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Brixner 302 - März 2015

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302

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Jahrgang 26 · März 2015

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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„Loblied auf die Natur“ BRIXEN: Im Notfall immer bereit zur Hilfe: die Freiwillige Feuerwehr Brixen PORTRAIT: Rudolf Behrens erlebte den 2. Weltkrieg als Soldat im Russlandfeldzug SPORT: Über Stock und Stein mit dem Reitclub Eisacktal PLOSE: Steht das Ende des Skibetriebs auf der Plose bevor?


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | Im Notfall immer bereit: Die Freiwillige Feuerwehr Brixen 08 | Gemeinderatswahlen: Lüsen setzt auf Bewährtes 09 | Vortrag: CDU-Hardliner Werner Münch in Brixen 10 | Monika Leitner: „Bewusst auf Positives setzen“ Menschen & Meinungen 16 | Portrait: Kriegsveteran Rudolf Behrens 21 | Pro & Contra: Öffentlicher Dienst privilegiert? 26 | Umfrage: Einen freien Wunsch …

>>> 16

Kunst & Kultur 28 | Hugo Wassermann: „Ein Loblied auf die Natur“ 34 | Frei.Wild: „Heimspiel in Bozen“

>>> 28

Veranstaltungen 41 | TIMER: April 2015

>>> 41

Freizeit & Sport 46 | Hoch zu Ross: Der Eisacktaler Reitclub 48 | Roland Fischnaller: „Mit Höhen und Tiefen“

>>> 46

Wirtschaft & Umwelt >>> 52 52 | Plose: Steht das Ende des Skibetriebes bevor? 58 | Willi Tauber: „Milchproduktion wird langsam steigen“ Extra 64 | Mode & Accessoires

>>> 64

Im „Brixner“ finden Sie folgende Icons, die auf multimediale Inhalte im „BrixnerPlus“ verweisen:

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9. April, Forum Brixen Alle (fünf) Jahre wieder befindet sich Brixen im politi­ schen Ausnahmezustand: Gemeindewahlen stehen an! Für uns als „Brixner“ bedeutet dies jedes Mal redak­ tionell eine Überdosis Politik – mit dem Ziel, unsere Leser so gut wie möglich über das parteienübergrei­ fende politische „Angebot“ zu informieren, damit sie in der Wahlkabine die entsprechend richtige Wahl treffen können. Es ist bereits Tradition, dass wir einige Wochen vor der Wahl eine „Elefantenrunde“ mit den jeweiligen Bürgermeisterkandidaten im Forum Brixen organisieren und die entsprechenden Aussagen und Diskussionen für die nächste Ausgabe transkribieren. Ich lade Sie in diesem Sinn dazu ein, am Donnerstag, 9. April, um 20 Uhr im Saal Regensburg an dieser Podiumsdiskussion „live“ teilzunehmen. Es wird ganz sicher spannend werden, und wir haben auch geplant, die Zuschauer in die Diskussion einzubinden. Dasselbe gilt für den Besuch von Landeshauptmann Arno Kompatscher in unseren Redaktionsräumen, der für die nächsten Tage geplant ist: Auch hier wünschen wir uns eine Partizipation der Leser – wenn auch diesmal in rein schriftlicher Form. Wenn Sie eine Fra­ ge haben, die wir Kompatscher stellen sollten, dann schreiben Sie uns bitte eine E­Mail. Die letzten Zeilen dieses Editorial möchte ich mit einer Überdosis Dank­ barkeit unseren vielen „Freunden“ und „Gönnern“ widmen: Auch heuer haben sehr viele Leser freiwillig einen Kostenbeitrag überwiesen – wissend, dass sie den „Brixner“ natürlich auch weiterhin zugesandt bekommen würden, wenn sie nichts überweisen, denn wir wollen auch in Zukunft für alle da sein. Ein Hinweis ist aber wichtig: Wir führen keinen Kreuz­ vergleich durch zwischen den Einzahlungen und der Adressendatenbank. Es reicht also für neue Abonnen­ ten nicht aus, wenn sie den Beitrag überweisen – Sie müssen uns getrennt davon auch Ihre Adresse mittei­ len. Das geht am besten per E­Mail: abo@brixner.info.

Ihr Willy Vontavon

Der multimediale „BrixnerPlus“ ist als kostenlose App für Apple iOS und Android im jeweiligen App Store erhältlich – oder ganz einfach im Internet: www.brixner.info

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info

ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

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Außerdem in dieser Ausgabe Zwei Beilagen

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Jahresprogramm Musik und Kirche


Politik & Gesellschaft

STÄNDIG EINSATZBEREIT: Im Ernstfall ziehen die 366 Freiwilligen der Feuerwehren in Brixen, St. Andrä, Afers, Elvas, Milland, Sarns, Tschötsch, Tils und Albeins an einem Strang

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DIE FREIWILLIGE FEUERWEHR BRIXEN

Feuer und Flamme

Mitten in der Nacht aus dem wohlig warmen Bett kriechen oder untertags alles stehen und liegen lassen – immer im Kampf gegen die Zeit. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Brixen verzichten auf vieles, um im Notfall bereit zu stehen. Der „Brixner“ hat – stellvertretend für die neun Kompanien der Gemeinde – die Freiwillige Feuerwehr Brixen im Sitz an der Dantestraße besucht. 4


Durch die Wucht lösen sich drei Baumstämme, einer davon durch­ bohrt ein Auto; die Insassen sind verletzt und eingeklemmt. Eben­ falls eingeklemmt ist der Insasse (eine Übungspuppe) in einem umgekippten Auto. Wie so oft, ist auch an diesem 14. März al­ les zusammengekommen: Auch ein mit Chemikalien beladener Kleintransporter ist in den Unfall verwickelt. Ins Schwitzen kamen während der Übung die Freiwilli­ gen der Feuerwehren von Brixen, Milland, Klausen und Vahrn sowie die Helfer des Weißen und des Roten Kreuzes. Doch was, wenn das keine Übung gewesen wäre? Wenn Rei­ fen in Wirklichkeit gequietscht, Blech gekracht und Glas zerbor­ sten wäre?

FF Brixen: 54 Männer, eine Frau.

D

ie Sekunden ziehen sich klebrig in die Länge – dann kracht es. In tausend Stücke zerbirst die Windschutzscheibe, als sich ein Baumstamm mit vol­ ler Wucht durch sie bohrt. Ein anderes Auto liegt auf der Seite; kleine Rauchkringel steigen von ihm zu den Lampen hinauf, die grell den Unfall im Nordtunnel der Westumfahrung von Brixen beleuchten. Ein Horrorszenario – doch gottseidank „nur“ eine Übung. Die Freiwillige Feuerwehr Brixen hat als Organisator der Tunnelübung sämtliche Regi­ ster gezogen, um den Ernstfall möglichst realitätsnah zu proben: Ein Holzlaster musste abrupt ab­ bremsen, um einem entgegen­ kommenden LKW auszuweichen.

118 oder 115 – in der Landes­ notrufzentrale in Bozen landet der Anruf in beiden Fällen. „Bei gewissen Einsatzstufen wird von Bozen aus nur der Diensthabende kontaktiert. Wenn es hingegen um einen größeren Einsatz geht, alarmiert die Zentrale auch gleich die ganze Wehr.“ Herbert Über­ egger, der Vizekommandant der Freiwilligen Feuerwehr Brixen, zeigt auch gleich, wie eine Ein­ satzmeldung auf dem kleinen Bildschirm seines Pagers aussieht: „Da steht der Diensthabende, der Einsatzort, die Alarmstufe und eine kurze Einsatzbeschreibung.“ Damit nicht immer gleich alle 55 Männer – eigentlich sind es ja 54 Männer und eine Frau – alles stehen und liegen lassen müssen, wenn der Pager der Freiwilligen Feuerwehr Brixen schrillt, gibt es in Brixen zwei Einsatzgruppen. „Natürlich kommt es auch einmal vor, dass zu viele Feuerwehrmän­ ner an der Einsatzstelle sind“, sagt Herbert Überegger, „aber lieber einer zu viel als einer zu wenig.“ Das Heulen der Sirene, das vor dem Anbruch des digitalen Zeital­ ters die Wehrmänner zusammen­ getrommelt hatte, ist im Brixner Stadtgebiet nur noch samstags

bei Zivilschutzalarm zu warnen oder wenn die digitale Technik ausfällt. „Wenn bei jedem Einsatz die Sirene loslegen würde, würde in der Einsatzzentrale das Chaos ausbrechen. Viele Bürger wür­ den anrufen und wissen wollen, was denn passiert sei“, befürchtet Überegger. Vierhundertsechsmal rückte allein die Freiwillige Feuerwehr Brixen letztes Jahr aus; zweiund­ vierzigmal wegen eines Branda­ larms. Kleine technische Einsätze wie das Öffnen einer Tür stehen schon fast an der Tagesordnung. „Viele denken, die Feuerwehr sei Mädchen für alles“, kritisiert Über­ egger, fügt aber gleich versöhnlich hinzu, „wenn man gerufen wird, muss man eben helfen. Lieber einmal zu oft ausrücken als einmal zu wenig!“ Koordiniert werden die Einsätze der Feuerwehr von der Einsatzzentrale in der Feu­ erwehrhalle an der Dantestraße. Drei Gemeindeangestellte sorgen im Turnusdienst dafür, dass die Einsatzzentrale an jedem Tag 24 Stunden lang besetzt ist. „Ich bin seit 33 Jahren bei der Feuerwehr“, betont Vizekommandant Herbert Überegger, „und damals war das auch schon so.“ Die drei Angestellten sind ei­ ne große Erleichterung für die Freiwilligen: Nach den Einsätzen bringen sie die Geräte in Schuss, schreiben die Einsatzberichte und halten die Feuerwehrhalle sauber. Sie reinigen die Wasserschläuche und Einsatzuniformen aller neun Gemeindefeuerwehren; neben Brixen sind diese stationiert in St. Andrä, Afers, Elvas, Milland, Sarns, Tils, Tschötsch und Albeins. „Wir alle sind Freiwillige und müssen für einen Einsatz weg von der Arbeit“, erklärt Überegger, „du kannst von den Freiwilligen nicht verlangen, dass sie ihren eigent­ lichen Beruf vernachlässigen.“

Das liebe Geld. Der Blick, der

sich vom Parkplatz vor der Ein­ satzzentrale aus auf die Plose und den Weißen Turm eröffnet, interessiert die Wehrmänner

der Fahrzeughalle in der Dante­ straße parken. Sie sind alle ans Stromnetz angeschlossen! Alles Elektrofahrzeuge? Herbert Über­ egger lacht: „Nein, die Batterien werden auf diese Weise ‚warm­ gehalten’, damit die Fahrzeuge immer einsatzbereit sind. Wenn ein Auto länger steht, kann es sein, dass es nicht anspringt. Das verhindern wir so.“ Weil Brixen auch Bezirksstützpunkt ist, stehen die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Brixen Rad an Rad neben den Bezirksfahrzeugen – die Drehleiter oder der große Lüfter etwa. „Mit denen müssen wir bei Einsätzen im ganzen Be­ zirk ausfahren“, so Überegger. Der große Fuhrpark verur­ sacht aber auch entsprechende Kosten: Abgesehen vom Ankauf selbst verschlingen Wartung und Reparatur so manchen Euro. „Un­ ter den Freiwilligen sind auch Handwerker, die in ihrer Frei­ zeit viel in Eigenregie machen“, erklärt Vizekommandant Über­ egger, „auch die drei von der Gemeinde gestellten Mitarbeiter erledigen viel selbst. Das spart Geld!“ Ums liebe Geld dreht sich auch bei der Finanzierung der Feuerwehren alles. Seit Albert Pürgstaller in Brixen das Sagen hat, treffen sich laut Überegger die Kommandanten der neun Feuerwehren, um Neuankäufe und Finanzierungen gemeinsam zu besprechen: „Die Gemeinde stellt uns ein gewisses Budget zur Verfügung, das wir nach einem Rotationsprinzip untereinander aufteilen. Es ist nicht so, dass wir Geld in Hülle und Fülle be­ kommen. Wenn wir ein neues Auto brauchen, müssen wir das gut planen und schauen, dass es auch finanzierbar ist.“ Chri­ stoph Oberhollenzer, Direktor des Landesfeuerwehrverbandes, weiß mehr über die Finanzierung: „Fahrzeuge, die auf Ortsebene eingesetzt werden, werden in der Regel zu 30 Prozent von der Gemeinde finanziert. Etwa 30 Prozent übernimmt das Land, und den Rest müssen die Feuerwehren

„Es ist einfach bärig, wenn du siehst, dass du bei einem Einsatz mit deinem Tun dazu beigetragen hast, etwas Schlimmes zu verhindern“_ Jakob Dariz, Feuerwehrmann in Brixen zur Mittagszeit als Probealarm zu hören. Die Sirene kommt auch zum Einsatz, um die Bevölkerung

wohl kaum. Mehr Aufmerksam­ keit erfahren die 17 leuchtend roten Einsatzfahrzeuge, die in

selbst mit Eigenmitteln aufbringen, also Spenden, Sponsoren und Einnahmen aus Veranstaltungen.“ 5


Politik & Gesellschaft

Bei Bezirksfahrzeugen gewährt das Land einen höheren Beitrag. Oberhollenzer erklärt, dass „das Land bei überörtlich eingesetz­ ten Fahrzeugen 70 Prozent der Anschaffungskosten übernimmt, weil Bezirksfahrzeuge wie die Drehleiter oder schweres Rüst­ fahrzeug nicht jede Feuerwehr braucht.“ Für die restlichen 30 Prozent müsse die Gemeinde auf­ kommen. Albert Pürgstaller wollte bei der Bezirksgemeinschaft im­ mer erreichen, dass dazu auch die anderen Gemeinden etwas beisteuern: „Die Fahrzeuge sind ja im Grunde für alle Gemeinden da, und Brixen ist für den Zivilschutz verantwortlich“, so Überegger. Wenn es nach dem Vizekom­ mandanten geht, hinkt die Finan­ zierung aber auf einem Bein: „Es geht zwar immer um öffentliche Gelder, aber wenn ich sie von der Gemeinde nehme, fehlen sie in einem anderen Bereich. Es müsste von vornherein andere Gesetze geben, die die Finan­ zierung ordentlich regeln, mehr Ordnung und Planungssicherheit in die Sache bringen. Entweder das Land zahlt – oder eben die Gemeinde. Das ständige Hin und Her der verschiedenen Ansprech­ partner ist ein Aufwand und eine unnötige Zettelwirtschaft. Für uns Freiwillige ist das einfach zu viel.“ Dass die Politik bislang die Freiwilligen Feuerwehren kräftig gefördert hat, ist in Südtirol nicht nur auf Zustimmung gestoßen: 306 Freiwillige Feuerwehren gibt es in den 116 Gemeinden Südtirols, und jede ist im internationalen Vergleich äußerst gut ausgestattet. Die Feuerwehren polarisieren, und viele Bürger denken sich: „Muss das sein, dass jeder Weiler eine Feuerwehrhalle hat?“ Jakob Dariz, aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Brixen, kennt die Vor­ behalte: „Kein Verein polarisiert in der Politik so sehr wie die Feuer­ wehr, aber: Jeder Verein wird in irgendeiner Weise öffentlich ge­ fördert. Ein anderer Verein ist viel­ leicht kostengünstiger, aber seine Leistung ist für die Bevölkerung oft nicht lebensnotwendig und nicht aufzuwiegen mit den Leistungen und Aufgaben einer Feuerwehr.“ Dagegen ist nichts zu sagen: Die Kritik verstummt zumeist, sobald der Kritiker selbst vom kapillaren Netz der Feuerwehren im Notfall profitiert.

Zusammenspiel. „306 hochge­

rüstete Freiwillige Feuerwehren. Zu viel des Guten?“, hieß es im Februar im Südtiroler Wochenma­ gazin „ff“. Der Vizekommandant 6

„Ich will Feuerwehrmann werden!“ „Ich schäme mich, das Kind

Herbert Überegger: „Du kannst hundert Übungen machen, bei einem Einsatz ist aber alles anders“

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hat eine eindeutige Meinung: „Die kleinen Feuerwehren braucht es auch! Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden und dabei nur fünf Mann kommen können, sind wir auf die Hilfe der kleineren Kompanien angewiesen.“ Zusam­ mengearbeitet wird bei Übun­ gen und auch bei den Einsätzen selbst: „Wir lernen die anderen Feuerwehren bei den Übungen kennen, was sehr wichtig ist. So können wir sehen, welche Geräte sie zur Verfügung haben und in welchen Bereichen sie beson­ ders gut sind“, erklärt Herbert Überegger. Für jede Alarmstufe setzt die Landesnotrufzentrale einen anderen Einsatzplan ein: Alarmstufe 3 – Großbrand in der Industriezone, und der Pager schrillt bei den Feuerwehrmän­ nern von Brixen, Milland und Albeins. „Wenn nur wir gerufen werden und wir sehen, dass wir Hilfe brauchen, rufen wir auch andere Feuerwehren!“, bekräftigt Überegger. „Außerdem“, erklärt er, „kannst du hunderte Übungen machen, aber bei einem Einsatz ist alles anders. Es ist schon wichtig, dass alle zusammenspielen!“ Die verschiedenen Gemeinde­ feuerwehren unter einem Dach vereinen und so Strukturen ver­ kleinern und Geld sparen – eine gute Idee? Der Vizekommandant Herbert Überegger sieht das nicht so: „Wenn wir in einer Feuer­ wehr an die hundert Leute wären, würde das nicht funktionieren. Die Kameradschaft ginge dann verloren!“ So hat jede Feuerwehr

ihr eigenes sehr lokal verwurzeltes Vereinsleben, und gerade darum geht es ja. Davon ist auch Jakob Dariz überzeugt: „Wir sind und bleiben ein Verein! Ein Ort, an den man hingeht, um sich zu treffen. Wir sind keine Institution, wo man hingehen muss.“ Es drängt sich aber doch die Frage auf, ob Brixen nicht auch mit einer Berufsfeuer­ wehr – sagen wir 20 Mann stark – den Zivilschutz gewährleisten könnte? „Die Freiwilligen würde es dann auch noch brauchen!“, antwortet Überegger entschieden. „Man sieht das auch beim Weißen Kreuz. Ohne Freiwillige würde da auch nichts gehen“ – unabhängig davon, dass die Finanzierung einer Berufsfeuerwehr nicht gegeben wäre, weil die Gemeinde über die entsprechenden Geldmittel nicht verfügt. Mit einer Berufsfeuerwehr könne man zwar einen Großteil der Einsätze abdecken, „bei einem Großeinsatz würde es aber nicht funktionieren. Dann ist man froh, dass man viele helfende Hände hat.“ Und im Notfall sind das in den neun Gemeindefeuerwehren Brixen, St. Andrä, Afers, Elvas, Milland, Sarns, Tils, Tschötsch und Albeins insgesamt 366 Feuer­ wehrmänner, die an einem Strang ziehen. „Auch den Ersthelfer in der Peripherie würde man verlieren“, wirft Jakob Dariz ein. „Bis wir mit unserem Wagen St. Andrä oder Afers erreicht haben, vergeht ei­ ne gute halbe Stunde. Bei einem Brand ist das eine sehr lange Zeit, die Folgen möglicherweise fatal!“

eines feuerspeienden Drachens zu sein“, schmetterte der kleine Grisu seinem Vater in der Zeichentrick­ serie an den Kopf. „Ich werde alles tun, um das Feuer, das in mir schwelt, zu ersticken“, deklarier­ te er lauthals, und mit eisernem Willen wiederholte Grisu in jeder Folge: „Ich will Feuerwehrmann werden!“ Wenn er wüsste, dass fernab seiner Drachenwelt Jugend­ liche bereits ab zwölf Jahren in die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr eintreten können ... Den Traum des kleinen Grisu hat sich Jakob Dariz auf diesem Weg erfüllt: Er ist vor sechs Jahren von der Jugendgruppe aus in den aktiven Dienst eingetreten. Und heute betreut er zusammen mit Robert Burchia und Albert Mi­ cheler die sechs Jugendlichen der Jugendgruppe Brixen. Für Dariz ist „die Genugtuung, dass man bei einem Einsatz geholfen und etwas geleistet hat“, das Schöne an der Feuerwehr: „Es ist einfach bärig, wenn du siehst, dass du mit deiner Erfahrung und deinem Tun dazu beigetragen hast, etwas Schlimmes zu verhindern.“ Auch Ylenia Vilei, die derzeit einzige Feuerwehr­ frau in Brixen, hat sich über die Jugendgruppe für den Verein be­ geistern lassen: „Eigentlich wollte ich anfangs nicht zur Feuerwehr“, gesteht Ylenia, „doch dann hat’s mir so gut gefallen, dass ich un­ bedingt weitermachen wollte. Irgendwie ist die Feuerwehr wie eine große Familie, wir kommen alle untereinander gut aus.“ Als Frau sei der Feuerwehralltag auch nicht problematisch, „oft muss ich aber doch nachfragen, gerade bei den Geräten. Aber eine Antwort bekommt man immer.“ Komplizierte Knoten knüpfen oder den Aufbau einer Lösch­ leitung beschreiben: Das in der Jugendgruppe erlernte Wissen können die Jugendlichen nicht nur beim jährlichen Wissenstest, son­ dern vor allem später im aktiven Dienst unter Beweis stellen. „Wir treffen uns ungefähr jeden zweiten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr – je nachdem, ob Schulferien sind oder wie das Programm der Aktiven aussieht“, beschreibt Da­ riz. Besonders spannend für die Jugendlichen ist dabei, dass sie selbst Hand anlegen können und einige der Geräte kennenlernen. Es kann auch vorkommen, dass die Jungfeuerwehrmänner aus­ probieren, wie hoch man wohl Getränkekisten mit Hebekissen stapeln kann. Oder sie denken sich einen Einsatz aus, der die Köpfe


Foto: Oskar Zingerle

Jakob Dariz: „Wir sind und bleiben ein Verein“

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der Feuerwehrkameraden zum Rauchen bringt. Spielerisch wächst das Team zusammen, und das gemeinsame Lösen von Aufgaben fördert Kameradschaft und Pflicht­ bewusstsein. Auch den Ablauf eines Übungseinsatzes können die Jugendlichen hautnah miter­ leben – so auch bei der Übung in der Brixner Westumfahrung: Sie mussten aus einem Bus evakuiert werden, der knapp vor der Unfall­ stelle zu stehen gekommen war. Im Gänsemarsch steuerten die Jugendlichen auf den Notausgang zu, und als Zuschauer konnten sie die weiteren Bergungsarbeiten beobachten.

Sozialer Knotenpunkt. Die Kame­

radschaft, das Gemeinsame, das kurze Gespräch unter Freunden: Das zeichnet einen Verein aus und ist auch für die Freiwillige Feuer­ wehr wichtig. „Bei der Feuerwehr habe ich viele Freunde gefunden, mit denen ich mich auch privat treffe“, erklärt Jakob Dariz. „Die Feuerwehr ist für mich ein sozialer Knotenpunkt. Da immer jemand in der Halle ist, herrscht auch viel Bewegung. Es ist immer jemand da, mit dem man sich unterhalten und die Zeit verbringen kann.“ Die zwischenmenschlichen Kon­ takte, die durch die Freiwillige

Feuerwehr geknüpft werden, sind aber auch für die Bewältigung be­ sonders belastender Erfahrungen im Leben eines Feuerwehrman­ nes wichtig. „Es sind manchmal Einsätze zu bewältigen, die in der Tat belastend sein können“, erklärt Herbert Überegger, „nicht körperlich, sondern psychisch. Gerade wenn Menschen zu Scha­ den kommen, ist es wichtig, da­ nach viel miteinander zu reden.“ Nach solchen Einsätzen findet eine Nachbesprechung mit allen an der Rettung beteiligten Organisationen statt. Psychologen oder die Not­ fallseelsorge vom Weißen Kreuz helfen, schlimme Erfahrungen zu bewältigen. Dass es trotz oder gerade we­ gen der Freundschaft unter den Feuerwehrmännern einen Anfüh­ rer braucht, weiß Herbert Übereg­ ger: „Die Feuerwehr lebt von einer gewissen Disziplin und Hierarchie. Es braucht einfach jemanden, der schafft und Anweisungen gibt. Gerade im Ernstfall ist das wichtig. Aber wir kommen untereinander trotzdem gut aus!“ Und Übereg­ ger bekräftigt diese Aussage mit einem kameradschaftlichen Schlag auf Dariz’ Schulter: „Das stimmt“, bestätigt dieser, „bei uns herrscht von ganz oben bis unten ein gutes Verhältnis.“ Wie es in jedem Verein so ist, bringen sich die einen mehr, die anderen weniger ein. Viele – so könnte man behaupten – sind auch mit der Feuerwehr „verhei­ ratet“. „Und die braucht es auch“, weiß Herbert Überegger, „es ist gut, dass immer jemand da ist, das macht die Feuerwehr zum Treffpunkt Gleichgesinnter! Es gibt schon welche“, schmunzelt er, „die, sagen wir mal, Feuer und Flamme für die Feuerwehr sind.“ Und das ist gut so.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info Wie kommt man zur Feuerwehr? Ab 12 Jahren können Jugendliche einer der Jugendgruppen der Freiwilligen Feuerwehren beitreten. Wem die Hilfe am Nächsten Spaß macht und wer motiviert ist, Nützliches und Interessantes zu lernen, der kann sich bei der jeweiligen Feuerwehr melden. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Brixen sind Robert Burchia (r.burchia@hotmail.com) und Jakob Dariz (jakob.dariz@ hotmail.com) für die Jungfeuerwehrmänner zuständig. Nach der ersten Kontaktaufnahme findet ein Erstgespräch mit den Jugendlichen im Beisein der Eltern statt. Dabei werden nach einer Führung durch die Feuerwehrhalle die Anmeldeformulare ausgeteilt und die Regeln der Jugendgruppe besprochen. 7


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Männer, die über Sex sprechen Wenn der „Verein für christliche Erziehung und Schule“ zum Vortrag lädt, ist Schmunzeln angesagt: In der Cusanus Akademie präsentierte man Feminismus, „Genderisierung“ – und die Tragik des eigenen Bedeutungsverlustes.

W

erner Münch ist kein Freund von Pauschali­ sierungen. Wenn er, alle Jahre von neuem, die Büttenreden des Kölner Karnevals im Fernse­ hen sieht, fällt ihm regelmäßig die Fernbedienung aus der Hand. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen­Anhalt greift dann zur Tastatur und schreibt dem ARD­ Intendanten einen saftigen Brief, in dem steht: „Wäre ich Priester, würde ich es mir verbitten, in Ihrer Sendung als Schweinepriester be­ zeichnet zu werden.“ Keine Poin­ te, nur eine von Werner Münch stolz erzählte Anekdote. Nun muss man sagen: Wäre Herr Münch Priester, hätte er vermutlich eine theologische Dialektik gelernt; er würde, wie die meisten Priester Deutschlands, einem Schwulen dazu raten, ein glückliches Leben dem Katechismus vorzuziehen. Und er würde wissen, dass Jesus den ständigen Kampf in der Re­ gel abgelehnt hat – gerade dann, wenn er zwischen Geschlechtern passiert. Er würde Vieles tun, nur nicht wütende Briefe an Inten­ danten schreiben, denn er hät­ te wahrscheinlich Besseres zu tun. Werner Münch ist aber kein Priester. Das hält ihn nur leider nicht vom Predigen ab. Aber von Anfang an.

Bei Greisen ist Weisheit (Hiob 12:12). Werner Münch ist viel

unterwegs. In seiner derzeitigen Erleuchtungsmission besuchte der einstige Ministerpräsident und CDU­Hardliner gleich fünf Südti­ roler Ortschaften: Bozen, Bruneck, Schlanders, Meran und, weil die Bischofsstadt nicht fehlen darf, die Cusanus Akademie in Brixen, um seine Thesen vorzutragen. Veran­ staltet von Hans Lunger, seines Zeichens Rechtsanwalt und christ­ licher Leserbriefschreiber, gibt be­ reits der Titel der Vortragsreihe die Richtung vor: „Feminismus und Gender­Ideologie zerstören Ehe und Familie sowie unsere christ­ 8

Werner Münch wettert vom Podium aus gegen Feministinnen, Homosexuelle und eine „Pille-Porno-Puff-Idylle“

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liche Kultur und demokratische Zivilisation“. Das sitzt – und lockt an: Am Abend des 16. März ist der kleine Vortragsraum, den die Cusanus Akademie dem spendenfinan­ zierten Verein zur Verfügung ge­ stellt hat, voller als gedacht. Es dominieren Frauen über 50 und eine kleine, aber umso jüngere Delegation des Brixner Franziska­ nerklosters, die heftig nickt, wenn Werner Münchs Predigt rhetorische Spitzen erreicht. Das tut sie selten genug; gerne aber dann, wenn es gegen Feministinnen und Homo­ sexuelle geht.

Du sollst nicht bei einem Manne liegen (Lev 18:22). Wenn Werner

Münch in seinem zweistündigen Kanzel­Vortrag den Teufel an die Wand malt, dann tut er das in bunten Farben. Am Untergang des Abendlandes tragen seiner Meinung nach Schuld: der Femi­ nismus, der Genderismus, Simone de Beauvoir, die UNO, der Club of Rome, die Genderforschung („was immer das sein mag“), eine „Pille­ Porno­Puff­Idylle“, die Grünen, die CDU und ein bisschen auch die Brixner Linke. Kurz: Am Basar der Verschwörungstheorien feh­ len nur noch Chemtrails und das Weltjudentum. Das verwundert, denn wer bei Münch und Lunger ein einfaches Weltbild erwartet, wird vom Gegenteil belehrt – und

muss auch in Sachen Aussprache noch seine Hausaufgaben ma­ chen. Man lerne: Zu Wörtern wie „Genderismus“ und „Judith Butler“ gehört ein verächtliches Lachen und zu den Wörtern „Transsexu­ ell“ und „Analsex“ eine gehörige Portion Spucke, die Münch über alles verteilt, was er am liebsten als „entsozialisiert“ bezeichnen möchte. Und auch das Anekdoten­Er­ zählen hat Münch perfektioniert: „Stellen Sie sich einmal vor“, sagt der ehemalige Ministerpräsident und senkt dabei seine Stimme, „ein Scheidungskind wird von zwei Lesben adoptiert und bekommt dann durch künstliche Befruchtung künstliche Geschwister.“ Ja stellen Sie sich das mal vor. Eine ältere Dame in der ersten Reihe schlägt die Hände über dem Kopf zusam­ men und beginnt ein stilles Gebet.

Übt euch im Geben (Lk 6:38). Dass sich Hans Lungers Erzie­ hungs­Verein eine derart skurrile Vortragsreihe überhaupt leisten kann, verdankt er neben großzügi­ gen Spenden auch einer Förderung durch die Stiftung Sparkasse, die im Vorfeld dafür heftig kritisiert wurde. Auf die Anschuldigung, ei­ ne diskriminierende Veranstaltung zu unterstützen, reagierte Stiftungs­ direktor Andreas Überbacher mit Unverständnis und einer reichlich kreativen Argumentation. Dem

Online­Magazin „Salto.bz“ erklärte er, dass schließlich auch Chuck Berry und Galileo Galilei „unsere Gesellschaft polarisiert“ hätten. Man muss wohl annehmen, dass der Direktor in der Zwischenzeit eine der umstrittenen Veranstal­ tungen besucht hat: Zwei Wo­ chen später wurden die Beiträge für Lungers Verein gestoppt, ein „zukünftiges Förderengagement“ müsse laut Stiftung dringend hin­ terfragt werden. Am Abend des 16. März ist diese Entwicklung freilich noch nicht abzusehen. Nachdem Werner Münch seine Litanei beendet hat, freut sich Hans Lunger (noch) über die Spendenbereitschaft der Stiftung Südtiroler Sparkasse und über die vielen aufmerksamen Zuschauer, die aufblühen, als man ihnen das Wort erteilt. Ein Teilnehmer warnt etwa vor der zunehmenden Pädophilie im Süd­ tiroler Sexualunterricht, und eine ältere Frau wünscht sich – stehend am Büchertisch, einer Art kaltem Buffet für Fundamentalisten aller Art – den Islamischen Staat nach Europa, damit es mit „dieser Frei­ heit“ ein Ende hat. Am Ende des Vortrags jedenfalls bleibt ein übler Nachgeschmack – und eine zentrale Frage: Welchem Intendanten darf ich nach diesem Abend eine E­Mail schicken? anton.rainer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


LÜSEN

Lüsen setzt auf Bewährtes Der amtierende Bürgermeister tritt bei den Gemeinderatswahlen im Mai wieder an; ihm stellt sich voraussichtlich kein Gegenkandidat, die SVP wirbt alleine um die Gunst der Wähler. Die Ende Februar abgehaltenen Vorwahlen stellen Bürgermeister und Gemeindeausschuss ein gutes Zeugnis aus.

A

m Wochenende des 21. und 22. Februar organisier­ te der SVP­Ortsausschuss Lüsen offene Vorwahlen, an de­ nen alle Lüsner, die das 16. Le­ bensjahr erreicht hatten, teilneh­ men konnten. Sie beteiligten sich mit 38 Prozent an den Vorwahlen und schrieben ihre Wunschkandi­ datinnen und ­kandidaten für das Amt des Bürgermeisters sowie für den Gemeinderat auf leere Zeilen. Die Vorwahlen brachten zwei recht klare Erkenntnisse: Zum ei­ nen erhielt Josef Maria Fischnaller, der amtierende Bürgermeister,

Bei den Vorwahlen erfolgreich: die derzeitigen Gemeindereferenten

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für das Amt des Bürgermeisters mit großem Abstand am meis­ ten Stimmen, gefolgt von SVP­ Gemeinderat Johann Grünfelder, der allerdings ankündigte, bei den Gemeinderatswahlen nicht mehr antreten zu wollen. Die nächstgereihten Plätze besetz­ ten geschlossen die Gemeinde­ ausschussmitglieder. Auf diesen Vertrauensbonus aufbauend, stellt sich Fischnaller zum dritten Mal in Folge der Wahl für das Amt des Bürgermeisters – aller Voraussicht nach ohne Gegenkandidaten. Zum zweiten führten die am­

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tierenden Gemeindereferenten Martin Kaser, Herbert Federspie­ ler, Martin Ragginer und Carmen Plaseller die Liste jener Kandida­ ten an, die sich die Lüsner für den Gemeinderat wünschen. Dieses starke Zeichen des Vertrauens gegenüber dem Ausschussteam nahmen alle vier zum Anlass, sich erneut der Wahl zu stellen.

Keine Opposition in Lüsen. Der

SVP­Ortsausschuss ist derzeit dabei, basierend auf den Ergeb­ nissen dieser Vorwahlen eine möglichst attrative Liste für die

Gemeinderatswahlen zusammen­ zustellen. Dabei zeichnet sich eines ab: die SVP wird in Lüsen ohne Oppositionspartei in die Wahlen gehen. Sigrid Flenger, Initiatorin und Mitbegründerin der Bürgerliste Lüsen, saß für die Bewegung seit 2005 für zwei Amtszeiten im Gemeinderat und wird nicht mehr kandidieren. Der zweite Bürgerlistenvertreter im derzeitigen Gemeinderat, Ernst Dorfmann, tritt hingegen auf der SVP­Liste an. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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BRIXEN

Politik & Gesellschaft

„Bewusst auf Positives setzen“ MONIKA LEITNER ist seit 2010 Präsidentin der Kommission für Chancengleichheit in Brixen und erzählt im Interview, wie spannend diese Aufgabe ist und warum der Einsatz für Frauen nichts mit Geschlechterkrieg zu tun hat.

MONIKA LEITNER: Weil Brixen der größte Arbeitgeber im Eisacktal ist, fällt mir natürlich als erstes die Arbeitsmarktsituation ein, die wir zusammen mit dem Arbeits­ vermittlungszentrum beobachten. Auch in Brixen verdienen Frauen bei gleicher Arbeit bis zu 17 Pro­ zent weniger als ihre Kollegen, in der Zeit nach der Pensionierung sind sie weit eher von Altersarmut betroffen. Die derzeitige Krise verschärft die Lage. Die prekären Arbeitsverhältnisse – also jene, die keine feste Anstellung vor­ sehen – sind bei Frauen stark im Steigen. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Jugendarbeitslosigkeit. Hauptbetroffene sind Abgänger allgemeinbildender Oberschu­ len, und auch da handelt es sich vor allem um junge Mädchen. Gleichzeitig steigt die Zahl junger Mütter, die freiwillig ihren fixen Job kündigen, weil die Halbtags­ anstellung oft nicht viel mehr einbringt als die Kinderbetreuung kostet. Die Folge: Gerade diese Frauen tun sich sehr schwer, in

info 1999 wurde die erste Kommission für Chancengleichheit vom damaligen Gemeinderat ins Leben gerufen. Die Aufgaben sind seit damals gleich: Im Rahmen der EU-Richtlinien sollen der Gemeindeverwaltung Vorschläge zum Abbau bestehender Hindernisse für eine Gleichstellung von Mann und Frau in der Politik, in der Wirtschaft und in der Arbeitswelt unterbreitet werden – ein hohes Ziel, dem die zehn Mitglieder der Brixner Kommission sich in kleinen Schritten zu nähern versuchen. 10

Foto: Oskar Zingerle

Frau Leitner, was sind die konkreten Problematiken der Frauschaft in Brixen, für die sich die Kommission der Chancengleichheit einsetzt?

Monika Leitner: „Mir liegt nichts daran, Männer zum Staubsaugen zu verdonnern“

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der Arbeitswelt später wieder Fuß zu fassen. Wir versuchen, direkt an diesen Problematiken anzuset­ zen – zum einen mit konkreten Veranstaltungen, an denen die beteiligten Partner mitwirken, zum anderen durch Kampagnen zur Sensibilisierung. Was tut die Kommission konkret, um diese Probleme zu lösen? In meiner Arbeitseinstellung bin ich ganz bodenständig. Es gilt anzupacken und zu arbeiten – und genau das habe ich in den letzten fünf Jahren als Präsidentin getan. Die Gemeinde stellte der Kom­

mission ein jährliches Budget von 11.000 Euro zur Verfügung. Mit sehr viel Eigeneinsatz konnten wir doch einiges bewirken. Wir ha­ ben Netzwerke aufgebaut, in die wir verschiedene Arbeitspartner, etwa Berufsberatung, Arbeitsamt, Schulen, Verbände und Handels­ kammer, eingebunden haben. Oft kennen die einen die Daten der anderen in punkto Frauen und Fa­ milie zu wenig. Ein Beispiel etwa ist das Audit „familieundberuf“, das wir zusammen mit der Han­ delskammer Bozen den Verbän­ den in Brixen vorgestellt haben – mit dem Hinweis, wie wichtig gerade in einer Stadt Maßnahmen

zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind. Viele junge Familien, die in die Stadt ziehen und kei­ ne Omis oder Opis mehr in der Nähe haben, profitieren davon. Daneben gibt es Veranstaltungen wie den „Girls’ and Boys’ Day“, an dem 120 Mittelschüler teilneh­ men. Wir stellen untypische Be­ rufe vor, den einzigen Tagesvater und den einzigen Kindergärtner Südtirols, die Dachdeckerin, die Kaminkehrerin, die Schlosserin­ nen. Und hoffen, dass einige der 120 Mittelschüler verstehen, dass es neben dem Pädagogischen und dem Sprachengymnasium andere Wege gäbe, die ein Mädchen ein­


schlagen könnte. Das Handwerk und technische Schulen werden von ihnen gemieden, auch wenn sie oft bessere Einkommen und mehr Sicherheit bieten würden. Sensibilisierungskampagnen, etwa der „Equal Pay Day“, der Welt­ mädchentag, eine Webseite, dazu Vorträge oder die Mitfinanzierung von Publikationen waren nur ei­ nige der Aktionen der letzten fünf Jahre. Klingt so, als wäre die Aufgabe recht klar und einfach? Das ist aber leider nicht so. Wenn es um Frauen geht, dann geht der Blick bei vielen immer noch wortwörtlich durch die rosarote Brille. Und das ist enttäuschend. Setzt man sich für Frauen ein, dann ist gleich von Geschlechter­ krieg die Rede. Darum geht es mir sicher nicht. Mir liegt nichts daran, Männer zum Staubsaugen zu ver­ donnern. Wenn wir aber in Brixen Frauen haben, denen es nicht gut geht, vor allem finanziell, dann ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem, das wir alle ausbaden müssen. Die Sozialbeiträge muss immerhin jemand bezahlen. Sie haben also versucht, mit der Kommission eine neue Richtung einzuschlagen. Ist das gelungen? Wir haben uns Mühe gegeben. Zunächst haben wir versucht, bewusst auf Positives zu setzen. Thematisiert man dauernd Nega­ tives, dann hören die Menschen weg. Den Tag der Frau haben wir beispielsweise in einen „Danke“­ Tag verwandelt, bei dem inzwi­ schen 120 Barbetriebe mitmachen und mit uns auf die Arbeit von Frauen aufmerksam machen. Dass das Interesse der Medien am Brixner Frauentag immer noch sehr hoch ist, bestätigt, dass wir den Fokus richtig ausrichtet ha­ ben. Genauso ist es beim sehr schwierigen „Tag gegen Gewalt an Frauen“. Zusammen mit der „Plattform Männer gegen Gewalt“ unterstreichen wir nicht die Op­ ferrolle der Frau, sondern die Eigenverantwortung der Männer und verteilen zusammen mit allen Bäckereien der Stadt Brotsäcke mit dem Aufdruck „Respekt ist unser tägliches Brot“. Wir haben mit unserem Weg stets Zuspruch erfahren, vor allem aus dem Ge­ meinderat. Insgesamt muss ich sagen, dass meine Aufgabe in der Kommission eine sehr dankbare ist: Man kann autonom handeln, sehr kreativ sein und viele tolle Erfahrungen sammeln.

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Monika Leitner wurde 1968 geboren und wuchs in Pfunders auf. Seit 1998 lebt sie in Brixen, hat zwei Söhne von 11 und 9 Jahren und arbeitet als Mittelschullehrerin, als freiberufliche Texterin, PR-Beraterin sowie im Sommer auf der Edelrauthütte. Zudem ist sie Vizedirektorin der Mittelschule Oswald-von-Wolkenstein.

Also stehen Sie für eine weitere Legislaturperiode als Präsidentin zur Verfügung? Das kann ich derzeit noch nicht sagen. Ich habe bei der Vorstel­ lung unseres letzten Tätigkeits­ berichtes im Gemeinderat einige Änderungsvorschläge eingebracht. Mir scheint es besonders wichtig, die Anzahl der Mitglieder auf ma­ ximal sieben zu reduzieren – aus dem einfachen Grund, dass die Entscheidungen dann schneller und unkomplizierter gefällt wer­ den können. Derzeit haben die meisten Parteien ihr „Schäfchen“ in der Kommission platziert, somit ist es unvermeidlich, dass dauernd politische Diskussionen geführt werden. Diese haben in einer Kommission nichts zu suchen, fordern Zeit und Nerven und len­ ken vom Wesentlichen ab. Die eigentliche Berater­Funktion ist damit nicht mehr gewährleistet. Ich wünsche mir, dass künftig nur mehr Personen in die Kommissi­ on gewählt werden, die Fachwis­ sen und Motivation mitbringen und die vor allem keine Eigenin­ teressen vertreten. Eine Verklei­ nerung der Kommission bringt mit sich, dass der Gemeinderat bei der Wahl der Kandidaten um­ sichtiger sein muss. Ein weiterer Wunsch wäre, die Kommission den Ressorts Wirtschaft oder Fa­ milie zuzuordnen, weil meines Erachtens dann Synergien optimal genutzt werden können und man mehr erreichen kann. Sollten die­ se Änderungswünsche umgesetzt werden, schließe ich eine weite­ re Legislaturperiode als Präsiden­ tin nicht aus.

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Italienisches Chaos ... z Für einige Verwirrung sorgen derzeit im Brixner Vorwahlkampf zu den Gemeinderatswahlen vom 10. Mai die italienischen Parteien: Nach dem Abschied der „Dino­ saurier“ Dario Stablum (Insieme per Bressanone), Gianlorenzo Pedron und Alberto Ghedina (PD) hatte es Bestrebungen von Parteizusammenführungen ge­ geben, um die derzeit auf nicht weniger als vier Fraktionen für

sieben Gemeinderäte aufgesplit­ terte italienische Parteienland­ schaft zu verkleinern. Alberto Conci (im Bild links), bisher Ge­ meinderat von „Insieme“, über­ raschte mitten in den Sondie­ rungen mit seinem Wechsel zum bisher immer scharf kritisierten PD, was von seinen derzeitigen Parteikollegen wiederum nicht goutiert wurde: Conci wurde in den Medien sowohl von seiner

Partei als auch von den beiden Vertretern der Rechtsparteien, Max Bessone und Antonio Bova, des Verrats bezichtigt. Aus der Vereinigung wird also nichts: Der PD geht – ebenso überraschend

P&G

– mit Mario Cappelletti (rechts) als Bürgermeisterkandidaten in die Wahl, während „Insieme“ Roberto Spazzini bringen wird. Bova wird Bürgermeisterkandidat der Rechten. wv

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Foto: Manuela Fischnaller

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Aus dem Nebeneinander ein Miteinander z Es war einer jener Abende, die Hoffnung geben – Hoffnung, dass ein fruchtbringendes Miteinander in einer interkulturellen Gesell­ schaft möglich ist. Die Plattform Migration-Integration, initiiert vom Schulsprengel und der Kinder­ gartendirektion Mühlbach, hatte in Zusammenarbeit mit der Ge­ meindeverwaltung und dem Bil­ dungsausschuss von Mühlbach zu zwei Vorträgen geladen, die für kulturelle Vielfalt sensibilisieren und Wege zu einer gelingenden Gemeinschaft aufzeigen sollten.

kurz

notiert

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Don Paolo Renner, Professor für Fundamentaltheologie und Religi­ onswissenschaften an der Philoso­ phisch-Theologischen Hochschule in Brixen, rückte auf humorvolldirekte Weise das oberflächliche Scheuklappendenken mancher Menschen in den Mittelpunkt, das so oft der Nährboden für Vorurteile ist. Manfred Faden aus Baden-Würt­ temberg, unkonventioneller und vor allem pragmatischer Experte in Lebens- und Erziehungsfragen, sprach darüber, wie wichtig es sei, seine Identität leben zu dürfen.

Die Gemeinde Brixen hat kürzlich für die neue Wohnbauzone in der Carducci-Straße die Baukonzession ausgestellt. Der Bau sieht auch 610 Quadratmeter für den neuen Sitz der Brixner Stadtpolizei vor. Der Bauherr hat jetzt drei Jahre Zeit, den Bau zu realisieren; der Baubeginn ist allerdings noch nicht festgelegt.

Integration könne nur gelingen, wenn den Menschen Raum gege­ ben werde. Der Verlust der Hei­ mat, aus welchen Gründen auch immer, ist mit Trauer verbunden, sagt Faden: „Auch wenn die Füße gegangen sind – die Seele muss oft erst nachkommen.“ Und weil

Heimat dazugehören heißt, sei es wichtig, eigene Lebensbereiche sanft zu öffnen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Dann kann aus dem Gegeneinander ein Nebeneinander und aus dem Nebeneinander ein Miteinander werden.“ mk

90 Prozent der 21.348 in Brixen lebenden Bürger haben die italienische Staatsbürgerschaft. Die restlichen zehn Prozent (2.107), die keinen italienischen Pass besitzen, stammen zu 14 Prozent aus Deutschland und zu 13,5 Prozent aus Albanien.

Die Mensa in der Mittelschule Pacher wird über die Sommerferien erweitert und saniert. Laut Projekt des Architekten Kurt Egger sollen 382 Schüler in der neuen Mensa Platz finden. Die Gesamtkosten für die Umbauarbeiten sind mit 1,37 Millionen Euro veranschlagt.


NACHGEFRAGT

„Wahrscheinlich zwei Kandidaten“ Herr Lanz, die Suche nach geeigneten Bürgermeisterkandidaten scheint nach anfänglichen Schwierigkeiten nun doch zu fruchten. Wie ist der aktuelle Stand? Sehr wahrscheinlich wird die Volkspartei mit zwei Bürger­ meisterkandidaten antreten, und zwar mit dem amtierenden Bür­ germeister Christoph Prugger und der derzeitigen Gemeinde­ rätin und ehemaligen Referentin Gisella Mair Gatterer. Definitiv ist das heute aber noch nicht. Christoph Prugger hatte ja ursprünglich angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Was hat ihn dann doch zu einer Kandidatur bewogen? Der Ortsausschuss von Mühlbach hat ihn nachdrücklich gebeten, seine Entscheidung zu überden­ ken und sich ein weiteres Mal zur Verfügung zu stellen. Aufgrund des einschneidenden Personal­ wechsels im Ausschuss würde Prugger eine gewisse Kontinuität garantieren. Es stehen große Pro­ jekte an, über die er bestens Be­ scheid weiß, wohingegen sich ein Quereinsteiger ungleich schwerer getan hätte – beispielsweise beim Alten- und Pflegeheim. Gemeinderat Egon Daporta wurde trotz guten Abschneidens

bei den SVP-Vorwahlen nach eigenen Angaben nicht gefragt, ob er als Bürgermeister kandidieren möchte. Was waren die Gründe dafür? Es ist richtig, dass er nicht gefragt worden ist. Sowohl im Orts- als auch im Koordinierungsausschuss hat es massiven Widerstand gegen eine Kandidatur Daportas gege­ ben. In den vergangenen fünf Jahren hat er sich immer wieder gegen die Partei und gegen den Ausschuss gestellt und ist dann ja bekanntlich vom Ortsausschuss als auch vom Gemeinderat aus­ getreten.

Foto: Oskar Zingerle

GEBHARD LANZ, SVP-Ortsobmann und Vorsitzender des Koordinierungsausschusses, über den Stand der Dinge bei der Suche nach Bürgermeisterkandidaten in Mühlbach.

oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Steigende Nutzerzahlen z Flüchtlinge treiben in über­ füllten Booten über das Meer – diese Bilder sehen wir beinahe täglich in den Nachrichten. Man weiß: Viele dieser Flüchtlinge aus politisch instabilen Gebieten im Nahen Osten streben nach Norden. Eigentlich müssten sol­ che Entwicklungen doch Aus­ wirkungen auf Infrastrukturen wie die Übernachtungsstätte der Bezirksgemeinschaft Eisacktal haben, doch dem ist nicht so. Josef Schwarz, Leiter der Über­ nachtungsstätte, ist selbst über­ rascht: „Als ich ab Sommer letzten Jahres die Flüchtlingsströme in den Nachrichten gesehen habe,

im Vergleich zu 2013 bedeutet dies eine Zunahme von 11,6 Pro­ zent. Insgesamt haben 69 Perso­ nen 2014 eines der zehn Betten in Anspruch genommen. Jeweils vier Personen stammen aus dem Einzugsgebiet der Bezirksgemein­ schaft und aus anderen Provin­ zen Italiens, aus dem EU-Raum stammten 14 Personen, fünf aus dem Nicht-EU-Raum und 42 aus

Ländern außerhalb Europas. Dass die Übernachtungsstätte so gut „funktioniert“, liegt an den 21 Personen, die dort von 18.30 Uhr abends bis morgens um 8.30 Uhr abwechselnd arbeiten. 2014 wa­ ren es in Summe 3.402 Stunden, die von den zwölf Freiwilligen und neun weiteren Personen, die auf Honorarbasis arbeiten, geleistet wurden. amm

VAHRN

Nur mehr zwei SVP-Listen

Freiheitliche in Vahrn vor dem Aus?

z In Natz-Schabs haben bei den letzten Gemeinderatswahlen vier SVP-Listen, die Freiheitlichen, die Südtiroler Freiheit und die Bürgerliste kandidiert. Für die kommenden Wahlen zeichnen sich Änderungen in allen Lagern ab: Bei der SVP ziehen die ein­ zelnen Fraktionen nicht mehr mit getrennten Listen in den Wahlkampf. Die SVP Natz-Viums wird mit der SVP Raas eine Liste bilden mit Peter Gasser (im Bild) als Bürgermeisterkandidat, die SVP Schabs stellt sich mit der SVP Aicha ohne Bürgermeister­ kandidat zur Wahl. Mit dieser Variante des Zusammengehens will man ein größeres Miteinan­ der signalisieren; andererseits glaubt man, dass damit Vertreter aller Orte eine Chance haben, für die SVP in den Gemeinderat zu kommen. Die Bürgerliste Natz-Schabs kandidiert wieder und bringt dieses Mal mit An­ 14

habe ich mir erwartet, dass auch bei uns Flüchtlinge anklopfen würden. Aber das ist nicht einge­ treten. Ich denke, die Flüchtlinge sind untereinander gut vernetzt, haben Kontakte in vielen Län­ dern Europas und bewegen sich deshalb anders als ‚normale’ Ob­ dachlose.“ Außerdem müsse man bedenken, dass beispielsweise Syrien vor dem Bürgerkrieg kein wirklich armes Land war und die Menschen über finanzielle Mittel verfügen. Nichtsdestotrotz ist die Übernachtungsstätte während ih­ rer Öffnungszeit vom 1. Oktober bis 31. Mai gut ausgelastet. 2014 waren es 2.205 Übernachtungen;

NATZ-SCHABS

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

dreas Unterkircher einen neuen Bürgermeisterkandidaten; Un­ terkircher ist Gemeindesekretär im Wartestand in der Gemeinde Natz-Schabs. Er war lange in der SVP Schabs und später in der SVP Aicha aktiv; nun sucht er sich eine neue politische Heimat. Seine Ehefrau Marian­ ne Überbacher Unterkircher, langjährige SVP-Gemeinderätin und ehemalige Bürgermeisterin, steht im Mai nicht mehr auf der Kandidatenliste. Die Frei­ heitlichen und die Südtiroler Freiheit arbeiten zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieser Ausgabe noch an ihren Listen. Der bisherige FreiheitlichenGemeinderat Christoph Seeber hat zu Jahresbeginn seinen Rückzug aus der Gemeinde­ politik bekannt gegeben, die Arbeiten für die neue Liste liegen nun bei der Bezirksleitung der Freiheitlichen. Dabei könnte es auch zu einer gemeinsamen Liste mit der Südtiroler Freiheit kommen. Deren Gemeinderat Andreas Köck nennt zum Re­ daktionsschluss drei mögliche Optionen: Die Südtiroler Frei­ heit macht eine eigene Liste, sie geht gemeinsam mit den Freiheitlichen – oder sie ist Teil einer sogenannten freien Liste. Die letzten beiden Varianten hätten den Vorteil, dass mehr Personen bereit wären, sich als Kandidaten zur Verfügung zu stellen. amm

z Nach der FreiheitlichenHochburg Vintl schwimmen den „Blauen“ nun auch in der Wohn­ sitzgemeinde von Pius Leitner die Felle davon: Von den derzeit fünf Gemeinderatsmitgliedern wird Peter Faller gar nicht mehr, die übrigen vier für eine neue Dorfliste kandidieren. Fraktions­ sprecher Peter Pichler (im Bild) begründet die Entscheidung mit einer gewissen „Frustration“ in der Oppositionsrolle: „Es ist ein undankbarer Job, die Arbeit in der Opposition muss einem liegen. Ich bin von Berufs we­ gen eher jemand, der lieber produktiv Dinge umsetzt.“ Es hätten sich schon viele Leute gefunden, die bereit sind, auf der Dorfliste zu kandidieren, „und dem entsprechend ist es unser Ziel, die absolute Mehrheit

der SVP zu knacken, um unsere Ideen in konstruktiver Zusam­ menarbeit auch umsetzen zu können.“ Ein Zerwürfnis mit der Freiheitlichen-Landesleitung wie in Vintl gebe es in Vahrn jeden­ falls nicht, so Pichler. Trotzdem werde man die Mitgliedschaft in der Partei aufgeben, zumal die Dorfliste parteiunabhän­ gig sein müsse. Bedeutet dies das Ende der Freiheitlichen in Vahrn? Nachdem Ortsobmann Walter Kofler sein Amt im Jänner zurückgelegt hatte und sich bis heute kein Nachfolger gefunden hat, ist der Fortbestand der Orts­ gruppe in der Tat fraglich. „Wir, die wir für die Dorfliste antreten, werden die Ortsgruppe sicher nicht aufrecht halten. Ob andere das tun, kann ich nicht sagen“, kommentiert Peter Pichler. oz


AUFTRAGGEBER: SVP

Es geht um Brixen. B端rgermeisterkandidat Peter Brunner und sein Team Kurt Bacher

Hannes Huber

Thomas Oberhauser

Walther Unterleitner

Paula Bacher Marcenich

Andreas Jungmann

Michael Pichler

Josef Unterrainer

Lukas Cimadom

Bettina Kerer

Werner Prosch

Helmut Weissensteiner

Claudia Dariz

Leo Kerschbaumer

Werner Schatzer

Ingo Dejaco

Thomas Kofler

Thomas Schraffl

Michael Deltedesco

Monika Leitner

Christa Seehauser Gasser

Harald Duml

Peter Liensberger

Gerold Siller

Philipp Gummerer

Doris Lutteri

Sandra Stablum

Thomas Heiss

Moritz Neuwirth

Dominik Thomaser

Gemeindewahlen 10. Mai 2015 Wir sind Volkspartei.


„Es war eine schwere Zeit“ Im Jahr 1940, gerade einmal 18 Jahre jung, war der gebürtige Hamburger RUDOLF BEHRENS zur Deutschen Wehrmacht eingezogen worden; er erlebte den 2. Weltkrieg als Soldat im Russlandfeldzug. Heute lebt der 93-Jährige in Milland.

R

udolf Behrens empfängt uns mit einer entwaffnen­ den Herzlichkeit und dem Charme eines waschechten Ham­ burgers. Wir kommen pünktlich zur Kaffeezeit, die es „streng nach Stundenplan“ täglich um vier Uhr nachmittags gibt. In einer schlich­ ten Plastikmappe hat er den Ein­ berufungsbefehl vor sich liegen – jenen Befehl, der ihm wertvolle Lebenszeit gekostet hat. Rudolf Behrens erzählt bedächtig und mit vielen Pausen von seinem Leben, als ob die Gedanken ihn davontrügen in eine andere, längst vergangene Welt. Im Dezember 1940, „der Westfeldzug war gerade zu Ende“, war er zur deutschen Wehrmacht eingezogen worden, 18 Jahre jung und voller Pläne, was das eigene Leben betraf.

war, formuliert hat – den Vätern die Seele erfror. Rudolf Behrens hat vieles noch lebhaft in Erinnerung, und er taucht vorsichtig ein in eine schmerzhafte Zeit mit lebenslan­ gen Konsequenzen: „So schnell vergisst man das nicht.“ Aus der Plastikmappe zieht er eine Be­ scheinigung über die Teilnahme an einem Sturmangriff. „Solche Bescheinigungen gab es zur Er­ munterung, und es gab Schnaps.“ Monatelang mussten die Soldaten ausharren: verwundete Kamera­ den, Hunger, Angst, Erfrierungen – der Winter 1941/42 war bitter­ kalt. Im Angesicht des Grauens fehlen die Worte; die Generation von Rudolf Behrens war nicht dafür gerüstet, zu reden.

zungssoldat war Rudolf Behrens bei den Panzerjägern in Holland stationiert. Er kam nach Preußen und dann über Litauen und Lett­ land bis an den Ural. Der Russ­ landfeldzug kam schließlich Ende 1941 vor Moskau zum Erliegen, das Unternehmen Barbarossa war gescheitert: „Und da haben wir dann auf die Haube gekriegt.“ Die Rote Armee hatte bei Demjansk sechs deutsche Divisionen einge­ kreist. Monatelang versuchte man auf Befehl des Führers den stra­ tegisch wichtigen Ort zu halten. Im Kessel von Demjansk erlebte Rudolf Behrens „bei Krautsuppe“ eine furchtbare Zeit. Die Erzählungen darüber blei­ ben fragmentarisch. Karge Worte und eine berührende Sachlichkeit für eine Zeit, die so vieles zerstört hat, und in der – wie es Spiegel­ autor Bernd Hohlen, dessen Vater auch im Kessel von Demjansk 16

15-Jährige mit Stahlhelmen. Es

sind diese Pausen, es ist immer wieder diese Stille im Gespräch, die erahnen lässt, was es für den jungen, hoffnungsfrohen Mann Rudolf Behrens bedeutet haben muss, in einen Krieg zu ziehen, „von dem wir lange meinten, dass es ein Vertei­ Glück im Unglück. Rudolf digungskrieg ist. Es wurde einem Behrens wurde schließlich mit nicht viel erzählt, und gleichzeitig anderen Verwundeten ausge­ lief und lief die Propagandama­ flogen und in ein Lazarett bei schine.“ Kein Mensch glaubte zu Riga gebracht. Aufgrund seiner diesem Zeitpunkt mehr an „die Erfrierungen wollte ihm ein Arzt wahnwitzigen Ideen“ des NS­ den rechten Fuß und den linken Regimes. Und trotzdem beugte Unterschenkel abnehmen – für man sich dem Zwang. In den eine aufwändige Behandlung war Harburger Bergen in der Nähe keine Zeit. Doch Rudolf Behrens von Hamburg sollte Rudolf Beh­ hatte Glück im Unglück: Er kam rens mit seiner Einheit gegen in ein kleineres Lazarett in der englische Panzer vorgehen. Die Nähe von Posen im westlichen letzten Einheiten, die man dort Teil Polens. Dort traf er auf einen zusammengezogen hatte, waren jungen Arzt, der alles Mögliche schlecht ausgebildete Zivilisten, versuchte, um seine Beine zu 15­Jährige mit Stahlhelmen und retten. Dieser Arzt erfüllte Rudolf viel zu großen Uniformen. „Offi­ Behrens auch einen Wunsch zu ziere waren fast keine mehr da, seinem 20. Geburtstag: Behrens und so wurde ich zum Haupt­ wollte einfach nur zurück nach feldwebel Diensttuer, zur Mutter Hamburg. meiner Kompanie.“ Der Krieg war Aus dem Lazarett in Hamburg für Rudolf Behrens zu Ende, „als wurde Behrens schließlich als Hitler schon sein Leben beendet dienstuntauglich, „aber gehfähig“ hatte“. Die Engländer gewährten entlassen – und er fand Arbeit in „einen blutlosen Abschluss“, und einer norwegischen Tiefgefrier­ die Soldaten marschierten nach

„Man musste schon aufpassen, was man sagte, überall“_ Hunger, Angst, Kälte. Als Besat­

fabrik „weit ab von der Front“. Dort kam dann an Weihnachten 1944 der Wiedereinberufungsbe­ fehl. Man hatte ihn für „bedingt frontverwendungstauglich“ be­ funden und schickte ihn auf die Panzerschule in Neurupin. Dort wurde er „auf neue Panzer ein­ geübt“. Er hätte den Befehl auch ignorieren, ihm nicht Folge leisten können – „Freunde in Norwegen rieten mir dazu“, und wenn er ganz allein gewesen wäre, hätte er auch die Flucht nach Schwe­ den gewagt. Die Angst vor der Sippenhaft nahm ihm aber den Mut, und es gab auch in Norwe­ gen Gestapospitzel. „Man musste schon aufpassen, was man sagte, überall.“

Hamburg. „Wer dort Familie hatte, durfte sich verabschieden.“ Als die Schrecken des Krieges vorbei zu sein schienen, versuchte sein Vater verzweifelt, die fami­ lieneigene Lachsräucherei wie­ der aufzubauen; die Räucheröfen standen schließlich noch, aber es fehlte die Rohware. Jeden Morgen versuchte er am Fischmarkt sein Glück, aber es gab keine Fische. Als es Rudolf Behrens’ Vater dann doch gelang, eine Schiffladung Fischfilet aufzutreiben, fehlte das Geld für die Bezahlung, und er musste den Betrieb endgültig auf­ geben. In den Ruinen der Fabrik versuchte Rudolf Behrens dann, Fischpaste herzustellen. Damit hatte er aber keinen Erfolg: „Es waren abnormale Verhältnisse damals.“ Schließlich wanderte er nach Australien aus und fand dort sofort Arbeit als Mechaniker in einer Autowerkstätte – „wohl durch meinen Dienst bei der Pan­ zereinheit“ – und ein „ziemlich dürftiges“ Dach über dem Kopf. Er sparte eisern, um sich ein neu­ es Leben aufzubauen, arbeitete nachts, um tagsüber studieren zu können: „Es war eine schwere Zeit.“ Rudolf Behrens fand dann Arbeit in der Tabakindustrie, und als „der Tabak immer unbeliebter wurde und die Firma auf Lebens­ mittel umstellte“, arbeitete er sich zum kaufmännischen Direktor hoch. Heute lebt Rudolf Behrens mit seiner zweiten Frau Irma Feder­ spieler, die er in Hamburg über gemeinsame Bekannte kennen gelernt hatte und mit der er seit über fünfzig Jahren verheiratet ist, in Milland. Sie hat ihn dazu über­ redet, in ihre Heimat zu kommen. Zum letzten Mal war er vor zwölf Jahren in Australien. „In Südtirol ist es aber auch schön.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

PORTRAIT


Steckbrief

SCHICKSALSSCHLAG: Der Einberufungsbefehl hat 1940 das Leben von Rudolf Behrens verändert

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Rudolf Hans Heinrich Behrens wurde am 22. April 1922 in der Hansestadt Hamburg als Ältester von drei Geschwistern geboren. Sein Vater war Kaufmann und betrieb eine Lachsräucherei, die Mutter stammte von einer Gastwirtsfamilie auf der Insel Föhr. Mit 18 Jahren wurde Rudolf Behrens zur deutschen Wehrmacht einberufen. Sein jüngerer Bruder Uwe kam bereits mit 17 Jahren zur Waffen-SS und starb bald nach Kriegsende an den Folgen des Krieges. Als Rudolf Behrens nach Kriegsende in Deutschland nicht mehr Fuß fassen konnte – der Betrieb des Vaters war verloren –, überzeugte ihn seine Schwester Eike, die 1949 nach Australien ausgewandert war, ihm zu folgen. Auch die Eltern waren mit ihren Kindern nach Australien emigriert: Während sich die Mutter schnell an das neue Leben gewöhnte, litt der Vater an Heimweh und auch daran, dass er seinen ehemals florierenden Betrieb nicht hatte retten können. In der Nähe von Sydney baute sich Rudolf Behrens ein neues Leben auf und arbeitete sich vom einfachen Mechaniker zum erfolgreichen Betriebswirt nach oben. Seine Frau Erika und Söhnchen Ralf, der noch in Hamburg geboren wurde, folgten ihm 1952. Sohn Kenneth wurde 1953 in Australien geboren. Erika Behrens starb mit 36 Jahren an Krebs. Mit seiner zweiten Frau lebt Rudolf Behrens nun in Milland. Der mehrfache Großvater gibt hin und wieder noch Englischunterricht und malt zauberhafte Aquarellbilder. 17


Menschen & Meinungen

ELVAS

Neues Team z Engagement, Motivation und Hilfsbereitschaft treibt die Feu­ erwehrmänner von Elvas stetig an, sich für das Wohl der Bevöl­ kerung einzusetzen. Im vergan­ genen Tätigkeitsjahr – das von Schriftführer Reinhard Auer als „ruhig“ bezeichnet wird – rückte die Wehr zu fünf Einsätzen mit insgesamt 64,5 Einsatzstunden aus. Zudem investierten die 37 aktiven Wehrmänner viel Zeit in Aus- und Weiterbildung, um für etwaige Notfälle gerüstet zu sein. Um auch künftige Einsätze

perfekt zu koordinieren, benötigt es ein gut organisiertes Team: Angeführt wird dieses im heurigen Tätigkeitsjahr vom neugewählten Kommandanten Egon Leitner und Siegfried Leitner als dessen Stell­ vertreter, da sich das langjährige Führungsduo Albert Tauber, nach 15, und Peter Gostner, nach zehn Jahren, nicht mehr der Wahl stell­ te. Während Kassier Manfred Lar­ cher und Gerätewart Andreas Mair bestätigt wurden, folgt Stefan Engl auf den sich nach 15 Jahren nicht mehr zur Wahl stellenden Kassier

Reinhard Auer. Den zahlreichen erfahrenen Wehrmännern stehen im neuen Tätigkeitsjahr nun nicht nur die die drei Neuzugänge Peter Mair, Armin Ferretti und Heinz Pezzei zur Seite, sondern auch die Probefeuerwehrmänner Klaus und Paul Überbacher sowie Han­ nes Peintner, die offiziell in die Mannschaft aufgenommen wur­

den. Hans-Peter Tauber wurde mit einer Dankesurkunde nach dem Erreichen des 65. Lebensjahres aus dem aktiven Dienst entlassen, bleibt allerdings Ehrenmitglied der Feuerwehr. Im Bild der neue Ausschuss Stefan Engl, Manfred Larcher, Kommandant Egon Leit­ ner, Vizekommandant Siegfried Gasteiger und Andreas Mair. eh

M&M Menschen & Meinungen AFERS/TRIENT

Neuer SH-Vorsitzender

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum der Walter als Bürgermeister kandidiert. Er woaß, dass er zem net viel riskiert ...

kurz

notiert

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z Fabian Frener heißt der neue Vorsitzende der Studentenvertretung „Südtiroler HochschülerInnenschaft“ (SH). Der 21-Jährige aus Afers stu­ diert in Trient Rechtswissenschaften und hat schon in seinem ersten Semester großes Interesse an der SH gezeigt. Nun haben die Delegierten der sieben SH-Außenstellen der Universitätsstädte Bologna, Bozen, Graz, Innsbruck, Salzburg, Trient und Wien Frener zum Vorsitzenden gewählt. Für seine voraussichtlich einjährige Amtszeit hat sich Frener viel vorgenommen und startet, wie er sagt, „motiviert ins Arbeitsjahr“. Zu seinem Aufgabenbereich zählt

es nun, die studentischen, sozialen und gesellschaftlichen Interessen der Studierenden aus Südtirol zu vertreten. Frener will sich zusam­ men mit dem SH-Vorstand ebenfalls dafür einsetzen, dass der Bildung in Südtirol ein höherer Stellenwert zukommt. In den vergangenen Jah­ ren hat die Südtiroler Hochschüle­ rInnenschaft einiges zur Qualität des Studentenlebens beigetragen: Sie haben beispielsweise erreicht, dass die Leistungsstipendien auch 2015 beibehalten werden und die Wohnsituation in den Südtiroler Studentenheimen verbessert wurde. vk

Philipp Seyr vom Vinzentinum wurde beim 29. Gesamttiroler Fremdsprachenwettbewerb in Innsbruck zum besten „Griechen“ gekürt. Sabine Thaler vom Real- und Sprachengymnasium landete in der Wettbewerbssprache Englisch auf dem ersten Platz. Am Wettbewerb nahmen über 200 Oberschüler teil.

Josef Überbacher ist seit 1968 bei der Freiwilligen Feuerwehr Natz. 1980 wurde er deren Kommandant, und 1988 erhielt er das goldene Abzeichen der FeuerwehrMatura in Innsbruck. Nach 35 Jahren als Kommandant gab Überbacher vor kurzem die Führung ab.

Die Brixner Vinzenz-Konferenz waren vergangenes Jahr rund 3.000 Stunden im Einsatz für einen guten Zweck. Über 5.000 Kleidungsstücke konnten in der Kleidungskammer an Bedürftige verteilt werden; die Lebensmittelbank unterstützte wöchentlich rund 200 Menschen.


O o op s

Leser kochen für Leser

„Hendl mit Mandl zu füllen“

mein Hoppala

> Zutaten

Johanna Bernardi, Lehrerin in Pension und Redakteurin des „Brixner“

1 Huhn (1 kg) 1 EL Olivenöl Salz und Pfeffer

Grüß Gott in Florenz Es war am Samstagnachmittag des ersten Mai-Wochenendes vor zwei Jahren, als wir, Maturantinnen des Jahres 1969, in Florenz ein Treffen feierten. Wir saßen auf einer Bank auf der Piazza del Duomo, als ich in etwa 20 Metern Entfernung eine Gruppe von in dunklen Anzügen gekleideter Männer sah, die in unsere Richtung marschierten. Mittendrin entdeckte ich Margit Fischer, die Gattin des österreichischen Bundespräsidenten. Als sie näher kamen, erkannte ich auch Heinz Fischer und sprach ein halblautes, aber deutliches „Grüß Gott“. Der Bundespräsident machte überrascht eine Drehung und kam auf uns zu. Meine Banknachbarin stupste mich und murmelte: „So, jetzt bist du dran!“ Herr Fischer grüßte uns herzlich und erkundigte sich, woher wir denn kämen und was uns zu dem Aufenthalt in Florenz bewogen habe. Etwas verdattert stand ich Rede und Antwort. Er verabschiedete sich mit besten Wünschen und zog mit seinem Tross weiter. Wann immer ich mich mit meinen Freundinnen treffe, ziehen sie mich seitdem mit meinem Vorlautsein auf.

5Promille Caritas 8Promille Katholische Kirche

mmh!

Füllung: 50 g Mandeln 1 Ei 100 g Knödelbrot 1 EL gehackte Petersilie ½ TL Paprikapulver

> Zubereitung Den Ofen auf 220°C vorheizen. Das Huhn innen und außen waschen und trocken tupfen. Mit Olivenöl einreiben, außen salzen und pfeffern. Für die

Füllung die Mandeln im Blitzhacker fein pürieren, mit dem verquirlten Ei und dem Knödelbrot vermischen. Salzen, pfeffern und Petersilie und Paprika untermischen. Diese Mischung in das Huhn füllen, die Öffnung mit Zahnstochern verschließen. Das Huhn mit der Brust nach unten auf einen Rost legen, eine ofenfeste Form darunter schieben, um das abtropfende Fett aufzufangen. Insgesamt etwa eine Stunde braten, dabei das Huhn öfter wenden und immer wieder etwas Wasser angießen, damit der Bratensatz nicht verbrennt. Das Huhn herausnehmen, halbieren und mit dem Bratensatz servieren.

Ob Andreas Hofer im Schildhof Saltaus im Passeiertal ein „Hendl mit Mandl zu füllen“ aufgetischt bekommen hat, werden wir nie erfahren. Einen kulinarischen Streifzug in die Vergangenheit, genauer gesagt in die Zeit um 1800, können wir aber unternehmen – dank Cornelia und Franz Haller und deren historischem Kochbuch „Und rührs ein pahr Vatter Unßer lang“. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Welche dieser großen Projekte sollte die nächste Stadtverwaltung prioritär behandeln?“ (alphabetische Reihung) 17,64% 8,82% 38,24% 14,71% 20,59%

Bibliothek Hofburggarten Lido-Areal Musikschule Seilbahnverbindung

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

Ihre Steuern, Sie entscheiden! Auf der Steuererklärung oder auf dem neuen Mod. CU

Steuernummer der Caritas 80003290212

„Fühlen Sie sich in Brixen sicher?“ > > > >

Ja, die Thematik der Einbrüche ist medial hochgespielt worden Ja, im Vergleich zu anderen Städten ist Brixen sehr sicher Nein, ich kann dieses Gefühl aber nicht rational begründen Nein, auch Brixen ist in dieser Hinsicht keine Insel der Seligen mehr

Tel. +39 0471 304 300 www.caritas.bz.it Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19


Menschen & Meinungen

Echo

LAMMento

Leser schreiben uns

„Schon vergessen?“ Zum „Nachgefragt“ mit Gerd Weigel, „Brixner“ Nr. 301, S. 31

Zu spät „Hm.“ Wenn der Franz während der Zeitungslektüre „hm“ sagt und dabei schweinisch grinst, brütet er normalerweise eine Bosheit aus, die nur darauf wartet, in all ihrer Brutalität auf die Menschheit losgelassen zu werden. Frieda eilt dann präventiv mit einem Kamillentee herbei, aber meist kommt sie ... zu spät. „Bis gestern hatte ich ja meine Zweifel, ob dieses Benko-Projekt für Bozen etwas G’scheids sei“, sagt der Franz, „aber jetzt kann ich mit ruhigem Gewissen alle Zweifel zu dieser Idee beiseite legen.“ Wie das?, sag ich vorsichtig, woher kommt plötzlich diese positive Einstellung zum in der Tat zweifelhaft wirkenden Projekt? „Schau“, sagt der Franz, „jetzt haben sich auch die lustigen Typen des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz gegen Benko ausgesprochen – damit der Bahnhofspark erhalten bleibt. Das muss man sich mal vorstellen – der Bahnhofspark! Den sollten die Umweltschützer mal eigenhändig dekontaminieren, davon hätte die Allgemeinheit mindestens einen Nutzen.“ Du hast recht, sag ich, wenn der Dachverband für Natur- und Umweltschutz sich gegen etwas ausspricht, entspricht das einem Ritterschlag für das entsprechende Projekt, denn der Verband war in den letzten Jahren mit seinen Aktionen ähnlich glaubwürdig wie der Iran bei den Atomverhandlungen. „Den Landeshauptmann haben sie einen Lugenbeitl genannt – das war zumindest witzig“, mischt sich die Frieda ein, wobei sie einen fast schon hysterischen Lacher von sich gibt. „Na ja“, sagt der Franz, „witzig finde ich eigentlich etwas anderes. Ausdünstungen gehören in der Regel nicht dazu.“

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Lioba Sperber, Brixen; weitere Unterzeichner: Edi Braunhofer, Enrico De Dominicis, Waltraud Engl, Helmuth Kaufmann, Viktoria Obermarzoner, Ingrid Porzner und Christina Tinkhauser

In der Februarausgabe des „Brixner“ wurde in der Rubrik „Nachgefragt“ Gerd Weigel, Re­ gisseur des Maturatheaters am Vinzentinum, zu seinen nächs­ ten Projekten in Brixen befragt, und er äußerte sich dazu fol­ gendermaßen: „Im Sommer sind Freilichtspiele in Brixen geplant, die ich leiten werde. Ich finde es schön, dass der Weg der Freilichtspiele endlich auch nach Brixen geführt hat.“ Mit – gelinde gesagt – großer Über­ raschung und nicht geringer Verwunderung haben die Un­ terzeichner dieses Leserbriefes diese Aussage zur Kenntnis genommen, wonach „endlich“ nach Brixen etwas kommen soll, was eigentlich lange schon angekommen war. Zugegeben, die Anfänge des Freilichtthe­ aters liegen – wenn man unse­ re schnelllebige Zeit bedenkt – in „grauer Vorzeit“, nämlich im fernen Jahr 1981, als die Theatergruppe „Kulisse“ mit dem Grazer Regisseur Ferdi­ nand Pregartner im Kutscherhof mit Shakespeares „Ein Sommer­ nachtstraum“ den Reigen der Freilichtspiele in Brixen eröff­ nete. Im vergangenen Sommer – also quasi in der „Jetztzeit“ – wurde eben dieses Stück wie­ derum inszeniert, diesmal vom Rotierenden Theater unter der Regie von Joachim Goller und Eva Niedermeiser vor der herr­ lichen Naturkulisse der Seeburg. Zwischen diesen beiden Eck­ daten gab es weitere Produk­ tionen unter freiem Himmel (sie alle aufzuzählen würde den Rahmen dieses Leserbriefes sprengen), nicht nur von der „Kulisse“, sondern auch vom Eisacktaler Bezirkstheater und von Georg Kaser mit seinem Wandertheater. Zum Stadtjubi­ läum 2001 waren neben Kasers Wandertheater auch die Grup­ pen „Kulisse“ und „Dekadenz“ aktiv und präsentierten in einer

Co­Produktion „Zug um Zug. Ein tragi­komischer Annähe­ rungsversuch an Brixen“ im Innenhof des Kassianeums. Zweifelsohne bedeuten Frei­ lichtspiele eine große kulturelle Bereicherung für Brixen und sind daher zu begrüßen und zu unterstützen. Aber die künftigen Veranstalter – wer immer sie sein mögen – sollten sich nicht mit „Pionierleistungen“ schmü­ cken und durch die eingangs zitierten Worte die Verdienste anderer um das Freilichttheater in Brixen schmälern. Aber viel­ leicht können neue Lichtgestal­ ten des Freilichttheaters nur dann leuchten, wenn sie meinen, um sich herum erst Dunkelheit herstellen zu müssen? Anm. d. Red.: Redakteurin Tesi Zingerle, die die Aussagen Gerd Weigels richtig transkribiert hatte, hat dem Interviewten diesen Leserbrief gezeigt – woraufhin er uns folgende Stellungnahme zukommen ließ: „Mit großem Bedauern musste ich in den letzten Wochen feststellen, dass eine meiner Aussagen im letzen ‚Brixner’ einige verdiente Kulturschaffende dieser Stadt ziemlich verärgert hat. Das tut mir aufrichtig leid! Es war und ist mir durchaus bewusst, dass es bereits sehr viele erfolgreiche Freilichtproduktionen in der Vergangenheit in Brixen gegeben hat. Ich wollte in dem Interview lediglich meiner Freude Ausdruck verleihen, dass es nun einen neuen Veranstalter gibt, der unter dem Namen ‚Brixner Freilichtspiele‘ eine jährliche Freilichtveranstaltung stattfinden lassen wird. Ich bin weder der Veranstalter noch der Initiator dieser neuen Veranstaltungsreihe, mir wurde lediglich die Regie der ersten beiden Produktionen anvertraut. Ich hoffe, die Situation mit diesem Schreiben beruhigen zu können, denn nichts lag und liegt mir ferner, als die Produktionen engagierter und erfolgreicher Kollegen in Frage zu stellen oder gar zu ignorieren. Gerd Weigel“

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info


Pro& Contra Sind Bedienstete im öffentlichen Dienst gegenüber jenen der Privatwirtschaft privilegiert?

ANGEBOTE IM APRIL

Der Hintergrund:

Im Südtiroler Landtag diskutieren die Abgeordneten derzeit über eine von Landesrätin Waltraud Deeg vorgelegte Reform der Personalordnung des Landes. Ziel des Gesetzes ist es, die heute verschiede­ nen Bestimmungen im Personalbereich auf ein einziges Gesetz zu konzentrieren und gleichzeitig für den Erneuerungsprozess der Verwaltung die personalrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Ja Grundsätzlich muss diese Frage sehr differenziert betrachtet werden, und es ist wohl nicht möglich, ein pauschales Urteil zu fällen. Die öffentliche Verwaltung selbst ist sehr unter­ schiedlich. So gibt es in Südtirol unter anderem die Ämter und Einrichtungen des Staates und jene der Autonomen Provinz Bozen mit zum Teil sehr unterschiedlichen Regelungen gesetz­ licher und kollektivvertraglicher Natur. Es gibt aber durchaus einige Vorteile und Regelungen, die nur im öffentlichen Dienst vorhanden sind und im privaten Bereich eben nicht. Stein des Anstoßes in solchen Diskussionen ist dabei im­ mer wieder der Kündigungsschutz. Während im öffentlichen Dienst eine Entlassung kaum mög­ lich ist, kann ein privater Arbeitgeber, vor allem nach der jetzt erlassenen Neuregelung, sehr viel leichter ein Arbeitsverhältnis auflösen. Weitere Punkte sind die oft geringere Wochenarbeits­ zeit (38 Stunden im öffentlichen Dienst und 40 Stunden bei privaten Arbeitgebern, Sonderfall Unterrichtspersonal) sowie die Möglichkeit eines „Sabbatjahres“ für die öffentlich Bediensteten. Als Privileg wird oft auch der Anspruch eines längeren, wenn auch unbezahlten, Wartestandes im Anschluss an die Abwesenheit wegen Mutter­ schaft bei Frauen im öffentlichen Dienst gesehen. Die Verwaltung bezahlt die Versicherungsbeiträge in diesem Fall weiter. Für private Arbeitgeber wäre dies nicht finanzierbar und organisatorisch unvereinbar. Weitere Punkte in dieser Diskussion sind sicherlich auch die vielfach vorteilhaftere Pensionsregelung und mangelnde Kontrolle der Arbeitsleistung. z

STEFAN PERINI, Direktor des Arbeitsförderungsinstituts AFI: „Zufriedenheit am Arbeitsplatz hat mehrere Facetten“

Nein Die Frage ist schwierig; es kommt darauf an, wo man die Maßstäbe ansetzt. Für den arbeitsrechtlichen Teil mag es zutreffen, zumindest für jene, die über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis verfügen: ein fixer Job, großzü­ gige Möglichkeiten von Freistellungen und War­ teständen, ein fixes Gehalt, relativ unabhängig von der Leistung. Doch das gilt nicht für alle im öffentlichen Dienst. Was die Wenigsten wissen, ist, dass mittlerweile in Südtirol ein Drittel der öffentlich Bediensteten nur mit befristeten oder Projektverträgen beschäftigt ist. Der öffentliche Dienst ist also schon lange nicht mehr der Hort der Sicherheit, entgegen der geläufigen Mei­ nung. Zudem muss man sich fragen: Wann ist Arbeit eigentlich gute Arbeit? Angesprochen auf die Erwartungen über ihr Berufsleben, wissen Jugendliche recht genau, was ihnen wichtig ist: sich zu entfalten, etwas Sinnvolles zu tun, Eigen­ initiative zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Studien der Österreichischen Ar­ beiterkammer zeigen, dass die Zufriedenheit am Arbeitsplatz im Öffentlichen Dienst wesentlich geringer eingestuft ist als in der Privatwirtschaft. Offensichtlich bietet die Privatwirtschaft gerade jene Elemente, die für die Arbeitszufriedenheit ausschlaggebend sind, in wesentlich höherem Maße, als dies im öffentlichen Dienst der Fall ist. Kurzum, die Zufriedenheit am Arbeitsplatz hat mehrere Facetten. Sicherer Job und fixe Entloh­ nung sind nur zwei davon und darüber hinaus lange nicht die wichtigsten. Sieht man es in die­ ser Dimension, sind öffentlich Bedienstete alles andere als privilegiert. z

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JOSEF TSCHÖLL, Vorsitzender der SVP-Wirtschaft: „Es gibt durchaus einige Vorteile ...“

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Franz Falk, Rosa Frener, Helene Demetz, Norbert Kaser, Peter Unterkircher, Hermann Plieger, Edith Lambacher, Amandus Lambacher, Veronika Leitgeb, Christa Wenter Wieland, Hermann Albertini, Helga Dander, Oswald Thomas Bergmeister, Maria Pichler, Georg Hofmann, Rosanna Tomaselli, Giuseppe Polidori, Johann Jocher, Johann Stampfer, Maria Dolores Glaser, Marlies Tschisner, Robert Taschler, Konrad Mair, Bar Verena, Philipp Lamprecht, Norbert Waldboth, Herbert Pramsohler, Helmut Günther, Pietro Speranza, Gusti Pichler-Peer, Axel Olowson, Domenicangelo Lapadula, Alfred Dalla Torre, Marta Franzelin, Albert Hofer, Horst Peintner, Helene Gasser, Rita Brunner, Michael Meier, Peter Paul Hirn, Adolfo Dallago, Ingeborg Fink, Johann Micheler, Tomaso Pietro Lintner, Luis Costadedoi, Albert Fischer, Harald Kastlunger, Johann Plattner, Gabriele Thöni, Maria Laimer,

Adolf Balzarek, Karl Micheler, Josef Stampfl, Norbert Damiani, Werner Hinteregger, Sieglinde Telsnig, Josef Gelmi, Domenico und Hermine De Paola, Dorothea Lamprecht, Hans Oberhuber, Helene Wieser Danieli, Franz Daporta, Paula Huber, Lucia Prinoth, Helene Stürz, Sabine Mulser, Margareta Staudacher, Bruno Damiani, Ferdinand Fleckinger, Kurt Vogel, Dieter Pupp, Frieda Flenger, Hanspeter Troi, Hansi Ladurner, Roswitha Von Pretz, Marianne Oberrauch, Maria Bergmann, August Foppa, Roswitha Dander, Gottfried Silgoner, Waltraud Eisenstecken, Alois Unterfrauner, Franz Rastner, Paula Huber, Willi Heidenberger, Edith Tasser, Andreas Priller, Heinrich Thaler, Leo Gufler, Josef Rungg, Wilhelm Pupp, Anna Ferretti, Martin Peintner, Paula Mayr, Imelda Zingerle, Kurt Plaickner, Franz Erschbaumer, Olga Fischnaller, Karel Fokke Stas, Karl Vonklausner KG, Verena Kier, Johann Dorn, Hubert Fink, Hildegard Pichler, Ernesta Parisi,

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Rudi Irsara, Heinz Lutteri, Walter Jaist, Andrea Reifer, Cesare Pasqualotto, Engelbert Frener, Elisabeth Jocher, Wilhelm Weissteiner, Alois Strickner, Annelies Feichter, Irma Kofler, Josef Mulser, Giacomo Zanotti, Rosa und Andrea Marmsaler, Albert Maly, Luigi Dallaserra, Martha Schwamberger, Erna Christa Mahlich, Josef Kaltenhauser, Johann Stampfer, Josef Pfeifhofer, Veronika Antenhofer, Paula Tauber, Georg Nitz, Domenico Chiari, Patrizia Hell, Kurtovic Zaneta, Marialberta Zennaro, Martin Leitner, Margit und Michael Jocher, Hermann Messner, Rosental KG, Georg und Angelika Mitterrutzner, Walter Mitterrutzner, Aloisia Oberrauch, Martin Wieser, Alfons Kasseroler, Gianfranco Setti, Anna Oberhollenzer, Peter Pliger, Erich Silgoner, Theresia Solderer Kantioler, Elisabeth Steger Stabinger, Verena Michaeler, Margaretha Pramstaller, Markus Oberrauch, Margit Fössinger, Paula Stolz, Alexander Rauch, Alexandra Schrott, Paul Kreithner, Evelin Steiner, Erich Psaier, Rudolf Neuner, Brigitte Reifer Messner, Marlene Steinmann, Martina Walder, Giancarlo Pocher, Rosa Maria Rabensteiner Delmonego, Kathi Trojer, Heinrich Forer, Tourismusverein Brixen, Paul und Maria Gasser, Alexander Pedevilla, Irmgard Piger, Martin und Daniela Schatzer, Rosa Tinkhauser, Horst Hofer, Regina Stockner, Alois Palfrader, Giuliana Mannarino, Georg von Mörl, Karl Wiedenhofer, Klaus Lanz, Christian Mitterer, Karl Girardi, Johann Kerschbaumer, Thomas und Adelheid Lanthaler, Genovefa Rastner, Armida Irsara, Martha Dantone Heidenberger, Reinhold Radmüller, Paula Fischnaller, Anton Mitterrutzner, Helmuth Kusstatscher, Karl Mayr, Karl Lercher, Albert Lercher, Erna und Elmar Steinegger, Margareth Solderer, Johann und Marianna Tschager, Karoline Ebner, Erica Nagler Scorrano, Klara Premstaller, Christian Pallhuber, Gerda Messner Detomaso, Thomas und Agnes Niedermair, Karl Krause, Maria Unterthiner Hinteregger, Maria Rauter, Robert und Anna Sigmund, J. Schmidhammer GmbH, Heinrich Moser, Meinrad und Helga Eisenstecken, Klaus Delueg, Erika Volgger, Michael Pallhuber, Johann Federer, Walter Weissteiner, Alexandra Leitner, Giorgio Bragagna, Günther Ober-

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Menschen & Meinungen

Freunde und Gönner huber, Barbara und Hermann Lerchegger, Barbara Obrist, Peter Priller, Joachim und Andrea Hinteregger, Helga Graus, Annagret Blasbichler, Hannelore Unterthiner Zingerle, Helmut Rabanser, Irene Bergmeister, Gottfried Braun, Brigitte Fischnaller, Nikolaus Kerschbaumer, Siegfried Huber, Anton und Bernadette Klement, Florian Oberhauser, Sylvia Dapunt, Erwin und Petra Plattner, Jürgen Gimbel, Hubert Willimek, Luisa Platzer Bacher, Eduard Staffler, Claudia De Zolt, Martin Moosburger, Edith Flenger Vaja, Roland Vaia, Paul Profanter, Cristina Boccolari, Gertraud Oberrauch Weissteiner, Christine Engl, Anton Profanter, Stefan Gröbmer, Alexander Fusco, Helene Kasseroler, Arthur Trentini, Walter Fissneider, Helmut Plankl, Claudio Doro, Erich Barth, Martin Unterweger, Franco Braito, Theresia Rabensteiner, Elisabeth Tauber, Christine Priller, Monika Baumgartner, Luis Unterweger, Franz Johann Willeit, Adolf Ritsch, Roland Cimadom, Irene Valentin, Ruth Happacher, Reinhold Agethle, Siegfried Kerschbaumer, Johann Kammerer, Dieter Oberhofer, Adolf Meraner, Elsa Oberhofer, Lidia Erschbaumer, Maria Anna Gasser, Anna Kinigadner, Autotrasporti Parton, Herbert Baumgartner, Edith Rainer, Alois Habicher, Marianna Bosin, Albin Sigmund, Marilena Dalla Torre, Michael Pirgstaller, Marlene Kerer, Agata Federspieler, Hermann Mayr, Georg Kastlunger, Waltraud Mitterrutzner, Josef Obermarzoner, Michael Pattis, Erich Mussner, Annemarie Fissneider, Martin Baumgartner, Carlotte Damiani, Sabina Kasslatter Mur, Kongregation der Tertiarschwestern, Giancarlo Caneva, Bernhard Pichler, Gertraud Kammerer, Jakob Kompatscher, Franz Obrist, Paul Silbernagl, Anna Kness, Euroclima AG, Richard Bachmann, Heinrich Gasser, Stefan Schmidhammer, Alex Winkler, Carmelo Cuscinà, Waltraud Stampfl, Josef Klammer, Josef Barth, Heinrich Volgger, Heinrich Lusser, Karl Hornof, Peter Troi, Anna Unterfrauner, Walter Ploner, Nadia Pider, Sarah Kofler, Nicola Presente, Maria Goldiner, Herbert Lanz, Theodora Oberhollenzer, Gerda Thaler, Christl Thaler, Waltraud Thaler, Franz Zingerle, Nikolaus Stoll, Elisabe-

! e k


th Stampfl, Elisabeth Puner, Pio Sottara, Giovanni Rizzi, Johann Stürz, Carmen Dubois, Karl Baumgartner, Lambert Krismer, Helmut Pedratscher, Loris De Vries, Martin Klapfer, Emanuela Pattis, Peter Gasser, Walter Santer, Karl Wolf, Marianne Nobis, Egon Huber, Walther Stockner, Walter Gogl, Carlo Damiani, Kolpinghaus Brixen, Hotel Majestic KG, Francesco Giordano, Deporta Management, Anton Mitterrutzner, Ruth Lechner, Johann Ploner, Eleonore Pasquazzo, Sieglinde Sill, Paul Brunner, August Prader, Andrea Pichler, Luis Plunger, Peter Brunner, Kreszenz Kerschbaumer, Elsa Kofler, Josef Pius Gritsch, Manfred Karl, Katharina Schwabl, Ferdinand Angerer, Irmgard Pradi, Veronika Stafler, Renate Ritsch, Margareth Neuhauser Egger, Leo Munter, Renate Kaltenhauser, Anton und Hildegard Mahlknecht, Otto Rubatscher, Christine Kanitscheider, Luigia Ebner, Maria Theresia Resch, Gottfried Volgger, Gebhard Mahlknecht, Brigitte Schraffl, Inge Hilpold, Paul Schlechtleitner, Albuin Gasser, Hans Pichler, Albin Ploner, Josef Gamberoni, Barbara Kerschbaumer, Adolf Lamprecht, Martin Plunger, Wilhelm Niederstätter, Wachtler S. KG, Josef Perkmann, Matthias Marschall, Ruth Daporta, Waltraud Deporta, Werner Strobl, Alois Oberhauser, Edith Widmann Ellecosta, Oswald Fischnaller, Wilhelm Gruber, Maria Gamper, Martin Ogriseg, Marlene Hellrigl, Sebastian Hofer, Christa Eisenstecken, Thomas Völkl, Wolfgang Sirot, Madlen Syr, Christoph Mahlknecht, Heinrich Walder, Margit Strasser, Claus Walther, Thomas

Brunner, Klara Willeit, Edeltraud Mutschlechner, Claudio Trombin, Herbert Hinteregger, Roland Perathoner, Alois Weger, Alois Thaler, Maurizio Morocutti, Markus Gruber, Werner Amort, Rosa Maria Oberhofer, Gerhard Runggatscher, Josef und Maria Hofer, Maria Salcher Jöchler, Edith und Hermann Larcher, Maria Teresa Vikoler, Wendelin Priller, Klaus Cimadom, Walter Kompatscher, Alois Mader, Alexandra Überbacher, Arthur Scherer, Otto Schenk, Maria Anna Deltedesco, Raimund Seebacher, Claudio Agostinis, Alfred Lindlbauer, Norbert Pichler, Radlhof KG, Ida Huber Gasteiger, Johann Auer

Diese Liste enthält alle Freunde und Gönner des „Brixner“, die ihren Beitrag bis 15. März 2015 überwiesen haben bzw. deren PostErlagscheinsquittung uns bis zu diesem Tag erreicht hat.

Sie wollen „Freund“ oder „Gönner“ unserer Zeitschrift werden? Südtiroler Volksbank:

IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004

Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452

Südtiroler Sparkasse:

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BancoPosta:

Acquarena: Freibad ab 4. Mai offen! Neuer Kinderspielbereich ab Mitte Mai – Hallenbad im Mai und Juni geschlossen Die Acquarena ist die Sport- und Freizeitanlage für Groß und Klein mitten in Brixen. Damit dies so bleibt, investieren wir laufend in Qualität und Angebote. In diesem Frühjahr erneuern wir den Kinderspielbereich und den Boden im Hallenbad: In Zusammenarbeit mit dem Verein für Kinderspielplätze und Erholung VKE entsteht anstelle des bisherigen Kinderspielplatzes ein Spieleparcours ganz nach dem Geschmack der jungen Gäste. 2016 gestalten wir das Kinderbecken neu. Beste Unterhaltung für Kinder bis zu 10 Jahren! Nach über zwölf erfolgreichen Betriebsjahren und rund fünf Millionen Besuchern ist der Austausch des Bodens im Hallenbad notwendig und unaufschiebbar. Da die Arbeiten bei laufendem Betrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich sind, bleibt das Hallenbad in seiner besucherschwächsten Zeit, also ab Mai 2015, für ca. zwei Monate geschlossen.

IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405

Die Acquarena heißt die Gäste trotz Umbaus willkommen – und wie! Schon ab 4. Mai eröffnet die Acquarena die Freibadsaison! Die beliebte Summercard ist ab Mitte April erhältlich.

Seien auch Sie unser Gast!

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Menschen & Meinungen

Gastkommentar: Ludger Pesch

Sechs Monate an der Uni in Brixen V on August 2014 bis März 2015 habe ich ein gutes halbes Jahr in Südtirol und Norditalien verbracht. Ich bin als Professor für Kindheits­ pädagogik und Erziehungswis­ senschaft an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen

hend in Italien und schwerpunkt­ mäßig in Südtirol verbracht, weil es in Italien im Unterschied zu Deutschland einerseits seit mehr als 15 Jahren eine akademische Erzieherinnenausbildung gibt und andererseits viele konzep­ tionelle Verbindungen zwischen

ganz Italien; in Südtirol kommt hinzu, dass die Absolventinnen dort mehrsprachig unterrichtet werden. Ich habe meine Aufmerksam­ keit im Forschungsfreisemester deshalb vor allem auf fünf Aspekte des italienischen und insbesonde­

„Wenn die Universität gut auf die kommunikative Praxis in den Bildungs­ einrichtungen vorbereiten möchte, braucht sie selbst eine entwickelte und entwickelnde Kommunikationskultur“ Berlin tätig und hatte für das Wintersemester 2014/2015 ein Forschungsfreisemester beantragt. Ich habe das For­ schungsfreisemester weitge­

Italien und Deutschland beste­ hen, zum Beispiel in Bezug auf die Reggio-Pädagogik. Die mich interessierende akademische Er­ zieherinnenausbildung gibt es in

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re Südtiroler Ausbildungssystems gerichtet: 1. das kindheitspädagogische Studium an der Universität: Italien verlangt für die Berufstätigkeit als Kindergärtnerin und Grundschul­ lehrerin einen für Europa hohen Ausbildungsgrad. Ein fünfjähriges Masterstudium ist Voraussetzung für eine entsprechende Stelle. Mich interessiert, was diese Aus­ bildung zu leisten imstande ist. 2. die Praktikumsbegleitung im engen Verbund von Universität und Praxis: Die Freie Universi­ tät Bozen hat ein mehrphasiges Praktikumsmodell entwickelt und erhebt den Anspruch, den Praxis­ anteil mit der universitären Lehre gut abzustimmen. Wie gelingt das? 3. die Fort- und Weiterbildung durch die zuständigen Institutio­ nen: Mich interessiert in diesem Zusammenhang, ob und wie die Fortbildung und die Ausbildung sich aufeinander beziehen. 4. die Zusammenarbeit unter­ schiedlich ausgebildeter Fachkräf­ te: Inwiefern wird auf diese Praxis in der Ausbildung vorbereitet? 5. die Sprachenpolitik und die Sprachförderung in einer mehrsprachigen Region: Jeder Bürger Südtirols hat das Recht, von öffentlich Bediensteten der Verwaltung in seiner jeweiligen Muttersprache angesprochen zu werden. Ich möchte erfahren, wie das Sprachenmodell in der Ausbildung praktisch funktioniert. Um diesen Fragen nachzuge­ hen, habe ich in den gut sechs Monaten meines Aufenthalts

versucht, mit vielen Beteiligten ins Gespräch zu kommen und unterschiedliche Situationen kennenzulernen. Ich habe zwei Lehraufträge an der Universität übernommen, habe in der Mehr­ heit der Kindergartensprengel Vorträge gehalten, Beratungen und Fortbildungen durchgeführt sowie mich in öffentliche De­ batten eingemischt – immer mit der Absicht, mehr zu erfahren über die Wirklichkeit der frühen Bildung im Lande. In der Kinder­ gartenszene habe ich dabei auf allen Ebenen viele offene Türen gefunden; ich habe exzellente Praxis kennengelernt, die unter oft schwierigen Bedingungen Er­ staunliches leistet auf einem Ni­ veau, das den europäischen Ver­ gleich nicht zu scheuen braucht. Nicht allen der oben genann­ ten Fragen kann ich hier ausführ­ lich nachgehen. Aber was viele meiner Fragen angeht, hätte ich zu keinem besseren Zeitpunkt in Südtirol sein können. Als ich das erste Mal vor etwa zehn Jahren hier im Rahmen einer Studien­ reise war, streikten gerade die erfahrenen Erzieherinnen, weil sie es unangemessen fanden, dass die Absolventen der neuen Uni-Ausbildung besser eingestuft wurden als sie. Heute steht die Universität selbst unter Druck. Im Herbst 2014 wurde eine Studie bekannt, die der Universität rela­ tiv schlechte Noten ausstellte, was die Tauglichkeit des Uni-Studiums für die Kindergartenpraxis an­ geht. Und als diese Studie dann in der Uni vorgestellt und dis­ kutiert werden sollte, wurde die bereits anberaumte Veranstaltung kurzfristig untersagt. Durch ihr Verhalten hat sich die Univer­ sitätsleitung der Verdächtigung ausgesetzt, die Ergebnisse der Studie unterdrücken zu wollen. Im Herbst brachten die „Dolo­ miten“ daraufhin eine ganzseitige Berichterstattung zu diesem Fall, und es gab danach wochenlang weitere Beiträge und Leserbriefe. Die Wogen gingen hoch. Ich wünsche der Universität und hoffe für die Studierenden und die Praxis, dass die in der Studie angesprochenen Probleme gelöst werden. Vielleicht gibt es sie – aber ich habe leider an der Universität nur wenige Menschen


finden können, die sich mit dem Problem auseinandersetzen und mit mir darüber sprechen wollten. Dabei stieß ich in meinen Semi­ naren auf die Klagen von Stu­ dierenden, dass es für die Praxis in den Kindergärten wenig Hilf­ reiches an der Universität gibt. Es gibt unter dem festangestellten Lehrpersonal kaum ausgewiesene Kindheitspädagogen. Ich kann in meinen Notizen von meiner ersten Südtirol­Studienreise 2005 lesen, dass die Studierenden ge­ nau das schon damals beklagten. Angesichts dieser Situation war ich schon enttäuscht, dass nur wenige wissen wollten, was ein Kindheitspädagoge eventuell ein­ zubringen hätte. Seit zwei Jahren hatte ich meinen Aufenthalt vorbereitet – und bei jedem Besuch andere Personen in der Studiengangslei­ tung gefunden. Es wird schwer sein, unter diesen Umständen die notwendige Studiengangs­ entwicklung leisten zu können. Es ist ohnehin schwer, als junger Mensch unter den Be­ dingungen großer Seminare und Vorlesungen die gefragten Kompetenzen zu entwickeln. Pädagogisches Handeln braucht

10.– 12. April

Wissen, Können und Haltung. Ich erlebte, dass dies in den aufwändigen Prüfungen kaum eine Rolle spielte. Überwiegend wurde nur das Wissen abge­ prüft. Und nach Auswertung eines schwächeren Auftritts eines Prüflings hieß es von­ seiten eines Prüfers: „Ich hoffe, diese Person entscheidet sich für den Kindergarten!“ Meines Erachtens zeigt auch dieser Vorfall symptomatisch, dass der Kindergarten in der Universi­ tät einen geringen Stellenwert hat. Dies bestätigen mir auch Aussagen über die Praktika und deren Begleitung durch die Praktikumsämter: Beide genießen meines Erachtens nicht den Stellenwert, den sie verdienen und brauchen. Pädagogische Ausbildung ist auf die Einheit von Inhalt (was gelehrt wird) und Form (wie gelehrt wird) angewiesen. Wenn die Universität gut auf die kommunikative Praxis in den Bildungseinrichtungen vorbereiten möchte, braucht sie selbst eine entwickelte und entwickelnde Kommunikati­ onskultur.

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Prof. Ludger Pesch, Jahrgang 1958, lebt mit seiner Familie in Berlin. Dipl.Pädagoge und Organisationsberater; Professor für Kindheitspädagogik und Erziehungswissenschaft an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin; Leiter des Arbeitsbereiches für Weiterbildung im Institut für den Situationsansatz in der Internationalen Akademie Berlin. Publikationen zu zahlreichen Themen der Kindheitspädagogik, der Organisations- und Qualitätsentwicklung im sozialen Bereich.

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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Einen freien Wunsch ... Fotos: Oskar Zingerle

Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie auf dem Bürgermeistersessel in Brixen Platz nehmen dürften, und was wäre das erste, das die neue Gemeindeverwaltung umsetzen sollte? Wir haben uns bei den Brixnern umgehört, welche politische Entscheidung ihnen am Herzen liegt.

„Die Politiker sind alles ‚Ploderer’, sagt Franz Runggaldier. „Ich wür­ de mir wünschen, dass endlich angepackt und nicht nur immer geredet wird. Ich bin im Gastge­ werbe tätig und höre tagtäglich, wie in Brixen vieles zerredet wird. Das bin ich langsam leid. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wür­ de ich die Plose­Seilbahn nicht bauen. Ich finde, es wäre besser, wenn sich die Stadt und der Berg anders organisieren würden – mit mehr Bussen beispielsweise.“

„Dass nur ein Kinderwagen im Citybus Platz hat, stört mich wahn­ sinnig. Dann steht man da, wartet auf den Bus und darf nicht ein­ steigen, weil schon jemand mit Kinderwagen drinnen ist. Wenn man das ändern könnte, wäre ich sehr froh. Mit dem Rest bin ich generell recht zufrieden“, sagt Waltraud Mur. 26

„Familienfreundlichkeit würde ich groß schreiben“, sagt Francesca Zanichelli. „Bei den Veranstaltun­ gen, die in der Stadt stattfinden, müssten die Möglichkeiten für Kinder unbedingt ausgebaut wer­ den. Diese fallen nämlich leider immer etwas spärlich aus – das wäre mein Wunsch, den ich an die künftige Gemeindeverwaltung hätte.“

„Die Südspange, die Musikschule, der Hofburggarten – das sind nur einige von den Projekten, die endlich anzugehen wären. Wir müssen endlich fertig machen, was wir angefangen haben – dann wäre ich glücklich“, sagt Rudolf Kiebacher.

Ingo Fink würde die Stadt aufwer­ ten: „Es wäre wichtig, die Altstadt noch attraktiver zu gestalten, nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische. Wir müssen wieder mehr Leute ins Zentrum locken, damit der Handel wei­ terkommt. Außerdem wäre es höchste Zeit, die Südspange zu realisieren und die Bibliothek zu bauen, von der wir seit Jahren reden.“

Reinhold Salcher würde sich für die Umsetzung der Bibliothek ein­ setzen: „Nicht immer nur reden, sondern endlich auch tun. Auch die Seilbahn wäre auf alle Fälle zu bauen, ansonsten stirbt der Berg. Natürlich wären dann auch Sommerattraktionen auf der Plose anzudenken, damit aus der Plose wieder etwas gemacht wird.“

„Das Projekt Bibliothek muss end­ lich in Angriff genommen werden. Zudem würde ich mir wünschen, dass die Kindergärten noch fami­ lienfreundlichere Öffnungszeiten hätten. Auch die Entscheidun­ gen müssten in Brixen einfach schneller und unkomplizierter getroffen werden – ohne lang Studien einzuholen – man sollte Entscheidungen treffen“, ist Mirko Cappelletti der Meinung.

„Mehrmals täglich werde ich von Bettlern in der Stadt angespro­ chen. Das stört mich, und dieses Problem müsste man in den Griff bekommen. Was das Zusammen­ leben in Brixen betrifft, darf ich mich nicht beklagen, das funktio­ niert gut – allerdings müssten die Mitbürger im Stadtverkehr etwas mehr Respekt entgegenbringen und die Verkehrsregeln beachten“, sagt Franco Braito.


DAILY


Kunst & Kultur

NATURFOTOGRAF HUGO WASSERMANN IM GESPRÄCH

„Ein Loblied auf die Natur“ Seggen mit Heidelibelle, Schneesturm oder Zartschrecke: Einen etwas anderen Blick auf die Natur gewährt HUGO WASSERMANN mit seinen Bildern. Der Brixner Naturfotograf und Autodidakt benötigt dafür ein gutes Auge, eine Kamera und viel Geduld. Mehr nicht? 28


Ich beschäftige mich intensiv mit der Makrofotografie, und da fal­ len Pflanzen hinein. Es werden aber auch Naturbilder zu sehen sein. Ich fotografiere ja eigentlich alles, was mit Natur zu tun hat: Pflanzen, Tiere und manchmal auch Landschaften. Dicke, leicht gekrümmte Linien, die hinter einem halbdurchsichtigen Vorhang hervorschimmern. Was zeigt das Foto für das Ausstellungsplakat? Das sind Lärchen im Herbst mit Schneefall. Mich hat auch schon jemand gefragt, ob ich für das Bild einen Vorhang vor die Lärchen gehängt habe; das habe ich aber natürlich nicht. Ich habe versucht, die Kamera mit der Geschwindig­ keit der fallenden Schneeflocken zu bewegen. Eigentlich wollte ich, dass die Flocken scharf und die Stämme im Hintergrund un­ scharf sind. Auf diesem Bild hat der Wind aber die Schneeflocken durcheinandergewirbelt, was auch schön ist. War der Windstoß ein glücklicher Zufall?

Foto: Hugo Wassermann

Herr Wassermann, vom 4. bis zum 24. April stellen Sie einige Ihrer Fotografien in der StadtGalerie Brixen aus. Was für ein Gefühl ist das, seine Bilder in der Heimatstadt zeigen zu können? HUGO WASSERMANN: Die Ausstel­ lung in Brixen ist für mich schon ein besonderes Ereignis. Es ist einfach interessant, direkt ins Ge­ spräch zu kommen mit Menschen, die man persönlich kennt. Die Ausstellung läuft unter dem Titel „In Praise of Plants“ – ins Deutsche übersetzt etwa „Ein Lob der Natur“. Was hat es mit dem englischen Titel auf sich? Ich muss zugeben, Englisch ist nicht gerade das Meine. Für

diesen Zwischenweg habe ich mich entschieden, um nicht ei­ nen deutschen und einen italie­

Wenn man so will, ja. Das sind Bilder, die man sich nicht von Vorherein erhoffen kann. Ich hab natürlich auch Bilder, die so sind wie ich wollte – mit den Schnee­ flocken als scharfe Linien. Man muss aber bestimmt zwei- oder dreihundert Aufnahmen machen, damit fünf dabei sind, die passen. Hilfsmittel wie Lampen nehme ich nie mit zum Fotografieren. Digitale Bearbeitung brauche ich höchstens für Hell-DunkelSchattierungen. Sehen Sie die fertigen Bilder schon vor Ihrem inneren Auge, wenn Sie hinaus in die Natur gehen?

den habe. Das passiert vor allem bei Bildern im Makrobereich: Ich brauche ja nur meine Kamera und ein Makroobjektiv. Wenn ich einen Quadratmeter Waldboden habe, kann ich eine Woche lang fotografieren. Was fesselt Sie dermaßen an der Makrofotografie? Für mich ist es die Herausfor­ derung, aus ganz wenig Natur ein außergewöhnliches Bild zu machen – auch wenn es nur zwei Gräser sind! Ich muss im Stande sein, mich auf die Natur einzulas­ sen, alles andere ausschalten. Und ich muss viel Geduld aufbringen. Und wenn einmal kein schönes Bild entsteht, ist nur der Fotograf schuld, finde ich. Im Nahbereich muss man sich eben auf die Um­ gebung einstellen. Das Besondere an der Makrofotografie ist für mich auch, dass ich das Weiche herausheben kann. Für mich ist der Hintergrund eigentlich immer wichtiger als das Motiv selbst: Der Hintergrund macht in meinen Augen erst ein schönes Bild aus. Mich fasziniert das Zusammen­ spiel von Unschärfe, Bildkom­ position und weichen Bereichen. Wie erzielen Sie diese Weichheit in den Bildern? Mit einer offenen Blende. Damit habe ich automatisch wenig Tie­ fenschärfe. Fotografieren Sie heute noch analog? Über 30 Jahre lang habe ich ana­ log fotografiert. Seit 2008 foto­ grafiere ich digital. Ich hab mich eine Weile lang dagegen gewehrt – wenn man 30 Jahre lang Di­ as macht, kann man nicht von heute auf morgen umsteigen. Im Nachhinein war der Umstieg aber

„Wenn ich einen Quadratmeter Waldboden habe, kann ich eine Woche lang fotografieren“_ Naturfotograf Hugo Wassermann nischen Titel wählen zu müssen. Bei den größeren Wettbewerben läuft die den Pflanzen gewidmete Kategorie ebenfalls unter diesem Namen. Der Titel passt also ganz gut, finde ich. Es werden in der StadtGalerie also nur Pflanzenbilder zu sehen sein?

Bei Vielen ist das vielleicht so, bei mir aber überhaupt nicht. Ich lasse mich von der Natur selbst inspi­ rieren. Ich gehe auch oft bei der Haustüre hinaus und weiß nicht, wohin ich fotografieren gehe. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich nach zwei Stunden noch im Garten bin, weil ich hier ein interessantes Fotomotiv gefun­

nicht schlecht. Mit der Zeit habe ich verstanden, dass Nachweinen keinen Sinn macht. Man muss also auch als Naturfotograf mit der Zeit gehen? Ja, sonst hat man keine Chance. Es gibt auch viele gute Gründe für die Digitalfotografie! Was mich am 29


Foto: Hugo Wassermann

Kunst & Kultur

Durch die Doppelbelichtung kitzelt Hugo Wassermann sogar aus Pflanzenteilen im Schnee ein ansprechendes Bild

–

meisten begeistert, sind die ver­ schiedenen möglichen Formate. Für Ihre Bilder brauchen Sie ein gewisses technisches Knowhow? Die Technik interessiert mich nur wenig. Ich weiß nur das, was ich unbedingt brauche. Sagen wir so: Ich müsste eigentlich mehr wissen, aber es interessiert mich einfach nicht. Das ist vielleicht ein Fehler, aber damit kann ich leben. Mich kannst du über die Natur fragen, aber nicht über die Technik, die ich verwende! Ist für Sie als Naturfotograf die Technik also irrelevant, das Wissen über die Natur aber umso wichtiger? Ja! Je besser du dich auskennst in der Natur, desto leichter tust du dich beim Fotografieren. Das

Hintergrundwissen ist gerade für die Vorbereitung wichtig. Man muss erst wissen, wo sich das Tier überhaupt aufhält, wo es frisst. Du musst dich intensiv mit der Natur auseinandersetzen, und du bekommst einen Einblick, den ein, sagen wir, normaler Mensch nicht hat. Die Bilder entstehen nämlich nicht in einer Viertel­ stunde. Ich liege auch oft zwei Stunden unter einer Pflanze, oder ich halte mich vier Stunden lang direkt neben einem Schneehuhn auf. Du beschäftigst dich einfach intensiv mit dem Motiv und sei­ nem Umfeld. So lernst du auch viel dazu, was eine Bereicherung ist. Wenn ich beispielsweise in meiner Werkstatt arbeite, höre ich genau, wenn eine Gruppe Schwanzmeisen vorbeifliegt. Ich muss also nicht einmal mehr hin­ sehen, um zu wissen, welches Tier gerade meinen Garten be­ sucht.

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Sehen Sie Ihre Fotografien als Anstoß, die Natur mit anderen Augen zu sehen?

Was ist, wenn einmal nicht das passende Motiv vor die Linse will?

Ein gutes Naturbild hat fast schon die Aufgabe, gerade das zu bewirken! Es muss dem Be­ trachter die Schönheit der Natur, das Großartige vermitteln. Das, was mir die Natur gibt, versuche ich durch schöne Bilder an die Leute weiterzugeben. Damit sie die Natur auch wieder schätzen und schützen lernen. Ich kann der Natur mit meinen Bildern vielleicht einen kleinen Teil zu­ rückgeben.

Das macht mir nichts aus, dann beobachte ich einfach nur. Für mich ist das Beobachten gleich wichtig wie das Fotografieren.

Durch die Makroaufnahmen eröffnen Sie dem Betrachter einen ungewohnt künstlerischen Blick auf die Natur. Ich achte schon sehr auf die künst­ lerische Auseinandersetzung mit meinen Motiven. Und vor allem im Nahbereich habe ich die Mög­ lichkeit, gestalterisch viel mehr auf ein Bild Einfluss zu nehmen als bei einer Landschaft. Im Detail kann ich durch die Veränderung des Blickwinkels selber schon extrem viel bewirken! Gerade die Tierbilder sind klitzekleine Momentaufnahmen, die in extrem kurzer Zeit entstehen. Beschleicht Sie nicht oft das Gefühl, gerade eine solche Momentaufnahme zu verpassen? Das ist schon so – vor allem am Anfang. Aber mit den Jahren wird man ruhiger.

Man braucht viel Geduld und Durchhaltevermögen für solche Bilder? Sicherlich! An dem Bild „Seggen mit Heidelibelle“ habe ich einen ganzen Tag gearbeitet, bis alles gepasst hat. Entstanden ist es in Schweden. Ich habe das Motiv gesehen, aber in der Früh war es windig, und das Wasser war unru­ hig. Dann war das Problem, dass untertags zu viel Sonne war. Damit der Hintergrund und das Wasser aber verschwimmen, musste der Himmel bewölkt sein. Und am Abend haben Wasserläufer die Oberfläche unruhig gemacht. Bevor ich fotografieren konnte, musste ich erst nahe an den See gehen, um diese zu verscheuchen. Wenn die Entscheidung für ein Motiv gefallen ist, lassen Sie sich nicht mehr ablenken? Naja, gerade im Makrobereich habe ich mir angewöhnt, mich nur ein oder zwei Stunden mit einem Motiv zu beschäftigen. Fotografie­ ren im Nahbereich ist eine sehr intensive Zeit und anstrengend für die Augen. Die Makroaufnahmen entstehen nicht nur nebenbei, da ist man wirklich gefordert! Ich su­ che mir für Nahaufnahmen meis­


Foto: Hugo Wassermann

Nochmal zurück zum Reisen: Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...

Der Blick fürs Detail lässt aus einem Agavenblatt ein Kunstwerk entstehen

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tens eine kleine Böschung, damit ich vom Boden aus in Richtung Himmel fotografieren kann. Nach ein oder zwei Stunden verrenktem Liegen tut mir zwar alles weh, aber das ist es wert. Ein Stativ als Hilfsmittel kommt nicht in Frage? Im Pflanzenbereich arbeite ich nur wenig mit Stativ. Wenn sich zum Beispiel eine Schlange durch die Vegetation bewegt, kann ich mit einem Stativ nicht viel anfangen. Ich liege meist selber am Boden und hab einen mit Reis oder Boh­ nen gefüllten Ledersack, auf dem die Kamera liegt. Ich bewege mich dann einfach, bis der Blickwinkel für mich passt. Ein Stativ wäre mir dabei nur im Weg, und im Bodenbereich kann ich sowieso nicht viel damit anfangen. Viele Ihrer Bilder zeigen die heimische Fauna und Flora. Sie sind aber auch viel mit der Kamera unterwegs. Ihre letzte Reise hat Sie nach Island geführt? Auf Island war ich jetzt schon öfter. Das erste Mal war ich mit einer Gruppe unterwegs, das war eher eine Notlösung. Weil keine Fotografen dabei waren, habe ich schon vorher gewusst, dass es für mich stressig wird. Ich hab mich anpassen müssen und deshalb nicht die Zeit gehabt, die ich als Naturfotograf brauche. Das nächs­ te Mal bin ich dann mit einer Grup­ pe von Strix­Fotografen in Island gewesen. Das war ganz schön, aber noch nicht ganz perfekt. Zu meinem 50. Geburtstag hab ich mir dann sechs Wochen Island spendiert! Ich bin mit meiner Frau Verena gefahren und konnte end­ lich mein Programm durchziehen.

Also ist wieder die Zeit ein wichtiger Faktor? Die Zeit hat für mich auf dieser Reise keine Rolle gespielt, denn die Natur hat meinen Tagesab­ lauf bestimmt. Ich hab meine Uhr einfach weggelegt. Auch das Essen ist zur Nebensache geworden. Meistens nehme ich auf meinen Foto­Reisen auch ein paar Kilo ab. Man isst nur, weil es sein muss. Was ist das Faszinierende an Island? Die Geysire? Es gibt die typischen Anziehungs­ punkte für Touristen. Diese ver­ suche ich zu umgehen, indem ich sie erst in der Nacht besuche. Ich mach dann meine Bilder, und um 8 Uhr früh, wenn die Leute wie­ der kommen, gehe ich schlafen. Das Schöne an Island ist, dass 99 Prozent der Insel Natur sind – das sagt schon alles. Die Natur und die Landschaft sind einfach faszinierend. Ich versuche, nicht möglichst viel zu sehen, sondern möglichst intensiv zu erleben. Perfekt wäre natürlich, wenn ich ein paar Monate wegfahren könn­ te, um zu fotografieren, aber das geht leider nicht. Schließlich sind da ja noch die Restaurierungsarbeiten nebenher zu erledigen ... Eben nicht nebenher. Das ist schon mein Hauptberuf ... Passen das Fotografieren und das Restaurieren gut zusammen? Ja, bei beidem braucht man Ge­ duld, Feingefühl und ein Gespür. Gut beobachten muss man auch können.

Eigentlich nichts Besonderes. Ich fotografiere ja grundsätzlich mit minimalem Aufwand. Mit Natur­ licht und einem Stativ für gewisse Aufnahmen bin ich gut ausgerüs­ tet. Ein paar Objektive noch, und sonst eigentlich nichts. Ich nehme aber immer zwei Gehäuse mit, es könnte ja fuchsen. Das ist mir schon in Schottland passiert: Es war zu kalt, und die Kamera hat plötzlich gestreikt. Aber das macht auch nichts aus, dann beobachte ich halt. 1996 haben Sie sich zusammen mit ein paar anderen Naturfotografen zu „Strix – Vereinigung der Südtiroler Naturfotografen“ zusammengeschlossen. War das Ihre Idee? Ich bin Gründungsmitglied von Strix. Wir waren damals so fünf, sechs Fotografen, die sich regel­ mäßig getroffen haben. Dann ha­ ben wir beschlossen, einen Schritt weiter zu gehen, und wir haben den Verein gegründet. Ist es einfacher, in der Gemeinschaft an Wettbewerben teilzunehmen und Ausstellungen zu organisieren? Die Gemeinschaft ist eine große Motivation und ein Ansporn. Im Verein tauscht man auch unterei­ nander Erfahrungen und Wissen aus. Das macht es schon einfacher! Inzwischen hat Sie Ihr Sohn Johannes im Vorstand ersetzt, und er gewinnt ebenfalls schon Preise … Johannes hat es beim Fotogra­ fieren in kurzer Zeit zum Profi gebracht. Seine Leidenschaft gilt den Vogelfedern, er ist Experte auf dem Gebiet. Auf der Strix-Homepage ist schon das Jahresprogramm 2015 zu finden … Zu Jahresende stellen wir unser Jahresprogramm vor. Einmal im Monat treffen wir uns, und es werden Vorträge von den Strix­ Mitgliedern gehalten. Ein­ bis zweimal im Jahr holen wir uns auch einen namhaften, europa­ weit bekannten Fotografen. Inzwi­ schen bieten sich auch bekannte Fotografen an, die bei uns einmal einen Abend gestalten wollen. Das ist schon eine tolle Befriedigung!

Steckbrief

Hugo Wassermann, geboren 1959, lebt in Brixen und ist dort als Möbelrestaurator tätig. Seit seinem 14. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit der Naturfotografie. 2002, 2003 und 2004 wurde Wassermann zum „Naturfotografen des Jahres“ gekürt. Dieser Wettbewerb wird von den rund 80 Mitgliedern von Strix ausgetragen. „Naturfotograf des Jahres“ wird, wer die höchste Punktezahl in allen sieben Kategorien auf sich vereinen kann. 2004 wurde Wassermann lobend erwähnt beim internationalen Fotowettbewerb „BBC Wildlife Photographer of the Year“ in London. Im selben Jahr war Wassermann Gesamtsieger beim Internationalen Naturfotowettbewerb der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) zum Europäischen Naturfotografen des Jahres. 2014 kürte Strix Hugos Sohn Johannes zum „Naturfotografen des Jahres“, Hugo Wassermann selbst ist auf dem dritten Platz vertreten. Neben mehreren Ausstellungen wurden die Fotografien von Hugo Wassermann in zahlreichen Zeitschriften, Büchern und Kalendern veröffentlicht. Im April werden seine Werke in der StadtGalerie Brixen ausgestellt.

Unter den rund 80 Strix-Mitgliedern sind verhältnismäßig wenige Frauen. Was bedeutet das? Haben Frauen weniger Geduld, oder was könnte der Grund sein? Das ist schwer zu sagen. Viele haben schlichtweg keine Zeit, denke ich. Solange sie kleine Kinder haben, können sie nicht einfach zwei oder drei Stunden losgehen, um zu fotografieren.

irene.dejaco@brixner.info veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 31


H O W S E H C I L G BEHA

Die neue Wohnsiedlung „Dorfwiesen“ in Vahrn

Ob Wohnung oder Einfamilienhaus, die neue Wohnsiedlung „Dorfwiesen“ in Vahrn bietet Wohn- und Lebensqualität zu leistbaren Preisen. Im Zentrum von Vahrn entsteht derzeit eine neue Wohnsiedlung, bestehend aus mehreren Einfamilienhäusern und Wohnanlagen in KlimaHaus-„A“-Ausführung. Die Wohnzone befindet sich nur wenige Gehminuten von den Geschäften und der Citybus-Haltestelle in der Voitsbergstraße entfernt und bietet alle Annehmlichkeiten des täglichen Lebens in komfortabler Nähe. Die neue Wohnsiedlung „Dorfwiesen“

umfasst sieben Einfamilienhäuser bzw. Baugründe für individuelle Eigenheime sowie vier Wohnanlagen mit Terrassenund Gartenwohnungen in verschiedenen Größen. Für die hohe Bauqualität bürgt die traditionsreiche Bauträgerfirma Oberegger Immobilien, dies zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis. Der Verkauf erfolgt durch den Bauträger selbst als auch durch Ruth Immobilien.

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INTERVIEW

Kunst & Kultur

„Heimspiel in Bozen“ PHILIPP BURGER, Leadsänger von Frei.Wild, über das anstehende Hallenkonzert in der Bozner Stadthalle am 18. April, über die neue CD „Opposition“ – und über die Zukunft der Band. Herr Burger, mit Frei.Wild füllen Sie in Deutschland regelmäßig große Hallen. Am 18. April gibt Ihre Band aber erstmals ein „Heimspiel“ in Südtirol als eigenes großes Hallenkonzert. Gibt es einen konkreten Anlass? PHILIPP BURGER: Ja, den gibt es in der Tat. Die Live­Auszeit ist vor­ bei, und wir sind wieder zurück auf der Bühne. Im Zuge der letzt­ jährigen Tourneeplanung wuchs in uns der Wunsch, mal wieder in Bozen zu spielen. Die letzten Auftritte in der Landeshauptstadt liegen Jahre zurück – gemeint sind das School’s­Out­Festival und eine Party im Kubo, das inzwischen nicht mehr existiert. Die Wahl fiel prompt auf die Stadthalle: Sie ist überschaubar groß, akus­ tisch um Klassen besser als die Eiswelle, und zudem verbinden wir damit viele tolle Livekonzerte von großen Bands, die wir einst selbst darin bestaunen konnten. Die Halle jetzt selbst zu füllen ist ein tolles Gefühl. In die Stadthalle passen 3.000 Menschen. Das ist für Frei.WildMaßstäbe ja schon fast ein intimes Konzert, oder? (lacht) Nein, 3.000 Leute ist für Südtirol schon eine Hausnummer. Das ist, als würden wir in Ham­ burg vor 20.000 spielen. Zu Hau­ se aufzutreten ist zudem immer etwas ganz Besonderes für uns. Im Unterschied zum AlpenFlairFestival ist das Konzert in Bozen ein Hallen- und kein Open-Air-Konzert. Was erwartet die Zuschauer? Es wird ein Abend von Frei.Wild explizit für Frei.Wild­Fans – und natürlich für die Fans der Vorband „Bad Jokers“. Für uns bedeutet ein Hallenkonzert schon mal, dass wir viel mehr Platz auf der Bühne zur Verfügung haben. Dazu kommt ei­ ne viel längere Spielzeit; in Bozen werden wir etwa zweieinhalb bis drei Stunden Vollgas geben. Somit ist alles etwas konzentrierter und intensiver als beim klassischen Open Air. Die Zuhörer in Bozen werden also eine geballte Frei. 34

Philipp Burger: „Das Publikum in der Stadthalle Bozen wird eine große und konzentrierte Frei.Wild-Dosis verabreicht bekommen“

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Wild­Dosis verabreicht bekom­ men, während die Musik zum Beispiel beim AlpenFlair­Festival genreübergreifender ist. Was können Sie zum Programm verraten? Voraussichtlich wird ein DJ das Publikum vorab in Stimmung brin­ gen, bevor die Vorband „Bad Jo­ kers“ mit ihrer Show beginnt. Von uns selbst bekommen die Fans – wie immer – die Klassiker aus dem Repertoire zu hören, zum Teil auch in ganz neuen Arrangements, beispielsweise reduziert auf zwei Akustikgitarren und Klavier. Wir werden aber auch einige neue Songs zum Besten geben. ... von der neuen CD „Opposition“ vermutlich. Was hat es mit dem Albumtitel auf sich? Das ganze Leben ist aufgebaut auf Position und Opposition. Das ist das Rad der Natur, das Gesetz schelchthin. Es ist natürlich ein politisch angehauchtes Wort, aber wenn man es mal nicht politisch betrachtet, ist es ein großes, kraft­ volles und spannungsgeladenes Wort, mit dem wir Kritiker und Fans gleichermaßen dazu bringen wollen, sich mit der Band ausei­ nanderzusetzen. Das Album ist nicht explizit politisch, aber es ist geradlinig und voll von klaren Aussagen, musikalisch sehr me­ lodiös und druckvoll produziert.

Opposition wird man diskutieren, aber im Positiven. Gibt es einen Titel oder eine Textstelle, die exemplarisch für den Oppositionsgedanken steht, wie Frei.Wild ihn verstanden wissen will? Beispielsweise der Titel „Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein“. Im letzten Jahr, in dem wir die Band­Aktivitäten herun­ tergefahren haben, waren wir als Band unheimlich viel und vor allem gemeinsam unterwegs, zum Wandern, Skifahren, Reisen. Dabei sprachen wir über viele Dinge, die uns und die ganze Welt beschäfti­ gen. In einem Gespräch ist es um unsere Heimatstadt Brixen gegan­ gen, und hier waren sich wirklich alle einig: Obwohl man es in den letzten Monaten vielleicht anders wahrgenommen hat, ist Brixen eine wirklich wunderbare Stadt und Gemeinde. Die Leute sind sich dessen oft nicht bewusst, haben oft zu allem eine negative Einstellung. Eine Anti-Ode an alle ewig Unzufriedenen und Nörgler...? Jein, es bezieht sich auf unsere Ansichten und ist nicht nur auf unsere Heimatstadt bezogen, son­ dern zeigt die Tatsachen weit globaler. Viele Menschen sind – ihrer eigenen Unzufriedenheit geschuldet – ständig und krampf­

haft auf der Suche nach Themen, in die sie sich einmischen und die sie negativ verzerren – es scheint quasi ihre Daseinsberechtigung geworden zu sein, anderen das Leben schwer zu machen. Das sind ja unerwartet sanfte Worte von Frei.Wild. Schon altersmilde? Nein, der Eindruck rührt vielleicht daher, dass man uns bisher gerne auf einige Textpassagen reduziert hat – vielleicht aus fünf von ins­ gesamt 350 wirklich breit gefä­ cherten Liedern und Inhalten, die mehr als nur Tiefgang haben, aber auch als Mutmacher für tausende Menschen gesehen werden kann. Natürlich verzichten wir auf dem neuen Album auch weiterhin nicht auf sehr direkte und provokante Worte. Es ist nach wie vor Auf­ gabe der Rockmusik, zu provo­ zieren, anzuecken und Diskussi­ onen zu entfachen ... beispiels­ weise im Lied „Ich bin neu, ich fang an“, wo wir uns in die Rol­ le eines Migranten begeben und uns vorstellen, wie es wäre, wenn wir unsere Heimat verlassen müss­ ten. Ich kenne keine andere Band, die das Thema bisher aus diesem Blickwinkel beleuchtet hat. Aber auch keine andere, die so plau­ sibel erklären kann, warum Hei­ matliebe so wichtig und in uns Menschen so tief verankert ist. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


PODIUMSDISKUSSION

zwischen und mit allen BÜRGERMEISTERKANDIDATEN für die Gemeinderatswahlen 2015

Donnerstag, 9. April 2015, 20 Uhr Forum Brixen, Saal Regensburg Eintritt frei

BRIXEN

2015-2020 Die Gemeinderatswahlen am 10. Mai versprechen wieder viel Spannung: Sieben Kandidaten stellen sich für das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung. Welche Ziele und Visionen aber verfolgen sie? Welche Impulse wollen sie der Stadt in den nächsten fünf Jahren geben?

GESPRÄCHE Peter Brunner SVP

Mario Cappelletti PD

Roberto Spazzini

INSIEME PER BRESSANONE

Walter Blaas

DIE FREIHEITLICHEN

Antonio Bova

UNICA BRESSANONE

Elda Letrari Cimadom GRÜNE BÜRGERLISTE

Barbara Mair

DEMOS BRIXEN BRESSANONE


Kunst & Kultur

MUSIK

Musikabend der Superlative z Zur zehnten Ausgabe der Brix­ town Music Night versammelte Klaus Ramoser wiederum eine Vielzahl an Sängern und Musikern im Millander Jugendheim und bereitete dem Publikum mit sei­ ner fantastischen Brixtown Band zwei unvergessliche Abende. Wie es treue Fans der Veranstaltung gewohnt sind, zünden Klaus und Konsorten jedes Jahr ein musika­ lisches Feuerwerk ab: beispiels­

weise die gigantischen Stimmen der Schwestern Romina und Laura Moser, nicht minder beeindru­ ckend die Singstimme von Laura Zöschg (fantastisch im Duett mit Vater Luis), oder die Gänsehaut­ Performance von Tanja Wachtler ... im Grunde müsste man sie jetzt alle aufzählen. Da dafür der Platz nicht reicht, sei nur noch die bravouröse „Über­den­Wolken“­ Interpretation der 8­jährigen Celi­

na Lanz erwähnt, die – wer weiß – in ein paar Jahren als junge Frau mit großer Stimme wieder auf der Brixtown­Bühne stehen wird. oz

K&K Kunst & Kultur

THEATER

„Und wås tua i?“ z Ganz ehrlich: Würden Sie ein­ greifen, wenn Mitbürger vor Ihren Augen handgreiflich gegenüber Passanten werden oder Jugend­ liche eindeutiges Mobbing betrei­ ben? Mit dem Thema Zivilcourage hat sich die Südtiroler Katholische Jugend (SKJ) in Zusammenarbeit mit dem „Krah­forumtheater süd­ tirol“ auseinandergesetzt und die Verhaltensmöglichkeiten in einem interaktiven Theater, das unter an­ derem in Vahrn aufgeführt wurde, dargestellt. Mit der Frage „Und wås tua i?“ im Hinterkopf konnten sich die hauptsächlich jugendli­ chen Teilnehmer ins Geschehen

kurz

notiert

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einbringen und die vorgespielte Theaterszene durch ihr Klatschen einfrieren, um die weitere Hand­ lung zum Positiven zu verändern. So galt es beispielsweise einzu­ greifen, als einem Schüler das Fahrrad umgeworfen wurde oder einem Mädchen zu helfen, das im Bus belästigt wird. „Mir wurde durch diese Szenen erst bewusst, wie passiv man sich eigentlich im Leben verhält. Immerhin hat fast jeder schon einmal eine solche oder ähnliche Situation im Alltag beobachtet“, sagt Barbara, eine der Teilnehmerinnen. Das Ziel des interaktiven Theaters namens „zu­

MUTbar“ war es – wie der Name schon sagt – mutig zu sein und sich ins Geschehen einzubringen oder einfach nur Hilfe zu holen, um Schlimmeres zu vermeiden. Das Thema Zivilcourage betrifft jeden Einzelnen und ist aktueller denn je: Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, erhöhte Ge­

waltbereitschaft von Jugendlichen und Mobbing führen dazu, dass die Zivilcourage an Wichtigkeit zunimmt. Ganz unter dem Mot­ to „Hingehen, hinsehen, aktiv werden“ will der SKJ mit dieser Kampagne vor allem Jugendliche sensibilisieren – was mit diesem Theater definitiv gelungen ist. eh

Die Hofburg Brixen ist im März mit einer Ausstellung über den hl. Josef in die neue Museumssaison gestartet. Im April werden anlässlich der Ereignisse der Karwoche oder im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunstwerk des Monats“ Werke aus den Depots der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die normalerweise nicht zu sehen sind.

Die Schalen, die der Brixner Schmied und Kunsthandwerker Laurenz Stockner aus Prettauer Kupfer fertigt, haben über Südtirol hinaus Bewunderung gefunden. Anlässlich der Sonderschau „Exempla 2015“ zeigt der Künstler in einem Katalog den Entstehungsprozess der Kupferschalen von 2004 bis 2015.

Die Sozialgenossenschaft „Curatel Headquarters für Art & Culture“ übernimmt die Schirmherrschaft für die Kulturveranstaltung „Jugend baut Zukunft“, die vom 13. bis 29. April im Ex-Astra Kino stattfindet. Der Stadtrat stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung.


NACHGEFRAGT

„Die Liebe, aus Angst unterzugehen“ JULIAN ANGERER, Sänger der Brixner Rockband „The Artificial Harbor“, der auch Nikolaus Comploi, Nora Pider, Alexander Duml und Bernhard Busetti angehören, über ihre neue Single „Don’t let me drown“. Julian, am 13. März hat deine Band das Video zur neuen Single „Don’t let me drown“ veröffentlicht. Worum geht es in dem Song, und wie ist das Video zustande gekommen? In unserem Song besingen wir die Liebe, aus Angst unterzu­ gehen. Das Video ist unter der Regie von Daniel Wunderer aus Brixen entstanden. Wir haben gemeinsam das Konzept zum Video ausgearbeitet, und es ist ihm sehr gut gelungen, das Gefühl des Songs in Bildern rüberzubringen. In Kürze wird eure neue EP erscheinen. Was genau können

eure Fans sich von diesem Werk erwarten? Wir haben im letzten Jahr unsere CD zusammen mit unserem Pro­ duzenten fertiggestellt. Dadurch, dass es im Internet heutzutage so viele interessante Künstlerin­ nen und Künstler gibt, hat man allerdings nur wenig Zeit und muss bewusst entscheiden, wel­ che Songs zu welchem Zeitpunkt veröffentlicht werden. Deshalb bringen wir nun zuerst online eine EP mit drei Liedern, den dazugehörigen Videos und einem Bonustrack. Damit versuchen wir, langsam auf uns aufmerksam zu machen. Unser Anspruch ist es, so viele Menschen wie möglich,

auch außerhalb von Südtirol, zu erreichen. Was sind eure Ziele für die Zukunft? Das kurzfristige Ziel ist es, die Songs, die wir jetzt aufgenommen haben, live zu präsentieren, zuerst im Zuge einer Tour in Südtirol und Tirol und später hoffentlich auch in Wien und anderen grö­ ßeren europäischen Städten. Län­ gerfristig werden wir versuchen, Partner zu finden, mit denen wir arbeiten können, Strukturen, die uns dabei helfen, dass unsere Musik gehört wird. anina.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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DIVERSES

Kinder, wir fahren aufs Land! z Die Befreiung des Konzentra­ tionslagers Auschwitz­Birkenau durch die Russische Armee fand am 27. Januar 1945 statt. 70 Jahre später finden zahlreiche Veran­ staltungen statt, um das Ende des Nazi­Regimes zu feiern und jener zu gedenken, die Opfer dieser unheilvollen Herrschaft wurden. Am Geschwister­Scholl­Platz lasen am Jahrestag Vertreter des „Cen­ tro Giovani“ Passagen aus den Tagebüchern von Etty Hillesum und Texte von Dietrich Bonhoef­ fer, während Diego Baruffaldi Eigenkompositionen über Josef Mayr­Nusser und Friedl Volgger vortrug. Ab 27. März startet im Ex­Astra­Kino unter der Schirm­ herrschaft des Vereins „heimat BBP“ und der Gemeinde Brixen eine Ausstellung über die Ermor­ dung von Kindern während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Stuttgarter Künstlerin Mechtild Schöllkopf­Horlacher möchte mit ihren Bildern nicht das Leiden und die Qualen darstellen, son­ dern die Sehnsüchte und Träume, ihre Sorglosigkeit in Unkenntnis ihres Schicksals malerisch sichtbar machen. Die bearbeiteten Foto­

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grafien der Kinder von Izieu und vom Bullenhuser Damm sind wie Votivtafeln aneinandergereiht und verstören durch vermeintliche Fröhlichkeit im Todeshauch. Im Rahmen der Ausstellung findet am 1. April im Astra­Kino ein Vortrag von Stefan Lechner statt: „Voraussichtl. Lebensdauer: un­ ird gewiss“.

z Bilder sagen mehr als tausend Worte! Ganz nach diesem Motto hat der Brixner Hobbyfotograph Bruno Vivaldo den Bilderband „Die Ruhe von Stufels – dem ältesten Ortssteil von Brixen“ veröffentlicht. Vivaldo wurde in Vicenza geboren und zog in den 40er­Jahren mit seiner Familie nach Stufels. Schon als Jugend­ licher entdeckte er die Liebe zur Fotografie, und so kam es, dass er

1976 die Gassen des malerischen Stadtteils in schwarz/weiß foto­ grafierte. Bei der 300­Jahr­Feier der Stufler „Schutzengelkirche“ kam er auf die Idee, diese alten Bilder hervorzukramen und sie den heutigen, farbigen Bildern gegenüberzustellen. Zusätzlich hielt Vivaldo auch noch die ma­ lerischen Tore von Stufels fest. 2013 erschien mit Hilfe von zahl­ reichen Unterstützern die erste Ausgabe des Bilderbandes. Da Vivaldo „seinem“ Werk noch eine besondere Note verleihen wollte, beschloss er, mit dem Fotografen Roberto Dapunt einer zweiten Version noch Nachtbilder von Stufels hinzuzufügen – diese Ausgabe ist kürzlich erschienen und in den Brixner Buchhand­ lungen erhältlich. Ansehen kann man sich den Bilderband auch in der Brixner Stadtbibiliothek oder – auschnittsweise – im mul­ timedialen „BrixnerPlus“. Im Bild das prämierte Foto „Solitudine – Einsamkeit“. eh


MUSICAL

Rot, rot, rot! z Titus Feuerfuchs und Salome Pockerl haben beide verhängnis­ voll rote Haare, und die beiden Hauptfiguren in „Der Talisman“ von Johann Nestroy sind damit überhaupt nicht glücklich. Auch um Liebe geht es in der Posse, die als Handlungsgrundlage für das gleichnamige Musical der 4. Klasse der Musikrichtung im So­ zialwissenschaftlichen Gymna­ sium (SoWi) diente. „Wir haben uns ‚Der Talisman’ von Nestroy ausgesucht, weil das Werk sehr jugendlich und modern gestaltet werden kann“, so Leo Ploner, der die Klasse in den musikalischen Fächern unterrichtet und Regie bei dem Stück führte. „Wir neh­ men nur die Handlung von der Originalposse und übertragen sie in die Jetztzeit, in ein hippig­ rockiges Ambiente, damit das Stück auch als Musical machbar ist.“ Anfang März standen bei den zehn Aufführungen 21 Solisten auf der Bühne. Die Musik kam von der klassenübergreifenden

Schülerband unter der Leitung von Ivan Miglioranza, und für Licht­ und Tontechnik war die 5. Klasse zuständig. Bei den Vorarbeiten zum Musical hatten auch andere Schulen ihre Finger mit im Spiel: Die 4. Klasse Holz der Landesbe­

rufsschule Tschuggmall hat ein klassisches Bühnenbild gebaut, und die Programmhefte und Pla­ kate stammen von den Schülern der 5a Grafik der Fachoberschule Durst. „Es macht einfach Sinn, die Zusammenarbeit der Schulen

mit einem Projekt zu fördern“, erklärt Ploner, „das vorhandene Potenzial soll ausgenützt werden, und deshalb geben wir auch mit dem Musical den Schülern die Möglichkeit, ihr Können zur Schau zu stellen.“ vk

NEU IM REGAL Alles Käse! Mild, fein-säuerlich, erdig oder würzig? Die Geschmacksnoten, die die Feinkäserei Capriz unter vielversprechenden Namen wie Caprizino, Ziegello, Hofers Alptraum und Sapperlot herstellt, sind vielfältig. Gleich wie die Rezeptkreationen des Südtiroler Sternekochs Roland Trettl, die die Seiten des soeben erschienenen vegetarischen Kochbuches „Das Erlebnis Käse“ füllen. Trettl kreierte 36 originelle Rezepte, die ganz und gar ohne die üblichen Hauptdarsteller Fisch und Fleisch auskommen. Gekocht wird mit Liebe zum Produkt – von einfach bis raffiniert – und für jede Jahreszeit. Bei der Produktauswahl steht Regionalität und Authentizität im Vordergrund, dennoch hauchen internationale Einflüsse einen exotischen Wind in die Kreationen. Neben dem kulinarischen Aspekt vermittelt das Käse-Kochbuch Wissen rund um den Käse und die Feinkäserei in Südtirol. Und auch das Auge isst mit: Künstlerisch und

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Ort e l a e d i r De eiern! f n e i l i m Fa echer Leckere Eisb für Ihre Roland Trettl und die Feinkäserei Capriz (Hrsg.): Das Erlebnis Käse. Verlag Athesia, 2015.

kreativ angerichtet lassen einem die Bilder das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der Verlag hat für unsere Leser drei kostenlose Exemplare von „Das Erlebnis Käse“ zur Verfügung gestellt. Interessenten senden einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Alles Käse“ an echo@brixner.info – die ersten drei kommen zum Zug. Viel Glück!

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timer

April THEATER

Übers Lieben und Loslassen „Linea fusca. Eine Geschichte übers Lieben“ von Doris Brunner wird derzeit in der Gruppe Dekadenz aufgeführt: Theater, das das an Tabus rührt, und zur Diskussion einlädt. z Ein junges Paar erwartet hoff­ nungsvoll sein erstes Kind. Ob Mädchen oder Junge – egal, Hauptsache gesund. Doch bald schon die ersten Unsicherheiten: Nichts ist so wie es sein soll, wie es sich beide erträumen. Das Neu­ geborene verstirbt nach seiner Ge­ burt. Und das Paar, dessen Glück man anfangs vielleicht beneidet, zerfällt im Konflikt um den Tod des Kindes in seine Einzelteile. Die Brixner Autorin Doris Brunner porträtiert im Theaterstück „Li­ nea fusca. Eine Geschichte übers Lieben“ zwei Menschen, die sich zunächst auf ihr Erstgeborenes freuen, und dann darum trauern müssen: Eine Achterbahnfahrt zwischen Vorfreude und Verlust, Sprachlosigkeit und Schuldzu­ weisungen, Annäherung und Abgrenzung, Lieben und Loslas­ sen. Aber auch eine poetische Liebesgeschichte, mit all ihren lauten und leisen Tönen.

Verstörend, vielschichtig, spannend. „Das Stück behandelt unter anderem die Ungewissheiten in

Diskussionsrunde am 12. April.

der Zeit der Schwangerschaft, die Ungewissheiten nach dem Tod des Kindes, wo nichts mehr so sein kann wie es war. Und wo in der Schlacht gegen den eigenen Schmerz so manche Geschosse aufgefahren werden“, so Regis­ seur Torsten Schilling, der das Stück für die Gruppe Dekadenz inszenierte. Wie gehen wir mit Verlust und Schmerz um? Was ist Liebe und wovon lebt sie? Was kann sie ertragen, was ist ihr zumutbar? Wie gut kennen wir den Menschen, den wir am

besten zu kennen glauben? „Li­ nea fusca stellt Fragen, die jeden von uns betreffen – und die im Stück spannend, vielgesichtig und bohrend aufgeworfen werden“, findet Torsten Schilling. In der Rolle des Paares sind die Meraner Schauspielerin Karin Verdorfer und der Innsbrucker Schauspieler Philipp Rudig zu sehen, die Bühne wurde von Andrea Kerner entworfen und die Musik vom Südtiroler Ausnahme­ gitarristen Manuel Randi eigens komponiert und eingespielt.

Linea fusca. Eine Geschichte übers Lieben.

von Doris Brunner; mit Karin Verdorfer & Philipp Rudig; Regie: Torsten Schilling.

» 01., 02., 03., 04., 09., 10., 11. April » 12. April Beginn 18 Uhr mit » Beginn: jew. 20:30 Uhr Einlass ab 20 Uhr

Obere Schutzengelgasse 3a Brixen/Stufels www.dekadenz.it karten@dekadenz.it Tel. 0472 836 393 (Di – Fr 17-19 Uhr, Sa ab 18 Uhr)

anschließender Diskussionsrunde Kabarett: „Selfie“ mit Mathias Tretter

Mathias Tretter, ausgezeichnet mit 13 Kabarettpreisen, über den Zwang zur Selbstinszenierung auf facebook & Co.

» Fr 17. & Sa 18. April

„Linea fusca“ greift Tabuthemen auf, über die zumeist geschwiegen wird: Sprachlosigkeit nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch in der Gesellschaft. Begleitend organisiert die Gruppe Dekadenz daher am Sonntag, 12. April, ei­ ne Diskussionsrunde: Von ihren Erfahrungen und Sichtweisen, über den Umgang mit Schmerz und Verlust, die Trauerkultur in unserem Lande sowie über Auf­ bruch und Neuanfang erzählen Anna Gantioler (Hebamme, Lei­ terin von Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern und Autorin des Buches „Julian – eine kleine Seele kehrt heim“), Marlene Kranebitter (Psychologin und Leiterin der Not­ fallseelsorge des Weißen Kreuzes Südtirol), Regisseur Torsten Schil­ ling und Autorin Doris Brunner. Um 18 Uhr beginnt die Auffüh­ rung des Stückes, im Anschluss gegen zirka 19:30 Uhr lädt die Gruppe Dekadenz alle Interessier­ ten herzlich zum Gespräch ein, das von der Journalistin Christine Helfer moderiert wird.

Jazz: El Porcino Organic feat. Gianluca Petrella

Alte und neue Songs sowie entstaubte Chansons mit Helga Plankensteiner, Michael Lösch, Paolo Mappa und Gianluca Petrella, einem der bedeutendsten Posaunisten Europas

» Mi 22. April

Kabarett: „AHOIbe – Guad is guad gnua“ mit Franziska Wanninger

Wann ist man gut genug? Eine pointenreiche Mischung aus verschiedensten Figuren und Dialekten von der oberbayerischen Kabarettistin

» Fr 24. & Sa 25. April

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Foto: Hilda Lobinger

Veranstaltungen z Der Autor William S. Borroughs hat in „The Black Rider“ die Volks­ sage des „Freischütz“ aufgegriffen. Gepaart mit Musik von Tom Waits wird sie in der Inszenierung des Münchner Metropol-Theaters zum schrägen Schauspiel-Musical. Der Schreiber Wilhelm möchte Käth­ chen heiraten. Aber deren Vater, ein Förster, hält den Jägersbur­ schen Robert für standesgemäßer. Dieser lebt nach dem Motto „wer denkt, taugt nichts als Mann“.

THEATER

TOUR MIT LOCALS

The Black Rider

My Brixen. Ich zeige dir meine Stadt

Kein Wunder, dass Käthchen Wilhelm lieber hat. Um sich als Schwiegersohn zu qualifizieren, muss er aber schießen lernen. Doch Wilhelm ist darin äußerst untalentiert. Deshalb nimmt er die Hilfe des diabolischen Stelz­ fußes gerne an. Dieser gibt ihm eine Handvoll „Freikugeln“, mit denen er alles trifft. Aber die Ku­ geln sind bald aufgebraucht und für den Guss weiterer verlangt Stelzfuß einen hohen Preis … Die Zeitschrift „Die deutsche Bühne“ zeichnete das Metropol-Theater bereits drei Mal als bestes OffTheater im deutschsprachigen Raum aus. Auf Einladung des Südtiroler Kulturinstitutes tritt es erstmals in Südtirol auf.

» Mittwoch, 22. April, 20 Uhr Brixen, Forum

Einführung: 19.15 Uhr Karten bei Athesia-Ticket und online www. kulturinstitut.org Informationen: Tel. 0471 313800 Die Veranstaltung wird von der BayernSüdtirol-Gesellschaft und der Initiative Wirtschaft & Kultur unterstützt.

z Am 2. Mai feiern die Erkun­ dungstouren mit Brixner Locals ihr Debüt! Als erster von insgesamt sechs Locals zeigt der Brixner Journalist und Schriftsteller Georg Vonmetz Schiano Einheimischen und Gästen seine Heimatstadt: Vonmetz Schiano gibt Einblicke in die Entwicklung von Brixen und berichtet über Geschichten, die nur das Leben schreibt. Abseits von Daten und Fakten stehen persönliche Erlebnisse aus seinem Leben im Fokus der Tour – so wird die Stadt aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel erleb­ bar! Georg Vonmetz Schiano war rund 40 Jahre lang als Journalist in der Lokal- und Sonderbericht­ erstattung beim „Alto Adige“ tätig. Seit seiner Pensionierung widmet er sich diversen historischen Pro­ jekten sowie der erzählenden Literatur, welche sich inhaltlich an das Zusammenleben von deutschund italienischsprachigen Bürgern sowie Sagen in und um Brixen

anlehnt. Die Tour richtet sich an Einheimische, die ihre Heimatstadt neu entdecken und Vergessenes aufleben lassen wollen. So viel können wir schon jetzt verraten: Für Überraschungen ist gesorgt, die Plätze sind begehrt!

» Samstag, 2. Mai, 10 Uhr

Start der Tour: Tourismusverein Brixen

Informationen und Anmeldung: Tourismusverein Brixen, 0472 836401

Weitere Touren mit Locals: 13.06. mit Philipp Burger 04.07. mit Harald Kastlunger 01.08. mit Markus Dorfmann 05.09. mit Sergio Sommavilla 03.10. mit Sarah Bernardi

Weitere Termine werden bekannt gegeben.

DIVERSES

Eisacktaler Wirtschaftstage

z Es fehlen nur noch wenige Wo­ chen bis zur Eröffnung von ewita, der Eisacktaler Wirtschaftstage Klausen. „Am 25. und 26. April ist es soweit! Wir werden den Besu­ chern ein umfassendes Bild vom vielfältigen Angebot der Wirtschaft unseres Bezirks bieten. Abgerun­ det wird das Programm durch zahlreiche informative Beiträge so­ wie gesellschaftliche Highlights“, berichtet OK-Chef Christian Hofer. 73 Wirtschaftstreibende aus den Bereichen Handwerk, Handel, Landwirtschaft und Gastronomie vertreten alle Gemeinden des Bezirks und stellen gemeinsam bei der Großveranstaltung aus. Die Ausstellung von Produkten und Dienstleistungen wird von einem interessanten Rahmenpro­ gramm sowie einem reichem ku­ linarischen Angebot abgerundet. Während der Besucher tagsüber 42

an informativen Vorträge und Workshops rund um die Ener­ getische Sanierung, Digitalisie­ rung und Zahlungen teilnehmen kann, zeigt sich die Wirtschaft am Abend bei „ewita – Econo­ my Rocks“ von ihrer rockigen Seite. Auch die Kleinen kommen beim Kinderprogramm auf ihre Kosten. Weitere Informationen zum detaillierten Programm sind unter www.ewita.lvh.it abrufbar. Mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde Klausen und der Raiffeisenkassen Unteres Eisacktal.

» Samstag, 25. & Sonntag,

26. April von 10-19 Uhr Klausen, Gewerbegebiet Spitalwiese

Eintritt frei! Auch nach Messeschluss wird mit Musik und Events für Unterhaltung gesorgt!

Sommer mit den „Kinderfreunden Südtirol“ Für viel Spaß und Spannung in der Gemeinde Brixen ist auch im Sommer 2015 wieder gesorgt. Die Sommerbetreuung der Sozialgenossenschaft „Die Kinderfreunde Südtirol“ für Kinder zwischen 3 und 11 Jahren ist vom 22. Juni (Kindergarten ab dem 24. Juni) bis zum 21. August 2015 im Kindergarten „Anna Seidner“, in der Grundschule „Rosmini“ sowie im Kindergarten von St. Andrä zu Gast. Nach einmaliger Anmeldung entscheiden die Eltern von Tag zu Tag, ob sie die Kinder in die Betreuungseinrichtung bringen möchten oder nicht. Bezahlt werden nur die effektiv beanspruchten Tage.

Elternbeitrag pro Kind und Tag: 8,50 Euro Essensbeitrag pro Kind und Tag: 3 Euro Anmeldegebühr: 20 Euro pro Familie und Projekt Anmeldung: www.kinderfreunde.it Anmeldeschluss: 30. April 2015 Weitere Informationen: www.kinderfreunde.it Tel: 0474/410 402 info@kinderfreunde.it


Mittwoch, 1. April

Diverses 20 Uhr Voraussichtl. Lebensdauer: ungewiss Vortrag über die Umsiedlung der Südtiroler und die NS-Euthanasie Ex-Astra-Kino

Theater 20:30 Uhr Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 2. April

Theater 20:30 Uhr Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Musik

20 Uhr

Kriminell gut Frühjahrskonzert der Musikkapelle Milland Jugendheim Milland

Musik

Theater 20:30 Uhr Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Musik

18 Uhr

„Aus der neuen Welt“ Die Musikkapelle Villnöß wiederholt ihr traditionelles Jahreskonzert Forum Brixen

Samstag, 4. April

Theater 20:30 Uhr Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 9. April

Theater 20:30 Uhr Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Freitag, 10. April

Tanzvorstellung 19:30 Uhr Dance Art präsentiert The Beginning Ex-Astra-Kino

Theater 20:30 Uhr Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 11. April

Tanzvorstellung 15:30 und 19:30 Uhr Dance Art präsentiert The Beginning Ex-Astra-Kino

Film

16 Uhr

Film

20 Uhr

Kinderkino Doktor Proktors Pupspulver Forum Brixen

Heute bin ich Samba Der aus dem Senegal stammende Einwanderer hat keine Aufenthaltserlaubnis Forum Brixen Donnerstag, 16. April

Theater 18 Uhr Rundum Die Theaterwerkstatt Ultramarinblau lässt sich auch durch Wahrheiten nicht auseinanderbringen TPZ Brixen Freitag, 17. April

Theater

18 Uhr

Rundum Die Theaterwerkstatt Ultramarinblau lässt sich auch durch Wahrheiten nicht auseinanderbringen TPZ Brixen

Theater 20 Uhr Von der Liebe und anderen schönen Erdbeben Die Heimatbühne Brixen-Milland bringt kurze Sketche Jugendhaus Kassianeum

Musik

23., 24. und 25. April, 18 Uhr – TPZ Brixen, Köstlanstraße 28

» Rundum

Theaterwerkstatt ULTRAMARINBLAU

Sonntag, 12. April

Montag, 13. April

Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Ausgehend von den Geschichten des Lügenbarons von Münchhausen ha­ ben die Spieler und Spielerinnen der Theaterwerkstatt ZINNOBER unter der Leitung von Heidi Troi und Nath­ aly Ebner eigene Lügengeschichten entwickelt und sind zu dem Schluss gekommen: Ganz so einfach ist es nicht, glaubhaft zu lügen. Nicht ein­ mal für Theaterspieler.

Jugendsinfonieorchester Südtirol Ouvertüren und Arien von Mozart, Wagner und andere schöne Melodien Forum Brixen

Linea Fusca Eine Frau, ein Mann, die Vorfreude auf ihr erstes Kind ... Mit anschließender Diskussionsrunde Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Freitag, 3. April

Theaterwerkstatt ZINNOBER

20 Uhr

Theater 18 Uhr

Theater 20:30 Uhr

» D’rstunkn und d’rlogn

20 Uhr

Gsungen & Gspielt Alpenländische Volxmusik mit dem Vokalquartett KLES und der Neustifter Saitenmusig Griesserhof, Vahrn

Einige Teenager treffen sich zu ei­ ner Pyjamaparty und spielen dabei „Wahrheit oder Pflicht“. Dabei kom­ men die einen oder anderen peinli­ chen Geheimnisse zum Vorschein. Trotzdem merken die Jugendlichen, dass sie eine starke Gruppe sind, die nichts so leicht auseinanderbringt – schon gar keine Wahrheiten. Die Theaterwerkstatt ULTRAMARINBLAU arbeitet nun schon seit einigen Jahren unter der Leitung von Lilli Unterkircher.

16., 17. und 18. April, 18 Uhr – TPZ Brixen, Köstlanstraße 28

Weitere Informationen und Platzreservierungen unter der Telefonnummer 335 5359955 oder unter tpz­brixen@hotmail.com.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 4 Haydn Orchester Clemens Schuldt, Dirigent Polina Pasztircsák, Sopran Auf dem Programm des Haydn Orchesters stehen zwei Werke: Stefan Johannes Hanke „Vom Wind“ und die Vierte Symphonie von Gustav Mahler. Die Keimzelle der Vierten bildet eine musikalische Humoreske über das himmlische Schlaraffenland auf das Wunderhorngedicht „Das himmlische Leben“. Mahler charakterisiert die Vierte als Musik über die „Heiterkeit einer höheren, uns fremden Welt“. Er nennt sie eine „Schelmerei, verbunden mit dem tiefsten Mystizismus“, die unterstreicht: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich eingehen.“

Clemens Schuldt war Assistant Conductor des London Symphony Orchestra und arbeitete mit Dirigenten wie Sir Colin Davis, Valery Gergiev und Sir Simon Rattle. Er dirigierte renommierte Orchester in Berlin, Lausanne, Wien, Bordeaux, in Schottland und Japan.

» Donnerstag, 23. April, 20 Uhr Forum Brixen

Kartenvorverkauf: Forum Brixen, Tel. 0472 275588, www.forum-brixen.com Ermäßigung für Mitglieder, Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass

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Veranstaltungen

Kabarett 20:30 Uhr Selfie Mathias Tretter über den Zwang zur Selbstinszenierung auf facebook & Co. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 18. April

Kabarett

Lasset ab! Georg Kaser räumt auf Kaser hatte eine Erscheinung, die ihn dazu brachte, sich und die Welt zu ändern. Jetzt ist Schluss mit der Maßlosigkeit und der Sinnenlust. Lasset ab! Für diese Mission gibt er, der alte Genussknacker alles: Die tanzende Weintraube, den singenden Oberkellner und den gebratenen Versfuß. Der so Geläuterte durchwandert Räume und Zeiten der heimischen Höhen und der unheimischen Niederungen.

» Samstag, 18. April um 20 Uhr

Musik

18 Uhr

Gsungen & Gspielt Alpenländische Volxmusik mit dem Vokalquartett KLES und der Neustifter Saitenmusig Stadtgalerie Brixen

Rundum Die Theaterwerkstatt Ultramarinblau lässt sich auch durch Wahrheiten nicht auseinanderbringen TPZ Brixen

Schabs, Haus der Dorfgemeinschaft

Theater 20 Uhr Von der Liebe und anderen schönen Erdbeben Die Heimatbühne Brixen-Milland bringt kurze Sketche Jugendhaus Kassianeum

Kabarett 20 Uhr

» Sonntag, 12. April um 18 Uhr Forum Brixen

Eintritt frei Reservierungen: www.forum-brixen.com oder Tel. 0472 275588

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Donnerstag, 23. April

Theater

18 Uhr

D’rstunkn und d’rlogn Die Theaterwerkstatt Zinnober erfindet Lügengeschichten TPZ Brixen

Vortrag 20 Uhr

Aus organisatorischen Gründen mussten wir die Aufführung in Schabs leider vom 28. März auf den 18. April verschieben.

Das Konzert der Musikkapelle Villnöß beginnt in der amerikanischen Moderne bei Aaron Coplands “Fanfare for the Common Man“. Weiter geht es mit der “American Overture“, die Joseph Willcox Jenkins im Alter von 25 Jahren für die US Army Field Band komponierte. Ein längerer Zwischenstopp wird beim italienischen Filmmusik-Komponist Nino Rota gemacht: Im “Concerto per tombone e orchestra“ wirkt Hansjörg Profanter, gebürtiger Villnößer und Posaunist beim Symphonieorchester des bayerischen Rundfunks, als Solist. Auch aus der Feder von Nino Rota stammt das Stück “8 ½“. Anschließend finden wir uns mit Charles Ives “Variations on America“ wieder im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Seinen Abschluss findet das Symphoniekonzert der Musikkapelle Villnöß in der “Sinfonie Nr.9 – Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorák. Die Inspiration zu dem Werk nahm Dvorák aus einem dreijährigen Amerika-Aufenthalt.

20:30 Uhr

El Porcino Organic feat. Gianluca Petrella Alte und neue Songs sowie entstaubte Chansons mit Helga Plankensteiner, Michael Lösch, Paolo Mappa und Gianluca Petrella Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Theater 18 Uhr

Karten: Tel. 344 1706777 oder info@theaterschabs.it

Symphoniekonzert “Aus der neuen Welt“

Jazz

Lasset ab! Georg Kaser auf Tournee: Jetzt ist Schluss mit der Maßlosigkeit und der Sinnenlust Schabs, Haus der Dorfgemeinschaft

Kabarett 20:30 Uhr Selfie Mathias Tretter über den Zwang zur Selbstinszenierung auf facebook & Co. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 19. April

Theater 20 Uhr Von der Liebe und anderen schönen Erdbeben Die Heimatbühne Brixen-Milland bringt kurze Sketche Jugendhaus Kassianeum Montag, 20. April

Film

20 Uhr

Kolya Der Film wird im Rahmen des Projektes „Brixen Begegnung Ceske und Slovensko“ gezeigt Forum Brixen Mittwoch, 22. April

Theater 20 Uhr The Black Rider Der schwarze Reiter – Der Guss der Zauberkugeln: Ein Gastspiel des MetropolTheaters München Forum Brixen

Diskutieren oder schimpfen? Die Sprachwissenschaftlerin Heike Ortner nimmt Sprache und Stil von Leserkommentaren bei Online-Zeitungen aus Nord- und Südtirol unter die Lupe Cusanus Akademie Brixen

Musik

20 Uhr

Haydn Orchester Auf dem Programm stehen Stefan Johannes Hanke „Vom Wind“ und die Vierte Symphonie von Gustav Mahler Forum Brixen Freitag, 24. April

Theater

18 Uhr

D’rstunkn und d’rlogn Die Theaterwerkstatt Zinnober erfindet Lügengeschichten TPZ Brixen

Theater 20 Uhr Von der Liebe und anderen schönen Erdbeben Die Heimatbühne Brixen-Milland bringt kurze Sketche Jugendhaus Kassianeum

Kabarett 20:30 Uhr

AHOlbe – Guad is guad gnua Die oberbayerische Kabarettistin Franziska Wanninger zeigt eine pointenreiche Mischung aus verschiedenen Figuren und Dialekten Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 25. April

Diverses 10 Uhr Eisacktaler Wirtschaftstage 73 Wirtschaftstreibende stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor Klausen, Gewerbegebiet Spitalwiese

Theater

18 Uhr

D’rstunkn und d’rlogn Die Theaterwerkstatt Zinnober erfindet Lügengeschichten TPZ Brixen


Theater 20 Uhr Von der Liebe und anderen schönen Erdbeben Die Heimatbühne Brixen-Milland bringt kurze Sketche Jugendhaus Kassianeum

Kabarett 20:30 Uhr

AHOlbe – Guad is guad gnua Die oberbayerische Kabarettistin Franziska Wanninger zeigt eine pointenreiche Mischung aus verschiedenen Figuren und Dialekten Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 26. April

Diverses 10 Uhr Eisacktaler Wirtschaftstage 73 Wirtschaftstreibende stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor Klausen, Gewerbegebiet Spitalwiese

Musik 20:30 Uhr Liebe, Laster, Leidenschaft Klingende Renaissance mit dem Chor novAntiqua Brixen Cusanus Akademie Montag, 27. April

Film

16:30 Uhr

Amazonia Das Kapuzineräffchen Sai erkundet nach vielen Jahren im Käfig den AmazonasDschungel Forum Brixen

Film

20 Uhr

Unter Blinden Der blinde Extrembergsteiger Andy Holzer erzählt von der Bewältigung des Lebens, von Träumen und Grenzüberschreitungen Forum Brixen Mittwoch, 29. April

Musik

20:30 Uhr

Liebe, Laster, Leidenschaft Klingende Renaissance mit dem Chor novAntiqua Brixen Cusanus Akademie

Märkte Bauernmarkt samstags, 8 bis 13 Uhr Hartmannsplatz Ggumperermark Samstag, 4. April, 8 bis 17 Uhr Albuingasse Monatsmarkt Mittwoch, 29. April, 8 bis 13 Uhr Schwesternau Wochenmarkt montags, 8 bis 13:30 Uhr Priel-Gelände

Donnerstag, 30. April

Theater 20 Uhr Von der Liebe und anderen schönen Erdbeben Die Heimatbühne Brixen-Milland bringt kurze Sketche von Karl Valentin, Loriot, Heinz Erhardt und Gerhard Polt auf die Bühne Jugendhaus Kassianeum

Lesebühne

20:30 Uhr

Aufschrei aus dem Kellerloch Mit Marion von Zieglauer und Haris Kovacevic wird der Keller zum literarischen Untergrund Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Liebe, Laster, Leidenschaft Klingende Renaissance

Ausstellungen Ex-Astra-Kino bis 4. April Kinder, wir machen einen Ausflug Mit ihren Bildern möchte die Stuttgarter Künstlerin Mechtild Schöllkopf-Horlacher an die Ermordung von Kindern während des Nationalsozialismus erinnern Mo-So 12-20 Uhr StadtGalerie Brixen 4. bis 24. April Fotoausstellung von Hugo Wassermann Die poetischen Bildkompositionen setzen sich künstlerisch mit der Natur auseinander Vernissage am 2. April um 17.30 Uhr Di-Sa 10-12 und 16.30-18.30 Uhr; an Feiertagen geschlossen Galerie Hofburg bis 6. April MATER amante ... Der Bozner Künstler Maurizio Magnani lässt in seinen neuesten Arbeiten die Frau verschiedenartig zum Ausdruck kommen Mo-Sa 10-13 und 15-18 Uhr Hofburg Brixen 8. April bis 4. Mai Kunstwerk des Monats Die Hofburg Brixen stellt jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr ein besonderes Kunstwerk vor, das den ganzen Monat über ausgestellt bleibt Di-So 10-17 Uhr Stadtmuseum Klausen 28. März bis 2. Mai Die wundersame Vermehrung des Loretoschatzes ... oder die Frage nach den Zusammenhängen; Josef Rainer Di-Sa 9.30-12 Uhr, 15.30-18 Uhr; 25. April und 1. Mai geschlossen

Ein Blatt vor den Mund nahmen sich die Autoren in der Renaissance nicht. Die Lust am Feiern, Tanzen, Trinken und Kokettieren, die Lust an der Liebe und auch am Laster erklang in allen Tonlagen. Kommen Sie in unser Konzert – lassen Sie sich verführen! Chor novAntiqua brixen Musikalische Leitung Armin Thomaser

» Sonntag, 26. und

Mittwoch, 29.4. um 20.30 Uhr Cusanus Akademie Brixen

Eintritt: 12 Euro regulär 9 Euro reduziert Konzertkarten sind direkt an der Abendkasse erhältlich Einlass ab 20 Uhr mit freier Platzwahl

Programm April Veranstaltungen » Do 02.04. Pyjama Party mit Bed & Breakfast # Girls only » Do 02.04. Fifa 2015 Turnier * » Fr 10.04. Livekonzert mit Kala, I say Daylight und Stunde Null » Fr 15.04. Mexikanisch Kochen » Mi 22.04. Kass Beach „Wiedereröffnungsgrigliata“ Ausflüge » Fr 17.04. Schwimmen in der Acquarena Kurse & Workshops » Fr 17.04. + 18.04. Workshop „Arbeitswelt ich komme“ * » Sa 18.04. Einführung: Tattoos & Piercings * » Mi 29.04. + 06.05. „Ich nähe mir mein eigenes Sommerkleid“ * * Anmeldung erforderlich – weitere Infos auf www.juze.it

Du willst in Einrichtungen aktiv mithelfen? Du möchtest dir mit Gutscheinen was dazuverdienen? Du bist zwischen 13 und 19 Jahre alt? Dann melde dich an! Infos auf www.juze.it/youngaction.html Jugendzentrum „Kass“ Brunogasse 2 - 39042 Brixen - Tel. 0472 279902 - monika@jukas.net 45


Freizeit & Sport

ÜBER STOCK UND STEIN MIT DEM REITCLUB EISACKTAL

Hoch zu Ross

Prestige und Ruhm geht von den hoch dotierten Reitturnieren aus. Auch in Südtirol finden mehrere, wenn auch kleinere Wettbewerbe im Reitsport statt, bei denen die Sportler des Reitclubs Eisacktal durchaus auf Augenhöhe mit der regionalen und internationalen Konkurrenz stehen.

E

in kurzes Hufscharren, ein Schnauben, wohl eher vor Freude als Nervosität – und Le Patron setzt an zur ersten Runde über den Trainingsplatz in Mitte­ wald. Im Sattel sitzt die aufstre­ bende Reiterin Julia March, die mit ihren 21 Jahren bei Reit­ und Springturnieren bereits mehrere Erfolge für sich verbuchen konn­ te: Sie hat zweimal den Südtirol Cup gewonnen, ist bei der Itali­ enmeisterschaft einmal Siebte und einmal Achte geworden, hat die Regionalmeisterschaft gewonnen und ist bei den Vienna Masters neben international berühmten Reitern im Sattel gesessen. „Julia hat schon viel erreicht“, lobt Kurt Überegger seine Schülerin und auch den 16­jährigen Le Patron: „Sie ist mit dem Pferd sehr er­ folgreich, die beiden haben sich einfach gefunden!“

15 Turniere in Südtirol. Kurt

Überegger ist Präsident des Eisack­ taler Reitclubs, staatlich geprüfter Reitlehrer und selbst erfolgreicher Reiter. Am Trainingsplatz in Mit­

Der staatlich geprüfte Reitlehrer Kurt Überegger

––

tewald sitzt er aber nicht selbst im Sattel, sondern gibt seinen Schülern kurze Anweisungen und positioniert die Stangen der Hin­ dernisse in der richtigen Höhe. „Bei Turnieren springt Julia bis 46

1,35 Meter“, erklärt Überegger. Bei Weltmeisterschaften oder Olympi­ aden sind die Hindernisse nur 20 oder 25 Zentimeter höher. In Südtirol ist mit rund 15 Turnieren für Abwechslung im Reitsport gesorgt, „und da kön­ nen wir stolz drauf sein“, ist Kurt Überegger überzeugt. „Größere und höher dotierte Wettbewerbe werden aber nicht ausgetragen. Bei einem großen Springreitturnier können an die 300 Pferde zusam­ menkommen, und die müssen schließlich untergebracht werden. Dafür fehlen bei uns einfach die Ställe.“ Ende März ging das erste Turnier der Saison in Auer über die Bühne. Das nächste große Reit­ event in Südtirol startet im April mit der erstmals ausgetragenen Südtirol­Brenner­Tour 2015 im Reitzentrum Meran. Dieses Tur­ nier besteht aus insgesamt vier Etappen, die neben Meran auch im Reitclub Wiesen, im Sporting Club Paradiso in Verona und im Alps Coliseum in Auer abgehalten werden.

Eine typische Karriere. Um für

die Turniere fit zu sein, drehen Julia March und Le Patron regel­ mäßig ihre Runden. Nach jedem Sprung tätschelt Julia den Hals von Le Patron oder flüstert ihm ein motivierendes Wort ins Ohr. „Anstrengend ist das Training für uns beide, aber das gehört dazu. Manchmal ist es für mich schwie­ riger, manchmal für mein Pferd“, beschreibt Julia March. „Ich rede auch mit Le Patron, wie mit einem Menschen, was viele komisch fin­ den.“ Die Stimme nutzt sie ebenso wie den Schenkeldruck oder die Zügel, um Le Patron Anweisungen zu geben oder auf einen Sprung vorzubereiten. Mit elf Jahren hat Julia March mit dem Reiten angefangen. Laut Kurt Überegger, der sie seitdem betreut, hat sie eine für den Reit­ sport typische Karriere hingelegt:

„Julia hat mit dem Ponyreiten an­ gefangen und bei mehreren Pony­ meisterschaften und Turnieren mitgemacht. Schon damals war sie sehr erfolgreich. Dann ist sie aufs Pferd umgestiegen.“ Auch Kurt Überegger hat das Reitfieber schon als Kind gepackt, und erste Turniererfolge haben sich bald eingestellt. Diese kamen ihm später zugute, da der italieni­ sche Reitsportverband F.I.S.E. (Fe­ derazione Italiana Sport Equestri) für die Ausbildung zum Reitlehrer ein gewisses Niveau voraussetzt, das durch Turniererfolge zu bele­ gen ist. „In Südtirol gibt es einige Reitschulen, die keine staatlich geprüften Reitlehrer haben. Das geht auch, wenn aber etwas pas­ sieren sollte, kann das schlimm ausgehen.“ Kurt Überegger ortet den Nachteil der ungeschützten Berufsgruppe der Reitlehrer gera­ de im Bereich der Versicherung: „Wenn ich ein Kind unterrichte, ist es automatisch bei der F.I.S.E. ein­ geschrieben und somit versichert.“ In der Reitschule Brixen hat sich Überegger deshalb zwei wei­ tere staatlich geprüfte Reitlehrerin­ nen ins Team geholt. Zusammen betreuen sie die Reiter von der Pieke bis zum Wettkampfsport. „Das Spring­ und Dressurreiten müssen wir aber in Mittewald und Wiesen trainieren, weil es in Brixen leider keine größere Anlage gibt, in der wir diese Disziplinen fördern können“, zeigt sich Über­ egger enttäuscht.

Eintauchen. „Wenn man sich ein­

mal wild von einem Pferd von A nach B transportieren hat lassen, hat man noch lange nicht mit­ bekommen, worum es im Pfer­ desport eigentlich geht“, erklärt Kurt Überegger. „Auf einem Pferd sitzen kann ja eigentlich jeder.“ Nach zehn Stunden auf einem gut ausgebildeten Schulpferd „hat man einen Riecher gekriegt“, so der Reitlehrer. „Wenn der Schü­

Fotos: Oskar Zingerle

ler dann schon mehrere Stunden hinter sich hat, sieht man, dass er vernünftig auf dem Pferd sitzt und sattelsicher ist.“ Dass der Reitsport keine Einschränkungen macht, ist für Kurt Überegger das Schöne: „Auch bei den Turnieren reiten alle gegeneinander – Jung gegen Alt und Mann gegen Frau.“ Dass Reiten mehr ist als nur eine Sportart, verheimlicht Kurt Überegger nicht: „Reiten hilft vie­ len, speziell auch Jugendlichen, die nur mehr in den sozialen Netzwerken im Internet herum­ hängen. Sie kommunizieren zwar mit der ganzen Welt, aber dabei geht es immer nur um sie.“ Der Umgang mit Pferden setzt aber ein stetes Geben und Nehmen voraus, und man muss sich mit den Charaktereigenschaften des Gegenübers auseinandersetzen. Die Jugendlichen müssen Geduld bewahren und Ausdauer. Sie müs­ sen auf das Pferd zugehen, es motivieren und sich selbst öffnen,


TEAMARBEIT: Julia March und Le Patron macht das gemeinsame Training sichtlich Spaß

––––––––

die eigenen Fehler hinterfragen. „Reiten ist eine tolle Lebensschule. Wenn man sich anstrengt und sich Mühe gibt, bekommt man viel zurück. Die Quittung kommt sicherlich – im Positiven und auch im Negativen“, weiß Überegger. Wenn ein Pferd beispielsweise nicht über ein Hindernis springen will, drückt es so vielleicht seine Enttäuschung aus, dass der Reiter das Hindernis falsch angeritten ist. „Auch die Eltern sind froh, wenn sie ihre Kinder gerade in der heißen Zeit in der Pubertät gut beschäftigt wissen. Sie wissen es zu schätzen, dass das Kind müde und stinkend heimkommt und nicht einfach seine Zeit ver­ schwendet hat.“

Weiße Wand. Flausen im Kopf ha­ ben beide – Jugendliche und junge Pferde. „Im Grunde ist es bei den Pferden wie mit den Menschen“, erklärt Kurt Überegger, „Jungpfer­ de sind wie eine weiße Wand. Was

man da am Anfang draufschreibt, bleibt auch oben. Wenn man also etwas falsch macht, merkt man das später oder manchmal auch gleich wieder. Bösartige Pferde und Kinder gibt es nicht. Es kommt auch niemand als Krimineller oder Dieb auf die Welt.“ Grundsätzlich gelten Pferde als sehr sensibel.

ger, jedes Pferd sei ein bisschen anders und habe andere Bedürf­ nisse: „Der eine ist sensibler, der andere leichter zu motivieren. Deshalb muss man sich viel mit dem Pferd beschäftigen, um auch kommunizieren zu können. Spre­ chen kann es ja nicht. Dafür kom­ muniziert es auf eine andere Art

„Reiten ist eine tolle Lebensschule“_ Kurt Überegger, Reitlehrer und Präsident des Reitclubs Eisacktal Sie wollen auch dem Reiter alles recht machen. „Wenn man sich mit dem Pferd ärgert, muss man sich eigentlich immer selbst an die Na­ se fassen, weil man es dem Pferd selbst falsch beigebracht hat.“ Auch bei den Charakterzügen gibt es Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Pferd, weiß Übereg­

mit uns.“ Gerade beim Reitsport, beim Spring­ und Dressurreiten, ist die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter von großer Be­ deutung. Im Alleingang geht es nicht, Reiter und Pferd müssen zusammenarbeiten und gegensei­ tig auch Verständnis zeigen. „Du nimmst als Reiter den Olympiasie­

ger und das zur Zeit beste Pferd, das die letzte WM gewonnen hat. Zusammen müssten die doch alles gewinnen.“ Diese Hypothese von Überegger verlockt Unwissende zu einem zustimmenden Kopfnicken. „Das ist beim Reiten aber logisch nicht so. Wenn Pferd und Reiter nicht zusammenpassen und nicht miteinander harmonieren, bringt das gar nichts.“ Julia March und ihr Le Patron bestätigen das. „Julia hat Le Patron jetzt seit fünf Jahren. Ein halbes Jahr Gewöhnungszeit haben sie gebraucht. Er ist ein normales Pferd, das aber mit keinem Vor­ besitzer so viele Erfolge gefeiert hat wie mit Julia!“, erklärt Kurt Überegger. „Sie haben sich gut zusammengerauft und sind jetzt ein gutes Team.“

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 47


Freizeit & Sport

INTERVIEW

„Mit Höhen und Tiefen“ Der 35-jährige Villnösser Snowboard-Profi ROLAND FISCHNALLER hat seine bisher erfolgreichste Karriere mit 3 Weltcupsiegen, einem Weltmeistertitel sowie Platz zwei im Parallel-Slalom und in der Gesamtwertung beendet – besser hätte es nicht laufen können. Dem „Brixner“ steht „Fisch“ in zehn Express-Fragen Rede und Antwort. Herr Fischnaller, wie haben Sie selbst diese erfolgreiche Saison erlebt? ROLAND FISCHNALLER: Mit vielen Höhen und Tiefen: Die Höhen waren mit Sicherheit die Weltcup­ siege und der Weltmeistertitel; das Tief der Einriss der Patellasehne im Kniegelenk. Dies verursachte un­ glaubliche Schmerzen, mit denen ich trotzdem Rennen gefahren bin. Ihr Geheimrezept ist ... ... ein freier Kopf und ein gutes Gefühl auf dem Snowboard. Hatten Sie eine Vorahnung, dass es diesmal die beste Saison ihrer Karriere sein werde? Nie und nimmer! Die Vorzeichen standen alles andere als auf gut; genau deswegen kann ich es fast immer noch nicht glauben, dass ich nun eine Goldmedaille zu Hause hängen habe. Weiterfahren oder Aufhören?

Roland Fischnaller geht nach seiner erfolgreichsten Saison in die wohlverdiente Pause; ab April geht’s dann wieder los

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Nix Aufhören! Ein paar Jahre hänge ich noch dran, bis zur Olympiade 2018 – dann reicht’s! Im Mai steht Familiennachwuchs an. Beflügelt dieser Gedanke? (lacht) Natürlich beflügelt es mich, Vater zu werden. Vladimir Klitschko hat gesagt, dass man als

Vater härter kämpft – das kann ich bestätigen! Inwieweit ärgert es dich, dass du die Gesamtwertung nicht für dich entscheiden konntest? Das stört mich überhaupt nicht! Ich weiß, wo meine Fehler lagen, und ich werde es versuchen, im nächsten Jahr besser zu machen.

Der Weltmeistertitel ist ... ... das Highlight meiner Karriere. Was macht einen WeltklasseSnowboarder aus? Knallhartes Training (fast) das ganze Jahr über – mit viel Verzicht. Sieg und Niederlage gehen im Sport Hand in Hand. Wie geht man damit um? Da hilft mir meine Erfahrung sehr. Da ich beide Situationen bereits bestens kenne, habe ich gelernt, den Sieg zu genießen und die Niederlagen schnellstens wegzustecken – und es versu­ chen, das nächste Mal besser zu machen. Wie lassen Sie diese Saison ausklingen? Ich freue mich am meisten aufs Daheim sein bei meiner Freundin und darauf, einige Monate mal nicht aus dem Koffer leben zu müssen. Aber nach der Saison ist vor der Saison: Materialtests und Sponsorentermine stehen an; zwi­ schendurch ein kurzer Urlaub. Und ab April geht’s dann schon wieder los. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Plose Mineralwasser und Speicherbecken.

Beide sind möglich. In Bezug auf die Diskussion und auf die Gerüchte um das Speicherbecken für die Beschneiung auf der Plose sind viele Unwahrheiten verkündet worden. Deshalb liegt es uns als eine über 100 Jahre in Brixen ansässige Familie und seit 60 Jahren Inhaber der Plose Quelle AG besonders nahe, folgende Tatsachen klarzustellen:

• Ohne Rücksicht auf die Natur wurde der Standort eines Speicherbeckens von 70.000 m3 von der Plose Ski AG innerhalb des 55 Jahre alten Wasserschutzgebietes der Plose Mineralwasserquellen geplant. • 3x wurde dieser Standort für ein Speicherbecken dieser Größe vom Land Südtirol als zu gefährlich und ungeeignet beurteilt (negatives UVP-Gutachten, Amt für Geologie, Amt für Gewässerschutz). • Bewusst der Wichtigkeit des Skibetriebes auf der Plose wurden alternative Standorte für ein oder mehrere Speicherbecken vom Mediationstisch des Landes Südtirol und von der Plose Quelle AG vorgeschlagen und untersucht. • Die Plose Quelle AG hat sich bereit erklärt das Speicherbecken /die Speicherbecken an diesen alternativen Standorten mitzufinanzieren und der Plose Ski AG dabei konkret beizustehen. • Die Plose Quelle AG hat sich weiter bereit erklärt, sich aktiv für die Aufwertung des Ploseberges zu bemühen, z.B. mit dem Kauf von Tausenden von Tickets für die Gondelbahn und Gratisskipässe für Schulen, Vereine, Kunden, Konsumenten; den Bau eines Mineralwasser Museums/ einer Erlebniswelt, usw. • Die Plose Quelle AG hat vor dem Gemeinderat Brixen (2013) und beim Mediationstisch des Landes Südtirol (2015) der Plose Ski AG eine konstruktive Zusammenarbeit vorgeschlagen. • Das Ansuchen der Plose Quelle AG für zusätzliche Quellen ist, im Gegensatz zu den Aussagen des „Bürgerkomitee Rettung Skigebiet Ploseberg 2015“, nicht der Grund des Verbotes für den Bau des Speicherbeckens, da der Standort Schönboden sich im 55 Jahre alten Wasserschutzgebiet befindet. • Das Plose Mineralwasser ist eines der qualitativ besten Mineralwässer Europas und ist ein öffentliches Gut im Besitz des Landes Südtirol. Es ist das weitverbreitetste Produkt mit Herkunft Brixen (Marke: PLOSE, BRIXEN, SÜDTIROL) und zeugt von Reinheit, intakter Natur und Respekt gegenüber unserer Heimat. Es ist in über 10 Ländern erhältlich. • Die Plose Quelle AG darf das Mineralwasser mittels einer Konzession abfüllen und pflegt seit 1957 das Wasserschutzgebiet sorgfältig und mit Leidenschaft.

Tatsache ist, dass es auf der Plose alternative Standorte für Speicherbecken gibt und eine ablehnende Haltung gegenüber einer konstruktiven Zusammenarbeit im Allgemeinen nicht nachvollziehbar ist. Der Ploseberg gehört uns allen und wir alle haben die Aufgabe ihn zu schützen und wo es möglich ist ihn zu verbessern. Er sollte uns allen als Inspiration für eine Verbesserung unserer Lebensqualität und eines harmonischen Zusammenlebens dienen.

In diesem Sinne waren und sind wir immer bereit bei der Aufwertung des Ploseberges mitzumachen. Im Sommer und im Winter!

Plose Quelle AG Die Geschäftsführer Paolo und Andreas Fellin

Mineralwasser


Freizeit & Sport

Foto: Mauri Ratilainen

BIATHLON

Chapeau, Karin! z Ja, wir freuen uns alle mit, und zwar für die Feldthurnerin Karin Oberhofer, die gleich zwei Bron­ zemedaillen von der Biathlon­ Weltmeisterschaft nach Hause bringt. Eigentlich hatte Oberho­ fer die Weltmeisterschaft schon abgeschrieben, bevor sie so rich­ tig begonnen hatte, da sie nach den ersten vier Wettkämpfen eine Enttäuschung nach der anderen kassiert hatte. Wahrscheinlich war es diese Wut im Bauch, mit der sie dann gemeinsam mit der Damen­ staffel zur ersten Bronzemedaille

fuhr. Damit aber nicht genug: Die wahre Glanzleistung gelang der 30­Jährigen beim darauffolgen­ den Wettbewerb, dem Massenstart. Nach dem Liegendschießen war die Medaille schon so gut wie außer Reichweite, aber Oberhofer zündete den Turbo und lieferte sich eine spannende Aufholjagd und ein noch packenderes Duell mit der Russin Darya Domrat­ schawa – das sie schlussendlich gewann und als dritte die Ziellinie überquerte. Die Goldmedaille ging an die Ukrainierin Walj Semerenko,

Silber an die Deutsche Franziska Preuß. Überglücklich über diesen Erfolg bedankt sich Oberhofer nicht nur bei Trainern, Servicemän­

nern und Team, sondern vor allem bei ihrer Familie und Freunden – und wir Eisacktaler bedanken uns für diesen Glücksmoment. eh

halle. Bislang hat „Judo Rodeneck“ sieben Schwarzgurtträger hervor­ gebracht. Neben den sportlichen Höhepunkten organisiert die Sek­ tion, bei der 5­ bis 99­Jährige

mitmachen können, auch Shows und Judovorführungen und sorgt mit Zeltlagern und Filmabenden für einen guten Zusammenhalt auch abseits der Judomatte. eh

Der Brixner Bruno Capello, Chef des Südtiroler Leichtathletikverbandes FIDAL, hat das „Südtirol Elite Team“ aus der Taufe gehoben. Dieser Landeskader soll die besten Südtiroler Leichtathleten vereinen und verstärkt den Nachwuchs im Lande fördern.

Das erste Südtiroler Sportjahrbuch mit allen Daten und Fakten, die das Sportjahr 2014 in Südtirol geprägt haben, ist erschienen. Das Buch ist kostenlos und kann im Amt für Sport und Gesundheitsförderung in Bozen abgeholt oder per E-Mail an sport@provinz.bz.it bestellt werden.

F&S Freizeit & Sport JUDO

Siegen durch Nachgeben z Judo, Yoseikan Budo, Karate oder Taekwondo: Immer aktueller und beliebter werden fernöstliche Kampfsportarten auch in unserer Region. In Rodeneck fand kürz­ lich ein Judoturnier mit mehr als 200 Teilnehmern statt. Bei dieser japanischen Kampfsportart gilt das „Siegen durch Nachgeben“­ Prinzip, bei dem es darum geht, mit minimalem Aufwand maxi­ male Wirkung zu erzielen. Or­ ganisiert wurde das Turnier von „Judo Rodeneck“, dem einzigen Judoclub im Eisacktal. Teilneh­ mer aus Südtirol, dem Trentino, Nord­ und Osttirol und sogar

kurz

notiert

50

aus Liechtenstein traten in den verschiedenen Gewichts­ und Altersklassen gegeneinander an. Durch das Messen mit neuen Ge­ gnern aus anderen Judovereinen stärken die Judokas nicht nur das Selbstvertrauen, sondern lernen dabei auch, mit Sieg und Nieder­ lage umzugehen; zudem wird der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gestärkt. Trainiert werden die Kämpfer der Sektion Judo des Amateursport­ und Freizeitclubs Rodeneck – in dem über 50 aktive Athleten aus dem ganzen Eisacktal eingeschrieben sind – dreimal pro Woche in der dortigen Trainings­

Eine Vereinbarung der Südtiroler Sporthilfe mit den Autohäusern in Südtirol ermöglicht es den Sportvereinen, einen neuen Kleinbus zu stark reduzierten Preisen zu kaufen: Bis zu 32 Prozent Rabatt werden gewährt. Weitere Infos unter http://sporthilfe.it/Foerderungen/Busaktion.


NACHGEFRAGT

„Beobachten und reagieren“ MAURIZIO AGEA ist Fechttrainer der Brixner Fechter und Mitorganisator des Internationalen Jugend-Fechtturniers, das – überschneidend mit dem Drucktermin dieser Ausgabe des „Brixner“ – Ende März in Brixen stattfindet. Herr Agea, seit wann wird in Brixen bereits der Degen gezückt? Unsere Fechtgruppe gibt es seit Frühjahr 2010. Allerdings wurde die „Brixner Staffel“ des Bozner Fechtclubs bereits im Jahre 1903 erstmals in der damaligen Zei­ tung „Brixener Chronik“ als Teil des Turnvereins Brixen erwähnt. 16 aktive Athleten zwischen 10 und 16 Jahren zählt die Gruppe derzeit; wir trainieren zweimal wöchentlich. Dabei wird mit Konditionstraining begonnen und dann mit spezifischem Fechttraining, wie Individual­ training, Florett­ oder Degen­ kämpfen, weiter gemacht.

Was macht einen guten Fechter aus? Konzentration und Selbstkon­ trolle während der Kämpfe so­ wie Kondition und technisches Fechtkönnen sind das A und O. Auf der Fechtbahn muss man den Gegner ständig beobachten, sei­ ne Taktik richtig interpretieren, sich bewusst und in perfekter Kontrolle bewegen – nur dann kann man erfolgreich reagieren und ihn mit der Klinge richtig treffen. 900 junge Fechter messen sich beim Fechtturnier Ende März in Brixen. Wie wurde der Austragungsort ausgewählt?

Am 28. und 29. März findet in der Coni­Turnhalle ein nationales „Un­ der 14“­Fechtturnier statt. Diese Etappe ist dem 13­fachen Olympia­ medaillengewinner Edoardo Man­ giarotti gewidmet. 900 junge Ath­ leten aus allen Regionen Italiens werden erwartet. Brixen ist aufgrund seiner erstklassigen Sportanlagen als Austragungsort ideal. Durch die Zusammenarbeit mit dem italieni­ schen Fechtverband und dem Fecht­ club Bozen ist es der Gemeinde Brixen und dem Tourismusverein Brixen gelungen, eine der wich­ tigsten Fechtveranstaltungen nach Brixen zu bringen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

SCHWIMMEN

Sportlich durchs Leben

Erfolgreicher Nachwuchs

z Dreißig Jahre alt ist der Brix­ ner Andreas Psaier. Drahtig und stolz breitet er seine drei Medaillen auf dem Tisch aus: zwei Silberne und eine Bron­ zene. Er hat sie im Slalom, im Riesenslalom und im Super­G bei den „Special Olympics“ im aostanischen La Thuile errun­ gen. Noch ist er nicht ganz zufrieden: „Ich will mich weiter verbessern, und dabei wird mir mein Trainer helfen. Derzeit ist zwar Michael Ellecosta aus Rodeneck noch schneller als ich, aber so leicht gebe ich nicht auf.“ Und Andreas hat ein großes Ziel: die Teilnahme an den „Special Olympics World Winter Games 2017“ in Schlad­ ming – dafür will er kämp­ fen. Andreas Psaier trainiert mit anderen Behinderten aus dem Eisack­ und Wipptal mit den Trainern und Betreuern von „Sport & Friends Südtirol“ am Rosskopf und bestreitet im Lauf einer Saison ein gutes Dutzend Rennen. Beim letzten Wettkampf auf Meran 2000 am ersten Februar­Wochenende

Foto: Oskar Zingerle

BEHINDERTENSPORT

belegte er den dritten Rang. Im Sommer wird auf dem Fußball­ platz und im Schwimmbad trai­ niert. „Für mich ist Sport ganz wichtig – aktiv und passiv“, sagt er. Als „Passivsportler“ ist er begeistertes und treues Mit­ glied des Fanclubs der Brixner Handballer. Nicht nur bei den Heimspielen in der Fischzucht­ halle, sondern auch bei den zahlreichen Auswärtsfahrten ist er fast immer mit dabei. jb

z Nicht Gold, Silber oder gar Bron­ ze dominierte bei den heurigen Schwimm­Landesmeisterschaften in Bozen und Meran, sondern Orange! Das ist nämlich die Ver­ einsfarbe des Brixner Schwimm­ clubs, und genau dieser räumte an den zwei Wochenenden im März ordentlich ab. Immer wieder stand ein Mitglied des Vereins im orangefarbenen Vereinsshirt auf dem Siegerpodest, allen voran die zwölfjährige Lea Fischer und der dreizehnjährige Jan Bacher, denen es gelang, bei jedem ihrer vier Starts je einen Landesmeister­ titel einzuheimsen, sowie Jakob Kinzner, der sich gleich einen kompletten Medaillensatz abholte.

Dazu gesellen sich noch weitere drei Silber­ und vier Bronzeme­ daillen, die auch auf die Staffel­ erfolge der Mädchen und auch der Knaben zurückgingen. Bei den Wettkampftagen der jugend­ lichen Schwimmer holte sich Luc Krüger den Landesmeistertitel auf der Distanz von 1.500 Me­ tern. Darüberhinaus kehrten die Schwimmclub­Athleten mit sieben Silber­ und zehn Bronzeplätzen aus Bozen zurück nach Hause. Zu den Brixner Erfolgsschwimmern zählen auch Eva Spögler und Mat­ thias Dalfovo, die zwar derzeit für Bolzano Nuoto schwimmen, aber mit dem Schwimmclub Brixen groß geworden sind. eh

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Wirtschaft & Umwelt

STEHT DAS ENDE DES SKIBETRIEBES AUF DER PLOSE BEVOR?

„Den Zug verpasst“

In einem Brief an Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigt die Plose Ski AG an, dass das Unternehmen sich gezwungen sehe, mit Ende 2018 den Skibetrieb einzustellen. Die Nachricht schlug vor allem am Ploseberg ein wie eine Bombe. Der „Brixner“ erklärt die Hintergründe – und warum die Entscheidung ernst zu nehmen ist.

D

er Ploseberg kommt nicht zur Ruhe: Nach einem für die Bewohner am Berg er­ nüchternden Ergebnis der Volks­ abstimmung zur Seilbahn kam En­ de Februar nun die überraschen­ de Ankündigung der Plose Ski AG, nach dem Winter 2018 den Skibetrieb zu beenden, oder, wie Alessandro Marzola es formuliert, „mit dem gesteuerten Rückbau des Skigebiets“ zu beginnen. Und schon kursiert in der Stadt immer öfter die Aussage: „Das ist ohne Zweifel nur ein Erpressungsver­ such von Alessandro Marzola“, oder – noch schlimmer – „das ist jetzt die Rache des Unternehmers an die Brixner für die verlorene Volksabstimmung“. Dabei hat die Familie Marzola ganz einfach eine unternehmerische Entscheidung getroffen, die zwar nicht beson­ ders altruistisch sein mag, aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht für ihr Unternehmen durchaus

ungünstiger Umstände, die ge­ meinsam dazu führten, dass erst­ mals in Südtirol ein Skigebiet von sich aus ankündigt, dass es einen „gesteuerten Rückbau“ anstrebe und somit einen dramatischen Kurzwechsel anpeilen würde. Genau genommen waren es vier Gründe, die dazu geführt hatten: Ein im Jänner endgültig verlo­ rener 14 Jahre langer Kampf für den Bau eines Speicherbeckens zur Sicherung des Winterbetriebs bei schlechter Schneelage, vier aufeinanderfolgende schlechte Wintersaisonen, die nach wie vor nicht in Aussicht stehenden Hotelneubauten und – ja, auch die verlorene Volksabstimmung. Das Zusammentreffen all dieser negativen Rahmenbedingungen war es, was zum radikalen Schritt führen musste. „Hätte es heuer einen guten Winter gegeben, so hätten wir uns wahrscheinlich noch davon blenden lassen“, sagt

wendiges Speicherbecken kämp­ fen muss – und diese Odyssee bürokratischer, juristischer und politischer Hürden am Ende sogar ohne Ergebnis bleibt? Dass einem Unternehmer dabei irgendwann Lust und Luft ausgeht, ist verständ­ lich. Kolportierte 400.000 Euro soll Marzola allein in Gutachten, Gegengutachten, Planungen und Rechtsbeistände in diesen 14 Jah­ ren ausgegeben haben. Am Ende dieser Odyssee kam im Jänner 2015 die Entscheidung von Lan­ deshauptmann Arno Kompatscher, dass die angepeilte Idee eines Speicherbeckens am Schönbo­ den wohl endgültig zu verwerfen sei. Begründung: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Bau – allein der Bau, nicht der Betrieb! – sich negativ auf die Wasserqualität der eigentlich in vermeintlich sicherer Entfernung befindlichen Quelle auswirken könnte, aus der die Plose Quelle

„Wir haben es aufgegeben, in unter­ nehmerischen Entscheidungen auf Versprechen zu bauen, die die Politik dann nicht einhalten kann oder will“_ Alessandro Marzola, Plose Ski AG Sinn macht. De facto hatte die Plose Ski AG auch keine andere Wahl. Die Volksabstimmung zur Seilbahn war auf keinen Fall der Auslöser für die Anfang Februar gefällte einstimmige (!) Entschei­ dung des Verwaltungsrats der Plose Ski AG. Es war viel mehr ein Zusammentreffen mehrerer 52

Alessandro Marzola, „vielleicht ist es sogar besser, dass dieser Winter wieder schlecht war. So fiel uns die Entscheidung leichter.“

Grund 1: Der verlorene Kampf um das Speicherbecken. Kann

es sein, dass ein Unternehmen in Südtirol 14 Jahre lang für ein zum Skibetrieb unbedingt not­

AG ihr Mineralwasser zapft. Dazu gibt es zwei Gutachten von Geo­ logen, deren Ergebnisse diametral entgegengesetzt sind, aber sicher­ heitshalber haben die Landesbe­ amten in ihren entsprechenden Schlussfolgerungen jenem Gutach­ ten mehr Glauben geschenkt, das eventuell eine Beeinträchtigung der Wasserqualität in Betracht

ziehen würde. Kompatscher folgte seiner Beamtenschaft – und initi­ ierte sofort eine Mediation: Plose Quelle AG, Plose Ski AG, Land und Gemeinde Brixen sollten sich an einen Tisch setzen und schnellstens gemeinsam eine alter­ native Lösung für das verhinderte Speicherbecken finden. Die in dieser Runde gefundene Alternative bestand in zwei kleine­ ren Becken, die an Stellen gebaut werden könnten, die die Quelle nicht beeinträchtigen würden. Kompatscher versprach schnelle Genehmigungsabläufe und einen gehörigen Teil der Finanzierung. Marzola war trotzdem enttäuscht: Nach 14 Jahren Arbeit ein neues Genehmigungsverfahren zu be­ ginnen, von dem man wieder nicht sicher sein könnte, ob es am Ende wirklich zum Bau kom­


AB 2018 NUR NOCH EIN BERG ZUM WANDERN? Die Plose Ski AG plant einen „gesteuerten Rückbau“ des Skigebiets

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men würde – das war offenbar zu viel verlangt. Er verließ das Mediationsgespräch mit den kryp­ tischen Worten: „Schaumer mal, ob wir das Becken überhaupt noch brauchen.“ Klarere Worte kamen dann schriftlich – in einem Brief der Plose Ski AG, der einige Tage nach dem Mediationsverfahren am 12. Februar verfasst und erst zehn Tage später, am 22. Februar, per E­Mail an Kompatscher und an Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller versendet wurde: „Wir können nicht einfach hinnehmen“, schreibt die Präsidentin des Ver­ waltungsrats und Mutter von Ales­ sandro Marzola, Karen Ruhnke, „dass das öffentliche Interesse ausschließlich den Wasserquel­ len des Mineralwasserabfüllers zugesprochen wird, während

im Ergebnisprotokoll kein Wort darüber fällt, dass der Ploseberg Wohnort von Hunderten Familien ist, deren Lebensgrundlage stark an die Aktivitäten auf der Plose gebunden ist. (...) Die Diskussion der letzten fünf Jahre rund um den Beschneiungssee ‚Schönboden’ haben unserer Gesellschaft die Zuversicht genommen, dass die Politik hier eine Lösung finden kann, die in technischer und fi­ nanzieller Sicht umgesetzt werden kann.“ Warum hat das Speicherbe­ cken für das Skigebiet Plose exist­ entielle Bedeutung? „Es gewährt Schneesicherheit“, erklärt Marzola dem „Brixner“, „wir müssen auch bei ungünstigen Wetterverhältnis­ sen sicher sein, dass die Skisai­ son Anfang Dezember beginnen kann – ansonsten fehlt uns der

Saisonstart, der das Ergebnis der gesamten Saison beeinträchtigt.“ Schneesicherheit sei, so betont Marzola, im Übrigen auch für die Hotellerie wichtig: „Auch die Hotelbetriebe in Brixen müssen ihren Gästen versichern können, dass die Pisten auch bei schlech­ ter Schneelage in Betrieb sind – es geht hier nicht nur um uns.“

Grund 2: Vier aufeinanderfolgende schlechte Winter. Die

letzthin schlechten Umsätze der Plose Ski AG sind im Grunde der Beweis dafür, dass Marzola Recht hat: „Wir mussten in den letzten vier Saisonen herbe Umsatzver­ luste im Winter hinnehmen, die die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens zusätzlich eingeschränkt haben“, steht im Schreiben an den Landeshaupt­

mann. Wichtige Investitionen wurden zurückgestellt, wodurch das Bilanzergebnis zwar geschönt wurde, aber die wirtschaftlichen Probleme werden damit lediglich zeitlich verschoben: Es führt zu einem Investitionsstau, der mit den derzeitigen Rahmenbedin­ gungen nicht mehr zu bewältigen ist. Fazit: Wäre das Speicherbe­ cken rechtzeitig gebaut worden, so wären die Gesamtergebnisse der vergangenen Jahre erheblich besser ausgefallen – und die jet­ zige Entscheidung zum Rückbau des Skigebiets wäre wohl nicht getroffen worden. Das grundsätzliche Problem des Skigebiets Plose ist dessen Auslastung an den Wochentagen. Während das von den Einhei­ mischen stark bevölkerte Wo­ chenende boomt, sind die Pisten 53


Wirtschaft & Umwelt

von Montag bis Freitag fast leer. Begründet wird dies durch die laut Malik­Studie im Vergleich zu anderen Destinationen sehr schwache Hotelinfrastruktur, vor allem im Mittelgebirge: „Urlaubs­ gäste nutzen die Ski­Infrastruk­ turen an den Wochentagen, die Einheimischen haben an diesen Tagen in der Regel keine Zeit zum Skifahren.“ Die fehlenden Hotelbetten führen dazu, dass das Skigebiet „verletzlich“ wird, wenn die Rahmenbedingungen – Wetter an den Wochenenden, Schneesicherheit – einmal nicht optimal sein sollten.

Grund 3: Hotelbauten in Wartestellung. Im Mittelgebirge gibt

es nach wie vor drei Hotelin­ vestoren, die derzeit mit ihren Projekten zuwarten – aus durch­ aus nachvollziehbaren Gründen. Das Projekt der Familie Sanoner in den Kojawiesen wurde nach einigen Rekursen zurückgestellt: Andreas Sanoner erklärte dem „Brixner“ vor einiger Zeit, dass man mit dem Ausführungsprojekt zuwarten werde, bis die Rekurse in letzter Instanz abgeschmettert seien – andernfalls sei das Risiko zu groß, dass die entsprechenden Planungen für die Katz seien.

Grissino­Wirt Markus Huber hat eigentlich bereits ein genehmi­ gtes Projekt für St. Andrä, das bei einem positiven Ausgang der Seilbahn­Volksabstimmung heute wohl bereits in der Bauphase wäre. So wartet er aber zu und beobachtet genau, ob das Skige­ biet eine Zukunft hat, denn ohne Skigebiet ist die Wirtschaftlichkeit eines Hotelbetriebs in St. Andrä mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben – auch die heute bereits zugesagte Fremd­ finanzierung wäre wohl in Frage gestellt. Das dritte Projekt stammt vom Athesia­Ableger Tourdolo­

mit: Hier gibt es für das direkt am Parkplatz der Talstation in St. Andrä anzusiedelnde Hotel heute lediglich ein Vorprojekt. „Die Realisierung der Seilbahn und die damit zusammenhän­ genden Hotelbauten mit knapp 1.000 Gästebetten waren eine Grundvoraussetzung, um weitere Investitionen stemmen zu kön­ nen“, schreibt die Plose Ski AG an den Landeshauptmann, „nur die zusätzlichen Umsätze, die aus der Kombination der direkten Seilbahnanbindung und der neu­ en Hotelbetten generiert worden wären, hätten es ermöglicht, die

Interview

Foto: Oskar Zingerle

„Die Ängste der Familien am Berg sind enorm“

ALESSANDRO MARZOLA, Plose Ski AG Herr Marzola, wie ist die Stimmung am Berg? Am Berg herrscht immer noch eine extrem schlechte Stimmung, ein großes Misstrauen gegenüber den „Stadtlern“ ist andauernd spürbar. Die Bewohner des Plosebergs denken sich bei jedem Brixner, den sie treffen: Wie wird er wohl bei der Volksabstimmung gewählt haben? Dabei hat es ja auch sehr viele Brixner gegeben, die für die Seilbahn gestimmt hatten – und die fühlen sich am Berg nun auch unwohl, versuchen, den Leuten vom Berg ständig ihr Verständnis zu zeigen, sie distanzieren sich von den Seilbahngegnern – und reißen damit die Wunde immer wieder auf. Was die Leute am Berg am meisten stört, ist die durch die Volksabstimmung offensichtlich gewordene fehlende Empathie 54

vieler Brixner gegenüber einem gehörigen Teil ihrer Mitbevölkerung: Wie es den Familien in Afers geht, interessiert diese Leute offensichtlich nicht, ihnen fehlt das Mitgefühl. Wenn die „Stadtler“ von der Plose reden, reden sie immer nur vom Marzola – als könnte man den Lebensraum Ploseberg auf eine Person reduzieren. Bei der Volksabstimmung ging es aber nicht um den Marzola, sondern um die Menschen, die am Berg leben, die ein Teil der Bevölkerung der Gemeinde Brixen sind. Mit dem Rückbau des Skigebiets verlieren sie einen bedeutenden Teil ihres Einkommens, was natürlich zu enormen Existenzängsten in sehr vielen Familien führt. All das haben wir auch vor der Volksabstimmung immer wieder betont, aber die Mehrheit der Brixner hat offensichtlich in der Wahlkabine die Zusammenhänge nicht verstanden: Sie haben gesagt, wir werden doch nicht für den Marzola eine Seilbahn bauen. Dabei hätten sie begreifen müssen, dass die Lebensumstände der Menschen am Berg sich radikal verschlechtern werden, wenn es das Skigebiet nicht mehr geben sollte. Ja, es ist die fehlende Empathie der Brixner für ihre Mitbürger, die die Menschen am Berg ärgert. Ich kann sie gut verstehen. Ist die Plose eigentlich – unabhängig von der derzeitigen Problematik – aufgrund des Klimawandels als Skigebiet langfristig überlebensfähig? Ja, natürlich. Die Plose ist viel höher als viele berühmte Skigebiete in Österreich – alle Gebiete, die 2.000 Meter Meereshöhe übersteigen, sind aus dieser Sicht privilegiert, also auch die Plose.

Sie haben immer wieder betont, das Problem der Plose seien die unzureichenden Speicherbecken und die fehlenden Hotelbetten. Nehmen wir an, das Land findet eine schnelle Lösung für den Bau neuer Speicherbecken, und Gemeinde und Land können starke Anreize für Investoren schaffen, was im Mittelgebirge zur raschen Realisierung von neuen Hotels führen könnte – wäre Ihre Entscheidung zum Ende des Skibetriebs in diesem Fall revidierbar? Ich bin zu dieser Frage immer extrem klar: Wir haben einen Entschluss gefasst, und wir lassen uns nicht mehr durch Versprechen ablenken. Wir müssen einfach schauen, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – so hängt es nur noch von uns ab, wie wir uns wirtschaftlich aufstellen. Wenn wir weiter in den Winter investieren würden, darauf hoffend, dass die Politik die notwendigen Entscheidungen trifft, wären wir vielleicht in vier oder fünf Jahren in Konkurs – da wäre ein Einlenken nicht mehr möglich. Heute sind wir in der glücklichen Situation, finanziell noch gut aufgestellt zu sein und unser Schicksal selbst gestalten zu können. Schauen Sie, ob ein Skibetrieb funktioniert, hängt maßgeblich von seiner Auslastung an den Wochentagen, vom Wetter und von der Schneesituation ab – dies alles haben wir derzeit nicht in der Hand. Für den Sommer herrscht Planungssicherheit, die Investitionen sind überschaubar, das Potential einer positiven Entwicklung ist vorhanden. Also? ...

Wenn in der Zwischenzeit die Hotelbauten wirklich angegangen werden, wenn kurzfristig ein Speicherbecken genehmigt und die Finanzierung geklärt würde, können wir immer noch einlenken. Wir hätten dann vielleicht einen höheren Nachholbedarf bei den Investitionen, weil wir klarerweise bis 2018 keine Gelder mehr in den Skibetrieb stecken. Aber wenn die Hotelbetten da sind und damit die Auslastung des Skibetriebs an den Wochentagen gegeben wäre, dann lässt sich vieles tun. Ja, ein Wiederbeleben des Skibetriebs ist in diesem Fall denkbar. Aber wir stellen keine Forderungen, wir erpressen niemanden, wir haben den Weg des gesteuerten Rückbaus des Skibetriebs eingeschlagen und können damit sehr gut leben. Das Ende des Skibetriebs ist für uns eine machbare und betriebswirtschaftlich sinnvolle Option – auch wenn sie natürlich schmerzt. Zum ersten Mal decken sich die Interessen der Liftgesellschaft nicht mit jenen der Bevölkerung am Berg. Das ist zugegebenermaßen ein Risiko: Es könnte passieren, dass uns, wenn wir uns auf den Sommer konzentrieren, der heute am Berg flächendeckend spürbare Rückhalt der Bevölkerung abhanden kommt. Wir versuchen, dies abzufedern, den Leuten Mut zu machen, aber die Ängste der Familien sind enorm, wir spüren sie sehr intensiv. Sie sehen für sich keine Chance, wenn der Skibetrieb aufhört. Dabei darf festgehalten werden: Inzwischen geht es ja nicht mehr um die Seilbahn, wie in der Stadt viele vermuten, sondern allein um Maßnahmen zur Rettung des Skibetriebs ...


anstehenden Investitionen ins Skigebiet zu tätigen.“ Sprich: Wäre heute zumindest eines der drei Hotelprojekte im Bau, hätte man die Entscheidung zum Rückbau des Skigebiets wohl auch nicht getroffen.

Grund 4: Volksabstimmung zur Seilbahn. Die Volksabstimmung

zur Seilbahn war in diesem Sinn nicht der Auslöser für die Ent­ scheidung der Plose Ski AG zum Rückbau des Skigebiets, aber sie steht damit in einem direkten Zusammenhang: Wäre die Volks­ abstimmung positiv ausgegan­

Man kann in Brixen gern auch in den nächsten Jahren darüber diskutieren, ob man eine Seilbahn von Brixen nach St. Andrä bauen will und wie diese aussehen könnte, aber als Unternehmen dürfen wir uns von dieser Thematik nicht ablenken lassen – wir müssen unseren eigenen Weg gehen, um wirtschaftlich arbeiten zu können und um mit den richtigen Entscheidungen das Bestehen des Unternehmens langfristig zu sichern. Schauen Sie, die Realisierung einer Seilbahn ist für unsere Planung inzwischen viel zu unsicher und dauert viel zu lange. Wir haben es aufgegeben, in unternehmerischen Entscheidungen auf Versprechen zu bauen, die die Politik dann nicht einhalten kann oder will. Der Blickwinkel hat sich geändert – es muss jetzt, falls man mit dem Ende des Skibetriebs nicht einverstanden ist, alles getan werden, um die Investoren dazu zu bringen, die Hotels zu realisieren. Sollten neue Betten entstehen, könnte man daran denken, den Skibetrieb zu erhalten oder wieder aufzubauen. Die Seilbahn Brixen-St. Andrä kann aus dieser Überlegung heraus derzeit keine Priorität mehr haben. Wenn schon, dann kann deren Sinnhaftigkeit im Sinn des Gesamtkonzeptes in einem zweiten Moment wieder diskutiert werden, in ein paar Jahren, sobald der Rest feststeht. Für uns ist sie heute irrelevant. Im Umkehrschluss könnte man daraus verstehen, dass das Ende des Skigebiets auch bei einem positiven Ausgang der Volksabstimmung nicht vermeidbar gewesen wäre. Das stimmt nicht. Diese Seilbahn war Teil eines Gesamtkonzeptes; eine Entscheidung für die Seilbahn hätte extrem positive Impulse am Berg und

gen, hätte der Verwaltungsrat der Plose Ski AG ohne Zweifel anders entschieden. „Durch die direkte Anbindung an die Eisen­ bahn hätten wir neue Zielgruppen angesprochen“, sagt Alessandro Marzola, „vor allem aber hät­ te das Projekt enorme Impulse für die Entwicklung des Bergs und der ganzen Stadt gegeben.“ Im Gespräch mit dem „Brixner“ nennt er als Beispiel jene Ef­ fekte, die die neue Verbindung in Sexten bereits im ersten Jahr gezeigt hat: „In Sexten hat man in eine direkte Anbindung zur Eisenbahn investiert und in eine

im Mittelgebirge generiert. Daran besteht kein Zweifel. Andererseits: Bei positivem Ausgang wären wir jetzt möglicherweise mitten in der Zeit einiger Rekurse ... eine Realisierung wäre trotzdem immer von Unsicherheiten und Verzögerungen geprägt gewesen. Das stimmt; vielleicht ist aus diesem Blickwinkel die Entscheidung der Bevölkerung gegen die Seilbahn für uns als Unternehmen sogar ein Glücksfall. Das ist eine der ganz großen Schwachstellen von Italien: Die Initiativen ziehen sich viel zu sehr in die Länge, Entscheidungen fallen viel zu spät, jede Investitionstätigkeit ist mit enormen Schwierigkeiten, Rechtsunsicherheiten und entsprechenden Risiken verbunden, wenn auch nur ein Bürger sich dagegen ausspricht. Trotzdem: Hätte die Volksabstimmung ein positives Ergebnis gebracht, wäre mein Verwaltungsrat ohne Zweifel nie zur Entscheidung gekommen, den Skibetrieb einzustellen. Wir wussten, dass sich mit einer direkten Seilbahnverbindung ganz neue Perspektiven eröffnen würden. Den Brixnern ist nicht bewusst, was sich hier von April bis November abgespielt hätte – im Sommer wohlgemerkt, nicht nur im Winter! Die bequeme Erreichbarkeit des Berges hätte sich auf die gesamte Gemeinde positiv ausgewirkt. Ich wiederhole: Die Entscheidung, den Skibetrieb einzustellen, wäre nie zustandegekommen bei einem positiven Bürgerentscheid zur Seilbahn. Darüber nachzudenken bringt aber nichts – wir müssen in die Zukunft schauen. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 55


Wirtschaft & Umwelt

Alessandro Marzola: „Wir haben unser Schicksal selbst in die Hand genommen“

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neue Pistenverbindung – und die Rechnung ist schon im ersten Jahr aufgegangen.“ Während alle großen Skigebiete die zu Ende gehende Saison mit einem leich­ ten Minus abschließen werden, sagt Marzola, verzeichne Sexten ein Plus von 20 Prozent. „Die großen Gewinner sind die klei­ nen Nächtigungsbetriebe, Hotels, Pensionen. In Sexten herrscht eine große Aufbruchstimmung: Jeder will jetzt sein Hotel oder seine Pension erweitern, jeder tätigt Investitionen. Es entsteht eine Dynamik, von der das ganze Tal profitiert und die die näch­ sten vier oder fünf Jahre nicht zu stoppen sein wird.“ Der Preis, den Sexten dafür zu zahlen hatte, ist eine neue Schneise durch den Wald, die eine gefühlte Handvoll Sextner und vor allem der Dachverband für Natur­ und Umweltschutz seinerzeit ve­ hement bekämpft hatten. „Wegen dieser Schneise hat man in Sexten jahrelang gestritten – heute geben auch viele Gegner zu, dass man einen Kampf wegen nichts geführt hat“, sagt Marzola. Die Schneise stört niemanden mehr. „Man hat erkannt, dass die Menschen in Sexten die Möglichkeit haben müssen, in ihrem Tal zu leben und zu arbeiten. Die Sextner können nur über den Tourismus ihren Lebensunterhalt erwirtschaften – eine andere Chance gibt es nicht. Sollen sie nach Bozen pendeln, um im Landhaus zu arbeiten?“, fragt Marzola provokant. Und: „Dasselbe gilt im Kleinen auch für die Plose: Wir müssen den Leuten die Möglichkeit geben, am Berg zu arbeiten. Ansonsten wird St. Andrä immer mehr zum Schlafdorf für Leute, die hier woh­ nen wollen, weil sie sich eine Wohnung in der Stadt nicht leisten können. Diese Leute versuchen dann natürlich, jede Entwicklung

im Dorf zu verhindern, weil dies ja möglicherweise ihre persönliche Situation verschlechtern könnte. Afers hingegen wird sich späte­ stens in der nächsten Generation entleeren, das ist meine große Befürchtung.“ Denn: „Irgendwie hängt ein Teil des Einkommens der allermei­ sten Familien in Afers direkt oder indirekt mit der Plose zusammen – teils, weil sie Durchfahrtsrechte bezahlt bekommen oder eben im Winter am Berg in Teilzeit arbei­ ten, für die Liftgesellschaft, für die Skischule oder für einen der Gastronomiebetriebe.“ Auch für die Plosach­Alminteressentschaft, der die Rossalmhütte gehört, wird das Ende des Skibetriebs dramatische Folgen haben: „Die Pacht der Rossalmhütte müsste wahrscheinlich reduziert werden, weil die Einnahmen der Skifahrer wegfallen. Vor allem aber entfallen die Einnahmen für die Durch­ fahrtsrechte der Skipisten“, mit denen auch die Kosten für die Landschaftspflege bezahlt wor­ den sind. Ohne Skigebiet ist das Überleben vieler Bauernhöfe in Afers gefährdet, davon ist Marzola überzeugt. Aus dieser Sicht könnte man die Entscheidung des Verwal­ tungsrats fast als fahrlässig be­ zeichnen, aber: „Wir wissen, dass die Ängste der Bewohner von St. Andrä aufwärts gewaltig sind – das sind ja alles meine Freunde. Aber was sollten wir tun?“, sagt Marzola. Die Alternative wäre gewesen, vier oder fünf Jahre weiterzumachen und dann Kon­ kurs anmelden zu müssen – da wäre den Bauern am Berg noch weniger geholfen.

Ein Berg zum Wandern – mehr nicht. So hat die Plose Ski AG versucht, ein Szenario zu kalku­ lieren, das bisher tabu war: Wie


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würde sich ein Verzicht auf den Skibetrieb auf das Unternehmen auswirken? Konkret rechnete man durch, welche Auswirkungen es wirtschaftlich für das Unterneh­ men haben würde, wenn sämt­ liche Lifte auf der Plose veräußert und abgebaut würden. Beste­ hen bleiben würde lediglich die Umlaufbahn von St. Andrä nach Kreuztal; im Winter würde man sich auf die Rodelbahn konzen­ trieren, „und wenn einmal ein schneereicher Winter ist, können Skifahrer eben auch die Trametsch benutzen“. Mehr nicht. Die Plose wird auch im Winter zum Wan­ derberg. „Die Wirtschaftlichkeitsrech­ nung ohne Skigebiet funktio­ niert“, sagt Alessandro Marzola. Natürlich sei es „eine Herausfor­ derung, weil wir den Sommer maßgeblich verbessern müssen, wobei das gesamte Mittelgebirge Teil des Konzeptes sein müsste“. Der Fokus würde auf den Som­ mer gelegt; die Saison müsste gestreckt werden von Ostern bis Allerheiligen. „Schauen Sie“, sagt Marzola, „die Sommersaison hat sehr viel Potential, die Plose ist im Sommer ein besonders attraktives Wandergebiet.“ Natürlich wür­ den die Einnahmen sinken, aber gleichzeitig würde es im Vergleich zur heutigen Situation auch eine enorme Reduktion der Kosten geben: „Die Investitionen sind überschaubar – keine Schneekat­ zen, keine nächtliche Pistenpräpa­ rierung, kein Kunstbeschneiung, keine Wartungskosten der Lifte.“ Die Risiken wären ebenso über­ schaubar: „Im Winter hängen wir mit den heutigen Infrastrukturen vom Schnee und vom schönen Wetter ab.“ Im Sommer hingegen gebe es jene Planungssicherheit, die jedes Unternehmen braucht. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind das beste Voraussetzungen“, sagt Marzola. Die Argumentation ist plausibel – und straft all jene Lügen, die heute – vor allem in der Stadt – behaupten, die An­ kündigung Marzolas sei „eh nur ein Bluff“.

Enorme Nachteile. Der Nach­

teil dieses Szenarios: „Wir sind im Winter nicht mehr Motor der Wirtschaft am Berg“, sagt Marzola, und: „Uns ist bewusst, dass für die lokale Bauernschaft sehr viel verloren geht – das ist, was an dieser Entwicklung am meisten schmerzt.“ Natürlich werde der Sommer auf der Plose sich gut entwickeln, wodurch auch Ar­ beitsplätze geschaffen werden: „Wir werden im Sommer 30 oder

40 Mitarbeiter für die Betreuung der verschiedenen Aktivitäten brauchen, aber das sind dann entweder fixe Mitarbeiter oder Studenten, die Ferialjobs anneh­ men, denn ein Bauer kann im Sommer keinen Teilzeitjob an­ nehmen – da hat er keine Zeit.“ Aus Sicht des Unternehmens ist die Entscheidung zum Rückbau also ohne Zweifel sinnvoll, aber es war keine Laune der Verwaltungs­ räte – ein Entscheidungsspielraum war ganz einfach nicht vorhanden. „Im Laufe der nächsten vier Jahre muss die Plose Ski AG etwa 23 Millionen Euro investieren, um das aktuelle Winterangebot bei­ behalten zu können“, steht im Schreiben an den Landeshaupt­ mann. „In der Budgetvorschau kann man in Folge dieser Inves­ titionen aber keine Mehrerträge einplanen, sondern lediglich die heutigen Umsätze sichern – damit steht klar, dass unsere Gesellschaft ein Investitionsprogramm in dieser Größenordnung nicht schultern kann. Kurzum, man hat den Zug verpasst, um die Zukunft der Plose wieder auf Schiene zu bringen, und nun ist die Schließung unter den bestehenden Rahmenbedin­ gungen unabwendbar.“ Ist sie das wirklich? „Nun“, sagt Marzola, „wenn in naher Zukunft neue Hotels entstehen würden und eine Lösung für die Speicher­ becken gefunden wird, können wir unsere Entscheidung immer noch überdenken.“ Und die Seil­ bahn? „Die hat damit nichts zu tun, sie ist nicht mehr prioritär. Zuerst muss der Skibetrieb gesichert wer­ den, dann kann man in ein paar Jahren immer noch überlegen, ob eine Seilbahn sinnvoll sein kann und wie diese aussehen sollte.“ Wenn es also um die Hotelbetten geht, könnte eine Lösung darin liegen, dass die Politik Anreize für Investoren schafft, die so stark sind, dass die Investoren diesen Anreizen nicht widerstehen kön­ nen. Gemeinde und Land sind bereits im Gespräch, aber wie diese Anreize genau aussehen können, welchen Spielraum es gibt – darüber herrscht noch ziem­ liche Unklarheit. „Wir lassen uns nicht mehr durch Versprechen ablenken“, sagt Alessandro Mar­ zola, „wir haben unser Schicksal selbst in die Hand genommen. Ändern sich die Rahmenbedin­ gungen, kann es auch bei uns ein Umdenken geben.“

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 57


„Milchproduktion wird langsam steigen“ Die Milchquote wurde eingeführt, um Milchüberschüsse zu verhindern; jetzt sorgt ihre Abschaffung für Unsicherheit unter den Milchbauern. Der „Brixner“ hat sich mit dem Geschäftsführer des Milchhofs Brixen „Brimi“, Willi Tauber, getroffen, um zu klären, wie es künftig um die Milchbauern in Südtirol steht.

Herr Tauber, mit dem 1. April 2015 ist die Milchquote Geschichte. Welche Bedeutung hatte diese Quote, und was bedeutet ihr Wegfallen?

zu leisten hatten, da vereinzelte Quotenüberschreitungen kom­ pensiert werden konnten durch andere Bauern, die ihre Quote nicht erreicht hatten.

WILLI TAUBER: Die Milchquote ist in den 1980er Jahren von der damaligen Europäischen Gemein­ schaft eingeführt worden, um Milchüberschüsse zu verhindern. Jedem Bauern wurde eine Quo­ te zugeteilt. Wurde diese Quote überschritten, mussten die Milch­ bauern eine Strafe bezahlen. In Südtirol gab es in all den Jahren kaum Bauern, die Strafzahlungen

Hat die Quote ihren Zweck erfüllt?

BEKANNTGABE: Wahlwerbung im

Im Sinne der Bestimmungen und Auswirkungen der Verfügung der „Garantiebehörde für das Kommunikationswesen“ teilt Brixmedia GmbH mit, dass der Verlag anlässlich der GEMEINDEWAHLEN 2015 in seiner Zuständigkeit für den Verkauf von Werbeflächen und das Beilegen von Prospekten (I.P.) in der Monatszeitschrift „Brixner“gewillt ist, gemäß geltender Vorschriften Wahlpropaganda im „Brixner“ zu veröffentlichen. Für Wahlwerbung wird – ohne Anwendung von Mengenrabatten und sonstigen Sonderkonditionen – die Preisliste 2015 zugrunde gelegt. Bei mehreren Anfragen um die gleiche Platzierung werden die Reservierungen nach Eingangsdatum und Uhrzeit vorgenommen. Das vollständige Reglement für die Veröffentlichung von Wahlpropaganda liegt bei Brixmedia GmbH auf und kann auf Wunsch bezogen werden. Informationen und Reservierungen: Sonja Messner, Tel. 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28 39042 Brixen 58

Foto: Oskar Zingerle

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INTERVIEW

Die Quote hat ihren Zweck nur zum Teil erfüllt. Sie hat sicher dazu beigetragen, das Gleichge­ wicht zwischen Milchproduktion und Milchverbrauch aufrechtzu­ erhalten. Trotzdem gab es in den letzten Jahrzehnten starke Schwankungen im Milchpreis, und die Milchbauern standen zuneh­ mend unter Preisdruck. Deshalb haben auch viele Milchbauern in der EU ihren Hof aufgelassen. Für das Höfesterben gibt es aber neben dem kargen Verdienst auch andere Gründe. Warum wird die Milchquote nun abgeschafft? Die Milchquote gilt nur inner­ halb der EU; hier werden an die 150 Millionen Tonnen Milch produziert. Die weltweite Pro­ duktion liegt aber bei 480 Mil­ lionen Tonnen. Länder wie die USA, Neuseeland oder Indien sind große Milchproduzenten, für die es keine Limitierung gibt. Innerhalb der EU hat sich deshalb die Meinung durchgesetzt, dass eine solche Limitierung keinen Sinn mehr macht. Wie wird sich der europäische Milchmarkt nach dem 1. April verändern? In Zukunft kann jeder Milchbauer in der EU so viel Milch produ­ zieren wie er möchte. Ich gehe davon aus, dass in Gunstlagen, also in den großen ebenen Re­ gionen, aber auch im benach­ barten Österreich, künftig mehr Milch produziert werden wird. Die Mehrproduktion wird nicht

Willi Tauber: „Die Brimi wird versuchen, den Export auszubauen“

–––––––

schlagartig erfolgen, aber die Milchmenge wird stetig wach­ sen. Schätzungen sprechen von einer Steigerung der Milchmenge von sieben Prozent. Diese sieben Prozent entsprechen jener Menge Milch, die heute in Italien erzeugt wird, und dem dreißigfachen der Südtiroler Milchproduktion. Wenn nun diese zusätzlichen Mengen an Milch in Form von verarbeiteten Milchprodukten zu interessanten Preisen exportiert werden kön­ nen, wird sich innerhalb der EU im Preisgefüge wenig verändern. Gibt es aber einen Exportstau, dann müssen Milch und Milchpro­ dukte innerhalb der EU abgesetzt werden. Wenn das Angebot steigt, sinken zwangsläufig die Preise. Sinken nun die Milchpreise un­ ter die Erzeugerkosten, fahren die Milchbauern die Produktion zurück. In Folge pendeln sich Nachfrage und Angebot wieder ein, und der Preis steigt wieder

etwas an. In der Vergangenheit hatten wir schon öfters Situatio­ nen, in denen in einem Zeitraum von 6 bis 18 Monaten zu viel Milch am Markt war. Ihre Prognose für die Zukunft lautet? Ich erwarte für die nächsten zwei bis drei Jahre ein Überangebot an ausländischer Milch und Milch­ produkten. In Südtirol wird die Milchproduktion leider zurück­ gehen, da unsere Milchbauern hohe Produktionskosten haben und viele bereits jetzt mit Verlust arbeiten. Was bedeutet das Wegfallen der Milchquote nun für die Brimi und für ihre Milchbauern? Italien ist für uns nach wie vor un­ ser wichtigstes Absatzland, dorthin gehen mehr als 60 Prozent unse­


rer Produkte. Wir haben einen starken regionalen Markt, in dem wir rund 20 Prozent der Produkte absetzen. Ein Sechstel der Pro­ duktion geht in den Export – und diesen werden wir ausbauen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten konsequent in Qualität investiert und haben heute eine gute Markt­ positionierung. In Italien werden vom Konsumenten nach wie vor Produkte bevorzugt, die aus ita­ lienischer oder Südtiroler Milch hergestellt werden; das kommt uns natürlich zugute. Letztendlich hängt es aber vom Verhalten der Konsumenten ab, ob sie in Zu­ kunft weiterhin unsere Produkte kaufen oder auf ausländische Bil­ ligprodukte umsteigen. Hier liegt die große Herausforderung für uns: Wir müssen unseren Kunden weiterhin Produkte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis anbieten. Nur wenn sie uns die Treue halten, können wir mit ei­ nem guten Milchpreis die Existenz unserer Milchbauern garantieren. Andernfalls wird es auch bei uns zu einem Preisverfall kommen, Bauern werden die Höfe aufge­ ben, und die Landschaft wird sich radikal verändern, da die Flächen nicht mehr bewirtschaftet wer­ den. Das könnte negative Auswir­ kungen auf den Tourismus, den wichtigsten Wirtschaftszweig in Südtirol, haben. Denn eine Land­ schaft, wo Milch produziert wird, ist attraktiver als eine Landschaft mit Monokulturen. Die meisten Tourismushochburgen Südtirols wie Gröden, Kastelruth oder Al­ ta Badia befinden sich nicht in Apfelanbaugebieten, sondern in Gebieten mit Milchproduktion. Und wo die Kühe verschwinden, verschwindet auch der Quali­ tätstourismus. Welche Botschaft können Sie Ihren Milchbauern für die nächsten Jahre mit auf den Weg geben?

Um zukünftig für unsere Bauern gute Ergebnisse zu erwirtschaften, versuchen wir, 100 Prozent der Milch zu verarbeiten. Wir bauen auch eine Marke auf, die ver­ mittelt, dass 100 Prozent unserer Rohstoffe aus Südtirol kommen, und wir achten auf eine perma­ nente Optimierung der Kosten. Nur so werden wir einem starken Rückgang der Milchpreise entge­ genwirken können. Wenn der Milchpreis unter Druck kommt, heißt das, dass Südtiroler Milch im Handel billiger wird? Unsere Produkte können nicht billiger werden. Schon jetzt geben jedes Jahr rund zwei Prozent der Bauern die Milchproduktion auf, weil die Erträge zu gering sind. Die Milchbauern sind eigentlich die großen Verlierer, wenn der Milchpreis unter Druck kommt. Milch ist ein absolutes Qualitäts­ produkt; sie müsste heute min­ destens das Doppelte kosten, damit die Milchproduktion finan­ ziell einigermaßen interessant wäre. Natürlich gibt es daneben auch Milch aus dem Ausland, die zu günstigeren Preisen verkauft wird. Unser Hauptaugenmerk als Milchhof ist es letztendlich, ein angemessenes Einkommen für unsere Milchproduzenten zu er­ wirtschaften. Viele unserer Bau­ ern liefern nur 30.000 Liter Milch im Jahr; wie soll jemand mit ei­ nem Bruttoeinkommen von 15.000 oder 16.000 Euro einen landwirtschaftlichen Betrieb füh­ ren und einer Familie eine Per­ spektive bieten? Da bleibt kein Geld mehr übrig für die notwen­ digen Investitionen. 70 Prozent der Bauern müssen schon jetzt einem Nebenerwerb nachgehen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Neue Linie 4 z Mit der neuen Linie 4 wird ab 21. Juni das Citybus­Netz in Brixen erweitert. Durch die Ein­ führung der neuen Linie wer­ den gleich zwei Fliegen mit ei­ ner Klappe geschlagen: Erstens wird die bisher noch nicht ins Liniennetz eingebundene Zone Köstlan nun auch vom Citybus angefahren, und zweitens ent­ lastet die neue Linie die kapazi­ tätsstarke Strecke zwischen der Mozartbrücke und dem Kranken­ haus. „Die neue Linie 4 verkehrt an der stark frequentierten Stre­

cke Mozartbrücke­Bahnhof­Villa Adele parallel mit den Linien 1 und 2. Die Citybusse fahren auf diesem Streckenabschnitt dann im Zehnminutentakt“, erklärt Kuno Pizzinini, Geschäftsführer der Piz­

zinini GmbH. Die Kosten für den Citybus­Dienst der Linie 4 werden mit 75.000 Euro veranschlagt; 78 Prozent davon finanziert das Land und 22 Prozent die Gemeinden Brixen und Vahrn. vk

W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

Umweltbericht vorgestellt z Rund 200 Tonnen mehr Sied­ lungsabfälle als im Vorjahr – das lässt sich in etwa mit dem Gewicht von 130 Mittelklasse­ Kombis vergleichen. Dieses Plus geht aus dem Umweltbericht 2014 hervor, den Vertreter der Gemein­ de und der Stadtwerke Brixen vorgestellt haben. Laut Michele Belluco, Leiter der Umweltdienste der Stadtwerke, sei „der Anstieg der Gesamtmenge an Siedlungs­ abfällen zum Großteil auf die gesteigerte Wertstoffsammlung und auf die vermehrte Anliefe­ rung von Material im Recyclinghof von Brixen zurückzuführen“. 72

kurz

notiert

60

Prozent des Abfalls konnte so wiederverwertet werden – das sind vier Prozent mehr als 2013. Positiv zu bewerten sei Bellucco zufolge auch die Qualität des ge­ trennt gesammelten Abfalls; will heißen, dass die Brixner ihren Müll richtig trennen. Auch positiv ist, dass die Maßnahmen gegen die illegale Ablagerung von Müll gegriffen haben: Diese sind um 15 Prozent auf 51 Tonnen gesunken. „Wir haben in diesem Bereich große Fortschritte gemacht“, weiß auch Umweltstadträtin Elda Let­ rari. Der gesamte Siedlungsabfall von 11.530 Tonnen setzt sich

zusammen aus den Positionen Restmüll, Wertstoffsammlung und Straßenreinigung. Insgesamt 2.725 Tonnen Restmüll wurden letztes Jahr entsorgt, das ist ein Minus von fünf Prozent gegenüber 2013. An den Wertstoffsammelstellen in Brixen verzeichneten die Stadt­ werke mit 7.942 Tonnen ein Plus von knapp acht Prozent. Stra­

ßenabfälle wurden vergangenes Jahr knapp 20 Prozent weniger aufgelesen. Da dieser Posten vom jeweiligen Winterwetter abhängig ist, unterliegt er Schwankungen. Im Bild: Stadtrat Peter Brunner, Stadtwerke­Präsident Patrick Sil­ bernagl, Direktor Wolfgang Plank, Michele Bellucco und Elda Letrari.

Mit ihrem Impulsreferat „Ist Brixen Trendy?!“ startete Christiane Varga, Expertin für Stadtentwicklung und Wohnen am Wiener Zukunftsinstitut, Mitte März die Veranstaltungsreihe der Abteilung Stadtmarketing des Tourismusvereins Brixen. Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Um Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf die Bedeutung von Wasser aufmerksam zu machen, haben die Stadtwerke Brixen, das Bildungshaus Kloster Neustift, die Gemeinde Brixen und die Bezirksgemeinschaft Eisacktal anlässlich des Weltwassertages verschiedene Aktionen organisiert.

In Kranebitt sind die Arbeiten für die Verlegung der Fernwärmeleitung in vollem Gange. Während der Asphaltierungsarbeiten kann es deshalb zu Straßensperren kommen. Voraussichtlich sollen die Arbeiten in Kranebitt bis 7. August abgeschlossen sein.

vk


STADTGEHEIMNISSE

NATZ-SCHABS

Frisch gepresst nach Bozen

Was hat es mit dem Engel am Bildstock beim Elephanten auf sich?

nern verringern sich durch die neue Methode die Fahrten in die Müllverbrennungsanlage um rund ein Drittel, und dem entsprechend sinken auch die Transportkos­ ten. Außerdem wird sich die Ge­ ruchsbelästigung verringern, da in Zukunft geschlossene Container verwendet werden können. Die Kosten für den Ankauf der neuen Presse und die notwendigen Um­ bauarbeiten der Müllumladesta­ tion belaufen sich auf 1,5 Millio­ nen Euro. In einem knappen Jahr soll die neue Anlage in Schabs in Betrieb gehen. oz

Foto: Oskar Zingerle

Foto: Oskar Zingerle

z 2.000 Tonnen Sperrmüll landen jedes Jahr in der Mülldeponie Schabs. Dort wird er von einem riesigen Schredder für den Trans­ port in die Verbrennungsanlage nach Bozen zerkleinert. Weitere 8.000 Tonnen Hausmüll treten ihre letzte Reise in den Verbrennungs­ ofen in handelsüblichen, offenen Containern an. Der Schredder ist inzwischen veraltet und wird durch eine neue Müllpresse er­ setzt, die zukünftig sowohl den Haus­ als auch den Sperrmüll zu Container­Paketen kompaktiert. In Verbindung mit Großcontai­

Den gotischen Bildstock mit dem Pyramidendach vor dem Hotel Elephant zieren Fresken aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts: Dargestellt sind biblische Szenen wie die Kreuzigungsgruppe, Maria zwischen Florian und Sebastian, der Schmerzensmann sowie der Heilige Christophorus. Der Brixner Maler Josef Erler, der um 1837 die Kirche in Zinggen ausmalte, hat diesen Bildstock renoviert und dabei einer Frau besonders gehuldigt: Er verlieh einem Engel auf dem Bildstock das Gesicht der von ihm verehrten Tochter von Josef Mayr, Wirt des Elephanten (so Ignaz Mader im Buch „Brixner Häusergeschichte“). Der Bildstock selbst ist bereits auf Stadtbildern aus dem 15. Jahrhundert zu sehen. Im März 1562 hat man den im Bauernrebell-Prozess verurteilen Gall Planetzer – ein Genosse des Balthasar Dosser aus Lüsen – vom Scharfrichter bis zu diesem Bildstock mit Ruten getrieben und ihm das rechte Ohr abgeschnitten. Die gotischen Fresken des Bildstocks wurden um 1960 restauriert. Anregungen: redaktion@brixner.info

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Foto: Oskar Zingerle

W i r m a ch en I hre Wo hnträume wahr.

BRIXEN

Ausgezeichnet! z Wenn es um Mobilität und den öffentlichen Nahverkehr geht, ist der Infopoint Mobile in der Brixner Kreuzgasse 10 ganz weit vorne. Nun hat die Deutsche Bundesbahn (DB) den Infopoint Mobile für seine Bera­ tungsqualität mit der Auszeich­ nung „Qualität 2014“ geehrt. „Für uns war das eine große Überraschung“, erinnert sich Kuno Pizzinini. Ermittelt wird der Gewinner nämlich, indem von der Deutschen Bundesbahn beauftragte „Mystery Shopper“ wie verdeckte Ermittler in den 62 DB­Agenturen in Italien

um Auskunft beten. Bewertet werden das Auftreten und die Freundlichkeit der Mitarbeiter, die Qualität der Auskunft und die Räumlichkeiten. „Vor al­ lem für die Mitarbeiter ist die Auszeichnung eine große Ehre. Wir können in der Chefetage zwar verlangen, dass sie immer freundlich sein sollen, die Um­ setzung liegt aber schlussendlich bei ihnen!“, sagt Pizzinini. Dass die Serviceleistung des Infopoint Mobile nicht nur bei der DB ankommt, zeigen auch die über 74.000 Anfragen, die das Team 2014 bewältigt hat. vk

ST. ANDRÄ

Solidarität geht uns alle an

VIELSEITIG

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Wirtschaft & Umwelt

WOHNTRÄUME?

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z Die Ortsgruppe St. Andrä des Ka­ tholischen Vereins der Werktätigen (KVW) hat die Initiative ergriffen und am Sonntag, 8. März, zu einer Solidaritätsbekundung eingeladen. Die Einladung galt all jenen, die sich für eine positive Entwicklung des Plosebergs aussprechen. Die Initiative selbst sollte das soziale Gefüge stärken und als positiver Hinweis für die Unterstützung der Menschen am Berg verstanden werden. Die Einladung war ganz klar unabhängig jeglicher poli­ tischen Gesinnung ausgebracht worden, und es ist wohl auch dieser Einstellung zu verdanken, dass so viele Menschen zur So­ lidaritätsbekundung gekommen sind. Unterschriften wurden mit Unterstützung verschiedener Ver­ eine wie dem Schafzuchtverein, dem Sportverein, den Bäuerinnen, den Bauern, der Bauernjugend

und der Frauenbewegung am Kirchplatz, am Seilbahnplatz und am Sportplatz gesammelt. Am 16. März legten Vertreter der Vereine Bürgermeister Albert Pürgstaller 1.013 Unterschriften vor. Siegfried Meßner, Vorsitzender des KVW, zeigte sich zufrieden mit der Ak­ tion: „Wir wollten aufzeigen, wie wichtig die Plose für die Men­ schen vom Berg ist, und dass die Plose gleichzeitig als Sport­ und Naherholungsgebiet für Brixen große Bedeutung hat. Am Ski­ und Wandergebiet hängen direkte Arbeitsplätze, aber auch ganze Bereiche unserer Wirtschaft sind eng damit verbunden. Was unsere Väter mühevoll aufgebaut haben, ist heute nicht mehr wegzuden­ ken. Mir war es wichtig, unser Bewusstsein darüber deutlich zu machen. Und das ist uns gelun­ ab gen.“


NACHGEFRAGT

„Mit Brixner Dom und Weißem Turm“ Herr Recla, die italienische Post widmet Brixen eine Briefmarke? Ja, sie wird am 10. April erstmals vorgestellt. Die Erstausgabe mit Sonderstempel findet an diesem Tag im Rahmen der Eröffnung einer Sonderausstellung zum Thema „Briefmarken und Son­ derstempel zu Brixen“ statt. Die Ausstellung wird um 10 Uhr in der Bürgerstube am Großen Graben 19 eröffnet werden. Welches Motiv wird auf der Briefmarke dargestellt? Das Motiv der Briefmarke ist ein Ölgemälde, das basierend auf einem Foto des Brixners

Siegfried Tasser gemalt wurde. Tassers Foto zeigt einen Teil des Hofburgplatzes samt Jahrtausend­ säule und blickt in Richtung Dom­ platz. In der Mitte sind die Türme des Brixner Doms und der Weiße Turm zu sehen. Die Briefmarke mit einem Wert von 0,80 Euro wird in der Briefmarkenserie „Touris­ mus“ erscheinen und vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato „I.P.Z.S.“, der staatlichen Druckerei und Münzprägeanstalt in Rom, im Auftrag des Ministeriums für Wirt­ schaftliche Entwicklung entworfen und gedruckt. Die Vorbereitungen dafür begannen bereits im August 2014 in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brixen.

Was wird in der Ausstellung zu sehen sein? Unter den absoluten Highlights der Ausstellung befindet sich, neben einer beachtlichen Samm­ lung historischer Sonderstempel, auch die erste Brixen-Briefmarke als Postkartendruck von 1991. Kuriert wird diese Ausstellung von unserem Geschichtsverein Brixen gemeinsam mit dem Brief­ marken- und Münzentauschklub Brixen. Die Ausstellung kann an den beiden Wochenenden vom 10. bis 12. April und vom 17. bis 19. April kostenlos besichtigt wer­ den.

Foto: Oskar Zingerle

ROBERT RECLA, Vorstandsmitglied des Geschichtsvereins Brixen, über eine Sonderausstellung über Briefmarken und Sonderstempeln zu Brixen, bei der eine neue Briefmarke mit Brixen-Motiv vorgestellt wird.

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

25. & 26.04.2015

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SALON ALEXANDER

Mode & Accessoires

Bezaubernde Wuschellooks Nach den glamourösen Frisurenlooks der letzten Jahre geben nun leger anmutende Trendfrisuren den Ton an – mit zerzausten Wellen, Volumen und temporären Farbeffekten.

Extra

Die Trendfrisuren 2015 zeigen sich facettenreich und farbenfroh wie schon lange nicht mehr und ma­ chen Lust auf Veränderung. Groß, bunt und vielseitig präsentiert sich die Auswahl an Trendlooks; sie bietet für jeden Typ etwas. Ob knallige Farbeffekte oder satter Naturton, Kurzhaarschnitt mit lan­ gem Pony, ein fransiger Bob oder lange Mähne mit viel Volumen – alles ist erlaubt. Hauptsache, der neue Look passt zum jewei­ ligen Typ. Wer Lust hat, bekennt in die­ sem Jahr Farbe: Die neuen Trend­ frisuren bestechen vor allem durch belebende Farbeffekte. Farbige Strähnen in softem Pink, dunklem Grün oder sattem Kupfer in den Haarlängen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Wer lieber auf Naturtöne steht, zaubert mit harmonischen Farbabstufun­ gen Bewegung und Fülle ins Haar. Toll wirken auch Farbeffekte, die den Haarschnitt zur Geltung brin­

gen – beispielsweise mit kont­ rastierenden Blocksträhnen im Unterhaar oder perfekt auf die Schnitte abgestimmte Farbflächen. „In dieser Saison zeigen Hairsty­ listen vor allem mit raffinierten Farbeffekten ihr Können“, verrät Alexander Trenkwalder von Salon Alexander, der seit Jahren für L’Oréal Professionnel auf inter­ nationalen Fashionshows Models und Mode­Ikonen stylt. „Neue Färbetechniken, eine Palette an neuen Trendfarben sowie satte Farbcolorationen sind uns dabei Inspiration für die neuen Trend­ looks.“

Für jede Haarlänge etwas dabei. Unter den Trendfrisuren zählt der lässige Bob zu den Hauptakteuren der Saison. In allen Haarlängen vertreten, sieht man ihn zumeist kinnlang oder bis zu den Schul­ tern reichend und leicht fransig geschnitten. Ausgesprochen tren­ dig und feminin präsentieren sich

die Kurzhaarfrisuren in diesem Jahr mit nun längerem Deck­ haar, sehr kurzem Haar an den Seitenpartien und abgestimmten Farbeffekten. Langes Haar bleibt ein zeitloser Klassiger und wird in dieser Saison bevorzugt wel­ lig getragen. Blickfang bei allen Trendfrisuren bildet der Pony, der in dieser Saison demonstrativ kon­ trastierend zur Haarlänge getragen wird; so sieht man bei langem Haar oftmals einen sehr kurzen Pony, während kurze Haarschnitte mit einem kinnlangen Pony be­ sonders feminin wirken. Und für alle Frisuren gilt beim Styling: Lieber lässig, als akkurat frisiert. Wuschelwellen bringen Bewegung und Lebendigkeit ins Haar und lassen die Looks jünger und moderner ausfallen. Zöpfe bleiben ein absoluter Stylingfavo­ rit: Alle Flechtwerke sind erlaubt, vom geflochtenen Pferdeschwanz bis hin zu raffinierten Flechtwer­ ken im offenen Haar.

Alexander Trenkwalder, Salon Alexander

„Die Trendfrisuren der Saison sind äußerst pflegeleicht; wichtig sind ein perfekter Schnitt und Mut zur Farbe. Für besonders schöne Haare empfehle ich regelmäßige Haarpflegeanwendungen und professionelle Salonprodukte.“

Unvergleichliches Farbenspiel im Haar. Noch nie zeigten sich

die Trendfrisuren so farbenfroh wie in dieser Saison. Strähnchen sind jetzt nicht mehr nur blond oder braun, sondern werden in soften Knallfarben wie Grün, Blau, Pink oder Kupfer echte Hingucker. Wer es dezenter mag, setzt auf raffinierte Farbkontras­ te, beispielsweise mit harmoni­ schen Farbverläufen von oben nach unten, einem Farbwechsel im Unterhaar, im Pony oder bei Kurzhaarschnitten in den kurzen Seitenpartien, wobei Farbwech­ sel zwischen kalten und warmen Tönen besonders große Wirkung zeigen. Farbcolorationen geben in dieser Saison ebenfalls den Ton an; die vielen satten Naturfarben verlocken zum Experimentieren und zu wechselnden Looks.

Trendfrisuren für ihn. Während

Die Stars machen‘s vor: Natürliche Wuschellooks in allen Längen 64

in den letzten Jahren bei den Herrenfrisuren extrem kurze Fri­ surenlooks dominierten, wird nun der obere Haarbereich durchaus etwas länger getragen. In Kom­ bination mit kurzen Seitenparti­


en lässt sich das etwas längere Deckhaar vielseitig stylen. Zu den bevorzugten Styles zählen der wu­ schelige Lockenkopf mit scheinbar ungezähmter Mähne ebenso wie der Nass­Look oder die so ge­ nannte „Out­of­bed“­Frisur. Bei der klassischen Gelfrisur wer­ den die Haare streng nach hinten gekämmt oder auch gescheitelt, wobei der Scheitelpunkt kurz über den Schläfen liegen sollte. Für eine trendige „Out­of­bed“­Frisur wird das Haar hingegen kunstvoll zerzaust und nach vorne oder nach oben modelliert. Die Frisurentrends reichen in diesem Jahr von wuscheliger James­Dean­Frisur bis hin zum klassischen Beatles­Pilzkopf – nun jedoch neu interpretiert: Im Nacken und an den Seiten fallen die Haare mittellang aus, das obere Haar wird hingegen präzise gestuft und geht vorne in den typischen Pony über, der

bis knapp über die Augenbrauen reicht, die Ohren werden nicht mehr verdeckt. Diese neue Struk­ tur des Pilzkopfes sorgt dafür, dass das Deckhaar eine dynamische Textur erhält und dazu völlig na­ türlich wirkt. Viele der diesjährigen Trend­ frisuren werden mit Pony getra­ gen. Er steht fast jedem Mann; nur wenn das Deckhaar schwin­ det sollte davon abgesehen wer­ den. Die Seitenpartien können extrem kurz sein, aber auch wei­ che oder fransige Konturen sind möglich. Und auch der Seiten­ scheitel bestimmt die Trendfrisu­ ren 2015: Nun im Schnitt perfekt auf die Kopfform abgestimmt, wirkt er insbesondere mit Drei­ tagebart unwiderstehlich. Farbe ist übrigens auch bei Männerfri­ suren erlaubt; im Gegensatz zu den Trendfrisuren für Damen sollten diese nur nicht zu auffäl­ lig „gefärbt“ aussehen.

Der Männerlook 2015: Längeres Kopfhaar zu kurzen Seitenpartien, oftmals dazu ein gepflegter Bart

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Mode & Accessoires

Der Körper als Kunstwerk

EXODUS

Extra

Piercings und Tattoos sind Ausdruck von Individualität – und längst auch Zeichen eines modernen Zeitgeistes. Das Piercingund Tattoostudio Exodus hat dies frühzeitig erkannt und zählt in Südtirol zu den Pionieren in Sachen Körperschmuck.

Ob Piercing, Tattoos oder semi­ permanentes Make­up: Das Pier­ cing­ und Tattoostudio Exodus bedient seit nunmehr 16 Jahren zahlreiche Kunden in seinen Stu­ dios in Brixen und Bozen und zählt zu Südtirols Vorreitern in Sachen Körperschmuck. Ein pro­ fessionelles Team aus Tattoo­ und Piercingkünstlern bietet eine gro­ ße Auswahl an kreativen Tattoos und Piercings und setzt bei Tä­ towierungen zudem individuelle Motive um. Für semi­permanentes Make­up ist in Bozen die Exodus­ Mitinhaberin Elke Oberstolz, eine diplomierte Kosmetikerin, zustän­ dig. Seit kurzem bietet auch das Studio in Brixen semi­permanen­ tes Make­up an.

Zu jeder Zeit gut aussehen. Beim semi­permanenten Make­up handelt es sich um eine spezielle kosmetische Tätowierung, um Augenbrauen, Augen und Lippen

Exodus – Tattoo & Piercing Brixen Regensburger Allee 14 (Atrium) 39042 Brixen Tel. 0472 200253 Öffnungszeiten Brixen: Montag bis Freitag: 10.30-19 Uhr Samstag: 10-13 Uhr Exodus – Tattoo & Piercing Bozen Waltherpassage 6 39100 Bozen Tel. 0471 977277 Öffnungszeiten Bozen: Montag bis Freitag: 10-19 Uhr Samstag: 10-18 Uhr

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Gessica Giuliani, Ausgebildete Kosmetikerin und seit 1995 ATEC-Mitglied

Ein Zentrum der Körperkunst: das Studio Exodus im Atrium in Brixen mehrjährig haltbar zu konturieren und zu betonen. Dazu werden Farben mit einer feinen Nadel in die obersten Hautschichten implantiert. Je nach Hauttyp ist eine Haltbarkeit von drei bis fünf Jahre gewährleistet, bevor die Far­ ben aufgefrischt werden müssen. Semi­permanentes Make­up ist geeignet für Frauen jeden Alters und verschönert ohne zu verän­ dern. Es verleiht ein jugendlich frisches Aussehen und ist damit geradezu ideal, den Jahren ein Schnippchen zu schlagen, ohne das Skalpell anzusetzen. Semi­ permanentes Make­up erlaubt gutes Aussehen zu jeder Zeit, ob beim Aufstehen, nach dem Sport oder im Urlaub, ohne dass viel Zeit für Schönheitspflege aufge­ wendet werden muss.

semi­permanenten Make­ups nachweisen und sorgen damit für außergewöhnlich schöne Resul­ tate. Und dieses Zusammenspiel von professionellen Körperkünst­ lern, qualitätsgeprüften Farben, dem Nachweis aller erforderlichen Zertifizierungen und einem ho­ hem Maß an Sterilität garantiert Studio Exodus in allen Bereichen des Körperschmucks für zufrie­ dene Kunden.

„Semi-permanentes Make-up unterstreicht die natürliche Schönheit und kann leichte Unregelmäßigkeiten und asymmetrische Linien korrigieren. Als ATEC-Mitglied bin ich zudem qualifiziert für kosmetisch korrektive Tätowierungen, wie beispielsweise für Narbenkorrekturen, die Nachzeichnung von Brustwarzenhöfen oder Korrekturen von Verzeichnungen mittels Ultraschall. Gerne berate ich Sie persönlich. Rufen Sie an und buchen Sie jetzt eine Gratisprobe!“

Semi-permanentes Make-up in Brixen. Am Brixner Standort des

Studios Exodus wird der neue Kosmetikbereich des semi­per­ manenten Make­ups von Gessica Giuliani, einer diplomierten Kos­ metikerin, betreut. Im Bedarfsfall oder bei großer Nachfrage springt Elke Oberstolz mit ein, die fall­ weise im Studio Brixen anzutref­ fen ist. Beide können langjährige Erfahrung auf dem Gebiet des

Semi-permanentes Make-up verschönert, ohne zu verändern


Wow! Shop now.

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Komplette Outfits, perfekt zusammengestellt mit dem gewissen Etwas und besonderen Stilelementen – Looks sind heute entscheidender denn je. Die Looks von Maximilian sind dabei nicht zu übertreffen.

Kunden aus nah und fern schät­ zen den Style von Maximilian, der Leichtigkeit und Stilsicherheit ver­ mittelt und in der professionellen Beratung durch die MaximilianStyling-Guides für jede Frau und jeden Mann personalisiert wird. Nicht umsonst ist Maximilian seit 25 Jahren das anerkannteste Fa­ shionlabel in Südtirol. Bei der Auswahl des Sortimentes wird seit jeher besonderer Wert auf handwerklich erzeugte Kleidung und besondere Labels gelegt. „Unser Ziel ist, eine einzigartige Fashion-Experience zu bieten, wir wollen die Trends aus London, Paris und Mailand zu uns nach Südtirol bringen“, erklärt Junior­ chef Daniel Profanter. Einkaufen ist deshalb bei Maximilian auch Chefsache, um ganz besondere Looks zu ermöglichen.

Shop maximilian.it wird zudem ein ganz neues, innovatives Multichannel-Shopping-Erlebnis mit eigens zusammengestellten Looks auch online präsentiert – einzigartig und in dieser Art und Weise auch noch nicht zu finden. Der Kreativität in der Zusammen­ stellung von individuellen und persönlichen Looks und Styles sind somit keine Grenzen mehr gesetzt. Online-Looks entdecken und den Fashion-Blog maximilian.it­ ­mit den neuesten Trends durch­ stöbern macht Spaß – gerade, wenn man abends oder sonntags Zeit zum Zurücklehnen und Ent­ spannen auf der Couch hat. Also: Tablet und Smartphone raus und zum Fashionsurfer werden!

Online-Shop und Fashion Blog! Die Leidenschaft für Mode und Styling wird bei Maximilian tag­ täglich gelebt. Jeder der neun Stores trägt die eindeutige Ma­ ximilian-Handschrift: Freundlich­ keit, Positivität, Professionalität und Qualität. Mit dem Online-

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SALON ANGEL

Mode & Accessoires

Der natürliche Weg zur Schönheit Manuela Pudda vom Salon Angel führt seit kurzem die rein natürliche Haarpflege-Linie „naturalmente“ im Sortiment – aus Überzeugung und Leidenschaft für gesunde Haare.

Extra

Gerade in Kosmetikprodukten finden sich oft chemische Subs­ tanzen, die auf Dauer nicht nur für den Körper, sondern auch für die Umwelt belastend sind. Ein zunehmendes ökologisches Bewusstsein lässt die Nachfrage nach natürlichen Produkten stei­ gen und bereitet den Weg für neue Anbieter. Hierzu zählt auch der ita­ lienische Kosmetikhersteller Artec, der mit der Kosmetikprodukt­Linie „naturalmente“ den italienischen Markt für Haar­ und Hautpflege in den letzten Jahren im Sturm erobert hat. Durch sorgfältige Aus­

wahl und Kombination natürlicher Inhaltsstoffe aus Pflanzen, Blumen, Blüten, Wurzeln, Samen, ätheri­ schen Ölen, Früchten, botanischen Essenzen und reinen Aromen wer­ den bio­ethische Pflegeprodukte für Haut und Haar hergestellt. Es wird bewusst auf die Ver­ wendung von chemischen und tierischen Substanzen verzich­ tet. Die Pflegeprodukte enthal­ ten zudem keine synthetischen Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Parabene, Diethanolamine (DEA) sowie keinerlei Formaldehyd und Natriumlaurylsulfat (SLS); die Pro­

dukte sind zudem EDTA­frei. Bio­ logisch unbedenklich sind auch die Fläschchen: Sie werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und sind zur Gänze biologisch abbaubar.

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Wir dürfen nie vergessen, dass unser Planet Erde unser einziges Zuhause ist. 68

ter und einziger Friseursalon in Brixen hat nun Salon Angel die neue Haarpflege­Linie „natural­ mente“ in sein Sortiment aufge­ nommen. Saloninhaberin Manu­ ela Pudda ist nicht nur von der Bioethik des Kosmetikherstellers überzeugt, sondern insbesonde­ re auch von der wohltuenden Wirkung, die die Produkte von „naturalmente“ auf Haut und Haar haben. „Die Naturprodukte pflegen nicht nur das Haar, sondern tun auch der Kopfhaut gut“, erklärt sie. „Die Shampoos reinigen Haut und Haar, beugen Kopfhautprob­ leme vor und bauen strapaziertes Haar wieder auf.“ Hauptbestand­ teile der Shampoos sind sorgfältig ausgewählte ätherische Öle und rein pflanzliche Stoffe, deren po­ sitive Wirkung auf Haut und Haar nachweislich belegt sind. „Je nach Haareigenschaften und ­struktur gibt es die passende Pflege“, er­ klärt Manuela Pudda, „für dünnes Haar und empfindsame Kopfhaut ein wohltuendes Zitrusfrüchte­ oder Orangenshampoo, für stark strapaziertes Haar ein Shampoo aus Aloe­Vera­ und Sandelholz­ Extrakten, für besonders trockenes

Haar ein feuchtigkeitsspendendes Fenchel­Geranien­Shampoo, für Tiefenreinigung und stimulieren­ des Haarwachstum hingegen ein Rosmarin­Lavendel­Shampoo.“ Zum jeweiligen Shampoo gibt es stets passend auch Balsam und Haarspray – und für das tägliche Styling ein natürliches Eukalyptus­ Gel oder ein Modellierprodukt aus echtem Bienenwachs. Zum Färben gibt es von „na­ turalmente“ sowohl Pflanzenfar­ ben als auch spezielle Haarfarben ohne Parabene, Nickel, Metalle, Konservierungsstoffe, Silikone oder Formaldehyde. Die Haar­ pflegeprodukte von „naturalmen­ te“ bieten damit wohltuende Pflege und natürliche Schönheit von der Wurzel bis in die Haar­ spitze.

Gesunde Kopfhaut und kraftvolles Haar: Manuela Pudda beim Aufguss mit Salz aus dem Toten Meer


SCHUHHAUS BERNARDI

Tradition und Fortschritt Seit nunmehr 84 Jahren bürgt das traditionsreiche Schuhhaus Bernardi für beste Schuhqualität und hohen Tragekomfort. Die Ursprünge des Schuhhauses Bernardi reichen zurück bis ins ferne Jahr 1931. Damals eröffnete Franz Bernardi im „Strasserhaus“ in der ehemaligen Bahnhofstra­ ße, der heutigen Regensburger Allee, einen kleinen Schuhladen, in dem die Schuhe mit hand­ werklichem Können auf Maß selbst hergestellt wurden. In zweiter Generation übersiedelten die Geschwister Maria There­ sia und Hermann Bernardi den Schuhladen an seinen heutigen Standort am Kleinen Graben. Seit 2002 führt Hermann Bernardi das Schuhhaus alleine und wird dabei von der langjährigen Mitarbeiterin

Christine Weger Pezzei tatkräftig unterstützt und von Sohn Silvan beraten.

Auswahl und Qualität. Bei der

Auswahl und Zusammenstellung des Schuhsortiments stützt sich Hermann Bernardi auf seine langjährige Erfahrung und lässt sich dabei nicht von klingenden Firmennamen verleiten. Vielmehr setzt er auf weiche Materiali­ en und auf eine hochwertige Anfertigung in Italien, so zum Beispiel bei den Damenschuhen der Marke Brunate. Er setzt ge­ nauso auf hohen Tragekomfort, wie beispielsweise bei den Lauf­

schuhen der Marke Mephisto. Und auch die Tatsache, dass die Schuhe und Sandalen der Mar­ ke Birkenstock mittlerweile seit fünfzig Jahren fester Bestandteil im Schuhsortiment sind, zeugt davon, dass diese bei der Arbeit, zu Hause und in der Freizeit seit eh und je gerne getragen werden und sich ungebrochen großer Beliebtheit erfreuen. Für Wanderausflüge setzt Her­ mann Bernardi hingegen auf die Marken Gronell und Grisport, die mit ihren rutschfesten Sohlen und hohem Tragekomfort seit Jahren zu den führenden Berg­ und Wanderschuhen zählen.

Christine Weger Pezzei und Hermann Bernardi Langjährige Verkäuferin und Geschäftsinhaber des Schuhhauses Bernardi

„Fachkundige Beratung, freundliche Bedienung und jahrzehntelange Erfahrung zählen zu unseren großen Stärken. Unser Ziel ist es, unseren Kundinnen und Kunden Schuhe zu empfehlen, die angenehm zu tragen und ihren Preis wert sind, ohne dabei modische Aspekte zu vernachlässigen.“

Komfortable Schuhmode für die ganze Familie, gefertigt in feinsten Materialien, ideal für Alltag, Freizeit und feierliche Anlässe.

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Impressum wieder zu Geld. Dem Betrogenen bedeutete der Umstand, daß der „findige“ Schneidergehilfe jetzt auf Nummer Sicher brummt, we­ nig Genugtuung und Trost, da er für die Kosten der von dem Schneidergehilfen „gekauften“ Gegenstände aufkommen muss.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Annamaria Mitterhofer (amm) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Anton Rainer (ar) Irene Dejaco (ird) Anina Vontavon (av) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Veronika Kerschbaumer (vk) Barbara Fuchs (bf) Tesi Zingerle (tz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint Ende April 2015 Nächster Redaktionsschluss: 10. April 2015 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 70

März 1915

Großmütige Spende

Erdbeben

Junge Diebe

Dienstag, 9. März 1915

Donnerstag, 25. März 1915

Man schreibt uns: In der Freitag­ Nummer der „Br. Chr.“ fand ich die Mitteilung, daß in Italien ein neues Erdbeben stattgefunden habe. Dasselbe Beben wurde auch in Brixen verspürt; am 5. d. M. punkt 8 Uhr abends er­ folgte ein wellenförmiger Stoß und zwar in der Richtung von Süden nach Norden. In meinem Lehnstuhl sitzend, schwankte ich zweimal hin und her. Die Bilder schwankten ebenfalls hin und her, an die Scheiben der Fenster schlagend. Im Nebenzimmer lag mein Kind und fing plötzlich an zu schreien, mit dem Bemerken, daß die Fenster und das Zimmer ganz zittern, auch im Bett sei es nicht recht behaglich.

Die Diebstähle von Schulkindern in Brixen mehren sich in letzter Zeit in bedenklicher Weise. Nach alter Praxis verschaffen sie sich unter einem Vorwande Zutritt in ein Geschäft und lassen bei Gelegenheit mit einem trotz ihrer Jugend auf Übung schließen las­ senden Griff, den man gemeinhin den „böhmischen Zirkel“ nennt, was ihrer habhaft wird, meist Le­

Reges militärisches Leben Donnerstag, 4. März 1915 Reges militärisches Leben herrschte in unserer Garnison am Montag, den 1. März. Mit­ tags um 11 Uhr marschierte eine feldbereite Truppe Kaiserjäger auf den Domplatz, wo der hoch­ würdigste Herr Fürstbischof un­ ter großer Assistenz den Segen erteilte und Herr Hauptmann Homa den Mannschaften in deut­ scher und italienischer Sprache den Eid abnahm. Darauf zog die Truppe, begleitet von vielen Of­ fizieren, unter klingendem Spiele zum Bahnhof. Vor und nach der Abfahrt passierten zwei weitere Militärzüge die Station, von der versammelten Menge mit lautem Jubel und von der nimmermüden Regimentskapelle, die bis 3 Uhr ihr flottes Spiel ertönen ließ, mit Musik begrüßt. Die hunderte von Männern, die wir in den weni­ gen Stunden zu sehen bekamen, machten einen guten Eindruck, denn unter unseren Kaiserjägern, jung und alt, herrschte frohes Leben, fröhlicher Gang und hei­ tere Mienen.

bensmittel, verschwinden. Eine ordentliche Tracht Prügel wäre wohl in diesem Falle am ehesten geeignet, das in diesen Kindern durch üblen Einfluss darnieder­ liegende moralische Bewusstsein wieder zu wecken.

Dienstag, 30. März 1915 Der durch sein edles Wohltun und durch stete Hilfsbereitschaft rühmlich bekannte und allgemein geschätzte Schloßherr auf Ratzötz, Herr Francis MacNutt, hat neuer­ dings verschiedenen Zwecken der Kriegsfürsorge den namhaften Be­ trag von 1000 Kronen, u. zw. 500 K dem Witwen­ und Waisenfond, 250 K dem Militär­Inspektions­ spital in Brixen zugewendet und letztere Beträge zur entsprechen­ den Verwendung dem Zweig­ verein Brixen vom Roten Kreuz übermittelt. Dem edlen Wo h l t ä t e r wird hiermit der aufrich­ tige Dank für diese abermali­ ge Betäti­ gung seiner menschen­ freundlichen Gesinnung zum Aus­ druck ge­ bracht. Von den Zweig­ vereinen Brixen vom Roten Kreuz: Das Präsidium.

Findiger Schneidergehilfe Donnerstag, 25. März 1915 „Trau, schau, wem!“ Auf origi­ nelle Weise wußte sich kürzlich ein Brixener Schneidergehilfe, dem sein ehrsames Gewerbe zu wenig zu tragen schien, „Geld zu machen“. Er lockte seinem Bekannten die Unterschrift zu einer Bürgschaftserklärung her­ aus und kaufte feste „auf Puff“ drauf los, indem er auf diese Erklärung seines kreditfähigen Bekannten hinwies; natürlich machte er die auf diese Weise erworbenen Gegenstände sofort

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


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Das beste Brixen vom Wohnen.

VILLA SCHWESTERNAU Die Wohnanlage “Villa Schwesternau“ wurde im Süden von Brixen, in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns, errichtet. Das Stadtzentrum ist zu Fuß in kürzester Zeit erreichbar. Schulen, Kindergärten, verschiedene Sport- u. Freizeitanlagen, Geschäfte, Bars, Restaurants, usw. sind in nächster Nähe.

Tel. 0472 201 250 · info@sader.it · sader.it


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Brixner 302 - März 2015 by Brixmedia GmbH - Issuu