand versucht derzeit, die erforderlichen Geldmittel zu beschaffen. Die Chancen, dass wir eines der 14 Teams stellen, stehen gut“, zeigt sich Sektionsleiterin Wally Ulpmer optimistisch. Trainiert wird bereits seit der letzten Juliwoche mit dem Trainer Istvan

Balogh; der 60-Jährige begleitet die Brixnerinnen auf dieser noch unsicheren Reise. Nach seiner aktiven Handball-Karriere und mit abgeschlossenem Sportstudium kam der Ungar vor 27 Jahren als Coach der ersten Mannschaft nach Bozen. Unter anderem für die Erfolge in der Jugendarbeit wurde er 2011 als Südtiroler Trainer des Jahres ausgezeichnet. „Unsere Vision ist es, einen ‚Südtiroler Handballerinnen-Club’ ins Leben zu rufen – ein erster Schritt in diese Richtung wurde bereits gemacht“, sagt Wally Ulpmer: Neben den Brixner Athletinnen

trainieren auch Mara Habicher und Sarah Hilber aus Bruneck sowie Andrea Eder aus Schenna mit. Auch Annares Auer darf nach der Auflösung des römischen Clubs „Futura“ wieder für Brixen spielen. Dass es für die junge Truppe nicht einfach wird, ist sich auch der Trainer bewusst: „Wir wollen realistisch und optimistisch sein. Das spielerische Potential ist gegeben, doch brauchen wir Geduld und positive Ergebnisse.“ Ob sie diese gleich im ersten Heimspiel gegen Nuoro einfahren, wird sich am 24. September zeigen. jb

Die Brixnerin Gabi Winck wurde als erste Frau in die Ehrengalerie der Finisher der drei Extremtriathlons Norseman, Swissman und Celtman aufgenommen. Den Celtman-Triathlon – 3,5 Kilometer Schwimmen, 202 Kilometer Radeln und einen Marathon durch das schottische Hochland – absolvierte sie erst kürzlich.

Zum Saisonsabschluss wurden die Vereinsmeisterschaften des Schwimmclub Brixen in der Acquarena ausgetragen. Dabei wurden nicht nur die Vereinsmeister in den einzelnen Disziplinen, sondern auch die schnellste Familie bei der Familienstafette gekürt. Am 11. September findet noch der 5. Acquarena Aquatlon statt.

Anton Eisenstecken aus Neustift gewann überraschend den Berglauf „Südtirol Skyrace“. Er legte die 69 Kilometer und 3.930 Höhenmeter in 8 Stunden, 27 Minuten und 40 Sekunden zurück. Der Lauf startete auf den Bozner Talferwiesen und ging übers Rittner Horn nach Sarnthein, Jenesien und zurück nach Bozen.


NACHGEFRAGT

„Tokio wird mein nächstes großes Ziel“ Frau Steinhauser, ein Italienmeistertitel in der allgemeinen Klasse und einer in der Kategorie U23 sowie ein 11. Platz in Ihrem ersten Weltcuprennen. Überrascht? Definitiv. Ich hätte mir nie erwartet, dass ich den Italienmeistertitel auf olympischer Distanz in der allgemeinen Klasse gewinnen könnte – auf den Sieg in der U23 habe ich insgeheim gehofft. Auch mein Weltcupdebüt in Cagliari hat alle Erwartungen übertroffen. Ich lebe derzeit in Mailand und habe mich im Winter mit etwa 30 Trainingsstunden pro Woche gut auf diese Saison vorbereitet.

Sie sind derzeit in Topform? Sagen wir so: Meine Saison ist heuer im April, also extrem früh, gestartet, und für diese Zeit war ich gut in Form. Ich bin ohne Druck an den Start gegangen, was von Vorteil war. Die Rennen haben mir einiges abverlangt, deshalb ist meine Form im Juni­ und Juli etwas eingeknickt. Jetzt muss ich nochmals alles geben, da ein Europacuprennen in Tschechien und im September die Weltmeisterschaft der U23 in Mexiko anstehen. Rechnen Sie sich Chancen aus? Das hängt in erster Linie davon ab, wie ich die Reise verkrafte,

denn das ist mein erstes Überseerennen und es wird sehr heiß werden. Ein gutes Ergebnis würde mir natürlich sehr von Nutzen sein, immerhin möchte ich – wenn ich an meine Zukunft denke – noch einen Schritt weitergehen und vielleicht sogar eine Olympiateilnahme ins Auge fassen. Dafür muss ich aber erstmal im Laufe der nächsten drei Qualifikationsjahre unter die besten 100 der Welt kommen. Inzwischen muss ich mich über die WTS-Rennen für Olympia qualifizieren. Nun, insgeheim ist Tokio 2020 dann schon mein nächstes großes Ziel.

Foto: Oskar Zingerle

VERENA STEINHAUSER, erfolgreiche Triathletin aus Brixen, über den unerwarteten Italienmeistertitel und ihre Zukunftspläne.

evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

ARBEITSLUFT SCHNUPPERN In den Sommermonaten weht stets viel frischer Wind in den Büros und Hallen der progress Maschinen & Automation. Denn es ist schon fast Tradition, dass in dieser Zeit zahlreiche motivierte Praktikantinnen und Praktikanten die rund 80 Mitarbeiter tatkräftig in allen Abteilungen unterstützen. In diesem Jahr sind es 17 Schüler und Studenten aus Brixen und Umgebung, die sich montags bis freitags früh aus den Federn schwingen, um ihre Posten bei progress anzutreten – sei es in der Verwaltung, in der Konstruktion, SPS- und PC-Programmierung, der elektrischen und mechanischen Fertigung, im Einkauf oder Marketing. So manch einer ist bereits zum wiederholten Male bei progress tätig oder kam nach

dem obligatorischen Betriebspraktikum in der Schulzeit wieder. Von allen geschätzt werden die angenehme Arbeitsatmosphäre und die vielfältigen Aufgabenbereiche, die anders als anderswo mehr umfassen als Kaffeekochen und Kopieren. Den Herausforderungen im Arbeitsalltag begegnen die angehenden Berufseinsteiger mit viel Neugier und Lernbereitschaft. Selbstständiges Arbeiten sowie das Einbringen eigener Ideen werden ebenso gefordert wie die Anwendung von theoretischen Grundlagen. Einige Praktikanten kommen mit Kunden aus aller Welt in Kontakt. Im Arbeitsalltag werden damit nicht nur Wissen aus Schule und Universität in die Praxis umgesetzt, sondern auch wertvolle erste Arbeitserfahrungen gesammelt.

PR-Info

Die Praktikantinnen und Praktikanten in diesem Sommer bei progress Maschinen & Automation v.l.n.r.: Julia Dejakum, Daniel Burger, Simon Sader, Robert Resch, Fabian Schrott, Alex Sigmund, Julian Goller, Hannes Erlacher, Stefan Niedermair, Stefan Pedratscher, Michele Buttazzoni, Lukas Oberhauser, Lukas Edenhauser, Joachim Mitterrutzner, Philip Bergmann, Mike Rabanser und Martin Kerschbaumer

Sommerpraktika dienen vielen jungen Menschen als wichtige Orientierungshilfe für den beruflichen Werdegang, weshalb man bei progress Maschinen & Automation großen Wert auf eine angemessene Förderung der Praktikanten legt. Die Rückmeldungen und Berichte der Schüler und Studenten sind durch und durch positiv. Langweilig wird bei progress niemandem, da Tag für Tag interessante Einblicke und abwechslungsreiche, aber auch umfangreiche Tätigkeiten warten. Diese einzigartige Form der Lebensschule macht das frühe Aufstehen während der Ferien mehr als wett.

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FUSSBALL

Freizeit & Sport

Zurück zur alten Form

z Mehr schlecht als recht war das Ergebnis des SSV Brixen Fußball in der Oberliga: Nicht mehr als ein 13. Rang – und somit das schlechteste Ergebnis seit Jahren – schaute am Ende der Saison für die Brixner Routiniers heraus. Um die Mannschaft aus dieser Misere zu erlösen, machte sich der Vorstand rund um Sektionsleiter Martin Angerer

auf die Suche nach einem neuen Trainer. Mit Erfolg! Der ehemalige Profitrainer Alfredo Sebastiani soll die Brixner wieder in ihre alte Form bringen und sich möglichst auch an einen Aufstieg in die Serie D herantasten. Sebastiani führte bereits den FC Südtirol in die dritte Liga und war zudem bei dem englischen Zweitligisten Watford als Co-Trainer unter

Vertrag. Sektionsleiter Angerer zeigt sich sichtlich stolz über den neuen „Acquisto“ und erklärt die kommende Saison zum Kennenlernjahr: „Wir setzen uns heuer keine Ziele, sondern wollen hart an uns arbeiten, Leistung, Präsenz und Einstellung zeigen.“ Neben dem neuen Trainer verstärken auch Armin Blasbichler von Virtus Bozen, Luca Consalvo von

Stegen und Moritz Mair vom ASV Milland das Team. Neue Ziele für die kommende Saison haben sich hingegen die Damen des SSV Brixen Fußball gesetzt: Um den Damenfußball attraktiver zu machen, was zielorientiertes Arbeiten im sportlichen als auch organisatorischen Bereich voraussetzt, soll vor allem die Jugendarbeit gefördert werden. Talentierte Spielerinnen können beispielsweise die Fußballschule der Mittelschule Klausen über den Förderunterricht nutzen. Projekte dieser Art sind auch in weiteren Schulen geplant. Für Änderungen personeller Natur sorgt Andrea Rogen, die als Torfrau der ersten Mannschaft in der Serie C keinen Ball ins Netz lassen soll, während Stefanie Reiner aus Lajen die Sturmspitze und Katrin Plankl, Rückkehrerin vom CF Südtirol, das Mittelfeld verstärken. Sonja Graus aus Wiesen steht für die U17 im Tor. eh

TENNIS

Favoriten setzen sich durch

COF F E E -T I M E Tropische Kaffeearomen inmitten der Brixner Altstadt erleben, eine Tasse Bio-Fairtrade-Kaffee der CaromaRösterei auf unserer Terrasse genießen und die Seele baumeln lassen – das ist Sommerfeeling! Infos zu unserem wechselnden Kaffeeangebot und Events findest du auf Facebook oder auf w w w. 3 f i o r i . c o m

FA I RT R

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FFÈ

Bäckergasse, Seitengasse der Großen Lauben Richtung Brixner Domplatz.

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z Nicht ganz so groß wie erwartet war das Favoritenfeld bei der heurigen Ausgabe des nationalen Tennisturniers der Kategorie Open und 4NC. Nichtsdestotrotz zählte das mittlerweile traditionelle Turnier 130 Teilnehmer, die im August auf den Brixner Tennisplätzen um den Sieg kämpften. Dabei war nicht nur das Können der Südtiroler, sondern auch jenes von Teilnehmern aus ganz Italien, die beispielsweise ihren Urlaub mit der Teilnahme verbanden, zu begutachten. Durchsetzen konnte sich schlussendlich dann doch – wie vermutet – der als Nummer eins gesetzte Barbianer Patrick Prader. Der ehemalige Profispieler bezwang im Finale den Grödner David Kostner in

drei Sätzen mit 2:6, 6:2 und 6:0. Bei den Damen besiegte Sophia Meliss aus Kaltern ihre Gegenerin, die Gadertalerin Elisa Crazzolara, mit 6:1 und 6:4. Der Verein „Tennis Brixen Bressanone“ zeigt sich erfreut über die erfolgreiche sich dem Ende neigende Sommersaison. Neben diesem Open-Turnier fanden nämlich die internationale „Tennis Europe Junior Tour“ für knapp 100 unter 12-Jährige sowie das Jugendturnier „Circuito Giovanile FIT by Babolat“ mit 250 Teilnehmern statt. Im Bild von links die beiden Halbfinalisten Erwin Tröbinger und der Brixner Michael Kerschbaumer sowie Finalist David Kostner mit dem Sieger Patrick Prader. eh


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Südtirol

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net erwies. Die Dreierteams zielten dabei vom Nachmittag an bis in die Nacht auf dem vom Flutlicht beleuchteten Platz auf den Korb. Mark Kantioler, Mitorganisator des Events, zeigt sich sehr zufrieden: „Mit diesem Turnier wollen wir Liebhaber dieser Sportart nach Brixen holen und Jugendliche für die tolle Sportart begeistern. Der Spaß steht dabei definitiv im Vordergrund.“ Das Siegerteam kam heuer erstmals aus Brixen: Die Mitglieder des lokalen Basketballvereins „SSV Bressanone Basket Brixen“ Marco de Santis, Manuel Messner und Mark Kantioler nutzten den Heimvorteil und entschieden die Challenge für sich. Den „Dunk-Contest“, bei dem die Spieler möglichst akrobatisch den Ball in den Korb zaubern sollen, gewann der Meraner Alessandro Reolon. eh

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z Wer denkt, dass nur in Amerika auf der Straße Körbe geworfen werden, der irrt. Die Basketballvariante „Streetball“ ist mittlerweile auch in Brixen eine begehrte Sportart. Beweis dafür ist die sechste Auflage der „BX Streetball Challenge“, die vom Brixner Basketballverein organisiert wurde. Gespielt wird Streetball hauptsächlich im Sommer, wobei im Gegensatz zum normalen Basketball, bei dem fünf Spieler gegen fünf Gegner antreten und auf zwei Körbe geworfen wird, hier „nur“ drei gegen drei spielen und auf einen einzigen Korb gezielt wird. Bei der heurigen Ausgabe traten elf Teams aus dem Trentino, Südtirol und aus Tirol gegeneinander an. Ausgetragen wurde das Turnier heuer erstmals auf dem Streetballcourt des Oratoriums „Don Bosco“, das sich als besonders geeig-

... 2 rote Südtiroler Äpfel (z. B. Jonathan oder Elstar), Saft von ½ Zitrone, 150 g wilde Rauke mit Blüten, 50 g getrocknete Walnüsse, 60 ml Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, Steinsalz, Schwarzer Pfeffer, Aceto Balsamico Creme, Blütenblätter von Kornblume oder Ehrenpreis. Äpfel waschen und in Scheiben schneiden. Kerngehäuse entfernen. Scheiben mit Zitronensaft beträufeln. Raukeblüten abzupfen für Deko. Rauke waschen, grobe Stengel entfernen. Mit Walnüssen, Olivenöl und geschälter Knoblauchzehe im Multischneider zerkleinern. Mit Salz und Pfeffer würzen. Mozzarellascheiben mit Apfel und Pesto zu kleinen Stapeln anrichten. Mit Blüten und Balsamicocreme dekorieren! Dazu Weißbrot servieren! (Gericht für 4 Personen)

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Wirtschaft & Umwelt

GESELLIGE ATMOSPHÄRE IM BIERGARTEN DER SEIDNER’SCHEN BRAUEREI IN KÖSTLAN: „Der Köstlaner Bierkeller mit seiner kühlen, in Waldesgrün gelegenen Lage bietet (...) einen angenehmen Aufenthalt und lockt unsere Stadtbevölkerung zu einem frischen Abendtrunk“ (aus: „Brixener Chronik“, 1910)

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BRAUKUNST IN BRIXEN

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s Die Entstehung des Biers reicht tief in die Geschichte der Menschheit zurück: Vieles spricht dafür, dass es Bier gibt, seit der Mensch Getreide verzehrt – die Bezeichnung „flüssiges Brot“ kommt also nicht von ungefähr. In Brixen erwacht zurzeit eine neue Bierkultur – und so ist es angebracht, die historische Verbindung von Brixen zum Gerstensaft aufzuarbeiten. 48


Foto: Bildautor: unbekannt, Privatbesitz Fam. Heiss

Pustertal angebaut und verarbeitet – wohl deswegen, weil sich das raue Klima des Tales nicht zum Weinanbau eignete. Die Blütezeit der Bierkultur erlebte Südtirol vor dem Ersten Weltkrieg. Die Reblaus und der Mehltaupilz, die im 19. Jahrhundert die Weinmengen deutlich schrumpfen ließen, förderten den Bierkonsum; in dieser Zeit versorgten gleich vier Brauhäuser die Bewohner von Brixen mit dem frisch am Ort erzeugten Bier. Bei den meisten Brauereien in Südtirol führten die Kriegsjahre und die Annexion an Italien zum langsamen Ende der Biererzeugung. Der Krieg schnitt die Brauer südlich des Brenners von den Rohstofflieferungen aus dem Norden ab, und die meisten Betriebe mussten schließen.

sohin die Einnahme gering.“ Doch die Hopfenhandlung Aischberg klagte, Kranewitter konnte die Zahlungen nicht erfüllen. Auch die folgenden Besitzer Josef Plank Schölzhorn aus Pfulters und der aus Untermais stammende Braumeister Josef Dorfner übernahmen sich finanziell, und 1889 erzwang die Hopfenhandlung aus Nürnberg die Versteigerung. Die Braugeschichte in der Mahr nahm damit ein Ende. 1805 übernahm Peter Mayr, ein Kampfgefährte Andreas Hofers, die Gaststätte, die bis heute als historisches Gasthaus bekannt ist. Auch im Ortsteil Kranebitt wurde Bier gebraut: Der aus Vahrn stammende Georg Rogen kaufte 1885 den Gasthof Landwirt samt „eine Feuer- und Futterbehausung, Cio Nr. 20 mit separat erbautem

Die Brauaktivitäten in der Runggadgasse wurden eingestellt.

Keller und Bierbrauerei in Kranebit“. Anscheinend wurde hier nicht lange gebraut, weil sich nach dem Tod von Georg Rogen 1903 keine Hinweise auf eine Brauerei mehr finden. Doch man höre und staune: In den Aufzeichnungen von 1857 wird „Georg Mair, Wollfabrikant und Bräuer in der Runggad“ erwähnt, der die „sogenannte Malfattische Behausung in der Runggad mit Nebengebäuden, Baumgarten und darauf erbauter Bräuerei“ erworben hat. Georg

Die Säbener-Tor-Gasse wurde seinerzeit deshalb auch „Bräu­ hausgasse“ genannt. Seine erste große Blütezeit erlebte das Brauhaus aber erst nach dem Tod von Josef Obermayrs Sohn Ignaz. Dessen Frau Anna heiratete in zweiter Ehe 1794 den geschäftstüchtigen Leopold Bisdomini, der 1815 von Joseph Mayr, dem Wirt am „Elephanten“, Unterköstlan kaufte und dort eine Bierbrauerei errichtete. Bisdomini, ein findiger Unternehmer

Bier aus Köstlan. Die bedeutends-

te unter den Brixner Brauereien, die Brauerei Seidner, nahm ihren Anfang 1739. In diesem Jahr kaufte der Handelsmann Josef Obermayr vom Bürger Johann Gasteiger das Anwesen Klöcklgut auf der westlichen Seite des Eisacks und erhielt die Erlaubnis, hier Bier zu brauen und auszuschenken; bis zur Aufhebung der weltlichen Macht im Jahr 1803 gewährten diese „Bräu- und Schankgerechtigkeit“ ausschließlich die Brixner Fürstbischöfe. In der Säbener-TorGasse hatte Obermayr Mitte des 18. Jahrhunderts eine „Bierhalle“ eingerichtet, in der das Bier konsumiert werden konnte, das im Klöcklgut gebraut worden war.

Brixner Biere. Der Zeitpunkt, ab

E

s kommt ordentlich Bewegung in Südtirols Bierszene. Doch wie ist es eigentlich um die Tradition der Braukunst in Südtirol bestimmt? Grundsätzlich geht man davon aus, dass das alkoholische Getränk entdeckt wurde, als die Menschen vor gut 10.000 Jahren damit begannen, Getreide zu sammeln. In Südtirol wird seit über 1.000 Jahren Bier gebraut. Laut der ältesten urkundlichen Erwähnung des Bierbrauens in Tirol musste ein Hof im Ort Olaga – dem heutigen Olang – um das Jahr 985 n. Chr. 20 „situle cervesie“, das sind 20 Eimer Bier, an den Klerus abgeben. Zum Volksgetränk wurde das Bier in Südtirol ab dem 16. Jahrhundert. Getreide und Hopfen, die wichtigsten Rohstoffe zum Brauen, wurden vor allem im

dem in Brixen Bier gebraut wurde, kann nicht eindeutig festgemacht werden, doch 1637 wird dem Fürstentum Brixen eine Biersteuer auferlegt, weil „neuestens eine Bräuerei errichtet worden war“. Die älteste Braustätte im Brixner Talkessel war vermutlich beim Gasthaus „Wirt an der Mahr“. Dokumentiert ist, dass zwischen 1850 und 1867 neben dem Gasthaus ein neues Brauhaus errichtet wurde, das schon bald wieder vom Bärenbach verschüttet wurde. Den verschiedenen Eigentümern der Brauerei, so auch dem Stadtmaurermeister Johann Kranewitter und dessen Sohn Ferdinand, war das Glück aber nicht hold. Die Schulden bei der Hopfenhandlung Aischberg in Nürnberg summierten sich, was Ferdinand Kranewitter in einem Brief nach Nürnberg so begründete: „In Entsprechung Ihres Geehrten vom 11. d. beehre ich mich Ihnen zu erwiedern, daß ich für den Augenblick eine Barsendung nicht leisten kann; ich habe vom vorigen Jahr noch ziemliche Forderungen ausständig und zwar bei

„Mälzerei, Mälzdörre und geräumige Gerstenböden, eine große Braupfanne, und drei Brandweinkösseln“_ Aus einer Schätzung der Brauerei in Köstlan, 1842 guten Kundschaften, welche ich langsam einzubringen vermag; zudem muß ich gegenwärtig sehr viel Bier sieden, um für den Sommer gedeckt zu sein; der Absatz ist jedoch bis jetzt noch klein gewesen, weil der Wein billig war,

Mair verkaufte seinen Besitz schon nach vier Jahren. Die neuen Eigentümer gingen wenig später in Konkurs, und die Witwe von Georg Mair ersteigerte dann das Anwesen zu einem Bruchteil des einstigen Verkaufspreises zurück.

und Kunstkenner, verlegte die Brauereikonzession (die „Gerechtsame“) von seinem Besitz in Burgfrieden, dem Klöcklgut, nach Köstlan. Eine Schätzung von 1842 erwähnte am neuen Brausitz unter anderem „die Mälzerei, Mälzdörre 49


Wirtschaft & Umwelt

und geräumige Gerstenböden, 1850 der Bierbrauer Ignaz Seid- ter- und Oberköstlan nach fünf eine große Braupfanne, und drei ner aus Hall in Tirol die Brauerei Jahrhunderten wieder in den BeBrandweinkösseln“. Mit zu Köstlan gehörte die „sog. Kellerburg, welche dermalen aus 4 großen und 2 kleineren in den Berg hineingebauten Bierkellern besteht“. Diese Keller wurden jedoch 1961 abgerissen, und an deren Stelle wurde das Wohnhaus der Familie Angerer errichtet. Leo Angerer erinnert sich noch an die unterirdischen Gänge, die aber zugemauert wurden. Auf der Promenade Richtung Lüsen kann man noch Mauern der kleinen Keller sehen, die über Gänge mit dem großen Keller verbunden waren. Die Verlegung der Bier­ erzeugung nach Köstlan war eine große ErleichDas Werbe-Blechschild der „Dampfbrauerei Ignaz Seidner’s Erben“ terung, denn bis dahin musste das Bier von der Brauerei in Burgfrieden zur Kühlung und Lagerung durch und expandierte somit südlich sitz einer Familie. Die Beliebtheit die Stadt nach Köstlan kutschiert des Brenners. Seine Söhne Otto des Seidner’schen Bieres zeigt werden. und Hugo erwarben 1890 Ober- sich am Ausstoß, der sich von Da Bisdomini ohne männliche köstlan und bauten dort eine 7.000 Hektoliter 1896 bis zum Nachkommen verstarb, kaufte neue Brauerei. So gelangten Un- Jahr 1917 nahezu verdoppelte. In

der Kellerburg und am Biergarten der Seidner’schen Brauerei versammelten sich Brixner Bürger und Studenten zu manch fröhlicher Runde. Die Brixener Chronik schilderte 1910 den Treffpunkt in farbigen Tönen: „Der Köstlaner Bierkeller mit seiner kühlen, in Waldesgrün gelegenen Lage bietet besonders jetzt an den heißen Tagen einen angenehmen Aufenthalt und lockt unsere Stadtbevölkerung zu einem frischen Abendtrunk.“

gerade hier im Köstlaner Waldele das frisch gebraute Bier gelagert wurde, kommt nicht von ungefähr: Oberhalb der Keller – wo inzwischen Wohnhäuser gebaut wurden und die Promenade Richtung Lüsen verläuft – ist eine große Steinhalde. Dort ist ein lokales Kaltluftgebiet, in dem die Temperatur entscheidend von der allgemein in der Stadt Brixen üblichen abweicht.

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Unterirdischer See und Eiszeitgletscher. Dass


longo.media/creative

Bildautor: unbekannt; Sammlung: Robert Recla

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WeiSSwurst Marillensenf Laugenbrot

Mitte des 18. Jahrhunderts hat Josef Obermayr in der Säbener-Tor-Gasse eine „Bierhalle“ eingerichtet, in der das am Klöcklgut gebraute Bier verköstigt wurde

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Die vielen durch einen Bergsturz entstandenen Felstrümmer haben immer schon die Phantasie der Bevölkerung angeregt. Die Sage erzählt sogar von einer Stadt, die unter den Trümmern begraben liegen soll. Die Verschüttung wurde als Abrechnung Gottes mit deren frevelhaften Bewohnern gedeutet. Das Kältephänomen hat auch in neuerer Zeit zu verschiedenen Spekulationen Anlass gegeben. So wurde im Ploseberg ein unterirdischer Wasserlauf oder ein verschütteter noch vorhandener Eiszeitgletscher vermutet – doch das ist eine Mär. Die kühle Luft ist vielmehr mit dem physikalischen Prinzip der Windröhre (in der Höhlenforschung auch als konvektive Luftbewegung bekannt) zu erklären: An der oberen Öffnung der Halde strömt im Sommer warme Luft ein, kühlt an dem vom Winter ausgekühlten Fels ab, sinkt ab und strömt an den unteren Öffnungen des Gesteins wieder als kalte Luft aus.

Seidner, ein abruptes Ende gesetzt. Der Mangel an Rohstoffen und Personal – die meisten Angestellten wurden in den Kriegsdienst eingezogen – setzte den Betrieben arg zu. Auch nach dem Krieg fand die Seidner’sche Braukunst nicht mehr zu ihrer Größe: 1923/24 wurden gerade noch 448 Hektoliter Bier gebraut, und 1924 wurde der Betrieb eingestellt. Heute erlebt die Brautradition­ erneut Aufschwung, und hochpreisige Edelbiere, die dem Konsumenten ein besonderes Geschmackserlebnis versprechen, finden auch in den Gourmet­ tempeln Einlass. Seinen Ruf als Arme-Leute-Trank ist das Bier definitiv los. Doch ein echter Bierliebhaber trinkt den Gerstensaft in einem urigen Bierkeller, wo das Bier nach dem Reinheitsgebot von 1516 – nur mit Wasser, Hopfen und Malz gebraut – gezapft wird. Quelle: „Bier in Südtirol“, Roman Drescher, Edition Raetia

Gourmet-Bier. Durch die Folgen

des Ersten Weltkrieges wurde der blühenden Südtiroler Brauereilandschaft, so auch der Brauerei

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„Größer wollen wir nicht werden“ JOACHIM KERER, Präsident des Altstadtkomitees, erhält für die 19. Ausgabe des Brixner Altstadtfestes, das vom 26. bis 28. August stattfindet, symbolisch den Schlüssel der Stadt Brixen überreicht. Im Interview erklärt er, wie die Vorbereitungen laufen und was die Besucher erwartet.

Herr Kerer, wenn dieser „Brixner“ erscheint, steht das Fest der Feste bereits unmittelbar bevor. Welche Infos kann man den Besuchern noch mitgeben?

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

JOACHIM KERER: In erster Linie sollen die Besucher Spaß haben und das Altstadtfest genießen. Diese 19. Ausgabe zeigt auf den ersten Blick nicht allzu viele Unterschiede zu den Ausgaben der vergangenen Jahre. Hinter den Kulissen hat es allerdings Änderungen gegeben: Zwei Mitglieder des Altstadtkomitees sind bekanntlich im letzten Jahr verstorben; zum einen Ehrenpräsident Helmuth Kerer und zum anderen Kurt Rastner, der sich 40 Jahre lang um das grafische Erscheinungsbild des Altstadtfestes gekümmert hat. Dies ist auch der Grund, warum das Altstadtfest heuer aus grafischer Sicht mit einem neuen Erscheinungsbild aufwartet. Im Gegenzug ist ein neues Mitglied zum Komitee dazu gestoßen, nämlich Christoph Nössing, der die Rolle des Kassiers übernommen hat. Was hat sich konkret beim grafischen Erscheinungsbild verändert? Das heurige „Altstadtheftl“ kommt in einem neuen Outfit daher: 40 Jahre lang war die Außenseite in braun gehalten, heuer ist diese erstmals in Farbe. Gezeichnet wurde das Titelbild vom Brixner Künstler Harald Kastlunger in seinem gewohnt bunten Stil. Darauf zu erkennen ist die Brixner Altstadt. Die Farben sowie die Umrisse der Häuserwände sind wie im Original; was nicht real ist, ist die Anordnung der Gebäude. Bunt ist heuer auch das Plakat, das bisher auch braun auf braun gehalten war. Zudem ist der Schriftzug nicht mehr vertikal, sondern horizontal, was die Lesbarkeit erhöhen soll. 52

Joachim Kerer: „Das heurige Altstadtfest zeigt auf den ersten Blick nicht allzu viele Unterschiede zu den Ausgaben der vergangenen Jahre, hinter den Kulissen hat es allerdings Änderungen gegeben“

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Auf dem Fest selbst bleibt alles gleich wie 2014? Nicht ganz. Heuer führen wir eine neue Aktion ein – den „Spielekönig“. Es gibt am Fest 25 bis 30 Spiele, die mit Hilfe der Vereine auf die Beine gestellt werden konnten. An jedem Stand mit Spiel kann man ein Stempelkärtchen abholen, das einen mit etwas Glück zum „Spielekönig“ macht. Ziel ist es,

an sechs verschiedenen Ständen des Altstadtfestes an mindestens einem Spiel teilzunehmen. Für jedes absolvierte Spiel erhält man einen Stempel. Es gibt traditionelle Schätzspiele, das klassische Nagelspiel oder „Hau den Obelix“. Die Gäste sollen dadurch motiviert werden, durch das gesamte Fest zu zirkulieren, und es soll nicht nur um Konsum gehen, sondern auch um Spiel und Spaß. Alle gültigen Kärtchen werden

dann in eine Urne geworfen, aus der das Gewinner-Kärtchen gezogen wird. Der Gewinner erhält ein gerahmtes Zertifikat „Spielekönig des Altstadtfestes 2016“. Wir haben bewusst auf einen immateriellen Preis gesetzt, da es bei dieser Aktion um Spaß und um die Ehre gehen soll. Auf die familienfreundliche Preispolitik wird weiterhin Wert gelegt?


Wir sind das Fest der Vereine für die Familien und Gäste – daher sollen auch die Preise so gestaltet werden, dass es für alle passt. Deshalb gibt das Komitee Preisbindungen aus, und es gibt gewisse Produkte, die preisgebunden sind. Beispielsweise kostet das Bier (0,3 Liter) auf dem gesamten Fest drei Euro. Und auch das Kindergetränk um 0,50 Euro ist auf jedem Stand Pflicht. Der 2014 eingeführte Pfandkrug hat sich mehr als bewährt und wird deshalb auch heuer Grund für weniger Glasbruch sein. Gefühlte 20 Jahre wurde bereits über die Einführung eines Pfandkruges diskutiert. Es gab zu Beginn viel Widerstand aus organisatorischer Sicht, und auch der finanzielle Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Ein Pfand ist für alle ein Mehraufwand, hat aber viele Vorteile. Dadurch, dass der Krug einen Wert von drei Euro hat, passt der Besucher einfach besser darauf auf und gibt ihn zurück. Zwar musste man sich 2014 erst noch daran gewöhnen, auch die Vereine mussten sich erst am Umgang mit den Pfandkrügen erproben, aber insgesamt waren die Rückmeldungen durchwegs positiv. Für die 20.000 Krüge wurde 2014 ein Darlehen aufgenommen, das in den kommenden Jahren abbezahlt werden soll. Jedes Mitglied im Komitee bürgt mit seinem Privatvermögen und arbeitet absolut unentgeltlich. Für das heurige Fest wurde die Rückgabemöglichkeit für die Pfandkrüge an den Ausgängen der Stadt verstärkt. Somit werden an den Ausgängen Vereine sein, die eine Stunde länger im Dienst sind, also bis 2 Uhr morgens, damit bis dahin die Rückgabe der Krüge möglich ist. Bedeutet weniger Glasbruch auch weniger Verletzungen?

Definitiv. Im letzten Jahr konnte man die Rettungseinsätze sehr stark reduzieren. Die Verletzungsgefahr ist deutlich geringer, da der Pfandkrug, wenn auch nicht vom ersten Inhaber, dann eben vom Finder zurückgegeben wird. Rettungskräfte des Weißen Kreuzes sind natürlich auch heuer wieder im Einsatz. Hauptstützpunkt wird wiederum am Hartmannsplatz sein, um so im Notfall auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus zu gelangen. Zwei Rettungsgruppen sind laufend am Fest unterwegs, mit Einsatzkoffer, Defibrillator und allem Nötigen

Ist das Altstadtfest nach wie vor auch lukrativ für die teilnehmenden Vereine? Ich möchte klarstellen, dass keiner der Aussteller auf diesem Fest einen gewerblichen Hintergrund hat – und das ist uns als Komitee

„Der 2014 eingeführte Pfandkrug hat sich mehr als bewährt und wird deshalb auch heuer Grund für weniger Glasbruch sein“_ Joachim Kerer, Präsident des Altstadtkomitees für die sofortige Erste Hilfe. Nicht nur Rettungskräfte, sondern auch Ordnungshüter in Zivil und in Montur sorgen für die Sicherheit am Fest. Die Anzahl der Toiletten wurde bereits 2014 erhöht. Hat sich diese Strategie bewährt, oder waren doch wieder zahlreiche „Mauerprunzer“ zu beklagen? Die aufgestockte Toilettenzahl hat sich absolut bewährt. Natürlich kann man das Problem nie hundertprozentig beheben, aber es war auf jeden Fall eine Besserung zu verzeichnen. Heuer gibt es gleich viele Toiletten wie 2014. Jene in der Brunogasse wird zusätzlich für Menschen mit Beeinträchtigung umfunktioniert.

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Wir haben einen eigenen Reinigungsdienst, der mit zwei Personen ständig am Fest zirkuliert und Toiletten putzt. Gewisse Toiletten werden auch von den Vereinen selbst gereinigt, wie beispielsweise jene in den Rappanlagen von den Schützen.

besonders wichtig. Es nehmen nur Vereine teil, die der Gesellschaft in kultureller, sozialer oder sportlicher Hinsicht „etwas Gutes“ tun. Im Fokus steht für uns die Allgemeinheit. Es bereichern sich bei diesem Fest also keine Privaten, sondern alles, was für die Vereine übrigbleibt, fließt wieder zurück in ihre Tätigkeit – also zum Wohl der Allgemeinheit. Das Altstadtfest ist, wenn man so sagen will, eine „Zusatzdienstleistung am Volk“. Um dies nochmal zu präzisieren: Auch das Komitee verdient rein gar nichts am Fest? Nein! Wie gesagt, wir arbeiten alle ehrenamtlich. Das Fest finanziert sich durch die Sponsoren, Standgebühren und den Beitrag

der Gemeinde. Jeder Stand zahlt entsprechend der Größe, der Position und anderer Faktoren eine gewisse Standgebühr, und daraus werden Drucksorten, Toiletten, die musikalischen Darbietungen, der Rettungsdienst, die Gebühren sowie Steuern bezahlt. Wir möchten auch keine Sponsorenlogos sichtbar beim Fest anbringen. Alle Logos müssen verdeckt werden, denn wir möchten ein Fest ohne Werbung sein. Natürlich haben wir viele lukrative Angebote von Firmen bekommen, die das ganze Fest finanzieren wollten. Wir wollen aber unabhängig sein. Den einzigen Werbeträger, den wir haben, ist das „Altstadtfestheftl“, in dem unsere Sponsoren abgebildet werden. Diese tun dies aber weniger als Werbung, sondern mehr, weil sie das Fest unterstützen wollen. Steigt die Anzahl der teilnehmenden Vereine immer noch, oder hat das Fest mittlerweile seinen Zenit erreicht? Heuer nehmen 53 Vereine teil – das ist eine der höchsten Teilnehmerzahlen seit Beginn der Festgeschichte. Im Schnitt arbeiten 1.900 Leute beim Altstadtfest mit, und das von Dienstag vor dem Fest bis Montag nach dem Fest. Die Vereine melden sich im Jänner an; wenn jemand nicht mehr dabei sein will, kann ein neuer Verein nachrücken. Sollten künftig noch mehr Vereine ihr Interesse bekunden, wollen wir keinen kategorischen Stopp machen. Mehr Stände als heuer gehen allerdings nicht, denn größer möchten wir nicht mehr werden. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN / PLOSE

Plose Looping z Über Stock und Stein zu fahren ist mit dem Mountainbike nichts Neues. Wie wär’s aber mit einem Looping? Ausgefallen, aber durchaus machbar – zumindest seit Ende Juli an der Bergstation der Kabinenbahn Plose. Dort wurde in Holzlettern der Schriftzug „Plose“ aufgestellt, wobei das O überdimensional groß und kreisrund ausgefallen ist. In diesem sieben Meter durchmessenden Buchstaben steht an Metallstreben befestigt das Mountainbike, mit dem der Looping gelingen soll

– und „nach ein paar Anläufen gelingt es auch tatsächlich den meisten“, bestätigt Andrea Bodner von der Plose Ski AG. Um sich nicht zu verletzen, ist das Rad mit einem speziellen Sitz und

entsprechenden Sicherheitsgurten versehen. Für alle Inhaber eines gültigen Seilbahntickets ist der Plose Looping kostenlos; eine Anmeldung im Infoshop ist erforderlich. vk

W&U Wirtschaft & Umwelt

IN EIGENER SACHE

Wieder da!

kurz

notiert

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z Hier ist er wieder, der sympathische Shopping& Gastronomieführer für die Stadt Brixen. In zartem orange, handlich und

übersichtlich wurde die praktische Broschüre wieder neu aufgelegt. Ab sofort wird der Führer im Büro des Brixner Tourismusvereins sowie in den Shops der Altstadt und in den Gastronomiebetrieben kostenlos aufliegen. Helfen soll er Touristen und Einheimischen, um sich einen Überblick über die Geschäfte der Stadt zu verschaffen. In 9 Kategorien unterteilt, werden auf 72 Seiten mehr als 700 Adressen gelistet: Von Apotheken, Imbissen, Modegeschäften bis hin zu Sportartikeln und Reformhäusern findet man auf einen Blick alles, was die Domstadt zu bieten

hat. Gemeinsam mit dem Tourismusverein hat die Werbeagentur Brixmedia die Broschüre herausgegeben und in einer Auflage von 20.000 Stück gedruckt. Seit mehr als zehn Jahren gibt es den Shopping- und Gastronomieführer bereits, der sich immer wieder als gern gesehenes Hilfsmittel für Brixen-Liebhaber erweist. Der übersichtliche Stadtplan trägt zudem zu einer besseren Orientierung bei. Finanziert wurde die Drucksacke ausschließlich durch Werbeinserate. eh

Die Carsharing-Station in der Romstraße neben dem Friedhof wurde aufgelassen; seit Ende Juni gibt es zwei neue Stationen, an denen die Leihautos zum Abholen bereitstehen: Der VW Golf parkt neben dem Tourismusverein, die beiden VW UP stehen am Bahnhof direkt vor dem Hotel Jarolim zur Verfügung.

In Vahrn soll der Teil ein Dorf­ straße im Bereich vom Haus Parschalk bis zum Lidl-Parkplatz neu gestaltet werden. Winfried Theil wurde von der Gemeinde beauftragt, ein entsprechendes Projekt auszuarbeiten. Der Gemeindeausschuss hat bereits beschlossen, die Arbeiten zu Gesamtkosten von 281.500 Euro auszuschreiben.

In ihrem 32 Seiten starken Nachhaltigkeitsbericht haben die Stadtwerke Brixen Zahlen, Daten und Fakten ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung veröffentlicht. Der Bericht, der unter anderem über die Investitionen des Betriebes informiert, umfasst den Zeitraum von 2013 bis 2015.


STADTGEHEIMNISSE

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Woher hat die Fraktion Kranebitt ihren Namen? Foto: Oskar Zingerle

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Der Name „Kranebitt“ leitet sich vom althochdeutschen „crana-“ für Wacholderbeere und „witu“ für Holz ab. Vor der Verbauung und Kultivierung war die Gegend um Kranebitt von genügsamen Föhren und Wacholderstauden bewachsen. Die ältesten Aufzeichnungen von Kranebitt reichen in die Zeit von 1135 beziehungsweise 1189 zurück; der Domdekan Burchard überließ damals dem Domkapitel von Brixen den „Chranawitu“ genannten Hof. Dieser Urhof wurde im Zuge der Urbarmachung 1339 in einen Außer- und in einen Innerkranebitthof aufgeteilt. Zur Lage vom Äußeren Hof gibt es keine Angaben, man geht jedoch davon aus, dass sich dieser in Richtung Neustift befunden hat, da als nördlichste Grenze des Anwesens der Lahngraben (Lampelegraben) angegeben wird. Der Urhof Innerkranebitt verfiel ab 1414 allmählich und ging daraufhin in den Besitz Hahnberg und anderer Nachbarn über. Um 1850 wird Innerkranebitt lediglich als eine zum Haus Hahnberg gehörende Torggl erwähnt. Seit 1928 gehört Kranebitt zur Stadtgemeinde Brixen. Bis dorthin verlief die Gemeindegrenze mitten durch das Walknerhaus. Anregungen: redaktion@brixner.info

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Wirtschaft auf der Alm

Fernsehsteuer über Stromrechnung

z „Bürgerbeteiligung ist schön“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Rahmen eines gemütlichen Arbeitstreffens, zu dem der Südtiroler Wirtschaftsring und der SVP-Bezirkswirtschaftsausschuss kürzlich auf die Villanderer Alm geladen hatten, „aber sie muss nicht zwingend in Direkte Demokratie münden.“ SWR-Vorsitzender Helmut Tauber und BWA-Vorsitzender Heinrich Ferretti hatten im Vorfeld erklärt, dass es vor allem Themen mit komplexen wirtschaftsspezifischen Zusammenhängen seien, deren Bedeutung von der breiten Bevölkerung meist nicht verstanden würden; die voraussehbare Folge dieses bekannten Phänomens sei, dass wichtige Projekte von der Bevölkerung „versenkt“ würden, wenn die Politik nicht den Mut für Entscheidungen habe. Trotzdem: „Wir müssen versuchen, die Be-

völkerung in die Entscheidungsprozesse intensiv zu involvieren – wie dies auch immer geschehen mag“, sagte Kompatscher. Weitere Themen waren der nach wie vor schleppende Ausbau der Breitband-Infrastrukturen, wobei sich derzeit in einigen Gemeinden zeige, dass das Verlegen der Kabel „nichts bringt, wenn es danach keinen Provider gibt, der sich bereit erklärt, die Bürger mit einem Netzanschluss zu versorgen“, sagte der Bürgermeister von Natz/ Schabs, Alexander Überbacher. Europa-Partlamentarier Herbert Dorfmann sagte, dass er mit einiger Sorge auf den derzeitigen Stand der Planungen zur Zulaufstrecke des Brenner Basistunnels von Franzensfeste nach Waidbruck blicke: „Noch sind wir im Zeitplan, um zeitgleich mit dem BBT fertigzuwerden, aber jetzt darf nichts wv dazwischenkommen.“

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

VILLANDERS

z Die Stromrechnung, die im Juli in den Postkasten geflattert ist, war ungewöhnlich hoch. Grund dafür ist, dass die Stadtwerke Brixen AG als Stromverkäufer durch das Stabilitätsgesetz 2016 dazu verpflichtet wird, die RAI-Fernsehgebühren über die Stromrechnung einzuziehen. Der zusätzlich anfallende Betrag wird anschließend an die Agentur der Einnahmen weitergereicht; von dieser erhalten die Stadtwerke ebenfalls die Information, wer die Steuer zu zahlen hat. Befreien kann man

sich von dieser Pflicht nur, wenn man erstens keinen Fernseher besitzt und zweitens jedes Jahr eine Eigenerklärung ausfüllt und fristgerecht an die Agentur der Einnahmen übermittelt. Pro Jahr sind 100 Euro für die TVGebühr fällig. Die erste Rate in Höhe von 70 Euro wurde heuer über die Juli-Stromrechnung eingehoben, die restlichen Raten werden mit den nächsten drei Stromrechnungen beglichen. Ab 2017 ist die TV-Gebühr in zehn Monatsraten von Jänner bis Oktober zu bezahlen. vk

BRIXEN

Ab in die Zukunft z Das Brixner Architektenteam rund um Karl Kerschbaumer und Harald Pichler, kurz „KUP-Architekten“ genannt, hinterlässt seine Spuren – sei es die apfelfarbene Fassadengestaltung der Melix, das Zivil­ schutzzentrum beim Brixner Krankenhaus oder in Kürze die architektonische Außengestaltung des neuen Firmensitzes der duka AG in der Brixner Industriezone. Im Jänner hatte der Brixner Gemeinderat mit einer Änderung des Bauleitplanes die Weichen für die Betriebserweiterung der duka AG sowie der Alupress gestellt. Um dem neuen duka-Gebäude das richtige Aussehen zu verleihen, wurde in Südtirol ein ano­ nymer Architektenwettbewerb 56

ausgeschrieben. Kerschbaumer und Pichler überzeugten die Jury schließlich mit ihrer kompakten Gestaltung des 290.000 Kubikmeter Kubatur umfassenden Gebäu-

dekörpers und dem markanten Treppenaufgang zum Ausstellungsbereich, der sich diagonal über die gesamte Außenfassade zieht. Die Fertigstellung ist für

das Jahr 2018 geplant. Die Betriebserweiterung der duka bedeutet zusätzlichen Raum für Dutzende neue Arbeitsplätze. vk


NACHGEFRAGT

„Dreifach-Konzept mit geringem Aufwand“ Herr Überbacher, das Land hat der Gemeinde das NatoAreal zur kostenlosen Nutzung für 30 Jahre überlassen. Was passiert nun mit dem Gelände? Das Areal steht der Gemeinde noch nicht zur Verfügung. Der von uns deponierte Vermerk wurde in der Landes­regierung behandelt, dann aber vertagt mit der Begründung, dass das vorgelegte Konzept der Dreifachnutzung vertieft und detaillierter ausgearbeitet werden müsse. Wir werden dem Wunsch der Landesregierung nachkommen. Für Herbst wurde uns dann eine definitive Entscheidung zugesagt.

Wie sieht diese geplante Dreifachnutzung aus? Zum einen ist ein Geschichtspark zum „Kalten Krieg“ geplant. Das Nato-Areal ist weitum einzigartig, und wenn man sich dessen Bedeutung vor Augen führt, ist es sicher der richtige Ort, um dieses Thema hier aufzuarbeiten. In Anlehnung an die „base tuono“ in Folgaria möchten wir den Menschen dieses Kapitel der Weltgeschichte näherbringen. So wie es von der Bevölkerung vielfach gewünscht worden ist, planen wir auch eine schöne Naherholungs- und Sportzone sowie einen attraktiven Veranstaltungsort. Die an dem von

der Gemeinde ausgeschriebenen Ideenwettbewerb teilnehmenden Planer sahen darin ebenfalls Potential und haben die Ideen großteils übernommen.

Foto: Oskar Zingerle

ALEXANDER ÜBERBACHER, Bürgermeister von Natz/Schabs, über die Ideen zur zukünftigen Nutzung des Nato-Areals.

Müssen neue Gebäude auf dem Areal errichtet werden? Die bestehenden Strukturen sollen weitgehend genutzt werden, und wir möchten mit möglichst geringem Aufwand das Areal seiner neuen Nutzung zuführen. Als Gemeinde sind unsere Mittel für Investitionen begrenzt, und vor allem möchten wir keine laufenden Kosten generieren. oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Ein echter „Null-Fehler-SUV”: Beim Dauertest über 100.000 Kilometer des Magazins „auto motor und sport“ landet der Kia Sportage absolut mängelfrei auf Platz 1.

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Der Dauertest über rund 100.000 Kilometer ist legendär – und eine wertvolle Entscheidungshilfe für potentielle Käufer. Denn dieser Test bringt die Wahrheit über die Langlebigkeit eines Fahrzeugs gnadenlos ans Licht. Der Kia Sportage hat hierbei überzeugt und begeistert: Mit einer sensationellen Null-Fehler-Quote landet er auf Platz 1 der Qualitätsliste. Einhelliges Urteil: So gut wie der Kia Sportage hat noch kein SUV einen Dauertest des Magazins „auto motor und sport“ absolviert. Viel Fahrspaß, keine Defekte:­

Inspektionstermine 100 Prozent mängelfrei. Die Bilanz nach 100.107 gefahrenen Kilometern: ein Verbrauch von fünf Litern Motoröl und 9.438,5 Litern Diesel. Und sonst? Sonst nichts. Okay, fast nichts, denn ausgetauscht wurden lediglich Verschleißteile wie Bremsscheiben und -beläge, Wischblätter und Filter sowie je ein Satz Sommer- und Winterreifen. Ansonsten trat während der gesamten Testdauer nicht ein einziger Mangel oder Defekt auf. Des Weiteren sind sich alle Testfahrer einig, dass sich der Antrieb über

die gesamte Distanz als standfest, zuverlässig und durchzugsstark präsentiert, auch als Gespann mit Anhänger. Der Kia Sportage begeistert aber auch in Sachen Infotainment. Radiosender wählen, Naviziel eintippen – all das, was in so manch anderem Auto zur ärgerlichen Suchaufgabe wird, gelingt im Kia einfach und schnell. Da kann man auf die nicht ganz perfekte Spracheingabe gut verzichten. Klar beschriftete Bedienelemente, eindeutige Analoginstrumente, griffgünstige Klimabedienung,

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Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Annamaria Mitterhofer (amm) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Irene Dejaco (ird) Veronika Kerschbaumer (vk) Barbara Fuchs (bf) Alexandra Brunner (abr) Hildegard Antholzer (ha) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende September 2016 Nächster Redaktionsschluss: 10. September 2016 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

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August 1916

Verabreichung von Alkohol an ArbeiterKriegsgefangene Samstag, 12. August 1916 Amtlich wird verlautbart, daß jede Verabreichung (Ausschank, Verkauf und unentgeltliche Überlassung) von alkoholischen Getränken (auch Wein, Bier, Most usw.) an ArbeiterKriegsgefangene verboten sind. Weiters wird die Zuziehung von Kriegsgefangenen zu öffentlichen und privaten Zusammenkünften, Unterhaltungen usw. verboten. Personen, denen Kriegsgefangene zur Arbeit zugewiesen sind, sind für die Einhaltung dieses Verbotes innerhalb ihres Machtbereiches verantwortlich. Übertretungen dieses Verbotes werden an Geld von 2 bis 200 K oder mit Arrest von sechsstündiger bis 4tägiger Dauer, allenfalls mit der zeitweiligen Schließung der Betriebsstätte oder mit der strafweisen Entziehung der Gewerbeberechtigung auf bestimmte Zeit oder für immer bestraft.

Todesfall Dienstag, 22. August 1916 In der Gemeinde Pfeffersberg bei Brixen starb am 18. August versehen mit den hl. Sterbesakramenten im Alter von 76 Jahren die Ehefrau Filomena Meßner, geb. Filscheider, Burgerbäuerin, die Mutter des Neustifter Standschützenhauptmannes Mathias Meßner und Michael Meßner. Ein Sohn ist in russischer Gefangenschaft und der vierte dient an der Front bei den Brixener Standschützen. Das greise Elternpaar (der Vater steht im 88. Lebensjahre) hätte im kommenden Februar die goldene Hochzeit feiern können, wenn der grausame Sensenmann nicht so jäh das Band zerrissen hätte. Die eben Verstorbene war das Maße einer frommen Hausmutter und eine biedere, arbeitsame Tirolerbäuerin und bis zu ihrem Lebensabend unermüdlich tätig und dabei allzeit frohen Sinnes. Der Herr möge ihr Lohn sein.

Die neuen Reisebestimmungen im Südtiroler Kriegsgebiet Mittwoch, 23. August 1916 Wie bereits gemeldet, ist im Verlage der „Soldatenzeitung“, Feldpost 239, eine Zusammenstellung der neuen Reisebestimmungen erschienen, worauf aufmerksam gemacht wird. In der Hauptsache sind die Reisebestimmungen die alten geblieben. Von besonderem Interesse ist die Neuerung, daß Reisen in das Gebiet der politischen Bezirke Lienz, Bruneck, Cavalese, Trient, Mezolombardo, Cles und Schlanders sowie des Gerichtsbezirkes Nauders im Lokalverkehre und im weiteren Verkehre innerhalb des engeren Kriegsgebietes nur nach eingeholter Bewilligung des höchsten Kommandos, Feldpostamt 512, oder des Militärkommandos in Innsbruck unternommen werden dürfen: Diese Bewilligungen werden mittels einer Klausel auf den Ausweispapieren erteilt. Mit dieser Klausel müssen auch die Eisenbahnlegitimationen der aktiven Staats-, Hof-, Eisenbahn-, Stadt- und Munizipalangestellten, die Legitimation der k.k. Notare und die Vorladungsbescheide von Verwaltungs- und Gerichtsbehörden versehen sein, wenn die Reise in dieses Gebiet unternommen wird. Darauf wird mit dem Beifügen aufmerksam gemacht, daß wonach niemand darauf rechnen kann, die Bewilligung zur Einreise in dieses Gebiet am selben Tage der Vorsprache bei Amt zu erhalten. Bei diesem Anlasse wird neuerlich erinnert, daß die allgemeine Weisung, wonach Reisebewilligungen überhaupt nur aus triftigen dokumentarischen nachzuweisenden Gründen erteilt werden dürfen, fortbesteht und daß sohin Vergnügungsreisen usw. nicht berücksichtigt werden. Ferner werden die bei den Gemeinden als Identitätsscheinausteller funktionierenden Vertrauensmänner sowie die k.k.

Gendarmeriepostenkommanden erneut darauf aufmerksam gemacht, daß Personen, welche von auswärts gekommen sind und eine auf einen bestimmten Ort lautende Reise- oder Aufenthaltsbewilligung in Händen haben, keine Identitätsbescheinigung ausgefertigt werden dürfen, und daß dieselben mit ihrem Anlangen an jene militärische Paßvidimierungsstelle, welche das Visum erteilt hat, und nicht hierher zu weisen sind. Schließlich wird bemerkt, daß zu viele Identitätsscheine ausgestellt werden. Es ist der Reiseverkehr so viel wie möglich einzuschränken und ist nach Möglichkeit die Ausstellung von Identitätsscheinen auf Monatsfrist zu vermeiden.

Mädchen-Erziehungsinstitut Samstag, 12. August 1916 Das Mädchen-Erziehungsinstitut in Mühlbach bei Brixen wird am 15. September eröffnet. Schulbeginn ist der 1. Oktober. Dem Fortbildungskurse wird eine Haushaltungsschule angegliedert, in welcher den Mädchen Gelegenheit geboten ist, die verschiedenen Hausarbeiten, wie dieselben in bürgerlichen Familien erfordert werden, praktisch zu erlernen. Auch können sich die Mädchen nach Wunsch der Eltern in den verschiedenen Handarbeiten, besonders in Weißnähen, sowie in Buchhaltung, Handelskorrespondenz, im Maschinenschreiben und in Stenographie ausbilden. Prospekte gratis.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


Theatralische Führungen „Prinzessin Maria & Prinz Max im Elefantenlabyrinth” In deutscher Sprache am Donnerstag und Freitag um 17.00 Uhr, am Samstag um 18.00 Uhr und Sonntag um 11.00 Uhr. In italienischer Sprache am Samstag um 11 Uhr und am Sonntag um 17.00 Uhr

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Gesichtsbemalung für Kinder von 10.00 - 16.00 Uhr 03./14./25.09.2016

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Illustration: Copyright Verlag A. Weger Brixen 2016: Rettich, Soliman der Elefant, Grafik: Frei&Zeit.it, Brixen


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