EXTRA
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Qualitätsbetriebe der Region
Jahrgang 27 · Juni 2016
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
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Mit Mut zur Vorzeigestadt
Sportstadt Brixen INTERVIEW: Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder PORTRAIT: Die Präsidentin des Weißen Kreuzes, Barbara Siri KULTUR: Erlesene Kostproben beim Literaturfestival WeinLESEN BRIXEN: Die unbefriedigende Situation der öffentlichen Toiletten
Coming soon BBT-Infopoint Auf knapp 200 m² Ausstellungsfläche entfaltet sich in den suggestiven historischen Räumen die Darstellung des BBT-Projektes in seiner faszinierenden technischen Vielseitigkeit bis hin zu Natur und Kultur. Highlights sind interaktive Scannerfahrten in den Tunnel genauso wie das multimediale Erleben des Tunnelvortriebs. Der Infopoint dient auch als Ausgangspunkt für geführte Baustellenbesichtigungen.
Sommeröffnungszeiten
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Foto: Alessandra Chemollo
1. Mai bis 31. Oktober Dienstag–Sonntag 10:00–18:00 Uhr Montag geschlossen
Editorial
Politik & Gesellschaft 06 | LUIS DURNWALDER: „A bissl Politik“ 09 | Vortragsabend: Vom Ausbrechen aus Ordnungen 10 | Uni Brixen: Ein offenes Ohr für die Studenten 12 | Militärareal Elvas: Hier darf gebellt werden
>>> 06
Gute Lektüre!
Menschen & Meinungen >>> 16 16 | PORTRAIT: Barbara Siri 21 | Pro & Contra: Genügend Schutz vor Pflanzenschutzmitteln? 23 | Umfrage: Sind Volksbefragungen sinnvoll? Kunst & Kultur >>> 24 24 | WEINLESEN: Erlesene Kostproben 26 | Marcel Rainer: „Eine geile Zeit“ 28 | Gasthaustheater: Die Heimatbühne St. Andrä auf Tour Veranstaltungen 37 | TIMER: Juli 2016
>>> 37
Freizeit & Sport >>> 42 42 | SPORTSTADT: Brixen beweist Mut zu Neuem 49 | Fußball: Ein Aufstieg, ein Abstieg und viel Mittelklasse Wirtschaft & Umwelt >>> 52 52 | ÖFFENTLICHE TOILETTEN: Kein großes Geschäft 58 | Event: Sanitär Heinze Extra 60 | Qualitätsbetriebe der Region Im „Brixner“ finden Sie folgende Icons, die auf multimediale Inhalte im „BrixnerPlus“ verweisen:
Videodatei
Bildergalerie
Verlinkung zu youtube
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Tondatei
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>>> 60
Und wieder darf ich Sie einladen zur Lektüre einer aus meiner Sicht sehr spannenden Ausgabe unserer kleinen Zeitschrift. Einige Kostproben? Wir haben zum Beispiel ein langes Telefonat mit Luis Durnwalder geführt, bei dem er, befreit vom Damoklesschwert einer möglichen Verurteilung beim Prozess zum Sonderfonds, richtig Gas gegeben hat. Das dazu abgebildete Foto ist bereits vier Jahre alt; es wurde geknipst, als er noch Landeshauptmann war. Wir präsentieren aber auch eine Skizze zur Sommergestaltung des Hofburggartens; näher werden wir auf das „Elefanten-Labyrinth“ in der nächsten Ausgabe eingehen, sobald der Mais die notwendige Höhe für ein Labyrinth erreicht hat. Auch eine Rezension der Theateraufführungen im Tschumpus werden wir erst in der nächsten Ausgabe bringen, denn deren Premiere hat sich nicht nur mit Regenwetter gekreuzt, sondern auch mit unserem Drucktermin. Unsere Umfrage zum Ergebnis der Volksbefragung zum Flughafengesetz war für mich überraschend: Nach der Volksabstimmung zur Seilbahn war in Brixen die Begeisterung für direkte Demokratie ziemlich abgeflaut, und ich habe das Gefühl, dass man nun nicht nur in Brixen, sondern im ganzen Land auch die Nachteile von Referenden wahrnimmt. Im Kulturteil empfehle ich die Lektüre der wunderbaren Reportage über die Initiative WeinLESEN, und im Sportteil beschäftigen wir uns mit dem neuen positiven Geist, den Brixen landesweit ausstrahlt. Trotzdem: Für die äußerst proaktive Stadtverwaltung gibt es noch viel zu tun. Wir zeigen zum Beispiel auf, dass die Tourismusstadt Brixen in Sachen öffentliche Toiletten Verbesserungspotential hat. Im entsprechenden Bericht kritisieren wir nicht nur, sondern zeigen auch auf, wie andere Städte das Problem lösen. Gute Lektüre also, und ... schönen Urlaub, sofern es in den nächsten Wochen in die Sonne geht!
Ihr Willy Vontavon
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Politik & Gesellschaft
ALTLANDESHAUPTMANN LUIS DURNWALDER IM GESPRÄCH
„A bissl Politik“ Drei Jahre lang dauerte der Prozess um die von Altlandeshauptmann LUIS DURNWALDER vermeintlich nicht gesetzeskonformen Ausgaben aus dem Sonderfonds. Vor wenigen Tagen erfolgte der volle Freispruch. Im Gespräch mit dem „Brixner“ vermutet Durnwalder, dass der Rechnungshof mit den Anschuldigungen „ein bisschen Politik“ betrieben hätte. Auch der Autonomiekonvent kriegt sein Fett ab.
Herr Durnwalder, ich würde gern nach Ihrem Freispruch im Prozess zum Sonderfonds mit Ihnen über die vier Gewalten sprechen: Exekutive, Legislative, Judikative, Medien. LUIS DURNWALDER: Den Weg in die Legislative und die Exekutive habe ich ja mit meiner Kandidatur für den Landtag selbst gewählt. Dabei muss man Höhen und Tiefen in Kauf nehmen: Du bist derjenige, der ein Programm gemeinsam mit einer Partei weiterbringen will. Deshalb musst du Gesetze vorlegen und im Landtag eine Mehrheit dafür finden – und selbstverständlich muss die Landesregierung, also die Exekutive, all das, was sie sich vornimmt und was die Gesetze ermöglichen, auch durchführen. Diese Arbeit hat mir immer Freude bereitet, sonst hätte ich das nicht so lange ausgehalten. Und die Medien? Die Presse fungiert als Kontrollorgan. Auch hier habe ich meine Höhen und Tiefen erlebt. Einmal ist man Liebkind der Presse, ein anderes Mal wird man getadelt. Mir war immer eine Mischung aus beidem wichtig. Wenn man immer nur darauf schaut, eine gute Presse zu bekommen, dann vermeidet man irgendwann, notwendige Entscheidungen zu treffen, von denen man weiß, dass sie kritisiert würden. Als Politiker muss man auch den Mut haben, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Und dann gibt es die Gerichtsbarkeit ... Ja, und vor allem den Rechnungshof. Diese kontrollieren, ob die Gesetze eingehalten worden sind, wogegen nichts zu sagen ist. Ich 6
habe allerdings oft den Eindruck, dass auch die Judikative ab und zu ein bisschen – wie soll man sagen – der Versuchung unterliegt, in ihren Entscheidungen politische Auffassungen einzubringen. Auch Richter sind nur Menschen, und je nachdem, welche politische
im Rechnungshof schon a bissl Politik gemacht hat. Das ist meine Auffassung, und ich wurde für diese Aussage auch angezeigt. Es war der Rechnungshof, der die Affäre zum Sonderfonds ins Rollen brachte ...
angestrengten Prozesse der letzten Jahre anschaut, kommt nicht gerade viel dabei heraus. Ein allzu rigide vorgehender Rechnungshof lähmt aber die Arbeit der Politiker und der Beamten, die irgendwann möglichst keine Entscheidungen mehr treffen, um ja kein Risiko
„Die Region gibt es, damit man dort ein paar Politiker unterbringen kann, damit sie noch einen Posten haben. Entschuldigung, aber es ist so“_ Alt-LH Luis Durnwalder Auffassung sie haben, haben sie möglicherweise auch nicht immer nur das Objektive im Auge. Sie werden ihr Bestes tun wollen, aber sie sind eben auch Menschen, die vielleicht hin und wieder von ihrer politischen Auffassung geleitet werden. Hatten Sie das Gefühl, dass es jemanden gegeben hat, der Ihnen oder Ihrer Partei über den Rechnungshof Schaden zufügen wollte? Gibt es einen politischen Hintergrund für die Untersuchungen und für den Prozess? Ich bin 40 Jahre lang in der Regional- und Landesregierung gewesen, und es gab immer wieder Anzeigen. Ich glaube, es waren hunderte Anzeigen und Anfragen, die der Gerichtsbehörde, meist von der Opposition, zugesandt worden sind. Verdächtigungen wurden ausgesprochen und Untersuchungen eingeleitet, aber ich hatte nie große Schwierigkeiten. In den letzten Jahren hat sich der Rechnungshof aber stark verändert. Ich habe den Eindruck, den überzeugten Eindruck, dass man
Der Rechnungshof wollte damit eine übliche Praxis, die in unserem Land seit 50 Jahren immer so gehandhabt wurde, plötzlich als gesetzeswidrig hinstellen. Die Mittel im Sonderfonds werden vom Landtag bereitgestellt und vom Rechnungshof kontrolliert; der Staatsanwalt hat bereits einmal diese Abläufe untersucht und alles für ordnungsgemäß befunden. Mir kommt es vor, und das habe ich auch oft gesagt, dass man der Welt wohl zeigen wollte, dass wir in Südtirol trotz Autonomie nicht imstande sind, das Land ordentlich zu verwalten. Ist das aber festzumachen auf die Struktur Rechnungshof oder auf bestimmte Personen? Auf bestimmte Personen im Rechnungshof – das ist zumindest mein Gefühl. Es gibt ja scheinbar nur einen im Land, der alles richtig macht. Der kann dann, ohne Folgen zu befürchten, tun und lassen, was er will – unabhängig davon, wie viel das den Steuerzahler kostet. Schauen Sie, wenn man sich die vom Rechnungshof
einzugehen, etwas falsch zu machen. Die Bevölkerung will aber, dass gehandelt wird – natürlich unter Einhaltung der Gesetze, das ist doch klar. Oft sind die Gesetze aber schlecht geschrieben, weshalb verschiedene Interpretationen möglich sind. Ist aus heutiger Sicht die Regelung zum Sonderfonds ein bisschen zu schwammig formuliert? Wenn man den Hausverstand anwendet, ist die Regelung absolut richtig formuliert. Zu Magnagos Zeiten gab es für den Sonderfonds überhaupt keine gesetzliche Regelung; die Zeiten waren eben vollkommen anders. Ich selbst habe 1989 ein Gesetz eingeführt, damit es wenigstens eine Regel dafür gibt, um im Haushalt bestimmte Mittel für solche Zwecke vorzusehen. Die Vorgehensweise ist also mehr als 20 Jahre lang allen gut gegangen, bis ich 2013 meine politische Karriere beendet habe. Wenn, dann hätte man wohl auch vorher einmal etwas sagen müssen oder mir mitteilen
Foto: Oskar Zingerle
können, dass ich möglicherweise falsch handeln würde. Schauen Sie, auch die Landesräte hatten immer einen Sonderfonds, genauso wie die Landtagspräsidenten und die Regionalratspräsidenten. Mir aber wurde zum Verhängnis, dass ich der einzige war, der detaillierte Aufzeichnungen zu den Ausgaben gemacht hat. Ich habe immer notiert, wann ich wem wie viel gegeben habe. Ich wollte einen Überblick über die Ausgaben behalten. In unseren persönlichen Begegnungen in den letzten zwei Jahren hatte ich immer das Gefühl, dass diese Geschichte Sie vor allem emotional sehr fordern würde. Die Anschuldigungen waren im Grunde genommen beleidigend, denn ich habe die Mittel aus dem Sonderfonds für die Allgemeinheit und in gutem Glauben ausgegeben. Während des Prozesses war ich aber in einer Zwickmühle: Einerseits wollte ich meine Gefühle nicht nach außen zeigen, um meinen Gegnern nicht eine Freude zu bereiten. Ich habe so getan, als ob mich diese Anschuldigungen nicht berühren würden. Andererseits war ich natürlich gekränkt. Meine wahren Gefühle habe ich eher meiner Familie gezeigt. Gott Sei Dank habe ich aber gespürt, dass der Großteil der Bevölkerung und sogar der Staatsanwalt hinter mir gestanden sind. Das war für mich ein großer Trost. Es gibt viele Südtiroler, die sich jetzt, nach Ihrem Freispruch, denken: Das war doch ein Kasperletheater, das der Rechnungshof und die Justiz hier aufgeführt haben – auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten Ihrer Reputation. Ich bin davon überzeugt, dass auch im Falle eines Rekurses am Ende ein voller Freispruch herauskommen würde. Ja, die Prozesskosten muss der Steuerzahler übernehmen. Jeder einzelne Bürger muss dafür zahlen, dass drei Jahre lang umsonst für einen Prozess Gutachten erarbeitet und Leute beschäftigt wurden. Muss der Steuerzahler im Falle eines endgültigen Freispruches auch für Ihre Anwaltskosten aufkommen? Ja, davon ist auszugehen. Dass der Rechnungshof im Zweifelsfall interveniert, kann man
FREISPRUCH IN ALLEN AKLAGEPUNKTEN: Der Prozess gegen Altlandeshauptmann Luis Durnwalder zum Sonderfonds hat drei Jahre gedauert
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Politik & Gesellschaft
noch nachvollziehen. Mich hat aber sehr überrascht, dass der Staatsanwalt nach den Überprüfungen drei Jahre Haft beantragt hat. Ich muss die Staatsanwälte in Schutz nehmen. Wenn der Fall zuerst von einem Staatsanwalt untersucht worden wäre und dieser zum Schluss gekommen wäre, dass die Anschuldigungen unbegründet sind, hätte man alles fallenlassen können. Die Zeugen, auch jene der Anklage, haben im Grunde für mich ausgesagt. Man hat mir irgendwann einen Ausgleich angeboten. Das wollte ich aber nicht, denn damit hätte ich zugegeben, dass ich etwas falsch gemacht habe. Ich habe aber nichts falsch gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass ich absolut im Sinne der Gesetze gehandelt habe. Glauben Sie, dass es einen Rekurs gegen den Freispruch geben wird? Laut Meinung der Anwälte wird es keinen Rekurs geben, denn ich wurde von allen fünf Anklagepunkten freigesprochen. Aber man weiß ja nie. Ist Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen, als Sie vom Freispruch unterrichtet wurden? Ja, selbstverständlich! Vor allem deshalb, weil es am Morgen im Radio noch geheißen hatte, dass es wohl zu einer Verurteilung kommen werde. Die Verhandlungen haben sich über drei Jahre hingezogen. Auch wenn man nicht schuldig ist, ist man verunsichert und beunruhigt. Vor allem aber hat meine Familie in dieser Zeit viel durchgemacht. Anderes Thema: Sie sind in den Konvent der 33 gewählt worden, der sich bemüht, das Autonomiestatut weiterzuentwickeln. Wie laufen die Arbeiten? Es läuft so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ich war nie ein großer Befürworter dieses Konvents. Im Grunde genommen bin ich nicht der Auffassung, dass man schwierige Themen durch eine Volksbefragung klären oder vom Volk eine Lösung ausarbeiten lassen kann. Das gilt gerade auch für das Autonomiestatut. Dazu braucht es Leute, die besondere Kenntnisse in der Gesetzgebung haben, in der Juristerei und in der Verwaltung. Ein neues Autonomiestatut kann doch nicht von einer Gruppe von 8
Bürgern erarbeitet werden, sondern muss zwischen Österreich und Italien und zwischen Südtirol und Italien politisch verhandelt werden. Ist eine Weiterentwicklung des Autonomiestatuts überhaupt notwendig? Seit der letzten Änderung in den 60er Jahren haben sich in vielen Bereichen die Rahmenbedingungen verändert – zum Beispiel waren der Europagedanke und die Umwelt damals kein Thema. Eine Überarbeitung des Autonomiestatuts ist also definitiv notwendig und sinnvoll. Die Vorgehensweise über den Konvent ist aber nicht ideal.
selbst abschaffen müsste. Ist das überhaupt realistisch?
Warum hält man in Trient an der Region fest?
Schauen Sie, die Region ist das Grundübel aller Auseinandersetzungen, was die Anwendung der Autonomie anbelangt. Wenn es die Region nie gegeben hätte, hätten wir kein Sigmundskron gebraucht, wir hätten in den 60er Jahren keine Attentate gehabt, und wir hätten seit 1945 oder 1946 bereits eine Autonomie. Wenn es die Region Trentino/Südtirol nie gegeben hätte, sondern man eine Region Südtirol geschaffen hätte, ohne Trient, so wie es im Pariser Abkommen eigentlich vorgesehen war, so hätte man das alles nicht gebraucht. Ich dürfte das ja ei-
Das geschieht allein aus politischen Beweggründen. Im Grunde genommen haben wir inzwischen ja nicht einmal mehr eigene Präsidenten in der Region, weil dieses Amt abwechselnd der Landeshauptmann von Trient und jener von Südtirol übernehmen. Die Region gibt es, damit man dort ein paar Politiker unterbringen kann, damit sie noch einen Posten haben. Entschuldigung, aber es ist so. Auch das Regierungskommissariat gehört weg. Ich habe beim Konvent nur Dinge vorgeschlagen, die aus meiner Sicht realistisch sind – sonst hätte ich sie nicht eingebracht.
„Auch wenn man nicht schuldig ist, ist man verunsichert und beunruhigt“_ Alt-LH Luis Durnwalder beschreibt, warum der Prozess ihn persönlich gekränkt hat Warum funktioniert das nicht? Ich habe das Gefühl, dass von den Teilnehmern des Konvents lediglich Wünsche und Vorschläge geäußert werden, die danach aber sowieso erst mit der Regierung verhandelt werden müssen. Dabei sollten wir und darauf beschränken, Grundsätze festzulegen. Wir können zum Beispiel untermauern, dass Südtirol nicht nur eine Sonderautonomie wie Sizilien oder Sardinien ist, sondern eine ganz besondere Sonderautonomie, weil unser Autonomiestatut international verankert ist. Unsere Autonomie ist nicht nur im römischen Parlament genehmigt worden, sondern auch im Nationalrat in Wien und bei der UNO hinterlegt. Solche grundsätzlichen Sachen müssten in das Autonomiestatut eingebaut werden. Ich wiederhole: Die Vorgehensweise ist diskutabel. Zuerst gab es den Konvent der 100, dann jenen der 33. Dann müssen noch die Provinzen Trient und Südtirol Gutachten abgeben, am Ende auch die Region. Dass Südtirol das Autonomiestatut von der Region absegnen lassen muss, ist schlichtweg ein Fehler. Überhaupt bin ich der Meinung, dass die Region und das Regierungskommissariat abzuschaffen sind. Die Forderung, die Region abzuschaffen, wäre zumindest ein spannendes Ergebnis des Konvents. Da die Region zum Schluss ihr Plazet geben muss, würde das bedeuten, dass sich die Region
gentlich gar nicht sagen, weil ich selbst lange Präsident der Region war – aber auf der anderen Seite hatte ich dabei immer das Ziel verfolgt, sie auszuhöhlen. War das seinerzeit wirklich Ihr Ziel als Präsident der Region? Natürlich! Ich habe in diesem Sinne gehandelt. Wir haben damals viele Zuständigkeiten von der Region zum Land gebracht, unter anderem das Feuerwehrwesen, die Handelskammer und das Kreditwesen. Die Region gehört abgeschafft, denn sie ist wirklich unnütz wie ein Kropf. Sie gehört aufgelöst! Stattdessen sollen zwei Regionen, die Region Trentino und die Region Südtirol, gegründet werden. Noch einmal: Ist das realistisch? War das Los von Trient damals realistisch? Die Region hat keinen Sinn mehr, vor allem nicht, wenn man sparen will. Weder an der Europaregion Tirol noch an der Arge Alp ist die Region beteiligt; dafür aber Südtirol, Trient und das Bundesland Tirol. Die Region braucht es nicht; man will sie nur, weil die Trentiner eine Bindung zu Südtirol haben wollen, und sie meinen, diese Bindung über die Region zu erhalten. Ich lass mich aber nicht durch eine tote und ausgehöhlte Schachtel verbinden. Trient und Bozen werden doch auch direkt miteinander kommunizieren können, oder?
Dass die Postverteilung oder die Orts- und Landespolizei zum Land übergehen sollen, ist zum Beispiel realistisch. Angenommen, man schafft es auf diesem Wege wirklich, die Region abzuschaffen. Dann könnte man diesem Autonomiekonvent doch etwas Gutes abgewinnen. Das schon, aber das hätte man auch ohne Konvent bewerkstelligen können. Den Konvent braucht es nicht, um die Region abzuschaffen. Das müssen sowieso die beiden Provinzen Trient und Bozen miteinander regeln und verhandeln. Ich habe in diesem Zusammenhang viel Respekt vor dem italienischen Senat, der im letzten Jahr die Kraft gehabt hat, sich selbst abzuschaffen. Das stimmt. Bei der Region ist es auch schade um die 200 Millionen Euro, die sie jedes Jahr kostet und die der Bevölkerung keinen Nutzen bringen. Die Aufgaben der Region könnte ohne Probleme das Land übernehmen, ohne auch nur eine zusätzliche Arbeitskraft einstellen zu müssen. Man muss aber den Mut zum Abschaffen haben, und Trient müsste über seinen Schatten springen.
willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
BRIXEN
Ausbrechen aus Ordnungen Fotos: Oskar Zingerle
Herkömmliche gesellschaftliche Ordnungen lösen sich auf, in Familie, Politik, Arbeitswelt oder Kirche. Dies befreit, verursacht aber auch Verunsicherung. Was geschieht, wenn gewohnte Ordnungen aufgebrochen werden? Diese Frage stand im Zentrum der Veranstaltung „Ausbrechen aus Ordnungen“, die im Rahmen der Reihe „THEMA – Menschen und Gesellschaft“ in Brixen stattfand.
Frithjof Reinhardt ist der Meinung, dass das Individuum in dieser hektischen Konsumwelt überfordert ist
A
n die hundert Personen sind der Einladung der Kulturabteilung des Landes gefolgt und haben sich im altehrwürdigen Kaisersaal der Hofburg versammelt, um den Ausführungen der Referenten Kornelia Hahn und Frithjof Reinhardt zu folgen. Der Ort der Veranstaltung wurde mit Bedacht gewählt, geht es doch um die Absicht, Möglichkeiten zur Reflexion über Mensch und Gesellschaft zu bieten – und das in Gebäuden, die selbst auch Ausdruck von Kultur sind.
Ordnungen im Wandel. Für
Kornelia Hahn, Leiterin der Abteilung Soziologie der Universität Salzburg, sind Hofburg und Kaisersaal ein gutes Beispiel für den Wandel von Ordnungen: „Wenn wir uns die Malereien im Kaisersaal anschauen, so können wir feststellen, dass wir heute andere Bekleidungsordnungen haben, und vor ein paar hundert Jahren haben andere Zutritts- und Aufenthaltsrechte gegolten.“ Heute bietet die Hofburg das Zutrittsund Aufenthaltsrecht für alle, Männer und Frauen, die sich an die Hausordnung halten.
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„Die gesellschaftlichen Sicherheiten sind ins Wanken geraten“, stellt der Landesrat für Schule und Kultur, Philipp Achammer, in seiner Begrüßung fest. Auch Kornelia Hahn spricht von der Welt, die scheinbar in Bewegung ist, und sieht darin ein Paradoxon: Auch wenn wir meinen, von einer Ordnung auszubrechen, so landen wir unwillkürlich in einer neuen Ordnung und nicht in der Freiheit: „Für mich ist insgesamt ‚mehr’ Ordnung in der modernen Gesellschaft.“ Die Ordnungen, in denen wir leben, sind komplexer; wir leben in Ordnungsmodellen, die durch die Globalisierung und Digitalisierung unser Leben – vor allem jenes der Arbeit – beschleunigen. Auch im privaten Zusammenleben entwickeln sich neue Dynamiken: Die Welt ist bunter geworden, was man subjektiv auch als Unordnung empfinden könnte, und viele fragen sich: „Wo ist da die Ordnung?“ Als Beispiel nennt Hahn die Patchworkfamilien, den steigenden Anteil an nichtehelichen Geburten, den schnellen Austausch von Lebensabschnittspartnern
Laut Kornelia Hahn landet man nach dem Ausbruch aus Ordnungen unwillkürlich in neuen Ordnungen, nicht in der Freiheit
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und auch schon vom Tagesabschnittspartner, die Legalisierung der homosexuellen Paarbeziehungen.
Visionen sind Voraussetzung.
„Die Unordnungen sind vielfältig, und wir laufen Gefahr, den Kern des Problems aus unserem Blickfeld zu verlieren“, ist die Meinung von Frithjof Reinhardt, Philosoph am Institut für Philosophie und Kulturgeschichte Bad Berka bei Weimar. Phänomene wie Flüchtlingskrise oder Finanzkrise sind lediglich ein Anfang. Auf uns kommt eine neue Völkerwanderung zu, wenn Bangladesch im Meer versinkt und Länder in Afrika kein Wasser mehr haben. Die derzeitigen Krisen bedeuten für den Philosophen einen Wendepunkt, und deswegen sind Visionen Voraussetzung. Alle Menschen bekommen mit, dass es so nicht weitergehen kann, aber keiner hat die Vision, in welche Richtung es weitergehen soll. „Es braucht einen grundlegenden Wandel der Wirtschaft und der Ökologie“, so das Credo von Frithjof Reinhardt, „wir können nicht so weitermachen wie bis-
her, und wir müssen uns fragen: Ist Ausbrechen eine Pflicht? Was bedeutet ein gutes Leben?“ „Ein gutes Leben“ ist für Reinhardt Genussfähigkeit und Muße, was weniger Konsum, weniger Stress, weniger Mode sowie Bildung statt Ausbildung voraussetzt. Das Individuum ist überfordert in dieser hektischen Konsumwelt: „Wir sägen schneller den Ast ab, als uns Flügel wachsen“, zitiert Reinhardt den Umweltaktivisten Dirk Steffens. Als Impulsgeber fungierten in der von Otwin Nothdurfter von RAI Südtirol moderierten Diskussion Roger Pycha, Primar der Psychiatrie am Krankenhaus Bruneck, und Elisabeth Alber von der Europäischen Akademie Bozen. Ihre Denkanstöße trafen nicht unbedingt den Nerv der Zuhörer. Vielleicht hindern uns Tradition und Ängste am Ausbrechen, und das Ausbrechen aus den gültigen Rechtsnormen wird sanktioniert, wie Alber richtig hingewiesen hat. Fazit ist, dass der Versuch der Definition einer heute sinnvollen Anwendung kaum gelang. hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 9
Hier darf gebellt werden Zugegeben: Die abweisend hohen Mauern, die keinen Einblick auf das alte verlassene Militärareal oberhalb von Elvas gewähren, wirken nicht einladend. Einen Eindruck vom Mensch-Tier-Dasein in der dort untergebrachten Hundepension bekommt man erst jenseits des schweren Eisentores.
A
ndreas Vallazza ist hauptberuflich selbstständiger Grafiker und Fotograf – und nebenbei betreibt er aus Leidenschaft die Hundepension „Residence Vier Pfoten“ im Militärareal in Elvas. Er ruft seine stattlichen Neufundländer zu sich, die mich ebenso neugierig wie stürmisch begrüßen. Vallazza schmunzelt, als ich ihn mit dem Grund meines Besuchs konfrontiere: Eine Art „Licht-ins-Dunkel-Story“, oder besser, die vielen Fragezeichen, die sich um die geheimnisvolle Hundepension in der alten Militärkaserne ranken – sie sind es, die ich gerne auflösen möchte. Ihm soll es recht sein, meint er, und gibt bereitwillig Auskunft.
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
ELVAS
Im ehemaligen Militärareal in Elvas konnte Andreas Vallazza sein Wunschprojekt „Hundepension“ umsetzen
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Wunschprojekt Hundepension.
Die Anfänge der heutigen Hundepension gehen bis in das Jahr 2005 zurück. Damals hatte Vallazza bei einem Gespräch mit Landesrat Hans Berger sein Interesse an der alten Militärkaserne in Vahrn geäußert. Er wollte seine Idee einer Hundepension, in der Hunde temporär aufgenommen werden, realisieren. Der Standort sollte einerseits gut erreichbar und verhältnismäßig zentrumsnah sein, aber nicht in unmittelbarer Nähe
eines Wohngebietes. Eine Industriezone schien ihm ungeeignet, auch wegen der eingeschränkten Auslaufmöglichkeiten. Nach Bergers unmissverständlicher Absage zur Verfügbarkeit des Vahrner Militärareals suchte Vallazza eine Alternative – und fand diese in Elvas. 2006 richtete er eine entsprechende offizielle Anfrage nach Bozen; knapp vier Monate später
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kam die Zusage für das Areal der Ruazzi-Kaserne in Elvas. Dieses Areal ist mit 7,5 Hektar riesig, wogegen die von Vallazza angemietete Fläche von 4.300 Quadratmetern eher bescheiden klingt – es macht nur etwa ein Zwanzigstel der Gesamtfläche aus. Das Gebäude inmitten dieser von den in der Hundepension als Auslaufplatz genutzten Fläche ist aber nicht weniger als 800 Quadratmeter groß, von denen Vallazza selbst etwa die Hälfte als Wohnung nutzt – die zweite Hälfte „gehört“ den Hunden. Um dieses heruntergekommene Haus überhaupt bewohnen zu können, musste er allerdings zunächst tief in die Tasche greifen: „Rund 200.000 Euro habe ich privat investiert.“ Er baute eine Pelletsheizung ein und arbeitete an der Isolierung der Räumlichkeiten. 1.500 Euro Monatsmiete musste Vallazza in den letzten Jahren zahlen, aber „der Staat als Vermieter der Immobilie hat den Preis Anfang 2016 einfach auf 3.000 Euro verdoppelt“, was die Wirtschaftlichkeit
der „Residence Vier Pfoten“ nun in Frage stellt. „Gott sei Dank hat dieses kleine Unternehmen mit Grafikleistungen ein zweites Geschäftsfeld“, sagt Vallazza, denn mit dem jährlichen Umsatz von etwa 35.000 Euro, der sich mit der Hundepension erwirtschaften lässt, könnte er nicht überleben. Die Einnahmen der Hundepension bestehen aus den Tagessätzen, die die Hundebesitzer bezahlen. Für Reparaturen jeglicher Art muss er selber aufkommen, obwohl er „nur“ Mieter ist. Sein Vertrag läuft bis 2021. Für Andreas Vallazza gibt es einen sozialen Aspekt seines Hundepension-Projektes: Derzeit teilt er seine große Wohnung, die unmittelbar neben den Räumen seiner Pensionsgäste liegt, mit vier Neufundländern. Sie kommen zum Teil aus schwierigen Verhältnissen: aus Familien, die ihr Leben selbst nicht mehr in den Griff bekommen oder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, aus dem Tierheim, wo Hunde dieser Rasse
nicht wirklich bevorteilt sind, und einer der Rüden stammt aus einem südlichen Katastrophengebiet. Trotz seiner Führungslizenz für den Betrieb und der Tatsache, dass innerhalb des Areals und der Räumlichkeiten Platz für weit mehr Hunde bestehen würde, gibt es lediglich eine stillschweigende Nutzungsgenehmigung für maximal fünf gleichzeitig hier „wohnende“ (Pensions-)Hunde – die Gemeinde Brixen tut sich schwer, eine offizielle Nutzungsgenehmigung auszustellen, solange das Areal nicht vom Staat an das Land übergeht.
Körbchen und Spielzeug. Die
Zimmer selbst, in denen in der Regel jeweils ein Hund untergebracht ist, sind sehr nüchtern eingerichtet: Eine vom Herrchen mitgebrachte Kuscheldecke, die nach daheim riecht, ein warmes Körbchen oder ein Lieblingsspielzeug von zuhause sind ein unabdingbares Muss, aber das wissen die Hundebesitzer ohnehin. Wenn nicht, stellt Vallazza eben ein paar Decken zur Verfügung. Die Zimmer sind zwischen acht und zehn Quadratmeter groß, an der Wand hängt noch das alte Waschbecken, das in früheren Zeiten von Soldaten genutzt worden war. Ein großes Fenster verleiht der Leere zumindest Licht und Sonne. Dreimal täglich steht ein Spaziergang auf dem Programm, außerhalb des Geländes und mit Leine. Im Sommer zum Beispiel, wenn alle fünf Plätze belegt sind und seine eigenen Vierbeiner auch nach Bewegung rufen, ist das ganz schön zeitaufwändig und wäre alleine nicht zu bewerkstelligen. Aber da gibt es die Bewohner vom Kinderdorf Brixen, die mit ihren Bezugspersonen sehr gerne vorbeikommen. Die Extraportion Streicheleinheiten und Bewegung an frischer Luft tun den Zwei- und Vierbeinern gleichermaßen gut. Auch im Krankenhaus Brixen gibt es Menschen, die Tiere nicht nur lieben oder sich gerne mit ihnen beschäftigen: Für manche ist die Begegnung und das Zusammensein mit den treuen Fellnasen sogar nachweislich eine therapeutische, um nicht zu sagen heilende Maßnahme. Andreas Vallazza erinnert sich, als ob es gestern gewesen wäre, an eine Frau aus der psychologischen Abteilung des Brunecker Krankenhauses, die darum gebeten hatte, einige Zeit in der Mitarbeiterwohnung bei ihm und den Hunden unterkommen zu dürfen. Sie litt an schlimmen De-
pressionen und hatte bereits einen Suizidversuch hinter sich. Dass die Medizin an ihre Grenzen gelangt war, schien die Hunde herzlich wenig zu beeindrucken. Die intensive Beschäftigung mit den Tieren ließ das Thema Antidepressiva „Schnee von gestern“ werden und veränderte den Blickwinkel der Frau auf das Wesentliche. Sie blieb zwar bedeutend länger als ursprünglich geplant, verließ ihre Schützlinge aber buchstäblich rehabilitiert. „Im Dezember 2015 hat sie ganz von sich aus gesagt, es gehe ihr wieder gut, und ist zu ihrem Mann und ihrer Tochter zurückgekehrt“, erinnert sich Vallazza und lächelt dabei sichtlich zufrieden.
Für alles gibt es eine Lösung. Manchmal dient seine Pension auch als Langzeitpflegeplatz – zum Beispiel, wenn auf das Herrchen ein unerwarteter längerer Krankenhausaufenthalt zukommt. Und die Bezahlung in so einem Fall? Den Tagessatz von üblicherweise 25 Euro kann und will er in solchen Notsituationen nicht verlangen: „In erster Linie bin ich Mensch – und dann erst Geschäftsmann“, sagt er sehr bestimmt. Für alles lässt sich eine Lösung finden, das gilt auch für das Finanzielle. Dann ist da noch der therapeutische Aspekt: Gassi gehen und Fütterungen sind im Leben mancher Vierbeiner eben nicht alles. Er zeigt mir das Wasserbad mit integriertem Laufband, das Hunden mit Gelenks- und Arthrose-Beschwerden erhebliche Linderung ihrer Schmerzen und damit wieder mehr Lebensqualität verschaffen kann. Dies geschieht aber selbstverständlich nur in Absprache und enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt, fügt er hinzu. Nachdem ich mich von Andreas Vallazza und seinen Neufundländern verabschiedet habe und wieder auf der anderen Seite des schweren Eisentores stehe, schaue ich noch einmal zurück. Das verlassene Areal wirkt jetzt weder schöner noch einladender als vor meinem Besuch. Aber ich habe wieder etwas dazugelernt: Wenn ich wissen möchte, wie es hinter unübersehbaren Mauern ausschaut und was sich dort abspielt, gibt es nur einen Weg, um es herauszufinden: Ich muss hineingehen, um mir selbst ein Bild davon zu machen und meine eigene Meinung bilden zu können.
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Ein offenes Ohr für die Studenten Bisher wurden sie in der Diskussion um den Ausbildungslehrgang zum Grundschullehrer oder Kindergärtner vernachlässigt – dabei stehen sie eigentlich im Mittelpunkt des Geschehens: Die Studenten an der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen.
V
or kurzem hat sich die Landesregierung kritisch über die Fakultät für Bildungswissenschaften geäußert, explizit den erziehungswissenschaftlichen Masterstudiengang für angehende Lehrer und Kindergärtnerinnen. Auslöser war die Ungeduld der Aushilfslehrer, die auf ihren Lehrbefähigungskurs warten mussten. Die Landesregierung hat der Außenstelle der Freien Universität Bozen zu wenig Engagement in der Ausbildung vorgeworfen: Sie müsse sich in qualitativer und quantitativer Hinsicht verbessern. Sollte dies nicht geschehen, könnte die Fakultät, so die Drohung der Landesregierung, das bisherige Monopol an der Lehrerausbildung verlieren. 54 betroffene Studenten haben sich daraufhin gegen diese
„rufschädigenden Aussagen“ zur Wehr gesetzt: „Die Fakultät, ihre Professoren und viele ihrer Studenten sind bemüht, ihr Bestes zu geben.“ Bildungsrat Philipp Achammer versuchte, die Wogen wieder zu glätten: Für ihn sei vor allem der quantitative Aspekt ein wichtiges Anliegen, die Anzahl der Ausgebildeten decke nicht den aktuellen Bedarf. Außerdem gab es in der Vergangenheit organisatorische Probleme zwischen Land und Universität in der Frage, wer für die Freigabe weiterer Studienplätze verantwortlich sei. Auf Anfrage der Freiheitlichen erklärte Achammer Ende Mai, dass die Fakultät in ihrer Funktion als Lehrbefähigungsstelle nicht den notwendigen Anforderungen entspreche.
Meine Meinung Stefan Bayreuther
Kritik unerwünscht? Aus München angereist, sah ich meinem Umzug nach Brixen mit Enthusiasmus entgegen: Die Freie Universität Bozen nahm mich auf, um mich im Studiengang Sozialarbeit an der Fakultät für Bildungswissenschaften zu unterrichten. Auf einer Ranking-Liste fand ich besagte Universität auf dem ersten Platz. Dreisprachigkeit, kleine Klassen, bewandte Dozenten, technologisch auf dem neuesten Stand und gute Vernetzung zwischen Theorie und Praxis – dies waren die Aushängeschilder. Doch es dauerte nicht lange, und Enttäuschung machte sich in mir breit, denn ich fühlte mich nicht wie auf einer Universität. Die meisten Vorlesungen waren typischer Frontalunterricht, den ich auf meiner Oberschule schon zur Genüge ertragen durfte. Außerdem gaben die meisten Dozenten lediglich eins zu eins wieder, was bereits auf den Folien stand, die via Beamer an die Wand gestrahlt wurden. Besonders die Diskussionskultur innerhalb des Unterrichts ließ für mich persönlich zu wünschen übrig: Auch wenn manches kritisch hinterfragt wurde, schloss man sich trotzdem der Meinung des Dozenten an. Meiner Meinung nach wollen viele Studenten in Brixen einfach ihren Abschluss in der Tasche haben und sich nicht allzu viel um das Drumherum scheren. Klar, der Abschluss wird einem nicht hinterhergeworfen, aber es ist allgemeinhin bekannt, dass die Prüfungen in Brixen recht großzügig bewertet werden und man hin und wieder auch gern beide Augen zudrückt. Die Universität hat einen Ruf zu verteidigen, und dies gelingt eben am besten, wenn man viele Absolventen mit guten Noten hervorbringt. Möglicherweise schweigen sowohl die Verantwortlichen der Universität als auch die Studenten über derartige Kritik, da sie beide von der guten Benotung profitieren. 12
Gegen diese Kritik spricht, dass die Freie Universität Bozen durch die „La buona scuola“Reform nun über mehr Spielräume verfügt – einerseits über die Gestaltung des Unterrichts und andererseits über die Freigabe von Studienplätzen. Ganz nebenbei konnte die Uni beim alljährlichen Universitätsranking der Tageszeitung „La Repubblica“ zum dritten Mal in Folge Platz 1 ergattern. Durch eine CensisUmfrage wurden hierfür staatliche und nichtstaatliche Hochschulen Italiens genauer unter die Lupe genommen und bewertet. Auch die Bachelorstudiengänge der bildungswissenschaftlichen Fakultät landeten auf dem ersten Platz. Wie passt also die aufkeimende Kritik mit dem positiven Ranking zusammen?
Studenten sind von Kritik überrascht. Ist es wirklich so schlecht
um die Qualität der Ausbildung bestellt? Die Studentin Katalin Schmidhammer meint: Nein. „Klar gibt es einige Makel, die man verbessern könnte, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit dem Studiengang“, erklärt die Masterstudentin für den Primarbereich. Die Kritik von Achammer kam für sie sehr überraschend: „Wir stehen stetig im Austausch mit einer Arbeitsgruppe, die an der Verbesserung der Universität arbeitet“, so Schmidhammer. Erst vor einigen Jahren wurde die Lehrerausbildung gründlich umgekrempelt, um einige kritische Punkte wie den mangelnden Bezug von Vorlesungen zur Arbeitswelt zu verbessern. So wurden ein neues Vorlesungssystem und eine Vereinigung verschiedener Vorlesungen zu so genannten „Modulen“ eingeführt, die den Studenten hilfreich entgegenkommen sollen. Die Wurzel des eigentlichen Problems sieht Student Fabian Fleischmann an einer anderen
Stelle: „Es gibt eine generelle Unzufriedenheit mit den Schulen und Kindergärten. Bei der Kritik wurden wir Studenten einfach mit in einen Topf geworfen.“ Er möchte, wie Katalin Schmidhammer auch, nach dem Abschluss des Studiums an einer Grundschule arbeiten. Nach der aufschwellenden Diskussion um die Qualität der Ausbildung befürchten nun beide, dass man zu viel von ihnen erwartet und ihnen besonders kritisch gegenübersteht. „Unser Studiengang ist so eingerichtet, dass wir sehr gut auf die Praxiswelt vorbereitet sind“, berichtet Fleischmann. Durch Laboratorien, Praktika und zusätzliche Angebote wird die Praxis eingehend mit der Theorie verknüpft. So werden beispielsweise Schulklassen in die Universität eingeladen, um Schulstunden zu simulieren. „Es ist natürlich klar, dass sich die echte Arbeitswelt davon unterscheidet, aber eine hilfreiche Vorbereitung ist es allemal“, unterstreicht der Student.
Viele Makel, wenig Aktivität. Kann man also die Fakultät von jeglicher Kritik freisprechen? „Es gibt hier etliche organisatorische Mängel, die eigentlich leicht zu beheben wären“, kritisiert der Vizepräsident des Studentenrats, Alex Gatterer: Kaputte Türen, funktionsuntüchtige Drucker und ein neugebauter Musikraum, in dem das Musizieren verboten ist. Eigentlich alles Kleinigkeiten, die mittels geringem Aufwand behebbar wären, doch es geht nur schleppend voran. Was den Unterricht anbelangt, ist der Sozialpädagogik-Student recht zufrieden: „Manche Dozenten wirken zwar ein bisschen fehl am Platz, aber die Vorlesungen sind trotzdem lehrreich und bereiten mich gut auf meine spätere Arbeit vor“, ist sich Gatterer sicher. Auch in seinem Studiengang wird versucht, die Theorie
gewinnbringend mit der Praxis zu verknüpfen. Mit der Wahl dieser Universität waren alle befragten Studenten sehr zufrieden, teils sogar positiv überrascht. Die Lehrveranstaltungen seien lockerer, kompetenter und gehaltvoller als an anderen Universitäten.
Mit hoher Erwartung angereist. So sieht es auch Anna Tonello, die in Venezien ihren Bachelor in Altertumswissenschaften gemacht hat. Nun orientiert sie sich um und befindet sich im ersten Studienjahr für Erziehungswissenschaften an der Fakultät Brixen. Besonders die Dreisprachigkeit war ein großer Anreiz für sie: „Ich wollte hier Deutsch lernen und andere Kulturen kennenlernen“, fügt Tonello hinzu. Umso enttäuschender findet sie es, dass im Ausbildungslehrgang die Sprachgruppen getrennt werden und es keine gemeinsamen Kurse gibt: „Die Dreiteilung macht für mich keinen Sinn“, sagt die Studentin. Generell ist aber auch sie sehr zufrieden mit der Universität. Nützliche Laboratorien, einen guten Draht zu den Professoren und die Förderung von Kreativität und Selbstreflexion hebt die
In Grund und Boden kritisiert und himmelhoch gelobt – bei der Fakultät für Bildungswissenschaften scheiden sich die Geister
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italienischsprachige Studentin als positive Aspekte hervor. Allerdings sieht sie am Unterricht auch einige kritische Punkte. So beziehen sich die Vorlesungen zu wenig zur Praxis, und die Prüfungen sind ohne viel Aufwand leicht zu bestehen. Au-
ßerdem herrsche eine „sinnlose Anwesenheitspflicht“, die oftmals durch Unterschriftfälschungen der Kommilitonen umgangen wird.
Selbstkritik keine Paradedisziplin. Verantwortliche der Univer-
Kritik, wie schon in den vergangenen Jahren, nicht wirklich geäußert. Bereits 2014 wurde eine breite Feldstudie durchgeführt, die sich mit der Zufriedenheit der Absolventen der Lehrerausbildung befasste. Trotz vieler kritischer Stimmen, die den mangelnden Praxisbezug und die schlechte Organisation der Vorlesungen bemängelten, gab es weder eine konstruktive Debatte noch eine ausgiebige Reaktion seitens der Fakultät. Dabei zeigt sich deutlich, dass viel um den heißen Brei geredet wird. Es gibt von Seiten der Landesregierung keine konkrete Kritik, auf die man sich beziehen könnte, und anscheinend gibt es auch keinen konstruktiven Austausch zwischen den verantwortlichen Stellen. Dabei gäbe es einiges, wie die Kommentare der Studenten zeigen, was man ändern könnte und für alle Involvierten von Nutzen wäre. Aber dazu braucht es die Größe, um Kritik an sich selbst üben zu können – und wie die Vergangenheit zeigt, ist Selbstkritik keine Paradedisziplin der Brixner Universität.
sität haben sich zur aufkeimenden
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Ein Hoch auf die Familie z „Die Familie ist die Heimat des Herzens“, sagte einst Giuseppe Mazzini und unterstrich damit die Wichtigkeit derselben. Um die Familie zu feiern, gab es am Wochenende vom 11. und 12. Juni gleich zwei Familienfeste in Brixen: Der Familientag der Gemeinde Brixen fand am Samstag bei leider schlechtem Wetter am Domplatz statt und sorgte mit Spielen, Schatzsuche
und musikalischen Einlagen für lachende Gesichter. Am Sonntag organisierte der Katholische Familienverband (kfs) zu seinem 50-jährigen Bestehen ein Familienfest im Garten des Vinzentinums. Während sich die Kleinen Kasperltheater, Schmink-, Malund Märchenecke widmeten, traten die Großen beim WasserWettspritzen gegeneinander an und stellten ihr Können in der
Kletterburg unter Beweis. Der Katholische Familienverband wurde 1966 gegründet, um die Interessen der Südtiroler Familien in der Politik und Öffentlichkeit
P&G
zu vertreten sowie einen umfassenden Service für Familien zu bieten. 16.000 Südtiroler Familien bilden heute die Grundlage des starken Verbandes. eh
Politik & Gesellschaft BRIXEN
Labyrinth als Zwischenlösung
z „Die Herausforderung war, in kürzester Zeit ein realisierbares und möglichst funktionierendes Konzept für eine Zwischenlösung für den Hofburggarten zu finden“, sagt der Direktor des Tourismus-
kurz
notiert
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vereins Brixen, Werner Zanotti. Die Alternative wäre gewesen, den Garten auch im heurigen Sommer ungenutzt zu lassen, was überhaupt nicht dem derzeitigen Geist entspricht, der in der Gemeinde Brixen
vorherrscht. „So kam Stadtrat Sepp Unterrainer auf die Idee zu einem Labyrinth im Maisfeld“, sagt Zanotti, „das wir natürlich noch mit einer Geschichte verknüpfen mussten, damit es an Attraktivität gewinnt.“ So wird man vom 22. Juli bis zum 2. Oktober über eine geringe Eintrittsgebühr im Hofburggarten die Reise des Elefanten nacherleben können – von Valladolid in Spanien bis nach Trient, Brixen und Wien. An jeder Station gibt es ein kleines Quizspiel, dessen Lösung den richtigen einzuschlagenden Weg vorgibt. Am Ende erreicht man einen acht Meter hohen begehba-
ren Holz-Elefanten mit Aussichtsplattform, von der aus man „den Hofburggarten und das soeben erfolgreich gemeisterte Mais-Labyrinth sowie Brixens Altstadt aus einer ungewohnten Perspektive sehen kann“, sagt Werner Zanotti. „Diese Initiative hat nicht den Anspruch einer langfristigen Lösung“, betont er, „die Gemeinde braucht aber für die Planung eines neuen Konzeptes mehr Zeit, in der wir den Garten trotzdem nutzen wollen.“ Beim „Elefanten-Labyrinth“ handelt es sich um eine gemeinsame Initiative des Tourismusvereins, der Gemeinde Brixen und der Hofburg. wv
Der Frauenhausdienst Brixen sucht eine Zivildienerin für ein Jahr ab September 2016. Geboten werden interessante Erfahrungen, eine spannende Tätigkeit und Arbeit mit Frauen und Kindern. Informationen unter Telefon 0472 820587 oder im Internet: www. bzgeisacktal.it.
Die Sektion Brixen des Blutspendervereins AVIS begeht heuer ihren 50. Geburtstag. Das Jubiläum wurde Mitte Juni bei einem kleinen Fest in der Blutbank gefeiert. Insgesamt verzeichnet AVIS Brixen 3.095 Spender, die von Jänner bis Mai 2016 1.395 Blutspenden abgegeben haben.
Dekan Albert Pixner konnte vor kurzem im Rathaus einen Scheck im Wert von 5.522,24 Euro für die Restaurierung der Pfarrkirche entgegennehmen. Der Spendenbetrag setzt sich aus den Verkaufserlösen der „Entschuldigungskarten“ aus dem Zeitraum 2009 bis 2015 zusammen.
NACHGEFRAGT
„Win-win-Situation“ Herr Mitterrutzner, warum hat sich diese Gruppe gebildet? Mittlerweile haben Maturabälle einige Probleme, und sie haben ihren Reiz verloren. Das liegt wohl daran, dass sich die Bälle untereinander ähneln, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass die Klassen zu spät damit beginnen, sich Gedanken über ihren Maturaball zu machen. Einige dritte Klassen des Oberschulzentrums wollten sich heuer intensiver damit beschäftigen und wollten auch alte Gewohnheiten in Frage stellen, wie beispielsweise die Finanzierung oder die Vorfinanzierung eines Maturaballs.
Welche Lösungsvorschläge hat die Arbeitsgruppe ausgearbeitet? Man will den Gast mehr in den Mittelpunkt stellen und die Maturanten etwas von der Arbeitsleistung an diesem Abend befreien, damit sie mehr Zeit für den Gast haben. Vor allem will man aber, dass nicht das Finanzielle, sondern die Unterhaltung und die gute Erinnerung im Vordergrund stehen. Bezüglich Sponsoren ist man sich klargeworden, dass nur mit „Betteln“ die Sache nicht mehr tragbar ist. Der Sponsor will eine klare Gegenleistung. Wie will man Vorteile für Unternehmen schaffen?
Man will sie mehr in das Konzept einbinden. Die Unternehmen werden dadurch wesentlich mehr wertgeschätzt und haben auf dem Ball selbst eine größere Sichtbarkeit, wissen also, warum sie ihn unterstützen. Man wäre auch bereit, bestimmte Dienstleistungen anzubieten; zum Beispiel könnte man als Gegenleistung bei Firmenfeiern, Festen oder ähnlichem helfen. Wir wollen dafür sorgen, dass die Sponsorensuche kein einseitiges Betteln mehr ist. Dadurch wird der Maturaball zu einer Win-win-Situation für alle Beteiligten.
Foto: Oskar Zingerle
GABRIEL MITTERRUTZNER, Schüler der Technologischen Fachhochschule, über die am Oberschulzentrum „Fallmerayer“ tätige Arbeitsgruppe „Maturaball“, die ein neues Konzept mit Vorteilen für Sponsoren erarbeitet hat.
lia.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
BRIXEN
Vinzenz-Gasser-Straße fertiggestellt z In den nächsten Tagen werden die Arbeiten zur Gestaltung der Vinzenz-Gasser-Straße abgeschlossen: Derzeit wird noch die Beschilderung angebracht, und ab 27. Juni folgt der Feinasphalt
– sofern das Wetter den beauftragten Unternehmen keinen Streich spielt. Die „neue“ Vinzenz-GasserStraße ist allerdings an den beiden Enden lediglich eine Zwischenlösung: Das Vorprojekt sah an
der Kreuzung zur Brennerstraße einen Kreisverkehr vor, der im Rahmen der Neugestaltung des angrenzenden Areals entstehen wird – weshalb der Fahrradweg am südlichen Rand eine heu-
te etwas eigenartig anmutende Form aufweist: „Diese Führung entspricht bereits jener, die nach Fertigstellung des Kreisverkehrs funktionieren wird“, sagt Gemeindegeometer Walter Amhof. Wann der Kreisverkehr realisiert wird, steht allerdings noch in den Sternen, weil es zwischen den verschiedenen Eigentümern des angrenzenden Areals noch keinen Konsens zur Bebauung und zur entsprechenden Gestaltung gibt. Auch die Kreuzung beim Krankenhaus wird noch eine Neugestaltung erfahren: „Der Sanitätsbetrieb wollte hier eine Fußgängerunterführung vom Parkplatz zum Krankenhausareal“, sagt Amhof. Da dieses Detail weder im Plan enthalten noch finanziert war, wurde die Gestaltung dieser Kreuzung zurückgestellt: Die Gemeinde braucht dazu das Okay der Landesregierung, die die Unterführung wohl finanzieren müsste. Im Bild links die heutige Gestaltung der Kreuzung Brennerstraße, rechts die zukünftige Gestaltung des Kreisverkehrs. wv 15
Menschen & Meinungen RETTERIN MIT LEIB UND SEELE: Seit 23 Jahren ist Barbara Siri beim Weißen Kreuz
––––––
16
PORTRAIT Foto: Oskar Zingerle
„Die Familie ist mein Zentrum“ Auf ihrem Weg zur Präsidentin des Weißen Kreuzes hat BARBARA SIRI einiges mitgemacht – ganz zu schweigen von den unzähligen Einsätzen und durchwachten Nächten während ihrer 23-jährigen Mitgliedschaft beim Rettungsdienst.
E
s ist knapp nach 21 Uhr. Im Aufenthaltsraum der WeißKreuz-Stelle in Brixen läuft der Fernseher: Gerade wurde das Spiel Frankreich gegen Albanien angepfiffen. Ein Rettungswagen ist in der Stadt unterwegs, die zweite Besatzung hat es sich gerade auf der Couch gemütlich gemacht. Jonas und Martin warten auf den Pizzaexpress. Selber zu kochen, darauf hat niemand Lust. Ein ganz normaler Abend … dann kommt über Funk die nächste Alarmierung. Jonas und Martin müssen los. Zurück bleiben Hansjörg, der dem Notarzteinsatzfahrzeug zugeteilt ist, und der Notarzt. Die Pizza kommt, und etwas später kehren auch Barbara, Magdalena und Thomas mit dem Rettungswagen in die Stelle zurück. Barbara Siri, die frischgebackene Präsidentin des Weißen Kreuzes, macht ihren wöchentlichen Nachtdienst. Perfektes Timing für ein Interview. Ich zücke den Stift, krame den Schreibblock hervor; derweil werden am großen Tisch im Aufenthaltsraum Pizzakartone inspiziert, Cola-Dosen zischen. Das Gespräch kann beginnen. Dann das durchdringende Piepsen, das den nächsten Einsatz ankündigt. „Das mit dem Gespräch wird heut’ wohl nichts mehr“, meint Hansjörg lapidar. Alpenflair und School’s out fordern ihren Tribut. Um 23 Uhr gebe ich schließlich auf. Das Spiel Frankreich gegen Albanien ist zu Ende, die Zeitungen im Aufenthaltsraum habe ich durch. Das Timing war wohl doch nicht so perfekt.
Schlaflos durch die Nacht. Am
nächsten Morgen erzählt Barbara Siri am Telefon von der vergangenen Nacht. An Schlaf sei nicht zu denken gewesen. Ein Einsatz habe sich an den nächsten gereiht; irgendwann sei eine Viertelstunde für ein paar Bissen Pizza geblieben, kalt und zäh. Zu 23 Einsätzen waren ihre Kollegen und sie geru-
fen worden, fünf Mal habe auch der Notarzt mitkommen müssen. Komasaufen am Ende des Schul jahres, Warm-up auf dem Natzner Hochplateau. Zwischen Müdigkeit und Professionalität macht sich auch Unverständnis breit über Leichtsinn und Verantwortungs losigkeit – und darüber, dass so viele zuschauen, wie sich Minderjährige Jahr für Jahr die alkoholisierte Seele aus dem Leib kotzen. Wir vereinbaren den nächsten Gesprächstermin für den frühen Abend, dieses Mal aber bei ihr zu Hause in Schabs. Wir sitzen auf der Terrasse, eine Freundin macht ihr die Nägel. Rosafarbener Lack – „a bissl tussig bin ich eben“.
Barbara Siri ist seit 23 Jahren dabei. Es sei damals der Dienst auf dem Rettungswagen gewesen, der sie fasziniert habe, der Adrenalinschub vor jedem Einsatz, das Blaulicht, die Herausforderung, helfen zu können. Und dann habe sich im Laufe der Zeit eben vieles ergeben. Sie wurde Mitglied im Sektionsausschuss, absolvierte eine Ausbildung beim Kriseninterventionsteam in München und engagierte sich in der Notfallseelsorge, wechselte später in die Jugendarbeit des Weißen Kreuzes. Der Umgang mit Tod und Trauer, die Nähe zu Schicksalsschlägen, wenn auch nur für eine kurze Zeit, „das hält man auf
Als Frau an der Spitze eines derart großen Vereins zu stehen ist für Barbara Siri nichts Besonderes. Um Anerkennung musste sie nicht kämpfen, „wahrscheinlich, weil ich schon so lange dabei bin und viele Facetten des Vereins kenne“. Auf die Freiwilligkeit als Stärke des Weißen Kreuzes möchte sie auch in den nächsten vier Jahren setzen und darauf, dass die Technologie stets auf dem neuesten Stand ist. Sie ist mit Leib und Seele beim Weißen Kreuz, füllt das Ehrenamt als Präsidentin mit ihrem ganzen Wesen aus. Zwei bis drei Mal pro Woche fährt sie nach Bozen, dann kommen noch viele Abendtermine dazu, zum Beispiel, wenn in den
„Wenn ich eine halbe Stunde nur für mich habe, kann ich das voll und ganz genießen“_ Barbara Siri Und der Urlaub steht bevor, eine Woche Formentera, eine Woche Sonne, Strand und Meer, eine Woche Entspannung nach einer spannenden Zeit. Anfang Juni wurde die 45-jährige Fitnesstrainerin, der die Arbeit als Sekretärin vor Jahren zu eintönig geworden war, zur Präsidentin des Weißen Kreuzes gewählt, mit 116 von 133 Delegiertenstimmen. Sie freut sich darüber, spürt die Rückendeckung der 2.952 Freiwilligen in den 29 Sektionen. Zwar war sie dem Verein bereits ein Jahr vorgestanden, nachdem Georg Rammlmair die Präsidentschaft zurückgelegt hatte, „dass ich aber wirklich als Präsidentin akzeptiert werde, zeigte sich für mich mit der Wahl“. Bodenrettung und Krankentransporte, Pistenrettung, Hausnotruf, die First Responder, die Notfallseelsorge und die Jugendgruppen, auf die sie besonders stolz ist, gehören zur breiten Palette an Dienstleistungen, die das Weiße Kreuz den Menschen im Land bietet.
Dauer nur schwer aus“. Mit den Jugendlichen konnte sie das pure Leben spüren, sie für Werte sensibilisieren, die durch unsichere Zeiten tragen können.
„Irgendwann bin ich ganz oben“. Als sie 2008 zur Landes-
jugendleiterin gewählt worden war, damals eine neue Funk tion, schaute sie sich das Organigramm des Weißen Kreuzes an und meinte im Scherz zu ihrem Mann, dass sie irgendwann ganz oben sein werde. Jetzt ist sie ganz oben angekommen, und sie fühlt sich wohl dabei. Familie, Beruf und die ehrenamtliche Tätigkeit unter einen Hut zu bekommen – es scheint, als ob das der quirligen dreifachen Mutter nichts ausmachen würde. „Wenn ich eine halbe Stunde nur für mich habe, dann kann ich das voll und ganz genießen.“ Beim Kochen und beim Kuchen backen baut sie Stress ab, „da bin ich wie in einer anderen Welt“. Erholung im Zeitraffer.
Sektionen die Vollversammlungen abgehalten werden. „Im Grunde ist alles eine Frage der Organisation“, sagt Barbara Siri. Die Tage sind durchgetaktet, ihr Mann Franz, von Beruf Krankenpfleger, und sie sind nach 22 Jahren Ehe ein eingespieltes Team. Am Sonntagabend wird die kommende Woche besprochen, Termine abgeglichen, die Töchter Vanessa und Sarah springen ein, wenn Not am Mann ist. Und dann gibt es noch Samuel, pfiffige acht Jahre jung, der sich im turbulenten Familienalltag sehr geborgen fühlt. „Die Familie ist mein Zentrum“, sagt Barbara Siri, und man glaubt ihr das auch: die Begeisterung, mit der sie von ihren Kindern spricht, der überdimensionale Diwan im Wohnzimmer und der große Esstisch, an dem nicht nur fünf Personen Platz finden.
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 17
Menschen & Meinungen
TEIS / WIEN
Internationaler Award geht nach Teis z Als erste Frau gewinnt die Rechtsanwältin Juliane Messner aus Teis den begehrten „Client Choice Award“ für Österreich im Bereich Patentrecht. Diese internationale Auszeichnung wird vom britischen Online-Rechtsinformationsdienst aufgrund von Feedbacks vergeben; Unternehmen und Rechtsanwälte geben ihre Stimmen für herausragende Leistungen in den jeweiligen
Rechtsgebieten ab. Pro Land und pro Rechtsgebiet wird ein Gewinner ausgewählt. Die 33-jährige Juliane Messner ist seit 2010 als Rechtsanwältin tätig, gründete vor zwei Jahren in Wien mit vier weiteren Rechtsanwälten die Kanzlei „Geistwert“ und kümmert sich um die Bereiche Geistiges Eigentum, IT und Technologie. „Dass ich diese Auszeichnung als erste Frau
gewinnen konnte, freut mich und macht mich stolz. Mich spornt der Award an, meine Beratungsqualität nicht nur beizubehalten, sondern weiter zu steigern“, so Messner, die international tätig ist und unterschiedliche Arten von Unternehmen berät – vom Internet-Start-up über Produktionsunternehmen bis hin zu multinationalen Fashionoder Luxury-Labels. eh
M&M Menschen & Meinungen
BRIXEN
Chef der Stadtpolizei geht in Pension
Der Spruch vom Much
I woaß schun, prum se in Fåhrplan vom CityBus aufstockn. De hobm an Ångst vor der nuidn Konkurrenz, dem TschumBus ...
kurz
notiert
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z Pietro De Zolt, der 36 Jahre lang die Geschicke der Brixner Stadtpolizei geleitet hat, ging vor kurzem in Pension. Die Gemeinde verabschiedete den langjährigen Kommandanten mit einer kleinen Feier im Gemeinderatssaal. Bürgermeister Peter Brunner ließ die wichtigsten Etappen von De Zolts Laufbahn im Rathaus Revue passieren und dankte ihm für das Engagement und Verantwortungsbewusstsein, mit dem er seine Aufgabe als oberster Ordnungshüter der Stadt in all den Jahren wahrgenommen hat. Er würdigte die menschlichen Qualitäten und die fachliche Kompetenz, mit denen Pietro De Zolt zu
überzeugen wusste. De Zolt habe die Mobilitäts- und Sicherheitspolitik der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitbestimmt. Wertschätzung für die geleistete Arbeit erntete De Zolt auch von den Vertretern der Ordnungskräfte und der Zivilschutzvereine. Sichtlich gerührt bedankte sich De Zolt für das Vertrauen und Wohlwollen und die gute Zusammenarbeit. Seit 1. Juni hat Vizekommandant Gernot Wieland interimistisch die Funktionen des Kommandanten übernommen; die Brixner Gemeindeverwaltung steht kurz davor, den Nachfolger De Zolts zu ernennen. WV
Der Bezirksfeuerwehrpräsident Franz Goller und Feuerwehrmann Hermann Stockner wurden im Rahmen der Florianifeier der FF St. Andrä für 40 Jahre Feuerwehrdienst geehrt. Beide erhielten das Verdienstkreuz in Gold.
Franz Stolz war über 30 Jahre lang Präsident des Tourismusvereins Gitschberg-Jochtal; nun zog er sich von diesem Amt zurück. Als Dankeschön überreichte der Vorstand dem nunmehr ehemaligen Präsidenten ein Bild des Künstlers Alex Pergher.
In Brixens Schulen tummelt sich der eine oder andere Jungphilosoph: Nicky Deluggi vom Sprachengymnasium und Franziska Pircher vom Realgymnasium belegten bei der Südtiroler Philosophie-Olympiade den zweiten beziehungsweise den dritten Platz.
O o op s
mein Hoppala
Alois Rastner, verantwortlicher Leiter der Führungen im Weißen Turm
„Holt uns hier raus!“ Die Regensburger Sportjugend war in Brixen zu Besuch. Um ihre Partnerstadt kennenzulernen, wurde eine Führung in den Weißen Turm organisiert. Ich führte die Gruppe in das historische Bauwerk, erklärte die Geschichte und zeigte die Wächterstube. Als die Führung beendet war, stapfte die gesamte Truppe wieder die Stiegen hinunter. Routiniert knipste ich das Licht aus und schloss die Tür ab. Wir verabschiedeten uns nach Hause. Kurz später klingelte mein Telefon: Der Kooperator erklärte mir aufgeregt, dass Hilfe-Schreie aus dem Weißen Turm kommen. Die Carabinieri hätten ihn darüber informiert. Schnell machte ich mich auf den Weg, schloss die Tür wieder auf und befreite die beiden 13- und 16-Jährigen aus ihrer misslichen Lage. Sie waren noch im Wächterkämmerchen geblieben und verpassten deshalb das Nachhausegehen der Gruppe. Dieser Ausflug wird ihnen in Erinnerung bleiben und wird wohl auch in die Geschichte eingehen, denn ich wage zu behaupten, dass noch nie jemand im Weißen Turm eingesperrt gewesen war.
Leser kochen für Leser
mmh!
Buchteln mit Marillenmarmelade > Zutaten (für 16 Buchteln) 430 g Weizenmehl 00 65 g Zucker 10 g Salz 45 g Butter 200 g Milch 25 g Germ 1 Ei 1 Eidotter
> Zubereitung Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben. Den Germ in der lauwarmen Milch auflösen. Alle Zutaten außer die Butter in einer Schüssel verkneten, dann die Butter dazugeben
und alles in der Knetmaschine oder mit der Hand kräftig kneten, bis sich der Teig vom Kesselrand löst. Den Teig 5 Minuten ruhen lassen. Die gesamte Masse rechteckig ausrollen und in 16 Rechtecke schneiden. Die Rechtecke mit Marillenmarmelade füllen und gut verschließen. In flüssige Butter tauchen und in eine feuerfeste Form geben. Nun die Buchteln gehen lassen. Sobald sie ihr Volumen verdoppelt haben, in den auf 190 Grad vorgeheizten Ofen geben. 25 Minuten bei Ober- und Unterhitze goldgelb backen. Die Buchteln können mit Puderzucker, Vanillesauce und Minzblatt serviert werden.
Georg Fink ist gelernter Konditor und verzaubert mit seinen Mehlspeisen nicht nur Gäste, sondern auch Freunde und Familie. Die Buchteln bilden sommers wie winters eine leckere Haupt- oder Nachspeise. Besonders köstlich sind sie, wenn sie lauwarm serviert werden. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
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Ergebnis der Online-Umfrage:
„Sollte die Gemeinde Brixen gegen Graffiti-Sprüher vorgehen? “ 33, 34% Ja, die Graffitis haben letzthin zugenommen und verschandeln das Stadtbild 45,45 % Ja, denn es geht dabei um Verschmutzung öffentlichen und privaten Eigentums 12,12 % Nein, denn im Grunde gehören Graffitis inzwischen zum modernen Stadtbild 9,09 % Nein, Graffitis muss man als Kunstwerke sehen
Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:
„Ist das „Elefanten-Labyrinth“ im Hofburggarten eine gute Idee?“ > > > >
Selbstverständlich! Es wird eine Attraktion werden – für Brixner und Gäste Ja! Ansonsten hätte es heuer wieder keine Nutzung des Hofburggartens gegeben Na ja ... ein Maisfeld als Labyrinth. Wird das funktionieren? Nein! Wir brauchen keine Zwischenlösung, sondern ein endgültiges Konzept
Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19
Menschen & Meinungen
BRIXEN / KLAUSEN
LAMMento
Zu-ga-be!
Sex ohne Kondom „Es ist gut, dass der Flughafen versenkt worden ist“, sagt die Frieda, „denn ein Flughafen in Bozen wäre wie Sex ohne Kondom“, und dabei saugt sie an ihrem Fliagerle, das trotz kurzer Landebahn und schlechter Sicht jederzeit den Weg in ihren Mund findet. „Sex ohne Kondom?!“, sagt der Franz und schaut dabei der Frieda tief in die Augen, „darum ging es ja gar nicht! Bei dieser Volksbefragung haben wir darüber abgestimmt, ob wir lieber Sex MIT Kondom haben wollen oder ob wir lieber KEINEN Sex haben wollen, denn das zur Debatte stehende Gesetz war ja so etwas wie ein Kondom, eine Versicherung, die allerdings zugegebenermaßen leider auch oft nicht hält, was sie verspricht.“ Aha, sag ich, also sind wir Südtiroler nun mehrheitlich damit einverstanden, wenn jemand anderer vögelt, denn wir sagten ja NEIN, mehrheitlich zumindest, wobei bei einer Wahlbeteiligung von 46 Prozent die Definition „mehrheitlich“ auch irgendwie zu hinterfragen wäre. „Stimmt auch nicht“, sagt der Franz, „denn pimpern tun wir ja trotzdem – nur eben nicht zu Hause, sondern lieber in Innsbruck oder in Verona.“ Ach so. Sind das aber dann öffentliche Gelder, die dafür aufgewendet werden, wenn jemand, der nach Innsbruck zum Pimpern fährt, irgendwelche Beiträge vom Land kriegt, zum Beispiel einen Mietzuschuss? „Das nennt man dann Umwegfinanzierung“, sagt der Franz. „Das wäre gerade so, als ob die Handelskammer jetzt den Flughafen betreiben würde“, sagt die Frieda. Es ist gut, dass das Fliagerle nun fertig ist. Sonst kommt jemand noch auf dumme Gedanken.
z 40 Jahre ist es nun her, seit Sepp Messner Windschnur mit den Eisacktaler Bänkelsängern („Musig braucht’s im Leben“) die erste Langspielplatte aufgenommen hat, aber eigentlich ist er inzwischen seit 50 Jahren musikalisch aktiv: Mitte der Sechziger Jahre hieß seine erste Beatband „The Fellows“. Den größten Erfolg hatte Messner 1991 mit der CD „Live!“, die im Anreiterkeller aufgezeichnet worden war und von der Liederszene Südtirol produziert wurde: Mehr als 10.000 Einheiten sind davon über den Ladentisch gegangen. Im Oktober wird Sepp Messner Windschnur 70 Jahre alt: „Jetzt war die richtige Zeit, ein letztes Musikprojekt zu initiieren“, sagt der sympathische Klausner Liedermacher. Gesagt – getan! Vor einigen Wochen erschien sein
zehntes Album „Zu-ga-be“, das bei sich zu Hause in Gufidaun aufgenommen und danach im Tonstudio von Gregor Marini in Meran fertiggestellt wurde. Die CD, die im Fachhandel erhältlich ist, enthält gut arrangierte neue Lieder, mit denen sich Messner „offiziell“ als Liedermacher verabschiedet. „Nun“, relativiert er, „natürlich wird Musik auch in Zukunft in meinem Leben eine Rolle spielen – a bissl Tanzlmusig werde ich machen und in einem Chor singen. Außerdem“, sagt er, „bin ich ja Handwerker und Pensionist“, und da hat man eben viel zu tun. Außerdem plant er zu seinem Siebzigsten noch zwei Konzerte im Brixner Anreiterkeller und in der Bozner Carambolage. Vor kurzem stellte Sepp Messner Windschnur seine neue CD in Klausen und in Terlan vor. wv
unsichtbar aber messbar
WOHN
GESUND www.saxl-boden.it
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Pro& Contra Werden wir ausreichend vor dem Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft geschützt? Der Hintergrund:
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Foto: Helmuth Rier
Der Einsatz von chemischen Spritzmitteln ist in ganz Südtirol und auch in Brixen ein gefühltes Thema. Deshalb hat die Landesregierung vor zwei Jahren in einem Beschluss Vorschriften zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln verabschiedet: Unter anderem müssen Abdriftbarrieren errichtet sowie Sicherheitsabstände eingehalten werden, um Schäden durch die Abdrift vorzubeugen. Reicht dies aus?
JOHANN GASSER, Obmann der Melix Brixen: „Es ist das ureigenste Interesse der Landwirte, mit Pflanzenschutzmitteln sorgfältig umzugehen“
Ja Es gibt moderne und strenge gesetzliche Vorgaben, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft regeln. Die Landesgesetzgebung und die Südtiroler Landwirtschaft spielen dabei sogar eine Vorreiterrolle, indem sie voll auf den biologischen und integrierten Anbau setzen. Über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln führen die Landwirte genauestens Buch, und es werden entsprechende Kontrollen durchgeführt. Bevor ein Pflanzenschutzmittel auf den Markt kommt, muss eine Unbedenklichkeitserklärung seitens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit vorliegen. Erst dann erfolgt die Zulassung durch die nationalen Ministerien. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Debatte zu diesem Thema sehr emotional geführt wird und eine gesamte Berufsgruppe beinahe kriminalisiert wird. Die Bürger können versichert sein, dass es im ureigensten Interesse der Landwirte selbst ist, dass mit Pflanzenschutzmitteln sorgfältig umgegangen wird. Tatsache ist aber auch, dass landwirtschaftliche Produkte überhaupt nur in angemessenem Ausmaß hergestellt werden können und vom Verbraucher auf dem Markt nur dann angenommen werden, wenn sie frei von Schädlingen und schädlichen Pilzkrankheiten sind. Dies kann heute nur durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erreicht werden. Im Übrigen ist der Alltag eines modernen Menschen vom Einsatz noch viel schädlicherer Stoffe begleitet; man denke nur an Kosmetika und Druckerschwärze, die einer Sonderregelung bedürfen, damit sie überhaupt vermarktet werden können. z
MANUEL STRICKNER, Mitglied der Grünen Bürgerliste: „Der Pflanzenschutz wird bedauerlicherweise nicht immer fachgemäß angewendet“
Nein Die Nahrungsmittelproduktion hat in unserer materialistischen Gesellschaft leider nicht jenen Stellenwert, den sie sich verdient. Eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft ist die Voraussetzung eines qualitativ hochwertigen Ernährungs- und Lebensstils. Der Pflanzenschutz spielt in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Rolle und wird bedauerlicherweise nicht immer fachgemäß angewendet. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Menschen aus, sondern auch auf Tiere, Pflanzen und Umwelt. Seit der Einführung so genannter Leitlinien, die die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln regeln, nehmen die Beschwerden von Seiten der Bevölkerung kontinuierlich zu. Die Bürger klagen über die bewusste Missachtung und Übertretung von unterschiedlichen Pestizidanwendungsverfahren. Diese erfolgen teilweise auf Flächen in unmittelbarer Nähe von „sensiblen Zonen“ wie Kindergärten sowie Schul- und Parkanlagen. Außerdem bedauern die Brixner die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln bei hohen Windgeschwindigkeiten und deren Abdrift auf benachbarte Flächen. Um diese Problematik in den Griff zu bekommen, müssen in erster Linie genauere und regelmäßigere Kontrollen von Seiten der lokalen Behörden durchgeführt werden. Zudem bedarf es einer offenen und gemeinsamen Kommunikations- und Argumentationskultur mit allen Beteiligten (Bauern, Konsumenten, Fachexperten ...), um ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten und um alle Betroffenen (Menschen, Tiere, Umwelt) ausreichend vor den Chemikalien zu schützen. z
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Menschen & Meinungen
PRAXISNEUERÖFFNUNG
Echo
Leser schreiben uns
„Traurig“ Zum Leserbrief „Lei unter ins Brixner g’sågg“ von Walter Hilpold im „Brixner“ Nr. 316, S. 16
Sigrun Cimadom, Brixen
"IST DAS AUGE KLAR, IST ES AUCH DIE WELT" (E. Freiherr von Feuchtersleben)
Ganz nach diesem Motto freut es mich, die Eröffnung meiner Praxis für Augenheilkunde im Löwencenter in Vahrn bekannt geben zu können. Kein anderer Sinn ist dem Menschen seit jeher so wichtig wie das Sehen! Neben der Diagnostik und Behandlung gilt mein Hauptaugenmerk der Prävention chronischer Augenerkrankungen. Dazu zählen das Glaukom, Makula- und Netzhauterkrankungen, erbliche oder degenerative Hornhauterkrankungen aber auch Veränderungen am Auge, verursacht durch Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Ein großes Anliegen ist mir die Vorsorge für Kinder. Minimale Brechungsfehler oder Fehlstellungen können bewirken, dass das Auge eine so genannte "Schwachsichtigkeit" (Amblyopie) entwickeln kann. Wenn trotz allem ein operativer Eingriff notwendig wird, so ist es durch modernste Technik möglich, zahlreiche Augenerkrankungen durch minimalinvasive Operationen oder mittels Laser zu behandeln. Es freut mich also und es ist mein Bestreben durch meine Erfahrung und mein Fachwissen dazu beizutragen, dass sie die "Welt" wieder ein bisschen klarer sehen können.
Ich kann nur gratulieren! Es ist wirklich traurig, wie wenig Brixner Bürger bei solchen Veranstaltungen anwesend sind, sei es zum Beispiel bei der Bürgerkapelle Brixen wie beim Männergesangverein.
die Ehrenmedaillen der Union Russischer Architekten und der „Architects Society of China“ und sind Ehrenmitglied der Union der Architekten Bulgariens. Schauen Sie doch auf die genannten Länder und welche Spritzmittel dort angewendet werden, bevor Sie auf unsere Bauern Gift sprühen.
„Sischt kimmsche in die Hölle“ Leserbrief zum Thema „Himmel und Hölle“
„Auf unsere Bauern Gift sprühen“ Zum Leserbrief „Obstgarten nach Art der Fürstbischöfe“ von Andreas Gottlieb Hempel im „Brixner“ Nr. 316, S. 16
Hans Tauber, Brixen
Die Meinung des Herrn Andreas Gottlieb Hempel zum Thema Hofburggarten kann man mittragen oder nicht. Im letzten Satz des Leserbriefes degradiert sich AGH aber selbst, indem er von unbelehrbaren Obstbauern schreibt, die von der – vom landeseigenen Versuchszentrum Laimburg vorgeschlagenen – „Giftspritzerei nicht ablassen“. Für pauschale Vorurteile und Verurteilungen ist AGH bekannt. Warum geben Sie nicht im EUParlament – das nach wie vor keine klare Stellungnahme in der Sache abzugeben vermag – eine belehrende Vorlesung? Sie tragen die Verdienstmedaille „Bene Merentibus“ des polnischen Architektenverbandes,
Alois Ties, Brixen
„Sischt kimmsche in die Hölle“ – mit dieser Möglichkeit wurde man früh konfrontiert. Der Pfarrer war genauer: Wenn man Gott in einer wichtigen Sache mit vollem Wissen und Wollen nicht gehorcht. Möglichkeiten zu schwerer Sünde gab es viele, besonders in einem delikaten Bereich. Das Leben bekam so Gewicht. Man schaukelte zwischen Himmel und Hölle. Im Alltag traten allerdings andere Faktoren in den Vordergrund: Es war der Überlebenskampf der zahlreichen Familien auf Wiese und Acker. Dazwischen wurde gebetet und in die Kirche gegangen. Auch in der Beichte gab es schwere Fälle zu gestehen, manchmal, um sicher zu gehen, öfter. Der Erbsünde war man entgangen. Hat Jesus nicht ganz klar gesprochen? „Fürchtet euch (...) vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann!“ (Mt 10,28). Oder: „Wenn dich dein rechtes Auge zum Bö-
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sen verführt, dann reiß es heraus und wirf es weg!“ (Mt 5,29). Das sei besser, als dass der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Dabei denkt Jesus an die Versuchung zum Ehebruch. Jesus, der sein Leben rückhaltlos bis zum Tod eingesetzt hat, war eben konsequent, ohne Halbheit im Blick auf dieses einmalige Leben. Vor allem beim Verweigern der helfenden Liebe wird er deutlich: „Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“ (Mt 25,41). Er benützt die Sprache der apokalyptischen Literatur seiner Zeit. Er will mahnen und warnen und schrecken. Er wollte sicher nicht eine theoretisch realistische Szenerie lehren, sondern bediente sich der Vorstellung seiner Zeit. Auch die neuere Kirche hat die theoretischen Wahrheitsformulierungen etwas relativiert im Blick auf das Wesentliche. Selbst wer mit allen religiösen Wahrheiten nichts anfangen kann und dabei verantwortlich seiner inneren Gewissensstimme folgt, hat sich den Weg zum Himmel noch nicht versperrt (LG 16). Es kann sogar sein, dass das Gewissen sehr irrt. „Es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten“ (Joh 16,2). Auch das Tun kann undurchsichtig sein: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Was soll man sagen zu einem Monster wie Hitler? Wie ist er herangereift? Wie hat er sich selbst gesehen? Wir sprechen oft von mildernden Umständen. Wer von uns sieht in die Seelentiefe eines anderen? „Richtet nicht, dann werdet ihr nicht gerichtet werden“ (Mt 7,1). Wer die Hölle in sich trägt, weiß nur Gott. Ob es so etwas gibt, wenn „Gott alles in allem sein“ wird (1 Kor 15,28). Wird es einmal heißen: „Alles ist vergeben“?
Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
UMFRAGE
Des Volkes Meinung Fotos: Oskar Zingerle
Volksbefragungen sind in Südtirol derzeit stark in Mode: Ob Seilbahn, Pflanzenschutz oder Flughafen – die Bevölkerung wird zur Wahlurne gebeten und soll mitentscheiden. Sind aber diese Volksbefragungen überhaupt sinnvoll, oder soll die Politik doch wieder selbst Entscheidungen treffen? Wir haben die Brixner um ihre Meinung gebeten.
„Landeshauptmann Arno Kompatscher wurde bereits im Wahlkampf mehr als nötig mit dem Thema Flughafen konfrontiert und zudem für etwas verantwortlich gemacht, das bereits Jahre vorher passiert war. Er hat angekündigt, dazu das Volk zu befragen – und genau das hat er auch gemacht. Mit einem klaren Nein ist dieses Thema nun vom Tisch. Diese Volksbefragung ist für mich somit nicht falsch, sondern einfach nur konsequent“, sagt Arno Parmeggiani.
„Bei einer Volksbefragung hat jeder eine Stimme – auch der, der nichts davon versteht. Deshalb bin ich gegen Referenden. Die Politiker sind ja gewählt worden, um Entscheidungen zu treffen. Das Volk soll involviert werden, aber wenn sie bei solch wichtigen Themen dagegen stimmen, heißt das im Endeffekt für die Wirtschaft Stillstand – genau wie bei der Seilbahn damals“, sagt Thomas Kaser.
Renato D’Alberto hat den Ausgang des Flughafen-Referendums schon vorausgesehen: „Der Flughafen war auf Steuergeldern aufgebaut, wobei kaum Südtiroler von Bozen aus geflogen sind. Eine Volksbefragung ist eine klare Aussage – egal zu welchem Thema, sind sie meines Erachtens immer sinnvoll. In der Politik stecken zu viele Interessen, als dass immer Entscheidungen zum Wohle der Allgemeinheit getroffen werden könnten.“
„Auf jeden Fall soll das Volk befragt werden“, meint Elfriede Michaeler. „Egal, ob Flughafen oder andere Themen: Wir sollen mitentscheiden. Die Politiker vertreten ihr eigenes Interesse, haben ihr eigenes System und vertreten somit leider nicht immer die Meinung des Volkes. Deshalb muss man die Bürger einbinden.“
„Grundsätzlich sind Referenden sinnvoll“, ist Michael Ortner überzeugt. „Aber wenn ein Thema über die eigene Gemeinde hinausgeht, ist es oft besser, keine Volksbefragung durchzuführen. Dann sollte es die Aufgabe der Politik sein, die Meinung des Volkes und vor allem die Meinung derjenigen zu vertreten, die die Entscheidung nicht treffen können, weil einfach das Sachverständnis fehlt.“
„Sinnvoll ist eine Volksbefragung nur, wenn es um wirklich wesentliche Themen geht, die alle betreffen, ansonsten nicht. Das Flughafen-Thema war sinnvoll, weil das ganze Land davon betroffen ist. Dass so viele für Nein gestimmt haben, finde ich ganz toll: Zuerst predigen wir eine heile Landschaft und gesunde Luft in Südtirol, und dann holen wir uns mit so einem Projekt die Luftverschmutzung ins eigene Haus“, ist die Meinung von Luis Gläserer.
„Wofür haben wir denn Politiker? Eben, damit sie diese Entscheidungen treffen sollen – dazu wurden sie ja auch gewählt. Natürlich kommt vielleicht nicht immer das Richtige heraus, aber was ist heute schon immer richtig … Das viele Geld, das ein Referendum kostet, soll besser anderweitig genutzt werden. Was den Flughafen betrifft, wäre mir ein anderer Ausgang lieber gewesen – nicht für mich, aber für meine Enkel. Bei solchen Projekten muss man einfach auch weiterdenken“, sagt Hermann Fink.
Luise Thaler findet Volksbefragungen irreführend: „Das Volk darf immer erst die Stimme zu einem Thema abgeben, wenn meist schon alles ausgeschnapst ist – dann hat es auch keinen Sinn mehr. Wir müssten von vornhinein mehr involviert werden und vielleicht eher zu gemeindebezogenen Themen als zu landesweiten – da fehlt oft einfach der Überblick.“ 23
LITERATUR UND WEIN IM KLOSTER
Kunst & Kultur
Erlesene Kostproben
Vom 9. bis 12. Juni wurde in Neustift das 1. Literaturfestival „WeinLESEN“ ausgerichtet – nach einer Idee von Südtirols Vorzeigeschriftstellerin Sabine Gruber und dem Kulturfestivalleiter Michael Stiller.
L
ieber Wein lesen als gar keine Lektüre“: Mit diesem Spruch eines Unbekannten entließ Philipp Achammer die Besucher in das Literaturfestival „WeinLESEN“.
Donnerstag, 9. Juni. Eröffnung:
Das zahlreich erschienene Publikum im prachtvollen Augustinisaal des Klosters Neustift stammt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz; dazu gesellen sich die üblichen Verdächtigen aus Wirtschaft und Kultur unseres Landes. Sabine Gruber herself hält eine ungewohnt persönliche Eröffnungsrede, in der sie von ihrer ersten Begegnung mit dem Kloster im Rahmen eines Schulausflugs erzählt. Besonders die alten Handschriften mit dem reich verzierten Anfangsbuchstaben hatten es dem jungen Mädchen angetan. Die Tochter eines Schriftsetzers konnte sich damals durchaus einen Beruf als „Schreibkünstlerin“ vorstellen, eine Kunst, die ihr Jahre später unzählige Preise und Auszeichnungen bescheren sollte. Aber die Rednerin schlägt auch kritische Töne an und spricht vom Bedeutungsverlust der Literatur, der von Autoren mitverursacht wird, die ihre Texte nach dem Kriterium der Verkäuflichkeit und des Unterhaltungswertes gestalten. Gruber prangert überdies die Südtiroler Nabelschau an und stellt das internationale Festival unter das Banner einer vielfältigen „Weltbeschau“, jenseits von politisch-ethnischen Diskussionen. Lesung: Der mehrfach preisgekrönte Autor Uwe Timm liest aus seinem Essayband „Montaignes Turm“, wo es um das Schreiben geht, um Schriftsteller und ihre 24
Werke. Auf brillante Weise schildert er seine ganz persönliche Sichtweise auf die Märchen, die ihn in seiner Kindheit begleiteten. Weinverkostung: Nachdem nicht nur das Buch, sondern auch der Wein zu den ältesten Kulturgütern gehören, erfahren wir von Wolfgang Maier und Urban von Klebelsberg in Vertretung von Kellermeister Celestino Lucin, dass in keinem anderen Weinbaugebiet der Welt so viele Rebsorten angebaut werden wie in unserem Land. Durchschnittlich 300 Sonnentage im Jahr und unterschiedliche Bodenbedingungen kommen dem Weinbau sehr gelegen. Nicht ohne Stolz lädt die Stiftskellerei anschließend zur Weinverkostung von Sylvaner, Riesling und Veltliner. Mein nicht gerade Wein-verwöhnter Gaumen kürt den Veltliner zum Sieger.
Freitag, 10. Juni. Thematische Bi-
bliotheksführung: Aus Rücksicht auf die wertvollen Bestände darf nur ein überschaubares Grüppchen in die barocke Stiftsbibliothek. Von der Kulturbeauftragten des Klosters und Organisatorin des Festivals, Ursula Stampfer, erfahren wir Details zu den verschiedenen Formaten. Geordnet nach Sachgebieten, prangen 20.000 Bände, die Probst Leopold de Zanna allesamt in braunes Leder mit goldverziertem Rücken neu binden ließ, akkurat aufgereiht in 42 Wandschränken. Riesige, schwere Graduale mit Beschlägen konkurrieren mit dem kleinsten Buch der Welt, und noch lange nach Erfindung der Buchdruckkunst wurden in Neustift Handschriften auf kostbarem Pergament gefertigt.
Lesung: Nachdem Oswald von Wolkenstein 1411 das Wohnrecht am Augustiner-Chorherrenstift erworben hatte und sogar am Tisch von Probst Nikolaus Scheiber speisen durfte, wird ihm ein eigener Leseabend eingeräumt mit dem österreichischen Lyriker und Dozenten Gerhard Ruiss. Der Experte will mit seinen Nachdichtungen dem Minnesänger und Ritter den gebührenden Raum geben und auf seinen geistreichen Witz, seine romantische Ader und seine polternde Kritik an manch Missständen aufmerksam machen. Wein- und Lesekostproben: Der Wettergott ist an diesem Freitag weiterhin gnädig, so kann die Abendveranstaltung wie geplant am einladenden Stiftsplatz stattfinden. Im Publikum finden sich endlich auch ein paar versprengte Südtiroler, die an dieser edlen Veranstaltung teilhaben möchten. Katharina Hacker liest aus ihrem neuen Roman „Skip“, ein literarischer Glücksfall und politisches Manifest gleichermaßen. Peter Stamm gibt sich zurückhaltend und erzählt in minutiösen Beschreibungen von Thomas, der einfach verschwindet und seine Familie in Ungewissheit zurücklässt. Der Ukrainer Juri Andruchowytsch treibt seine berüchtigten intellektuellen Höhenflüge ins Groteske mit seiner Hauptfigur Stas Perfezki, und Robert Schindel liest für den verhinderten Rolf Lappert. Ausgezeichnete Weine aus Brixen und Umgebung können mit einem eigens kreierten „WeinBON“ verkostet werden.
Samstag, 11. Juni. Im Gespräch:
Alex Rühle moderiert das Gespräch zwischen den bekann-
ten Gesellschaftskritikern Heinz Bude und Lukas Bärfuss um die Frage, was Europa ausmache. Bude erklärt sich die prekäre Lage und die dräuende Wiederkehr tot geglaubter Gespenster in Europa mit drei Gruppierungen, die ihr Erreichtes in Gefahr sehen: die Selbstgerechten, das Dienstleistungsproletariat und die Verbitterten. Es wird nie mehr ein ethnisch homogenes Europa geben, ist sein Fazit, was Lukas Bärfuss absolut begrüßen würde. In eine ganz besondere Atmosphäre können die Teilnehmer am Nachmittag eintauchen mit Lesungen beim Köferer mit Ruth Schweikert, am Kuenhof mit Peter Stamm und beim Hoandl mit Juri Andruchowytsch. Die Marathon-Lesung am Abend wird in den Mühlsaal verlegt, wo Christoph W. Bauer neu dazustößt und mit wunderbarer Lyrik in den Bann zieht; Tanja Maljartschuk brilliert mit witziger Prosa.
Sonntag, 12. Juni. Zum Abschluss
bei der Matinee liest Antonio Fian köstliche Dramoletten aus der eigenen Feder und der von Otto Grünmandl. Herzhaft lachen darf man auch bei Nora Gomringers Lyrik, die das erLESENe Festival temperamentvoll ausklingen lässt. Man darf gespannt sein, welch illustre Gäste Sabine Gruber das nächste Jahr nach Neustift bringen wird.
irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
WELTENSAMMLER: Ilja Trojanow war einer der Autoren, die beim ersten Literaturfestival „WeinLESEN“ Einblick in ihre Werke gaben
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Kunst & Kultur Marcel Rainer: „Meine jetzige Situation übertrifft alles, was ich mir jemals erträumt hatte“
–––––––––– MUSIK
„Eine geile Zeit“ Der 26-jährige MARCEL RAINER aus Albeins erlebt gerade aufregende Zeiten: Der Berufsgitarrist spielte im Vorjahr 142 Konzerte in den verschiedensten Ecken der Welt, steht unter anderem mit Andreas Bourani auf der Bühne – und zwischendurch steckt er seine Füße in den Sand und staunt ... ja, auch über sich selbst. Vom Gitarrenlehrer zum VollzeitGitarristen, der mit Andreas Bourani vor 35.000 Leuten in der Allianz Arena spielt. Herr Rainer, es scheint, Sie leben gerade Ihren Traumberuf ... MARCEL RAINER: Um ehrlich zu sein, übertrifft meine jetzige Si-
tuation alles, was ich mir jemals erträumt hatte. Mein Ziel war es immer, vom Gitarrespielen leben zu können. Eigentlich wäre ich schon mit ein bisschen Unterrichten zufrieden gewesen – und dies tat ich bis 2013 auch. Mittlerweile bin ich ständig auf Tour, spiele auf den größten Festivals Deutsch-
lands, hänge backstage mit den Lieblingsbands aus meiner Jugend herum, stehe mit Andreas Bourani auf der Bühne und spiele Konzerte in Israel und China – das ist unfassbar schön, unglaublich spannend. Aber ehrlich gesagt kann ich oft selbst nicht ganz fassen, was da gerade abgeht.
Italienische Küche zum Genießen.
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Für das Lehrer-Dasein bleibt Ihnen keine Zeit mehr? Das Unterrichten musste ich mittlerweile aufgeben, weil ich einfach keine Zeit mehr dafür habe. Oft muss ich ganz spontan lachen, wenn ich darüber nachdenke. Vor wenigen Tagen
tausenden Leuten auf. Oft muss ich auch ganz spontan für einen Gitarristen einspringen und an die 20 Songs in wenigen Tagen komplett auswendig lernen. Und dann kommt es auch vor, dass ich einfach nur zu Hause hocke und Sounds in meine Effektgeräte programmiere.
Erfolg kommt ja meist nicht von ungefähr. Wo haben Sie sich die Gitarrenkenntnisse angeeignet, die für einen Berufsmusiker von Bedeutung sind?
Wenn Bourani gerade keinen Gitarristen braucht, für wen zupfen Sie sonst noch die Saiten?
Bereits in der Mittelschule in Brixen habe ich einen Akustikgitarrenkurs bei Wolfi Pramstraller besucht – das hat mir damals imponiert. Nach vier Jahren Privatunterricht bei Ivan Miglioranza, meinem Idol in der Jugendzeit, habe ich mich dazu entschlossen,
Ich bin seit Jänner Vertretungsgitarrist bei Andreas Bourani, somit stehe ich nicht bei allen Konzerten mit ihm auf der Bühne. Ansonsten spiele ich auch mit „Kenay“, einem Solokünstler, und „The Glass Child“, einer schwedischen Sängerin. Außerdem war ich in den letzten zwei Jahren auch in einem Va-
DREI GUTE GRÜNDE FÜR EIN ZIEGELFERTIGHAUS VON ALP HOUSE!
01
KOORDINATION
eine Ansprechperson vom Projektbeginn bis zur Schlüsselübergabe!
......
stand ich mit einem Kollegen in Tel Aviv am Strand, mit den Füßen im Meer, schaute mir den Sonnenuntergang an und dachte darüber nach, was wir eigentlich für ein unfassbares Glück haben, so viele Gänsehaut- und WowMomente während unseres Jobs erleben zu dürfen.
„Einmal begleite ich mit meiner Akustikgitarre in einem kleinen Theater eine Sängerin, und dann trete ich mit einer Band vor vielen hunderten oder gar tausenden Leuten auf“_ Marcel Rainer
Wie sieht der „normale“ Arbeitsalltag von Marcel Rainer aus? „Marcel“ hat mich lange schon niemand mehr genannt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt reagieren würde, wenn mich auf der Straße jemand mit „Marcel“ rufen würde. Seit Jahren schon werde ich von allen nur mehr „Cello“ genannt, eine Abwandlung von Marcel oder bessergesagt Marcello. Aber zurück zur Frage: Alltag gibt es bei mir in diesem Sinne keinen. Meine Tage könnten nicht unterschiedlicher sein: Einmal begleite ich mit meiner Akustikgitarre in einem kleinen Theater eine Sängerin, und dann trete ich mit einer Band vor vielen hunderten oder gar
rietétheater namens „Palazzo“ der erste Gitarrist. Derzeit bin ich mit „Tonbandgerät“, einer Hamburger Band, in Israel und China auf Tour.
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MASSIV ein Ziegelhaus für Generationen!
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wie er E-Gitarre zu studieren – am „Institute of Contemporary Music Performance“ in London. An meinen besten Tagen habe ich bis zu 14 Stunden lang Gitarre geübt und 2012 dann meinen Bachelor mit Auszeichnung abgeschlossen. Seither bin ich professioneller Gitarrist, habe aber noch lange nicht ausgelernt.
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Bleibt also kaum Zeit für einen Abstecher nach Südtirol? Leider viel zu selten. Meistens schaffe ich es nur drei- bis maximal viermal im Jahr, nach Südtirol zu fahren, um Familie und Freunde zu sehen. Ich lebe in Hamburg, wobei ich da auch nur noch selten bin. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich tatsächlich auf Tournee. Im Mai geht’s schon wieder weiter nach Tschechien und im Juni als Vorband mit Andreas Bourani auf Arena-Tour in Deutschland und der Schweiz. Im Sommer spiele ich dann mit verschiedenen Bands auf rund 20 Festivals in Deutschland – und komme dann vielleicht auch wiedermal nach Hause. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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IMPROTHEATER
Kunst & Kultur
Schlemmen, schauen, schmunzeln Foto: Rotwild Brixen
24 Aufführungen, und jede mit ungewissem Inhalt. Beim „Gasthaustheater“ hat sich die Heimatbühne St. Andrä auf ein Spiel mit dem Feuer eingelassen, denn ein Drehbuch gibt es nicht – und am Erfolg des Abends ist maßgeblich das Publikum beteiligt. Vorgegeben sind nur die Schauspieler, die Formate – und das Menü.
Theater und Gesang, und das zu 100 Prozent improvisiert – dieser Herausforderung stellt sich die Heimatbühne St. Andrä beim „Gasthaustheater“
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BE E R & M USIC Inmitten der Brixner Altstadt über 30 verschiedene Biersorten verköstigen, leckere Snacks genießen und ausgewählter Livemusik lauschen – das ist Sommerfeeling! Alle Infos zu unseren Events findest du direkt bei uns, auf Facebook oder auf w w w. 3 f i o r i . c o m
FA I RT R
ADE
T
artar vom Rind und Lachs, Eisacktaler Weinsuppe, Tris von Teigtaschen, Nudeln und zum krönenden Abschluss eine Limoncellocreme. Das Menü, das im Gasthaus Post in Trens aufgetischt wird, klingt vielversprechend. Was der Abend sonst noch bietet, ist eine Überraschung – fürs Publikum und für die Schauspieler, denn beim „Gasthaustheater“ der Heimatbühne St. Andrä geht das Programm bei jeder Aufführung in eine komplett andere Richtung. Bei den insgesamt 24 Vorstellungen, die vom 19. April bis 6. August von Freienfeld bis Klausen stattfinden, wird an jedem Abend abwechselnd gegessen und gelacht. Bereits im vergangenen Oktober haben die Vorbereitungsarbeiten zum „Gasthaustheater die 2.“ begonnen. Die Heimatbühne St. Andrä wurde von Erich Meraner auf die Herausforderung „Spontantheater mit Publikumsbeteiligung“ eingespielt.
Kopf aus, Bauch ein. Kein DrehBIO- CA
FFÈ
Bäckergasse, Seitengasse der Großen Lauben Richtung Brixner Domplatz.
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buch, keine Rollenverteilung, keine fixe Spieldauer – beim Improtheater ist alles offen. Lediglich die Struktur der Formate gibt den Spielern Halt; das Publikum bestimmt die Themen und welche der fünf an dem Abend teilnehmenden Schauspieler an der Reihe sind. Wirklich nichts
inszeniert? „Eine Inszenierung wäre gar nicht möglich“, bestätigt Horst Oberrauch, Obmann der Heimatbühne St. Andrä, „denn erstens kann das Publikum von Aufführung zu Aufführung komplett unterschiedliche Themen, Situationen und Gegenstände bestimmen, und zweitens steht man ständig mit anderen Spielern auf der Bühne.“ 100 Prozent Improvisation also. Irgendwas muss die Heimatbühne aber doch geübt haben, denn geprobt wurde ja bereits ab Oktober. „Um beim Improtheater ansetzen zu können, braucht man relativ lange, und man muss sich gut darauf vorbereiten, bis man überhaupt so weit ist“, beschreibt der Obmann. Bei dieser Vorbereitungsarbeit, die unter der Obhut von Erich Meraner stattgefunden hat, ging es in erster Linie darum, „den Kopf aus und den Bauch einzuschalten“, wie es Horst Oberrauch formuliert. Geprobt wurde folgendermaßen: Die Spieler der Heimatbühne haben sich aufgeteilt; vier standen auf der Bühne und spielten ein Format, die restlichen mimten das Publikum und brachten die Themen. „Man übt nicht spezielle Titel, die eventuell vom Publikum kommen könnten“, erläutert Oberrauch, „wichtig ist einfach, dass man sich keine Geschichten ausdenkt, sondern
spontan auf die Aussagen des Spielpartners einlässt. Deshalb muss man gut zuhören, was der Partner sagt – sonst kann ich seine Inputs nicht aufnehmen und weiterverarbeiten.“ Egal, ob „Perspektive“, „zwei Zimmer“ oder „ABC“ – bei allen Formaten gibt das Publikum vor, was gespielt wird. In Trens entspinnt sich beispielsweise beim Format „Perspektive“ eine Geschichte über eine 85-Jährige (Annegret Oberrauch), die in alter „Er-liebt-mich-er-liebt-mich-nicht“Manier ihrem Margeritenstamm (Silvia Prosch) an den Blüten herumzupft. Zeitgleich mokiert sich die Schüssel (Hubert Fischer) über den Keramiktiger (Horst Oberrauch), der schlussendlich „alle zamfressn“ will. Erzählt wird die Geschichte natürlich aus der Perspektive der 85-Jährigen beziehungsweise der drei Gegenstände.
Theater mit Musik. An sich ist
es schon eine Herausforderung, sich als Laienbühne, die in der Regel bloß „normale“ Theaterstücke spielt, an das Genre Improvisationstheater heranzuwagen. „Wir haben aber bestimmt den Vorteil, dass wir uns untereinander sehr gut kennen – nicht nur von der Bühne, sondern auch vom normalen Dorfleben. Wir kennen die Stärken des jeweils anderen und wissen, wie jeder reagiert“, ist sich Oberrauch sicher. Die Heimatbühne hat sich heuer zudem auf improvisierte Gesangseinlagen eingelassen, die sich quer durch den Abend ziehen. „Bei jeder Vorstellung haben wir einen E-Gitarristen dabei, der aus dem Stegreif spielt, und wir singen dazu. Wenn alles gut geht, soll sich der Text dann auch noch reimen. Das ist aber wirklich schwierig!“, so Oberrauch. Amüsant – und zugegeben gesangstechnisch etwas schräg – waren die Gesangseinlagen beim Format „Der Wurlitzer“: Dabei zeigte Annegret mit ihrem Heavy-Metal-Titel „Trens“ die dunkle Seite des Wallfahrtsortes, während Horst Oberrauch gemäß dem Gutturalen-Gesang anderer Heavy-Metal-Künstler Klänge von sich gab, die aus dem tiefen seiner Seele, oder zumindest seines Kehlkopfes, kamen. In welcher Fasson das Publikum das Gasthaustheater verlässt (voller Begeisterung, erheitert oder ... zumindest satt), hängt stets von der Verfassung der Spieler ab, nicht von den Themen: „Alles ist gleich schwer und gleich leicht zu spielen“, weiß Oberrauch. „Es ist wichtig, dass die Spieler zwi-
schen den Vorstellungen ausruhen können, denn das Improtheater verlangt volle Konzentration und Aufmerksamkeit.“ Trotzdem gibt es Themenbereiche, bei denen eine Gratwanderung zwischen „das war lustig“ und „naja, schon sehr gewagt“ unausweichlich ist. Manchmal klang das Lachen im Gasthof Post in Trens etwas verhalten – zum Beispiel, als im Format „Zwei Zimmer“ der gemimte Priester gar zu tief in den Messweinbecher schaute und zudringlich gegenüber einer Ministrantin wurde. Silvia Prosch unternahm einen Rettungsversuch in Form eines luftig-leichten Themenwechsels, doch der etwas schale Beigeschmack blieb bis zum folgenden Hauptgang – der übrigens gegen 22 Uhr serviert wurde. Wie im richtigen Leben kann man auch beim Improvisationstheater die Zeit nicht zurückdrehen: Was auf der Bühne gesagt wurde, muss vom Mitspieler aufgenommen und weitergesponnen werden. „Beim Improtheater gibt es kein Falsch oder Richtig“, begründet der Obmann der Heimatbühne. Bei jeder Aufführung hat die Heimatbühne einen Koordinator dabei, der zwischen den Spielern und der Küche den Zeitplan organisiert: Fünf Minuten noch, dann müsst ihr wieder auf die Bühne; Küche: In 10 Minuten muss die Hauptspeise raus! „Komischerweise dauern die Formate bisher eigentlich immer gleich lang“, schmunzelt Horst Oberrauch. Wenn der Höhepunkt des Formats erreicht ist, beendet der Moderator des Formates den Sketch mit einem „Blääääck!“, das Licht erlischt. „Manchmal ist es schon so, dass das Aus zu früh kommt, weil man gerade einen guten Lauf hat, aber der Moderator hat immer recht. Wenn er Aus sagt, ist auch Aus“, erklärt Oberrauch.
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Win-win-win. Ob es das Format
Improtheater, die Kombination aus „Schlemmen, Schaugn, Schmunzln“ oder doch die Heimatbühne St. Andrä ist – fest steht, dass alle „Gasthaustheater“ gut besucht und die meisten Termine bereits ausgebucht sind. Horst Oberrauch sieht in dieser Art der Theaterproduktion eine Win-win-win-Situation: „Als Bühne haben wir die Chance, in verschiedenen Orten zu spielen, das Gasthaus profitiert von einem vollen Saal, und für die Gäste ist die Kombination aus Theater und Gasthaus ein tolles Erlebnis.“ veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Kunst & Kultur
Glanzstücke z Das Haus der Solidarität ist ein besonderer Ort: Hier kümmern sich engagierte Menschen um jene, die aus vielerlei Gründen vom sozialen Netz nicht aufgefangen werden. 50 Bewohner hat es zurzeit, aus 24 Nationen stammend. Jeder in diesem Refugium ist etwas Besonderes, etwas Kostbares. „Glanzstücke“ nannte sich deshalb die Ausstellung (bis Ende Mai), für die Kurator Alex Pergher fast 40 renommierte Südtiroler Künstler zum Mitmachen gewinnen konnte. Die präsentier-
ten Werke waren vielfältiger Natur, von Bildhauerei bis Fotografie, von Malerei bis Grafik. Der Erlös der Objekte ging zu einem Teil an das HdS und die oew. Gewinnbringend ist überdies der soziale Faktor: Menschen in schwierigen Lebenssituationen kommen mit anerkannten Künstlern zusammen, was sie aneinander wachsen lässt. Glanzstücke sind überdies auch die im ganzen Haus verteilten Stühle, individuell gestaltet von den Schülern der Kunstschule „Cademia“ in Gröden. Einzigartig
Foto: Oskar Zingerle
AUSSTELLUNG
wie die Insassen des Hauses, sind sie Symbol dafür, dass jeder seinen Platz im Leben finden möge. ird
K&K
Foto: Arnold Ritter
Kunst & Kultur
KULTURSOMMER
Kunst im Knast
z Der Kultursommer im Tschumpus präsentiert nicht nur Theater und Musik, sondern auch Kunst. Georg Kaser hat in seinem kulturellen Rundumschlag zwölf Künstler aus dem Eisacktaler Raum zusammengetrommelt, um die Gefängniszellen mit ihren individuellen Positionen zum Thema Freiheit und Gefangensein zu bespielen. In der Tat sind die
kurz
notiert
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Künstler Experten auf dem Gebiet, müssen sie doch permanent um die künstlerische Freiheit bangen, und manchmal fühlen auch sie sich als Ausgestoßene der Gesellschaft. Den Innenhof bewachen die steinernen Büsten von Markus Gasser und Sergio Sommavilla, und sind gar nicht erfreut über das „Manneken pis“ (wasserlassendes Männchen) von
Scherzkeks Peter Kaser. Manfred Muredas nägelgespickte Terrakottafiguren drängen sich sehnsüchtig an die Gitterfenster, und Monica Costabiei drapiert Stoffbahnen, um dem Zelleninsassen etwas Wärme zu suggerieren. Wohnlich machen die Zelle Heinz Mader und Josef Rainer mit ihrer kompletten Einrichtung, und Hartwig Thalers Ranken-Installation ist eine Gabe, deren Schattenwurf ein wenig von der Welt da draußen evoziert. Hans Knapp stellt philosophische Lektüre über den Freiheitswillen des Menschen zur Verfügung und ein Puzzle von ei-
nem seiner Fotos – die klassische Beschäftigung für jemanden, der allein ist. Auch Maria Walcher legt einen Puzzleteppich aus, in der Hoffnung, dass die Welt wieder in Ordnung kommt mit dem richtig gelegten Muster. Maria Stockner bleibt ihrem feministischen Ansatz treu: Ihre Nadel, die das Schloss öffnet, befreit die gefangene Weiblichkeit. Die Öffnungszeiten sind auf www. tschumpus.com einsehbar; ein ausführlicher Rezensionsbericht vom „SommerKnasttraum“ folgt in der Juli-Ausgabe des „Brixner“.
Der jüngst vorgestellte achte Band der „Brixner Schüttelreimbibel“ von Alois Ties ist eine Hommage an die Frauen: Der ehemalige Professor für Altes Testament und Dogmatik am Priesterseminar griff nämlich die Geschichten von Judith, Esther und Ruth auf, um sie zu Schüttelreimen zu verweben.
13 Fotografen aus ganz Südtirol hauchten beim „Fotoday 2016“ den alten Mauern der Mühlbacher Klause neues Leben ein. Auf Anregung des Mühlbacher Fotografen Egon Daporta zeigten unter anderem Lois Bergmann, Helmut Moling und Ulrich Kofler ihre Fotografien.
Am 18. Juni organisierte der Kulturverein „Astra 2.0“ im ehemaligen Astra-Kino einen Konzertabend beziehungsweise einen „Alternativo Lungo“ mit Livemusik. Die Location stellte der Brixner Stadtrat dafür kostenlos zur Verfügung.
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NACHGEFRAGT
„Es ist prickelnd“ Frau Engl, das Eisacktaler Volkstheater feiert heuer seien 30. Geburtstag … 1986 haben wir mit der BauernVersion des „Jedermann“ von Hofmannsthal unsere erste Aufführung gehabt, und heuer, zum 30-Jahr-Jubiläum, zeigen wir auf Wunsch vieler Mitwirkenden dasselbe Stück, diesmal in der klassischen Fassung. Ohne Sepp Mitterrutzner, der das Eisacktaler Volkstheater gegründet hat, würde es uns aber nicht geben. Was ist das Besondere am Volkstheater? Wunderschöne Erlebnisse, eine Variation an Theaterstücken,
Weiterbildung … Wir geben den Spielern der mittlerweile 32 großen und kleinen Bühnen im Bezirk die Möglichkeit, mit verschiedenen Regisseuren zusammenzuarbeiten, sich weiterzubilden und zudem an einer Freilichtproduktion mitzuwirken. Denn Freilichttheater an sich ist etwas ganz Besonderes, es ist einfach prickelnd. Spannend ist schon alleine, dass man vom Wetter abhängig ist. Dazu kommt der Spielort, das Schloss Velthurns, das einfach viel hergibt. Was für uns spricht, ist, dass es ist für einen Schauspieler schon beinahe eine Ehre ist, einmal bei einer Aufführung des Eisacktaler Volkstheater mitgemacht zu haben. Heuer ste-
hen übrigens einige Schauspieler auf der Bühne, die bereits vor 30 Jahren bei der ersten Aufführung mitgemacht hatten.
Foto: Oskar Zingerle
WALTRAUD ENGL, langjährige Obfrau des Eisacktaler Volkstheaters, über das Prickelnde am Freilichttheater – und das Jubiläum des Vereins, das ab 8. Juli in Feldthurns mit der klassischen Fassung des „Jedermann“ gefeiert wird.
Sie selbst spielen aber nicht mit? Ich bin schon bald seit 40 Jahren beim Theater, beim Eisacktaler Volkstheater bin ich seit 1988, und seit 1996 bin ich Obfrau. Ich war aber immer nur organisatorisch tätig, das Spielen war mir immer zu aufregend. Aber das Theater braucht auch jemanden, der im Hintergrund die Fäden zieht, oder? veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Kunst & Kultur
NEU IM REGAL Ein Strahl in der Ewigkeit AUSSTELLUNG
Künstler mit Herzblut z Die Vielfalt der Künstler, die sich alljährlich zu ihrer gemeinschaftlichen Ausstellung im Areal des Klosterkomplexes Neustift zusammenfinden, ist sicht- und spürbar. Der Begriff Freizeitmaler wird ihnen eigentlich kaum mehr gerecht, zeugt die Perfektion der Bilder doch von Größe und Können. Der im Jahr 2004 gegründeten Ortsgruppe Eisacktal im Verein der Südtiroler Freizeitmaler gehören derzeit rund 50 aktive Mitglieder an, 15 davon präsentierten Anfang Juni ihre Werke in Neustift. Präsidentin Hanni Rifesser und Obmann Hermann Oberhuber dankten den Ausstellern und Ausschussmitgliedern bei der Eröffnung für ihr Engagement und ihre Aktivität innerhalb des Vereins. Die Kunstwerke selbst sind so farbenfroh und unterschiedlich wie das Alter der Teilnehmer: Von 30
bis 85 Jahren ist alles dabei. „Wir sind eine Gemeinschaft von Individuen, wo jeder von jedem lernt“, bringt es Hermann Oberhofer auf den Punkt. Von Oktober bis Mai wird einmal pro Woche gemeinsam gemalt. Im Frühjahr und Herbst finden im Eisacktal regelmäßig zwei gemeinsame Ausstellungen statt. Der aktive Ausschuss organisiert alljährlich Kulturfahrten, Malreisen und diverse Kurse für die Mitglieder. Vizebürgermeister Josef Tauber zollte den Künstlern echte Wertschätzung, gewürzt mit Humor und Herzlichkeit: „Gibt es was Schöneres? … Einmal auf der Welt und dann ausgerechnet als Freizeitmaler im Eisacktal!“ – Im Bild (v.l.n.r.): Obmann Hermann Oberhuber, Präsidentin Hanni Rifesser und Vizebürgermeister Josef Tauber. sr
Johannes S. Huber hat sich schon in seiner Kindheit nach einem Nest gesehnt, in das er sich zurückziehen kann, das ihm Halt gibt. Er verspürte schon damals Zugänge, die er nicht zu deuten vermochte, und lange versuchte man, ihn in gesellschaftliche Muster zu zwingen. „Ich behaupte, schon immer ‚mehr’ zu sehen als viele andere Menschen“, schreibt Huber in seinem nun erschienenen Buch „Ein Strahl in der Ewigkeit“. Andreas Resch, Südtiroler Theologe, Psychologe und Parawissenschaftler, versicherte ihm, er trage ein heilerisches Potential in sich und besitze womöglich mediale Fähigkeiten. Doch erst eine Begegnung im Innenhof des Brixner Hofburggartens löste bei ihm einen Offenbarungsprozess aus: Die Steinbüste des Papstes Pius VII. sprach mit ihm, sagt er. Schließlich fand er Halt in dem von
Johannes S. Huber: Ein Strahl in der Ewigkeit – Vom Erwachen eines Indigokindes. Verlag A. Weger, 2016
der Esoterik-Szene entworfenen Bild der so genannten Indigokinder und identifizierte sich selbst damit. 41 Jahre hat Johannes S. Huber auf den Zeitpunkt gewartet, um seiner inneren Berufung einen äußeren Raum zu schenken. Den Weg, den er von seiner unverstandenen Kindheit bis heute zurückgelegt hat, verarbeitet er in diesem Buch.
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Kontakt erwünscht z Bei der heurigen Ausstellungskooperation mit der StadtGalerie haben sich die Kuratoren Thomas Sterna und Lisa Trockner vom Südtiroler Künstlerbund dem Aspekt des Mentoring verschrieben, um dem Trend entgegenzuwirken, dass anstelle realer Kontakte virtuelle Beziehungen rücken. Junge Mitglieder im SKB wurden aufgefordert, ältere, bereits etablierte Künstler einzuladen, mit ihnen einen Ausstellungsbeitrag zu gestalten. Erfahrungsvorsprung verquickt sich mit neuen Sichtweisen. In sozialen Netzwerken wird „Freundschaft“ bar jeglicher Emotion mit einem Mausklick geknüpft. Im Gegensatz dazu gestalten sich persönliche Begegnungen bedeutend schwieriger:
Foto: Oskar Zingerle
AUSSTELLUNG
Man muss Hemmungen überwinden, wenn man jemanden gegenübersteht, und bekennt „das gefällt mir“. Cindy Leitner aus Bruneck war ohne die geringste Scheu an Berty Skuber herangetreten, denn ihre Werke „sind der Hammer“. Skubers „Paper Plates“ sind faszinierende Collagen
aus Botschaften und „left overs“, die Leitner zur Buntstift-Serie „Square“ inspirierten. Markus Gassers facettenreicher „Platon“ diente als Vorbild für Georg Pfeifer, dessen bemerkenswerte Metallskulpturen Sisyphusarbeit mit glücklichem Ausgang darstellen. Karin Schmuck stellte ihre
kryptischen Fotoarbeiten zu den Zeichnungen von Paul Thuile, die mit Hilfe eines Epidiaskops an die Wand des Nebenraumes skizziert wurden. Zu Andrea Varescos großartigen Farbversionen gesellte sich Andreas Zagler mit surrealistisch anmutenden Kompositionen. ird
Foto: Oskar Zingerle
AKTIONSMALEREI
Mit Sandale, Schirm und Abakus
z Nach Shozo Shimamoto eröffnet Jakob Kompatscher den neuen Ausstellungsraum am Seminarplatz mit einem weiteren Japaner: Yasuo Sumi. Sumi erfuhr Mitte der 50er Jahre ei-
ne radikale Wandlung in seinem künstlerischen Werdegang, als er über Shimamoto mit der Gruppe Gutai in Kontakt kam und einer ihrer wichtigsten Exponenten wurde. Diese Variante des action
paintings sollte lebenslang im Mittelpunkt seines Schaffens sein – bis zu seinem Tod im Jahr 2015. Die Schönheit in der Malerei bedarf keines Pinsels, behaupten die Gutai Maler, die Lebendigkeit der Farben entsteht durch Behelf mit Händen, Füßen und allerlei Gerätschaften. Sumi trug bei seiner Aktionsmalerei stets japanische Holzsandalen; mit dem Abakus zeichnete er gekrümmte Linien in paralleler Anordnung, und mit
den Schirmchen durchlöcherte er in ekstatischem Gestus die Leinwand. In der „Galerie Hofburg 2“ wurden Arbeiten auf wertvollem Japanpapier und auf Leinwand aus seinem 60 Jahre währenden Schaffen gezeigt. Die Besucher konnten sich dabei von der faszinierenden Sogwirkung und mitreißenden Kraft seiner berühmten Farbwirbel und Spiralen überzeugen. ird
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Kunst & Kultur
BILDHAUEREI / MALEREI
THEATER
Schwingungen in Farbe und Form
Morgenlichtklar im Kopf
z Sie haben zusammen die Kunstschule in Gröden besucht, die beiden 68er-Haudegen Romeo Sommavilla und Albert Mellauner.
Der eine Bildhauer, der andere Maler, seelenverwandt in ihren künstlerischen Grundgedanken, bestritten sie Anfang Juni eine langersehnte gemeinsame Ausstellung in der Galerie AdlerArt. Nach Jahren der Fassaden- und Hinterglasmalerei hat sich Mellauner schon früh der abstrakten Malerei verschrieben und ist bekannt durch seinen sensiblen Umgang mit Farben. Seine Kompositionen bewegen und berühren gleich einer Klangschale, strahlen aber gleichzeitig eine heitere und fröhliche Gelassenheit aus. Romeo Sommavilla bearbeitet vor allem Harthölzer in seiner figurativen Bildhauerkunst, wobei Tiere und Frauen seine bevorzugten Sujets sind. Die stromlinienförmigen Frauenfiguren sind nicht von dieser Welt und scheinen mit den Elementen Wasser und Luft verwachsen zu sein oder ihnen zu entsteigen, umgeben von einer ästhetischen Aura. ird
z Blogeintrag vom 19. Juni 2011: Tschick Fortsetzung aus Isas Perspektive angefangen. Mit „Tschick“ wurde Wolfgang Herrndorf berühmt. „Bilder deiner großen Liebe“ blieb unvollendet, der Autor war an einem unheilbaren Gehirntumor erkrankt und nimmt sich im August 2013 das Leben. In einer Bearbeitung von Robert Koall brachte kürzlich Anna Heiss den Text auf die Bühne des Anreiterkellers, womit die junge Regisseurin einmal mehr ihre Sensibilität beweist, mit der sie existentielle Fragen des Lebens aufgreift. Choreografische Elemente flackern zwar auf, aber Nora Pider ist vordergründig eine hervorragende Schauspielerin, die als „verrückte“ Isa aus einer psychiatrischen Einrichtung flieht und auf ihrem Road Trip zu Fuß à la
Büchner und Goethe auf seltsame Außenseiter-Typen trifft. Jakob Oberschlick spielt mit Bravour ihr zweites Ich, den taubstummen Jungen oder den Ex-Bankräuber. Auch begegnet Isa dem Maik aus Tschick („er ist in mich verliebt, aber er weiß es noch nicht“). Wir begleiten die über dem Abgrund schwebende Isa, alias Herrndorf, durch die Endlosschleifen der Gedanken, stoßen auf extrem harte Aussagen gleichwie zarte poetische Momente („ich bin morgenlichtklar im Kopf“). Diese Liebeserklärung an die Schönheit der Welt und an die deutsche Literatur mit Musik von Julian Angerer und dem minimalistischen Bühnenbild von Niklas Heiss wird noch am 2. und 3. Juli beim Kultursommer Im Tschumpus zu ird sehen sein.
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Juli UNTERHALTUNG
Brixner Sommeremotionen Gute Unterhaltung, Musik und kulinarische Leckerbissen – ab 7. Juli zieht an fünf Donnerstagen bei den Sommeremotionen wieder buntes Leben in die Gassen der Brixner Altstadt ein.
z Vom 7. Juli bis zum 4. August gehen endlich wieder die Brixner Sommeremotionen an den Start. Rund 30 Betriebe verwöhnen dabei die Besucher in der Brixner Altstadt mit einer Vielzahl an kulinarischen Köstlichkeiten und Südtiroler Schmankerln. Dazu gibt es Unterhaltung pur mit Livemusik, Tradition, Lifestyle, Kinderprogramm und noch vielem mehr. Gute Laune, belebte Gassen, heiße Rhythmen und coole Drinks laden zum Verweilen ein, und nur allzu gern lässt man sich von der sommerlichen Stimmung anstecken und wird zum Nachtschwärmer.
Fünf Themenabende. Den Auf-
takt zu den fünf Themenabenden macht am 7. Juli König Fußball: Das EM Halbfinale kann man beim Public Viewing in den Betrieben der Brixner Altstadt live – und mit Livemusik – miterleben. Bei der Red Night am 14. Juli erstrahlt Brixen in neuem Licht; an diesem Abend geht es bei der Vorausschei-
dung zur „Zett Miss Südtirol“ heiß her. Zu viel soll aber noch nicht verraten werden … Am 21. Juli heißt es wieder „I love the 90ies“. Ein Abend im Zeichen der unvergesslichen Musik der 90er Jahre und der kultigen Afterparty im Club Max. Beim zweiten VW-, Käfer- und Vespatreffen am 28. Juli rattern und knattern hingegen die Motoren am Domplatz – alle Freunde des alten Eisens sind an diesem Abend herzlich
eingeladen! Zünftig geht es beim traditionellen Tiroler Abend am 4. August her: Knackige Lederhosen und fesche Dirndl sind Dresscode. Volksmusik und Tiroler Rock laden zum Schunkeln und Mitklatschen ein. An diesem Abend wird es am Domplatz zudem beim Qualifying des zweiten Brixcity Go Kart Race spannend.
Da ist was los. Für Kinder gibt es
an den Abenden, an denen die
Knödel & Musik Benefizkonzert Mit verschiedenen Beilagen, nach traditioneller und moderner Art sowie als Dessert versüßt – bei der vierten Ausgabe des Konzertabends „Knödel & Musik“ wird eine bunte Palette unterschiedlicher Knödelgerichte zu heimischer Volks- und Tanzlmusik serviert. Die Kulinarik liegt in den bewährten Händen der Bäuerinnen von Vahrn; die Musikkapelle Vahrn sorgt unter der Leitung von Kapellmeister Toni Profanter für das Musikalische, aufgelockert durch Tanzeinlagen der Volkstanzgruppe Vahrn.
Sommeremotionen stattfinden, Spiel und Spaß im Kinderland am Hartmannsplatz mit Mitmachzirkus, Bungee-Trampolin und Hüpfburg. Der Flohmarkt in der Albuingasse lädt hingegen zum Stöbern und Feilschen, oder man kann einfach durch die Gassen schlendern und das abendliche Treiben genießen. Heuer geht es übrigens sicher und bequem mit den Citybus Linien 1 und 2 zu den Brixner Sommeremotionen und wieder zurück nach Hause. Zusätzlich wurden Sonderfahrten um 1.10 Uhr ab dem Busbahnhof Brixen nach Elvas-Natz, Feldthurns-Latzfons und St. Andrä-Afers eingerichtet.
» Donnerstag 7., 14., 21. und 28. Juli sowie 4. August von 19 bis 24 Uhr Altstadt Brixen
www.facebook.com/sommeremotionen Infos im Tourismusbüro: Tel. 0472 836401
» Freitag, 15. Juli, 19 Uhr Dorfplatz Vahrn
Mit dem Reinerlös dieses Benefizkonzertes unterstützt die Musikkapelle Vahrn ihren Musikkollegen Florian, der einen tragischen Schicksalsschlag erlitt.
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FREILICHTTHEATER
Veranstaltungen
„Jedermann“ zum Jubiläum
z „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung 1911 in Berlin, wird heuer vom Eisacktaler Volkstheater im Schloss Velthurns als Jubiläumsproduktion aufge-
führt. Vor 30 Jahren hat man mit diesem Stück – damals allerdings in der so genannten Bauern-Fassung – den Verein aus der Taufe gehoben. Für den Regisseur Leo Ploner ist „Jedermann“ von Hofmannsthal nicht ein frommes Volksmärchen mit kindlich naiven Allegorien und Metaphern über Tod und Glauben, sondern ein zeitlos modernes Stück über Moral, Freundschaft und menschlichen Umgang mit dem Nächsten, wobei nicht jede Übeltat und jedes Verbrechen getilgt wird, wenn man nur genug Reue zeigt. Vielmehr macht das Stück klar, dass Reue und Sühne aktiv geleistet werden müssen und persönlichen Einsatz sowie vor allem Einsicht fordern. Gott befiehlt dem Tod, Jedermann vor den göttlichen Richterstuhl zu bringen, da sich der Mensch von ihm abgekehrt und sein Auge nur noch auf weltliche Güter geworfen habe. Der reiche und selbstherrliche Jedermann, der wenig Erbarmen gegenüber seinen Mitmenschen hat, lebt in Saus und
Braus und denkt noch gar nicht an seinen Tod. Doch bei einem Festmahl an der Seite seiner Geliebten Buhlschaft hört er, von den anderen Gästen unbemerkt, Totenglocken läuten und unheimliche Stimmen seinen Namen rufen. Der Tod fordert Jedermann auf, ihm zu folgen. Die Gäste ergreifen die Flucht, alle lassen ihn im Stich: Seine Geliebte, sein bester Freund, seine Verwandten – und sein Geld.
» Premiere: Freitag, 8. Juli
weitere Aufführungen: Di. 12., Mi. 13., Fr. 15., So. 17., Di. 19., Mi. 20., Fr. 22., Sa. 23. & Di. 26. Juli Beginn jeweils um 21 Uhr im Garten von Schloss Velthurns
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Kammerchor Saarbrücken unter der Leitung von Georg Grün Das Sommerprogramm der Brixner Initiative Musik und Kirche beginnt mit einem Spitzenchor und einem außergewöhnlichen Programm: Der Kammerchor Saarbrücken unter der Leitung von Georg Grün singt Lieder von Gustav Mahler in der Bearbeitung von Clytus Gottwald, „Immortal Bach“ von Knut Nystedt und Werke von Wolfgang Rihm, Ko Matsushita und Max Reger (100. Todesjahr). Weit mehr als zwanzig Jahre erarbeitete der Chorleiter und Musikwissenschaftler Clytus Gottwald Transkriptionen von Klavierliedern oder Instrumentalstücken für Chor a cappella, die in ihrer an Ligeti geschulten Satzweise höchste musikalische Ansprüche stellen.
1990 von seinem Leiter Georg Grün gegründet, avancierte der Kammerchor Saarbrücken schnell zu einem der bedeutenden Kammerchöre Deutschlands. Er genießt einen ausgezeichneten internationalen Ruf: Dies belegen unzählige Auftritte bei Festivals in vielen europäischen Ländern, den USA und Russland, CD-Einspielungen mit hervorragenden Kritiken und Auszeichnungen, zahlreiche Rundfunkaufnahmen und nicht zuletzt viele erste und zweite Preise bei internationalen Chorwettbewerben wie: Budapest 1993, Maasmechelen 1993, Spittal 1994, Marktober-
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dorf 1995, Arezzo 1996, Deutscher Chorwettbewerb Regensburg 1998, Tolosa 2002, EBU Wettbewerb „Let the people sing“ 2003, Marktoberdorf 2013.
» Samstag, 16. Juli, 20:30 Uhr Brixner Dom
Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren
WEIN-EVENT
eisacktalWein lädt zum „Treffpunkt Wein“ z Neugierig, wie der Jahrgang 2015 der Eisacktaler Weine mundet? Das Wechselspiel von warmen Sommertagen und kühlen Nächten ließ die Eisacktaler Winzer jedenfalls auf einen Spitzenjahrgang hoffen – und ihre Erwartungen wurden vollends erfüllt! Die typischen Eisacktaler Weißweine wie Sylvaner, Kerner oder MüllerThurgau, der Gewürztraminer oder Veltliner zeigen sich von außerordentlicher Qualität. Beim Verkostungs-Event „Treffpunkt Wein“ am 29. Juli ab 19 Uhr unter den Brixner Lauben stellen die Eisacktaler Weinproduzenten ihre Weine nun persönlich vor: Die ideale Möglichkeit für jedermann, die Eisacktaler Tropfen zu verkosten und miteinander zu vergleichen, mit den Winzern ins Gespräch zu kommen und den Sommerabend in angenehmer Gesellschaft zu genießen. Zu diesem besonderen Weinabend lädt die Genossenschaft eisacktalWein, ein
Zusammenschluss von Eisacktaler Weinproduzenten, Gastronomen, Hoteliers und Touristikern. Sie haben es sich zum gemeinsamen Ziel gesetzt, die Weine aus dem Eisacktal in ihrer ganzen Vielfalt und Besonderheit vorzustellen, die noch junge Weinkultur des Tales zu pflegen und die Freude an diesem hochwertigen Produkt und seinen Geschichten dahinter zu vermitteln. Das Eisacktal ist schließlich nicht nur das nördlichste Weinanbaugebiet Italiens, sondern auch eines der erfolgreichsten: Im Vergleich zur Gesamtfläche des Anbaugebietes erhalten die Eisacktaler Weinproduzenten nämlich alljährlich die meisten Auszeichnungen für ihre hervorragenden Weißweine. So prämierte heuer der tonangebende italienische Weinführer „Gambero Rosso“ gleich fünf Eisacktaler Weißweine mit der höchsten Auszeichnung, den Drei Gläsern! Wer sich selbst von den ganz
besonderen Tropfen begeistern lassen möchte, ist beim „Treffpunkt Wein“ also genau richtig! Teilnehmende Weinproduzenten von eisacktalWein: Bessererhof, Eisacktaler Kellerei, Garlider, Gumphof, Kloster Neustift, Köfererhof, Kuenhof, Manni Nössing, Pacherhof, Rielingerhof, Röckhof, Spitalerhof, Strasserhof, Taschlerhof, Villscheider, Wasserer Hof, Weingut Ebner.
» Treffpunkt Wein
Eisacktaler Weine verkosten, Weinproduzenten kennenlernen – und einen schönen Sommerabend genießen Fr., 29. Juli, 19 bis 23 Uhr Brixner Lauben www.eisacktalwein.com www.eisacktal.com/treffpunkt-wein
MUSIK
Konzert der Extraklasse z Am 7. Juli findet mit Beginn um 20 Uhr im Forum Brixen ein hochkarätig besetztes Konzert statt: Die Nationale Jugend Brass Band (NJBB) konzertiert erstmals in Südtirol. Bei der NJBB handelt es sich um ein Zusammentreffen der besten Nachwuchsmusiker der Schweiz. Die jungen Leute spielen auf einem sehr hohen Niveau, sie sind quasi die musikalische Nationalmannschaft der Schweiz. Die NJBB ist eine Talentschmiede und für viele Mitglieder ein Sprungbrett zu einem musikalischen Berufsleben. Das Ensemble besteht aus rund 50 Mitgliedern zwischen 12 und 22 Jahren und wird dieses Jahr vom bekannten englischen Dirigenten Nicholas Childs geleitet; ein großartiges Konzert ist also garantiert. Nicholas Childs ist international als Künstler, Lehrer, Dirigent und Produzent bekannt. Mit verschiedenen Brass Bands konnte er große Erfolge bei nationalen und europäischen Wettbewerben feiern. In seiner aktuellen Position als Dirigent und musikalischer Leiter der bekannten Black Dyke Brass Band realisierte er innovative
Konzerte und Weltpremieren mit verschiedenen Solisten und Musik aus unterschiedlichen Stilrichtungen. Childs legt großen Wert auf die Entwicklung der Brass BandBewegung. Seit mehr als 20 Jahren unterrichtet er am Royal Northern College of Music und gibt sein Wissen an junge und vielversprechende Musiker weiter. Organisiert wird das Konzert von der Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg.
» Donnerstag, 7. Juli, 20 Uhr Forum Brixen
Karten: Forum Brixen, Tel. 0472 275588, E-Mail info@forum-brixen.com
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Freitag, 1. Juli
Donnerstag, 7. Juli
Veranstaltungen
Sport
19 Uhr
Women’s run 4,2195 Kilometer durch die Brixner Altstadt, Children’s run um 16 Uhr und Rolli Run um 17:30 Uhr Domplatz Samstag, 2. Juli
Sport
Brixen Dolomiten Marathon Vom Stadtzentrum (auf 560 Meter) bis auf die Plose (auf 2.450 Meter) Domplatz
Erlebnisführung
10 Uhr
Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Tourismusverein
Jazz
ab 10 Uhr
Südtirol Jazzfestival Verschiedene Veranstaltungen im 3fiori, der Absolut Lounge, La Habana, Vitis und im Kutscherhof
Kultursommer
21 Uhr
Bilder deiner großen Liebe Von Wolfgang Herrndorf in der Bearbeitung von Robert Koall; eine VonPiderZuHeiss Produktion Tschumpus, Domplatz 3 Sonntag, 3. Juli
Jazz
ab 13 Uhr
Südtirol Jazzfestival Gingerland in der Trio-Besetzung mit Benny Omerzell und Valentin Schuster rund ums Würzjoch Würzjoch
Kultursommer
Bilder deiner großen Liebe Eine VonPiderZuHeiss Produktion Tschumpus, Domplatz 3
21 Uhr
Dienstag, 5. Juli
Kunst
16 Uhr
Kunstwerk des Monats Die Hofburg Brixen stellt das Kunstwerk des Monats vor Hofburg Brixen
Musik
Orgelkonzerte Orgelmusik Brixner Dom
20:30 Uhr
Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt Mittwoch, 6. Juli
20:30 Uhr
Ein Sommerabend im Museum Die Abendführung in der Hofburg Brixen beginnt mit einem Glas Wein im Innenhof Hofburg Brixen 40
Gala-Konzert Die Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg veranstaltet ein Gala-Konzert mit der Nationalen Jugend-Brass Band der Schweiz Forum Brixen
Diverses
19 Uhr
Sommeremotionen Gute Laune, belebte Gassen, ein Meer aus Lichtern, buntes Treiben und fröhliches Beisammensein Altstadt
Musik
20:30 Uhr
Spit Kit Feinste Funk-Rock Covers aus 50 Jahren Musikgeschichte 3fiori Freitag, 8. Juli
Freilichttheater
21 Uhr
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
Kultursommer
21 Uhr
Drüber Eine kabarettistische Theatercomedy mit Ingrid M. Lechner; Regie: Gabi Rothmüller Tschumpus, Domplatz 3 Samstag, 9. Juli
Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt Mittwoch, 13. Juli
Diverses
20:30 Uhr
Sonntag, 17. Juli
Freilichttheater
Dienstag, 19. Juli
Ein Sommerabend im Museum Die Abendführung in der Hofburg Brixen beginnt mit einem Glas Wein im Innenhof Hofburg Brixen
Musik
Kultursommer 21 Uhr
Freilichttheater 21 Uhr
Frida Kahlo Viva la vida: Monolog von Humberto Robles, mit Viktoria Obermarzoner Tschumpus, Domplatz 3
Freilichttheater 21 Uhr Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns Donnerstag, 14. Juli
Diverses
19 Uhr
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
Erlebnisführung 21:30 Uhr Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt Mittwoch, 20. Juli
Sommeremotionen Gute Laune, belebte Gassen, ein Meer aus Lichtern, buntes Treiben und fröhliches Beisammensein Altstadt
Diverses
Musik 20:30 Uhr
Freilichttheater
La Banda del Sol Authentischer Salsa von traditionell bis modern in speziellen jazzigen Arrangements 3fiori Freitag, 15. Juli
Donnerstag, 21. Juli
Musik & Kulinarik
Diverses
Kultursommer
21 Uhr
Freilichttheater
Kultursommer
21 Uhr
Erlebnisführung
Freilichttheater
21 Uhr
Musik 20:30 Uhr
Drüber Eine kabarettistische Theatercomedy mit Ingrid M. Lechner; Regie: Gabi Rothmüller Tschumpus, Domplatz 3
Musik
10 Uhr
Freilichttheater
Samstag, 16. Juli
Frida Kahlo Viva la vida: Monolog von Humberto Robles, mit Viktoria Obermarzoner Tschumpus, Domplatz 3
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
19 Uhr
Sommeremotionen Gute Laune, belebte Gassen, ein Meer aus Lichtern, buntes Treiben und fröhliches Beisammensein Altstadt
21 Uhr
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
21 Uhr
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
10 Uhr
Ködel & Musik Die Bäuerinnen von Vahrn servieren leckere Knödel zu den Klängen der Musikkapelle Vahr Vahrn, Dorfplatz
20:30 Uhr
Ein Sommerabend im Museum Die Abendführung in der Hofburg Brixen beginnt mit einem Glas Wein im Innenhof Hofburg Brixen
Diverses
Feuerwehrfest Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr Mühlbach wird ein Familientag veranstaltet Mühlbach, Sportplatz
20:30 Uhr
Orgelkonzerte Die Orgeln im Zentrum von Brixen werden zum Klingen gebracht Brixner Dom
10 Uhr
Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Tourismusverein
21 Uhr
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
Erlebnisführung
Dienstag, 12. Juli
Erlebnisführung 21:30 Uhr
Diverses
Musik 20 Uhr
Erlebnisführung 21:30 Uhr
20:30 Uhr
Werth Quartett Popmusik als explosive Mischung aus hochwertigen Zutaten aus der Welt des Funk, Soul und Jazz 3fiori Freitag, 22. Juli
Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Tourismusverein
Ich bin der Welt abhanden gekommen mit dem Kammerchor Saarbrücken unter der Leitung von Georg Grün; Werke von Mahler, Matsushita, Rihm und Reger Brixner Dom
21 Uhr
Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns Samstag, 23. Juli
Erlebnisführung
10 Uhr
Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Tourismusverein
Freilichttheater 21 Uhr Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
Erlebnisführung
Dienstag 26. Juli
Kultursommer
Theater & Kulinarik 20 Uhr Gasthaustheater Die Heimatbühne St. Andrä bietet ImproTheater nach dem Motto „Schlemmen, Schaugn, Schmunzln“ Wirt an der Mahr, Brixen
Freilichttheater 21 Uhr Jedermann Zum 30-jährigen Jubiläum bringt das Volkstheater Eisacktal „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne Schloss Velthurns
Erlebnisführung 21:30 Uhr Hexen Henker und Halunken Eine Reise in die finstere Welt von Verbrechen, grauenvollen Vergehen und dunklen Mythen Altstadt Mittwoch, 27. Juli
Diverses
Donnerstag, 28. Juli 19 Uhr
Sommeremotionen Gute Laune, belebte Gassen, ein Meer aus Lichtern Altstadt
Musik
20:30 Uhr
Bayou Side Das Repertoire der Südtiroler Band besteht zum Großteil aus Eigenkompositionen und orientiert sich an amerikanischer Traditionsmusik rund um den Mississippi 3fiori Freitag, 29. Juli
Diverses 19 Uhr Treffpunkt Wein Die Eisacktaler Weinproduzenten laden alljährlich zum Treffpunkt Wein Brixner Lauben
Diverses
10 Uhr
Auf den Spuren des Elefanten Eine Reise auf den Spuren des Elefanten durch die Geschichte Brixens Tourismusverein
21 Uhr
Lasset ab Georg Kaser räumt auf! Regie: Gabi Rothmüller Tschumpus, Domplatz 3
Märkte Bauernmarkt samstags und mittwochs 7:30-14 Uhr, Hartmannsplatz Monatsmarkt Mo., 25. Juli, 8-14 Uhr Schwesternau Wochenmarkt montags, 7:30-13:30 Uhr Priel-Gelände
20:30 Uhr
Ein Sommerabend im Museum Die Abendführung in der Hofburg Brixen beginnt mit einem Glas Wein im Innenhof Hofburg Brixen
Diverses
Weiterbildung
Samstag, 30. Juli
20:30 Uhr
Ein Sommerabend im Museum Die Abendführung in der Hofburg Brixen beginnt mit einem Glas Wein im Innenhof Hofburg Brixen
Kultursommer 21 Uhr Lasset ab Georg Kaser räumt auf! Regie: Gabi Rothmüller Tschumpus, Domplatz 3
Ausstellungen Tschumpus 16. Juni bis 20. August Kultursommer hinter Gittern Kreative Ausstellung zur Geschichte des Brixner Gefängnisses Kunst im Knast Zwölf Künstler aus dem Eisacktal stellen ihre Werke in sechs Gefängniszellen aus Di-Sa 10-12 & 16-18 Uhr Für Besucher der Abendveranstaltung: 19:30-20:15 Uhr Hofburg Brixen bis 30. Juli Konturen Figuren Naturen Der gebürtige Brixner Eduard Thöny war Zeichner, Karikaturist und Maler Di-So 10-17 Uhr Festung Franzensfeste 1. Juli bis 30. Oktober Academiæ Youth Art Biennale – Arbeiten von 35 aufstrebenden Künstlern Di-So 11-15 Uhr StadtGalerie 15. Juli bis 20. August Le parole del cielo Illustrationen von Maurizio Olivotto Di-Sa 10:30-12:30 und 17:30 bis 19:30 Uhr
VHS Brixen Schülerkurse
Gitarrenkurs für Schüler der 3.-5. GS bzw. 1.+2. MS Mo. 11.07. | 09.00-11.00 Uhr | 10 Treffen à 1 h | Mo. + Mi. Brixen, O.-v.-Wolkenstein-Str. 161 B Musik, Tanz und Theater für Kinder von 5 bis 12 Jahren Mo. 25.07. | 14.00-18.00 Uhr | 5 Treffen | Mo. bis Fr. 10-Finger-Tippsystem für MS + OS Mo. 25.07. | 09.30-11.00 Uhr | 4 Treffen | Mo. + Mi. Brixen, Sozialw. Gymnasium „Josef Gasser“, Ignaz-Mader-Str. 3 Mathematik Mo. 25.07. | 6 Treffen | Mo. + Mi. MS: 17.00-18.00 Uhr 1. + 2. OS: 16.00-17.00 Uhr Italienisch Mo. 22.08. | 10 Treffen | Mo. bis Fr. GS: 08.30-10.00 Uhr MS: 18.00-19.30 Uhr OS: 19.30-21.00 Uhr Englisch spielend lernen für Grundschüler der 3.-5. Klasse Mo. 11.07. | 09.00-12.00 Uhr | 5 Treffen | Mo. bis Fr. Englisch Mo. 22.08. | 10 Treffen | Mo. bis Fr. MS: 08.30-10.00 Uhr OS: 18.00-19.30 Uhr Latein für Oberschüler der 1.-3. Klasse Mo. 01.08. | 17.30-19.00 Uhr | 8 Treffen | Mo. bis Do.
Gesundheit & Bewegung Gesundes Atmen Mo. 11.07. | 19.30-21.00 Uhr | 1 Treffen
Meditation im Freien Di. 19.07. | Di. 26.07.| 10.30-12.00 Uhr | 2 Treffen Brixen, Priesterseminar, Garten Erste Hilfe bei Unfällen in freier Natur Sa. 16.07. | 08.30-12.30 Uhr | 1 Treffen St. Andrä, Parkplatz Talstation Umlaufbahn Plose Feldenkrais® Mi. 20.07. | 18.30-19.30 Uhr | 4 Treffen
Qigong im Freien Do. 21.07. | 18.00-19.30 Uhr | 3 Treffen Brixen, Priesterseminar, Garten Zumba® Fitness Mo. 25.07. | 19.00-20.00 Uhr | 6 Treffen | Mo. + Mi. Vahrn, Grundschule, Salernstraße 9 Fit mit meinem Baby Di. 26.07. | 09.30-10.30 Uhr | 3 Treffen Cellulite – und was ich selbst dagegen tun kann Di. 26.07. | 19.30-22.00 Uhr | 1 Treffen Morgengymnastik – Rücken Do. 28.07. | 09.00-10.00 Uhr | 3 Treffen Brixen, Priesterseminar, Garten Nordic Walking Do. 25.08. | 17.30-19.00 Uhr | 6 Treffen | jeweils Do.
Hobby & Freizeit
Brot selbst gebacken – Wie zu Omas Zeiten Sa. 16.07. | 08.30-12.00 Uhr | 1 Treffen Schalders, Rechtlechnerhof 46/a Richtige Ernährung bei Sport und Bewegung aus der Sicht der TCM Mo. 18.07. | 19.30-21.30 Uhr | 1 Treffen Den Sommer im Glas konservieren Mi. 27.07. | 19.00-22.00 Uhr | 1 Treffen Brixen, Jakob-Steiner-Haus, Milland Mexikanisch kochen Mi. 24.08. | 19.00-23.00 Uhr | 1 Treffen Vahrn, Haus Voitsberg 1 Fischkochkurs – Lust auf Meer Di. 30.08. | 19.00-22.00 Uhr | 1 Treffen Brixen, Jakob-Steiner-Haus, Milland
Für alle Kurse und Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Das gesamte Kursprogramm ist auch auf unserer Homepage www.vhs.it ersichtlich. Unsere Sommeröffnungszeiten: Mo-Do 9-13 & 14-16; Fr 9-13 Uhr Ferragosto-Woche: 9-13 Uhr
Peter-Mayr-Straße 9 | Tel. 0472 836424 | Fax 0472 971 140 | brixen@vhs.it 41
Freizeit & Sport
MIT MUT ZUR VORZEIGESTADT
Sportstadt Brixen
Tanz-WM, Leichtathletik-Italienmeisterschaft, Start einer Giro-d’Italia-Etappe, Brixen-Dolomiten-Marathon: Die Dichte der derzeit in Brixen stattfindenden Sportgroßveranstaltungen ist hoch wie nie. Gemeinde, Tourismusverein und Vereine arbeiten eng zusammen, um eine reibungslose Organisation zu garantieren – und Brixen? Brixen profitiert durch eine enorme Wertschöpfung.
E
s ist Samstagabend. Durch den Nieselregen fahren zwei PKWs, die von einer Polizeieskorte mit Blaulicht begleitet werden. In den Wagen sitzen die Top-Athleten des Giro d’Italia, die nach dem Etappenziel In Corvara in Brixen Halt machen. Etwas später trudeln auch die restlichen Athleten samt Trainer, Manager, Presse, Spon42
soren und den treuen Giro-Fans in ihren Hotels in Brixen und Umgebung ein. Sie alle lernen das ihnen bisher wahrscheinlich unbekannte Städtchen Brixen etwas genauer kennen und verbringen den Montag, an dem der Giro einen Ruhetag einlegt, in der Stadt. Am Dienstag startet der Radtross dann vom Domplatz in die 16. Etappe.
Im Vorjahr spielte Südtirol eher eine untergeordnete Rolle beim Giro. Bei der heurigen Ausgabe hingegen führten gleich drei Etappen die Radfahrer durch Südtirol: von Alpago nach Corvara, von Kastelruth auf die Seiser Alm und von Brixen nach Andalo. Wobei: Logischer Startort nach dem Zeitfahren auf die Seiser Alm wäre eigentlich Bozen gewesen. Brixens
Aufschwung, der Mut zu Neuem und die Kompetenz, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, ist aber auch der Landesverwaltung nicht entgangen. Diese ordnete deshalb den Start der Giro-Etappe auf dem „schönsten Platz Europas“, wie Bürgermeister Peter Brunner den Brixner Domplatz liebevoll nannte, an. Die Organisatoren zeigten
MOTOR FÜR DIE WIRTSCHAFT: Die zahlreichen Sportveranstaltungen beleben Brixen in einer sonst „toten“ Zeit
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sich zufrieden, und die Radprofis radelten im Eiltempo vom Domplatz über die Romstraße auf die Brennerstraße in Richtung Etappenziel nach Andalo. Auch wenn die Zuschauer die Profisportler nur wenige Minuten in Action sahen, bleibt nicht nur eine tolle Erinnerung, sondern auch eine erhebliche Wertschöpfung zurück: 4.000 Nächtigungen – hochgerechnet an die 200.000 Euro – generierte dieser Event allein für die Hotellerie. Die indirekte Wertschöpfung für Brixen und Südtirol, für heute und vor allem für die Zukunft, ist in Zahlen kaum zu fassen: „Der Marketingwert dieser Veranstaltung ist enorm, die Fernsehminuten in der Rai haben einen starken Wert, und der Name ‚Bressanone’ ist, ich weiß nicht wie oft, gefallen“, weiß auch Werner Zanotti, Direktor des Tourismusvereins Brixen. 50.000 Euro hat der Start die Brixner gekostet; davon übernimmt die Hälfte das Land, die andere Hälfte teilen sich Gemeinde und Tourismusverein.
Potential nach oben. Eigentlich
ist es Zufall: Dass eine so hohe Konzentration an Großevents in Brixen stattfindet, ist eher die Ausnahme als die Regel. Fakt ist, dass sich die Brixner Vereine für
Wettkämpfe bewerben und das Potential der Stadt ausschöpfen. „Der eine oder andere erhält dann auch den Zuschlag; und heuer waren es eben mehrere – in relativ eng gestecktem Zeitraum“, freut sich SSV-Präsident Stefan Leitner. Die Leichtathletik-Italienmeisterschaft der Kategorien U20 und U23 fand beispielsweise heuer bereits zum fünften Mal in Brixen statt. „Eine Anlage, die alles bietet,
Vals, die mit Bestzeit zum Italienmeistertitel lief. Die Athletin der SG Eisacktal nutzte den Heimvorteil, gewann den 5.000-Meter-Lauf in 17:17.28 Minuten und knackte dabei ihren persönlichen Rekord – und das in einer Anlage, die mitten im Grünen liegt, was ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist, das bei den teilweise aus Großstädten kommenden Athleten gut ankam. Die 1.300 Athleten
negativen Auswirkungen, denn das Kapitel Sport wurde nicht eigens aufgestockt, wie der Sportstadtrat bestätigt: Für den Bereich Sport stehen Brixen 150.000 Euro zur Verfügung, darin enthalten sind die Unterstützung der Vereine sowie die Einzelveranstaltungen. Jungmann hebt jedoch die enger gewordene Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Gemeinde und Vereinen hervor. „Das Verhältnis
„Von dem derzeit positiven politischen Umfeld fühlen wir uns angespornt; das muss gesagt sein“_ Werner Zanotti, Direktor der Tourismusvereins Brixen gibt es nicht so oft in Italien. In Brixen haben wir viel Platz und den Vorteil, einige Wettkämpfe zeitgleich austragen zu können. Organisatorisch wissen wir mittlerweile aus Erfahrung, wie ein solcher Wettkampf zu handhaben ist – das schätzt auch der Verband, der sich wohlwissend in gute Hände begibt“, bestätigt Ilse Ogriseg, Mitglied des Organisationskomitees. Stolz sind die Organisatoren nicht nur auf die Veranstaltung selbst, sondern auch auf die 17-jährige Sophia Zingerle aus
samt Anhang füllten während der Leichtathletik-Italienmeisterschaft die Betten in und um Brixen nach dem Giro ein weiteres Mal – für drei Nächte. Der finanzielle Aufwand von Seiten der Gemeinde ist mit 10.000 Euro dabei überschaubar. „Brixen etabliert sich seit Jahren als Sportstadt“, erklärt Sportstadtrat Andreas Jungmann. „Heuer haben wir sicher einen bisherigen Höhepunkt erreicht, obwohl noch viel Potential da ist.“ Auf den Gemeindehaushalt hat der heurige Veranstaltungsreigen aber keine
zur Politik war immer schon gut“, weiß Werner Zanotti, „man kann nicht sagen, dass wegen der Politik Veranstaltungen in Brixen nicht stattgefunden hätten – das wäre nicht fair. Dass wir uns angespornt fühlen durch das derzeit positive politische Umfeld, das muss allerdings gesagt sein.“
Mutiges Brixen. Eine gewisse
Portion Mut gehört bei der Veranstaltung von Großevents dazu, um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Diesen Mut hat Brixen, einmal abgesehen von der Seil43
Freizeit & Sport bahn-Geschichte, schon bewiesen. Mut gezeigt wurde aber vor allem bei einer nicht-sportlichen Veranstaltung, und zwar bei der Musik- und Lichtshow „Solimans Traum“. In ein Projekt zu investieren, das nicht mit Sicherheit funktioniert, ist für Brixen – aus historischer Sicht – eine recht unübliche Praktik. Es scheint nun,
in der Autonomen Provinz Bozen. „Wir als Wirtschaftsressort des Landes tun uns somit auch leichter, Veranstaltungen in Brixen zu unterstützen. Brixen erntet jetzt die Früchte der Saat, die es in den letzten Jahren gestreut hat. Ich denke auch an die LeichtathletikWeltmeisterschaft, an den IMS, an den Ärztekongress, die Erlebnis-
nicht alle haben das infrastrukturelle und schon gar nicht das personelle Potential dazu. Wir als Gemeinde müssen uns, wenn wir weiterhin Austragungsort sein wollen, bewusst werden, dass wir Dienstleister sind – und das rund um die Uhr. Dieses Umdenken geht aber nicht von heute auf morgen“, weiß der Stadtrat.
auf eine positive Auslastung zurückblickt. „Die Sportgäste sind zwar sehr nette, aber auch anstrengende Gäste. Flexibilität ist besonders bei den ungewöhnlichen Essenszeiten gefragt, auch wenn die Gäste zusätzlich kaum konsumieren – trotzdem sind sie immer noch wirtschaftlich interessant.“
„Brixen erntet jetzt die Früchte der Saat, die es in den letzten Jahren gestreut hat“_ Hansi Felder, Direktor der Wirtschaftsabteilung in der Autonomen Provinz Bozen als ob die ehemalige Bischofsstadt aus dem Dornröschenschlaf erwacht sei und endlich zeigt, was in ihr steckt. Leben eingehaucht hat der in einigen Augen bisher etwas verschlafenen Stadt nicht etwa ein Millionenprojekt, das Berg und Tal verbindet, sondern ein Elefant, der eigentlich schon fast in Vergessenheit geraten ist: „Brixen hat letzthin ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und die Blicke von ganz Südtirol auf sich gezogen“, bestätigt Hansi Felder, Direktor der Wirtschaftsabteilung
führungen ‚Rendezvous’ – das sind alles innovative Geschichten, die Brixen als Veranstaltungsort kultureller und sportlicher Natur stärken. Die Voraussetzungen in Brixen sind da, und die Stadt hat verstanden, sich gut gebündelt zu präsentieren“, so Felder. Dass Brixen von anderen Südtiroler Städten bereits etwas neidisch beäugt wird, ist auch dem Sportstadtrat Jungmann aufgefallen. „Veranstaltungen zu organisieren ist für die Wirtschaftlichkeit jeder Stadt profitabel. Aber
Sicher ist, dass mit diesen Veranstaltungen das Wirtschaftsrad im Eisacktal angekurbelt wird: Die Hotels überbrücken in den Monaten Mai und Juni eine normalerweise ziemlich ruhige Zeit und sind direkte Nutznießer dieser Events, wie auch die Gastronomiebetriebe in der Nähe der Sportanlagen, aber auch in der Altstadt. „Es ist ein großes Rad, das sich hier dreht“, bestätigt auch Markus Knapp vom Hotel Millanderhof, der in der Zwischensaison nach Ostern und vor Sommerbeginn
„Dance baby, dance!“ Besonders
flexibel mussten die Hotels bei den 1.700 Tänzern sein, die Ende Mai in Brixen zu Gast waren. Die Athleten der Tanz-Weltmeisterschaft kamen unter anderem erst um zwei Uhr morgens, nach dem letzten Wettkampf, ins Hotel – und hatten Hunger. Mehr als 6.000 Übernachtungen brachte diese WM nach Brixen und Umgebung; eine immense Zahl, die heuer bei Sportveranstaltungen nicht zu überbieten sein wird. In der Handball- und Eishalle, die die Ge-
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Foto: Willy Vontavon
hängt, um auf die Plose zu fahren und das Schwimmbad zu nutzen“, bestätigen Roberto Gabos und Luana Poliziani, Mitorganisatoren der Tanz-Weltmeisterschaft, die auf Wunsch der International Dance Federation (IDF) die Wettkämpfe in Brixen initiierten. Bewegung gab es dabei nicht nur in der Sportzone Süd, sondern auch in den Gastronomiebetrieben – in einer eigentlich recht „toten“ Zeit. Auch wenn die Tanz-WM das
Wir sind fast fertig!
Rad der Wirtschaft ankurbelte, gibt es einige Kritiker an dieser Art von Weltmeisterschaft. Einer davon ist Stefan Leitner, Präsident des SSV Brixen: „Die Weltmeisterschaft brachte viele Sportler nach Brixen, was sicherlich positiv zu vermerken ist, und doch erinnerte mich diese Art von Wettkampf mit so vielen Kategorien in so vielen Altersgruppen ein bisschen an Massenabfertigung. Zudem gibt es mehrere Verbände, die
im Tanzsport Weltmeisterschaften organisieren – bei diesem Weltmeistertitel fehlt mir dann die Authentizität.“ Nichtsdestotrotz kann Brixen mit dieser Veranstaltung einen weiteren Großevent in seinem Lebenslauf verzeichnen, bei dem die Gemeinde Brixen auch aufgrund der touristischen, sportlichen und wirtschaftlichen Wichtigkeit und Sichtbarkeit in zahlreichen Medien die Schirmherrschaft übernahm. LONGO CREATIVE | © gommafoto.it
meinde kostenlos zur Verfügung stellte, wurde emsig um die Titel gekämpft. Einen ergatterten auch die beiden Brixnerinnen Melissa de Zordo und Silvia Schanung in der Kategorie „Disco Dance Duo“. Die Teilnehmer aus 23 Nationen tanzten unter anderem in den Kategorien Hip-Hop, Disco, Danceshow sowie Musical und waren dabei sichtlich angetan vom Standort Brixen: „Einige haben sogar noch Übernachtungen ange-
„Alter Schlachthof“ – ein neues Highlight in Brixen: kulinarisch – kulturell – menschlich. Wir bieten Euch ein leckeres Frühstück, eine junge innovative Küche mit regionalen Produkten und Ausflügen in die internationale Kulinarik, selbstgemachtes Süßes, Imbisse, Bar, Aperitivo Lungo oder Brunch, egal ob im Sommergarten oder in unserem „Wohnzimmer“. Reisenden stellen wir 5 besondere Bed & Breakfast Schlaf-Kojen zur Verfügung. Es erwarten Euch laufend Events mit tollen Bands und Künstlern! Folge uns auf Facebook und wir informieren Dich laufend! Am 2. Juli ist es soweit: wir eröffnen!
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Freizeit & Sport
Höchste Eisenbahn. Mit der
Sportzone Süd punktet Brixen nicht nur bei der Tanz-WM, denn die Strukturen sind bestens geeignet für verschiedene Arten von Veranstaltungen: Die Nähe zur Stadt und die optimalen Nutzungsmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich sind auch für Eishockeymannschaften sehr interessant. Bereits in den vergangenen Jahren nutzten russische Profi-Mannschaften die Infrastruktur für Trainingscamps im Sommer – und waren mehr als zufrieden. Einige haben bereits ihr Wiederkommen angekündigt und bringen auch neue Mannschaften aus dem Osten mit nach Brixen. Das Eis, das zudem den Ruf hat, eines der besten im Alpenraum zu sein, wird in den nächsten Wochen optimal genutzt – und macht sich somit besonders rentabel. Denn die Mannschaften bezahlen für ihren Aufenthalt an die 15.000 Euro; der genaue Betrag hängt im Detail von den effektiven Stunden ab, die sie auf dem Eis verbringen – Geld, das die Gemeinde in Anbetracht der anstehenden Neubau- beziehungsweise Renovierungsarbeiten der Eishalle gut gebrauchen kann. „Die Infrastruk-
sind. Klausen, Lüsen und Natz/ Schabs sind touristisch nicht bei uns angesiedelt und profitieren sehr stark – und das kostenlos. Auch wenn es eine gute Zusammenarbeit zwischen den Tourismusvereinen gibt: Wenn’s ums Geld geht, meldet sich natürlich niemand freiwillig“, bedauert Werner Zanotti.
Ganz besondere Athleten. Die „Brixen als Raddestination steht derzeit noch ganz am Anfang. Hier ist noch Luft nach oben!“, Andreas Jungmann, Sportstadtrat
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turen in der gesamten Sportzone Süd zu erneuern wäre höchste Eisenbahn. Derzeit beschäftigt sich der Sportbeirat bereits mit einem Konzept; wir brauchen aber noch Geduld, denn es steht alles erst am Anfang“, bedauert Andreas Jungmann. Was Brixen für die künftige Austragung von Sportevents und Veranstaltungen anderer Natur benötigt, sind laut Markus Knapp zusätzliche Hotelbetten. „Das klingt jetzt komisch, aber ich als Hotelier sehe mehr Betten nicht als Konkurrenz, sondern als Chance.
Brixen braucht Leitbetriebe in der gehobenen Kategorie, die dann den Rest mit nach oben ziehen würde – nicht nur im Preisniveau, sondern auch in Sachen Selbstvertrauen.“ Derzeit weist Brixen an die 4.500 Betten auf; vor 30 Jahren waren es noch an die 6.000. Dies ist mit der Grund, dass viele Athleten, die in Brixen für die verschiedensten Veranstaltungen stationiert sind, ihre Unterkunft in den Nachbargemeinden buchen. „Brixen befruchtet die umliegenden Gebiete, die natürlich Nutznießer von unserer regen Aktivität
Nähe der Hotelbetten zum Veranstaltungsort spielte auch bei der Schwimm-Italienmeisterschaft für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung, die Mitte Juni in der Acquarena ausgetragen wurde, eine große Rolle. Gut strukturierte und reibungslose Abläufe erleichtern den 55 Mannschaften mit knapp 300 ganz besonderen Teilnehmern aus ganz Italien den Wettkampfablauf erheblich. Geschwommen wurden in Brixen in 17 verschiedenen Kategorien – und somit das gesamte olympische Programm. Elda Letrari ist erst seit kurzem Sektionsleiterin der Sektion Behindertensport im SSV und stellt sich schon gleich einer großen Herausforderung. Schnelle und unbürokratische Entscheidungen waren bei dieser
Traumhochzeit Tenne****S Lodges Viele Jahre haben wir glückliche Paare im Berghotel und Wellness-Sporthotel verwöhnt, nun wird es luxuriös in Ratschings ... in den Tenne Lodges ... Ab 2017 können Sie Ihre Traumhochzeit in den Tenne 4****S Lodges feiern: Frühjahr, Sommer oder Herbst! Wir sind wahre Profis im Organisieren Ihrer Hochzeitsfeier! Ob Messe in der Kirche von Ratschings, Aperitif im Wellness-Sporthotel, ein festliches Menü in den Tenne Lodges, musikalische Unterhaltung bis in die frühen Morgenstunden, bequeme Übernachtung für alle Hotelgäste und großes Sektfrühstück bis 12:00 Uhr am nächsten Tag. Deko, Menükärtchen, Hochzeitstorte Wir sind für Sie da! Wir beraten, unterstützen und arbeiten für Sie! Blättern Sie in unserem Hochzeitsalbum! Wir erfüllen Ihre Wünsche! Kontakt unter info@tenne-suedtirol.com 46
„Auch wenn wir Sport können, haben wir in der Kultur Potential für die Champions-League“, Werner Zanotti, Direktor des Tourismusvereins
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Italienmeisterschaft bereits von Anfang an gefragt, denn immerhin musste das Becken im Freibereich der Acquarena kollaudiert werden, ansonsten wäre eine Austragung gar nicht in Frage gekommen. Der Direktor der Stadtwerke, Wolfgang Plank, handelte schnell und ließ eine Brücke bauen, die eine Abgrenzung zum Sprungturmbereich bildet und gleichzeitig Standpunkt der Kampfrichter sein wird, die so einen besseren Überblick haben. Das Becken, das sich nun „olympisch“ nennen darf, weist zehn identische Bahnen zu je 50 Metern auf und ist somit homologiert für diesen und für eventuelle künftige Wettkämpfe. Der Bau der Brücke kostete die Stadtwerke 180.000 Euro, die Gemeinde steuert für den Wettkampf 4.000 Euro bei. „Ich bin sehr stolz, dass die Italienmeisterschaft für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung in Brixen stattfindet“, sagt auch SSV-Präsident Stefan Leitner. „Was diese besonderen Menschen leisten, verdient Hochachtung. Auch die Organisation war nicht ganz einfach, denn es bedarf eines gewissen Feingefühls, einen Wettkampf dieser Art auf die Beine zu stellen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, wurde für diesen Wettkampf kein eigenes Organisationskomitee gegründet, sondern eine kleine Gruppe, die aus kompetenten Personen besteht, zusammengestellt.“
Die Wichtigkeit des Sports. Ge-
nerell sieht Stefan Leitner viel Know-how in den Köpfen der Brixner Vereine, die zu Großem fähig sind: „Wenn es den Sport nicht gäbe, würde sich das Rad der Wirtschaft viel langsamer drehen. Es hängt ein Rattenschwanz an diesem Bereich, und man kann aus Brixen durch die optimale Lage, den Berg und die Stadt mit wenig Aufwand viel herausholen. Wenn diese Kraft richtig erkannt
wird, können wir den Jugendbereich fördern und Vorbilder kreieren, zu denen unsere Jugend aufschaut und die sie zum Sportbetreiben motiviert.“ Davon profitieren dann alle Vereine, auch der SSV Brixen, der mit seinen 14 verschiedenen Sektionen den größten Verein Brixens darstellt. Heuer feiert dieser sein 60-jähriges Bestehen und freut sich, dass genau in diesem Jubiläumsjahr ein Sportfest dem nächsten folgt. „Wir haben nicht nur den Sport in Brixen gefördert, sondern uns auch mit vielen verschiedenen Veranstaltungen ein immenses Know-how aufgebaut. Mit Ralf Dejaco, Claudio Zorzi, Hansjörg Auer, Bruno Capello, um nur einige zu nennen, bringen wir viel Erfahrung und Wissen in die Veranstaltungen und sind nicht nur in Brixen, sondern südtirolweit gut aufgestellt. Wenn dann die Brixner Infrastrukturen noch modernisiert werden, können wir das Potential voll ausschöpfen“, so Leitner. Keine Infrastrukturen benötigen hingegen die Läufer und Mountainbiker, denn sie bevorzugen es sowieso, in der freien Natur oder eben auf der Plose zu laufen oder zu radeln. Der „Brixen-DolomitenMarathon“, der sich in den letzten Jahren zu einem einzigartigen Event im Alpenraum gemausert hat, bringt an 1.500 Laufbegeisterte am erste Juliwochenende nach Brixen, vor dem Marathon finden noch der „Women’s run“ und der „Children’s run“ statt. Die steigende Teilnehmerzahl – heuer sind es rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr – bestätigt den aktuellen Lauftrend. „Durch die Laufkompetenz, die wir uns durch den Marathon aufgebaut haben, sind auch andere Veranstalter auf uns aufmerksam geworden“, freut sich Werner Zanotti. In den kommenden Wochen findet in Brixen beispielsweise noch der
„Transalpine Run“, und der Lauf „Seefeld-Brixen“ statt. Auch Sportstadtrat Andreas Jungmann bestätigt den richtigen Weg, den die Organisatoren des „Brixen-Dolomiten-Marathon“ eingeschlagen haben, „denn sie achten auf Qualität, nicht auf Masse“, was in diesem Bereich sicher von Vorteil ist. Das „Mountainbike Testival“ am Domplatz hingegen versucht, so viel Radler wie möglich nach Brixen zu locken. „Brixen als Raddestination steht derzeit noch ganz am Anfang. Hier ist noch Luft nach oben! Die Kombination Berg und Stadt und die Nähe zum Dolomitengebiet tragen aber das Ihre dazu bei“, so Jungmann.
Shoppende Sportler? Brixen ver-
sucht, den Mittelpunkt der Veranstaltungen ins Herz der Altstadt zu verlegen und bindet deshalb den Domplatz stark mit ein – zwar nicht immer zur Freude des kirchlichen Regiments, aber doch zur Freude der Gastronomie und des Handels. „Jede Veranstaltung, die Menschen in die Altstadt bringt, ist gut für uns Wirtschaftstreibenden“, freut sich der Kaufmann Markus Öhler. „Auch wenn der Handel
nicht immer direkt profitiert, wird die Wirtschaft angekurbelt. Volle Hotelbetten wirken sich auf den gesamten Kreislauf aus. Der eine oder andere kehrt wieder nach Brixen zurück, urlaubt, konsumiert und kauft ein.“ Ob die Sportler nun „schlechte“ oder „gute“ Gäste sind, lässt sich schwer klassifizieren. „Wenn wir die kulturellen Schätze von Brixen ins Zentrum rücken, steigern wir die Qualität der Gäste. Wenn wir in diesem Metier – und ich denke beispielsweise an den Kreuzgang, die Hofburg – neue Zugänge finden, wird die ganze Stärke Brixens in diesem Bereich liegen. Auch wenn wir Sport können, haben wir in der Kultur Potential für die Champions-League“, weiß Werner Zanotti. Derzeit profitieren in erster Linie wahrscheinlich eher Gastronomiebetriebe und Hotels von den Sportveranstaltungen – aber ... unter uns gesagt: Eine von Sportlern wimmelnde Stadt ist doch wesentlich sympathischer als eine gähnend leere.
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FUSSBALL
Ein Aufstieg, ein Abstieg und viel Mittelklasse Die Fußballsaison 2015/2016 der Landes- und Amateurliga gehört nun definitiv der Vergangenheit an. Der „Brixner“ hat die Ergebnisse der ersten Mannschaften der umliegenden Vereine etwas genauer unter die Lupe genommen.
D
ie Mannschaft vom Ploseberg beendet die Saison, gleich wie im Vorjahr, auf Platz 6 der Landesliga. Der Klassenerhalt war das Ziel der Ploseler – und dieses wurde abermals erreicht. Stolz kann die Mannschaft besonders auf ihren Stürmer Hansjörg Stockner sein (im Bild), der mit 27 Toren zum wiederholten Male zum Torschützenkönig der Landesliga erklärt wurde. In der kommenden Saison wird die Plose-Elf wieder von Matthias Regele trainiert; er löst nach zweijähriger Tätigkeit den Brixner Roberto Fuschini ab. Ganz knapp schafft der ASV Natz den Verbleib in der Landesliga. Erst der allerletzte Spieltag brachte Gewissheit: Das Unentschieden gegen Passeier reichte der Mannschaft vom Hochplateau, um auch in der kommenden Saison in der Landesliga zu spielen. Auch wenn es der Natz-Elf rund um Trainer Stefan Prader heuer etwas an Konstanz fehlte, möchten die Spieler in der kommenden Saison besser abschneiden und den Klassenerhalt – in einem nicht so knappen Finale – schaffen.
Pech in Milland, Glück in Vahrn.
Nach einem nur kurzen Abstecher in die Landesliga steigt der vom Pech verfolgte ASV Milland nach einer Saison wieder in die erste Amateurliga ab. Der Start gelang dem Team zwar souverän, doch dann fielen sechs Spieler verletzungsbedingt aus – dies machte sich besonders in der Rückrunde bemerkbar. Nach einem Trainerwechsel inmitten der Saison sollte Manuel Beretta die Millander zum Klassenerhalt verhelfen; es fehlten aber nach wie vor die nötigen Ressourcen, um sich in der Landesliga zu halten. In der kommenden Saison will Milland in der ersten Amateurliga gut Fuß fassen – ein erneuter Aufstieg bleibt allerdings im Hinterkopf.
Hansjörg Stockner, Stürmer beim ASC Plose, wurde mit 27 Toren wieder zum Torschützenkönig der Landesliga erklärt Für eine hervorragende Saison belohnt wurde der ASV Vahrn, der als Tabellenzweiter in die Landesliga aufsteigt. Fixiert wurde der Aufstieg erst am allerletzten Spieltag mit dem Sieg gegen Reischach. Mit der Meisterschaft zeigt sich die Mannschaft sehr zufrieden, und sie will die Klasse in der kommenden Saison halten. Josef Tratter beendet seine Trainerkarriere; es übernimmt Stefan Paissan.
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Als vierter in der 1. Amateurliga beendet die junge Mannschaft des USD Bressanone die Saison. Trainer Ivan Schneider wird zwar im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen, er zeigt sich aber mit dieser Platzierung zufrieden, denn damit wurde das Ziel, und zwar den Klassenerhalt souverän zu schaffen, erreicht. Etwas wehleidig schaut der USD dem zweiten Platz nach, der the-
oretisch auch noch hätte erreicht werden können. Die Elf aus Albeins beendet die Saison mit Platz 7 im TabellenMittelfeld der 1. Amateurliga. Das Ziel, sich in dieser Saison zu verbessern – im letzten Jahr waren sie auf Platz 4 –, wurde somit nicht erreicht. Grund dafür war unter anderem die fehlende Kontinuität und einige Abgänge. Die Mannschaft, in der es noch großes Potential nach oben gibt, bereitet sich nun mit dem alten und neuen Trainer Siegmar Pfeifhofer intensiv auf die kommende Saison vor: Sie wollen sich noch weiter vorne in der Tabelle platzieren. Gleich hinter Albeins reiht sich auf Tabellenplatz 8 die Mannschaft aus Schabs ein. Mit dem neuen Trainer Stephan Putzer hielt sich der Kader souverän in der 1. Amateurliga; Florian Oberhauser trug mit elf Treffern zum Klassenerhalt bei. Die Platzierung auf Rang 8 soll auch nächstes Jahr erreicht, wenn nicht sogar verbessert werden. Knapp dem Abstieg entronnen ist die Elf aus Mühlbach/Rodeneck/Vals, die ihr Einzugsgebiet durch einen Zusammenschluss vor fünf Jahren um einiges vergrößert hat. Trotz starker Nachwuchskräfte schaffte es die Elf nicht, wie gewünscht im Mittelfeld abzuschließen. Nach der Hinrunde der vergangenen Saison wurde Trainer Pasquale Francesca durch Roland Hainz aus Pfalzen ersetzt, und dieser konnte die Mannschaft im Endspurt noch vor dem drohenden Abstieg retten – auch dank dreier Siege in den letzten drei Spielen. Trainer Hainz konnte bestätigt werden, und im kommenden Jahr möchte man mit großteils einheimischen Kräften erneut den Klassenerhalt schaffen. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 49
KARATE
Freizeit & Sport
Silber und Bronze z Vize-Europameister mit dem Team und Bronze im Einzel – das ist die Ausbeute, die der Mühlbacher Martin Pezzei von der Karate-Europameisterschaft IKU (International Karate Union) von Rumänien nach Hause bringt. Über 700 Athleten aus 17 Nationen nahmen an der Meisterschaft in den Disziplinen „Kata“ und „Kumite“ teil. Pezzei verzichtete auf die Teilnahme im „Kata“, um sich auf „Kumite“ zu konzentrieren. Im Teambewerb der Über-35-Jährigen mussten sich die Italiener nur
den Rumänen knapp geschlagen geben und erlangten somit die Silbermedaille. Den Einzel-Bewerb beendete Martin Pezzei auf Platz drei und erfüllte sich damit einen Traum: „Dieses Turnier war ein unvergessliches Abenteuer. Ich bin zufrieden, überglücklich und dankbar für die Unterstützung von Seiten meiner Familie, der Trainingspartner und der vielen gedrückten Daumen“, so Pezzei. eh
F&S Freizeit & Sport
Foto: Oskar Zingerle
MOUNTAINBIKE
Nachschlagewerk für Radlfreaks z Bergaufwärts und bergabwärts ist das Mountainbike der ständige Begleiter von Alexander Resch. Der Hotelier, Wanderführer und Bikeguide verbringt seit mittlerweile 20 Jahren fast jede freie Minute auf seinem Bike, erkundet damit die Brixner Umgebung, studiert Routen und probiert Trails. Seine Touren sammelte er von Anfang an und zeichnete viele auch mittels GPS-Gerät auf. Nun brachte er sie in seinem Buch „Mountainbike in Brixen und Umgebung“ zu Papier. „Ich bin
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notiert
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so viele tolle Touren hier in der Umgebung gefahren. Es wäre schade, dieses geistige Eigentum nicht an andere Radlfans weiterzugeben“, sagt der Brixner. Im Buch finden Mountainbike-Liebhaber Trails und Varianten, die, wie der Autor selbst sagt, vielleicht über die Vorstellungskraft mancher hinausgehen. „Ich habe oft gehört, dass man da oder dort nicht biken kann. Mittlerweile hat sich das Material, die Technik und das Können der Fahrer aber verändert, und es ist mehr
Der Brixner Martin Bergmeister wird als erster Südtiroler am bekannten Radrennen „Race Across America“ teilnehmen, das in zwölf Tagen auf 4.800 Kilometern quer durch die USA, von West nach Ost, führt. Die Teilnahme Bergmeister ist ein Charity-Projekt zu Gunsten der Südtiroler Sporthilfe.
möglich, als man vermuten möchte.“ Das Buch ist in deutscher und italienischer Sprache in allen Buchläden des Landes um 24,90
Euro erhältlich und richtet sich an alle Bike-Freunde, an Brixner und Brixen-Gäste, die mehr wollen als normale Rad- und Forstwege. eh
Markus Fiechter und Manuel Prossliner sind Teil der Südtirol-Auswahl, die bei der Europeade, der Fußball-EM der Sprachminderheiten, antritt. Die beiden Verteidiger der ersten Mannschaft des SSV Brixen spielen vom 18. bis 26. Juni bei der dritten Ausgabe dieser Meisterschaft, die 2008 und 2012 bereits von Südtirol gewonnen wurde.
Die Mädchen des SSV Brixen OBI entschieden den „Gazzetta Cup 2016“ für sich. Erstmals durften heuer auch Mädchenmannschaften teilnehmen, und prompt kickten sich die Brixnerinnen im legendären Olympiastadion von Rom zum Titel. Elisa Pfattner wurde zudem als beste Spielerin des gesamten Turniers ausgezeichnet.
NACHGEFRAGT
„Erleichtert, aber verärgert“ Herr Obrist, man darf Ihnen zum Freispruch gratulieren? Das kann man, auch wenn das klingt, als wäre ich ein Verbrecher. Man darf nicht vergessen, dass ich „nur“ einige Zettel zu spät abgeschickt hatte. Ich habe vor kurzem eine E-Mail mit dem Freispruch erhalten; als Grund wurde unter anderem angegeben, dass von den zuständigen Ämtern versäumt worden war, mich auf das Fehlen der Unterlagen hinzuweisen.
Angeklagten haben sicher mehr gezittert. Es ging bei einigen um die Olympia-Teilnahme. Ich hatte nicht viel zu verlieren; meine Karriere neigt sich ohnehin dem Ende zu. Lässt sich mit dem Freispruch der bittere Beigeschmack des vermeintlichen Dopingsünders ablegen? Nein, eben nicht. Das ist das Schlimme. Der Freispruch wurde von den Medien lange nicht so breitgetreten wie die Anklage. Dort wurden wir als Dopingsünder dargestellt, und dies bekommt man nicht so leicht aus den Köpfen der Menschen. In einer italienischen
Erleichtert? Irgendwie schon, alles andere als ein Freispruch wäre ein Witz gewesen. Viele der 26
Zeitung wurde Italien sogar als das zweitgrößte Dopingland nach Russland bezeichnet. Ich habe durch diese Geschichte die Lust und die Freude am Sport verloren. Es ist schwierig, mich zu motivieren, und ich bin verärgert, wie die Presse und die Verbände mit uns umgegangen sind. Und jene Athleten, die nachweislich gedopt haben, werden beim Comeback von Presse und Verbänden unterstützt. Das kann kein Vorbild für junge Athleten sein. Jetzt habe ich den Freispruch zwar Schwarz auf Weiß, der Imageschaden bleibt aber leider bestehen.
Foto: Oskar Zingerle
CHRISTIAN OBRIST, Brixner Mittelstreckenläufer, über seinen Freispruch im Anti-Doping-Verfahren und die damit verbundene Erleichterung, die aber manchmal auch in Zorn umschlägt.
evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
HANDBALL
Foto: Oskar Zingerle
Anika goes Germany
z „Italienerin kommt nach Thüringen“ – so lautete die Schlagzeile in den „Eichsfelder Nachrichten“ am 19. Mai. Mit der „Italienerin“ ist die Brixner Handballerin Anika
Niederwieser gemeint. Sie ist nach Steffi Egger aus Tisens, die in Leverkusen spielt – die zweite Südtirolerin, die von einem deutschen Erstliga-Club angeheuert wurde. Spielen wird die Brixnerin beim THC, dem „Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Langensalza“. Der im Jahr 2000 gegründete Verein wird seit sechs Jahren von Herbert Müller trainiert, der die Thüringerinnen in diesen sechs Jahren bereits sechs Mal zum Meistertitel geführt hat. Anika Niederwieser war von 2012 bis 2016 beim Club „Esercito Futura Roma“ unter Vertrag und studierte Physik an der Universität „La Sapienza“. Das Studium möchte sie auch in Zukunft fortsetzen. Aufgefallen ist die talentierte Handballerin dem Erfolgscoach bei den BeachHandball-Europameisterschaften im Vorjahr, bei der sie dank herausragender Abwehrqualitäten und Wurfgewalt zur besten Defensivspielerin gekürt wurde. Heuer trainierte Anika im Mai bereits mit der italienischen Nationalmannschaft im Trainingslager in Conversano und nahm Anfang Juni an den Qualifikationsspielen
für die Europameisterschaft in Schweden teil. Bevor die Brixnerin dann nach Thüringen startet, bestreitet sie im Juli noch die Beachhandball-Weltmeisterschaft in Budapest. Die 24-Jährige freut sich bereits auf die neue Herausforderung und startet motiviert in die neue Saison, bei der sie in der 1.100 Zuschauer fassenden Halle in Bad Langensalza zeigen will, was sie kann. jb
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Wirtschaft & Umwelt
DIE KRUX MIT DEN STILLEN ÖRTCHEN
Kein großes Geschäft
Die öffentlichen Toiletten am Brixner Bahnhof erregen in regelmäßigen Abständen die Gemüter. Auch in unserer Redaktion treffen hin und wieder Klagen über eine unbefriedigende Situation sowohl der Anlagen am Bahnhof als auch im Stadtzentrum ein. Zu Recht?
W
ährend man vor einigen Jahren eher die hygienischen Zustände der WCs am Bahnhof bemängelt hat, sind es heute die eingeschränkten Öffnungszeiten. Der Schlüssel zu den Toiletten ist nämlich nur an der Bahnhofsbar „Buffet“ erhältlich. Außerhalb der Öffnungszeiten der Bar ist folglich auch das stille Örtchen nicht benutzbar. „An Strukturen wie einem Bahnhof erwartet man sich eine öffentliche Toilette, die rund um die Uhr geöffnet ist“, teilt uns ein verärgerter Bürger mit. Wenn solche Beschwerden unserer Redaktion vorgetragen werden, bedeutet dies in der Regel, dass wiederholte Interventionen bei den zuständigen Stellen zu keinem Ergebnis geführt haben. Im Fall von Brixen ist die italienische Eisenbahnbetreiber-
Unmut, den auch die aktuelle Pächterin der Bahnhofsbar, Lucia Shming, hin und wieder zu spüren bekommt. „Den Schlüssel auf Nachfrage an der Bar auszugeben ist für mich die einzig tragbare Lösung, um die Klos einigermaßen sauber halten zu können. Würde ich sie unbeschränkt und auch in den Nachtstunden offen halten, müsste ich vermutlich eigens einen Putzdienst engagieren, und das ist leider nicht finanzierbar.“
Blick über den Schüsselrand. In
den Bahnhöfen der Umgebung ist die Situation anders – aber nicht unbedingt besser. Ein Besuch am Bahnhofsklo in Mühlbach offenbart kein appetitliches Bild. Anders als in Brixen ist das Land Südtirol Eigentümerin des Bahnhofsgebäudes, und diese hat die Struktur der Gemeinde
stätigt man uns im angrenzenden Fahrradverleih, und das habe auch gut funktioniert. Diese fruchtbare Kooperation scheiterte allerdings irgendwann daran, dass der Mieter im Gegenzug für seine Leistungen – er pflegt auch die Grünanlagen am Bahnhof beispielhaft – gar keine Miete mehr zahlen wollte. „Auf diese Forderung konnte die Gemeinde nicht mehr eingehen“, berichtet uns die damals zuständige Gemeindereferentin. Heute reinigt ein externer Putzdienst die WCs alle paar Tage – zu selten jedenfalls, denn der Zustand ist nicht einladend. Welche Folgen es haben kann, wenn öffentliche WCs auch nachts unbeaufsichtigt offen bleiben, hat man in Mühlbach zu spüren bekommen: Die Anlage wurde vor einigen Jahren mutwillig unter Wasser gesetzt. Jemand hatte den
„Wir könnten als Gemeinde natürlich die Reinigung der Toiletten am Bahnhof von der FS übernehmen, aber Geschäft wäre das mit Sicherheit keines“_ Thomas Schraffl, Stadtrat Gesellschaft „Ferrovie dello Stato“ (FS) als Besitzerin der Immobilie für die Reinigung und Instandhaltung der Toiletten zuständig. Diese hat die Aufgabe an den Pächter der Bahnhofsbar „Buffet“ delegiert. Seither sind die Klos – meistens – in einem einigermaßen akzeptablen Zustand. Trotzdem: Dass die Klos nicht frei zugänglich und in den Nachtstunden geschlossen sind, sorgte bereits öfter für Unmut. 52
für 20 Jahre auf dem Konzessionswege überlassen. Die Gemeindeverwaltung ist daher für die Instandhaltung und Reinigung der Toiletten verantwortlich. Nach der Renovierung des Gebäudes vor acht Jahren hat die im Bahnhof eingemietete Familie den Putzdienst übernommen. Dieser Dienst wurde wie in Brixen über den Mietzins verrechnet. „Die Klos wurden bei Bedarf auch mehrmals täglich gereinigt“, be-
Abfluss verstopft und das warme Wasser aufgedreht. Am Bahnhof Vintl hingegen werden die Toiletten von den Bewohnern der Hausmeisterwohnung gereinigt – sehr zur Zufriedenheit der Nutzer, wie man uns berichtet. In Franzensfeste ist die Reinigung der Toiletten hingegen Angelegenheit der FS. Wir wagen einen Blick hinein ... und ersparen dem Leser eine nähere Beschreibung.
Wie machen’s die Pusterer? Auf
Nachfrage im Gemeindebauhof von Bruneck berichtet man uns, dass auch hier die FS für die Reinigung der Bahnhofs-WCs zuständig sei – und dass auch hier die Toiletten alles andere als hygienisch seien, trotz nächtlicher Schließung des gesamten Bahnhofs. Gleichzeitig erfahren wir von der freundlichen Bauhof-Mitarbeiterin aber allerhand Interessantes über die anderen Toiletten in der Rienzstadt, die von der Gemeinde instandgehalten werden und deren Zustand angeblich sehr ordentlich sei. Es gebe insgesamt fünf öffentliche Toiletten im Brunecker Stadtzentrum und im Parkhaus. Die Gemeinde hat einen Putzdienst beauftragt, der die Toiletten drei- bis viermal täglich (!) reinigt – eine Grundreinigung und zwei Kurzreinigungen, in der Hauptsaison drei. Die gepflegten Örtchen lässt sich die Gemeinde monatlich 3.686 Euro kosten. Eine weitere Toilette im Rathausgebäude sei geplant. Die Anlage solle dann über Drehkreuze gegen Bezahlung zugänglich sein. Aber sind Bürger überhaupt bereit, sich den Toilettengang etwas kosten zu lassen? Und wie! Dies wurde nicht nur in der Umfrage der letzten „Brixner“-Ausgabe deutlich, sondern es ist heute schon vielerorts gang und gäbe. Aber um die Situation an den Bahnhofstoiletten in Südtirol auf den Punkt zu bringen: Unabhängig davon, wer für die Instandhaltung verantwortlich ist, funktioniert es bei der derzeitigen Ausstattung der WCs am besten, wenn die Reinigung an einen im Bahnhofsgebäude eingemieteten Pächter oder Hausmeister über-
Benchmark
Foto: Oskar Zingerle
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Wie öffentliche Toiletten aussehen und funktionieren sollten, dafür findet man in Österreich und Deutschland genügend Beispiele: Der Zugang erfolgt über ein – zum Teil mannshohes – Drehkreuz, das sich nach Einwurf von 50 bis 70 Cent öffnet. Mancherorts ist dieser Bereich sogar videoüberwacht. An einigen österreichischen Autobahnraststätten erhält man einen Coupon über den eingeworfenen Betrag, den man an der Bar einlösen kann. In gepflegten Toilettenanlagen ist meist eine Reinigungskraft zugegen, die die WCs praktisch kontinuierlich putzt und dafür sorgt, dass stets Toilettenpapier vorhanden ist. Bereits der Vorraum ist hygienisch rein, und so riecht es auch. Gibt es eine Türe zum Vorraum, öffnet und schließt sich diese im Idealfall automatisch, sodass man keine Türgriffe anfassen muss. Dasselbe an den Waschbecken: Wasser und Seife fließen, sobald sich eine Hand nähert. Was will man mehr? Papiertücher zum Händetrocknen anstatt lauter und unhygienischer Handföns! Studien haben nämlich ergeben, dass sich die Anzahl der Bakterien auf der Hand nach dem Trockenfönen erhöht anstatt vermindert. Kurz und gut: Es gibt öffentliche Toiletten, die mindestens genauso sauber sind wie jene in der eigenen Wohnung – eine gute Visitenkarte für eine Stadt.
tragen und der Dienst über den Pachtzins verrechnet wird. Um Vandalismen vorzubeugen, führt allerdings kaum ein Weg daran vorbei, die Toiletten in den Zeiten geringer Frequenz abzusperren. Eine Alternative wäre, dass eine Reinigungskraft 24 Stunden anwesend ist, aber diesen teuren Luxus will sich derzeit weder eine Gemeinde noch die FS leisten. Die zweite Alternative, nämlich die Eingänge der Toiletten mit – eventuell videoüberwachten – Drehkreuzen auszustatten, die sich nach Einwurf einer Nutzungsgebühr öffnen, wäre hingegen vermutlich leichter finanzierbar und ein wirksames Mittel zur Vorbeugung von Vandalenakten.
LOKUS-SCHAU: Am Bahnhof oder in der Stadt verteilt gibt es zwar mehrere öffentliche Toiletten, deren Zustand lässt aber meist zu wünschen übrig
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„Was tun?“, sprach Zeus. Könnte
oder sollte Brixen auch über gut funktionierende öffentliche Toiletten verfügen? Zumindest, was den Bahnhof angeht, sieht sich der zu53
Fotos: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt
Meine Meinung Oskar Zingerle
Ein zweiter Versuch? Während der Recherche für diesen Bericht zu den öffentlichen Toiletten habe ich mich an den gescheiterten Citybusdienst erinnert gefühlt. Dieser startete etwas halbherzig und musste nach einiger Zeit wegen zu niedriger Fahrgastzahlen eingestellt werden. Damals stellte man sich in Brixen die Frage: Sollte man einen weiteren Versuch starten, wenn nur so wenige Leute den Citybus nutzen? Im zweiten Anlauf entschied man sich für eine engere Vertaktung und eine kapillarere Versorgung. Diese Variante kostete mehr Geld, aber plötzlich wurde aus dem kränkelnden Citybus ein Erfolgsmodell. Ähnlich ist es mit den öffentlichen Toiletten, die derzeit halbherzig betrieben werden. Sollte man mehr Geld ausgeben für eine Struktur, die nur wenig genutzt wird? Ich unterstelle, dass auch die öffentlichen Toilettenanlagen in Brixen sehr viel mehr genutzt würden, wenn sie nicht nur gut, sondern beispielhaft instandgehalten und gereinigt würden. Natürlich verursacht dies hohe Kosten, und man weiß von vorneherein nicht, welcher Anteil über die Nutzungsgebühr gedeckt werden kann. Außerdem wäre die Umrüstung und Modernisierung der Anlagen eine nicht unerhebliche Investition. Die Entscheidung fällt den Gemeindeverantwortlichen vermutlich umso schwerer, als dass sie ihre Bilanz derzeit eher auf Einsparungspotential hin überprüfen müssen. Gleichzeitig ist die Frage gerechtfertigt: „Kann sich Brixen in Sachen öffentliche Toiletten mit österreichischen und deutschen Großstädten vergleichen?“ Will man sich als Tourismusort mit internationaler Strahlkraft orientieren, sollte man sich in dieser Hinsicht ganz klar an nördlichen und nicht an südlichen Standards orientieren.
ständige Stadtrat Thomas Schraffl nicht in der Verantwortung: „Der Bahnhof ist derzeit Eigentum der FS, und somit sind wir nicht zuständig.“ Er wisse, dass die FS das Brixner Modell, den Pächter der Bar für die Reinigung der Toiletten zu verpflichten, auch andernorts anwenden wolle. Außerdem mutmaßt Schraffl, dass auch nach einer geplanten Übernahme des Bahnhofsgebäudes durch das Land, dieses die Wartung der Toiletten nach demselben Muster handhaben werde. „Wir könnten als Gemeinde natürlich die Reinigung der Toiletten am Bahnhof von der FS übernehmen, aber Geschäft wäre das mit Sicherheit keines“, so der
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Stadtrat. Wohl wahr, aber darf sich eine Tourismus-Stadt wie Brixen öffentliche Toiletten nicht etwas kosten lassen? Nun, das tut sie bereits – zumal etwas halbherzig. Neben dem Bahnhof gibt es mehrere öffentliche Toiletten im Stadtzentrum, und diese werden alle paar Tage gereinigt, wie uns Brigitte Salcher vom Tourismusverein berichtet. Sie kennt die Situation der Anlage in der Regensburger Allee direkt neben dem Büro des Tourismusvereins. Die selbstreinigende Münzanlage erfüllt ihren Zweck mehr schlecht als recht. Kommt ein vollbesetzter Reisebus an, wird sie in kurzer Zeit von vielen Personen beansprucht, und
Dreckig und veraltet: die selbstreinigende Toilette in der Regensburger Allee und das Bahnhofsklo
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der Selbstreinigungsmechanismus kommt ins Schleudern. Es bleibt ein Bild der Verwüstung – so lange, bis der Reinigungsdienst das nächste Mal vorbeischaut, und das kann Tage dauern ... Fazit: Wie so oft, sind funktionierende öffentliche Toiletten eine Frage des Geldes. Brixen hat nicht die Frequenz einer Großstadt, wo sich mit dem Geschäft der Menschen Geschäft machen lässt, wohl aber genügend Frequenz, die vergleichbar wäre mit Bruneck, mit der einen oder anderen österreichischen Autobahnraststätte, mit kleineren deutschen U-Bahnhöfen oder regionalen Zugbahnhöfen – Orte also mit bereits funktionierenden Bedürfnisanstalten. Am Beispiel
von Bruneck, sehr milchmädchenhaft nachgerechnet, kostet die Reinigung einer Anlage pro Tag rund 25 Euro. Bei einer Nutzungsgebühr von 50 Cent wären die Kosten mit 50 Nutzern pro Tag und Anlage gedeckt. Diese Frequenz könnte man womöglich erreichen, womöglich aber auch nicht. In jedem Fall kann man davon ausgehen, dass die Einnahmen einen guten Teil der laufenden Kosten decken würden, sodass der auf die Gemeinde entfallende Restbetrag stemmbar wäre.
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Foto: Oskar Zingerle
BRIXEN
Ortstaxe steigt z Seit 2014 wird in Südtirol eine Gemeindeaufenthaltsabgabe eingehoben. Per Landesgesetz wurden die Basiswerte pro Nächtigung auf 0,70 Euro, 1 und 1,30 Euro, je nach Hotelkategorie, festgelegt. Dieser Gästebeitrag wird zusammen mit Beiträgen des Landes und der Betriebe für die Finanzierung der örtlichen Tourismusvereine und -verbände eingesetzt. Im Juni 2015 hat der Brixner Gemeinderat entschieden, die Ortstaxe ab 1. Jänner 2017 zu erhöhen und
die Mehreinnahmen aktiv in die touristische Entwicklung auf dem Ploseberg zu investieren. Ab 2018 werden Brixen-Urlauber jedoch noch tiefer in die Tasche greifen müssen, denn die Landesregierung hat Ende Mai beschlossen,
W&U
die Basis-Ortstaxe um 20 Prozent zu erhöhen. Die Mehreinnahmen aus dieser Erhöhung werden in das Destinationsmarketing gesteckt, um die Tourismuswerbung noch schlagkräftiger zu machen. vk
Wirtschaft & Umwelt
Foto: Helmuth Rier
BRIXEN
Umbau in der Sauna z Ab 4. Juli schwitzen in der Saunawelt der Acquarena keine Saunafreunde, sondern Arbeiter: Innerhalb von zwei Wochen soll nämlich ein neues Dampfbad entstehen und die so genannte „Bluebox“, ein in blaues Licht getauchter Ruheraum, wird umgestaltet. Zudem wird die Wandverkleidung rund um das Relaxbecken ausgetauscht, der Holzboden abgeschliffen und neu lackiert und die Bestuhlung der Saunabar erneuert. Damit die Arbeiten zügig durchgeführt und die Gäste keinen Unannehmlichkeiten ausgesetzt werden, bleibt der ge-
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samte Saunabereich im Zeitraum von 4. bis 19. Juli geschlossen. Sauna-Abonnenten erhalten die verlorenen Tage gutgeschrieben. „Die Stadtwerke Brixen AG als Betreiber der Acquarena ist überzeugt, durch die grundlegende
Der Tourismusverein GitschbergJochtal erzielte vergangenes Jahr bei den Nächtigungen mit insgesamt 154 Vollbelegungstagen einen Zuwachs von 0,23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Destination hatte 2015 mit insgesamt 717.773 Nächtigungen ein sehr gutes Jahr; zudem wurden um 2,62 Prozent mehr Ankünfte gezählt.
Sanierung und Neugestaltung den Wünschen der Stammkunden entgegenzukommen und dank einer rundum attraktiveren Sauna neue Kunden zu gewinnen“, betont Wolfgang Plank, Generaldirektor der Stadtwerke. vk
Müll ist nicht gleich Müll – das haben die Stadtwerke und die Sozialgenossenschaft „WiaNui“ letztes Jahr 580 Schülern der Gemeinden Brixen und Vahrn bewiesen: Bei einem Besuch im Recyclinghof schnupperten die Schüler in die Welt der Wertstoffe, die anschließend bei einem Workshop „upgecycelt“ wurden.
Die Landesregierung hat Mitte Mai die Bauleitplanänderungen im Gewerbegebiet Brixen genehmigt. Der Erweiterung der Produktionsflächen der international tätigen Industriebetriebe duka und Alupress, die für Brixen bedeutende Arbeitgeber sind, steht nun nichts mehr im Wege.
Wie kam es zur Gründung des Klosters Neustift?
Foto: Hannes Ochsenreiter
Erzbischof Konrad setzte 1140 Hartmann als Bischof von Brixen ein – und legte damit den Grundstein zur Entstehung des Klosters in Neustift. Hartmann, der von Augustiner-Chorherren unterrichtet wurde, sollte im Domkapitel wieder für Recht und Ordnung sorgen. Er fürchtete jedoch Gegenwind von Seiten der Domherren. Deshalb entschied er sich dazu, den Augustiner-Chorherrenstift in Neustift zu gründen und dort den Klerikern als gutes Beispiel voranzugehen. Der bischöfliche Verwaltungsbeamte Reginbert von Säben und dessen Gattin Christina unterstützten Hartmann großzügig und stellten ihr gesamtes Hab und Gut für den Bau des Klosters zur Verfügung. Dies geschah wohl, weil sich Reginbert am Tode seines vierjährigen Sohnes Ulrich mitschuldig fühlte: Kurz bevor der Junge starb, soll Reginbert gesagt haben, er würde sein Kind lieber tot sehen als in einer Todsünde. Das Deckenfresko am Eingang der Stiftskirche Maria Gnaden, gemalt um 1740 von Matthäus Günther, zeigt Bischof Hartmann auf dem Bischofstuhl, der vor Reginbert und Christina den Plan des Klosters entfaltet. Zu ihren Füßen liegt der tote vierjährige Sohn.
Anregungen: redaktion@brixner.info
mit eigener Tischlerei
Foto: Matthias Gasser
STADTGEHEIMNISSE
BRIXEN
Soliman träumt weiter z 55.000 Besucher lockte der erste Teil der Musik- und Lichtshow „Solimans Traum“ im letzten Winter in die Brixner Hofburg – ein beachtlicher Erfolg, den sich die Organisatoren nicht zu träumen gewagt hatten. Die anfängliche Skepsis verwandelte sich alsbald in fieberhaften Enthusiasmus und motivierte zu neuen Schritten: Einer davon ist der zweite Teil der Soliman-Geschichte, deren Verwirklichung bereits auf Hochtouren läuft. Kreiert wird die Geschichte wiederum von der französischen Firma „Spectaculaires“, die wiederholende Elemente und einige neue Episoden – mittendrin auch heimische Zutaten vom Brixner Künstler Harald Kastlunger und der Komponistin Manuela Kerer – verarbeitet. „Viel möchten wir heute noch nicht verraten“, erklärt Werner Zanotti, Direktor der Brixen Tourismus Genossenschaft, „diese Show benötigt einen Überraschungseffekt, den wir mit etwas Geheimnistuerei auch bewahren.“ Soviel vorab: Der grafische Auftritt von „Soliman
2“ bleibt nahezu unverändert, so wie auch die Preise, die mit 10 Euro für Erwachsene von Dienstag bis Sonntag und 6 Euro am Montag – Kinder bis zwölf Jahre zahlen nicht – recht günstig sind. Neu ist der Zeitraum, der sich um einige Tage verlängert: Vom 24. November bis 8. Jänner träumt Soliman ganze 44 Tage für drei Mal 25 Minuten in der Brixner Hofburg, jeweils um 17:30, 18:30 und 19:30 Uhr. Am Wochenende ist eine vierte Aufführung um 20:30 Uhr geplant. Der touristische, wirtschaftliche und kulturelle Erfolg der Lichtshow – so die Organisatoren – soll auch heuer wiederholt werden. „Ziel wäre es auch, ein Soliman-Weihnachtspaket zu schnüren, um damit mehr Übernachtungen zu generieren“, wünscht sich Markus Huber, Präsident der Brixner Tourismusgenossenschaft. Der Präsident der Hofburg, Josef Gelmi, träumt hingegen davon, die 60.000erBesuchermarke zu knacken – nun ja, wenn Soliman träumt, dürfen das die Organisatoren auch. eh
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Foto: O skar Zi ngerle
Wirtschaft & Umwelt
ller Stefan Pri tisani und Luca Can
Firmeninhaber Ma rius Heinze
Einladende Bäderwelt
EVENT
Die neue Bäderausstellung von Sanitär-Heinze im Industriegebiet von Brixen wurde kürzlich eröffnet und lädt nun zum Reinschauen und sich inspirieren lassen. Nach intensiven Bauarbeiten öffnete Sanitär-Heinze Mitte Mai die Tore seiner Brixner Vertriebsniederlassung im Industriegebiet; am 20. Mai erfolgte die offizielle Eröffnung in zwangloser Atmosphäre. Über 250 Gäste hatten sich angemeldet, darunter Badhersteller, Fachinstallateure und Kunden, die die Gelegenheit nutzten, um die Bäderausstellung zu besichtigen und in geselligem Beisammensein miteinander zu fachsimpeln und sich auszutauschen. Firmeninhaber Marius Heinze war aus Deutschland angereist, um der 24. Niederlassung und zugleich dem zweiten Standort von Sanitär-Heinze in Südtirol einen erfolgreichen Start zu wünschen. „Unser Einzugsgebiet erstreckt sich von Deutschlands Norden bis nach Südtirol – dies entspricht einer Reichweite von knapp 1.200 Kilometern. Unser Firmensitz liegt in Bayern, und so war es für uns ein logischer Schritt, unsere Tätigkeit nach Südtirol auszudehnen“, erklärt Marius Heinze. Sanitär-Heinze, deutscher Fachgroßhändler für Bad, Heizung und
Haustechnik, ist seit 2010 in Südtirol tätig, die erste Niederlassung wurde 2012 in Bozen eröffnet. „Die starke Nachfrage nach unseren Badgestaltungslösungen hat uns dazu bewogen, eine zweite Südtiroler Niederlassung mit eigener Bäderausstellung anzustreben. Für den Standort Brixen sprachen die strategisch gute Lage und das große Einzugsgebiet, aber auch die Immobilie, bei der einfach alles stimmte.“ Dass die Entscheidung richtig gewesen war, bewies das einhellig positive Feedback der Gäste. Die Brixner Vertriebsniederlassung mit Bäderausstellung präsentiert sich mit großzügiger Glasfront und freiem Blick ins Grüne, industriellem Chic mit hoher Decke und übersichtlicher, offener Raumaufteilung. „Entgegen dem branchenüblichen Usus, möglichst viele Ausstellungsbäder auf kleinster Fläche unterzubringen, haben wir bewusst einen anderen Weg eingeschlagen; nach dem Grundsatz ‚Weniger ist mehr’ haben wir eine überschaubare Zahl an Bad-
Alexander Thalman und Paolo Detassis
Mitarbeiter der Firma Josef Blasbichler
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kojen eingerichtet und diese so attraktiv wie möglich gestaltet“, erklärt Luca Cantisani, Leiter der beiden Südtiroler Niederlassungen von Sanitär-Heinze. Auf knapp 1.000 Quadratmetern finden sich etwa 40 geräumige Ausstellungsbäder, ein weitläufiger Rundgang mit großzügigen Sitzgelegenheiten führt durch die Ausstellung. „Positive Rückmeldungen gab es auch schon von den ersten Kunden“, so Cantisani weiter, „viele zeigen sich angenehm überrascht vom einladenden Ambiente und schätzen die Beratung und Unterstützung bei der Auswahl in entspannter Atmosphäre.“
Stefan Priller, Leiter der Bäderausstellung von Sanitär-Heinze in Brixen
Bürgermeister Peter Brunner im Gespräch mit Stefan Priller
Kurt Peintner und ein Mitarbeiter von Peintner Fliesen
Dietmar Sabo und Rainer Habermann
Sanitär-Heinze GmbH Julius-Durst-Straße 32 – Brixen Tel. 0472 975800 Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9-12 und 14-18 Uhr Sa. 9-12 Uhr
Luca Cantisani und Sergio Occhi
NACHGEFRAGT
„Platz eins für Kerner aus Tschötsch“ RICHARD TAUBER, Hobbyweinbauer aus Tschötsch, über seinen Kerner, mit dem er bei der 18. Landesweinverkostung der Südtiroler Bauernjugend den ersten Platz in der Kategorie „aromatische Weißweine“ belegte. Ihr Geheimnis? Viel Freude und Fleiß. Dieses Traumergebnis motiviert mich, meinen Weg weiterzugehen, denn schließlich habe ich mich erst vor zwei Jahren dem Weinbau verschrieben. Eigentlich komme ich ja aus der Milchwirtschaft und habe mich von Beruf her mit der ganzen Philosophie der Milch beschäftigt. Käse und Wein passen zwar gut zusammen, aber es stecken verschiedene Verarbeitungstechnologien dahinter, wobei mir meine Grundausbildung und mein Fachwissen der Milchwirtschaft auch viele Vorteile im Weinsektor bringen – gerade bei der Gärung und den verschiedenen Prozessen.
Länger unterwegs z Auf Initiative der Gemeinde Vahrn wird die Bezirksgemeinschaft Eisacktal an den Sommerwochenenden einen erweiterten Citybusdienst anbieten: Von 15. Juni bis 1. Oktober wird die Linie 2 (Neustift/Milland) donnerstags, freitags und samstags bis kurz vor Mitternacht verkehren. Die Linie 1 (Vahrn/Albeins) ist am 7., 14., 21. und 28. Juli sowie am 4. August (also den Donnerstagen, an denen die „Sommeremotionen“ stattfinden) bis 1 Uhr unterwegs, ebenso die Linien 1 und 2 (Brixen/Seiserleite) während des Altstadtfestes vom 26. bis 28. August. Über die Dauer beider Veranstaltungen wird außerdem um 1.10 Uhr ein Nachtbus (Nightliner) vom Busbahnhof in Richtung Elvas-Natz, Feldthurns-Latzfons und St. Andrä-Afers abfahren; während des Altstadtfestes zusätzlich am Freitag und Samstag nach Lüsen. Das erweiterte Citybus-Angebot ist ein Pilotprojekt, das in den nächsten Jahren fortgeführt werden könnte, sofern
veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Foto: Oskar Zingerle
VAHRN / BRIXEN
Was ist das Ziel dieses Wettbewerbs? Ziel ist, die Weinqualität der Selbsteinkellerer, also der Hobbyweinbauern, zu heben und durch die Verkostung auf Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen. Die Jury bestätigt jedes Jahr, dass die Qualität kontinuierlich verbessert wird. Bei Bezirksweinverkostungen werden im Vorfeld jene Weine ermittelt, die zur Landesweinverkostung nach Bozen kommen. Dort werden sie von einer Fachjury geprüft und prämiert.
Foto: Oskar Zingerle
Herr Tauber, was hat Tschötsch in sich, das Ihren Kerner so aromatisch macht? Tschötsch beziehungsweise der Pfeffersberg ist seit jeher bekannt als gute Lage für den Weinbau. Zu dem guten Ergebnis bei der Landesweinverkostung haben aber auch die gute Traubenqualität, ein gutes Händchen im Keller und eine Portion Glück beigetragen. Mein Kerner hat sich sogar gegen den Gewürztraminer, den typischen aromatischen Weißwein, durchgesetzt. Den dritten Platz in dieser Kategorie belegt übrigens ein Riesling – ebenfalls aus Tschötsch.
BRIXEN / PLOSE
Trametschlift abgebaut z Die Plose Ski AG hatte den Abbau des Trametschliftes auf der Plose mehrfach angekündigt, aber die Brixner Skifahrer haben doch insgeheim gehofft, dass es nur bei der Ankündigung bleiben würde. Nun wurden sie eines Besseren belehrt: Vor wenigen
Tagen wurde der Trametschlift abgebaut, weil die Wirtschaftlichkeit dieses Liftes nicht gegeben war. Die Aushubarbeiten für die Errichtung des neuen Pfannspitzliftes hingegen haben bereits begonnen; Anfang Dezember soll er in Betrieb gehen. wv
der Dienst ausreichend genutzt wird. Die Kosten belaufen sich auf 29.000 Euro. Man rechnet mit Einnahmen aus dem Verkauf von Fahrkarten in der Höhe von 7.000 Euro. Den verbleibenden Differenzbetrag finanziert zur Hälfte das Landesamt für Mobilität, den Rest zu je einem Drittel die Gemeinden Vahrn und Brixen sowie die nutznießenden Veranstalter und der Tourismusverein. Tickets sind direkt im Bus erhältlich und kosten 3 Euro für eine einfache Fahrt, 5 Euro für die Nachtkarte. Der Citybusdienst wurde vor elf Jahren eingeführt und zählt inzwischen rund eine Million Fahrgäste pro Jahr. oz 59
PRIVATBRENNEREI UNTERTHURNER
Qualitätsbetriebe
Fruchtdestillat mit Kultcharakter
Extra
„Carina®“, die deliziöse Kultspirituose von der Privatbrennerei Unterthurner aus Marling, steht für lieblich-eleganten Trinkgenuss.
Die drei neuen Destillate der Privatbrennerei Unterthurner Bereits vor über 60 Jahren hat im Hause Unterthurner erstmals eine Carina eine wichtige Rolle gespielt: An einem lauen Sommerabend in den späten 1940er-Jahren begegnete der Firmengründer Ignaz Unterthurner auf einem Musikkonzert in Meran einer bildhübschen
jungen Frau namens Carina. Es war so etwas wie „Liebe auf den ersten Blick“, und beiden stand ein vergnügter Sommer bevor. Das Schicksal wollte es, dass ihre abenteuerliche und fröhliche Zeit, die sie zusammen verbrachten, nach ein paar Monaten allmählich
zu Ende ging. Im Herzen jedoch trug Ignaz Unterthurner, leidenschaftlicher Schnapsbrenner und Musiker, die bezaubernde Brünette weiterhin mit sich. Noch viele Jahre später erwähnte er bei Erzählungen aus seinem Leben den Namen Carina mit einem Lächeln im Gesicht. „Für uns ein guter Grund, nach über einem halben Jahrhundert eine liebliche, edle Spirituose mit Kultcharakter ‚Carina’ zu nennen”, so Stephan Unterthurner, Junior und Geschäftsführer des Hauses. Und so präsentiert Unterthurner ein Fruchtdestillat mit Kultcharakter, in drei lieblichen Geschmacksnoten: „Carina Erdbeere“, „Carina Pfirsich“ und „Carina Birne“. Mit dem vollen Geschmack süßer aro-
matischer Erdbeeren ist „Carina Erdbeere“ ein idealer Abschlusstrunk nach dem Dessert. „Carina Pfirsich“ mit der ihr eigenen lieblichen Note des reifen Pfirsichs eignet sich zum puren Genuss wie auch zu hellen Fleisch- und Fischspeisen, während „Carina Birne“ mit dem Duft reifer Williams-Birnen als idealer Begleiter zu Käse und als krönender Abschluss nach einem feinen Gericht begeistert. Die lieblich-fruchtigen Kultspirituosen „Carina®“ eignen sich aber auch für raffinierte Mixgetränke, zum Beispiel kombiniert mit Prosecco oder Ginger Ale.
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Inspiriert von dem Kultsofa „La Bocca , eine Hommage an den berühmten surrealistischen Künstler Salvador Dalí, kreierte die Privatbrennerei Unterthurner einmal mehr etwas ganz Besonderes: CARINA® , eine Edelspirituose mit Kultcharakter.
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Eine laue Nacht, man sitzt mit Freunden im Freien, das Feuer knistert und der würzige Geruch von frisch Gegrilltem zieht durch Nase und Gaumen: Wenn die Grillgeräte wieder im Freien zum Einsatz kommen, dann ist endlich Sommer. Passend dazu bietet die Metzgerei & Feinkost G. Siebenförcher in der Altenmarktgasse in Brixen viele leckere Grillspezialitäten: zarte Steaks, knackige Würstchen, zarte Rippelen, saftige Schnitzel oder bunte Spießchen. Ob man das Grillfleisch bereits fertig mariniert wünscht oder es doch lieber selbst würzt, kann direkt an der Theke entschieden werden. Und auch, ob man noch gleich köstliche Grillbeilagen mitnehmen möchte, die laufend frisch zubereitet werden. So wird das Grillen zum unkomplizierten Vergnügen!
Leckeres Vergnügen
Knackige Würstchen, saftige Steaks, leckere Rippelen, Huhn oder Truthahn, natur oder köstlich mariniert. Unser vielfältiges Sortiment lässt keine Wünsche offen und bietet Abwechslung für jeden Geschmack. Brixen . Altenmarktgasse 22 Tel. 0472 835 681 www.siebenfoercher.it
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DOLOMITI SPORTCLINIC
Qualitätsbetriebe
Perfekt betreut in der Dolomiti Sportclinic
Extra
Schnell wieder in Bewegung kommen, den Berufsalltag aufnehmen und den Lieblingssport wieder betreiben können – dies ist der Wunsch der Patienten nach einem Unfall oder bei anhaltenden Beschwerden. Die private Dolomiti Sportclinic in St. Ulrich ist die bevorzugte Adresse, um dieses Ziel zu erreichen.
Die Dolomiti Sportclinic in St. Ulrich in Gröden ist die erste Privatklinik in den Dolomiten. Sie ist auf Orthopädie, Sporttraumatologie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Physiotherapie spezialisiert. Kurze Wartezeiten, eine professionelle Beratung und Behandlung am selben Tag durch ein spezialisiertes Ärzteteam machen die Dolomiti Sportclinic zur bevorzugten Adresse – nicht nur bei Unfällen.
Ab Juli neu mit dabei im Ärzteteam. Bis vor kurzem war er noch
Primar im Krankenhaus Bruneck, ab Juli ist er Belegarzt in der Dolomiti Sportclinic: Dr. Ernst Demetz. Mit ihm hat die Dolomiti Sportclinic nun einen Experten auch in den Bereichen Hüft- und Knieprothetik gewonnen. Nach seinem Medizinstudium an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck absolvierte Ernst Demetz seine Facharztausbildung am Krankenhaus in Trient, Padua, Brixen und Bruneck und besuchte verschiedene Fortbildungskurse auf internationalem Terrain.
Nach mehreren Jahren als Oberarzt trat er schließlich 2008 die Stelle als Primar der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am Krankenhaus Bruneck an. Über die Jahre hinweg hat sich Ernst Demetz eine fundierte Expertise in der Knie- und Hüftprothetik angeeignet; fachübergreifend war er aber während seiner gesamten Laufbahn in allen Bereichen der Orthopädie und Traumatologie tätig und ist als Arzt hierzulande und darüber hinaus sehr beliebt. Nachdem er Mitte
Mai in Pension gegangen ist, kehrt der gebürtige Grödner nun zu seinen Wurzeln zurück und nimmt nach einer kurzen Verschnaufpause wieder seine Tätigkeit als Arzt auf. Ab Juli bietet er Beratungen und Behandlungen in der Sportklinik in St. Ulrich an. Sein Kernbereich, der in den nächsten Jahren in St. Ulrich noch weiter ausgebaut werden soll, ist die Prothetik.
Orthopädie & Traumatologie
Sportmedizin
Top versorgt auf top Niveau -an einem Ort, in einem Tag
DOLOMITI SPORTCLINIC
Physiotherapie
Privatklinik in St. Ulrich Ambulatorium in Bozen Hotline: 0471 086 000 www.dolomiti-sportclinic.com
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Qualität als Credo
MADER
Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit und Flexibilität – diese vier Werte hat sich das Unternehmen Mader nicht nur in Form von vier roten Punkten auf die Fahne geschrieben: Qualität ist das Credo und Zufriedenheit die Mission.
„Qualität zu liefern ist unser oberstes Gebot“, verrät Thaddäus Mader, Gesellschafter und Filialleiter. Dies ist zwar kein Firmengeheimnis, aber dennoch mit ein Grund, warum Mader trotz Krise wächst. Vor drei Jahren haben die Mitarbeiter an mehreren Workshops, geleitet von kompetenten Referenten, jene Werte ermittelt, die das Unternehmen Mader ausmachen. Herausgekommen sind: Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit und Flexibilität – und alle laufen auf denselben Nenner, die Qualität, hinaus. „Wir legen großen Wert auf die Qualifizierung der Mitarbeiter und auf die Arbeit, die sie liefern.
Nur so können wir eine hohe Kundenzufriedenheit erreichen“, beschreibt der Geschäftsführer Herbert Gamper.
Mission Zufriedenheit. Doch
nur zufriedene Mitarbeiter haben auch zufriedene Kunden. Und deshalb spielt die Personalführung bei Mader eine große Rolle – „und das spüren die Mitarbeiter auch“, freut sich Gamper, der ebenfalls für die Personalführung zuständig ist. „Ich führe einmal pro Jahr mit jedem Mitarbeiter ein Gespräch, und unterm Jahr halten wir Mitarbeiterversammlungen ab. Denn: Information ist auch Motivation. Wenn die Arbeiter wissen, in welche Rich-
tung sich die Firma bewegt, können sie auch entsprechend am Ziel mitarbeiten.“ Qualitativ hochwertige Arbeit setzt selbstredend gut ausgebildete Fachkräfte voraus. Mader setzt deshalb einerseits auf Zweierteams, bestehend aus einem Vor- und einem Mitarbeiter, die zu den Kunden ausrücken, andererseits auf die Ausbildung von Lehrlingen. „Derzeit haben wir 20 Lehrlinge im Betrieb“, so Gamper.
Installation und mehr. Mader
trotzt eindeutig der Krise: Seine Anfänge hatte das Unternehmen in Sterzing als kleiner Hydraulikbetrieb, 2010 kam die Filiale
in Vahrn in der Konrad-LechnerStraße 7 dazu, und vor wenigen Monaten wurde in Bruneck eine weitere Filiale, die sich dem Elektrobereich widmet, eröffnet. In den letzten eineinhalb Jahren ist die Mitarbeiterzahl von 80 auf 145 gestiegen; das Umsatzvolumen, das zu 80 Prozent in Südtirol erwirtschaftet wird, liegt bei rund 20 Millionen Euro. „Und wir gehen in Richtung Komplett anbieter, indem wir die drei großen Arbeitsbereiche am Bau – Hydraulikerarbeiten, Elektroinstallationen und die Arbeit der Baufirma – abdecken“, erklärt Thaddäus Mader.
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CAFÉ-EISDIELE CB
Qualitätsbetriebe
Leckeres zum Dahinschmelzen
Extra
Die Eisdiele CB in Klausen feiert ihr 35-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums verraten die Firmengründer Carlo Bonaventura und Karin Fössinger, was CB’s hausgemachte Eisspezialitäten so begehrenswert macht.
Lidia Smentina, Carlo Bonaventura, Karin Fössinger, Larisa Friniuc – das Gründer- und Führungsteam von CB Die Eisdiele CB zählt viele Stammkunden aus nah und fern. Die seit Jahren und Jahrzehnten treuen Kunden schwören auf den ganz besonderen Eisgenuss, der sie oftmals eigens nach Klausen führt und sie auch in den Wintermonaten nicht von ihrem eiskalten Schleckvergnügen abhält. Das Ehepaar Carlo Bonaventura und Karin Fössinger schreibt den großen Erfolg der im Jahr 1981 gemeinsam gegründeten Eisdiele mehreren Faktoren zu: Zum einen haben sie mit der Eisdiele CB den Jugendlichen, für die es damals kaum Treffpunkte ohne Alkoholausschank gab, eine Alternative geboten, und zum an-
deren verwenden sie ausschließlich natürliche Rohstoffe bei der Speiseeisherstellung. Von Anfang an legten sie Wert darauf, dass nur Rohstoffe bester Qualität in ihr Speiseeis kommen, denn „wenn man nix Guats einituat, kånn a nix Guats außerkemmen“, erklärt Karin Fössinger. Und so ließen sie bei der Zutatenauswahl seit jeher größte Sorgfalt walten – beispielsweise, indem sie Milch, Sahne und Joghurt aus regionaler Herstellung vom nah gelegenen Milchhof Brixen und bei Bedarf täglich beziehen und ausschließlich frische Eier verwenden. Im Jahr 1986 übersiedelte die Eisdiele von ihrem ursprünglichen Standort auf der Frag in die eigene
Über 30 kreative Eisbecher auf der Eiskarte wetteifern um die Gunst des Kunden, wobei der Spaghettieisbecher seit eh und je zum ungeschlagenen Favoriten der Eisdiele CB zählt 64
Das Eissortiment von CB besteht aus 24 Eissorten: 12 verschiedene Fruchteis- und 12 Cremeeissorten, fünf davon sind laktosefrei Struktur an der gegenüberliegenden Straßenseite. 1992 wurde die Speiseeisherstellung unter erarbeiteten Kriterien als eigenständiges Handwerk vom Landesverband der Handwerker anerkannt, und Karin Fössinger stand dieser Zunft zehn Jahre lang als Präsidentin vor. 1994 erlangten Karin und Carlo den Meisterbrief und sind seither Mitglied der Meisterprüfungskommission. Als nach 30 Jahren die Frage der Betriebsnachfolge aktuell wurde, konnte diese mit dem Einstieg von Lidia Smentina und Tochter Larisa Friniuc noch im selben Jahr gelöst werden. Karin Fössinger zog sich damit aus der Führung zurück, legt in der Eisdiele aber weiterhin bei Bedarf noch Hand an. Carlo Bonaventura steht den beiden neuen Mitgesellschafterinnen als Seniorpartner tatkräftig zur Seite und erleichtert so den sanften Übergang in die künftige Führung.
info Jubiläumsfeier am 8. Juli ab 17 Uhr: „35 Jahre sind eine lange Zeit, und das soll gebührend gefeiert werden: Dazu laden wir alle am Freitag, 8. Juli, ab 17 Uhr herzlich zu einer kleinen Feier ins CB. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Siamo lieti di invitare tutti cordialmente il giorno venerdì, 8 luglio, dalle ore 17 a una piccola festa per l’anniversario di 35 anni CB!“
Eisdiele CB Auf der Frag 6 – 39043 Klausen Tel. 0472 847288 Von Ende Jänner bis Allerheiligen täglich von 9 bis 24 Uhr geöffnet, Montag Ruhetag
BRIMI – MILCHHOF BRIXEN
Martin Mair ist seit April Geschäftsführer der Brimi. Im Interview erklärt er, welchen Herausforderungen er sich stellen muss und wo er den Fokus für die Brimi setzen wird.
Martin Mair, Geschäftsführer der Brimi Herr Mair, seit einigen Wochen sind Sie nun im Amt. Haben Sie sich gut eingelebt? MARTIN MAIR: Ja, das habe ich. Die neue Aufgabe ist anspruchsvoll, aber auch sehr interessant. Zudem erhalte ich von allen Seiten viel Unterstützung – sei es vom Team wie von den Funktionären, vom Obmann und natürlich auch von meinem Vorgänger, Willi Tauber. Ich stelle mich damit sehr gerne der neuen Aufgabe und Herausforderung. Sie sind bereits seit 2008 in der Brimi für Verkauf und Logistik verantwortlich. Sehen Sie einen Vorteil in der betriebsinternen Nachbesetzung? Ja, aus meiner Sicht bringt die betriebsinterne Nachbesetzung Vorteile, da ich bestimmte Zusammenhänge bereits kenne und im hartumkämpften Wettbewerbsumfeld der Milchwirtschaft die Marktsicht noch weiter ins Unternehmen einbauen kann. In welchen Bereichen sehen Sie Handlungsbedarf? Willi Tauber hat ein gut funktionierendes und erfolgreiches Unternehmen übergeben, in dem keine Revolution nötig ist, sondern eine Weiterentwicklung – eine Evolution also. Ich werde auf dem
Man nehme:
2 × 200 g Brimi Mozzarella Fior di Latte ... w13-designkultur.com
„Marktposition weiter stärken“
Sommerlicher Zucchinisalat
aufbauen, was gut ist, und optimieren, wo Veränderungen sinnvoll sind. Der Weg, der bereits vor Jahren eingeschlagen wurde, wird weitergeführt. Drei Themen werde ich in naher Zukunft angehen: Erstens wollen wir die Marktpositionierung der Brimi-Produkte, die 2013 begonnen wurde, weiter stärken; zum Zweiten werden wir verstärkt auf Effizienz setzen und uns technologisch auf dem aktuellen Stand halten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der dritte Punkt betrifft unsere Mitarbeiter: Brimi-Mitarbeiter sollen gefördert werden und sich im und für das Unternehmen weiterentwickeln. Das Bilanz-Ergebnis des letzten Jahres kann sich sehen lassen. Wird sich die Abschaffung der Milchquoten kurz- oder mittelfristig auf die Brimi auswirken? Derzeit gibt es sehr viel Milch auf dem Markt. Das hat allerdings nicht nur mit der Abschaffung der Quoten zu tun: Das Importverbot von Milchprodukten in Russland und der asiatische Markt, der nicht wie erwartet angezogen hat, haben die Krise in der Milchwirtschaft verstärkt. Hinzu kommt die abflauende Kaufkraft im arabischen Raum. Wir sind zwar nicht direkt von diesen Problemen betroffen, aber die Länder, die bisher auf diese Märkte setzten, versuchen jetzt verstärkt, in unsere Märkte einzudringen. Wir müssen uns deshalb differenzieren. Das tun wir, indem wir ausschließlich auf Südtiroler Milch setzen. Damit schaffen wir eine klare Positionierung und eine Abgrenzung zu Mitbewerbern. Zudem besetzen wir verstärkt Nischenmärkte, wie mit unserer Bio-Linie und unseren laktosefreien Produkten und setzen auf die Weiterentwicklung unseres Kernsortiments und auf Innovation.
Südtirol
... 4 Zucchini, Steinsalz, 1 milde Zitrone, 1–2 EL grüne Pfefferkörner, 8 EL Olivenöl, 2 EL weißer Aceto Balsamico, etwas Bergblütenhonig, 4 Minzestengel mit Blüten, Borretsch- und Vergissmeinnichtblüten für die Deko. Zucchini putzen und längs fein aufschneiden. Auf Tellern anrichten und salzen. Von der Zitronenschale Streifen abschneiden. Zitrone schälen und weiße Haut entfernen. Filets herausschneiden, Rest auspressen. Saft, Pfefferkörner, Olivenöl und Essig verrühren und salzen. Mit Honig süßen. Minzeblätter und Blüten abzupfen. Mozzarella Fior di Latte in die Mitte der Zucchinistreifen setzen und halbieren. Zitronenfilets, Minzeblätter und Blüten darüber streuen. Mit Vinaigrette beträufeln. (Gericht für 4 Personen)
www.brimi.it
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PROGRESS GROUP
Qualitätsbetriebe
Erfolgreich neue Lösungen umsetzen
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Seit über 50 Jahren liefert das Brixner Unternehmen „progress Maschinen & Automation“, Teil der PROGRESS GROUP, individuell gefertigte Maschinen und Anlagen an Kunden – weltweit! Die Erfolge und der Aufstieg zu einem der Marktführer in der Branche sind der Begeisterung für technische Abläufe und dem Teamund Erfindergeist seiner Mitarbeiter zu verdanken.
Quantensprung im Vergleich zur bis noch vor kurzem gängigen Standardproduktion.
Reisefreudigkeit und Teamfähigkeit. Als Schnittstelle zwischen
Programmierer Philipp Priller und Monteur Benjamin Mair „Die Kunden schätzen insbesondere unsere Schnelligkeit und Verlässlichkeit“, beschreibt Philipp Priller, der 2013 sein Studium an der TFO Informatik abschloss und heute zum Team der Programmierer gehört, wo er für die Programmierung von Software für die Maschinensteuerung zuständig ist. „Wir versuchen in Brixen die Software soweit einzustellen, dass wir die Monteure vor Ort beim Kunden bei der Inbetriebnahme der Maschinen über Fernwartung unterstützen können. Ab und zu bin ich selbst vor Ort. Meist handelt es sich dabei um Aufgaben, die mit Fernwartung
PROGRESS GROUP Julius-Durst-Straße 100 39042 Brixen www.progress-group.info 66
nicht lösbar sind“, erklärt der Neustifter. So war es auch bei der Lieferung und Installation zweier Anlagen der Gitterträger-Schweißanlage VGA Versa an das schwedische Unternehmen Thomas Betong in Göteborg. „Ich war dort verantwortlich für die Softwareentwicklung und Inbetriebnahme. Logisches Denken, technisches
Verständnis und Durchhaltevermögen zählen zu meinen Stärken. Jeder Prototyp muss auf Anhieb arbeiten“, sagt er selbstbewusst. Die VGA Versa ist das beste Beispiel für eine Hightech-Anlage, denn sie produziert Gitterträger nach auftragsbezogenen Vorgaben: flexibel und just-in-time. Damit spart der Kunde Zeit, und es gibt keinen Verschnitt. Ein
Kunden und Unternehmen sieht sich Benjamin Mair aus Tiers, der seit über vier Jahren als Monteur bei „progress Maschinen & Automation“ tätig ist. Er schätzt die Möglichkeit, selbständig arbeiten und sich in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel als Elektriker und Schlosser, einbringen zu können. „Ich war zwei Wochen lang beim schwedischen Kunden Thomas Betong in Göteborg und habe im Team mit anderen Fachkräften die Gitterträger-Schweißanlage VGA Versa in Betrieb genommen. Mittlerweile darf ich mich als Versa-Spezialist bezeichnen“, lacht er. „Ich versuche immer, eine gute Beziehung zum Kunden aufzubauen und passe mich gerne an. Wegen der fremden Sprache und Kultur ist das nicht immer einfach. In Schweden bin ich in meiner Freizeit herumgereist und habe mein Englisch aufgebessert. Allgemein achte ich darauf, dass wir als Unternehmen einen guten Eindruck machen“, fügt er hinzu.
Weltweit auf Wachstumskurs.
Hightech: Gitterträger-Schweißanlage VGA Versa
„progress Maschinen & Automation“ konnte in den letzten Jahren bedeutende Aufträge abschließen und Großprojekte umsetzen. So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr 142 Maschinen und Anlagen in die gesamte Welt und im Speziellen nach Mittel-, West- und Nordeuropa geliefert. Zunehmende Nachfrage kommt inzwischen auch vom südostasiatischen Raum und von Australien.
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Unser Team ist technologiebegeistert, lebt
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Innovationen und setzt Spitzenlösungen um –
teilindustrie. Vom Hauptsitz in Brixen aus werden
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Qualität, die schmeckt Warum die Produkte von Bergmilch Südtirol so lecker sind, liegt vor allem an ihrem Hauptrohstoff, der Milch. Denn für Produkte von mila wird ausschließlich Milch aus Südtirol verwendet, die von kleinen Bergbauernhöfen mit durchschnittlich zwölf Kühen stammt. Beste Rohmilchqualität sowie eine frische und schonende Verarbeitung sorgen für den vollen Geschmack von mila.
Ob im Supermarkt, in der Bäckerei oder im Tante-Emma-Laden um die Ecke: Wer vor den Regalen der Milchprodukte steht, kommt nicht umhin, die Produktvielfalt von mila zu bestaunen: Von Frischmilch und H-Milch, Butter und Sahne, Joghurt in allen Geschmacksrichtungen über eine große Käseauswahl bis hin zu laktosefreien Milchprodukten reicht das Sortiment. Allen Produkten von mila gemeinsam ist ein vollmundiges Geschmackserlebnis, das vor allem auf die Verwendung reinster Südtiroler Bergmilch zurückzuführen ist. Die Rohmilch wird bei den Mitgliedsbauern täglich eingesammelt und in den Milchhof nach Bozen oder Bruneck geliefert; dort wird sie unverzüglich pasteurisiert, verarbeitet und konfektioniert, sodass die ersten Milchprodukte bereits 24 Stunden später in die Verkaufsregale gelangen. Gerade die kurzen Transportwege und die unverzügliche Verarbeitung machen es möglich, dass sich die pasteurisierte Frischmilch von mila ihren vollen Milchgeschmack bewahrt.
meist kleine Bergbauernbetriebe mit durchschnittlich zwölf Milchkühen – und sichern damit eine ausreichende Rohmilchversorgung für die Produktion.
Extra
Qualitätsbetriebe
MILA – BERGMILCH SÜDTIROL
Die „Nachtfalken“ von mila.
Damit die Regale in den Geschäften bereits frühmorgens mit Produkten von mila gefüllt sind, starten die Nachtfalken und Verkaufsfahrer bereits in aller Früh ihre Zustelltour. Im Bild: mila-Fahrer Egon Kargruber Zeitpunkt in die Regale der Lebensmittelgeschäfte gelangen, bedarf es einer ausgeklügelten Logistik und fortlaufender Pro-
duktion. 31 Milchsammelwagenfahrer holen täglich, 365 Tage im Jahr, die Milch bei den 2.700 Südtiroler Mitgliedsbauern – zu-
Ausgeklügelte Logistik und Produktion. Damit Milch, Joghurt und Käse zum frühestmöglichen
Damit die Auslieferung wie am Schnürchen läuft und die Frischmilch von mila jeden Tag bereits um 6 Uhr in die Läden gelangt, beginnt der Arbeitstag für die „Nachtfalken“, wie die Milchausfahrer bei Bergmilch Südtirol bezeichnet werden, kurz nach Mitternacht. Dann lassen sie die Motoren ihrer voll bestückten Lkws an und starten ihre Zustelltour von Geschäft zu Geschäft, von Bäckerei zu Metzgerei, von Tante-Emma-Laden zu Lebensmittelgroßmarkt. Haben die Nachtfalken von mila ihre Nachtschicht fast beendet, starten die Kollegen vom Team der Verkaufsfahrer, nun mit dem gesamten Produktsortiment von mila, ihre frühmorgendliche Zustelltour und stehen den Kunden bei der Auswahl beratend zur Seite. Gerade die Unterstützung bei der Sortimentzusammenstellung wird gerne in Anspruch genommen, denn mit über 17 Käsesorten ist Bergmilch Südtirol nicht nur Milch- und Joghurtproduzent, sondern auch ein bedeutender Käsehersteller in Südtirol.
Netzwerk und Marketing. Das www.mila.it Find us on Facebook, Instagram, Twitter
Nur im Sommer als „Limited Edition“ erhältlich: fruchtig-frische neue Joghurtsorten von mila (Holunderblüten-Limette und Mango-Maracuja-Kiwi) 68
vielfältige Produktsortiment von mila erfordert laufende Produktentwicklung sowie intensive Marktbetreuung. Oberstes Ziel ist eine erfolgreiche Markttätigkeit, geprägt von dauerhaften Kundenbeziehungen. mila ist zudem im Online-Bereich sehr aktiv, unter anderem mit eigenem Suchmotor für „Urlaub auf dem Bauernhof“Mitgliedsbetriebe auf der neu gestalteten Homepage.
HYPO TIROL BANK
Gut beraten Baugrund, Wohnung oder Haus? Bei der Hypo Tirol Bank profitieren alle, die ihr Eigenheim schaffen oder sanieren möchten, von einer erstklassigen Beratung, einem fundierten Markt-Know-how und nicht zuletzt von maßgeschneiderten Produkten.
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Das klare Bekenntnis zur Region schafft Nähe, Vertrauen und Sicherheit. Wir sind der starke Veranlagungs- und Finanzierungspartner für die Südtiroler Wirtschaft und Bevölkerung. Ein Partner, auf den sie sich verlassen können. Zu hundert Prozent.
Die Brixner Geschäftsstelle der Hypo Tirol Bank in der Stadelgasse 12/B Der Kauf oder Bau einer Immobilie bedeutet für viele Menschen Schaffung von Lebensqualität über Jahrzehnte. Es ist wichtig, sich bereits vorab über die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten im Klaren zu sein und überhastete Entscheidungen zu vermeiden. Für Bauherren und natürlich auch Baufrauen gibt es ohnehin schon genug zu bedenken. Da ist es ein gutes Gefühl, den eigenen Wohntraum auf einem soliden finanziellen Fundament gebaut zu wissen. Die Wohnbauspezialisten der Hypo Tirol Bank machen es möglich: Mit umfassendem Know-how zu Finanzierungen entwickeln sie individuelle Lösungen, passend zur Lebensplanung der Kunden.
Wohnen mit Zukunft. Besonders
älterer Baubestand bietet meist enormes Potential, wenn es um Energieeinsparung geht. Doch die steigenden Energiekosten sind nicht der einzige gute Grund für eine Wohnraumsanierung. Auch der steigende Wohnkomfort und der Werterhalt der Immobilie sprechen dafür. Zahlreiche Sanierungsmaßnahmen werden im Rahmen der Wohnbauförderung unterstützt.
Nachgerechnet – Eigentum statt Miete. Wohnen in Südtirol
ist teuer. Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und werden dies laut Expertenmeinungen weiter tun. Das lässt viele an der Umsetzbarkeit ihres Lebenstraums zweifeln und in Mietverhältnissen verharren. Warum das Thema „Eigentum statt Miete“ mehr als eine kurze Überlegung wert ist, liegt auf der Hand: Geht man von einer monatlichen Miete in Höhe von 500 Euro – unter Berücksichtigung einer realistischen Steigerungsrate von 1,5 Prozent pro Jahr – und einer Mietdauer von 25 Jahren aus, kommt ein ordentlicher Betrag zusammen. Am Ende können das über 180.000 Euro sein, die stattdessen in eine Eigentumswohnung investiert werden könnten.
Beratung lohnt sich. Für ein persönliches Beratungsgespräch mit den Wohnbauspezialisten der Hypo Tirol Bank empfiehlt es sich, einen Termin zu vereinbaren – entweder telefonisch unter der Rufnummer 0472 979797 oder per E-Mail an info@hypotirol.it. Die Betreuer sind unabhängig von den Banköffnungszeiten erreichbar und auch örtlich flexibel.
Unsere Tiroler Bank.
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Impressum
Die Lungenheilstätte auf der Palmschoß
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Annamaria Mitterhofer (amm) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Irene Dejaco (ird) Veronika Kerschbaumer (vk) Barbara Fuchs (bf) Alexandra Brunner (abr) Hildegard Antholzer (ha) Stefan Bayreuther (sb) Susanne Rude (sr) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Juli 2016 Nächster Redaktionsschluss: 10. Juli 2016 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info
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Freitag, 16. Juni 1916 Statthalter Graf Toggenburg hat sich am 13. Juni mittags in Begleitung des Statthalterei-Vizepräsidenten Dr. Pockels, des Hofrates Krapf, des Landessanitätschefs Statthaltereirates Dr. Kutschera und des Univ.-Prof. Dr. Stenrer in Angelegenheiten der Lungenheilstätte auf der Palmschoß nach Brixen begeben.
Juni 1916
Kriegswallfahrt Donnerstag, 8. Juni 1916 Eine Kriegswallfahrt nach Freienbühel hatte der kath. Arbeiterverein Brixen und eine Vertretung des Jugendhortes am 4. Juni unternommen. Den Mitgliedern dieser beiden Vereine hatten sich auch andere Teilnehmer angeschlossen, so daß das Kirchlein, obwohl gedrängt voll, nicht alle fassen konnte; es waren der Andächtigen, groß und klein, über 40. Der Aufstieg, unter andächtigem Gebet, war in seiner ganzen Dauer von 3½ Stunden von strömendem Regen begleitet, der auf der Höhe in Schnee überging. Um 10 Uhr war Gottesdienst im Gnadenkirchlein, erhebend und erbauend durch die sichtliche Andacht der Teilnehmer. Herr Stadtpfarrkooperator Engl hob das Vertrauen und die Andacht durch eine kurze, kernige Ansprache, und dieser folgte die heilige Messe, vom hochw. Herrn Pfarrer Frena zelebriert. Nach einer kurzen Lobung an Ort und Stelle, die den regendurchnäßten, frierenden Wallern wirklich von Nöten war, ging es auf dem selben Wege der Heimat zu. Daß er nicht als „Ausflug“ gedacht und in seiner Ausführung keine Vergnügungswanderung war, das weiß jeder, der sich an das gräßliche Wetter vom Sonntag erinnert. Gewiß haben aber auch die Teilnehmer nicht umsonst gebetet und den mühe- und opfervollen Weg unternommen.
Bürgerausschußsitzung in Brixen Mittwoch, 7. Juni 1916 Am Donnerstag, den 8. Juni, um 4 Uhr nachmittags, findet im neuen Ratsaale eine ordentliche Bürgerausschußsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Anträge des Rechtskomitees: a) Grundbuchsachen, b) Heimatsachen, 2. Verschiedenes, 3. Personalien.
Dekorierungsfeier Mittwoch, 14. Juni 1916
Städtischer Fischverkauf in Brixen Mittwoch, 7. Juni 1916 Solange der Vorrat reicht, erfolgt jeden Mittwoch von 8 bis 11 Uhr vorm. der Fischverkauf im Eichamtsgebäude ebenerdig. 1 Kilogr. kostet 2 K 45 h.
Eine bescheidene Dekorierungsfeier beim Standschützenbaon Brixen fand, wie man uns ergänzend zur bereits veröffentlichten Auszeichnungsnotiz aus dem Felde mitteilte, am 3. Juni statt. Es wurden ausgezeichnet: Johann Barater mit der kl. Silbernen, und die Standschützen Leo Delago, Max Niedrist, Wladimir Peternell, Anton Muigg und Leopold Thür die Bronzene; letztgenannter wurde bereits zum zweitenmal ausgezeichnet. Ein Offizier hielt eine kernige Ansprache und heftete sodann jedem das Ehrenzeichen an die Brust. Anschließend daran war allseitige Gratulation der anwesenden Herren Offiziere und Kameraden.
Erhöhung des Unterhaltsbeitrages Freitag, 9. Juni 1916 Verordnung vom 11. Mai 1916, RGBI. 135, erhöht sich der Unterhaltsbeitrag für die Kinder unter 8 Jahren auf 1 K 1¼ ab 13. Mai, dann, wenn 1. die Familie einen Wohnungsbeitrag bezieht, 2. in der Familie bei gemeinsamem Haushalte nicht bereits drei Familienmitglieder die volle Portion von 1.35 K beziehen und 3. der gesetzliche Unterhaltsbeitrag bei der ursprünglichen Bemessung bereits infolge Erreichung der Höhe des Tagesverdienstes des Eingerückten gekürzt werden müßte.
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
Lee Triming (Royal College of Art London), Hand Moving in an Adjacent Room (2nd Instance), 2016, Courtesy the artist
Sommeröffnungszeiten 1. Mai bis 31. Oktober Dienstag–Sonntag 10:00–18:00 Uhr Montag geschlossen
Kontakt www.franzensfeste.info info@franzensfeste.info T +39 0472 057200
01.07.–30.10.2016 Am 1. Juli eröffnet in den Räumen der Franzensfeste mit „Throwing Balls in the Air“ die erste Edition von ACADEMIAE, einer Biennale, die sich ausschließlich dem Schaffen von Studenten und Studentinnen an internationalen Akademien, Kunsthochschulen oder Kunstinstituten widmet. Die Ausstellung reflektiert einen Moment der Begegnung, in dem unterschiedlichste Interessen, Ansätze und Recherchen der jüngsten zeitgenössischen Kunstproduktion zusammen kommen. Sie zeigt das Potenzial der jüngsten Künstlergeneration auf und untersucht die künstlerische Ausbildung und die Künstlergemeinschaft als Gesellschaftsmodelle, die auf Interdisziplinarität, Offenheit und Mobilität basieren. www.academiae.eu
• Accademia di Belle Arti di Brera Milano, IT • Accademia Albertina di Belle Arti di Torino, Scuola di Scultura, IT • Akademie der Bildenden Künste München, DE • Royal College of Art London, UK • Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule Frankfurt am Main, DE • Akademie der bildenden Künste Wien, AT • Hochschule für Gestaltung und Kunst, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Basel, CH • Kunsthøgskolen Oslo, NO • Fakulta umêní a designu, Univerzita Jan Evangelista, Ústí nad Labem, CZ • Universitatea de Arta si Design Cluj-Napoca, RO • Ecole nationale supérieure des beaux-arts de Lyon, FR Südtirol Pavillon • Kunstgymnasium „Cademia“ St. Ulrich und Landesberufsschule für das Kunsthandwerk Gröden • Fachschule für Steinbearbeitung Laas • Zelig – Schule für Dokumentarfi lm Fernsehen und Neue Medien, Bozen
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