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Heizung & Energie
Jahrgang 25 · Oktober 2014
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Made by
Anneliese Egger im Portrait
Die Burgerhof-Bäuerin POLITIK: Interview mit Bürgermeister Albert Pürgstaller zur Volksabstimmung KULTUR: Die Memoiren des „Blitzmädels“ Hilde Kerer aus Brixen IMS-KONGRESS: Haben Menschen mit Behinderung ein „Recht auf Berge“? WIRTSCHAFT: Stadtwerke bieten Highspeed-Internet an
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LEONARDELLI GRUPPE
Editorial
Politik & Gesellschaft
>>> 04
04 | INTERVIEW: Albert Pürgstaller über die Volksabstimmung 08 | Politik: Kanton Südtirol – Utopie oder Modell? 10 | Kirche: Seelsorgeeinheit Brixen Menschen & Meinungen 16 | PORTRAIT: Die Burger-Bäuerin Anneliese Egger 21 | Pro & Contra: Finanzabkommen für Südtirol 25 | Umfrage: Wie weit darf Volkszorn gehen?
>>> 16
Kunst & Kultur 26 | MEMOIREN: Das „Blitzmädel“ Hilde Kerer 30 | Ex-Astra: Zentrum für junge Kultur als Vision
>>> 26
Veranstaltungen 37 | TIMER: November 2014
>>> 37
Freizeit & Sport 44 | IMS: Berge für alle?
>>> 44
Wirtschaft & Umwelt 50 | CITYNET: Schnelles Internet für Brixen 54 | Betriebsportrait: IT-Lösungen mit Konzept
>>> 50
Extra 62 | Heizung & Energie
>>> 62
Im „Brixner“ finden Sie folgende Icons, die auf multimediale Inhalte im „BrixnerPlus“ verweisen:
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Eine gute Zeit Während die ersten wirklich kalten Tage dieses Winters auf uns hereinbrechen, geht dieser „Brixner“ in Druck; eine Stunde später ist er bereits im Internet abrufbar, zwei Tage danach auch über unsere iOSund Android-App. Immer mehr Leser „konsumieren“ den „Brixner“ online – bis zum heutigen Tag waren es 338.634 Personen, die zumindest hereingeschaut haben, immerhin 43.492 Leser haben sich in den verschiedenen Heften länger aufgehalten. Allein der September-„Brixner“ verzeichnete online bis zu diesem Augenblick 3.854 Leser, fast 1.000 haben das Magazin über unsere Apps aufgerufen, 33.050 Seiten wurden vom letzten „Brixner“ auf diese Weise über Handy oder Tablet konsumiert. Für unsere kleine Bezirkszeitschrift sind das beeindruckende Zahlen, auch wenn wir aus vielen persönlichen Gesprächen wissen, dass für unsere Leser die Papierausgabe enorm wichtig ist: Sie sind es gewohnt, den „Brixner“ nicht nur zu lesen, sondern sie wollen ihn auch zwischen ihren Fingern „spüren“, vielleicht sogar „riechen“, weshalb es den „Brixner“ auch in Zukunft in Papierform geben wird, selbstverständlich. Ich bedanke mich im Namen des gesamten Teams von der Redaktion und von der Grafik bei allen Lesern, die uns seit nunmehr fast 25 Jahren die Treue halten. Besonderen Dank verdienen aber unsere Werbeinserenten, die das Erscheinen des „Brixner“ erst ermöglichen. In dieser Ausgabe haben wir wieder interessante Geschichten gesammelt, die, so hoffe ich, Sie bewegen und interessieren werden. Es fällt mir schwer, einen der Berichte hervorzuheben, weshalb ich Sie bitte, das für Sie Interessante herauszupicken – viele Leser, auch das hören wir immer wieder – lesen den „Brixner“ eh von der ersten bis zur letzten Seite, was uns enorme Freude bereitet. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gute Zeit mit Ihrem „Brixner“!
Ihr Willy Vontavon
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Außerdem in dieser Ausgabe Zwei Beilagen Forum Cultur Brixen: Programm 2014-2015
Kulturverein Brixen Musik Musik-Highlights Brixen 2014-2015
Politik & Gesellschaft
BÜRGERMEISTER ALBERT PÜRGSTALLER ZUR VOLKSABSTIMMUNG
„Vernetztes Vorgehen“
ALBERT PÜRGSTALLER, Bürgermeister von Brixen, über seine Erkenntnisse zum Ergebnis der Volksabstimmung zur Seilbahn, über die parteipolitischen Folgen – und seine politische Zukunft.
Herr Bürgermeister, ist der Begriff „Seilbahn“ seit dem 21. September für Sie ein Reizwort? ALBERT PÜRGSTALLER: Es war schon vor der Volksabstimmung ein Reizwort, aber es stimmt schon: Der 21. September hat seine Spuren hinterlassen. In ganz Südtirol fragt man sich, wie es bei der Volksabstimmung zu diesem Ergebnis kommen konnte, welche die ausschlaggebenden Gründe waren, die für das Ergebnis verantwortlich sind. Auch ich stelle mir dieselbe Frage, und ich habe auch heute noch keine klare Antwort darauf. Trotzdem: Es war ein Votum, wir müssen es zur Kenntnis nehmen, und wir müssen nun im Sinne der Bevölkerung weitergehen. Ich bin nach wie vor überzeugt, Brixen hat damit eine große Chance verpasst. Trotzdem oder gerade deshalb müssen wir nun nächste Schritte setzen. Wenn wir schon bei der Ursachenforschung sind: Welche Ursachen könnte dieses Ergebnis haben? Es ist am Ende nur zum Teil um die Seilbahn gegangen. Es haben vielschichtige Gründe mit hineingespielt. Es hat geheißen, dass die Fragestellung verwirrend war und nicht zur Zufriedenheit der Bürger ausgefallen ist. Es hat auch geheißen, dass es Vorbehalte gegeben hat gegen die Leute, die dem Komitee PRO Seilbahn Brixen vorgestanden sind. Es hat auch geheißen, dass es Leute gegeben hat, die mit ihrer Stimme ein Votum gegen die Stadtregierung geben wollten. Was letztendlich den Ausschlag gegeben hat, wird man nie festlegen können, auch wenn 4
manche meinen, im Nachhinein alles besser zu wissen. Fakt ist, dass es dieses Resultat gibt und wir damit leben müssen. Wollen Sie noch einmal den Lesern erklären, warum es zu dieser diskutablen Fragestellung gekommen ist? Die Einigung auf eine Fragestellung bildete die Voraussetzung, dass man überhaupt zu einer Volksabstimmung kommen konnte. Wir von der Südtiroler Volkspartei hätten die einfache Fragestellung „Bahnhof Ja oder Nein“ bevorzugt – auch weil man so ehrlich sein muss zu sagen, dass es nur hierfür ein schlüssiges und finanzierbares Projekt gab –, aber dafür haben wir im April 2013 im Gemeinderat die 20 notwendigen Stimmen nicht geschafft. Danach sind verschiedene Gespräche mit den Parteien gelaufen, und letztlich hat sich diese Fragestellung als einzig mögliche herauskristallisiert. Diese Fragestellung ist nicht ein Produkt der SVP, sondern all jener Parteien, die an diesem Prozess beteiligt waren. Letztendlich haben die Freiheitlichen sich bereit erklärt, mit dieser Fragestellung die Volksabstimmung zu unterstützen. Jetzt gibt es ein Ergebnis, das relativ klar ist, und die Stadtregierung ist nun verpflichtet, darauf zu reagieren, indem sie die Busanbindung Brixen-St. Andrä verbessert. Was passiert jetzt konkret? Die Stadtregierung hat sofort eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der alle politischen Parteien vertreten sind; wir haben auch einen
Vertreter des Landesassessorats für Mobilität dazu eingeladen. Im ersten Meeting hat es sich herausgestellt, dass alle Parteien ohne Ausnahme der Meinung sind, eine bessere Busanbindung könne auf keinen Fall ein Ersatz für eine Seilbahn sein, sondern nur eine vorübergehende Lösung. Wir werden jetzt in den nächsten Wochen, auf jeden Fall aber innerhalb November, all jene Maßnahmen auflisten, die eine Verbesserung der Busverbindung bewirken würden. Dann werden wir erörtern, welche Maßnahmen überhaupt finanzierbar sind, denn es ist ja nicht so, dass wir nur bestellen können, was andere dann bezahlen müssen. Wir müssen also danach trachten, die Mittel so effizient wie möglich einzusetzen: Welchen Nutzen hat die Bevölkerung, welche Kosten entstehen, wer kommt für diese Kosten auf? Wenn all das geklärt ist, müssen wir einen entsprechenden Beschluss fassen, der auch den zeitlichen Rahmen definieren muss. Ich denke, wir werden neben diesen Überlegungen zu einer Verbesserung der Busanbindung aber auch analysieren müssen, ob es andere Möglichkeiten einer besseren Verbindung Stadt/Berg gibt. Dabei werden wir jeden Vorschlag vor allem dahingehend überprüfen, ob damit die Ziele, die wir uns anfangs gesetzt hatten, auch erreicht werden, denn die Ziele haben ja nach wie vor Gültigkeit: Die entsprechende Lösung muss eine höhere Frequenz für den Ploseberg bringen, neue Zielgruppen ansprechen, denn nur mit dem Erreichen dieses Ziels sichere ich einen Fortbestand der Plose. Alle Vorschläge, die nun neu auf den Tisch kommen sollten, sind also
aus ökonomischer und ökologischer Sicht zu überprüfen. Auch eine Vernetzung der Mobilität soll erfolgen, und schlussendlich soll die Lösung technisch auch machbar und finanzierbar sein. Ich bin gespannt, ob eine bessere Lösung als jene, die wir angedacht hatten, herauskommen wird – und ob es dann dafür auch einen Konsens geben wird. Nun, im Mai wird der neue Gemeinderat gewählt. Will man bis dahin schon eine Lösung gefunden haben, oder ist dies illusorisch? Meine Absicht ist es, innerhalb der nächsten fünf oder sechs Monate die Diskussion anzustoßen, und ich bin der Meinung, dass sich dann relativ schnell herausstellen wird, welche Lösung auch umsetzbar und sinnvoll ist. Die genaue Ausformulierung des Ganzen wird etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber die Grundaussage muss aus meiner Sicht auf jeden Fall vor den Wahlen getroffen werden. Ich denke, dies ist auch die Absicht der meisten Parteien, denn sie wollen ja nicht mit einer ungelösten Frage in die Gemeinderatswahlen gehen. Wie könnte so ein Lösungsansatz aussehen? Nun, gar einige sind interessanterweise vom Standort Bahnhof nach wie vor überzeugt; das Konzept der Mobilitätsdrehscheibe scheint nach wie vor für viele schlüssig zu sein. Es liegen alternative Vorschläge zur Seilbahn auf dem Tisch, die auf ihre technische und ökonomische Machbarkeit hin im Detail überprüft werden
müssen. Es gibt Lösungsansätze, die einen Standort der Talstation im Bereich des Industriegebiets vorsehen, eventuell mit einer Neukonzeption von Haltestellen an der Eisenbahn. Nicht vom Tisch ist nach wie vor die Option, von Milland aus zu starten, und auch diese Lösung kann nach allen Aspekten hin noch einmal überprüft werden. Sollte es Investoren geben, die hier eine Seilbahn realisieren möchten, sollten wir auch über diese Lösung nachdenken. Ich selbst habe aber nach wie vor große Zweifel. Das Seilbahnprojekt war als Rettungsaktion für die Plose gedacht. Welche alternativen Aktionen sind jetzt denkbar – denn man kann die Plose ja nicht ihrem Schicksal überlassen ... Es hat inzwischen mehrere Treffen gegeben, bei denen wir erörtert haben, welche Möglichkeiten es außer der Seilbahn gibt, um den Fortbestand der Plose zu sichern – mit Alessandro Marzola, den Vertretern der Wirtschaft am Berg und den Tourismustreibenden in der Stadt, ebenfalls mit der Landesregierung. Wir werden jetzt versuchen, mit der Plose Ski AG und auch mit jenen Touristikern ins Gespräch zu kommen, die Hotelprojekte im Mittelgebirge realisieren wollten und jetzt aber alles auf Eis gelegt haben. Alessandro Marzola sieht keine Zukunft für das Skigebiet, wenn es nicht zusätzliche Betten im Mittelgebirge geben wird, die eine Auslastung des Skigebiets an den Wochentagen ermöglichen – und die Hotelinvestoren sagen, dass sie keine Investition tätigen können, wenn die Zukunft des Skigebiets nicht gesichert ist. Es braucht also ein vernetztes Vorgehen. Aber es ist vielleicht illusorisch zu glauben, dass alle Probleme gelöst werden, wenn sich Marzola und die Hotelinvestoren gegenseitig zum Weitermachen und zur Realisierung der Hotels verpflichten ... Die Hoteliers investieren nur dann, wenn insgesamt die Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb stimmen. Da geht es nicht nur um den Ploseberg, sondern um Brixen als gesamte Tourismusdestination. Wir müssen also danach trachten, die Rahmenbedingungen für die Hoteliers zu verbessern, wenngleich schon einiges dafür passiert ist. Wir müssen aber auch
SPÄTE ERKENNTNIS: „Persönlich bin ich der Auffassung, dass die Politik nicht über alles und jedes eine Volksabstimmung abhalten sollte“ (BM Albert Pürgstaller)
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weiterkommen mit dem Hofburggarten als Attraktion, und im Mittelgebirge sollten wir überlegen, einen Freizeitpark zu schaffen, einen Naturbadeteich, und das Projekt „Wege“, in das wir schon einiges investiert haben in den letzten acht Jahren, muss weiter forciert werden. Es geht um ein Gesamtpaket, und das Signal von Alessandro Marzola ist klar: Er möchte mit den Leuten am Berg erörtern, welche Aktionen sinnvoll sind. Es geht um neue Zielgruppen wie zum Beispiel den Mountain Bikern, die mit der neuen Bikestrecke von der Plose die Stadt Brixen als interessante Destination entdecken, aber auch um den Kongresstourismus: Wir werden analysieren, wie wir das Projekt von Alpina Tourdolomit unterstützen können und ob es unabhängig vom Seilbahnprojekt realisiert werden kann. Wie kann man sich erklären, dass es ein so verschiedenes Abstimmungsverhalten gegeben hat zwischen Berg und Stadt? Das ist schnell erklärt: Die Bewohner der Bergfraktionen haben eine starke Bindung zur Plose. Am Berg wissen die Leute, dass Alessandro Marzola es nicht schaffen könnte, das Skigebiet zu erhalten, und sie wissen auch, dass ihre eigene Existenz davon abhängt. Dabei geht es um direkt und indirekt mit dem Skigebiet zusammenhängende Arbeitsplätze: in den Gastronomiebetrieben, beim Urlaub am Bauernhof, in vielen anderen Bereichen. Demzufolge war das Abstimmungsverhalten am Berg sehr klar und eindeutig. In der Stadt gibt es hingegen jene, die von der Überspannung betroffen sind; es ist nachvollziehbar, dass diese versucht haben, ihre Interessen zu vertreten, und sie
haben auch gewusst, Stimmung zu machen. Es hat auch jene gegeben, die befürchtet haben, dass das Landschaftsbild verschandelt würde, und einige haben gesagt, dass sie für sich in der Seilbahn keinen konkreten Nutzen sehen. Dieser Gedanke ist allerdings aus meiner Sicht zu kurz gedacht, denn jeder von uns ist stark mit dem Ploseberg vernetzt, auf der einen oder anderen Weise: Das betrifft den Handel, den Tourismus, den Bereich Dienstleistungen, die Landwirtschaft. Diese Seilbahn hätte auf den einzelnen viel stärkere Auswirkungen gehabt als viele bereit waren zuzugeben. Warum hat man es nicht geschafft, den Menschen zu erklären, dass Milland keine Alternative darstellt? Nun, ich habe den Verfechtern des Standortes Milland immer wieder gesagt: Wenn sie einen Investor finden, der bereit ist, am Standort Milland zu investieren, dann bin ich sofort bereit, diese Lösung in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig muss ich aber betonen, dass ich persönlich nach wie vor vom Standort Bahnhof überzeugt bin, weil es hier ja um ein größeres Ganzes geht. Wir müssen diese Seilbahnverbindung in Zusammenhang sehen mit der Pustertaler Achse: Die zukünftige Entwicklung des Tourismus findet auf der Schiene statt, die Vernetzung Schiene/Aufstiegsanlagen wird überall im Land forciert. Eine Seilbahnverbindung vom Standort Bahnhof aus ist in diesem Sinn aus ökonomischer Sicht ohne Zweifel die beste Lösung. Übrigens wäre auch bei einem Standort Milland die Überspannung von Gebäuden gegeben, und es müsste neues Grünland angebrochen werden. Milland wäre im Gegensatz zum
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BM Albert Pürgstaller: „Alle Parteien sind der Meinung, eine bessere Busanbindung könne kein Ersatz für eine Seilbahn sein, sondern nur eine vorübergehende Lösung“
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Bahnhof, wo es viele Synergien geben würde, ein Solitär wie Reischach. Welche parteipolitischen Folgen hat diese Volksabstimmung? In Brixen höre ich seit dem 21. September immer wieder, dass es nicht sinnvoll war, über eine solche Infrastruktur eine Volksabstimmung abzuhalten. Es gibt aber natürlich auch Leute, die nach wie vor starke Verfechter der direkten Demokratie für Infrastrukturprojekte sind. Persönlich bin ich der Auffassung, dass die Politik nicht über alles und jedes eine Volksabstimmung abhalten sollte. Das gilt für die Gemeindeverwaltung, aber auch für das Land, denn: Eine solche Infrastruktur hat ja nicht nur Auswirkungen auf die Gemeinde Brixen, sondern auf den gesamten Bezirk. Also sollte man solche Projekte in Abstimmung mit der Landesverwaltung auf der politischen Ebene entscheiden und umsetzen. Was die parteipolitischen Folgen betrifft kann ich nur sagen, dass die SVP die einzige Partei war, die sich klar für dieses Projekt ausgesprochen hatte. Wir sind daran gescheitert, das Volk hat eine andere Lösung bevorzugt, also wird die SVP diesbezüglich auch ihre
Weichenstellungen vornehmen. Aber: Ich bin der Meinung, dass das klare Bekenntnis der SVP zum Projekt richtig war – im Gegensatz zu anderen deutschen und auch italienischen Parteien, die alles offen gelassen und sich sehr opportunistisch gegeben haben. Der Bürger verlangt klare Haltungen von den Parteien. Wir mussten aber auch dazulernen, wie man mit den Koalitionspartnern umzugehen hat. Die vergangenen fünf Jahre mit der Grünen Bürgerliste und auch mit dem PD waren aus meiner Sicht nicht gerade positiv; sie haben Spuren hinterlassen. Eine neue Stadtregierung kann im Mai nur durchstarten, wenn sie verlässliche Koalitionspartner hat, was in den vergangenen Jahren nicht der Fall war. Wie sieht es mit der politischen Zukunft der Person Albert Pürgstaller aus? Ich werde innerhalb Ende 2014 meine Entscheidung treffen und diese zuerst den Parteigremien, dann der Öffentlichkeit mitteilen.
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Politik & Gesellschaft
SÜDTIROL
Kanton Südtirol – Utopie oder Modell? Volksabstimmungen, Einfluss auf die politischen Prozesse, Gemeindeautonomie im Sinne des Subsidiaritätsprinzips: Sind diese für die Schweiz typischen Eigenschaften der Konkordanzdemokratie und des Föderalismus auch in Südtirol denkbar?
A
ls Südtiroler schaffen wir es nicht einmal – vergleiche Brixen und Mals – zwei Volksabstimmungen durchzuführen, ohne dass sich nachher die Gemeinden als zerstritten darstellen, Ausschüsse ihre Funktionen einstellen und Fraktionen sich von den Stadtgemeinden abspalten wollen. Was braucht es, um direkte Demokratie überhaupt leben zu können?“ Diese Frage wurde im Rahmen des 6. Global Forum Südtirol (GFS) per E-Mail an Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie den Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zug, Matthias Michel, gestellt. Diese Frage ließ aber auch die restlichen rund 300 Gäste und vier Referenten am 3. Oktober aufhorchen – gefolgt von einem Murren, das sich durch die Reihen der Aula Magna der Freien Universität Bozen zog.
Autonomie mit Macken. Die
Rahmenbedingungen waren folgende: „Das Global Forum Südtirol ist eine unabhängige und offene Denkfabrik, um Impulse von außen, aber auch von innen für die Zukunft Südtirols zu generieren. Und zwar in unterschiedlichen Bereichen – ob kultur-, gesellschafts- oder wirtschaftspolitisch.“ So beschreibt Christian Girardi das 2009 gegründete Forum. Seitdem werden alljährlich Persönlichkeiten und Entscheidungsträger aus dem In- und Ausland sowie führende Vertreter der Südtiroler Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Politik geladen, um das GFS als Plattform zu nutzen und zu diskutieren. Heuer stand die Veranstaltung unter dem Motto „Kanton Südtirol – Utopie oder Modell?“. Dabei wurden folgende Themen von den Referenten aus dem Inund Ausland in Hinblick auf das Schweizer Erfolgsmodell her8
Francesco Palermo, Matthias Michel, Elisa Valentin, Arno Kompatscher, Gerlinde Manz-Christ, Reiner Eichenberger und Christian Girardi beim GFS in Bozen
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vorgehoben: Kollegiale Regierungsführung und Konkordanz, genossenschaftliches Staatsverständnis, Gemeindeautonomie und Föderalismus, Wettbewerb der Gebietskörperschaften, direkte Demokratie, Eigenverantwortung und liberale Wirtschaftspolitik. Abgerundet wurde die Diskussion durch die Vorstellung des Modells der kanadischen Provinz Québec. „In den letzten Jahrzehnten wurde immer von der Europaregion Tirol als Zukunftsmodell für Südtirol diskutiert. Unser Ziel war es, diese Diskussion um jene des Schweizer Kantonsmodells zu bereichern, von dem wir in vielen Aspekten viel dazulernen können“, so Christian Girardi während seiner Eröffnungsrede. Südtirol solle „weder verkauft, verschenkt noch durch Heirat einem anderen Land angegliedert werden“, beginnt die Moderatorin Gerlinde Manz-Christ ihre einführenden Worte. Es gehe darum, das Modell eines Nachbarlandes – der Schweiz – unter die Lupe zu nehmen und anzuschauen, „ob Teile daraus oder das gesamte Modell
unter Umständen für die Provinz Südtirol mit ihrem Autonomiestatut interessant sein könnten“. Das Forum ziele also nicht darauf ab, Südtirol komplett umzukrempeln, sondern die unterschiedlichen Möglichkeiten und Perspektiven auszuloten. Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher komme diese Debatte genau zum richtigen Zeitpunkt, „in einem Moment, wo die Südtiroler Autonomie in Frage gestellt wird. Es ist auch deshalb der richtige Moment, weil wir jetzt darüber diskutieren, unsere Autonomie weiterzuentwickeln, zu renovieren.“ Dies sei nach der Verfassungsreform von 2001 auch nötig, da die Autonomie einige Macken abbekommen habe. „Der Verfassungsgerichtshof hat in seiner Rechtsprechung im Zweifelsfall für die Zuständigkeit des Staates entschieden. Deshalb müssen wir jetzt diese zweite Reform – die Renzi-Reform – als Gelegenheit nutzen, um das zu reparieren“, verdeutlicht der Landeshauptmann. „Das Land Südtirol hat eine weitreichende Selbstver-
waltung, die das Land in den vergangenen Jahrzehnten in langen Verhandlungen mit der römischen Zentralregierung errungen hat. Im Gegensatz zur Schweiz ist es uns aber noch nicht gelungen, diese Autonomie auf alle Ebenen zu übertragen. In Südtirol wird sehr viel von oben bestimmt. Wir wollen daher eine institutionelle Reform anstoßen, die den Gemeinden mehr Zuständigkeiten überträgt. Das ist sicher etwas, was wir von der Schweiz lernen können“, erläutert Kompatscher.
Wer hat’s erfunden? Blicken wir
doch einmal über den Tellerrand hinaus und schauen, was unsere Nachbarn in der Schweiz so besonders macht. Die demokratische und föderale Struktur des Landes hat sich in einer jahrhundertelangen Entwicklung gebildet. „Das Selbstverständnis, ein freier Staat zu sein und als freier Staat sich mit anderen zu verbünden, ist prägend für die Schweiz“, erklärt Matthias Michel im Rahmen des GFS. Selbstbestimmung, Selbstverwaltung im Sinne des Subsidiari-
tätsprinzips und Selbsthilfe – das sind die drei Säulen, auf die das System Schweiz aufgebaut ist. Der Punkt Selbstbestimmung vereint die Gemeinde- und die Kantons autonomie sowie die direkte Demokratie in sich. Was in unseren Gefilden als Ausnahme von der Regel gehalten wird, ist für die Schweizer ganz normal: Jedes Quartal stehen nämlich Volksabstimmungen an, bei denen die Bürger gegen oder für Gesetzeserlasse abstimmen können. Die Durchführung von Referenden ist neben den Volksinitiativen, die auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene durchgeführt werden können, das zentralste Element der direkten Demokratie. Durch die Säule „Selbstverwaltung“ obliegt es jedem Kanton selbst, sich in folgenden Bereichen zu organisieren: Wie werden die Aufgaben innerhalb des Kantons aufgeteilt? Wie sind die Behörden gestaltet, und auf welche Art wird das Bundesrecht vollzogen? Die dritte Säule – die Selbsthilfe – regelt die Steuerautonomie der einzelnen Kantone und deren Umgang mit personellen Ressourcen für Behörden. „Nur diejenigen Aufgaben gehören zentral dem Bund, die die einzelnen Kantone nicht aus eigener Kraft bewältigen können“, fasst Michel zusammen.
Konkurrenz und Vertrauen. Die-
ses gut funktionierende System, bei dem jedes Rad ineinandergreift wie bei einem Schweizer Uhrwerk, wurde bereits von anderen Ländern als Vorbild genommen. „1890 haben die Bundesstaaten der USA damit begonnen aus der Schweiz die direkte Demokratie zu übernehmen, um dort die grassierende Korruption zu bekämpfen – und das hat sofort funktioniert“, erklärt Reiner Eichenberger, Ökonom und Profes-
sor an der Universität Fribourg. Er unterstreicht auch die Bedeutung der partizipativen Demokratie. „Starke Dezentralisierung, große Gemeindeautonomie und viel direkte Demokratie bringen Wohlstand, Rechtssicherheit und gute Politik.“ Sie können, so Eichenberger, leicht auch auf Südtirol übertragen werden: „Sie setzen keine spezielle Kultur voraus, sondern sie schaffen sich die Kultur selbst. Natürlich gibt es damit auch Probleme, aber diese sind zumeist kleiner als die Probleme mit reiner repräsentativer Demokratie und Zentralisierung.“ Eichenberger hebt im Rahmen des GFS insbesondere auch das Konkurrenzdenken innerhalb der Kantone hervor: „Wenn der Wettbewerb zwischen den Kantonen so wichtig ist – und das ist er –, dann sollte eben nicht über einen einzigen Kanton Südtirol nachgedacht werden, sondern lieber darüber, dass man mehrere Kantone schafft“, denn: „Kantone im Wettbewerb müssen sich stets hinterfragen.“ Wenn dies italienweit nicht möglich sein sollte, so könnte Südtirol das Kantonsmodell übernehmen: In enger Absprache mit der Bevölkerung könnte Südtirol über seine eigenen Einnahmen und auch Ausgaben befinden. Im Bewusstsein, dass sich die Provinz in einem Standortwettbewerb befindet, würde Südtirol seine eigenen Steuern beschließen und auch, wohin diese fließen werden. Ein gewisses Konkurrenzdenken existiert auch in Südtirol – ist dann aber eher unter den Parteien zu finden. Arno Kompatscher: „Die kollegiale Regierungsführung in der Schweiz ist der größte Unterschied zu unserem System. Wir haben die Regierung und auf der anderen Seite die Opposition, die kontrolliert.“ In der Schweiz hat man hingegen die
Konkordanzdemokratie – eine Gesellschaftsform, in der eine möglichst große Zahl von Akteuren in den politischen Prozess einbezogen wird. Eine eigentliche Opposition gibt es nicht, da sämtliche wichtige Parteien in den Regierungsgremien vertreten sind. In Südtirol hingegen gebe es die Konkurrenzdemokratie, wo nach den Wahlen über eine Koalition die Mehrheit gesichert wird. „Die Gewinner regieren, die Verlierer bilden die Opposition. Das ist deshalb blöd, weil die Opposition immer gegen die Regierung sein wird und versucht, diese mit entsprechenden Botschaften zu zerstören, anstatt konstruktiv zu agieren“, meint dazu Reiner Eichenberger. Was die Zerrissenheit innerhalb von Gemeinden und Gemeinschaften während und nach Volksabstimmungen anbelangt, so existiere diese durchaus auch in der Schweiz, sagte Matthias Michel: „Wir zerreißen uns zwar im Moment, aber irgendwann legt sich das, und die Wolken lichten sich.“ Um direkte Demokratie leben zu können, brauche es vor allem Erfahrung – und auch Vertrauen in die Institutionen und
deren Mitglieder. Landeshauptmann Kompatscher verortet auch gerade hier eines der schwerwiegendsten Probleme von Südtirol: „Es ist eine Tatsache, dass in Südtirol ein großer Vertrauensverlust gegenüber der Politik im Allgemeinen und gegenüber den Institutionen stattgefunden hat. Wenn man gewisse Dinge in Frage stellt, zum Beispiel auch nur die Fragestellung einer Volksabstimmung, dann wird gleich vermutet, dass man etwas gegen direkte Demokratie habe.“ „Drei Dinge können wir von der Schweiz lernen“, fügte Francesco Palermo, parteiloser Senator der italienischen Repu blik, hinzu, „Föderalismus, Föderalismus und nochmals Föderalismus. Wir sollten aber mehr Mut zum Experimentieren haben, Mechanismen zur Korrektur der Fehler einführen und die repräsentative und direkte Demokratie durch starke Elemente der partizipativen Demokratie ergänzen – das ist das einzige System, mit dem Minderheiten jeder Art wirklich integriert und geschützt werden können.“ veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
„Mein Haus ... ... ist ein Fertighaus aus Ziegeln!“
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Seelsorgeeinheit Brixen
Foto: Oskar Zingerle
Die Pfarreien Brixen, Milland, Tils und Tschötsch sollen künftig unter dem gemeinsamen Dach einer Seelsorgeeinheit tätig sein, um Kräfte zu bündeln und Synergien zu schaffen.
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Brixen, Milland, Tils und Tschötsch künftig unter einem Kirchendach
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enn sich benachbarte Pfarreien zusammenschließen, die aber dennoch rechtlich selbstständig bleiben, nennt man dies eine Seelsorgeeinheit. In den letzten Jahren sind auf diese Art und Weise im Wipptal, im oberen Pustertal, im Vinschgau und im Unterland bereits diverse Seelsorgeeinheiten geschaffen worden – jetzt planen auch die Pfarreien von Brixen, Milland, Tils und Tschötsch den Zusammenschluss. Vorteile einer
solchen Seelsorgeeinheit gibt es gleich mehrere: Wechselseitige Anregungen können gegeben werden, die gemeinsame Planung wird ermöglicht, Hilfe kann gegenseitig geboten werden und besondere pfarrliche und pastorale Pflichten können gemeinschaftlich erledigt werden. Kurz: Durch die stärkere Vernetzung mehrerer benachbarter Pfarreien werden Kräfte gebündelt und gleichzeitig Synergien geschaffen.
BRIXEN
Stadtgemeinde Steuern - Maria-Hueber-Platz,3 - 3. Stock
GIS 2014 VORAUSBERECHNUNG
Gemeindeimmobiliensteuer L.G. Nr. 3 vom 23.04.2014 FÄLLIGKEIT SALDOZAHLUNG
16. DEZEMBER 2014 Mit Beschlüsse des GR Nr. 35 und 36 vom 25.09.2014 sind die Steuersätze und Freibeträge IMI für das Jahr 2014, sowie die Gemeindeverordnung genehmigt worden. 10
Priestermangel. Notwendig ge-
worden ist die Schaffung von Seelsorgeeinheiten hauptsächlich durch den Umbruch, in dem sich die katholische Kirche in Südtirol derzeit wiederfindet. Unter anderem macht sich dieser durch den starken Rückgang der Priesterzahlen bemerkbar. „Durch den Priestermangel muss das Gebiet der Seelsorge, das ein Priester betreut, vergrößert werden“, erläutert Martin Keim, Vorsitzender des Pfarreienrats der geplanten
Seelsorgeeinheit. Durch den Zusammenschluss benachbarter Pfarreien soll schließlich bewirkt werden, dass die Seelsorge – unter anderem die sonntägliche Eucharistiefeier in den einzelnen Pfarreien – trotz Priestermangel grundsätzlich weitergeführt werden kann, indem sich die Pfarreien gegenseitig unterstützen und zusammenarbeiten. Gleich mehrere Veränderungen gehen mit der Bildung von Seelsorgeeinheiten einher: So
Die Verordnung, der Beschluss für die Genehmigung der Steuersätze und die Zusammenfassung der Steuersätze und Freibeträge sind auf der Internetseite der Gemeinde www.brixen.it veröffentlicht. Auch dieses Jahr verschickt die Gemeinde die Vorausberechnung mit dem ausgefüllten Mod. F24. Um eine korrekte Berechnung machen zu können, bitten wir alle Steuerpflichtigen, die notwendigen Dokumente, wie laut Zusammenfassung und Verordnung, bei uns abzugeben. Die telefonische Beratung ist am Nachmittag erwünscht. Tel. 0472 – 062040–43-45 E-mail: siro.dallaricca@brixen.it
werden in Zukunft vor allem die Pfarreien enger zusammenarbeiten müssen, und Laien werden mehr verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen als bisher. Bei der Bildung der neuen Seelsorgeeinheit ginge es aber vor allem um Tils und Tschötsch, meint Martin Keim: „Grundsätzlich sind kleinere Pfarreien von dem Priestermangel betroffen. In Brixen übernehmen auch Pfarrer im Ruhestand die Eucharistiefeier. Letzen Sonntag waren im Dom zum Beispiel sechs Priester, von denen fünf über 80 Jahre alt waren. Die jüngeren Pfarrer werden nämlich in den kleineren Pfarreien gebraucht, damit dort auch eine Sonntagsmesse gewährleistet werden kann.“
Hilfsnetz für Seelsorge. Der
Gedanke zur Seelsorgeeinheit in Brixen wurde Ende November 2012 bei einem Treffen der Verantwortlichen der vier Pfarreien Brixen, Milland, Tils und Tschötsch mit dem Generalvikar sowie den Referenten für Pfarrgemeinde und Pfarrgemeindeberatung am bischöflichen Ordinariat ins Auge gefasst. Anschließend an dieses Treffen wurde während der Planungsphase eine Projektgruppe gebildet, die aus den Priestern, Diakonen, der Pastoralassistentin und je zwei Vertretern der Pfarrgemeinderäte der deutschen und italienischen Sprachgruppe der vier Pfarreien besteht. Ziel dieser Projektgruppe war, sich ein Bild über die pastorale Situation in den betroffenen vier Pfarreien zu machen und über die Bedeutung und die Zielsetzung der zu bildenden Seelsorgeeinheit zu sprechen. Im Vordergrund stand dabei stets der Gedanke, dass mit der Bildung einer Seelsorgeeinheit keine neue kirchliche Struktur geschaffen wird, sondern ein
Hilfsnetz für die Seelsorge – also gegenseitige Hilfe und Entlastung in den Bereichen der vorhandenen Ressourcen hinsichtlich Verkündigung, Liturgie, Caritas, Gemeindeaufbau, Personal und Verwaltung. Diese Projektgruppe wurde schließlich im vergangenen Oktober durch den Pfarreienrat abgelöst. Martin Keim war Vorsitzender der Projektgruppe und ist nun zusammen mit Maria Faustini zum Vorsitzenden gewählt worden. „Wir sind bestimmt der erste Pfarreienrat, dem zwei gleichberechtigte Personen – ein Mann und eine Frau – vorsitzen“, bemerkt Keim. Die neue Seelsorgeeinheit Brixen, Milland, Tils und Tschötsch wird voraussichtlich im Frühjahr oder Herbst 2015 offiziell errichtet werden.
Blick nach vorn. Um eine Hilfs-
struktur innerhalb der zukünftigen Seelsorgeeinheit zu schaffen, müssen einige Veränderungen stattfinden. Für die nächsten fünf bis sieben Jahre stehen folgende Punkte an: Reorganisation der Gottesdienstzeiten in der Seel sorgeeinheit, Gewährleistung der sonntäglichen Eucharistiefeier in den einzelnen Pfarreien, gemeinsame Sakramentenkatechese – also die theoretische und praktische Einführung in den christlichen Glauben –, Jugend- und Familienpastoral, religiöse Erwachsenenbildung sowie Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Um die Mitglieder des Pfarreienrats, die Pfarrgemeinderäte und sonstige Mitarbeiter der Pfarreien über die Aufgaben in der Seelsorgeeinheit zu sensibilisieren und vorzubereiten, wird kommenden Herbst und Winter das Seminar „Pfarrgemeinde gestalten“ abgehalten. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Sicher auf dem Rad unterwegs z Fahrradfahren muss gelernt sein! Aus diesem Grund organisierte das Ökoinstitut Südtirol gemeinsam mit der Gemeinde Brixen einen Fahrradkurs für
Migrantinnen und Senioren. In sieben Einheiten machten sich die zwölf Damen im Lido das Radfahren zu eigen und lernten zudem, einfache Reparaturen am
Fahrrad selbst durchzuführen. Die Stadtpolizei unterrichtete die Teilnehmerinnen auch über die wichtigsten Verkehrsregeln. Das Radfahren ist in unserer Kultur selbstverständlich, viele Migranten haben dies allerdings nie erlernt. Ziel des Kurses war also, ihnen das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel näherzubringen und dabei Unfällen vorzubeugen.
P&G
Besonders erfreut zeigten sich die Teilnehmerinnen über die frisch erworbene Flexibilität und mobile Unabhängigkeit, die ihnen das Fahrradfahren bringt. Die Aktion war Teil eines länderübergreifenden EU-Interreg-Projektes, dessen Bereich „Fahrradkurse“ (mit etwa 20 Aktionen) insgesamt rund 26.000 Euro gekostet hat. eh
Politik & Gesellschaft BRIXEN
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
DIVERSES
Neuer Standort für Blutentnahme z Die Blutentnahme im Krankenhaus Brixen erfolgt nun nicht mehr in den gewohnten Räumlichkeiten des Nordflügels, sondern im neu strukturierten Südflügel des Haupthauses A. Das Laboratorium für Klinische Pathologie, dem das Ambulatorium für Blutentnahmen angeschlossen ist, befindet sich jetzt im Hochparterre links hinter den Aufzügen in der Eingangshalle. Die Öffnungszeiten für Blutentnahmen bleiben unverändert (Montag bis Freitag von 7.30 bis 12 Uhr), ebenso die Zeiten für Befundabholungen
kurz
notiert
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(Montag bis Donnerstag von 10 bis 15.30 Uhr und Freitag bis 15 Uhr). Das Laboratorium wurde übersiedelt, „weil der gesamte Nordflügel ab nächstem Jahr eine Baustelle wird. Der Flügel ist mittlerweile über 40 Jahre alt und muss nun vom Keller bis zum fünften Stock
Der Katholische Familienverband Südtirol (kfs) organisiert wiederum Nikolausbesuche. Diese finden am 5. und 6. Dezember statt; Anmeldungen können vom 27. November bis 2. Dezember unter Tel. 347 8633269 getätigt werden. Der Reinerlös kommt der Südtiroler Krebshilfe zugute.
saniert werden“, erklärt Primar Martin Ogriseg. Der Umzug des Laboratoriums sei bereits seit 2008 geplant, „und jetzt ist es endlich soweit“, freut sich der Primar. Im Ambulatorium werden pro Tag rund 200 Blutentnahmen durchgeführt. vk
Die Ergebnisse einer Studie über das Zusammenleben verschiedener Sprachen, Kulturen und Religionen in Brixen, die von der Europäischen Akademie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brixen durchgeführt wurde, können auf der Homepage www. brixen.it heruntergeladen werden.
Lena Dauberschmidt aus Feuchtwangen und Helena Nikol aus Bayern haben im Zuge ihrer Ausbildung zu Kommissarinnen der Bayrischen Polizei ein Praktikum bei der Brixner Stadtpolizei absolviert. Sie konnten sich in der Verwaltung wie beim Streifendienst ein konkretes Bild von der Arbeit der Südtiroler Kollegen machen.
NACHGEFRAGT
„Selbstsicherheitsbremser“ ELMAR TEUTSCH, Wirtschaftspsychologe, Unternehmenscoach und Psychotherapeut vom Institut Telos, über ein Seminar in Brixen, in dem er sich mit den verborgenen Auswirkungen der Kindheit auf die Gegenwart beschäftigte. Herr Teutsch, Sie haben unlängst in einem großen Brixner Unternehmen ein eher ungewöhnliches Seminar abgehalten. Um welches Thema ging es da? In diesem Fall ging es um sicheres Auftreten für die Mitarbeiter des Unternehmens. Was ist das Ungewöhnliche daran? Mitarbeiter treten nur dann sicher auf, wenn sie selbstsicher sind. Es mag eben ungewöhnlich klingen, dass im Zentrum dieses Seminars die Kindheit der einzelnen Mitarbeiter stand. Selbstsicherheitsbremser kom-
men aber meist aus der Kindheit, und deshalb muss man das Problem eben hier anpacken. Was wir damals erlebt und erfahren haben, im Guten wie im Bösen, prägt auch heute noch die Wertmaßstäbe, das Erleben und Verhalten. Erst mit dem Verstehen des Gewesenen, der Vergangenheit, wird aktive und freie Gestaltung der Zukunft möglich. Wir können unsere Kindheit nicht ändern, doch können wir sie nutzen, um jetzt besser zu leben, und zwar in jeder Beziehung – egal, ob es um sicheres Auftreten für Mitarbeiter geht, um konfliktfreie Zusammenarbeit oder um glückliche Paar-Beziehungen.
Also ist es ungemein wichtig, sich mit der eigenen Geschichte zu befassen? Ja, das ist absolut richtig. Denn die Vergangenheit beeinflusst uns immer noch. Warum wir heute eben so sind, wie wir sind. Es ist wichtig, einen liebevollen und auch kritischen Blick auf die eigene Kindheit zu werfen und Schlüsselerlebnisse noch einmal durchzumachen. Manches ist gut, manches hingegen schafft Probleme. Diese Verstrickungen sind dabei meist im Unbewussten angelegt, also weder sicht- noch erkennbar. veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Preis der Menschlichkeit z Der „Südtiroler Kiwanis Preis der Menschlichkeit“ (SKMP) wird Personen oder Organisationen verliehen, die sich durch ihre herausragenden Leistungen im sozialen Bereich auszeichnen. Verliehen wird die Ehrung im Zweijahreszyklus von den sieben Südtiroler Kiwanis-Clubs (Vinschgau, Meran, Bozen, Brixen, Sterzing, Bruneck und Bruneck Junior) – und dieses Jahr findet die Preisverleihung in Brixen statt. „Dieses Jahr ist der Kiwanis-Club Brixen der Veranstalter, und wir durften aus zahlreichen Vorschlägen die Preisträger ermitteln“, erläutert Laurenz Stockner,
der vor kurzem zum neuen Präsidenten des Kiwanis-Club Brixen gewählt wurde. „Der Preisträger wird am Tag der Verleihung bekanntgegeben. Aber so viel sei schon verraten: Es handelt sich um eine Brixner Initiative, eine Gruppe von Freiwilligen, die im Stillen und Bescheidenen Tag für Tag wertvolle Arbeit humanen Wertes an die Ärmsten unserer Stadt leisten.“ Das Preisgeld beträgt dabei 5.000 Euro und wird zu gleichen Teilen von allen Südtiroler Kiwanis-Clubs bereitgestellt. Die Preisverleihung findet am Samstag, 15. November, um 20 Uhr im
Festsaal der Cusanus Akademie Brixen statt, im Anschluss an das Konzert der „Schmeichler“ und des „Swingtime Trio“, die diesen Abend unentgeltlich umrahmen werden. Der Eintritt zu Konzert
und Preisverleihung ist frei, alle Interessierten sind herzlich willkommen. Eine freiwillige Spende wird gern entgegengenommen; sie kommt bedürftigen Kindern in Südtirol zugute. db
BRIXEN
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Hebesätze für GIS festgelegt
z Die gute Nachricht für alle Besitzer von Erstwohnungen in der Gemeinde Brixen: Der Hebesatz für die Gemeindeimmobiliensteuer (GIS) bleibt unverändert bei 0,4 Prozent; es wird ein Freibetrag von 544,80 Euro angewandt. Erstwohnungsbesitzer werden im Dezember also denselben Betrag bezahlen wie
im Juni. Unverändert bleibt der ordentliche Hebesatz weiters für maximal eine Wohnung, die an die Hauptwohnung grenzt und von der Familiengemeinschaft mitbenutzt wird beziehungsweise im Besitz von im Ausland lebenden und im AIRE-Register eingetragenen italienischen Staatsbürgern ist. Keine Änderung gibt es auch bei Woh-
nungen, die Verschwägerten ersten Grades zur kostenlosen Nutzung überlassen werden, für Dienstwohnungen und Wohnungen, die Mitarbeitern als Lohnelement (Fringe Benefit) zur Verfügung gestellt werden oder die von den Besitzern oder Fruchtnießern aus Arbeits- oder Studiengründen genutzt werden. Auch für Wohnungen im Besitz von Senioren oder Menschen mit Behinderung, die außerhalb der Wohnung in Pflege sind, oder Wohnungen, die von einer Baufirma gebaut und zum Verkauf bestimmt sind, aber noch nicht verkauft wurden (für max. 1 Jahr ab Ende der Bauarbeiten) gilt derselbe Hebesatz wie bisher. Von 0,76 auf 1,12 Prozent wurde hingegen der Hebesatz für nicht vermietete Zweitwohnungen erhöht. Von
Brixen Regensburger Allee 14 Tel. 0472 831 066 Meran Otto-Huber-Str. 78-80 Tel. 0473 055 730 www.vitaplus.it
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der GIS befreit sind Gebäude, die für den Urlaub auf dem Bauernhof genutzt werden, sofern der entsprechende Bauernhof mindestens 75 Erschwernispunkte hat. Ein reduzierter Hebesatz von 0,7 Prozent (statt 0,76) gilt für Wohnungen, die Verwandten in gerader Linie oder bis zum zweiten Grad in der Seitenlinie wie Eltern, Großeltern, Kinder oder Geschwister zur kostenlosen Nutzung überlassen werden. Für denkmalgeschützte Gebäude wird die Berechnungsgrundlage laut neuer GIS-Verordnung um 40 Prozent reduziert. Banken bezahlen den höchstmöglichen Hebesatz von 1,26 Prozent. Der ordentliche Hebesatz für die Gemeindeimmobiliensteuer beträgt in Brixen 0,76 Prozent. db
BRIXEN/WIEN
BRIXEN
Brixen beim Tirolerball
Mobiler Notruf
z Seit 151 Jahren gibt es in Wien den Tirolerbund – eine Vereinigung, die 1863 vom in Wien lebenden Tiroler Notar Emanuel Sterzinger gegründet worden war mit dem Ziel, den in Wien lebenden Tirolern aus allen drei Landesteilen in der Hauptstadt ein Stück Heimatland zu bieten. Seit 1976 organisiert der Tirolerbund einmal im Jahr im Wiener Rathaus den inzwischen zur Tradition gewordenen „Tirolerball“, wobei jeweils eine andere Tiroler Gemeinde den Ehrenschutz übernimmt. 2015 sind Brixen und die Eisacktaler Gemeinden an der Reihe: Josef Kirchler koordiniert das Rahmenprogramm, das mit heutigem Stand aus der Bürgerkapelle Brixen, der Musikkapelle Natz, der Volkstanzgruppe Brixen und der Albeinser Böhmischen, der Brixner Böhmischen sowie der Feldthurner Tanzlmusig besteht. Der Ehrenschutz beim Tirolerball ist eine ausgezeichnete Gelegen-
heit, Brixen als Tourismusdestination in Wien nachhaltig zu bewerben und auch Eisacktaler Produkte in Österreichs Hauptstadt zu präsentieren: Den Ball, der am 24. Jänner 2015 im Wiener Rathaus stattfinden wird, zieht normalerweise etwa 2.500 Besucher an. Josef Kirchler hofft auch auf eine rege Beteiligung der Eisacktaler: „Wir haben in enger Kooperation mit dem Tourismusverein Brixen eine Drei- oder Zwei-Tagesfahrt nach Wien organisiert; Interessierte können sich im Büro des Tourismusvereins melden, wo es detailliertere Informationen gibt“. wv
z „Hilfe per Knopfdruck in Südtirol“ verspricht der MobilNotruf des Weißen Kreuzes. Im Notfall drückt man einfach die rote Taste auf dem portablen Notruf-Gerät, und die Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes wird unmittelbar alarmiert. Der Notruf kann über sämtliche Handynetze abgesetzt werden, und die exakte Ortung des Hilfesuchenden erfolgt via Satellit.
Dies ist vor allem für Wanderer sehr interessant. Aber auch im Alltag oder im Beruf können die Mobil-Notruf-Geräte zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Förstern, Jägern, Landwirten, Sportlern und Handwerkern. Ein ähnlicher Dienst des Weißen Kreuzes hat sich bereits seit mehreren Jahren bewährt: Der Hausnotruf ist eine vorbeugende und lebensrettende Einrichtung, durch die gewährleistet wird, dass ältere alleinstehende Menschen trotz gesundheitlicher und körperlicher Einschränkung in ihren gewohnten vier Wänden weiterhin leben können. Das Hausnotrufgerät ist per Sensor ständig mit einem kleinen Sendegerät, das am Hals oder am Handgelenk getragen wird, verbunden. Im Notfall wird auch hier die Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes per Knopfdruck alarmiert. vk
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WANDELBAR: Krankenschwester in Bozen und Meran, pädagogische Mitarbeiterin in der Cusanus Akademie, Heimleiterin im Bozner Kinderheim und jetzt zufriedene Burgerhofbäuerin
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PORTRAIT
Wurzeln und Flügel ANNELIESE EGGER: Man fühlt sich einfach wohl in Gesellschaft der BurgerhofBäuerin. Klare Ideen, wache und vor Lebensfreude sprühende Augen und eine faszinierende Portion Weltoffenheit, die immer wieder staunen lässt.
A
nneliese Egger, wie die Burgerhof-Bäuerin eigentlich heißt, lebt seit 34 Jahren in Untereben, hoch über der Stadt Brixen. Fast ebenso lange haben sich die charismatische Bäuerin und ihr Mann Franz Messner dem biologischen Anbau verschrieben. Im Einklang mit der Natur zu leben war ihnen seit jeher wichtig, und das hat sie auch dazu bewogen, ausgetretene Pfade zu verlassen. Der Burgerhof ist seit fast zehn Jahren ein so genannter Schulbauernhof. Kinder verschiedener Schulstufen können den Kreislauf des Lebens im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, Land-
Geworden sind es letztendlich vier, „weil ich mit dem Kinderkriegen etwas spät dran war“. Ihr Vater habe sie sehr liberal erzogen, habe ihr Wurzeln und Flügel gegeben, und das habe sie ihren Kindern dann auch weitervermittelt. „Sie zu verantwortungsbewussten und selbstständigen Menschen zu erziehen, das war mir ein Herzensanliegen.“ Ihre Wurzeln liegen im Unterland, der berufliche Werdegang hat sie über Göppingen nach Bozen, Meran und Brixen geführt. Das erste Oberschuljahr besuchte Anneliese Egger am Wissenschaftlichen Lyzeum in Brixen, und
atemberaubenden Tempo. Bald einmal wurde sie zum „Capo Sala“ ernannt, und weil sie offensichtlich auch technisch recht versiert war, schickte ihr Primar sie nach Padua, um sie in der Anwendung von EEG-Geräten ausbilden zu lassen. „Südtirols erstes EEG-Gerät kam sozusagen mit mir aus Padua“, erinnert sie sich schmunzelnd. In der Folge galt es dann, so manche technische Panne zu meistern, und da habe sie sich „per forza“ durchwursteln müssen. Nach drei Jahren wechselte sie an das Krankenhaus Meran. Der Bereich Wiederbelebung lag ihr aber nicht so sehr – „zu viel Tech-
„So richtig viel herumgekommen bin ich nicht, und den Urlaub verbringe ich am liebsten auf der Alm“_ Anneliese Egger, Burgerhofbäuerin wirtschaft in ihren Ursprüngen erleben, von der Aussaat bis zur Ernte, vom Heuhüpfen bis zur Jause mit selbstgebackenem Brot. Und noch etwas ist besonders am Burgerhof und seinen Menschen: Immer wieder finden Obdachlose dort für einige Zeit so etwas wie ein Zuhause. Bei der Ernte helfen auch oft Menschen aus dem Haus der Solidarität, Menschen aus unterschiedlichen Nationen, „und so manche Beziehung, die daraus entstanden ist, so manche Begegnung hat auch unser Leben geprägt“.
Foto: Oskar Zingerle
Der Weg auf den Burgerhof.
Ihren Franz hat die BurgerhofBäuerin über die Gemeinschaft der Landjugend des Priesters und Missionars Luis Lintner kennen gelernt. „Der Franz war für die Brixner Gruppe zuständig, ich für die Meraner, und so ist es dann eben gekommen, dass ich auf den Burgerhof gekommen bin.“ Eigentlich hätte sie sich zwölf Kinder gewünscht, „denn ich bin ja als Einzelkind aufgewachsen“.
sie wohnte die Woche über im Marianum. Weil das Heimweh aber übermächtig wurde, „ich habe einfach sehr an meinem Vater gehangen“, und weil das Leben im Heim der Englischen Fräulein sich für das an Freiheit gewöhnte Mädchen sehr schwierig gestaltete, kehrte sie noch vor Ende des Schuljahres nach Neumarkt zurück. Sie entschloss sich dann, in Göppingen, eine Stadt in Baden-Württemberg, eine „gediegene Ausbildung“ als Krankenschwester zu absolvieren. „Und das Heimweh war auf einmal kein Thema mehr.“ Nach Abschluss der Ausbildung kehrte sie nach Südtirol zurück, „weil es meinem Vater nicht so gut ging“. Im Bozner Krankenhaus fand sie ihre erste Anstellung, und sie musste sich erst an so manche Veränderung im Vergleich zu den deutschen Krankenhäusern gewöhnen.
nik, zu wenig Mensch.“ So wurde sie schließlich pädagogische Mitarbeiterin in der Cusanus Akademie in Brixen, organisierte Kurse für Krankenschwestern und hielt selbst Kurse, „und dabei war mir vor allem der Umgang mit den Menschen in der Pflege wichtig“. Auch hier fand sie aber nicht die Erfüllung, nach der sie strebte. Als Heimleiterin, „ich habe auch ein Diplom als Heimerzieherin“, im Bozner Kinderheim war es Anneliese Egger dann möglich, ihr pädagogisches Geschick zu leben, mutige Veränderungen zu wagen und so manchem Widerstand zum Trotz Kindern das Leben ein wenig schöner zu machen. „Deswegen habe ich diese Arbeit auch sehr gemocht.“ Ihren Beruf hat sie an den Nagel gehängt, als ihr erstes Kind zur Welt kam: „Ich wollte einfach bei meinen Kindern bleiben.“
Zu wenig Mensch. Wenn sie et-
sind für die Burgerhof-Bäuerin „lebensnotwendig“, und Bücher haben wohl auch dazu beigetra-
was anpackt, dann tut sie das mit Leib und Seele und in einem
Steckbrief
Anneliese Egger wurde am 30. März 1949 als einziges Kind einer Obstbauernfamilie in Neumarkt geboren. Ihre Mutter starb, als sie sieben Jahre alt war; der Vater erzog seine Tochter alleine. Sieben Jahre lang besuchte sie die Volksschule in Neumarkt, dann bot sich die Gelegenheit, die neu eingeführte Einheitsmittelschule in Tramin zu besuchen. Nach der dreijährigen Ausbildung zur Krankenpflegerin in Deutschland arbeitete Anneliese Egger in den Krankenhäusern von Bozen und Meran, war Mitarbeiterin in der Brixner Cusanus Akademie und Heimleiterin im Kinderheim von Bozen. Im August 1980 heiratete sie Franz Messner vom Burgerhof in Brixen. 1981 wurde Matthias geboren, der heute als Ingenieur in Colorado arbeitet; 1983 kam Michael zur Welt, der als Ingenieur in Zürich tätig ist, 1985 folgte Katharina, die Sozialpädagogik studiert hat und zwei entzückende Söhne großzieht, und 1989 wurde Johannes geboren, der Enologie studiert hat und der nächste Burgerhof-Bauer werden wird. Als engagierte Mutter war sie Gründungsmitglied des Eltern-KindZentrums in Brixen.
gen, dass sie sich ihre Zivilcourage bewahrt hat und eine gewisse Weltgewandtheit zeigt. „Eigentlich bin ich ein sesshafter Mensch“, meint sie, „so richtig viel herumgekommen bin ich nämlich nicht, und den Urlaub verbringe ich am liebsten auf der Alm.“ Ein „Raum voller Bücher“ ist ihr Rückzugsort, „auch wenn ich eigentlich am liebsten im Bett lese“.
Ein Raum voller Bücher. Bücher
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 17
Menschen & Meinungen
BRIXEN
Richter in Ruhestand z Leitender Sektionspräsident der Außenstelle Bozen des Oberlandesgerichtes Trient – was recht sperrig klingt, ist die höchste richterliche Instanz in Südtirol, die nächste ist das Kassationsgericht in Rom. Seit 2006 hat der Brixner Richter Renzo Pacher dieses Amt inne – und nun wird er seinen wohlverdienten Ruhestand antreten. Renzo Pacher war nach sei-
nem Studium der Rechtswissenschaften als Rechtsanwalt tätig, von 1980 bis 1996 war er Brixner Bezirksrichter und weiters über Jahre im Beirat der Außenabteilung des Oberlandesgerichtes in Trient. Im Laufe seiner Tätigkeit als Leitender Sektionspräsident behandelte er ungefähr 200 bis 300 Urteile, gegen die Rekurs eingelegt worden ist – vorwie-
gend Zivilangelegenheiten; einer seiner „berühmtesten“ Fälle war unter anderem die „Causa Durnwalder“. Renzo Pacher wird vor allem für seine zutiefst menschliche, ausgeglichene und kom-
petente Arbeit geschätzt, stets gewürzt mit feinem und hintersinnigem Humor. Im Bild: Landtagspräsident Thomas Widmann bedankt sich bei Renzo Pacher db
M&M Menschen & Meinungen BRIXEN
Neue Vize-Generalsekretärin
Der Spruch vom Much
I woaß schun, prum Brixn a schnells Internet braucht. Wenn sischt schun nix weitergeaht ...
kurz
notiert
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z Das Vizegeneralsekretariat der Stadt Brixen bleibt in Frauenhand: Auf Gabriele Morandell, die seit Juli das Amt der Volksanwältin bekleidet, folgte Mitte September Irmgard Frötscher, die zuletzt als Gemeindesekretärin in Percha arbeitete. Die aus Lajen stammende Wirtschaftswissenschaftlerin hat ihre berufliche Laufbahn im Privatsektor begonnen und war mehrere Jahre bei den Unternehmen Brennercom und Leitner AG tätig. Später arbeitete sie als Verwaltungsinspektorin im Amt für Genossenschaftswesen des Landes. Als Vizegeneralsekretärin der Gemeinde Brixen ist Irmgard
Frötscher derzeit verantwortlich für die Bereiche Bürgerschalter, EDV, Friedhofsamt, Meldeamt, Standesamt, Stadtarchiv, Wahlamt und Wirtschaft – also ein umfangreiches Aufgabenfeld, das täglich neue Herausforderungen mit sich bringt. Besonders freut sich die neue Vizegeneralsekretärin über
die Möglichkeit, die öffentliche Verwaltung in Brixen konkret mitzugestalten und direkt mit den Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten. Im Bild: Der versammelte Stadtrat mit Generalsekretär Josef Fischnaller (2.v.l.) und der neuen Vizegeneralsekretärin Irmgard Frötscher (3.v.l.) db
Die neue Apfelkönigin 2014/15 von Natz-Schabs heißt Stefanie Oberhofer, geboren im Jänner 1993, ist Sekretärin und Studentin der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Innsbruck. Ihren ersten Auftritt hatte sie beim Apfelfest auf dem Hochplateau.
Die Mitglieder des Vereins „Freunde von Burkino Faso“ haben wiederum einen Container mit Hilfsgütern beladen und in das westafrikanische Land versandt. Darin befindet sich unter anderem eine Zisterne sowie Rohre für ein Wasserversorgungssystem.
20 Brixner Männer stellten ihre Fähigkeiten als Iron-Man unter beweis: Für eine Benefizaktion am Domplatz bügelten sie drei Stunden lang 65 Kilogramm Wäsche – die dafür gespendeten 1.036 Euro kommen dem Haus der Solidarität zugute.
O o op s
mein Hoppala
Anton Plattner, Brixner Zahnarzt
Bärige Begegnung Kürzlich waren meine Frau und ich in Wengen im Gadertal bei einer befreundeten Familie eingeladen. Um uns die Gadertaler Berge zu zeigen, fuhren wir mit einem Geländefahrzeug zuerst durch einen – nur mit Sondergenehmigung befahrbaren – steilen Waldweg. Ich saß neben dem Gastgeber auf dem Hintersitz, als dieser ganz plötzlich neben mir aufschrie: „Der Bär! Der Bär!!“ Erschrocken und verängstigt schaute ich sogleich aus dem Fenster, um auch selbst einen Blick auf das wilde Tier zu erhaschen, das ich im Gadertal eigentlich nicht vermutet hatte. Von einem zähnefletschenden Bären war aber weit und breit nichts zu sehen – das einzige Lebewesen, das ich in diesem unwegsamen Gelände erblickte, war der pensionierte Brixner Apotheker Oswald Peer, der mit seiner Frau eine Wanderung unternahm und den mein Gastgeber natürlich auch kannte. Erst jetzt merkte ich, wen mein Freund mit „Der Peer! Der Peer!!“ gemeint hatte – und wir brachen in schallendes Gelächter aus.
Leser kochen für Leser
mmh!
Kastanienherzen à la Klemens > Zutaten für 8 Stück 1 kg Südtiroler Edelkastanien 200 g Staubzucker 200 g Kuvertüre aus Bitterschokolade 200 ml Frischsahne 2 Esslöffel Zucker (für die Sahne) 1 Schuss Rum (nach Belieben) 1 Prise Vanille von der Schote
> Zubereitung Die frischen Kastanien ungeschält ins kochende Wasser geben und für etwa 40 Minuten bei kleiner Flamme weich kochen lassen. Dann die Kastanien teilen und das Kastanienmark herausnehmen. Die Masse durch eine Kartoffelpresse drücken, diese mit Staubzucker und Vanille gut verkneten
und nach Belieben einen Schuss Rum zugeben, sodass eine gut formbare Masse entsteht. Daraus kleine Herzen formen und diese vorerst kalt stellen, damit sie fest werden. In der Zwischenzeit die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, dann die Kastanienherzen mit der Spitze voran sachte in die Kuvertüre tauchen; dabei den oberen Rand freilassen. Sobald die Schokolade trocken ist, ein Sahnehäubchen mithilfe eines Spritzbeutels an den oberen Rand aufspritzen, sodass eine Krone entsteht. Tipp: Sie können die Herzen auch einfrieren (ohne Sahne).
Klemens Tscholl ist passionierter Konditor und erfindet die kleinen Schokoladen-Freuden des Alltags immer wieder neu. Neben den köstlichen Kastanienherzen verzaubert er seine Kunden auch mit anderen süßen Köstlichkeiten. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
Voting
Ihre Meinung online
Ergebnis der Online-Umfrage:
„Zufrieden mit dem Ausgang der Seilbahn-Volksabstimmung?“ kostenloser Parkplatz
21,31% Nein, überhaupt nicht. Diese Entscheidung der Stadtbevölkerung ist eine Watsche für den Berg 4,92% Nein, aber das Ergebnis war voraussehbar 2,46% Ja, aber nur deshalb, weil ich Mitleid mit den Eigentümern der überspannten Gebäude hatte 71,31% Ja, auf jeden Fall. Eine Überspannung der Stadt war untragbar.
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Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:
„Ist eine Sanitätsreform in Südtirol notwendig?“
Heute schon was Gutes gegessen?
> > > >
Ja, weil Südtirols Sanität im Vergleich zu anderen Provinzen viel zu teuer ist Ja, weil es vor allem in der Verwaltung enorme Sparpotentiale gibt Nein, es wird heute schon in der Sanität zu viel gespart Nein, ich sehe keinen Handlungsbedarf
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Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
LAMMento
IN EIGENER SACHE
Gewonnen!
2.600 Euro „Hast du deinen Teil schon bezahlt?“, sagt der Franz, der mir heute irgendwie niedergeschlagen vorkommt, so als ob er gerade etwas entdeckt hätte, was ihn direkt betrifft und ihm überhaupt nicht gefällt, und auch Frieda scheint dies bereits gemerkt zu haben, denn sie stürmt unaufgefordert mit einer Tasse Kamillentee herbei, stolpert dabei fast über meine Füße, und ich frage mich, ob die Wirkung des Kamillentees hier nicht zu schwach sein könnte, bei dieser faccia, die der Franz gerade macht. „WAS soll ich schon bezahlt haben?“, frage ich zurück, worauf er sagt, „na deine 2.600 Euro, dein jährlicher Anteil an den Kosten der Sanität in Südtirol“. 2.600 Euro??? „Das ist Statistik, mein Lieber“, sagt der Franz, „1,3 Milliarden Euro dividiert durch 500.000 Südtiroler macht inklusive Neugeborene und 100-Jährige statistisch etwa 2.600 Euro pro Nase“, worauf sich Frieda einmischt, die keine Ahnung von Statistik hat: „Das stimmt nicht“, sagt sie, „denn meine Tochter zahlt nix, die ist erst zehn.“ Da wird es eben irgendwo in Südtirol jemanden geben, sage ich, der mit 5.200 Euro beisteuert. „Nun, ein extrem Dicker und ein extrem Dünner haben statistisch auch beide Idealgewicht“, grinst der Franz, weshalb die Statistik wieder stimmt. 2.600 Euro??? Wenn die Leute sich diese Rechnung machen würden, würden sie vielleicht ein bisschen intensiver darüber nachdenken, ob Sparmaßnahmen in der Sanität in Südtirol nicht doch sinnvoll sein könnten – auch wenn es die eine oder andere Geburtenstation treffen sollte. „Wo soll ich denn dann gebären?“, sagt die Frieda, „ich fahr ja dazu immer nach Sterzing!?“
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z Fast wie ein rotgetupfter Fliegenpilz, der frech zwischen den grünen Grashalmen hervorlugt, schaut der Regenschirm von Tamara Pergher aus Milland aus. Der gekonnte Umgang mit dem leuchtend roten Regenschutz, der in diesem Sommer wohl so manchen von uns ein ständiger Begleiter war, hat die Jury der Kinderfoto-Aktion im September-
Echo
„Plan X?“
„Brixner“ schließlich überzeugt und das Bild wurde zum Siegerfoto gekürt. Bekanntlich macht ja Übung den Meister – und üben kann die junge Gewinnerin jetzt mit der nagelneuen Digitalkamera der Marke Sony, die von Trony (Brixen, Bahnhofstraße) zur Verfügung gestellt wurde, zur Genüge. Viel Spaß beim Knipsen! Das „Brixner“-Team bedankt sich für die vielen tollen Einsendungen und wir hoffen im nächsten Jahr wieder auf rege Teilnahme. Im „BrixnerPlus“ sind übrigens auch jene Bilder zu finden, für die wir in der Papierausgabe leider zu wenig Platz hatten. Zugriff zum „BrixnerPlus“ gibt es über unsere Website www.brixner.info oder in der „Brixner“-App für iOS- und Android-Geräte. Im Bild: Tamara Pergher und ihre Mami mit Stefano Leonardelli vom Fachhandel Trony in Brixen. vk
Leser schreiben uns
musvereins nur in ein Horn geblasen: „Brixen-Plose“, „Doppeltes Vergnügen“ etc. Zum Glück hat Zum Kommentar die schöne Bischofstadt auch noch „Feuer am Dach“, „Brixner“ Nr. 296, S. 4 den Weißen Turm, den Dom, die Hofburg, den Kreuzgang und andere Ressourcen und Sehenswürdigkeiten. Aufgrund des Ausgangs Ingo Fink, Brixen der Volksabstimmung ergibt sich jedenfalls ein klarer Auftrag, der Die Seilbahnbefürworter schaf- zu verfolgen ist: nämlich eine Verfen es einfach nicht, ihre Nie- besserung der Busverbindung. derlage hinzunehmen. Sie gehen Oder gibt es, aufgrund aktueller als klare „Verlierer“ dieser Ge- Presseberichte, vielleicht doch schichte hervor, welchen Miss- noch einen „Plan X“, nämlich eierfolg sie sich einzig und allei- nen Alternativstandort für die ne selbst zuzuschreiben haben. Talstation der Seilbahn? „Sieger“ gibt es meiner Meinung nach keine. Sicher befinden sich Anm. d. Red.: Den „Plan X“ gibt unter den 4.404 „Stadtlern“, die es derzeit nicht; es gibt laut derbei der Volksbefragung notge- zeitigen Erkenntnissen keinen drungen für Plan B gestimmt alternativen Standort, der die anhaben, viele, die wie der Un- visierten Ziele erreicht, die Anzahl terfertigte reine „Standortgeg- der Nutzer der Plose maßgeblich ner“ waren, wohlbemerkt nicht zu erhöhen. „Seilbahngegner“, aber nach wie vor als solche bezeichnet werden. Die aufgezwungene Liebe Leserin, lieber Leser, Fragestellung, mit der man einschreiben Sie Ihre Meinung zu fach alle Gegner des Standortes den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Bahnhof mundtot machen wollIhrer Adresse und Telefonnummer: te, hat zum Tod des seit über Redaktion „Brixner“, Brennerfünf Jahren verfolgten Projektes straße 28, 39042 Brixen geführt. Seit Jahren hat auch die Leserfax: +39 0472 060201 Werbekampagne des TourisE-Mail: echo@brixner.info
Pro& Contra Ist das Finanzabkommen für Südtirol vorteilhaft? Der Hintergrund:
GENIAL
Foto: Gregor Khuen Belasi
Mitte Oktober hat sich Landeshauptmann Arno Kompatscher mit Regierungsvertretern aus Rom auf ein Finanzabkommen geeinigt, das Kompatscher als „Sicherungspakt“ bezeichnet: Es soll die Beteiligung Südtirols am Abbau der Staatsschulden festschreiben und sorge damit für Planungssicherheit. Außerdem wird das „Inkassoprinzip“ umgedreht: Bisher hat der Staat die Steuern kassiert und anschließend die 90 Prozent an Südtirol überwiesen, mit notorischen Verspätungen. Jetzt behält Südtirol die Steuern und überweist die 10 Prozent nach Rom.
MULTIMEDIAL
ARNO KOMPATSCHER, Landeshauptmann: „Damit zahlt das Land Südtirol weniger als bisher“
Ja Mit dem Sicherungspakt werden die Finanzbeziehungen zwischen Staat und Land neu geregelt. Wir schreiben damit einen klaren vereinbarten Betrag fest, den Südtirol zur Sanierung der Staatsfinanzen beiträgt, und sorgen für Rechtssicherheit und Planbarkeit. Der Sicherungspakt bedeutet für uns, dass 90 Prozent der Südtiroler Steuereinnahmen im Land bleiben, 10 Prozent der Steuern an den Staat für die staatlichen Dienste in Südtirol fließen, also hier ausgegeben werden, und wir von unseren 90 Prozent Steuereinnahmen „nur“ 476 Millionen an den Staat abgeben müssen, um ihm beim Tragen seiner Zinslast zu helfen. Damit zahlt das Land Südtirol weniger – die Hälfte – als bisher und bleibt von allen weiteren Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts ausgenommen. Mit dem Abkommen ist die Verhältnismäßigkeit unseres „Sanierungsbeitrags“ wieder hergestellt. Unser Beitrag ist jetzt an objektive Kriterien gebunden. Der Sicherungspakt schafft außerdem Ordnung und räumt die beim Verfassungsgericht behängenden Verfahren aus. All dies ist langfristig und in Form einer internationalen Verankerung durch den Einbezug der Republik Österreich abgesichert. Die italienische Regierung verpflichtet sich nämlich, die Einigung über die neuen Finanzbeziehungen zwischen Bozen und Rom der Republik Österreich zu übermitteln, und zwar mit einem ausdrücklichen Verweis auf die Streitbeilegungserklärung von 1992. Außerdem erklärt sich Rom darin bereit, auch in Zukunft bei allen Fragen zur Umsetzung des Autonomiestatuts das Einvernehmen zu suchen. z
PIUS LEITNER, Landtagsabgeordneter: „War Italien gegenüber Südtirol je vertragstreu?“
Nein Das zwischen der Landesregierung und der römischen Zentralregierung vereinbarte Finanzabkommen ist nicht so sehr ein Sicherungspakt, sondern vielmehr ein außergerichtlicher Vergleich. Es ist auch nicht so sehr ein Waffenstillstand, sondern eher eine Kapitulation. Die vor dem Verfassungsgerichtshof behängenden Anfechtungen wegen Verletzung des Mailänder Abkommens zieht das Land nun zurück, im Grunde ohne eine konkrete Gegenleistung, wenn man davon absieht, dass künftig die 90% Steuereinnahmen im Land verbucht und 10% an den Staat überwiesen werden. Nichts war und wird es mit dem Wunsch: „Wir bekommen zwar weniger Geld, das aber sicher.“ Südtirol verzichtet gegenüber dem Staat auf 2,3 Milliarden Euro, während gleichzeitig Geburtenabteilungen geschlossen und dem Militär sanitäre Strukturen zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Staat hat sich bei diesem Vertrag klar durchgesetzt. Der Kardinalsfehler liegt meines Erachtens darin, dass Südtirol 0,6% der Zinslast auf die Staatsschulden übernimmt. Bei der Zinsentwicklung hat Südtirol jedoch keine Einflussmöglichkeit, und die verhandelte Summe von 476 Millionen Euro kann sehr schnell ansteigen. Zudem kann der Staat einen Aufschlag von bis zu 20% verlangen. Besser wäre es gewesen, einen Prozentsatz am Steueraufkommen zu leisten oder endlich die Finanz- und Steuerhoheit zu fordern. Euphorie ist unangebracht. War Italien gegenüber Südtirol je vertragstreu? Wird ein Brief an die österreichische Regierung Italien (den zweitgrößten Handelspartner) beeindrucken? Wie lange bleibt Matteo Renzi am Ruder? z
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Das große Teilen I n diesem Jahr gedenkt Europa des vor genau hundert Jahren ausgebrochenen Ersten Weltkrieges mit allerlei kulturellen Angeboten und großen Reden noch größerer Politiker und dergleichen. Damals brachte eine toxische Mischung aus Unzufriedenheit und Nationalismus den Kontinent auf das Schlachtfeld. Nach diesem reinigenden Gewitter sollte unter anderem jedes Volk in seinem eigenen Staat leben. Ganz so einfach und unkompliziert ging dies jedoch nicht, wie es einige von uns noch am eigenen Leib erfahren und alle es im letzten und auch im aktuellen Jahrhundert beobachten konnten. Quer durch Europa finden sich immer noch aufmüpfige Landesteile und Regionen, die sich von ihrem Mutterland aus diversen Gründen abnabeln wollen. So sind die
Schotten bei ihrem Versuch im September knapp gescheitert, und auch in Katalonien wurde das Referendum nun abgesagt oder zu einer Art Volksumfrage degradiert. Doch der Gedanke an eine Abspaltung verschwindet dadurch nicht einfach, er wird nur verdrängt und eventuell hinausgezögert. Doch die Schotten und Katalanen sind nicht alleine. Ihnen reihen sich noch einige weitere Volksgruppen in fremden Staatsgrenzen ein, wie wir gut wissen. Es brodelt – natürlich unterschiedlich stark – in der Ukraine wie in Frankreich oder auch im naheliegenden Veneto oder Kärnten mit den Kärntnerslowenen. Und das, obwohl die Grenzen innerhalb der EU unbedeutender wurden. Einerseits muss man sich fragen, ob denn dieses Völkerdenken nicht schon veraltet ist. Oder
ist es bloß eine Folge der Wirtschaftskrise? Manch einer sieht diese Abspaltungsinitiativen als die ersten Schritte auf dem Weg zu einem Europa der Regionen, das als eine nicht unrealistische Lösung gilt. Die staatlichen Grenzen würden nach und nach stärker verblassen und über den Regionen nur noch die europäische Union stehen. Die Idee der Autonomie einzelner Regionen lässt sich schließlich nicht so einfach ersticken, dieser muss man sich konfrontieren. Andererseits muss man sich ab einem gewissen Punkt jedoch auch fragen, wohin die Aufspalterei letztendlich führen soll, denn einerseits sind neue Grenzen fast immer alles andere als einfach zu ziehen, und die Durchmischung von Völkern oder Sprachgruppen, gerade in Randgebieten, gab es seit jeher und lässt sich auch heute sicher nicht aufhalten.
Fest steht jedoch, dass der starke Beweggrund der meisten zurzeit rebellierenden Regionen vielmehr ein finanzieller ist. Seit die Finanzkrise wie ein Hurrikan über unserem Kontinent gewütet hat, wurde die Frage um mehr Abgaben wohlhabenderer Regionen an gebeutelte Landesteile deutlich lauter – auch wir in Südtirol kamen deswegen unter Beschuss. Der kulturelle oder „völkische“ Aspekt wird dann bevorzugt zum Untermauern der Argumente benutzt. Dies fällt besonders bei weniger erfolgreichen und daher auch weniger bekannten Unabhängigkeitsbestrebungen wie in Cornwall (England) oder Andalusien (Spanien) ins Auge. Hier schwinden die sprachlichen und kulturellen Unterschiede zum Mutterland ziemlich. Und irgendwann könnte einer sagen, die Pusterer sprechen und sind anders als die Vinschger. Denn auch von
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Zum Autor
der wirtschaftlichen Leistung her gibt es in unserem kleinen Land Südtirol teilweise große Unterschiede zwischen einigen Landesteilen und Tälern. Doch uns hält ein Band zusammen, auf dem in schöner Schrift „Solidarität“ steht. Und genau dieses bräuchten wir auch auf nationaler, europäischer und ehrlich gesagt auch auf globaler Ebene. Denn Solidarität und Verständnis ist genau das, was allen zerrauften Staaten fehlt. Leider ist man aber meist auf Konfrontation aus, anstatt zu versuchen, die andere Seite zu verstehen. Würde Madrid mehr Verständnis aufbringen, warum sich die Katalanen nicht mehr dazugehörig und vor allem ungerecht behandelt fühlen, und würden die Katalanen mehr auf Dialog denn auf Protest setzen, so könnte man viel Wind aus den Segeln nehmen. Doch stattdes-
sen herrscht, nicht nur in Spanien, eine gewisse Ignoranz vor. Eine Ignoranz gegenüber den Gründen der Unzufriedenheit dieser Volks- oder Sprachgruppen und sicherlich auch das Nichtfördern anderer, nicht offizieller Sprachgruppen, zum Beispiel weil die „nichts bringen“. Daraus folgt: Wen man nicht gern mag und kennt, mit dem teilt man noch unlieber sein Geld. Doch eine Aufspaltung des Geldes wegen vergrößert nur die Kluft zwischen armen und reichen Staaten, und eine sprachliche würde uns sicher mehr isolieren. Daher liegt es an den fordernden Sprachgruppen, Regionen und Medien, der anderen Seite seine Probleme, Wünsche, Forderungen verständlich nahezubringen und von letzteren dann dies nicht als Provokation, sondern als Dialog zu verstehen. So können plumpe Konfrontationen verhindert werden, und wir lernen wieder, uns
Lukas Clara, leidenschaftlicher Weltenbummler, wuchs in Mühlbach auf, besuchte das Realgymnasium in Bruneck und zog schließlich wegen des Paläontologiestudiums in die österreichische Hauptstadt. In den letzten zwei Jahren hatte er Gelegenheit, dank Auslandsaufenthalten längere Zeit in Barcelona und Manchester zu leben. Inzwischen ist er wieder in Wien, um sein Studium zu beenden.
an anderen Kulturen zu erfreuen und zu bereichern, ohne dabei natürlich die eigene zu vergessen. Um dies zu erreichen, sind wir alle gefragt. Allen voran auch die Politiker, die sich wieder vermehrt den Problemen stellen müssen – ebenso jenen, die außerhalb
der nächsten Wahlperioden liegen. Wenn man das Zeitgeschehen etwas beobachtet, scheint es, als gingen wir gerade in die andere Richtung. Ich hoffe aber, dass dies nur den Anschein hat. Leserbrief an: echo@brixner.info
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UMFRAGE
Wie weit darf Volkszorn gehen? Fotos: Oskar Zingerle
In Anbetracht der üblen Beschimpfungen, die Landesrätin Martha Stocker kürzlich in Sterzing über sich ergehen lassen musste, hat der „Brixner“ unter den Passanten in Brixens Altstadt nachgefragt, wie intensiv man seinen Zorn auf eine politische Entscheidung eigentlich an einem Politiker auslassen darf.
Roswitha Dander findet die Beschimpfungen nicht gerechtfertigt: „Egal ob Recht oder Unrecht: Ein gewisses Benehmen muss an den Tag gelegt werden. Immerhin handelt der Politiker nicht als Privatmensch, sondern als Funktionär, der an Weisungen gebunden ist. Rundumschlagen ohne Maß und Ziel darf nicht sein. Generell haben die Menschen heutzutage zu wenig Respekt voreinander.“
„Puoi contraddire, parlare e discutere, man non puoi usare parolacce o fare gesti maleducati. Nel caso Stocker lei rappresenta la Provincia in quello che fa e ha delle direttive da rispettare“, sagt Guido Giotto. „Anche se uno non va d’accordo con una decisione politica, si può arrabbiare, ma non dovrebbe mai oltrepassare un certo limite di buona educazione.“
Markus Waldner findet, „dass jede Kritik im Grunde eine persönliche ist. Der eine nimmt es gelassener, der andere lässt es eher an sich heran. Jede Person, die in der Öffentlichkeit steht, muss lernen, mit Kritik umzugehen. Wichtig ist, dass man abblocken kann – das macht dann auch die Stärke eines Menschen aus. Alles darf man einfach nicht an sich heranlassen.“
„Il dialogo o la discussione è sempre una cosa costruttiva se i toni rimangono umani. Il rispetto ci vuole sempre – da parte dei politici e da parte della gente. A volte sono loro che mancano un pò di rispetto e purtroppo le reazioni poi sono quelle che sono“, sagt Alexa Bordin.
„Volkszorn steht zwischen massivem Druck von oben und Lethargie von unten. Wenn Verhältnisse nicht klar sind, dann gibt es Volksstunk. Ich muss in der Demokratie so lange reden, bis eine Entscheidung für alle halbwegs verständlich ist oder respektiert wird. Das ist die Aufgabe der Politik. Wer Politiker werden will, muss eben auch Verantwortung übernehmen können“, so Judith Wieser.
„Alles darf man den Menschen auch nicht an den Kopf werfen“, ist Marianna Lamprecht der Meinung. „Persönlich und unter der Gürtellinie darf man niemanden treffen, das finde ich nicht okay. Immerhin handeln die Politiker ja amtlich und werden dafür auf persönlicher Ebene aufs Übelste kritisiert.“
„Vor jedem Menschen muss man Respekt haben“, sagt Paula Chiari. „Ob es jetzt ein kleines Kind ist, ein Erwachsener oder ein Politiker, ist dabei irrelevant. Schimpfwörter darf man einfach nicht verwenden. Auch wenn man mit einer Entscheidung nicht zufrieden ist – zusammenreißen muss man sich schon trotzdem.“
„Respekt muss man immer haben, ganz ohne geht es dann halt doch nicht. Wo kommen wir denn sonst hin? Respekt muss man allerdings auch vor anderen Leuten haben und nicht nur vor den Politikern. Respekt gehört einfach immer dazu. Zornig darf man sein, aber übertreiben sollte man es nie“, erklärt Lois Freinademetz. 25
MEMOIREN VON HILDE KERER
Kunst & Kultur
Das Blitzmädel
1940 wanderte die Brixnerin Hilde Kerer ins Deutsche Reich aus und arbeitete als Nachrichtenhelferin der deutschen Wehrmacht. „Wäre nicht der Krieg gewesen, dann wäre es eine schöne Zeit gewesen“, so einer ihrer Tagebuch-Einträge. Ihre Erlebnisse in Russland, Frankreich und Brixen wurden im Buch „Ich war ein Blitzmädel“ nachgezeichnet. 95 Jahre jung, sitzt Hilde Kerer am Podium im Brixner Raiffeisensaal. So recht mag sie heute nicht über ihre Erinnerungen reden, hier in ihrer Heimatstadt, vor jeder Menge bekannter Menschen. „Heute kann ich nicht so erzählen, wie ich das möchte“, entschuldigt sie sich. Hilde Kerer gehörte zu den 30.000 Nachrichtenhelferinnen der deutschen Wehrmacht, wegen des Blitz-Emblems auf der Uniform auch „Blitzmädel“ genannt. Eine jener Frauen, die im Zweiten Weltkrieg ihren Dienst leisteten – und hinterher oft von ihren Erlebnissen unter einem Unrechtsregime schwiegen. Auch Hilde Kerer schwieg für lange Zeit. Doch rund 70 Jahre
war ein Gefühl, das mich ständig begleitete. Ich wollte etwas von der Welt sehen und auch etwas Neues kennenlernen – und jetzt eröffnete sich die Chance, dies zu verwirklichen.“ Der gesellschaftliche Druck in Brixen, bedingt durch Option und aufkeimenden Faschismus, war für sie nicht leicht zu ertragen gewesen: Ihre Freundschaft zur Dableiberin und Katakombenlehrerin Midl Kofler – die für einige Jahre nach Süditalien verbannt wurde – trieb Hilde Kerer zeitweise in die soziale Isolation, so wie andere Optanten auch: „Es war eine ungute Zeit damals, die Leute verloren den Kopf.“ Dies sowie ihre Erfahrungen mit dem
Hilde Kerer, auf der Krim stationiert zu werden, denn „ich hatte irgendwo gelesen oder gehört, dass es auf der Krim sehr schön sein sollte“. Aber bald kam die Ernüchterung: Sie wurde nach Minsk in Weißrussland geschickt. Zweifel an ihre Tätigkeiten für die deutsche Wehrmacht hatte sie damals nicht: Es sei gut und recht, die Menschen dort vom Bolschewismus zu befreien, „so naiv dachte ich damals“. Bald aber wurde sie damit konfrontiert, dass die deutschen Besatzer keinesfalls gern und schon gar nicht als Befreier gesehen wurden: „Du Hitler, ich Stalin! Das saß“, so Hilde Kerer über einen Streit mit einer Russin. Die Kontakte zur Zivilbevölke-
„Der Krieg war zwar allgegenwärtig, aber ich versuchte, ihn nicht zu nah an mich heranzulassen“_ Hilde Kerer später erzählte sie dem Publizisten Thomas Hanifle von ihren Erlebnissen. Diese Gesprächsaufzeichnungen sowie ihre Tagebuchnotizen aus den Jahren 1941 bis 1944 bilden die Grundlage für das Buch „Ich war ein Blitzmädel“, erschienen in der Edition Raetia. Ungeschminkt und schnörkellos sind ihre Memoiren – und für diese Aufrichtigkeit und Bereitschaft, über ihren Einsatz im Nazi-Deutschland zu erzählen, kann man ihr nur dankbar sein.
„Es war eine ungute Zeit.“ 20
Jahre jung war Hilde Kerer, die Tochter des ehemaligen Brixner Rösslwirts Michael Kerer, als sie 1939 fürs Deutsche Reich optierte. Ein Jahr später wanderte sie aus, mit den Hoffnungen eines jungen Menschen im Gepäck: „Seit einiger Zeit wünschte ich mir, einmal von Südtirol wegzukommen. Das 26
beginnenden Faschismus und Nationalsozialismus bestärkten sie schlussendlich darin, Brixen zu verlassen.
„Du Hitler, ich Stalin!“ Hilde Kerer
wanderte nach Innsbruck aus, wo sie zunächst das reichhaltige Freizeit- und Kulturangebot genoss – und auch, „dass man wieder offen deutsch sein konnte“. Sie, die in Brixen bei der Schneiderei Dander das Schneiderhandwerk erlernt hatte, besuchte in Innsbruck einen Lehrgang für Sportlehrerinnen. Sehr sportlich war sie immer schon gewesen, doch sie merkte alsbald, „dass die Lehrerkarriere nicht meine Sache war“. Als sie eine Anzeige entdeckte, in der junge Frauen gesucht wurden, die sich zu Nachrichtenhelferinnen für die Wehrmacht ausbilden lassen wollten, meldete sie sich. Nach dem Lehrgang in Gießen hoffte
rung blieben beschränkt, man blieb unter sich. Bei Ausflügen oder geselligen Treffen blendete die Wehrmachtsangestellte die Schrecken des Krieges rund um sich aus – wohl auch eine Überlebensstrategie: „Der Krieg war zwar allgegenwärtig, aber ich versuchte, ihn nicht zu nah an mich heranzulassen. Wir taten unseren Dienst und nicht mehr“, so Hilde Kerer im Rückblick. Anstelle von Familie oder Liebesbeziehungen trat die enge Freundschaft zu ihren Kolleginnen – über diese Frauenkameradschaft in der Wehrmacht liefert die Historikerin Siglinde Clementi im Nachwort des Buches interessante Informationen.
„Die Kirschen schmeckten herrlich.“ Im Dezember 1943 wurde
Hilde Kerer nach Poitiers versetzt, einer Kleinstadt im Westen Frankreichs. Der Krieg kam nun immer
näher; am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. „Im Garten sind die Kirschen reif ... Die Kirschen schmeckten herrlich“, so der Tagebucheintrag von Hilde Kerer am 31. Mai 1944, kurz vor diesem D-Day. Sechs Tage später reißt der Fliegeralarm auch sie in aller Frühe aus dem Bett. „Die Lage ist sehr gespannt. Ich habe meinen Koffer gepackt. Was hat sich seit dem 6. Juni nicht alles bei uns geändert. Die Invasion, obwohl so weit von uns, spüren auch wir hier sehr.“ Eine Woche später wird Poitiers zum Angriffsziel, es fallen Bomben. Hilde und ihre beiden langjährigen Kameradinnen Hanni und Mariechen werden verschüttet. Hilde Kerer hat Glück, doch „Hanni und Mariechen, beide tot, es war mir unfassbar. Es ist nicht auf Papier zu bringen, was diese Minuten und Stunden für mich waren. Meine Seele schrie und mein Herz weinte!“ Hilde Kerer verblieb noch einige Woche nahe der französischen Kleinstadt. Zu viert unternahmen sie mehrere Ausflüge in die nähere Umgebung: „Wäre nicht der Krieg gewesen, der sich Tag für Tag stärker bemerkbar machte, dann wäre es eine wirklich schöne Zeit gewesen, weil wir auch in einer schönen Gegend waren. Aber es war schlimm.“ Die Front rückte näher, kurz vor ihrem 25. Geburtstag am 15. August 1944 flieht Hilde Kerer in Richtung Deutschland: „Man sagt, haut ab, wenn die Sache brenzlig ist, und verlasst euch nicht auf andere.“ Das Kriegsende erlebte sie in Brixen.
Ein neues Leben aufbauen. Hier
beginnt sie, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie arbeitet bei ihrer Schwester Maria erneut als Schneiderin, „mit 26 Jahren kam ich mir aber zu alt vor, um nochmal die Schulbank zu drücken, obwohl
HILDE KERER: „Ich war ein Blitzmädel. Frauenkameradschaft in der Wehrmacht.“ Aufgezeichnet von Thomas Hanifle. Edition Raetia, Bozen 2014
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Kunst & Kultur
Im Oktober 1940 verließ Hilde Kerer (Erste von rechts am Zugfenster) ihre Heimatstadt Brixen in Richtung Innsbruck, um sich zur Sportlehrerin ausbilden zu lassen
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Hilde Kerer im März 1943 in der russischen Stadt Minsk, die von deutschen Bombern in einen Trümmerhaufen verwandelt worden istx
Niederlassung eröffnen wollte, handelte sie. Gemeinsam mit einer Gruppe von Mitstreitern wie Pia Dejaco oder Markus von Guggenberg organisierte sie Informationsabende, verteilte Flugblätter und berief eine Großkundgebung gegen den Bau ein. Für einige Jahre war sie auch Mitglied der SVP-Gemeinderatsfraktion. „Seit meiner Jugend hatte ich gelernt, dass man sich wehren und auch hartnäckig sein muss, wenn man etwas verändern oder erreichen wollte, vor allem als Frau.“ Heute ist Hilde Kerer über 95 Jahre alt. Sie unternimmt tägliche Spaziergänge, fährt mit dem Fahrrad: „Ich glaube, wir Kerers sind einfach ein guter Schlag.“
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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ich insgeheim diesen Wunsch hegte.“ Die Freizeit verbrachte sie mit ihrer Jugendfreundin Midl Kofler. Im Hause Kofler in Zinggen liefen viele Fäden zusammen. Hier wurde versucht, die Kluft, die die Option zwischen Dableibern und Optanten gerissen hatte, wieder zu schließen. Hilde Kerer half im Rücksiedlerausschuss mit, der die Rückkehrer dabei unterstützte, wieder Fuß zu fassen: „Wir müssen jetzt zusammenhalten und das, was gewesen ist, so gut es geht vergessen.“ Ihre große Leidenschaft gilt jedoch den Bergen: Sie besteigt mehr als 65 Dreitausender, mit über 60 Jahren stand sie auf dem Mont Blanc. Die resolute Frau wurde aber auch zur engagierten Umwelt- und Landschaftsschützerin. Als der Reifenhersteller Continental Anfang der 1970er Jahre in der Brixner Industriezone eine
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Raiffeisenkasse Eisacktal für Dynamik ausgezeichnet Brixen/Baden bei Wien, 26. September: Die Raiffeisenkasse Eisacktal hat den victor-Award 2014 in der Kategorie Dynamik gewonnen. Die begehrte Bankenauszeichnung erhielt die Raiffeisenkasse für ihre exzellente Arbeit im Bereich Führung, Werte und Unternehmenskultur.
Die gesamte Bankenbranche ist in Bewegung. Die schnellen und vorausschauenden Banken setzen sich durch. Zukunftsorientierte Strategien, ein fittes Führungsteam, motivierte Mitarbeiter und eine starke Unternehmenskultur sind ein Muss. Dass viele Bankinstitute trotz der anhaltenden Krise Stärke, Flexibilität und Innovationsgeist beweisen, zeigen die siegreichen Banken aus dem gesamten deutschsprachigen Raum auf der 11. victor Gala in Baden bei Wien.
Die „victor-Awards“ werden jährlich vom österreichischen Bankberatungsinstitut emotion banking verliehen. „victor“, die Grundlage der Awards, ist ein speziell für Banken entwickeltes Messinstrument, mit dem Kunden und Mitarbeiter zu den Themen befragt werden, die für die Leistung einer Bank relevant sind: Strategie, Führung, Mitarbeiter, Kunde und Unternehmenskultur. Aus den erhobenen Daten wird ein Gesamtbild geformt, das mit internationalen Benchmarks verglichen wird.
Die Raiffeisenkasse Eisacktal hat sich bei der letzten Standortanalyse „victor“ im Jahr 2011 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Durch intensives Arbeiten in zahlreichen Projekten und Arbeitsgruppen konnten sowohl die internen als auch externen Werte spürbar gesteigert werden. So wurde beispielsweise in der Unternehmenskultur ein ganz deutlicher Schwerpunkt auf die Werte und ein gemeinsames Verständnis gelegt, die Mitgliedschaft als Basis der Genossenschaft ins Zentrum gerückt und auch an der Führungsqualität und -beurteilung gearbeitet. So gelang es der Genossenschaftsbank, den Sieg in der Kategorie Dynamik zu holen.
Weitere Details unter http://bankdesjahres.com und http:// www.victorgala.com.
Mandatare, Führungskräfte und Mitarbeiter bei der Verleihung der victor-Awards in Baden bei Wien
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ERHÄLT BRIXEN EIN ZENTRUM FÜR JUNGE KULTUR?
Kunst & Kultur
ZFJK Foto: Ingo Dejaco
Seit einigen Jahren liebäugeln mehrere junge Kulturschaffende, Kulturveranstalter und -interessierte mit dem ehemaligen Astra-Kino als Plattform für junge Kreative. Erste Schritte, hier ein „Zentrum für junge Kultur“ (ZFJK) zu schaffen, wurden bereits gesetzt. Bis zum gewünschten Zieleinlauf sind aber wohl noch einige Hürden zu überspringen.
Ex-Astra Brixen: „Alles, nur keine hochglanzpolierte Location, bitte!“
J
unge Kulturschaffende gibt es in Brixen zur Genüge: Musiker, Theatermacher, Autoren, Slammer, Fotografen, Performer, Videokünstler (weibliche Form bitte mitlesen) – die Liste ließe sich noch länger fortsetzen und mit Namen bestücken, allein dies würde den Rahmen für diesen Artikel sprengen. Unter Raumnot leiden auch die jungen Kreativen in Brixen, weshalb seit längerer Zeit die Schaffung eines „Zentrums für junge Kultur (ZFJK)“ ganz oben auf deren ToDo-Liste steht. Bislang mussten sie für ihre Auftritte, Ausstellungen oder Konzerte häufig zum Städtele hinaus, beispielsweise nach Bruneck ins Jugend- und Kulturzentrum UFO. Oder sie verlegten ihre Kulturarbeit ganz in die Studienorte Innsbruck, Wien oder Trient, was zur Folge hat, dass die Brixner kaum zu Gesicht oder in die Ohren kriegen, was
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dort so inszeniert, musiziert oder performt wird.
Freiraum gesucht. Räume und
Plätze für (junge) Kultur gäbe es in Brixen im weitesten Sinne eigentlich genügend: Man denke an die Jugendzentren, Musikprobelokale, Forum Brixen, Don-Bosco-Saal und dergleichen. Allerdings: Sie sind für (jugendliche) Kulturschaffende nur eingeschränkt nutzbar. Zu teuer, nicht verfügbar, zu hoher bürokratischer Aufwand, mangelnde technische Ausrüstung, zu viel oder zu wenig Platz fürs Publikum – insbesondere junge Erwachsene im Alter 18 plus, die aus den Jugendzentren „hinausgewachsen“ sind, tun sich in Brixen schwer, einen geeigneten (Aufführungs)Raum zu finden. Speziell dann, wenn sie sich neuen informellen Kulturformen widmen oder Eigeninitiative an den Tag legen möchten. Diese
Problematik hatten vor Jahren auch die Gemeindepolitiker erkannt; zumindest ist die Schaffung eines Jugendkulturzentrums im programmatischen Dokument der Gemeindeverwaltung unter den jugendpolitischen Maßnahmen angeführt. So bildete sich im Jahr 2009, unter der Leitung der damaligen Kultur- und Jugendstadträtin Magdalena Amhof, auch eine „Arbeitsgruppe für die Errichtung eines Zentrums für junge Kultur“. Diese prüfte mehrere Möglichkeiten für ein Jugendkulturzentrum, wie man es damals noch nannte. Unter anderem einen Neubau in Stadtnähe; „aufgrund fehlender räumlicher und funktioneller Verfügbarkeiten“ wurden schließlich auch Synergien mit anderen Einrichtungen geprüft, beispielsweise mit der Musikschule, die in der Zone Priel neu erbaut werden soll. Oder eine
Kooperation mit der Freien Universität Bozen in den Räumen des St. Josef-Missionshauses, die sich jedoch nicht konkretisierte. Das ehemalige Astra-Kino im Zentrum von Brixen wurde dabei als Lösung mit Einschränkungen, aber hohem Kult-Faktor von Beginn an in Erwägung gezogen. Nach einer ersten Sanierung des Foyers fanden im Jahr 2012 erste Theateraufführungen, Ausstellungen und Filmabende von jungen Kulturschaffenden statt – und durch diese Bespielung des Raumes bewies derselbe seinen eigentümlichen Charme aufs Neue. „Somit fokussierten sich die weiteren Überlegungen ganz auf dieses Gebäude als bestmögliche Alternative zu einem Neubau und im Sinne der Vernetzung mit größeren Strukturen“, so Ingo Dejaco, Mitglied der Arbeitsgruppe und Brixner Gemeinderat.
Offen, niederschwellig, vernetzt. In einem ersten Workshop im Jahr 2012 erarbeitete die Arbeitsgruppe, bestehend aus jungen Kulturschaffenden, Vertretern der Jugendzentren und Kulturvereinen wie dem Filmclub Brixen sowie anderen Interessierten, ein erstes Konzept für ein „Zentrum für junge Kultur“ (ZFJK) – wie die offizielle Bezeichnung nun lautet. „Offen, niederschwellig und vernetzt wurden dabei als Leitlinien definiert“, erläuterten Ingo Dejaco und Andreas Pichler, ebenso Brixner Gemeinderat und Mitglied der AG, bei einem kürzlich stattgefundenen Treffen und Workshop im Ex-Astra, organisiert vom Open City Museum. Das Zentrum soll demnach zu einer Plattform für junge Kultur werden, das vor allem jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet, autonom Kultur zu schaffen. Das ihnen ermöglicht, sich sprachgruppen-, kultur- und städteübergreifend zu vernetzen. Und das junge Kultur sichtbar macht. Das ZFJK wäre also mehr als ein reiner
Kleiner Schritt in Richtung Sanierung. Parallel zu den inhaltli-
chen Überlegungen wurden von den Architekten Sandy Attia und Arthur Pichler mögliche Raumszenarien ausgearbeitet – wobei die Sanierung beziehungsweise Umgestaltung in engen Grenzen verläuft, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Eines der Vorprojekte sieht dabei die Erweiterung in Form eines unterirdischen Zubaus mit zirka 350 Kubikmetern in Richtung Romstraße vor, der vor allem als Stauraum dienen könnte. Die offenen Räume im Obergeschoss sollen dabei möglichst so belassen werden, wie sie sind. „Alles, nur keine hochglanzpolierte Location, bitte“, so der einstimmige Tenor. Dieses Raumprogramm sowie das Vorprojekt zur Sanierung wurden vor kurzem vom Stadtrat genehmigt, derzeit läuft die Ausschreibung zur Sanierung des Ex-Astra-Kinos zur „Generalplanung und Generalbauleitung samt Bauabrechnung und Sicherheitskoordinierung in Planungs- und Ausführungsphase.“ Mit dieser Ausschreibung „kommt das Zentrum für junge Kultur einen kleinen, wenn auch noch nicht entscheidenden Schritt weiter“, meint Ingo Dejaco. Die Umsetzung des derzeitigen Vor-
projektes würde etwa 2,4 Millionen Euro kosten, wobei allein auf die Sanierung rund 1,5 Millionen entfallen. Die Arbeitsgruppe hat diesbezüglich mit den Landesräten für italienische beziehungsweise deutsche Kultur, Christian Tommasini und Philipp Achammer, erste Gespräche geführt, „und beide stehen hinter dem Projekt. Für die Finanzierung könnte aus dem Bereich Jugendarbeit ein Beitrag zur Verfügung gestellt werden“, erklärt Dejaco, „nun geht es darum, die Nutzungsbedingungen sowie die Art der Führung für das Zentrum für junge Kultur auszuarbeiten und dabei auszuloten, welche Synergien mit bestehenden Vereinen, den Jugendzentren oder dem Forum Brixen geschaffen werden können.“
Stern – oder Sternschnuppe?
Der Wunsch wäre, 2015 das Ausführungsprojekt zu planen und 2016 umzusetzen. Allerdings stellen sich bis zum Zieleinlauf wohl noch einige Hürden in den Weg – wie die weitere Finanzierung bei klammer Gemeindekasse, definitive Führung und Nutzungsbedingungen, oder das in unmittelbarer Nachbarschaft geplante Kongresshotel, bei dem Kompatibilitätsprobleme in Sachen Nachtruhe befürchtet werden. Dass das Projekt zudem nicht bei allen auf laute „Yes, we can!-Rufe“ stößt und in Brixen die Liste der noch gar nicht eröffneten Baustellen lang ist, dürfte die Katalyse im Sinne von Reaktionsgeschwindigkeit nicht erhöhen. Ob das Astra seinem lateinischen Wortsinn nach also tatsächlich zu einem Stern der jungen Kultur wird oder vorzeitig als weitere Sternschnuppe am Brixner Himmel verglüht – es wird sich zeigen. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Foto: Georg Hofer
AUSSTELLUNG
Kunst & Kultur
Tönerne Poesie z Martina Thaler hatte kürzlich ihre erste Einzelausstellung in der Galerie AdlerArt. Die Autodidaktin arbeitet seit geraumer Zeit mit Ton, ihrem Lieblingsmaterial. Die Hobbykünstlerin ist dabei fasziniert von der Möglichkeit, dem erdigen Element Leben einzuhauchen und Figuren zu schaffen, die nicht einem realen Abbild entsprechen. Martina Thaler lässt sich von ihrer Inspiration leiten: Wie von selbst suchen Augen, Mund und Ohren ihren vorbestimmten Platz und formen sich zu Charakterköpfen
oder Fantasiegebilden, die dem Betrachter auf Augenhöhe begegnen. Bei den digital bearbeiteten Werken hingegen verwendet die Künstlerin die Natur als Vorlage: Aus unspektakulären Landschaftsaufnahmen entwirft sie mit dem digitalen Pinsel ein harmonisches Farbenspiel wie etwa eine poetische Graslandschaft oder flackerndes Feuer. Manche Bilder sind nicht auf Stoff gedruckt, sondern mit einer speziellen Technik auf Ton appliziert und erhalten dadurch eine ganz besondere Strahlkraft. ird
K&K Kunst & Kultur
AUSSTELLUNG
Der Held in uns z Roland Senoner ist ein großer Verehrer von Spider-Man. Für den Künstler aus Gröden Grund genug, dem Spinnenmann eine Hommage in der StadtGalerie zu widmen. Markante Details, wie der Kopf mit der Maske oder eine überdimensionierte Hand, sind mit dem Pyrographen in zeitaufwändiger Technik entstanden. Ein symbolträchtiges Werkzeug, der Brennstab, denn im Künstler selbst lodert die unbezwingbare Obsession des Zeichnens, wie ihm genauso das Thema Held und Mensch unter den Nägeln brennt. Hinter dem Helden steckt ein gewöhnlicher Mensch,
kurz
notiert
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und jeder Mensch kann ein Held sein. Heldenhaft ist sicherlich die ungeheure Beharrlichkeit, mit der Senoner seine Zeichnungen in akribischer Perfektion fertigt und damit dem digitalen Zeitalter eine Absage erteilt. Das Fortschreiten der Zeit und die damit verbundenen Veränderungen des Lichts manifestieren sich in den zwei großformatigen Flügel-Werken, die nicht von ungefähr „Jahreszeiten“ heißen. Der Faktor Zeit spielt auch eine große Rolle beim überdimensionalen Rhabarberblatt, das Senoner im Augenblick des beginnenden Verwelkens darstellt. Vanitas vanitatum! ird
Georg Kaser feiert mit seinem neuen Kabarett „Lasset ab!“ am 25. November Premiere. Humorreich durchstreift er dabei die Welt des Genusses sowie die Höhen und Niederungen des Landes – und sein Fazit: Schluss mit der Maßlosigkeit und Sinneslust!
Von der Autorin Christine Matha sind kürzlich „Engelsgedichte“ in einer großen norwegischen Tageszeitung abgedruckt worden. Anlass war die Ausstellung „Engelbilder“ von Manfred Evertz, wo die beiden Künstler ein E-Book und einen Katalog vorstellten.
Der amerikanische Musiker Fred Wesley war Posaunist bei Ike & Tina Turner, ist vor allem aber als Hauptkomponist und Posaunist von James Brown bekannt. Seine Songs gehören zu den meist gesampelten der Welt. Am 5. November ist Fred Wesley live in der Gruppe Dekadenz zu hören.
NACHGEFRAGT
„Mozart mit Kontrastprogramm“ Frau Cantelli, Anfang November geben Sie ein Konzert, bei dem Werke von Mozart ungewöhnlich kombiniert werden. Wie kam es zu dieser ausgefallenen Konzertidee? Als selbständige Musikerin gebe ich Konzerte mit verschiedenen Orchestern und Ensembles. Bei der Camerata Salzburg traf ich die Violinistin Cecilia Bernardini, und wir haben gemeinsam das Konzept entwickelt. Cecilias Vater Alfredo ist übrigens ein berühmter Oboist und lebt seit kurzem auch in Brixen. Mit uns musizieren Stefano Guarino am Cello und Iris Juda an der Bratsche. Dass wir Mozart spielen
ist naheliegend, aber wir wollten ungewöhnliche Kontrapunkte setzen und haben daher Madrigale von Bohuslav Martinu und „The Jet Whistle“ von Heitor Villa Lobos mit ins Programm genommen. Sie haben 2009 Ihr Studium am Mozarteum im Fach Querflöte mit Höchstnote beendet, treten in ganz Europa auf und haben eine kleine Familie. Wie schaffen Sie das? Das Musizieren ist meine große Leidenschaft. Nach der Spezialisierung nahm ich an etlichen Wettbewerben teil und habe einige gewonnen. Als Soloflötisten konzertiere ich immer wieder mit berühmten Musikern oder Orchestern. 2011
Das Bio-Fachgeschäft in Brixen
war ich stellvertretende Solistin bei den Grazer Philharmonikern, da habe ich meinen Mann kennengelernt. Unser zweijähriger Paul ist jetzt in der Kinderkrippe, aber ohne die Unterstützung unserer Familien hätte ich zum Beispiel ein Engagement auf einem Kreuzfahrtschiff in Amerika nicht annehmen können.
Foto: Stefan Lozar
MARIA BEATRICE CANTELLI, Soloflötistin aus Brixen, über ihr ungewöhnliches Konzert in Brixen und die Vereinbarkeit von Familie und Konzerttourneen in Europa.
Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Ich habe viele Ideen in der Schublade, aber im Moment freue ich mich darauf, mit dem HaydnOrchester und dem Münchner Kammerorchester zu spielen. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Der Duft des Herbstes Die Vielfalt des Herbstes stellt sich auch in den verschiedensten Düften dar. Düfte in Form von wärmendem Tee, herrlichen Gewürzen oder auch ätherischen Ölen. Sich etwas Gutes tun und eine Pause machen - dafür steht die Tasse Tee; die Gewürze verfeinern das leckere Essen und die ätherischen Öle können wir bei der Entspannung genießen. Im Bio-Fachgeschäft Pro Natura in Brixen finden Sie eine große Auswahl an verschiedenen Teesorten, Gewürzen und ätherischen Ölen in höchster Qualität, natürlich aus kontrolliert biologischem Anbau. BRIXEN · STADELGASSE 6B ∙ TEL. 0472 837 314 | Mo – Fr 8.30 – 12.30 · 15.00 – 19.00 Uhr; Sa 8.30 – 12.30 Uhr 33
AUSSTELLUNG
Kunst & Kultur
Marmor, Stein und Eisen … z Bei dieser Sonderausstellung des Pharmaziemuseums Brixen, die bis Mai 2015 zu besichtigen ist, geht es vordergründig nicht um Liebe und Treue wie beim gleichnamigen Lied des Schlagersängers Drafi Deutscher aus dem Jahr 1965. Die Sammlung von Werkstoffen aus dem hauseigenen Fundus zeigt historische bis aktuelle Materialien und Objekte aus der täglichen Apotheken- und Laborarbeit. Einige kamen schon vor Jahrhunderten zum Einsatz, andere wurden erst nach 1900 als Werkstoffe entwickelt, wie zum Beispiel Bakelit und sonstige Kunststoffe. Trotz des relativ „jugendlichen“ Alters gibt es für Bakelit-Objekte bereits leidenschaftliche Sammler. Attraktiv
bemalte Blechdosen aus dem 19. Jahrhundert erzielen ebenfalls Liebhaberpreise – womit man doch wieder beim Schlagerthema von Liebe und Treue landet. Auf der Verliererseite in der Beliebtheit steht hingegen das Metall Zinn: In den 1980er Jahren zierten Krüge und Teller aus Zinn jedes bürgerliche Wohnzimmer, heute gelten sie als total out und werden via eBay weit unter Materialwert verschleudert. Auch im Apothekenlabor hat Zinn ausgedient, weil es mit vielen Substanzen reagiert und sich nicht „neutral“ verhält. Ähnlich erging es den Schaufeln, Löffeln und Spateln aus Holz: Sie alle finden aus hygienischen Gründen im Labor keine Verwendung mehr und wurden durch inerte Kunststoff-
geräte abgelöst. Als Werkstoffe für die Pharmazie sind auch Silber und Gold nicht mehr in Mode: Die Sparzeiten im öffentlichen Gesundheitswesen gestatten keine versilberten oder vergoldeten Pillen. Auch Leihgefäße für noble Patienten wie der silberne, auf der Innenseite vergoldete Becher aus dem 18./19. Jahrhundert sind heute unvorstellbar. Zu
AUSSTELLUNG
NATZ-SCHABS
Städteschluchten
Gestrickte Worte
z Gleich zwei Kunstevents begleiteten heuer den International Mountain Summit: Wilhelm Senoner präsentierte im Forum seine kantigen, gleichsam in Fels gehauenen Figuren, während in der Galerie Hofburg die schroffen Stadtschluchten des Federico Romero Bayter zu bewundern waren. Die städtischen Landschaften des gebürtigen Kolumbianers gaukeln fast eine filmische Szenerie vor, heftige Bewegung in den Bildern vereint den Gestus des Künstlers mit der geometrischen Exaktheit des Architekten. Bekannte Orte werden zu Nicht-
Orten in dem Moment, da Bayter das Wesen der Städte neu erfindet, mit grellen Farbeffekten sowie mit Licht- und Schattenspielen. Kräftige Farbblitze durchzucken die grauschwarzen Stadtfluchten, hie und da mit Flaggen á la Jasper Johns versehen. Flaggen können Zugehörigkeit andeuten, bei Bayter symbolisieren sie seine offene Sichtweise auf verschiedene Identitäten. Federico Romero Bayter befasst sich mit vielen Nationen und Orten, und seine Bilder vermitteln das Gefühl, überall auf der Welt gebe es Schönes und Erhabenes zu entdecken. ird
Wortgestrick schneefloc über kahlekefenldseergeln gedichte ho en hinter dem ck rmen ofen und strickenwnaeu pastellfarben e worte sprechen von den la uten und leisen vo len der kurzatmigka keit der konsonan kichern verstohl ten hinter ihren garnen und legen n scheen hervor it ins feuer neiach z Bereits seit ihrer Schulzeit schreibt Christa Issinger aus NatzSchabs leidenschaftlich gerne Gedichte – und nun wurde eines ihrer Werke ausgezeichnet. Beim Hildesheimer Lyrikwettbewerb wurde die „ernste Lyrikerin“, wie sie sich selbst beschreibt, zu einer der zehn Hauptpreisträgern ernannt. Mit dem Gedicht „Wortgestrickt“ konnte sie die siebenköpfige Jury des renommierten Lyrikwettbewerbs überzeugen. Aus den über 1.200 eingereichten Texten wurde jener von Issinger zu den zehn besten gewählt, die zudem in einem Lyrikband veröf-
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den Dauerbrennern unter den pharmazeutisch verwendeten Werkstoffen zählen auf Grund ihrer „physiologisch unbedenklichen“ Materialeigenschaften die Werkstoffe Glas und Porzellan. Bis heute finden sie als Behälter oder Arbeitsgeräte vielfache Anwendung und erweisen sich als zuverlässige Hilfsmittel. wv
fentlicht werden. Der Wettbewerb zählt zu den gefragtesten in ganz Deutschland und wurde heuer in Kooperation mit dem Bistum Hildesheim anlässlich dessen 1.200-jährigen Bestehens organisiert. Zum Thema „Was mir heilig ist“ konnten die Teilnehmer je drei Gedichte einsenden. Die 51-jährige Verwaltungsbeamtin wird von einzelnen Wörtern und Geschichten inspiriert und schreibt über Dinge, die sie bewegen. Eine Sammlung an Gedichten hat Issinger bereits 2012 im Lyrikband „Die Liebe ist nicht rot“ veröffentlicht. eh
BRIXEN/STERZING
Unantastbar erfolgreich
z Die Punkrockband „Unantastbar“ mit Joachim „Joggl“ Bergmeister aus Mauls, Thomas Conrater aus Sterzing, Florian „Schkal“ Wieser aus Stilfes, Matias „Spitzi“ Speranza aus Vahrn und Christian Heiss aus Brixen spielen am 1. November anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums ein großes Konzert im Veranstaltungszentrum „Hafen“ in Innsbruck. Das Konzert, das unter dem Motto „10 Jahre Rebellion, 10 Jahre Unantastbar“ stattfindet, bildet die Zwischenstation einer beispielhaften Karriere, die erst kürzlich mit dem 13. Platz ihres vierten Albums „Fluch und Segen“ in den deutschen Albumcharts ihren bisherigen Höhepunkt erlebte. Die Geschichte von Unantastbar wurde geprägt von lauter Musik, sehr viel Spaß „und von einer herrlichen Freundschaft zwischen Band und Fans“, wie die Band selbst in einer Aussendung schreibt. Gestartet wurde mit Konzerten in kleinsten Kneipen und Pubs, man schlief in Schlafsäcken im Backstage-Bereich oder auch überhaupt nicht. Tausende von Kilometern fuhren die Südtiroler quer durch ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz; in den ersten Jahren nur „um ein paar kühle Bierchen“. Eines stand im Vordergrund: Der Spaß an der eigenen Musik und die Lust, auf der Bühne zu stehen. Die Locations wurden größer, und spätestens, als 2011 das von Frei. Wild gegründete Label „Rookies & Kings“ die Band unter Vertrag nahm, blieben auch die ersten Charterfolge nicht aus. Mit dem
Album „Schuldig“ erreichte die Formation mit Platz 33 zum ersten Mal die deutschen Albumcharts. Es folgten eigene NightlinerTouren und Festivals mit bis zu 20.000 Besuchern. wv 14_1843_un_Poster_Logo_1900x800.indd 1
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BRIXEN
Kunst & Kultur
48 Sänger in Riga z Der Männergesangverein Brixen 1862 veranstaltete vor einigen Wochen seine traditionelle Sängerreise, die heuer stolze 48 Sänger für vier Tage nach Riga führte. Offiziellen Auftritt gab es zwar keinen, gesungen wurde jedoch bei jeder Gelegenheit; so wurden selbst im Flugzeug die Passagie-
re mit Tiroler Gesang beglückt. Außerdem traf sich die Reisegruppe aus Brixen mit dem lettischen Männerchor „Absolventi“. Doch auch die Ohren der musikalischen Männer kamen nicht zu kurz, denn der MGV Brixen wohnte einem kurzen Orgelkonzert im Dom von Riga bei. Musikalischer Höhepunkt
NEU IM REGAL Villnösser erzählen „Damit nicht die Zeit kommt, wo niemand mehr weiß, wie es damals war ...“ – unter diesem Motto erzählten 23 Villnösser, die zwischen 1919 und 1936 geboren sind, aus ihrem entbehrungsreichen Leben. „Meist liest man in den Geschichtsbüchern über besondere geschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten von Bedeutung. Das Leben der einfachen Menschen bleibt bei dieser Darstellung oft im Verborgenen. Dennoch sind die Lebensgeschichten einzelner Menschen im Gesamtgefüge wichtig, denn erst sie machen Geschichte lebendig und greifbar“, so Martina Mantinger, die die Geschichten gesammelt und in dem Buch „Gsessn isch man lei ban Essn“ aufgearbeitet hat. Die 23 Frauen und Männer berichten darin von ihrer Kindheit, ihren Erlebnissen in der faschistischen Schule, der Option und dem harten Alltag in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Zum
Der neue Traffic
der Sängerreise war ein geistliches Konzert in der Petrikirche, bei dem das Staatliche Sinfonieorchester und der Staatschor „Latvija“ Stücke des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki aufführten. Ein weiterer Programmpunkt war die Schiffsfahrt auf der 700 Meter breiten Daugava bei Sonnenuntergang. Am dritten
Tage wurde dem Wintersportort Sigulda in der „Livländischen Schweiz“ ein Besuch abgestattet. Die Mitglieder des Männergesangvereins unternehmen alle zwei Jahre eine Sängerreise. So viele musikalische Männer wie heuer waren jedoch noch nie dabei. vk
DIVERSES
Weltmädchentag in Pink
Martina Mantinger: Gsessn isch man lei ban Essn“. Raetia-Verlag 2014.
Herumsitzen und Rasten hatten die Menschen jedenfalls keine Zeit – denn „gsessn isch man lei ban Essn“. Das Buch, erstmals 2011 herausgegeben, ist nun in einer Neuauflage erhältlich.
Jetzt Probe fahren!
z Die Kommission für Chancengleichheit und die Gemeinde Brixen nahmen den Weltmädchentag am 11. Oktober zum Anlass, die Wäscherinnenstiege samt Hl. Nepomuk an der Adlerbrücke (pink) zu beleuchten. Bis in die Sechziger Jahre wurde die Wäsche mit Lauge bearbeitet und dann im kalten Flusswasser geschwänzt. Für die ärmste „Classe der Dienstbothen“ hatte die Schwerstarbeit schlimmste gesundheitliche Folgen, und jeglicher sozialer Aufstieg war ihnen
Der neue Twingo
verwehrt. Noch 1882 wurde im Turnverein das Verbot ausgesprochen, in Begleitung einer Wäscherin am Kränzchen zu erscheinen. Ein etwas geschöntes Bild vom Alltag der Waschfrauen vermittelte eine fröhliche Performance des Rotierenden Theaters. Die Künstlerin Maria Stockner stellte 200 Kunstobjekte zur Verfügung, in Gedenken an die „Wäschermoidl“ Maria Gasser. Den Erlös spendete der Zonta Club Brixen dem Projekt „Verhinderung von Kinderehen im Niger“. ird
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November KABARETT
Fockelotti „zin leschtn Mål“ Drei Koffer, zwei Männer, ein Versprechen – und kein Zurück. Thomas Hochkofler präsentiert nach zwei restlos ausverkauften Tourneen nun zum letzten Mal gemeinsam mit seinem „Ballastorchester“ Marco Facchin sein neuestes Kabarett-Programm – auch in Brixen.
z Das weltweit erfolgreiche Erotikprogramm kommt wieder nach Südtirol. Thomas Hochkofler und Marco Facchin versprechen ihrem Publikum ganz besondere Höhepunkte – und so erstaunlich es auch klingen mag: Die beiden haben noch an jedem Abend ihr Versprechen eingelöst. Und wenn sich der Esel zu sicher ist, geht er ja bekanntlich aufs Eis, oder so ähnlich. Die Zwei haben nämlich einen fetten Vertrag bei keinem Geringeren als Christoph Lackner, dem Creativ Director der International Community Cooperation Kinocut & Co., unterzeichnet.
Wo der Frosch die Locken hat. Da kommt ein verirrter Motschuner Peppn fast wie gerufen. Auch Joe von Afing, der dem Hochkofler sowieso mal zeigen wollte, wo der Frosch die Locken hat, nutzt die große Bühne für seine kongenialen Sprüche. Dies wiederum lockt Herrn Dr. Von We-
gen aus Bozen endgültig aus der Reserve: Er kommt nicht umhin, seiner Verwunderung über das tiefe Niveau des Abends Ausdruck zu verleihen. Aber selbst er kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Marco Facchin so zart und gleichzeitig fordernd, so sanft und doch mit dem nötigen Nachdruck über die Tasten zu gleiten vermag, dass es zwangsläufig zu körperlichen Reaktionen kommen muss. Der Gesang von Thomas Hochkofler tut sein Übriges. Und so kommt es am Ende doch, wie es kommen muss.
» Thomas Hochkofler: FOCKELOTTI
mit dem Ballastorchester Marco Facchin Regie: Lukas Lobis
14.11.: Sarnthein, Bürgerhaus 15.11.: St. Ulrich, Kongresshaus 20.11.: Neumarkt, Haus Unterland 21.11.: Brixen, Forum Brixen 22.11.: Meran Stadttheater Puccini 26.11.: Lana, Raiffeisensaal 27.11.: Bozen, Waltherhaus 28.11.: Schlanders, Theatersaal Karl Schönherr 29.11.: Seis, Kultursaal 03.12.: Bruneck, UFO
Kartenvorverkauf: Disco New, Bozen, Spitalgasse Kartenreservierungen: www.rocknet.bz oder Tel. 327 5727300 (Mo - Fr, 14 - 18 Uhr)
TRIO ALBA
» Donnerstag, 20. November, 20.00 Uhr
Livia Sellin, Violine Philipp Comploi, Violoncello Chengcheng Zhao, Klavier
Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Mitglieder, Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass
Die deutsche Geigerin Livia Sellin, der Brixner Cellist Philipp Comploi und die chinesische Pianistin Chengcheng Zhao lernten sich während ihres Studiums an der Kunstuniversität Graz kennen und gründeten im Herbst 2008 das TRIO ALBA. Den Namen „ALBA“ (Sonnenaufgang) wählte das Trio in Anlehnung an ein schwedisches Lied, das Franz Schubert zum zweiten Satz seines Klaviertrios
in Es-Dur anregte. Dieses Meisterwerk und eine Hommage an Olivier Messiaen von Peteris Vasks stehen auf dem Konzertprogramm. Bereits ein Jahr nach der Gründung führten Konzertauftritte das Ensemble nach Shanghai und Peking. Einladungen zu Festivals und Kammermusikreihen in Italien, Österreich, Deutschland und Südamerika sowie in die USA und nach Kanada folgten.
Walthersaal Brixen
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Andorra z Am Vorabend des Sankt-GeorgTages ist die Welt in Andorra in Ordnung. Das Dorf bereitet sich auf seinen Festtag vor, an dem es sich von seiner besten Seite zeigen will. Das Fleckchen Erde brüstet sich, das Reich für die edle Gesellschaft zu sein. Ihre Ideale sind der Frieden und die Harmonie. In dieser Welt sucht der junge Andri seinen Platz. Das jüdische Adoptivkind vom Lehrer Can wurde vor der Verfolgung durch die „Schwarzen“ gerettet. In der geschützten Umgebung träumt der Bursche von seinem kleinbürgerlichen Glück: eine Tischlerlehre und die Heirat mit seiner geliebten Barblin. Andris Leben scheint in geregelten Bahnen zu verlaufen. Diese Welt steht in Wirklichkeit auf tönernen Füßen. Die Schützlinge Sankt-Georgs kennen trotz Verfolgung und Diskriminierung doch Grenzen in der Toleranz. Die Andorraner sehen in Andri keinen
von Ihresgleichen und lassen es ihn spüren. Als unverhofft die „Schwarze“ Senora im malerischen Dorf erscheint, beginnt endgültig der Lack des „Weis(s)en Andorras“ zu bröckeln. Verborgene Geheimnisse drohen gelüftet zu werden, denn die einstige Wahrheit besitzt nicht mehr die alte Gültigkeit. Die „Schwarzen“ fallen nun ins Land. Andri hat keine Gewissheit mehr über Vergangenheit und Zukunft und dennoch scheint sein Schicksal schon besiegelt. „Andorra“ ist nicht real denn es ist nur der Name eines Modells. Der Schriftsteller Max Frisch schaffte 1961 mit diesem Theaterstück eine Parabel über Vorurteile und dessen Konsequenzen. Der Schweizer Autor verbindet den Jahrhunderte überdauernden Antisemitismus und die Identitätssuche eines jungen Menschen zu einem Gleichnis, das nach über 50 Jahren noch immer aktuell ist. Menschen machen sich ständig
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von ihrem Gegenüber ein Bild, das sich als (Vor-)Urteil in unseren Köpfen manifestiert. In der Folge wird nicht nur das eigene Denken sondern auch die Entwicklung des Anderen beeinflusst. Dabei gilt vor allem: was uns ferner liegt, hat die schlechteren Karten, akzeptiert zu werden. Aber am besten macht sich jeder selbst ein Urteil vom jungen Andri und den Andorranern. Gelegenheiten bieten sich im November, wenn das Freie Theater Bozen mit dem Stück über Südtirols Bühnen tourt. Es spielen in den Hauptrollen Kolja Heiss (Andri), Jenny-Ellen
Eröffnung am Mittwoch, 26. 11. um 17 Uhr 9.00 - 12.30; 14.30 - 18.30 Uhr; Samstag, Sonntag und feiertags durchgehend von 9.00 - 18.30 Uhr Sitz der Südtiroler Krebshilfe Bezirks Eisacktal
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Riemann (Barblin), Michael Hase (Lehrer), Gabriele Langes (Mutter/ Wirtin), Suzanne Fabian (Senora/ Beschauer) unter der Regie von Reinhard Auer.
So 16.11. um 17 Uhr, Haus Pacher in Bruneck Do 20.11. um 20 Uhr, Theater Gries in Bozen Do 27.11. um 20 Uhr, Stadttheater Sterzing
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Das zerbrechliche Glück von Andri und Barblin
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AHA-Erlebnis Farbe – Was ist Farbberatung? Fr. 21.11. | 14 -18 Uhr Weihnachtliche Kränze – stimmungsvoller Advent Di. 25.11. | 19-21.30 Uhr Weihnachtsdekoration aus Wachs Fr. 12.12. | 15.30-17 Uhr Männerkochkurs Vahrn, Haus Voitsberg Do. 13.11. | 19-23 Uhr Chinesische Menüs Brixen/Milland, Jakob-Steiner-Haus Mi. 26.11. | 19-23 Uhr Glutenfreie Weihnachtsbäckerei für Kinder Brixen, Schulmensa, Dantestraße 41/a Sa. 29.11. | 14-18 Uhr Weihnachtsbäckerei Vahrn, Haus Voitsberg Mo. 01.12. | 18-22 Uhr
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THEATER
z Amerika, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Nicht in Franz Kafkas gleichnamigem Roman! Der Schauspieler Philipp Hochmair bringt diesen Text über das Eingesperrtsein in einem weiten Land als Ein-PersonenStück auf die Bühne. Der sechzehnjährige Karl Roßmann wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte. Eine Alptraumreise beginnt. Kafkas Werk schildert zu Beginn des 20. Jahrhunderts hellsichtig die Figur des Vertriebenen: vertrieben durch die Eltern, vertrieben aus Europa. Die Geschichte eines Heimatlosen, dem Amerika nicht zum Ort der Verheißung wird, sondern zum Land des sozialen Abstiegs. Kafkas Amerika ist kein konkretes Land, sondern ein Bild aus Mythen, Projektionen, Fakten und Fantasien. Es ist die Odyssee eines Anschlusssuchenden, der nicht verzweifelt und vielleicht sogar am Ende im Theater Okla-
Georg Kaser räumt auf. Und es wird nichts mehr so sein wie zuvor.
homas jenes Zuhause findet, das er suchte. Bastian Krafts Inszenierung läuft seit 2009 erfolgreich am Hamburger Thalia Theater. Beim Theaterfestival „Radikal jung“ wurde sie 2010 mit dem Kritiker- und Publikumspreis ausgezeichnet. Bereits 2006 erschien außerdem Philipp Hochmairs Hörbuch zu „Amerika“ im Verlag Herzrasen.
» Mittwoch, 26. November Forum Brixen
Beginn: 20 Uhr; Einführung: 19.15 Uhr Karten bei Athesia-Ticket und online www.kulturinstitut.org Informationen: Tel. 0471-313800 Die Veranstaltung wird von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung deutsche Kultur, und von der Initiative Wirtschaft & Kultur des Südtiroler Kulturinstituts unterstützt.
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Fred Wesley war als Posaunist bei Ike und Tina Turner sowie Posaunist und Hauptkomponist von James Brown. Einer der am meist gesampelten Musiker der Welt – live!
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Tris: TraumFrauen
Die drei Clowninnen Christina Matuella, Helga Jud und Tanja Rainalter stellen sich die Frage, wie viel von ihren Träumen in Erfüllung gegangen ist. Und ob man weiterträumen darf.
» 07. 11. FR & 08. 11. SA
Was hält die Welt im Innersten zusammen? Essen und trinken. Und wer soll genau darüber richten und berichten? Am besten der alte Genussknacker und Trinkkulturschaffende Georg Kaser. Doch Kaser hatte eine Erscheinung. Diese brachte ihn dazu, sich und die Welt zu ändern: Jetzt ist Schluss mit der Maßlosigkeit und der Sinneslust im Lande. Lasset ab! Kabarett mit Georg Kaser Regie: Gabi Rothmüller Text: Alexander Liegl, Doris Brunner, Maria Kampp, Georg Kaser Produktion Theakos
» Di, 25. 11., 20:30 Uhr (Premiere)
Mi, 26. 11., 20:30 Uhr Vereinshaus Tils
Karten: Tel. 348 9333631, info@georg-kaser.it
weitere Aufführungen am 13., 14., 16., 17. Jänner, 20:30 Uhr, Gruppe Dekadenz, Brixen (karten@dekadenz.it)
Annika Borsetto & Francesco Zanardo
Ausgefeilte Arrangements von Liedern aus aller Welt
» 26.11. MI
Alfred E. Mair & Robert Neumair: Die Bescherung
Ein heiter, tiefsinniger, literarisch, musikalischer Abend für die Vorvorweihnachtszeit mit Texten des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch.
» 29. 11. SA
Constanze Lindner: Es wird gestanzt heut Nacht!
Underkarl: Homo ludens
Das Multitalent präsentiert ein Potpourri aus schrägen, aber sehr liebenswerten Figuren und verpackt es in einem feinen Comedy-Programm.
» 13.11. DO
Beginn: jeweils 20:30 Uhr
Das Quartett aus Köln mit melodischen, harmonischen, rhythmischen und elektronischen Miniaturen
» 05.12. FR & 06.12. SA
El Mago Masin: Endstation Zierfischzucht
Der Querdenker verknüpft virtuoses Gitarrenspiel und wahnwitzige Lieder mit anarcho-komischen Geschichten.
» 14. 11. FR & 15. 11. SA
MurX-Theater: Nie mehr lieben!
„Ich nahm ihn mit nach Hause, diesen Mann, und dachte, dass es vielleicht möglich wäre, ihn einfach zu behalten.” Mit Liz Marmsoler, Antonia Tinkhauser, Doris Warasin und Ricardo Angelini; Regie: Eva Kuen
Obere Schutzengelgasse 3a – Brixen/Stufels www.dekadenz.it Kartenreservierung: karten@dekadenz.it; Tel. 0472 836 393 (Di – Fr 17-19 Uhr, Sa ab 18 Uhr) Achtung: Sitzplätze frei zu wählen – keine Platzreservierung
» 21. 11. FR & 22. 11. SA
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5. Internationales Erzählkunstfestival Veranstaltungen
» Sonntag, 16.11. – Sonntag, 23.11.14 – Jugendhaus Kassianeum, Brixen » Sonntag, 16. November
14.00 – ca. 15.30 Uhr Jorinde und Joringel & andere Schlossgeschichten Märchen im Schloss Pallaus in Sarns Mit Leni Leitgeb (Erzählung) & Ossy Pardeller (Gitarre) Ab 7 Jahren Wegen begrenzter Teilnehmerzahl Anmeldung unter 0472 279999 erforderlich! 18.00 – ca. 19.30 Uhr „An den Nachtfeuern der Karawan-Serail“? Ein literarischer Salon mit kleinen orientalischen Süßigkeiten Mit Gisela Landesberger, D Für Erwachsene Aus dem Leben und den Geschichten der Grande Dame der Märchenerzählkunst Elsa Sophia von Kamphoevener (1878 - 1963).
» Dienstag, 18. November 15.00 – ca. 16.00 Uhr Salz und Zaubernüsse Mit Gisela Landesberger, D Ab 5 Jahren
19.30 – ca. 21.15 Uhr Die süßen Äpfel der Liebe Mit Sibylle Baumann, CH & Martin Ellrodt, D (Erzählung) KONG - Karin Nakagawa, JP & Emanuel Valentin, I (Koto/Hang) Für Erwachsene … von Sinnlichkeit, Leidenschaft und anderen herzergreifenden Momenten.
19.30 – ca. 21.45 Uhr Kribis Krabis Für Erwachsene – Per adulti Mit Paola Asson, Margareta Fuchs, Veronika Krapf, Leni Leitgeb, Barbara Natter, Heike Vigl & Chiara Visca Wenn 7 Erzählerinnen sich durchmischen, dann wird das ein kunterbuntes Potpourri aus Sprachen, Stimmen, Charakterköpfen, Besonder- und Eigenheiten, Ausund Eindrücken. 15.00 – 15.50 Uhr Der Teller, der Teller, der dreht sich immer schneller Mit Ursula Laudacher, A Ab 5 Jahren
16.00 – ca. 17.15 Uhr 1000x1000 Schritte weit fort von Zuhause (M)eine Schwabenkinder-Geschichte Mit Katharina Ritter, A – D Von 6 bis 96 Jahren
19.30 – ca. 21.15 Uhr Stadt, Land, Fluss… Mehr Von Großstadtindianern und Landpomeranzen Mit Katharina Ritter, A – D & Raymond Den Boestert, NL (Erzählung) Margie Sackl & Elli Jürschik, A (Percussion, Gesang, Geige) Für Erwachsene
15.00 – ca. 15.50 Uhr Der Geisterbär Mit Ursula Laudacher, A Ab 5 Jahren 16.00 – ca. 17.00 Uhr Angeln im Meer der Geschichten Mit Martin Ellrodt, D Ab 6 Jahren
15.00 – ca. 15.50 Uhr Mascha, Mischka und ein dicker fetter Pfannkuchen Mit Kerstin Otto, D Ab 4 Jahren Ore 15.15 – ca. 16.10 Ösküs-Ool & Vassilissa Con “Le Strologhe” Carla Taglietti & Valentina Turrini Dai 5 ai 99 Due fiabe, dalla Repubblica di Tuva e dalla Russia, raccontate con canti e musiche tradizionali.
15.00 – ca. 15.50 Uhr „Hinter dem Himmel schlafen die Märchen“ Mit Maria Dürrhammer, A (Erzählung) & Martina Rifesser-Karlinger, I – A (Harfe) Ab 6 Jahren Ore 15.15 – ca. 16.05 „Bel figlio di re, stelle nel cielo quante ce n‘è” Con Paola Asson Dai 5 ai 99
» Donnerstag, 20. November
» Freitag, 21. November » Mittwoch, 19. November
Zeit 16.00 – ca. 16.50 Uhr Erzählreise Mit Raymond Den Boestert, NL Ab 6 Jahren
17.00 – ca. 17.50 Uhr Albolina – Morgenrötchen Eine Sage aus dem Herzen der Dolomiten Mit „Trio MaMaLe“, Maria Molling (Zither), Margit Nagler (Zither, Gitarre), Leni Leitgeb (Erzählung, Hackbrett) Ab 7 Jahren 19.30 – ca. 21.45 Uhr Weggefährten zum siebten Himmel Mit Richard Martin, GB – D, Kerstin Otto, D, “Le Strologhe” Carla Taglietti & Valentina Turrini (Erzählung) Martina Rifesser-Karlinger, I – A (Harfe) Für Erwachsene
16.00 – ca. 16.50 Uhr Der Zauberpinsel Mit Margret Bergmann (Erzählung) & Hermann Kühebacher, (Flöten, Dudelsack u.a.) Ab 6 Jahren 20.00 – ca. 21.15 Uhr Rausch der Elemente Storiateatro – Geschichtentheater Performance bilingue per adulti Mit Doris Merz, (Performance, Regie) & Leni Leitgeb, (Erzählung) Oskar Stricker, (Licht & Technik), Simone Zillhardt, (Regieassistenz), Sieglinde Michaeler & Walter Granuzzo (Kostüme) Eingetaucht in ein magischmärchenhaftes Licht verbindet sich Theater in der schillernd bewegenden Performance der Schauspielerin Doris Merz mit der Erzählkunst Leni Leitgebs. Die traumhaften Kostümkreationen spiegeln die Tiefe der Märchensymbole wider.
» Sonntag, 23. November
» Samstag, 22. November 14.00 – ca. 14.50 Uhr Der Zaubergarten Mit Kerstin Otto, D Ab 5 Jahren
10.30 – 11.30 Uhr …und wer dabei gewesen, ist nicht hungrig nach Hause gegangen Märchenfrühstück Mit Maria Dürrhammer, A (Erzählung) & Martina Rifesser-Karlinger, I – A (Harfe) Ab 6 Jahren Wegen begrenzter Teilnehmerzahl Anmeldung unter 0472 279999 erforderlich! Weitere 8 Aufführungen zwischen 13.00 Uhr und 17.45 Uhr!
» Jugendhaus Kassianeum Brunogasse 2 · I-39042 Brixen Tel. (+39) 0472 279999 bildung@jukas.net · www.jukas.net
40
Freitag, 01. November
Samstag, 08. November
Donnerstag, 13. November
Film
Diverses 9 – 18 Uhr
Jazz
17 & 20:30 Uhr
European Outdoor Film Tour Abenteuerdokus und Outdoorsportfilme Forum Brixen Montag, 03. November
Film
20 Uhr
Wir können nicht den hellen Himmel träumen Dokumentarfilm von Carmen Tartarotti Forum Brixen
Benefiz-Flohmarkt Alter Kindergarten Vahrn
Musik
20 Uhr
Petite Messe Solenelle von G. Rossini mit dem Coro di Pazzola sul Brenta u.a.; Eintritt freiwillige Spende Forum Brixen
20:30 Uhr
Underkarl Das Quartett aus Köln mit melodischen, elektronischen Miniaturen Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Freitag, 14. November
Theater
Vortrag/Multimedia 20 Uhr Der Mönch in mir Prof. Heinz Nussbaumer über die Erfahrungen eines Athos-Pilgers Graf-Meinhard-Haus Mühlbach
Jazz
20 Uhr
20:30 Uhr
Fred Wesley and the new JBs Wesley war Posaunist bei Ike und Tina Turner sowie Posaunist und Hauptkomponist von James Brown. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
20 Uhr
Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs
Musikkabarett
Mittwoch, 05. November
Stiftskirche Neustift
Theater
Diverses
20 Uhr
Perspektiven für unsere Jugend – Arbeit und Zukunft Referenten: Dr. Eva Brunnbauer, Dr. Michael Mayr, Dr. Urban Perkmann, Dr. Stefan Perini, Dr. Alexa Seebacher Cusanus Akademie
mit geistlichen Werken; MK Vahrn und Kirchenchor Vahrn; Eintritt frei
18 Uhr
10-17 Uhr
Einblicke in die ChristkindlWerkstatt Tertiarkloster Runggadgasse
Nicht nur Mozart Maria Beatrice Cantelli (Flöte), Cecilia Bernardini (Violine), Iris Hagen (Viola), Stefano Guarino (Violoncello) Forum Brixen
Vortrag
18 Uhr
Cäcilienkonzert
Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs
Dienstag, 04. November
Musik
Musik
20:30 Uhr
Endstation Zierfischzucht El Mago Masin verknüpft virtuoses Gitarrenspiel und wahnwitzige Lieder mit anarcho-komischen Geschichten Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Musik
18 Uhr
Kirchenkonzert der MK Milland und MK Teis Freinademetz-Kirche, Milland Montag, 17. November
Theater
20:30 Uhr
La vita che ti diedi von Luigi Pirandello; Teatro Stabile die Bolzano Forum Brixen Dienstag, 18. November
Diverses
ab 15 Uhr
Internationales Erzählkunstfestival Erzähltes für Klein und Groß
Jugendhaus Kassianeum
Samstag, 15. November
Diverses Clownerie
20:30 Uhr
Tris: TraumFrauen mit den drei Clowninnen Christina Matuella, Helga Jud und Tanja Rainalter Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
10-17 Uhr
Einblicke in die ChristkindlWerkstatt Tertiarkloster Runggadgasse
Mittwoch, 19. November
Diverses
ab 15 Uhr
Internationales Erzählkunstfestival Erzähltes für Klein und Groß
Jugendhaus Kassianeum
Theater 20 Uhr Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs Donnerstag, 20. November
Musikkabarett 20:30 Uhr
Sonntag, 09. November
Vortrag
Freitag, 07. November
Clownerie
20:30 Uhr
Tris: TraumFrauen mit den drei Clowninnen Christina Matuella, Helga Jud und Tanja Rainalter Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
20 Uhr
Meine kleine große Welt Begegnungen-Erfahrungen-Erinnerungen von Prof. Heinz Nußbaumer Graf-Meinhard-Haus Mühlbach Montag, 10. November
Diverses
10-17 Uhr
Ausstellung von Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte Forum Brixen
Endstation Zierfischzucht El Mago Masin verknüpft virtuoses Gitarrenspiel und wahnwitzige Lieder mit anarcho-komischen Geschichten Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 16. November
Diverses 9 – 18 Uhr Benefiz-Flohmarkt Alter Kindergarten Vahrn
Diverses
Diverses
ab 15 Uhr
Internationales Erzählkunstfestival Erzähltes für Klein und Groß
Jugendhaus Kassianeum
Musik
20 Uhr
Trio Alba Livia Sellin (Violine), Philipp Comploi (Violoncello), Chengcheng Zhao (Klavier) Walthersaal, Altenmarktgasse
ab 14 Uhr
Internationales Erzählkunstfestival Erzähltes für Klein und Groß
Jugendhaus Kassianeum 41
Freitag, 21. November
Samstag, 22. November
Diverses
Diverses
ab 15 Uhr
Veranstaltungen
Internationales Erzählkunstfestival
ab 14 Uhr
Erzähltes für Klein und Groß
Internationales Erzählkunstfestival Erzähltes für Klein und Groß
Jugendhaus Kassianeum
Jugendhaus Kassianeum
Theater 20 Uhr Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs Sonntag, 23. November
Diverses
ab 10 Uhr
Internationales Erzählkunstfestival Erzähltes für Klein und Groß
Jugendhaus Kassianeum
Theater Komödie mit Musik
20:30 Uhr
Nie mehr lieben! Sich-Verlieben – das MurX-Theater zeigt, wie das geht! Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Kabarett
18 Uhr
Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs
Komödie mit Musik
20:30 Uhr
Nie mehr lieben! Sich-Verlieben – das MurX-Theater zeigt, wie das geht! Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Theater 20 Uhr
Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs Mittwoch, 26. November
Theater
20 Uhr
Amerika Philipp Hochmair bringt den Text von Franz Kafka auf die Bühne Forum Brixen
Dienstag, 25. November
Kabarett
20:30 Uhr
Lasset ab! Georg Kaser räumt auf – sein neues Kabarettprogramm Vereinshaus Tils
Jazz
20:30 Uhr
Annika Borsetto & Francesco Zanardo Songs from the World Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
20:30 Uhr
Fockelotti Thomas Hochkofler mit dem Ballastorchester Marco Facchin Forum Brixen
FAMILIENVORTRAGSREIHE IN BRIXEN
ELTERN- UND LEHRER/INNENFORTBILDUNG
Wo: Freie Universität Bozen-Brixen Beginn: 20.00 Uhr Raum: 1.50
Wo: Cusanus Akademie-Brixen Beginn: 20.00 Uhr Anmeldung: erforderlich
22.01.15 Alessandra Farneti
Essere nonni oggi
04.11.14
Dr. Eva Brunnbauer, Dr. Michael Mayr, Dr. Urban Perkmann, Dr. Stefan Perini, Dr. Alexa Seebacher
Perspektiven für unsere Jugend – Arbeit und Zukunft
05.02.15
05.03.15
Mag. Dr. Cathrin Schiestl
Dr. Magdalena Kofler, Sozialpädagogin
Partnerschaft und Familie
Gewaltfreie Kommunikation im Schulalltag
28.05.15
15.04.15
Dipl. Psych. Miriam Zorzi
Pia Zitturi, Erzieherin/Sozialpädagogin
Bindung – du bist mir wichtig!
Quälgeister, Sündenböcke und ihr Publikum
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Petite Messe Solennelle von Gioacchino Rossini mit: Coro di Pazzola sul Brenta unter der Leitung von Paulo Piana Sabrina Kang: Klavier Alex Betto: Harmonium
Stefania Fugolo und Chiara Galente: Sopran Eugenia Zuin: Alt Cristiano Didoné: Tenor Alberto Zanetti: Bass
» Samstag, 8. November 2014, 20 Uhr Forum Brixen
Eintritt: freiwillige Spende
Kabarett
20:30 Uhr
Lasset ab! Georg Kaser räumt auf – sein neues Kabarettprogramm Vereinshaus Tils
Theater
20 Uhr
Ein Sack voll Flöhe Heimatbühne Schabs; Regie: Georg Kaser Haus der Dorfgemeinschaft, Schabs
Musik
20 Uhr
Cäcilienkonzert des MGV und der Bürgerkapelle Brixen Forum Brixen
Märkte
Ausstellungen
Weihnachtlicher Benefizmarkt der Südtiroler Krebshilfe 27. 11. – 8. 12., Brennerstraße 1
StadtGalerie Brixen 6. – 29. November Marcello Bizzarri: Farben der Stille Eröffnung am 6. 11. um 18:15 Uhr Altes Rathaus Brixen bis 7. November Mut – artecoraggio Ausstellung und Benefizverkauf zugunsten der oew
Kabarettistische Lesung mit Musik 20:30 Uhr Donnerstag, 27. November
Vortrag
19:30 Uhr
Die Kornkreise Werner Neuner entschlüsselt das Geheimnis der Kornkreise Graf-Meinhard-Haus Mühlbach
Die Bescherung Alfred E. Mair und Robert Neumair mit Texten des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch zur Vor-Vorweihnachtszeit Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Samstag, 29. November
Theater
Benefiz-Flohmarkt: Sa, 8. 11. und So, 16.11., 9-18 Uhr, Alter Kindergarten Vahrn Monatsmarkt: 12. November, 8-13 Uhr, Schwesternau Bauernmarkt: Sa, 8-13 Uhr, Hartmannplatz
20 Uhr
Sieben Monate in der Fremde Eine Geschichte der Schwabenkinder, von der HB Lajen Haus Voitsberg, Vahrn
Galerie 90 bis 15. November Karl Jöchler: Inszenierungen Öffnungszeiten: Do-Fr 17:30-19:30 Uhr, Sa 10-12:30 Uhr Katharina-Lanz-Str., Mühlbach Pharmaziemuseum Brixen Sonderausstellung: Marmor, Stein und Eisen ... Werkstoffe in der Pharmazie Di/Mi 14 – 18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr
Wochenmarkt: montags, 8-13 Uhr, Priel-Gelände
Nicht nur Mozart… Maria Beatrice Cantelli, Flöte Cecilia Bernardini, Violine
Iris Hagen-Juda, Viola Stefano Guarino, Violoncello
Auf dem Programm des besonderen Abends stehen zwei Flötenquartette von W. A. Mozart, 3 Madrigale von Bohuslav Martinu und „The jet-whistle“ von Heitor Villa-Lobos. Die Brixner Flötistin Maria Beatrice Cantelli hat beim Mahler Chamber Orchestra und der Camerata Salzburg gespielt und als Soloflötistin unter Kurt Masur, Christopher Hogwood u.a. Ceci-
lia Bernardini ist als Konzertmeisterin und Solistin mit dem Scottish Chamber Orchestra, Camerata Salzburg, Zefiro zu hören. Iris Hagen-Juda, spielte u.a. mit der Academy of Saint Martin in the Fields und ist Solobratschistin bei der Camerata Salzburg. Stefano Guarino war Mitglied des Luzern Festival Orchesters unter der Leitung von Claudio Abbado.
Einblicke in die Christkindl-Werkstatt In der Christkindl-Werkstatt im Brixner Tertiarkloster werden in vielen Arbeitsschritten wertvolle große und kleine Christkindln aus Wachs hergestellt. Einen Einblick in diese kunstvolle Tätigkeit erhält man an den zwei Tagen der Offenen Tür:
» Dienstag, 4. November, 20.00 Uhr
» Samstag, 15. und Sonntag, 16. November
Platzvormerkung und Kartenvorverkauf: Forum Brixen, www.forum-brixen.com, Tel. 0472 275588 Ermäßigung für Mitglieder, Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass
Runggadgasse 22, Brixen Infos unter Tel 0472 820 645
Forum Brixen
von 10.00 - 17.00 Uhr Tertiarkloster des Heiligen Franziskus
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Freizeit & Sport
INTERNATIONAL MOUNTAIN SUMMIT
Berge für alle?
Auch Menschen mit Behinderung wollen die Natur erleben, Berge spüren und das Tal hinter sich lassen. Ob und wie das möglich ist, wurde beim Kongress „Berge für alle“ im Rahmen des Kiku. International Mountain Summit erörtert.
H
orizonte erweitern, Grenzen überwinden, die Luft der großen Welt einatmen – das konnten die zahlreichen Besucher des Kiku International Mountain Summit (IMS), der vom 16. bis 21. Oktober zum sechsten Mal in Brixen über die Bühne ging. Da gab es Vorträge, Impulsgespräche, Workshops, Kongresse und Diskussionen zu unterschiedlichen Themen unter
44
dem Motto „Willenskraft“. Dass die Organisatoren Alex Ploner und Markus Gaiser ein offenes Ohr auch für Menschen mit Behinderung haben, zeigte sich bereits in der Vergangenheit beispielsweise durch die Beteiligung verschiedener Persönlichkeiten wie dem blinden Andy Holzer.
Handicap und Outdoor. Am Nachmittag des 17. Oktober wur-
de im großen Saal des Forums, in dem diverse Hilfsmittel wie Sportgeräte, Quads und Rollstuhlzuggeräte zum Testen einluden, den Fragen nachgegangen: Wie genießen jene Menschen die Berge, die im Rollstuhl sitzen? Wie sinnvoll sind Extremtouren für Personen mit zwei Prothesen? Was macht der Südtiroler Tourismus für Menschen mit Behinderungen? Zustande gekommen
ist der IMS-Kongress „Berge für alle – Handicap und Outdoor“ in Zusammenarbeit mit der Sozialgenossenschaft HandiCar und der Sportgruppe für Körperbehinderte Südtirols. Deren Vorsitzende Stefan Hofer beziehungsweise Markus Kompatscher verwiesen in ihren Grußworten auf die Schwierigkeiten der Menschen mit eingeschränkter Mobilität bei der Teilhabe am Leben.
BARRIEREFREIER TOURISMUS: Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Berge
––––––
Mark Inglis: Auf dem Mount Schicksal, sondern packte es am Everest – mit Beinprothesen. Schopf, betrieb Sport, nahm auf Nicht jeder Gebehinderte ist wie der Neuseeländer Mark Inglis, der mit zwei Karbonprothesen quirlig auf dem Podium im Forum herumstakst. Wie immer absolviert der Neuseeländer seine Auftritte in Shorts und mit viel Humor. Vor 32 Jahren war der damals 23-Jährige knapp 14 Tage lang in einer Eishöhle am 3.724 Meter hohen Mount Cook eingeschlossen und
dem Rennrad an den Paralympics teil, errang die Silbermedaille. 2004 bestieg er mit zwei Prothesen, an deren Verbesserung er selbst kontinuierlich mitgetüftelt hatte, den sechsthöchsten Berg, den Cho Oyu. Zwei Jahre später stand er als erster (und bisher einziger) Beinamputierter auf dem Gipfel des Mount Everest. Der Abstieg war dann allerdings viel
mung mitgeteilt hatte. Der 38-jährige Kalterer war vor 12 Jahren bei der Arbeit vom Dach gestürzt. Er war damals begeisterter Skifahrer, Fußballer und Tennisspieler und bezeichnet sich als „Draufgänger und Mensch, der gerne ans Limit geht, auch heute noch“. 2006 in Turin und 2010 in Vancouver nahm er als Mitglied der italienischen Ski-Nationalmannschaft an den Winter-Paralympics teil. Jetzt ist er gerne in den Bergen
„Berge kann man nicht plattmachen, aber man kann mutig ausprobieren, wie weit einen der Rollstuhl hinaufbringt“_ Michael Stampfer wartete auf das Ende des zweiwöchigen Schneesturms. Er nahm 31 Kilogramm ab und erlitt schwerste Erfrierungen an den Beinen. In der Folge mussten diese amputiert werden – sein Körper endet heute unterhalb des Knies. „Das war der Anfang der Veränderung!“, sagt er, „und schließlich haben Prothesen auch Vorteile: Ich kann keine Frostbeulen mehr an den Füßen bekommen“ – und lacht. Inglis verzweifelte nicht an seinem
schwieriger als der Aufstieg: Er erlitt schwere Erfrierungen und verlor dabei mehrere Finger, was ihm nahezu unwichtig erschien: „Ich habe eine Herausforderung, keine Behinderung.“
Michael Stampfer: „Ich war immer ein Draufgänger“. „Du
kannst ein selbständiges Leben führen“, sagte der behandelnde Arzt, nachdem er Michael Stampfer die Diagnose Querschnittläh-
unterwegs. Er weiß: „Berge kann man nicht plattmachen, aber man kann mutig sein und ausprobieren, wie weit einen der Rollstuhl hinaufbringt.“ Sein SwissTrac, eine kleine, leistungsstarke Zugmaschine, die schnell am Rollstuhl anoder abgekuppelt werden kann, ist ihm dabei eine große Hilfe.
Touristische Servicekette muss stimmen. Was es sonst noch braucht, damit der Rollstuhlfahrer
die Berge erleben kann, erläuterte Johann Kreiter, Vorsitzender der ARGE Urlaub. Seine Organisation arbeitet für die Verbesserung von Reise- und Urlaubsmöglichkeiten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – auch im alpinen Gelände. Er wurde 2011 wegen seiner Verdienste für Barrierefreien Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse ausgezeichnet. Mit seinem Rollstuhl war der Beinamputierte bereits am Aletschgletscher in der Schweiz und mit dem MatterhornGotthard-Express unterwegs, und er sagt: „Jeder Schritt und jeder Roller hat sich gelohnt!“ Für einen barrierefreien Tourismus brauche es barrierefreie Wanderwege ohne Stufen und Schwellen, die akustisch, taktil und optisch gekennzeichnet sind, eine gewisse Breite (mindestens 90 cm, besser 150 cm) aufweisen und mit griffigen Belägen versehen sind. Wichtig seien auch präzise Angaben von Streckenlängen und Neigungsgraden. Weiters braucht es Verweil- und Begegnungsplätze zum Verschnaufen, barrierefreie Sanitäranlagen mit Toiletten und Notrufsäulen. „Die touristische Servicekette muss stimmen“, so Johann Kreiter. Dazu zählt er auch 45
Sascha Plangger: „Es ist die Gesellschaft, die behindert“. Sascha Plangger, Professor am Institut für Erziehungswissenschaften an der Uni Innsbruck, ist bekannt
für manch provokante These. Er ging in seiner wissenschaftlichen Betrachtung den Fragen nach, wie weit Inklusion gehen müsse, was sich die Gesellschaft und die Betroffenen erwarten. Tatsache ist, dass Behinderung oft Ausschluss von der vollen Teilhabe an der Gesellschaft bedeute: „Das kann es nicht sein! Ziel ist die Inklusion, wie sie im Artikel 1 der UN-Behindertenrechtskonvention festgehalten ist!“, fordert er, „und es ist Aufgabe der Politik, die Grundlagen für gleiche Verwirklichungschancen zu schaffen.“ Thomas Mathá, Direktor des Landes-Ressorts für Gesundheit, Sozialwesen, Arbeit und Sport, bejahte bei der anschließenden Podiumsdiskussion die Frage, ob es für Menschen mit Behinderung ein Recht auf Berge gebe. Und er verwies dabei auf die insgesamt gute Tradition bei der Integration von Behinderten im Land: „Es ist wichtig, die Bürger nicht allein zu lassen“, so Mathá. Allerdings gäbe es noch manches zu tun, und er versprach Sensibilisierung sowie Ressourcen auf Gemeinde- und Landesebene. Auch Martin Telser, Pädagoge, Politikwissenschaftler und
seit März 2014 Vorsitzender des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit, der nach einer Beinamputation im Rollstuhl sitzt, bestätigte dies. Er verwies auf Seilbahnen und Naturbahnen, die den Zugang zum Berg erleichtern würden. Für Quadfahrer
erlebt, aber sobald sie den aufgepackten Rollstuhl sehen würden, sei es damit vorbei. Von der Politik forderte er mehr Einsatz in der Errichtung von Infrastrukturen, die auf den Berg führen, sodass Behinderte die Berge genießen können.
– er ist einer von ihnen – seien die Forstwege offen, und sogar das Paragliding sei für Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, eine Möglichkeit, den Berg zu erleben. Dass Wanderer sich durch Quadfahrer auch mal gestört fühlen können hat er selbst
Verbesserungen sind geplant. Martin Bertagnolli von der Südtirol Marketing Agentur (SMG) wurde gefragt, ob man in Zukunft Menschen mit Behinderung als Zielgruppe explizit ansprechen wolle, so wie das derzeit im benachbarten Kaunertal der Fall sei.
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Moderne Technik macht vieles möglich. Christoph Leitner, des-
sen Sterzinger Firma Intercom auf eine lange Erfahrung in der Herstellung von Motorschlitten, Handschneefräsen und dergleichen aufweist, lobte die neuen, mit Kraftstoff angetriebenen Quads (auch ATV = All Terrain Vehicle genannt) als innovative und „geile“ Geräte, die zwar nicht speziell für behinderte und ältere Menschen konstruiert, aber gut adaptiert werden können. Allerdings sei der Aufwand bezüglich Sicherheit und Rechtssicherzeit derzeit noch enorm. Die Zielgrup-
Foto: Jürgen Kössler
Er verneinte dies mit dem Argument, dass Südtirol eine größere, facettenreichere Einheit sei und der Einstieg über verschiedene Themen erfolgen solle. Zuerst müsse die Lust auf Südtirol angesprochen und dann das Gefühl geweckt werden, dort auch mit Behinderung gut aufgehoben zu sein. Es gebe derzeit keine konkreten Zahlen über Aufenthalte von Menschen mit Einschränkungen in Südtirol. Aber es sei wichtig, zusätzliche Informationen zu geben und eine lückenlose touristische Servicekette zu erstellen.
Mit Prothesen auf den Mount Everest: Mark Inglis (links) beim IMS
––––
pe sei aber interessant und habe in Zukunft großes Potential. Der querschnittgelähmte Schweizer Betriebsberater Mauro Bordogna erklärte „Genny“, einen spezifischen Rollstuhl der italienischen Firma Genny-Mobility, der in Zusammenarbeit mit einem Rollstuhlfahrer ständig verbessert wurde. „Genny“ ist ein Segway-ähnliches Gefährt, einem hypermodernen Rollstuhl nicht unähnlich, das
sich allein durch das Vor- oder Zurückbeugen des Benutzers nach vorne oder rückwärts bewegt; das mit Technik und Sensoren vollgestopfte Gerät bleibt immer in waagrechter Position. Es wird mit Batteriestrom betrieben und ist in der Outdoor-Variante durchaus für das Befahren von Wiesen geeignet. Die Botschaft der Diskussion an Menschen mit Beeinträchtigung
lautete dabei: „Habt keine Scheu, geeignete Hilfsmittel zu organisieren, und sucht Destinationen, von denen ihr wisst, dass sie auch für Menschen mit Behinderung geeignet sind.“ Denn: Jeder hat ein Recht auf den Berg.
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Von Null auf Hundert z 45,195 Kilometer werden bekanntlich bei einem Marathon zurückgelegt. Dabei ist der Lauf selbst eigentlich nur das Resultat einer monatelangen Vorbereitungszeit, während der sich die Teilnehmer das Äußerste abverlangen. Bei der diesjährigen Ausgabe des Berlin-Marathon haben neben den Routiniers der Sportgemeinschaft Eisacktal – Christian
Jocher (2 Stunden, 50 Minuten), Karl Hinterlechner (3.35), Karl Lercher (2.44), Josef Blasbichler (2.41), Simon Pertinger (2.44), Helmuth Mair (2.45) und Anton Eisenstecken (2.51) – auch rund ein Dutzend Neulinge aus dem Eisacktal die Ziellinie überquert und können stolz sein auf ihre Leistung. Unter dem Motto „Von Null auf 42 Kilometern in 180
Tagen“ haben sich die Läufer gemeinsam mit Johannes Mur vom Zentrum für Lebensqualität und dem in Brixen lebenden Topläufer Hermann Achmüller auf diesen
besonderen Marathon vorbereitet. Belohnt wurden sie für ihre Mühen mit einem beeindruckenden Zieleinlauf vor der Kulisse des Brandenburger Tors. eh
ten der Brixner Eissportvereine, zu denen der Hockeyclub „FC Falcons“ und der Wintersportverein zählen, können nun auch junge und ältere Hobbyeisläufer den Platz wiederum nutzen. Schülern und Lehrpersonen ist
es möglich, die Halle während des Sportunterrichts zu besuchen. Wichtige Informationen rund um die Eishalle findet man auf der Homepage der Gemeinde Brixen www.brixen.it unter der Rubrik „Leben in Brixen“. eh
Im Rahmen des IMS-Festivals fand in Brixen die 6. Internationale Konferenz der Radreise-Veranstalter „Cycle-Summit“ statt. Dabei wurden Vorträge und Workshops von Experten aus dem internationalen Radtourismus gehalten.
Stephan Dejaco vom SSV Brixen nahm an den MastersSchwimmweltmeisterschaften in Kanada teil. Der Vizeitalienmeister in 50-Meter-Brust der 65- bis 69-Jährigen schwamm auch in Übersee erfolgreich und holte sich in 50-Meter-Brust den 15. und in 100-Meter-Brust den 13. Rang.
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Foto: Oskar Zingerle
Freizeit & Sport
LAUFEN
Auf die Schlittschuhe, fertig, los! ... z Die Eishalle in Brixen ist nun wieder geöffnet: Für den Publikumslauf kann die Halle bis zum 29. März immer dienstags und donnerstags von 14.30 bis 16.30 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr genutzt werden. In den Herbst-, Weihnachts- und Semesterferien ist die Eishalle täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet, in der Weihnachtszeit zusätzlich abends von 20 bis 22 Uhr. Die Eintrittspreise sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben. Neben den rund 400 Athle-
kurz
notiert
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Das Brixner Schwimmtalent Laura Letrari wechselt von ihrer Trainingsstätte in Verona wieder nach Südtirol. Bei ihrem Stammverein Bolzano Nuoto wird sie unter Trainer Dario Taraboi versuchen, das WM-Ticket für die Titelkämpfe in Doha zu lösen.
NACHGEFRAGT
„Mit dem IMS mehr als zufrieden“ MARKUS GAISER, Präsident des Kiku Internationalen Mountain Summit, über die heurige Ausgabe, was ihn persönlich beeindruckt hat – und wie es mit dem IMS nun weitergeht.
Welcher der Referenten hat Ihnen am meisten imponiert?
Da gibt es spontan gesagt zwei: Georg Fraberger, ein Psychologe ohne Arme und Beine, der mit seinem Impulsvortrag „Wieviel Körper braucht der Mensch“ so richtig in die Tiefe gegangen ist. Und zum Zweiten der Kletterer Alain Robert alias „Spiderman“, der in seinem Vortrag auf einfache Art und Weise und mit viel Ehrlichkeit seinen Lebensinhalt erklärt hat und offen zugibt, dass er mit seinen atemberaubenden und verrückten Fassadenaktionen eine Menge Geld verdient. Was nehmen Sie sich jetzt schon für die nächste Ausgabe vor?
Ob es eine nächste Ausgabe geben wird, entscheiden wir in den nächsten Wochen. Ausschlaggebend sind die Rahmenbedingungen und die Planungssicherheit, die uns von Seiten der Gemeinde Brixen, des Landes und der Region geboten werden müssen. Nach der sechsten Ausgabe hat der IMS einen hohen Grad an Begehrlichkeit erreicht. Das erkennen wir auch daran, dass sich Organisationen und Referenten von sich aus für Vorträge anbieten. Das ist ein besonderes Zeichen der Wertschätzung, das uns sehr beflügelt und motiviert.
Foto: Manuel Ferrigato
Herr Gaiser, der IMS zieht positive Bilanz über die sechstägige Veranstaltung. Auch ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden: 7.800 Gäste, mehr als 90 Referenten aus elf Nationen können wir verbuchen. Als Veranstalter ist es nicht einfach, einen Favoriten zu wählen, denn ich bin von allen Programmpunkten überzeugt. Freude hat mir der Eröffnungsabend mit Andy Holzer und Luis Corbett bereitet sowie die Tagung „Berge für alle – Handicap und Outdoor“.
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Wirtschaft & Umwelt DATEN-ENGPASS: Wenn alle gleichzeitig surfen, kann das Internet schon mal stocken – die Glasfaser ermöglicht ruckelfreies weltweites Vernetzen
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STADTWERKE BIETET HIGHSPEED-INTERNET AN
Fotos: shutterstock
Schnelles Internet
Ungeduldig hat Brixens Surfergemeinschaft darauf gewartet, dass die Stadtwerke ihr Versprechen wahrmachen, über die gemeinsam mit der Fernwärme verlegten Glasfaserkabel auch Breitband-Internet anzubieten. Jetzt ist es soweit – auch wenn die Stadtwerke mit etwas Vorsicht das Angebot aussprechen: „Da wir eine begrenzte Personalressource für die Installationen haben, hoffen wir, dass es in den ersten Wochen nicht allzu viele Anfragen gibt“, sagt Direktor Wolfgang Plank.
D
ie Nutzung des Internets hat sich in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt: Heute ist die Datenmenge, die über das Internet an die verschiedenen Endgeräte transportiert wird, um ein Vielfaches größer als noch vor ein paar Jahren. Entsprechend stößt der übliche ADSLInternetanschluss auch in privaten Haushalten oft an seine Grenzen: Es ist keine Seltenheit, dass ein Haushalt über einen ADSL-Anschluss von 2 Mbit/s verfügt, der über ein eigenes WLANNetz an die verschiedenen Computer, Handys und Tablets verteilt wird. Da kommt es schon mal vor, dass dieser ADSL-Anschluss zehn oder 15 Geräte bedienen muss: Der Papi schaut sich youtube-Videos am iPad an, die Mami verfolgt über AppleTV einen Film, die Kinder sind am Handy mit der Außenwelt über Skype oder facebook verbunden, nebenbei hören sie am PC über spotify Musik, während gleichzeitig das letzte Fotoalbum in die Cloud geladen wird. Die logische Folge ist ein Daten-Engpass, denn die 2 Mbit/s im Download oder vor allem die bei ADSL-Verträgen
sehr überschaubare Bandbreite im Upload sind bald erreicht, die Technologie reagiert darauf mit einem stockenden Abspielen der Videos und mp3-files – und der Nutzer reagiert verständlicherweise mit Murren.
Brixen folgt Vahrn. In Vahrn ist die Situation schon seit Jahren anders: Wer in Vahrn am gemeindeeigenen Fernwärmenetz angeschlossen ist, kann über das
tor Wolfgang Plank in TechnikDeutsch. Einfach ausgedrückt, hatte Vahrn aufgrund der begrenzten Nutzerzahlen die Möglichkeit, mit einem einzigen Glasfaserkabel zwei parallele Netze zu schaffen. Eines davon nutzt sie für die internen Ablesungen und für die Steuerung der Fernwärme, das andere hingegen kann an einen Anbieter wie Brennercom „vermietet“ werden, der dann den Internet-Dienst an seinen Kunden
ert, bis die Stadtwerke zum einen die technischen Voraussetzungen für einen sicheren Dienst schaffen und andererseits auch die entsprechenden Angebotspakete schnüren konnten. Seit wenigen Tagen nun ist es für private Haushalte und Unternehmen möglich, direkt bei den Stadtwerken Internet zu bestellen; die Fakturierung erfolgt dann über die übliche StadtwerkeRechnung. Ist es das Ziel, dass alle Haushalte in kürzester Zeit über
„Unser Highspeed-Internet richtet sich an jene, die besondere Bedürfnisse haben, die von den derzeitigen Anbietern nicht erfüllt werden“_Wolfgang Plank, Direktor der Stadtwerke Brixen entsprechende Glasfaserkabel bei Brennercom mit 33,55 Euro im Monat Highspeed-Internet mit bis zu 20 Mbit/s bestellen – das Stocken des youtube-Videos hat damit ein Ende. Dass es in Vahrn dieses Angebot gibt, hat sich seinerzeit unter Brixens Internet-Junkies wie ein Lauffeuer herumgesprochen: Warum kann man in Vahrn Breitband-Internet bekommen und in Brixen nicht, fragte man sich, wo doch die Stadtwerke damit geprahlt haben, dass mit dem Bau der Fernwärme ebenfalls Glasfaserkabel verlegt worden sind? „Die Gemeinde Vahrn ist relativ klein und konnte sich auf ein passives Glasfasernetz beschränken“, erklärt dazu Stadtwerke-Direk-
weitergibt. In Brixen war dies aufgrund der Komplexität des Netzes nicht möglich, ohne schlimmstenfalls ein Sicherheitsproblem zu bekommen: „Wir hatten anfangs keine Möglichkeit, den Kabel für mehrere Nutzungen zu trennen.“ Außerdem ging es wohl auch um eine strategische Frage: Ist Breitband-Internet grundsätzlich ein Produkt, das die Stadtwerke auch selbst anbieten könnten, oder muss das gemeindeeigene Unternehmen dieses Geschäftsfeld gezwungenermaßen einem privaten Anbieter wie Brennercom, ROL, Fastweb oder Telecom überlassen?
„CityNet“ für schnelles Internet. So hat es eben eine Weile gedau-
einen Highspeed-Breitbandanschluss verfügen? „Um Himmels Willen, nein!“, sagt Plank, „uns würde es logistisch überfordern, wenn wir in kürzester Zeit hunderte Anfragen bekämen.“ Denn: Die technische Abwicklung ist relativ komplex – dazu aber später. „Grundsätzlich muss gesagt werden, dass unser BreitbandInternet, das wir ‚CityNet’ getauft haben, nicht als Konkurrenz zu den bestehenden ADSL-Anbietern gedacht ist“, sagt Plank, „es richtet sich viel mehr an jene, die besondere Bedürfnisse im Bereich Internetgeschwindigkeit haben, die von den derzeitigen Anbietern nicht erfüllt werden“. Sprich: Wer mit seinem ADSL-Anschluss von 2 Mbit/s zufrieden ist, soll 51
Wirtschaft & Umwelt
es wohl dabei belassen, denn mit einiger Wahrscheinlichkeit kommt er damit vielleicht sogar günstiger davon. Um allein die Bandbreite zu erhöhen, kann man mit einem der vielen nationalen Anbieter auch einen „größeren“ ADSL-Vertrag abschließen, für den man den Glasfaserkabel nicht unbedingt benötigt: „Ich möchte nicht Werbung für die Konkurrenz machen, aber es gibt auch nationale Anbieter, die 8 oder sogar 20 Mbit/s über ADSL liefern können – zumindest im Download.“ Die Glasfaseranbindung richtet sich also vor allem an jene, die entweder die Servicequalität der Stadtwerke in den restlichen Bereichen schätzen und auch Internet über den gemeindeeigenen Betrieb erwerben möchten – oder eben an jene, die wirklich hohe Datenmengen über das Netz empfangen oder senden.
Unternehmen sind primäre Zielgruppe. „Unsere primäre Zielgruppe sind in diesem Sinn eigentlich die Unternehmen“, sagt Plank, „denn in vielen Büros mit einer beträchtlichen Anzahl an Computernutzern, die alle im Internet arbeiten, ‚schwere’ EMails versenden und empfangen, gibt es häufig Engpässe, die man über Glasfaser locker löst.“ Begründet wird dies
durch die enorme Bandbreite des Glasfaserkabels: Theoretisch können bis zu 300 Terabit übertragen werden – das wäre ausreichend, um 5 Milliarden Telefongespräche zur selben Zeit über denselben Kabel zu führen. In diesem Sinn ist die Glasfasertechnologie absolut zukunftsweisend, da davon auszugehen ist, dass die Datenmenge in den nächsten Jahren weiter exponentiell ansteigen wird. „Zumindest von der kapillaren Kabelanbindung an die Haushalte sind wir für die Zukunft gerüstet“, sagt Plank. Für Unternehmen haben die Stadtwerke drei Angebotspakete geschnürt, für Private deren zwei. Die Angebote unterscheiden sich einerseits in der Bandbreite des 52
Downloads, also der Datenmenge, die vom Netz in Richtung Computer gesendet wird, oder eben auch in der Bandbreite des Uploads: „Es gibt Leute, die ständig große Datenmengen versenden müssen – für jene ist eine hohe Upload-Bandbreite sinnvoll“. Entsprechend variieren auch die Preise: Für Unternehmen geht es um 80 bis 350 Euro im Monat. Private hingegen können wählen zwischen 15 und 25 Mbit/s im Download beziehungsweise 1,5 und 2,5 Mbit/s im Upload – die Preise bewegen sich hier zwischen 30 und 45 Euro im Monat – zuzüglich Mehrwertsteuer. „Diese Preise sind abgestimmt mit der derzeitigen lokalen Marktsituation“, sagt Wolfgang Plank, „auch wenn wir vor allem im Upload etwas großzügiger sein wollten als zum Beispiel Bruneck oder eben die Brennercom.“ Eine schnelle Recherche im Internet bestätigt dies: Brennercom berechnet zum Beispiel in Vahrn für 20 Mbit/s Download und 1 Mbit/s Upload (20/1) 33,55 Euro inklusive Mehrwertsteuer, Bruneck startet mit 10/0,5 Mbit/s bei 25 Euro, die Stadtwerke Brixen verlangen für 15/1,5 Mbit/s 36,60 Euro. „Wir starten jetzt
fach ausgedrückt: Durch Innsbruck verläuft eine der großen Datenverbindungen, was den Preis für die Connectivity drückt. Die Stadtwerke Brixen „kaufen“ die Bandbreite von insgesamt 1 Gigabit derzeit aufwändig bei MyNet, einem italienischen Unternehmen mit Sitz in Mantua. Herrscht hier auf politischer Seite Handlungsbedarf, damit der „Preis“ für das Internet in Südtirol niedriger wird, was im Grunde ja auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ist? „Auf jeden Fall“, sagt Plank, „das Land wäre gut daran bedient, nicht nur Glasfaserleitungen zu bauen und die Gemeinden dazu aufzufordern, dasselbe zu tun, sondern auch einen direkten Anschluss an eine der großen Datenverbindungen herzustellen.“ Eine gute Gelegenheit dazu würde sich durch den geplanten Bau der „Merchant Line“ über den Brenner ergeben: Über diese Stromleitung könnte auch eine Glasfaserverbindung zum Backbone in Innsbruck führen. Damit wäre man nicht mehr auf die Ve r b i n -
versuchsweise“, sagt Plank, „bei großem Zuspruch sinken die Fixkosten, und dann kann man die Preise auch mal anpassen.“
dung zu einem der großen Knoten in Oberitalien angewiesen.
Südtirol teuer im Vergleich zu Innsbruck. Wobei – im Vergleich
zu Innsbruck ist Internet in Südtirol ziemlich teuer: 50/5 Mbit/s kosten dort nur 19,90 Euro im Monat – das ist dann sowohl in der Bandbreite als auch im Preis eine vollkommen andere Dimension. „Ich weiß“, sagt Plank, „das liegt daran, dass die Anbieter in Innsbruck die Bandbreite zu einem sehr viel günstigeren Preis einkaufen können, weil Innsbruck direkt am großen Backbone der Leitung Zürich-Wien liegt.“ Ein-
„Bis zur Fernwärme-Übergabestation“. Was muss der Brixner
also tun, um über die Stadtwerke zu schnellem Internet zu kommen? „Bedingung ist, dass er an das Fernwärmenetz angeschlossen ist, da wir damit mit der Glasfaser bereits im Technik- oder Heizraum sind.“ Bestellt man einen Anschluss, wird vom Stadtwerke-Mitarbeiter direkt an der Fernwärme-Übergabestation im Heizraum ein Gerät montiert, das einen Glasfaserausgang hat. Dann muss der Kunde selbst den Kabel dorthin verlegen oder von einem Elektriker verlegen lassen, wo er ihn haben möchte. „In vie-
len Fällen verlaufen Leerrohre in die Wohnungen“, sagt Plank, „über diese Leerrohre kann ein Glasfaser- oder auch ein Netzwerkkabel in die Wohnung verlegt werden“, wo dann entweder der Computer direkt angeschlossen wird, ein WLAN-Router oder ein Switch. Die Arbeit der Stadtwerke endet aber auf jeden Fall bereits im Heizraum – für den Rest muss der Kunde selbst sorgen. Einen Nachteil hat der Breitband-Anschluss im Vergleich zu einem „normalen“ ADSL-Anschluss: Ein gleichzeitiger analoger Telefondienst im Festnetz ist damit nicht möglich. „Glasfaser ersetzt nicht die StandardAnalog-Telefonie“, sagt Plank, „die analoge Telefonie ist eine vollkommen andere Technologie, die den Rahmen unseres Dienstes sprengen würde.“ Wer also heute einen kombinierten Internet/ Telefonie-Vertrag hat und auf Breitband über die Stadtwerke umsteigen möchte, muss entscheiden: Entweder den Vertrag auf reinen Festnetz-Dienst zu reduzieren oder eben auf das Festnetztelefon ganz zu verzichten, was aufgrund der Verbreitung der Mobiltelefone derzeit eher der Trend ist. Alternative ist die Voice-over-IPTechnologie, mit der man über Internet auch telefonieren kann. Rechnen die Stadtwerke nun mit großem Zuspruch und entsprechend großer Nachfrage? „Ich glaube nicht, dass wir in kurzer Zeit 100 Kunden haben werden, die jeweils 100 Mbit/s brauchen“, sagt Plank. Mit der derzeit bei MyNet angekauften Bandbreite von 1 Gigabit können die Stadtwerke etwa 400 bis 500 Kunden versorgen, auch wenn diese 20 Mbit/s bestellen, „weil ja nicht alle Kunden gleichzeitig die volle Bandbreite brauchen werden“. An die 350 bis 500 Kunden erwartet sich Plank innerhalb eines Jahres, vor allem Unternehmen – „das wäre dann schon ein großer Erfolg“.
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Wirtschaft & Umwelt
BETRIEBSPORTRAIT
IT-Lösungen mit Konzept Individuelle Lösungen, umfassender Service und ganzheitliche Betreuung seit über zehn Jahren: Die Konzept GmbH bietet innovative und individuell geschnürte Gesamtpakete rund um EDV-Anlagen.
A
us dem Konzept bringen lassen haben sich die zwei Brüder Thomas und Michael Rainer seit der Firmengründung 2001 nicht, das Familienunternehmen befindet sich von Beginn an auf beständigem Wachstumskurs. Zum Gründungsstandort in Sterzing kam im Oktober 2010 die Filiale in Brixen dazu. Im selben Jahr wurde die Geschäftstätigkeit auf Gesamttirol ausgeweitet, und seit Anfang 2011 stellt das ITUnternehmen seine Dienste auch Kunden in Wien zur Verfügung. Insgesamt zwölf Mitarbeiter bedienen in den vier Filialen bereits über 500 zufriedene Kunden.
IT-Konzepte. Längst ist die IT-
Infrastruktur das Herzstück eines jeden Unternehmens. Ohne Informationstechnik kommt man heute eben einfach nicht mehr weit. Die Konzept GmbH hält dabei – ganz nach dem Motto „Nomen est omen“ –, was ihr Name verspricht: Sie bietet einen klar umrissenen
Plan, um den reibungslosen Ablauf von computerbezogenen Prozessen in Klein- und Mittelbetrieben zu garantieren. Das Leistungsspektrum erstreckt sich vom Verkauf von Hard- und Software bis hin zu komplexen IT-Umgebungen; von der Idee bis zur Realisierung. Die qualifizierten Mitarbeiter legen großen Wert auf individuelle Beratung der Kunden, um die ideale IT-Lösung für die jeweiligen Anforderungen zu finden, wobei das Leistungsspektrum den gesamten Bedarf von Klein- und Mittelbetrieben abdeckt: Beratung und Verkauf, Netzwerkinstallation, Inbetriebnahme von Serveranlagen, Speicherlösungen, Datenschutz und Datensicherheit, Standortvernetzung, Telefonanlagen und Serviceverträge mit 24/365-Erreichbarkeit.
Vorsorge und Schutz. Hardware,
Software, Prozesse und Datenströme – für den Laien sind das meist schwer verständliche Begrifflichkeiten, die jedoch in ih-
rer Gesamtheit in der jeweiligen Anwendung zu funktionieren haben. Was vor dem eigenen PC zu langen Wartezeiten und zuweilen zu durchgebrannten Nerven führt, hat im Betrieb teilweise fatale Folgen und kann größere Umsatzausfälle nach sich ziehen. Damit es erst gar soweit kommt, überwacht die Monitoring-Lösung der Konzept GmbH alle relevanten Komponenten in den jeweiligen Firmennetzwerken. „So erkennen wir Bedrohungen, Probleme und Engpässe frühzeitig und reagieren, bevor es zu einer Beeinträchtigung der Betriebstätigkeit kommt“, erklärt Michael Rainer, „Prävention ist nämlich gerade im Unternehmensbereich sehr wichtig.“ Aus diesem Grund bietet die Konzept GmbH zudem umfassenden Service im Bereich Datenschutz und Datensicherheit. Hier kommen moderne Komponenten zum Einsatz, die den gesamten Datenbestand von Unternehmen zuverlässig sichern und vor unerlaubten Zugriff schützen.
Im Fehlerfall erfolgt die Wiederherstellung rasch und unkompliziert. Wünscht der Kunde eine zusätzliche Datensicherung außer Haus, so hat die Konzept GmbH auch hier die jeweils passende Lösung. Darüber hinaus bietet die Konzept GmbH auch in Sachen Telefonie fortschrittliche, IP-basierte
Steckbrief Firmenname: Konzept GmbH Firmen-Standorte: Brixen, Weißlahnstraße 17 Sterzing, Pfitscherstraße 54 Innsbruck, Andechsstraße 44 Wien, Eisgrubengasse 2-6 Internet: www.konzept.it support@konzept.it Telefon: +39 0472 765656 Geschäftsfelder: IT-Infrastruktur Datenschutz und Datensicherheit IT-Outsourcing Telefonie Standortvernetzung Hochverfügbare Speicherlösungen Betreuung und Wartungsverträge 24/365-Erreichbarkeit Firmenentwicklung: Gründungsjahr 2001 Seit 2006 „Microsoft Gold Partner“ 2010 Eröffnung der Filialen in Brixen und Innsbruck 2011 Eröffnung der Filiale in Wien Geschäftsführer: Thomas und Michael Rainer Anzahl der Mitarbeiter: 12 Umsatz: 2 Millionen
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Foto: Fololia
Fragebogen an das Unternehmen
Service ohne Kompromisse: Die Konzept GmbH bietet Kunden eine ganzheitliche Betreuung ihrer IT-Landschaft
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Lösungen. Standortvernetzungen lassen sich so kostengünstig und flexibel realisieren. Eine Besonderheit der Telefonielösung liegt in der tiefen Integration ins bereits bestehende Firmennetzwerk. So wird bei Anruf nicht nur der Name des Anrufers angezeigt, es können auch weitere Informationen aus der Warenwirtschaftssoftware, wie zum Beispiel der aktuelle Kundenstatus, angeführt werden.
Zertifizierter Partner. Als eine der
ersten Firmen in Südtirol erlangte die Konzept GmbH im Jahre 2006 den höchstmöglichen Partnerstatus bei Microsoft und erhielt hierfür die „Microsoft Gold“-Zertifizierung, die seitdem jedes Jahr bestätigt wurde. „Wir waren hier Vorreiter in Südtirol und können mittlerweile auf eine jahrelange starke Partnerschaft mit Microsoft verweisen“, erklärt Michael Rainer. Durch die gestiegenen Speicheranforderungen der Kunden wurden in den letzten Jahren vermehrt auch Storage-Dienste forciert: Heute verfügt die Konzept GmbH als einziges Unternehmen in Südtirol über den „Fujitsu
Select Expert“-Status und weist als zertifizierter Fujitsu-Partner umfangreiches Know-how über hochskalierbare, auch räumlich getrennte Speicherlösungen auf.
Individuelle Lösungen. Die enge
Zusammenarbeit mit diversen führenden Technologiepartnern aus dem Hard- und Softwarebereich, wie Fujitsu, HP, Microsoft, Cisco, Sonicwall und Kaspersky, garantiert passgenaue IT-Lösungen für Unternehmen jeglicher Branche. „Wir arbeiten zu 100% serviceorientiert und stellen den Kunden ins Zentrum unserer Geschäftsprozesse“, schildert Michael Rainer, „Das Verstehen der Kundenanforderungen ermöglicht uns, optimale Lösungen auszuarbeiten.“ Durch die persönliche und individuelle Betreuung, kurze Reaktionszeiten und ein umfassendes Serviceangebot strebt die Konzept GmbH dabei die höchste Kundenzufriedenheit an. „Von der Beratung über die Installation bis hin zur Betreuung sind wir seit Jahren ein verlässlicher Partner in Sachen Informationstechnologie“, ist Rainer überzeugt.
MICHAEL RAINER, Geschäftsführer Herr Rainer, worauf legen Sie in Ihrem Unternehmen Wert? Die Grundlage für die erfolgreiche EDV-Betreuung von Unternehmen bilden unsere qualifizierten und hoch motivierten Mitarbeiter. Da die IT-Branche sehr schnelllebig ist, müssen wir stets auf dem letzten Stand der Technik sein. Um unsere Produkte optimal einsetzen zu können, pflegen wir zudem einen engen Kontakt zu den Herstellern und besitzen hier auch sämtliche Gütesiegel. Wen zählen Sie zur Zielgruppe Ihres Unternehmens? Zu unserem Kundenstock zählen vor allem Klein- und Mittelbetriebe un-
terschiedlichster Branchen. Haben wir uns anfänglich noch auf kleinere Umgebungen spezialisiert, so sind in der Zwischenzeit auch zahlreiche Kunden darunter, die über komplexe EDV-Anlagen mit verteilten Systemen verfügen. Diese Unternehmen brauchen einen starken und verlässlichen IT-Partner, um die gestiegenen Anforderungen bewältigen zu können. In unseren Filialen helfen wir aber auch gerne Privatkunden bei Computer-Problemen weiter. Worin sehen Sie die Stärken der Konzept GmbH? Neben der Leidenschaft für die Technik sind ständige Erreichbarkeit und schnelle Reaktionszeiten heute essenziell. Bereits wenige Minuten Ausfall können für Unternehmen erhebliche finanzielle Verluste bedeuten. Wir sind sehr flexibel organisiert und können durch unsere Präsenz an verteilten Standorten unsere Kunden auch vor Ort sehr schnell erreichen. Bei kleineren Problemen helfen wir zudem über Fernwartung weiter. Eine weitere Stärke liegt in der engen und persönlichen Partnerschaft mit unseren Kunden. Nur so können wir den künftigen Bedarf frühzeitig erkennen und neuartige Technologien passgenau einsetzen.
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Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
Citybus fährt nun auch Burgfrieden an z Seit Ende September fährt der Brixner Citybus nun auch die Zone Burgfrieden an: Die Buslinie 3 (Brixen-Neustift-Seiserleite) hält viermal täglich, zweimal vormittags und zweimal nachmittags, in der dortigen Zone. Von Neustift über den Bahnhof und die Industriestraße fahrend kommt der Citybus um 9.27 Uhr, 11.27 Uhr, 14.27 Uhr und 16.27 Uhr in
Burgfrieden an, die Abfahrt in Richtung Neustift erfolgt jeweils vier Minuten später. Die Haltestellen befinden sich in der CarducciStraße und der Burgfriedengasse vor der Autobahnüberquerung. Als nächstes möchte die Gemeindeverwaltung das Gebiet Köstlan mit dem Citybus erschließen; bereits seit einiger Zeit laufen dafür die Verhandlungen. db
W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN
Der Goldene Adler z Die Auszeichnung beim Wettbewerb „Historische Gastbetriebe 2015“ und das Buch „Goldener Adler in Brixen – ein Gasthof schreibt Geschichte“: Diese beiden Anlässe waren heuer für die Familie Mayr, die das Hotel Goldener Adler vor 25 Jahren erworben und anschließend unter den Vorgaben des Denkmalschutzes renoviert hat, ein guter Grund zum Feiern. „Der Goldene Adler ist mit seiner bis in die Obergeschosse reichenden mittelalterlichen Bausubstanz eine Besonderheit“, begründet die Jury des Wettbewerbs „Historische Gastbetriebe 2015“
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notiert
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ihre Entscheidung, dem Goldenen Adler die „Besondere Auszeichnung“ zu verleihen. „Familie Mayr zeigt großes Verständnis für die Geschichte und den außerordentlichen Denkmalwert ihres Hauses und hat eine wirklich geglückte Umwandlung eines ‚alten’ Gasthofes in ein ‚neues’ Hotel ermöglicht, das den Anforderungen der heutigen Zeit entspricht und dennoch den ursprünglichen Charakter weitgehend bewahren konnte.“ Der Goldene Adler ist das erste bekannte Gasthaus Brixens und wurde vor 500 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Seitdem be-
Die Gemeinde Brixen stellte in der 4. Haushaltsänderung finanzielle Mittel für die Dachsanierung der Hofburg (Landesbeitrag) sowie Mittel aus dem Rotationsfonds für die Sanierung des Vinzentinums (1,5 Mio. Euro) und für den Bau der Feuerwehrhalle Afers (1,5 Mio. Euro) bereit.
herbergte das ehemalige Posthotel viele bekannte Gäste, darunter Kaiser Max I., König Karl V. und der französische Schriftsteller und Philosoph Michel de Montaigne. vk
Der „Paul-Durst-Preis“ wurde heuer vom Unternehmen Microtec ex aequo an Giorgio Mattei und Gianni Orsi für ihre Doktorarbeiten im Bioingenieurswesen vergeben. Insgesamt werden 13 Diplomarbeiten mit einem Gesamtwert von 6.500 Euro prämiert.
2015 werden Arbeiten an fünf Punkten der Brennerstaatsstraße ausgeschrieben: der Mittelanschluss der Umfahrung von Brixen, an einem Teilstück in Klausen, beim „Kalten Keller“ in der Gemeinde Barbian, Arbeiten an der Umfahrung von Vahrn, an der Umfahrung St. Andrä-Brixen sowie an einer Brücke in Klausen.
STADTGEHEIMNISSE Foto: Oskar Zingerle
Wo befanden sich Brixens Friedhöfe?
EISACKTAL
In Brixen befanden sich mehrere Friedhöfe (Soldatenfriedhöfe ausgenommen): Im Jahr 1247 wurden der Friedhof zu den armen Seelen in der Schwesternau beim Klarissenkloster errichtet, wo sich ein Spital für Leprakranke befunden hatte. Im Jahr 1435 wurde von Bischof Ulrich Putsch ein Friedhof beim Heilig-Geist-Spital (Oberes Spital, heute Hartmannsplatz) eingeweiht: In diesen Jahren suchte eine Pestseuche die Stadt heim, und diese Lage befand sich damals außerhalb der Stadtmauern an der Randlage des Wohnbezirks. Zudem begrub man die Toten rings um die Pfarrkirche, also auch auf dem Pfarrplatz, an der Nordseite der Stadtpfarre. Später grenzte man diesen Bereich zwischen Pfarr- und Domkirche ein – heute als Alter Friedhof oder Michaelsfriedhof bekannt. Mit zunehmender Bevölkerung reichte der Raum nicht mehr aus, und Fürstbischof Franz Graf Lodron beschloss, einen neuen Friedhof hinter dem Bürgerspital am heutigen Hartmannsplatz anzulegen. 1792 begann der Bau des Stadtfriedhofs mit klassischen Arkaden; am 17. Mai 1793 wurde er eingeweiht. 1880 erfolgte die Westerweiterung mit Kapelle und Arkaden im neugotischen Stil; heute besitzt er zudem einen „neuen Teil“ gegen Norden hin samt Urnennischen. Anregungen: redaktion@brixner.info
2. Platz für Film aus dem Eisacktal z Dolomiti Supersummer, die Sommerversion des Skiverbundes Dolomiti Superski, schrieb Anfang des Sommers einen Wettbewerb unter seinen Talschaften in Südtirol, Trentino und Belluno aus. Thema des Wettbewerbs war „Tre personaggi in cerca di...“: In Film-, Bild- und Textbeiträgen sollten die Unterschiedlichkeiten und Besonderheiten der einzelnen Täler aufgezeigt werden. Die zwölf Tourismusverbände von Dolomiti Supersummer erstellten daraufhin Medienbeiträge, die von einer hochkarätigen Jury im Rahmen des „Trento Film Festivals“ Anfang Oktober in Bozen prämiert wurden. Mit seinem Filmbeitrag wurde der Tourismusverband Eisacktal dabei mit dem zweiten Platz ausgezeichnet: Unter dem Motto „Geschichten und Persönlichkeiten in den Bergen“ zeigt der
Videobeitrag, wie Mountainbiker die verschiedenen Bike-Trails auf dem Brixner Hausberg Plose erleben. Realisiert wurde er vom 21-jährigen Alexander Meliss und seinem Team von Kiwitree Films (zu sehen im multimedialen „BrixnerPlus“). In der Kategorie Text verfasste die renommierte italienische Journalistin Marina Nasi ein Porträt über die Bäuerin Rita Frener, die auf dem Schmiedthof in St. Leonhard bei Brixen über 70 verschiedene Kräuter anbaut. Den Bildbeitrag lieferte hingegen der Fotograf Wolfgang Lackner: Er zeigt in seiner Bildstrecke die Herstellung von Käse auf der Fanealm. Im Bild: Die Preisverleihung mit Hannes Waldmüller (Direktor TVB Eisacktal), Alexander Meliss (Kiwitree Films) und Roberto De Martin (Präsident Trento Film Festival). db
Gratuliere Christian! Goldmedaille für den Service Auto Brenner Brixen. Wir freuen uns mit unserem Techniker Christian Gasser über seinen großartigen Erfolg bei den Landesmeisterschaften der Berufe WorldSkills Italy 2014. Er belegte in der Kategorie Mechatroniker den 1. Platz. Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und werden seine ganze Kompetenz für unsere Kunden einsetzen.
Auto Brenner Elmar Valentin
Christian Gasser Auto Brenner
Mike Trebo
Dietmar Mock Obmann im LVH
BRIXEN - Bahnhofstraße 32 www.autobrenner.it
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drei Autos mit in Summe 8.409 Kilometern im Juni die längste Strecke zurück. Die meisten Fahrten, nämlich 74, wurden im September gezählt. Bis Mitte Oktober legten die CarsharingNutzer in Brixen bei insgesamt 399 Fahrten 36.404 Kilometer zurück. Die Finanzierung von Carsharing Südtirol steht auf drei Beinen: Erstens stellt der Hauptsponsor VW Beiträge zur Verfügung. Das zweite Standbein sind die Einnahmen aus der Verleihtätigkeit selbst, denn ein Stunden- beziehungsweise Tagespreis ist zusätzlich zu einer Kilometerpauschale zu bezahlen. Da Carsharing Südtirol ein Konsortium ist, leisten auch die 20 Mitglieder ihren Beitrag zur Finanzierung. vk
VAHRN
HGV Vahrn fordert klare Antworten
Foto: Oskar Zingerle
z Am 16. Oktober feierte Carsharing Südtirol seinen ersten Geburtstag. Die Idee, Autos in Südtirol zum gemeinschaftlichen Benützen zur Verfügung zu stellen, hat in Bozen seinen Anfang genommen. Inzwischen können insgesamt 30 Fahrzeuge an 15 Standorten ausgeliehen werden. Seit März stehen auch in Brixen ein VW Golf und zwei VW Up zum gemeinsamen Teilen zur Verfügung, und bisher haben sich rund 60 Personen und Betriebe im Infopoint Mobile registriert. Nach anfangs eher zaghafter Nutzung von 174 gefahrenen Kilometern bei sieben Fahrten im ersten Monat wurden im April bereits 54 Fahrten und 4.186 Kilometer verzeichnet. Seitdem legten die
Foto: Oskar Zingerle
Drei Autos, 60 Fahrer
BRENNHOLZVERKAUF WippMedia
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BRIXEN
z Die Entscheidung der Brixner Bürger gegen eine Seilbahnverbindung Brixen-Plose hat auch für die Umgebung von Brixen und ganz besonders für die Beherbergungsbetriebe in Vahrn negative Folgen, schreibt die Ortsgruppe Vahrn des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) in einer Presseaussendung. Das ungewisse Schicksal der Plose wirke sich direkt auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Gastbetriebe in der Peripherie von Brixen aus. „Wir sind genauso betroffen wie die Brixner Betriebe in der Stadt. Eine Seilbahnverbin-
dung vom Bahnhof in Brixen aus hätte uns die Möglichkeit gegeben, die Plose im Sommer noch mehr ins Gästeprogramm miteinzubinden und vor allem im Winter unsere Betriebe für Skifahrer zu öffnen“, sagt stellvertretend für die Wirte aus Vahrn Martin Huber vom Hotel Restaurant „Pacher“. Einige Strukturen in Vahrn haben im Winter bereits geschlossen, andere überlegen sich ebenfalls diesen Schritt zu tun. Die HGVOrtsgruppe Vahrn fordert deshalb klare Antworten auf den Ausgang des Referendums. oz
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Foto: Livio Valerio
Wegbereiter in Mailand
z „wasunsbewegt / storiedavivere“ ist die neue InternetSeite, mit der Südtirol Marketing (SMG) Geschichten aus Südtirol in den verschiedenen Märkten präsentiert. Alle drei Monate wird ein neues Thema online gestellt, und das ist auch die Gelegenheit, sich mit Medien-
vertretern zu treffen. So fand Ende September in der DreamFactory in Mailand die Vorstellung des neuen Themas „Voglia di innovare“ (Wegbereiter) statt, zu der an die 40 Journalisten und Blogger kamen. Hier hatten sie die Gelegenheit, mit fünf Meistern ihres Fachs direkt ins Gespräch
zu kommen sowie Kulinarisches und Künstlerisches aus Südtirol zu genießen. Mit dabei auch einige Brixner: Bäckermeister Benjamin Profanter produzierte vor Ort Marillenbrot; Küchenmeister Reinhold Kerschbaumer und Serviermeister Waldemar Posch, beide von der Brixner
Landesberufsschule für das Gast- und Nahrungsmittelgewerbe „Emma Hellenstainer“, begeisterten gemeinsam mit ihren Lehrlingen mit einem innovativen Fingerfood-Menü. Dazu konnten Bierkreationen der Braumeister Bobo Widmann und Christian Pichler verkostet werden. Im Rahmen dieses Treffens eröffnete zudem der Grödner Künstler Peter Demetz eine Ausstellung seiner Holzskulpturen. „Die Landesberufsschule Emma Hellenstainer ist ein sehr gutes Beispiel für unser Wegbereiter-Thema. Hier wird traditionelles Meisterhandwerk umgesetzt, gelehrt und weiterentwickelt. Die Lehrlinge lernen ein altes Handwerk von der Pike auf, werden aber auch dahin gefördert, selbst neue Wege zu gehen“, so präsentierte Uta Radakovich, Verantwortliche für PR Italien in der SMG, die Arbeit der Landesberufsschule. db
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Fliesen, Steine, Holz- und Laminatböden 59
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Schnell und effizient ess! zur persönlichen Fitn MIHA BODYTEC Von Sportwissenschaftlern und Ärzten empfohlen miha bodytec – die Revolution im Bereich der EMS-Anwendungen – feiert weltweit große Erfolge in den Bereichen Leistungssport, Rehabilitation und allgemeine Fitness. Ob schmale Taille, definierte Muskeln oder weniger Fett – Studien der Sporthochschule Köln bestätigen die hocheffizienten Effekte des von miha bodytec eingesetzten Ganzkörpertrainings. Miha bodytec hilft bei Rückenschmerzen, muskulären Dysbalancen und wirkt optimal gegen Cellulite, Reiterhosen, Übergewicht und Fettleibigkeit. Termine nach Vereinbarung Klaus Unterthiner aus Brixen:
Ich trainiere Miha bodytec bei Elmar, weil dieses Training wenig Zeit in Anspruch nimmt, sehr effektiv ist und mir ein sehr gutes Körpergefühl verleiht. So ersetzt Miha bodytec die herkömmliche Fitnesshalle, die für mich zu zeitaufwändig wäre.
Gesundes aus dem „Salerner Ladele“ z Der „gesunde Mensch“ steht im Mittelpunkt des Leitbildes der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern. Die Schüler stellen mit den Fachlehrern saisonale Produkte und Erzeugnisse her und verkaufen sie anschließend im hauseigenen „Salerner Ladele“. Die Erzeugnisse aus Salern werden nach den Kriterien der biologischen Landwirtschaft angebaut und gewonnen. Neben Milchprodukten aus der Schulkäserei werden auch selbstgebackenes Brot, Fruchtaufstriche, Gemüse und davon
weiterverarbeitete Produkte wie Essiggurken und Suppenwürze aus dem Salerner Garten angeboten. Zweimal in der Woche hat das „Ladele“ für Besucher und Kunden geöffnet. Die Schüler übernehmen die Bedienung der Kunden und lernen damit Direktvermarkung ganz konkret im Alltag kennen. Sie erleben den gesamten Kreislauf eines Produktes mit: Von der Beschaffenheit des Bodens und dem Anpflanzen bis hin zur Vermarktung und zum Verkauf eines fertigen Produktes. oz
FRANZENSFESTE
Entwicklung der Festung im Gespräch
Juliane (zum Alten Moar):
Miha bodytec ist für mich ein guter Ausgleich zum stressigen Alltagsleben. Bei jeder Trainingseinheit geht Elmar individuell mit sehr viel Einfühlungsvermögen auf meine Form ein. In nur kurzem Zeitaufwand werden viele Muskelgruppen, ob Bauch, Beine, Po oder Arme aktiviert, sodass sich mein Körpergefühl nach jedem Training verbessert. Rückenschmerzen verschwinden durch die verschiedenen Muskeln-stimulierenden Kräftigungsübungen. Jede Trainingseinheit macht zusätzlich noch richtig Spaß! Diese Investition hat sich auf alle Fälle gelohnt und ich bin dankbar dafür!
PILATES Pilates ist eine höchst effektive Trainingsmethode für den gesamten Körper und hilft vor allem tiefer liegende und schwächere Muskelpartien um die Wirbelsäule herum zu trainieren. Pilates fördert die Kraft, Koordination und die Beweglichkeit und hilft Haltungsschwächen und Rückenbeschwerden vorzubeugen. Termine nach Vereinbarung
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Ortnerweg 27 - 39042 Brixen/Kranebitt Dipl. Vitaltrainer - Dipl. Pilatestrainer Nordic Walking Instructor - Miha bodytec-Trainer
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Wirtschaft & Umwelt
VAHRN
z Anlässlich des Führungswechsels in der Franzensfeste (ab 2015 unterliegt die administrative Führung der Festung dem Konsortium Beobachtungsstelle zum Bau des Brennerbasistunnels und nicht mehr dem Landesmuseum Schloss Tirol) hat die Verwaltung zu drei Arbeitskreisen geladen, die sich mit dem Thema der Festung als künftiges Kulturzentrum auseinandersetzen. Diese WorkshopReihe wurde gestartet mit Vertretern aus der Tourismusbranche, und am 15. Oktober haben sich die Bürgermeister aus den Bezirken Eisack- und Wipptal in dem alten Gemäuer eingefunden, um über Zukunftsvisionen und Entwicklungen der Festung zu sprechen. Der Großteil der Bürgermeister empfand die Festung selbst als Highlight, das vermehrt vermarktet werden
soll, um so auch den Südtirolern näher gebracht zu werden. Herauskristallisiert hat sich des Weiteren das Interesse an geschichtsbezogenen Themen wie Südtiroler Zeitgeschichte, Geschichte der Mobilität und der Migration und Themen, die auch in Verbindung zum Ort und seiner Umgebung stehen. „Man ist dabei erst am Sammeln von Ideen. Ein dritter Workshop, zu dem vor allem Querdenker und Kulturschaffende sowie Journalisten zum Gedankenaustausch eingeladen werden, findet nächstes Jahr statt“, erläutert Koordinatorin Stefanie Prieth. Im Laufe des nächsten Jahres wird der BBT-Infopoint in der Festung eröffnet, zudem ist eine Ausstellung zum Thema „Bunker und Verteidigungsstrukturen in Südtirol“ geplant. vk
NACHGEFRAGT
„Seilbahn war das Herzstück der Malik-Studie“ Herr Zanotti, nach der Volksabstimmung zur Seilbahn hat der Vorstand des Tourismusvereins seine Tätigkeit ausgesetzt. Welche Folgen hat dies konkret? Das Personal des Tourismusvereins wird seine ordentliche Tätigkeit weiterhin ausführen. Dazu zählen unter anderem die Gästebetreuung, die Produktentwicklung, die Betreuung der Mitglieder, die Herausgabe von Informationsbroschüren und Stadtkarten, die Betreuung der Internetseite. Was wir aussetzen ist das Umsetzen von neuen Projekten oder neuen Veranstaltungen. Der Vorstand
des Tourismusvereins braucht eine klare Vorgabe, in welche Richtung die touristische Entwicklung in Brixen gehen wird. Diese hat die Einführung der Marke Brixen/ Plose vorgegeben. Haben Sie als Direktor des Tourismusvereins das Gefühl, dass die Brixner Bevölkerung die Wichtigkeit des Tourismus für die Gesellschaft unterschätzt? Nein, das würde ich so nicht sagen. Es ist schwierig, die direkten und indirekten Zusammenhänge von Tourismus, lokaler Wirtschaft, Stadtleben und Auswirkung auf den einzelnen Bürger zu erläutern. Wir werden deshalb in den
kommenden Jahren versuchen, über eine verbesserte Kommunikation nach innen eben auf dieses Gefühl (zum Tourismus) positiv einzuwirken.
Foto: Oskar Zingerle
WERNER ZANOTTI, Direktor im Tourismusverein Brixen, über die Auswirkungen der Volksabstimmung zur Seilbahn – und warum damit die Malik-Studie in Frage gestellt wird.
Wird mit dem Ausgang der Volksabstimmung die MalikStudie in Frage gestellt? Ja, ganz klar. Die 2009 abgeschlossene Malik-Studie hat die Basis für die künftige touristische Entwicklung in Brixen und Umgebung gelegt. Die Seilbahnverbindung von der Stadt zum Berg war als Infrastrukturprojekt das Herzstück. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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MITTERRUTZNER BRENNSTOFFE GMBH
Heizung & Energie
„Neue Auflagen für Heizungsanlagen“ Herr Kerschbaumer, welche Neuerungen bringt das Dekret DPR Nr. 74/2013?
LEO KERSCHBAUMER: Das staatliche Dekret Nr. 74 vom 16. April 2013 sieht ab dem Stichtag 15. Oktober 2014 die verpflichtende Führung eines Anlagebüchleins für Heizungsanlagen ab 10 kW, unabhängig von der Art der Heizungsanlage wie Pellets-, Öl-, Gas-, Holz-Heizungsanlage oder Beheizung mit Fernwärme oder erneuerbaren Energien, sowie für Klimaanlagen ab 12 kW vor. Mit diesem Dekret wurde die bis dahin für Heizungsanlagen und -zentralen ab einer gewissen Größenordnung verpflichtende Führung von separaten Anlagenbüchlein in ein einziges zusammengeführt und auf weitere thermische Anlagen ausgedehnt. Wer ist zur Führung des Anlagebüchleins verpflichtet, und welche Aufgaben beinhaltet diese Tätigkeit? Die Neuerung betrifft alle Eigentümer von Heizungs- und Klimaanlagen ab 10 bzw. 12 kW. Diese müssen für die ordnungsgemäße Führung des Anlagebüchleins Sorge tragen, wobei sie diese Tätigkeit selbst übernehmen oder eine dritte Person dazu beauftragen können. Im Anlagebüchlein
Brennerstraße 21 39042 Brixen www.mitterrutzner.bz.it 62
werden nicht nur anlagenspezifische Informationen abgefragt, sondern auch die gesetzeskonforme Einhaltung von geltenden Sicherheitsbestimmungen sowie Details zur Energieeffizienz erfasst. Die Energieeffizienz wird im Rahmen einer energetischen Wartung erfasst, die je nach Art und Größe der Anlage jährlich oder alle zwei bis vier Jahre zu erfolgen hat. Daher empfiehlt es sich, einen fachlich qualifizierten Wartungstechniker mit der Führung des Anlagebüchleins zu betrauen – der Staat sieht diese Möglichkeit auch eigens vor.
ich im Interesse aller Betroffenen hoffe, dass eine solche bald erfolgen wird. Weiters hoffe ich, dass die Führung des Anlagebüchleins ähnlich wie im Trentino einfach und mit minimalem bürokratischen Aufwand ermöglicht wird – im Idealfall mit komfortabler Onlineerfassung und -übermittlung aller geforderten Anlagenund Wartungsinformationen an die entsprechenden Dienststellen.
Obwohl der gesetzlich vorgesehene Stichtag 15. Oktober 2014 verstrichen ist, fehlt in Südtirol noch die entsprechende Umsetzung. Wie ist der derzeitige Stand nach Ihrer Kenntnis?
Grundsätzlich empfehle ich, trotz abgelaufenen Stichtages Ruhe zu bewahren, jedoch aufmerksam Meldungen zum Thema zu verfolgen. Solange von Seiten des Landes jegliche Anweisungen fehlen, wird es auch keine Kontrollen geben. Jedoch rate ich allen Eigentümern von thermischen Anlagen, noch in diesem Jahr tätig zu werden und das Anlagebüchlein zu erstellen oder erstellen zu lassen. Ab Mitte nächsten Jahres ist mit ersten Kontrollen zu rechnen und rückwirkend ein entsprechender Nachweis zu erbringen. Zudem sollte man auch aus Versicherungsgründen den gesetzlichen Vorschriften baldmöglichst Folge leisten, um im Falle von Versicherungsfällen etwaige Probleme bei der Rückerstattung zu vermeiden. Immobilieneigentümern mit Fernwärmebezug empfehle ich außerdem, sich bei ihrem Fernwärmelieferanten zu informieren, ob diese das für die Übergabestation vorgeschriebene Anlagebüchlein führen oder ob dies dem Abnehmer der Fernwärme obliegt, was zum derzeitigen Stand noch nicht geklärt ist.
Der Staat hat die Regionen und Autonomen Provinzen mit der entsprechenden Umsetzung betraut, die die Erfassung aller thermischen Anlagen als auch die Kontrolle der energetischen Wartung im Einzugsgebiet beinhaltet. Während beispielsweise das Trentino die vom Staat für alle Anlagentypen auf 30 Seiten umfangreiche Dokumentation bedarfsgerecht nach Art der Heizungsanlage in entsprechende Formulare anpassen und online bereitstellen ließ, befindet sich die Autonome Provinz Bozen derzeit noch mitten in den Vorbereitungen. So wurde inzwischen die Klimahausagentur mit der Umsetzung beauftragt. Auf Anregung von Fachleuten ließ diese eine PC-Software zur Führung eines digitalen Anlagebüchleins programmieren, die sich derzeit in der Testphase befindet. Noch fehlt jegliche Information in der breiten Öffentlichkeit, weshalb
Foto: Oskar Zingerle
Extra
Mit dem DPR Nr. 74/2013 hat der italienische Staat die obligatorische Führung eines Anlagenbüchleins für thermische Anlagen wie Heizungs- und Klimaanlagen vorgesehen – dies verbindlich ab dem Stichtag 15. Oktober 2014. Wer von den Neuerungen betroffen ist und warum man noch in diesem Jahr agieren sollte, erläutert Leo Kerschbaumer, Geschäftsführer von Mitterrutzner Brennstoffe GmbH.
Was empfehlen Sie zum derzeitigen Zeitpunkt allen Eigentümern von Heizungs- und Klimaanlagen? Leo Kerschbaumer, Geschäftsführer von Mitterrutzner Brennstoffe GmbH
info Zu Mitterrutzner Brennstoffe GmbH Seit mittlerweile 20 Jahren bietet Mitterrutzner Brennstoffe GmbH Serviceleistungen rund um Wartung, Instandhaltung und Führung von Heizanlagen aller Art, von Pellets-Heizungsanlagen, Gasüber Öl- bis hin zu FernwärmeHeizungsanlagen. Die Lieferung von Brennstoffen, qualifizierte Energieberatung, die Vermietung mobiler Heizanlagen sowie die Fernüberwachung von Heizanlagen sind weitere Tätigkeitsschwerpunkte. Im Bereich der Wartung übernimmt das Unternehmen auch die Führung des obligatorischen Anlagebüchleins für Heizungs- und Klimaanlagen in der Funktion des dritten Verantwortlichen nach geltender Gesetzeslage.
HUBER GMBH
Die Magie des Lichts Licht setzt Räume in Szene und sorgt für ein angenehmes Ambiente. Deshalb sollte man bei jedem Bau- oder Sanierungsvorhaben nicht auf eine professionelle Lichtplanung verzichten.
Die Bedeutung von Licht wird bei Bau- und Sanierungsprojekten in der Planungsphase oftmals unterschätzt, nicht selten vernachlässigt oder gar vergessen – und das, obwohl Licht richtig eingesetzt viel bewirkt: Es kann erholsam oder motivierend wirken und veranlasst auch die Ausschüttung der als Glückshormone bekannten Endorphine. Professionelle Lichtplaner nutzen die positive Wirkung von Licht, um Wohn- und Arbeitsräume in Wohlfühlräume zu verwandeln. Das gelingt durch den optimalen Einsatz von Lichttechnik und Lichtsystemen. Für die richtige Atmosphäre sorgt der auf professionelle Lichtplanung spezialisierte Elektrobetrieb Huber GmbH aus Brixen, der
bereits seit 40 Jahren in diesem Bereich erfolgreich tätig ist. Die fachkundigen Lichtplaner der Huber GmbH wissen, worauf es bei der Lichtplanung und Lichttechnik ankommt und stellen dies bei jedem neuen Projekt gekonnt unter Beweis; die zahlreichen Referenzobjekte unter www.elektrohuber. it und die vielen zufriedenen Kunden sind hierfür der beste Beleg.
Licht bringt Wohn- und Lebensqualität. Der Großteil der Freizeit spielt sich in den Abendstunden nach Feierabend in den eigenen vier Wänden ab. Deshalb kommt dem Licht ganz besonders im Wohnbereich eine enorme Bedeutung zu. Aber auch in der Arbeitswelt sorgt Licht für ein
positives und produktives Umfeld. Eine professionelle Lichtplanung bringt jedoch nicht nur Wohn- und Lebensqualität, denn durch geeignete Lichtsysteme können auch die Energiekosten erheblich reduziert werden. Eine professio-
nelle Lichtplanung lohnt sich daher in jedem Fall. Die Lichtspezialisten der Huber GmbH beraten gerne und stehen bei der Auswahl geeigneter Lichtsysteme im neu eingerichteten Showroom hilfreich zur Seite.
L I G H T- S H O W R O O M H U B E R
Es gibt viele Wege, Ihren Raum ins richtige Licht zu rücken. Wir beraten Sie gern und finden Ihr individuelles Lichtklima. Für Terminvereinbarungen Tel. 0472 200 293. WWW.ELEKTROHUBER.IT
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FINSTRAL AG
Heizung & Energie
Gut gedämmt
Extra
Im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß: Ein ungünstiges Raumklima belastet nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Energiekosten.
Der Heizenergieverbrauch bei alten Fenstern mit Einfach- oder Doppelverglasung ist dreimal höher als bei neuen Wärmedämmfenstern. Wichtig für gute Wärmedämmung und angenehmen Wohnkomfort sind leistungsfähige Verglasungen und hochwertige Rahmen mit guten Isolierwerten. Moderne Fenster sind schon in der Grundausstattung mit Wärmeschutzgläsern und wärmeoptimierten Glasabstandhaltern versehen. Sie strahlen weniger Kälte ab und sind luftdichter. Dies senkt im Winter die Heizkosten und wirkt im Sommer als Hitzeschutz. Eine optimale Wärmeisolierung hilft nämlich das ganze Jahr hindurch, die Energiekosten spürbar zu reduzieren.
Energiesparen im Winter und Sommer. Wärmeschutzgläser
bieten neben sehr hohen Wärmedämmwerten im Winter gleichzeitig auch einen guten Schutz vor der Sommerhitze. Die Räume bleiben angenehm kühl, Sonnenschutzvorrichtungen kommen später zum Einsatz und der Kühlungsaufwand reduziert sich deutlich. Zur optimalen Anpassung an regionale Klimabedingungen sollten dabei je nach Lage und Sonneneinstrahlung unterschiedliche Spezialgläser zur Anwendung kommen. Das Unternehmen Finstral hat zum Beispiel die Gläser „SuperValor“ und „Energy-Valor“ eigens für kältere Gebiete entwickelt: Neben der guten Dämmung gegen Wärmeverlust lassen diese viel Licht und Sonnenenergie in das Haus; in mediterranen Gebieten hingegen bieten die Gläser „SunControl“ und „Sun-Block“ wirksamen Schutz vor zu viel Sonne.
Dreifach ist einfach besser! Die
Zweifach-Wärmeschutzverglasung mit einseitiger Beschichtung und Argon-Füllung stellt im moder64
Eine Altbausanierung mit Austausch der Fenster macht sich schnell bezahlt nen Fensterbau den Standard dar. Mit dem Edelgas Argon wird der Scheibenzwischenraum von Verglasungen gefüllt, um die Wärmedämmeigenschaften von Fenstern und Türen zu verbessern. Noch besser isolieren Dreifachverglasungen: Die doppelte Beschichtung des Glases und die zwei Scheibenzwischenräume mit Argon erhöhen den Dämmeffekt spürbar. Die Investition in neue Wärmedämmfenster macht sich schnell bezahlt: Nach derzeitigem Energiepreis spart man nämlich bei einem Einfamilienhaus mehrere hundert Euro jährlich. Weitere Informationen dazu im Internet: www.finstral.com.
ELEKTRO PLAICKNER
LED – Licht der Zukunft Ob als szenische Beleuchtung im Außenbereich oder für eine stimmungsvolle Atmosphäre im Innenbereich: Die LED-Technologie ermöglicht individuelle Lichtkonzepte bei niedrigem Energieverbrauch.
weisen, vibrations-, stoßfest und witterungsbeständig sind sowie in einem großen Betriebstemperaturbereich eingesetzt werden können.
Nachhaltig und effizient. Die
Leuchtdioden, besser bekannt unter der Kurzbezeichnung LED, leuchten den Weg in die Zukunft. Von einem ökologischen Standpunkt aus gesehen bestechen sie durch ihre lange Lebensdauer, die hohe Wartungsfreiheit und den geringen Energieverbrauch. Die LED-Technologie vereint aber noch weitere Vorteile auf sich – egal, ob für professionelle Anwender oder für den Gebrauch
in den eigenen vier Wänden. Elektro Plaickner verfügt über Erfahrung und Kompetenz im Bereich LED-Beleuchtung und ist der ideale Partner in Sachen Lichtdesign mit LED.
Dekorativ und funktional. Be-
leuchtungskonzepte individuell anpassen und somit auch für mehr Lebensqualität sorgen sowie eine Wohlfühlatmosphäre schaffen ist
mit Hilfe der LED-Technologie möglich. Ob punktgenau in Szene gesetzt oder die flächendeckende Ausleuchtung eines Raumes im Innen- oder Außenbereich – der LED-Technologie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Vor allem im Innenraum bieten LEDLichtsysteme neue Möglichkeiten: Die Lichtsituation kann je nach Tageszeit angepasst und gesteuert werden. Helles, motivierendes Licht am Morgen und eine warme, gemütliche Beleuchtung am Abend – die Leuchtkraft und Lichtfarbe kann je nach Tageszeit, Lust und Laune gedimmt oder auch farblich verändert werden. Die szenische Beleuchtung von Außenfassaden oder als Orientierungshilfe im nächtlichen Garten: Auch im Außenbereich ist die LED-Technologie die ideale Lösung für jedes Beleuchtungsprojekt. Dafür spricht auch, dass LEDs eine lange Lebensdauer auf-
LED-Technologie beeindruckt zudem durch ihre wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte. Je nach Ausführung kommen LEDs auf rund 50.000 Stunden Lebensdauer und mehr. Auch der geringe Energieverbrauch spricht durchaus für die Nachhaltigkeit dieser Leuchttechnologie.
Maßgeschneiderte Lösungen. Von der Lichtplanung und -installation über Gebäudeautomation bis hin zur Erstellung von Niedrigenergiekonzepten bietet Elektro Plaickner maßgeschneiderte Lösungen für eine energieeffiziente und optisch ansprechende Gebäude- und Haustechnik.
J.-Durst-Straße 66 Kampan, 3. Stock 39042 Brixen Tel. 0472 068311 info@elektro-plaickner.it www.elektro-plaickner.it
LED-Außenfassade der Produktionshalle Durst 65
ECO-SÜDTIROL
Heizung & Energie
Gesundes Wohnklima
Extra
Schimmelpilzbefall in Wohnräumen ist nicht nur lästig, sondern birgt auch schwerwiegende gesundheitliche Gefahren. Bei Schimmel gilt daher, diesen so gründlich und schnell wie möglich zu entfernen. Im Idealfall kommt es aber erst gar nicht zum Schimmelbefall.
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Ihr Schimmelexperte für ein gesundes Wo h n k l i m a !
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Die Gründungsmitglieder von „EcoSüdtirol“ (v.l.): David Eckl, Andreas Kofler, Martin Zingerle, Werner Radmüller, Christian Oberlechner, Norbert Lang, Michael Hainz, Harald Zemmer, Rudolf Dantone, Heinz Lardschneider, Patrick Lazzeri, Christian Broll, Josef Brida Vor kurzem haben sich zertifizierte Maler und Fachleute für gesundes Wohnklima zur Vereinigung EcoSüdtirol zusammengeschlossen. Gemeinsam und mit Unterstützung des lvh (Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister) informieren sie über die Vorbeugung und Bekämpfung von Schimmel. So findet man auf der Internetplattform www.ecosuedtirol.it viele wertvolle Tipps zum Thema. Betroffene erhalten auf persönliche Anliegen Auskunft von Fachleuten, die sich im Netzwerk untereinander austauschen und regelmäßig weiterbilden. Die jeweilige Situation wird anhand einer detaillierten Bewertung analysiert, und es wird nach professionellen und
dauerhaften Lösungen gesucht, um Schimmelprobleme effektiv und an der Ursache zu beseitigen.
Zentrale Anlaufstelle für gesundes Wohnen. Eco-Südtirol will
eine zentrale Anlaufstelle für Informationen rund um das Thema „gesundes Wohnklima“ werden und zählt inzwischen 14 Fachleute zu seinen Mitgliedern. „EcoSüdtirol bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich gezielt zu informieren und in der Online-Expertendatenbank schnell und einfach kompetente Ansprechpartner aus ihrer Region zu finden“, erklärt Malermeister Andreas Kofler, federführender Mitinitiator der Vereinigung Eco-Südtirol.
KAMINKEHRER OHG
Mit Holz richtig heizen Um einen Holzofen oder Holzherd effizient zu befeuern, sollte das Holz trocken und nicht zu groß gespaltet sein. Das Holz legt man locker, quer aufeinander gestapelt in den Feuerraum. Dabei sollte man sich vergewissern, dass genügend Luft für das Anfeuern und für das weitere Brennen des Holzes gegeben ist. Dazu öffnet man die Luftzufuhrvorrichtung der Anlage oder lässt die Ofentür genügend weit offen. Das im Ofen gestapelte Holz sollte auf der oberen Hälfte angezündet werden: So können sich die Flammen rasch entwickeln, und der Holzstock verbrennt sauber von oben nach unten, ganz ohne starke Rußbildung. Zündet man den Holzstock hingegen im unteren Bereich an, besteht die Gefahr, dass das nachfallende Holz die Flammen erstickt und die bereits entstandenen Schwelgase nicht verbrannt werden können. Somit entsteht Ruß, und eine mögliche Verpuffung dieser Schwelgase im Feuerraum könnte Schäden am Herd oder Ofen verursachen. Zum Anzünden verwendet man am besten so wenig Papier wie möglich; dagegen funktionieren Anzündhilfen wie biologische Anzündwürfel oder Holzspäne sehr gut.
Nur geeigneten Brennstoff verwenden. Im Ofen darf nur
unbehandeltes, trockenes Holz verbrannt werden. Feuchtes oder behandeltes Holz wie Spanplatten sowie lackierte Möbel, Plastik, Müll oder Zeitschriften darf man nicht verbrennen, da dabei gesundheitsschädliche Gase entstehen. Diese ziehen zwar durch den Kamin ins Freie ab, fallen dann aber als Kondensat direkt in den Garten oder in der unmittelbaren Umgebung auf den Boden. Auch sind die Herde oder Öfen nicht hundertprozentig dicht, und bei geringem Rückstau treten die giftigen Gase durch die undichten Stellen in den Wohnraum und werden von den Bewohnern eingeatmet. In Folge dessen sind in der Vergangenheit Gasvergiftun-
Foto: thinkstock
Als Besitzer eines Holzofens oder Holzherdes sollte man sich Gedanken machen, wie diese Anlagen sicher und kostensparend befeuert werden. Einige Tipps für das richtige Beheizen einer Holzfeuerstätte.
Moriz Kostner und Michael Baur, Inhaber der Kaminkehrer OHG
„Mit über 50-jähriger Berufserfahrung auf der einen und starkem Fokus auf zeitgemäße Fortbildung auf der anderen Seite sowie zwei Meistertitel bieten wir umfassende Beratung und professionellen Service rund um alle Arten von Feuerungsanlagen. Nutzen Sie unsere Expertise für passgerechte Lösungen und fachgerechte Wartung.“
gen aufgetreten, die zum Tod geführt haben. Weiters entstehen beim Verbrennen von ungeeigneten Brennstoffen im Ofen und im Kamin starke Rußablagerungen und Schlacken, die mit der Zeit die Wärmeabgabe in den Wohnräumen verhindern und zu Kaminbränden führen können. Kaminbrände entstehen auch durch falsches Einheizen, beispielsweise wenn zu wenig Luft für die Verbrennung gegeben oder der Ofen zu früh zugemacht wird.
Zeichen für richtiges Feuern. Als Selbstkontrolle für eine gute Verbrennung gilt: Bildet sich beim Anheizen sofort ein starkes Grundfeuer und die Flammen lodern sichtbar auf, ist das ein Zeichen für richtiges Feuern. Der Feuerraum zeigt sich nach dem Abbrennen sauber hell; als Rückstand bleibt lediglich weiße Asche. Schwache Flammbildung und langsames Verbrennen hingegen zeugen von falschem Heizen. Der Feuerraum ist verrußt, und es bleibt Holzkohle übrig.
Fachberatung vor dem Bau oder Kauf eines Ofens lohnt sich. Ein wichtiger Punkt für den
störungsfreien Betrieb einer Feuerstätte ist die richtige Dimensionierung des Kamins. Die Größe des Ofens und die Länge des Kamins müssen dabei aufeinander abgestimmt sein. Diesbezüglich bieten Kaminkehrer bei einem Neu- oder Umbau professionelle Beratung an. Kamine und Feuerstätten unterliegen strengen Gesetzen bezüglich des Brandschutzes und der Sicherheit. Der Kaminkehrer ist aufgrund seiner Aus- und Weiterbildung der ideale Ansprechpartner für den Kaminbau und für die Sicherheit der Feuerungsanlagen. Durch sein Wissen und seine Erfahrung kann er wichtige nützliche Tipps geben.
Jährliche Kaminkehrung ein Muss. Durch die Kontrolle des Ka-
minkehrers wird jede Anlage auf ihre Funktionalität hin überprüft, und durch die professionelle Reinigung, die sogenannte „Kehrung“, die jährlich durchgeführt werden muss, werden alle Ablagerungen aus der Feuerungsanlage entfernt.
So bleiben der freie Abzug der Rauchgase und ein hoher Wirkungsgrad der Feuerstätte gewährleistet. Ein gereinigter Ofen hat zur Folge, dass durch saubere Heizwände die Wärmeabgabe viel schneller erfolgt; es wird weniger Brennstoff für die gleiche Wärmeproduktion gebraucht. Weniger Verbrauch bedeutet wiederum Einsparungen beim Brennstoffkauf und ist aufgrund geringerer Emissionen zugleich ein aktiver Beitrag für die Umwelt. Ein mit Holz beheizter Ofen oder Herd gibt gemütliche Strahlungswärme ab und schafft ein behagliches Raumklima – und bereitet mit der richtigen Befeuerung sowie professioneller Wartung Freude für viele Jahre.
KAMINKEHRER OHG Stephan-Mayrhofen-Straße 6 39040 Vahrn Tel. 333 8939113 (Moriz Kostner) Tel. 329 6539706 (Michael Baur) E-Mail: mokos@brennercom.net Tüchtiger Kaminkehrer-Lehrling gesucht. 67
SOLIGNO-REINVERBUND GMBH
Heizung & Energie
„Ich erfüll’ mir meinen Wohntraum“ Gesund und behaglich wohnen im Massivholzhaus – diesen Wunsch hat sich Familie Meßner vom Aichnerhof in St. Leonhard erfüllt, denn sie hat sich für ein soligno-Massivholzhaus entschieden.
Extra
Am Aichnerhof in St. Leonhard legt Familie Meßner seit jeher großen Wert auf Regionalität, Natürlichkeit und Tradition. Das zeigt sich beispielsweise im hauseigenen Hofschank: Hier werden neben hofeigenen Produkten nahezu nur natürliche Rohstoffe und qualitätsvolle Erzeugnisse lokaler Produzenten zu traditionellen Spezialitäten hergestellt und anschließend serviert. Aber auch beim Wohnen hat Familie Meßner sich bewusst für die natürliche Variante entschieden, als es darum ging, im alten Bauernhaus zwei Stockwerke abzutragen und es in ein zeitgemäßes Zweigenerationenhaus umzubauen. Den Wohnkomfort eines Massivholzhauses bereits gewohnt, war für sie dabei von Anfang an klar, dass die neuen „vier Wände“ wieder aus dem natürlichen Rohstoff Holz gebaut werden müssen.
Reines Holz – pures Wohnvergnügen. Die beiden Bauherren,
Eugen Meßner mit Familie sowie Christian Marmsoler mit Familie, legten hohe Ansprüche an natürliches Wohnen. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten eines Massivholzhauses von soligno, einem Unternehmen der RubnerGruppe mit Sitz in Prad am Stilfserjoch. Den Ausschlag gab dabei vor allem die natürliche Verarbeitung aller Massivholzbauteile. „Bei soligno werden alle Bauelemente gänzlich schadstofffrei hergestellt und verarbeitet“, erzählt Eugen Meßner. „Es war uns wichtig, dass die Holzelemente von der Holzernte über die Produktion bis zur Baustelle zu keinem Zeitpunkt mit Schadstoffen in Kontakt kommen“, so Messner weiter. soligno verwendet ausschließlich ausgesuchte und PEFC-zertifizierte Hölzer aus dem Alpenraum, in bevorzugter Form „Mondholz“ – also in einer bestimmten Mondphase geschlägertes Holz. Und 68
Hundert Prozent Massivholz – hundertprozentiger Wohnkomfort: Der neue Aichnerhof in St. Leonhard auch bei der Verarbeitung und Zusammensetzung lässt die patentierte Entwicklung von soligno aufhorchen, denn sogenannte „schwalbenschwanzförmige HolzHolz-Verbindungen“ machen es möglich, dass Bauteile wie Außen- und Innenwände, Deckenund Dachelemente gänzlich ohne Leime und Metallverbindungen nahtlos ineinander verzahnt und miteinander verbunden werden können. Auf diese Weise werden die Holzteile luftdicht verschlossen und vereinen alle Vorteile, die reines Holz zu bieten hat, auf sich: Von hundertprozentiger Wohnbehaglichkeit bis hin zu ausgezeichneter Wärme- und Schalldämmung.
Zur Optik der bäuerlichen Architektur trägt auch die minimale Hanfdämmung bei
Mit allen Sinnen wohnen. gesunden Wohnraum genau nach „Keine architektonischen Einschränkungen in der Planung, feste Termine, keine Feuchtigkeit – mit soligno haben wir einen
unseren Vorstellungen geschaffen“, sind Eugen Meßner und Christian Marmsoler überzeugt. Nach baubiologischen Kriterien
G‘SUND UND ECHT MEIN MASSIVHAUS AUS HOLZ
www.soligno.rubner.com
Holz – ein natürlicher Baustoff mit idealen Wohneigenschaften wurde mit reinen Holzelementen eine ideale Basis für behagliches und gesundheitsförderndes Wohnen gelegt. Die strukturgebenden Außenwände bestehen aus 24 Zentimeter dicken unverleimten Vollholzwänden. Ebenfalls sind die Geschossdecken, alle Innenwände und das Dach zur Gänze aus alpinem Massivholz gefertigt. Die ausführenden Arbeiten wurden ausschließlich an lokale Unternehmen vergeben, ganz im Zeichen gesunder regionaler Kreisläufe. Die Bauarbeiten wurden von der Zimmerei Josef Obrist aus Verdings ausgeführt, der Architekturentwurf stammt vom Verdingser Architekten Martin Gruber, der den Wunsch der Bauherren nach Wahrung traditioneller Werte nachvollziehen kann. „Beim Aichnerhof galt es, die bäuerliche Tradition und Identität auch beim Neubau zu erhalten“, erklärt Martin Gruber, „und da architektonische Qualität sehr viel mit Material zu tun hat, gelang dies insbesondere durch die Verwendung von Holz, das nicht nur einen hohen Wohnkomfort vermittelt, sondern auch für zeitlosen Charakter sorgt.“ Und auch sonst kamen bevorzugt natürliche Materialien zum Einsatz, beispielsweise in Form einer dünnen Hanfdämmung im Außenbereich, die dem Aichnerhof trotz hundertprozentiger Massivholzbauweise keine reine Holzoptik verleiht, sondern das Erscheinungsbild traditioneller bäuerlicher Architektur aufrecht erhält.
Aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Mit der Entscheidung,
leimfreies und unbehandeltes Holz für ihr Eigenheim zu verwenden, tragen Familie Meßner und Familie Marmsoler aktiv zum Klimaschutz bei. Die Naturholzelemente werden bei soligno in der energieautarken Gemeinde Prad CO2-neutral hergestellt. Der Rohstoff Holz bietet zudem eine hervorragende Wärmeisolierung. „Durch die Wärmespeicherfunktion des Holzes reduzieren sich in der kalten Jahreszeit die Heizkosten auf ein Minimum, im Sommer bleibt hingegen die Hitze draußen“, so Meßner. „Da die Vollholzelemente von soligno gänzlich leim- und metallfrei verarbeitet werden, bleiben die Holzelemente auch bei einer Rückführung als Wertstoff erhalten und verursachen keine Entsorgungskosten“, erklärt Eugen Meßner. Die beiden Bauherren mit ihren Familien können es kaum erwarten, dass die letzten ausständigen Arbeiten fertiggestellt werden und sie ihr neues Domizil beziehen können. „Mit soligno haben wir uns unseren Wohntraum erfüllt“, sind Eugen Meßner und Christian Marmsoler sicher.
soligno baut reine Naturholz Häuser soligno-Reinverbund GmbH Kiefernhainweg 96 39026 Prad am Stilfserjoch Tel. 0473 618185 info@soligno.rubner.com www.soligno.rubner.com
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Oktober 2014
Obacht vor Gaunern! Dienstag, 6. Oktober 1914 Es war vorauszusehen, daß sich Gauner mit ihrem Anpassungsvermögen auch die jetzige Kriegszeit zunutze machen und mit neuen, jetzt besonders ziehenden Tricks Raubzüge auf die Taschen der Leute unternehmen werden. Ein diesbezüglicher Fall wurde uns heute auch schon gemeldet. Ein Unterjäger kam zu einer hiesigen Familien, von deren Angehörigen er einen im Felde wußte, und teilte mit, der betreffende Anverwandte liege in der Stadt R. krank darnieder und benötigte Geld. Er selbst habe Urlaub gehabt und fahre demnächst wieder in die betreffende Stadt, und da könne er das Geld gleich mitnehmen, der
Einfachheit halber und um seinem „besten Freunde“ einen Dienst zu erweisen. Nachforschungen der betreffenden Familie ergaben, daß von einer Anwesenheit ihres Familienangehörigen in der genannten Stadt nichts bekannt und an der Erzählung des angeblichen Unterjägers überhaupt kein Wort wahr sei. – Es empfiehlt sich also, in solchen Fällen und besonders bei vorgeschützten „Freundschaftsdiensten“, in denen Geld eine hervorragende Rolle spielt, Vorsicht walten zu lassen.
Nur über die Sanitätsanstalt
zu gelten: Die Übergabe darf nur über Antrag der Sanitätsanstalt, in welchem die voraussichtliche Dauer der Undienstbarkeit angegeben ist, insbesondere bei schweren, die fernere Kriegsdiensttauglichkeit in Frage stellenden Folgezuständen, aber nicht bei solchen Leichtverwundeten oder Leichtkranken erfolgen, bei denen die vollkommene Wiederherstellung in der Sanitätsanstalt innerhalb kurzer Frist mit Bestimmtheit zu erwarten ist.
Gerüchte Dienstag, 6. Oktober 1914 Gegen böse Gerüchte erhalten wir folgende Erklärung: „Um verschiedenen in der Stadt kursierenden Gerüchten entgegenzutreten, erklärt der Gefertigte, daß das Kassianeum die Verköstigung und Pflege der Kranken und der Mannschaft nicht übernommen hat. Es kann deshalb die Vorstehung des Institutes diesbezüglich in keiner Weise ein Vorwurf treffen.“
Samstag, 3. Oktober 1914
Heiratsschwindler
Bei Abgabe verwundeter oder kranker Militärpersonen in häusliche Pflege hat nach den bestehenden Vorschriften der Grundsatz
Sonntag, 11. Oktober Aus Salzburg wird gemeldet: Wie der hiesige Polizeirapport meldet, wurde gestern Justian Allgäuer wegen Verbrechens des Betruges verhaftet und dem k.k. Landesgericht eingeliefert. Allgäuer soll einer Dame in Badgastein durch Heiratsversprechen 1.300 Kronen herausgelockt haben. Die Richtigkeit wird wohl die Untersuchung ergeben.
Der nächste „Brixner erscheint um den 25. November 2014 Nächster Redaktionsschluss: 10. November 2014 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info
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Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
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