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Brixner 310 - November 2015

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310

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Jahrgang 26 · November 2015

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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25 Jahre Brixner Weihnachtsmarkt

Das Weihnachtswunder MOBILITÄT: Die Auswirkungen der Riggertalschleife und des BBT PORTRAIT: Der Schweizer Rapper Gino Clavuot aus dem Engadin GESCHICHTE: Das bewegte Leben des Militärpfarrers Josef Hofer aus Lüsen SPORT: SSV Brixen Behindertensport – die „besondere“ Sektion im SSV


Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | MOBILITÄT DER ZUKUNFT: BBT und Riggertalschleife 14 | Adoption: Von Peru nach Franzensfeste 16 | Sebhat Ayele: „In Eritrea zu leben ist die Hölle“ 18 | Ettore Favaretto: „Fragiler und anfälliger“ 20 | Wahlen Natz/Schabs: Ein ausbalanciertes Ergebnis Menschen & Meinungen 26 | PORTRAIT: Rapper Gino Clavuot 31 | Pro & Contra: Verschärfung der Bettelverordnung 32 | Umfrage: Angst vor Terror?

>>> 26

Kunst & Kultur 34 | JOSEF HOFER: Ein schicksalbewegtes Leben 39 | Archäologie: Halteplatz für römische Offiziere 40 | Krippen: Süße Freude auf Papier 42 | Kleinkunstfestival: Kunterbunte kleine Kunst

>>> 34

Veranstaltungen 50 | TIMER: Dezember 2015

>>> 50

Freizeit & Sport >>> 58 58 | SSV BRIXEN: Sportliche Lebensfreude 60 | Biathletin Karin Oberhofer: „Vollgas bis zum Schluss“ Wirtschaft & Umwelt 64 | 25-JAHR-JUBILÄUM: Brixner Weihnachtsmarkt 68 | Diskussionsrunde: Ploseberg

>>> 64

Extra 76 | Essen & Trinken

>>> 76

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Startschuss In den letzten Monaten habe ich viele Gespräche und Diskussionen zur Mobilität der Zukunft in Südtirol geführt – und dabei gemerkt, dass bis auf wenige „Insider“ niemand so recht weiß, wo die Reise eigentlich hingehen soll: Wie werden wir uns bewegen, sobald der Brenner Basistunnel und die Zulaufstrecke im Jahr 2026 fertiggestellt sein werden? Welche Auswirkungen gibt es für den Lokalverkehr? Zu diesem Thema wollte ich schon lange detailliertere Recherchen vornehmen, aber irgendwie war die Zulaufstrecke immer noch ein Phantom, von dem zwar behauptet wurde, dass es unbedingt notwendig sei, aber die konkreten Schritte zur Realisierung ließen auf sich warten. Mitte Oktober wurde das Projekt dann aber beim CIPE hinterlegt – ein definitiver Startschuss. Ebenso relevant für die Vision der Mobilität ist auch die Frage, ob die Riggertalschleife für einen funktionierenden Lokalverkehr eigentlich notwendig sei – oder ob sie nur ein teures Optional ohne konkreten Nutzen wäre. Die Thematik beider Projekte – Zulaufstrecke und Riggertalschleife – ist komplex, und entsprechend ausführlich wurde auch der Bericht. Aber: In keinem anderen Medium erfahren Sie mehr Details als im „Brixner“, weshalb ich Ihnen den Aufwand der langen Lektüre ans Herz legen möchte. Diese Zeilen sind als „Appetizer“ gedacht auch für eine Reihe anderer spannender Texte in diesem „Brixner“. Zum Beispiel finden Sie ein Portrait eines Schweizer Musikers: Unsere langjährige Mitarbeiterin Marlene Kranebitter ist für eine Woche nach St. Moritz gereist und hat dort einen Weiterbildungskurs zum Thema Portraitschreiben besucht. Nun hat Marlene bekanntlich bereits mindestens 100 Portraits für Sie geschrieben. Na und? Man lernt nie aus. Das Portrait von Gino Clavuot war ihre „Kursarbeit“, weshalb wir es auch gern veröffentlichen. Clavuot ist deshalb für uns Südtiroler interessant, weil es in vielen seiner Songs um das Zusammenleben der Sprachgruppen geht. Ihr Willy Vontavon

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Politik & Gesellschaft

BRENNER BASISTUNNEL, ZULAUFSTRECKE UND RIGGERTALSCHLEIFE

Mobilität der Zukunft Neben dem Brenner Basistunnel werden zwei Projekte die lokale und überregionale Mobilität im Eisack- und Pustertal revolutionieren: Die südliche BBT-Zulaufstrecke von Franzensfeste nach Waidbruck und die Riggertalschleife. Während es für die Zulaufstrecke bereits einen konkreten Zeitplan gibt, existieren für die Riggertalschleife noch leise Zweifel zur Sinnhaftigkeit. Der Stand der Dinge – und ein faszinierender Blick in die Zukunft.

D

as Eisack- und Pustertal steht mit der Riggertalschleife und der für 2026 vorgesehenen Fertigstellung des Brenner Basistunnels sowie der Zulaufstrecke vor einer neuerli4

chen Revolution in Sachen Mobilität – nicht unmittelbar, wohlgemerkt, aber eben schrittweise in den nächsten elf Jahren. De facto befindet sich die Mobilität in Südtirol bereits seit dem 5. Mai

2005, als die Vinschgauer Bahn eröffnet wurde, in einer Phase der Neuorientierung – auch im Eisacktal: In Brixen wurde der äußerst erfolgreiche City-Bus für die städtische Mobilität einge-

führt, die Eisenbahnverbindungen nach Bozen, Sterzing und Bruneck wurden verstärkt. Das Ressort Mobilität überließ die Definition der Fahrpläne der öffentlichen Busse nicht mehr den jeweiligen


FASZINIERENDES SZENARIO: Brixen wird zum Knotenpunkt des lokalen Eisenbahnverkehrs, Franzensfeste zur internationalen Haltestelle

––– Foto: Renè Riller

Betreibern, sondern griff koordinierend ein. Greifbares Medium für diese Neuorientierung ist der Südtirol-Pass, mit dem man alle öffentlichen Verkehrsmittel bequem bezahlen kann, dessen Nutzung aber noch auf andere Dienste ausgebaut werden soll – zum Beispiel auf Car Sharing oder öffentliche Einrichtungen. Ziel ist die Vision, die Landtagspräsident Thomas Widmann in seiner Zeit als Mobilitätslandesrat formuliert hatte: Die Eisenbahn soll das Rückgrat der öffentlichen Mobilität werden, den Rest erledigen kapillar die Busverbindungen. „Wir wollten“, sagt Widmann heute, „dass man das gesamte Land im Südtirol-Takt befahren kann – vom Langtauferertal bis nach Vierschach.“ Südtirol-Takt war damals ein Unwort, erinnert sich Widmann, wofür er belächelt worden war, „einige Jahre später haben die Südtiroler dann verstanden, was damit eigentlich gemeint ist“. Die Vision von Widmann sah einen exakten Halbstunden-Takt der Eisenbahn vor, der vom zentralen Knotenpunkt Bozen ausgehend in den Vinschgau und

ins Eisack- und Wipptal sowie Pustertal führt. Perfekt darauf abgestimmt sollten die Busverbindungen von den Dörfern zu den Bahnhöfen im Zwei-Stunden-Takt sein, sodass die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs möglichst

derselben Trasse in den Bahnhof Bozen – und eben das Pustertal oder, besser gesagt, die Einfahrt ins Pustertal über Franzensfeste. Die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA), eine Inhouse-Gesellschaft des Landes, die sich um

eingerichtet werden, an denen sie sich eben kreuzen können – in diesem Fall sind dies die Bahnhöfe in Gargazon und Sigmundskron. „Die Taktung funktioniert aber nicht, weshalb es hier immer wieder zu Verspätungen kommt“, sagt

„Es ist vielen nicht bewusst, welche Auswirkungen die in diesen Monaten getroffenen und zu treffenden Entscheidungen auf das Land Südtirol haben“_ Arno Kompatscher, Landeshauptmann ohne Wartezeiten von jedem Dorf mit mindestens 500 Einwohnern in jeder Beziehung günstiger ist als die Nutzung des eigenen Autos – „damit wollten wir auch den Trend zur Abwanderung von den ländlichen Gebieten verhindern“, sagt Widmann. Diese Vision ist heute – allerdings mit teilweise noch erheblichen Abstrichen – bereits Realität.

Drei Punkte auf der To­do­Liste.

Problematisch sind heute noch der Bereich Meran-Bozen, die Einfahrt

die Realisierung von Mobilitätsprojekten in Südtirol kümmert, hat gemeinsam mit dem Unternehmen Qnex im April eine Studie zu „Eisenbahnprojekten in Südtirol 2020, 2030“ abgeschlossen, die dem „Brixner“ vorliegt und die die drei Problemfälle genau analysiert hat. Zwischen Bozen und Meran gibt es nur ein Gleis, das entweder in die eine oder andere Richtung benutzt werden kann; zu einem Halbstundentakt in beide Richtungen mussten für die jeweiligen Züge Kreuzungspunkte

Günther Burger, Direktor der Abteilung Mobilität, „man hat offenbar in der Planung zu wenig auf die zukünftigen Fahrplanmodelle geachtet.“ In der STA-Studie steht es noch expliziter: 46 Minuten Bahnfahrt für eine Strecke von 30 Kilometern – „damit ist die Bahn gegenüber dem Auto nicht wettbewerbsfähig“. Das zweite Problem ist die Einfahrt derselben Trasse in den Bahnhof Bozen, die sich die Meraner Züge mit jenen teilen müssen, die auf der Brennerlinie 5


Foto: Oskar Zingerle

Günther Burger, Direktor der Abteilung Mobilität: „Der Bahnhof Vahrn wird etwas nach Süden verlegt“

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fahren – ein richtiges Nadelöhr. „Die strategische Planung geht auf der Strecke zwischen Bozen und Meran in Richtung S-Bahn“, sagt Burger. Das Land will zunächst die Einfahrt in den Bahnhof Bozen ausbauen und dann auf der gesamten Strecke ein zweites Gleis bauen, damit die Kreuzungspunkte obsolet werden. Geplant ist hier ein Viertelstundentakt – denn schließlich wohnen zwischen Meran und Bozen zwei Drittel der Südtiroler Bevölkerung. Das

dritte Problem befindet sich in Franzensfeste. Dazu aber später.

Erfolgsmodell Südtirol­Takt. Am

deutlichsten ersieht man die Entwicklung der Eisenbahnnutzung an den gefahrenen Bahnkilometern: 2004 waren es in Südtirol noch 2,8 Millionen, 2014 ist dieser Wert auf 5,8 Millionen mehr als verdoppelt worden – Tendenz steigend. Das heißt, dass sich allein im Bereich Eisenbahn das Angebot an die Nutzer verdoppelt

hat. Die Stärkung der Eisenbahn hat, wie man am Beispiel Vinschgau sieht, eine unmittelbare Auswirkung auf den umweltbelastenden Individualverkehr: Während im Pustertal der Straßenverkehr in den letzten Jahren um 10 Prozent zugenommen hat, gab es im Vinschgau, wo der Südtirol-Takt am besten funktioniert und die Vinschgauer Bahn inzwischen jedes Jahr zwei Millionen Fahrgäste zählt, auf der Straße keinen Zuwachs.

Die drei vorhin genannten Probleme betreffen mangelnde Schienenstrukturen; im Vinschgau hat man hingegen ein „Luxusproblem“, wie es Joachim Dejaco, Generaldirektor der STA, bezeichnet: An Spitzenzeiten wird die Bahn so stark genutzt, dass es zu Kapazitätsproblemen kommt: „Die Züge sind derzeit zu voll“, sagt Dejaco, „dieses Problem wollen wir nun durch die Elektrifizierung der Trasse lösen.“ Heute werden die Züge mit Dieselloks angetriemehr Infos hier

Politik & Gesellschaft

Joachim Dejaco, STA: „Nicht die technische Machbarkeit der Riggertalschleife ist entscheidend, sondern ihre Auswirkungen auf den Fahrplan“

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Simulation der Riggertalschleife im Bereich der Autobahneinfahrt Vahrn

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ben, die eine begrenzte Kapazität haben; durch die Elektrifizierung der Trasse kann die Kapazität pro Zug auf 276 Sitzplätze erhöht werden. Zudem können dann auf dem gesamten Südtiroler Schienennetz dieselben Züge verwendet werden – mit Diesel fährt man ja derzeit nur im Vinschgau. Vor etwa einem Jahr gab es einen entsprechenden Beschluss der Landesregierung; immerhin 56 Millionen Euro werden diese Arbeiten, die 2018 realisiert werden sollen, kosten. Die Vinschgauer Bahn hat deshalb so viele Nutzer, weil auch der vorhin zitierte Südtirol-Takt dort am besten funktioniert: „Der Nutzer in Meran weiß, dass der Zug alle 30 Minuten jeweils zur selben Uhrzeit in Richtung Schlanders startet – also zum Beispiel um 9.16 und um 9.46 Uhr“, sagt Dejaco. Die Busse aus den Seitentälern sind genau an die Abfahrts- und Ankunftszeiten der Züge angepasst. Öffentlicher Nahverkehr funktioniert dann optimal, wenn ein Fahrplan so strukturiert aufgebaut ist, dass der Nutzer sich nicht mehr Gedanken darüber machen muss, wann denn nun der nächste Zug fahren wird. Im Eisacktal ist man zwar auch auf einem guten Punkt, aber zum Unterschied mit dem Vinschgau, wo die Schienen nur von Lokalzügen genutzt werden, müssen sich im Eisacktal die Lokalzüge die Eisenbahnstrecke mit den Fernzügen teilen. Zudem gibt es am Vormittag ein Zwei-Stunden-Vakuum, in dem man Bozen mit dem Zug nicht erreicht – was allerdings mit einer Vorgabe der Staatsbahnen RFI zusammenhängt, die auf der Strecke Brenner-Bologna jeden Tag zwei Stunden für Wartungsarbeiten reserviert haben. Auch wenn natürlich nicht an jedem Tag auf der Strecke gearbeitet wird,

will RFI durch dieses Zeitfenster erreichen, dass sie bei effektiven Wartungsarbeiten keinen Zug ausfallen lassen muss.

Halbstundentakt im Pustertal. Besser geht es im Pustertal, wo vor einiger Zeit einige Bahnhöfe erneuert und Züge angekauft wurden. „Von 7 bis 18 Uhr fährt alle 30 Minuten ein Zug auf der Strecke Bruneck-Franzensfeste – in beiden Richtungen“, sagt Burger. Hier funktioniert der Halbstundentakt so perfekt, dass „98 Prozent aller Züge pünktlich sind“. Letzthin gab es aufgrund von Wartungsarbeiten einige Reklamationen: Auf der Pustertaler Strecke hat sich der Flirt-Zug manchmal verspätet, sodass die Fahrgäste in Franzensfeste den Anschluss nach Bozen knapp versäumt haben. „Das ist eine außergewöhnliche Situation“, sagt Burger, „bedingt durch unaufschiebbare Arbeiten am Gleis.“

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Option Riggertalschleife. Wo-

mit wir bei der Riggertalschleife wären, die eigentlich gar keine „Schleife“ im ursprünglichen Sinn wäre, sondern – bis zur Kurve nördlich von Vahrn – eher eine Gerade. Heute müssen die Züge von Bruneck nach Bozen den „Umweg“ über Franzensfeste nehmen, wo sich derzeit die Pustertaler und Eisacktaler Eisenbahnlinien treffen. Die STA-Studie hat die Nutzungsintensität der einzelnen Strecken in Südtirol analysiert: Das untere Pustertal hat heute im Vergleich sehr wenig Nutzer, und die Studie weiß auch, warum dies so ist: „Genauso wie im Burggrafenamt, ist auch hier die Eisenbahn nicht konkurrenzfähig“ – der Umweg über Franzensfeste kostet zu viel Zeit. Die Riggertalschleife könnte die Pustertaler Orte näher nach Brixen und Bozen rücken lassen

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Politik & Gesellschaft

Bis Ende des Jahres wird überprüft, welche Auswirkungen die Riggertalschleife auf den Fahrplan haben würde

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– „fast 13 Minuten Zeitersparnis wären drin“, sagt Günther Burger. Dies bedingt, dass der Südtirol-Takt mit der Schleife nicht nur zwischen Franzensfeste und Vierschach funktionieren würde, sondern zwischen Bozen und Vierschach. Dies ist allerdings bislang nur eine Supposition der Fachleute – Klarheit soll eine Studie schaffen, die bereits in Auftrag gegeben wurde und Ende des Jahres vorliegen soll. Dabei geht es um eine Simulation der heutigen und der zukünftigen Fahrpläne. „Derzeit ist die Riggertalschleife nur ein Strich in der

Landschaft“, sagt Joachim Dejaco, „einige Machbarkeitsstudien wurden erstellt“, aber ins Detail ging man noch nicht, denn: „Nicht die technische Machbarkeit ist entscheidend, sondern die Auswirkungen einer zu schaffenden Infrastruktur auf den Fahrplan“, so Dejaco.

Lokaler Knotenpunkt Brixen. Damit wird der Knotenpunkt für regionalen Eisenbahnverkehr von Franzensfeste nach Brixen verlagert. „Ziel muss sein, dass man mit dem Zug in einer Stunde von Bruneck nach Bozen kommt – das

geht über Franzensfeste nicht“, sagt Dejaco. Die „Verlegung“ des Knotenpunkts nach Brixen wird von den Staatsbahnen RFI schon seit einigen Jahren angepeilt, und es existieren auch bereits Pläne zum entsprechenden notwendigen Umbau des Brixner Bahnhofs, die man nun noch optimieren will. Nicht jeder sieht dies positiv. Einer der Zweifler ist verständlicherweise der Bürgermeister von Franzensfeste, Thomas Klapfer: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit der 50 Millionen Euro teuren Riggertalschleife einen erheblichen Zeitgewinn

erreichen kann.“ Die dem „Brixner“ vorliegende Studie scheint das Gegenteil zu beweisen: 13 Minuten Zeitersparnis sind auf dieser kurzen Strecke relevant. Auch stellt sich die Frage, was nach dem Bau der Riggertalschleife mit der Eisenbahnstrecke von Franzensfeste nach Aicha geschehen soll – wird sie obsolet? „Mittelfristig nicht unbedingt“, sagt Martin Ausserdorfer, Direktor der BBT-Beobachtungsstelle, „denn Franzensfeste wird eine Haltestelle für den Fernverkehr bekommen.“ Da das Pustertal ein wichtiges Zielgebiet ist, kann es sein, dass Gäste aus Österreich und Deutschland über den Brenner Basistunnel nach Franzensfeste gelangen und mit demselben Zug über die alte Strecke direkt nach Bruneck und Vierschach oder gar Lienz weiterfahren – unabhängig von den lokalen öffentlichen FlirtZügen. Günther Burger relativiert: „Mit der derzeitigen eingleisigen Pustertaler Schieneninfrastruktur ist ein zusätzlicher Zug zwischen 7 und 18 Uhr schlichtweg nicht möglich – es gibt keine freien Verfügbarkeiten.“ Dies bedeutet, dass ein Gast, der zum Beispiel aus München kommt und mit der Eisenbahn nach Bruneck weiterfahren will, in Zukunft auf jeden Fall den „Umweg“ über Brixen nehmen muss. Ist dies aber wirklich ein relevanter Umweg für Fernreisende?

Option Bahnhof Schabs. Die En-

de des Jahres vorliegende Studie zum zukünftigen Fahrplanmodell wird eine weitere Frage beantworten: Sind mögliche Haltestellen in Schabs und Vahrn mit dem Südtirol-Takt kompatibel? Eine Haltestelle in Schabs wäre grund-

info 2021: In einer Stunde von Bruneck nach Bozen

Schienenachse München-Verona: BBT und Zulaufstrecke sind die Kernbereiche

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Sollte eine Ende des Jahres vorliegende Studie über die Auswirkungen der Riggertalschleife ein positives Ergebnis bringen, wird das Land gemeinsam mit RFI an Planung und Bau herangehen. 2021 könnte die Riggertalschleife Realität sein; der Knotenpunkt für den Regionalverkehr wäre dem entsprechend nicht mehr in Franzensfeste, sondern in Brixen. Hier „verzahnen“ sich dann alle Regionalzüge: Alle 30 Minuten fährt abwechselnd ein Zug von Bruneck nach Bozen und einer von Lienz nach Brixen – und umgekehrt. Fahrgäste des „Lienzer“ Zuges, die nach Bozen weiterfahren wollen, steigen in Brixen auf den Zug um, der vom Brenner kommt. Von Brixen aus erreicht man alle 30 Minuten Bozen, Sterzing und Bruneck. Die Bewohner des unteren Pustertales kommen ebenso alle 30 Minuten auf schnellstem Weg nach Brixen – oder eben nach Bozen. Zu klären ist noch, welche Auswirkungen der Fernverkehr auf den Südtirol-Takt zwischen Brixen und Bozen hat – bis zur Fertigstellung des BBT: Dann „verschwinden“ die Fernzüge im Tunnel. Ebenso zu klären ist, wann die RFI endlich auf das Wartungsfenster am Vormittag verzichtet.


Foto: Oskar Zingerle

Martin Ausserdorfer, BBT-Beobachtungsstelle: „Auch beim Bau der Zulaufstrecke setzen wir auf maximale Transparenz“

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sätzlich sinnvoll, weil dadurch die Bewohner des Hochplateaus mit der Eisenbahn schneller nach Brixen (und Bozen) gelangen könnten – ohne das eigene Auto benutzen zu müssen. Für den Bahnhof in Vahrn gibt es indes bereits ziemlich konkrete Pläne: „Er soll in den Bereich der heutigen Feuerwehrhalle nach Süden verlegt werden“, sagt Günther Burger, „über eine Unterführung gelangen auch die Bewohner des Unterdorfs auf einfachste Weise zum Bahnhof“, was eine enorme

Aufwertung bedeutet: Von Vahrn aus kommt man in Zukunft alle 30 Minuten nach Bozen, ins Wipptal und ins Pustertal. Fazit zum Lokalverkehr: Bis das Ziel der landesweit funktionierenden Eisenbahn mit darauf abgestimmten Bussen perfekt funktioniert, wird noch einige Zeit vergehen, da dafür die drei vorhin genannten Hemmschwellen zu überschreiten sind. Im Eisacktal müssen die Gleise für den lokalen Verkehr reserviert werden, was im Prinzip erst 2026 nach Inbetrieb-

nahme des Brenner Basistunnels eintreten kann. Da die Gleise auch danach noch im Eigentum der RFI bleiben werden, muss auch eine Lösung für das zweistündige Wartungsloch am Vormittag gefunden werden – je früher, desto besser. Ob die Riggertalschleife ins Gesamtkonzept passt, wird aus den Ergebnissen der vorhin genannten Studie Ende des Jahres ersichtlich werden. Auch Thomas Widmann ist vom Nutzen überzeugt: „Die absolute Vertaktung zwischen Eisack- und Pustertal funktioniert nur mit der Riggertalschleife.“ Sollte die Studie sich dieser Meinung anschließen, wird die STA an die Planung herangehen; 1,5 Millionen Euro sind für diesen Zweck bereits reserviert. Noch nicht geklärt ist die Finanzierung des Baus der Riggertalschleife: „Es gibt ein Abkommen zur Zieledefinition mit RFI“, sagt Günther Burger, „die Finanzierung ist darin noch nicht fixiert.“ Auf keinen Fall würden dafür die Umweltgelder des BBT in Anspruch genommen, wie von verschiedenen Stellen mehrfach geäußert wurde, sagt Martin Ausserdorfer dazu. Die Riggertalschleife könnte 2021 fertiggestellt sein – theoretisch.

Internationale Haltestelle Fran­ zensfeste. Womit wir beim Fern-

verkehr angelangt wären, der mit dem Brenner Basistunnel und der südlichen Zulaufstrecke nicht nur für den Warenverkehr eine relevante Verbesserung bedeutet, sondern auch die Eisenbahn-Mobilität in ein vollkommen anderes Szenario wirft: In etwa 80 Minuten kann man ab 2026 von Franzensfeste nach München oder nach Verona gelangen, in etwa einer halben Stunde nach Innsbruck. Der Haken an der Sache: Die Nachfrage wird diesen „Markt“ regeln, und wie sich der Markt entwickelt, kann heute niemand voraussehen. „Nicht jeder Personenzug wird in Franzensfeste anhalten“, prophezeit dem entsprechend auch Martin Ausserdorfer, „weil dafür die Nachfrage zu klein sein wird.“ Bestes Beispiel, wie das Eisenbahnangebot der Zukunft gestaltet werden wird, ist die extrem erfolgreiche heutige „frecciaargento“ zwischen Bozen und Rom: Öffentliche und private Betreiber „mieten“ die Gleise und werden jene Haltestellen aussuchen, die von ihren Kunden auch genutzt werden. Es ist denkbar, dass zwei Züge – vielleicht einer am Mor-

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Politik & Gesellschaft

Das eingereichte Projekt der Zulaufstrecke mit dem 15,3 Kilometer langen Schalderer Tunnel von Franzensfeste bis zur Villnösser Haltestelle und dem 5,8 Kilometer langen Grödner Tunnel bis Waidbruck

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gen und einer am Abend – die Nachfrage aus Südtirol befriedigen könnten. Sollte dies klappen, öffnen sich unglaublich spannende Perspektiven.

Projekt der Zulaufstrecke beim CIPE. Damit diese Vision Realität

wird, muss der Brenner Basistunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste fertiggestellt sein – und auch die südliche Zulaufstrecke zwischen Franzensfeste und Waidbruck, die in den letzten Jahren ein Sorgenkind war, weil deren Bau bisher viel weniger konkretisiert worden war als jener des BBT. Am 15. Oktober kam allerdings der entscheidende Quantensprung: Die RFI hat das entsprechende Projekt beim „Comitato Interministeriale per la Programmazione Economica“ (CIPE) eingereicht – „ein langersehnter Schritt, mit dem

Italien übrigens auch die Finanzierbarkeit des Projektes erklärt hat“, wie Landeshauptmann Arno Kompatscher kürzlich anlässlich der Präsentation des Projektes in der Festung Franzensfeste sagte. Nun haben das Land und die betroffenen Gemeinden die Möglichkeit, innerhalb von 60 Tagen Einwände zu hinterlegen; innerhalb von 240 Tagen können dann alternative Detaillösungen eingereicht werden. Danach geht das Projekt in die endgültige Genehmigungs- und Finanzierungsphase. „Die 240 Tage darf man nicht zu wörtlich nehmen“, sagte Kompatscher den anwesenden Gemeindeverwaltern des Eisacktals, „denn es wird einige Unterbrechungen geben – aber in maximal einem Jahr dürfte der nächste Schritt erfolgen.“ Der Brenner Basistunnel endet, wie bekannt, in Franzensfeste.

„Diese nördlichste Haltestelle für den internationalen Verkehr war seinerzeit politisch gewollt – auch wenn sie den Bau des BBT um 400 Millionen Euro verteuert“, sagte Kammer-Abgeordneter Daniel Alfreider in Franzensfeste, „für das Eisacktal ist das ein großes Glück.“ Die Gleise kommen in Franzensfeste ans Tageslicht, verschwinden aber nach wenigen hundert Metern wieder im 15,3 Kilometer langen Schalderer Tunnel, der bis zur Villnösser Haltestelle führt. Dort überquert die Bahn das Tal in einer Höhe ab Flussbett von 40, ab Autobahn von 25 Metern; hier beginnt der 5,8 Kilometer lange Grödner Tunnel, der kurz vor Waidbruck endet. In Waidbruck mündet die Bahn in die Bestandsstrecke – zunächst jedenfalls, denn das Projekt sieht die Möglichkeit eines direkten Anschlusses an einen

Stellten das Projekt in Franzensfeste vor: Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Kammerabgeordnete Daniel Alfreider, Martin Ausserdorfer von der BBT-Beobachtungsstelle, die Kammerabgeordnete Renate Gebhard und Europa-Parlamentarier Herbert Dorfmann 10

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weiteren Tunnel vor, der irgendwann in Richtung Süden verlaufen wird. Da es sich hier um zwei Röhren handeln wird, werden insgesamt 64 Kilometer Tunnel ausgebrochen. Zum Vergleich: Beim BBT sind es 232 Kilometer – nicht nur aufgrund der größeren Distanz, sondern auch deshalb, weil beim BBT eine dritte Versorgungs- und Rettungsröhre gebaut wird. „Aus diesen Zahlen wird ersichtlich, warum die Bauzeit für die Zulaufstrecke viel kürzer als beim BBT ist – und auch die Kosten entsprechend geringer“, sagt Martin Ausserdorfer. Die Güterzüge werden also nach Fertigstellung von BBT und Zulaufstrecke in Franzensfeste kurz ans Tageslicht kommen und, ohne anzuhalten, sofort wieder im Schalderer Tunnel verschwinden. Die Personenzüge können alternativ dazu eventuell auch in den Bahnhof Franzensfeste umgeleitet werden, wo es einen neuen modernen Bahnsteig geben wird. Nachdem die Fahrgäste ein- oder ausgestiegen sind, kann der Zug entweder in den Schalderer Tunnel einfahren und über die „schnelle“ Strecke nach Waidbruck und Verona gelangen. Genauso gut kann man sich vorstellen, dass der Fernzug in Franzensfeste „ausfährt“ und am Knoten Brixen hält, von wo aus er dann über die Bestandsstrecke nach Waidbruck weiterfährt. Die Pläne wurden inzwischen an die Gemeinden versandt, die auch bereits auf informellem Weg einige Vorschläge zu Verbesserungen des Projektes unterbreitet haben; Landeshauptmann Kompatscher hat allerdings unterstri-


Fensterstollen der Zulaufstre­ cke. Drei Fensterstollen sind ge-

chen, dass es sinnvoll sei, wenn alle Vorschläge zusammengefasst werden und ein gemeinsamer „Wunschkatalog“ definiert wird. „Ziel ist eine geringstmögliche Belastung für die Anrainer“, sagt Kompatscher, „von RFI gibt es deutliche Signale, dass man im Sinne einer Verbesserung des Projektes zu maximaler Kooperation

bereit ist.“ Die Projektgesellschaft sollte in Südtirol angesiedelt sein – dieser Wunsch, der für das Land nicht nur logistische, sondern aufgrund des Steuersitzes auch ökonomische Auswirkungen hat, wurde von Arno Kompatscher geäußert, und RFI hat auch in diesem Punkt große Gesprächsbereitschaft signalisiert.

plant – das sind Tunnels, die in der Bauphase für die Baustellenlogistik, ab Inbetriebnahme als Rettungsstollen verwendet werden. Über die Fensterstollen werden auch die Tunnelbohrmaschinen installiert, die dann die endgültigen Röhren in Richtung Süden und Norden ausbrechen. Der Fensterstollen Vahrn startet in der Deponiefläche Forch und besteht aus zwei etwa einen Kilometer lange Röhren. Ein weiterer sehr kurzer Fensterstollen ist auf Feldthurner Gemeindegebiet auf der Höhe von Albeins geplant, der in den Bereich des heutigen Kreisverkehrs mündet. Der dritte Fensterstollen ist dort geplant, wo – an der Landesstraße nach Lajen etwas südlich der Autobahnausfahrt Klausen – in der Bauphase der Autobahn die Zufahrt zu derselben bestand: „Wir wollen hier eine Ein- und Ausfahrt der Autobahn realisieren“, sagt Ausserdorfer, „damit hätten wir für die Baustellenlogistik eine fast direkte Autobahnverbindung zum Stollen“, was die Belastung von Klausen minimiert.

Fast auf der gesamten Strecke wird der Vortrieb durch Sprengungen erledigt – bis auf Waidbruck, wo man mit einer Tunnelbohrmaschine „sanfter“ arbeiten möchte, weil es ansonsten zu Statikproblemen der Säulen der Brennerautobahn kommen könnte.

Drei „Problemfälle“. Die nächs-

ten Monate sind entscheidend: Es geht darum, die einzelnen Details des Projektes genau zu überprüfen. Da die Zulaufstrecke fast ausschließlich im Berg verläuft, gibt es de facto drei „Problemfälle“: Der vorhin erwähnte Fensterstollen bei Albeins, die Brücke an der Villnösser Haltestelle und die Anbindung an die Bestandsstrecke in Waidbruck. Zum Fensterstollen in Albeins hat die Gemeinde Feldthurns bereits den Wunsch geäußert, dass man auf diesen verzichten möge. Bei der Brücke an der Villnösser Haltestelle geht es um Gestaltung, vor allem aber um die Frage der Lärmbelastung: „Es wurden Lärmsimulationen erstellt, die besagen, dass die Züge nur in unmittelbarer Nähe zu den Tunnelportalen in relevanter Art hörbar sind“, sagt Cristina Mazzocchi vom RFI-

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Politik & Gesellschaft

Das Projekt zur Brücke an der Villnösser Haltestelle ...

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... und die entsprechenden Lärmsimulationen an den Tunnelportalen

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eigenen Planungsunternehmen Italferr. In diesem Sinn brächte eine Einhausung keine Vorteile, würde aber bedingen, dass die Brücke viel schwerer und dem entsprechend die Konstruktion viel massiver werden müsste. Die Landesagentur für Umwelt wird eigenständig eine Simulation erstellen und damit überprüfen, ob die Aussagen von Italferr auch zutreffen. „Man darf die Brücke nicht mit den alten Eisenkonstruktionen vergleichen“, sagt Ausserdorfer, „heute baut man Eisenbahnbrücken mit Masse-Federn-Systemen: Die Züge fahren auf Schienen, die auf Federn gelagert sind; damit wird die Lärmbelastung erheblich reduziert.“ In Nordtirol habe man mit dieser Technologie hervorragende Ergebnisse erzielt, sagt Ausserdorfer. Die größte Herausforderung befindet sich aber in Waidbruck: Die bereits enorm belasteten Anrainer haben hier große Befürchtungen, dass sich ihre Lebensqualität nach Fertigstellung der Zulaufstrecke noch verschlechtern könnte. Dem entsprechend gibt es eigentlich eine Vorgabe des CIPE, die Bahn im Bereich von Waidbruck komplett einzuhausen; das nun eingereichte Projekt sieht aber nur mehr eine teilweise Einhausung vor. „Es geht nicht um die Frage, ob wir die Strecke einhausen, sondern um die Frage, ob wir es schaf12

fen, das Lärmproblem in den Griff zu bekommen“, sagt Luca Bassani, der für dieses Projekt zuständige RFI-Manager. Auch für Waidbruck gibt es Lärmstudien, die besagen, dass mit entsprechenden Teil-Einhausungen und effizienten Lärmschutzwänden die heutige Situation in Waidbruck und Barbian erheblich verbessert wird. Auch hier wird es eine Gegenstudie vom Land geben. Ausserdorfer ging im Rahmen einer Informationsversammlung in Waidbruck einen Schritt weiter: „Die Gemeinde sollte vielleicht auch selbst einen Fachmann beauftragen, der das uneingeschränkte Vertrauen der Bevölkerung genießt und eine entsprechende Lärmstudie erarbeitet.“ Denn, wie Ausserdorfer wiederholt, das Ziel sei die Lärmreduktion; wenn sich diese auch ohne komplette Einhausung einstelle, können man sich den Aufwand sparen. Im derzeitigen Projekt ebenfalls enthalten ist eine Zufahrtsstraße von der Autobahnausfahrt in Albeins bis zur Villnösser Haltestelle auf der orographisch linken Seite. Auch diese Zufahrtsstraße ist allerdings nach Intervention des Brixner Bürgermeisters Peter Brunner in Diskussion: „Wir haben dafür bereits eine bessere Lösung gefunden“, sagt Martin Ausserdorfer, „die im Bereich der Villnösser Haltestelle angesiedelt ist.“ Ebenso gibt es Verbesse-


Wir unse wünsch en ren K schö unden Fest ne tage .

Die geplanten Bohrungsrichtungen am Schalderer und Grödner Tunnel

rungsvorschläge in Vahrn, wo die Projektanten eine kürzlich errichtete Immobilie nicht berücksichtigt hatten.

Schlerntunnel als Nadelöhr?

Ab Waidbruck werden also die Fernzüge gemeinsam mit den Lokalzügen auf der heutigen Bestandtsstrecke fahren – mindestens solange die Umfahrung von Bozen nicht realisiert sein wird. Kann aber der Schlerntunnel südlich von Waidbruck beide Verkehrsflüsse stemmen? „Ja“, sagt Martin Ausserdorfer, „weil mit dem BBT durch das Wegfallen

der Steigung und der Kurven die Kapazität der einzelnen Güterzüge sich fast verdoppelt.“ Dem entsprechend wird die Anzahl der Züge reduziert. Südlich von Waidbruck bis Verona ist bereits die heutige Bestandsstrecke TEN-Ttauglich: „Hier können theoretisch 300 Züge am Tag ohne Probleme fahren“, sagt Ausserdorfer. Die Gemeinden sind jetzt in großem Zugzwang, denn innerhalb von nur 60 Tagen müssen sie die ersten Einwände abgeben. Wenn alles verläuft wie geplant, wird das verbesserte Projekt im Laufe des kommenden Jahres

info 2026: Von München und Verona nach Franzensfeste in 80 Minuten Der Brenner Basistunnel und die südliche Zulaufstrecke ermöglichen ein faszinierendes Erreichbarkeits-Szenario: In etwa 80 Minuten kann man ab 2026 von Franzensfeste nach München oder nach Verona gelangen, in etwa einer halben Stunde nach Innsbruck. Damit öffnen sich unglaublich spannende Perspektiven – vor allem im Tourismus, weil die Erreichbarkeit von Südtirol mit seinen 6 Millionen jährlichen Ankünften sich auch für Tagesoder Wochenendgäste im Umkreis von 500 Kilometern erheblich verbessert; ein funktionierender Flughafen würde Südtirol hingegen für jene Gäste erreichbarer machen, die außerhalb dieses Radius wohnen. Andererseits sind München und Verona dann aber auch für alle Südtiroler erheblich schneller erreichbar – ähnlich, wie Florenz und Rom durch die „frecciaargento“ näher an Bozen herangerückt sind. Ebenso spannend sind die schnellen Verbindungen für den Arbeitsmarkt: Täglich nach Innsbruck zu pendeln liegt in Zukunft im Rahmen des Möglichen.

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genehmigt werden; danach erfolgt 2017 die Ausschreibung und die Ausführungsplanung. 2018 könnte man mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen, 2019 erfolgt der effektive Bau. „Eine zeitgleiche Fertigstellung mit dem BBT ist technisch möglich, weshalb es auch gelingen muss“, bekräftigte Arno Kompatscher in Franzensfeste. „Es ist vielen nicht bewusst“, sagt Kompatscher, „welche Auswirkungen die in diesen Monaten getroffenen und zu treffenden Entscheidungen auf das Land Südtirol haben. Es geht einerseits um die Lebensqualität im Eisacktal, andererseits aber auch um die Wertschöpfung für Südtiroler Betriebe. Vor allem aber geht es um die regionale Mobilität und um die internationale Anbindung unseres Landes.“ Durch die Verschiebung des regionalen Knotenpunktes nach Brixen werde die Stadt enorm aufgewertet: „Natürlich profitiert das Pustertal von der Riggertalschleife, aber der eigentliche Nutznießer ist Brixen“, sagt Kompatscher. Franzensfeste hingegen profitiert von der Haltestelle der Fernstrecke.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Wie ein Alpaka nach Franzensfeste kam Die Adoption sehen viele Paare als letzte Möglichkeit, um einen ungestillten Kinderwunsch endlich zu erfüllen. Der „Brixner“ hat mit einer Familie den langen und emotionalen Weg der Adoption, von der Entscheidungsfindung bis hin zur lang ersehnten ersten Umarmung, Revue passieren lassen.

E

in weiß-zottiges Alpaka, das in kalten Nächten im Bett die kleinen Kinderfüße wärmt, hat zusammen mit Rumi die abenteuerliche Reise von einem Kinderheim im tropisch heißen Amazonasgebiet in Peru bis nach Franzensfeste gewagt. Über 10.000 Kilometer trennen den Jungen mit den braunen Kulleraugen und dem rollenden „r“ nun von seiner früheren Heimat.

was die Adoption wirklich bedeutet und welche Auswirkungen sie hat“, erinnert sich Florian. „Wir waren auch nach dem Kurs felsenfest davon überzeugt, dass die Adoption der richtige Schritt für

verbunden ist. „Bis von den Dokumentübersetzungen über die Unterkunft in Peru, die Flüge und so weiter alles zusammen ist, muss man schon mit 20.000 Euro rechnen“, weiß Florian.

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

EISACKTAL

Ein langer Weg. Ein Katzensprung

sind diese 10.000 Kilometer jedoch im Vergleich zu dem Weg, der bis hin zur Entscheidung „Adoption“ und zur ersten Zusammenkunft von Kind und den so plötzlich frischgebackenen Eltern vergeht. Das wissen auch Miriam und Florian (die Namen wurden von der Redaktion geändert), die drei Jahre lang auf Rumi warten mussten. „Der Hauptgrund, der uns auf die Adoption gebracht hat, war unsere Kinderlosigkeit“, schildert Florian. „Wir haben anfangs viele andere Möglichkeiten in Betracht gezogen, um endlich unseren Kinderwunsch zu stillen, aber nichts hat funktioniert.“ Als letzte Möglichkeit stand dann die Adoption vor dem Paar. „Aus heutiger Sicht betrachtet“, verrät Miriam, „ist die Adoption die schönste Möglichkeit und eigentlich auch die interessanteste, denn man hat die Chance, einem Kind eine Familie zu geben – und man lernt selbst viel dazu.“ Wenn die Entscheidung zur Adoption gefällt wurde, kommen die Fachkräfte der Dienststelle Adoption Südtirol ins Spiel. Nach einem ersten Informationsgespräch muss ein Vorbereitungskurs besucht werden. Dabei haben Paare die Gelegenheit, über ihre eigene Motivation für Adoption und die Bedürfnisse der Adoptivkinder nachzudenken und sich mit anderen adoptionsbereiten Pärchen auszutauschen. „Bei diesem Kurs wurden wir darüber aufgeklärt, 14

ten, Hoffnungen und viel Warten gepflastert waren, ging es dann plötzlich ganz schnell: „Das Telefon hat geklingelt, und in der Leitung war die Adoptionsvermittlungsstelle, die uns gesagt hat, dass es in einer Woche los geht nach Peru.“ Da diese „Deadline“ von nur einer Woche aus logistischen Gründen nicht einzuhalten war, wurde der Abflugtermin etwas nach hinten gerückt. „Am 23. Juni sind wir dann aber in Richtung Peru gestartet“, berichtet Miriam, und die Erinnerung an diesen Moment lässt sie strahlend lächeln. Von Lima ging es in einem weiteren Flug in die auf 3.400 Metern über dem Meeresspiegel gelegene Andenstadt Cusco, dann trennte noch eine achtstündige Fahrt auf holprigen Straßen das vor Vorfreude strotzende Pärchen aus Südtirol vom damals sechsjährigen Rumi, der im Kinderheim wartete.

Bloß keine Gringos. „Das erste

Das freundlich dreinblickende Alpaka hat Adoptivkind Rumi in seine neue Heimat begleitet

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uns ist“, sagt Miriam und blickt dabei stolz auf Rumi, der sich einen Brotkringel in den Mund stopft. „Es gibt aber auch Paare, die nach dem Kurs einen Rückzieher gemacht haben.“ Schon vorweg: Ob Miriam und Florian noch ein weiteres Kind adoptieren würden? „Ja, eigentlich schon, wenn nicht die langen Wartezeiten wären. Auch wenn man bereits erfolgreich ein Kind adoptiert hat, muss man die bürokratischen Hürden, psychosozialen Tests und so weiter nochmals durchlaufen“, zeigt sich Miriam enttäuscht. Was zur langen Wartezeit hinzukommt, sind die hohen Kosten, mit denen eine Adoption

Die Nerven liegen blank! Nach

dem ersten Adoptionsantrag beim Jugendgericht, der psychosozialen Analyse durch die Dienststelle Adoption Südtirol und dem Einschalten der Adoptionsvermittlungsstelle verging für Florian und Miriam die Zeit wie im Fluge. „Irgendwann kommen aber doch Zweifel, weil man einfach nichts mehr von der Adoptionsvermittlungsstelle hört“, erklärt Miriam. „Eines Tages ist uns dann per Telefon mitgeteilt worden, aus welchem Land das Kind kommt und wie alt es ist. Dann war wieder lange Funkstille.“ Nach insgesamt drei Jahren, die mit Bürokratie, Dokumen-

Mal, als wir Rumi im Kinderheim begegnet sind, war sehr emotional“, weiß Miriam, „er ist gleich auf uns zugekommen und hat uns umarmt.“ Bei der ersten Begegnung hatte Rumi jedoch auch ein bisschen Angst, weil seine neuen Eltern aus Südtirol so groß waren. „Die anderen Kinder im Heim haben ihn geneckt und gesagt, wir wären Gringos. So nennen sie dort die Amerikaner, die nicht gerade angesehen sind“, beschreibt Miriam. Nach einigen Tagen hieß es dann für Rumi Abschied nehmen von den anderen Heimkindern, sein Heimatland Peru konnte er jedoch nicht so schnell verlassen: „Peru schreibt vor, dass die Adoptiveltern eineinhalb Monate im Land verbringen“, so Florian. In dieser Zeit werden dann die nötigen Dokumente ausgefüllt, wobei man oft einen ganzen Tag in einem Amt oder in der Bot-


schaft sitzen muss, um auf eine Unterschrift zu warten. „Die Regierung verlangt leider, dass bei jedem Behördengang das Kind dabei sein muss. Dafür haben wir jeden freien Tag ausgenützt und mit Rumi wie einen kleinen Urlaub verbracht.“ Mit der langen Aufenthaltsdauer will Peru bezwecken, dass die Adoptiveltern das Herkunftsland ihres Kindes kennenlernen und etwas von der dortigen Kultur mitnehmen. Außerdem setzt das Land bei den Adoptiveltern voraus, dass diese zumindest die Grundkenntnis der spanischen Sprache beherrschen. Das kommt jedoch auch den Eltern selbst zugute, denn es garantiert gerade in der schwierigen Kennenlernphase zumindest ein Mindestmaß an Kommunikation.

Willkommen in Franzensfeste. Inzwischen ist Rumi neun Jahre alt und seit drei Jahren bei seiner neuen Familie in Franzensfeste. „Mir ist Südtirol damals ganz komisch vorgekommen“, beschreibt Rumi und blinzelt verlegen. „Alles war so anders, aber mir hat die Wohnung sehr gut gefallen mit der Küche und dem schönen Badezimmer. Besonders gut gefallen hat mir aber mein Schlafzimmer mit dem großen Bett nur für mich alleine!“ Mit der deutschen Sprache hat sich Rumi nicht unbedingt schwer getan: „Nach zwei oder drei Monaten hat er schon recht gut Deutsch gesprochen“, so Florian. „Seine Muttersprache hat er dafür aber komischerweise verlernt. Er hat offensichtlich in seinem Hirn Platz machen müssen für die vielen neuen Eindrücke. Wenn er sich aber in Zukunft mit Spanisch auseinandersetzt, kommt er bestimmt wieder schnell hinein.“ Fußball und Pizza mag Rumi nicht unbedingt, dafür fährt er gerne Ski oder Rad und er liebt es, am Berg zu wandern. Die Schule besucht er auch gerne. „Anfangs war es in der Schule schon komisch für mich, und ich war sehr schüchtern“, gibt Rumi kleinlaut zu. Die Adoptionsvermittlungsstelle hatte Miriam und Florian damals geraten, das Kind nicht sofort in die Schule zu schicken; Rumi sollte erst eine Beziehung mit seinen Adoptiveltern aufbauen. In Zusammenarbeit mit der Schule und den Adoptiveltern hat die Vermittlungsstelle dann einen Plan ausgearbeitet, Rumi langsam an die Schule zu gewöhnen. „Erst bin ich mit ihm in den Pausen kurz in die Schule gegangen“, beschreibt Miriam. „Dann sind

wir immer länger geblieben und waren auch beim Unterricht mit dabei. Irgendwann wollte Rumi dann von selbst in der Schule bleiben.“ Die Kultur, in der Rumi bis zu seinem sechsten Lebensjahr gelebt hat, lassen Miriam und Florian regelmäßig in Franzensfeste aufleben. „Ich koche oft mit Rumi zusammen peruanische Gerichte, und wir sprechen offen mit ihm über seine Wurzeln“, beschreibt Miriam. „Früher hat man oft bei einer Adoption einen Schlussstrich nach dem ‚alten’ Leben gesetzt und neu angefangen; davon wurde uns aber von der Adoptionsvermittlungsstelle abgeraten. Irgendwann kommt nämlich der Punkt, an dem die Kinder wissen wollen, woher sie kommen. So ersparen wir Rumi doch einiges.“ Wenn Rumi etwas älter ist, will die kleine Familie nach Peru reisen, um Rumis Wurzeln neu zu entdecken. „Darauf freue ich mich schon“, grinst Rumi und steckt sich noch einen Brotkringel in den Mund. Bis dorthin bleibt ihm immer noch das zottig-weiße Alpaka, das in kalten Nächten ein treuer Begleiter ist. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info 2014 wurden in Südtirol 15 Anträge für nationale und 14 Anträge für internationale Adoption eingereicht. Meist reichen die Paare jedoch zeitgleich einen Antrag für beide Möglichkeiten ein, weshalb die Summe der Anträge nicht der effektiven Anzahl der Paare entspricht, die eine Bereitschaftserklärung zur Adoption hinterlegt haben. 2013 waren es 20 Anträge für die nationale und 24 für die internationale Adoption. Bei den internationalen Adoptionen kamen die meisten Kinder (im Zeitraum von 2011 bis 2014) aus Äthiopien und Russland. Andere Herkunftsländer waren unter anderem Bulgarien, Kolumbien, Peru, Nepal, Vietnam oder China. Infos zum Thema Adoption gibt es bei der Dienststelle Adoption Südtirol in der Vittorio-VenetoStraße 5 in Bozen: Tel. 0471 469684 (Christine Egger) oder 0471 401929 (Silvia Vidale), per E-Mail an adoption@sozialbetrieb. bz.it oder im Internet unter www. sozialbetrieb.bz.it unter „Andere Dienste“ des Themenbereiches „Minderjährige und Familien“.

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INTERVIEW

Politik & Gesellschaft

„In Eritrea zu leben ist die Hölle“ Foto: Oskar Zingerle

SEBHAT AYELE ist Comboni-Missionar, Journalist – und Flüchtling: Vor einigen Jahren musste er seine Heimat Eritrea verlassen. Seit 2012 unterstützt er Flüchtlinge aus Eritrea in Uganda; kürzlich war er in Brixen. Der „Brixner“ hat sich mit Ayele zum Interview getroffen.

Sebhat Ayele: „Immigranten verlassen ihre Heimat freiwillig; Flüchtlinge hingegen müssen gehen, weil sie in ihrer Heimat in Gefahr leben“

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Herr Ayele, auf Einladung des diözesanen Missionsamtes haben Sie in Bozen an einem Runden Tisch zum Thema Flüchtlingshilfe teilgenommen. SEBHAT AYELE: Die Diözese BozenBrixen hatte mich eingeladen, damit ich über meine Erfahrungen mit den Flüchtlingen – speziell jenen aus Eritrea – berichten kann. Anlass hierfür war der Weltmissions-Sonntag am 18. Oktober. Warum wurden gerade Sie eingeladen? Erstens verbindet mich und die Diözese Bozen-Brixen eine enge Beziehung; wir haben bereits einige Erfahrungen miteinander gesammelt. Ich betreue die Flüchtlinge, die aus Eritrea nach 16

Uganda ziehen, und die Diözese unterstützt mich bei dieser Arbeit. Viele Flüchtlinge aus Eritrea kommen nach Kenia, in den Sudan oder nach Uganda, um dort eine Zeit zu bleiben, bevor sie nach Europa, Nordamerika oder Australien weiterziehen. Ich versuche, zumindest den Menschen, die nach Uganda kommen, zu helfen und ihnen Hoffnung zu spenden. Übrigens bin auch ich selbst ein Flüchtling: Ich habe selbst meine Heimat Eritrea verlassen müssen und kann nicht mehr zurückkehren. Wie war es dazu gekommen? Als Missionar verteidige ich die Menschenrechte, und ich verurteile Diktaturen. In Eritrea, aber auch in Uganda und in anderen

Ländern Afrikas stößt man damit schnell an seine Grenzen. Ich selbst bin zum Beispiel Journalist und gebe das Monatsmagazin „Leadership“ heraus. Die letzte Ausgabe hat mir viele Probleme bereitet, weil ich in einem Artikel über die Regierungszeiten einiger Präsidenten geschrieben hatte. Isayas Afewerki regiert zum Beispiel seit 23 Jahren in Eritrea, in Zimbabwe ist seit 34 Jahren Robert Mugabe an der Macht. Wie erwartet, ist dieser Artikel bei den Regierungen nicht gut angekommen. Wenn ich in der Öffentlichkeit rede, werde ich überwacht. Ich habe zum Beispiel einmal in einem Vortrag gesagt, dass in Eritrea die Kirche von der Regierung in Schach gehalten wird. Die Regierung kontrolliert dort einfach alles, und die Kirche

kann die Hungernden nicht ernähren und die Kranken nicht heilen. Als ich noch in Eritrea gelebt hatte, wurde ich ständig überwacht, und ich war in Gefahr. Also bin ich geflohen. Eine Rückkehr in meine Heimat ist ausgeschlossen – zumindest, solange diese Regierung an der Macht ist. Warum herrschen in Eritrea derartige Verhältnisse? Eritrea hat bis 1993 30 Jahre lang für seine Unabhängigkeit von Äthiopien gekämpft. Damals war jeder mit der Unabhängigkeit glücklich, doch dann ist Isayas Afewerki Präsident geworden – ein Patriot, der ein kommunistisches Regime einführte, wie in China oder Russland. Zu Beginn wurden der Bevölkerung


gewisse Freiheiten eingeräumt; nun, 23 Jahre später, gibt es in Eritrea keine Freiheiten mehr. In Eritrea leben über 6 Millionen Menschen, und es gibt eine einzige Tageszeitung und eine Monatszeitschrift – beide von der Regierung überwacht. Es gibt zwei Fernsehsender, einer für Sport und einer für Nachrichten – beide von der Regierung kontrolliert. Radioprogramm gibt es auch nur eines – natürlich ebenso von der Regierung überwacht. Lebensmittel können nur in von der Regierung überwachten Geschäften gegen einen Bon gekauft werden. Es gibt keine Privatwirtschaft. In Eritrea gibt es keine Universität. Die einzige Uni, die übrigens von der katholischen Kirche geführt wurde, wurde geschlossen. Nach der Schule müssen die Jungen in Eritrea für zwei Jahre zum Militär, dann geht es weiter in den so genannten „National Service“. Dort sind sie verpflichtet, zwischen 10 und 15 Jahre gratis zu arbeiten. Sie bekommen nur etwas Taschengeld, rund 10 Dollar pro Monat – über zehn Jahre lang! In dieser Lebensphase sollten sie sich eigentlich Gedanken über ihre Karriere machen, eine Familie gründen, ein eigenes Leben aufbauen. Aber das ist unmöglich. Also versuchen viele zu flüchten. Aber als Eritreer kann man das Land nicht einfach verlassen – zumindest nicht auf legale Weise. Die an den Grenzen postierten Soldaten haben Schießbefehl. Auch im Land selbst kann man sich nicht frei bewegen. Legal ausreisen darf ein Mann ab einem Alter von 53 Jahren, eine Frau ab 47 Jahren, aber was will man dann schon? Auch Minister, Botschafter und sogar das FußballNationalteam von Eritrea haben bereits politisches Asyl beantragt. In Eritrea zu leben ist die Hölle! Viele sind sogar der Meinung, Eritrea sei das Nordkorea von Afrika. Viele Flüchtlinge aus Eritrea kommen derzeit nach Europa ... Eigentlich haben Flüchtlinge aus Eritrea drei Hauptdestinationen: Europa, Nordamerika und Australien. Wenn ich Europa sage, meine ich aber nicht Italien; sie wollen nach Deutschland, Schweden, in die Schweiz oder Großbritannien. Dort sind sie eher willkommen, der Asylantrag ist leicht zu stellen, und sie sind gut aufgehoben. Sie kommen in ein Camp, bekommen zu essen und Kleidung. Ein weiteres Ziel

ist Nordamerika, also die USA oder Kanada. Dorthin gelangen sie über einen Flug von Uganda nach Mexiko und von dort weiter bis an die Staatsgrenze der USA. Das dritte Ziel ist Australien. Was raten Sie unserer Gesellschaft, wie wir mit der gesamten Flüchtlingssituation umgehen sollen? In erster Linie ist es wichtig, eine Unterscheidung zwischen Immigranten und Flüchtlingen zu machen. Immigranten verlassen ihre Heimat freiwillig; Flüchtlinge hingegen müssen gehen, weil sie in ihrer Heimat in Gefahr leben. Alle Menschen, die zum Beispiel Eritrea verlassen, sind Flüchtlinge und nicht Immigranten. Im Norden Nigerias wütet die Terrorgruppe Boko Haram; alle Menschen, die den Norden Nigerias verlassen, sind ebenfalls Flüchtlinge. Dasselbe gilt für Syrien, denn dort herrscht Krieg. Im Kamerun oder zum Beispiel in Äthiopien gibt es aber keinen Krieg, und die Bevölkerung lebt nicht in Gefahr; deshalb dürfen diese nicht als Flüchtlinge gelten, sondern sie sind Immigranten. Ein großes Problem ist, dass viele Nutzen aus den allgemeinen Verwirrungen in dieser Flüchtlingssituation schlagen. Es kommt durchaus vor, dass sich einige als Eritreer ausgeben, um als Flüchtlinge zu gelten und nicht als Immigrant. Auch die Schlepper ziehen Profit aus diesem Phänomen. Flüchtlinge kommen ins christlich geprägte Europa, um ihr Leben und ihre Kinder zu retten. Aber wo sind unsere christlichen Werte, wenn wir ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen? Ein Bruder braucht Hilfe, und du sagst einfach „Geh weg!“ – so einfach geht das nicht! veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief Sebhat Ayele wurde Ende der 1950er Jahre in Eritrea geboren. Er trat in den Orden der ComboniMissionare ein; 1982 wurde er zum Priester geweiht. Sebhat Ayele hat in Italien studiert, außerdem war er in Uganda, Äthiopien, Eritrea und den Vereinigten Staaten aktiv. Ayele ist seit 2012 wieder in Uganda. Dort betreut er eine katholische Gemeinschaft der Eritreer, die vor allem aus Flüchtlingen besteht. 17


Politik & Gesellschaft

INTERVIEW

„Fragiler und anfälliger“ Am 11. und 12. November trafen sich an der Cusanus Akademie im Rahmen der 3. Deutsch-­ Italienischen Psychiatrietage über 150 Experten aus Südtirol und anderen Regionen Italiens sowie der Schweiz, Österreich und Deutschland zur Veranstaltung „Alterspsychiatrie – die große Herausforderung der Zukunft“. Der „Brixner“ führte mit ETTORE FAVARETTO, einem der drei Repräsentanten der Associazione Italiana di Psicogeriatria (AIP) in Südtirol, folgendes Gespräch.

Herr Favaretto, in Ihrem Referat nennen Sie mehrere vom Astat erfasste Zahlen bezüglich der Alterung der Südtiroler Bevölkerung. Können Sie einige davon anführen?

erforderlich! Also werden auf sanitätspolitischer Ebene Entscheidungen über die Umverteilung der Ressourcen und über die Prioritäten bei der Versorgung notwendig sein.

ETTORE FAVARETTO: Laut AstatErhebungen lebten in Südtirol im Jahr 2013 516.063 Personen, davon etwa 95.000 im Alter zwischen 60 und 79 Jahren und knapp 28.000 über 80-Jährige. Beide zusammen machen 23 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Im Zeitraum von 2000 bis 2009 nahmen sich 191 ältere Südtiroler das Leben. Laut epidemiologischen Studien leiden etwa 20 Prozent der über 60-Jährigen an irgendeiner neuropsychiatrischen Störung, 5 Prozent davon sind von Depression betroffen. Fakt ist, dass mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung auch diese Zahlen steigen werden.

Mit welchen Belastungen kommen ältere Menschen nur schwer zurecht? Worauf muss bei der Behandlung besonders geachtet werden?

Und damit verbunden sind neue Herausforderungen an Politik und Ärzteschaft? Ja, denn es werden viel mehr Menschen fachärztlich zu betreuen sein, und dies bei gleichbleibenden oder knapper werdenden Ressourcen. Trotzdem ist Betreuung von hoher Qualität

Zustände dar. Wenn nun ältere Menschen an Depression leiden, steigt diese natürliche Verwundbarkeit umso mehr. Depressive Menschen erkranken öfters und sterben früher aufgrund organischer Krankheiten wie Tumorund Kreislauferkrankungen. Ältere Menschen reagieren anders auf pharmakologische Behandlungen, was zur Folge hat, dass diese anders angewandt werden müs-

Störungen im Alter aufgrund von Komorbidität – das ist das gleichzeitige Vorhandensein von mehreren unterschiedlichen Krankheiten organischer und psychischer Natur – verschiedene ärztliche und nicht-ärztliche Berufsprofile zusammenarbeiten müssen. Daher ist die Vernetzung zwischen dem Psychiater, dem Arzt für Allgemeinmedizin, dem Internisten, dem Geriater – um

„Wenn ältere Menschen an Depression leiden, steigt die natürliche Verwundbarkeit umso mehr“_ Ettore Favaretto, Leiter des Zentrums für psychische Gesundheit am Krankenhaus Brixen Im Allgemeinen sind ältere Menschen fragiler und anfälliger für körperliche und seelische Erkrankungen. Es gehört dazu, dass sie in dieser Lebenszeitspanne öfters als zuvor mit stressbeladenen, unangenehmen Lebensereignissen wie Krankheiten, Todesfällen und Trauer konfrontiert werden. Da die Lebensenergie und die Fähigkeit, erfolgreich mit Stress- und Belastungssituationen umzugehen – die so genannte Resilienz – abnehmen, stellen solche Ereignisse einen zusätzlichen Risikofaktor für die Entwicklung pathologischer

sen. Es gibt zudem das Problem, dass ältere Patienten an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden und mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, was ein größeres Risiko mit sich bringt. Spezielle fachärztliche Kenntnisse sind notwendig, um gewisse Probleme zu vermeiden. Sie sprachen in Ihrem Vortrag von einem „integrativen Blickwinkel“. Was meinen Sie damit? Ich meine damit, dass bei der Behandlung von psychischen

einige zu nennen – unverzichtbar. Dies gilt genauso bei anderen Zuständen oder Erkrankungen wie Demenz (Abbau der kognitiven Fähigkeiten) oder Delir (organisch bedingter Zustand der Verwirrung), die aufgrund eines neurologischen oder körperlichen Defizits entstehen und psychiatrische Symptome als Nebenerscheinungen hervorrufen können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Forderung, dass Dienste und sanitäre Strukturen altersgemäß, das heißt: altersfreundlich gestaltet werden, und dass der Zugang zu

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Ettore Favaretto: „Etwa 20 Prozent der über 60-Jährigen leiden an irgendeiner neuropsychiatrischen Störung“

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den Strukturen allen garantiert wird. Ziel ist nicht nur die sanitäre Betreuung und Behandlung der Krankheit an sich, sondern auch die Förderung der persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten im Sinne der bestmöglichen Erhaltung der Selbständigkeit. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein gesunder Lebensstil, eine geeignete Ernährung und die regelmäßige körperliche Bewegung unter anderem das Entstehen verschiedener Krankheiten verzögern oder ihren Verlauf positiv beeinflussen. Wie bewerten Sie die Aussagen von Thomas Schael, dem neuen Direktor des Südtiroler Sanitätsbetriebes? Es stimmt, dass die Ressourcen im Verhältnis zur Anzahl derer, die in den nächsten Jahren zu versorgen sein werden, knapper werden. Ich hoffe jedoch, dass die notwendigen Sparmaßnahmen nicht auf Kosten der Qualität betrieben werden, besonders nicht bei psychisch Kranken und bei älteren Menschen mit psychischen Störungen, weil diese Gruppen besonders hilflos und nicht imstande sind, sich lautstark zur Wehr zu setzen. Im Vortrag zitierten Sie Kardinal Carlo Maria Martini, der in Anlehnung an ein indianisches Sprichwort die vier Lebensphasen definiert hat.

Die erste Lebensphase ist die des Lernens, die zweite die des Lehrens, die dritte die der Stille, und die vierte ist die Phase des Bettelns. Das Betteln ist eine Metapher, die die Bedürftigkeit und Hilflosigkeit älterer Menschen darstellen will. Es steht aber auch für die Weisheit des Wesens, das von den sterblichen Dingen Abstand nimmt, um mit Würde dem Tod entgegenzugehen. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief Ettore Favaretto, gebürtiger Meraner, studierte von 1985 bis 1991 in Verona Medizin und spezialisierte sich im Fach Psychiatrie sowie 2002 und 2004 in Psychotherapie. Er absolvierte zahlreiche Zusatzausbildungen im In- und Ausland und ist auch als Referent auf Kongressen gefragt. Sein Spezialgebiet sind die „Affektiven Störungen“ (Depression, bipolare Störungen, Angststörungen, Suizid- und Präventionsstrategien) und die Psychogeriatrie. Er wirkte an der Veröffentlichung von mehreren wissenschaftlichen Studien mit. Seit 1997 ist er ärztlicher Leiter des psychiatrischen Dienstes im Krankenhaus Brixen. Er leitet das Zentrum für psychische Gesundheit und ist für den Bereich „Territorium und psychiatrische Rehabilitation“ verantwortlich. 19


Ein ausbalanciertes Ergebnis Die Gemeindewahl vom 15. November in Natz/Schabs brachte für die SVP die erhofften klaren Verhältnisse. Ihr sitzt aber eine starke Opposition gegenüber. Eine herausfordernde Periode an Gemeindearbeit zeichnet sich ab.

D

ie Gemeinderatswahlen in Natz-Schabs sind geschlagen und haben ein durchaus erstaunliches Ergebnis gebracht; alle Listen können im Grunde mit dem Erreichten zufrieden sein. Auch wenn die Aufteilung zwischen SVP und den anderen Gruppierungen mit neun zu sechs Sitzen identisch zur Wahl im Mai ausgefallen ist, so gibt es bei der Novemberwahl zwei wesentliche Unterschiede.

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

NATZ/SCHABS

Absolute Mehrheit für SVP. Die

erste wesentliche Neuheit ist die Wahl des Bürgermeisters: Andreas Unterkircher von der Bürgerliste hatte im Mai mit einem Plus von fünf Stimmen gegen Peter Gasser gewonnen – jetzt ging der Sieg deutlich an den Herausforderer Alexander Überbacher von der SVP. Die zweite Neuheit ist die Dörferliste, die sich im Sommer gebildet hat: Sie versammelt sowohl Anhänger der Südtiroler Freiheit als auch jene Wähler, die weder bei der SVP noch bei der Bürgerliste eine politische Heimat gefunden haben. Für den wiedergewählten Gemeinderat Andreas Köck (bisher Südtiroler Freiheit) bedeutet diese Neuorientierung eine Herausforderung. War er als Exponent der Südtiroler Freiheit,

Alexander Überbacher ist der neue Bürgermeister von Natz/Schabs

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der einen Sitz im Gemeinderat so gut wie sicher hatte, bisher klar der Opposition zuzuordnen, so war die Botschaft bei dieser Wahl eine andere: Die neue Gruppe sagte von vornherein, dass sie genügend Sitze anstrebe, um einen etwaigen Referentenposten beanspruchen zu können. Nun hat die SVP mit neun Sitzen im 15-köpfigen Gemeinderat die absolute Mehrheit erreicht und braucht deshalb keinen

Koalitionspartner. Trotzdem war die Wahl für die Dörferliste ein voller Erfolg: Sie konnte zwei Gemeinderäte durchbringen und hat zudem in Schabs mehr Stimmen als die SVP Schabs erhalten. Mit diesem Ergebnis in der Tasche stellte sie gleich nach den Wahlen die Forderung nach einem Platz im Gemeindeausschuss. Bürgermeister Alexander Überbacher hat angekündigt, mit allen Listen Gespräche zu führen; da aber

die SVP die Mehrheit der Sitze hält, scheint zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses „Brixner“ ein Angebot an die Dörferliste eher unwahrscheinlich zu sein.

Politische Basisarbeit. Für die

Dörferliste stellt sich zudem die Frage, wie die zwei Gemeinderäte die politische Basisarbeit organisieren wollen. Die SVP hat in jedem Ort ihren Ortsausschuss, in dem einzelne Punkte den Ort

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info Der Gemeinderat in Natz/Schabs 2015-2020 Alexander Überbacher (Bürgermeister) – SVP Natz-Raas-Viums

1.035

Andreas Unterkircher Helmut Plaickner Roland Fundneider Elisabeth Baumgartner Tröbinger Franz Vitroler Thomas Huber Andreas Köck Sonja Rienzner Ploner Robert Klement Carmen Jaist Georg Zingerle Florian Tröbinger Hubert Rienzner Siegfried Oberhuber

767 * 305 254 221 200 197 176 166 160 156 144 129 124 107

Bürgerliste SVP Natz-Raas-Viums SVP Natz-Raas-Viums Bürgerliste Bürgerliste SVP Natz-Raas-Viums Dörferliste Dörferliste SVP Natz-Raas-Viums SVP Natz-Raas-Viums SVP Schabs Bürgerliste SVP Aicha SVP Schabs

* hat angekündigt, aus dem Gemeinderat zurückzutreten. Damit rückt Deborah Casale Goggi (102) nach

und die Gemeinde betreffend diskutiert werden. Zwar bringt nicht jeder sein Anliegen weiter, aber die Ortsausschüsse sind de facto eine Schnittstelle zwischen Gemeindeverwaltung und Bevölkerung, ein gewähltes Sprachrohr der Orte. Eine solche Basis fehlt der Dörferliste aber völlig, ebenso wie die Verankerung der Liste außerhalb von Schabs. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob und wie sie Mitstreiter motivieren kann. Auch die drei SVP-Listen können mit ihrem Ergebnis zufrieden sein. Sie stellen mit Alexander Überbacher wieder den Bürgermeister und konnten mit neun Sitzen das Ergebnis vom Mai halten. Im Vergleich zur Periode von 2010 bis 2015 bedeutet dies zwar ein Minus von zwei Sitzen, doch die Ausgangslage für die Novemberwahl war vor allem für die SVP Schabs alles andere als einfach. In Schabs hatte die Bürgerliste im Mai ein beeindruckendes Ergebnis erzielt, bei diesen Wahlen präsentierte sich die Dörferliste mit einer vorwiegend aus Schabsern zusammengesetzten Kandidatenliste als zusätzliche Konkurrenz. Angesichts dieser Umstände ist das Abschneiden der SVP Schabs mit nunmehr zwei Gemeinderäten zufriedenstellend. Der dritte Gemeinderatssitz vom Mai wanderte zur SVP Aicha, die dieses Mal alleine angetreten war.

Ernstgemeinter Wahlkampf. Das Ergebnis der SVP Schabs wie auch aller anderen SVP-Listen ist darauf zurückzuführen, dass man bei dieser Wahl den Wahlkampf wirklich ernst nahm. Es gab eine viel bessere Koordination

zwischen den einzelnen Listen und Hauptakteuren, denen es gelang, die gesamte Gruppe zu einem aktiven Wahlkampf mit vielen persönlichen Kontakten zu motivieren. Genau diese Motivation hatte bei der Maiwahl die Kandidaten der Bürgerliste ausgezeichnet. Dieses Mal war deren Wahlkampf stiller und vor allem nicht durch die harte Rhetorik gekennzeichnet, die im Frühjahr für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte. Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis bei den Sitzen respektabel: Die Bürgerliste bekam vier Sitze und damit einen weniger als im Mai, was angesichts des neuen Auftretens der Dörferliste zu erwarten war. Im Vergleich zur Periode 2010 bis 2015 hat sie aber die Anzahl der Sitze verdoppelt; der unterlegene Bürgermeisterkandidat Andreas Unterkircher hat indes angekündigt, sein Gemeinderatsmandat nicht anzunehmen.

Klare Verhältnisse. Insgesamt

zeigt sich ein ausbalanciertes Ergebnis, das mit der SVP-Mehrheit für klare Verhältnisse sorgt und den übrigen Listen dank ihrer Sitzanzahl gute Möglichkeiten zum Mitgestalten oder zur offenen Kritik gibt. Man wird sehen, in wie weit es allen Gewählten gelingt, das immer wieder zitierte „Wohl des Bürgers“ in den Vordergrund zu stellen, im Gemeinderat miteinander konstruktiv an Lösungen zu suchen und somit tatsächlich ein von persönlichen Animositäten unbelastetes Zusammenarbeiten zu ermöglichen. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 21


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Gutes vom Rind z Essen Sie Fleisch? Wenn ja, welchen Teil des Tieres? Nehmen wir das Rind als Beispiel: Üblicherweise kauft der Konsument Filet, Roastbeef, Schulternahtl und eher selten auch mal eine Spitzrose. Selbst alle Teile zusammen machen nur einen kleinen Teil

einer Rinderhälfte aus. Der Rest gilt gemeinhin als „unedel“ und wird meist zu Wurst verarbeitet. Um den Bedarf an „edlen“ Fleischteilen in Südtirol decken zu können, müssen diese importiert werden – eine Praxis, die klar im Widerspruch zu einer nachhalti-

gen, auf Regionalität bedachten Wirtschaftsweise steht. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, lud Alexander Holzer, engagierter Metzgermeister aus Lana, Berufskollegen sowie Landwirte, Ernährungsexperten und Gastwirte zu einer Informationsveranstaltung in die Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ ein. Eindrucksvoll veranschaulichte Holzer das Missverhältnis in der heute gängigen Fleischverarbeitung. Mit der richtigen Verarbeitung und Zubereitung könne aus jedem

P&G

Stück Rind Köstliches zubereitet werden. Den Beweis dazu lieferte ein im Anschluss an die Veranstaltung serviertes Schmorfleisch. „Unser Ziel ist es, ein Netzwerk aus Fleischproduzenten, einheimischen Metzgern sowie Gastwirten und Konsumenten zu bilden und für einen nachhaltigen Konsum von Fleisch zu sensibilisieren, damit der Konsument nicht ausschließlich preismotivierte Entscheidungen trifft, sondern gesundheits- und qualitätsorientierte“, so Holzer. oz

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Eine gelungene Sanierung? z Zugegeben, etwas verwahrlost war der Weg am Rechten Eisackdamm von der Adler- bis zur Widmannbrücke schon. Für die Fußgänger, Radfahrer und vor allem Mütter mit Kinderwagen und Kleinkindern war die Enge des Weges eine große Herausforderung. Nach den Anfang Juli abgeschlossenen Arbeiten ist der Eisackdamm ab der Treppe, die zum Seminarplatz führt, eine zwar breitere, aber nun etwas sterile Rinne mit einer viel höheren Mauer zum Eisack geworden. Da die großen, schattenspendenden Bäume gefällt wurden,

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konnte man in der langen Hitzeperiode im Sommer auf der rechten Seite des Eisacks kaum gehen, ohne gefühlsmäßig von der Hitze erschlagen zu werden. Der Weg von der Adlerbrücke bis zur Treppe wurde nicht saniert – gegen eine Erneuerung der löchrigen Asphaltdecke hätte aber bestimmt niemand etwas einzuwenden gehabt. Ein großes Manko ist die Treppe selbst, die zum Seminarplatz führt: Die zwei untersten Stufen wurden erneuert und haben nicht mehr die volle Breite – eine verständliche Maßnahme für die Autofahrer, die da-

Am 20. November sind zwölf männliche Flüchtlinge, die auf den Ausgang ihres Asylantrags warten, in das Haus „Miriam“ neben der Cusanus Akademie eingezogen. Die Diözese Bozen-Brixen hat nach leeren Strukturen in ihrem Besitz gesucht, um Menschen auf der Flucht aufzunehmen.

durch leichter aus der Grießgasse ausfahren können. Unverständlich ist diese Maßnahme jedoch für Fußgänger. Ein jeder ist gut beraten, bei Dunkelheit die Treppe nicht zu benützen: Wer nicht vorbereitet ist, könnte leicht bei den

abgeschrägten Stufen ins Leere steigen und stürzen. Es stellt sich außerdem die Frage, wieso nur die untersten Stufen und nicht die gesamte Treppe renoviert wurde. Hat da der Zement nicht gereicht?

Die Jugendbeiräte aller drei Sprachgruppen haben sich zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen, die unter dem Motto „Gemeinsam Projekt Südtirol – la mia Heimat – cun deplu rujenedes y cultures“ im Brixner Jugendhaus Kassianeum stattgefunden hat.

123 Absolventen bekamen unlängst ihre Diplome an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen in Brixen verliehen. Die Diplome wurden von Rektor Walter A. Lorenz, Dekanin Liliana Dozza und den jeweiligen Studiengangsleitern überreicht.

ha


NACHGEFRAGT

„Kein Rosinenpicken“ REINHARD DEMETZ, Sekretär der Synode, über die Ziele der Diözesansynode, deren bevorstehenden Abschluss – und was nun mit den gesammelten Ergebnissen geschieht. Herr Demetz, die im Frühjahr 2012 eingeleitete Diözesansynode steht nun in der Zielgeraden. Wie ist die Stimmung? Die Stimmung ist sehr positiv. Es ist ein Weg, der positiv zu Ende geht. Was war das Ziel der Synode? Gestartet ist die Synode ohne inhaltliche Ziele, dafür aber mit der Überzeugung, dass ein Köpfezusammenstecken notwendig ist, um zu sehen, was es braucht, damit die Kirche auch weiterhin ihren Dienst erfüllen kann. Ein Anliegen war, viele Menschen in den Prozess miteinzubinden und die Zukunftsentscheidun-

gen nicht alleine zu treffen. Salopp könnte man die Synode als Systemupdate bezeichnen. In welchen Bereichen besteht das größte Handlungspotenzial? Das, was die Leute in der Phase der offenen Treffen am stärksten gespürt haben, waren Themen aus dem Bereich Liturgie und Strukturfragen. Was beide Themen vereint, ist der Zusammenbruch des pfarrerzentrierten Systems in den Pfarreien, weil schlicht und einfach Personalmangel besteht. Wie geht es nun weiter? Ende November fanden die letzten Debatten statt, am 5. Dezember

wird die Synode abgeschlossen. Der Ball liegt dann beim Bischof. Dieser muss die Ergebnisse ratifizieren und rechtskräftig machen, dann geht es an die Umsetzung. Werden alle Punkte umgesetzt? Sinn der Sache ist nicht, dass dem Bischof ein Teller vorgesetzt wird, aus dem er sich die Rosinen herauspicken kann. Der Bischof kann Akzente und Prioritäten setzen. Die Synode selbst hat zwischen den ganzen Resultaten nämlich keine Prioritäten gesetzt. Das sind alles Überlegungen, die nach der Synode folgen müssen. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Zum Spenden geboren z Bei rund 700 Geburten im Krankenhaus Brixen war es 2011 lediglich 100 Mal der Fall, dass eine Nabelschnurblutspende durchgeführt wurde. Verständlich ist das für Monika Silbernagl, Koordinatorin der Hebammen, nicht unbedingt, denn die Nabelschnurblutspende ist für Mutter und Kind absolut schmerzfrei, sicher und kann bei mehr als 70 Krankheiten wie Leukämie lebensrettend eingesetzt werden. „Von der Nabelschnurblutspende merken weder die frischgebackenen Eltern noch das Neugeborene etwas“, versichert Silbernagl, die seit 1985 im Krankenhaus Brixen tätig ist. Wenige Minuten nach der Geburt wird für die Blutentnahme die Vene der durchtrennten Nabelschnur angestochen, und das Plazentablut rinnt in ein dafür vorgesehenes Säckchen ab. Das Blut wird

EISACKTAL

z Nachdem bei der konstituierenden Sitzung des Bezirksrates am 23. September ein Bezirksausschuss gewählt worden war, sind seit Ende Oktober die Aufgabenbereiche und Sachgebiete an die jeweils zuständigen Referenten zugeteilt. Walter Baumgartner, Präsident des Bezirksrates, ist zuständig für Personal, Interne Verwaltung, Öffentliche Arbeiten, Raumordnung und Landschaftsschutz, Verkehr, Wirtschaft, Sanität, Übergemeindliche Dienste (zusammen mit dem Vize-Präsidenten), Leader (zusammen mit Referentin Sigrid Hasler) sowie EDV. Vize-Präsident Alberto Conci übernimmt die Sachgebiete Finanzen, Vermögen, EU-Finanzierung, Schule und Sport. Referentin Sigrid Hasler ist neben dem Leader-Programm zuständig für die Regionalentwicklung, Tourismus, Personennahverkehr und Nightliner, Fahrrad- und Wanderwege sowie die Kinderprojekte Hippi,

Kid3 und Ostapje. Der Referent Josef Maria Fischnaller übernimmt ab sofort die Aufgabenbereiche Technische Dienste, Abfallwirtschaft, Abwasserwirtschaft, Land-, Forst- und Viehwirtschaft, Schlachthof und die Trinkwasserversorgung im Valler Tal. Referent Ingo Dejaco ist zuständig für die Sozialdienste mit Sprengel Brixen und Klausen, Jugend- und Kinderschutz, Frauen und Familie, Senioren, Inklusion-Integration und soziale Randgruppen, den Citybus und den Infopoint Mobile, Kultur sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Im Arbeitsprogramm für die Amtsperiode 2015-2020 heißt es, „die Zielsetzung der Bezirksgemeinschaft ist, unser Einzugsgebiet sozial, kulturell und wirtschaftlich zu stärken“. Und weiter: „Die Bezirksgemeinschaft hat dort ihren Beitrag zu leisten, wo die Gemeinde es alleine für sich im Sinne der Subsidiarität nicht besser machen kann.“ vk

Foto: Jyn Meyer

Aufgaben an Referenten verteilt

dann nach Padua in das dafür spezialisierte Zentrum an der Universitätsklinik geschickt und sofort weiterverarbeitet. Die Stammzellen können weltweit zum Einsatz kommen. „Die aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen werden leichter angenommen und sind sehr verträglich, da sie noch keine Abwehrzellen gebildet haben“, erklärt Silbernagl. „Es kommt auch vor, dass diese Stammzellen bei Erwachsenen als Überbrückung eingesetzt werden, bis zum Beispiel eine geeignete Knochenmarksspende vorhanden ist – die aus Knochenmarkspenden gewonnenen Stammzellen müssen nämlich zu 100 Prozent zum Patienten passen.“ Sobald die Spende zum Einsatz kommt, wird die Spenderfamilie benachrichtigt; ansonsten handelt es sich jedoch um eine anonyme Spende. vk

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BRIXEN

z Wenn in der Vorweihnachtszeit Menschenmassen hektisch durch die Brixner Altstadt ziehen, geht die besinnliche Stimmung schnell verloren. Die evangelische Gemeinde in Brixen hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, in der Erhardkirche an den vier Adventssamstagen einen Ruhepol zu schaffen. „In der Kirche fühlt man sich, als ob man in einem Kokon sitzen würde, während draußen Menschen vorbeiströmen“, ist Kerstin Schultz, die die Idee zu dieser Initiative hatte, begeistert. Die Aktion „Offene Kirche im Advent“ verfolgt außerdem die Ziele, den Brixnern eine der ältesten Kirchen der Stadt zu zeigen und einen Einblick in den evangelischen Glauben zu gewähren. Zum Beispiel ist der Adventskranz eine Tradition mit evangelischen Wurzeln: 1839 hatte Johann Wichern, Leiter eines Waisenhauses in Hamburg, im evangelischen Norddeutschland den Adventskranz eingeführt, um den Waisenkindern die Wartezeit auf den Heiligabend zu verkürzen. Die Anfänge der Erhardkirche gehen bis ins 9. Jahrhundert zurück; der heutige Bau entstand Ende des 17. Jahrhunderts. Seit 40 Jahren ist die Erhardkirche Gottesdienststätte

Foto: Oskar Zingerle

Die Erhardkirche als Ruhepol

der evangelischen Christen. Eine Besonderheit an evangelischen Kirchen ist, dass sie nicht mit Bildern geschmückt sind. vk

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Menschen & Meinungen RAPPER MIT HERZ UND HIRN: Mit Rhythmus und Liebe zum Rätoromanischen setzt sich Gino Clavuot alias „Snook“ für positive Sozialkritik und Optimismus ein

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PORTRAIT

So klingt das Leben Wie Zusammenleben gelingen kann, zeigt der Rapper GINO CLAVUOT aus dem Engadin mit seinen Songs, die ein kunterbunter Mix von Sprachen sind und gleichzeitig seine Muttersprache, das Rätoromanische, als Kraftquelle in den Mittelpunkt stellen.

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dieser Hauch von Verschmitztheit sein, vielleicht auch das offene Jeanshemd und die lässige Seemannsmütze: Gino Clavuot, 30 Jahre jung, kommt (nicht nur) bei den Jugendlichen an.

Respekt hat viele Facetten. Die

zwölf Jugendlichen im Sommercamp sammeln Begriffe, die mit Respekt zu tun haben, wahllos und gleichzeitig geordnet, miteinander verwoben und so echt wie

für eine Zeitlang aufzugeben. Wie sollte er den langen Winter füllen? Die ersten Rapverse entstanden, Gangsterrap in seiner ursprünglichsten Art: Goldketten, große Schlitten, Sprachrohr eines Teenagers, der rebellisch und kreativ zugleich sein wollte. Und irgendwann rappte er dann in seiner Muttersprache, dem Rätoromanischen, nicht, um aufzufallen, sondern weil er in dieser Sprache fühlt und denkt.

„Was wären wir ohne unsere Muttersprache?“_ Gino Clavuot alias „Snook“ Foto: Gino Cavuot

n einem Land wie Südtirol aufzuwachsen, in dem drei Sprachgruppen mehr nebeneinander als miteinander leben, ist für junge Menschen eine Herausforderung. Hinzu kommt noch die Angst vor dem Fremden und davor, die eigene Identität zu verlieren. Wo gehöre ich eigentlich hin? Elektronischer Beat im Viervierteltakt. Die zwölf Jugendlichen, die sich um Gino Clavuot drängeln, sind zwischen zehn und 15 Jahre alt. Sie lassen sich auf den simplen Rhythmus ein, trommeln auf die Tischplatte, klatschen in die Hände. Basisinstruktion für einen guten Rap, Beginn eines Gemeinschaftsgefühls. Beim letzten Sommercamp des Lyceum Alpinum Zuoz stand der Begriff „Respekt“ im Fokus. Und wie kann man junge Menschen besser davon überzeugen, respektvoll mit sich und der Welt umzugehen als über coole Rhythmen und noch coolere Texte?

Allen Widersachern zum Trotz. Gino Clavuot, der sanfte Schweizer Rapper mit brasilianischen Wurzeln und einer unbändigen Liebe zum Rätoromanischen, stürmt derzeit die Youtube-Charts. Mit einem Song, der eine ganze Nation widerspiegelt, der Vielfalt auf eine Art ins Rampenlicht rückt, dass sich jeder darin wiederfinden kann. „Momento – so klingt die Schweiz“ gibt Einblick in ein Land, dessen vielzitierte abgeschottete Fassade langsam bröckelt und dessen wahre Energie kraftvollvorsichtig an die Oberfläche dringt, allen Widersachern zum Trotz. „Momento“ gibt aber auch Einblick in die empfindsame Seele eines Rappers, der weit entfernt ist vom Böse-Buben-Image; in die Welt eines Menschen, der durch sein breites schüchternes Lächeln ebenso beeindruckt wie durch seine Liebe zur Heimat. Gino Clavuot ist ein Rapper, der sozialkritisch sein will, dabei aber immer auf gute Gefühle setzt. Es wird wohl

ben, und diese Botschaft möchte Gino Clavuot auch an die Kids weitergeben. Mit dem Tod der Mutter wandte er sich auch vom Gangsterrap ab. Er wollte Vorbild sein für seine drei kleinen Brüder, jemand, zu dem sie aufschauen konnten. Als sich die einzelnen Verse zu einem Rapsong zusammenfügen, ist die Stimmung im Camp ausgelassen und aufgeladen mit Zuversicht. Gino Clavuot schafft es immer wieder, den Kids etwas zu geben, „etwas zurückzugeben“, wie er sagt. Ausdauer zu haben und an sich selber zu glauben – das ist es, was man zum Überleben braucht, und das möchte Snook den Kids in seinen Workshops vermitteln. Rückschläge hinnehmen und trotzdem weitermachen, anders geht es nicht. Es ist der andere Reichtum, der zählt, jener, den einem die Heimat geben kann. Der Reichtum, den Menschen wie Ginos Mutter einem geben können.

Vielfalt als Chance für ein gu­ tes Zusammensein. In einem

das Leben selbst. Eine ungeahnte Fülle tut sich auf, gespeist durch das bloße Zusammensein, die Unverfälschtheit der Situation, für die Gino Clavuot steht. Die Jugendlichen geben sich dem Augenblick hin. „Momento“ im Kleinen, vielleicht auch „Momento“ für Anfänger. Respekt hat viele Facetten. Und die Sprache spielt dabei keine Rolle. Es gab zwei Wendepunkte im Leben von Gino Clavuot, der in der Musikszene als „Snook“ bekannt ist. Ein Unfall beim Snowboarden im Jahr 1999 zwang ihn dazu, den heiß geliebten Sport

Der zweite Einschnitt kam mit dem Tod der Mutter. Gino Clavuot war 21 Jahre alt, als sie den Kampf gegen den Krebs verlor. Es gibt einen Song, eine Hommage an Corina Clavuot, in der sich Snook für die supercoole liberale Erziehung bedankt. „Nomol so chli“, noch einmal so klein sein dürfen, berührt auf eine Weise, die traurig stimmt und zugleich Mut macht. Über Die Musik war es möglich, die Trauer auszuhalten. „Was immer du machst, schau es auch von außen an.“ Das hat ihm seine Mutter mit auf den Weg gege-

Land wie der Schweiz, das seinen klischeehaften Heidi-und-PeterAnstrich vielleicht nie ganz loswerden wird und in dem es neben wunderbaren Bergen und Tälern und einem Ausländeranteil von 36 Prozent vier offizielle Landessprachen gibt, fällt es schwer, Identität zu finden und zu bewahren. Dass dies möglich ist, zeigt Gino Clavuot in vielen seiner Songs. Was wären wir ohne unsere Muttersprache? Lingua Materna gibt der Muttersprache einen besonderen Stellenwert und lässt gleichzeitig viel Raum für andere Sprachen und damit für andere Mentalitäten. Vielfalt als die Chance für ein gutes Zusammensein. Nicht nur in der Schweiz.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 27


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Monese folgt auf Lobis z Nach nur sechs Monaten hat Markus Lobis von der Liste demos brixen bressanone sein Gemeinderatsmandat zurückgelegt: „Verschiedene Herausforderungen beruflicher und privater Natur haben dazu geführt, dass mir nicht mehr die Zeit und die Energie zur Verfügung steht, eine ordentliche Arbeit im Dienst der Bürgerschaft zu leisten.“ Ihm folgt nun Nicolas Monese, der bei den Gemeinderatswahlen vom 10. Mai 115 Stimmen erhalten hatte. „Il mio obiettivo è quello di riavvicinare

i cittadini alla politica e la politica ai cittadini“, schreibt Monese in einer Aussendung, „Bressanone ha bisogno di decisioni prese in modo condiviso che si trasformino in atti concreti.“ Nicolas Monese ist 20 Jahre jung, Student und Sporttrainer. Dem entsprechend gilt sein Hauptaugenmerk der Jugend: „Per ovvii motivi anagrafici, la mia azione avrà anche come ‘beneficiari privilegiati’ i giovani.” wv

M&M Menschen & Meinungen

BRIXEN

Trauer um Leo Munter

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum do Soliman in do Hofburg halluziniert. Er werd davor afn Weihnachstmårkt ordentlich getegelt hobn ...

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190 Lehrpersonen, sechs Direktoren und ein Inspektor, die mit 1. September 2015 in den Ruhestand getreten sind, wurden in Brixen in der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ und in der Landeshotelfachschule „Kaiserhof“ in Meran für ihren Dienst in den Südtiroler Schulen geehrt.

z Altdekan Leo Munter ist am Cäciliasonntag im Alter von 84 Jahren verstorben. Nicht nur als begnadeter Prediger und Schreiber wird er vielen Brixnern in Erinnerung bleiben, sondern auch als „Erfinder“ verschiedener Initiativen, die anfangs in Kirchenkreisen nicht immer auf unmittelbare Gegenliebe stießen, wie beispielsweise das Stadtgebet, der Europäische Besinnungsweg nach St. Cyrillus und der Pfarrkalender. Intensiv setzte sich Munter für die Sanierung des Weißen Turms ein. Als Erzieher im Vinzentinum, Subregens am St.-Joseph-Heim in Bruneck, als

Spiritual im Johanneum sowie später als Priester und Dekan war er für sein herzliches Verhältnis mit Kindern und Jugendlichen bekannt. Für die Bedürfnisse Armer und Obdachloser setzte er sich zuweilen energisch bei den politischen Verantwortungsträgern ein. Im Winter 2002 ließ er das Pfarrheim zeitweise schließen, um Obdachlosen ein Übernachtungsquartier zu bieten. Seine 17-jährige Tätigkeit als Dekan und Domkanoniker beendete Munter im Jahr 2006, er wirkte aber auch danach noch in der Seelsorge mit.

Der am 12. November vorgestellte Frauenkalender Alchemilla erstrahlt heuer in frischem Rot. 2016 erzählen die „Alchemillen“ von Frauen, die ihr Denken und Fühlen geprägt und beeinflusst haben. Das Zeitbüchlein ist von 1993 bis heute zu einem feministischen Kontinuum geworden.

Der vom Brixner Albert Gruber gegründete Onlus-Verein „Monsalvat for Asia“ sammelt Hilfsgüter wie Zelte, Bekleidung, Schultaschen und Hygieneartikel, die Anfang Jänner zu den Erdbebenopfern nach Nepal geschickt werden. Die Gegenstände können in der Köstlaner Straße 15 abgegeben werden.

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Foto: Oskar Zingerle

O o op s

Leser kochen für Leser

Ferrero­Rocher­Torte

mein Hoppala

> Zutaten

Ziel verfehlt

120 g Zucker 3 Eier 220 g Mehl 3 EL Bitterkakaopulver 1 Pkg. Backpulver 200 ml Milch

Moritz Neuwirth, Barkeeper

Es war während der Arbeit in der Bar Absolut, als mir die kleine, aber feine Verwechslungsgeschichte passierte. Wie so oft waren wir Kellner wiedermal zum Scherzen aufgelegt, und ich überlegte, während ich die Getränke zu den Tischen trug, wie ich denn meiner Kollegin am heutigen Abend einen Streich spielen könnte. Erschrecken geht immer, dachte ich mir insgeheim, und wartete, bis sie das nächste Mal in der Toilette verschwand. Endlich war es soweit: Ich versteckte mich hinter der Theke und wartete, bis sie wieder zurückkam. Als ich ihre Schritte hörte, sprang ich hinter der Theke hervor und schrie so laut ich konnte: „Buh!!“ Im selben Moment bemerkte ich allerdings, dass ich nicht meine Kollegin, sondern eine Frau erschrak, die zuvor einen Kaffee in der Bar getrunken hatte. Diese musste sich von diesem Schock erst mal erholen – wie ich auch. Ich entschuldigte mich tausendmal und erspähte im Augenwinkel nun auch wirklich meine Kollegin, die sich vor Lachen kaum noch halten konnte.

Echo

mmh!

Für die Creme: 300 g Nutella ca. 150 ml Frischsahne Haselnuss-Waffel-Kekse gehackte Haselnüsse

> Zubereitung Die Eier mit dem Zucker schaumig rühren. Mehl, Backpulver und Kakaopulver vermischen. Dann abwechselnd

das Mehl und die Milch unterrühren. Bei 180 Grad etwa 35 bis 40 Minuten backen. Inzwischen die Creme zubereiten: Frischsahne steif schlagen, Nutella, die zerstampften Kekse und die gehackten Haselnüsse unterrühren. Die abgekühlte Torte waagrecht durchschneiden und mit der Creme füllen. Die gesamte Torte mit der restlichen Creme vollständig bestreichen. Eventuell mit mehr zerhackten Haselnüssen und echten Ferrero-Rocher-Pralinen verzieren. P.S.: Für die Torte im Bild wurde die dreifache Menge verwendet.

Martina Corso aus Brixen ist leidenschaftliche HobbyKuchenbäckerin. Sie verziert und kreiert wahrhaftige konditorische Meisterwerke, mit denen sie Familie und Freunde verwöhnt. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Leser schreiben uns

„Es liegt nicht am Haus“ Leserbrief zu den Aussagen von Josef Lanz im Interview „Frischer Wind“, „Brixner“ Nr. 309, Seite 39

Wolfgang Plank, Generaldirektor der Stadtwerke Brixen AG, Betreibergesellschaft des Forum Brixen

Die Reihe „Forum Cultur“ sammelt – neben den vom Kulturverein Brixen Musik organisierten Konzerten – Musik- und Theaterdarbietungen von rund zehn verschiedenen Veranstaltern. Mag das Forum Brixen in Architektur und Lage gewisse Schwachpunkte haben, so ist es doch bei Aufführungen des Südtiroler Kulturinstituts, der Komödie Brixen, der Bürgerkapelle Brixen oder des Männergesangvereins ein Anziehungspunkt mit viel Leben auf und vor der Bühne, wie Josef Lanz als ehemaliges

Verwaltungsratsmitglied des Hauses sicher weiß. Übrigens ist der Saal auch beim Neujahrskonzert, das der Kulturverein Brixen Musik mitgestaltet, bis auf den letzten Platz gefüllt. Warum bei anderen Abenden des Kulturvereins Brixen Musik leere Ränge zu beklagen sind? Es mag wohl doch nicht (nur) am Hause liegen.

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Ist der Jugendrat eine sinnvolle Einrichtung?“ 15,79% Ja, damit bekommt die Jugend erste Einblicke in die Politik 36,84% Ja, aber nur theoretisch. In der Praxis hat sich die Idee eher nicht bewährt 21,05% Nein, solange sich nicht eine akzeptable Anzahl Kandidaten meldet 26,32% Nein, die Jugend sollte über andere Initiativen für Politik begeistert werden

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats: Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

„Verändert die Terrorwelle Europa?“ > > > >

Ja, radikalisierte Jugendliche werden immer gefährlicher Ja, aber nur eine Zeitlang. Die Thematik wird wieder abflachen Nein, in Europa wird man sich an solche Fälle gewöhnen Nein, bei den Terroristen handelt es sich um Einzelfälle

Stimmen Sie mit! www.brixner.info 29


LAMMento

Der Maikäfer hat überzeugt still zu halten und das Lachen zu unterdrücken. Die paar Sekunden haben sich aber gelohnt: Das Resultat ist nicht nur ein Highlight fürs Familienalbum, sondern macht sich auch besonders gut als Siegerfoto der „Brixner“-Kinderfotoaktion. Jana und ihre Eltern konnten kürzlich das Geschenk, das freundlicherweise von der Firma Trony zur Verfügung gestellt wurde, abholen und dürfen nun mit der nigelnagelneuen Fotokamera viele weitere tolle und lustige Fotos fürs Familienalbum knipsen. Wir wünschen viel Spaß! Das „Brixner“-Team bedankt sich auch heuer wieder für die zahlreichen Einsendungen und hofft auch im nächsten Jahr auf rege Teilnahme. Im Bild ist Jana Agreiter mit ihren Eltern, ihrer Schwester und mit Ambra Fusa, der Filialleitern von Trony in Brixen. eh

Foto: Oskar Zingerle

WAS schaffen wir? „Wir schaffen das!“, sagt der Franz, während er selbstbewusst nickend einen kräftigen Schluck Bier zu sich nimmt, wobei jetzt laut Kalender eigentlich Glühwein angesagt wäre, aber wir haben ja noch Temperaturen wie im September. „Was schaffen wir?“, fragt Frieda, die am Budel gerade ein zweites Bier zapft. „Na die Flüchtlinge!“, sagt der Franz, „wenn die Angela meint, wir schaffen das, dann schaffen wir das auch!“ Nun, sage ich, ich bitte um klarere Aussagen: „Was“ schaffen wir? Mit den Menschen ein Selfie zu machen? Ihnen eine Decke zu geben, weil sie sonst erfrieren? Sie ein Jahr warten zu lassen auf den Ausgang ihres Asylansuchens? Ihnen ein „Refugees welcome“Schild vor die Nase zu halten und einen Monat später verblüfft festzustellen, dass sie immer noch da sind? Ihnen eine Pritsche in einer Turnhalle zur Verfügung zu stellen? Ein Haus mit Wlan, dafür ohne Heizung? „Tja, ich weiß auch nicht, wie Angela das meint“, sagt der Franz, „aber ... nun, wie soll ich sagen: Wir schaffen das.“ Was? WAS schaffen wir? „Wenn wir es nicht schaffen, die Leute in unsere Gesellschaft zu involvieren, dann haben wir in zehn Jahren in Europa 50 Molenbeeks mit radikalisierten Jugendlichen, die ihr Leben am Rande der Gesellschaft satt haben. DAS ist die Herausforderung: Wir müssen die Menschen integrieren!“, sagt die Frieda, was Franz zunächst ziemlich sprachlos lässt, was auch nicht oft vorkommt. Schaffen wir DAS wirklich? „Nun“, sagt der Franz kleinlaut, „es sind ... viele. Sehr viele.“

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z Der kleine Maikäfer war es, der das „Brixner“-Redaktionsteam bei der heurigen Kinderfotoaktion im „Brixner“ Nr. 308 überzeugt hat. Dieser kleine Käfer hat es sich bei den heurigen sommerlich-warmen Temperaturen auf dem süßen Mund von Jana Agreiter aus Lüsen gemütlich gemacht; für das Foto hat es Jana geschafft, einen Moment

BRIXEN

Ein Leben ohne Alkohol z Nach 24 Jahren Alkoholmissbrauch und Gewalt rechnet der Brixner Kurt Unterhuber in dem Buch „Mein Weg aus der Gewalt“ mit seiner Vergangenheit ab. Bei dem Vorhaben, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, hat ihm Konrad Fissneider geholfen. „Ich musste viel aufarbeiten und auch umdenken, um überhaupt zu meinem jetzigen, zu meinem neuen Leben zu kommen“, gesteht Kurt Unterhuber heute. Mit dem Alkohol ist auch die Angst vor den Behörden verschwunden, das Schamgefühl und vor allem die Aggression; doch der Weg dorthin war steinig. „Wachgerüttelt hat mich ein Banküberfall, den ich im Februar 2008 verbrochen habe. Ich habe mir nur gedacht, dass ich endlich das Saufen lassen muss“, so Unterhuber. Und er hat es geschafft: Inzwischen ist Unterhuber seit über sieben Jahren trocken. Die Vergangenheit wird er wohl nie vergessen können, besonders das Obdachlossein holt ihn immer wieder ein, aber er spricht offen darüber und gesteht sich seine Fehler ein – „alles hätte wirklich nicht sein müssen“. Deshalb hat er sich auch vor wenigen Monaten in der damals überfal-

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

IN EIGENER SACHE

lenen Bankfiliale entschuldigt, was ihm zwar ungeheuerlich viel Kraft gekostet hat, ihm ist dadurch jedoch eine große Last von den Schultern gefallen. Das Buch „Kurt Unterhuber: Mein Weg aus der Gewalt“ wurde am 18. November im Raiffeisensaal vorgestellt; erschienen ist es im Athesia-Verlag. vk


Pro& Contra War es notwendig, die Bettelverordnung für Brixen zu verschärfen? Der Hintergrund:

Im Oktober hat der Brixner Stadtrat über eine Verordnung des Bürgermeisters die Möglichkeiten zur „Ausübung der Bettelei“ im Gemeindegebiet eingeschränkt: Von Geschäften müssen Bettler nun mindestens drei Meter Abstand halten, in unmittelbarer Nähe zu den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und an gebührenpflichtigen Parkplätzen ist Betteln verboten.

FÜR SIE & IHN

GUTSCHEIN MASSIMO BESSONE, Vizepräsident des Brixner Gemeinderates: „Ogni cittadino deve collaborare a reprimere il fenomeno non donando più soldi“

Ja Ich bitte die deutschsprachigen Leser um Nachsicht: Es fällt mir leichter, meinen Standpunkt in meiner Muttersprache auszudrücken. Ottima la presa di posizione del sindaco Peter Brunner, che ha ascoltato non solo me, ma soprattutto l’esasperazione dei cittadini ormai stufi di questa situazione che non giova a nessuno e danneggia l’immagine della città. Ritengo importante sottolineare che l’ordinanza non va contro le povere persone, anzi la sua emanazione farà sì che venga fermata l’organizzazione malavitosa dell‘accattonaggio che usa vigliaccamente questi sfortunati per arricchire unicamente i propri vertici. Ogni cittadino deve collaborare a reprimere il fenomeno non donando più soldi, anche perché nella nostra città esistono da tempo organizzazioni che si prendono cura delle persone veramente bisognose che non hanno di che vivere. I disagiati, soprattutto i veri diversamente abili in cerca d’aiuto, troveranno giovamento nell’allontanamento di chi finge menomazioni fisiche truffando le persone di buon cuore, che si privano del denaro, e penalizzando chi ha davvero bisogno. Ora tocca alla polizia municipale che come sempre espleterà al meglio il proprio dovere districandosi in situazioni difficili, tra mille leggi e cavilli burocratici. Sottolineo che bisogna creare una sinergia con gli altri comuni della provincia interessati dal problema, in modo da condividere informazioni utili ad identificare eventuali situazioni di illegalità e punire severamente chi in maniera recidiva continua a truffare. z

HUBERT PÖRNBACHER, stellvertretender Vorsitzender der oew: „Brixen macht es sich zu einfach“

Nein Keine Verordnung kann ein Stadtbild schönschreiben, auch in Brixen nicht. Genauso unzulässig ist es, bettelnde Menschen als „Verunstaltung“ zu bezeichnen oder für städtische Verschmutzung verantwortlich zu machen. Not kann durch eine Ordinanz nicht ausradiert werden. Brixen macht es sich zu einfach. Betteln ist für alle Beteiligten eine demütigende Erfahrung. Als übergeordnetes Motiv zeigt sich bei bettelnden Menschen durchwegs Überlebens-Unsicherheit: Armut, Krankheit, geringe Ausbildung, Diskriminierung am Arbeitsmarkt. Ein Bettelverbot löst diese Probleme nicht und ist auch rechtlich unzulässig. Die italienische Verfassung schützt das Betteln im herkömmlichen Sinn: Stilles Betteln ist als Menschenrecht anerkannt – aufdringliches Betteln nicht. Bettler organisieren sich dahingehend, dass sie gemeinsam zu ihrem „Arbeitsplatz“ anreisen, wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen – wie viele von uns das auch tun. Für organisiertes Betteln in Form von kriminellen Hintermännern gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Bettelnde Menschen sind ein sichtbares Zeichen von steigender Armut. Damit konfrontiert zu werden, fällt vielen Menschen schwer. Uns muss klar sein: Menschen, die betteln, leben prekär. Und Menschen, die Bettler begegnen, entscheiden eigenverantwortlich, ob sie sie mit einer Spende unmittelbar unterstützen wollen oder nicht. Gute Sozialprojekte sind notwendig, erreichen aber niemals alle, wenn sich die staatlichen Rahmenbedingungen nicht ändern. Fazit: Nur die wenigsten Menschen wollen betteln, aber dürfen müssen sie können. z

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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Angst vor Terror? Fotos: Oskar Zingerle

Anschläge in der französischen Hauptstadt, Dschihad-Kämpfer in Meran und Terrorwarnungen in Europa verbreiten derzeit Angst und Schrecken. Wir haben uns umgehört, ob die Geschehnisse der letzten Wochen die Brixner einschüchtern – und wie sie mit den Terrorübergriffen umgehen.

Für Doris Fabian ist es erschreckend, aber „der Dialog ist das einzige Instrument gegen solche Attacken. Derzeit besuche ich einen Arabisch-Kurs, da mein Interesse groß ist für diese Welt, für diese Realität und für diese Religion. Ich versuche einfach zu verstehen. Wenn das mehrere tun würden, hätten wir wohl mehr Erfolg.“

„Mich beängstigt sehr, was derzeit passiert“, sagt Kristin Holzer. „Ich glaube, Südtirol ist zum Glück noch ein sehr sicheres Land, doch es wäre naiv zu denken, dass uns das nicht auch betrifft. Diese Problematik geht uns alle an. Ich fürchte, dass das erst der Beginn eines schrecklichen und langen Krieges ist, bei dem sich alle vereint gegen den Terror stellen sollten.“

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„Ich verhalte mich nicht anders, seit ich von den Anschlägen erfahren habe“, verrät Stefan Constantini. „Aber logischerweise verfolgt man die Thematik in den Medien. Ich bin überzeugt, dass man dieses Problem nur in den Griff bekommt, wenn man es an der Wurzel packt, die Konflikte in den Ausgangsländern löst und die Radikalen verfolgt.“

„Was soll man dagegen tun?“, fragt sich Georg Dorfmann. „Diese Terroranschläge gibt es schon lange, und man hat meines Erachtens schon lange versäumt, etwas dagegen zu unternehmen. Besser wird es bestimmt nicht werden. Richtig Angst habe ich nicht, aber man überlegt sich schon besser, wo man in den Urlaub fährt und ob beziehungsweise welche größeren Veranstaltungen man besucht.“

„Es ist eine Schweinerei“, schimpft Ingeborg Sirot. „Angst um mich selbst habe ich nicht, vielmehr aber um meine Kinder. Instinktiv würde ich jetzt Massenansammlungen meiden, die waren mir bisher aber auch nie wirklich angenehm. Wenn man nur wüsste, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte ...“

„Mein Sohn fährt nach Rom, und ich muss sagen, ich habe ein sehr mulmiges Gefühl dabei“, gesteht Betty Castiglioni. „Sicherlich werden das nicht die einzigen Anschläge gewesen sein. Ich vermute, dass in naher Zukunft noch etwas nachkommen könnte. Natürlich hofft man dabei, dass es nicht bei uns passiert.“

„Non trovo di fatto buono quello che sta succedendo“, erklärt Sing Sudager aufgeregt. „Assolutamente non è la religione quella che dice di buttare bombe e di sparare, questo non lo dice la religione. Io non sono musulmano, ma la mia religione mi invita ad essere buono con ognuno, di non allungare le mani e di parlare bene con tutti. Io ho paura adesso, veramente paura.“

„Ich habe bei uns keine Angst, vors Haus zu gehen“, schildert Noemi Widmann. „Aber Respekt hat man schon! Ich finde, es ist höchste Zeit, dass etwas unternommen wird, auch in Bezug auf das Flüchtlingsthema. Auch das muss in den Griff bekommen werden. Nach Paris oder in andere Großstädte würde ich in Zeiten wie diesen aber ganz sicher nicht fahren.“


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Kunst & Kultur

DER MILITÄRPFARRER UND MONSIGNORE JOSEF HOFER

Ein schicksal­ bewegtes Leben

Der 1880 in Lüsen geborene Josef Hofer erhielt seine Ausbildung im Orient. Dem armenischen Völkermord sowie dem KZ ist er knapp entkommen. Hofer war Feldkurat im 1. und Wehrmachtoberpfarrer im 2. Weltkrieg.

G

erade in diesem Jahr soll an das außergewöhnlich bewegte Leben und Wirken des in Lüsen geborenen Josef Hofer erinnert werden, dessen Schicksal eng mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, insbesondere aber auch mit dem vor 100 Jahren einsetzenden Völkermord an den armenischen Christen verbunden ist. Eine Würdigung hat er zwar schon im Lüsner Dorfbuch von 1988 erfahren, neuere Forschungen und das Buch „Wenn er gerufen wurde, war er da“ von Hans Georg Schnieders über den Militärpfarrer Theodor Loewenich lassen jedoch einige neue Erkenntnisse über den Militärpfarrer und späteren Monsignore Josef Hofer zu.

Von Lüsen in den Orient. Josef

Hofer wurde am 4. Juli 1880 als Sohn der ledigen Unterwirtstochter Anna Hofer in Lüsen geboren. Sein Taufpate war Alois Oberhauser, der zusammen mit seiner zweiten Frau, Thekla Stampfl, die Großeltern von Bischof Josef Gargitter waren. Dass und wie dieser vierzehnjährige Bub Josef Hofer aus Lüsen nach seiner vierjährigen Schulzeit an der „Übungsschule“ in Bozen und nach der abgebrochenen 1. Klasse am dortigen Franziskaner Gymnasium – er meldete am 14. Mai 1894 seinen Austritt – in das Seraphische Seminar der PP. Kapuziner nach Santo Stefano bei Konstantinopel kam, um sich für den Missionsberuf vorzubereiten, erscheint zunächst mehr als sonderbar. Dazu muss man allerdings wissen, dass in den Jahren 1881/82 das Studienkloster Santo Stefano und das Seminar Budja bei Smyrna (heute Izmir) zur Förderung der 34

Orientmission ausgebaut wurden – und dafür stellte gerade die Tiroler Kapuziner-Provinz die meisten Lehrkräfte. Der erste Rektor der Orientmission, der auch als Professor wirkte, war P. Linus Mader aus Sterzing. Mader hatte sich zuerst in Bulgarien niedergelassen und wirkte von 1892 bis 1908 im Studienkloster Santo Stefano. Josef Hofers Großeltern (Anna Fischnaller aus Rodeneck und Ignaz Hofer aus Brixen) hatten 1852 in Sterzing, wo Ignaz’ Onkel 25 Jahre lang als Stadtpfarrer tätig war, geheiratet. Jener war somit ein guter Bekannter der Kapuziner, die den jungen, unehelich geborenen Josef Hofer mit in den Orient nahmen. Welchen Eindruck mag wohl das am 10. Juni 1894 durch ein Erdbeben zum Großteil zerstörte Kloster Santo Stefano bei Konstantinopel auf den jungen Josef Hofer gemacht haben? Nach Abschluss des Obergymnasiums in französischer Sprache und nach bestandener Matura setzte er 1898 übers Meer und studierte in Budja bei Smyrna Theologie. In der dortigen Pfarrkirche zum hl. Polykarp empfing er am 16. November 1902 die Priesterweihe und feierte dort auch Primiz. Nach weiteren Studien wirkte er von 1904 bis 1909 als Lehrer der französischen und lateinischen Sprache und der Naturwissenschaften am Seraphischen Seminar in Santo Stefano, sodann bis 1912 als Missionar und Ordensoberer in der Missionsstation Samsun am Schwarzen Meer. Von 1912 bis August 1914 war er Missionssuperior und Direktor der französischen Mittelschule in Erzurum im armenischen Ostanatolien.

Dem Völkermord entronnen. und ganze Bataillone hingerichtet. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Josef Hofer nach Österreich berufen. Am 3. August 1914 wurde er zum Feldkuraten des 2. Landesschützen-Regimentes (ab 1917 Kaiserschützen) bestellt, womit seine langjährige Laufbahn als Soldatenseelsorger begann. Das eigentlich zur Verteidigung der Landesgrenzen vorgesehene­2. Landesschützen-Regiment wurde „zum Schutz der Heimat“ nach Russland entsandt, wo viele in den Schlachten von Grodek und Lemberg „heroisch verbluteten“, oder besser gesagt verheizt wurden, während Tirols Grenzen entblößt blieben. Aber schon Ende 1914 wurde er vom k. u. k. Außenministerium in Wien als ausgezeichneter Kenner der Verhältnisse Kleinasiens zur geheimen Berichterstattung über die Massaker an den armenischen Christen wieder in die Türkei geschickt. Am 14. November 1914 war das Osmanische Reich an der Seite der Mittelmächte in den Ersten Weltkrieg gegen die Entente eingetreten, zu der auch das damals christliche Russland gehörte. Obwohl die Mehrheit der armenischen Zivilbevölkerung und der Soldaten sich nicht an den Kämpfen Russlands beteiligte, sondern sich gegenüber dem Osmanischen Reich loyal verhielt, machte die Staatsführung das armenische Volk kollektiv für die erlittenen militärischen Niederlagen verantwortlich und nahm dies zum Vorwand, das Gros der armenischen Bevölkerung zu deportieren, was einem „Massenmord“ gleichkam. Armenische Soldaten wurden entwaffnet

Die großen Deportationen begannen am 24. April 1915 und waren so angelegt, dass möglichst viele auf solchen „Todesmärschen“ über das Gebirge oder durch die Syrische Wüste verdursteten und verhungerten. Mädchen und Frauen wurden vergewaltigt, Gold und Schmuck unterwegs geraubt. Ein Gesetz verbot, den Armeniern irgendwelche Nahrungsmittel abzugeben. Die Deportationen verfolgten den Zweck der Vernichtung, nicht der Umsiedlung oder Wiederansiedlung. Wer nicht auf den Todesmärschen umkam, starb in den Lagern im heutigen Syrien an Hunger oder Seuchen. Diesem „Völkermord“ fielen nach Angaben von armenischer Seite rund 1,5 Millionen Armenier zum Opfer, während die aus dem Osmanischen Reich hervorgegangene Republik Türkei dies immer noch vehement bestreitet und von etwa 300.000 Opfern von Gewalt auf beiden Seiten spricht. Aus der diplomatischen Korrespondenz jener Zeit geht hervor, dass die „Jungtürken“ den Weltkrieg dazu benutzen wollten, um mit der „verräterischen“ christlichen Minderheit der Armenier gründlich aufzuräumen. In Wien und in Berlin wusste man über die Massaker Bescheid, ohne dagegen einzuschreiten. Bei seinem Einsatz als geheimer Berichterstatter über die selbst beobachteten Niedermetzelungen von armenischen Christen wurde Josef Hofer im Mai 1915 von den türkischen Behörden in Ankara inhaftiert und zum Tode durch den Strang verurteilt. Ende Juni, am 17. Tag des Fußmarsches zur Hinrichtung nach Konstantino-


pel, gelang ihm die Flucht nach Österreich. Im Wiener Volksbildungshaus Urania hielt er in der Folgezeit eine Reihe von Vorträgen über die selbst erlebten Armeniergreuel, doch anscheinend ohne politischen Erfolg. Er wurde vielmehr erneut in seiner früheren Eigenschaft als Feldkurat bis Kriegsende an die russische Front (Ostfront) geschickt.

JOSEF HOFER 1924: Die Soutane mit violettem Nahtbesatz und rotem Zingulum aus Seide weisen ihn als Monsignore aus, die Goldborten auf den Ärmelaufschlägen sind Zeichen des Majorsranges für den Feld-Oberkuraten

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Als Feldkurat im Ersten Welt­ krieg. Bei der Assentierung am

3. Februar 1916 in Innsbruck wurde Josef Hofer zum „k. u. k. Feldkuraten in der Reserve auf Kriegsdauer“ für die Ersatztruppe der Landwehr eingeteilt und am darauffolgenden 10. Juni zum Kommando der 4. Armee nach Chełm, einer polnischen Stadt unweit der Grenze zur Ukraine, einberufen. Dort musste er den italienisch sprechenden Truppen täglich Vorträge halten und einmal monatlich die Feuerlinie besuchen. Im Dezember wurde er zur Außenstelle des Kommandos in die Stadt Wolodymyr-Wolynskyj im Nordwesten der Ukraine geschickt. Vom 5. bis 20. März 1917 wirkte er im Epidemietrakt des Garnisonsspitals Nr. 10 in Innsbruck, und zwar im Barackenlager des Ortsteils Pradl. Anschließend wurde er dem Inf. Baon VI/4 (der 2. Armee) zugeteilt, das später Süd-Tiroler-Baon, rekrutiert aus den früheren Welschtirolern, beziehungsweise Süd-West-Baon 1 genannt wurde. Gefechte erlebte er damals bei Brody an der Boldurka (Galizien/Ukraine). In Josef Hofers „Qualifikationsbeschreibungen“ von 1916 bis 1918 werden besonders folgende Eigenschaften hervorgehoben: Er verhält sich äußerst gewissenhaft und pflichteifrig, sein Einfluss auf die Moral der Mannschaft, deren Vertrauen er besitzt, wirkt sich sehr günstig aus, er ist ein hervorragender Prediger und ist nicht nur als Priester, sondern auch als Mensch eine hervorragende Erscheinung. Zudem beherrscht er folgende Sprachen: deutsch, französisch, italienisch, türkisch und neugriechisch, d.h. die griechische Volkssprache. Neben seinen Fähigkeiten als Lehrer verfügt er über besondere Kenntnisse und Geschicklichkeit in Mechanik, Elektrotechnik und Uhrmacherei. Vom Kriegsende 1918 bis 1921 war Josef Hofer in der „MatrikenAbteilung 10.VL.“ tätig, das heißt in der genealogischen Forschung im Wiener Kriegsarchiv. Nach der Aufstellung des neuen österreichi35


Kunst & Kultur

die seltene Erinnerungsmedaille an den Todestag Franz Josefs (1916) am schwarzen Band, Ehrenzeichen II. Klasse vom Roten Kreuz mit Kriegsdekoration und Schwertern (1918). 1928 wurde ihm noch die Tiroler Landesdenkmünze 1914-1918 und 1932 die Österreichische Kriegserinnerungsmedaille verliehen.

Wehrmachtoberpfarrer in Paris.

Das Unterwirtsgasthaus in Lüsen war von 1860 bis 1902 im Besitz der Familie Hofer; das Bild zeigt das Gasthaus vor dem großen Dorfbrand von 1921, heute steht hier das Rathaus

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schen Bundesheeres wurde er am 1. Juni 1921 zum Brigadepfarrer und am 14. Juli desselben Jahres definitiv als Leiter der Brigadepfarrer mit Sitz in St. Pölten eingesetzt. Besonders interessant ist folgende Notiz: Am 31. August 1921 erhält Josef Hofer einen „ZivilkleiderAnschaffungsbeitrag“ von 8.000 Kronen, worunter wir die Kleidung eines Weltpriesters, vermutlich die Soutane des Monsignore – zu verstehen haben – er war

ja immer noch Kapuziner-Pater. Mit Entschließung des Bundespräsidenten vom 1. Juni 1924 wurde ihm der Titel eines FeldOberkuraten im Rang eines Majors verliehen und am 2. August 1926 der Amtstitel Militärsuperior im Rang eines Oberstleutnants. Am 1. April 1926 wurde Josef Hofer in die Diözese St. Pölten inkardiniert, das heißt als Weltpriester aufgenommen. Als Mitglied des Orientalischen Instituts für die

Mission im Orient gehörte er als Kapuziner mit dem Ordensnamen Pater Norbert bis dahin nämlich der Diözese Konstantinopel an. Für seinen Einsatz erhielt er folgende Auszeichnungen, die er in der genannten Reihenfolge auch gerne trug: Ritterkreuz des FJ-Ordens mit Kriegsdekoration und Schwertern (1918), Geistliches Verdienstkreuz II. Klasse am weiß-roten Band mit Schwertern (1917), Karl-Truppenkreuz (1917),

Infolge des Anschlusses Österreichs an das Dritte Reich im Jahre 1938 musste Josef Hofer gegen seinen Willen mit Vereidigung auf den Führer in die Deutsche Wehrmacht eintreten. Nach Zwischenstationen als Garnisonspfarrer in Krems und Wehrkreispfarrer in Kassel wurde er am 1. Dezember 1940 vermutlich wegen seiner guten Französischkenntnisse als „Dienstaufsichtsführender Kriegspfarrer beim Militärbefehlshaber in Frankreich“ mit Sitz in Paris eingesetzt. Auf einem Foto von 1943 ist Josef Hofer als Wehrmachtpfarrer abgebildet. Der Wehrmachtpfarrer stand im Rang eines Majors und trug Offiziersuniform ohne Schulterstücke oder Rangabzeichen, allerdings mit violett unterlegten Kragenspiegeln in Silbersti-

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Sehr geehrter Herr! … Ich bin glücklich, die Gelegenheit ergreifen zu können, um dem Herrn Militärgeistlichen Josef H. meine besondere Hochachtung auszusprechen. Ich wurde tatsächlich im Jänner 1941 durch den deutschen Abwehrdienst verhaftet und im Militärgefängnis von Cherche Midi gefangen gehalten. Herr Josef H. hat sich sofort, indem er seine amtliche Stellung als Militärgeistlicher ausnützte, mit mir in Verbindung gesetzt und hat sich bemüht, meine Haft, soweit ihm dies möglich war, zu erleichtern. Er wurde von allen Gefangenen sehr geschätzt; er stattete ihnen häufig Besuche ab und bemühte sich, ihre Moral zu heben. Nachdem er im Oktober 1941 erfahren hatte, dass mein Name auf den Listen der Geiseln, die drei Tage später erschossen werden sollten, aufschien, gelang es ihm in letzter Minute, meinen Transport nach Deutschland zu veranlassen, was mich vor der Hinrichtung rettete. Ende 1942 gelang es ihm, meine Entlassung aus der Haft aus Gesundheitsrücksichten nach Frankreich zu erwirken. Dasselbe gelang ihm

für eine Reihe anderer Kameraden durchzusetzen, deren Namen hier folgen: Daniel D., Leon S., Martial B., Jean Jacques L. Unglücklicherweise zog ihm sein ständiges und erfolgreiches Eintreten zugunsten der französischen Kriegsgefangenen und Deportierten die Aufmerksamkeit der Gestapo und der SS zu. Er wurde zu wiederholten Malen heftig bedroht und schließlich in Ungnaden nach Danzig unter äußerst harten Bedingungen verschickt. Ich kann durch Darlegung dieser wenigen Tatsachen nur in ganz gedrungener Weise das Gesamtverhalten dieses mutigen und opferfreudigen Priesters resümieren, der den Deutschen sowohl als Katholik als auch als Österreicher mutig entgegentrat. Ich bin gerne bereit, Sie zu ermächtigen, diese meine Aussagen im Rotbuch der österreichischen Widerstandsbewegung zu veröffentlichen.

ckerei. Auf der Schirmmütze ist zwischen dem Hoheitszeichen und der Kokarde ein lateinisches Kleeblattkreuz zu erkennen. Das Brustkreuz mit Kette war außer bei Amtshandlungen, wie auf der Fotografie abgebildet, zwischen dem zweiten und dritten Knopf der Feldbluse eingesteckt. Darunter trägt er das Kriegsverdienstkreuz am Band. Links am braunen Ledergürtel hängt die Pistole. Außerdem sind noch Stiefelhose und Soldatenstiefel erkennbar. In Paris organisierte Josef Hofer

die katholische Militärseelsorge, baute die Militärgottesdienste im ganzen französischen Besatzungsgebiet aus, betreute Gefangene, indem er ihnen geistlichen Trost spendete und rund 900 zum Tode Verurteilten Beistand leistete. „Vielfach handelte es sich auch um unschuldige Geiseln“, wie Hofer laut Rot-Weiß-Rot-Buch mit Untertitel „Gerechtigkeit für Österreich“ 1946 an das Bundeskanzleramt in Wien berichtete. Er spendete aber auch den Hinterbliebenen Trost, indem er ihnen trotz Verbots mit-

Mit dem Ausdruck meiner besonderen Hochachtung R. Bertrand

Schönheitsbehandlungen: (nach Vormerkung) 01.12. - 05.12. Visagist Armani Stanislao

Fotoquelle: AK MB, Nachlass

Gerardi

Brief des ehemaligen französischen Gefangenen Roger Bertrand, 25.09.1946, an den Vertreter der österreichischen Bundesregierung in Paris

teilte, was während der Haftzeit geschehen war und ihnen die letzten Grüße überbrachte. Der Franzose Roger Bertrand, der Josef Hofer seine Rettung verdankt, hat über seinen Einsatz einen Brief verfasst (siehe Kasten). In den sogenannten „Montagsrunden“, das waren regelmäßige Dienstbesprechungen in seinem Geschäftszimmer, hielt der Wehrmachtoberpfarrer Josef Hofer Kontakt zu seinen 13 Kriegspfarrern. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht, Wochenprogramme mit Gottesdiensten, Beichtstunden sowie Lazarett- und Gefängnisbesuche festgelegt. Dabei unterstützten sie sich gegenseitig bei Schwierigkeiten. Zu den wesentlichen Aufgaben des Wehrmachtoberpfarrers gehörte es, Berichte der ihm unterstellten Kriegspfarrer einzusammeln und an den zuständigen Feldbischof Franz Justus

Rarkowski (1873-1950) nach Berlin weiterzuleiten. Rarkowski stammte aus Ostpreußen, hatte unter anderem in Innsbruck Theologie studiert und war am 9. Jänner 1898 in Brixen zum Priester geweiht worden. Der NS-Ideologie stand er ziemlich nahe. Pfarrer Hofer setzte sich auch nachdrücklich für Priestersoldaten ein. Mit ihnen führte er viele Einzelgespräche, denn er wusste, dass gerade für sie eine seelische Betreuung ungemein wichtig war. Mit Sorge bemerkte er die Zunahme an Selbstmorden und Fahnenflucht bei den älteren Soldaten.

In den Klauen der Gestapo. Dank

seiner guten Verbindungen zu Generälen, insbesondere zu Otto von Stülpnagel, gelang es Josef Hofer, so manchen Franzosen vor Verfolgung zu retten oder rechtzeitig zu warnen, einzelne sogar vor

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info Familiengeschichte Hofer

Kunst & Kultur

Die zwei schönsten Fenster des Altarraums in der Pfarrkirche von Lüsen mit der Darstellung des Herzens Jesu und des Herzens Mariens erinnern noch an die einstigen Unterwirtsleute Hofer. Die Vorfahren dieser Familie waren Fassbinder in Brixen. Ihr Haus in der Stufler Gasse 7 gehört heute zum Hotel „Grüner Baum“. Ignaz Hofer wurde am 19. September 1815 in Brixen geboren und vermählte sich am 8. Juni 1852 mit der Villermoar-Tochter Anna Fischnaller aus Rodeneck. Deren Tochter, Anna (Maria) Hofer, geboren am 13. Juli 1853 in Brixen, heiratete 1888 den Metzger Johann Pedratscher aus Feldthurns, übersiedelte dann auch mit ihrem unehelichen Sohn Josef Hofer, dem 1880 geborenen späteren Feldkurat, Monsignore und Wehrmachtoberpfarrer, nach Brixen, wo sie 1896 an Tuberkulose verstarb. Aus der Ehe mit Johann Pedratscher hinterließ sie die Kinder Johann und Anna. Unmittelbar nachdem Ignaz Hofer das Lutzengut in Stufels (heute Kuranstalt Guggenberg) verkauft hatte, erwarb er am 27. Oktober 1860 mit seiner Frau das Unterwirts-Anwesen in Lüsen, verstarb aber schon 1866. Nach dem Tod des Sohnes Josef

Gefängnis und Tod zu bewahren. Dies hatte allerdings zur Folge, dass er in die Klauen der Gestapo und der SS-Behörden geriet und wegen „Franzosenfreundlichkeit“ und „österreichischer Gesinnung“ im Auftrag der NS-Partei 1943 zur Internierung ins Konzentrationslager vorgesehen war. Ein besonderer Stein des Anstoßes waren auch die von ihm ins Leben gerufenen Wehrmachtsgottesdienste, die sich durch die Massenbeteiligung immer mehr zu religiösen Massenkundgebungen entfalteten. Der neue Militärbefehlshaber von Frankreich, General Carl-Heinrich von Stülpnagel, der Hofer 1943 noch das Kriegsverdienstkreuz I. Klasse mit Schwertern verliehen 38

hatte, erreichte es jedoch im Jänner 1944, dass Hofer durch das Militärgericht Berlin „nur“ nach Danzig strafversetzt wurde. Dort war sein seelsorgliches Wirken durch Bespitzelung und Überwachung freilich fast ganz lahmgelegt. Nach längerer Krankheit wurde er am 20. September 1944 als Standortpfarrer nach Innsbruck und im November nach Rosenheim versetzt. Am 11. März 1945 konnte er seinen verdienten Ruhestand in St. Pölten antreten, wo er bis zu seinem Tod am 15. Juni 1957 in der Seelsorge half und wo er im Priestergrab auch seine letzte Ruhestätte fand.

Besuch in der Heimat. Schon

im Jahre 1934 war Josef Hofer zum Konsistorialrat von St. Pölten ernannt worden, 1950 erhielt er den Ehrentitel eines Päpstlichen Geheimkämmerers. Im Jahre 1952 konnte er unter großer Beteiligung im Dom zu St. Pölten sein goldenes Priesterjubiläum begehen, nachdem er schon am 16. November 1942 fern der Heimat in der großen Pariser Kirche der

(1862-1879) übernahm dessen Bruder Ignaz (jun.) 1880 die Wirtschaft. Dieser heiratete 1885 Margareth Peintner aus St. Lorenzen. Nachdem ihr einziger Sohn Hermann 1896 im Kindesalter verstorben war, verkaufte er 1902 das Gasthaus an den Ladiner Johann Rovara aus Rodeneck. Der Geisteszustand Ignaz Hofers muss sich derart verschlechtert haben, dass er 1906 gerichtlich unter Kuratel gestellt und der Kleinkaneider-Bauer Anton Hinteregger zum Vormund bestellt wurde. Ignaz Hofer verstarb am 13. März 1910 in der Irrenanstalt Hall an Tuberkulose. In seiner letztwilligen Anordnung vom 14. Mai 1904 hat er für sich und seine Frau Margareth geborene Peintner einen ewigen Jahrtag mit ortsüblichem „Bitten“ mit einem Kapital von 400 Kronen gestiftet. Seine Frau Margareth, von der es heißt, dass sie sich als besondere Wohltäterin der Kirche erwies, stiftete unter anderem 1913 mit ihrem Schwager Franz (1860-1926) die beiden eingangs genannten Kirchenfenster. Am 5. Juli 1939 verstarb sie beim Strumer in Lüsen-Dorf. Ihr Vermögen vermachte sie den Verwandten und der Kirche. Mit ihrem Tod erlosch der Name Hofer in Lüsen.

hl. Magdalena den 40. Jahrtag seiner Priesterweihe gefeiert hatte. Nach 59 Jahren in der Ferne besuchte Monsignore Josef Hofer 1953 erstmals wieder seine Heimat, wobei er auch bei seinen Verwandten in Gröden und Bozen einkehrte. Josefa Hofer, eine Schwester seiner Mutter, hatte nämlich 1890 den Besitzer des Hotels Mondschein von St. Ulrich in Gröden, Josef Perathoner (18411906), geheiratet. Damals stattete er auch seiner Geburtsgemeinde Lüsen einen Besuch ab, doch obwohl vorangemeldet, gab es dort für ihn keinen besonderen Empfang: Pfarrer Eduard Mair unter der Eggen hatte lediglich ein Zimmer beim Oberwirt für ihn bestellen lassen, sodass er bereits am nächsten Tag anscheinend aus Ärger Lüsen wieder verließ. In den folgenden Jahren verbrachte er seinen Sommerurlaub noch öfters am Ritten. Josef Hofer war ein überzeugter Gegner des Nationalsozialismus und war seinen Mitbrüdern sowie den Soldaten und Gefangenen eine wichtige Stütze in einer „unseligen Zeit“.

ernst.delmonego@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Quellen: AKMB – Archiv des Katholischen Militärbischofs, Berlin: SW 432/ III (PA Josef Hofer). ÖKAW- Österreichisches Kriegsarchiv Wien: Apostolisches Feldvikariat. Delmonego, Ernst: Lüsen 1914-1945. Schicksale einer unseligen Zeit. Brixen 2005. Hohenegger, P. Agapit/Zierler, P. Peter Baptist: Geschichte der Tirolischen Kapuziner-Ordensprovinz (15931893), Bd. 2. Innsbruck 1915. Rastner, Alois: Josef Hofer, in: Dorfbuch Lüsen, hrsg. von Ernst Delmonego. Lüsen 1988.


ARCHÄOLOGIE

Halteplatz für römische Offiziere Dort, wo am Rienzdamm sechs kleinere Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, haben sich früher römische Beamte und Offiziere von den Reisestrapazen erholt. Archäologen konnten sich bis Anfang November in der Baugrube austoben; die Grabungsarbeiten werden im Frühjahr fortgesetzt.

H

inter dem Drahtzaun, der am Rienzdamm beim ehemaligen Hotel „Senoner“ seit Juni aufgestellt ist, befindet sich ein Schlaraffenland für Archäologen. Wer bis Anfang November einen Blick hinter den Zaun wagte, sah einzelne sorgfältig abgedeckte Stellen und eifrige Techniker und Archäologen mit kleinen Baggern und anderen Spezialgeräten bei der Arbeit. Geplant war, die Ausgrabungsarbeiten heuer abzuschließen. Im Frühjahr sollten dann Bagger und Lastautos anfahren und Kräne aufgebaut werden, denn auf dem gesamten Areal sollen laut Heinrich Goller, Inhaber der Bauträgerfirma, bis 2017 sechs kleinere Mehrfamilienhäuser mit jeweils drei bis sechs Wohnungen errichtet werden. Inzwischen haben sich Situation und Zeitplan für das Bauvorhaben gewandelt: „Tatsächlich müssen die Grabungsarbeiten im Frühjahr weitergehen. Es ist mit neuen Entdeckungen unterhalb vom Haus Rienzner zu rechnen“, freut sich der Grabungsleiter Umberto Tecchiati.

Strenger Denkmalschutz. Dass

das Gelände beim Gasthaus „Senoner“, dem ehemaligen Gerichtssitz des „Unteren Drittels“ des Gerichts Rodenegg (bis 1810) und der Gaststätte „Unterdrittelwirt“, von großer archäologischer Bedeutung ist, war spätestens seit 1978 klar. Damals ließ der Besitzer Emil Senoner eine unterirdische Garage errichten und den Restaurantbetrieb erweitern. Bei den Arbeiten stieß man auf Reste eines großen unterirdischen Gebäudes, die man wegtransportierte. Die auf den Plan gerufenen Archäologen konnten nur tatenlos zusehen, wollten zukünftige Baumaßnahmen aber mit größerer Aufmerksamkeit verfolgen und stellten das Areal unter strengen Denkmalschutz. Das bedeutet,

Archäologen haben am Rienzdamm beim ehemaligen Hotel „Senoner“ unter einer dicken Erdschicht eine römische „Mansio“ und unzählige Münzen entdeckt

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dass die Bebauung in konsequenter Absprache mit dem Amt für Bodendenkmäler, dessen Leitung Catrin Marzoli innehat, erfolgen muss. Die Grabungsarbeiten und archäologischen Untersuchungen werden vom Brixner Unternehmen Giovanni Rizzi & Co. OHG durchgeführt und vom Grabungsleiter Umberto Tecchiati begleitet. Wie Heinrich Goller am Telefon bestätigte, wusste er darüber Bescheid und rechnete mit Bauverzögerungen. „Im Übrigen“, so sagte er, „gab es mit Rizzi und Tecchiati mehrfach konstruktive Gespräche.“

Interessante Funde, neue Er­ kenntnisse. Bei den Grabungs-

arbeiten der vergangenen fünf Monate wurde ein Gebäude aus der Römerzeit entdeckt, das als kleine Therme genutzt worden war. Sie war ausgestattet mit einer Bodenheizung, mit Warm- und Kaltwasserbecken sowie einem

Vorraum und weiteren Zusatzräumen. Das Gebäude war Teil einer Dienstleistungsstruktur im Ausmaß 200 mal 100 römischen Fuß, das entspricht einer Länge von 60 und einer Breite von 30 Metern. Was Größe und Form angeht, kann sie mit dem „Macellum“ (Marktplatz und Speisemarkt) von Sebatum in St. Lorenzen verglichen werden. Das Gesamtgebäude wird als „Mansio“ bezeichnet: Das ist eine Station, Haltestelle und Nachtquartier entlang einer Römerstraße, die vor allem für die Bedürfnisse reisender kaiserlicher Amtspersonen, Offiziere und wohl auch Beauftragter der römischen Post errichtet wurde. Neben der Therme sind davon ein Abschnitt der Ostabgrenzung und die Südostecke mit einem Teil der Südmauer erhalten, dazu noch ein Straßenabschnitt, der mit den in der Vergangenheit gefundenen Resten nahe der weiter südlich gelegenen Villa „Dirce“ verbunden werden kann.

Der Wert einer Straße. Entlang

der Römerstraße, die für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung war, blühte der Handel, der mit klingender Münze abgewickelt wurde. Und davon wurden bis zum Herbst viele gefunden, ganze 330 an der Zahl allein am derzeitigen Ausgrabungsort. Es sind Münzen aus Silber und Bronze, von verschiedenem Wert und aus verschiedenen Jahrhunderten. Meist ist darauf der Kopf des Kaisers mit Namen eingeprägt. Außerdem wurden Keramiken, Fibeln, Ringe und weitere unterschiedliche Zierobjekte sowie Arbeitsgeräte ausgegraben und wichtige Erkenntnisse über die Technologie bei der Errichtung der Gebäude und über das Leben in der „Mansio“ gewonnen. Die Gegenstände werden fotografiert, inventarisiert und sorgfältig ausgewertet. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 39


PAPIERKRIPPENAUSSTELLUNG

Kunst & Kultur

Süße Freude auf Papier Foto: Oskar Zingerle

Die Brixner Hofburg hortet seit Jahren einen fragilen Schatz in ihrem Depot: Papierkrippen. Was heutzutage dank Drucktechnik und Papier im Überfluss nicht spektakulär klingt, war im 18. Jahrhundert mit stundenlanger Handarbeit verbunden und durchaus kein billiger Ersatz für Holzkrippen. Die Ausstellung „In dulci jubilo!“ ist bis zum 6. Jänner geöffnet.

Johanna Bampi: „Gewisse Sachen lassen sich eben nicht schnitzen, malen kann man sie jedoch ganz einfach“

D

er Schatz von Werner Engelhardt aus München umfasst über 700 Papierkrippen, handgemalte und gedruckte. Seit 1941 ist er dieser Sammelleidenschaft verfallen, in den 90er Jahren hat seine Frau die Krippen dem Diözesanmuseum der Brixner Hofburg geschenkt. Liebevoll waren die einzelnen Figuren durchnummeriert und in Kuverts verpackt, einige sogar in säurefreies Papier eingewickelt, um die Farbschicht vor Abrieb zu schützen. Die Hofburg hat die Krippen nun eingescannt oder fotografiert und in das digitale Inventar der Museen eingetra-

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gen. „Und jetzt wollen wir diese Krippen endlich den Brixnern zeigen“, freut sich Johanna Bampi, Kuratorin der Ausstellung. „Papier kann man aber leider nicht sehr lange ausstellen, weil es sehr lichtempfindlich und fragil ist“, fügt sie etwas besorgt hinzu.

Auswahl aus 700 Krippen. Die

Verkündigung an Maria, die Geburt, der Kindermord, die Flucht nach Ägypten, die Beschneidung Jesu nach jüdischem Brauch acht Tage nach der Geburt und die Drei Könige: All diese Szenen und noch mehr können in einer Krippe zum Thema werden. „Den gesamten

Zyklus stellte man zuhause aber nicht auf, sondern nur einzelne Auszüge. Die Figuren wurden dem entsprechend ausgetauscht“, erklärt Johanna Bampi. In der Sonderausstellung der Hofburg geht das Austauschen der Figuren nicht so leicht, deshalb werden die Papierkrippen in drei Räumen ausgestellt: Der erste Raum widmet sich den klassischen Szenen wie Geburt und Anbetung der Könige und der Hirten, im zweiten Raum kommen weitere Szenen wie die Beschneidung und der Kindermord ins Spiel, und im dritten Raum ist mehr zur Herstellung und den Künstlern zu sehen.

Immerhin konnte die Hofburg aus 700 Krippen wählen. „Wir wollten so viel Vielfalt wie möglich in die Ausstellung bringen und nicht nur die Geburt zeigen“, beschreibt Johanna Bampi. „Wir haben uns aber dann doch auf die handgemalten Krippen beschränkt. Die ältesten Figuren, die wir zeigen, sind Drei Könige aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die jüngste Krippe datiert ins Jahr 1963.“ Fast alle Krippen der Ausstellung sind aus Tirol, eine stammt aus Böhmen und eine aus dem Erzgebirge. Wer meint, Papierkrippen seien im 18. Jahrhundert eine kosten-


günstige Variante zu Holzkrippen gewesen, der irrt. „Papier war kein Ersatz, sondern ein anderes Medium“, so Bampi. „Krippen aus Papier haben den Vorteil, dass man sie platzsparend lagern kann und außerdem die Figuren besser dem Zeitgeschmack anpassen sowie detailreicher darstellen konnte. Gewisse Sachen lassen sich eben nicht schnitzen, malen kann man sie jedoch ganz einfach.“ Aufgestellt wurden Papierkrippen zu Beginn hauptsächlich in Adels- und Bürgerhäusern. Bemalt wurden die Figuren meist von Kirchenmalern, die im Winter eine Beschäftigung suchten. Verwendet wurde für die fragilen Kunstwerke vor allem Gouache, eine Art deckende Wasserfarbe, und dickes Papier oder Karton – wobei auch oft Spielkarten oder Ansichtskarten zur „Rückenstärkung“ herhalten mussten. Durch die perspektivische Anordnung der Figuren in der Krippenlandschaft wird der Tiefenraum einer Bühne nachgeahmt. Im 19. Jahrhundert erfuhren Papierkrippen dank der Drucktechnik der Lithografie, die eine günstige Produktion ermöglichte, einen Aufschwung. Weihnachtsstimmung in die Haushalte brachten Krippen aus Papier bis in die Notzeiten des 20. Jahrhunderts.

Blick hinter die Krippe. 218 Figu-

ren tummeln sich bei der größten Krippe in der Ausstellung „In dulci jubilo!“ der Hofburg auf einer Stofflandschaft. „Diese Krippe war eigentlich unsere Feuerprobe. Wir haben sie als erstes aufgestellt, und wir mussten erst selbst erfinden, wie wir die Figuren überhaupt aufstellen können, ohne sie zu beschädigen“, schmunzelt Johanna Bampi. Deshalb lohnt sich auch ein Blick hinter die Krippe; erst dann werden die von Johanna Bampi und Alexander Fohs, Restaurator für Bibliotheksund Archivgut aus Innsbruck, aus gefaltetem Japanpapier, Fischleim und einem Stück HartschaumPlatte gebastelten Haltevorrichtungen sichtbar. Bei anderen Krippen sind noch die originalen Haltevorrichtungen erhalten: Einige Figuren waren auf Holzklötzchen befestigt, andere sind an einen mit Bindfaden umwickelten dicken Draht geleimt. Wenn durch die Lagerung Fehler in der Malschicht aufgetreten sind, hat Fohs die Figuren mit Wasserfarben retuschiert. „Das kann schon vorkommen, denn immerhin sind einige Figuren 200 Jahre alt“, meint Bampi.

Von hinten fällt bei der großen Papierkrippe noch eine weitere Besonderheit auf: Manche Figuren sind mit einem Bewegungsmechanismus ausgestattet. Obwohl die in der Krippe vorkommenden Holzhacker an sich schon kurios genug wären, können Sie einen Arm bewegen und so die Hacke schwingen. „Im 18. Jahrhundert hatte man keine orientalischen Krippen, sondern man hat versucht, die Krippe in die Gegenwart zu bringen. Um die Heilige Familie herum stehen zwar Palmen, jedoch kommt auch heimische Vegetation durchaus vor“, beschreibt die Kuratorin. Deshalb können auch mal Holzhacker, Ziegen und Hühner zur Krippenszene gehören, in manchen Krippen tragen einige Figuren auch die Tiroler Tracht. Einzig die Drei Heiligen Könige, die die drei Lebensalter verkörpern und für die Kontinente Europa, Asien und Afrika stehen, sind exotisch gekleidet. In der Ausstellung zu sehen sind sogar drei Könige in einem Wechselrahmen, die nachträglich mit Glitzer verziert wurden – wahrscheinlich, um sie noch exotischer wirken zu lassen. Passend zum Lichtspektakel, das sich der Elefant Soliman ab Ende November im Innenhof der Hofburg erträumt, stellt die Hofburg auch drei ElefantenPapierkrippenfiguren aus drei unterschiedlichen Krippen aus. Die Papierkrippen in der Ausstellung „In dulci jubilo!“ werden in 14 Vitrinen präsentiert, einzelne Figuren finden Platz in 15 Wechselrahmen. Ob die Papierkrippen jedoch vollständig sind, steht nicht fest. „Manche Krippen wirken sehr inhomogen, oft ist eine Figur in einem anderen Stil gemalt“, weiß Bampi zu berichten. Die Papierkrippen sind möglicherweise von Sammlern über Jahre zusammengetragen worden. „Eine wissenschaftliche Aufarbeitung haben wir in der kurzen Zeit nicht geschafft. Uns war vorerst wichtig, die Papierkrippen endlich den Brixnern zu zeigen.“ Die Kuratorin Johanna Bampi verrät aber, dass beim Aussortieren der Krippen für die Ausstellung teilweise sehr kuriose Stücke zu Tage gekommen sind, für die sich eigentlich eine eigene Ausstellung lohnen würde. Vorerst bleibt uns die Papierkrippenausstellung, die vom 27. November bis zum 6. Jänner in einer Sonderausstellung der Hofburg bestaunt werden kann.

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Kunst & Kultur

KLEINKUNST

Kunterbunte kleine Kunst Zum fünften Mal fand heuer im November das „Kunterbunte Klein Kunst Festival“ im Brixner Jugendhaus Kassianeum statt – eine Woche, vollgepackt mit spannenden Geschichten, witzigem, nachdenklichem, aber auch richtigem Rambazamba-Theater.

P

lötzlich wird es stockfinster. Ein paar Sekunden vergehen, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Die Kinder in den Sitzreihen können sich ein ungeduldiges Kichern nicht verkneifen, das jäh von den Klängen einer Ziehorgel unterbrochen wird. Langsam wird es hell auf der Bühne, gleichzeitig scheinen die Kinder im Publikum zum Leben zu erwachen. Gespannt verfolgen Kinderaugen, was auf der Bühne vor sich geht. So war es zumindest beim Stück „Ente, Tod und Tulpe“ nach dem Kinderbuch von Wolf Erlbruch, aufgeführt am 19. November von der „Kühnen Bühne“ aus Österreich. Bei den anderen Stücken, die im Rahmen des „Kunterbunten Klein Kunst Festivals“ aufgeführt wurden, dürfte es ähnlich gewesen sein.

Die kleine Kunst. Einen wahren

Klein-Kunst-Marathon hat das Jugendhaus Kassianeum vom 16. bis zum 22. November hinter sich gebracht: 23 verschiedene Stücke, 18 Künstler und Bühnen aus sechs Ländern, unzählige Puppen und sogar der „Tod“ höchstpersönlich war mit von der Partie – natürlich nur im oben genannten Stück. „Jetzt, nach dem Festival, bin ich geschafft und müde, aber zufrieden“, gesteht Helene Leitgeb, die „Mutter“ des „Klein Kunst Festivals“ im Jukas. „Es ist eine müde Zufriedenheit. Ich bin auch dankbar, dass alles gut gelaufen ist.“ Einige Wochen vor dem Festival sah Helene Leitgebs Gefühlswelt aber noch ganz anders aus: „Ich freue mich wahnsinnig auf das Festival. Eine gewisse Nervosität ist schon auch dabei, aber inzwischen haben wir eine gewisse Routine. Heuer findet das Festival zum fünften Mal statt, und bis jetzt hat auch alles immer geklappt.“ Das „Kunterbunte Klein Kunst Festival“ gibt es seit acht Jahren, veranstaltet wird es jedoch nur 42

Lustig, aber auch zum Nachdenken war das Stück „Ente, Tod und Tulpe“, das beim „Kunterbunten Klein Kunst Festival“ im Jukas Brixen aufgeführt wurde“

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jedes zweite Jahr abwechselnd mit dem Erzählkunstfestival. „Ich bin eine Puristin und trenne gerne“, begründet Helene Leitgeb. „Das Erzählen geht in eine ganz andere Richtung als das Theater. Durch die Trennung können sich beide Sparten in alle Richtungen entfalten.“ Dass sämtlichen Sparten der Kleinkunst genügend Platz eingeräumt wird, ist auch wichtig,

denn nur so können Puppen- oder Objekttheater, Musik, Pantomime, Clownerie oder Schauspiel voll zur Geltung kommen. Das macht das Festival dann auch kunterbunt und zieht ein großes Publikum an: „Vor zwei Jahren kamen immerhin 5.200 Besucher, die Nachfrage ist also sehr groß“, erklärt Leitgeb. Die Vorstellungen ziehen aber nicht nur Kindergartengruppen

und Schulklassen an, denn gerade die Aufführungen am Wochenende und an den Nachmittagen sind für Familien gedacht. In den Seminarräumen des Jukas tummeln sich dann Kinder ab drei Jahren bis hin zu Jugendlichen der ersten Mittelschulklassen – und natürlich auch einige Erwachsene. Diese kommen aber nicht nur, um ihre Kinder zu begleiten, sondern


auch, um sich die unterschiedlichen Stücke anzuschauen – und vielleicht auch, um kurz wieder Kind sein zu dürfen.

Ein besonderes Publikum. Die

Künstler, die beim „Klein Kunst Festival“ auf der Bühne stehen, haben es nicht immer leicht, denn „Kinder sind ein sehr kritisches Publikum“, bestätigt Leitgeb. „Sie merken sofort, wenn ein Schauspieler nicht bei der Sache ist oder wenn das Stück schlecht vorbereitet oder nicht gut ausgearbeitet wurde. Dann fährt eine gewisse Unruhe in die jungen Zuschauer.“ Zwischen 80 und 150 unruhige Kinder in einem Saal wieder zu beruhigen ist nicht gerade ein Zuckerschlecken. Doch die Künstler, die zum kunterbunten Klein-Kunst-Marathon nach Brixen kommen, sind routiniert. „Von lustig bis ernst oder nachdenklich stimmend, über poetisch, sanft, still bis hin zu richtig Rambazamba“, so beschreibt Helene Leitgeb mit Feuer in den Augen die unterschiedlichen Richtungen, in die die Aufführungen gehen. Für Abwechslung wird also gesorgt! Etwas enttäuscht war die sonst so fröhliche Festi-

val-Initiatorin heuer aber doch, denn bei einem Stück hatten gerade Schulklassen Vorbehalte: „Heuer haben wir ein Stück im Programm, in dem der Tod im Titel vorkommt: ‚Ente, Tod und Tulpe’ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Wolf Erlbruch. Viele haben vielleicht Vorbehalte und meinen, das Stück sei traurig und man könne es den Kindern nicht zumuten. Anscheinend ist der Tod eines der letzten Tabu­ themen.“

Förderungswürdig? Bereits An-

fang September waren die meisten Vormittagsvorstellungen für Kindergartengruppen und Schulklassen ausgebucht. „Die Nachfrage ist riesengroß, das Festival wird unheimlich gut angenommen“, freut sich Helene Leitgeb. Die Kinder strömen aber nicht nur aus Brixen und der nahen Umgebung herbei; viele Klassen, Gruppen und Familien kommen auch aus Toblach, vom Vinschgau oder Überetsch. „Das haben wir auch ein bisschen dem gut funktionierenden öffentlichen Verkehrsnetz zu verdanken“, erklärt Helene Leitgeb unumwunden. Damit sich das Jukas durch

das Festival nicht in den finanziellen Ruin stürzt, müssen Kinder und Erwachsene für den Besuch der Vorstellungen Eintritt bezahlen. „Finanziert wird das Festival nämlich zum Großteil aus Eigeneinnahmen. Von der Stiftung Sparkasse bekommen wir auch einen kleinen Beitrag. Vielleicht können wir heuer auch mit einem Beitrag vom Amt für Kultur rechnen, eine fixe Zusage haben wir aber noch nicht“, schildert Leitgeb. Der Beitrag vom Amt für Kultur steht nämlich aus Erfahrung auf wackligen Beinen: „Einmal haben wir den Beitrag bekommen, beim nächsten Mal hat es geheißen, derartige Veranstaltungen wären ,nicht förderungswürdig‘, was uns sehr enttäuscht hat.“ Ebenfalls fragwürdig war beim heurigen „Klein Kunst Festival“, wie der neue Tagespass für den Sonntag angenommen wird. „Der Andrang am Sonntag war vor zwei Jahren derart groß, dass viele­Besucher keinen Platz mehr gefunden haben. Wir konnten damals noch schlecht planen, da wir an diesem Tag Einlass gegen eine freiwillige Spende gewährt und keine Eintrittskarten verkauft haben.“ Mit der Einführung des

Tagespasses soll ein bestimmter Überblick über die tatsächlichen Besucherzahlen gewährleistet werden. „Wir probieren es eben einmal“, schildert Helene.

Ein Wunsch an die Fee. Da das

„Kunterbunte Klein Kunst Festival“ bisher viel Anklang unter der Bevölkerung fand, sich über die Jahre ständig vergrößert hat und alle zwei Jahre Kinder und Erwachsene für Puppentheater, Pantomime und Co. erfolgreich begeistert, bleibt Helene Leitgeb eigentlich nicht viel zu wünschen übrig. Einen klitzekleinen Wunsch hegt sie aber doch: „Ich wünsche mir, dass das Festival von Seiten der öffentlichen Hand eine gewisse Wertschätzung erfährt und eine Anerkennung erhält.“ Dunkelheit legt sich wieder über den Raum. Stille. Plötzlich bricht das Publikum in tosenden Applaus aus. Nach und nach spuckt der Theaterraum Kinder und Erwachsene aus, die noch ganz im Taumel der Fantasiewelt sind. Bis sie wieder in der Realität ankommen, wird es wohl noch ein paar Augenblicke dauern. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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INSTALLATION

Kunst & Kultur

Transite:Welcome z Wohin fliehen Menschen, wenn sie nach Berlin fliehen? Das Maxim Gorki Theater in der deutschen Hauptstadt bot im Rahmen des 2. Herbstsalons über 30 internationalen Künstlern eine Plattform, um dieser Frage nachzugehen. Mit dabei war auch die Brixner Künstlerin Maria Walcher, die eine Kopie der „Bronzenen von Riace“ als Installation im Wasser der Spree in der Nähe des BodeMuseums wie angeschwemmt wirken ließ. Das süditalienische

Dorf Riace ist bekannt für die beiden griechischen Statuen aus Bronze, die 1972 vor der Küste im Meer gefunden wurden. Riace erregte zudem Aufsehen, da 1998 ein mit 200 kurdischen Flüchtlingen gefülltes Boot an der Küste strandete und die Dorfbewohner die Geflüchteten einfach aufgenommen haben. Der Titel der Arbeit „Transite“ bedeutet im kalabrischen Dialekt – der auch in Riace gesprochen wird – so viel wie „Willkommen“. vk

K&K Kunst & Kultur

MALEREI

Traumkulisse z Cornelia Lochmanns Bilder scheinen auf den ersten Blick eine naiv-kindliche Farbkleckserei zu sein. Beim genaueren Hinsehen stößt man aber auf nebulös verstörende Elemente, die der Betrachter wie in einem Rorschach-Test völlig willkürlich interpretieren kann. Die Malerei dient der jungen Künstlerin als Spielwiese für ihre Lieblingsthemen, die um Gewalt, Erotik, Beziehungen und Liebe kreisen – ein skurriles Szenario an weiblichen Befindlichkeiten. „Meine

kurz

notiert

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Jugendliche und Erwachsene können ab Jänner in die vielseitige Gesangwelt des Domchors hineinschnuppern. Angeboten werden Singen nach Noten, Gehörbildung sowie rhythmische und theoretische Schulungen. Infos und Anmeldung beim Domdekan Heinrich Walder unter 347 5754518.

Bilder sind geheimnisvoll und sehr intim“, sagt Lochmann, „sie verführen mit einer Mischung aus Naivität, Erotik und Bosheit.“ Die abgründig faszinierende Traumkulisse entsteht durch die Verknüpfung eines spontan wirkenden Malduktus mit einem dramatisch radikalen Inhalt. Lochmanns Kosmos ist ein Geflecht aus Träumen, Erinnerungen, kruder Realität und überlieferten Erzählungen. Selbst die Liebe ist überschattet von latenter Bedrohung. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. November in der Brixner StadtGalerie zu besichtigen. ird

Martina Thaler aus Neustift präsentiert bis zum 31. Dezember im Rathaus Lajen ihre Ausstellung „Zwischenraum“. Das Rohmaterial sind Naturaufnahmen, bei denen vermeintlich Unwesentliches mit Hilfe digitaler Bearbeitung in den Mittelpunkt rückt und eine völlig neue Ästhetik erhält.

Jedes Jahr im November findet in der Carambolage Bozen der Kleinkunstwettbewerb „Niederstätter surprize“ statt. Die zum Preis gehörende Siegertrophäe wurde heuer von der Brixner Künstlerin Maria Stockner gestaltet und besteht aus einer Saucenschale mit Spitzendeckchen.


NACHGEFRAGT

„Eine Welt – ein Traum“ KARIN THALER, die Leiterin der Zweigstelle Südtirol von „Helfen ohne Grenzen“, über den Besuch der „Rays of Youth“ in Südtirol und die Fotoausstellung am Domplatz. Frau Thaler, „Helfen ohne Grenzen“ wurde von Benno Röggla 2002 gegründet, um mit Projekten Flüchtlingen aus Burma zu helfen. Welche Aufgaben hat das Team in Südtirol? Seit drei Jahren sind wir mit unserem Büro in Brixen. Wir sind hier wie vor Ort in Burma darum bemüht, nicht nur geografische Grenzen zu überwinden, sondern auch jene in unseren Köpfen. Darüber hinaus ist unsere wichtigste Aufgabe die Bewusstseinsbildung: Wir wollen unsere Projekte hier bekanntmachen und Spenden sammeln, um die Umsetzung zu garantieren.

Vor kurzem waren einige Mitglieder der Rays of Youth zu Besuch in Südtirol… Bei diesem Jugendprojekt werden Heranwachsende in gesellschaftsrelevanten Themen wie Kinderrechte, Hygiene, Drogen oder Missbrauch ausgebildet. Ihr Know-how tragen sie in Form von Musik, Tanz, Theater und Videos in die Dörfer. Ein Hauptziel ist die Vernetzung der Jugendlichen beider Länder; an den Schulen und an der Eurac konnten sie ihre Arbeit als Multiplikatoren einem breiten Publikum vorstellen. Am Brixner Domplatz wurde die Wanderausstellung „Eine Welt

– ein Traum – zwei Gesichter“ präsentiert … Der Fotograf Alexander Indra hat Alltagssituationen von Jugendlichen aus Myanmar festgehalten, die vor der brutalen Militärdiktatur flüchten mussten und dank „Helfen ohne Grenzen“ Schulen besuchen, Fußball und Gitarre spielen und Gemüse anbauen. Analoge Situationen in Südtirol wurden gegenübergestellt, sodass letztendlich gezeigt wird, dass Jugendliche, egal aus welcher Welt sie kommen, ähnliche Interessen, Träume und Wünsche haben. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

Wird die Kirche 2035 tatsächlich weiblicher, spiritueller und jesuitischer – oder wird sie nicht mehr sein? Die beiden Autoren Andreas Salcher und Johannes Huber haben es sich im Buch „Alles oder nichts – Der große Wurf der Päpste“ zur Aufgabe gemacht, aus Sicht von Papst Franziskus I. und seinen Nachfolgern einen Blick 20 Jahre in die Zukunft zu werfen. Dafür haben sie 80 Gespräche geführt mit Insidern der Kirche, Kurienkardinälen, Bischöfen und auch mit dem mittlerweile tödlich verunglückten Pater Severin Leitner aus Pfunders. Dass mit Jorge Mario Bergoglio 2013 ein Mann vom anderen Ende der Welt den Stuhl Petris bestiegen hat, der sich Franziskus I. nennt und noch dazu nicht in den vatikanischen Palast einzieht, sorgte bereits für Gesprächsstoff. Der von ihm eingeleitete Veränderungsprozess in Richtung einer lebendigen Kirche ist von seinen Nachfolgern wohl unumkehrbar. Bis 2035 sollen, wie die Autoren vor-

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Foto: Arnold Ritter

NEU IM REGAL Kirche anno 2035

KUNST Andreas Salcher, Johannes Huber: Alles oder nichts – Der große Wurf der Päpste. ecowin, 2015.

aussehen, zwei weitere Päpste, der US-Amerikaner Franziskus II. und der Inder Johannes XXIV., die Kirchenwelt radikal verändern, wobei im Zentrum das Ringen um eine Versöhnung zwischen dem gewaltigen wissenschaftlichen Fortschritt und der gewachsenen Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität steht.

Exotische Tierwelt z Sergio Sommavilla kennt man über die Grenzen des Landes hinaus vor allem wegen seiner in Stein und Holz gemeißelten Köpfe, in sich ruhend und eine meditative Aura ausstrahlend. Ende Oktober überraschte der Bildhauer in der Brixner Galerie AdlerArt mit einer bizarren Sammlung exotischer Exemplare, die der Künstler nach Fertigstellung in die weite Welt entlassen hatte und die inzwischen in alle Winde verstreut waren. Mit viel Mühe hat Sommavilla seine geliebten „Erdtiere“ wie Elefanten, NashörN e rve n ki tz

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z Und wieder lohnt sich der Gang in die etwas abseits gelegene Stadelgasse, wo die Sozialgenossenschaft WiaNui bis zum 31. Dezember eine höchst sehenswerte Ausstellung präsentiert. Elisabeth Frei ist in Sterzing geboren, hat in St. Ulrich die Kunstschule besucht und eine Zeitlang an mehreren Mittelschulen unterrichtet. Heute lebt und arbeitet die vielseitig begabte Autodidaktin in Lajen, wo sie sich eingehend mit der dortigen Landschaft und deren Bewohner beschäftigt. Nach einem gelungen Werkzyklus in Mischtechnik über Bäume und deren Symbolhaftigkeit bringt die Künstlerin uns nun die Menschen in ihrer Umgebung näher. Gemalt auf Aluminiumdruckplatten, sind diese „Menschenbil-

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Joe Smith Band Veranstaltungen

Das etwas andere große Weihnachtskonzert mit dem Pfarrchor Lüsen & Streichern

» Sonntag, 20. Dezember, 18 Uhr

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Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen 0472 836401 Restkarten an der Abendkasse

Die Joe Smith Band wurde 2003 von Peppi Haller gegründet mit dem Ziel, dem Publikum gehobene Unterhaltungsmusik konzertant zu präsentieren. Dafür wurden hervorragende Musiker aus ganz Südtirol zusammengeführt. Nach einigen Open-Air-Konzerten in den ersten Jahren, hat sich die Joe Smith Band immer mehr zu einer konzertanten Showband entwickelt. Dabei wurde bereits des Öfteren mit bekannten Gastsolisten zusammengearbeitet. Highlights waren zweifelsohne die Konzertshows von 2008 bis 2014 mit Solisten wie: Herbert Pixner , Chris Haller, Vlado Kumpan, Manuel Randi, Barbara Koits & Wilhelm Cabalie, Beatrix Reiterer und Doris Warasin. 2013 fand das große Jubiläumskonzert „10 Jahre Joe Smith Band“ mit allen Highlights der vergangenen Jahre im Stadttheater Sterzing statt. 2015 wird es zum ersten Mal mehrere große Weihnachtskonzerte mit der Joe Smith Band geben: Das etwas andere große Weihnachtskonzert mit wesentlich erweitertem Klangkörper: Die Joe Smith Band mit dem großen Pfarrchor Lüsen, Streichern sowie Instrumental- & Vocalsolisten. Das Programm setzt sich aus orchestral-klassischen Werken wie z.B. das „Hallelujah“ von Leonhard Cohen und klassischen Weihnachtsliedern wie „Adeste Fideles“ von John F. Wade zusammen. Es steht aber auch ein Hauch leichter Muse, wie etwa die Premiere des Songs „Wings of Love“ von Chris Haller auf dem Programm. Außerdem schmücken „Nella Fantasia“ von Ennio Morricone und „You Raise Me Up“ von Rolf Lovland dieses Konzertprogramm. Musiker der Joe Smith Band: Flöte & Sprecherin: Heike Vigl; Klarinette & Sopransaxophon: Jürgen Federer Trompete: Walter Plank und Burkhard Ploner Posaune: Lorenz Mahlknecht und Peter Cazzanelli Klavier: Ingo Ramoser; Gitarre: Paul Hilber E-Bass, Kontrabass: Hannes Mayr; Schlagzeug: Mario Punzi Pauken, Percussion: Norbert Rabanser Violine: Silvia Lanz, Verena Gamper, Magdalena Mair, Erich Feichter, Maria Ellemunt, Debora Aster, Lisa Deltedesco; Viola: Evi Hasler, Hannah Engl Cello: Ulli Mattle, Moritz Mair Solisten Silvia Sellemond (Gesang/Sopran); Gerhard Haller (Gesang/Tenor) Chris Haller (Sopransaxophon); Walter Plank (Trompete) Peppi Haller (Gesang & Posaune) Pfarrchor Lüsen Chorleitung: Verena Gruber Gesamtleitung: Peppi Haller alias Joe Smith

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timer

Dezember LICHT- UND MUSIKSHOW

Solimans Traum Am Donnerstag, 26. November 2015 öffnet sich der Vorhang und das spektakuläre Licht- und Musikerlebnis „Solimans Traum“ feiert im Innenhof der Brixner Hofburg Italienpremiere!

z Soliman, der Elefant aus Brixen und Hauptprotagonist der Show, begibt sich dreimal täglich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt in denen er so manches Abenteuer erleben wird.

Meister des Lichts. Die funkeln-

de Licht- und Musikshow findet vom 26. November 2015 bis zum 06. Jänner 2016 im Innenhof der Brixner Hofburg statt. Die wundervollen Fassaden des altehrwürdigen ehemaligen Bischofspalastes werden durch animierte Videoprojektionen und bewegten

H+G

Bildern zu neuem Leben erweckt. Die international renommierten französischen Lichtkünstler „Spectaculaires“ haben eigens für Brixen eine Show mit Persönlichkeiten und Geschichten der Bischofsstadt kreiert. Die Meister des Lichts, die unter anderem die Kathedrale von Notre Dame oder das Bundesparlament in Bern bespielt haben, lassen die Fassaden und Arkaden im Innenhof der Hofburg erleuchten, und sie werden mit eigens auf die einzelnen Szenen abgespielter Musik die Besucher in ihren Bann ziehen.

25 Jahre Weihnachtsmarkt. Die

Lichtshow „Solimans Traum“ ist ein besonderes Highlight zum 25-jährigen Jubiläum des Brixner Weihnachtsmarktes.

Lust Soliman auf seiner atemberaubenden Traumreise zu begleiten? Dann lassen Sie sich entführen in eine Welt voller Abenteuer, Emotionen und Überraschungen.

» Solimans Traum – Licht- und Musikshow

Hofburg Brixen 26.11.2015 bis 06.01.2016, täglich um 17, 18 und 19 Uhr Keine Vorführung am 24. und 25. Dezember 2015

Eintrittspreise: Montag: 6 Euro; Dienstag-Sonntag: 10 Euro; BrixenCard: 8 Euro Freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen, Gruppenermäßigungen; barrierefreier Zugang Informationen und Tickets kaufen: www.brixen.org/soliman Veranstalter: Tourismusverein Brixen & Stadtmarketing Brixen

frei nach „Hänsel und Gretel“

Hänsel und Gretel ist eine Geschichte über Treue und Liebe; eine Geschichte über Mut, aber nicht über heroische und epische Taten, sondern über den Mut, das eigene Schicksal anzunehmen und den Versuch, es bis zum Ende auszuleben. Nur auf diese kompromisslose Weise erfolgt jene Wandlung, dem ein hohes Risiko innewohnt: Leben für Leben. Nur über die Erfahrung des Verlusts und die Begegnung mit den damit verbundenen Ängsten, können wir zu neuen Ufern aufbrechen und uns so wiederfinden. Ein langer Weg aus Eisen und Rost trennt uns und verbindet anderseits die beiden tragischen Pole des Märchens: das Holzhaus auf der einen und das Hexenhaus aus Pfefferkuchen auf der anderen Seite, somit Hölle auf Erden und Paradies.

» Freitag, 4. Dezember 20.30 Uhr Don Bosco Brixen (Mozartstraße 32)

Begrenzte Sitzplätze, bitte vormerken: info@teatrolaribalta.it, T. 333 6784450

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OPERETTE

Veranstaltungen

Der Liebestrank

z Die Südtiroler Operettenspiele bringen dieses Jahr mit Donizettis „Der Liebestrank“ eine interessante zweisprachige Version dieser weltbekannten Musikkomödie. Regisseur Leo Ploner verlegt die Handlung ins sonnige Südtiroler Unterland, wo ein deutscher

Bauernbub und ein italienischer Offizier das Herz der koketten Adina (Julia Aichner/Martina Bortolotti) erobern wollen. Belcore (Simone Marchesini) setzt dabei mehr auf seinen südländischen Charme, während der schüchterne Nemorin (Georg Hasler/Roman

Pichler) die Hilfe des Quacksalbers Dulcamara (Martin Senfter/Leo Ploner) in Anspruch nimmt und von diesem einen geheimnisvollen Liebestrank kauft, dessen Wirkung alle Erwartungen zu übertreffen scheint. Im Hintergrund zieht dabei Adinas Freundin Giannetta

(Sylvia Rottensteiner/Erika Mussner) die Fäden. Donizettis Musik verbindet auf wunderbarster Weise südländische Leichtigkeit und nordische Schwermut. Seine herrlichen Melodien bezaubern seit jeher das Publikum, die volkstümliche Leichtigkeit seiner Musik entspricht durchaus dem Stil der Operette. Die beliebte „Südtiroler Tanzlmusig“ wird dabei die Bühnenmusik übernehmen und für entsprechendes Lokalkolorit sorgen. Die musikalische Leitung hat dieses Jahr zum ersten Mal Enrico Gerola. Der junge Michael Pichler aus Lüsen wird ihm assistieren und einige Vorstellungen im Forum Brixen leiten. Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo werden wiederum für ein Kostümfest sorgen. Mit dem bekannten Sänger und Musiker Martin Senfter wird dieses Jahr erstmals auch ein Künstler aus Osttirol mitwirken. Infos unter www.suedtiroler-operettenspiele. com.

Der Liebestrank Südtiroler Operettenspiele Der Brixner Roman Pichler singt abwechselnd mit Georg Hasler den Nemorin.

» Premiere:

Samstag, 5. Dezember, 20 Uhr » Sonntag, 6. Dezember, 15 & 19 Uhr » Dienstag, 8. Dezember, 15 & 19 Uhr » Freitag, 11. Dezember, 20 Uhr » Samstag, 12. Dezember, 15 & 19 Uhr » Mittwoch, 16. Dezember, 20 Uhr » Samstag, 26. Dezember, 15 & 19 Uhr » Sonntag, 27. Dezember, 15 & 19 Uhr Pause nach dem 1. Akt; Dauer insgesamt ca. 2 Stunden Mit Liebestrank-Operettenkarten Weihnachtsfreude schenken! Reservierung & Kartenvorverkauf: Forum Brixen, Tel 0472 275588, Mo bis Fr 9-12 und 14-17 Uhr, Kartenbüro im Forum Brixen 1 Stunde vor der Vorstellung sind Karten auch an der Abendkassa erhältlich – reservierte Karten bitte rechtzeitig abholen! Preise: Kategori A 30 Euro, Kategorie B 25 Euro Ermäßigung für Gruppen und Vereine

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Auf dem Weg zur Krippe Männerchor Neustift und die Musikgruppe „Luz Amoi“ aus Freising Die Musikgruppe „Luz Amoi“ besteht aus fünf Musikern aus Freising, die an diesen zwei Abenden über 20 verschiedene Instrumente aus den unterschiedlichsten Ländern und musikalischen Stilrichtungen zum Klingen bringen. Die Gruppe präsentiert alte adventliche Weisen und Lieder unserer Vorfahren traditionsbewusst, aber dennoch im heutigen Zeitgeist, musikalisch anspruchsvoll und in einfühlsamer Art. Der Männerchor Neustift passt sich in seiner Liedauswahl der Musikgruppe „Luz Amoi“ an. Zwischendurch spricht u.a. Hochw. Michael Bachmann einige besinnliche Worte.

» Samstag, 19. Dezember, 20:30 Uhr Grand Hotel in Toblach

Online Ticket www.grandhotel-toblach.com Infos: info@grandhoteltoblach.com - Tel. 0474 976151

» Sonntag, 20. Dezember, 16:30 und 19 Uhr Stiftsbasilika von Neustift

Kartenreservierung erwünscht: Bibliothek Vahrn, Tel 0472 976923, bibliothek@vahrn.eu Restkarten an der Abendkasse


Dienstag, 1. Dezember

Samstag, 5. Dezember

Lichtshow

Diverses

9 Uhr

Diverses

17 Uhr

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Musik

20 Uhr

Volksliedsingen Der Volksmusikkreis veranstaltet ein offenes Singen von Volksliedern mit fachkundiger Anleitung Forum Brixen Mittwoch, 2. Dezember

Theater

8:45 & 10:45 Uhr

Gullivers Reisen Objekt- und Puppentheater mit viel Live-Musik Forum Brixen

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen Donnerstag, 3. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Theater

Benefizflohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn Vahrn, alter Kindergarten Nikolaus- & Krampusumzug Altstadt

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Operette

20 Uhr

Kabarett

20:30 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen Jetzt noch langsamer Ottfried Fischer will es auf der Bühne noch einmal wissen … Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 6. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

La scelta di Cesare Theater in italienischer Sprache vom Autor Pino Loperfido Forum Brixen

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Freitag, 4. Dezember

Operette

Lichtshow

20:30 Uhr

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Theater

20:30 Uhr

H+G Hänsel und Gretel ist eine Geschichte über Treue und Liebe; eine Geschichte über Mut, aber nicht über heroische Taten, sondern über den Mut das eigene Schicksal anzunehmen Don Bosco

15 & 19 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen

Musik

19 Uhr

Mozart umarmt Zum 224. Todestag Wolfgang Amadeus Mozarts präsentiert cantus iuvenis und sein Orchester seine letzte vollständig vertonte Messe Milland, Freinademetzkirche Montag, 7. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Kabarett

20:30 Uhr

Jetzt noch langsamer Ottfried Fischer will es auf der Bühne noch einmal wissen … Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Film

Adventskonzert

20 Uhr

HalloCiaoMaroc Die Reportage ist entstanden aus einem Austauschprojekt mit Jugendlichen aus Marokko und Südtirol Forum Brixen

Samstag, 19. Dezember 2015 um 19.00 Uhr im Dom zu Brixen Männergesangverein Brixen Kirchenchor St. Christina / Gröden unknown brass und Urtijei Brass Streicherquartett Allin Sprecher: Georg Kaser

Kartenreservierung: ab Montag, 7. Dezember 2015 beim Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Abendkassa: am Samstag, 19. Dezember ab 17.30 Uhr am Domportal, Einlass ab 18.15 Uhr Die Sitzplätze im Dom sind nicht nummeriert

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Dienstag, 8. Dezember

Veranstaltungen

Operette

15 & 19 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen

Lichtshow

Piano-Solo

20:30 Uhr

Iiro Rantala Der Echo-Preisträger Iiro Rantala am Piano mit seinen Erinnerungen an John Lennon Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Musik

18 Uhr

Musik

18 Uhr

Klangraum mit Klangschalen Gong- und Harfenklänge verzaubern die Schutzengelkirche Stufels, Schutzengelkirche

Donnerstag, 10. Dezember

Lichtshow

L_St – filing the void Clubmusik, Performance und Tanz mit Nora Pider, Julian Angerer und Raphael Lanthaler Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

17, 18 & 19 Uhr

Musik & Tanz

20:30 Uhr

Orgelmeditation Vor Maria Empfängnis finden im Brixner Dom Orgelmeditationen statt Brixner Dom Mittwoch, 9. Dezember

Freitag, 11. Dezember

Lichtshow

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

20:30 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

L_St – filing the void Clubmusik, Performance und Tanz mit Nora Pider, Julian Angerer und Raphael Lanthaler Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

20 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen

Musik & Tanz

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Operette

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Diverses

ab 14 Uhr

Operette

15 & 19 Uhr

Krippen Ausstellung selbstgebastelter Krippen des Verbandes der Krippenfreunde Milland, Jakob-Steiner-Haus

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Musik & Tanz

Samstag, 12. Dezember

Flohmarkt

ab 8 Uhr

Alles muss raus! Gut erhaltene Alltagsware aus dem Fundus des HdS für eine freiwillige Spende Milland, Vintlerweg

Diverses

ab 14 Uhr

Papierkrippen basteln Die Kinder von 6-10 Jahren können bis 16:30 Uhr laufend dazukommen und abgeholt werden Hofburg Brixen

20:30 Uhr

L_St – filing the void Clubmusik, Performance und Tanz mit Nora Pider, Julian Angerer und Raphael Lanthaler Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 13. Dezember

Diverses

ab 10 Uhr

Krippen Ausstellung selbstgebastelter Krippen des Verbandes der Krippenfreunde Milland, Jakob-Steiner-Haus

Neujahrskonzert

Salonorchester Südtirol

Verena Seeber, Sopran Simone Marchesini, Bariton Reinhilde Gamper, Zither Werke von Johann und Josef Strauß, Franz Lehar, Karl Mühlberger, Carl Millöcker und Fritz Kreisler Das Salonorchester Südtirol wurde 2012 für die Gestaltung v. a. von Neujahrskonzerten gegründet. Das Notenmaterial der Neujahrskonzerte stammt fast ausschließlich aus dem Archiv des Meraner Kurorchesters. Karl T. Kogler und Elfriede Hallama aus Wien haben es im Auftrag der Kurverwaltung Meran gesichtet und archiviert und sind bei der Erstellung des Programms maßgeblich beteiligt.

» Dienstag, 5. Jänner 2016, 20 Uhr Forum Brixen

Im Anschluss an das Konzert lädt die Stadtgemeinde Brixen zu einem Neujahrsumtrunk. Kartenvorverkauf: Forum Brixen, Tel. 0472 275588 oder www.forum-brixen.com

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Andrea Bambace Klavierkonzert R. Schumann – Papillons op. 2 F. Schubert – vier Improptus F. Chopin – die vier Balladen

» Samstag, 19. Dezember, 20 Uhr Cusanus Akademie


Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Adventskonzert

17 Uhr

Venezianische Weihnacht mit Dorothee Oberlinger, Blockflöte und Sonatori de la Gioiosa Marca „Il riposo – per il Santo Natale“ Milland, Freinademetzkirche

Buch & Lesung

18 Uhr

Ein Fest für die Seele Die wunderbare Welt der weihnachtlichen Symbole von Anna Maria Finotti. Buchvorstellung und Lesung von der Übersetzerin Birgitta Schatz Gruppe Dekadenz, Areiterkeller

Kulinarik & Musik 19:30 Uhr Pasticcio mit Musik Pasticcio-Degustation mit Musik von Hannes Campei (klassische Gitarre), Info bei Mariolina Pasta Fresca Stufelsergasse 19 Montag, 14. Dezember

Kinderkino

Mittwoch, 16. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Operette

20 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen Donnerstag, 17. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Diverses

17, 18 & 19 Uhr

Film

20 Uhr

Madame Marguerite Madame Marguerite gibt gerne ihr Gesangstalent zum Besten, jedoch bringt sie nur schiefe Töne hervor. Ihr das zu sagen traut sich jedoch keiner Forum Brixen Dienstag, 15. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Theater

16 Uhr

Unser Weihnachtslied Volksstück von Otto Mayr, Heimatbühne Afers Afers, Mehrzwecksaal

Musik

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Theater

16 Uhr

Musik

19 Uhr

Musik

20 Uhr

Musik

20 Uhr

Unser Weihnachtslied Volksstück von Otto Mayr, Heimatbühne Afers Afers, Mehrzwecksaal

Ach tauet ihr Himmel Adventskonzert des Männergesangvereins Brixen zusammen mit dem Kirchenchor St. Christina, unknown brass und Urtijei Brass und dem Streicherquartett Allin; Sprecher Georg Kaser Brixner Dom White Lily Gospel Singers Adventskonzert Pfarrkirche Mühlbach

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Musik

18 Uhr

Joe Smith Band Das große Weihnachtskonzert der Joe Smith Band mit dem Pfarrchor Lüsen und Streichern Milland, Freinademetzkirche

Montag, 21. Dezember

Lichtshow

17 Uhr

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Film

True Stories Konzert der Gruppe „True Stories“ Stufels, Schutzengelkirche

Freitag, 18. Dezember

Lichtshow

16:30 & 19 Uhr

Adventsingen Adventsingen des Männerchores Neustift unter dem Motto „Auf dem Weg zur Krippe“ zusammen mit der Musikgruppe Luz Amoi aus Freising Neustift, Stiftsbasilika

Musik

Samstag, 19. Dezember

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Sonntag, 20. Dezember

20 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Klang ohne Grenzen Meditative Klangperformance mit tibetischen Gongs, Klangschalen, Monochord und weiteren Klangmedien Kloster Neustift, Viktorskapelle

16 Uhr

Janosch In „Komm, wir finden einen Schatz“ finden der kleine Tiger, der kleine Bär und die Tigerente eine rätselhafte Karte in einer alten Kiste und begeben sich prompt gemeinsam auf Schatzsuche Forum Brixen

Lichtshow

20 Uhr

Wie auf Erden Der Film feiert das Leben – ein Plädoyer für die Kraft des freien Willens, der Gemeinschaft und der alle Grenzen überwindenden Musik Forum Brixen

“Klang ohne Grenzen“ Die Kraft des widerklingenden Sounds Meditative Klangperformance mit tibetischen Gongs, Klangschalen Monochord und weiteren Klangmedien…. Der Gong so kraftvoll, die Klangschalen die sich leise aufbauen… es bildet sich ein Klangteppich – weich umhüllend und zugleich durchdringend wie ein Lichtstrahl. Der Widerklang der Töne – auch ‚RESOUND‘ genannt, vergleichbar mit dem Echo das man von den Bergen zurückerhält wenn man ein Wort hineinruft. Ein Abend zum Innehalten – lauschen – spüren – genießen – einfach SEIN….. 40 Minuten Klänge die berühren.

Andrea Bambace Klavierkonzert: R. Schumann (Papillons op. 2), F. Schubert (vier Improptus), F. Chopin (die vier Balladen) Cusanus Akademie

» Donnerstag, 17.Dezember, 20 Uhr Viktorskapelle Kloster Neustift

Information und Anmeldung bei KLANGRAUM-Iris Göngrich: 327-2807077 Spende nach eigenem Ermessen.

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Dienstag, 22. Dezember

Veranstaltungen

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen Mittwoch, 23. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen Sonntag, 27. Dezember

Operette

15 & 19 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen

Diverses

Folget dem Stern Keck kredenzte Texte von Karl Auer, Monika Brigo und Christine Wagner umgarnt von kategorisch katholischen Liedern zur Weihnachtszeit vom Vokalquartett „Kles“ Vahrn, Griesserhof

Jazz

20:30 Uhr

Trio Impertinance Außergewöhnliches Trio mit drei außergewöhnlichen Musikerpersönlichkeiten Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 26. Dezember

Operette

15 & 19 Uhr

Der Liebestrank „Der Liebestrank“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Werke von Gaetano Donizetti Forum Brixen

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Theater

17 Uhr

Unser Weihnachtslied Volksstück von Otto Mayr, Heimatbühne Afers Afers, Mehrzwecksaal

Adventkonzert Dorothee Oberlinger, Blockflöte Sonatori de la Gioiosa Marca Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger wurde 2008 als „Instrumentalistin des Jahres“ und 2015 für die „Kammermusikeinspielung des Jahres“ mit dem renommierten Musikpreis Echo Klassik ausgezeichnet. Sie ist regelmäßig zu Gast bei großen Festivals und Konzertreihen in Europa, Amerika und Asien und spielt als Solistin mit renommierten Barockensembles und Orchestern wie den Sonatori de la Gioiosa Marca, Musica Antiqua Köln, Akademie für Alte Musik Berlin, London Baroque, Academy of Ancient Music oder Zefiro. Sonatori de la Gioiosa Marca: „....Spritzig, feurig und atemberaubend.....“, ein kleines Ensemble mit 7 Solisten und der Kraft eines Orchesters. Die Werke Antonio Vivaldis und seiner italienischen Zeitgenossen bilden das Repertoire: Virtuoser, mitreißender und authentischer kann es nicht erklingen. Das Motto des Konzerts: IL FLAUTO VENEZIANO - Venezianische Weihnacht.

» Sonntag, 13. Dezember, 17 Uhr Freinademetzkirche Milland

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Kulturverein Brixen Musik & Brixner Initiative Musik und Kirche

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

18 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Der Kleine Prinz Saint-Exupéry erzählt die traumhafte Geschichte eines Prinzen, der von einem fernen Stern kommend, hier auf der Erde den Menschen nur scheinbar einfache Fragen stellt Forum Brixen

Dienstag, 29. Dezember

Diverses

22 Uhr

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Musik

20 Uhr

Streichquintett Ausführende: Georg Egger und Judith Huber, Violine; Andrea Repetto, Viola; Andrea Egger und Nathan Chizzali, Cello Kapuzinerkirche

Brixner Silvester Domplatz

Ausstellungen Hofburg Brixen 27. November bis 6. Jänner In dulci jubilo! Handgemalte Papierkrippen. Die fragilen Einzelstücke aus den Depots der Hofburg sind zum ersten Mal in Brixen zu sehen; Sonderausstellung

Mittwoch, 30. Dezember

Lichtshow

17, 18 & 19 Uhr

Solimans Traum Soliman, der Elefant aus Brixen, begibt sich auf eine Reise durch eine zauberhafte Traumwelt Hofburg Brixen

Märkte Bauernmarkt samstags und mittwochs, 7:30-14 Uhr, Hartmannsplatz Monatsmarkt 12. Dezember, 8-14 Uhr Schwesternau Weihnachtlicher Benefizmarkt der Südtiroler Krebshilfe bis 8. Dezember, Brennerstraße 1

Weihnachtsmarkt bis 6. Jänner, werktags 10-19:30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 9:30 -19 Uhr, am 24. und 31. Dezember von 10-16 Uhr, am 25.12. bleibt der Weihnachtsmarkt geschlossen, Domplatz Wochenmarkt montags, 8-13:30 Uhr, Priel-Gelände

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Donnerstag, 31. Dezember

Musical

Montag, 28. Dezember

Lichtshow Freitag, 25. Dezember

18 Uhr

Bronzekrippe Kinder, Hirten und Könige, Gänse und Schafe bevölkern die von Harald Kastlunger geschaffene Bronzekrippe Tonkrippen Die private Weihnachtskrippe des Bildhauers Martin Rainer erzählt auch von den Wundern und dem Leben Christi Täglich von 10-17 Uhr; 24. und 25.12. geschlossen; lange Öffnungszeiten an den Wochenenden vor Weihnachten: 9-17 Uhr StadtGalerie 5. bis 30. Dezember Begegnungen Ausstellung des Bildhauers Bruno Walpoth Eröffnung am 4. 12. um 18:30 Uhr Di-Sa 10-12 und 16:30-18:30 Uhr; an Feiertagen geschlossen Festung Franzensfeste bis 27. März 2016 Modes of Democracy Ist die Demokratie auf dem Rückzug? Dieser Frage stellt sich diese Ausstellung auf verschiedenen geopolitischen Ebenen Di-So 10-16 Uhr


RST Service GmbH Bahnhofstr. 8 I 39049 Sterzing I T 0472 761300 I F 0472 761360 Peter-Mayr-Straße 10 I 39042 Brixen I T 0472 975460 I F 0472 761398 Kampillcenter I Innsbruckerstr. 29 I 39100 Bozen info@rst.bz.it I www.rst.bz.it

Dr. Ferdinand Rainer | Partner Wirtschaftsprüfer & Steuerberater

Dr. Viktoria Rainer Wirtschaftsprüferin & Steuerberaterin

Dr. Sabine Fassnauer Buchprüferin & Steuerberaterin

Dr. Klaus Steckholzer | Partner Wirtschaftsprüfer & Steuerberater

Dr. Karin Plattner Arbeitsrechtsberaterin

Josef Tschöll | Partner Arbeitsrechtsberater

Dr. Mirko Mizzon | Partner Wirtschaftsprüfer & Steuerberater

Harald Wild Arbeitsrechtsberater

Die Kanzlei RST gibt bekannt, dass sie nunmehr auch in Brixen, Peter-Mayr-Straße 10, vertreten ist. Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr. Wirtschaftsberatung

Vertragswesen

Buchhaltung & Jahresabschlüsse Unternehmensgründung

Mediation

Erbschaftsangelegenheiten

Arbeitsrechtsberatung

Beeidigte Schätzungen

Gesellschaftsoperationen

elektronische Fakturierung

Steuerberatung

Buchprüfung & Revision

Buchhaltung vor Ort

Öffentliche Ausschreibungen Dienstleistungen im Energiesektor


DIE „BESONDERE“ SEKTION IM SSV BRIXEN

Freizeit & Sport

Sportliche Lebensfreude In den vergangenen 15 Jahren baute Michaela Kofler Pichler die Sektion Behindertensport im SSV Brixen auf und aus. Nun tritt sie als Leiterin zurück und kann stolz eine Sektion übergeben, die weit mehr ist als das – nämlich auch eine kleine, fröhliche und voll integrierte Familie mit ganz besonderen Fähigkeiten.

F

Menschen nicht nur optimal und sinnvoll ihre Freizeit nutzen, sondern auch Kontakte knüpfen und pflegen.

Breites Spektrum. Fußball,

Turnen, Schwimmen, Tanzen, Tischtennis, Tennis, Handball und Bogenschießen – das sind die Sportarten die heute innerhalb der Sektion Behindertensport angeboten werden. Vor 26 Jahren war es der damalige Leiter der Sektion Leichtathletik, Christian Putzer, der die Sektion Behindertensport gründete und südtirolweit somit Pionierarbeit leistete. Körperlich behinderte Athleten konnten bereits damals innerhalb seiner Sektion mittrainieren. Erster Athlet der Sektion war der Rollstuhl-Sportler Helmut Wolf, mehrfacher Italienmeister in Leichtathletik und Silbermedaillengewinner in der Abfahrt und im Super G bei den Paralympics in Lillehammer 1994. Später kam

Foto: Oskar Zingerle

ünf Mal pro Woche trainieren die Brixner Kathrin Oberhuber und Marco Scardoni in der Acquarena. Beide Schwimmer sind Spitzensportler, Italienmeister, Rekordhalter… und mental beeinträchtigt. Ein Detail, das ihr Leben wesentlich von dem eines „normalen“ Sportlers unterscheidet. Dass sie ihre Leidenschaft umsetzen können, ist zum Großteil einer engagierten Person zu verdanken: der Brixnerin Michaela Kofler Pichler. Sie hat sich vor 15 Jahren dem Behindertensport verschrieben und tut seither ihr Möglichstes, um Menschen mit körperlicher oder mentaler Beeinträchtigung den Zugang zum Sport zu ermöglichen und zu erleichtern. Man kann problemlos behaupten, dass sie das vorbildlich geschafft hat, denn immerhin können sich die Sportler mittlerweile in acht verschiedenen Sportarten versuchen. Dabei können diese besonderen

Michaela Kofler Pichler legt ihr Amt als Sektionsleiterin nach 15 Jahren nieder und übergibt es an Elda Letrari 58

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auch Christina Ploner, die mehrfache Paralympics-Teilnehmerin und Medaillengewinnerin zuerst in der Leichtathletik und dann im Tischtennis, zum SSV Brixen. Schon bald organisierte Putzer auch für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung verschiedene Trainingsangebote und nahm mit den Sportlern am einen oder anderen Dorflauf teil. Das Interesse war groß, die Teilnehmerzahl wuchs. Zehn Jahre später übernahm Michaela Kofler Pichler die Sektionsleitung. Die Mutter von vier Kindern sitzt aufgrund einer Krankheit selbst seit 1998 im Rollstuhl und fand zum einen deshalb und zum zweiten über ihren Bruder Andreas, der mental beeinträchtigt ist, den Zugang zu diesem Verein. „Von Anfang an, war ich vom Potential dieser Sektion überzeugt, und deren Wichtigkeit wurde mir Jahr für Jahr bewusster“, sagt Kofler Pichler. Die Wichtigkeit liegt dabei nicht nur in den sektionsübergreifenden Angeboten, sondern vor allem in der Freizeitbeschäftigung, die nicht selbstverständlich ist für Menschen mit Behinderung – aber notwendig. „Wir sind eine große Stütze für die Familien, die wissen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind, ihre Freizeit sinnvoll nutzen und, das allerschönste, diese in vollen Zügen genießen.“ Denn genau so ist es. Die Mitglieder der Sektion sind mit Herz und Seele dabei und lassen auch nicht ein einziges Training ungenutzt, um ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen. „Wo der Wunsch geäußert wird, versuchen wir, eine

Teilnahme zu ermöglichen. Es hat zwar gewisse Grenzen, aber generell geht’s überall – immer im Maß des Möglichen natürlich“, so Pichler, die bewusst auch versucht, keine getrennten Angebote zu schaffen, sondern die Teilnehmer in den „normalen“ Gruppen zu integrieren.

Vorbildlich unterwegs. Kör-

perlich Behinderte sind rar geworden in der Sektion, da sich diese selbst über die landesweite Sportgruppe organisieren. Derzeit nutzen rund 120 Menschen mit Beeinträchtigung aus Brixen und Umgebung das breite Angebot in Brixen regelmäßig, das einzigartig ist in Südtirol. Kein anderer Verein im Land kann ein so umfangreiches Spektrum an sportlichen Aktivitäten vorweisen wie die Behindertensektion im SSV. „Man kann schon sagen, dass wir hier Vorreiter sind im Land“, meint Kofler Pichler. Stolz ist die Brixnerin aber auch auf die Art und Weise, wie die Sektion innerhalb des Vereins angesehen wird. „Die Wertschätzung uns gegenüber ist enorm, und jeder im Verein hat verstanden, wie wichtig es ist, dass es uns gibt. Man kann sich gar nicht vorstellen, was es für unsere Mitglieder heißt, Teil dieser großen Familie zu sein.


MIT HERZ UND SEELE DABEI: In der Sektion Behindertensport des SSV Brixen wird mit Leidenschaft gesportelt

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Sie werden geschätzt, verstanden, und sie spüren, dass sie dazugehören“, so die Sektionsleiterin. Dass der Behindertensport in ganz Südtirol mittlerweile einen großen Stellenwert genießt, beweist auch die Wahl zur „Trainerin des Jahres“ im VSS (Verband Südtiroler Sportvereine): Diesen Titel heimste 2014 die Brixner Trainerin Sabrina Da Col ein, die seit Jahren die beiden Schwimmer Kathrin Oberhauser und Marco Scardoni trainiert. „Erstmals wurde eine Trainerin aus dem Bereich ‚Behindertensport’ diese Ehre zu-

mit Hilfe von Tänzerinnen der Sektion Tanzen vertieft und bei der Abschlussveranstaltung vorgezeigt wird. „Das ist dann das Nonplusultra für die Teilnehmer – und zudem eine gute Möglichkeit, um den jungen Tänzerinnen im Umgang mit Menschen mit mentaler Beeinträchtigung die Berührungsangst zu nehmen“, sagt Kofler Pichler.

Großevent im nächsten Jahr. Stolz ist Michaela auf die Zusage, die die Sektion vor Kurzem erhalten hat: Die Schwimm-Itali-

andere Wettkämpfe auf nationalem und internationalem Niveau ausgetragen werden. Die Wettkämpfe sind absolut sehenswert, denn die Athleten schwimmen auf hohem Niveau, auf dem ein untrainierter oder sogar einigermaßen trainierter Schwimmer nicht wirklich mithalten kann“, so Kofler Pichler. In der Kategorie S21, in der Schwimmer mit DownSyndrom antreten, kann Italien einige Teilnehmer vorweisen, die bereits bei den Weltmeisterschaften vorne mitschwimmen konnten. Auch diese werden in

Nachfolgerin gefunden. Micha-

ela Kofler Pichler wird im kommenden Jahr allerdings nicht mehr alleine die Stricke für diese Veranstaltung und die Sektion ziehen: Sie muss und will nach so vielen Jahren zurückstecken und kürzer treten. „Endlich habe ich auch eine passende Nachfolgerin gefunden und kann das Zepter aus der Hand geben. Ich werde im Vorstand vertreten bleiben und meine Erfahrungen auch weiterhin einbringen“, so Kofler. Die ehemalige Stadträtin Elda Letrari Cimadom wird ab 2016 die Zügel

„Von Anfang an war ich vom Potential dieser Sektion überzeugt“_ Michaela Kofler Pichler, ehem. Sektionsleiterin im SSV Brixen Behindertensport teil; das zeichnet nicht nur ihre, sondern auch unsere Arbeit aus“, so Kofler Pichler. Neben den Schwimmkursen gibt es einen weiteren Kurs, der den Sportlern besonders viel Freude bereitet: die Tanzstunde. Diese wird besonders rege besucht – wahrscheinlich auch aufgrund ihres speziellen Modus: In der einen Hälfte der Stunden lernen die Teilnehmer eine Choreographie ein, die dann in der zweiten Hälfte des Kurses

enmeisterschaften für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung werden im nächsten Jahr, von 17. bis 19. Juni 2016, in der Brixner Acquarena stattfinden. Über 200 Athleten aus rund 50 Vereinen aus ganz Italien, werden sich dann auf dem „livello agonistico“, in Brixen im Wettkampf messen. „Dafür müssen am 50-Meter-Sportbecken noch einige Umbauarbeiten vorgenommen werden, damit es homologiert werden kann. Somit können später hier in Brixen auch

Brixen an den Start gehen. In der Kategorie S14, in der alle anderen Schwimmer mit unterschiedlich ausgeprägten mentalen Beeinträchtigungen zusammengefasst werden, zählen die beiden Lokalmatadore Kathrin Oberhauser und Marco Scardoni zu den Favoriten. Für Brixen ist die Vergabe der Italienmeisterschaften jedenfalls ein voller Erfolg; „zudem unterstreichen wir erneut, dass der Behindertensport bei uns eine große Wertschätzung erfährt.“

übernehmen, sich um alle weiteren Belange kümmern und sich der Bedürfnisse der Menschen mit mentaler Behinderung annehmen. „Es liegt nun an ihr, den kleinen Verein im Verein weiterzuführen und diesen ganz besonderen Menschen weiterhin viel Freude am gemeinsamen Sport zu bereiten.“

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 59


INTERVIEW

Freizeit & Sport

„Vollgas bis zum Schluss“ Eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen, zwei weitere bei den BiathlonWeltmeisterschaften und eine „Holzerne“, die heller glänzt als Gold – das ist der Lohn für die harte Arbeit der Feldthurner Biathletin KARIN OBERHOFER. Der „Brixner“ hat die Sportlerin zum Interview getroffen.

Foto: Oskar Zingerle

Frau Oberhofer, bald geht es wieder los mit der neuen Saison. Wie bereiten Sie sich darauf vor, und wie fit fühlen Sie sich? KARIN OBERHOFER: Ich trainiere von Mai bis Oktober. Jetzt gerade komme ich zum Beispiel vom Schnelligkeitstraining: Das war kurz, aber intensiv. Bevor die ersten Rennen Ende November starten, geht es noch zu einem Trainingslager nach Norwegen. Wie fit ich bin, kann ich aber erst nach den ersten Rennen sagen, denn erst dann sieht man, wo man steht und wie gut die Konkurrenz ist. Freuen Sie sich nach dem anstrengenden Sommertraining auf die Saison? Ehrlich gesagt bin ich eine, die lieber trainiert als Rennen zu bestreiten. Beim Training stehe ich weniger unter Druck, und ich bin nicht so nervös. Aber die Rennen gehören einfach auch dazu. Ich muss aber zugeben, dass ich mich nach den guten Resultaten der letzten Saison mehr auf die Rennen freue als sonst. Sie sind nun schon seit einigen Jahren im Biathlon-Geschäft. Wird der Rennzirkus irgendwann Routine oder vielleicht sogar langweilig? Biathlon gibt mir einfach sehr viel, und jedes Jahr versuche ich, an mir zu arbeiten und mich zu verbessern, was mir Spaß macht. Zum Biathlonsport bin ich erst vor zehn Jahren gekommen – ich bin also eigentlich eine Spätzünderin. In der Sportoberschule Mals waren damals meine schulischen Leistungen nicht gerade herausragend. Bis ich meinen Vater von einem Wechsel vom Langlauf zum Biathlon überzeugen konnte, hat es ein ganzes Jahr gedauert. Heute ist er 60

Karin Oberhofer: „Ich weiß zu schätzen, dass ich das tun darf, was ich gerne tue“

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aber sehr froh, dass ich so hartnäckig war. Natürlich wächst einem der Trainingsaufwand manchmal über den Kopf. Immerhin trainiere ich drei bis vier Stunden vormittags und nochmal so lange am Nachmittag, dazu kommt noch das Dehnen, das ich besonders lange praktiziere, das Gewehr ist zu putzen. Ich habe den ganzen Tag zu tun, ein Fulltimejob, so wie jemand, der den ganzen Tag im Büro sitzt – nur dass ich nie tauschen möchte. Aber ich glaube, es würden auch nur wenige mit mir tauschen wollen. Ich weiß auf jeden Fall zu schätzen, dass ich das tun darf, was ich gerne tue. Sie haben kürzlich den Vertrag mit ihrem Kopfsponsor verlängert. Braucht es unbedingt Sponsoren, um den Sport ausüben zu können? Ohne Sponsoren ist es schwierig. Wir haben viele Spesen: Trai-

ningsgeräte, Roller, Fahrrad, Trainingsfahrten und so weiter. Da kommt man mit dem Gehalt der Heeresgruppe bald an seine Grenzen. Sponsoren finden ist leider auch keine leichte Aufgabe und eine mühselige noch dazu, die viel Zeit raubt. Diese Zeit sollte oder müsste man eigentlich anderweitig investieren. Gerade eben wurde mein Sponsorvertrag mit dem Tourismusverein Ratschings für ein weiteres Jahr verlängert, dafür bin ich sehr dankbar. Durch meine Erfolge in der letzten Saison konnte ich auch wieder viel an meinen Sponsor zurückgeben, was mir wichtig ist und mir Freude bereitet – ausnützen will ich nämlich niemanden. In der kommenden Saison werde ich zudem auch von der Firma Jungmann sowie von der Naturbackstube Profanter unterstützt, was mir sehr viel bedeutet. Neben der finanziellen Hilfe ist das nämlich eine große Wertschätzung für mich als

Sportlerin. Wichtig beim Sponsor ist es, dass man sich gut versteht und dass man nicht unter Druck gesetzt wird. Lassen Sie sich denn unter Druck setzen? Jein. Ich mache mir selber oft viel Druck. Den Druck von außen spüre ich manchmal mehr, manchmal weniger. Vor den Rennen möchte ich am liebsten gar nichts hören. Ich will von meinen Trainern auch während des Rennens nicht wissen, auf welcher Position ich stehe. Ich gebe mein Bestes – bis zum Schluss! Grundsätzlich schaue ich eigentlich nur auf meine persönliche Leistung, und ich identifiziere mich nicht mit meinen Siegen. Mir ist es wichtig, mich persönlich stetig zu verbessern. Am Ende eines Rennens weiß ich dann, was ich gut und was ich weniger gut gemacht habe.


Dann setzen Sie sich vor den Rennen keine Ziele? Sicherlich nicht jenes, eine Topplatzierung zu erreichen. Ich will meine persönliche Leistung verbessern und fertig. Es sind eher die Leute um mich herum, die mich an meine Resultate erinnern. Ich selbst denke nie darüber nach, was ich bereits erreicht oder gewonnen habe. Sie klingen sehr bescheiden, sind aber auch sehr bestimmt und ehrgeizig, was den Sport angeht. Wie schaffen Sie es, das „normale“ Leben und jenes voller Adrenalinkicks, voll Rummel und Terminen auf den gleichen Nenner zu bringen? Ich bin ein Energiebündel – ich muss immer etwas tun und kann eigentlich nicht wirklich Ruhe geben. Diese Energie hilft mir zwar in stressigen Zeiten, aber nicht in den Momenten, in denen ich abschalten sollte, um meinem Körper eine Pause zu gönnen. Hierfür habe ich kurz vor den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi eine perfekte Methode gefunden, um herunterzukommen: Yoga. Dieses mentale Training beruhigt mich ungemein und gibt mir sehr viel Kraft. Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören, mir auch Ruhe zu gönnen – erst dann kann man meiner Meinung nach hundert Prozent der Leistung geben. Spiegelt sich Ihr Körperbewusstsein auch in Ihrem Speiseplan wieder? Ja, sehr. Ich darf zwar alles essen, am liebsten esse ich aber gesund: Ich kaufe meine Lebensmittel gern im Bioladen und baue mir meinen Salat hinterm Haus selber an, weil ich keinen besseren kriegen kann. Und ab und zu esse ich dann auch Schokolade, weil mein Körper auch das braucht. Mein Körper sagt mir schon, wann ich was zu mir nehmen soll. Auch wenn ich mit meinem Team unterwegs bin, esse ich gesund. Wir haben meistens einen eigenen Koch dabei, der dem gesamten Team individuelle Gerichte zubereitet. Aus wie vielen Leuten besteht das Team in dieser Saison? Heuer sind wir eine große Mannschaft, die aus elf Athleten plus Trainer und Physiotherapeuten besteht, insgesamt so etwa 20 Leute. Die Athleten sind hauptsächlich Südtiroler, es sind aber

auch einige aus Norditalien dabei. Meistens trainieren Frauen und Männer zusammen, manchmal auch getrennt. Wir sind ab jetzt fast durchgehend unterwegs: Drei Wochen Rennen und dann eine oder maximal zwei Wochen Pause. Wie viele Rennen bestreiten Sie in der Regel in einer Saison? 35 bis 40 Rennen, wenn man so wie ich eigentlich bei allen an den Start geht: Mixed-Staffel, Staffel, Sprint, Massenstart, Verfolger und Einzel. Manchmal hat man zwischendrin einen Tag Pause, manchmal auch nicht. So eine Rennwoche ist schon anstrengend – man kann auch nicht erwarten, dass jedes Rennen gut geht. Bei der Weltmeisterschaft letztes Jahr

Als ich sie bei der Taufe als Patin auf dem Arm hielt, war ich das erste Mal in meinem Leben richtig stolz. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, das man mit keiner Medaille messen kann. Wenn ich zu Hause bin, will ich einfach nur Tochter, Schwester oder eben Tante sein – und nichts anderes. Fehlt Ihnen das „normale“ Leben? Nein, das würde ich nicht sagen. Ich kenne es auch nicht anders. Ich bin gern daheim, genieße die Zeit mit meiner Familie. Da diese Zeit aber leider sehr knapp ist, ist sie umso intensiver. Was war aus beruflicher Sicht der schönste Moment in Ihrer Karriere?

bin. Auch die mentale Stärke spielt eine große Rolle, besonders am Schießstand. Eigentlich ist das das Entscheidende, denn alle, die vorne mitfahren, schießen und laufen auf hohem Niveau – da macht nur noch der Kopf den Unterschied. Wie lange wollen Sie den Sport noch auf diesem Niveau ausüben? Es gibt Athleten, die mit knapp 40 Jahren noch bei den Rennen mitfahren. Ich werde das aber definitiv nicht tun. Ich werde mir aber auch keine Obergrenze setzen. Es geht von Saison zu Saison, und ich beobachte, wie es mir körperlich geht und ob ich noch Lust habe. Es gibt auch ein Leben außerhalb des Profisports, und

„Wenn ich zu Hause bin, brauche ich ein ‚normales’ Leben, weil ich kein ‚normales’ Leben habe“_ Biathletin Karin Oberhofer in Finnland hatte ich nach den ersten Renntagen, die nicht gut gelaufen sind, die WM eigentlich schon abgeschrieben. Dann habe ich noch am letzten Tag beim Massenstart die Bronzene geholt – von diesem Ergebnis war ich baff. Ich bin erst gegen Ende der Weltmeisterschaft in Form gekommen, und dann ging’s Schlag auf Schlag: zuerst die Bronzemedaille mit der Damenstaffel und dann noch die Einzelne. Von diesem WM-Ergebnis war ich schon sehr beeindruckt. In den letzten Jahren konnte sich die gesamte Mannschaft laufend steigern: Wir haben in der Mixed-Staffel zuerst die Europameisterschaft, dann die Weltmeisterschaft gewonnen und dann die Olympiamedaille, die ich bis heute noch nicht ganz realisiert habe.

Für viele war es zwar vielleicht der schlimmste Moment, für mich war es aber einer der schönsten: Der 4. Platz im Sprintrennen bei der Olympiade in Sotschi. Für viele ist der 4. Platz nichts wert, für mich war es aber eine hervorragende Leistung. Ich war vorher krank, war nicht fit, und niemand – nicht einmal ich selber – habe mir etwas erwartet. Und dann werde ich Vierte! Das muss einem erstmal gelingen: Vierte bei einer Olympiade! Leider haben insbesondere die Medien meine Leistung als mehr schlecht als recht gewertet. Als ich aber nach Hause kam, haben mir mein Vater und mein Cousin für diesen 4. Platz eine Medaille aus Holz geschnitzt – ich habe also meine Medaille, und die ist für mich sehr viel wert.

Wie stolz sind Ihre Eltern auf Sie und die Medaillen?

Wie fest muss man von sich selbst überzeugt sein, um vorne mitfahren zu können?

Sehr, würde ich sagen. Mein Vater möchte mit mir auch immer über Biathlon reden, aber ich blocke bei diesem Thema lieber ab. Wenn ich zu Hause bin, will ich nicht über den Sport reden, sondern einfach nur abschalten. Das musste ich meinen Eltern anfangs erst beibringen. Ich brauche einfach das „normale“ Leben, weil ich kein „normales“ Leben habe. Vor kurzem bin ich Tante geworden, und die Kleine ist mein größtes Glück.

Man muss an sich glauben, man muss durchhalten und kämpfen – das muss man wirklich, ohne Kompromisse! Nicht nur im Biathlon, sondern in jedem Sport, den man profimäßig ausübt. Ich bin schon eine Kämpfernatur mit viel Durchhaltevermögen, die nicht aufgibt und das Rennen erst beendet, wenn die Ziellinie überschritten ist. Das zeichnet mich vielleicht auch aus und hat mich dort hingebracht, wo ich heute

das werde ich sicherlich bald in vollen Zügen auskosten. Also wird es keine Trainerkarriere der Karin Oberhofer geben? Nein, ich glaube eher nicht. An mir selbst zu arbeiten macht mir Spaß, aber mich interessiert es weniger, andere zu trainieren. Ich hab mir noch keine Gedanken gemacht, was nachher passiert. Einen Bürojob kann ich aber eher schon mal ausschließen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief Karin Oberhofer ist am 3. November 1985 in Brixen geboren. Seit sie die dritte Klasse der Sportoberschule in Mals besuchte, trainiert sie Biathlon und schaffte es auf Anhieb in die italienische Nationalmannschaft, für die sie seit mehr als zehn Jahren bei den Rennen antritt. Ihren bislang größten Erfolg feierte die Garnerin, die in Ridnaun lebt, bei den Weltmeisterschaften in Finnland im März 2015. Dort holte sie sich als bisher einzige „Azzurra“ einen Podiumsplatz (Bronze) bei einem Einzelrennen einer WM. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi holte sie in der MixedStaffel ebenfalls Bronze. 61


Ein Hoch auf uns! z Die Leistungen der Brixner Sportler können sich sehen lassen: In den verschiedensten Disziplinen gibt es zahlreiche Athleten, die mitunter zu den Besten im Land oder gar ganz Italiens gehören. Auf diese herausragenden Leistungen ist die Stadt Brixen stolz! Deshalb werden alljährlich die sportlich begabten Mitmenschen geehrt und gewürdigt. Heuer fand die Sportlerehrung

in der Kletterhalle Vertikale statt, wobei Sportstadtrat Andreas Jungmann, Bürgermeister Peter Brunner sowie Vertreter von Stadt- und Gemeinderat den über 50 vorbildlichen Sportbegeisterten ein kleines Geschenk überreichten. Die Liste der geehrten Sportler

aus den Disziplinen Schwimmen, Sportkegeln, Sportrodeln, Paragleiten, Leichtatheltik, Badminton, Yoseikan Budo, Karate, Mountainbike, Tennis, Slackline und Handball kann in der multimedialen „BrixnerPlus“-Version dieser Ausgabe abgerufen werden. eh

F&S Freizeit & Sport SNOWBOARD

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

DIVERSES

Gefragter Athletiktrainer z Bernhard „Berni“ Thaler ist längst kein Unbekannter mehr in Spitzensportlerkreisen: Der 40-jährige Millander nahm schon bald nach seinem Sportstudium in Innsbruck seinen Beruf als Lehrer an der Sportschule Sterzing auf, wo er erstmals auf Aaron March – damals noch als Schüler – traf. Zwei Saisonen betreute er das Nationalteam der Kunstbahnrodler, war aber auch in anderen Sportarten ein gefragter Trainer, beispielsweise Hockey, Ski Alpin oder Schwimmen. Sechs Jahre begleitete Thaler die Brixner Handballer, und seit sieben Jah-

kurz

notiert

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ren ist er wieder als Privattrainer des Weltklasse-Snowboarders Aaron March tätig. Letzte Saison wurde er als Athletiktrainer des Snowboarder-Nationalteams engagiert, legte diesen Auftrag am Ende der Saison aber wieder zurück, um sich mehr seiner Familie widmen zu können. Heute sei er sehr zufrieden mit der aktuellen Situation als festangestellter Lehrer und seiner Nebenbeschäftigung als Trainer. Neben einer Brixner Herren-Freizeitgruppe und einigen Kindergruppen trainiert Berni Thaler die Snowboarder Aaron March und Nadya Ochner (im Bild

Der SSV Brixen Handball ist seit Kurzem im Besitz eines neuen Kleinbusses, der insbesondere für die Auswärtsspiele von großer Bedeutung ist. Durch die Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse sowie der Südtiroler Sporthilfe konnte der neue Bus angekauft werden.

links und rechts an der Seite ihres Trainers) sowie Roland Fischnaller. Thaler lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie im Pustertal und

treibt selbst begeistert Sport. „Es gibt keine Sportart, die mir nicht gefällt. Es gibt nur zu wenig Zeit, alles zu schaffen“, lacht Thaler. oz

Die Brixnerin Tiziana Pignatelli hat in New York ihren 42. 42-Kilometer-Lauf, also Marathon, bestritten. In einer Zeit von drei Stunden und 30 Minuten hat sie ihr Ziel zwar nicht ganz erreicht, zeigt sich aber auf Facebook glücklich und zufrieden.

Laura Letrari belegte beim Bozner Swimmeeting den dritten Platz in der Disziplin 50-MeterRücken sowie den zweiten Platz in 100-Meter-Lagen. Die durch eine Lebensmittelvergiftung geschwächte Brixnerin verpasste dabei das Limit für die KurzbahnEuropameisterschaft um nur wenige Hundertstelsekunden.


NACHGEFRAGT

„Pulvriger Schnee, der länger hält“ REINHOLD STEINMANN, Controller der Plose Ski AG, über elektrosmogfreien Schnee, mit dem in der kommenden Saison die Trametsch-Piste beschneit werden wird. Herr Steinmann, vitalisierender, belebter und entstörter Schnee: Das klingt ehrlich gesagt etwas esoterisch. Was kann man sich darunter vorstellen? Nun, der Schnee, der vom Himmel fällt, dreht traditionell nach rechts, jener aus den Schneekanonen hat durch Strom, Druck und Magnetfelder eine Linksdrehung. Er ist somit weniger energiereich. Wir befestigen nun auf unseren acht Schneekanonen, die die Trametsch einschneien, Mikrochips und Inoxleisten, damit auch dieser Schnee rechtsdrehend, wie auch unser Körper, auf der Piste landet.

Und was genau bringt diese Investition den Skifahrern und der Plose? Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass mit dieser neuen Technologie der Urstand des Wassers wieder hergestellt wird, der Schnee mehr Energie erhält und sich der Körper schneller regeneriert, wenn man sich auf diesem Schnee aufhält. Zudem weisen wir eine bessere Schneequalität auf, die weniger eisig, pulvriger und länger haltbar ist, sodass wir weniger oft nachbeschneien müssen und neben dem positiven Effekt von Pulverschnee und einem Wohlfühleffekt der Skifahrer auch noch einsparen können.

Im Internet wird kontrovers über den belebenden Schnee diskutiert – man glaubt daran oder auch nicht. Aber was genau erhofft sich die Plose durch rechtsdrehende Schneeflocken? Wir hoffen natürlich langfristig auf Gäste, denen diese Well-beingSchiene zusagt. Die Investition wird sich in fünf Jahren amortisieren. In Südtirol sind wir das einzige Skigebiet mit elektrosmogfreiem Schnee, aber auch die Hockeyhalle in Auer beeist mit diesem System, und dort spricht man bereits von erheblichen Einsparungen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

HANDBALL

Abwarten und Tee trinken

Foto: Oskar Zingerle

z Die 18-jährige Handballerin des SSV Brixen, Annares Auer, möchte nach einer Verletzungspause wieder zurück aufs Spielfeld. Eine fehlende Spielerlaubnis aus Rom macht ihr aber derzeit einen Strich durch die Rechnung. Grund dafür ist ihre Entscheidung, die Schule abzuschließen und die anstehende Matura in der

Handelsoberschule in Brixen abzulegen. Deshalb blieb Annares nach ihrem Kreuz- und Seitenbandriss am rechten Knie im Vorjahr in ihrer Heimatstadt und trainierte wieder mit und für ihren Heimatverein, den SSV Brixen. Der von ihren Eltern unterschriebene Vierjahresvertrag beim Club Futura Roma, bei dem auch die beiden Brixnerinnen Anika Niederwieser und Kerstin Kovacs unter Vertrag sind, hält sie derzeit aber davon ab, mehr zu tun, als nur zu trainieren. „Rom muss mir eine Spielgenehmigung für Brixen ausstellen, ansonsten darf ich an keinem offiziellen Spiel teilnehmen. Diese fehlt aber noch, obwohl im Vertrag steht, dass ich jederzeit zu meinem Verein zurückkehren dürfte“, so Annares verständnislos. Derzeit sind ihre Eltern sowie Verbandsmitglied Claudio Zorzi dabei, das Verfahren voranzutreiben, um die talentierte Brixnerin so schnell wie möglich wieder aufs Feld zu bringen – wo sie auch hingehört. jb

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Süßer die Kassen nie klingeln …

Die Motivation, mit der der erste Brixner Weihnachtsmarkt 1991 am dezemberlich-verschlafenen Domplatz eröffnet wurde, ist wenige Jahre später in Krisenstimmung umgekippt. Dass der Weihnachtsmarkt heuer sein 25-Jahr-Jubiläum begeht, grenzt also beinahe an ein Weihnachtswunder.

M

it leuchtenden Augen beobachten Kinder die Verkäuferin, die gebrannte Mandeln sorgfältig in ein Papiertütchen zählt. Erwachsene wärmen die vor Kälte klammen Finger an Glühwein- oder Teetassen, und geschnitzte Krippenfiguren schauen andächtig dem bunten Treiben auf dem Domplatz zu. Seit 25 Jahren zeigt sich ab Ende November ein solches Bild auf dem Brixner Weihnachtsmarkt, seit 25 Jahren hauchen Brixner, Eisacktaler, Italiener und sonstige eigens Angereiste weiße Wölkchen in den Himmel, und seit 25 Jahren hoffen alle, dass es Petrus gut meint und am Abend zumindest ein paar Schneeflöckchen vom Himmel rieseln – der vorweihnachtlichen Stimmung zuliebe.

Städte, trat Palfrader an Helmuth Kerer heran, den damaligen Stadtrat für Handel, um ihn für einen Brixner Weihnachtsmarkt zu begeistern. „Mein Vater war von der Idee des Weihnachtsmarkts von Anfang an überzeugt“, ist sich Bettina Kerer sicher. In der Dezember-Ausgabe des „Brixner“ stand 1991 schließlich: „Nach langen Vorbereitungsarbeiten gelang es heuer den Brixner Kaufleuten in Zusammenarbeit mit Gemeinde- und Kurverwaltung sowie der Kaufleutewerbegemeinschaft Brixia Team erstmals, einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen.“ Weiter im Text steht: „Brixens Kaufleuteschaft scheint sich in letzter Zeit bewusst geworden zu sein, dass die Wirtschaftstreibenden selbst mit Kreativität und Mit-

ber, die Weihnachtsfeiertage standen also wieder ganz im Zeichen einer besinnlichen und ruhigen Familienzeit.

Hui oder pfui? 1993, nachdem

bereits zwei Weihnachtsmärkte am Domplatz stattgefunden hatten und der dritte vor der Tür stand, wagte sich der „Brixner“ an das Umfragethema „Weihnachtsmarkt – hui oder pfui?“ Die Brixner waren damals geteilter Meinung: „Ich war erst einmal auf dem Brixner Weihnachtsmarkt, und es hat mir im Großen und Ganzen recht gut gefallen“ (Franz Kasseroler), „Ich finde den Markt sehr interessant“ (Roland Kerschbaumer), „Gefällt mir sehr gut, sehr schön!“ (Hartwig Thaler), „Ich finde den Weihnachtsmarkt relativ überflüssig, aber allein die Tatsache,

„Wenn man bedenkt, dass früher Brixen im Dezember tot war, ist der Weihnachtsmarkt ein Motor, der alles antreibt“_ Alex Resch, Juniorchef Hotel Goldene Krone Glitzernde Geschichte. Die Ge-

schichte des Brixner Weihnachtsmarktes ist eng mit glitzernden Edelsteinen verbunden. In den 80er Jahren, als der Domplatz in der Vorweihnachtszeit einen Winterschlaf zu halten pflegte, zog es den Brixner Josef Palfrader zu den Weihnachtsmärkten nach Innsbruck, München, Nürnberg oder auch Freiburg, um glitzernde Edelsteine unter die Leute zu bringen. Fasziniert von der Atmosphäre der vorweihnachtlichen 64

teleinsatz zu einer Verbesserung des Erscheinungsbildes beitragen müssen.“ Ganz in diesem Sinne sprossen bis zum 28. November 1991 aus den Pflastersteinen am Domplatz 23 sechseckige Häuschen mit Schindeldach, und Helmuth Kerer eröffnete im Rang des Präsidenten des neu gegründeten Weihnachtsmarktkomitees feierlich den ersten Brixner Weihnachtsmarkt. Der bunte Reigen am festlich geschmückten Domplatz dauerte 1991 bis zum 22. Dezem-

dass man versucht, etwas zu tun und etwas zu bewegen, bewerte ich wiederum positiv“ (Bernhard Thaler) oder „Der Brixner Weihnachtsmarkt erinnert mich immer ein bisschen an ein Negerdorf“ (Astrid Kußtatscher). An den Anblick der „Negerhütten“, wie die Stände von einigen damals unschmeichelhaft bezeichnet wurden, haben sich die Brixner mittlerweile gewöhnt. Toni Schatzer, Präsident der Brixner Weihnachtsmarktinitiative, hat

die gewöhnungsbedürftigen Kosenamen jedoch nicht allzu ernst genommen: „Besser ist, wenn über einen geredet wird, als wenn die Leute nichts zu sagen hätten.“ Laut Schatzer haben die sechseckigen Hütten im Vergleich zu den normalen Marktbuden sogar einen entscheidenden Vorteil, denn sie bieten mehr Verkaufsfläche.

Der Weg zum Standl. Wie kommt

man eigentlich zu einem Verkaufsstand am Domplatz? „Innerhalb 31. März muss ein Gesuch in der Gemeinde abgegeben werden“, erklärt Toni Schatzer. „Im Mai werden die alten Standbetreiber bestätigt; wenn einer davon wegfällt, wählen wir einen neuen Betreiber aus. Dabei haben wir aber immer das Warenangebot im Auge, und wir achten darauf, dass erst die Brixner zum Zug kommen, dann die Südtiroler und zum Schluss die anderen Gesuchsteller.“ Das Weihnachtsmarktkomitee hat dabei die Aufgabe, ein großes Sortiment und vor allem Qualität auf den Domplatz zu bringen. Laut Toni Schatzer kommt man um den typischen Weihnachtsmarkt-Kitsch jedoch nicht herum: „Das wird einfach gerne gekauft von den Italienern. Wir versuchen aber schon, so wenig wie möglich davon am Weihnachtsmarkt zu haben.“ Für die Standmiete zahlen die Betreiber rund 2.800 Euro; die Gastronomiestände müssen dabei etwas tiefer in die Tasche greifen, da sie im Vergleich mehr verdienen – sie zahlen in etwa das Doppelte. „Von dem Geld, das durch die Standmiete zusam-

Foto: Krause & Johansen

Wirtschaft & Umwelt

25 JAHRE BRIXNER WEIHNACHTSMARKT


WEIHNACHTLICHES TREIBEN: Seit 25 Jahren haucht der Weihnachtsmarkt alljährlich nicht nur dem Domplatz, sondern ganz Brixen Leben ein

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Wirtschaft & Umwelt

menkommt, bezahlen wir das Magazin zur Lagerung der Hütten, den Transport, Auf- und Abbau, Strom, Wasser, Müllentsorgung, den WC-Container, die TOSAPSteuer für die Besetzung öffentlichen Grundes und die Dekoration für den Domplatz“, so Schatzer. Finanziell unterstützt wird das Weihnachtsmarktkomitee von der Raiffeisenkasse Eisacktal und der Brauerei Forst, durch Beiträge von der Gemeinde, der Autonomen Provinz und vom Tourismusverein Brixen. „Trotz der Beiträge müssen wir gut haushalten, um über die Runden zu kommen. Es kommen einfach viele Spesen zusammen“, beschreibt Schatzer.

1994: Es kriselt. Wären Beiträge,

Sponsoren und das System mit der Standmiete bereits in den Anfangsjahren des Weihnachtsmarktes eingeführt worden, hätten sich die Weihnachtsmarktenthusiasten wohl einiges erspart. Bereits im Dritten Jahr des Bestehens stand der Markt nämlich auf wackeligen Beinen: „Damals musste man sich die Hütten selbst kaufen, auch den Auf- und Abbau und die Lagerung musste man selbst organisieren“, weiß Reinhard Tscholl, der seit der Geburtsstunde des Weihnachtsmarktes am Domplatz Lebkuchen, Zelten und Co. verkauft. Eine Hütte war damals um 7.000.000 Lire zu haben. „Der Weihnachtsmarkt war sehr bescheiden, und es war auch nicht viel los“, erinnert sich Tscholl. „Wir waren wirklich an der Kippe“, bestätigt auch Toni Schatzer. „Werner Frick, der damalige Landesrat für Handel, Handwerk und Fremdenverkehr, hat sich für uns eingesetzt und ermöglicht, dass wir mit Unterstützung vom Land Hütten ankaufen konnten, damit zumindest die Kosten für den Erwerb wegfallen“, so Schatzer. Frick hat auch die Schaltung einer Werbeserie in Magazinen und Tageszeitungen in Norditalien ermöglicht, was dann zum dringend benötigten Besucherstrom geführt hat. Die ersten mit Weihnachtsmarkttouristen gefüllten Busse ließen nicht lange auf sich warten, und mit dem Markt ging es bergauf. Trotz tiefroter Zahlen und Krisenstimmung hat die Familie Tscholl in ihrem Konditor-Stand durchgehalten. „Für uns war der Stand am Weihnachtsmarkt damals ein gutes Standbein, um mit der Brixner Kundschaft in Kontakt zu kommen. Wir haben die Konditorei ja erst im März 1991 eröffnet“, umreißt Klemens 66

Zur Eröffnung des 1. Brixner Weihnachtsmarktes wurde ein riesiger Lebkuchen gebacken und anschließend stückeweise an die Besucher verteilt

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Tscholl. In der Krisenzeit haben jedoch auch die Tscholls einmal mit dem Gedanken gespielt, den Weihnachtsmarktstand aufzugeben, aber am Ende haben sie doch durchgehalten. Seit 25 Jahren steht nun der 1940 geborene Reinhard Tscholl jeden Winter am Domplatz in seiner Hütte.

ist für uns Weihnachten“, ist die Antwort.

Befruchtung oder Konkurrenz?

Von Anbeginn des vorweihnachtlichen Treibens am Domplatz wurde großes Augenmerk darauf gelegt, keine Konkurrenz für die hiesigen Kaufleute auf den Domplatz

Ständchen beim Weihnachtsmarkt zu vergeben war, hat Helmuth Kerer in weiser Vorausschau immer erst bei den Brixner Kaufleuten nachgefragt, ob Interesse bestünde.“ Laut Federer ist mit der Einführung des Weihnachtsmarktes in Brixen eine entscheidende Veränderung vor sich gegangen:

Der Weihnachtsmarkt hat in Brixen sowohl im Handel als auch in der Hotellerie ein Vorweihnachts-Loch gestopft

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„Mir macht das unglaublich viel Spaß“, verrät er. „Für mich ist das eine extrem emotionale Sache. Jedes Jahr kommen Stammkunden aus Palermo, Rom, Genua oder Turin. Dass so viele Leute immer wieder kommen, ist ein großes Zeichen der Wertschätzung.“ Manchmal ist Reinhard Tscholl auch so frech und fragt bei seinen Stammkunden nach, warum sie denn jedes Jahr wiederkommen. „Wenn wir hier in Brixen am Weihnachtsmarkt sind,

zu holen: „Wir haben darauf geachtet, dass am Weihnachtsmarkt nicht Dinge verkauft werden, die ohnehin in vielen Geschäften zu haben sind“, erklärte der damalige Kaufleutepräsident Stefan Erler im Dezember-„Brixner“ von 1994. Die Brixner Kaufleute selbst haben den Weihnachtsmarkt auch nie als Konkurrenz gesehen, sondern „eher als Befruchtung“, stellt Hans Peter Federer, Ortsobmann des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol, klar, „wenn ein

„Vor 25 Jahren war die Zeit von der ersten Novemberwoche bis Mitte Dezember praktisch tot. Erst wenn das 13. Gehalt eingegangen ist, ist das Geschäft bei den Kaufleuten angelaufen.“ Und jetzt beginnt das vorweihnachtliche Aussuchen, Probieren und Kaufen schon Ende November. Ein Winter-Loch gestopft hat der Weihnachtsmarkt auch in der Hotellerie: „Mittlerweile ist der Dezember nach dem August unser zweitstärkstes Monat“, zeigt sich


mend, bahnen sich die Reisebusse dann ihren Weg durch die Romstraße und den Kleinen Graben in die Regensburger Allee, wo die Fahrgäste aussteigen können. Mitarbeiter der Stadtpolizei leiten die Busse dann umgehend weiter zum Parkplatz in der Sportzone oder, wenn dieser voll besetzt ist, in die Industriezone. „Auf den Parkplätzen müssen wir immer Präsenz zeigen. Wenn du dich nur einen kleinen Moment umdrehst, ist alles gleich zugeparkt“, erklärt Wieland. „Die größte Herausforderung für uns ist sicher das Wochenende um den 8. Dezember, dann tut sich schon was auf der Straße.“ Die Camper, die speziell um diesen Feiertag herum nach Brixen rollen, kommen entweder im Campingplatz in Vahrn unter, oder sie können am Melixy-Areal abgestellt werden. „Der Platz wird uns an diesen Tagen freundlicherweise zur Verfügung gestellt“, freut sich Toni Schatzer. „Wir überwachen den Platz und haben WCs organisiert.“

Wunsch ans Christkind. Toni

Schatzer, der Präsident des Weihnachtsmarktkomitees, ist Optimist: „Ich sag mal so, Weihnachtsmarkt und Oktoberfest geht immer. Ich glaube nicht, dass in Zukunft weniger Besucher kommen werden. Natürlich muss man ab und zu etwas Neues bieten, denn je mehr beim Weihnachtsmarkt los ist, desto besser ist das für die Stadt.“ Dieses Jahr spielt das Lichtspektakel „Solimans Traum“, das vom Stadtmarketing und dem Tourismusverein Brixen organisiert wird, dem Weihnachtsmarkt in die Hände, aber auch für nächstes Jahr hat sich Toni Schatzer etwas ausgedacht: „Was das ist, verrate ich aber noch nicht, ich muss erst schauen, ob meine Idee überhaupt umsetzbar ist.“ „So optimistisch wie Toni bin

ich nicht“, gesteht Reinhard Tscholl. „Irgendwann könnte das Thema Weihnachtsmarkt auch erschöpft sein. Obwohl, die Geschichte lehrt uns ja das Gegenteil, denn der Weihnachtsmarkt in Dresden besteht seit 1434 und erfährt noch immer einen gewaltigen Zustrom.“ Einen klitzekleinen Wunsch ans Christkind hat Tscholl aber doch parat: „Mir würde es gefallen, wenn das Kulturrahmenprogramm etwas ausgebaut werden würde. Beispielsweise Livemusik unter der Woche wäre schön.“ Auch Hans Peter Federer, Präsident der Kaufleute, hat einen Wunsch ans Christkind: „Wenn es gelingen würde, die Menschenmassen ausgeglichener in der Vorweihnachtszeit in die Stadt zu bringen, wäre das ideal. Das ist aber nur ein Traum, denn Massen kann man nicht so einfach beeinflussen.“ Wie viele Menschen tatsächlich zum Weihnachtsmarkt kommen, kann man allerdings nur schätzen; die Besucherzahlen wurden nämlich nie erhoben. Hotelier Alex Resch ist jedenfalls froh, dass es den Weihnachtsmarkt gibt: „Wenn man bedenkt, dass früher Brixen im Dezember tot war, ist der Weihnachtsmarkt ein Motor, der alles antreibt.“ Resch ist aber auch der Meinung, dass sich Brixen auf den Weihnachtsmarkt nichts einbilden darf – ganz nach dem Motto: Auch andere Städte haben schöne Märkte.

Foto: Oskar Zingerle

Alex Resch, Juniorchef vom Hotel Goldene Krone, erfreut, „mit dem Weihnachtsmarkt hat sich definitiv in Brixen einiges getan.“ Dies beweisen auch die Nächtigungszahlen: 1991 wurden in Brixen insgesamt 5.979 Ankünfte vom 1. bis zum 31. Dezember in den Nächtigungsbetrieben verzeichnet, 1997 waren es bereits 9.192 und 2004 16.117 Ankünfte. Seitdem hat sich die Zahl der Ankünfte eingependelt, größere Sprünge wurden nicht mehr verzeichnet. Liegen könnte dies einerseits daran, dass der Weihnachtsmarkt seinen Zenit bereits vor einigen Jahren erreicht hat und nicht noch mehr Gäste anlockt, oder die Brixner Nächtigungsbetriebe sind in diesem Zeitraum schlichtweg ausgebucht. Von Ende November bis Anfang Jänner rücken hauptsächlich Familien aus Italien an, um sich auf ein besinnliches Weihnachtsfest einzustimmen. Das funktioniert jedoch nicht immer, wie Alex Resch oft in seinem Betrieb feststellen muss: „Gerade zu Mittag im Restaurantbetrieb ist eine gewisse Hektik spürbar. Wenn die Leute zusammen mit den Kindern vom Weihnachtsmarkt kommen, sind sie gestresst. Glockengeläute, die Menschenmassen, das ist oft einfach zu viel.“ Für die Stadtpolizei Brixen ist die Zeit rund um den Weihnachtsmarkt auf jeden Fall kein Vanillekipferlschlecken. „Wir wären aber schlecht beraten, wenn wir uns in den letzten 25 Jahren nicht auf das Verkehrsaufkommen rund um den Weihnachtsmarkt eingestellt hätten“, erklärt Gernot Wieland von der Stadtpolizei. „Die ersten Jahre sind wir aber schon ein bisschen geschwommen. Inzwischen können wir sogar in etwa voraussagen, wie viele Busse an einem Wochenende kommen werden“, verrät er und lacht verschmitzt. Von Norden oder Süden kom-

Toni Schatzer:„Je mehr beim Weihnachtsmarkt los ist, desto besser ist das für die Stadt“

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„Der Weihnachtsmarkt muss zwar nicht neu erfunden werden, aber etwas Innovatives muss dazukommen, wobei das Lichtspektakel in der Hofburg schon ein Riesenschritt in die richtige Richtung ist. Mit einem klassischen Programm und Sternsingern lockt man einfach niemanden mehr hinterm Ofen hervor.“

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes

Vom 27.11.2015 bis 6.01.2016 Werktags von 10 bis 19:30 Uhr, 24. & 31.12. von 9:30 bis 16 Uhr, am 1. Jänner von 12 bis 19 Uhr. Am 25. Dezember bleibt der Markt geschlossen. Öffnungszeiten der Gastronomiestände: Werktags von 10 bis 20:30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9:30 bis 20 Uhr, jeden Donnerstag und am 3., 10. und 17.12. bis 22 Uhr, 24. und 31.12. von 10 bis 17 Uhr und am 1. Jänner von 12 bis 20 Uhr.

Genussvoll

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Restaurant

Finsterwirt 67


Wirtschaft & Umwelt

PLOSEBERG

Vorsichtiger Optimismus

just the right fa shion for every moment

Das Bürgerkomitee Ploseberg hat vor einigen Tagen in Afers eine Diskussionsrunde organisiert – mit hochkarätiger Besetzung: Landeshauptmann Arno Kompatscher und Plose-Ski-AG-Chef Alessandro Marzola versprühten gemeinsam mit den restlichen Diskussionsteilnehmern vorsichtige Zuversicht zur Zukunft des Winterbetriebs auf der Plose.

R

SamStag

5.12. neueröffnung Brixen, stadelgasse Be there!

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ückblende: Nach der Volksabstimmung zum Seilbahnprojekt vom vergangenen September und dem endgültigen Veto der Landesregierung zum Bau eines Speicherbeckens am Schönboden hat der Verwaltungsrat der Plose Ski AG im Februar 2015 beschlossen, „mittelfristig den Skibetrieb auf der Plose einzustellen“. Diese Nachricht schlug am Ploseberg verständlicherweise ein wie eine Bombe, denn der Winterbetrieb ist für die Familien am Berg von existentieller Bedeutung: „Ich habe daraufhin beschlossen, ein Bürgerkomitee zu gründen und eine Unterschriftensammlung zu initiieren“, sagt Florian Frener. Innerhalb kürzester Zeit unterschrieben 1.095 Personen eine Petition zur Weiterführung des Skibetriebs am Brixner Hausberg. Frener überbrachte die Unterschriften Landeshauptmann Arno Kompatscher, der einerseits seine Unterstützung zusicherte und andererseits versprach, an einer Veranstaltung in Afers teilzunehmen, sobald sich erste Ergebnisse seiner Bemühungen einstellten.

Positive Signale. Die ersten Er-

gebnisse sind nun da, worauf Frener das „Gipfeltreffen am Ploseberg“ organisierte. Er lud neben Kompatscher und Marzola weitere Akteure ein: Bürgermeister Peter Brunner, Andreas Fellin von der Plose Quelle AG, Tourismusvereinspräsident Markus Huber, Ortsbauernrat Andreas Stockner und den Obmann der Alminteressentschaft Plosach, Hartmann Prader. Bürgermeister Brunner unterstrich in seinem Statement, dass der Weiterbestand des Skibetriebs für die Gemeinde prioritär sei: „Plose ohne Winterbetrieb ist für Brixen und das ganze Eisacktal nicht vorstellbar und völlig inak-

zeptabel.“ Er erinnerte auch daran, dass viele Maßnahmen der 2008 erarbeiteten Malik-Studie inzwischen umgesetzt wurden: der Ausbau der Wanderwege, Funpark, die Rodelbahn, Single Trail, der Ausbau des Busdienstes und vor allem die Plose Summercard, die die Nutzerzahlen der Umlaufbahn in wenigen Jahren von 17.000 auf 100.000 explodieren ließ. Gescheitert sei allein die Realisierung der Seilbahnanbindung von St. Andrä an die Stadt, wobei er nach wie vor überzeugt sei, dass die Anbindung „extrem wichtig“ für den langfristigen Erfolg der Plose sei. Derzeit überlegt die Gemeindeverwaltung, in welcher Form ein neues Entscheidungsverfahren zur Anbindung in die Wege geleitet werden könne: „Wir haben beim ersten Versuch vielleicht ein paar Fehler begangen“, gab er zu, „diesmal wollen wir eine Vorgehensweise, deren Ergebnis möglichst breiten Konsens in der Bevölkerung findet, sodass eine Volksabstimmung obsolet sein wird.“ Brunner sagte, dass bereits einige Ideen zu alternativen Lösungen zur Anbindung in der Gemeinde abgegeben worden seien. Nun gelte es, „zuerst den Modus zu finden und dann einen Evaluierungsprozess anzugehen, der vollkommen ergebnisoffen starten muss“. Allein die direkte Anbindung an die Eisenbahn ist für Brunner „eindeutig notwendig“, wo und wie immer diese auch erfolgen soll. „Keiner der Akteure kann die Plose im Alleingang retten“, sagte Brunner, „es gelingt nur, wenn es von allen Seiten nicht nur klare Bekenntnisse, sondern auch konkrete Schritte gibt.“

Marzola:„Es geht weiter“. Alessandro Marzola, Chef der Plose Seilbahn AG, erklärte, warum sein

Unternehmen plötzlich wieder eine Zukunft im Winterbetrieb sehe. „Nach der Volksabstimmung und dem endgültigen Nein zum ursprünglich geplanten Speichersee Schönboden sahen wir keine Chance, die notwendigen Investitionen und Instandhaltungsarbeiten der nächsten Jahre stemmen zu können“, sagte Marzola. Inzwischen hätten sich die Rahmenbedingungen leicht ins Positive gewandelt: „Landeshauptmann Kompatscher hat die vorbereitenden Arbeiten zur Realisierung eines Speicherbeckens zur Chefsache erklärt; hier stehen wir nun endlich vor einer Lösung.“ Außerdem sei die Zusicherung konkretisiert worden, 75 Prozent der Kosten für einen Neubau des Pfannspitzlifts zu übernehmen. „Vor allem aber hat sich der Sommerbetrieb zu einem wichtigen Faktor der Einnahmen entwickelt“, so Marzola. Der Verwaltungsrat hat die Entscheidung vom Februar jedenfalls inzwischen revidiert, aber „natürlich kann nach wie vor niemand mit absoluter Sicherheit sagen, ob wir in ein paar Jahren nicht wieder in einer prekären Situation sein werden“, sagte Marzola. Nach wie vor wären zusätzliche Hotelbetten im Mittelgebirge unbedingt notwendig, denn ein Skigebiet braucht die Auslastung an den Wochentagen, an denen der Einheimische keine Zeit zum Skifahren hat. Die geplanten Hotelbauten seien am Ende entscheidend für den Fortbestand des Winterbetriebs. „Zudem hängt bei uns der Erfolg immer massiv von den Schneeund Wetterverhältnissen ab“, sagte Marzola mit sorgenvollem Blick auf die derzeitigen Temperaturen, „aber wer weiß: Vielleicht haben wir in einer Woche einen Meter Schnee.“


Diskutierten über die Zukunft der Plose: Hartmann Prader, Markus Huber, Andreas Fellin, LH Arno Kompatscher, Alessandro Marzola, BM Peter Brunner und Florian Frener (im Bild fehlt Andreas Stockner)

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BM Brunner:„Tourismus ist be­ deutend“. Markus Huber war in

einer Doppelrolle in Afers: Als Präsident des Tourismusvereins erinnerte er daran, dass die Mitglieder des Vereins vor einigen Monaten „fast einstimmig“ eine jährliche Finanzspritze an die Plose Ski AG für die Erneuerung des Pfannspitzlifts beschlossen haben, die die Mitglieder über eine Erhöhung der Tourismusabgabe decken wollen. In seiner Rolle als Hotelinvestor in St. Andrä schlug er vorsichtigere Töne an: „Ich würde lieber heute als morgen mit dem Bau beginnen“, sagte Huber, „aber ich brauche bei einem Projekt dieser Tragweite Partner, die natürlich auch gewis-

se Sicherheiten und Rahmenbedingungen einfordern.“ Er wisse über die Bedeutung des Projektes für den Ploseberg, aber „derzeit kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen, wann wir konkret starten können“. Kompatscher sagte, dass die Landesregierung die Betriebe steuerlich entlastet habe; zudem gebe es Anreize für Investitionen. Huber entgegnete, dass diese Anreize „nicht entscheidend“ für einen Investor seien, worauf der Landeshauptmann erklärte, dass das Land mit Verweis auf das Thermen Hotel in Meran „nicht noch einmal ein Hotel selbst bauen“ wolle – „wir haben keine Planwirtschaft, Gott sei Dank“.

Bürgermeister Brunner erklärte in diesem Kontext, dass die Gebrüder Sanoner nach wie vor Interesse am Bau eines Hotels in den Kojawiesen haben, und mit einiger Wahrscheinlichkeit sei es 2017 soweit. „Dabei muss aber schon betont werden, dass auch die Bevölkerung die Bedeutung solcher Tourismusprojekte für die Allgemeinheit erkennen muss: Wir sind nun mal ein Land, das vom Tourismus lebt“, sagte Brunner. Bekanntlich ist das Sanoner-Projekt seinerzeit von einigen Rekursen von Privaten eingebremst worden, die derzeit am Staatsrat in Rom behängen. Für das Hotelprojekt der AthesiaGruppe in unmittelbarer Nähe

zur Talstation St. Andrä sei man derzeit dabei, die urbanistischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Konkreten Zeitplan gibt es hierfür aber noch keinen.

Andreas Fellin: „Wir denken an ein Wassermuseum“. And-

reas Fellin von der Plose Quelle AG bedankte sich herzlich für die Einladung: „Für mein Unternehmen ist der wirtschaftliche Fortbestand des Tourismusbetriebs von großer Bedeutung“, sagte er, „wir möchten in Zukunft enger mit der Plose Ski AG kooperieren.“ Zum Beispiel denkt Fellins Unternehmen derzeit an ein Mineralwassermuseum, das auf der Plose entstehen könnte.

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Wege selbst.“ Marzola ersucht die Grundeigentümer in der Frage der Ausweisungen von Wegen für Biker um Kooperation. Fazit: Im Vergleich zum Frühjahr blickt man am Ploseberg mit sehr viel mehr Zuversicht in die Zukunft, auch wenn es noch einige Fragezeichen gibt. Im nächsten Jahr soll jedenfalls die neue Umlaufbahn am Pfannspitz die beiden bestehenden Lifte ersetzen – „eine Investition, die auch dann sinnvoll wäre, wenn es den Winterbetrieb nicht geben würde“, wie Marzola sagt. Was das Speicherbecken betrifft, hat man einen neuen Standort bereits gefunden, wobei das Land diesmal die Machbarkeit bis ins letzte Detail überprüft, bevor die Plose Ski AG das Ausführungsprojekt erarbeiten lässt; Kompatscher hat zugesagt, die heute noch nicht im Detail definierbaren Mehrkosten gegenüber dem ursprünglichen Projekt zu übernehmen. Die Alm­ interessentschaft wird 2017 die neue Pfannspitzhütte bauen, die Plose Quelle AG möchte ein Mineralwassermuseum als Attraktor am Berg errichten. Wenn jetzt noch zumindest eines der Hotelprojekte realisiert würde, wäre der Winterbetrieb wohl mittelfristig gesichert. Die Anbindung an die Stadt – wie immer sie auch aussehen mag – ist zwar derzeit Zukunftsmusik, aber zumindest überlegt die Gemeindeverwaltung, wie man an eine Entscheidungsfindung herangehen könnte. Landeshauptmann Arno Kompatscher brachte es am Ende auf den Punkt: „Wir haben in Südtirol einige kleine Skigebiete, die sich in Schwierigkeiten befinden. Die Plose ist deshalb privilegiert, weil sie nicht nur einen einzigartigen Ausblick hat, sondern neben dem Winterbetrieb auch einen gut funktionierenden Sommerbetrieb aufweist – davon können viele Eigentümer von Aufstiegsanlagen nur träumen.“ Aber: Es brauche einige Verbesserungen, damit die Wirtschaftlichkeit langfristig gesichert werde. Schritt für Schritt werde man gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren die notwendigen Entscheidungen und Rahmenbedingungen schaffen. „Gemeinsam“ war jene Vokabel, die von allen Diskussionsteilnehmern am öftesten in den Mund genommen wurde. Stadt und Berg, Bauern und Unternehmer, Plose Quelle und Plose Ski AG, Landesregierung und Stadtverwaltung. „Gegeneinander“ war gestern. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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„Unser Kernabsatzgebiet befindet sich innerhalb von 600 Kilometern“, sagte Fellin, „unser Wasser ist von hoher Qualität, und es gibt viele Menschen, die wissen wollen, woher es stammt.“ Fellin könne sich gut vorstellen, am Berg einen Attraktor zu schaffen, der für die Plose Ski AG in Form von zusätzlichen Gästezahlen positive Auswirkungen haben würde. „Derzeit ist es eine Idee“, sagte Fellin, „jetzt müssen wir sie gemeinsam konkretisieren.“ Hartmann Prader, Obmann der Plosach Alminteressentschaft, die die Interessen der Grundeigentümer auf der Plose vertritt, freute sich über die positiven Meldungen und erklärte, dass die Interessentschaft 2017 den Neubau der Pfannspitzhütte angehen würde. Ortsbauernrat Andreas Stockner unterstrich, dass die Bauern am Berg nach den Aussagen Marzolas und Kompatschers mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken: „Der Winterbetrieb ist eine Überlebensfrage für die Bauern des Plosebergs.“ Gleichzeitig forderte er die Gemeindeverwaltung auf, zu prüfen, ob die Hochspannungsleitungen von Milland unbedingt ins Mittelgebirge verlegt werden müssten: „Es wäre eine sichtbare Trennlinie zwischen Berg und Stadt, die wir alle nicht wollen.“ Arno Kompatscher und Peter Brunner erklärten unisono, dass die Zusammenarbeit mit den Eigentümern der Leitung, der italienischen Terna AG, letzthin bedeutend besser geworden sei: „Wir spüren einen großen Willen zur Kooperation.“ Brunner bestätigte dies: „Derzeit wird überprüft, ob im Stadtbereich eine unterirdische Verlegung technisch möglich und finanziell stemmbar ist“, sagte er. Bis vor einem Jahr wäre eine solche Lösung für die Terna undenkbar gewesen. Grund für das Umdenken seien vor allem „neue technische Entwicklungen, die die Machbarkeit ermöglichen“. Ein weiteres Thema sei der Trend zum Bike, das für die Bauern „manchmal schwierig“ geworden sei, wie Stockner erklärte. Alessandro Marzola bekräftigte dazu, dass der Trend inzwischen für die Bahn und für die Gastronomie relevant geworden sei: „Biker sind willkommene Frequenzbringer.“ Es sei aber wichtig, dass am Ploseberg die entsprechenden Strukturen ausgebaut würden: „Wenn wir nicht die Wege genau definieren, auf denen Biker unterwegs sein können, suchen sie sich diese

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Neue Wohnungen in der Zone Landwirt z Die Wohnbau-Erweiterungszone Landwirt wird weiter wachsen. In den nächsten Monaten und Jahren können Wohnungen für den Mittelstand errichtet werden. Die Gemeindeverwaltung hat kürzlich zwei Rangordnungen für die Zuweisung der Flächen ausgeschrieben: Eine Rangordnung betrifft das Baulos „G4“, auf dem sechs Wohnungen für den Mittelstand

mit Ratenkauf errichtet werden; die zweite Rangordnung betrifft die Baulose „G1“ und „G2“, auf denen Wohneinheiten im geförderten Wohnbau entstehen. Die Gesuchsformulare können beim Bürgerschalter am MariaHueber-Platz 3 abgegeben oder von der Homepage www.brixen. it im Bereich „Service/Dienste/ Bauen & Wohnen/Rangordnung

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für den geförderten Wohnbau“ heruntergeladen werden. Letzter Einreichtermin ist der 4. Jänner 2016. oz

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Welcher Baum ist das?

z Der Artikel „Der Eisack lebt“, der in der Juli-Ausgabe des „Brixner“ erschienen ist, hat bei Hilde Testor Anklang gefunden und ihre Neugierde geweckt. Schon lange woll-

kurz

notiert

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te sie in Erfahrung bringen, welche Art von Baum es ist, der vor ihrem Haus am linken Eisackufer steht. Der „Brixner“ hat recherchiert: Ein Biologe hat bestätigt, dass es

sich bei besagtem Baum um eine Gleditschie (Gleditsia triacanthos) handelt. Alternative Namen sind Lederhülsenbaum oder Christusdorn. Seinen Ursprung hat die

Gleditschie in den subtropischen Wäldern Nord- und Südamerikas, Asiens und Afrikas. Die Zweige sind bewährt mit Dornen, es gibt jedoch auch Sorten ohne Dornen. In Mitteleuropa werden Gleditschien häufig als Garten- oder Parkbäume gepflanzt, da sie völlig winterhart und anspruchslos sind. Auffallend sind die dunkelbraunen, sichelförmigen Fruchthülsen, die ein süßes, essbares Fruchtfleisch enthalten. Die Gleditschie gehört zu der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). ha

Gleichzeitig mit dem 10-jährigen Citybus-Jubiläum fand ein Wechsel in der Citybus-Kommission statt: Der bisherige Präsident Sepp Unterrainer übergab den Vorsitz an Ingo Dejaco. Finanziert wird der Citybus bisher zu 78 Prozent vom Land Südtirol, die restlichen Kosten tragen die Gemeinden Brixen und Vahrn.

Eine 40-köpfige Delegation aus Österreich, bestehend aus den Vorsitzenden von 15 Bezirksabfallverbänden sowie den Vertretern und Bürgermeistern von Linz, Wels und Steyr, haben sich im November in Brixen getroffen, um Einblick in die moderne Praxis der Abfallbewirtschaftung in der Gemeinde Brixen zu erhalten.

Am Nachmittag des 14. November wurde im Zuge der Hochwasserübung an Etsch und Eisack überprüft, ob die Hochwasseralarmierung laut Alarm- und Einsatzplan des Landes und die Kommunikation zwischen allen Einsatzbeteiligten funktioniert. In Brixen handelte es sich um eine reine Kommunikationsübung.


STADTGEHEIMNISSE Foto: Archiv TV Brixen

Warum heißt der Hexenbühl in Palmschoß heute Freienbühl?

Der Hügel in Palmschoß war früher als Hexentanzplatz (Hexenbühl) verrufen; heute nennt man diesen Platz Freienbühl, und er gilt als Wallfahrtsort. Den ersten Anstoß zum Bau einer Kapelle gab die Platscherbäuerin Balbina aus Afers im Jahr 1733. Deren Mutter stamme aus einer Hexenfamilie und sei für den frühen Tod ihres Mannes und somit Balbinas Vater verantwortlich, so ein Gerücht. Auch Balbinas Mann und ihre drei Kinder verstarben früh, und zwar an der damals grassierenden Pockenepidemie – und der Schwager streute das Gerücht, Balbina sei schuld an dieser Seuche. Sie floh daraufhin auf den Hexentanzplatz; ihr Trost war ein Bildnis der Gottesmutter. Im Traum sah sie auf dem Hügel eine Kapelle stehen und beschloss, diese zu bauen. Doch sie verstarb Tage später auf dem Hügel; das Gottesmutterbild war auf einem Baum befestigt. Ihr Tod erschütterte die Menschen, und man beschloss, hier eine Kapelle zu errichten. Die Maria-Hilf-Kapelle wurde 1740 geweiht, der Platz wurde in Freienbühl umbenannt. 1813 erfolgte ein Neubau der Kapelle, und diese wurde zum Wallfahrtsort. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Marienbild im Inneren der Kapelle auch als „Heimkehrer-Mutter“ verehrt. Anregungen: redaktion@brixner.info

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Zum Schutz des Auwaldes z Im Auwaldrest in der Brixner Industriezone haben sich in den vergangenen Jahrzehnten standortfremde Baumarten eingeschlichen. Weil der Wald durch eine Straße vom Eisack getrennt ist, ist die natürliche Auendynamik zum Erliegen gekommen. Um den aktuellen Waldbestand in einen standortgemäßen, möglichst naturnahen Auwaldbestand umzubauen und die Lebensraumbedingungen der auentypischen Flora und Fauna zu verbessern, führt das Landesamt für Landschafts-

ökologie in Zusammenarbeit mit dem Forstinspektorat Brixen derzeit Schlägerungen und ökologische Aufwertungsmaßnahmen durch. In dem besagten Waldstück befinden sich Schwarzerlen, Pappeln, Föhren und Fichten. Als Graureiher-Brutgebiet des Eisacktals beherbergt er auch eine ornithologische Besonderheit. „Die Bäume, die dem Graureiher als Brutplätze dienen, werden natürlich belassen“, betont das Landesamt für Landschaftsökologie. oz

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Fast ausschließlich Wasserdampf z Vor einigen Wochen wandte sich eine Leserin mit der Frage an uns, woraus der weiße Rauch besteht, der aus den Kaminen des Fernheizwerks nahe der Acquarena entweicht. Wir haben die Frage an die Stadtwerke weitergeleitet: „Bei den sichtbaren Abgasfahnen der Heizwerke handelt es sich, aufgrund des eingesetzten Brennstoffes Erdgas, fast ausschließlich um Wasserdampf und Kohlendioxid“, schreibt Stadtwerke-Direktor Wolfgang Plank. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan, das in Kombination mit Luftsauerstoff eben zu H2O (Wasser) und CO2 (Kohlendioxid) verbrennt. Im Erdgas enthalten sind noch geringe Spuren von Schwefel. Als Nebenprodukt entstehen bei der Verbrennung dem entsprechend geringe Mengen von Schwefeldioxid und – im Falle der Blockheizkraftwerke – von Stickoxiden. Der Anteil beider Stoffe liegt jedoch im Millionstel-Bereich. Alle Werte werden kontinuierlich überprüft und registriert. Das Landesamt für Luft und Lärm überwacht die Einhaltung der

strengen Grenzwerte. Je kälter und feuchter die Außenluft im Verhältnis zum Abgas, umso schneller kondensiert der im Abgas enthaltene Wasserdampf und quillt als weithin sichtbare „Rauch“-Wolke aus dem Abgasrohr. Dazu kommt noch, dass durch eine konsequente Wärmerückgewinnung die Abgastemperatur so weit wie möglich an die Kondensationsgrenze gesenkt wird – mit dem Ergebnis, dass das Abgas beim Austritt in die Luft schockartig abkühlt, sofort kondensiert und somit sichtbar wird. Bei feuchter Witterung ist die Außenluft mit Feuchtigkeit nahezu gesättigt, sodass die Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann und somit die Abgasfahne länger stehen bleibt. „Es wäre relativ einfach, die Fahne verschwinden zu lassen“, schreibt Wolfgang Plank, „es würde genügen, die Austrittstemperatur so nach oben zu regeln, dass die Kondensation verhindert wird. Das würde aber bedeuten, riesige Mengen an Energie einfach in die Atmosphäre zu blasen und damit zu verschwenden.“ oz


NACHGEFRAGT

„Wir sind startklar“ CLAUDIA OBERHOFER, Projektleiterin der Lichtshow „Solimans Traum“ in der Brixner Hofburg, über die letzten Vorbereitungen für die Premiere am 25. November und den Ablauf der einzigartigen Veranstaltung. verlegt, und die Techniker sind dabei, Beamer und Audiosystem zu installieren. Wohin können sich Besucher wenden, die der Veranstaltung beiwohnen wollen? Der Tourismusverein baut derzeit einen Infopoint vor der Hofburg auf, in dem Infomaterial aufliegt und die Tickets für die drei täglichen Shows um 17, 18 und 19 Uhr verkauft werden. Tickets können aber auch online oder im Tourismusverein erworben werden. Sollte es regnen, gibt es Regenponchos. Ach ja, am 24. und 25. Dezember finden keine Aufführungen statt.

Was läuft eigentlich während der Show hinter den Kulissen ab? Die Show dauert insgesamt 22 Minuten. Währenddessen sind diverse Mitarbeiter von Tourismusverein und Stadtmarketing im Einsatz. Ein Mitarbeiter der französischen Programmierfirma wird die gesamten 40 Tage, also bis zum 6. Jänner, in Brixen bleiben, um den technischen Ablauf zu koordinieren und bei eventuellen technischen Problemen sofort eingreifen zu können. Zudem wird ein Mitarbeiter der Hofburg während der Show anwesend sein.

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Frau Oberhofer, welche Vorbereitungen müssen derzeit noch getroffen werden, damit die Lichtshow rund um den Elefanten wie geplant starten kann? Wir haben in diesen Tagen vor der Premiere am 25. November noch alle Hände voll zu tun: Die letzten Tonaufnahmen passieren, und die Programmierung der Show bekommt den Feinschliff, damit dann auch alles reibungslos abläuft. Die letzten organisatorischen Abläufe werden intern durchgeplant. Außerdem sind die Aufbauarbeiten in der Hofburg in vollem Gange: Ein Holzboden wird

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Ein Lebensmittel wird zum Superfood, wenn es außergewöhnlich hohe Mengen an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen (Vitamine, Nähr- oder Mineralstoffe) aufweist. Die meisten naturbelassenen Produkte stammen vorwiegend aus der Bio-Landwirtschaft. Damit die Superfoods ihre Wirkung entfalten beziehungsweise auf lange Sicht die Körperfunktionen unterstützen können, sollten diese Lebensmittel möglichst kontinuierlich auf dem Speiseplan stehen.

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Viel Neues im Kühlregal Seit kurzem lenken neue Brimi-Produkte im Kühlregal die Aufmerksamkeit auf sich, was nicht allein an der attraktiven Verpackung, sondern vor allem am einzigartigen Genuss­ erlebnis liegt: Der neue Mozzarella „Fior di Latte“ sowie die probiotischen Trinkjoghurtsorten in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

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Mit dem neuen Brimi-Mozzarella „Fior di Latte“ reiht der Milchhof Brixen eine weitere Spezialität in sein qualitätsvolles MozzarellaSortiment. Aufgrund seiner traditionellen Rezeptur überzeugt dieser besonders durch seinen einzigartigen frischen, milchigen Geschmack. Nach gewohnter Brimi-Tradition wird natürlich auch er aus 100 Prozent hochwertiger, gentechnikfreier Südtiroler Milch hergestellt. Der neue Brimi-Mozzarella „Fior di Latte“ bereichert damit die große Mozzarella-Genussvielfalt aus dem Hause Brimi, die nun von dem klassischen Mozzarella in vielen Formaten über Mozzarella light, Mozzarella laktosefrei bis hin zum Mozzarella „Fior di Latte“ reicht. Brimi-Mozzarella gibt es damit für jeden Geschmack und in verschiedenen Formen und ist in der modernen Küche vielseitig verwendbar, ideal zur Zubereitung von Pizza, zum Überbacken, für Salate und vieles mehr. Passend dazu findet man unter www.brimi.it viele Rezeptideen, mit denen schnell und einfach leckere Gerichte für jeden Anlass kreiert werden können.

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NATUR-BACKSTUBE PROFANTER

Essen & Trinken

Südtiroler Roggen im täglichen Brot

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Die Natur-Backstube Profanter aus Brixen ist seit Jahren Südtirols Vorreiter in Sachen Bio, Regionalität und Natürlichkeit. Seit vier Jahren landen ausschließlich biologische Zutaten in den Backwaren, und seit kurzem kommt sogar das Roggenmehl quasi aus Nachbars Garten.

Wasser, Hefe, Mehl, Salz, Gewürze oder Körner je nach Geschmack – das sind eigentlich die einzigen Zutaten, die man für ein schmackhaftes Brot benötigt. Eigentlich! Denn weder Emulgatoren, Stabilisatoren, künstliche Enzyme oder andere chemische Zusätze haben, laut den Bäckermeistern Profanter, in unserem täglichen Brot nicht einmal ansatzweise etwas zu suchen. Wer auf Nummer Sicher gehen und in echtes, natürliches Brot beißen möchte, kann sich blindlings auf die Natur-Backstube Profanter verlassen, denn da kommt rein gar nichts ins Brötchen, was laut Mutter Natur nicht auch dort hineingehört.

Bio, vegan und Südtirol. Dem

97 Tonnen Roggen und 12 Tonnen Dinkelkorn verwendet die Natur-Backstube Profanter jährlich für ihr Brot – das sind mehr als 80 Prozent der gesamten Bio-Roggen Regiokorn-Ernte 78

Wohlbefinden und der Gesundheit haben sich die Bäckermeister Helmuth und sein Sohn Benjamin Profanter bereits vor Jahren verpflichtet. Umgesetzt wird diese Philosophie tagtäglich in ihrem Unternehmen, das sie aus Überzeugung auf den Namen Natur-Backstube Profanter getauft haben. Diesem Namen machen die beiden Bio-Pioniere alle Ehre. Bereits seit Jahrzehnten werden die Zutaten mit Bedacht gewählt, seit 2011 kann sich die Bäckerei offiziell als erste voll auf Bio umgestellte Bäckerei Südtirols bezeichnen. Laktosefrei und sogar ganz vegan sind nahezu alle Backwaren, die in den Profanter-Filialen über den Ladentisch wandern. Nun haben Vater und Sohn noch eins draufgesetzt und holen sich das Roggenmehl für ihre Backwaren aus der nächsten Umgebung. Und diese nächste Umgebung ist auch wirklich nahe: Der mittlerweile etwas in Vergessenheit geratene Getreideanbau kommt nämlich wieder in die Gänge, und zwar mit dem ESF-Projekt

„Regiokorn“, das vor fünf Jahren ins Leben gerufen wurde. Initiatoren, wie soll es anders sein, waren unter anderem Helmuth und Benjamin Profanter. Ziel des Projektes ist es, den regionalen Getreideanbau zu fördern und ein Netzwerk zwischen Bauern, Mühlen und Bäckereien aufzubauen. „Mittlerweile gibt es an die 40 Bauern in Südtirol, die wieder Korn anbauen. Wir können seit heuer stolz sagen, dass hundert Prozent, also 97 Tonnen jährlich, unseres Roggenkorns für frisches Roggenbrot sowie 12 Tonnen Dinkelkorn aus Südtirol stammen“, freut sich Benjamin Profanter, der rund 80 Prozent des gesamten Bio-Roggens, der im Regiokorn-Projekt angebaut wird, abnimmt. Für den Getreideanbau erhalten die Südtiroler Bauern im Vergleich zu deutschen oder österreichischen Kollegen einen vier- bis fünffach höheren Preis. Somit ist die Umstellung auf Getreideanbau rentabel. „Und das Beste ist, dass die Wertschöpfung in Südtirol bleibt und die Transportwege kürzer nicht sein könnten“, ist der junge Bäcker überzeugt.

Warum und wieso? Aus reiner

Überzeugung investieren die Profanters jährlich an die 80.000 Euro mehr in das regionale Korn, auch wenn der Endkonsument eigentlich nicht wirklich einen Unterschied zwischen dem BioRoggen aus Sarns oder jenem aus Bayern schmecken würde. Aber man redet nicht nur in der NaturBackstube, sondern man handelt: „Wir müssen mehr Acht auf das geben, was wir zu uns nehmen. Nahrung ist wie Medizin, und ich kann und will meinen Kunden nicht zumuten, dass sie im täglichen Brot neben einem gedopten Weizenmehl auch noch andere Zusatzstoffe vorfinden,


Benjamin Profanter und sein Vater Helmuth haben hinter der Backstube in Milland einen kleinen Acker angelegt, auf dem sie versuchsweise alte Südtiroler Getreide-Landsorten anbauen die alles andere als Gutes tun“, ist Seniorchef Helmuth überzeugt. Mit den immer öfter auftretenden Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten hat sich die Natur-Backstube Profanter hier eine Nische aufgebaut, die besonders jenen zugute kommt, die auf ihre Ernährung bewusst achten wollen oder müssen. In der Natur-Backstube Profanter geht der Kunde auf Nummer Sicher.

Kontrolliert und zertifiziert. betriebe, die Zusatzstoffe verwenNichts außer ganz natürlichen Zutaten kommt ins gesamte Brotsortiment der Natur-Backstube. Das untermauern auch die zahlreichen Zertifizierungen, die das Unternehmen in den letzten Jahren erlangte. Viele Kontrollen muss sich die Bäckerei jährlich unterziehen; im Lebensmittelbereich ist mittlerweile das Unnatürliche normal. „Ich frage mich, mit welcher Logik Lebensmittel-

den, nicht kontrolliert werden, während jene, die keine verwenden, andauernd Kontrollen unterliegen. Wir müssen immer wieder aufs Neue beweisen, dass bei uns nur das Beste ins Brot kommt“, so Helmuth Profanter, der zudem verurteilt, dass heutzutage bereits die Kuh das Falsche frisst. „Anstelle von normalem Heu bekommt sie Kraftfutter, damit sie mehr Milch gibt. Der Bauer über-

düngt oft sein Feld, um mehr Ertrag zu erwirtschaften, und das pestizidverseuchte Getreide, angereichert mit Backmitteln, kommt dann in unser Brot – da läuft schon im gesamten Kreislauf etwas falsch. Ich kann nicht mehr tun als jeden einzelnen aufrufen, ganz bewusst auf seine Ernährung zu achten.“ Mit dem Brot von Profanter kann man ja schon mal den ersten Schritt tun – in ein Zusatzstoffe-freies Leben.

Roggenmehl aus Nachbars Feld: Auch in Sarns wird Getreide angebaut, das für die Backstube in Brixen bestimmt ist 79


Seit über hundert Jahren verarbeitet die A. Rieper AG an ihrem Firmensitz in Vintl erlesene Rohstoffe höchster Qualität aus der Natur zu vielen feinen Mehlsorten und Brotbackmischungen. Passend zur Jahreszeit hat das Traditionsunternehmen A. Rieper AG auch in diesem Jahr wieder ein eigens für Weihnachtsgebäck konfektioniertes Mehl kreiert, das

Extra

Essen & Trinken

Süße Weihnachten sich besonders für die Herstellung von zartem Mürbeteiggebäck und Weihnachtskeksen aller Art eignet.

A. RIEPER AG

Rezept LECKERES MÜRBEGEBÄCK Mit diesem Grundrezept für Mürbeteig gelingt das Weihnachtsgebäck garantiert: 300 g RIEPER Mehl für Weihnachtsgebäck 200 g Butter 100 g Staubzucker 2 Eigelbe 1 Prise Salz abgeriebene Schale einer ½ Zitrone Mark einer ½ Vanilleschote Messerspitze Backpulver

bemehlten Arbeitsfläche 5 mm dick ausrollen, beliebige Formen ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Den Backofen auf 180°C (Oberund Unterhitze) vorheizen und die Kekse etwa 15 Minuten backen. Tipp: Aus dem Teig können auch Spitzbuben in allen Formen hergestellt werden und mit Marmelade, einer Schokocreme oder einer Karamellcreme gefüllt werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Alle Zutaten (zimmerwarm) rasch zu einem glatten Teig verkneten und in Klarsichtfolie an einem kühlen Ort Weitere Rezepte, Anregungen und mindestens eine Stunde ruhen lassen. Informationen unter Den Teig kurz durchkneten, auf einer www.rieper.com.

Backen verzaubert ... Mit dem Mehl für Weihnachtsgebäck von RIEPER gelingen Weihnachtskekse fast wie von selbst. Es eignet sich besonders für zarten Mürbteig und knusprige Kekse aller Art. Wir wünschen allen „Back-Englein“ gutes Gelingen! A. RIEPER AG - Vintl - www.rieper.com

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HOTEL ELEPHANT ****S

Auf Solimans Spuren

Historie. Ambiente. Genuss.

Seit 500 Jahren sind das Hotel Elephant und sein Gourmet-Restaurant eine feste Größe – weit über Südtirol hinaus. Die einzigartige Geschichte, das besondere Ambiente und die mehrfach preisgekrönte Küche bieten den perfekten Rahmen für stilvolle Feierlichkeiten.

Dem geschichtsträchtigen Hotel Elephant kommt in diesen Tagen und Wochen eine ganz besondere Beachtung zuteil, denn ab 26. November steht die Geschichte des Namensgebers Soliman ganz neu im Mittelpunkt. Die Lichtshow „Solimans Traum“ in der Brixner Hofburg verspricht faszinierende Momente vor atemberaubender Kulisse.

Eine faszinierende Geschichte. Mitte des 16. Jahrhunderts war der Elefant Soliman ein Geschenk für Erzherzog Maximilian. Seine fantastische Reise nach Wien führte ihn quer durch Europa. 1551 machte er Station in Brixen im damaligen Gasthof „Zum hohen Felde“, der bald darauf schon voller Stolz „Haus zum Hellephanten“ genannt werden sollte. Das inzwischen 400 Jahre alte Fresko an der Hauswand zeugt von der ungebrochenen Faszination für dieses Tier – nicht nur bei den Brixnern, sondern auch bei den vielen Gästen aus aller Welt. Selbst Literaturnobelpreisträger José Saramago war dem Dickhäuter und seiner unglaublichen Reise erlegen und widmete ihm ein Buch, und vor wenigen Jahren erschien mit „Rajas Reise“ sogar ein Film, der den Weg des Elefanten von Südindien nach Wien in eindrucksvollen Bildern beschreibt.

Eine Italienpremiere in Brixen. Vom 26. November 2015 bis 6. Januar 2016 wird die Geschichte des Elefanten Soliman in Brixen fortgeschrieben: Die Lichtshow „Solimans Traum“ des Tourismusvereins Brixen wird die Besucher in eine zauberhafte Traumwelt entführen. Dabei setzt das Licht- und Musikspektakel an

Stilvoll feiern! Das Fresko am Hotel Elephant erzählt von Solimans zauberhafter Reise den Innenwänden der Hofburg neue Maßstäbe: Bewegte und bewegende Bilder erwecken die wundervolle Fassade zu neuem Leben und bieten einen hervorragenden Rahmen für den 25. Brixner Weihnachtsmarkt.

Rechtzeitig reservieren und ge­ nießen. Nach dem Erleben von

Lichtshow oder Weihnachtsmarkt bildet ein Besuch des vielfach ausgezeichneten Gourmet-Restaurants des Hotel Elephant einen idealen Rahmen für ein festliches Weihnachtsessen mit Familie, Freunden oder Firma. Auch an Silvester erwartet die Restaurantgäste ein erlesenes Programm, um das neue Jahr gebührend zu begrüßen – mit einem exquisiten Festmenü, hervorragenden Weinen und Live-Musik. Um das Festtagsprogramm entspannt zu genießen, empfiehlt es sich, rechtzeitig zu reservieren. Das Hotel Elephant nimmt Reservierungen gerne telefonisch unter der Rufnummer 0472 832750 entgegen. An der Rezeption sind darüber hinaus Restaurant-Gutscheine erhältlich – gerade zu Weihnachten eine schöne Geschenkidee!

Feiern Sie Weihnachten und den Jahresausklang mit Ihrem Unternehmen oder Ihrer Familie im Hotel Elephant in Brixen. In drei gemütlichen Stuben und unserem eleganten Saal verwöhnen wir Sie mit kulinarischen Genüssen und erlesenen Weinen. Reservieren Sie jetzt unter 0472 832 750! Ihre Familie Heiss Falk

Hotel Elephant ****S | Weißlahnstr. 4, Brixen | T 0472 832750 81


Kulinarische Freuden Die Pizzeria Trametsch in Milland ist mittags und abends ein bewährter Insidertipp für Genießer – dies seit nunmehr über vier Jahrzehnten. Die Pizzeria Trametsch erfreut sich seit Jahrzehnten einer treuen Stammkundschaft. Zurückzuführen ist dies auf die köstlichen Pizzas und eine hervorragende Restaurantküche, umrahmt von einem gemütlichen Ambiente.

Extra

Essen & Trinken

PIZZERIA RESTAURANT TRAMETSCH

Leckere Pizzas in vielen Varia­ tionen. Pizzaliebhaber schwören

insbesondere auf die vielen leckeren Pizzakreationen der Pizzeria Trametsch, wobei die Pizzas in drei verschiedenen Teigvarianten angeboten werden: vom klassischen Pizzateig über Kamut- bis hin zu einem glutenarmen Vollkorn-KamutPizzateig. Bei der Vollkorn-KamutMehlmischung, der sogenannten „Pizza Giovane“, handelt es sich um ein patentiertes Rezept aus Weichweizen, Integralbianco®Mehl, Hafer, Khorasan-Weizen,

Leinsamen und Dinkel. Dieser Pizzateig ist besonders verträglich, da ihm viel Zeit gegeben wird, um sich auf natürliche Weise zu entfalten.

Abgestimmtes Angebot. Abends

gerne aufgesucht wird der Gastbetrieb dank großer Pizzavielfalt und eines umfassenden Restaurantangebotes, das von typischen Tiroler Gerichten wie einer großen Auswahl an hausgemachten Teigtaschen über mediterrane Spezialitäten bis hin zu saftigen Steaks sowie einer erlesenen Auswahl an Spitzenweinen aus Südtirol und Italien reicht. Mittags hingegen begeistert die Pizzeria Trametsch mit einer sich ständig wechselnden Tageskarte und einer feinen Auswahl an leckeren Vorspeisen, einem reichhaltigen Salatbuffet, dem um-

info Weihnachtsmenü „Trametsch“ à 30 Euro Käseterrine im Gemüsemantel auf Salatbeet und hausgemachtem Brot *** Grüne Kartoffelteigtaschen mit Gemüsefüllung auf Tomatenbutter und geriebenem Südtiroler Bergkäse *** Rosa gebratener Jungschweinrücken in der Kräuterkruste mit getrüffeltem Kartoffelpüree und Wok-Gemüse *** Weihnachtsdessertvariation

fassenden Pizzaangebot sowie einem günstigen Arbeitermenü. Über die Trametsch App kann der Bezug der Tageskarte aktiviert werden – so hält man sich täglich über das aktuelle Speisenangebot bequem auf dem Laufenden.

Und noch ein Tipp für Genießer und Fansder Pizzeria Trametsch: Wer sich online unter www.trametsch.bz im „Geburtstagsclub“ einträgt und Mitglied wird, erhält künftig zum Geburtstag ein genussvolles Geschenk!

gE SafTi kS a STE

NEU

STUBEE N Für spezielle Anlässe, Geburtstagsund Weihnachtsessen oder einen romantischen Abend zu zweit.

Genuss mit allen Sinnen.

PiZZa

Pizzeria Restaurant Trametsch, Milland (Brixen) | Plosestraße 37 | info@trametsch.bz | www.trametsch.bz | Tel. +39 0472 836 143 Öffnungszeiten: 11.45 - 14.00 Uhr & 17.00 - 23.00 Uhr - Ruhetag: Samstagmittag & Sonntagmittag 82


UNTERTHURNER GMBH

Der Geist der Natur

Der Duft von Weihnachtsgewürzen Der edle Gewürzlikör Natalis ist mit seinen warmen intensiven Noten Orange, Zimt und Gewürznelken ein passender Begleiter in der Weihnachtszeit.

Bei Unterthurner erreicht die Kunst der Schnapsbrennerei ihren höchsten Ausdruck.

In den Destillierblasen der Firma Unterthurner, die eigens für die Erzeugung unterschiedlicher Obst- und Tresterbrände entwickelt wurden, entstehen Produkte, die den Gaumen verführen. Verwendet werden nur ausgewählte Rohstoffe wie Himbeeren, Heidelbeeren, Aprikosen, Pflaumen, Äpfel, Birnen, Kirschen, Quitten, Walnüsse oder Schlehen, die in der Privatbrennerei Unterthurner ihre komplexen natürlichen Aromen freigeben – das schmeckt man bei jedem Schluck.

Elf Verführungskünstler. Die elf

Produktlinien von Unterthurner bieten unterschiedliche Spezialitäten edelster Brände und Liköre in einer breiten Geschmackspalette. Der „Waldler®“ ist der exklusive Waldhimbeergeist mit geschützter Bezeichnung, ein echtes Juwel Südtiroler Brennkunst. Die Produktlinie „Hausbrände“ bietet den Genuss wunderbarer Obstsorten. „Barrique“ ist der Name kostbarer, in kleinen Eichenfässern gereifter Feinbrände. Die

Produktlinie „Noblesse“ umfasst erlesene Edelliköre und die „Selection“ feinste Edelbrände. „Selvaticus“ ist der Name des exzellenten Geists, und „Vitae“ ist ein exquisiter Grappa, der auch aus Chardonnay-, Gewürztraminer-, Lagrein- und Sauvignon-Trestern destilliert wird. Dem Schutzheiligen der Branntweinbrenner sind die Digestife „Sanct Amandus“ aus aromatischen und heilenden Kräutern gewidmet. Die Linie „Priami“ bietet Edelbrände in einer originellen Flasche mit Wiedererkennungswert – zum Beispiel den Grappa aus Rosenmuskateller, eine Rarität in Südtirol, oder den Brand aus Schüttelbrot mit den Gewürzen des typischen Brotes der Südtiroler Bergbauernhöfe, der mit jedem Schluck die einzigartige Atmosphäre seiner Herkunftsregion vermittelt. Die exzellenten Destillate von Unterthurner können direkt im Geschäft neben der Brennerei in Marling, im Online-Shop unter www.unterthurner. it oder bei ausgewählten Händlern erworben werden.

terrabona.it

Unterthurner Edelbrand Quitte, 20 Jahre Lagerung, limitierte Flaschenanzahl, handnummeriert

Unterthurner Edeldestillate erhalten sie im stammhaus Ansitz Priami, Marling, in unserem ONLINE SHOP unter www.unterthurner.it und im ausgewählten Fachhandel in ihrer Nähe. Brixen: leitgeb Obst und Gemüse, Palfrader armin, Palfrader Petra, siebenförcher Feinkost; Klausen: Eichbichler Ernst; Vahrn: Getränkemarkt - Vinothek Wein & Co. 83


COOP KONSUM

Mitglied werden und sparen! Die Nahversorgung in Südtirol aufrecht zu erhalten ist wichtiger denn je. Die Nahversorgungsgenossenschaft Südtirol, kurz NaveS genannt, führt mittlerweile fünf Geschäfte in ganz Südtirol und versorgt so die Bevölkerung – fernab von Großkonzernen – mit Qualitätsprodukten zu fairen Preisen.

Einkaufen im eigenen Dorf ohne lange Strecken zurücklegen zu müssen ist ein Luxus, den man erst zu schätzen weiß, wenn der Tante-Emma-Laden vor der eigenen Haustür die Ladentore schließt. Um diesen wichtigen Dienst an der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, wurde vor vier

Filiale Vahrn Dorfstraße 17, Tel. 0472 269010 vahrn@naves.it Filiale Toblach Rote-Turm-Str. 2, Tel. 0474 972045 toblach@naves.it Filiale Gsies Bircha 2, Tel. 0474 746958 gsies@naves.it

Jahren die „Nahversorgungsgenossenschaft Südtirol“, kurz NaveS, gegründet. Seither wurden fünf Filialen in Vahrn, Gsies, Toblach, Niederolang und Sexten eröffnet. Die Genossenschaft führt die Läden zwar wirtschaftlich, aber ohne jegliche Gewinnabsicht. Besonderer Wert wird dabei

Filiale Niederolang Feldweg 2, Tel. 0474 497110 olang@naves.it Filiale Sexten Dolomitenstraße 11 Sexten@naves.it

auf qualitativ hochwertige und nachhaltige Produkte gelegt, die in den Coop-Konsum-Geschäften der NaveS angeboten werden.

Top-Produkte zu fairen Preisen. Die Produkte in den Läden laufen unter der Marke der Coop. Diese werden von Unternehmen hergestellt, die kontinuierlichen Qualitätskontrollen unterzogen werden und den Produktionskriterien entsprechen. Besonders wichtig ist, dass der Produktionsprozess – von der Herstellung der Produkte bis hin zu deren Verpackung – unter fairen Bedingungen und stetigen Kontrollen stattfindet. „Dem Kunden wird somit ausgezeichnete Qualität zu fairen Preisen geboten“, erklärt Miriam Unterleitner, Geschäftsführerin der NaveS. Nur frische und regionale Produkte kommen ins Sortiment der fünf Filialen, wodurch eine optimale Versorgung vor Ort geboten wird. Neben frischem Obst und Gemüse sowie Südtiroler Produkten bieten alle fünf Geschäfte das komplette Sortiment der Coop-Produkte für Personen, die bewusster konsumieren möchten. Dabei wird

besonders auf Mensch und Natur geachtet, ohne dass auf Qualität verzichtet werden muss. Ob gesunde Kindernahrung, glutenfreie Produkte, Lebensmittel aus solidarischem Anbau oder Produkte, mit denen man in die eigene Gesundheit investiert: In den Coop-Konsum-Geschäften kommt die Nachhaltigkeit nicht zu kurz.

Mitglied werden und sparen. Die „Nahversorgungsgenossenschaft Südtirol“ bietet allen Endkonsumenten die exklusive Möglichkeit, die Nahversorgung in Südtirol zu unterstützen und gleichzeitig in den Genuss exklusiver Angebote und weiterer Vorteile zu kommen. „Mit meiner Mitgliedschaft kann ich die Nahversorgung in Südtirol unterstützen, denn ‚die NaveS bin ich’“, so Miriam Unterleitner. Wer Mitglied bei der Genossenschaft werden möchte, kann sich einfach in einer der Filialen melden und damit zahlreiche Vorteile genießen: Exklusive Angebote, preisreduziertes Einkaufen und ein monatlicher Rabatt von zehn Prozent auf den gesamten Einkauf gehören dazu. 85


Impressum

Kath. Arbeiterverein Brixen

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Donnerstag, 18. November 1915

Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Annamaria Mitterhofer (amm) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Anton Rainer (ar) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Veronika Kerschbaumer (vk) Barbara Fuchs (bf) Hildegard Antholzer (ha) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Dezember 2015 Nächster Redaktionsschluss: 10. Dezember 2015 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 86

November 1915

Unsere Witterung Donnerstag, 4. November 1915 Wüßte man es nicht aus dem Kalender, daß wir in der Allerseelenwoche stehen, so hätte uns dies heuer die Witterungsstimmung angezeigt; seit ungefähr einer Woche herrscht echte Allerseelenstimmung in der Natur, die Berge ringsum in Herbstfärbung, fallendes fahles Laub, über uns der graue Himmel, aus dem selten ein Sonnenstrahl sich hervorstiehlt. Sehr erwünscht für die Äcker

und den Roggenanbau kam hier der am 1. d. Monats eingetretene Regen. Die Temperatur ist noch eine ziemlich milde zu nennen. Der Gesundheitszustand ein verhältnismäßig guter.

Bürger und Gewerbekongregation Brixen Dienstag, 9. November 1915 Mittwoch, den 10. November, ¾ 8 Uhr abends: Kongregationsandacht, wozu die Mitglieder zum recht zahlreichen Besuch höflichst eingeladen sind. Die Vorstehung der Kongregation.

Kriegsauszeichnung

Dienstag, 9. November 1915 Herr Herbert Strele, k. u. k. Militärverpflegs-Akzessist, ältester Sohn des Herrn Oberfinanzrates Rich. Strele (ein Brixener Stadtkind), welcher seit Ausbruch des Krieges ununterbrochen an der Front steht, wurde durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes am Rande der Tapferkeitsmedaille in Anerken-

nung vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

Einrückungstermin Donnerstag, 11. November 1915 Der nächste Einrückungstermin ist der 16. November. Zur Aufklärung teilen wir nochmals mit, daß am 16. November alle bei den Nachmusterungen für tauglich Erklärten der Jahrgänge 1875, 1876, 1891 und 1895 einzurücken haben. Die bei den

Nachmusterungen nach diesem Einrückungstermin für geeignet Befundenen haben dann binnen 48 Stunden nach ihrer Musterung einzurücken. Die von den Jahrgängen 1873, 1874 und 1896 für tauglich Befundenen, die seinerzeit gleichzeitig mit den oben angeführten Jahrgängen bei den Nachmusterungen waren, haben am 16. November nicht einzurücken.

Noch ein Wort zu unserer HolzAktion. Wie wir erst später erfuhren, hat die löbl. Stadtgemeindevorstehung den Holvorrat, der ihr von Herrn Straßer seinerzeit angeboten worden war, mit Verzicht dem kath. Arbeiterverein überlassen, weil auch auf diesem Wege das Holz unter die Leute kommt. Und wie die Verkaufsliste ausweist, ist in dieser Sache ganz den Intentionen der Stadtgemeindevorstehung entsprochen, da der verkäufliche Vorrat sich auf über 20 arme Arbeiterfamilien verteilt. Die Vereinsleitung nimmt daher Veranlassung, außer dem Herrn Straßer auch der löbl. Stadtgemeindevorstehung den gebührenden Dank öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig fühlen wir uns gedrängt, der Stadtgemeinde und deren Organen

öffentlich zu danken für das außerordentliche Entgegenkommen, das wir erfuhren gelegentlich des Verkaufes des Waggons Kartoffel, die uns vom Verbandssekretariat vermittelt worden waren, woran auch eine große Anzahl anderer Familien partizipieren konnten.

Todesfälle Samstag, 13. November 1915 Am 10. November starb in Brixen Frau Aloisia Hillebrand, geb. Raffin, Gattin des Gastwirtes „zum grauen Bären“, im Alter von 42 Jahren. – Ebenfalls in Brixen starb der Kriegsgefangene Peter Sautkin vom 35. Russ. Inf.-Reg., 36 Jahre alt, verheirateter Schuhmacher.

Versteigerung Samstag, 13. November 1915 Beim Bezirksgericht Brixen wird am 21. Dezember das Haus Trattengasse Nr. 9 versteigert. Schätzwert 18.350 K, geringstes Gebot 9.175 K.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


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