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Brixner 288 Jänner 2014

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Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Jahrgang 25 · Jänner 2014

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Zum 100. Todestag von Otto von Guggenberg

Otto der Große PORTRAIT: Michael Baur aus Vahrn ist seit 50 Jahren Kaminkehrer KULTUR: Reportage zum Konzert von Frei.Wild in Frankfurt SPORT: Interview mit Rennrodler Dominik Fischnaller aus Meransen UMWELT: Ideenwettbewerb zum Hochwasserschutz in Brixen


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 0 4 04 | INTERVIEW: Hans Heiss über Otto von Guggenberg 08 | Politik: Der neue LH und seine Regierung Menschen & Meinungen 14 | MICHAEL BAUR: Seit fünfzig Jahren Kaminkehrer 19 | Pro & Contra: Änderungen im Kulturressort 20 | Umfrage: Wenn ich Landeshauptmann wäre ...

>>> 14

Kunst & Kultur 22 | REPORTAGE: Frei.Wild-Konzert in Frankfurt

>>> 22

Veranstaltungen 32 | TIMER: Februar 2014

>>> 32

Freizeit & Sport 40 | RODELN: Weltcupsieger Dominik Fischnaller

>>> 40

Wirtschaft & Umwelt 44 | BRIXEN: Ideenwettbewerb für den Flussraum 48 | Interview: Spitzenkoch Roland Trettl

>>> 44

Extra 52 | Fitness & Wellness

>>> 52

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Wirtschaft zulassen! Soziale Marktwirtschaft funktioniert nur mit einer lebendigen Wirtschaft: Jeder Euro, den der Staat oder das Land im Sozialsystem ausgibt, muss vorher „erwirtschaftet“ werden. Eine lebendige Wirtschaft schafft Arbeit und damit Menschenwürde, denn niemand lebt gern von Sozialhilfe. In vielen Gesprächen, die ich in Brixen führe, spüre ich aber, dass man der „Wirtschaft!“ mit großer Skepsis begegnet – manche verwenden den Begriff „Wirtschaft“ schon in der Tonalität wie ein Schimpfwort; sie verziehen dabei die Mundwinkel, als ob sie über Hämorrhoiden sprechen würden. Kommt ein neues Projekt zum Vorschein, wird es sofort darauf untersucht, ob ja nicht „die Wirtschaft!“ davon profitieren könnte, und wenn man dies vermutet, dann wird die Idee augenblicklich medial diskreditiert und politisch abgeschmettert. In Brixen ist in den vergangenen Jahren mit dieser Denkweise viel verhindert oder verzögert worden, und es gibt Leute, die richtig stolz auf diese „Leistung“ sind: die Hotels in den Koja-Wiesen, der Hofburggarten, die Bibliothek am Priel, die Seilbahn Brixen-St. Andrä, um nur die wichtigsten zu nennen. Dabei sind wir alle Wirtschaft, das haben wir in unserem satten Wohlstand der vergangenen Jahrzehnte wohl vergessen – oder verdrängt. Sozialer Frieden und die sprichwörtliche Sozialpartnerschaft ist nur mit einer funktionierenden Wirtschaft möglich. Brixen wird lernen müssen, dass man Wirtschaft auch zulassen muss, und dass von blühenden Unternehmen nicht Einzelne profitieren, sondern immer die gesamte Bevölkerung. Wer Wirtschaft einbremst, wird die Verantwortung für jeden verlorenen oder nicht neu dazugewonnenen Arbeitsplatz übernehmen müssen.

Ihr Willy Vontavon

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„Otto der Große“ Am 10. Jänner 1914 starb der über seine Vaterstadt Brixen hinaus bekannte Brixner Arzt Otto von Guggenberg – ein rastloser und stets wacher Schaffensgeist. Historiker Hans Heiss über den Arzt, Kulturförderer und Politiker Otto von Guggenberg.

Herr Heiss, es jährte sich vor kurzem der hundertste Todestag Otto von Guggenbergs. Was ist über seine Kindheit und Jugend bekannt? Warum folgte er trotz schwieriger finanzieller Ausgangsbedingungen dem väterlichen Vorbild und entschied sich für den Beruf des Arztes? HANS HEISS: Die Kindheit von Otto von Guggenberg, der 1848 in Brixen geboren worden ist, verlief im Zeichen der Krise seiner angesehenen Familie. Vater Franz, hoch gebildeter und weitum geschätzter Brixner Stadtarzt, war 1859 allzu früh gestorben; die Familie geriet nach seinem Tod in größte Notlage und musste ihren Wohnsitz, die „Seeburg“, veräußern. Unter diesen Umständen war es der Energie und Begabung Ottos zuzuschreiben, dass er sich dennoch – der väterlichen Tradition folgend – für das Medizinstudium in Wien entschloss. Der Studiengang verlief unter großen persönlichen Entbehrungen, aber mit jenem Erfolg, der den jungen Mediziner zeitlebens auszeichnete. Der Arztberuf war die richtige Wahl, da er Dienst am Patienten, wissenschaftliche Vertiefung und zugleich wirtschaftlichen Erfolg versprach.

Aufnahme: 1803; Archiv Familie Guggenberg

Politik & Gesellschaft

ZUM 100. TODESTAG VON OTTO VON GUGGENBERG

Otto von Guggenberg bei einem Spaziergang mit dem jungen Erzherzog Karl, dem er ein wichtiger Wegbegleiter war

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Zwischen Studium und Seniorenalter des Otto von Guggenberg durchliefen Tirol und Österreich eine wechselvolle Entwicklung, die nach dem krisenhaften Verlust der Lombardei und Venetiens (1859 und 1866), dem verlorenen Krieg gegen Preußen um die deutsche Vorherrschaft (1866) dennoch erfolgreich verlief. Der ab 1867 sprunghafte

allem den ländlichen Raum erfasst hatte. Der Aufstieg war getragen von wichtigen Wirtschaftsreformen wie dem Höfegesetz und der Gründung von Genossenschaften. Guggenberg nutzte die Gunst der Stunde im Rahmen Brixens: Seine 1890 gegründete Kuranstalt kam genau zum rechten Zeitpunkt, um vom Tourismusboom in Tirol zu

Verwandtschaftliche Beziehungen führten den jungen Mediziner nach Böhmen. Was ist über sein Schaffen im einstigen österreichischen Kronland Böhmen bekannt, und was hat er dort bewirkt? Bald nach Abschluss seiner Ausbildung kam Otto von Guggenberg über seine Cousine Anna Stanek

„Heute wäre ,Otto der Große’ eine Figur, die in der Umsetzung wichtiger Leitprojekte auch zugunsten des Allgemeinwohls Großes leisten könnte“_ Hans Heiss, Historiker Die medizinische Fakultät in Wien, die so genannte „Zweite Medizinische Schule“, war neben Paris der Inbegriff medizinischen Fortschritts. Was wissen wir über die wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Rahmenbedingungen in Österreich und Tirol zwischen 1850 und 1914? 4

Wirtschaftsboom wurde nach dem Börsenkrach von 1873 für mehrere Jahre gedämpft. Dennoch steuerten Österreich-Ungarn und Tirol um 1900 in einen wirtschaftlichen und kulturellen Höhenflug, der zu Recht als Belle Époque bezeichnet wird. Tirol löste sich um 1900 aus einer jahrzehntelangen Agrarkrise, die vor

profitieren. In seinen öffentlichen Ämtern setzte er sich in Brixen an die Spitze des Aufbruchs, der auch die kleine Bischofsstadt erfasste. Sein Erfolg als Bürgermeister ab 1903 verdankt sich wesentlich dem späten Glanz der Monarchie, war aber auch überschattet vom Streit der Parteien und Nationalitäten.

und seine Schwester Caroline nach Böhmen, wo er im Kurort Bodenbach an der Elbe mit großem Erfolg praktizierte und sich in zahlreichen Kuranstalten des bäderreichen Böhmen umsah. In Bodenbach lernte der 27-Jährige auch seine künftige Frau Bertha Stark kennen, die aus einer wohlhabenden Hoteliersfami-


Bild: Privatbesitz Familie Guggenberg

lie stammte. Trotz erfolgreicher Praxis in seinem böhmischen Umfeld zog es den jungen Arzt nach Tirol zurück: 1885 gelang der Sprung nach Meran, alsbald erwarb er mit dem Erbe seiner Frau die Seeburg, den früheren Besitz seines Vaters, und kehrte 1886 definitiv in die alte Heimat zurück. 1887 erwarb er dann das Lutzengut am Rande von Stufels, den späteren Standort der Kuranstalt, die dann 1890 eröffnete. Wieder zurück in Tirol, war er im Winter als Kurarzt in Meran und im Sommer im Brennerbad tätig. Wie kam es zum Bau der Guggenberg’schen Wasserheilanstalt in Brixen? Ein großes Vorbild für Guggenberg war Pfarrer Sebastian Kneipp, dessen Kaltwasser-Kuren in Bad Wörishofen bereits um 1880 für Aufsehen sorgten. Auch mehrere Patienten Guggenbergs erlebten beim Pfarrer erstaunliche Besserung, sodass sich der Arzt im September 1889 zu einem Besuch einfand. Vom therapeutischen Geschick des priesterlichen Heilers Kneipp beeindruckt, beschloss Guggenberg, in Brixen eine vergleichbare Anstalt aufzuziehen und erbaute an Stelle von Stall und Stadel des Lutzengebäudes die Kuranstalt, die dann 1890 eröffnete – zur Freude Kneipps, der für sie warb: „Auch dieses Institut eines meiner eifrigsten und gelehrtesten Jünger empfehle ich angelegenlich zu fleißiger Frequenz.“ Unter Guggenberg wuchs Brixen von einem kleinen Provinzstädtchen zu einem bekannten Kurort ... Otto von Guggenberg nahm wenige Jahre nach Eröffnung der Kuranstalt auch die Geschicke Brixens in die Hand, da er 1903 bis 1913 als Bürgermeister fungierte, getragen vom Erfolg der neuen Christlichsozialen Partei, die in Brixen ihre Hauptbasis in Tirol hatte. Die Partei zielte auf Machtergreifung in ganz Tirol und nutzte Brixen als strategischen Stützpunkt, wobei neben Guggenberg vor allem jüngere Geistliche wie Ämilian Schöpfer oder Sigismund Waitz, der spätere Erzbischof von Salzburg, auch die Gemeindepolitik stark aufmischten. Vor 125 Jahre gründete Otto von Guggenberg mit anderen bekannten Brixnern den „Fremdenverkehrsverein für Deutsch-Südtirol

RASTLOSES MULITALENT: Otto von Guggenberg erlangte als Arzt, Unternehmer und Politiker großes Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus

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1889 war Brixen Schauplatz der Gründung eines ersten Dachverbands für den Tourismus im südlichen Tirol und in Osttirol. Damit sollte der aufstrebenden Branche eine bessere organisatorische Grundlage gesichert werden, der Tourismus neue Rückendeckung erfahren. Zugleich war die Gründung im südlichen Tirol der Versuch, sich von Innsbruck und dem Nordtiroler Fremdenverkehr ein wenig abzusetzen und eine erste politische Lobbyorganisation zu bilden. In jedem Falle hatte die Gründung, die am 19. Jänner 1889 im Walthersaal und im Hotel Elephant stattfand, den Effekt, dass der nördliche Landesteil bald nachzog und man einen gemeinsamen Verband zur schlagkräftigen Vertretung der Branche aufzog. Was dürfen wir über die Beziehung zwischen Otto von Guggenberg und Erzherzog Karl von Österreich in Erfahrung bringen? Der spätere Kaiser soll sich zwischen 1903 und 1905 in einer längeren depressiven Phase befunden haben. Zweifellos betrachtete der spätere Kaiser Karl I. (1887-1922), der nach dem Tod von Franz Joseph I. 1916 unter schwierigsten Umständen den Thron bestieg, den Kurarzt als wichtigen Mentor seiner sensiblen Jugendjahre. Der 17-jährige Erzherzog wurde von Guggenberg in einer Mischung aus ärztlich-physiotherapeutischer Behandlung und seelischem Zuspruch erfolgreich kuriert, wobei die einfühlsam-gewinnende Persönlichkeit Guggenbergs eine entscheidende Rolle spielte. Nicht umsonst legte der Erzherzog auf seiner Hochzeitsreise mit seiner Braut Zita von Bourbon-Parma im November 1911 einen Besuch bei Guggenberg in Brixen ein. Neben seiner Tätigkeit als Arzt und Tourismus-Pionier war Guggenberg politisch tätig und eine Schlüsselfigur der Christlichsozialen Partei Tirols. Für welche Ideale stand diese politische Bewegung? Die Christlichsozialen, die als Bewegung 1898 gegründet wurde und die sich 1907 zur Partei formierten, waren der jüngere Zweig der älteren „Konservativen Partei“ 6

Tirols. Im Gegensatz zur katholischen „Altpartei“ waren die Christlichsozialen programmatisch offen und suchten vor allem den kleinen Mittelstand von Handwerk, Kleinhändlern und Gastwirten anzusprechen. Zudem maßen sie auch der sozialen Frage großen Wert bei. Ihre Ideologie zielte gegen das Großkapital und war antisemitisch geprägt. In Tirol erzielte die Partei bis um 1908 die Mehrheit im Landtag, wobei Brixen als Probebühne der christlichsozialen Machtergreifung diente. Guggenberg war eine ihrer Leitfiguren, der neben seinem Amt als Bürgermeister auch als Landtagsabgeordneter (1895-1914) und Präsident des Landeskulturrats (ab 1908, einer Art Landwirtschaftskammer) an wichtigen Schaltstellen tätig war. Die „Brixener Chronik“, in Anlehnung an den Besuch des damaligen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger in der Wasserheilanstalt, verwies mit überspitzter Feder auf das engere Verhältnis zwischen dem Mediziner und seinem prominenten Gast: Sie bezeichnete Guggenberg als „Klein-Lueger“ – eine zutreffende Titulierung? Karl Lueger war seit seiner Wahl zum Wiener Bürgermeister im Jahr 1895 bis zu seinem Tod 1911 einer der Hauptführer der Christlichsozialen Partei in Österreich und genoss als Stadtoberhaupt legendären Ruf. Der „Schöne Karl“ war durch Volksnähe überaus beliebt, setzte aber auch kommunalpolitisch Marksteine, da er Wien durchgreifend modernisierte und in der Stadt Infrastrukturen wie eine Hochquellenleitung und Kanalisierung, dazu soziale und gesundheitliche Einrichtungen und Kommunalbetriebe realisierte. Guggenberg orientierte sich an der Kommunalpolitik seines prominenten Amtskollegen, mit dem er auch in direkter Verbindung stand, da Lueger Brixen und die Kuranstalt gerne besuchte – so anlässlich der Jahrtausendfeier von 1901. Als Bürgermeister hatte Otto von Guggenberg viele Großprojekte in Brixen verwirklicht. Bürgermeister Guggenberg suchte in rastlosem Modernisierungstempo ab 1903 in kürzester Zeit zahlreiche Projekte zu verwirklichen, die bis zu diesem Zeitpunkt oft über Jahrzehnte in der Schublade geschlummert hatten. Seine Kommunalpolitik lag im Trend der Zeit, in der viele Städte mit wichtigen

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

und Osttirol“. Welche Absichten steckten neben der Förderung der Fremdenverkehrsverbände dahinter?

Historiker Hans Heiss: „Der Erfolg Guggenbergs als Bürgermeister ab 1903 verdankt sich wesentlich dem späten Glanz der Monarchie, war aber auch überschattet vom Streit der Parteien und Nationalitäten“

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Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen dem sprunghaften Wachstum zu begegnen suchten. Infrastrukturen wie die Kanalisierung, die Quellenleitung aus Schalders und das 1903 errichtete E-Werk an der Rienzbrücke waren ein Aspekt; hinzu kamen Stadterweiterungspläne, die Brixen zur Kur- und Gartenstadt zu entwickeln suchten. Straßenbauten und wichtige öffentliche Einrichtungen wie der Bau des „Kaiser-FranzJoseph-Jubiläums-Krankenhauses“ in der Kachlerau (1914) oder die Errichtung der Artilleriekaserne im Norden der Stadt (heute Schulkomplex Dantestraße) waren nur einige der von Guggenberg und wenigen Mitstreitern angestoßenen Vorhaben. Gab es bei allem Schaffensgeist auch kritische Stimmen, die befürchteten, dass der Bürgermeister die begrenzten Verhältnisse und bescheidene Finanzlage der Stadt zu sehr ausschöpfen würde? Selbstverständlich überforderten das Tempo und der Umfang der Modernisierung viele Brixner, die das beschauliche Kleinstädtchen in wenigen Jahren grundlegend verändert sahen. Das Stadtbild schien allzu einschneidend verändert, hinzu kam die zunehmend scharfe Kritik der politischen Opposition über die Schuldenlast, die die Stadt zu erdrücken drohte. Tatsächlich brachte der Erste Weltkrieg eine zusätzliche Erhöhung der Schuldenlast ebenso wie eine Verminderung der Steuereinnahmen, sodass die Stadt nach dem Krieg in schweres Wasser geriet.

Aber das war zum wenigsten die Verantwortung Guggenbergs, der unglaubliche Altlasten und Versäumnisse aufzuarbeiten hatte und den Krieg in keiner Weise hatte vorhersehen können. Welche Charakterzüge und Ideale Guggenbergs können als zeitlos angesehen werden? Guggenberg hätte aufgrund seiner überragenden Begabung und Weltkenntnis auch heute kaum Schwierigkeiten, sich in der aktuellen Situation zurechtzufinden. Seine Kuranstalt hätte er wohl zu einem innovativen Ort des physischen und spirituellen Wohlbefindens ausgestaltet, wäre aber auch mit der Führung durch seine Nachkommen keinesfalls unzufrieden. Ob er sich auf die Gemeinde- und Landespolitik einlassen würde, bleibt fraglich, da seinem kreativen Geist die heute notwendigen, vielfachen Prozesse der Vermittlung, Abstimmung und die zahllosen bürokratischen Engpässe zutiefst zuwider wären. Heute wäre „Otto der Große“ eher eine Figur, die in der Umsetzung wichtiger Leitprojekte auch zugunsten des Allgemeinwohls Großes leisten könnte, etwa durch ein Netz von Kliniken und Resorts, für das er Investoren in großer Zahl finden würde. Brixen wäre unter seiner Ägide zu einem Kurort aufgeblüht, in dem Erholung und Sinnsuche zu einer besonderen Mischung finden würden.

Andreas Raffeiner Leserbrief an: echo@brixner.info


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Politik & Gesellschaft

SÜDTIROL

Der neue LH Südtirol hat seit dem 9. Jänner 2014 einen neuen Landeshauptmann: Arno Kompatscher löst nach 25 Jahren Luis Durnwalder ab. Auch seine Regierungsmannschaft steht inzwischen fest; der Weg zur Regierungsbildung gestaltete sich aber schwieriger als erwartet.

E

s ist schon merkwürdig: Seit es den „Brixner“ gibt, und das sind immerhin 25 Jahre, hatte Südtirol mit Luis Durnwalder immer denselben Landeshauptmann – und denselben Regierungsstil. Durnwalder war ein ausgeprägter Pragmatiker: Zog sich eine Entscheidungsfindung hin, hob er gern den Zeigefinger: „Wir haben lange genug diskutiert – jetzt muss eine Entscheidung fallen“. Schlimmstenfalls fällte er die Entscheidung allein – und übernahm dafür auch die Verantwortung. Arno Kompatscher ist schon allein in seiner Wesensart eine vollkommen andere Persönlichkeit – und trotzdem war er schon zu Zeiten, als Siegfried Brugger und Richard Theiner, vielleicht auch Elmar Pichler Rolle sich noch Hoffnungen auf das höchste Amt im Land machten, der Favorit von Durnwalder. Im November 2012 hatte Durnwalder anlässlich eines Interviews mit dem „Brixner“ bereits prophezeit, dass Kompatscher wohl sein Nachfolger werde. „Das dürft ihr aber noch nicht schreiben“, sagte er damals, „ich weiß ja nicht, ob es auch so sein wird“.

Sondierungsgespräche mit allen Fraktionen. Das Ergebnis der

Landtagswahlen vom 27. Oktober fiel für die Südtiroler Volkspartei allerdings knapper als erwartet aus: Erstmals ging die absolute Mehrheit an Mandaten verloren, was die Koalitionsgespräche spannend machte. Kompatscher hatte angekündigt, „mit allen Fraktionen ernsthafte Sondierungsgespräche“ zu führen – und er hat dieses Versprechen auch eingehalten, worauf sich sowohl die Grünen als auch die Freiheitlichen Hoffnungen auf eine Regierungsbeteiligung machten. Bonmot am Rande: Während alle Fraktionen die gewählten Abgeordneten zu den Gesprächen schickten, kamen für den PD nicht die beiden Gewählten Christian Tommasini und Roberto Bizzo, sondern jene, die offenbar die Fäden in der Hand 8

haben: Parteisekretär Antonio Frena und sein Vize Carlo Costa. Auch in Brixen verfolgte man die Entwicklung zur Koalition mit großem Interesse, denn im Prinzip wiederholte sich auf Landesebene jene Situation, die Bürgermeister Albert Pürgstaller nach den Gemeindewahlen 2010 in seiner Stadt erlebt hatte: Auch damals hat die SVP in Brixen erstmals die absolute Mandatsmehrheit verloren. Pürgstaller hat sich für eine Dreier-Koalition SVP-PD-GBL entschieden – würde Kompatscher diesem Beispiel folgen? Kompatscher bevorzugte aber, vielleicht beeinflusst durch die bekanntermaßen schwierige politische Situation in Brixen – eine Partnerschaft allein mit dem PD, was vor allem in Parteikreisen zu einiger Unruhe geführt hat: Es wurde die Befürchtung geäußert, der neue Landeshauptmann wäre mit nur einem Koalitionspartner bei jeder Entscheidung im Landtag vom eigenen Partner erpressbar. Kompatscher ließ sich nicht beirren, untermauerte seine Entscheidung und begann die Koalitionsgespräche mit dem PD, in denen Regierungsprogramm und Landesregierung definiert werden sollten.

Schwierige Verhandlungen mit dem PD. Und dann machte der

designierte Landeshauptmann – damals war seine Ernennung im Landtag ja noch nicht erfolgt – vielleicht den bisher einzigen kleinen Fehler: Er holte noch vor den Koalitionsgesprächen mit dem PD alle 17 SVP-Landtagsabgeordneten einzeln zu sich und erklärte ihnen, welche Rolle er für sie vorgesehen hatte. Bis dahin war seine Vorstellung einer Zusammensetzung der Landesregierung erstaunlicherweise nicht nach außen gedrungen, was vor allem die tageszeitung zu täglichen „sicheren“ Spekulationen verführt hatte, die sich später allesamt als falsch erweisen sollten. Nach den Gesprächen mit den Landtagsabgeordneten war die Lawine nicht mehr zu halten: Stunden später sickerte

LH Arno Kompatscher: „Das Regierungsprogramm ist im Austausch mit Bürgern, Vereinen und Verbänden entstanden. Es ist gleichzeitig eine Werkstatt, die immer offen für neue Ideen ist“ die Zusammensetzung der Landesregierung samt Kompetenzverteilung durch – noch bevor die Gespräche mit dem PD so richtig begonnen hatten. Während die inhaltliche Diskussion zwischen SVP und PD um das Regierungsprogramm trotzdem in großer Harmonie erfolgte und man schnell zu einem unterschriftsreifen Papier gelangte, stellten sich Carlo Costa und Antonio Frena allerdings quer, was die Landesregierung betrifft: Das Autonomiestatut sieht vor, dass die zwei Sprachgruppen in der Landesregierung im selben Verhältnis vertreten sein müssen wie die Abgeordneten im Landtag. Das bedeutete, dass Kompatscher nur noch einen italienischen Landesrat vorsah, womit der PD partout nicht einverstanden war. So ging es einige Tage hin

–

und her, Frena holte sich telefonische Unterstützung aus Rom, aber Kompatscher blieb hart – verständlicherweise, denn das Autonomiestatut ist kein Gummiband, das man beliebig dehnen sollte, nur damit der PD einen zweiten Sessel bekommt. Costa und Frena waren verschnupft, sagten am Ende aber doch zu – der PD riskierte, endgültig als Partei dazustehen, der es nur um Posten geht.

9. Jänner: Der neue LH. In der Landtagssitzung vom 9. Jänner wurde Kompatscher zum Landeshauptmann ernannt, eine Woche später schlug er dem Südtiroler Landtag en bloc die neue Landesregierung vor: Arnold Schuler (Landund Forstwirtschaft, Zivilschutz und Gemeinden), Richard Theiner (zweiter Landeshauptmannstell-


Die Regierungserklärung. Die

Begeisterung der Südtiroler Bevölkerung für den jungen Landeshauptmann ist nach wie vor spürbar, und der neuen Landesregierung traut man zu, die im Wahlkampf propagierte „neue Art der Politik“ auch in die Tat umzusetzen. Die Regierungserklärung Kompatschers ist in diesem Sinn ein Vorgeschmack: Man wolle für Bürger, Vereine und Unternehmen mehr Freiraum schaffen, aber auch mehr Eigenverantwortung zumuten, und dazu müsse es bürokratische und finanzielle Entlastungen geben. Materieller Wohlstand sei aber nicht alles: „Zielsetzung all unseres politischen Handelns ist eine gerechte Gesellschaft, in der Solidarität und Subsidiarität gelebt werden.“ Das Thema Beschäftigung müsse wieder in den Mittelpunkt rücken, und dazu brauche es Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Kompatscher sprach in diesem Zusammenhang von Steuersenkungen bei gleichzeitiger Kürzung

Foto: Südtiroler Landtag / Wolf

vertreter, Umwelt und Energie), Martha Stocker (Wohlfahrt), Philipp Achammer (deutsche Bildung und Kultur, Integration), Florian Mussner (ladinische Bildung und Kultur, Museen und Denkmäler, Vermögen, Mobilität), Waltraud Deeg (Familie und Verwaltungsorganisation) und Christian Tommasini (erster Landeshauptmannstellvertreter, italienische Bildung und Kultur, Wohnbau, öffentliche Bauten). Landeshauptmann Kompatscher behält sich die Agenden für Wirtschaft, Finanzen, Innovation und Außenbeziehungen vor. Roberto Bizzo blieb draußen, genauso wie Thomas Widmann, der fortan als Präsident den Südtiroler Landtag leiten wird. Ein erster Wahlgang scheiterte an der Technik der Stimmabgabe; im zweiten Wahlgang erhielt Kompatschers Vorschlag 19 von 35 Stimmen – die Landesregierung ist damit im Amt. Das Eisacktal ist damit als einziger Bezirk Südtirols in allen politischen Ebenen vertreten: Herbert Dorfmann ist Abgeordneter im Europäischen Parlament, Renate Gebhard ist Abgeordnete im Römischen Parlament, und in Bozen sind mit Tamara Oberhofer, Walter Blaas und Pius Leitner (Freiheitliche), Hans Heiss (Grüne) sowie Magdalena Amhof (SVP) gleich fünf Eisacktaler vertreten. Das Sahnehäubchen bildet der Sitz von Philipp Achammer in der Landesregierung.

Arno Kompatscher und seine Regierungsmannschaft: Waltraud Deeg, Philipp Achammer, Arnold Schuler, Richard Theiner, Christian Tommasini, Martha Stocker und Florian Mussner

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oder Streichung von Gießkannenbeiträgen und nannte die primäre Gesetzgebungsbefugnis für Kommunalsteuern als autonomiepolitischen Meilenstein – damit könne man mehr Rechtssicherheit und Gerechtigkeit schaffen. Als Maßnahmen zur Entbürokratisierung nannte Kompatscher einen Bürokratiecheck in der Gesetzgebung, den Ausbau des E-Government, Verfahrensvereinfachungen und einen schrittweisen Rückzug der öffentlichen Verwaltung aus einzelnen Sektoren. Eine Schlüsselrolle komme auch der Bildung zu, daher strebe man die volle Bildungshoheit an. Unter den Bildungszielen nannte Kompatscher die Qualitätssicherung in der Muttersprache sowie eine Verbesserung der Zweitsprachenkenntnisse, auch durch den Sachfachunterricht, und eine Verbesserung der Lehrkräfteausbildung. Zur Entlastung der Familien peile man weitere Steuersenkungen an – ein Freibetrag von 20.000 Euro und die Beibehaltung der Kinderfreibeträge –, für die älteren Mitbürger eine Anhebung der Mindestrenten. Bei der Integration der neuen Mitbürger sei Toleranz, aber auch das Wahren von Rechten und Pflichten die Richtschnur. Im Wohnbau wolle man auf die Angebotsseite einwirken und durch mehr Angebot die Preise senken. Die Treffsicherheit des sozialen Netzes sei zu erhöhen, in der Sanität strebe man die Stärkung der Prävention und der Basismedizin an, gleichzeitig gab Kompatscher auch ein klares Bekenntnis zum Fortbestand der sieben Krankenhäuser ab. Voraussetzung einer effizienten Gesetzgebungs- und Regierungsarbeit sei eine weitestgehende Autonomie, dazu solle binnen sechs Monaten ein Autonomiekonvent eingerichtet werden. Selbstbestimmungs- und Freistaatgedanken erteilte Kompatscher eine Absage, sie seien eine

Abkehr von Europa, dieses müsse sich aber zu einem Europa der Regionen entwickeln, wenn es nicht zu einem Rückfall in nationalstaatliches Denken kommen solle. Südtirol müsse auf diesem Wege die Euregio nutzen und bürgernah ausbauen. Eine neue Raumordnung solle Entbürokratisierung und Rechtssicherheit bringen, gleichzeitig seien Planungsinstrumente wie der Lerop aufzuwerten. Der ländliche Raum müsse lebenswert erhalten werden, während man gleichzeitig auch die besonderen Bedürfnisse der Städte und Ballungsräume berücksichtigen wolle. Arno Kompatscher ging auch auf das heikle Thema Energie ein: Der Ertrag aus der Wasserkraft müsse allen Bürgern zugute kommen, etwa über eine familienfreundliche Anpassung der Stromtarife, über Genossenschaften oder eine Bürgerbeteiligung. Eine Zusammenführung der großen öffentlichen Energieunternehmen und eine Neuregelung der Konzessionsvergabe seien dazu notwendig. Verwaltung und Haushalt müssten grundlegend durchforstet werden, dazu schlage er eine technische Arbeitsgruppe vor, die vom Landtag eingesetzt werde. Ziele seien Vereinfachung, Transparenz und Bürgernähe. Letztere wolle man auch durch eine Stärkung der Mitentscheidung erreichen, auch durch eine Senkung der Zugangshürden für eine Volksabstimmung. Die Gesetzesinitiative sollte sich wieder verstärkt in den Landtag verlagern, alle Fraktionen sollten bereits im Vorfeld eingebunden werden. Kompatscher schlug in diesem Zusammenhang Ad-hocAusschüsse im Landtag vor, in denen Regierung, Mehrheit und Opposition vertreten sein sollten. Neu zu regeln seien schließlich auch die Beziehungen zwischen Land, Bezirken und Gemeinden, wobei Kompatscher hier stark auf das Subsidiaritätsprinzip setzte. Die Finanzkraft der Gemeinden

sei zu stärken (etwa durch Einnahmen aus dem Energiesektor), die Zuweisungen des Landes sollten gerecht sein, den objektiven Bedarf und die Eigenfinanzierungskapazität berücksichtigen und unvermeidliche Verzerrungen ausgleichen. Sein Programm sei im Austausch mit Bürgern, Vereinen und Verbänden entstanden, erklärte Kompatscher abschließend, es sei gleichzeitig eine Werkstatt, die immer offen für neue Ideen sei, „unabhängig davon, von welcher Stelle sie vorgebracht werden.“ willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Foto: Gasser Hermann Maria

Foto: Oskar Zingerle

z Der bekanntlich schönste Tag im Leben ist der Hochzeittag. Haben auch bei Ihnen vor kurzem die Hochzeitsglocken geläutet? Dann

Zeit für Romantik senden Sie uns doch Ihr schönstes Bild. In der nächsten Ausgabe, die Ende Februar erscheinen wird, werden wir wieder einige Seiten mit den schönsten Bildern der Brautpaare aus Brixen und Umgebung gestalten. Schicken Sie einfach innerhalb 15. Februar Ihr Lieblingsfoto mit Name und Wohnort an fotoaktion@brixner. info (Dateigröße min. 1 MB).

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Unter allen Einsendungen wird es auch in diesem Jahr wieder ein Gewinnerfoto geben, das von unserer Jury bestimmt wird. Natürlich gibt es auch einen Preis, wofür sich das Mitmachen lohnt; dem Gewinnerpärchen winkt nämlich ein romantisches Dinner im Hotel Elefant in Brixen. Wir freuen uns schon auf Ihr Hochzeitsfoto! hh

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

IN EIGENER SACHE

Pläne für den Schlachthof z Wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Albert Pürgstaller geht, wird der alte Schlachthof in der Schlachthofgasse noch im heurigen Jahr saniert werden. Dies ist auch unbedingt notwendig, weil das Gebäude sich seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand befindet und de facto einen Schandfleck mitten in der Stadt darstellt. Auch für die Nutzung des alten Schlachthofs gibt es eine Idee: „Wir könnten den Bürgerschalter vom heutigen Raum in der Alten Post dorthin übersiedeln“, sagt Pürgstaller, „die Erreichbarkeit für die Bürger wäre dieselbe, und wir hätten für den

kurz

notiert

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Schlachthof eine optimale Nutzung und könnten die Sanierung entsprechend vorantreiben“. Die gemeindeeigenen Räume in der Alten Post könnten indes vermietet werden: „Ich kann mir vorstellen, dass hier ein Einzelhandelsbetrieb gut funktionieren könnte“. Damit würde die Gemeinde einerseits den maroden Schlachthof zu neuem Leben erwecken, andererseits hätte sie Mieteinnahmen. Gespräche mit Interessenten habe es noch keine gegeben – dazu müssen erst die grundlegenden Entscheidungen getroffen werden. Auch für die Sanierung des Schlachthofs muss

Die Mini-IMU ist eine Immobilien­ steuer auf Erstwohnungen, die in 2.400 Gemeinden Italiens eingehoben wird. Da in Brixen der Steuersatz für die Erstwohnung nicht erhöht wurde, wird im Gemeindegebiet auch keine MiniIMU eingehoben.

erst noch eine Finanzierung gefunden werden. Die Zukunft des Schlachthofs war schon einmal im Gespräch: Als man vor einigen Jahren über den Standort der neuen

Bibliothek zu entscheiden hatte, brachte Pürgstaller die Alte Post ins Spiel – mit der Perspektive, die dort angesiedelten Ämter teilweise in den Schlachthof umzusiedeln. wv

In der Franzensfeste wird die BBT-Beobachtungsstelle einen Infopoint zum Bau des Brennerbasistunnels und seiner südlichen Zulaufstrecken einrichten und wird zum neuen Hausherren der Festung. Ein Beirat übernimmt hingegen die inhaltlich-kulturelle Ausrichtung.

Bei der SelbstbestimmungsUmfrage der Süd-Tiroler Freiheit lag die Wahlbeteiligung im Eisacktal bei 17,15 Prozent, damit nach dem Bezirk Pustertal und dem Wipptal an dritter Stelle. Die höchste Wahlbeteiligung im Eisacktal war in Natz-Schabs (23,69%).


NACHGEFRAGT

„Wir laden zum Dialog ein“ Herr Jabbar, der pakistanische Kulturverein Minhaj ul Quran organisierte einen Friedensmarsch durch Brixen. Was war der Hintergrund dafür? Die Moslems feiern die Geburt des Propheten Mohammed mit diversen Festen; somit hat die pakistanische Gemeinschaft von Brixen diesen Friedensmarsch organisiert, an dem rund 350 Personen – Männer, Frauen wie Kinder – teilgenommen haben. Unser Kulturverein setzt sich stark für den Dialog, den Austausch und Integration ein, und er ist Teil der internationalen Vereinigung Minhaj ul Quran. Diese vertritt die Botschaft von

Frieden, Respekt und gegenseitiger Toleranz, so wie sie im Islam propagiert wird. Der Gründer der Vereinigung, Tahir ul Qadri, ist ein bekannter Friedensbotschafter des Islam, der den Terrorismus und Extremismus aufs Schärfste verurteilt. Der Marsch ist bei manchen auf wenig Gegenliebe gestoßen ... Wir laden alle Mitmenschen zum Dialog ein, und dazu, uns doch näher kennenzulernen – schließlich gehen unsere Kinder gemeinsam zur Schule, wir leben am selben Ort. Wir bemühen uns sehr um gegenseitiges Kennenlernen und um Integration. Gemeinsam mit der Gemeinde haben wir das

Projekt „Pakistan trifft Brixen“ organisiert. Was bedeutet für Sie Integration? Wir respektieren die hiesigen Regeln und Gesetze, wir arbeiten hier und zahlen unsere Steuern. Ich habe beispielsweise den Zweisprachigkeitsnachweis, und meine Tochter geht in den deutschen Kindergarten, damit sie den deutschen Dialekt lernt. Wir haben unsere Pflichten und halten uns an die Gesetze – aber haben wir nicht auch das Recht, unsere Feste feiern zu dürfen?

Foto: Oskar Zingerle

ABDUL JABBAR, Vertreter des pakistanischen Kulturvereins Minhaj ul Quran von Brixen, über den Friedensmarsch vom 12. Jänner in der Stadt – und über gelungene Integration.

doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Frauenwerkstatt Punkt

abend und jeden Dienstag und Donnerstag am Vormittag und am Nachmittag Frauen, um aus Stoff- und Lederresten pfiffige und gleichzeitig nützliche Produkte zu nähen. Diese „Upcycling-Schätze“

Isolierung zu vermeiden und vor allem Ängste abzubauen – das sind die Ziele, die hinter dem Projekt stehen, dessen kreativer Kopf Sandra Costa ist. mk

EISACKTAL

Neue Öffnungszeiten des Bürgerschalters

Coccinella:„Neuregelung der Tarife problematisch“ Foto: Oskar Zingerle

BRIXEN

z Der Bürgerschalter der Gemeinde Brixen sowie das Standesamt haben nun neue Öffnungszeiten: So ist der Bürgerschalter nun nicht mehr wie bisher am Mittwochnachmittag, sondern am Montagnachmittag geschlossen. Samstags übernimmt er zudem die Dienste des Standesamtes, das an diesem Tag geschlossen bleibt. Somit ist die Anlaufstelle am MariaHueber-Platz nun am Montag von 8.30 bis 13 Uhr, Dienstag von 8.30 bis 13 und 14.30 bis 17 Uhr, Mittwoch von 8 bis 13 und 14.30 bis 17 Uhr, Donnerstag von 8.30 bis 13 und 14.30 bis 18 Uhr und Freitag von 8.30 bis 12.15 Uhr geöffnet. Am Samstag 12

sind gegen eine freiwillige Spende erhältlich. Und die Spenden sollen wiederum ermöglichen, dass das Projekt fortgeführt und ausgebaut werden kann. Frauen in die Dorfgemeinschaft zu integrieren,

kann man von 9 bis 11.30 Uhr den Bürgerschalter aufsuchen, wobei der Standesamtsdienst von 9 bis 11 Uhr gewährleistet wird. Die verwirrend klingenden verschiedenen Öffnungszeiten an den Wochentagen sind gewollt: „Einmal öffnen wir bereits um 8 Uhr für jene, die nur frühmorgens Zeit haben, und einmal in der Woche ist der Bürgerschalter bis 18 Uhr geöffnet, um auch jenen den Dienst anbieten zu können, die nur abends Zeit haben“, sagt Vize-Generalsekretärin Gabriele Morandell. Umfragen hätten bestätigt, dass die Öffnungszeiten bei den Nutzern gut ankommen. db

z Die Sozialgenossenschaft Coccinella, die auch in Brixen Kinderhorte betreibt, weist in einer Presseaussendung darauf hin, dass die neue Kostenbeteiligung für Kindertagesstätten Schwierigkeiten mit sich bringe. So würden vor allem Eltern bestraft, die Vollzeit arbeiten: „Es ging durch die Medien, ­­dass durch eine Neuregelung der Kostenbeteiligung für Eltern nun nur noch ein maximaler Stundensatz von 3,65 Euro bezahlt werden muss. Was aber nicht erwähnt wurde, ist, dass auch die bislang gültige Höchstgrenze von 406,80 Euro aufgehoben wurde. Arbeiten beide Elternteile und bringen ihr Kind somit bis zu 8 Stunden täglich in den Kinderhort, zahlen sie satte 170 Euro mehr als bislang“, so Hildegard Thurner,

Präsidentin der Sozialgenossenschaft Coccinella. Diese Differenz könne selbst das verdoppelte Kindergeld der Region nicht ausreichend abfedern. Außerdem bringe die neue Regelung wesentliche Probleme für die Betreiber der Einrichtungen mit sich, da eine Gesamttarifregelung fehle: Flächendeckende Erhebungen in den Kindertagesstätten hätten ergeben, dass für ein professionelles und qualitativ hochwertiges Arbeiten ein Stundensatz von mindestens 8,50 bis 9,50 Euro notwendig sei – „aber Ausschreibungsvorgaben unter 6,80 Euro seien keine Seltenheit. Dass damit die Entwicklung der Strukturen und vor allem die inhaltlichen Möglichkeiten sehr begrenzt sind, liegt auf der Hand“, so Thurner. db Foto: Oskar Zingerle

z Sie soll vor allem ein Ort der Begegnung und des Austausches sein, die Mühlbacher Frauenwerkstatt Punkt – ein Ort, an dem sich Frauen aus allen Nationen zwanglos treffen und kennenlernen können. Sie sollen neue Sprachen hören und lernen, sie sollen miteinander reden und lachen, ganz einfach zusammen sein. Mit Hilfe der Gemeindeverwaltung von Mühlbach, des Brixner Volontariatsvereins Punkt und der Sozialgenossenschaft Renovas wurde die Idee einer Nähwerkstatt für Frauen (nicht nur) mit Migrationshintergrund umgesetzt. Im August wurde die interkulturelle Werkstatt, die es in ähnlicher Form bereits beim Brixner Verein StoffArt gegeben hat, in einem ehemaligen Geschäftslokal in der KatharinaLanz-Straße 7 eröffnet. Seitdem treffen sich dort jeden Montag-

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

MÜHLBACH


DIVERSES

BRIXEN

Referendum zur Bürgerbeteiligung

Sternsinger sammeln für guten Zweck

rung auf einfacherem Wege sich in den politischen Prozess einbinden kann“. Stimmt die Mehrheit für ein Ja, werde noch über Korrektur- und Verbesserungsvorschläge am bestehenden Gesetz diskutiert. Andere Initiativen wie die Direkte Demokratie sehen im derzeitigen Gesetz hingegen die „Mitbestimmungsrechte der Bürger nicht ausreichend gewährleistet“ und plädieren für Nein. Ein Ja beim Referendum bedeutet also, dass das neue Gesetz zur Bürgerbeteiligung in Kraft tritt; wer mit Nein stimmt, ist gegen das Gesetz – womit das alte Gesetz zur Bürgerbeteiligung Nr. 11/2005 in Kraft bleibt, das weniger Instrumente zur Volksabstimmung vorsieht. Wer sich nun genau informieren möchte: Beide Gesetztestexte und weitere Infos können unter www.wahlen.provinz. bz.it eingesehen werden. Gewählt werden kann in den Wahlsektionen der Gemeinden von 7.30 bis 22 Uhr; Wahlausweis und Personalausweis sind mitzubringen. db Foto: thinkstock

z Am 9. Februar findet das Landesreferendum „Bürgerbeteiligung in Südtirol“ statt. Den Wahlberechtigten wird dabei folgende Frage zur Abstimmung vorgelegt: „Stimmen Sie dem Gesetz betreffend ‚Bürgerbeteiligung in Südtirol’ zu, welches vom Landtag am 6. Juni 2013 verabschiedet und im Amtsblatt der Region Nr. 26, Beiblatt Nr. 3 vom 25. Juni 2013 veröffentlicht worden ist?“ Genanntes Gesetz regelt die Ausübung des Rechtes auf Volksinitiative hinsichtlich der Landesgesetze und der landesweiten aufhebenden, einführenden oder konsultativen Volksabstimmungen und befasst sich mit der Regelung von Instrumenten der direkten Demokratie. Gesetzeseinbringer Arnold Schuler sowie die SVP empfehlen das Ja und betonen unter anderem, dass im neuen Südtiroler Gesetz zur Bürgerbeteiligung die Zugangshürde weit unter dem internationalen Schnitt liege und „im Gesetz Instrumente geschaffen wurden, mit denen die wahlberechtigte Bevölke-

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z Kaspar, Melchior und Balthasar sowie ihre Begleiter waren wiederum zwei Tage nach Neujahr in Brixen unterwegs: Die von der Pfarrei organisierten Sternsinger – rund 90 Personen, aufgeteilt in 15 Gruppen – zogen durch die Stadt, um für ein Projekt der Jungschar zu sammeln. Als Heilige Drei Könige traten heuer Firmlinge, Pfadfinder, Ministranten und weitere Jugendliche aus der Pfarrei auf. Sie konnten insgesamt 16.485 Euro sammeln, die an das Missionsamt weitergleitet werden. Der gesamte Erlös kommt Schul- und Kindergartenprojekten in Vietnam zugute. Eine zweite Gruppe Sternsinger war eine Männergruppe um Andreas Ellecosta und Erich Meraner. Sie sangen

in sozialen Einrichtungen, im Krankenhaus, in der Hofburg, bei Messen, in allen Brixner Klöstern, in Gasthäusern, bei der Weihnachtsfeier des Domchores und bei Privatpersonen wie Altdekan Leo Munter, Altbischof Karl Golser, der Präsidentin des Pfarrgemeinderates Verena Barth, Bürgermeister Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron und Stadträtin Paula Bacher. In zwei Tagen hielten sie 42 Besuche ab: Die gesammelten Spenden gehen an den Vinzenverein Brixen (5.823,34 Euro) sowie 448 Euro an den Vinzenzverein Milland, da diese Summe bei einer Andacht in der Millander Kirche gesammelt und dort sofort übergeben wurde. db

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Menschen & Meinungen DER GLÜCKSBRINGER: Seit fast 50 Jahren übt Michael Baur den Kaminkehrerberuf aus und sorgt somit für die Sicherheit der Hausbewohner

–– PORTRAIT

„Man braucht einfach Glück“ MICHAEL BAUR aus Vahrn, seit fünfzig Jahren Kaminkehrer, über den Wandel seines Berufes, über Pflichtbewusstsein und Geselligkeit.

A

ls Michael Baur am 10. Februar 1964 seine Lehre als Kaminkehrer begann, war das alles andere als eine bewusste Berufswahl. Auf jenem Hof, wo er sich nach der Pflichtschule verdingte, war ein Kaminkehrer-Meister vorbeigekommen, der gehört hatte, dass der junge Bursche etwas lernen wollte. „Und dann habe ich das Angebot eben angenommen.“

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Schöne Arbeit sei es zwar keine, habe er sich damals gedacht, aber zu tun gebe es immer. Zu Maria Lichtmess vor fünfzig Jahren, am so genannten Schlenggltag, dem Tag, an dem die Dienstboten ihren Arbeitsplatz wechseln konnten, kündigte er seinen Dienst. „Drei Tage musste man damals noch anhängen, um die Zeit auszugleichen, die man während der Arbeitszeit auf dem Klo

verbracht hatte“, erinnert sich Michael Baur, „dann begann für mich eine neue Zeit.“

Kaminkehrer und Lehrer. Sei-

ne Eltern waren von der Entscheidung ihres Sohnes nicht unbedingt begeistert – schließlich war der Beruf des Kaminkehrers gefährlich und zudem nicht besonders gut angesehen. Erst als er den Gesellenbrief nach Hause

brachte und sie seine Begeisterung, die immer noch anhielt, spüren konnten, „erkannten sie, dass die Wahl wohl doch nicht so falsch gewesen war.“ Eigentlich wäre er gerne Lehrer geworden, „das ließen aber die finanziellen Verhältnisse meiner Familie nicht zu, denn einer meiner Brüder hatte bereits studieren dürfen.“ Dass er dann später bei den Kaminkehrer-Lehrlingen unter-


Fotos: Oskar Zingerle

wohl so manche Katastrophe verhindern können. „Und in der Gemeinde, da haben Sie gewusst, wenn der Baur uns schreibt, dann müssen wir handeln.“ Die Bauabnahme durch den Kaminkehrer, die trage im Grunde seinen Stempel. „Da habe ich einfach vehement darauf gedrängt.“ Mittlerweile sei die Ausübung des Kaminkehrerberufes nicht mehr ganz so gefährlich, und auch das Image habe sich verändert. „Aber man braucht immer ein wenig Glück“, sagt Michael Baur, und das Glück ist ihm bis auf ein einziges Mal, als sein Geselle tödlich verunglückte, auch immer treu geblieben.

sowie sportlich. So hat er es im Skispringen bis zum Landesmeister gebracht. „Aber das ist schon lange her.“ Die Sicherheit der Menschen war ihm stets ein Anliegen, das er beharrlich verfolgt hat, „denn die Kaminkehrer haben durch die Ausübung ihres Berufes schon immer Sicherheit gebracht – und damit auch das Glück.“

Marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Von Toblach nach Vahrn. In

richten konnte, das habe ihn schon sehr gefreut. So sei er über Umwege doch noch zu seinem Traumberuf gekommen. „Wenn ich ein Haus vor dem Abbrennen und einen Menschen vor dem sicheren Tod bewahrt habe, dann hat sich alles gelohnt.“ Dieses Motto hat ihn letztendlich durch sein Arbeitsleben getragen.

Der erste Kaminkehrer mit Sauger. Einfach war die Arbeit

des Kaminkehrers eigentlich nie, „auch wenn sich durch technische Errungenschaften sehr viel

Jahreszeit und bei jedem Wetter aufs Dach steigen musste.“ Die Herde der Gasthäuser mussten schnell wieder funktionstüchtig sein, und so begann der Kaminkehrer eben bereits um vier Uhr morgens mit seiner Arbeit. Zudem musste der Ruß mit Kellen aus den Kaminen geschöpft werden. „Ich war der erste Kaminkehrer im Lande, der einen Sauger besaß“, erzählt Michael Baur stolz. Für Neuerungen war er immer schon zu haben, und er stand und steht auch für Genauigkeit und Pflichtbewusstsein.

der Berufsschule im Rieplhof in Sterzing habe er Alfred Bliem, damals Kaminkehrer in Vahrn und Brixen, kennen gelernt. Dieser sei mit seinem Beruf recht unglücklich gewesen und habe nach dem Tod seines Vaters nur der Mutter zuliebe den Betrieb weitergeführt. Als die Mutter dann verstarb, bot er Michael Baur an, seine Arbeit zu übernehmen, „und so bin ich im November 1971 nach Vahrn gekommen.“ Die Einführung durch seinen Vorgänger war äußerst kurz: „Wir fuhren auf eine Anhöhe beim Temlhof, und dort zeigte mir der Alfred meine Zone. Das war’s auch schon.“ Michael Baur hat sich dann Schritt für Schritt eingebarbeitet und Kontakte geknüpft. „In den ersten Jahren hat das Radgeschäft Urthaler in Brixen für mich die Anrufe entgegengenommen“, erinnert er sich. In Vahrn hat er sich sehr schnell eingelebt. „Ich wurde sofort aufgenommen und habe über die Vereine, denen ich bald einmal beitrat, viele Menschen kennen gelernt.“ Vier Jahre lang hat er alleine „gehaust“, dann hat er seine Marianna geheiratet, „de håt mir oanfåch gfålln“, und Vahrn wurde ihm zur zweiten Heimat. „Ein Teil von mir gehört aber noch immer zu Toblach“, schmunzelt er. Dort steht auch sein zweites Haus, in

„Wenn ich ein Haus vor dem Abbrennen und einen Menschen vor dem Tod bewahrt habe, hat sich alles gelohnt“ _ Michael Baur, Kaminkehrer verändert hat.“ Vor fünfzig Jahren galt es noch, jeden Monat die Kamine zu kehren „und das wiederum bedeutete, dass man zu jeder

Beim Kehren der Kamine habe er oft Fehler entdeckt, sowohl bei der Konstruktion als auch beim Entzünden der Feuer, und damit

dem er an den Wochenenden entspannen kann. Lebensfroh war Michael Baur schon immer, und umtriebig

Michael Baur wurde am 19. September 1946 in Toblach als Fünfter von zehn Geschwistern, zwei sind mittlerweile verstorben, geboren. Er besuchte – wie damals üblich – acht Jahre lang die Volksschule und arbeitete dann zwei Jahre lang bei einem Bauern. Anschließend begann er eine Lehre als Kaminkehrer, die er mit dem Gesellenbrief abschloss. 1971 kam er nach Vahrn und machte sich als Kaminkehrer selbständig. Er ist für die Gemeinde Vahrn, die Gemeinde Franzensfeste und die Zone Brixen II zuständig. 1973 legte er die Heizwärterprüfung ab. Dreizehn Jahre lang unterrichtete er bei den Kaminkehrer-Lehrlingen an der Berufsschule in Bozen. Er war Mitglied der ersten Meisterprüfungskommission und übte diese Aufgabe über viele Jahre aus. Zudem war er Mitglied der Gesellenprüfungskommission. Zehn Jahre lang war er Mitglied im Landesausschuss der Kaminkehrer-Innung, über Jahre auch stellvertretender Vorsitzender; er gehört zur Föderation der europäischen Kaminkehrermeister. Zwei Perioden saß er im SVP-Ortsausschuss von Vahrn, er war Mitglied des Handwerkerausschusses und des Umweltbeirates der Gemeinde. Er war vierzig Jahre lang bei der Feuerwehr, singt seit 1972 im Kirchenchor, ist Mitglied des Männergesangvereins Brixen und gehörte 18 Jahre zum Vahrner Viergesang. Seit 1975 ist er mit Marianna Kostner verheiratet; die Töchter Helga, Kathrin und Verena und die vier Enkelkinder sind der Stolz des Paares. 15


Menschen & Meinungen

MILLAND

Spuren der Erinnerung z Die Vereinigten Bühnen Bozen feiern am 15. Februar mit ihrem Theaterstück „Option. Spuren der Erinnerung“ Premiere im Bozner Stadttheater. Optanten, Dableiber, Rücksiedler und Nichtrückoptanten erzählen dabei von Abschied und Heimat; ihre Biografien werden zum Gegenstand der theatralen Erzählung. So auch die Geschichte von Regina Stockner aus Milland: Die

87-Jährige ist eine Zeugin dieser Zeit, ihre Eltern haben damals für Deutschland optiert. Die vielen Gespräche mit den Nachbarn, das „Politisieren“ mit ihrer Freundin und die Begegnung mit ihrer Großmutter am Brenner haben sich ins Gedächtnis von Regina Stockner eingeprägt. Ihre Erlebnisse sind nun Teil des Theaterstücks; gemeinsam mit Südtiroler Schauspielern und

weiteren neun Zeitzeugen wird Regina Stockner von ihren Erinnerungen an die Optionszeit erzählen. db

M&M Menschen & Meinungen

Der Spruch

EISACKTAL

Starke Vertretung

vom Much

I woaß schun, prum die Deeg in die Låndesregierung kemm isch. Der PD wollt’ net, dass der Tommasini der Klianschte isch ...

kurz

notiert

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z Das Eisacktal ist in dieser Legislatur im Südtiroler Landtag politisch stark vertreten – aber auch auf Verwaltungsebene hat unser Bezirk dazugewonnen: Klaus Unterweger, bis vor kurzem im Gemeindenverband und letzthin in der Prüfstelle des Landes tätig, wird Ressortleiter von Landesrat

Arnold Schuler; er bildet damit die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Abteilungsleitern und dem Landesrat. Dietmar Pattis, bis jetzt für Europa-Parlamentarier Herbert Dorfmann tätig, wechselt als Persönlicher Referent zu Landesrat Philipp Achammer. Carmen Plaseller,

bisher Mitarbeiterin im Amt für Weiterbildung, wird Persönliche Referentin von Landesrätin Waltraud Deeg. Ingo Dejaco hingegen wechselt ins Team von Philipp Achammer, wo er unter anderem auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein wird. wv

Konrad Obexer aus Klerant bleibt für die nächsten fünf Jahre Obmann des Bauernbund-Bezirks Eisacktal/Wipptal. Weitere Mitglieder des Bezirksbauernrates sind Armin Klammer, Helmuth Fischnaller, Rudi Huber, Matthias Braunhofer, Georg Wild, Daniel Gasser und Karl Sigmund.

Das Haus der Solidarität sucht 365 mutige Menschen: Auf der facebook-Seite des HdS kann jeder seinen persönlichen Held melden; für jeden Namen spendet die IT-Firma Magnus 5 Euro. Die Namen werden für ein Projekt gesammelt, das im Advent 2014 vorgestellt wird.

Der Rodenecker Josef Mair ist das älteste Mitglied des Kirchenchors von Rodeneck und zugleich jener Sänger, der am längsten im Chor ist: Er feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag, wobei der Chor selbstverständlich ein Ständchen sang.


O o op s

mein Hoppala

Barbara Kleon, ehemalige Skirennläuferin

Falsches Auto ... Nach Geschäftsschluss holt mich mein Mann manchmal von der Arbeit ab. So hatten wir es auch an jenem Tag vereinbart, und deshalb ging ich nach sieben Uhr abends zum Sonnentor, damit er mich von dort aus mit nach Hause nehmen konnte. Als ich am Zebrastreifen auf ihn wartete, war es bereits ziemlich finster. Nach einiger Zeit sah ich endlich den Wagen kommen, der natürlich vor dem Zebrastreifen anhielt, mit einem netten Winken des Fahrers, worauf ich mich sofort auf den Weg zur Beifahrertür machte, die ich – erfreut darüber, dass mein Mann endlich da war – schwungvoll öffnete. Doch im Auto saß nicht mein Mann, sondern ... Bürgermeister Albert Pürgstaller! Erschrocken sah ich ihn an, merkte, dass das gar nicht der Wagen meines Mannes war, und wir begannen beide augenblicklich zu lachen. Ich entschuldigte mich und erklärte ihm den Grund meines „Überfalls“. Mir wurde klar: Der Bürgermeister hatte mir nicht zugewinkt, sondern wollte mich nur höflich auf die andere Straßenseite leiten.

Leser kochen für Leser

mmh!

Orangen-Tiramisù > Zutaten für 4 Personen 400g Mascarpone 1/2 Packung Savoiardi-Kekse Saft von 2 ausgepressten Orangen 2 Eier 3 gehäufte Esslöffel Staubzucker 2 Kaffeelöffel Grand Marnier Kakaopulver

> Zubereitung Eidotter mit Staubzucker und Grand Marnier schaumig schlagen; anschließend Mascarpone unterrühren. Eiweiß steif schlagen und unter die Mascarponecreme heben. Die SavoiardiKekse im Orangensaft tränken und in die Auflaufform schichtweise ab-

wechselnd mit der Mascarponecreme legen. Zum Schluss Kakaopulver drüberstreuen und für ungefähr zwei Stunden in den Kühlschrank geben. Wer möchte, kann auch Orangenspalten beim Schichten dazugeben.

Marco Masotti aus Vahrn sorgt bei einem leckeren Menü gerne für die Nachspeise und bereitet am liebsten Tiramisù zu. Allen passionierten Naschkatzen zeigt er hier eine fruchtige Variante des traditionellen Desserts. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Wie empfinden Sie die Zusammenstellung der neuen Landesregierung?“ 43,48% Ausgezeichnet! Arno Kompatscher hat hier viel Mut bewiesen 8,70% Gut! Ich hätte mir aber gewünscht, dass Thomas Widmann Landesrat wird 21,74% Nicht gut! Magdalena Amhof hätte sich eine Aufgabe in der Landesregierung verdient 26,09% Schlecht! Ich hätte mir zwei italienische Landesräte gewünscht

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Wie würden Sie die Brixner Bevölkerung am ehesten charakterisieren?“ > > > >

Freundlich, gesellig, kommunikativ Extrovertiert, entscheidungsfreudig, positive Lebenseinstellung Introvertiert, zögerlich, negative Lebenseinstellung Arrogant, konservativ, unfreundlich

Stimmen Sie mit! www.brixner.info 17


Menschen & Meinungen

Nach 50 Jahren ist Schluss Foto: Oskar Zingerle

LAMMento

BRIXEN

Fliag ou! „Was erlauben Vespa? Ein Landeshauptmann iste nicht ein Idiota, è! Come si pronuncia Vespa, ha?“, äfft der Franz den Trapattoni nach, während er einen Honigwein trinkt – wobei ich mir schon die Frage stelle, warum er heute Honigwein bestellt hat, denn Wespen erzeugen gar keinen Honig, im Gegensatz zu Bienen, also ist die Assoziation vollkommen daneben. „Vääspa!!! Is es nicht unsere Schulde, wenn restliche Italien schwach wie eine Flasche leer. Veeespa! Was erlauben Vespa? Sudtirol hat in Italien viele Kollegen, stellen sie die Kollegen in Frage! Haben keine Mut an Worten, aber ich weiß, was denken über diese Kollegen. Vespa! Ein Landeshauptmann sehen was passieren in Platz, du verstehen? In diese Italien isse viele Regionen die schwach wie eine Flasche leer. Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehe, was ich hab gesagt? Danke.“ Spinnt er jetzt total? frage ich die Frieda, während sie nur noch den Kopf schüttelt. „Kompatscher hat eben keine Ahnung von Bienenkunde“, sagt sie, „denn er hätte wissen müssen, dass eine Wespe ihn mehrmals stechen kann, um dann fröhlich zum nächsten Opfer weiterzufliegen – während die Biene nach dem ersten Stich den Geist aufgegeben hätte“. Fliag ou!, wird der Kompatscher gedacht haben, als der Vespa ihn nicht ausreden hat lassen. „Hast du gewusst, dass Wespen Sozialparasiten sind?“, sagt die Frieda, worauf ich mir denke, das passt! „Bei dem Millionengehalt könnte man sich schon erwarten“, sagt sie, „dass er sich zumindest informiert, bevor er die Masse verblödet“. Da kommt der Franz nochmal: „Ich habe fertig!“

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z Die beiden gehören ohne Zweifel zum Stadtbild – zu sehr hatten sich die Brixner gewöhnt daran, dass sie beim Schlendern durch die Altenmarktgasse einen Blick in den immer penibel aufgeräumten Verkaufsraum der Metzgerei Stockner machten, wo Irmgard und Helmuth Stockner jedes Mal gerade dabei waren, mit freundlichem Lächeln Kunden zu beraten, welches Fleisch heute besonders empfehlenswert wäre oder welche in der eigenen Küche gerade zubereitete kleine Spezialität unbedingt auszuprobieren sei. Jeder Kunde spürte: Hier ist Leidenschaft am Werk. Das ist sicher der Grund, warum auch in Zeiten, in denen jeder Supermarkt in Nylon verpacktes Fleisch anbietet, von dem man irgendwie nie weiß, woher es kommt, solch kleine Handwerksbetriebe nach wie vor erfolgreich sind – eigentlich erleben sie eine Renaissance, weil Vertrauen in die Lebensmittelproduktion heute mehr zählt als der Dumpingpreis. Am 1. Februar 1964 hatte Johann

Stockner gemeinsam mit seinem Sohn Helmuth die Metzgerei in Brixen eröffnet, nachdem dieser beim Schenk in Gröden seine Lehre absolviert hatte. Auf den Tag genau 50 Jahre später, am kommenden 1. Februar 2014, wird Irmgard Stockner das Geschäft zum letzten Mal aufsperren – mit ganz viel Wehmut, wie sie dem „Brixner“ mit stockender Stimme erklärt. Mehr Wehmut als die beiden Eigentümer werden allerdings die Kunden verspüren, die seit Jahren, Jahrzehnten hier sorgenfrei eingekauft haben. „Unsere Stärke war, dass das Fleisch großteils von den einheimischen Bauernhöfen stammte“, sagt Irmgard Stockner, „und natürlich unsere Küche, in der wir typische Hausfrauenkost zubereitet haben“. Die erfolgreiche Philosophie der Stockners wird vom neuen Pächter, einem Meraner Fachbetrieb, der im April nach einem Umbau wiedereröffnen wird, übernommen – so hat man es ihnen versprochen. Ansonsten hätten sie wohl nie zugesagt. wv


Pro& Contra War es sinnvoll, Museen und Denkmalpflege aus dem Ressort Kultur auszugliedern? Der Hintergrund:

Museen und Denkmalpflege waren bisher im Ressort Deutsche Kultur angesiedelt. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat diesen Bereich Landesrat Florian Mussner unterstellt, der auch für Ladinische Bildung und Kultur, Vermögen, Mobilität, Bauerhaltung und Straßendienst zuständig ist.

FLORIAN MUSSNER (SVP), Landesrat: „Es ändert sich nicht viel“

BRIGITTE FOPPA (GRÜNE), Abgeordnete im Südtiroler Landtag: „’Kultur ist mehr’ war einmal ...“

Ja Eines vorneweg: Die Bereiche Museen

Nein Neun Jahre lang habe ich in der

und Denkmalpflege sind nicht aus dem Ressort Kultur ausgegliedert worden, sondern gehören auch weiterhin einem Kulturressort an, wenn auch nicht mehr dem deutschen. Insofern dürfte sich wenig ändern, ist der kulturelle Sachverstand doch – bei aller Bescheidenheit – auch im ladinischen Kulturressort durchaus vorhanden. Fragen müsste man sich demnach wohl eher, inwieweit eine Kombination der Verwaltung der Kultur, der Museen und der Denkmalpflege überhaupt notwendig ist. Und diese Frage ist meines Erachtens nur bedingt mit „Ja“ zu beantworten, sind doch alle drei Bereiche auch sehr eigenständig: die Kulturabteilungen etwa befassen sich in erster Linie mit der Förderung kultureller Arbeit Dritter, während die Denkmalpflege sich mit der Erhaltung und dem Zugänglich-Machen unseres materiellen und immateriellen Erbes zu beschäftigen hat. Die Museen haben schließlich zuallererst eine pädagogische Aufgabe. Man verstehe mich nicht falsch: Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten. Synergien müssen überall genutzt werden, und eine Arbeit im Netzwerk ist für die gesamte Verwaltung notwendig, unabhängig vom jeweiligen Sachbereich. Insofern ist etwa auch der Bereich der Vermögensverwaltung einer, der mit jenem der Museen oder der Denkmalpflege korrespondiert, und diese Bereiche sind nun in einem Ressort zusammengefasst. Die neue Aufteilung ist deshalb sinnvoll, und noch einmal: Es ändert sich an sich nicht viel, gehören doch Museen wie Denkmalpflege weiter einem Kulturressort an. z

Landesabteilung für deutsche Kultur gearbeitet. Museen, Denkmalpflege und Kultur gehörten in dieser Zeit zum selben Ressort. Damit war eine ständige Nähe gegeben, Zusammenarbeit war möglich und wurde auch häufig gepflegt. Museen und Denkmäler sind schließlich Kultur- und Bildungsstätten erster Güte. Wo kann man sich, etwa als Familie, besser weiterbilden als bei einem Besuch in einem unserer wunderbaren Museen? Und wo kann eine Gemeinschaft eindrücklicher ihre Kulturgeschichte nachempfinden als anhand der Vielfalt ihrer Denkmäler? Werden Museen und Denkmalpflege vom Hauptstrom der Kulturpolitik abgeschnitten, so laufen sie Gefahr zu verkümmern. Denn es geht nicht nur um eine verwaltungstechnische Nähe. Mit dem Zusammenfügen von Ressorts drückt eine Regierung immer auch eine Gewichtung, eine politische Idee aus. Unter diesem Aspekt ist die kulturelle Ausrichtung der neuen Landesregierung leider völlig rückschrittlich. Ebenso wie die Universität im Wirtschaftsressort auf eine untergeordnete Rolle reduziert wird, so werden Denkmalpflege und Museen im zusammengewürfelten Reste-Ressort Florian Mussners keine organische Rolle spielen können. Schließlich zweifeln wir Grüne auch an der Eignung – er nehme es uns nicht übel – von Landesrat Mussner, bisher „oberster Baumeister“ des Landes, als Denkmalpfleger. „Kultur ist mehr“, das war das treffende Motto der Kulturabteilung der letzten Jahre. Nun sieht es nach dem Gegenteil aus: Kultur ist, ohne Museen und Denkmalpflege, ganz eindeutig „weniger“. Schade. z

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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Wenn ich Landeshauptmann wäre ... Fotos: Oskar Zingerle

Südtirol hat – nach 25 Jahren Luis Durnwalder – einen neuen Landeshauptmann. Was würden die Brixnerinnen und Brixner als Erstes in Angriff nehmen, wenn sie an der Stelle von Arno Kompatscher wären – und was erwarten sie sich vom „Neuen“?

Reinhilde Portner sagt: „Vielleicht fällt dies gar nicht in die Zuständigkeit des Landeshauptmanns, aber der Hofburggarten sollte endlich für Kinder geöffnet werden. Immer wieder wird über die Verwendung des Gartens diskutiert, aber nie wird eine Lösung gefunden. Überhaupt sollten mehr und bessere Plätze zum Spielen und Austoben für die Kinder geschaffen werden.“

„Mich interessiert vor allem, ob Arno Kompatscher seine zahlreichen Versprechen auch halten kann. Ich persönlich habe aber das Gefühl, dass er seine Arbeit gut machen wird. Das Gesundheitswesen sowie die Entwicklung der Renten sind sicherlich prioritär anzugehen. Außerdem sollte unser neuer Landeshauptmann mehr Wert auf den Dialog mit anderen Parteien legen und nicht so viele Alleingänge machen wie Durnwalder“, meint Robert Kraler. 20

„Arno Kompatscher sollte sich einfach an seine eigenen Vorgaben halten, die auch Teil seines Wahlkampfes waren. Bürokratieabbau ist sicher eines der wichtigsten Themen, die so schnell wie möglich behandelt werden sollten. Die Bürokratie belastet Familien, Arbeitgeber und soziale Institutionen – genau deshalb sollte ein Abbau erfolgen“, so Walter Gasser.

Mariedl Fischnaller findet: „Arno Kompatscher ist sicherlich ein Familienmensch, da er selbst Kinder hat. Aus diesem Grund glaube ich auch, dass er die Familienpolitik, die mir selbst sehr am Herzen liegt, verbessern wird. Müttern sollte zum Beispiel ermöglicht werden, einen längeren Mutterschaftsurlaub für sich zu beanspruchen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.“

„Das wichtigste Thema, das Arno Kompatscher in Angriff nehmen sollte, ist die Jugendarbeitslosigkeit“, sagt Karl Messner. „Ein weiteres Problem ist die Zweisprachigkeit: So sollte der Italienischunterricht in den Schulen verbessert werden, beispielsweise, indem man Fächer wie Geschichte in der zweiten Sprache unterrichtet. Auch im Sanitätsbereich gibt es Änderungsbedarf.“

„Arno Kompatscher wird seine Arbeit sicher gut machen, da habe ich gar keine Zweifel – er wird seinen Weg schon finden“, meint Rosario Cerra, „das Einzige, das ich mir wirklich wünsche, ist, dass die Krise schnellstmöglich überwunden wird und dass er alles dafür unternimmt.“

„In der Bürokratie und im Schulwesen gibt es auf jeden Fall Handlungsbedarf. Was das Erlernen der Sprachen angeht, ist es wichtig, den Kindern fundierte Sprachkenntnisse beizubringen. Der theoretische Sprachunterricht sollte außerdem durch zusätzliche Kommunikation mit Muttersprachlern ergänzt werden“, so Sepp Gasser.

„Öffentliche Ämter und Unternehmen ersticken in Bürokratie. Durch deren Abbau wäre vieles einfacher – da herrscht sicher Handlungsbedarf“, so Albuin Meraner. „Um der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken, könnte man den Arbeitgebern beispielsweise Steueranreize verschaffen. Ob das funktionieren würde, weiß ich nicht. Die Frage ist auch, ob das Land überhaupt etwas dagegen unternehmen kann.“


Echo

Fotos: Oskar Zingerle

Leser schreiben uns

„Nachteile der Riggertalschleife“ Zum „Nachgefragt“, „Brixner“ Nr. 287, S. 53

Richard Amort, Bürgermeister der Gemeinde Franzensfeste

Die in letzter Zeit immer öfter erscheinenden Berichte über Initiativen Pro Riggertalschleife veranlassen mich, im Namen des gesamten Gemeinderates gegen dieses Projekt Stellung zu nehmen und mehrere Argumente darzulegen, die die Sinnlosigkeit einer solchen Variante untermauern. Es geht dabei in erster Linie nicht ausschließlich um Franzensfeste, das als Eisenbahnknotenpunkt eines weiteren Teiles seiner wirtschaftlichen Identität beraubt würde, sondern auch um die umliegenden Dörfer, die durch die erwähnte Riggertalschleife Nachteile erfahren würden. Das Thema Riggertalschleife reicht schon mehrere Jahre zurück, und seit jeher hat sich unsere Gemeindeverwaltung stets dagegen ausgesprochen, da ein Teil der ursprünglich angestrebten Zeitersparnis von etwa 12 Minuten leicht durch organisatorische Verbesserungen erreicht werden kann. Auch möchte ich verschiedene andere Aspekte vorbringen, damit allen Bürgern auch die Kehrseite der Medaille bekannt wird und nicht nur die vermeintliche Zeitersparnis vor Augen geführt wird: 1. Die Befürworter dieser Bahnvariante vergessen all jene Pendler und Studenten, die größtenteils täglich mit dem Zug Richtung Norden (Sterzing, Brenner, Innsbruck) fahren. 2. Alle Pendler aus den umliegenden Dörfern, besonders aus dem Wipptal, die mit dem Au-

to bis Franzensfeste fahren und dann zur Weiterfahrt nach Bozen den Zug benutzen, werden benachteiligt. Das Wipptal verfügt bereits jetzt schon über die schlechtesten Zugverbindungen im ganzen Land. 3. Gerade in Zeiten, wo die öffentlichen Gelder immer knapper werden, sollte man von kostspieligen und sinnlosen Projekten Abstand nehmen. 4. Technische Machbarkeit, im Besonderen die Einmündung in die bestehende Brennerstrecke. 5. Nach Fertigstellung des Brenner Basistunnels werden internationale Züge zwischen Innsbruck und Bozen nur mehr in Franzensfeste Halt machen. Das Pustertal täte gut daran, eine bestens funktionierende Verbindung an die in wenigen Jahren wichtigste Nord-SüdAchse Berlin-Palermo anzustreben (Fahrtdauer MünchenFranzensfeste ca. 1 Stunde). 6. Natur und Umwelt: Die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel wird stets hervorgehoben. Dass aber durch den Bau der Riggertalschleife große Flächen neu verbaut werden müssen, wird verschwiegen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass durch organisatorische Verbesserungen eine Zeitersparnis erfolgen kann und somit ein sündteures Projekt nicht notwendig ist. Obengenannte Punkte sollen eine zusätzliche Information gewährleisten und einen Vergleich mit dem (einzigen) „Dafür-Argument“ Zeitersparnis ermöglichen.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info 21


Kunst & Kultur

REPORTAGE: FREI.WILD LIVE IN FRANKFURT

„Wir rocken Frankfurt!“

Die umstrittene Brixner Rockband Frei.Wild macht 2014 Pause. Den zwischenzeitlichen Abschied von der Konzertbühne hat sie gemeinsam mit mehr als 30.000 Fans Ende Dezember mit zwei ausverkauften Konzerten in der Festhalle Frankfurt zelebriert. Der „Brixner“ war dabei – und mischte sich ins Konzertpublikum.

S

onntag, 28. Jänner 1973: Die Bluesrockband Ten Years After mit dem genialen Gitarristen Alvin Lee spielte damals in der Festhalle in Frankfurt. Die britische Band war ein paar Jahre vorher beim

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legendären Woodstock-Festival in den Vereinigten Staaten mit dem Lied „I’m going home“ erstmals aufgefallen. Das Konzert in Frankfurt wurde aufgezeichnet – und sollte in die Geschichte der Rockmusik eingehen: Das

Doppel-Live-Album „Recorded live“ wird auch heute, 40 Jahre nach seinem Erscheinen, von den Rockfans der ersten Stunde als Meilenstein angesehen. Alvin Lee ist inzwischen verstorben, aber seine Musik ist nach wie

vor – natürlich vor allem bei Musikfreunden älteren Semesters – sehr lebendig. Ten Years After ist aber nur ein Beispiel von vielen, wenn man auf die Bedeutung der Festhalle Frankfurt für die europäische Mu-


VIER BRIXNER EROBERN DEUTSCHLAND: Die Liste der Bands, die in der Frankfurter Festhalle aufgetreten sind, liest sich wie das Who is Who der jüngeren Musikgeschichte. „Frei.Wild“ steht seit einem Monat auch auf der Liste

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Foto: Patrick Schneiderwind

sikwelt hinweisen will: Allein in den vergangenen drei Jahren haben Black Sabbath, Mark Knopfler, Iron Maiden, Eric Clapton, P!nk, Joe Cocker, Deep Purple, Muse, Coldplay, George Michael, Rihanna und Sting hier gastiert. Was die Royal Albert Hall in London für Großbritannien und der Madison Square Garden für New York ist, das ist die Festhalle in Frankfurt für Deutschland. Wer hier vor vollem Haus spielen darf – die Halle fasst etwa 16.000 Zuschauer – der hat es geschafft in diesem Business.

Auf dem Weg nach Frankfurt ... Heute sind wir auf dem Weg nach Frankfurt, denn am Abend spielt in der Festhalle eine Band aus Brixen. Dass es ausgerechnet eine Südtiroler Rockband schaffen würde, in der altehrwürdigen Festhalle zu spielen, noch dazu an zwei Abenden hintereinander, jeweils vor ausverkauftem Haus, das ist eigentlich kaum zu glauben. Von den Kastelruther Spatzen ist man es inzwischen gewohnt, dass sie erfolgreich

sind, und sie machen ja auch Musik, mit der man Südtirol am ehesten assoziiert: Berge, Natur, Liebe, Herz, Schmerz, Volksmusik. Im Pop- und Rocksegment aber ist Südtirol im Allgemeinen

tätowierten Akteuren ausspuckte, mögen einige Brixner als Ironie des Schicksals empfinden. Fakt ist, dass kaum ein Brixner sich der Dimension bewusst ist, die das Phänomen Frei.Wild in-

Stauende gefahren, was eine Totalblockade der Autobahn zur Folge hat. Zur Einstimmung spielen wir im Auto die neue Frei.Wild-CD „Still“, die es Anfang Dezember geschafft hat, für eine Woche der

„Wir vier sind gemeinsam zwölf Jahre lang durch Dick und Dünn gegangen – das schmiedet zusammen“_ Philipp Burger, Sänger von Frei.Wild und Brixen im Besonderen ein unbeschriebenes Blatt. In den vergangenen Jahrzehnten hatte es im Pop-Bereich nur ein Südtiroler geschafft, sein musikalisches Talent in großen internationalen Erfolg umzuwandeln: Giorgio Moroder, damals mit guter Discomusik. Erfolgreiche Rockmusik aber schien bisher immer eine gewisse Inkompatibilität aufzuweisen mit unserem Land. Dass es dann ausgerechnet das kirchengeprägte und erzkonservative Brixen ist, das die wilde Rockband Frei.Wild mit ihren

zwischen in Deutschland erreicht hat. Das ist der Grund, warum wir heute 650 Kilometer in Kauf nehmen: Wir wollen versuchen zu ergründen, was Frei.Wild für Tausende Rockfans eigentlich attraktiv macht, und wir wollen den Lesern des „Brixner“ versuchen zu erklären, was hier in der Festhalle Frankfurt abläuft.

Nr. 1 in Deutschland. Die Fahrt

nach Frankfurt wird allerdings zur Geduldsprobe: Das Navi leitet uns andauernd um. In der Gegend von Würzburg ist ein LKW in ein

am meisten verkaufte Tonträger in Deutschland zu sein – noch vor Weltstar Robbie Williams und vor den Toten Hosen. Ausgerechnet die Toten Hosen! Es war diese Band, die 2008 ihrer Plattenfirma gedroht haben soll, dass sie aus dem Vertrag aussteigen würden, wenn die Plattenfirma mit Frei.Wild einen Vertrag abschließen würde. Die Brixner hat das nicht weiter gestört: „Wir ziehen unser eigenes Ding durch“, sagten sie zu ihrem damals frischgebackenen Manager Stefan Harder. Wozu braucht es in Zeiten von facebook, 23


Foto: Patrick Schneiderwind

Kunst & Kultur

Jochen Gargitter, Jonas Notdurfter, Philipp Burger und Christian Fohrer: Körperlich fertig, aber glücklich über ein erfolgreiches Konzert in der Festhalle Frankfurt

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amazon und iTunes eigentlich noch Plattenfirmen? Dass Frei.Wild nun, wenn auch nur kurzzeitig, in den Charts vor den Toten Hosen gelandet sind, wird den Brixnern ein schadenfrohes „Jetzt haben wir’s euch gezeigt“-Lächeln ins Gesicht gezeichnet haben. Wenn die Toten Hosen sich damals quergestellt hatten, so liegt das am Image der Brixner Band: Frei.Wild sind umstritten. Die Vergangenheit von Philipp Burger als Skinhead hängt der DeutschrockBand bis heute nach – da kann Burger noch so oft glaubhaft erklären, dass er inzwischen eine vollkommen andere Denkweise an den Tag lege und dass seine „Jugendsünden“ inzwischen mehr als zwölf Jahre zurückliegen. Dass man die Band immer noch als „rechtslastig“ bezeichnet, ärgert den heute 32-Jährigen und seine drei Musikerkollegen Christian Fohrer, Jochen Gargitter und Jonas Notdurfter gewaltig; gleichzeitig wäre die Band ohne die damit zusammenhängende hundertfache Präsenz in Medien und Blogs heute ganz sicher nicht dort, wo sie eben ist. 2008, mitten im Südtiroler Landtags-Wahlkampf, sind sie in die Schlagzeilen gekommen, weil sie ein Konzert für die Freiheitlichen spielen wollten – was die bundesdeutschen Medien sofort aufgriffen. Ihr damaliger Manager hat sich daraufhin abgewendet – die Band stand vor dem Aus, bevor es eigentlich richtig losgegangen war. Der Bozner Musikexperte Walter Eschgfäller erinnert sich daran, wie Philipp Burger ihn entnervt angerufen hatte: „Das war’s, hier wird die Geschichte wahrscheinlich enden“.

„Weiter, immer weiter!“ Dass sie dann doch weitermachten, ist wohl eine jener Botschaften, die 24

den Fans heute an der bereits vor zwölf Jahren gegründeten Band so gut gefallen: „Zeig große Eier und ihnen den Arsch“ (Songtitel) – das ist die Botschaft in schönster Proletarier-Rhetorik, die Lebenseinstellung, die in vielen Liedern von Frei.Wild vorherrscht. Was immer auch geschieht – es geht „weiter, immer weiter“ (Songtitel). Aufgeben gilt nicht. 2008 hatte es die Band vorexerziert – das war jene Zeit, in der sie über die Vermittlung von Eschgfäller mit Stefan Harder zusammentrafen, der die Band fortan managen würde – und für ihren heutigen Erfolg wohl mitverantwortlich ist. Das Image der Band konnte allerdings auch er nicht verbessern – vielleicht war das auch gar nicht seine Absicht. Frei.Wild hatten sich 2008 als rechtslastige Band ins kollektive Bewusstsein der Deutschen eingebrannt; viele Journalisten rümpfen seither die Nase, ohne die Band wirklich zu kennen, und schenken den Brixnern redaktionelle Sichtbarkeit – mit dem Ziel, die Welt vor dem Unglück, das diese Band für sie verkörpert, zu bewahren, und mit dem diametral entgegengesetzten Effekt. Und Burger reagiert auf jede Meldung gebetsmühlenartig, dass er schon lange so etwas wie ein braver Bub geworden sei, mit Politik im Allgemeinen nichts zu tun haben wolle und dass er rechtsextremes Gedankengut verabscheue – ohne Erfolg, denn Medien und Blogger hatten ihr Feindbild längst gefunden. Burger rächte sich mit den einfachen Waffen, die ihm zur Verfügung stehen: „Ruf beschmutzen ist ihr Job“, singt er im Lied „Gutmenschen und Moralapostel“, „sie haben immer recht, die Übermenschen des Jahrtausends, ich hasse sie wie die Pest“.

Im März des vergangenen Jahres waren Frei.Wild für ihre CD „Feinde deiner Feinde“ für den Musikpreis Echo nominiert – und im letzten Moment wieder ausgeladen worden, was die Brixner auf die Titelseite der „Bild“ und sogar ins ZDF heute Journal brachte. Burger wunderte sich über das enorme Medienecho ihrer Ausladung, fuhr mit seinen Kollegen trotzdem nach Berlin und organisierte am Rande der EchoVerleihung eine Demo „Gegen die NPD“, die Frei.Wilds Ausladung für sich nutzen wollte. Die Band erklärte sich zum „Opfer einer Medienkampagne“, was die Fangemeinde noch vergrößerte und noch enger zusammenschweißte. Das Album „Feinde deiner Feinde“ wurde zum Verkaufsschlager. Eine bessere (und kostengünstigere) Werbung für die „Marke“ Frei.Wild kann es eigentlich nicht geben.

Burger: „Unser Image bremst uns ein“. Und trotzdem: „Unser

Image bremst uns gewaltig ein“, sagt Philipp Burger. Veranstalter von großen Festivals hätten auch heute noch hin und wieder Angst, dass sie allein durch die Einladung von Frei.Wild in ein schlechtes Licht gerückt würden. Bürgermeister entziehen den Veranstaltern auch mal eine Auftrittsgenehmigung. „Schuld an dieser Situation sind Shitstorms von Journalisten und Bloggern, die über unsere Konzerte schreiben, ohne überhaupt eines gesehen zu haben“, sagt Burger, „denn wenn einer sich wirklich die Zeit nimmt, mit uns zu reden und unser Konzert zu sehen, dann ändert auch der Kritischste seine Meinung“. Auch im Radio werden Frei. Wild normalerweise nicht gespielt – obschon die neue CD „Still“ mit dem Lied „Unendliches Leben“ ei-

ne richtig radiotaugliche Nummer beinhalten würde. „Um im Radio gespielt zu werden, müsste man bei einer großen Plattenfirma unter Vertrag stehen“, sagt Burger, „die Sender lassen sich für das Abspielen der Lieder von den Promotern bezahlen“. Die Folge davon ist, dass die meisten Sender dieselben Lieder spielen – von Ö3 bis Bayern 3 und Südtirol 1. Mainstream eben. Vielfalt sieht anders aus, wir Hörer würden uns wünschen, dass Programmgestalter etwas mehr Mut zur Lücke hätten.

„Still“. Den Titel der neuen CD

im eleganten Grafikdesign könnte man allerdings glatt als Etikettenschwindel bezeichnen: Wer sich auf „Still“ sanfte Klänge erwartet, die man(n) am Lagerfeuer in romantischer Gesellschaft zur Untermalung von noch romantischeren Situationen verwendet, der wird enttäuscht. Alles ist eben relativ, und wenn die Rockband Frei.Wild „still“ sagt, dann meint sie maximal „etwas ruhiger als gewohnt“. Denn Frei.Wild ist normalerweise eben eine Rockband im üblichsten Sinn: Schlagzeug, zwei Gitarren, Bass und ein Sänger, der im wahrsten Sinn des Wortes das Gesicht der Band darstellt. Sie sind – normalerweise, wie gesagt – laut, brachial, frech, aggressiv in Wort und Klang. Auf der CD „Still“ sind sie nicht still, eigentlich nicht mal leise, sondern haben einfach ihren bereits bekannten Liedern ausgefeiltere Arrangements geschenkt: Klavier, Streicher, akustische Gitarren. Die Verzerrer sind im Gitarrenkoffer geblieben, aber auf das Schlagzeug wollte man dann doch nicht verzichten. Über allem schwebt die nach wie vor brachiale Stimme des Philipp Burger – vielleicht eine Spur leiser als sonst, aber immer noch laut genug.

„Du auch da?“ Das Konzert in

der Festhalle soll um 20.30 Uhr beginnen; etwa eine Stunde vorher stehen wir in strömendem Regen vor dem geschichtsträchtigen Gebäude, das am 19. Mai 1909 von Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet wurde. Der erste AhaEffekt – es werden bis Mitternacht ein Dutzend weitere folgen: Vor der Halle stehen geschätzte 3.000 Leute, die geduldig auf ihren Einlass warten – die Kontrollen sind rigoros. Dank unserer Pressekarten werden wir über einen Seiteneingang direkt in die Halle geschleust, die – das ist der zweite Aha-Effekt – eine Stunde vor


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zuvorkommend, geradezu höflich, aber das Bier spielt eine gewisse Rolle im Gruppenzwang. Eine weitere Parallele zum Fußball ergibt sich durch die Abgrenzung von „Andersdenkenden“, wobei dieser Begriff bitteschön nicht falsch verstanden werden soll: Die Fans von Bayern München pflegen eine gewisse natürliche Rivalität zu den Fans anderer Mannschaften; bei Frei.Wild ist es eher ein „wir gegen den Rest der Welt“ – oder besser gegen all jene, die die Band nicht mögen. Nur: Während Fußball-Fans mit ihren Attitüden gesellschaftlich längst akzeptiert sind, rümpft man bei Rockfans die Nase. Warum eigentlich?

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Vortragsreihe zum Thema

Mobilität Zukunft, Herausforderungen, Trends

Und dann geht’s los. Zur Ein-

stimmung wird vom iPod – aha! – „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens eingespielt, und 16.000 Rocker singen mit. Dann beginnt Foto: Patrick Schneiderwind

dem Konzert eigentlich schon voll erscheint, worauf ich mir die Frage stelle, wo die 3.000 Leute, die jetzt noch im Regen stehen, noch Platz finden werden. Im VIP-Raum warten wir auf den Konzertbeginn, bei Cola und Curry-Wurst. Hier spricht man südtirolerisch: „Du auch da?“ Der Bürgermeister von Natz-Schabs, Peter Gasser, der seit 2012 die Schneid hat, auf „seinem“ NatoAreal alljährlich das Frei.Wild’sche „Alpen-Flair-Festival“ mit 20.000 Fans und richtigem WoodstockFeeling zuzulassen, ist mit einem Kleinbus voller Fans gekommen. An den weißen Stehtischen lehnen viele Familienmitglieder der Musiker, aber auch Freunde aus Brixen, Wegbegleiter. „Unsere Gästeliste umfasst 250 Personen“, wird mir Burger später sagen, „das sind mehr, als viele Bands Publikum haben“.

Internationale Trends und Entwicklungen in der Mobilität Fraunhofer Italien – Dr. Daniel Krause Wege zu einer nachhaltigen Mobilität in Südtirol Amt für Mobilität, BLS – Dr. Harald Reiterer Car Sharing – ein Schlüsselfaktor für intermodulare Mobilität EURAC – Matthias Wagner/Anna Scuttari

Festhalle gibt es MerchandisingStände, an denen so ziemlich alles verkauft wird, was sich mit einem Frei.Wild-Logo verzieren lässt: T-Shirts und Sweat-Shirts, Poster, Tassen, Hemden, Jacken, Tonträger, DVDs, Mützen, ein eigenes Bier in Dosen, das „Frei.Bier“ heißt. Im Internetstore gibt es sogar für Babys schwarze Schnuller, die bei Frei.Wild „Beruhigungssauger“ heißen, und Trinkflaschen, Klobrillen mit Frei.Wild-Logo, Bikinis, Armbänder – Bayern München könnte sich bei den Südtirolern etwas abschauen, was die Vielfalt der Produkte betrifft. Überhaupt drängt sich der Vergleich mit einer Fußball-Mannschaft geradezu auf: Im Konzert gibt es eine gewisse „Uniformierung“, genauso wie in der AllianzArena. Auch das Verhalten der Frei.Wild-Fans ist den Attitüden der Fußball-Fans nicht unähnlich: Man ist freundlich miteinander,

die brechend volle Festhalle zu beben in einem Gewitter von Licht, Nebel, Pyrotechnik und Musik. Frei.Wild setzen sich, diesmal mit schwarzem T-Shirt und eleganter Jacke, auf vier ebenso elegante weiße Barhocker, im Hintergrund sitzen ein Dutzend Gastmusiker, Bläser, Streicher, ein Pianist, Gitarristen, die die Instrumentierung der neuen CD ins Konzert transferieren sollen. „Still“ ist es auch im Konzert nicht, nicht mal leise – die Basstrommel ist akustisch allgegenwärtig und peitscht das Publikum in die richtige Stimmung. Die Streicher und das vom Bozner Marco Facchin bediente Klavier haben es schwer, sich gegen die restlichen Lärmquellen zu behaupten – oder ist es doch die Rockband, die sich schwer tut, sich selbst zurückzunehmen? Burger ist jedenfalls der uneingeschränkte Star der Band, trinkt – aha! – zwischen den Liedern Mineralwasser, das er dann aber doch bald in eine Bierflasche eintauscht.

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am Donnerstag, 20. Februar 2014 in Brixen, Raiffeisenkasse Eisacktal, Großer Graben 12 um 20 Uhr Eine Veranstaltung von Carsharing Südtirol Alto Adige in Zusammenarbeit mit: BLS, EURAC, SEV, Fraunhofer Italien und Autonome Provinz Bozen – Amt für Mobilität

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Foto: Patrick Schneiderwind

Kunst & Kultur

beim Stück ‚Unendliches Leben’, als ich ins Publikum blickte und ein Meer von Feuerzeugen sah“. Schon wird die erste „Unterbrechung“ der Pause angekündigt: Beim Alpen-Flair-Festival Mitte Juni werden – neben Heino, dem es offenbar 2013 in Natz gut gefallen hat – natürlich auch Frei. Wild ein großes Konzert geben. Deutschland trifft sich dann nicht mehr in Frankfurt, sondern in Natz.

Everybody’s darling. Wer sich

Das Publikum ist – grob geschätzt – zu 25 Prozent weiblich, ein ziemlich normales Konzertpublikum für die Rockszene, die Leute sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Einige skurrile Typen sind darunter, bis an die Ohrläppchen tätowiert – auch darin unterscheidet sich das Frei.Wild-Publikum nicht von jenem anderer Rockbands. Es stammt aus ganz Deutschland, wie eine Blitzumfrage von Burger von der Bühne aus beweist: „Wer kommt aus Baden Württemberg? Wer aus Sachsen? Wer kommt aus Bayern? Sind Thüringer hier?? Bremer?? Rheinland-Pfalz?“ Jedesmal sind es andere Arme, die in die Höhe gerissen werden. Es sind nicht nur wir, die viele Kilometer in Kauf genommen haben, um dieses Konzert zu sehen. Hier trifft sich heute Deutschland, um eine Band aus Brixen zu sehen.

Nach zwei Stunden ausverkauft.

Foto: Patrick Schneiderwind

Das liegt daran, dass Frei.Wild diese Veranstaltung in Frankfurt als „Abschiedskonzert“ deklariert hatten, was dazu geführt hat, dass – man höre und staune – innerhalb von zwei Stunden nach Bekanntgabe des Termins

alle 16.000 Karten verkauft waren. Also schenkte man den Fans ein zweites Konzert und eine – eigentlich gar nicht vorgesehene – Clubtournee, die in den Wochen vor Weihnachten stattfand. Wobei – ein richtiger Abschied ist es eh nicht: „Wir wollen einfach mal Pause machen, das tun, was jeder von uns schon seit Jahren tun will“. Gearbeitet wird trotzdem: Man will sich Zeit lassen für die neue CD, die dann 2015 erscheinen soll, und eine große Tournee will auch vorbereitet werden. Natürlich werden sie auch privat gemeinsam vieles unternehmen – „den Jakobsweg wollen wir machen, aber nicht zu Fuß, sondern mit dem Mountain Bike“, sagt Burger, „und über die Alpen wollen wir auch“ – natürlich ebenfalls mit dem Rad, und ebenfalls gemeinsam. Das ist eine zweite Botschaft, die Frei.Wild bei ihren Fans ohne Zweifel sympathisch macht: „Zusammenhalten, was immer auch geschieht“. Dass eine Musikgruppe zwölf Jahre lang ohne „Personalerneuerung“ auskommt, ist eine Seltenheit. Bei Frei.Wild hat es zudem immer wieder

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kritische Situationen gegeben, schwierige Rahmenbedingungen, die das Ausscheiden eines Musikers aus dem Bandgefüge nur allzu leicht erklärt hätten. „Wir sind gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen“, sagt Burger, „ein richtiges Team, auf das jeder stolz ist“. Dass Burger als Sänger automatisch mehr im Rampenlicht steht und man als unbedarfter Konzertbesucher den Eindruck gewinnt, dass seine drei Mitstreiter im Grunde austauschbar wären, vielleicht sogar durch bessere Instrumentalisten, bringt die Vier nicht aus der Ruhe: „Jeder von uns hat innerhalb der Band klare Aufgaben – meine steht eben etwas mehr im Licht. Das ist unbedeutend“, sagt Burger. Während er Lieder schreibt und Interviews gibt, verhandelt ein anderer mit Veranstaltern oder organisiert den Einkauf für den bandeigenen Laden in der Dantestraße in Brixen. Zu schade ist man sich dabei für nichts: Als vor einigen Tagen einige Deppen die Schaufenster des Geschäfts mit der Aussage „Brixen gegen rechts“ verziert hatten, haben die Bandmitglieder selbst zu Eimer und Putzlappen gegriffen. Paradox: Die politische Aussage deckt sich mit jener, die auch Burger ständig von sich gibt. Dass man aber ihre Scheiben verdreckt, das war dann doch zu viel, verständlicherweise. Dass Frei.Wild die selbstverordnete Pause konzertlos einhalten wird, glaubt Burger indes wohl selbst nicht – zu spannend ist das Gefühl, vor 16.000 Leuten auf der Bühne zu stehen. „Die Finger beginnen zu zittern“, sagt Gast-Pianist Marco Facchin, „ich musste mich zusammenreißen

auch nur ansatzweise irgendwelche politischen Aussagen von der Bühne erwartet, wird enttäuscht: Burger ist „everybody’s darling“, was einen interessanten Kontrapunkt zu seinem wild anmutenden Äußeren ergibt. Natürlich schimpft er gegen die Presse, die „in Südtirol besser ist als in Deutschland“, aber sonst hört man von ihm zwischen den Liedern nur nette Worte. Er bedankt sich beim gesamten Team, bei allen, die an der Organisation beteiligt sind, und lobt, einzeln, die Gastmusiker, die „uns vier aber sowas von an die Wand spielen, was die Beherrschung der Instrumente betrifft“. Dass Frei.Wild keine filigranen Virtuosen sind, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, auch wenn sie in den vergangenen drei Jahren mächtig aufgeholt haben. Auch das darf man ruhig als Botschaft an die Fans verstehen: Schaut her, wir sind genauso unvollkommen wie ihr. Nach zwölf Liedern läutet Burger auf der Bühne eine Pause ein, die allerdings nur wenige Minuten dauern wird, denn plötzlich sitzen sie auf einer kleinen Bühne mitten im Saal, um ein richtiges Lagerfeuer herum, das aus einem Autoreifen lodert. So stellt man es sich vor, wenn die vier auf der Alm die akustischen Gitarren aus den Koffern holen. Dann folgt der dritte Teil des Konzerts, in dem es richtig laut wird: Frei. Wild pur, wie man sie eben kennt. Die eleganten Barhocker sind weggeräumt worden, jetzt steht Philipp Burger in typischer Rockerpose, breitbeinig, und brüllt gnadenlos ins Mikro. Was am meisten bei diesem Konzert erstaunt, ist – neben dem technisch und organisatorisch perfekten Ablauf – eigentlich das Publikum: Über drei Stunden steht es da, himmelt seine Stars an, tanzt, reißt die Arme hoch, klatscht, jubelt – und singt! Einen guten Teil der Lieder kann mindestens die Hälfte des Publikums auswendig – jede


„Südtirol, unser Heimatland“. Burger bleibt auch in Rockerpose der nette Junge und spricht – aha! – von Werten, die ihm wichtig sind: Familie, Berge, Natur und ... Heimat. In der Volksmusikszene wird dieser Begriff seit Jahrzehnten verwendet, ohne dass ein Hahn danach kräht, aber wenn ein tätowierter Rocker singt, „unser Heimatland, es ist so wunderschön“, dann wird dahinter sofort rechtes Gedankengut vermutet. Das Lied „Südtirol“ ist inzwischen zur gefeierten Bandhymne geworden. Wenn 16.000 Bundesdeutsche in Frankfurt gemeinsam mitgrölen, „Südtirol, sind stolze Söhne von dir, unser Heimatland, wir geben dich niemals her“ ... na ja, das ist irgendwie schon komisch, zugegebenermaßen. Andererseits: Wenn 69.000 Bayern-München-Fans in der Allianz Arena singen, „FC Bayern, Stern des Südens, du wirst niemals untergehen, weil wir in guten wie in schlechten Zeiten zueinander stehen“ ... dann klingt das irgendwie, nüchtern und ohne Bier betrachtet, auch komisch. Für die vier sympathischen Mander von Frei.Wild, das ist das Fazit nach einem über dreistündigen Konzert, hat sich hier und heute ein Traum erfüllt, der vor zwölf Jahren in einem kleinen Probelokal im Brixner Talhof geschmiedet worden war: Wir wollen mit unserer Musik einen schönen Ausgleich zum Handwerksberuf haben und, im Optimalfall, auch noch ein wenig Erfolg haben. Dass dieser Erfolg von Frei.Wild am Ende wohl nicht auf die Qualität der Band zurückzuführen ist, und die Band wird mir diese Analyse

nachsehen, ist lediglich Beweis dafür, dass das Musikbusiness nach ganz eigenen Regeln funktioniert, die niemand durchschaut. Erfolg ist nicht planbar, er passiert einfach. Außerdem: Wie soll man im verrückten Rockbusiness eigentlich „Qualität“ definieren? Zweifelsfrei ist Burger ein guter Sänger mit einer unverkennbaren Stimme, ein „Shouter“, wie es im Rockjargon heißt, der es mit Leichtigkeit schafft, die Massen zu bewegen – auch mit Texten, die in irgendeiner Art schnulzig und dann wieder beinhart sind und die offensichtlich haargenau den Nerv der Fans treffen. Zudem sind Frei.Wild natürlich ausgezeichnete Verkäufer ihrer selbst, was man ihnen ja nicht vorwerfen kann. 2012 haben 250.000 Leute ihre Konzerte besucht, im vergangenen Jahr waren es – ohne große Tour – mindestens 160.000. Burger, der nach dem Konzert in der altehrwürdigen Festhalle gemeinsam mit seinen drei Kollegen in großer Gelassenheit in den VIP-Raum schlendert, als ob überhaupt nichts gewesen wäre, lebt derzeit seinen Traum als Rockstar – mit allem, was dazugehört. Lieber als im bereits reservierten geschniegelten Hotel schlief er letzte Nacht im engen Tourbus, wo er sich am wohlsten fühlt. Rockmusiker ist kein Beruf – es ist eine Lebenseinstellung. Brixen darf also ruhig den Mut haben, auf den Erfolg von Frei. Wild ein bisschen stolz zu sein, auch wenn’s vielen Brixnern wohl schwerfällt. Die Bekanntheit von Brixen wächst dank Frei.Wild jedenfalls an: Die tausenden Fans kennen unsere Stadt nicht wegen ihrer schönen Kirchen, des Kreuzgangs und der Hofburg, sondern weil es eben die Heimatstadt „ihrer“ Band ist. Brixen wird sich auch daran gewöhnen (müssen).

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info Foto: Patrick Schneiderwind

Zeile wird mitgesungen. Die Lieder, die ausnahmslos von Burger stammen, sind „stadiontauglich“: Ähnlich wie bei Bon Jovi oder Bryan Adams gibt es Refrains, bei denen jeder mitmachen kann. Wieder gibt es Parallelen zum Fußball.

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Von schlicht bis reich verziert z Manch einer hat sie im Keller, am Dachboden oder vielleicht als Garderobe in der Diele, wieder ein anderer stellt sie als Schmuckstück in das Wohnzimmer. Die Rede ist von der Truhe, die in vielen Haushalten einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt, ob sie nun schlicht oder prunkvoll ist. Die Truhe im Bild ist im Hotel Elephant zu bewundern und stammt wohl aus einem adeligen

oder gutbürgerlichen Hausstand. Vier Lisenen unterteilen die Frontseite in drei Felder, die jeweils eine bogenförmige Tür aufweisen, mit Seitenkapitell und Schlussstein. Im hohen Sockel stecken Schubladen mit reichverzierten Ringgriffen. Intarsien und Schnitzereien schmücken die gesamte Oberfläche der prunkvollen Truhe aus dem Jahr 1669. Wer nun neugierig geworden ist, kann sich in

der Raiffeisenkasse den Kalender „Flash 2014“ des Vereins Arche/ Arca schnappen und genüsslich darin schmökern: Er beinhaltet viele Details zur Geschichte der

K&K

Truhen, deren Herkunft und Alter, zusammengestellt von Experte Lorenzo dal Ri mit ansprechenden Fotos von Alex Gemmato und Marco Zorzi. ird

Kunst & Kultur AUSSTELLUNG

Foto: Georg Hofer

Kunst & Kultur

DIVERSES

Wege nach Vintl z Im Jänner war die Wanderausstellung „Ways to Vintl“ auch in Brixen, am Sitz der Raiffeisenkasse Eisacktal, zu sehen. Der Brixner Georg Hofer, der als Fotograf bereits mit Menschen in Asien, Afrika und auf dem Balkan gearbeitet hatte, begleitete gemeinsam mit der Ethnologin Elisabeth Tauber die Flüchtlinge, die im Fischerhaus in Vintl untergebracht waren, bei einem partizipativen Fotoprojekt. Aus den Fotografien von Hofer und den Flüchtlingen selbst entstand

kurz

notiert

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anschließend eine Ausstellung, die nicht nur zum Betrachten einlud, sondern ebenfalls zu einer Reflexion über politische Themen wie Flucht und Integration

Am 8. Februar um 18 Uhr ist in der Cusanus Akademie die Oper „Der Bajazzo“ in konzertanter Aufführung zu sehen. Veranstaltet wird der Abend vom Kulturverein Pro Cultura.

anregen sollte. In Brixen war das Projekt auf Einladung der Arbeitsgruppe Integration der Gemeinde Brixen zu sehen und fand regen Besucheranklang. hh

Der Grödner Künstler Lois Anvidalfarei gewann den Ideenwettbewerb zur künstlerischen Neugestaltung des Altarraumes in der Brixner Pfarrkirche.

In Vahrn und Brixen laufen bereits die Vorbereitungen zu den bereits traditionellen Faschingsrevuen: Zu sehen sind ab dem Unsinnigen Donnerstag sowohl die „Vahrnereien 2014“ wie das Millander „Mill and Ka(o)s“. Und der MGV bastelt bereits an der Faschingszeitung „Hoblschoatn“...


NACHGEFRAGT

„Ein Wohnzimmer für die Stadt“ ALEX PERGHER, künstlerischer Leiter der StadtGalerie Brixen, über das Jahresprogramm 2014 und sein Ziel, Synergien zu knüpfen und junge Menschen für Kunst zu begeistern. Auch für 2014 bleibt das Konzept dasselbe? Wir bieten einen ausgewogenen Mix aus moderner und zeitgenössischer Kunst. Namen international bekannter Künstler wechseln sich mit heimischen Vertretern der Kunstszene ab. Letzteren gebührt eine besondere Wertschätzung im Sinne der Aufwertung von peripheren Kunstorten. Große Namen wie De Chirico, Depero, Nitsch in der Ausstellung „Collection“ sollen überregionales Interesse wecken, ebenso die berühmten Stillleben von Giorgio Morandi im Sommer. Mehr Raum erhalten junge Fotokünstler wie die Brixner Marco Pietracupa und Giovanni Melillo

Kostner; ein Highlight sind auch die Stoffkreationen von Maria Stockner.

Foto: Oskar Zingerle

Herr Pergher, seit der Eröffnung im Jahr 2008 leiten Sie die StadtGalerie. Sind alle Vorhaben gelungen? Als Künstler habe ich einen großen Vertrauensvorschuss bei den Kunstschaffenden. Ich weiß um ihre Bedürfnisse und Wünsche, und kann sie somit dementsprechend unterstützen. Im Übrigen habe ich mir wertvolle Tipps von anderen Kunstinstitutionen geholt, sodass wir seit den bescheidenen Anfängen nun eine renommierte Galerie geworden sind und die Künstler es als Ehre empfinden, ihre Werke bei uns auszustellen.

Wie sehen Ihre Zukunftsvisionen für die Galerie aus? Ich wünsche mir die Galerie als Treffpunkt, als Wohnzimmer für die Stadt, möchte vermehrt Synergien mit anderen kulturellen Einrichtungen knüpfen, Kunst auch an kunstfernen Orten zeigen und den didaktischen Anspruch vor allem bei der Jugend vertiefen. Unsere Ausstellungen sollen Streifzüge durch die Kunstgeschichte sein, vor allem aber Seele und Geist bereichern. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

MUSIK

Neujahrswünsche im Dreivierteltakt z Der Kulturverein Brixen Musik und die Gemeinde Brixen hatten wie schon in den vergangenen Jahren zum Neujahrskonzert mit bekannten Melodien aus der Zeit der goldenen Tanzmusik und der Wiener Operette ins Forum Brixen eingeladen. Bereits zum zweiten Mal schöpfte das 2012 gegründete Salonorchester Südtirol unter der Leitung des Primgeigers der Wiener Philharmoniker, Martin Zalodek, aus dem unerschöpflichen Fundus der Unterhaltungsmusik der

Familie Strauß und anderer, um damit Freude und optimistische Stimmung zu erzeugen. Dafür verantwortlich war mit Sicherheit auch die humorvolle Moderation von Karl T. Kogler, der neben der Südtiroler Sopranistin Priska Malsiner auch eine Kindergruppe der Musikschule Brixen unter der Leitung von Valeria Gasser als Interpreten begrüßen konnte. Das Lied der Saffi aus dem Zigeunerbaron, das Schwipslied von Johann Strauß und die Arie der Adele „Spiel ich die Unschuld vom Land“

aus der Fledermaus gestalteten Orchester und Solistin als mitreißende Gustostücke, während der Auftritt der Kindergruppe die musikalischen Impressionen eines „Persischen Marktes“ von Albert Ketelby optisch verstärkte. Mit dem Vorspiel zu Traviata und dem Pilgerchor aus Tannhäuser wurde den Jahresregenten des Vorjahres, Verdi und Wagner, ein letztes Mal Reverenz erwiesen, ehe das Publikum beim Nachtschwärmerlied

op. 466 von Carl M. Ziehrer zunächst heimlich mitsummen, dann aber ungeniert in den Refrain einstimmen durfte. Was wäre ein Neujahrskonzert ohne den Walzer „An der schönen blauen Donau“ und den Marsch zu Ehren des siegreichen Feldmarschalls Radetzky als Zugabe? Das Publikum brauchte auch zu Beginn des Jahres 2014 auf diese schöne und liebgewordene Tradition nicht zu verzichten! bf

MUSIK

Häufig im Einsatz z Zum Dreikönigsfest traf sich der Domchor Brixen zu einer feierlichen Vesper mit Bischof Ivo Muser, dem Domkapitel und Gläubigen. Beim anschließenden Rückblick dankte die engagierte Obfrau des Domchores, Emanuela Pattis, allen für die Unterstützung zum guten Gelingen der Chorvorhaben, insbesondere den Sängerinnen und Sängern und Domkapellmeister Heinrich Walder: „Mit großer Leidenschaft leitet unser Dirigent den Chor; möge das Feuer weiterhin

in ihm brennen“, so Pattis. Derzeit besteht der Brixner Domchor aus 53 Mitgliedern: 13 Soprane, 16 Alt, 9 Tenöre und 13 Bässe. Im vorigen Jahr traf sich der Chor rund 118 Mal, davon 68 Mal zu Proben und 50 Mal zur Gestaltung von liturgischen Feiern. Gemeinsam mit anderen Chören, Solisten oder Instrumentalisten wurden im Dom 76 Messfeiern musikalisch gestaltet, wie die Priester- und Diakonweihe, KlangDom, mit der Cäcilienmesse von Charles

Atemberaubende Kulisse inklusive!

Gounod, den Festgottesdienst des Symposions Musik und Kirche mit der Missa Choralis von Franz Liszt oder den Eröffnungsgottesdienst der Synode. Domkapellmeister Heinrich Walder dankte ebenso allen Mitwirkenden wie dem Dom­ organisten Franz Comploi und den Betreuern der Domsingschule Martina Ellecosta und Martha Messner; weiters ehrte er Frieda Ploner für 49 Jahre Dienst und Gustl Prader für 20 Jahre Dienst im Chor. „Der Domchor ist keine

halbe Sache, er erfordert Dienst und Verpflichtung, Körper- und Geisteinsatz sowie Einbindung im liturgischen Geschehen“, so Heinrich Walder. „Zu den schönsten Formen des Gottesdienstes zählt die Musik. Sie schlägt Saiten an, die das Wort nicht erreicht. Pflegt das Gold eurer Stimme und Instrumente“, ermunterte Bischof Ivo Muser die Sänger; Domdekan Ulrich Fistill schloss sich im Namen der Domgemeinde den Dankesworten an. db

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AUSSTELLUNG

z Vor zwei Jahren hat das Duo Gabi Veit und Laurenz Stockner in der temporären „Kultur-WerkStadt“ der Giovanna Piol seine Kunstwerke vorgestellt. Nun haben die Schmuckkünstlerin und der Kunstschmied auf Betreiben des Bayerischen Kunstgewerbevereins in der Galerie für Angewandte Kunst in München die Ausstellung „arbeitsraum suedtirol“ organisiert (bis 22. Februar), in der mehrere Südtiroler Künstler sieben Positionen zeitgenössischer Gestaltung präsentieren. Mit diesem Projekt wollen die Organisatoren eine etwas andere Sicht auf Südtirol ermöglichen – als Arbeitsraum von Künstlern, Handwerkern und Designern. Martino Gamper, Paul Feichter, Konrad Laimer, Kyra Leimegger und Peter Chiusole, Linda Wolfsgruber, Gabi Veit und Laurenz Stockner wollen mit dem Kunsthandwerk versuchen, „den Dingen die Poesie zu verleihen, die das Handwerk auf dem Weg in die

Foto: Oskar Zingerle

Die Poesie der Dinge

Präzision verloren hat“, schreibt Nina Schröder im Katalogtext. Dem Brixner Kunstschmied Laurenz Stockner geht es vor allem darum, mit den vielfältigen Oberflächen zu experimentieren, die ursprünglichen Eigenschaften zu erkennen und die Grenzen der Bearbeitung auszuloten. Das

Herzstück seiner Arbeit sind die herrlichen Kupferschalen aus heimischem Prettauer Zementkupfer (im Bild), die wochenlanger intensiver Arbeitszeit bedürfen. Im eigens nach antikem Vorbild konzipierten Schachtofen erfolgt das Verhütten des Rohmaterials, das erneute Aufschmelzen und

Gießen des Kupferbarrens bis hin zum Schmieden der Bleche und dem Treiben der Schalenform. Einige Schalen wurden ein Jahr lang in der Erde vergraben, womit sie eine einzigartige Grün-Patina erhalten. Sie stehen im Spannungsfeld zu den hochglanzpolierten, weißen Tombak-Schalen. ird

NEU IM REGAL Nah am Menschen Die Bilder des aus Kaltern stammenden Fotografen Andreas Bertagnoll wirken durch unmerkliche Verfremdungen: Sie verraten sich nicht ganz, verharren in der Andeutung von etwas, das über das Bild hinausgeht. Die Szenen und ihre Protagonisten erzählen nie die ganze Geschichte, konfrontieren den Betrachter mit narrativen Leerstellen: Was war vorher? Was wird passieren? Als Bühne für seine Fotografien für das Buch „Wir/Noi“ wählte Andreas Bertagnoll das Land Südtirol: Er dokumentierte Alltägliches und näherte sich so als unauffälliger Beobachter der „brüchigen“ Heimat zwischen Gestern und Heute, Einheimische und Eingewanderte, Stadt und Land. Andreas Bertagnoll besuchte zunächst die Oberschule für Landwirtschaft in Auer und studierte anschließend Fotografie am Istituto Europeo di Design in

Andreas Bertagnoll: Wir/ Noi; Autoren: Daniela Billner, Hans Karl Peterlini. Kehrer Verlag 2014.

Mailand. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Fotoforum West in Innsbruck, in der Fotogalerie Heeder in Krefeld, im fotoforum in Bozen und in einer Wanderaustellung in Mailand gezeigt. „Wir/Noi“ ist sein erstes Fotobuchprojekt; Texte dazu verfassten Daniela Billner und Hans Karl Peterlini.

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Weiterbildung

Kunst & Kultur

Weiterbildung an der VHS Brixen Kultur

Rechnen mit links ... und mit rechts - Die Fingerrechenmethode Sa. 08.02. und Sa. 22.02.2014 | 09.00-13.00 Uhr | 2 Treffen

Senioren aufgepasst! Wie kann das Altern am Besten gelingen? Fr. 28.02.2014 | 14.00-17.30 Uhr | 1 Treffen

Was macht Eltern von Kindern mit Behinderung so besonders? Di. 11.03. und Mi. 12.03.2014 | 09.00-17.00 Uhr | 2 Treffen

Frühjahrsputz für Körper und Seele Mo. 10.03.2014 | 19.30-21.30 Uhr | 1 Treffen

Sprachen

Bauchselbstmassage Mi. 12.03.2014 | 19.30-21.00 Uhr | 4 Treffen | jeweils Mi

Sprachentreff Brixen, Hotel Goldener Adler, Adlerbrückengasse 9, Fr. 14.02.2014 | 18.00-20.00 Uhr | 1 Treffen Italiano A1.1 - ohne Vorkenntnisse Brixen, LBS „Chr. J. Tschuggmall“, Fischzuchtweg 18 Mo. 10.03.2014 | 19.45-21.15 Uhr | 22 Treffen | jeweils Mo. und Mi. Grammatica italiana B1 Di. 11.03.2014 | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen | jeweils Di. Italienisch für die Zweisprachigkeitsprüfung - Laufbahn C Mo. 17.02.2014 | 18.00-19.30 Uhr | 12 Treffen | jeweils Mo. und Mi. English A1.1 - ohne Vorkenntnisse - Man kann Englisch auch langsam lernen Do. 13.02.2014 | 09.00-11.00 Uhr | 12 Treffen | jeweils Do. English B1.1 Di. 11.02.2014 | 18.00-19.30 Uhr | 10 Treffen | jeweils Di.

Fit in den Frühling Brixen, Vinzentinum, Brennerstraße 37, Turnhalle Termin 1: Mi. 12.03.2014 | 18.15-19.15 Uhr | 10 Treffen | jeweils Mi. Termin 2: Do. 13.03.2014 | 18.30-19.30 Uhr | 9 Treffen | jeweils Do. Zumba® Fitness Brixen, Jakob-Steiner-Haus, Milland, Vintlerweg 34 Do. 13.03.2014 | 10.00-11.00 Uhr | 10 Treffen | jeweils Do.

Hobby & Freizeit

Gerichte aus dem Wok! Schnell, knackig und gesund Brixen, Jakob-Steiner-Haus, Milland, Vintlerweg 34 Di. 11.02.2014 | 19.00-23.00 Uhr | 1 Treffen Krapfen, „Kiachel“ und sonstiges Kleingebäck Brixen, Jakob-Steiner-Haus, Milland, Vintlerweg 34 Mo. 24.02.2014 | 18.00-22.00 Uhr | 1 Treffen

Español A1.1 - ohne Vorkenntnisse Mi. 12.03.2014 | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen | jeweils Mi.

Einfache Küche für den Alltag Brixen, Jakob-Steiner-Haus, Milland, Vintlerweg 34 Mo. 10.03.2014 | 18.00-22.00 Uhr | 1 Treffen

Beruf

Filz-Werkstatt: Filzen in der Fläche - Teppich, Bilder oder Kissen Sa. 15.02.2014 | 09.00-18.00 Uhr | 1 Treffen | 1 h Mittagspause

Erfolgreicher mit positiver Sprache - Die Kraft der Powersprache Sa. 01.03.2014 | 09.00-17.00 Uhr | 1 Treffen

EDV

Infotreff: Internet - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - Der Umgang mit Passwörtern Fr. 21.02.2014 | 19.00-21.30 Uhr | 1 Treffen Infotreff: Was kann mein Smartphone? Fr. 28.02.2014 | 19.00-21.30 Uhr | 1 Treffen Grundkurs EDV 50+ Brixen, MS „Oswald von Wolkenstein“, Dantestraße 33 Mo. 10.03.2014 | 17.00-19.15 Uhr | 5 Treffen | jeweils Mo. und Mi.

Gesundheit & Bewegung

Shaolin Qigong mit Entspannung Vahrn, Löwencenter, Eisackstraße 1, Zentrum für Lebensqualität Do. 06.02.2014 | 20.00-21.00 Uhr | 8 Treffen | jeweils Do.

Nähwerkstatt Mo. 10.03.2014 | 19.00-21.30 Uhr | 6 Treffen | jeweils Mo. Freies Malen Mi. 19.02.2014 | 19.00-21.00 Uhr | 6 Treffen | jeweils Mi. Kreativ gestalten mit Ton ... Lustige, freche, große, kleine und bunte Clowns Do. 06.03.2014, 09.30-11.30 Uhr | Mo. 17.03.2014, 15.00-17.00 Uhr | 2 Treffen Zielgruppe: Kinder mit und ohne Behinderung von 6 - 10 Jahre Malwerkstatt Aquarell Sa. 08.03.2014 | 09.00-17.00 Uhr | 1 Treffen | 1 h Mittagspause

Die Kurse ohne Ortsangabe finden in der VHS-Zweigstelle Brixen, Peter-Mayrstraße 9, statt.

Wohlfühlmassage mit ätherischen Ölen Sa. 08.03.2014 | 14.00-18.00 Uhr | 1 Treffen

Informationen erhalten Sie in unserem Büro oder durch eine E-Mail an brixen@vhs.it. Weiters können Sie das gesamte Kursprogramm im Internet unter www.vhs.it einsehen.

Luna Yoga® für Frauen - Unser Rücken. Was uns trägt Sa. 08.03.2014 | 09.30-13.00 Uhr | 1 Treffen

Unsere Öffnungszeiten: Mo-Do 9-13 und 14-17; Fr 9-13 Uhr

Qigong - Uralte Übungen für neue Frische Do. 13.02.2014 | 18.00-19.15 Uhr | 8 Treffen | jeweils Do.

Verband der Volkshochschulen Südtirols, Zweigstelle Brixen, Peter-Mayr-Straße 9 Tel. 0472 836 424, Fax 0472 971 140, brixen@vhs.it 32


timer

Februar THEATER Fotos: Birgit Hupfeld

Männerhort Das Theater Dortmund zeigt mit „Männerhort“ von Kristof Magnusson eine abgründige Komödie über Männer, Frauen und Adrenalinschübe.

z Was treibt Mann eigentlich, während Frau shoppt? Antwort gibt die Komödie „Männerhort“ von Kristof Magnusson, die in einer Inszenierung des Theaters Dortmund in Brixen gezeigt wird. Das Südtiroler Kulturinstitut hat damit ein Stück eingeladen, das seit seiner Uraufführung 2003 zum Hit auf deutschen und internationalen Bühnen wurde.

Hort der Männlichkeit. Hel-

mut, Eroll und Lars haben sich im Heizungskeller eines Einkaufszentrums heimlich einen Rückzugsraum eingerichtet: ihren persönlichen Männerhort. Dorthin flüchten sie immer samstags vor ihren einkaufswütigen Frauen. Hier glotzen sie Fußball, futtern Pizza, fachsimpeln über Technik, Baumärkte und das weibliche Geschlecht oder breiten ihre Horror-Shopping-Erlebnisse aus. Manchmal denken sie auch an Waldemar, der es nicht geschafft hat. Er sitzt in der Psychiatrie und zählt zwanghaft Umtausch-Bons. Frauen sind lediglich auf Hochglanzpapier Teil dieser Idylle. Aber dann entdeckt der Brand-

schutzexperte Mario diesen Hort der Männlichkeit und droht, ihn zu verraten. Als dann auch noch eine skurrile Wette die Beziehungen der Männer auf den Kopf stellt, müssen einige von ihnen in den Heizungskeller einziehen. Sie beginnen, sich auf das Merkwürdigste zu verwandeln …

Abgründige Komödie. Mit „Män-

nerhort” hat der 1976 in Hamburg geborene Autor Kristof Magnus-

son eine abgründige Komödie über Männer, Frauen und Adrenalinschübe zwischen Umkleidekabine und Kasse geschrieben. Die Inszenierung des Theater Dortmunds ist am 19. Februar um 20 Uhr im Forum Brixen zu sehen; um 19:15 Uhr gibt es eine Einführung zum Stück. Die Veranstaltung wird von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung deutsche Kultur, und von der Hypo Vorarlberg Leasing

unterstützt. Nach der Aufführung lädt das Hotel Elephant zum NachTheater-Dinner ein (Reservierung unter Tel. 0472 832 750).

» Mittwoch, 19. Februar, 20 Uhr Forum Brixen

Einführung 19.15 Uhr Karten bei Athesia-Ticket und online www.kulturinstitut.org Informationen: Tel. 0471-313800

Lasst das Theater! Mit seinem Kabarettprogramm „Lasst das Theater!“ eröffnet das TheaterStudio Freitag die heurige Saison im TPZ Brixen. Das Thema ist ein außergewöhnliches: Die acht Freizeitschauspielerinnen haben sich unter der Leitung von Thomas Troi eingehend mit dem Wort „lassen“ in allen seinen Facetten beschäftigt. Ums Verlassen geht es, ums Auslassen, die-Finger-davon-lassen, um Lassatives und um Lassos, aber auch darum, was wir auf keinen

Fall lassen sollten. Wie immer hat sich das kreative Ensemble von bekannten und unbekannten Autoren und Komponisten inspirieren lassen (z.B. von Lessing). Viel aber wurde wie üblich in der Improvisation entwickelt. Sie meinen, „lassen“ ist kein abendfüllendes Thema? Dann lassen Sie sich überraschen!

» Freitag, 7. Februar, 20 Uhr

Samstag, 8. Februar, 20 Uhr Sonntag, 9. Februar, 18 Uhr Theaterpädagogisches Zentrum Brixen, Köstlanstraße 28

Karten: Aus Platzgründen wird eine Reservierung unter 335 535 9955 bzw. info@tpz-brixen.org empfohlen.

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Veranstaltungen

WEITERBILDUNG

„Jedes Handeln ist Kommunikation“ z Egal ob im Beruf oder privat – in vielen Situationen im Leben geht es um Kommunikation und häufig stellt sich die Frage: Soll man die Wahrheit sagen und wie soll man sie sagen, sollen Informationen weitergegeben werden, in welcher Form und in welcher Menge? Wenn ich dann spreche, welche Wirkung werde ich damit erzielen? Und was kommuniziere ich, wenn ich gar nicht kommuniziere? Die Qualität und die Glaubwürdigkeit der eigenen Kommunikation entscheiden wesentlich über den Erfolg einer Handlung. Bewusstes Sprechen und eine erhöhte Akzeptanz gegenüber Menschen und Situationen des Lebens, bessere Wahrneh-

mungsfähigkeit und gesteigerte Selbstsicherheit – dies sind nur einige Ziele, die die Ausbildung „Systemische Kommunikation – mit zertifiziertem NLP-Practitioner“ der KVW Bildung Brixen verfolgt. Der Lehrgang richtet sich nicht nur an Führungskräfte, auch Menschen mit vielen sozialen Kontakten sowie alle Interessierten, die ihre eigene Persönlichkeit stärken und ihre Beziehungsfähigkeit und Kommunikationssicherheit erweitern wollen, werden mit dieser Ausbildung angesprochen. In Kooperation mit dem Terra Institut Brixen führt die KVW Bildung diese Ausbildung bereits zum 9. Mal durch. Nähere Informationen

erteilt Vivian Dittmar (im Bild), Hauptreferentin des Lehrganges beim kostenlosen Informationsabend am Dienstag, 11.02.2014 um 19.30 Uhr in Brixen, KVW

Kursraum, Hofgasse 2. Weitere Informationen: KVW Bildung Brixen, Tel. 0472 207 978, bildung. brixen@kvw.org sowie online unter www.kvw.org.

» Di, 11.02., 19:30 Uhr

Informationsabend zum Lehrgang „Systemische Kommunikation – mit zertifiziertem NLP-Practitioner“ KVW Kursraum, Hofgasse 2, Brixen

Vivian Dittmar, Autorin, Gründerin der Höllbachstiftung für nachhaltiges Leben und Beraterin beim Terra Institute, ist Teil des internationalen Referententeams dieser Ausbildung.

Weiterbildung

KVW Bildung Brixen

Qualifizierung / Beruf Systemische Kommunikation – Lehrgang zum NLP-Practitioner 9. Auflage, Fr. 14.03.2014 – Sa. 07.05.2015 Informationsveranstaltung: Di. 11.02.2014, 19.30 Uhr – 21.00 Uhr Scharfen Worten gelassener begegnen Sa. 08.02., 9.00 Uhr – 17.00 Uhr mit Julia Strauhal (A) Der gekonnte Einsatz der Körpersprache im Berufsalltag Mo. 24.02., 9.00 Uhr – 17.00 Uhr mit Luise Vieider Das Geheimnis Ihres Erfolgs sind Entscheidungen mit Herz und Bauch Fr. 21.02. – Sa. 22.02., 2 Treffen, Fr. abends und Sa. ganztags mit Silke Illing (D) Querdenken – mit Kreativität zu neuen Lösungen Sa. 29.03., 9.30 Uhr – 17.30 Uhr mit Iris Komarek Neues Lernen heute Fr. 28.03., 9.30 Uhr – 17.30 Uhr mit Iris Komarek

EDV 50 + EDV mit viel Spaß und ohne Stress: Grundkurs Ab Sa. 08.02., 6 Treffen, jew. Sa., 9.00 Uhr – 11.00 Uhr mit Markus Egger 10-Finger-Tippsystem in 6 Stunden Ab Di. 19.02., 4 Treffen, jew. Di. und Do., 19.30 Uhr – 21.00 Uhr mit Markus Egger Computerkurs für absolute AnfängerInnen Ab Di. 11.03., 5 Abende, jew. Di. und Do., 19.30 Uhr – 21.45 Uhr mit Markus Egger

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Sprachen

A2.3 Italienisch Ab Di. 11.02., 20 Treffen, jew. Di. und Do., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Beatrice Boattini

Ich, die Liebe und das liebe Geld Sa. 22.03., 14.00 Uhr – 18.00 Uhr mit Marlene Elvira Nardone

Italienisch für den Verkauf Ab Mo. 03.02., 12 Treffen, jew. Mo. und Mi., 19.30 Uhr – 21.30 Uhr

Deine Kinder – meine Kinder – unsere Kinder. Herausforderungen für unsere Patchworkfamilie Ab Di., 18.03., 2 Abende, jew. Di. 20.00 Uhr – 22.30 Uhr mit Ingrid Hofer Kienzl

Konversationskurs Italienisch (ab B1) Ab Di. 18.02.,15 Treffen, jew. Di., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Maria Christina Toss A1.1+ Spanisch für AnfängerInnen Ab Di. 04.02., 10 Treffen, jew. Di. und Do., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Abril Cristina Sanchez Castillo A1.1 English Beginner Ab Mo. 03.02., 20 Treffen, jew. Mo. und Mi., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Deborah Burger Englisch für den Verkauf Ab Mi. 12.02., 12 Treffen, jew. Mi. 13.30 Uhr – 14.30 Uhr, mit Leanne Elizabeth Stam Englisch für die Reise Ab Di. 18.03., 12 Abende, jew. Di. und Do., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Deborah Burger

Mensch Gesellschaft Podiumsdiskussion: Soziales heute: Finanzierung sichern – gerecht verteilen – gemeinsam profitieren Am Mi. 12.02., 19.30 Uhr – 21.30 Uhr, Vortragssaal Cusanus Akademie mit Albert Pürgstaller, Leo Tiefenthaler, Werner Steiner, Stefan Perini, Karl Florian

Farb- und Stilberatung Fr. 21.03., 9.00 Uhr – 13.00 Uhr oder 14.00 Uhr – 18.00 Uhr mit Martha Erlacher

Gesundheit Wohlbefinden Kurse in Kooperation mit Shiatsu-Yoga Vahrn: Yoga und Do In: Atem – Stretching – Beckenboden Infos und Anmeldung: Sieghard Gostner, 334 9788945 EFT-Klopftechnik Ab Do. 13.03., 4 Abende, jew. Do. 19.30 Uhr – 21.00 Uhr mit Markus Plaikner Fit mit lateinamerikanischen und karibischen Tänzen Ab Do. 13.03., 10 Abende, jew. Do. 18.00 uhr – 19.15 Uhr mit Franca Zuin Zumba® Ab Di. 11.03., 10 Abende, jew. Di., 18.00 Uhr – 19.15 Uhr mit Franca Zuin Ab Do. 13.03., 10 Abende, jew. Do., 19.30 Uhr – 20.45 Uhr mit Franca Zuin

» Infos & Vormerkung:

KVW Bildung Brixen, Hofgasse 2, Tel. 0472 207 978 bildung.brixen@kvw.org


RIO ABIERTO

Foto: Alfred Tschager

Raus aus dem Kopf, rein in den Körper

z Die Brixnerin Sonja Seppi ist als Internationale Rio Abierto-Trainerin Expertin für Körperarbeit, Entspannung und Balance. Doch was ist Rio Abierto überhaupt – irgendwie klingt´s Spanisch ... „Ja, Rio Abierto heißt übersetzt „Offener Fluss“, diese Körperarbeit stammt aus Südamerika und wird dort von breiten Bevölkerungskreisen betrieben“, so Sonja Seppi. „Der Körper ist praktisch in einer tanzenden Bewegung, aber ohne Tanzschritte, sondern als fließende Bewegung nach einer wechseln-

den Musik und unter der Anleitung der Trainerin.“ Rio Abierto hilft somit den Kopf freier zu machen und aufgestaute Spannungen zu lösen. Im Prinzip ist es ein Training für Körper und Seele: Rio Abierto fördert Selbst-Bewusstsein und Selbst-Erkenntnis. Vorkenntnisse braucht es für Rio Abierto nicht: „Jede und jeder kann mitmachen“, so Sonja Seppi. „Wichtig ist, sich darauf einzulassen und die Energien vom Kopf in den Körper zu lenken und dort arbeiten zu lassen.“ Die Wirkung stellt sich dann sehr

schnell ein: Rio Abierto führt zu einem Gefühl von Lebendigkeit, zu neuer Lebensfreude, zur Balance zwischen Kopf und Körper. Am Ende stehen Entspannung, Ruhe, Ausgeglichenheit und ein neues Gefühl des Sich-Wahrnehmens.

Sonja Seppi bietet Kurse für Gruppen, Entspannungstrainings für Betriebe und Einzelpersonen an. Termine sind unter www.sonjaseppi.com oder direkt per Mail an info@sonja-seppi.com, Tel. +39 3387928710 ersichtlich.

» Dr. Sonja Seppi, Internationale Rio Abierto Trainerin, Yogalehrerin nach den Prinzipien der Spiraldynamik, Entspannungstrainerin Kurse für Gruppen, Entspannungstrainings für Betriebe und Einzelpersonen

Termine: www.sonja-seppi.com oder direkt info@sonja-seppi.com - +39 338 79 28 710

Gruppe Dekadenz Erich

Roadmovie

Ein kurzer Ausflug des österreichischen Kabarettduos BlöZinger in das größte soziale Geheimnis unserer Gesellschaft: das familiäre Nest, grandios besetzt mit schrägen Vögeln. Ein Familiendrama!

» Fr, 31.01. » Sa, 01. 02.

Das hässliche Entlein

Kindertheater

Bis in die Puppen

» Fr, 14.02 » Sa, 15.02.

Qurääk ist anders als seine Entengeschwister. Er ist zu hässlich und zerzaust. Oder doch nicht? Bestes Figurenspiel für Kinder ab 5 Jahren mit dem Moussoung Theater. 55 Minuten, Eintritt: 5 Euro

Dönermonarchie

Badiotten

» Fr 21.02. » Sa 22.02.

» Mi, 05. 02., 15:30 Uhr

Kabarett-Theater

oder vom Glück, auf der VIP-Tribüne sitzen zu dürfen. Simon Kostner zeigt in seinem Debütprogramm, dass sein Cousin Kevin aus dem Grödnertal nicht das Schlimmste ist, was zwei Jahrtausende Ladinientum in Südtirol bewirkt haben.

Kabarett

Eine Talkshow mit prominenten Gästen, es droht Entgleisung. Andrea Bongers (seit 30 Jahren auf der Kabarettbühne und als Sängerin unterwegs) spielt in rasantem Wechsel Talkshowgäste, Moderatorin – und einen Hund.

Kabarett

Auf politische Korrektheit und Demokratie verzichtet der österreichische Kabarettist Ludwig Müller (Salzburger Stier, Passauer Scharfrichterbeil), um der Migrationsdebatte ein Ende zu setzen. Einblicke in ein Mietshaus im Multi-Kulti-Wien...

» Sa, 08. 02.

MEREDITH4tet + Achille Succi & video art Jazz

A tribute to Thelonius Monk, featuring Achille Succi and Stefano Giorgi (video). Mit Alessandro Dell´Anna (tenor sax), Ivan Bert (trumpet), Gaetano Fasano (drums), Michele Anelli (cbass); Achille Succi (bass clarinet, alto sax, flute), Stefano Giorgi (video)

» Mi, 12.02.

Obere Schutzengelgasse 3a – Brixen/Stufels www.dekadenz.it Kartenreservierung: karten@dekadenz.it; Tel. 0472 836 393 (Di – Fr 17-19 Uhr, Sa ab 18 Uhr) Achtung: Sitzplätze frei zu wählen – keine Platzreservierung

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Samstag, 1. Februar

Veranstaltungen

Comedy

Mittwoch, 5. Februar 20:30 Uhr

Erich Ein kurzer Ausflug des österreichischen Kabarettduos BlöZinger in das familiäre Nest, grandios besetzt mit schrägen Vögeln Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Kindertheater

Komödie 17 Uhr Afrika ist Bongo Bongo Komödie der Salbeibühne Albeins Saal der Dorfgemeinschaft, Albeins

15:30 Uhr

Das hässliche Entlein Kindertheater für Kinder ab 5 Jahren mit dem Figurentheater Moussoung Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Komödie

Sonntag, 2. Februar

Freitag, 7. Februar

Kabarett

Samstag, 8. Februar 20 Uhr

Lasst das Theater! Das Theaterstudio Freitag des TPZ Brixen und das Lassen in all seinen Facetten TPZ Brixen

Sport

19 Uhr

Kabarett

20 Uhr

Handball Italienmeisterschaft Serie A1 Herren Brixen-Pressano Sportzone Süd

20:30 Uhr

Alphabet Spannendes Plädoyer für einen anderen Zugang zum Thema Bildung; Regie: Erwin Wagendorfer Forum Brixen

30 Jahre Yoga mit Rakesh Nanda Gesund & fit mit Yoga Rakesh Nanda ist in Indien in einer Familie geboren, in der Yoga seit Generationen praktiziert wird, verschiedene Yogatechniken und Yogainhalte gibt er seit 1983 in Yogakursen, Vorträgen und Yoga-Workshops weiter. Durch Yoga kommt unser gesamtes Systeme in Ausgleich, Funktionen der Organe und Drüsen werden reguliert, körperliche und geistige Spannungen werden gelöst. Der Mensch erlebt tiefere Entspannung, ganzheitliche Gesundheit und Vitalität. So entsteht eine Harmonie vor Körper, Geist und Seele.

» Sterzing: ab Montag, 3. Februar » Toblach: ab Dienstag, 4. Februar » Bruneck: ab Mittwoch, 5. Februar » Brixen: ab Donnerstag, 6. Februar

6 Abende, einmal wöchentlich von 19:45 - 21:15 Uhr

Yoga für Schwangere mit Karin Nanda:

» Bruneck: ab Mittwoch, 5. Februar » Brixen: ab Donnerstag, 6. Februar

5 Abende, einmal wöchentlich von 20:00 Uhr - 21:00 Uhr

Info und Anmeldung: Tel. 0474 530 547, nandayoga@yahoo.de, www.nandayoga.de 36

18 Uhr

Pagliacci – Der Bajazzo Oper in konzertanter Form; Veranstalter: Pro Cultura Cusanus Akademie

20 Uhr

Afrika ist Bongo Bongo Komödie der Salbeibühne Albeins Saal der Dorfgemeinschaft, Albeins

Montag, 3. Februar

Film

Oper

Komödie

20 Uhr

Afrika ist Bongo Bongo Komödie der Salbeibühne Albeins Saal der Dorfgemeinschaft, Albeins

Lasst das Theater! Das Theaterstudio Freitag des TPZ Brixen und das Lassen in all seinen Facetten TPZ Brixen

Pagliacci (Der Bajazzo) „Pagliacci“ (Der Bajazzo) ist eine Oper in zwei Akten und einem Prolog von Ruggero Leoncavallo. Die Uraufführung fand 1892 im Teatro Dal Verme in Mailand unter Arturo Toscanini statt. Der Bajazzo ist Leoncavallos größter Erfolg und sein einziges Werk, das noch heute Teil des StandardOpernrepertoires ist.

Die Oper wird in konzertanter Form aufgeführt, mit: Julia Aichner, Sopranistin Simone Mugnaini, Tenor Walter Franceschini, Bariton Marco Voleri, Tenor Gebriele Nani, Bariton Luis Baragiola, Klavier Daniele Rubboli, Einführung/Leitung

» Samstag, 8. Februar, 18 Uhr Cusanus Akademie Brixen

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 7 Euro (keine Kartenreservierung, Karten an der Abendkasse erhältlich)


Komödie

20 Uhr

Afrika ist Bongo Bongo Komödie der Salbeibühne Albeins Saal der Dorfgemeinschaft, Albeins

Kabarett-Theater 20:30 Uhr Badiotten Simon Kostner zeigt, dass sein Cousin Kevin nicht das Schlimmste ist, was zwei Jahrtausende Ladinientum in Südtirol bewirkt haben. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Weiterbildung

Mittwoch, 12. Februar

Singerei – sing dich frei! 19:30 Uhr Offener Singabend mit Heidi Clementi Jugendhaus Kassianeum

Religion

Podiumsdiskussion 19:30 Uhr Soziales heute: Finanzierung sichern – gerecht verteilen – gemeinsam profitieren mit Albert Pürgstaller, Leo Tiefenthaler, Werner Steiner, Stefan Perini, Karl Florian Cusanus Akademie Brixen

Jazzkonzert

Cusanus Akademie

20:30 Uhr

MEREDITH4tet + 1 & video art (I) A tribute to Thelonius Monk, featuring Achille Succi and Stefano Giorgi Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Ratlos vor dem Leid? An Gott glauben in einer Welt voller Übel Sa.15.03., 9 bis 12.30 Uhr mit Christoph Johannes Amor

Gesellschaftspolitik Erziehen ohne Medien Do. 20.02., 20 Uhr mit Karl Heinz Bittl Der Krieg kennt kein Erbarmen: aus den Tagebüchern des Kaiserschützen Erich Mayr Fr.14.03., 20 Uhr mit Isabelle Brandauer Das Wesentliche sagen und hören: Grundlagenseminar der gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg Fr. 14.03. bis Sa. 15.03., 9 bis 17 Uhr mit Paula Maria Ladstätter

Sonntag, 9. Februar

Kabarett

Lasst das Theater! Das Theaterstudio Freitag des TPZ Brixen und das Lassen in all seinen Facetten TPZ Brixen

Komödie

20 Uhr

Afrika ist Bongo Bongo Komödie der Salbeibühne Albeins Saal der Dorfgemeinschaft, Albeins Montag, 10. Februar

Film

Leben Freitag, 14. Februar

Kabarett

20:30 Uhr

Bis in die Puppen Eine Talkshow mit prominenten Gästen, es droht Entgleisung – mit Kabarettistin Andrea Bongers Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

20:30 Uhr

The great crossing Dokumentarfilm über Extrembergsteigerin Tamara Lunger (bei der Vorführung anwesend) Forum Brixen Dienstag, 11. Februar

Infoabend

Vereine schreiben Geschichte Sa. 29.03., 9 bis 12.15 Uhr mit Rita Thaler, Helmut Hörmann, Ingo Dejaco

18 Uhr

19:30 Uhr

Lehrgang „Systemische Kommunikation – mit zertifiziertem NLP-Practitioner“ Referentin Vivian Dittmar stellt den Lehrgang vor KVW Kursraum, Hofgasse 2

Samstag, 15. Februar

Kabarett

20:30 Uhr

Bis in die Puppen Eine Talkshow mit prominenten Gästen, es droht Entgleisung – mit Kabarettistin Andrea Bongers Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

STEP – das Elterntraining (8teilig) Start: Mo. 10.02., jeweils montags 19 bis 22 Uhr mit Veronika Kaser und Christine Ellemunter Selbstliebe als Lebenskunst Fr. 21.02. bis So. 23.02., Fr. 17 bis 22 Uhr, Sa. 9 bis 19 Uhr und So. 9 bis 12.30 Uhr mit Siegfried Esser „Bevor mir die Luft ausgeht….“ Fr. 28.02., 16 bis 21.30 Uhr mit Wibke Mullur Herzrhythmusstörungen Di. 11.03., 18 bis 20 Uhr mit Meinhard Fliri Genussseminar für Paare mit Candle-Light-Dinner Fr. 21.03. bis Sa. 22.03., Fr. 17 bis 22 Uhr und 9 bis 16 Uhr mit Christine Wagner und Edmund Senoner Wie wird das Wetter? Einblicke in den Landeswetterdienst Di. 25.03., 20 Uhr mit Dieter Peterlin

Montag, 17. Februar

Film

20:30 Uhr

Eltern Komödie über moderne Großstadtfamilien; Regie: Robert Thalheim Forum Brixen

Gespräch mit Sterbenden und ihre Angehörigen Di. 25.03. bis Mi. 26.03., 9 bis 17 Uhr mit Ruth Eckert Liebenswert bist du immer – So schützen Sie Ihre seelische Gesundheit Do. 27.03., 16.30 bis 21 Uhr mit Annemarie Gumpold Charisma und das innere Lächeln Fr. 28.03. bis Sa. 29.03., Fr. 14.30 bis 21.30 Uhr und Sa. 9 bis 17 Uhr mit Monika Müksch Frühlingszeit Migränezeit Sa. 29.03., 9 bis 17 Uhr und Sa. 05.04., 9 bis 12.30 Uhr mit Hermann Buchschwenter

Berufliche Weiterbildung Das 1 x 1 der Öffentlichkeits- und Pressearbeit Mi. 26.02. bis Do. 27.02., jeweils 9 bis 17 Uhr mit Christian Bassani und Maria Lobis Hilfe! Einem meiner Teammitglieder geht’s schlecht! Mi. 12.3., 9 bis 17 Uhr mit Margit Schäfer Schreiben für das Internet Di.18.03. bis Mi.19.03., 9 bis 17 Uhr mit Claudia Frickel Mit voller Kraft in den Tag: Gut geschlafen ist halb gewonnen – besser schlafen durch Selbsthypnose Mi. 19.03., 9 bis 17 Uhr mit Doris Psenner Erfolgreich werben im Internet mit Google, Facebook und Co. Do. 20.03. bis Fr. 21.03., Do. 9 bis 17 Uhr, Fr. 9 bis 16 Uhr mit Claudia Frickel Neue Wege im Berufsleben Teil 1: Fr. 21.03. bis Sa. 22.03., Teil 2: Fr. 11.04. bis Sa. 12.04., Teil3: Sa. 10.05., jeweils Fr. 18 bis 21.30 Uhr, Sa. 9 bis 17 Uhr mit Bertram Nejedly

» Infos und Anmeldungen: Cusanus Akademie

Seminarplatz 2, Brixen, Tel. 0472 83 22 03 info@cusanus.bz.it, www.cusanus.bz.it 37


Mittwoch, 19. Februar

Veranstaltungen

Theater

20 Uhr

Männerhort Komödie von Kristof Magnusson – Aufführung des Theaters Dortmund Forum Brixen

Theater

20 Uhr

S‘Norrnkastl im Jagerhof Gasthausparodie mit dem Theaterverein Neustift Turnhalle der Grundschule Neustift

Kabarett

Dienstag, 25. Februar

Theater

20 Uhr

S‘Norrnkastl im Jagerhof Gasthausparodie mit dem Theaterverein Neustift Turnhalle der Grundschule Neustift

20:30 Uhr

Dönermonarchie Auf politische Korrektheit verzichtet Kabarettist Ludwig Müller, um der Migrationsdebatte ein Ende zu setzen. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Unsinniger Donnerstag, 27. Februar

Theater Freitag, 21. Februar

Kabarett 20:30 Uhr Dönermonarchie Auf politische Korrektheit verzichtet Kabarettist Ludwig Müller, um der Migrationsdebatte ein Ende zu setzen. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 22. Februar

Sport 19 Uhr Handball Italienmeisterschaft Serie A1 Herren Brixen-Bozen Sportzone Süd

Freitag, 28. Februar

Faschingsrevue

Montag, 24. Februar

Film

Das finstere Tal Alpenwestern, gedreht im Schnalstal Forum Brixen

mit neuem Programm „Quattro“ - Südtirolpremiere

Herbert Pixner: Diatonische Harmonika Manuel Randi: Gitarre Heidi Pixner: Harfe Werner Unterlercher: Bass

Stadttheater Sterzing

Eintrittspreis: 25 Euro Kartenvorverkauf: Tourismusverein Sterzing, Tel. 0472 765 325

20 Uhr

Vahrnereien 2014 aufgeführt von der Heimatbühne Vahrn Haus Voitsberg, Vahrn

Herbert Pixner Projekt

» Freitag, 7. März, 20.30 Uhr

20 Uhr

S‘Norrnkastl im Jagerhof Gasthausparodie mit dem Theaterverein Neustift Turnhalle der Grundschule Neustift

Mill and Ka(o)s

20:30 Uhr

Jo bin i im folschn Film? Faschingsrevue der Heimatbühne Milland Jugendheim Milland

StadtGalerie Brixen ab 7. Februar Minimum Mit Werken von Battisti, Bertagnoll, Döttlinger, Hafele, Neururer, Trompedeller. Di – Sa, 10-12 Uhr, 17-19 Uhr

Pharmaziemuseum Brixen bis Mai 2014 Sonderausstellung „Heilige und Heilung“ Di & Mi 14 – 18 Uhr, SA von 11 – 16 Uhr.; in der Adventszeit auch sonntags von 11-16 Uhr

MÄRKTE

Monatsmarkt: Montag, 3. Februar, 8.30-14 Uhr Schwesternau, Goethestraße Bauernmarkt: samstags, 8-13 Uhr, Hartmannsplatz Wochenmarkt montags, 8-13 Uhr Priel-Parkplatz

S‘Norrnkastl im Jagerhof Eine Gasthausparodie in drei Akten von Lukas Lobis – aufgeführt vom Theaterverein Neustift. Ein Wilderer, der keiner sein will; ein Graf, den seine Vergangenheit einholt; eine Wirtin, die alles weiß; ein Jagdaufseher, der gerne auf alles schießt, was sich bewegt und ein Jagdpächter aus Wien, der ins Netz der Wirtstochter gerät. Wenn dann noch eine frühere Liebschaft des Grafen aus Frankreich mitsamt Tochter anreist sowie eine selbst ernannte Esoterikerin außer Kontrolle gerät und die alte Truhe im Schankraum zum Orakel für heiratswillige Dorfjungfrauen jenseits des Verfallsdatums werden lässt, ist es endgültig vorbei mit der beschaulichen Atmosphäre im Gasthaus Jagerhof. Regie: Lukas Lobis

» Samstag, 22.02., 20 Uhr (Premiere) Dienstag, 25.02., 20 Uhr Donnerstag, 27.02., 20 Uhr Samstag, 01.03., 20 Uhr Sonntag, 02.03., 15 und 20 Uhr Dienstag, 04.03., 20 Uhr Donnerstag, 06.03., 20 Uhr Freitag, 07.03., 20 Uhr Samstag, 08.03., 20 Uhr Sonntag, 09.03., 18 Uhr in der Turnhalle der Grundschule von Neustift

Kartenreservierung: Bibliothek Vahrn, Tel. 0472 976 924, von 9 – 12 Uhr

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Ausstellungen


PR­Info

Domus bauexpert

Der Verkaufspunkt für Fliesen, Steine, Holzund Laminatböden. Bei Domus bauexpert handelt es sich um eine neue Marke der bauexpert AG, die sich nicht nur an Fachleute aus der Bau­ branche richtet, sondern vor al­ lem an den „Endverbraucher“, der hochwertige Materialen und Beläge für sein Eigenheim sucht. Da Qualität eine unserer größten Stärken ist, haben wir bauexpert in unserer neuen Marke beibehalten und um den Zusatz Domus erweitert, der un­

sere Zielgruppe ansprechen soll. In den Domus bauexpert Verkaufs­ punkten finden Sie eine riesige Auswahl an Fliesen, Steinen, Holzbelägen und Laminatböden für den Innen­ und Außenbe­

reich. Ende November wurde der neu gestaltete Ausstellungsraum in Brixen bezogen, für welchen im Frühjahr 2014 eine große Er­ öffnungsfeier geplant ist. Das gesamte Domus bauexpert

Team freut sich auf Ihren Besuch in unserem Showroom in Brixen sowie in unseren Filialen von Bruneck und Borgo Valsugana und hofft, Sie bei den Eröffnungsfeier­ lichkeiten begrüßen zu dürfen.

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RENNRODLER DOMINIK FISCHNALLER

Freizeit & Sport

„Mit 130 km/h übers Eis“ DOMINIK FISCHNALLER, Rennrodler aus Meransen, feierte im Dezember in Lillehammer seinen ersten Weltcupsieg. Der 20-jährige Sportler über seine Rodelleidenschaft, Erfolg und Vorbilder - und über seine erste Teilnahme an Olympischen Spielen.

Steckbrief

Dominik Fischnaller wurde am 20. Februar 1993 in Brixen geboren. Mit seinen Eltern, einem älteren Bruder und einer Schwester wuchs er in Meransen auf. Bereits in seiner Kindheit entwickelte er Begeisterung für den Rodelsport. Seine ersten Erfolge feierte er in den verschiedenen italienischen Jugendmannschaften. In der Saison 2011/2012 debütierte er im Weltcup. Am 6. Januar 2012 gewann er in Königssee mit der italienischen Staffel im Team-Wettbewerb. Ein Jahr später schaffte er seine erste Podiumsplatzierung am selben Ort, als er Dritter hinter David Möller und Albert Demtschenko wurde. In Lake Placid erreichte er den zweiten Platz. Im Dezember sorgte Dominik Fischnaller schließlich für großes Aufsehen, als er im norwegischen Lillehammer den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere feierte und damit David Möller und Felix Loch auf die Plätze Zwei und Drei katapultierte. Zudem schaffte er es, den 1995 von Georg Hackl aufgestellten Bahnrekord zu knacken. 40

Herr Fischnaller, Sie zählen mittlerweile zu den erfolgreichsten Rodlern Südtirols. Wie begann Ihre Karriere als Rennrodler? DOMINIK FISCHNALLER: Mit dem Rodeln habe ich früh begonnen, so mit neun oder zehn Jahren. Mein älterer Bruder Hans Peter Fischnaller hat damals bereits seit einigen Jahren diesen Sport praktiziert, und immer, wenn ich ihm dabei zusah, war ich ebenfalls vom Rodeln fasziniert und wollte es selbst versuchen. Mein Cousin Kevin Fischnaller ist ebenso ein erfolgreicher Rodler, und so haben wir als Kinder gemeinsam mit dem Trainieren begonnen. Bei uns in Meransen gibt es eine Startbahn, somit waren die Anfänge relativ einfach für mich. Zudem wohnt hier der erfahrene und erfolgreiche Kunstbahnrodler Emil Lechner: Er ist anfangs oft mit uns gerodelt, hat uns viele Tipps gegeben. Anschließend durften wir einige Jahre mit Olympiasiegerin Gerda Weißensteiner trainieren, nachdem sie ihre aktive Karriere beendet hatte. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Wie erfolgte der Sprung in den Profisport? Ich kam ins italienische Juniorenteam; mit diesem trainierte ich drei Jahre lang und konnte in dieser Zeit die ersten Erfolge erzielen, beispielweise zweimal

den Sieg bei den Juniorenweltmeisterschaften. Heute arbeite ich in der Sportgruppe der Carabinieri; mein jetziger Chef-Trainier ist Kurt Brugger. Dies ist ein großes Glück für mich, denn wenn ein Rennen ansteht oder wir intensiver trainieren müssen, werde ich von der Sportgruppe freigestellt. In Südtirol gibt es mehrere erfolgreiche Rodler. Ist jemand von ihnen ein ganz besonderes Vorbild für Sie? Mein großes Vorbild ist definitiv Armin Zöggeler. Er war immer der Beste in Südtirol; schon als Kind habe ich bei seinen Rennen im Fernsehen mitgefiebert und bewunderte seine Siege. Als Rodler wollte ich so erfolgreich sein wie er. Beim Weltcuprennen in Lillehammer haben Sie nun Ihr großes Vorbild überholt ... Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man es schafft, das zu erreichen, von dem man schon als Kind geträumt hat. Armin Zöggeler ist und bleibt dennoch ein großartiger Rennrodler.

Zudem haben Sie den Bahnrekord geknackt, den der deutsche Rennrodler Georg Hackl im Jahr 1995 aufgestellt hat. Ja, darauf bin ich wirklich stolz – nun habe ich bereits meinen eigenen Bahnrekord! Das ist super, auch deshalb, weil es 19 Jahre lang niemand geschafft hat, die Zeit von Georg Hackl zu unterbieten. Hat sich Ihr Leben durch diese Erfolge verändert? Nein, für mich hat sich nichts verändert – mein Leben ist zum Glück so wie immer. Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Rennen? Am ersten Rodelrennen bin ich mit zirka zehn Jahren mitgefahren. Das war ein Wettbewerb, den wir Kinder unter uns veranstaltet haben. Das erste professionelle Rennen war das Weltcup-Rennen in Innsbruck, damals war ich 17 Jahre jung. Mit meinem Ergebnis war ich damals ganz zufrieden.


Und nun haben Sie bereits Ihren eigenen Fanclub? Stimmt! Meine Freunde unterstützen mich voll und ganz und haben einen Fanclub gegründet. Sie freuen sich über meine Erfolge, es macht ihnen Spaß, mir beim Rodeln zuzusehen und kommen zu den wichtigsten Rennen. Wenn sie mich unterstützen und an-

fahrbar ist. Dort wickeln wir die ersten Fahrten ab, aber natürlich fällt auch im Winter das Training im Kraftraum nicht aus. Ist das mentale Training ebenso ein Bestandteil der Wettkampfvorbereitung? Im vergangenen Sommer bekamen wir einen Mentaltrainer zur

Nun ist der Rodelsport nicht gerade verletzungsfrei ... Ja, leider sind Verletzungen auf den Rodelbahnen keine Seltenheit. Immer wieder kommt es zu schwerwiegenden Stürzen, die für die Rodler nicht immer glimpflich ausgehen – schließlich fliegt man mit zirka 130 Stundenkilometern übers Eis.

feuern, freue ich mich immer sehr. Begleiten Sie auch andere Glücksbringer oder Maskottchen? Daran habe ich noch nie gedacht – wahrscheinlich wäre ich aber zu faul, einen Glücksbringer mit mir herumzuschleppen. Den würde ich wohl meistens vergessen. Der Erfolg beruht wohl auch auf hartem Training. Wie sieht dies bei einem Profirodler aus? Im Sommer trainieren wir hauptsächlich im Kraftraum. Daneben gibt es das Starttraining, das neben dem Kraftaufbau besonders wichtig ist: Man muss lernen, wie man beim Rodeln einen guten Start hinlegt, denn dieser ist enorm wichtig, um sich einen Zeitvorsprung herauszuholen und somit eine gute Gesamtzeit zu erzielen. Wir trainieren sechsmal wöchentlich; auf die Rennen bereiten wir uns täglich sechs bis sieben Stunden vor. Im Oktober fahren wir nach Lillehammer, um zu trainieren, da dort die Bahn bereits zu diesem Zeitpunkt be-

Verfügung gestellt, und wir versuchten dies als Gruppe auch einige Male. Die Einzeltrainings, die angeboten wurden, habe ich allerdings nie genutzt: Es fällt mir

Glücklicherweise bin ich bisher mit einigen Schürfwunden und blauen Flecken davongekommen.

Im Februar steht nun Ihre erste Teilnahme an Olympischen Spielen an. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein? Am 2. Februar geht es ab nach Sotchi! Ich bin voll motiviert und hoffe eigentlich nur, dort ein gutes Rennen zu fahren, es ist ja schließlich meine erste Olympiade. Allerdings sind die Olympischen

Wettkämpfe etwas anders aufgebaut als meine bisherigen Rennen: Es gibt dort vier anstatt zwei Durchgänge, und die Rennen dauern zwei Tage an. Wer ist denn Ihrer Meinung nach der Favorit?

„Durch den Erfolg hat sich nicht viel verändert – mein Leben ist zum Glück so wie immer“_ Dominik Fischnaller einfach leichter, mich alleine auf das bevorstehende Rennen zu konzentrieren. Ich bin mental stark und schaffe es, mich selbst zu motivieren. Training oder Rennen – was sagt Ihnen mehr zu? Natürlich freut man sich immer auf die Rennen. Dort kann man nämlich zeigen, ob man sich verbessert hat. Im Großen und Ganzen trainiere ich aber auch gerne; ich liebe jeden Aspekt dieses Sports.

Gibt es vor und nach den Wettkämpfen auch medizinische Kontrollen? Dopingkontrollen werden regelmäßig durchgeführt. Zudem gibt es ein spezielles Programm, bei dem man angeben muss, wo man sich mindestens eine Stunde pro Tag aufhält, damit diese Kontrollen spontan durchgeführt werden können. Nach dem Rennen werden die ersten Drei nochmals auf Drogen getestet.

Ich persönlich glaube, dass der deutsche Rennrodler Felix Loch sehr gut abschneiden wird. Armin Zöggeler wird sicher auch eine harte Konkurrenz für mich sein, ebenso die russischen Rodler. Trotzdem bin und bleibe ich zuversichtlich und werde mein Bestes geben.

hanna.hofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 41


Freizeit & Sport

BADMINTON

Überraschungssieg in Chiari z Das zweite Grand-Prix-Turnier „Daniela“ in Chiari wurde Anfang Jänner mit insgesamt 187 Teilnehmern in allen Kategorien ausgetragen. Der 21-jährige Brix-

ner Alexander Kantioler, der im Team des BC Milano spielt, war dabei sehr erfolgreich. Für ihn begann das Turnier im Herrendoppel zusammen mit seinem

Bruder Michael Kantioler, jedoch scheiterten sie bereits im Viertelfinale. Am darauf folgenden Tag konnte er gleich ins Viertelfinale einsteigen, das er – ebenso wie das Halbfinale – gewann. Im Finale traf er auf Vizeitalienmeister Marco Mondavio, der öfters schon sein Trainingspartner in Brixen und Bozen gewesen war. „So galt es, eine Taktik zu wählen, die für Mondavio neu war. Mit einer

F&S

schnellen und aggressiven Spielart konnte ich ihn unter Druck setzen und das Spiel gewinnen“, erzählt der glückliche Sieger, der sich bereits auf die Italienmeisterschaften freut, die vom 31. Jänner bis 2. Februar in Mailand stattfinden werden. Doch auch die Badmintonspieler des SSV Brixen waren in Chiari sehr erfolgreich: Eliane Thomaser gewann vor Christine Peer in der U-17-Kategorie. hh

Freizeit & Sport DIVERSES

Skishow auf der Plose begeistert z Anfang des Jahres fand an der Bergstation der Kabinenbahn Plose die mittlerweile zur Tradition gewordene Skishow statt. Hauptakteure waren die Skilehrerinnen und Skilehrer der Skischule Plose und die RodeoRiders. Claudio Zorzi und Paul Profanter führten durch die 45 Minuten dauernde Präsentation und kommentierten mit viel Fachwissen die einzelnen Darbietungen. Dazu gehörten die Plose-Riesen, die auf Stelzen dahergefahren kamen, ebenso wie die Formationsabfahrten der Skilehrer, die wie jedes Jahr durch ihre harmonische Schönheit be-

kurz

notiert

42

eindruckten. Die RodeoRiders punkteten natürlich wieder mit ihren waghalsigen Sprüngen, dieses Mal über ein Pistenfahrzeug, und der Sketch der Skilehrer wurde mit viel Applaus honoriert. Die Sportvereine ASC Plose, ASV Lüsen, Skiclub Feldthurns, WSV Brixen und Skiclub Fana boten ihre Nachwuchskünstler auf, die bravourös einen Riesenslalom vor Publikum meisterten. Die über tausend Besucher, darunter zahlreiche Skitourengeher, waren begeistert – daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass die Rodelbahn RudiRun an diesem

Am 8. Fußball-Gedächtnisturnier „Toti & Toni“ in Erinnerung an Salvatore und Antonio Carlino nahmen 41 Mannschaften teil. Bei den Herren siegt die Mannschaft „Pizzeria Nuova Capri“, bei den Frauen „Le Pannocchie del Campill“, bei Over 30 der AH Vahrn und bei den Kindern die Klausen Lions.

Tag wegen Schneemangels im untersten Abschnitt geschlossen bleiben musste und das Rodeln bis ins Tal nicht möglich war. ab

Am 16. Februar findet auf der Plose ein Kinderskirennen statt. Kinder der Kategorien U7/U8, U9, U10 und U11/ U12 werden auf der Pfannspitze ihr Können in den verschiedenen Disziplinen beweisen.

Beim ersten Rodelrennen Mitte Jänner auf der Lahnwiesenbahn in Latzfons gewann bei den Damen Theresa Hilpold aus Brixen, gefolgt von der Lüsnerin Martina Kaser. Bei den Herren schaffte es Helmut Stocker aus Brixen auf Rang zwei.


NACHGEFRAGT

„Lasse es auf mich zukommen“ HANNAH BIELAK, 15-jährige Fußballerin des ASSV Brixen OBI und Schülerin der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“, über die Einladung zu einem Lehrgang der italienischen U17-Nationalmannschaft.

Erzählen Sie ein wenig von Ihrer „Fußballkarriere“...

Bereits mit sechs Jahren jagte ich mit den Buben des ASC Plose dem Ball hinterher. Mein Papi hat mich dazu animiert. Seit der Mittelschule spiele ich beim ASSV Brixen. In der 1. Mannschaft werde ich als Flügelspielerin, beim Team „Primavera“ vorwiegend als Stürmerin eingesetzt. Ich spiele immer voll motiviert, habe eine gute Übersicht und bin flink. Mein wichtigstes Tor schoss ich bisher in der Begegnung gegen Clarentia Trient, und zwar war es der Ausgleichstreffer in den letzten Minuten. Den größten Sieg feierten wir mit 2:1 gegen den FC Südtirol in Bozen.

Was bedeutet Ihnen die Einladung zum Lehrgang der italienischen U17-Nationalmannschaft? Ich war zunächst sehr erstaunt und erfreut, die einzige Südtirolerin zu sein, die als eine der 48 Spielerinnen am Lehrgang teilnehmen darf. Aus diesen soll dann der Kader nominiert werden, der die WM in Costa Rica bestreiten wird. Was meine Chancen angeht – es werden sicher alle sehr stark sein, aber ich bin zunächst froh, so weit gekommen zu sein. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

Foto: Oskar Zingerle

Frau Bielak, Sie verbringen die meisten Sonntage auf dem Fußballplatz – was gibt Ihnen die Motivation dazu? Wir haben in der Mannschaft viel Spaß und einen tollen Zusammenhalt. Der Fußballsport bereitet mir so viel Freude, dass ich die Spiele, die Fahrten und die Trainings dreimal in der Woche gern auf mich nehme. Ich fühle mich beim Trainerquartett und den älteren Spielerinnen sehr gut aufgehoben, und meine Eltern unterstützen mich voll.

johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Wirtschaft & Umwelt

STADT DER FLÜSSE: Die größte Gefahrenzone für Hochwasser liegt im Brixner Stadtzentrum und in der Industriezone

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IDEENWETTBEWERB ZUM HOCHWASSERSCHUTZ

„Mehrwert für Brixen“

Derzeit läuft ein Ideenwettbewerb für den Flussraum im Stadtbereich von Brixen, der zum Ziel hat, Maßnahmen zu erarbeiten, die die Stadt vor Hochwasser schützen sollen. Hochwasserschutz ist dabei Voraussetzung; das gestalterische Element entscheidet am Ende aber über den Wettbewerbssieger. Der „Brixner“ unterhielt sich mit Alexander Pramstraller, Amtsdirektor im Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord, und dem Koordinator des Ideenwettbewerbs Stephan Dellago.

Herr Pramstraller, das Projekt StadtLandFluss ist im September 2009 ins Leben gerufen worden. Welche Ziele standen dahinter? ALEXANDER PRAMSTRALLER: Das grundsätzliche Ziel der Initiative war die Schaffung einer sicheren und lebenswerten Zukunft im mittleren Eisacktal im Bereich der Flussräume. Es war Aufgabe der Arbeitsgruppen, in den verschiedenen Bereichen aquatische und terrestrische Ökologie, Wassergefahren, Wasserwirtschaft und Raumordnung die Ist-Situation zu erheben und die verschiedenen Verbesserungspotentiale aufzuzeigen. Die Arbeiten mündeten

der Industriezone im Süden. Wer aufmerksam den Eisack im Stadtbereich beobachtet, merkt, dass der Fluss im Bereich der Adlerbrücke erheblich schmäler wird. Das Flussprofil, wie es technisch richtig heißt, ist dort viel geringer, wobei die Adlerbrücke selbst ein Nadelöhr darstellt: Bei Hochwasser ist hier die gefährlichste Stelle. Viele Brixner erinnern sich noch an das Hochwasser in den Neunziger Jahren, als das Wasser bis an die Unterkante der Brücke reichte – die Situation war wirklich gefährlich. Im Zuge der Modellierungen und Berechnungen ist dann effektiv zu Tage getreten, dass im Bereich Rappanlagen bis

wir eine Risikobewertung. Ein Hochwasser mit der Wiederkehrperiode von 30 Jahren kann im Stadtbereich direkte Schäden in Höhe von bis zu 177 Millionen Euro verursachen; bei einer Wiederkehrperiode von 100 Jahren sind es 286 Millionen Euro und bei einer Wiederkehrperiode von 300 Jahren rund 304 Millionen Euro. Betroffen wären vor allem Zivilgebäude, Industrie- und Gewerbebetriebe. Das heißt, dass statistisch gesehen alle 30 Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen ist, das dann bis zu 177 Millionen Euro Schaden verursacht?

erreichen. Das geht nur mit erheblichen Baumaßnahmen. Nur haben wir hier ein Problem: Dieser Stadtbereich ist bis an den Fluss verbaut; der Raum zur einfachen Vergrößerung des Flussprofils ist nicht vorhanden. STEPHAN DELLAGO: Die Untersuchungen haben zunächst einmal belegt, dass Hochwasserschutz trotz der sensiblen Situation hier technisch möglich ist. Die Verwaltung kann also mit Gewissheit davon ausgehen, dass man das derzeitige Problem in den Griff bekommt. Wie aber diese Lösung erfolgen soll – das ist die große Frage.

„Primäres Ziel ist der Hochwasserschutz; der Ideenwettbewerb wird aber jenes Projekt hervorbringen, das gestalterisch am besten ist“_ Stephan Dellago, Koordinator des Ideenwettbewerbs am Ende in einem vernetzenden Bericht, der die Basis für ein Leitbild war mit einem Maßnahmenkatalog und mit verschiedenen Gewichtungen. Eines der Ergebnisse war, dass vor allem im Bereich des Hochwasserschutzes in Brixen dringender Handlungsbedarf besteht. Wie kann man das Sicherheitsrisiko von Brixen beschreiben? Pramstraller: Die größten Gefahrenbereiche für Hochwasser von Eisack und Rienz liegen im Stadtzentrum von Brixen und in

Acquarena die gefährlichste Stelle ist: Bei Hochwasser steigt das Wasser an, ab der Adlerbrücke kommt es zu Überflutungen. Wir wollen die Brixner nicht unnötig beunruhigen, deshalb: Wie hoch ist das Sicherheitsrisiko wirklich? Pramstraller: Basis dieser Definition ist der bestehende Gefahrenzonenplan, der aus Detailuntersuchungen von 2009 resultiert ist. Mit der Gefahrenanalyse und der darüber gelegten Schadenspotentialanalyse bekommen

Pramstraller: Das ist in der Tat der Fall. Wenn der Leser jetzt zurückrechnet, wird er sich allerdings denken, dass das nächste Hochwasser unmittelbar bevorstehen muss. Das ist nicht unbedingt der Fall, denn wir reden hier von statistischen Wahrscheinlichkeiten. Fazit: Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Wie kann man die Situation entschärfen? Pramstraller: Es ist natürlich ein umfangreiches Unterfangen. Ziel ist, die Sicherheit für ein Jahrhunderthochwasser (HQ100) zu

Deshalb erfolgt nun ein europaweiter Ideenwettbewerb ... Dellago: Das ist richtig. Damit bekommt man die Möglichkeit, aus einer hoffentlich großen Vielfalt an Projekten das beste herauszufischen. Die Schwierigkeit an diesem Planwettbewerb ist allerdings, dass es im Grunde ein technisches Ziel gibt, das unbedingt einzuhalten ist – und das ist die Hochwassersicherheit HQ100. Die Aufgabe lautet also: Wir wollen geeignete Baumaßnahmen, dass in Zukunft Wasser in der Menge eines HQ100 ohne Schaden zu 45


Foto: Oskar Zingerle

Es handelt sich also um ein EUProjekt?

Alexander Pramstraller, Amtsdirektor: „Bevölkerung und Anrainer werden im gesamten Planungsprozess einbezogen.“ verursachen durchfließen kann, und diese Baumaßnahmen müssen sich so gut wie möglich in das Stadtbild einfügen. Das ist keine leichte Aufgabe für einen Planer ... Dellago: Es ist vor allem eine sehr interessante Aufgabe, die über das definierte Berufsaufgabenfeld eines Planers hinausgeht. Ein interdisziplinärer Zugang zur Aufgabe ist in diesem Sinn zwingend erforderlich: Es braucht den Wasserbautechniker, der das schadlose Durchfließen des Gewässers nachweist, aber auf der Grundlage der entsprechenden gestalterischen, technischen, verkehrstechnischen und funktionellen Ansätze, die durchaus auch einem kreativen Ansatz genügen müssen. Das macht die Aufgabe spannend – und ergebnisoffen. Wir hoffen, dass es viele Ideen geben wird, und wir gehen davon aus, dass diese Ideen der Stadt keinen Nachteil, sondern viel mehr einen gestalterischen Mehrwert bringen werden.

–––

Dellago: Ohne die Finanzierung von der EU wäre ein solches Projekt nie stemmbar.

Dellago: Ja, wir sind davon überzeugt. Der Hochwasserschutz HQ100 ist eine Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt dann über die Gestaltung der Maßnahmen. In der Bewertung der Projekte ist die Qualität der Umsetzung am höchsten gewichtet. Ein bisschen Ufermauern erhöhen und die Adlerbrücke anders gestalten – das wird hier nicht funktionieren. Eine hochwassertechnische Lösung kann jeder Techniker planen, aber eine gestalterische Umsetzung der Lösung ist eine extrem spannende Herausforderung.

Muss Brixen sich fürchten vor diesen Baumaßnahmen? Dellago: Nein. Die Brixner müssen froh sein, dass dieser Schritt jetzt gemacht wird, denn schließlich geht es um ihre Sicherheit – es herrscht unmittelbarer Handlungsbedarf. Eine Lösung muss also her. Das ist auch einer der großen Vorteile dieses Wettbewerbs: Der Auslober ist gezwungen, das Projekt auch zu realisieren; in der Schublade bleibt es sicher nicht. Für die Teilnehmer ist dies ebenso eine Garantie, dass das beste ihrer Projekte auch realisiert werden wird. Auch für mich als Wettbewerbskoordinator ist das ein wichtiger Faktor. Es ist für Brixen auch ein sehr großer Vorteil, dass der Weg des Ideenwettbewerbs eingeschlagen worden ist – so bekommt die Stadt nicht nur eine technische, sondern auch von der Gestaltung die bestmögliche Lösung. Für Brixen erfolgt eine Verbesserung in jeder Hinsicht, also kann man sich wirklich darauf freuen.

Der Ideenwettbewerb wird von der Abteilung Wasserschutzbauten des Landes organisiert. Gibt es in solchen Wettbewerben Erfahrungswerte? Pramstraller: Es ist das erste Mal, dass unser Amt diesen Weg beschreitet; insofern ist es auch für uns sehr spannend – auch deshalb, weil es hier um eine Abwicklung geht, in der alle Beteiligten und technisch Betroffenen, auch Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

nach wie vor erforderlich, denn wir wollen ja ein Problem lösen, aber die Partizipation der Öffentlichkeit und der Anrainer ist ein Novum. Im Grunde ist dieser Weg auch von der EU vorgeschrieben: Die Wasserrahmenrichtlinie sieht die Einbeziehung der Bevölkerung im gesamten Planungsprozess vor.

Welche Bereiche umfasst der Ideenwettbewerb? Pramstraller: Der Projektbereich beginnt an der Gemeindegrenze zu Vahrn und zieht sich bis in die Sportzone Brixen-Süd. Es ist also der gesamte Stadtbereich uferbegleitend betroffen. Ist es möglich, von Kosten zu reden, bevor der Ideenwettbewerb einen Sieger hervorbringt?

Stephan Dellago, Koordinator des Ideenwettbewerbs: „Es herrscht unmittelbarer Handlungsbedarf, schließlich geht es um die Sicherheit der Brixner“

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Man will also die technische Lösung für mehr Schutz finden und gleichzeitig die Stadt verschönern. Ist das überhaupt möglich? 46

die Bürger, am Projekt teilhaben sollen. Das ist ein großer Unterschied zum Denken von früher. Das fachspezifische Denken ist

Pramstraller: Eigentlich nicht, denn die Kosten stehen in direkter Abhängigkeit von den möglichen Baumaßnahmen, die aus dem Ideenwettbewerb kommen sollen. Natürlich handelt es sich dabei um ein sehr großes Projekt; approximative Aussagen über die Kosten haben aber zu diesem Zeitpunkt

wirklich keinen Sinn und könnten nur irritieren. Auch in der Auslobung des Wettbewerbs sind keine Zahlen genannt. Auf jeden Fall aber wird das Projekt die Stadt prägen. Dellago: Ohne Zweifel. Das Gestalterische ist gerade aus diesem Grund enorm wichtig; die Veränderungen der Stadt im Flussbereich könnten einschneidend sein – und sie haben langfristige Wirkung. Das ist das Besondere an diesem Ideenwettbewerb: Wenn ich einen Kindergarten mit drei Sektionen planen will, habe ich klare Vorgaben zu Raum und Funktion, und das Preisgericht kann dies genau bewerten. In diesem Fall aber ist nur das technische Ziel klar formuliert; die Rahmenbedingungen, wie dieses Ziel erreicht wird, sind aber vollkommen offen. Das Preisgericht weiß nicht, was es erwartet. Das macht die Sache spannend, versieht das Ganze durchaus auch mit Fragezeichen. Das Preisgericht wird entsprechend viel Aufmerksamkeit und Energie in der Bewertung der verschiedenen Projekte aufwenden müssen, um die einzelnen Vorschläge in ihrer langfristigen Wirkung korrekt beurteilen zu können. Wie läuft der Wettbewerb ab? Dellago: Der Wettbewerb ist bereits ausgelobt worden; am 24. Jänner fand ein Kolloquium mit einer Begehung statt, an dem Wettbewerbsteilnehmer Fragen vorbringen konnten. Mitte April ist Abgabetermin; danach folgt eine intensive Phase der Vorprüfung, in der aus technischer Sicht überprüft wird, ob alle Vorgaben eingehalten worden sind. Im Juni wird dann das Preisgericht die Bewertung der Vorschläge vornehmen. Das Preisgericht ist sehr kompetent; die Mitglieder sind allesamt Fachleute, die auf ihrem Gebiet internationales Renommee haben. Das ist ein Faktor mehr, um die Qualität des Ergebnisses sicherzustellen. Im Juni haben wir also wahrscheinlich einen Wettbewerbssieger. Wie geht es dann weiter? Dellago: Der Auslober behält sich die Möglichkeit vor, mit dem Wettbewerbssieger ein Verhandlungsverfahren über die Ausführungsplanung zu führen – es besteht die Absicht, mit dem Sieger die weiteren Projektschritte zu ver-


Das Hochwasser im Jahr 1964 reichte bis zur Unterkante der Adlerbrücke

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tiefen. Der in Aussicht gestellte Folgeauftrag für die Ausführungsplanung kann einen Wert von bis zu 250.000 Euro erreichen.

troffen haben – auch aufgrund der Opposition, die häufig mit den Baumaßnahmen nicht einverstanden gewesen war.

Pramstraller: Es hat bereits im vergangenen Jahr eine Besprechung mit dem damaligen Landeshauptmann Luis Durnwalder gegeben, in der es um Vorgehensweise und Finanzierung eines solchen Projektes gegangen ist. Durnwalder hat in Aussicht gestellt, dass dafür eine europäische Finanzierung angegangen werden müsse.

Pramstraller: Brixens Bürgermeister hat bisher bewiesen, dass er die Problematik erkannt hat. Das gibt uns Hoffnung, dass er hier mit Vehemenz die Realisierung der Lösungen anvisieren wird. Auf jeden Fall werden wir die Öffentlichkeit zu jeder Zeit mit den notwendigen Informationen bedienen.

Pramstraller: Ja, ohne Zweifel. Sobald wir ein Ergebnis haben, werden Prioritäten definiert werden. Beim gesamten Projekt geht es natürlich auch um die Interessen der Anrainer; wir werden die Anrainer bei jedem Schritt mitnehmen. Ich verstehe jeden, der die Entwicklung mit einem gewissen Zweifel sieht, vielleicht auch mit Ängsten. Wir sind aber zuversichtlich und nehmen uns Regensburg als gutes Beispiel, wo in den vergangenen Jahren erfolgreich auf engem Raum im Einvernehmen mit den Anrainern gute Lösungen realisiert worden sind. Dellago: Das setzt natürlich voraus, dass alle Beteiligten die langfristigen Ziele im Auge behalten und nicht irgendwelche kurzfristigen Interessen befriedigen wollen. Der Wettbewerb an sich ist noch nicht die Garantie für die Umsetzung; danach braucht es auf Gemeinde- und auf Landesebene den festen Willen, die im Zuge des Wettbewerbes hoffentlich gefundenen Qualitäten über den Hochwasserschutz hinaus umsetzen zu wollen. In Deutschland hat es im Zuge der letzten Hochwasser Kritik an jenen Städten gegeben, die die entsprechenden politischen Entscheidungen für Maßnahmen im Hochwasserschutz nicht ge-

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Ideenwettbewerb Der Flussraum in Brixen soll neu gestaltet werden. Dabei gilt es nicht nur, den Hochwasserschutz zu gewährleisten, sondern auch, ein Naherholungsgebiet zu schaffen und den ökologischen Gewässerzustand wieder herzustellen. Um diese Aufgabenstellungen bestmöglich zu lösen, hat das Land beschlossen, einen internationalen Ideenwettbewerb auszuschreiben. Alle Interessierten haben bis zum 15. April 2014 Zeit, ihre Planungsvorschläge einzureichen. Ziel des Ideenwettbewerbes ist zum einen der Schutz des Siedlungsraumes vor Hochwasserereignissen, gleichzeitig gilt es aber auch, den gesamten Flussraum von Eisack und Rienz zu erhalten und aufzuwerten. So soll der Wettbewerb nicht nur Lösungen für den dringend benötigten Hochwasserschutz im Brixner Stadtgebiet liefern, sondern insbesondere auch Vorschläge für die Einbindung des Flussbereiches in die Stadt. Dazu sollen neue Naherholungsbereiche geschaffen und die Attraktivität der Flussuferbereiche gesteigert werden. Zudem sollte ein guter ökologischer Gewässerzustand wieder hergestellt werden.

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BRIXEN

Wirtschaft & Umwelt

„Seid mutig und hartnäckig!“ Fotos: LBS Hellenstainer

16 Schüler der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ haben den Südtiroler Spitzenkoch Roland Trettl interviewt. Die Transkription des Gesprächs ist nicht nur für junge Studierende interessant: Der Querdenker über sein Leben als Gourmetkoch und Familienmensch und über den Mut, unbequeme Fragen zu stellen.

Herr Trettl, Sie sind in Brixen in der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ zur Schule gegangen. Vorhin erwähnten Sie, dass Sie kein besonders guter Schüler waren.

Roland Trettl: „Um glücklich zu sein, muss man Entscheidungen treffen, die andere nicht immer nachvollziehen können“

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Herr Trettl, Sie haben im Dezember nach zehn Jahren Ihre Arbeit im Salzburger Gourmetrestaurant Ikarus im Hangar 7 beendet. Wie stellen Sie sich nun Ihre Zukunft vor? ROLAND TRETTL: Ich habe nie in die Zukunft geblickt, sondern immer in der Gegenwart gelebt. Zwar habe ich viele Ideen für die nächste Zeit, aber was genau kommt, weiß ich nicht. Ich interessiere mich sehr für andere Handwerksberufe und möchte einige von ihnen kennenlernen; so mache ich beispielsweise im Januar ein Praktikum bei einem Tischler. Aber auch die Lederverarbeitung oder die Bonsai-Zucht faszinieren mich. Meiner Meinung nach ähneln sich alle Handwerksberufe: Man braucht ähnliche Voraussetzungen, um gut in diesen Jobs zu sein. Auf alle Fälle will ich etwas Neues machen und dazulernen. Warum haben Sie ihre Arbeit als Spitzenkoch aufgegeben? Dafür gibt es viele Gründe. Nach über zehn Jahren hatte ich trotz viel Abwechslung das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Ich habe mit 120 48

Gastköchen zusammengearbeitet und bin in ihre Herkunfts- und Arbeitsländer gereist, habe zwölf Kochbücher herausgegeben – und diese Zeit war sehr schön. Aber nun habe ich mir die Frage gestellt, ob mich das Verfassen von weiteren drei oder vier Kochbüchern oder die sechste Reise nach Singapur wirklich glücklich machen. Die Antwort auf diese Fragen war und ist Nein. Glücklich zu sein ist wichtig, und dafür muss man auch Entscheidungen treffen, die andere nicht nachvollziehen können. Dieser Schritt weg von Hangar 7 war nicht die Folge eines Streits – wir haben uns im Guten getrennt –, sondern eine Lebensentscheidung. Sie stammen vom Ritten: Haben Sie in Südtirol einen Familienbetrieb, in den Sie einsteigen möchten? Nein, ich habe keinen Familienbetrieb und bin froh darüber, weil ich dies als Belastung empfinden würde. So kann ich frei sein. Vielleicht wohne ich in einem halben Jahr in New York oder auf Bali. Meine einzige Heimat ist Südtirol, aber leben möchte ich hier noch nicht. Vielleicht mit 60 Jahren,

sich die Gastronomie viel zu viel auf Bewertungen einlässt und dabei den Gast vergisst. Jeder Gast, der zu mir kommt, verdient jedoch, dass ich mein Bestes gebe. Ich behandle alle meine Gäste gleich – mit einer Ausnahme: meine Eltern, denn ohne sie gäbe es mich nicht.

wenn ich zur Ruhe komme. Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Ein Familienbetrieb ist eine tolle Sache, aber ihr seid noch zu jung dafür. Seid mutig und schaut euch die Welt an! Ihr habt nichts zu verlieren und könnt nur gewinnen. Probiert es, euch steht die ganze Welt offen. Sie wurden mehrfach von Restaurantführern ausgezeichnet und haben einen Michelin-Stern erhalten. Kürzlich kritisierten Sie jedoch diese Vergabe von Sternen und Hauben in der Gastronomie – warum? Wie kann man Gastronomie bewerten? Oder wie kann man Kunst und Musik bewerten? Jede Einschätzung ist subjektiv und abhängig von den Testern, die Menschen sind und keine Maschinen. Wenn schon getestet wird, sollten es Maschinen machen, denn die reagieren immer gleich. Restaurantkritiker oder Tester sind aber Menschen: Wenn diese grad in einer persönlichen Krise stecken oder einen Strafzettel bekommen haben, wird ihr Urteil anders ausfallen, als wenn sie frisch verliebt sind. Ich bin der Meinung, dass

Ja, ich war ein schlechter Schüler, sogar im Praxisunterricht. Meine damaligen Lehrer haben sicher oft den Kopf über mich geschüttelt. Aber mit 20 Jahren habe ich die Kurve gekriegt. Da habe ich mich gefragt, ob ich weiterhin so lustlos vor mich hin vegetieren soll, oder was ich aus meinem Leben mache. Daraufhin bin ich zu zwei Top-Restaurants nach München gegangen, danach war ich in Sylt, auf Mallorca, in Tokio und die letzten zehn Jahre im Hangar 7. Die Schule war wohl nichts für mich: Ich lerne gerne, aber nur das, was mich interessiert. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht lese. Was lesen Sie denn vor allem – Kochbücher? Nein, ich lese keine Kochbücher, obwohl ich eine Menge davon besitze – kochen kann ich ja selber. Ich lerne mehr von Architekten, Modedesignern oder Fotografen. Wenn ich mit denen übers Essen rede, lerne ich etwas dazu, weil ich dadurch einen ganz anderen Blickwinkel bekomme. Von anderen Köchen lerne ich hingegen nichts Neues. Sie sind sehr direkt und kritisch in Ihren Aussagen…


Ich bin ein Mensch, der sagt, was er denkt, und ich lasse mich nicht in eine Schublade stecken. Ihr seid in einer Phase eures Lebens, in der ihr euch von anderen Menschen Dinge vorschreiben lassen müsst. Wenn ihr aus der Schule rauskommt, dann stellt euch und die Dinge in Frage: Macht Sachen nicht, weil ihr sie immer so gemacht habt. Macht sie nur, wenn es einen Grund dafür gibt. Eine Weile muss man sich etwas vorschreiben lassen – wenn diese Zeit vorbei ist, dann befreit euch davon. Ich habe zum Beispiel im Restaurant Ikarus die Tischdecken rausgeschmissen, weil mir niemand sagen konnte, wozu es Tischdecken braucht – es war halt immer so gewesen. Persönlich bevorzuge ich Holz oder Leder – das ist Leben! Und so kamen die Tischdecken weg. Beim Essen wird damit auch der Tastsinn angeregt, nicht nur Geschmack-, Geruch- und Sehsinn. Essen soll man mit allen Sinnen genießen.

Was meinen Sie damit? Warum bekommt ein Gast, der im Restaurant keinen Alkohol trinken möchte, keine Begleitung durch einen qualifizierten Sommelier? Wenn man zum Sommelier sagt, ich möchte gerne eine Begleitung des Menüs durch Getränke, aber bitte alkoholfrei, dann dreht er einem den Rücken zu, und man ist für ihn gestorben. Doch die Küche hat sich in den letzten Jahren in eine eindeutige Richtung entwickelt: Vor 10 oder 15 Jahren bekam ein Vegetarier im Restaurant nur Salate vom Buffet, eine Gemüseplatte und ein Spiegelei. Heute ist es in guten Restaurants Standard, dass ein Gast ein mehrgängiges vegetarisches Menü mit allen Schikanen erhält. Der Sommelier ist aber nicht mit der Zeit gegangen und hält nach wie vor am Alkohol fest, wobei es doch auch tolle alkoholfreie Getränke gibt.

Trinken Sie gerne Alkohol zum Essen?

Sie haben eine anstrengende Zeit hinter sich. War das Reisen eine Belastung für Sie?

Generell trinke ich kaum Alkohol, das hat sich so in meinem Leben entwickelt. Wenn man ständig zwischen verschiedenen Zeitzonen herumfliegt und trotzdem fit sein muss, ist wenig Alkohol und viel Schlaf wichtig. Außerdem: Wenn ich gutes Essen habe, brauche ich keinen Wein dazu. Aber die Sommeliers sind leider noch im Dornröschenschlaf.

Man lernt damit umzugehen und sich auf die unterschiedlichen Zeitzonen einzustellen. Ich trinke nicht nur wenig Alkohol, sondern habe auch mit dem Rauchen aufgehört, gehe fünfmal die Woche laufen und mache Yoga. Und natürlich achte ich auf meine Ernährung, schaue auf mich. Heute fühle ich mich gut, gesünder als mit 25 Jahren.

Kochen Sie zu Hause selbst?

Steckbrief

Privat koche ich auch sehr gerne, ganz besonders mit meinem kleinen Sohn. Die Küche ist, wenn er mit mir kocht, zwar ein Schlachtfeld, aber er soll alles anfassen dürfen. Meine Frau kocht auch gerne und gut. Welche Voraussetzungen braucht man als Jugendlicher, um in Topbetrieben wie dem Hangar 7 eingestellt zu werden? Zum einen braucht man Geduld, Hausverstand und die Fähigkeit, sich unterordnen zu können. Euch muss klar sein, dass man von unten anfängt und sich Stufe für Stufe nach oben arbeitet. Nur so bekommt man starke Wurzeln und hält die Windstöße oben an der Spitze aus. Selbstverständlich ist auch die Bewerbung wichtig: Ich selbst nehme Bewerbungen, die per E-Mail kommen, nicht ernst. Schreibt einen Brief, bemüht euch, nehmt euch Zeit und seid kreativ. Gute Unternehmen erhalten täglich eine Vielzahl an Bewerbungen, also müsst ihr auffallen. Zudem seid hartnäckig und beißt euch durch. Als Köche müsst ihr dem Produkt und den Menschen gegenüber respektvoll sein: Ihr müsst nicht der perfekte Koch sein, aber ihr müsst bereit sein, euch formen zu lassen. Und seid mutig – denn ihr könnt nur etwas bewegen, wenn ihr etwas anpackt. Leserbrief an: echo@brixner.info

Roland Trettl Er ist ein Querdenker, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt: „Es gibt nichts Geileres als ein schwarzes Schaf zu sein“, meint der Gourmetkoch selbst dazu. Roland Trettl, geboren 1971 in Bozen, begann seine Ausbildung zum Koch im Jahr 1987 im Parkhotel Holzner in seinem Heimatort Oberbozen am Ritten und setzte sie in Bozen im Restaurant Amadé fort. Es folgten Jahre als Koch in den Münchner Gourmetrestaurants Aubergine sowie Tantris, danach in Restaurants auf Mallorca, Tokio u.a. Von Mai 2003 bis Dezember 2013 arbeitete Roland Trettl als Executive Chef im Restaurant Ikarus im Hangar-7 am Flughafen Salzburg. Eckart Witzigmann und Roland Trettl setzten hier das Gastkochrezept um: Jeden Monat kocht hier ein anderer Spitzenkoch, egal aus welchem Teil der Welt. Das von Trettl geführte Restaurant Ikarus wurde sowohl im Falstaff Restaurantguide als auch von Gault Millau Österreich ausgezeichnet. 2004 wurden Roland Trettl und das Restaurant Ikarus mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

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Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Gratis surfen in der Altstadt z Der Brixner Altstadtbereich ist nun mit einem Wireless-LANNetz versorgt, das Einheimische wie Touristen kostenlos im Internet surfen lässt. Das entsprechende wifi-Netz, das von den Brixner Stadtwerken realisiert wurde, wird von fünf Sendern unterstützt. Diese befinden sich im Forum Brixen, am HeiligGeist-Platz, am Maria-HueberPlatz, am Domplatz und in den

Rappanlagen; im heurigen Jahr erfolgt die Ausweitung des Netzes durch die Hinzunahme neuer Sender. Um die Reichweite des Signals auszuweiten, haben die Stadtwerke Brixen das wifi-Netz an das Fiberoptik-Netz ange-

W&U

schlossen, das auf einer Breitbandleistung von 1 Mbit/s für Uploads und 5 Mbit/s für Downloads basiert. Zudem erspart man sich ein neues Einloggen, wenn man von einem Hotspot zum anderen wechselt. db

Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

Car Sharing in Brixen z Unter Car Sharing versteht man die gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Autos, wobei man im Gegensatz zur Autovermietung ein Auto auch kurzzeitig und nur stundenweise benutzen kann – also ideal für all jene, die ein Auto nur unregelmäßig oder selten benötigen. Diese Möglichkeit gibt es ab 20. Februar auch bei uns: Nach Mals, Meran, Bozen und Bruneck startet das Projekt „Carsharing Südtirol Alto Adige“ in der Gemeinde Brixen. Dieses sieht vor, südtirolweit ein flächendeckendes Netz von Car-Sharing-Standorten

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aufzubauen, wobei starke Partner das Projekt begleiten: So gehören neben den Gemeinden auch VW veicoli commerciali, der KVW, der Raiffeisenverband, der Südtiroler Energieverband, Confcooperative und die Legacoopbund zu den namhaftesten Unterstützern. In Brixen können die Car-Sharing-Autos in der Romstraße ausgeliehen werden. Zur Verfügung stehen dabei die neuesten VW-Modelle wie VW Golf Caddy TDI Trendline und VW up. Zudem werden in diesem Jahr die ersten elektrisch betriebenen Car-Sharing-Autos zur

Die Umweltgruppe Brixen hat eine neue Arbeitsgruppe; den Vorsitz hat der Brixner Biologe Andreas Hilpold von Gregor Beikircher übernommen, der jahrelang die Führung der Umweltgruppe Brixen innehatte.

Verfügung stehen; parallel dazu wird am Aufbau eines landesweiten Netzes von Ladestationen für E-Cars gearbeitet. Wer sich nun für das Car-Sharing-Projekt interessiert, kann sich im Internet

zu den Preisen, Einschreibungen und Ablauf informieren: www. carsharing.bz.it. Zudem steht die gebührenfreie Grüne Nummer 800 912 516 allen Interessierten 24 Stunden zur Verfügung. db

Der Südtirol Pass kann nun auch über Online-Banking aufgeladen werden, auch ohne Kreditkarte. Somit lässt sich der Südtirol Pass ebenso unterwegs über Smartphones aufladen.

Das Skigebiet Gitschberg Jochtal setzt heuer erstmals ein 3DGerät zur Schneehöhenmessung ein. Dieses wird am Pistengerät befestigt und soll rund 20 Prozent der Ressourcen für die Pistenpräparierung einsparen helfen.


Foto: Oskar Zingerle

STADTGEHEIMNISSE Woher kommt der Name Trattengasse?

BRIXEN

Privatklinik in Brixen? Die Trattengasse, früher auch als „Auf der Tratte“ oder „An der Trate“ bezeichnet, leitet ihren Namen von „trate = treten“ also „Tretwiese“ ab: Hier befand sich einst ein Feld, in dem in Brachzeiten Vieh aufgetrieben wurde. Als Kaiser Friedrich II. mit seinem Heer nach Italien zog, soll er hier sein Lager aufgeschlagen und am 1. August 1236 eine Besprechung mit Bischof Heinrich gehabt haben. Um 1570 standen in der Trattengasse bereits viele Häuser – sodass diese Gasse damals ziemlich verbaut gewesen sein dürfte. In der Trattengasse waren früher besonders laute Handwerker wie Schmiede, Müller oder Schlosser untergebracht, die nach alten Stadtrechten nicht in der inneren Stadt ihr Gewerbe ausüben durften. Eine alte Schmiedwerkstatt ist heute noch erhalten. Im ehemaligen Dienstbotenheim in der Trattengasse wohnte übrigens der berühmte Mechaniker Johann Kravogl, der Erfinder des Elektromotors und anderer Instrumente. Anregungen: redaktion@brixner.info

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z Die Baukommission der Gemeinde Brixen hat ein Projekt zur Erweiterung der ehemaligen Volksbankfiliale in der Industriezone genehmigt: Das Gebäude, das derzeit aus dem Erdgeschoss und zwei Stockwerken besteht, soll um eine Etage erhöht werden. Entstehen soll hier eine Privatklinik; als Projektträger fungiert dabei die Brixana GmbH mit den beiden Innsbrucker Ärzten Michael Petrini, Internist an der Uniklinik

in Innsbruck, und Markus Opatril, Augenarzt in Telfs. Beinhalten soll die neue Klinik zehn bis zwölf Ambulatorien sowie eine klinische Struktur. Wer oder welche medizinische Abteilungen errichtet werden, ist noch nicht offiziell – ebenso ist noch unsicher, ob die Privatklinik definitiv umgesetzt werden wird. Bürgermeister Albert Pürgstaller würde das Projekt als Zusatzangebot im Gesundheitsbereich auf alle Fälle begrüßen. db

BRIXEN

Seilbahnbau ist möglich z Die Töne des Komitees proALTvor, das sich gegen den Bau einer Seilbahnverbindung zwischen dem Bahnhof Brixen und St. Andrä formiert hat, werden rauer: Eine Pressemeldung, in der proALTvor behauptet hat, dass die Talstation der Seilbahn am Bahnhof aufgrund der Sicherheitsvorgaben der Staatsbahnen RFI nicht realisierbar sei und die vom „Alto Adige“ ohne Gegenrecherche übernommen worden war, hat sich als unfundiert und falsch herausgestellt. „Das vorliegende Projekt ist sehr wohl machbar, zumal die Techniker des Landes bei der Ausarbeitung des Vorprojekts in engem Kontakt mit den Technikern von RFI standen, um die Einhaltung der Vorgaben zu gewährleisten“, sagt Bürgermeister Albert Pürgstaller. Es liegen zwei Schreiben von RFI an das Land und die Gemein-

de Brixen vor, mit denen die grundsätzliche Ermächtigung für die Realisierung der Anlage erteilt wird. Es stimme, sagt Pürgstaller, dass darin auch Auflagen vorgegeben werden, wie etwa jene, dass keine Seilbahnteile (Kabinen, Seile, Motoren, usw.) oberhalb der Gleise liegen dürfen. Diese Vorgaben beeinträchtigen den Bau der Seilbahnstation am Bahnhof allerdings nicht und sind im Projekt bereits berücksichtigt, denn dieses sieht oberhalb der Gleise nur Warteflächen und Laufzonen vor. 114 Bürger im Umfeld von proALTvor und vom Verein heimat Brixen, die sich vom Überflug Nachteile erwarten, haben inzwischen beim Verwaltungsgericht einen Rekurs gegen die Eintragung der Trasse im Bauleitplan eingereicht. Dieser Rekurs wird die Realisierung der Seilbahn möglicherweise verzögern. wv 51


BESSER HÖREN

Fitness & Wellness

Hör-Kompetenz aus Südtirol Seit zwanzig Jahren bringen die Hörgeräte von „Besser Hören“ all jenen mehr Lebensqualität, die unter einem verminderten Hörvermögen leiden.

Extra

Ein vermindertes Hörvermögen macht sich oft schleichend bemerkbar. Probleme beim Mitverfolgen von Gesprächen in der Gruppe oder bei einer Unterhaltung vor starker Hintergrundkulisse, zum Beispiel im Restaurant, sind mögliche erste Anzeichen einer Hörminderung. Aber auch das Verfolgen eines Vortrags in hallenden Räumlichkeiten kann schwerhörigen Menschen Schwierigkeiten bereiten. Betroffene nehmen manchmal die Worte ihres Gegenübers auch als „Genuschel“ wahr; schwerhö-

rige Menschen erschöpft es, an einer Konversation teilzunehmen. Die Anstrengung führt oft zu Kopfschmerzen. Einige Betroffene entwickeln zudem Schamgefühle; sie ziehen sich daher gesellschaftlich zurück.

Eine Hörminderung kann jeden treffen. Hörprobleme sind keines-

wegs eine reine Alterserscheinung, sondern können durchaus zum Beispiel durch Lärm auch in jungen Jahren verursacht werden. Höreinschränkungen sollten daher grund-

sätzlich ernst genommen werden. Es empfiehlt sich ein rechtzeitiger Gang zum Hörspezialisten, um das Gehör überprüfen zu lassen. Denn je früher Beeinträchtigungen des Gehörs behandelt werden, desto größer sind die Chancen, dass das komplette Spektrum des Hörens weitgehend erhalten bleibt. Die Hörgeräte-Akustiker von „Besser Hören“ sind wöchentlich im Eisacktal unterwegs. Zweimal pro Woche erreicht man sie in Brixen: Jeden Montag im Sanitätshaus Vita Plus sowie jeden Freitag in der

Apotheke Am Rosslauf. Ab Februar­ stehen die Hörgerätespezialisten zudem jeden zweiten Dienstag im Monat in ihrer neuen ServiceStelle in der Apotheke Villnöss in ­St. Peter zur Verfügung. Und wer aus irgendeinem Grund es nicht zu den Servicezentren schafft, zu dem kommen die Hörgeräteexperten von „Besser Hören“ gerne auch nach Hause – ein Anruf genügt.

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MRS.SPORTY

„Jetzt tu ich mir was Gutes!“ Mrs.Sporty macht es Frauen leicht, gute Vorsätze fürs neue Jahr wahrzumachen: Schlanker, gesünder und zufriedener mit dem bewährten Trainingskonzept!

Gerade zum Jahreswechsel werden viele gute Vorsätze gefasst: Das Leben mehr genießen, sich gesünder ernähren, sich endlich mehr bewegen, sich nicht mehr so stressen lassen. Doch im Alltag bleibt selten Zeit, die guten Vorsätze tatsächlich umzusetzen.

Aktiv zu mehr Lebensqualität. „Der ideale Tag ist heute, wenn wir ihn dazu machen“, besagt ein altes Sprichwort. Mit einem besonders alltagstauglichen Trainingsangebot macht es Mrs.Sporty

Frauen aller Altersgruppen und jeder Kondition leicht, flexibel und mit geringem Zeitaufwand mehr für sich zu tun. Regelmäßige Bewegung ist wichtig: Bewegung hält fit, macht den Kopf frei, löst Verspannungen, baut Stress ab und regt den Stoffwechsel an. Neben dem effektiven Muskelaufbau setzt Mrs.Sporty auch auf bewusste Ernährung. „Der Aufbau von Muskelmasse reduziert Körperfett und erhöht den Grundumsatz“, erklärt Clubchefin Maria Rastner, „damit

verbraucht der Körper sowohl im Ruhezustand als auch unter Belastung mehr Kalorien.“ Damit es nicht bei kurzfristigen Erfolgen bleibt, empfiehlt Maria Rastner, sich regelmäßig aktiv zu betätigen – dies hält nicht nur fit, sondern auch jung. Die zahlreichen Mitglieder von Mrs.Sporty Brixen schwören auf das abwechslungsreiche Bewegungsprogramm mit Ernährungsempfehlung, wobei sie nicht nur die zwei- bis dreimal 30 Minuten Training in der Woche schätzen,

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Impressum streue Futter vor das Fenster oder an geschützte Orte. Im Frühling werden sie es mit ihrem Gesang den Wohltätern danken.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Anton Rainer (ar) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Hanna Hofer (hh) Lia Vontavon (lv) Barbara Fuchs (bf) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info

Jänner 1914

Rückblick auf 2013 Donnerstag, 1. Jänner 1914 Das abgelaufene Jahr war für viele Wirtschaftszweige kein gutes. Infolge des Balkankrieges und der Geldkrisis trat ein empfindlicher Rückschlag ein. Am schlimmsten waren die Eisenindustrie, Webwarenerzeugung und die Bautätigkeit sowie die angrenzenden Industrien und Gewerbe getroffen worden. Andere Industrien, so die Bierbrauerei, gingen jedoch ziemlich gut. Uebrigens ist seit einiger Zeit überall eine Besserung zu spüren, der Tiefpunkt des Rückschlages ist überschritten. Es geht wieder aufwärts.

Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 21. Februar 2014 Nächster Redaktionsschluss: 10. Februar 2014 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Unglück auf der Jagd Donnerstag, 1. Jänner 1914

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 54

Schöner Erfolg eines heimischen Schriftstellers

Von Pfeffersberg, 30. Dezember, meldet man uns: Heute vormittags wollte ein Jäger aus Brixen im Walde oberhalb Tils auf einen Hasen schießen; das Unglück wollte es, daß in diesem Augenblicke gerade der Holzfuhrmann Alois Dejori aus Welschnofen, gegenwärtig beim Malsitter bedienstet, vorbeifuhr und von der Ladung getroffen wurde. Es drangen ihm neun Schrotkörner in die beiden

Samstag, 24. Jänner 1914

Oberschenkel. Mit Hilfe des Jägers konnte sich der Verletzte noch bis zum Mairwirt in Tils schleppen, wo dann in kurzer Zeit der neue Gemeindearzt Dr. Franz Giampicolo einlangte, um den ersten Verband anzulegen. Sind auch die Verwundungen nicht gefährlich, so ist doch dies Unglück für den bedauernswerten Burschen ein trauriger Jahresschluß.

Sitzung des Bürgerausschusses Donnerstag, 8. Jänner 1914 In der letzten Sitzung des Bürgerausschusses von Brixen hat der Obmann des Spitalkomitees, Herr Prof. Dr. Hilber, ein Referat über die Verwendung des alten Krankenhauses als allgemein zugängliches Altersversorgungsheim erstattet, das allgemein Beifall gefunden hat. Nach dem Projekte des Referenten bereitet die zweckmäßige Adaptierung des Objektes der Stadt unbedeutende Ausgaben, während bei nur mäßiger Besetzung jährlich einige Tausend Kronen an Reingewinn zu erwarten sind. Sobald Bauund Spitalkomitee im Vereine mit dem Armenrat das Projekt endgültig zur Beschlußfassung dem Bürgerausschusse vorgelegt haben, werden wir Gelegenheit nehmen, darüber detailliert zu berichten.

Füttert die Vögel Samstag, 3. Jänner 1914 Der eingetretene Schneefall hat die Vögel wieder in die Nähe der Häuser getrieben, wo die befiederten Sänger um Futter bitten. Man gebete jetzt zur kalten Winterszeit der Sänger und

Das aus der Feder des Marineschriftstellers Anton R. v. Mörl von Brixen stammende Buch „Das Ende des Kontinentalismus für Österreich“ hat eine ansehnliche Anerkennung erfahren. Das offizielle Organ des deutschen Marineamtes „Die Marinenrundschau“empfiehlt das Buch in dringender und warmer Weise für die reichsdeutschen Schüler und Mannschaftsbüchereien, weil es „besonders wertvoll“ sei. – Es wäre wünschenswert, daß das Buch, das ja österreichischen Interessen gewidmet ist, auch in unseren Schülerbibliotheken mindestens die Aufnahme finde, die ihm in Deutschland bereits gesichert ist.

Die freiw. Feuerwehr Brixen Donnerstag, 22. Jänner 1914 Die freiw. Feuerwehr Brixen ladet wieder zu ihrem Faschingsfeste, dem Feuerwehr-Kränzchen, wie es bescheiden genannt wird, ein. Dieses Tanzfest erfreut sich seit jeher in Bürgerskreisen einer großen Beteiligung, die auch heuer hoffentlich nicht ausbleiben wird. Es findet am 25. Jänner im Sternsaale statt. Eintritt 2 Kronen.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


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